Sntung“ erschems jeden Meustag, Donnerstag und Anzeigegebühr für die einspaltige #lon##zele oder deren Raum 10 Pfg. Rozugspreis inkl.„Sonntagsblatt" — monatlich 5o Pfg.= Geschüftostelle: Bahnhofstraße 25. Telephon=Nr. 554. verbunden mit der„Annener Volkszeitung“. Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ortschaften. = Amtliches Organ. Buiuas Buir At inr grchenr dot. lage der Annener Zeitung weite und billige Verbreitung.— Bei gerichtlichen Beitreibung oder bei Konkursen kommt teder Annoncenrabatt in Wegfall. Für die Aufnahme der Anzeigen an vorgeschriebenen Plätzen übernehmen wir keine Verantwortung. — Telephen=Nr. 560— Nr. 18 Donnerstag, den 8. Februar 1917. 55. Jahrgang Reutrale=Kalte Frn Der Bruch mit Amerika. Wilson fordert die Neutralen zum Anschluß auf. Ein Amsterdamer Pressebüro veröffentlicht eine Oepesche aus Washingion vom 5. Februar, daß Präsident Wilson eine Rote an die Reutralen abgeschickt habe, worin er sie auffordert, seinen Protest gegen das Auftreten Deutschlands gegen den neutralen Seehandel zu unterstützen. Dieser Schritt sei eine Vorbereitung für den Plan, gemeinsam auf die Beschleunigung des Friedens und auf die Beschützung der Rechte der Reutralen hinzuarbeiten. Die Schweizerische Oepeschenagentur meldet: Präsident Wilson hat an die schweizerische Regierung eine Rote gerichtet, in der er diese einlädt, sich dem Vorgehen Amerikas Deutschland gegenüber anzuschließen. Der Bundesrat hat vorgestern in einer besonderen Sitzung sich mit dieser Rote besaßt und die Antwort an den Präsidenten Wilson festgesetzt. Diese Antwort der schweizerischen Regierung wird erst veröffentlicht werden, wenn Wilson in ihrem Besitz ist. Die aus Amerika stammende Rachricht, nach der die Schweiz mit der Vertrelung der deutschen Interessen in Amerika beiraut worden sei, ist verstüht, dagegen besteht nach Erkundigungen der schweizerischen Oepeschenagentut kein Zweisel darüber, daß die Schweiz gegebenensalls einen solchen Auftrag annehmen wird. Wie er die Neutralen zu ködern sucht. Meldung des Reuterschen Bureaus aus Washington: Die amerikanischen Vertreter im Auslande haben die Instruktion erhalten, den neutralen Regierungen mitzuteilen, daß Wilson laube, es werde zum Frieden ühren, wenn die Rentralen dem Beispiele Amerikas folgten. Holland lehnt Wilsono Aufforderung ab. In einem Artikel über die Botschaft des Prästdenten Wilson lehnt das Amsterdamer„Allgemeen Handelsblad“, die Aufforderung an die neutralen Länder, ebenso zu handeln, wie Amerika, ab. Das Blatt schreibt: Es ist natürlich unsere Pflicht, das Recht unserer Völker so gut wie möglich zu verteidigen; aber es ist die Frage, ob wir es zum Besten dadurch verteidigen, daß wir so handeln, wie Amerika. Auch Präsident Wilson wird zugeben, daß die Verhältnisse für ein Volk von sechs Millionen Seelen, das eine Grenzlinie von ungefähr 400 Km. gegen die deutsche Armee zu verteidigen haben würde, einigermaßen anders liegen, als bei einem Volke von 130 Millionen, das durch einen Ozean von dem blockierten deutschen Reiche getrennt ist. Eine beruhigende Erklärung. Das Korrespondenzbureau meldet: Zu Beginn der vorgestrigen Sitzung der Zweiten Kammer gab der Dorsitzende des Ministerrates, Minister des Aeußern Cort van der Linden, folgende Erklärung ab: Ernste Ereignisse beschästigen die Regierung. Es ist im Augenblick noch nicht möglich, dar über Mitteilungen zu machen. Die R gierung wird nicht versäumen, der Kammer, sobald es im Interesse des Landes gelegen ist, alle Jasormationen zu geben. Es besteht keine Ursache zur besonderen Bennruhigung. Auch die Schweiz lehnt ab. Zu dem Vorschlag des Präsidenten Wilson an die Neutralen, sich seinem Vorgehen anzuschließen, schreibt das„Berner Tagblatt“, die Schweiz werde wohl dankend ablehnen. Das Blatt sagt: Die Schweiz als Binnenstaat flehe zur Blochade Frankreichs in einem wesentlich anderen Derhäunis als Amerika. Wir haben keine Handelsdampfer zu verlieren, wohl aber hätte der Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Deutschland auch eine Einstellung des wirtschaftlichen Verkehrs zur Folge. Zu der Aufforderung Wilsons, sich seinem Vorgehen anzuschließen, äußern sich andere Schweizer Blätter wie folgt: Der„Bund“ schreibt: Nach unserer Aufsossung, die sicherlich die des ganzen Schweizer Doltes ist, wird der Bundestat sich nicht von der ftrihiesten Reutralität entsernen, die das Giunk prinzip und die Lebensstage der schweizerischen Politik ist. Die Schweiz ist in dieser Beziehung in einer ganz anderen Lage als die Vereinigten Staaten. Die„Baseler Rachrichten“ schreiben: Ueber den Inhalt der Antwortnote des Bundesrates kann kein Zweisel obwalten. Die Zumutung Wilsons an die Schweiz, aus ihrer Reutralität herauszutreten, ist erklätlich aus der völligen Derkennung der Faktoren, die unsere Reutralttät bisher bestimmt haben. Die geographische Lage und die politischen Daseinsbedingungen verbieten ein Heraustreten aus der Reutralitäht außer wenn unsere territoriale Integrität oder unsere nationale Ehre verletzt werden. Die„Rationalzeitung“ legt dar: Unsere Rationalität ist auf Geschichte und Tradition ausgebaut und in der Versassung niedergelegt; deshalb darf die Schweiz sich dem Vorgehen Wilsons nicht anschließen. Noch eine scharfe schweizerische Absage. Bern, 7. Febr. Der„Bund“ schreibt über die Schweiz und Amerika u..: Die rechtliche und tatsächliche Lage der Vereinigten Staaten einerseits und der Schweiz anderseits sind so augenfällig verschieden, daß Präsident Wilson ernsthaft an eine solche zustimmende Auffassung seiner nach Bern gesandten Einladung überhaupt nicht gedacht haben kann. Das Blatt führt dann folgende bezeichnende Argumente auf: Als die Entente in einer ausgedehnten Auslegung der bisher anerkannten Grundsätze des Seekrieges das Schweizer Wirtschaftsleben einschränkte, betonte das Schweizer Volk den Willen zum Frieden scharf. Haben wir damals bei den eisten Einschränkungen mit den Alliierten den Verkehr nicht abgebrochen, so können wir es logischerweise auch heute gegenüber den Zentralmächten nicht tun. Spaniens strikte Reutralität. Rach dem„Petit Journal“ hält der König von Spanien an der Wahrung der Reutralität fest, weil er allen anderen Kombinationen entgegen wünscht, die Kriegführenden zur gegebenen Zeit zu einem Friedenskongreß nach Madrid zu laden.— Wie„Jonrnal de Geneve aus Bern meldet, weiß man dort, daß die Regierungen Spaniens und Schwedens Wilson nicht zustimmen werden. Die„Frankf. Zig.“ meldet aus Madrid, „Diatio Universal“, das Blatt des Grasen Romanones, beglückwünscht die spanische Regierung, daß sie alle Gefahren abzuwenden wußte, indem sie die Friedensnote Wilsons nicht unterstützte. Sie erspare Spanien, jetzt die Geste des amerikanischen Volkes nachmachen zu müssen. Wir hoffen, sagt das Blatt, daß der Takt und die Vorsicht unserer Regierung uns erlauben, strikte Reutralität, die wir seit Kriegsbeginn beobachtel haben, aufrecht zu erhalten. Auch Mexiko rückt von Wilson ab. Der Washingtoner Korrespondent der„Times“ meidet, daß nach einer Bekannimachung Carranzas Mexlko im Falle eines Korfl kles zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland neutral bleiben wird. Englische Hetze bei den Reutralen. Die„Köln. Zig.“ meldet aus Amsterdam: Vorzugeweise werden von der englischen Presse solche neutralen Staaten beatbeitet, in deren Häsen deutsche Schiffe verweilen. Vorgestern hat sich die„Times“ mit Brasilien beschäftigt. Gestern schreibt dasselbe Blatt, wenn Brastlien deutsche Schiffe mit Beschlag belege, werde Argentinten diesem Beispiel folgen und die in seinen Häfen liegenden 12 deutschen Schiffe mit Beschlag belegen.(Bisher hat noch kein einziger neutraler Staat deutsche Schiffe mit Beschlag belegt; es handelt sich bei alledem um englische Hetzmeldungen.) Frohlocken in Pario. Nach Meldungen aus Paris bringen die Blätter über den Abbruch der Beziehungen zwischen Amerika und Deutschland große Freudenattikel und seiern Wiison mit Worten schmetcheinder Anerkennung. U. a. schreibt der„Tempo“: Wir sind jetzt vielleicht an einem für die Weltgeschichte entscheidenden Punkte angelangt. Es ist nunmehr an den Reutralen, ihren Weg zu wählen. Wilson fühlt, daß die Ehre Amerikas auf dem Spiele steht und macht dem Schwanken ein Ende. Amerika hat nunmehr seine Entscheidung getroffen. Die anderen Reutralen überlegen noch, aber ihr Urteil und ihre Haltung gegenüber Deutschland kann nicht anders sein als das Amerikas. „Joumal des Debats" und„Libertee" warnen allerdings vor übertriebenen Erwartungen. Das erstgenannte Blatt schreibt: Wir dürfen nicht glauben, daß eine Intervention Amerikas, selbst eine militärische, das Ende der Feindseligkeiten stark beschleunigen kann. Die„Livertee" bemerkt, die öffentüiche Meinung dürfe sich nicht übertriebenen Meinungen hingeben. Der Abbruch der dipiomatischen Beziehungen sei noch kein Krieg. Indes glaubt das Blatt, daß Amerikas Stellungnahme eine moralische Unterstützung und Hilse der Entente aus wirtschaftlichem Gebiete bringen werde. Italienische Hoffnungen. In Rom hält man nicht mit dem Ausdruck der Freude zurück, weil man erwartet, daß Amerika nun den Verbündeten große materielle und finanzielle Unterstützungen bieten werde. Auch wird der Vermutung Ausdruck gegeben, daß es Amerika gelingen werde, die Seesperre um England zu durchbrechen. Die Ansicht des Batikans. Der„Osservatore Romano“ schreibt, wie die „Köln. Volkszig.“ meldet: Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen Amerikas zu Deutschland überroscht nicht, da er bedingungsweise in dem vorgegangenen Rotenwechsel vorauszusehen gewesen sei. Eine Kriegserklärung darf wohl ausbleiben, schon wegen der materiellen Unmöglichkeit der Kriegführung der zwei von einander so entfernten Parteien. Voraussichtlich werden die Rentralen energisch protestieren und ihre Schiffe zurückhalten. Anöglicherweise ist Deutschlands Orohung nur ein pazisistisches Manöver. Eine neue Proklamation Wilsono. Präsident Wilson hat eine Proklamation erlassen, in der auf Grund des Schiffahrtsgesetzes den amerikanischen Reedern verboten wird, ihre Schiffe unter fremde Souveränität zu stellen.(Gilt das auch für England?) Eine Erklärung der Renyorker deutschen Presse. Aus London berichtet die Kopenhagener„Rationaltidende“, daß die Gesandten Hollands, Argentiniens und Spaniens im Lause des Sonntags mit Staatesekretär Lansing Beratungen hatten. Eine weitere Londoner Meldung sagt, die deutschen Blätter von Neuyork hätten die Erklärung abgegeben, daß sie nun in erster Linie sich als Amerikaner betrachten. Amerika im Kriegofall. Neuyorker Drahtungen bestätigen die auch von anderer Seite gebrachte Meldung, daß Amerika auch im Falle eines Krieges nicht beabsichtige, Truppen nach Europa zu schicken, da es dazu vor 1918 garnicht in der Lage wäre. Dagegen besteht die Absicht, die amerikanischen Munitionssabriken noch bedeutend zu vergrößern und die Lieserungen zu veimehren. Allzu steigerungsfähig dürfte diese Fabrikation um so weniger sein, als Amerika dann doch auch an seinen eigenen Bedarf denken müßte. Auch der amerikanische Gesandte in Wien abberufen. Havas meldet aus Paris: Die„Libertee“ berichtet aus Madrid, die Vereinigten Staaten hätten auch die diplomatischen Beziehungen zu Oesterreich=Ungarn abgebrochen. Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Wien, Penfield habe den Abberusungsbesehl erhalten. Er werde sich mit Gerard in Baicelona an Bord eines spanischen Dampsers einschiffen und über Kuba nach Ren. holl reisen. Graf Bernstorst auf der Rückreise. London, 7. Febr. Reuter erjährt, daß Graf Beinstoiff, das Peisonal der deutschen Botschaft in Washingion und alle deutschen Konsuln der Vereinigten Staaten am Montag Reuyork verlassen haben und über Dänemark reisen werden. Weitere Beschlagnahme deutscher Schisse. Washington, 7. Februar.(Reuter.) Rach einer Meldung aus Manila wurden in Cebu drei deutsche Dampfer, darunter die„Prinzessin Aliee“ und in Zamboung ebenfalls drei deutsche Dampfer beschlagnahmt. Die Beschlagnahme wurde von Marineossizieren auf Ansuchen der Zollbehörden vorgenommen. Einheitliche Stellungnahme der skandinavischen Staaten gegen Wilson. Dänische Absage. Kopenhagen, 7. Febr. Wilsons Aufforderung an die Reutralen, sich seinem Schritte anzuschließen, findet hier keine gute Presse. Die erste sehr hochgehende Besorgnis legte sich rasch, um einer sachlichen Ueberlegung Platz zu machen. Einstimmig wird betont von konservativer wie von radikaler Seite, daß Wilsons Aufforderung auf einer falschen Voraussetzung beruhe. Kopenhagen, 7. Feb. Zu Wilsons Rote an Dänemark faßt sich das Blatt„Politiken“ recht kurz: Es sagt, die Rote enthalte keinerlei direkte Aufforderung zum Anschluß an Wilsons Schritt, sondern lediglich eine Meinungskundgabe. Sie verlange daher nach diplomatischer Gewohnheit keine Antwort. Das Blatt teilt mit: Der Minister des Aeußern habe gestern abend eine Unterredung mit dem amerikanischen Gesandten Egan gehabt, in der er erklärt habe, die Auffassung der dänischen Regierung weiche von der Wilsons ab. Eine weitere Antwort, meint „Politiken“, verlange Wilsons Rote nicht und werde sie also auch nicht erhalten. Norwegische Preßstimmen. Christiania, 7. Febr. Zu der Rote Wilsons an die Reutralen schreibt„Astonposten“, es müsse den neutralen Staaten überlassen bleiben, einen derartigen Schritt nach den eigenen Verhältnissen zu entscheiden und nicht nach den amerikanischen Stimmungen. Die skandinavischen Länder hätten sich ihm angeschlossen, als er die Kriegführenden aufforderte, Frieden zu schließen, dagegen lägen nicht dieselben Gründe vor, wenn Wilson einen Schritt tue, der bisher immer zu einem Kriege geführt habe. Auf die letzte Rote habe Norwegen keine andere Antwort als ein bestimmtes Rein. „Socialdemokraten“ schreibt: Norwegen und die übrigen skandinavischen Länder lebten unter so gänzlich anderen Verhältnissen, daß sie sich nicht darauf einlassen könnten, Wilsons Politik zu folgen. Schwedens Antwort an Wilson. Stockholm, 6. Febr. Zu Wilsons Aufforderung an die Reutralen, sich seinem Austreten gegen die Mittelmächte anzuschließen, schreibt „Stockholms Dagbladet": Bestätigt sich diese Nachricht, kann die Welt daraus einen deutlichen Beweis für den paradoxen Charakter der Politik des Präsidenten Wilson erblicken, aus der sich die idealste Friedensbewegung mit einer so praktisch realistischen Werbearbeit für die Entente paart. Das Blatt behandelt Amerikas Haltung allgemein und betont, daß Deutschlands Schuld sederleichtwiege im Vergleich mit Englands Entschluß:„Millionen von Frauen und Kindern verhungern zu lassen, um auf diese grausame Weise für lange Zeit eine ganze große Kulturnation zu lähmen.“ Weiter habe Wilson sich in die englischen Völkerrechtsbrüche gefunden und geduldet, daß Schiffe der Vereinigten Staaten gezwungen werden, sich in dem Hasen einer kriegführenden Macht untersuchen zu lassen, daß amerikanische Waren beschlagnahmt und Postsendungen zensiert werden. Vergleiche man mit dieser Nachgiebigkeit Wiisons Eiser, die Munitionstranspotte für die Westmächte sicherzustellen, könne man sich der Gesühle nicht erwehren, daß Wilsons Handlungsweise mehr durch seine Sorge um den einträglichsten Handel, als durch seine Bestrebung, das Dölkerrecht zu wahren, bestimmt werde. Die Geschichte werde einst die Regierung der Vereinigten Staaten nicht davon freisprechen können, durch ihr Verhalten während des ganzen Deutsche Worte. Ich hab' es mir zum Trost ersonnen In dieser Zeit der schweren Rot, In dieser Blütezeit der Schufte, In dieser Zeit von Salz und Brot: Ich zage nicht, es muß sich wenden, Und heiter wird die Welt erstehn, Es kann der echte Keim des Lebens Richt ohne Frucht verloren gehn. Cheodor Storm. über England, das ein rechtes Weltgericht werden wird, hebt jetzt im vollem Umsange an, wo wir dreißig Monate im Felde stehen. Wir pflügen die Meere, wir jäten die See! Krieges den kleinen Staaten ihre mächtige Stütze vorenthalten zu haben, die sie ihren Bestrebungen nach Erhaltung ihres Lebens hätten gewähren können. Westlicher Kriegsschauplatz. Wir pflügen die Meere. Wir pflügen die Meere mit unseren Unterseebooten daß das welsche und englische Unkraut der Kriegshetzer daraus entfernt werde und aus den Wellen die Palme des Friedens emporsteige. Wir pflügen die Meere und wir jäten das Unkraut, das den Erdball umwucherte. Das Meer soll wieder zur Freiheit seines Lebens und der Friede zu seinem Recht kommen. Das muß ein Jubelstrom und ein Hurrarufen in den engen Räumen unserer Tauchboote gewesen sein, als die Führer ihren Leuten gesagt haben: „Kameraden, jetzt schaffen wir reine Bahn. Die Herren zur See sind jetzt wir, jetzt soll der Feind merken, was der Deutsche kann. Jetzt ist die Zeit der Schonung zu Ende, es geht mit Volldampf voraus, und es gibt kein Zurück. Hindenburg, der große Feldmarschall, hat gesagt, wir sollen entscheiden, wir, die Männer aus der Tiefe, und niemand soll uns in den Arm fallen. Wir sind stark und Gott ist mit uns!“ Wir pflügen die Meere in Eis und Schnee, in Wind und Wetter. Und wer dem verfluchten Albion und seinen Helfersheifern neues Kriegsmaterial in den Rachen werfen will, der muß hinuter in die Fluten. Mögen sich Milliarden schätze auf dem Meeresgrund zum Verwesen ansammeln, es scheint uns nicht Geld und Gut, wir ehen nur das große Ziel! Hussa, das wird eine wilde Jagd um das Küstengebiet des Feindes. Da stehen die großen Kriegsspekulanten in Paris, in London, in Rom, in Petersburg und harren der Schiffe, die sie mit Geld oder mit Orohungen in ihren Dienst gezwungen haben. Aber dem sind draußen auf dem Meere die deutschen Jäger auf den Fersen, ihre Hunde sind die Torpedos, die das verfolgte Wild zu Boden reißen und zur Strecke bringen. Sind die Feinde zahlreich, auch unsere Waffe verfügt über die genügenden Kräfte. Die seindlichen Heeresverwaltungen und Regierungen werden die Deutschen jetzt kennen und ihre lieben Unterlanen werden das Entbehren lernen. Wir pflügen die Meere! Dor 110 Jahren umbrausten Englands Schiffe Europa, über das der Wille Napoleons die Kontinenlalsperre verhängt hatte. Damals waren sie die Herren zur See, und wo sie einen Stützpunkt gefunden, wie z. B. auf der Insel Helgoland, da trotzten ste aller Macht des Korsen. Heute sind die Rollen getauscht, denn Englands Beherrschung des Meeres ist kein Segen, sondern ein Fluch für die Völker geworden. Das deutsche Gericht Nur in wenigen Abschnitten erhob sich insolge ungünstiger Sicht die Gesechtstätigkeit über das gewöhnliche Maß. Südwestlich von Sennheim griff vormittags eine französische Kompagnie nach statkem Feuer an, sie wurde abgewiesen und ließ mehrere Gesangene in unseter Hand. Bei ersolgreichen Erkundungsvorstößen nahe der Küste, beiderseits der Anere, an der Nordostfront von Verdun und am Patroy Walde (Lothringen) wurden 60 Gefangene gemacht, drei Maschinengewehre erbeutet. Kein Friede ohne Waffenentscheidung! Der„Berliner Lokalanzeiger“ veröffentlicht folgenden Ausspruch des Kriegsminister, General von Stein:„Die Entscheidung in diesem Kriege steht noch bevor. Nach der schnöden Abweisung des Friedensangebots unseres erhabenen Kaisers ist Kampf die Losung. Daher sollte man nicht so viel vom Frieden reden. Solches Gerede schläsert nur ein und läßt ängstliche Gemüter immer wieder nach dem Strohhalm der Friedensaussichten haschen. Es gibt keinen Fieden ohne die Waffenentscheidung. Darauf muß sich ein jeder einrichten, dort draußen im Felde und hier in der Heimat. Alles, was wir durch geistige und leibliche Arbeit unserer Däter ererbt und durch eigene Tätigkeit hinzugebracht haben, alles, was deutsch ist, bildet den Einsotz Es geht um die deutsche Arbeit auf allen Gebieten. Mag jemand reich, oder arm, vornehm oder gering, weise oder unweise sein, er hat um das zu kämpfen, was er sein eigen nennt. Wir müssen alle zusammenstehen zu einem Ziel Dieses Ziel ist der Sieg Was nutzen die besten Vorberettungen für die Einheit nach dem Kriege, wenn wir vorher vernichtet sind. Daher sind alle Kräfte an den Kampf zu setzen und die Gedanken an den Frieden ihm nachzustellen. Dünkirchen mit Bomben belegt. Ein deutsches Marine=Flugzeug belegte am 3. Februar abends die Hasen=Anlagen von Dünkirchen erfolgreich mit Bomben. Ein in einem dortigen Schuppen entstandener Brand war beim Rückflug noch weithin sichtbar. Front des Generalfeldmarschal! Prinzen Leopold. An der Beresina drangen Stoßtrupps in die seindlichen Linien und kehrten nach Zerstötung von Unterständen mit zwei russischen Offizieren, 50 Mann und 9 Minenwerfern zurück. Auch an der Bahn Kowel=Luck hatte ein Vorstoß von Sturmtrupps vollen Erfolg. Dort wurden 18 Gefangene und ein Minenwerser aus den russischen Gräben geholt. Die Petersburger Konferenz unter verstärktem Polizeischutz. Aus Anlaß der Petersburger Konserenz sind in Petersburg umfangreiche polizeiliche Absperrungen und Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden. Der unisormierte polizeiliche Schutz ist in der Stadt um rund 2000 Mann erhöht. Auch die berittenen Armeetrupps, die eigentlich zum Schutz der Residenz abkommandiert sind, wurden beson ders verstärkt. In den letzten Tagen vor der Konferenz sind Krawalle erfolgt, bei denen auch Kosaken eingegriffen haben sollen. In der Umgebung Petersburas erfolgten läglich Uebungen der Petersburger Residenzpolizei mit Maschinen gewehren. Es bestätigt sich, daß der Petersburger Polizei regelrechte Maschinengewehrpolizeitrupps beigegeben werden. Die Lage in Griechenland. Aufhebung der Blockade über Griechenland. Einer Londoner Meldung der„Rationalti= dende“ zusolge ist die Blockade über Griechenland aufgehoben worden. Ja den griechischen Häsen werden wieder Weizenladungen gelöscht. Der italienische Krieg. Der Besuch Rivelles an der italienischen Front. Der„Corriere della Sera“ bespricht den Besuch Rivelles an der italienischen Front. Das Blatt sagt: Es ist kein bloßer Akt der Höflichkeit, sondern der Besuch bezweckt sicher auch eine Ausgleichung der Gesichtspunkte und Entschlüsse der beiden Oberbefehlshaber der französischen und italienischen Acmee. Der Vernichtung einer feindlichen Kohlenflotte durch-Boote. Kriegspressequartier, 7. Febiuar. Die Wirkung des verschärsten U. Bootkrieges auf die milnärtsche Zufuhr nach Iialien beginnt sich bemerkbar zu machen. Zahlreiche Frachtdampfer sind auf drahllosen Gegenbefehl hin in die Ausgangshäsen zurück jekehrt, ohne ihre Ladung gelöscht zu haben. Andere können nicht auslaufen, da namentlich das Maschinenpersonal sich weigert, angesichts der eihöhten Gefahr den Dienst anzutreten. Eine Flotte von Kohlendampsern, die englische Kohlen für die italienischen Bahnen und Schiffe nach Jialien bringen sollte, lief zwar unter statker Eskorte englischer Torpedos aus Kadix aus und versammelte sich vor Gibraltar zum gemeinsamen Durchqueren des Mittelländischen Meeres. Die Flotte erreichte aber nur mit dem fünften Teil ihrer gesamten Tonnage den italienischen Bestimmungsort, die übrigen vierfünftel de Kohlenflotte stel unterwegs unseren .Booten zum Opfer, ohne daß die begleitende Toipedoflottille dies verhindern konnte. -Bootsarbeit. Beilin, 7. Febr. Eins unserer zurückkehrenden Unterseeboote hat außer zwei bereits durch die Pesse als versenkt bekannt gewordenen englischen Dampfern von zusammen 7500 Tonnen, noch weiterhin versenkt: Den italienischen Dampfer„Beiagno“(2252 Tonnen), den portugiesischen Segler„Minko“(500 Tonnen) und einen armierten Frachtdampfer(3500 Tonnen) im atlantischen Ozean. Ferner im Rachtangriff in den englischen Gewässern zwei unbekannte Frachldampfer von etwa 2000 bezw. 4000 Tonnen, außerdem ein Geschütz erbeutet und drei Gesangene gemacht. Versenkt wurden weiterhin nach den vorliegenden Nachrichten in der Zeit vom 5. bis 7. Februar 18 Schiffe. England hält die neutralen Schiffe fest. Londoner Meldungen zufolge darf seit der deuischen Kriegsgebieiserklätung kein neutrales (2) Der Kaiser beim Bulgarenkönig Der Kaiser hat sich am 2. Februar zum Besuc des Königs von Bulgarien mit größerem Ge solge nach Poestyn in Ungarn begeben, wo## König zur Kur wetlt. Auf dem Wege von Bahnhof zum Hotel wurde der Kaiser begeiste begrüßt. Die beiden Monarchen konferierte mehrere Stunden allein. Anschließend fand gro Abendiasel stalt, an der das beiderseitige Gesol teilnahm. Nach herzlicher Verabschiedung wur in der Nacht die Rückreise zum Hauptquartie angetreten. Am Dienstag hat der Kaiser in Baden# a. den Minister Grasen Czernin und den k. u. Botschafter in Berlin Gottsried Prinzen zu Hohenlohe=Schillingsfürst empfangen. (•) Ordensverleihungen. Der„Reichs anz.“ teilt mit: Dem bayrtschen Generallent nant Ritter von Kneußl, Kommandeur einer bar rischen Insanteriedivision, ist das Eichenlaub zun Pour le merite, dem bayrischen Ministerpräs. denten Grafen Hertling das Großkreuz des Roten Adlerordens verliehen worden. 2) Das Abgeordnetenhaus. Die nächst Sitzung des Abgeordnetenhauses findet am 13 2. nachmittags 2 Uhr statt. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Staatshaushaltsgesetzes, darunter des Ministeriums der Innern und kleinere Vorlagen. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Auch in Oesterreich Kaiserkrönung. Wie aus Wiener Hofkreisen verlautet, ist der Kaiser gewillt, sich in Oesterreich zum Kaiser krönen zu lassen. Die darauf bezüglichen Verordnungen, die auf ein Patent vom Jahre 1906 Bezug nehmen, sollen Ende dieses Mis. erscheinen Rußland. Verlobung des Kronprinzen von Rumänien mit der ältesten Zarentochter Rach einer Meldung der Berliner„Täglichen Rundschau“ aus Stockholm hat der Kronprinz von Rumänien sich während seines Aufenthaltes in Zarskoje Selo mit der ältesten Tochter des Zaren verlobt. Lekates. (Nachdruck verboten.) bleib! Du sollst mir noch von ihm— von Herrn Sewald erzählen. Du glaubst doch nicht, daß er— daß er sterben könnte?" „Bei seiner Einlieferung hielten wir ihn allerdings für einen Sterbenden. Er hatte lange auf freiem Felde gelegen, bevor er gefunden wurde, und befand sich in einem Zustande hochgradiger Erschöpfung. Aber er verfügt offenbar über eine ausgezeichnete Konstitution, und wenn sich auch bei so schweren Verwundungen nichts prophezeien läßt, schienen doch bei meiner Abreise gute Aussichten für einen glücklichen Ausgang gegeben.“ Ein tiefer Atemzug hob die Brust des jungen Mädchens. „Und wie kam es, daß er dir diesen Brief gab? Hattest du ihm denn von mir gesprochen?“ Architest Serhaßt siebe Margarete, daß mir der Alchnell Gewald tein Fremder mehr war. bin ihm hier in eurem Hause wiederholt begegnet, ehe ich vor etwa Jahresfrist die Stadt verließ. Und ich wußte, daß er deinem Bruder eng befreundet ist. Ich erkannte ihn sofort, und da war es doch selbstverständlich, daß Gurachenne uu serem früheren Zulammentreffen „Ja, ja, ich dachte nicht daran, daß ihr euch hier kennengelernt habt. Aber es setzt mich in Erstaunen, daß er schon so bald imstande war, zu schreiben.“ „So viel ich weiß, hat er auch den Brief nicht selbst geschrieben, sondern ihn einem Sanitäts=Unteroffizier dittiert. Er hatte gehört, baß ich in die Heimat zurückkehren und für kurze Zeit auch hierher kommen würde. Da war es ihm, wie er mir sagte, ein dringender Wunsch, mir diesen Gruß für dich mitzugeben.“ o entschuldigst du wohl, wenn ich den Brief jetzt lese.“ Sie öffnete den Umschlag und überflog die wenigen, von einer fremden Hand geschriebenen Zeilen, die das Blatt enthielt. Sie lauteten: auch wegen meiner augenblicklichen Hilflongkeit nicht mit eigener Hand. Herr Doktor Vollrath, der sich in wahrhaft aufopfernder Weise meiner angenommen hat, und dem ich es wohl allein zu danken habe, daß ich zurzeit noch atme, wird Ihnen vermutlich das Nähere über die Art meiner Verwundung und über den Zustand mitteilen, in dem er mich verließ. Ich dürfte mich nicht wundern, wenn Sie mich danach für einen höchst mitleidswürdigen und ganz und gar verzweifelten Menschen hielten. Und diese Meinung möchte ich nicht gerne aufkommen lassen. Wie weit ich bis jetzt von der Verzweiflung entfernt bin, mag Ihnen der Umstand beweisen, daß ich trotz vollen Bewußtseins und klarer Erkenntnis meiner höchst fragwürdigen körperlichen Verfassung von einer gewissen letzten Liebesgabe bisher keinen Gebrauch gemacht habe. Meine Dankbarkeit für diese Gabe aber ist darum wahrlich nicht geringer geworden. Und wenn ich mir zuweilen recht lebhaft denjenigen Grad von Genesung wünsche, auf den ich mir als ein halber Mensch überhaupt noch Hoffnung machen darf, so ist es hauptsächlich deshalb, weil ich der Spenderin jenes wundersamen Trostmittels gerne persönlich sagen möchte, einen wie unschätzbaren Dienst sie mir in meines Lebens schwersten Stunden geleistet hat. § Annen, 8. Februar.(Bestrafung zweie Landgemeinden wegen Butterverweigerung.) Eiprobates Mittel hat der Landrat des Kreise Kreuzburg, von Baerensprung, ergriffen, um die Anlieserung von Butter zu erzwingen, indem die Gemeinden bestraft hat. Das ergibt sich aus folgender Bikanntmachung:„Ich habe mich zu meinem Bedauern veranlaßt gesehen, die Gemeinden Oberellauth und Oberkunzendorf bei de Verteilung von Zucker und Beleuchtungsmittel (Peiroleum, Spirttus usw.) solange auszuschließen bis sie ihrer Verpflichtung zur Ablieferung de vorgeschriebenen Buttermengen zegelmäßig un restlos nachkommen. Ich bringe dies zur Kenninialler Kreiseingesessenen und erwarte, daß ein Wiederholung dieser von mir nur widerstreben angewandten Maßnahme nicht nötig sein wird um die Landwirte an ihre vaterländische Pflich zu erinnern.“ § Annen, 8. Febr.(Ein neuer Ehrenta für uns daheim.) aus den wir uns schon vorbe reiten wollen, steht am 15 Februar bevor, a dem bekanntlich eine Erhebung über Brotgetreid „Verehrtes gnädiges Fräulein! Ihr Herr Vetter fragte mich, ob ich ihm etwas für Sie aufzutragen hätte. Das gibt mir den Mut, Ihnen zu schreiben— wenn In tiefster Verehrung Ihr Bernhard Sewald.“ Langsam faltete Margarete den Brief wieder zusammen, und als sie dem Vetter jetzt das Gesicht zukehrte, war von der tiefen seelischen Erschütterung nichts mehr darauf zu leten. „Herr Sewald spricht in seinem Schreiben von dir in Ausdrücken höchster Anerkennung und tiefsten Dankes. Es scheint, daß du da draußen wirklich wie ein rettender Engel gewirkt und gewaltet hast.“ „Ich habe versucht, meine Pflicht zu tun,“ wehrte er mit Entschiedenheit, ja mit einem Klang von Schroffheit ab,„und das tut jeder andere auch. Es ist leider wenig genug, was unsereins zu tun vermag. Ja, es ist beinahe nichts.“ „Und deine beiden Eisernen Kreuze? Hast du auch die für nichts und wieder nichts bekommen?“ „Ich habe sie bekommen,“ sagte Heinz, „weil mir der Zufall die Gelegenheit gab, etwas zu tun, was anderen als etwas Außerordentliches erschien, weil es ihnen gerade in die Augen fiel. Aber ich gebe dir die Versicherung, daß Hunderte und Tausende unendlich viel Größeres getan haben, ohne daß sie auch nur ein Wort der Anerkennung dafür geerntet hätten. Nicht weil man in der Verteilung der Belohnungen und Ehren parteiisch verführe — davon kann selbstverständlich nicht die Rede sein—, sondern einfach, weil ihre Handlungen nicht bemerkt wurden, oder weil sie ihr Heldentum längst mit dem Tode besiegelt hatten, als man davon erfuhr. Die unbetohnten und unberühmten, die stillen Helden dieses Krieges, die sind es, die unsere Bewunderung und Verehrung, unsere unauslöschliche Dankbarkeit verdienen. Und über den Glücklichen, die stolz ihre Dekorationen zur Schau stellen dürfen, sollen wir wahrlich der Kameraden nicht vergessen, die ungenannt draußen in den Massengräbern schlummern. Die hölzernen Kreuze in Flandern und in der Champagne, oder wo immer sie sonst von ungeschickten Soldatenhänden kunstlos aufgerichtet sein mögen, sie künden des Ruhmes mehr, als die Eisernen— so wenig ich einem von denen zu nabe treten möchte, die mit ihnen geschmückt worden sind. Er hatte sich immer mehr in eine echte und tiefe Bewegung hineingesprochen, und immer größer, immer erstaunter waren die Mädchenaugen geworden, die an seinen Lippen hingen. Sie glaubte ihn ja so gut zu kennen, diesen Vetter, mit dem sie eigentlich nur durch ziemlich lockere Verwandtschaftsbande verknüpft war. Wenigstens hatte sie in ihrem Leben Gelegenheit genug gehabt, ihn kennen zu lernen. Ihr Vater war dem früh Verwaisten schon in seinen Knabenjahren ein getreuer Führer und Wohltäter gewesen. Auf seine Kosten war Heinz Vollrath in dem Internat eines berühmten Lehrinstituts erzogen worden, und auf seine Kosten hatte er auch studiert. Da hatte es natürlich nicht ausbleiben können, daß er sehr oft im Hause des großmütigen Oheims erschien. Und immer hatte er dort die freundlichste Aufnahme gesunden. Die kleine Margarete aber hatte niemals eine rechte Zuneigung für den hoch aufgeschossenen Vetter fassen können. Er war ihr zu steif und zu ernst gewesen. Es hatte ihm ganz und aar an Talent gefehlt, auf ihre übermütigen Launen einzugehen, und— was sie ihm besonders verübelt hatte— es war ihr niemals gelungen, ihn durch ihre Neckereien aus seiner Ruhe zu bringen. Ueber seine immer gleiche bescheidene Freundlichkeit hatte sie sich als Kind vielleicht am allermeisten geärgert. Und als sie zum Backfisch herangewachsen war, hatte sich ihr Verhältnis zu ihm eher verschlechtert als verbessert. Denn jetzt war seine Bescheidenheit zur offenkundigen Schüchternheit, seine Steifheit zur beinahe lächerlichen Unbeholsenheit geworden. Und nichts ist einem Backfisch unausstehlicher als ein schüchterner, unbeholfener junger Mann. Sie dachte jetzt zuweilen mit tiefer Beschämung daran zurück, wie ungezogen sie oftmals gegen ihn gewesen war, ohne daß er ihr je auch nur die kleinste Veranlassung dazu gegeben, oder daß er es ihr je auch nur im geringsten nachgetragen hätte. Nur eine gewisse Traurigkeit hatte sie manchmal in seinem Gesicht wahrzunehmen geglaubt, wenn sie ihm durch ihr geringschätziges Benehmen zu verstehen gegeben hatte, wie langweilig und unerwünscht ihr seine Gesellschaft sei. Und es brannte sie wie bittere Reue, wenn sie sich heute sagen inußte, daß diese Wahrnehmung ihr jedesmal ctwas wie Genugtuung und triumphierende Freude bereitet hatte. Aber das waren nur die Ungezogenheiten eines unreifen Backfischchens gewesen, und sie hatten bald ein Ende gehabt. Als aus der Fünfzehnjährigen eine Siebzehnjährige geworden war, hatte Heinz Vollrath keine Veranlassung mehr gehabt, sich über unsreundliche oder geringschätzige Behandlung von seiten seines Bäschens zu beklagen. Sie war gegen ihn vielmehr genau ebenso liebenswürdig gewesen, wie gegen jeden andern, der als Gast in ihres Vaters Haus kam. Und wenn es trotzdem zu keiner eigentlichen Freundschaft zwischen ihnen gekommen war, so hatte die Schuld jetzt vielleicht mehr an dem jungen Mediziner gelegen als an ihr. Fortsetzung folg 2. Tchllangs sTematurt Mehl, Gerste, Kommunalverb findet, aus der Brotration en ein Ehrentag werde, ist es e wissenhaftigkeit zu machen. Vorbereitung telaufnahme se täglichen Tisch seiern! S Annen hat gestern na öffnet und zwa fähr 50 Kinder sich eingesunder unter der Leit wiesen. In lie schienen, die an durch die in Le wertvolle Erfah eisrig bemüht w den Kindern ei grütze mit Kaker krefflich gemun nachmitlag bes. gonnen wurde, Das verrieten sichter und die Kinderaugen lei Mädchen und doch herzlichen und die Fragei mäßigen Einle waren. Heute Tatkraft und wird, das Eine Kinderhorte un ten und mit a verwirklichten segensreich doppelt notwen Stück prakt gewiß von viel begrüßt werder hort in der Ark Vorbach sind d folgt, daß man Kinderhort zu daß die Kinder an allen Woch sicht der Eltern bringenden Aus Schularbeiten kaner Arbeit zu wird zweisellos auch den Fam Dienst erwiesen. die Leiterinnen die sich dieser resse widmen, d Pälsekel Agkeit gewi § Annen Ja der Racht hiesigen Werk heiterin Halwas eines Koksfeue und sie zur Ar die Kleider, au lich in Flamm eilten sofort zu den Kleider mi unmittelbar dar weil die Arbei das schwerste## ins Wittener laßt.— Aufe wurde uns mit H. erheblich sei als hoffnungsl. § Annen dertjährige Ka sich bisher nur scheint diesmal für den 6. Fel Kälte, daß die würden. Ung Tag in der T kung, die der hatte, Gott sei treten ist. Abe oder gar noch scheinlich seind empfehlen, Vor Kartoffeln zu! lebt, daß der lingswehen zu Grade den Ra Monat, verdier wäre es gewest Regel beobacht Dingen!“ stets vorrätig bei Fritz Kuching, Buchhandlung. § Annen bote.) Es geh in jedem Jahr Februar tigen! Antlitz bei uns gehabt hat, eine und wunschgem wahrheitsgetreu lingsboten„in lings“. Densel verzeichnen. Rüdinghausen, Kunde als Zeid duntfarbigen S# Bulgarenkönig ruar zum Besuch nit größerem Ge begeben, wo d dem Wege von r Kaiser begeisten chen konferierte ließend fand groß iderseitige Gesolg bschiedung wurd im Hauptquartie iser in Baden## und den k. u. k Zinzen zu HohenDer„Reichs hen Generalleut# andeur einer barh Eichenlaub zun n Ministerpräst. ßkreuz des Roten ius. Die nächste s findet am 13 der Tagesord. des Staatshauskinisteriums der 17. erkrönung. en verlautet, ist reich zum Kaiser bezüglichen Verom Jahre 1906 Mis. erscheinen inzen von Zarentochter Berliner„Täg 1 hat der Krond seines Aufentältesten Tochter estrafung zweie veigerung.) Eial des Kreisen zriffen, um dingen, indem ergibt sich aus habe mich z ehen, die Genzendorf bei desuchtungsmittel auszuschließen Ablieferung dei egelmäßig und es zur Kenniniz arte, daß ein widerstreben ötig sein wird ändische Pflich neuer Ehrenta s schon vorb nar bevor, an er Brotgetreide sütigen Lauihm besonihr niemals n aus seiner nmer gleiche sich als Kind t. Und als war, hatte verschlechtert idenheit zur Steifheit zur geworden. ausstehlicher nger Mann. Beschämung oftmals geihr je auch u gegeben, geringsten isse Traurigesicht wahrn durch ihr rstehen geierwünscht brannte sie seute sagen ir jedesmal mphierende zogenheiten n, und sie Is aus der iige geworine Veransreundliche von seiten war gegen würdig geals Gast wenn es reundschaft hatte die em jungen folg ung. Mehl, Gerste, Haser und Hülsenftüchte bei den Kommunalverbänden und bei den Erzeugern stattfindet, auf deren Grund über die Zuteilung der Brotration entschieden werden soll. Damit es ein Ehrentag für die deutsche Opserwilligkeit werde, ist es eine Ehrenpflicht im Dienst der Gewissenhaftigkeit, überall die genauesten Angaben zu machen. Und darum ist die rechtzeitige Vorbereitung angebracht. In dieser Lebensmittelaufnahme soll die Kriegsorganisation für den täglichen Tisch ihren ganz besonderen Triumph selern! § Annen, 8. Febr.(Der Hilfsausschuß) hat gestern nachmittag den ersten Kinderhort eröffnet und zwar im evang. Vereinshaus. Ungefähr 50 Kinder, Knaben und Mädchen, hatten sich eingesunden und wurden von den Damen unter der Leitung von Frau Heinemann unterwiesen. In liebenswürdiger Weise war auch die Lehrerin Frl. Klostermann aus Langendreer erschienen, die auf dem Gebiete der Kinderfürsorge durch die in Langendreer bestehenden Kinderhorte wertvolle Erfahrungen gesammelt hat und gestern eisrig bemüht war, überall zu helfen. Zuerst wurde den Kindern eine schmackhaste Suppe aus Hasergrütze mit Kakes gereicht, die den Kleinen ganz vorkrefflich gemundet hat. Von allem, was gestern nachmitlag besprochen und mit den Kindern begonnen wurde, war die Suppe das Wichtigste. Das verrieten die freudigen und lebhaften Gesichter und die stille Dankbarkeit, die aus den Kinderaugen leuchtete. Und wie ausmerksam die Mädchen und Jungen nach diesem kleinen aber doch herzlichen Imbiß den Anweisungen folgten und die Fragen beantworteten, die zur zweckmäßigen Einleitung der Einrichtung erforderlich waren. Heute läßt sich, wenn mit der nötigen Tatkraft und mit liebevollem Interesse gearbeitet wird, das Eine schon bestimmt feststellen, daß die Kinderhorte unter den gleich im Anfang geplanten und mit anerkennenswerter Entschlossenheit verwirklichten Doraussetzungen eine durchaus segensreiche und in der gegenwättigen Zeit doppelt notwendige Einrichtung sind, die ein Stück praktischer Arbeit darstellen und gewiß von vielen Familien dankbar und freudig begrüßt werden. Heute wird auch der Kinderhort in der Ardeyer Schule eröffnet, und aus der Vorbach sind derartig zahlreiche Anmeldungen erfolgt, daß man für diesen Beziek ebensalls einen Kinderhort zu errichten geplant hat. Dadurch, daß die Kinder während der Nachmittagsstunden an allen Wochentagen außer Samstag der Aufsicht der Eltern nicht bedürfen, sondern zur nutzbringenden Ausgestaltung der freien Zeit in ihren Schularbeiten unterwiesen werden und nach getaner Arbeit zu allerlei Spielen Anregung finden, wird zweisellos nicht nur den Kindern, sondern auch den Familien ein nicht zu unterschätzender Dienst erwiesen. Die Leitung des Hilfsausschusses, die Leiterinnen und Helferinnen der Kinderhorte, die sich dieser Aufgabe in vaterländischem Interesse widmen, dürfen des Dankes und der allgemeinen Anerkennung für ihre uneigennützige Tätigkeit gewiß sein. § Annen, 8. Februar.(Schwer verbrannt.) In der Racht zum Mittwoch legte sich auf einem hiesigen Werk in der Nachtpause die Fabrikarheiterin Halwas, um sich zu wärmen, in die Nähe eines Koksfeuers. Als die Pause zu Ende war und sie zur Arbeit zurückkehren wollte, gingen die Kleider, auf die Funken gefallen waren, plötzlich in Flammen auf. Mehrere Arbeiterinnen eilten sofort zur Hilfe und begossen die drennenden Kleider mit Wasser. Aerztliche Hilse mußte unmittelbar darauf in Anspruch genommen werden, weil die Arbeiterin H. am ganzen Körper auf das schwerste verbrannt war. Die Ueberführung ins Wittener Krankenhaus wurde sofort veranlaßt.— Auf eine Anfrage beim Diakonissenhaus wurde uns mitgeteilt, daß die Brandwunden der H. erheblich seien, daß der Zustand aber nicht als hoffnungslos gelte. § Annen, 8. Febr.(Die Kälte.) Der hundertjährige Kalender, nach dessen Voraussagen sich bisher nur abergläubische Gemüter richteten, scheint diesmal Recht zu behalten. Er prophezeite für den 6. Februar 1917 eine so ungewöhnliche Kälte, daß die Kartoffeln in den Kellern erfrieren würden. Ungewöhnlich kalt war es an diesem Tag in der Tat, wenn auch die schlimme Wirkung, die der Hundertjährige in Aussicht gestellt hatte, Gott sei dank bis jetzt noch nicht eingetreien ist. Aber wenn der statke Frost anhält oder gar noch zunimmt, was allerdings unwahrscheinlich sein dürste, dann wird es sich dringend empfehlen, Vorsorge gegen ein Erftieren der Kartoffeln zu treffen. Roch selten haben wir erlebt, daß der Fevruar, der sonst schon Vorfrühlingswehen zu bringen pflegt, in solchem Grade den Ramen„Hornung“, der hörnerne Monat, verdiente, wie in diesem Jahre. Besser wäre es gewesen, wenn der Winter die alte weise Regel beobachtet hätte:„Maß halten in allen Dingen!“ § Annen, 8. Febr.(Der erste Frühlingsbote.) Es gehört zu den Ueberlieferungen, daß in jedem Jahr im Januar, bestimmt aber im Februar irgend jemand mit freudestrahlendem Antlitz bei uns erscheint, der das sabelhaste Glück gehabt hat, einen Schmetterling zu sangen. Pflichtund wunschgemäß berichtet dann die Zeitung als wahrheitsgetreuer Chronist von dem ersten Frühlingsboten„in Gestalt eines munteren Schmetterlings“. Denselben Fall haben wir auch heute zu verzeichnen. Herr Hch. Dreverman, wohnhaft Rüdinghausen, überbrachte uns in der Mittagsstunde als Zeichen des nahenden Frühlings einen buntfarbigen Schmetterling, dessen Fang er bei der Zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen Amerikas zu Deutsch(land. Oberes Bild: Präsident Woodrow Wilson, der in seiner Rede an den amerikanischen Kongreß vom 3. Februar den amerikanischen Sta issekreicht Lansing (Bild in der Mitte rechts) beaustragte, dem deutschen Botschafter Grasen Bernstoiff in Washingion mitzuteilen.(Bild links), daß die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland abgebrochen sind. Unteres Bild: Der amerikanische Botschafter E Gerard in Berlin. MAischih Calhinhg augenblicklichen grimmigen Kälte als besondere Seltenheit zu schätzen wußte. § Annen, 8. Febr.(Bauernregeln für den Februar.) Lichtmeß Schner, Ostern im Klee.— Wie das Wetter in der Nacht vor Petri Stuhlseier(22. Februat) ist, soll es 14 Tage lang sein.— Sonnt sich der Dachs in Lichtmeßwoche, geht auf 4 Wochen er wieder zu Loche.— St. Maithias kalt, die Kälte lang anhalt.— Hestige Nordwinde im Februar, vermelden ein fruchtbares Jahr; wenn der Nordwind aber im Februar nicht will, kommt er aber sicher im April. § Annen, 8. Februar.(Besörderung.) Der Unteroffizier Wilhelm Maiweg wurde zum Vize Wachtmeister im 3. Garde=Feidartillerie=Rgt. Ersatz= Abtlg. besördert.— Sein Bruder, der Gefreite Hermann Maiweg wurde zum Un teroffizier bei dem Schallmeßtrupp eines Feidartillerieregiments befördert. —(Das Eiserne Kreuz) erhielt für besondere Tapserkeit vor dem Feind der Gesreite Andreas Büttner, gebürtig von Annen, im InsanterieRgt. Nr. 115. —(Der Landwirtschaftliche Lokal=Verein) hält li. Inserat in voriger Rummer heute abend eine Versammlung ab. Oespel, 7. Febr.(Zum Gefreiten besördert) wurde der Telegr. Paul Lutz zu Oespel, Bahnhofstraße 15. Kley, 7. Febr.(Examen bestanden.) Frl. Klara Müller, Tochter des Herrn Rektor Müller, bestand am Seminar in Bochum das Lehrerinnenexamen. Provinzielle Nachrichten. Schwerte, 4. Februar.(Die älteste Einwohnerin unserer Stadt), die an der Hörderstraße wohnende Witwe Hegemann, ist gestern im hohen Alter von 99 Jahren gestorben. Die Greisin erfreute sich noch bis in die letzten Tage hinein großer körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische. Westhofen, 6. Febr.(Todesfall.) Amtmann Graf von Haslingen, der bis 1904 als Amtmann hier wirkte, dann nach Meinerzhagen veisetzt wurde, wo er bis 1912 tätig war und dann in den Ruhestand trat, ist im Alter von 67 Jahren zu Honnef a. Rhein gestorben. Hattingen, 5. Febr.(Straßenbahnunglück.) Gestern nachmittag juhren zwei aneinandergekoppelte Motorwagen mit großer Geschwindigkeit führerlos und unbesetzt die abschüssige Hepperstraße hinab, sprangen aus dem Geleise und rissen ein Haus zum Teil um. Die Wagen sind stark beschädigt. Verletzt wurde ein Dienstmädchen in dem beschädigten Hause. Die Ursache liegt darin, daß ein Mädchen, auf dem Vorderwagen mit Putzen beschäftigt, die Biemse löste. Das Mädchen konnte sich durch Abspringen retten. Essen, 7. Febr.(Pocken.) Die städtische Polizeiverwaltung gibt bekannt, daß in der Stadt Essen mehrete Fälle von echten Pockn amtlich festgestellt worden sind. Zur Berhütung und Weiterverbreitung sind alle Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Um der Einwohnerschaft Gelegenheit zu geben, durch Impsung sich wirksam gegen Pockeneikrankungen zu schützen, werden unentgeltliche öffentliche Impstermine eingerichtet. Bei Pockenerkrankungen besteht bekanntlich Anzeigepflicht. Als pockenverdächtige Erkrankungen gelten zurzeit auch Windpocken. Paderborn, 7. Febr.(Schwerer Unfall einer Personenpost) Aus Paderborn wird geschrieben: Insolge der Eisglätte ist die Personenpost nach Hörstel einen Höhenabhang hinabge stürzt und umgefallen. Alle sechs Fahrgäste des Postwagens wurden verletzt, davon zwei schwer. Der Postwagen wurde zerkrümmert. Warendorf b. Münster, 7. Febr.(Hamsterei und Wucher.) Im Münsterland geht die Polizei gegen Lebensmitzelwucherer scharf vor. So gelang es ihr z B. gestern im benachbarten Harsewinkel bei zwei Händlern 31 Schinken, 280 Würste, 28 große Speckseiten, so wie große Mengen anderer Fleischwaren zu beschlagnahmen. Man sand die Vortäle in eigens zu diesem Zwecke in die Kellerböden eingemauerten Räume. Ein ähnlicher Fall wurde vor kurzem im benachbarten Beelen aufgedeckt, wo ein Mann einen schwunghasten Handel mit frischen Fleisch unterhielt. Cronenberg, 5. Febr.(Eine eigenartige Stistung) hat ein ungenannt sein wollender Bü der Stadt gemacht. Er übergibt der Siadt 25.000 Mark mit der Bestimmung, oaß dieses Kopital zu 5 Prozent verzinst würde und jäh lich 1 Pozent= 250 Murk der Gemeinde zu beitebigen Verfügung stehen solle. Die anderen Zinsen sollen zum Kapstal geschlagen werden bis zum Jahre 1992, und das bis dahin angewachsene Kopttal nach Abzug der 25000 Mark den Kindern bezv. Kindeskindern die Geschenkgebers ausgezahlt werden. Das Stammkapttal von 25000 Mack soll alsdann der Stadt anheimfallen. Die Stadtverordneten beschlossen, die Stiftung, die den Ramen „-Stistung" trägt, anzunehmen; sie behlelten sich aber vor, in der Verzinsung freie Hand zu behalten. Neues aus aller Welt. 1000 Menschenopfer eines Erdbebeus. Wie„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ aus Sorabaja meldet, sind bei dem Erdbeoen auf der Sunda-Insel Rali(östlich von Java) meyr als 1000 Peisonen umgekommen. 28 Grad Kälte in Schlesien. Wie ein Telegramm dem„Berl. Lokalanz“ meldet, seien in Hirschberg im Rtesengebirge Dienstag nacht 28 Grad Kälte festgestellt worden. 200 Dampfer im Kattegat festgefroren. Infolge der ungeheuren Kälte ist die Schifffahrt im Kattegat vollständig zum Sillstand gekommen. Allein zwischen Aaihus und Jomfruland liegen 200 Dampfer im Eise festzefroren. Zwischen Skagen und Dinga liegen weitere 27 Dampfer im Eise fest. * — Von einem Schutzmann niedergeschossen wurden in Berlin=Moabit zwei Arbeiter. Zwei Brüder verursachten in einem Witehaus so großen Streit, daß zur Schlichtung Schutzleute herangerusen werden mußten, die den Hauptruhestörer abführten. Eine ganze Anzahl Burschen solgte den Schutzleuten. Als der Bruder des Abgeführten auf einen Schutzmann eindrang. machte dieser von seiner Dienstwaffe Gebrauch und verletzte den Angreiser schwer. Die Kugel traf auch einen Mitbeleiligten, der, im Ohr getroffen u schwer verletzt, sortgeschafft werden mußte. — Ein„Munitionstransport“ erregte in Berlin nachts auf der Straße die Aufmerk samkeit von Schutzleuten. Mehrere Arbeiter transportierten Kisten auf einem Handwagen, sie wollten Munition befördern aus ihrer Fabrik, da Mangel an Fuhrwerk sei. Das glaubte man ihnen nicht. Und siehe da, die Munition hatte sich beim Offnen in ein geschlachtetes Schwein verwandelt, das in einem Vorort gestohlen war. — Auf der Kanzel vom Schlagegerührt. Ein rascher Tod ereilte in Schieusingen den Geist lichen des Kirchspiels St. Kilian, Pastor Edmund Retdholdt, der fast 32 Jahre in der Gemeinde ersprießlich wirkte. Bei Gelegenheit des Festgottesdienstes zu Kaisers Geburtslag traf den Geistlichen ein Schlaganfall während der Predigt. Mit eiserner Willenekraft beendete er mit gebrochener Stimme die Predigt, mußle von der Kanzel getragen werden, und an den Folgen dieser schweren Eckrankung ist er jetzt im Alter von 57 Jahren gestorben. — Des Gatten= und Vatermordes geständig waren nach längerem Leugnen die Frau, zwei Töchter und ein Sohn eines Schafmeisters in Stolp. Die vier Angeschuldigten waren schon lange mit dem Gedanken umgegangen, den Gatten und Dater aus dem Wege zu schaffen. In der Neujahrsnacht zertrümmerte die Frau mit einer Axt den Schädel ihres schlasenden Mannes, während die Töchter mit der brennenden Lampe dazu leuchteten. Der Sohn halte während der grausigen Tat ruhig neben dem Dater im Bett gelegen. Die Spuren wurden verwischt, aber doch nicht so, um den Anklageschritt unwirksam zu machen. Das Stolper Schwurgericht wird über die Täter das Urteil sprechen. — Ein Schulknabe erfroren. Der seit einiger Zeit vermißte Schulknabe Hudel aus Jena, der zum Rodeln gegangen, aber nicht zurückgekehrt war, ist jetzt zwischen Takstein und Kunitz eingeschneit, auf seinem Schlitten sitzend, tot ausgesunden worden. Wahrscheinlich hat sich das Kind aus dem Heimwege verirrt, ist ermattet eingeschtafen und dann erfroren. Verschiedenes Auf, nach Schwabenland. In einer ihrer letzten Rummern bringt die Frankfurter Zeitung folgendes verlochendes Heiratsgesuch: Eheglück: Welch edle Dame mit ideal geschästlichen, ruhigen, aufrichtigen Charaktereigenschaften und größerem Vermögen bietet mir ein gemütliches Heim? Alter und Religion ist gleichgültig. Suchender ist gemütlicher Schwabe, 41 J. a. und besitzt angenehmes Aeußere und gutes Einkommen. Wohne im gemütlichen Schwabenlande, wo Milch, Butter und Honig fließt und keine Kriegsnot und Teuerung herrscht. An Angeboten von edlen Damen wird es dem Schwaben, der mindestens so pfiffig wie gemütlich ist, ohne Zweisel nicht mangeln. Elefanten im Dienste der Zeitung. Der Verlag des„Berliner Tageblatts“ hat mit Hagenbeck ein Abkommen getroffen, wonach ihm dieser vier seiner Elesanten mit den dazu gehörigen indischen Führern zur Hinschoffung der für den Druck des Blattes nötigen Papiermasse zur Verfügung stellt. Gestern morgen erregte die neue Beförderungsart— drei Elesanten mit starken Riemen als Zugtiere eingespannt, der vierte mit seiner breiten Stirn den Wagen schiebend— in den Straßen Berlins viel Aufsehen. Neueste Nachrichten. Einberufung deo Reichotages. Berlin, 8. Febr. Der Reichstag ist soeben ielegraphisch zu einer Sitzung auf Donnerstag, den 22..br., nachmittags 3 Uhr einberufen worden. Die Tagesordnung der ersten Sitzung wird vom.äsidenten Dr. Kaempf noch später mitgeteilt werden. Neue Taten der Möve 2. Amsterdam, 7. Febr.(Drahtb.) Wie aus Digo gemeldet wird, hat der holländische Dampser„Samarita“ aus Rotterdam, der gestern Abend in Digo eingetroffen ist, die Ueberlebenden von folgenden untergegangenen Dampfern gelandet: 89 Mann der Besatzung und 7 Passagiere des englischen Dampsers„Port Adelaide“, 27 Personen des norwegischen Schiffes„Norgsanga“. 17 Personen der norwegischen Bark„Wasdale“. 1856 Tonnen, 22 Personen des norwegischen Schiffes„Regal“, 892 Tonnen.„Samarita“ landete diese Ueberlebenden in verschiedenen Häsen. Mit Bezug aus obige Meldung stellt die englische Admiralität die in einem anderen Telegramm gemachte Angabe in Abrede, daß diese Schiffe an der brasilianischen Küste gesunken seien. Deutscher Abendbericht. Berlin, 7. Febr., abends.(Amtlich.) An allen Fronten nur mäßige Gesechtstätigkeit. Dem Angriff eines englischen Fliegergeschwaders auf Brügge fielen durch Treffer in eine Schule eine Frau und 16 belgische Kinder zum Opfer. Militärischer Schaden wurde nicht verursacht. Keine Schweakung der Neutralen zur Entente. Graf Tisza machte, wie der Dossischen Zeitung berichtet wird, in den Beratungen mit seinen Parteigenossen die Mitteilung, daß noch vor Absendung der letzten deutschen Rote von den Zentralmächten mit den neutralen Staaten Europas Fühlung genommen wurde, und daß man auf Grund dieser Fühlungnahme als sicher annehmen könne, daß die europäischen Reutralen keine kriegerische Aktion gegen die Zentralmächte unternehmen würden. Absage Südamerikas an Wilson. Berlin, 8. Febr. Rach hier vorliegenden Nachrichten lehnen die Südamerikanischen Staaten es ab, sich dem Vorgehen Wilsons anzuschließen. Sie werden sich vermutlich mit einem Protest gegen die deutsche Sperrgebietserklärung begnügen. Ein vielversprechender Anfang. Der„Täglichen Rundschau“ zufolge lasse sich nach holländischen Schätzungen das Ergebnis des ersten Tages des verschätften U Bootkrteges auf## 40000 bis 42000 Tonnen berechnen. Gecho englische Dampfer in die Luft geslagen. Christiania, 8. Februar. Wie die Geretteten des norwegischen Dampsers „Argo“, der nach einer Tagesreise von Hull am 18. Januar auf eine Mine gelausen ist, aussagten, sind an demselben Vormittag 6 enge lische Dampfer an derselden Stelle in die Luft geslogen. Die Minen wären deutsche gewesen und in der Racht vorher ausgelegt worden. Ingend-Kompagnie Annen. Samstag, den 10 Februar Antreten 7½ Uhr, Abmarsch 7½ Uhr kleine Felddienstübung.(Ohne Gewehr, Mantel ist anzulegen.) Es wird erwartet, daß sämtliche Jungmannen pünktlich antreten. Breitag fällt der Olenst aus. Die Leiter. ∆ Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres guten Vaters sage ich allen namens der Hinterbliebenen innigsten Dank. Frau Karl Büttner und Kinder. ANNEN, 7. Febr. 1917. Sreiwinliger Hilssausschuß, — Annen.— Sonntag, den 11. Februar, nachm. 5 Uhr, im Saale des Herrn Helle Vortrag Girektors Grüßner von der Landwirtschaftlichen Winterschule zu Unna über: Gartenbau und Gartenbestellung. Alle Garten= und Grundbesitzer sowie die Mitglieder des Hilfsausschusses werden hierzu dringend und herzlich eingeladen. Der Vorstand. Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß men vom Liebsten, was man hat, muß scheiden. Gestern morgen 7½ Uhr entschlief plötzlich und unerwartet unser liebes Söhnchen im Alter Wochen. von 6½ " 4sscut), 9 S S90s TABLEITEN Um stille nahme bitten TeilAnordnung. ANNEN, den 8. Februar 1917. Wilheim Diedrichs und Frau Louise geb. Albrecht. Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 3½ Uhr vom Trauerhause, Moltkestraße 64, aus statt. Vorkommnisse der letzten Zeit geben mir Veranlassung zu folgendem Hinweis: „Wer Briefe oder Schriftstücke von Kriegsgefangenen annimmt und versucht, sie auf irgend eine Weise nach dem Ausland weiterzube endet Wybert=Tablet fördern— etwa in BriefenS an die Front als und Paketen an die triegs= gefangenen Deutschen im Ausland— tritt in unerlaubten Verkehr mit den Gefangenen und wird nach Ziffer 9 der Verordnung vom 27. November 1914 mit Gefängnis bis zu einem Jahre, beim Vorliegen mildernder Umstände mit Haft oder mir Geldstrafe# bis zu 1500 Mk. bestraft. Unter Umständen machen sich die Betreffenden dabei sogar der Beihilfe zum Landesverrat schuldig und haben Bestrafung wegen dieses Verbrechens zu gewärtigen. Münster, den 25. Januar 1917. Der kommandierende General: Frhr. von Gayl. s schützen unsere Krieger S vor Erkältungen. Sie löschen den Durstz sie er. S frischen auf dem Marsche. Feldpostbriefe mit WydertTabletten kosien in # alen Apotheken und Orogerien S M..-— 0in M..—. Summmmamunnunununmunmnnnunshe #. Union=Restaurant, Annen. Am Sonntag, den 11. Febr. er. veranstalte ich in meinen großen Saallokalitäten einen großen Theaterabend verbunden mit Kuisero= Gevurtstagsfeier zum Besten des Kriegsliebesdienstes unter güt. Mitwirk, des Theatervereins Sanssouci, Witten. Zur Aufführung gelangt: 1. Der Blumenstrauß, Singspiel in 1 Akt. 5 2. Der Zuchthäusler, Volksstück in 1 Aufzug. 3. Die Großzmutter im Schilderhaus. Militärschwank in 1 Akt. Kassenöffaung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Karten im Vorverkauf 50 4, a. d. Kasse 60 4l. Für gute Getränke und gut geheizten Saal wird bestens gesorgt. 8 Kaleske, Unionrestaurant, Wittenerstraße. In Ergänzung meiner Anordnung vom 3. August 1916, betreffend den Verkehr mit Geife, Seifenpulver und anderen fetthaltigen Waschmittein, bestimme ich noch folgendes: 1. Jeder, der im Kleinhandel Seife abgibt, hat ein Lagerbuch über seine am 1. jeden Monats vorBalker. Artillerie-Verein Annen. Sonntag, den 11. d ., abende 6 Uhr Honats-Versammlung. Tagesordnung wird bekannt gegeben. Zur Verhütung der Ein= Der Vorstand schleppung und der Gefahr der Verbreitung von Pockenerkrankungen ordne ich hiermit an, daß unntmüchung 300 bis 400 Jacken-Kleider in modernen Formen aus guten Stoffen 49 M 69 M 85 M 105 M — bis zu 250 Mk.— Schon jetzt Eingang der Frühjahrsnenheiten. Blank, Witten am Markt. alle in staatlichen und pri4. vaten KriegslieferungsbeAnnener Krieger. Verein. Lagerbuch über seine am 1. jeden Monats vor Für die Zeit vom 4. vaten Kriegslieferungsbehandenen Bestände an Seife, Seifenpulver und Febr. bis 10. Februar 1917 trieben Beschäftigten, die in anderen fetthaltigen Waschmitteln zu führen. werden auf den Kopf der nicht.... Johren 3. Jede im Laufe des Monats stattfindende An= Bevölkerung sind, sich einer S chußlier in in Verzeichnis einzutragen. Die bei der 60 Gr. Auslandsbutter po ckeni m z hean 6 zu Monats= Versanmlung Weise zu sammeln und zur Einschtnahme des 8e5 Vorlage der Spesefett=behörden, die zur Durch=ssotgs. 4 Uhr im Vereins. Ueberwachungsbeamten jederzeit zur Verfügung karten in den hiesigen flassen de Inpfung er=toüal D. Helte **** Butterhandlungen verkauft. seisten Folge zu! Oer zu halten. 3. Die bei der Abgabe von Seife usw. erhaltenen Abschnitte der Seifenkarte sind sorgfältig aufzubewahren und wie bereits in meiner Anordnung vom 3. August 1916 bemerkt, bis zum 2. des folgenden Monats dem Magiftrat in Schwerte bezw. dem zuständigen Amte abzuliefern, nachdem sie durch Stempelaufdruck von dem Verkäufer entwertet sind. Für die Abgabe von Seife usw. gegen Vorlegung von Ausweisen(Bezugsscheinen der Ortsbehörden an technische Betriebe und Gewerbetreibende, insbesondere Waschanstalten§ 8 der Verordnung vom 21. Juli 1916) ist ein Nachweisbuch anzulegen, das über jede Abgabe nach Zeit und Menge sowie über den Aussteller und die laufende Nummer des Ausweises(Bezugsscheins) Ausschluß zu geben hat. Findet eine Nummerierung der Ausweise(Bezugsscheine) durch die Ausgabestellen nicht statt, so ist in dem Nachweisebuch auch der Name des Ausweis=(Bezugsschein=)Inhabers anzugeben. Ich bemerke noch, daß die Ueberwachungsstellen (Magistrat in Schwerte, die Aemter des Kreises und die Preisprüfungsstellen) die Berechtigung und Verpflichtung haben, jederzeit an Ort und Stelle die Innehaltung der Vorschriften durch geeignete Persönlichkeiten insbesondere durch Mitglieder der Preisprüfungsstellen nachprüfen zu lassen. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen werden mit Gefängnis bis zu drei Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mk. bestraft. Hörde, den 4. Februar 1917. Der Landrat: Dr. Luckhaus. Annen, den 7. Febr. 1917. Der Amtmann: Drees. Der 3. Satz in§ 10 meiner Anordnung betreffend Fleischversorgung im Landkreise Hörde vom 10. Dezember 1916, wird wie folgt abgeändert: Die zur Wurstherstellung dienenden Teile werden an die vom Kreise damit beauftragten Metzger nach Schätzung des Vertrauensmannes oder eines damit Beauftragten nach Maßgabe der Versorgungsberechtigten verteilt, auf Kosten des Kreises zu Wurst und Leberwurst verarbeitet und an die von den Aemtern bezw. Bürgermeisteramt in Schwerte angegebenen Metzger des in Frage kommenden Bezirks nach Maßgabe der Kundenlisten verteilt. Der Verkaufspreis wird für Blut= und Leberwurst einstweilen auf 1,80 Mark pro Pfund festgesetzt. Auf diese Aenderung finden im übrigen die Bestimmungen meiner Anordnung vom 10. 12. 1916 entsprechende Anwendung. Hörde, den 6. Februar 1917. Kreisanoschuß des Landkreiseo Hörde: Dr. Luckhaus. Suche zum 15. Februar ordentliches, zuverlässiges Frau Amtmann Dreeo. " Zuwiderhandlungen werden auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszue g. 4. Juni 1851zu und des Gesetzes vom 11. Dezember 1915 bestraft. Kampstraße 65. Münster, den 26. Javon 15—16 Jahren gesucht. Zu erfrag. in d. Geschäftssiele d. Ztg. nuar 1917. Der kommandierende General: Frhr. von Gayl. Wegen Krankheit des jetzigen suche sofort ein ordentliches junges Käuchen Frau Langmann, Bismarckstr. 11. Kaninchenstau und=Schläfer altdeutsche Bettstelle zu verkaufen Gut erhalten:s zu kaufen gesucht. Südstraße 15. K Sammtund Perver schwarz und farbig in grösster Auswahl vorrätig! Jour. Möberg Witten. Unzugshalberverkause 1 schönen Damenschreibtisch, 1 gut erhalt. Rleiderschrank, 2 gr. Spiegel mit Untersatz u. Toilettenkommode, Tische, Stühle. Zu erfragen nur Mittags u. Abds. nach 7 Uhr. Kirchstraße 11 2 Treppen. Zwangsversteigerung. Freitag, den 9. Febr., er., mittags 12 Uhr versteigere ich beim Wirt Prünte in Annen: 1 Sopha, 2 Gessel, Betten u. a. öffentlich meistbietend gegen Barzahlung. Witten, 8 Februar 1917. Hüper, Gerichtsvollzieher. 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Dabei wird noch der weitere Vorteil erreicht, daß die so eingemachte Steckrübe den manchen nicht angenehmen besonderen Rübengeschmack verliert. Der Geschmack ähnelt dem des Sauerkrauts, ist angenehm und herzhaft. Man kann die Steckrübe so für sich allein oder mit etwa ein Viertel Weißkohl lagenweise gemischt einmachen. Weiter kann die Steckrübe getrocknet werden entweder in Streifen zerschnitten oder geschabt. Das Trocknen kann in jedem beliebigen Herde auf mehrfache Art geschehen. Die Hauptsache ist langsames Trocknen in oder auf dem Herde oder auch angeschnürt(wie Bohnen) über dem Herde. Beim Trocknen im Herde ist zu beachten, daß die Ofentür offen bleibt. Da uns die Kartoffelknappheit zu äußerster Sparsamkeit zwingt, werden nachstehend einige bewährte Rezepte zur Steckrüben= Verwendung (ohne Kartoffeln) empfohlen: 1. Weisskohl mit Steckrüben. Der Weißkohl wird fein geschabt, mit Essig, Zucker, Salz, Zwiebeln gekocht 1½ Stunden. Die Steckrüben werden in so große Stücke geschnitten, als man Salzkartoffeln schneidet, in Salzwasser gar gekocht, und nachdem der Weißkohl auch gar ist, unter denselben gemischt. Eine Prise Pfeffer wird dann noch zugefügt. 2. Grünkohl mit Steckrüben. Der Grünkohl wird wie immer zubereitet, nachdem er gar ist, die in Stücke geschnittenen, wie Salzkartoffel gekochten Steckrüben hinzugefügt. Man füge dem Wasser, in welchem die Steckrüben gekocht werden, stets einen Guß Essig zu. 3. Steckrüben mit Sauerkraut. Bei Sauerkraut sind die Steckrüben zweckmäßig so zu verwenden, wie sonst Kartoffeln verwendet wurden. 4. Steckrüben als Salat. In Streifen geschnittene Steckrüben kocht man gar, vermischt sie, kalt geworden, mit Zwiebeln, Essig, Salz, Pfeffer(vielleicht auch mit in Stücke geschnittenem Hering). * Es wird noch besonders darauf hingewiesen, daß keine Steckrübe verderben darf, daß vielmehr sorgsamste Verwendung derselben als Ersatz für Kartoffeln bei dem Ernst der Zeit dringend geboten ist. Proben getrockneter Steckrüben sind im Schaufenster des Herrn Kaufmanns Albert Schreiber ausgestellt, auch sind auf Wunsch Frau Kaufmann Schreiber, Frau Direktor Ducoffre und Frau Rektor Trappmann bereit, mündlich nähere Auskunft und Anleitung zu geben. Der Hilfo=Ausschuß. Kaaden, dnd un belag vn dist Aichg, dunn.