Die„Annener Zeitung" erscheint jeden Dienstag, Donnerstag u. Samstag. Anzeigegebühr für die Petitzeile oder deren Raum 10 Pfennig. S0* 3 Abonnementspreis inkl.„Wort u. VBild“ viertlejährlich nur 1 Mark. für Annen, Ardey, Wullen, Rüdinghausen, Stockum, Düren, Salingen, Persebeck, Langendreer, Kley, Oespel, Eichlinghofen, Kirchhörde, Bittermark, Schnee und Umgegend. 1900. Samstag, den 16. Juni. Deutsches Reich. — Der Kaiser und die Kaiserin, die Tags vorher einen Ausflug in den Taunus mit einem Picknick im Freien machten, ritten Donnerstag Vormittag von Homburg nach der Saalburg, woselbst die Kaiserin den Grundstein für ein Reichs-Landesmuseum legte. Mittags begaben sich die Majestäten nach Schloß Friedrichshof. Hier fand bei der Kaiserin Friedrich aus Anlaß des 30. Geburtstages ihrer Tochter, der griechischen Kronprinzessin, eine Tafel statt. Später traf auch der Kronprinz dort ein. Am heutigen Freitag wird in Friedrichshof eine Gedächtnisfeier für Kaiser Friedrich abgehalten.— Am Sonntag, dem Tage nach der Eröffnung des Elbe=Trava=Kanals, trifft der Kaiser in Brunsbüttel ein und begiebt sich mit seiner Dacht„Hohenzollern“ nach Helgoland. — Großherzog Peter von Oldenburg ist einem alten asthmatischen Leiden erlegen, das nach kurzer Krankheit am Mittwoch zum Tode führte. Am Dienstag verlor der greise Fürst das Bewußtsein, und es fand keine Nahrungsaufnahme mehr statt. Der nunmehrige Großherzog August befand sich gerade auf einer Seereise. Die Nachricht von der Erkrankung des Vaters traf ihn in Christiania an, die Todesmeldung wurde auf der Rückfahrt vom Feuerturm Skagen signalisiert. Inzwischen ist der Großherzog in der Hauptstadt seines Landes eingetroffen. — Obdas Warenhaus steuergesetz im preußischen Landtage überhaupt zu Stande kommen wird, ist augenblicklich recht fraglich geworden. Ueber die Stellungnahme zu den Beschlüssen des Herrenhauses sind nämlich die Meinungen der Freunde der Vorlage im Abgeordnetenhause durchaus geteilt. Wenn Conservative und Centrum sich am Ende auch entschließen würden, die Steuer gemäß den Herrenhausbeschlüssen erst bei einem Umsatz von 400000 statt von 300000 Mk. eintreten zu lassen, so würden sie doch niemals dem Herrenhausbeschluß zustimmen, Ofsizier= und Beamten=Warenhäuser von der Steuer auszunehmen. Ohne diese Bestimmung aber lehnt das Herrenhaus ganz sicherlich die Vorlage ab. Guter Rat ist da teuer und augenblicklich kann man nur sagen, daß die Warenhaussteuervorlage in ernster Gefahr schwebt, ganz und gar unter den Tisch zu fallen. — Im Interesse für den Rudersport hat der Kaiser von Neuem dadurch bekundet, daß er dem sächsischen Regattaverein einen Wanderpreis für Ruderer stiftete. Der Preis soll am Sonntag auf der Dresdener Regatta ausgerudert werden. — Zur Kieler Woche haben nicht weniger als 495 Dachten und 94 Kriegsschiffboote gemeldet. Bei diesen Meldungen sind natürlich die einzelnen Dachten mehrfach vertreten; die Zahl der teilnehmenden Yachten an sich beträgt 96. — Die Flotten=Vorlage gesichert! Was die Budgetkommission des Reichstages in Bezug auf Flottenvermehrung und Kostendeckung vorgeschlagen hatte, das ist vom Plenum des Hauses angenommen worden. Der Kampf um die Flotte ist zu Ende. Die Marinevorlage war aber des Kaisers ureigenstes Werk, ihm ist es, wie die„Köln. Ztg.“ hervorhebt, zu danken, wenn jetzt mit einem Schlage eine gewaltige, weit ausreichende und reiflich überlegte Bermehrung unsrer Schlachtflotte um das Doppelte durchgesetzt worden ist. Diese Verdoppelung ist indessen noch immer der Anfang dessen, was im Plane liegt. Kaiser Wilhelm hat diesen Gedanken soeben selbst in den Telegrammen ausgesprochen, die er dem Hamburger Senat und der Direktion der Hamburg=Amerika=Linie auf erhaltene Glückwunschdepeschen übersandte. Nun aber weiter sagt der Kaiser darin, daß unsere Flotte auch bald wirklich Achtuug gebietend auf dem Meere erscheinen kann. Möchte Gett uns seinen Beistand auch ferner leihen, dem begonnenen Werke bald zur ganzen Vollendung zu verhelfen. Bis dahin werden wir unsere deutschen Hände jedoch noch tüchtig rühren müssen. Man sieht, der gegenwärtige Erfolg schläfert die Energie des Kaisers nicht ein, auf dem betretenen Wege weiter fortzuschreiten, vorwärts strebt sein Blick, und der Herrscher wird nicht ruhen noch rasten, bis er getreu seiner Devise„Dennoch!“ seine Aufgbe gelöst und dem Reiche eine seiner Landmacht entsprechende Kriegsflotte verschafft hat. Gleichzeitig ist aber aus den angeführten Telegrammen zu ermessen, wie groß die Freude des Kaisers über das jetzt Erreichte ist; die zahlreichen Auszeichnungen, die er den Mitarbeitern und Mitkämpfern für die Vorlage verliehen hat, insbesondere die Verleihung des erblichen Adels an den Staatssekretär des Reichsmarineamts v. Tirpitz beweisen gleichfalls, wie hoch erfreut der Kaiser über den gegenwärtigen Erfolg ist. — Der Bundesrat hat der Marinevorlage bereits 24 Stunden nach ihrer Erledidigung im Reichstage seine Zustimmung erteilt. Es ist also von keiner der Verbündeten Regierungen ein Widerspruch gegen die Marinevorlage erhoben worden, da die Verhandlungen sonst nicht so schnell zum Abschluß hätten gebracht werden können. — Das preußische Abgeordnetenhaus nahm am Mittwoch die Vorlage betr. Witwen= und Waisenversorgung der Küster usw., sowie betr. den Umbau des Sitzungssaales des Hauses endgiltig an. Gegen die letztere sprachen nur die Konservativen. Ueber Eingaben verschiedener Bahnbeamten wurde zur Tagesordunng übergegangen. Nächste Sitzung: Freitag.(Nochmalige Beratung der vom Herrenhase abgeänderten Waarenhaussteuer=Vorlage. Asten. — Ueber die chinesischen„Boxer," die jetzt den europäischen Großmächten viel zu schaffen machen, wird berichtet: Die Borer sind eine sehr alte Gesellschaft, aber ihr Name„Boxer“ ist sicherlich jüngeren Datums. Die Vereinigung führte früher den Namen„Ta Tao Hevei“ oder die„Gesellschaft vom großen Schwerte.“ Es kommt in China sehr häufig vor, daß derartige Gesellschaften ihren Namen wechseln, denn sobald ein Edikt gegen sie erlassen wird, ändern sie denselben einfach und bestehen unter einem anderen Titel ungehindert wieder fort. Die Boxer hatten sich früher zur Aufgabe gestellt, durch kräftige körperliche Uebungen ihre physischen Kräfte zu stärken und sich so zu tapferen Verteidigeen ihrer Familien heranzubilden. Sie waren die geschworenen Feinde des Banditen= und Räubertums und thaten so dem Lande gute Dienste. Die Lust an athletischen Spielen haben sich die Boxer bis heute bewahrt, aber aus einer geachteten und beliebten Privatgesellschaft sind sie zu einer fanatischen politischen Partei geworden, zu der angeblich 11 Millionen Menschen gehören. Die Missionare meinen, daß es meistens die niedrigen Elemente des Volkes sind, die sich den Boxern anschließen, die es sich jetzt zur Aufgabe gemacht haben, jedes fremdländische Element, vor allem die Missionare, aus dem Reich der Mitte zu vertreiben. Die Einigkeit der Mächte gegenüber den Wirren in China dauert fort, und das ist die Hauptsache; alles Uebrige will im Vergleich dazu nicht viel besagen. Freilich wäre es wünschenswert, daß die Mächte ihre Maßnahmen etwas beschleunigten und ihre Truppen, statt sie außerhalb Pekings zu lagern, in die Hauptstadt führten und eine ernste Sprache reden ließen. Saumseligkeit kann immerhin großen Schaden anrichten helfen. Möglicherweise sind die bisher getroffenen Schutzmaßregeln überhaupt unzulänglich. Wie nämlich eine Pekinger Delziel=Drahtung besagt, hätten sich die Chinesen außerhalb der Mauern Pekings verschanzt und richten ihre Kanonen gegen die amerikanische Mission und Gesandschaft. Die Zahl der verschanzten chinesischen Soldaten wird auf 30000 angegeben, eine Angabe, die zweifellos überttrieben ist. Immerhin ist es wahrscheinlich, daß die Lage der fremden Gesandtschaften eine hochernste geworden ist, und also der russische, amerikanische und japanische Gesandte sehr recht daran thaten, durch eilige Kuriere von Tientsin aus die sofortige Entsendung von je 20000 Mann Truppen von jeder Station zu fordern. Starke russische Streitkräfte nähern sich angeblich von Norden her der Hauptstadt. Schnelle Hilfe thut not, und da ausreichende Truppen zur Verfügung stehen, so werden die Mächte auch nicht versäumen, das Erforderliche zu thun, ehe es zu spät ist. Die„Deutsche Kolonialztg.“ teilt in ihrer jüngsten Ausgabe den Besorgnissen entgegen mit, daß Tsingtau durch die augenblicklichen Wirren gefährdet werden könnte. Eine Bedrohung Kiautschous sei gänzlich ausgeschlossen. Tientsin, 15. Juni.[Die Wirren in China.] Die Eisenbahnverbindung zwischen Tientsin und der aus Truppen der Mächte bestehenden Expedition unter Admiral Seymour ist drei Meilen jenseits Yangtsum unterbrochen. Yangtsum ist erst die zweite Station von Tientsin aus. Zwei Brücken sind zerstört. Es geht das Gerücht, die Boxers seien entschlossen, die Station von Tientsin heute Nacht niederzubrennen zu versuchen. Loudon, 15. Juni. Ein über Shanghai eingegangenes Telegramm der„Times“ aus Tientsin berichtet: Bei Peking fand ein ernster Kampf zwischen den internationalen Truppen und denen des Generals Tungfuhsians statt.— Londoner Blätter bringen ein Telegramm aus Shanghai, wonach die japanische Gesandtschaft in Peking niedergebrannt und ein Gesandter getötet sein soll. Eine Bestätigung des letzteren Gerüchts liegt nicht vor. London, 15. Juni. Die Morgenblätter veröffentlichen ein Telegramm aus Shanghai, wonach 1200 Russen mit 4 Geschützen außerhalb Pekings eingetroffen sind, nachdem sie einen anstrengenden Marsch von der Bahnlinie nordwärts ausgeführt haben. Tientsin, 15. Juni.[Die russisch=französische Eifersucht auf die Engländer.] Die zunehmende Eifersucht der russischen und französischen Behörden auf Erleichterungen, die nach ihrer Annahme die britischen Bahnangestellten den britischen Behörden gewähren, erreichte gestern den Höhepunkt. Französische Marinesoldaten versuchten, sich der Lokomotive zu bemächtigen. Der britische Lokomotiveninspektor weigerte sich entschieden, die Maschine zu übergeben, worauf die Franzosen versuchten mit dem Bajonett gegen ihn vorzugehen. Eine britische Streitmacht wurde in Bereitschaft gestellt; die Sache gewann ein kritisches Aussehen, jedoch gelang es den englischen Flotten= und Konsularbehörden, mit Unterstützung des amerikanischen Konsuls eine gütliche Beilegung herbeizuführen. Inserate finden bei der großen Auflage der Annener Ztg. weite u. billige Verbreitung. 16. Jahrgang. e due see e e von Pretoria entschiedenen Widerstand. General Buller hat in Natal zwar Erfolge errungen und die Buren aus der Provinz verdrängt, er hat diese Erfolge jedoch mit schweren Verlusten erkauft. 2Offiziere und 24 Mann blieben tot, 6Offiziere und 126 Mann wurden verwundet, mehrere vermißt. Die Bucen aber schienen ihrer alten Gewohnheit getreu, den Rückzug wieder ohne jeden nennenswerten Verlust bewirkt zu haben. Präsident Krüger weilt mit dem Staatssekretär Reitz gegenwärtig in Madadodorp; demnächst soll jedoch der Regierungssitz in die felsige und verteidigungsfähige Gegend von Helspruit verlegt vetcen.: Fanrasigrung is: s tschrit. Zum Ministerpräsidenten der Capregierung ist der fortschritkliche frühere Finanzrat Sir Gordon Sprigg ernannt worden. Brüssel, 15. Juni.[Kampf bis zum Aeußersten.] Ueber die Lage in Transvaal ist man in hiesigen gut unterrichteten Kreisen der Ansicht, daß der Entschluß feststeht, sich aufs Aeußerste zu verteidigen. Man führt das Beispiel Spaniens, Preußens und Rußlands aus den napoleonischen Kriegen zu Anfang dieses Jahrhunderts an, wo ein anderer Meister des Krieges auftrat als Lord Roberts. Der Verlust und die Besetzung der Hauptstadt eines Landes bedingt durchaus nicht das Ende des Krieges. Die Ueberraschungen der jüngsten Zeit werden sich noch oft wiederholen. Die Beendigung des Kampfes steht noch in weitem Felde, da Lebensmittel und Munition reichlich vorhanden sind. England und Cransvaal. Der Krieg in Südafrika. Lord Roberts ist von dem endgültigen Siege in Südafrika offenbar noch recht weit entfernt. Zwar ist es den überlegenen Streitkräften Lord Kitchener's und Methuns gelungen, die im Rücken der englischen Hauptarmee stehende Truppe des Generals Dewett zu zersprengen, dafür haben Lord Roberts Truppen aber im Osten Pretorias bei Eerste Fabriken sich eine gründliche Niederlage zugezogen. Da die Concentration der Buren bei deren leichten Beweglichkeit offenbar nur wenig Zeit in Anspruch nehmen wird, so ist es ftaglich, ob die Engländer durch den Erfolg über Dewett den Schaden als wett gemacht ansehen dürfen, den sie bei Eerste Fabriken erlitten haben. Die Schlacht am letzteren Orte war eine außerordentlich heftige, die Schlachtenreihe der Engländer war auf 25 Meilen ausgedehnt, der rechte Flügel der Engländer lehnte sich an das 20 Meilen weiter östlich von Pretoria liegende Doeversak an. Mit dieser Niederlage ist der erste Versuch der Engländer, von Pretoria aus in westlicher Richtung vorzurücken, mißglückt. Was die Untergeneräle des Lord Roberts zur Beschwichtigung der Gemüter von englischen Waffenerfolgen zu melden wissen, ist ohne Ausnahme von äußerst geringem Belang und vielleicht garnicht einmal durch Thatsachen unterstützt. Jedenfalls ist die Lage des Lord Roberts zur Zeit keine besonders günstige und nicht dazu angethan, ihm schnelles Vorrücken als angezeigt erscheinen zu lassen. Roberts braucht viel zu viel zu viel Truppen zur Deckung seiner Verbindungslinien und schwächt dadurch natürlich seine Front. Die Lokale und provinzielle Nachrichten. + Annen, 16. Juni.[Ein unangenehmes Ende] nahm der Spaziergang, den der Bergmann N. von hier mit seinen Kindern in der Nähe des Wartenberges machte. Plötzlich wurde er von zwei Wegelagerern angefallen, trotz seiner Gegenwehr zu Boden geworfen und mißhandelt, wobei ihm auch die Uhr nebst Kette im Werte von 40 Mk. geraubt wurde. Den energischen Nachforschungen unserer Polizei gelang es, die beiden Straßenräuber zu ermitteln, sodaß ihre Bestrafung erfolgen kann. —[Diebstähle.] Fortgesetzt hatten eine Anzahl Schuljungens Diebstähle von Eiern usw. an der Bahnhof= und Kirchstraße ausgeführt, ohne daß es gelang, die Thäter zu fassen. Unter den Jungens ist einer, dessen Ueberführung in eine Zwangserziehungsanstalt schon früher mal beschlossen war, mit Rücksicht auf seine Eltern aber unterblieben ist. Jetzt wird der Junge wohl einer Anstalt überwiesen werden.. B41m C6.: —[Frevel.] In der Steinbach wurden einige Veigleute vabei ertappt, als sie mit Schlingen resp. Fallen Singvögel gefangen .—(Urfall] Kinder haben ihren Schutzengel— dies Wort bewahrheitete sich gestern gegen Abend hier wieder. Einer in der Roonstraße wohnenden Familie stürzte das ca. 2jährige Kind in einem unbewachten Augenblicke aus dem Fenster des II. Stockwerkes auf den Hof hinab, ohne einen Schaden davonzutragen. Der Arzt, welcher sofort das Kleine untersuchte, konnte nur eine Verstauchung des rechten Füßchens konstatieren. —[Schlägerei.] Mehrere Polensöhne kamen gestern Abend auf einem hiesigen Werke in Streit, wobei einer derart verhauen wurde, daß er sofort den Arzt aufsuhen mußte. Die Sache wird das übliche gerichtliche Nachspiel haben. § Annen, 16. Juni. Auf dem Marktplatze ist von morgen, Sonntag, ab eine große Menagerie aufgestellt. Sie bietet nach auswärtigen Berichten so viel Sehenswertes, daß ein Besuch derselben wohl angeraten werden kann. Auf dem Gebiete der Tierdressur soll besonders die von Frau Direktor Kreibe selbst ausgeführte Dressur und Vorführung kreier Eisbären hervorzuheben sein. Die sonst so stumpfen Bewohner der nördlichen Eismeere gehorchen auf einen Wink ihrer Herrin und führen allerlei Kunststücke aus. Auch die Tierbändigerin Miß Bora mit ihren Wölfen, Hyänen und einem Wolfshunde soll ebenso wie der unerschrockene Löwenbändiger Zuber mit seinen drei dressierten stattlichen Löwen höchst Anerkennenswertes leisten. Der Besitzer der Menagerie läßt es sich nach besten Kräften angelegen sein, alles zu bieten, was das Publikum zu fesseln vermag. Namentlich richtet sich das Augenmerk auf die majestätischen Löwen von seltener Größe, auf den prachtvoll gezeichneten Königstiger und den gewandten Leoparden. Annen, 13. Juni.][Der Juni ist der duft= und blütenreichste Monat des Jahres. Er bringt uns reichen Ersatz dafür, was der zwar viel besungene und hochgepriesene, aber dieses Jahr öfters recht unangenehme Wonnemonat Mai versäumte. Im Juni entfaltet sich die Farbenpracht unserer Gärten zu höchster Vollendung. Die weiße Lilie, das Sinnbild der Unschuld, die anmutige Rose, der Blumen Königin, und viele andere der schönsten Kinder Floras öffnen ihre Kelche dem Blicke der Sonne. Die aus dem fernen Persien gebürtige, erst im 18. Jahrhundert in Deutschland eingewanderte Roßkastanie mit ihrer mächtigen Blätterkuppel steht in ihrer Unbeweglichkeit geradezu vornehm wirkend da. Der türkische Flieder senkt allmählich seine roten und weißen Blütenpyramiden ermattet nieder und bedeckt den Rasen mit einem Mosaik von Blütensternchen. Vom giftigen Goldregen triefen die schweren, gelben Blütentrauben herab, die Weißdornbüsche haben sich in einen stark duftenden, weißen und rosenroten Schimmer gehüllt und aus andern Sträuchern schwellen weiße Schneeballen hervor. Man versäume also nicht, all diese herrliche Blütenpracht draußen in der freien Natur zu bewundern; denn wie bald ist auch sie wieder entschwunden. Annen, 16. Juni.[Die Kohlennot hält an!] In Preußen haben nach der„Industrie“ infolge der Kohlennot bereits die eisernen Bestände der Staatsbahnen(für Kriegs=, Streikfälle u. dergl.) angegriffen werden müssen. kanmt st den Jewohnern von Knen und Biten unser von Vergen augtsächen. Auch die Besuacher des Kirchhofes lomen viel zur Vr. Der enistandene Schaden basfert sch auf eina 30000 Moel. die Gederbach. Nichts schöneres kann shütung solcher Rohheiten beitragen, venn sie die Arbeiter auf dem Zülpich, 12. Juni.(Erplosien! In der Papiersabik Besse frund geben, als un einenr ,l7 3mnig, sche verdächtige Umhertreiber aufmerksam machen nicher Mühle Schwerte, 14. Jui.(Lchgekontereng! Ean heuitgen Lazesadoiuer wutin Hlüt dri saur ritht. fand die Generalkonferenz des Kreisschulinspektionsbezirkes Schwerte— Pe##oste M. duusdat Annen—Westhofen statt. Dieselbe wurde eröffnet durch eine vom Nleueste Nachrichten. ider„die Bedentung Frledrich Wütelms I“ An Zezselsesgloß sich Verliu, 15. Juni. Dur„Verl. Lok=An,“ meildtet aus Kasl: umschlossenes, schönes Thal, die Gederbach. Nichts schöneres kann es doch wohl für einen Naturfreund geben, als an einem schönen Sommertage hinaus in die Berge zu wandern. Besonders seien die Bewohner von Annen und Witten darauf hingewiesen, daß gerade unser schönes, ruhiges Thal außerordentlich günstig für einen kurzen lohnenden Ausflug geeignet erscheint. Hat man doch schon von der Großen Borbach aus in kaum 45 Minuten durch hohen duftigen Tannenwald die Gederbach erreicht und genießt hier bei wunderschöner Aussicht auf die nahen bewaldeten Höhen die würzige Waldesluft. Auch das in der Gederbach reizend belegene Gasthaus des Herrn Moritz Weber bietet den Ausflüglern die nötigen Erfrischungen und sind außer guten Getränken besonders die dort verabfolgten Schinken= resp. Wurstbutterbrode berühmt. Also auf zur Gederbach! + Stockum, 14. Juni.(Gelegentlich der Frühjahrs=Musterung] haben einige Buischen von hier, Sprenger und Genossen, einen Oekonomielehrling belästigt und dessen Pferde verhauen. Die Burschen haben sich für diese That am Samstag den 16. er. vor Gericht zu verantworten, woselbst ihnen ihr Mütchen abgekühlt werden wird. — Der Bergarbeiter Sprenge von hier, der anfangs Mai vom Militär wegen Schwerhörigkeit entlassen und sich bisher noch niht angemeldet hatte, wurde heute auf Anregung der Militärbehörde vom Polizei=Sergeanten B. nach Bochum vorgeführt. # Witten, 16. Juni.[Besitzwechsel.] Die Besitzung des Wirts Joh. Barella jr. in Witten ging durch die Vermittelung des AuktionsKommissars Günedler in Annen durch Kauf in den Besitz des Herrn Mathias Schönen aus Herne über. Witten, 15. Juni.[Ein seltenes Fest] begehen am 20. Juni die Eheleute Caspar Vorbusch hierselbst, nämlich die diamantene Hochzeit. Herr Vorbusch zählt 90 Jahre, während seine Frau das schöne Alter von 86 Jahren erreicht hat. W. Barop, 15. Juni.[Lehrer=Konferenz.] Unter dem Vorsitz des Königl. Kreisschulinspektors Herrn Pfarrer Rottmann fand hier gestern eine Konferenz aller Lehrerpersonen der Aemter Barop, Kirchhörde, Wellinghofen und der Stadt Hörde statt. In der Schule zu Klein=Barop hielt die Lehrerin Fräulein Rehren=Kirchhörde über den großen Kurfürsten eine Lehrprobe. Sodann fand im Lokale des Wirts Herrn Grasekamp die Nachversammlung statt. Nachdem der Herr Kreisschulinspektor einige Verfügungen der Königl. Regierung bekannt gegeben hatte, hielt Herr Lehrer Rede=Hörde einen interessanten Vortrag über die Methodik des Geschichtsunterrichts. Ein gemeinsanes Mittagessen, welches der Wirtin alle Ehre machte, vereinigte die Mitglieder einige Zeit in ungezwungener Unterhaltung. Um 4 Uhr wurde dann in die Verhandlung wieder eingetreten. Herr Hauptlehrer Welken sprach über„Schulsparkassen“. Er betonte in seinem Vortrage die Vorteile einer solchen Einrichtung, verhehlte aber auch nicht, daß große Gefahren für die Kinder dadurch entstehen könnten. Wie zu erwarten war, rief dieser Vortraz eine lebhafte Debatte hervor; allgemein war man für Sparkassen, jedoch müßten sie der Schule ferngehalten werden. Die nächste Konferenz wird am 19. Juli in Hohensyburg stattfinden. Dortmund, 13. Juni.[Abgelehnt.] Auf der Tagesordnung der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung stand auch ein Antrag betr. Erweiterung der vor einigen Jahren hiersebst errichteten königl. Maschinenbauschulen und die Bewilligung der Mittel in Höhe von 32000 Mk. Ber Antrag wurde jedoch abgelehnt, weil der Staat im allgemeinen der Stadt Dortmund zu wenig Entgegenkommen zeige, namentlich in der Bahnhofsfrage, für welche die Stadt mehrere Millionen aufwenden muß, lediglich im Interesse des Staates. Die Stadt will es bezüglich des Erweiterungsbaues event. auf einen Prozeß ankommen lassen. Dortmund, 13. Juni.(Flötzbrand.] Auf Zeche„Victor“ bei Rauxel ist das mächtige Flötz Bertha in Brand gerathen und hat bis jetzt noch nicht gelöscht werden können. Eine ganze Abteilung des Betriebes hat infolge dessen stillgelegt werden müssen; der tägliche Ausfall der Förderung beträgt etwa 500 Wagen. Soest, 13. Juni.[Die Landwirtschaftskammer für Westfalen] erwarb heute bei dem gerichtlichen Verkauf für 66.000 Mk. die Aepfelwein=Kelterei der verkrachten Obstverwertungs=Genossenschsft, welche nunmehr also in den Besitz des Staates übergegangen ist. Der Betrieb der Kelterei wird sofort wider aufgenommen werden, da die Kelterei mietsweise an eine neugebildete Aktien=Gesellschaft übergeht. Letztere wird jedoch nicht nur Aepfelwein gewinnen, sondern sich auch anderen Zweigen der Obstverwertung. namentlich auch dem Obstgeschäft, zuwenden. Sie verfügt über ein Aktienkapital von 45000 Mk. Hagen, 13. Juni.[Eine bodenlose Rohheit] verübten verkommene Menschen, die statt zu arbeiten, sich in den benachbarten Wäldern und auf dem Kirchhof umhertreiben, um den Vögeln nachzustellen. Selbst der Ruheplatz der Toten schreckt jene Subjekte nicht von der Ausübung ihres frevlen Treibens ab. Auf einer Familieneine leshefte Besprechung. Sodann wurden die Verhandlungen im sherrasch resen voen eigem Gewiter Sale, 25. Harn Ostermann fotgesetz, Hierselhst verbritte sich verngr und von Büitz getosfsen. Eins derselben wurde geidtet uberrasgr und vom Blitz getroffen. Eines derselben wurde getötet sich und zwei gelähmt.— Nach einer Meldung des„Berl. Tagebl.“ Perr Teyrer Pleuger=Annen über das Thema:„Wie gestaltet sich und zwei gelähmt.— Nach einer Meldung des„Beil. Tagebl.“ der Gesangsunterricht in der Volksschule.“ Die vom Herrn Refe= findet die Beisetzung des Großherzogs Peter am Dienstag Vorrenten aufgestellten Leitsätze wurden sämtlich ven der Konferenz an= mittag statt. genommen, wenn auch in Bezug auf Zahlen= oder Notensingen einige Hamburo 15.— Die Mannsch=ftd D Meinungsverschiedenheiten vorhenrschten. Nach Schluß der Verhand= m..d 19 Jumi. Die Mannschaft deis Dampfers„Eschano“ lungen fand das gemeinschaftliche Mittagessen in demselben Saale meuterte auf der Fahlt von den Phillppinen nach Pontuan, ermordete statt, bei welchem Herr Kreisschulinspektor Graeve das übliche Kaiser= den Eigentümer, dessen Schwiegersohn, den Kapitän, sowie 2 Offi.es Lhwpelent. 13. Junl.(Ein intensantes Gelanien lsu und drsanten das Schsft nuechen sea. 80-406wo Oelin echt Lar Sshescaeihe Kascd ash fische ais sen 1l0 Laun ald en ban. glied des Vereins„Brieftaube“, ließ im Frühjahr 1896 eine Taube, Rom, 15. Juni. Der„Tribung“ zufolge wurde gestern bei die 1895 bereits nach Straßburg und zurück geflogen war, einen Rocca die Popa ein in einem Wagen von Rom kommender KaufFlug nach Neuwied mitmachen. Von dieser Tour war das Tierchen mann von drei maskierten Männern überfallen und ausgeraubt. Die nicht zurückgekehet. In vergangener Woche aber, also nach vier Gendarmerie nahm zwei Verhaftungen vor. Die Nachforschungen Schen, sand sich de Lause in ihrem heimelihen Sctage ausuch denr uchaitstem wer die Rattoschungen großen Freude des Besitzers wieder ein. amdichen Schlage Zut up ven urenguren werden efig weiter betrieben. Schwelm, 12. Juni. IBlutthat.] Schon wieder ist von hier über eine Blutthat zu berichten. Gestern Mittag gerieten der Die Konitzer Mord=Affäre. Besenbinder Bockback und der Tagelöhner Flehinghaus, nachdem beide Aus Konitz wird gemeldet: Hier herrscht jetzt Ruhe. Landret gemeinsam tüchtig der Schnapsflasche zugesprochen hatten, aneinan Zedlitz giebt offiziell bekannt, daß die beiden 8 und 13 Jahre der webei ersterer derart mit einem Brodmesser bearbeitet wurde, alten Söhne des hiesigen Arbeiters Bannach seit dem 29. v. M. daß seine Aufnahme ins Krankenhaus erfolgen mußte. Die Ver= verschwunden sind und bittet um Mitteilung, falls sich dieselben letzungen sollen so schwerer Natur sein, daß er wohl kaum mit dem irgendwvo im Kreise aufhalten sollten. Bei der Mutter des ehedem Leben davon kommen wird. Fl. wurde verhaftet und in das hiesige bei dem Fleischermeister Hoffmann beschäftigt gewesenen Ge Leben bavon rommen wird. Fr. wnlbe verhäfter und in dab hiesige Amtsgerichtsgefängnis geführt. B. sowohl wie Fl. stehen nicht im besten Ruf. Ende, 15. Juni.[Ein ganz, besonders liebenswürdiger Ehe*-: Frischeimesster Hossmann beschäftigt gewesenen Gesellen Wölke in Tuchel ließ die Staatsanwaltschaft eine Haussuchung abhalten und vornehmlich nach Briefschaften des Sohnes forschen. Das Resultat war negativ. Um nochmaligen Ruhestörungen und Ausu. Ente,. 15, Juni.(Ein garz, besgnders liebenspürdiger Ehe, schreitungen i. Kgen Stugenorungen und Aus. gatte] scheint der Bergmann Gustav Mouer aus Kermelberg zu schreitungen in Tuchel vorzubeugen, sind daselbst gegenwärtig zehn sein. Derselbe mißßandelt. schon lingere Zeit fortgesitzt seine Frau. Vendarneg. statoniert vorden. Die miltärsche,Besatzung gestzum rständlich in einem total be= größten Teile dem gewöhnlichen Goraisondienste nach, FelddienstDerselbe mißhandelt schon längere Zeit Als er am 7. ds. Mts., nachts, selbstverständlich in einem total betrunkenen Zustande nach Hause kam, schlug er seine Ehefrau untrunkenen Zustande nach Hause kam, schlug er seine Ehefrau un= übung wechselt mit Exerzieren ab, dabei wird aber hauptsächlich Inbarmherzig ins Gesicht. Um noch weiteren Mißhandlungen zu ent= struktion übec etwaige Zwischenfälle in Bezug auf Sturm und Wafgehen, flüchtete die Frau aus dem Hause, wurde aber vor demselben fengebrauch erleilt.— Die Frohnleichnamsprozession ist bei mäßiger von dem sie verfolgenden Manne eingeholt und nach kurzer Gegen= Beteiligung ohne Störung verlaufen. Die Wache war verstärkt. wehr von dem brutalen Menschen gegen eine Umfaffungsmauer ge Die Truppen hatten Befehl, sich möglichst, wenig auf den Straßen schleudert, so daß die bedauernswerte Frau bewußtlos am Boden zu zeigen.— In der Masloffschen Meineidsache fanden mehrere liegen blieb. Mitleidige Nachbarn schafften die anscheinend schwer Zengenvernehmungen stat. verletzte Frau in ihre Wohnung, und sorgten für Erztliche Hülfe. Die Verletzungen, welche Frau Möller erlitten hat, sind so schwere, daß eventuell das schlimmste zu befürchten ist. Vohwinkel, 13. Juni.[Ein schwerer Unglücksfall] ereignete und höher sich hierselbst gestern Morgen gegen 7 Uhr. Ein mit dem Streichen ebenso von des Schwebebahngerüstes beschäftigter Anstreichergeselle fiel infolge 18.65 v. W0. Foulard=Seib.= Kobe Ml. 19.00 — 14 Meter!— porto= und zollfrei zugesandt! Muster um gehend iunfelge l 1865 g. weii weiher und farbiger„Henmneberg Seide von 75 Bis. Bi5 6. Hennebere’s Seiden-Fabriken(u. u. k. Hon.) Zürich. darf nicht verwechselt werden mit Nachahmungen. Original-Marke in Dosen. von der auendung chres stevien Treibens ab. Auf einer Familien= grabstätte des Kirchhofes am Remberg befand sich ein Drosselnest mit noch nicht flüggen Jungen. Vogelsteller legten nun Leimruten auf das Nest, so daß die alten Vögel bei ihrer Rückkehr in dasselbe daran hängen blieben und zur Erde fielen, wo sie von den verkommenen Menschen aufgefangen und mitgenommen wurden. Die jungen Tierchen fand man tot im Neste auf; sie waren verhungert. In Verdacht kommen arbeitsscheue Burschen, die sich auf dem Kirchhof umherzutreiben pflegen. Hoffentlich gelingt es unserer Polizei, die Sunlight-Seife erfordert weniger Arbeit, II bringt grössere Bequemlichkeit, hat höchste Reinigungskraft. Zu haben in den einschlägigen Geschäften. pro Carton(ein Doppelstück) 25 Pfg. Preis Arang. Arbeiter-Verein Annen. Sonntag, den 17. d. nachmittags 5 Uhr: Monats. Versammlung. Der Vorstand. Von einer kleinen Familie wird per 1. Juli ein gesucht. Näheres i. d. Exp. d. Blattes. Eine Wohnung 2 Z. im 2. St. zu verm. p. sof. od. z. 1. Aug. Schulto, Herdeckerstr. 7. Ein schön möbl. Zimmer mit Pension zu vermieten an besseren Herrn. Zu erfragen in der Exped. 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Das Schankmädchen'., aus Camen stammend, ist plötzlich verschwunden— Ein auf der Nockenstraße spielendes dreijähriges Kind eines Hüttenmeisters wurde von einem Frachtfuhrwerk überfahren und so schwer verletzt, daß man an der Erhaltung seines Lebens zweifelt. Dahlerbrück, 13. Juni.[Verlegung der Wönckhausschen Pulvermühle.] In der hiefigen Bevölkerung macht sich eine starke Bewegung bemerkbar, die darauf abzielt, eine Verlegung der Wönckhausschen Pulvermühle herbeizuführen. Ihre Lage auf einem verhältnismäßig kleinen Gelände, das von Eisenbahn und Volmestraße an allen Seiten umschlossen wird, ist für den Verkehr allerdings sehr gefährlich. Wäre im Augenblick der Explosion gerade ein Eisenbahnzug vorbeigefahren, so würde er durch den ungeheuren Luftdruck zweifellos in die Volme geschleuder worden sein. Dem Vernehmen nach hat sich ein Ausschuß gebildet, der bei den in Betracht kommenden Behörden(die Pulvermühlen liegen im Kreise Hagen) die erforderlichen Schritte einleiten wird. Herscheid, 13. Juni.[Fabrikbrand.] Verflossene Nacht brannte hierselbst die Fabrik der Firma Heesemann, Schröder u. Comp. total nieder. Eine Anzahl sind dadurchbeschäftigungslos geworden, und Aiste a danschen bei der der uer in seche Getingen Meißvorhandenen Industrie schwer fallen, vorläufig finden. Ueber die Entstehungsursache ist nichts bekannt.(Panama=Hol=Wosch=Ertrevt pot gar.g Srimer n. 19 Frpi.(Feuer! In dur Malzenmöhse ven Schriers vonama=Poz=Wasch=Ertratt hat den höchsten Seifengehalt und reinigt Nachen, 12. Juni.(Feuer.] In der Walzenmühle von Schroers! vorzüglich. Ueberall zu haben. Größte Gratis=Preisverteilung! orag in der vergangenen Nacht Feuer aus, welches dem„Echo der Gegen= sy, urerat zu Ooben. roue Grats=Preiverteilung! Im Verlage der J. Horstmann'schen Buchhandlung in Dülmen erschien soeben und ist gegen Einsendung von 35 Pfg. durch alle Buchhandlungen sowie direkt von der Verlagshandlung zu beziehen: betr. 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Emmerich, o mein Emmerich!“ Sie hörte nicht Rädergerassel und Hundegebell im Hof, hörte nicht Sporengeklirr auf der Treppe; selig lächelnd griff ihre Hand die begleitenden Akkorde, während ihre weiche, volle Altstimme jubelnd aufbrauste: „Ob ich Dich liebe, Frage die Sterne!“ Wie eine Antwori auf dies glückselige Bekenntnis flog im nächsten Moment eine dunkelrote Granate auf die Tasten des Instruments und mit einem leichten Schrei sprang die Gräfin auf, er, an den ihr Herz dies Lied gerichtet, stand leuchtenden Blickes vor ihr, die in holder Verwirrung das Köpfchen senkte. „Haben Sie kein Willkommen für die Heimkehrenden, Maria? Ach, sie hätte viel, viel innige Worte der Freude stammeln mögen, daß sie ihn wiedersah und doch wollte keines über ihre Lippen, willenlos ließ sie die Hand in der seinen und er preßte sie leidenschaftlich an seine Lippen. „Sind Sie vor mir erschrocken, Kind? frug er zärtlich. „Ja“, nickte das junge Mädchen, deren Befangenheit schon zu schwinden begann,„ich habe den Wagen gar nicht kommen hören, aber wo bleibt Papa?“ „Er wird gleich kommen, Maria, ich wollte den ersten Blick von Ihnen erhalten!“ „Die arme schöne Granatblüte!“ scherzte sie, doch ohne ihn anzusehen,„Sie haben sie maltraitiert, Herr Rittmeister.“ „Sie stirbt einen beneidenswerten Tod, Komteß, in Ihren Händen!“ „Komteß?“ fragend blickte sie zu ihm hinauf,„weshalb wieder so steif und konventionell?“ Er wollte antworten, doch im selben Augenblicke ward die Thür geöffnet und Graf Landry trat ein, freundlich seine Tochter begrüßend. „Nun mein Kind, wie ging's in der Einsamkeit? das wird jetzt für eine Weile besser, denn morgen Nachmittag kommt Vetter Giulay; er meldet mir in diesem Briefe seine Ankunft. Ich freue mich darauf und denke, wir geben ihm zu Ehren Sonntag ein größeres Diner.“ „Vetter Giulay kommt sobald schon?“ rief das junge Mädchen erschrocken. Der Rittmeister sah sie erbleichen und gedankenschuell kombinierte er, daß dieser gefürchtete Besuch wohl mit Marias neulichen Worten in Zusammenhang stehen müsse. Graf Giulay von Landry gehörte einer enorm reichen Seitenlinie der Familie an; er sollte jedenfalls Marias Gatte werden. Welheim erinnerte sich nun auch so mancher dahin zielenden Bemerkung des Hausherrn, seine Andeutung über baldige glückliche Veränderungen. „Allerdings, liebes Kind,“ entgegnete der Graf ziemlich kühl, „ich bin in den Kronenrat gewählt worden und gedenke diese Auszeichnung durch ein großes Fest zu feiern. An das Diner soll sich ein glänzendes Feuerwerk schließen, welches ich aus Wien mitbrachte, ich hoffe, du wirst dich als Wirtin in jeder Richtung bewähren und überlasse Dir alle weiteren Arrangements.“ Maria neigte stumm das Haupt, in ihrer Seele klang das vorhin gesungene Jubellied der Liebe, aber sie meinte, es sei ein Totengesang. *„ Am nächsten Morgen erschien Herr von Welheim erst spät im Speisezimmer zum Frühstück; die junge Gräfin saß mit einer feinen Arbeit im Erker und wartete darauf, dem Gaste den Kaffee kredenzen zu können. Lächelnd und freundlich erhob sie sich als er eintrat, und ging ihm entgegen. „Guten Morgen, Herr Rittmeister! Solch ein Spätaufsteher, wie Sie sind! Der herrliche Tag ist fast halb vorüber!“ „Guten Morgen, liebe gute Maria!“ antwortete er ernst,„vergeben Sie dem alternden Manne die Verspätung, ich habe gepackt, denn— ich reise ab!“ „Sie reisen ab? Was soll das heißen, Herr, von Welheim, ist das ein Scherz?“ „Nein, beim allmächtigen Gotte,“ brach er in furchtbarer Bewegung aus.„Lassen Sie mich fort, Maria, ehe es zu spät ist — und wir beide elend geworden sind!“ Sie sah nicht auf, sie wußte ja, was er meinte, aber die feinen Finger zitterten wie Espenlaub als sie ihm jetzt den Kaffee eingoß. Er sah es wohl, am liebsten hätte er daß schöne Mädchen in die Arme geschlossen, daß sie an seinem Herzen ihr Weh und Leid ausweinen könne, doch er beherrschte sich und fiug ziemlich ruhig: „Wann kommt Graf Giulay?“ „Heute Nachmittag, Herr Rittmeister, wollen Sie denn wirklich fortgehen und mich allein lassen mit ihm? Ich kann ihn nicht heiraten.“ Und alle Selbstbeherrschung schwand, das arme Mädchen schluchzte bitterlich, ohne zu bedenken, wie gefährlich für sie und den geliebten Mann dieser Augenblick sei. In Welheims Brust tobte ein furchtbarer Kampf, die Leidenschaft betäubte momentan die Sinne der Vernunft; fast qualvoll aufstöhnend legte er den Arm um Marias Schultern und sagte feierlich:„Armes, teures Kind, weinen Sie nicht so. Es kann ja noch alles gut werden, ich will versuchen mit Ihrem Vater zu reden.“ „Thun Sie es, Herr Rittmeister! Sie wissen, ich vertraue Ihnen allein auf der weiten Welt! Aus den großen, schönen Mädchenaugen leuchtete ein so reines, treues Gemüt, eine so innige Liebe, daß es dem starken Manne fast übermenschlich schwer erschien, sie nicht an sich zu ziehen und ihr zu sagen, wie er ohne sie nicht zu leben vermöge. Aber es mußte sein, um ihrer selbst willen mußte er seine Leidenschaft überwinden. Da erscholl draußen die kühle, ruhige Stimme des Grafen und erschrocken machte sich die Gräfin aus den sie umschlingenden Armen los. „Papa kommt, flüsterte sie erregt,„sprechen Sie mit ihm, um Gotteswillen!“ „Seien Sie ruhig, mein teurer Liebling, ich will alles thun, was mir möglich ist.“ Als der Schloßherr gleich darauf eintrat, fand er seinen Gast allein beim Frühstück und begrüßte ihn lebhaft. „Guten Morgen, lieber Welheim, gut geruht? Aber warum ist meine Tochter nicht hier, um die Honneurs zu machen? Pardon bester Rittmeister, aber sie vernachlässigt ihre Hausfrauenpflichten, aber Vetter Giulays Besuch entschuldigt sie heute. Sie weiß um seine Wünsche.“ „Der Graf will um Gräfin Maria werben?“ Fortsetzung folgt. — Damenkleider aus Stroh sind das Neueste in Paris. Gegenwärtig ist im Palais des Tiffus in Paris ein Kleid aus Stroh ausgestellt, welches das Interesse der Damen im höchsten Grade erregt. Erfinder dieser Neuheit ist der junge Schneider Schubatz. „Das Stroh,“ sagt er, ist ungemein leicht zu verarbeiten und nimmt jede Form an, die man ihm zu geben wünscht. Wir haben längst den Strohhut, warum sollte man aus demselben Material nicht auch ein vollständiges Kleid fertigen können? Ich machte mich an die Arbeit und es gelang.“ — Ueber einen Konflikt zwischen Offizieren und Zivilisten berichtet die„Ostsee=Ztg.“: Am Finkenwalder Bahnhofe gerieten die Fleischermeister Berg und Dallmann mit mehreren Offizieren in Konflikt. Einer der Offiziere zog seinen Degen, Berg entriß ihm jedoch die Waffe und gab sie an., worauf beide davonliefen. Der Offizier beauftragte Trainsoldaten, die Fleischer zu verfolgen und ihm seinen Degen zurückzubringen. Die Soldaten schlugen Dallmann mit ihren Seitengewehren nieder und nahmen ihm die Waffe wieder ab. ., ein 31 jähriger, erst seit Kurzem verheirateter Mann, hat so schwere Verletzungen davongetragen, daß er ihnen Tags darauf erlegen ist. — Abgestürzt. Am Mürtschenstock im Glarnerland sind Sonntag zwei Studenten der Chemie vom Polytechnikum Zürich abgestürzt. Die ausgesandte Hilfsmannschaft fand am Dienstag zuerst einen Rucksack und am Mittwach endlich die beiden Leichen. Die Verunglückten heißen Aug. Kopelhuber von Tamins(Graubünden) und Ed. Salinger von Zürich. Kopelhuber stand unmittelbar vor der Doktorprüfung.„„„ — Ein grausames Experiment an Kranten wird vom„Vorwärts“ an die Oeffentlichkeit gezogen. Im„Archiv f. klin. Medizin“ berichtet Dr. Stubell, erster Assistent an der medizinischen Klinik in Jena, über einige Fälle von Harnruhr mit hochgradig gesteigertem Durstgefühl. Ein Patient wurde in ein kleines, vergittertes und gut verschlossenes Zimmer im Dachgeschoß der Klinik gebracht und ihm kein Wasser gereicht. Einmal trank der Kranke, als der Durst zu groß wurde, 1400 Kubikcentimeter seines eigenen Urins, und am letzten Tage des Stoffwechselversuchs riß er eine eiserne Gitterstange am Fenster aus, gelangte aufs Dach, von da ins Wärterinnenzimmer und wurde dort noch, schreibt Dr. Stubell, rechtzeitig überrascht, als er eben an die Wasserleitung eilen wollte. Das Gesicht war wie ausgetrocknet, Augen und Wangen tief eingesunken, Puls kaum fühlbar, überall im Körper Schmerzen, die Gelenke wie steif.— Selbst Standesgenossen des Dr. Stubell mißbilligen sehr entschieden ein derartiges Vorgehen, das namentlich Dr. A. E. Neumann=Berlin in der„Med. Reform“ bekämpft. — Grönland=Expedition. Der deutsche Marineleutnant Amdrup hat am Donnerstag von Kopenhagen aus seine zweite Grönland=Expedition auf dem Schiffe„Antarctic“ angetreten. Neun Gelehrte nahmen an der Expedition Teil. — Die Torpedodivision, deren Rheinfart sich dem Ende nähert, traf Donnerstag in Xanten ein. In den letzten Tagen hielten die Schiffe sich in Wesel auf..u66 u wit — Der Schnelldampfer„Deutschland“, der am Mittwoch flott geworden war, ist nach einer Stettiner Meldung am Donnerstag wieder angefahren. — Von einer Brandstiftung in der Weltausstellung wird aus Paris berichtet. In dem Zubehör der Weltausstellung in Vincennes bemerkten in der Nacht zum Donnerstag die Wächter einen Feuerschein im Innern des Gebäudes, in dem Eisenbahnwagen Deutschlands und Oesterreichs ausgestellt sind. Sie fanden den Holzfußboden in Flammen und allarmirten die anderen Wächter. Es gelang den Brand zu löschen, ehe er die Wagen und Maschinen erreicht hatte. Der Kommissar, der am Morgen den Ort absuchte, fand einen Holzkloben, der in eine leicht entzündbare Flüssigkeit getaucht war. Das Feuer war also angelegt. Volkswirtschaft, Handel und Industrie. Dortmund, 11. Juni. In der heute Nachmittag im Kasino abgehaltenen außerordentlichen Generalversammlung der Aktiengesellschaft„Luise Tiefbau" waren durch 5 Aktionäre 10 650 Stimmen vertreten. Es handelte sich nur um eine Aenderung des§ 7 des Statuts, den Vorstand betreffend. Es wurde dem jetzigen Wortlaute des betr. Paragraphen hinzugefügt: Der Vorstand wird vom Aufsichtsrat bestellt. Es gab dann der Vorsitzende, Herr Geheimrat Harz, noch Mitteilungen über den Stand des Unternehmens. Auf Zeche„Luise Tiefbau“ nehme der Betrieb seinen geregelten Gang. Die Zeche„Wiendahlsbank“, die im vergangenen Jahre noch 91000 Mk. Zubuße erforderte, sei jetzt soweit, daß sie Ausbeute liefere, es sei ein Ueberschuß von 20000 Mk. erzielt. Mit der Zeche„Hamburg“ habe ein Feldaustausch stattgehabt, außerdem sei für unberechtigten Abbau aus früherer Zeit eine Entschädigung geleistet. Dem nächst werde die neue Wasserhaltung angelassen werden, wodurch auch ein ausdehnbarer Betrieb erzielt werde. Eine Zentralkondensation sei im Bau, sie werde nach ihrer Fertigstellung den Selbstverbrauch wesentlich herabmindern. Auf Zeche„Bruchstraße“ sei man mit aller Gewalt mit der Ausrüstung des südlichen Feldes beschäftigt. Auf der 3. und 4. Sohle seien zahlreiche Flöge in guter Beschaffenheit durchfahren, auf der oberen Sohle zeige sich das Flötz 14 in sehr guter Beschaffenheit. Es sei schon im Oktober d. J. auf eine erhöhte Förderung zu hoffen, im nächsten Jahre hoffe man auf eine Tagesförderung von 900 Tonnen, in einigen Jahren werde, wenn auch nach Beschaffung einer großen Wasserhaltung ein anderer Feldesteil aufgeschlossen werden könne, eine Tagesförderung von 1000 bis 1200 Tonnen zu erzielen sein. Der Ueberschuß des gesamten Unternehmens mit Ausnahme Wiendahlsbank, für welche Zeche noch eine besondere Rechnung geführt wird, betrage bis Ende Mai 487902 Mk. gegen 328 369 Mk. im Vorjahre. Ein Auktionär richtete schließlich an den Vorstand die Frage, wie es sich mit der in dieser Ztg. ausgestellten Behauptung verhalte, Luise Tiefbau werde, wie der Vorstand in einer Steuerreklamation angegeben habe, im Jahre 1907 abgebaut sein. Der Direktor Herr Sattelmacher bemerkt hierzu, es sei im Jahre 1887, als die Zeche ungemein hoch besteuert worden, in der Reklamation ein Gutachten mitgeteilt worden, die Zeche werde nur noch auf 20 Jahre Kohlen haben. Das würde mit dem Ihe 1907 stimmen. Die Gutachter hätten sich aber geirrt,„Luise Tiefbau“ habe noch auf 15 bis 20 Jahre über diesen Termin hinaus soviel Kohlen, um bis dahin die heutige Förderung beibehalten zu können.(Siehe unter Hombruch„Gemeinderats=Sitzung“ in d. vor. No. d. Ztg.) Weiter wurde mitgeteilt, daß auf der Ziche„Bruchstraße“ bis zu 800 Mtr. Teufe nach markscheiderischer Berechnung 26 Millionen Tonnen Kohlen anständen, rechne man auf einen sehr hohen Verlust, so blieben doch roch 19 Millionen Tonnen. Zeche Gottessegen bei Löttringhausen. Nach dem Geschäftsbericht pro 1899 betrug die Kohlenförderung 150639 Tonnen, 28 289 Tonnen mehr als im Vorjahre, der Selbstverbrauch 10782 Tonnen; zur Brikettfabrik wurden 40,834 Tonnen abgesetzt, welche 44 126 Tonnen Briketts herstellte. Den Einnahmen in Höhe von 1 555 852 M. stehen 1 120 405 M. Ausgaben gegenüber, so daß sich ein Betriebsüberschuß von 435 446 M. ergiebt. An Ausbeute wurden 270000 M. verteilt. 16224 M. wurden für Abschreibungen verwandt und 46224 M. für außergewöhnliche Ausgaben bezw. für Grunderwerb verausgabt. Am 31. Dezember 1899 betrugen die Aktiva 287104., die Passiva 82018., verbleibt mithin ein Aktivbestand von 205086 M. Der gesamte Grubenbetrieb hat sich im vergangenen Jahre in durchaus befriedigender Weise weiter entwickelt. In der 3. westfälischen Bauabteilung ist der Sattelnordflügel des Hauptflötzes mit dem westlichen Hauptquerschlage bei regelrechter Ablagerung und gutem Nebengesteine durchfahren. Man ist damit beschäftigt, dort im Hauptflötze den Durchschlag mit der 2. Tiefbausohle herzustellen behufs Herrichtung des Bremsberges. Die günstigen Aufschlüsse gestatteten eine Erhöhung der Beteiligungsziffer im Kohlen=Syndikate von 153408 Tonnen auf 180000 Tonnen zu beantragen, und ist diese Erhöhung mit dem 1. Oktober 1899 zugebilligt. Die Einrichtungen gestatten auch diese erhöhte Förderung in einer Schicht zu bewältigen. Ganz erreicht ist diese Förderung noch nicht, weil es an Arbeitern mangelte. Ein in der Nähe der Zeche an der Chaussee gelegenes Grundstück von ca. 11 Morgen Größe ist mit den darauf stehenden 3 Gebäuden für 45000 M. angekauft. Die Gebäude bestehen aus 2 Doppelhäusern für 6 Beamten=Wohnungen und 1 Arbeiterhause für 4 Familien. Dadurch ist erreicht, daß nunmehr sämtliche Beamte in der Zeche gehörigen Häusern Wohnung gefunden haben. Leben und Treiben in New-York und Umgegend. Beschrieben von A. Etmer. (Fortsetzung.) Unter diesen Verhältnissen hat der„Vegetarismus“ nur sehr wenige Anhänger in den Vereinigten Staaten gefunden. Nur einige vereinzelte Familien nähren sich von Pflanzenkost und brauchen dabei nicht für den Spott der Nachbarn zu sorgen, die ihre konsistentere Nahrung nicht entbehren wollen und sich dann über die armen Schlucker lustig machen. Bei der scharfen Konkurrenz im Handel und Wandel und bei dem fertwährenden Auftauchen neuer Geschäfte und Unternehmungen aller Art ist es natürlich unumgänglich notwendig und geboten, dem Publikum die Ware aufs beste anzupreisen und deren Vorzüge ins hellste Licht zu setzen. Darin ist nun der Amerikaner unbestrittener Meister und er vervollkommnet sich noch von Tag zu Tag in dieser Kunst. Amerika ist die Wiege und Heimstätte des Reklamewesens, und es ist bewundernsweit, was darin an Originalität und Ausdauer geleistet wird, ohne indes damit sagen zu wollen, daß die Erzeugnisse einer immer geschäftigen, erfindungsreichen Phantasie stets der Nachahmung wert sind. Der sonst so nüchterne, bedächtige Amerikaner, der an nichts'aubt und glauben will, verlangt seltsamerweise die plumpsten Reklamemittel, wodurch sich der große Haufe gar leicht zum Kaufe bewegen läßt. Der Matador aller Reklamemacher, der noch unübertroffene Barnum, wußte durch seine theatralischen Umzüge und Schaustellungen so sehr das allgemeinste Interesse zu erregen, daß er stets ein total ausverkauftes Haus hatte. Freilich gab er auch, nach Berichten amerikanischer Blätter, ungeheure Summen für die Vorstellungen, für Plakate, Annoncen usw. aus; im Verlaufe eines einzigen Jahres soll er die Summe von 6375000 Mk. zu diesem Zwecke verausgabt haben. In einer dieser sogenannten Barnums Shows, welche er von Zeit zu Zeit zur Anregung der Menge zu veranstalten pflegte, zählte man nicht weniger als 20 prächtig aufgeputzte, mit Glocken und Purpurdecken behangene Elefanten. Ihnen folgte eine große Reihe von Wagen, deren Insassen die Mitglieder seines Zirkus' waren. Sie wurden von herrlichen Pferden gezogen und erweckten sogleich die Aufmerksamkeit der nach tausenden zählenden Zuschauer. Die Wagen waren auf der Außenseite ganz mit Goldblech bezogen und und im Innern mit leuchtendem, roten Plüsch bekleidet, was einen sehr wirkungsvollen Effekt hervorbrachte. Das Ganze gewährte eine höchst ansprechende Abwechslung und Zerstreuung und wurde andern Tags bis ins kleinste Detail in den Zeitungen beschrieben, zur Kenntnisnahme weiterer Kreise. Um zum Ankaufe zu bewegen und das Interesse des Publikums zu erregen, werden einem bei jedem Ausgange in New=York die mannigfaltigsten Reklamegegenstände in die Hand gedrückt und unentgeltlich unter die Borübergehenden verteilt. Die Buchhändler verschenken illustrierte Hefte, Zeitschriften, Witzblätter, Kochbücher, Noten u. s..; sie verteilen umsonst Recensionen und Geschäftsanpreisungen, wofür sie natürlich hohe Prozente bekommen, kurz alle möglichen Drucksachen. (Fortsetzung folgt.) Tausende Anerkennungsschreiben von den Consumenten und den ersten Chemikern über den echten Panama=Holz=Wasch=Extract von Grümer& Neu, Barmen, geben Zeugnis von der unerreichten Waschkraft und bleichenden Wirkung dieses Waschpulvers. Nr. 24. Ein Bi welches am haven vom getauft wurd ist und in ih einer Konsole oben ausläuf die deutsche? Seiten das C Fürsten, desse neue Oder am 21. März bedeutendsten ist sie zugleich trat. Sie be gleichen festen schiffen bestim Arme geteilter postament auf Arbeit reich 6 Dem großen auch im schwa worden und z Unterbau. De kaiserlichen Ge Wilhelm=Denki Sansibar der 1 auch während schem Besitz.— Mohammedane wenigstens in Neues von der Woche. Bildnis Kaiser Friedrichs ist am Bug des Kinienschiffes, selches am 1. Juli 1896 auf der Kaiserlichen Werft zu Wilhelmshapen, vom Stapel lief und auf den Ramen des großen Dulders gelauft wurde, angebracht. Diese Büste, welche aus Holz geschnitzt iner enfeagen ne den Ueberzug dem Marmor gleicht, ruht auf emer Remen, von der aus vergoldetes Blattwerk seitlich und nach als Rahmen des Bildnisses und über dem Haupte die deutsche Kais###rone tragend. Ein Marschallstab schließt zu beiden gürden, Jesenrgomen u Jeichen der miltärschen würde des neue#f undenken zu, zeutschen Volke unvergeßlich ist.— Die . v e r b r ü c k e i n S# e t t i n i s t n a c h a n d e r t h a l b j ä h r i g e m B a u um 2. März cr. dem Veriehr übergeben worden und zählt zu den bedeutendsten neueren Bauten dieser Art in Deutschland. In sie zugleich die erste massive Brücke, welche an Stelle der hölzernei trat. Sie beginnt am Bahnhofsvorplatz und überquert in drei schiffen besimmne. Pesenz und einer zum Durchlassen von Segel. chifen Lesummten Rlappbrücke von(8 Meter Weite den in zwei Arme geteilten etwa 180 Meter breiten Oderstrom. Die durch Granitpostament auf den Uferpfeilern, sowie durch Embleme in KunstschmiedeArbeit reich geschmückte Brücke hat ca. 1400000 Mark gekostet.— Dem großen ersten Kanzler des Deutschen Reiches ist nun auch im schwarzen Erdteil, im fernen Ostafrika, ein Denkmal errichtet werden und zwar in Gestalt einer prächtigen Büste auf massivem se#, Das Denkmal steht bei Dares=Salaam, dem Sitz des lafserlichen Gotverneurs. Die Stadt besitzt auch bereits ein Kaiser Wilhelm=Denkmal. Dar es=Salaam wurde 1885 vom Sultan von auch während des Araberaustanden Deseschast überlasen und blieb Jährer= err Ekartraufslandes i. J. 1888 unausgesetzt in deutschein Besitz.— Rairo und die Mekkapilger. Des strenggläubigen Mohammedaners Sinnen und Crachten ist darauf gerichtet, einmal wenigstens in seinem Leben die Geburtsstätte seines Oropheten in eichte i wezu er übrigens auch nach seiner Religion ver....„„Die Fahrt und die Vollziehung der Umzüge um die Nauba, das rheiligtum der Mohammedaner in Aekka, wird Hadsch Die neue Oberbriiche in Ptettin. ssumg viner phetographischen Aufnahme von H. Husenbeih in Steitin. genannt. Unser Bild auf Seite 2 zeigt die Abreise einer Oilgerschar in Kairo. In prunkvollem Aufzuge begiebt sich der mächtige Zug mit dem kostbaren religiösen Schmuckstück. dem heiligen Teppich, auf die Reise.— Die Corpedoboots flottille, dieauf Befehl des Kaisers von Riel aus rheinabwärts dampfte, um der binnenländischen Bevölkerung einen Gruß Sallienest von der See zu bringen. Nach einer photographischen Aufnahme von Arthur Renard in Kiel. allenthalben auf ihrer Jahrt mit lebhaften Rundgebungen be„rner. Die Gevölkerung hatte natürlich auch ein großes Interesse an der Einrichtung der Fahrzeuge und den Geschützen. Besonders die Maximkanonen, über deren Konstruktion unsere Leser hinlänglich unterrichtet sind, waren Gegenstand all gemeiner Aufmerksamkeit. Leider vermochte die Hlottille nicht bis Straßburg zu gelangen.(S. Bild Seite 2. Die Sonnenblume als Kulturpflanze. In Rußland wird seit[842 in den Gouvernements Woronesh, Ssaratow, Cambow, Ssimbirsk, Ssamara, Jekaterinoslaw, Ooltawa, im Donise und Ural=Gebiet, in einigen Gegenden des nördlichen Kaukasus die Sonnenblumenkultur in bedeutendem Umfang getrieben, so daß.(eon Ende der 70er Jahre im europäisage. Leußlang etwa 80000 Dessiatinen=— 8700%z ZHpgg,0 g, bepflanzt waren, die durchschnittlich =]040000 Rilogramm Samen Schätzt man den mittleren Samen auf 75 Ropeken= 2,4] Mark, so hat der jährliche Ertrag der Songggsogop gigr Wert von 6000000 Rubel= 199288.##urk. — Alan sieht, daß sich aus der bei uns so gering geschätzten Sonnenblume etwas ganz Einträgliches machen läßt. Es soll übrigens nicht unerwähnt bleiben, daß man in Rußland zwei Soi Sonnenblumen unterscheidet. Aus der einen feinkörnigen Sorte wird Oel gewonnen, während die andere grobkörnige—„Hundszahn“ genannt— eine beliebte Dolksspeise ist. Auch von Krankheiten blieb die Oflanze infolge mehrjähriger ununterbrochener Kultur auf demselben Olatze nicht verschont; ein Darasit(Puccinia discordearum) bewirkte verschiedene Mißernten. Nichts. destoweniger gilt die Rultur als eine böchst einträgliche. Bei einer mittleren Ernte von 100 Pud= 1638 Rilogramm 5 Die Abroise dse hoiligen Besichtigung einer Marim-Ranene einse Cerpebebeste auf bem Rhein. und einem Oreise von 75 Ropeken bis zu] Rubel das Oud macht der Brutto-Ertrag 75 bis 100 Rubel die Dessjatine oder von 220 bis 290 Mark den Hektar aus. Da die russischen Bauern da und dort die Oelgewinnung selbst in die Hand nehmen, so steigt die Einträglichkeit hierdurch noch ganz bedeutend. Die Oelkuchen dienen als gut bezahltes Diehfutter, das in Massen ins Ausland ausgeführt wird. Aus dem Gouveine nent Saratow z. B. werden jährlich bis 500000 Dud Sonnenblumenkuchen ins Ausland verkauft, wo aus ihnen nochmals ein Oel zu Farben gepreßt wird, die nachbleibenden Cräber aber dem Dieh verfüttert werden. Aus früheren Jahren seien folgende Zahlen angeführt: im Jahre 1875 Ausfuhr von 105/66 Oud= 819(63 Rubel, 1881 1718672Oud = 1791085 Rubel. Se###em sind bekanntlich die'e Zahlen noch hoch gestiegen. Schließlich möge noch (Rieweh genannt) von Kairo nach zuohka. bemerkt sein, daß sogar die Samenhülsen dieser„Universalpflanze" in Rußland ausgenutzt werden blumenkultur bei uns noch keinen Eingang gefunden hat. Warum haben die Neger so weisse Zähner Diese frage beantwortet Dr. Haffin, ein guter Renner afrikanischer Verhältnisse, damit, daß die Neger auf ihre Jähne große Sorgfalt verwenden. Mindestens 45 Minuten täglich braucht der Neger zum Dutzen seiner Jähne. Am Morgen, wenn er aufsteht, und nach jeder Mahlzeit spült er sich den Mund sorgsam aus, und wiederholentlich reibt und putzt er seine Zähne mit trockenem Sand und einem Zahnstäbchen. Dieses, hergestellt aus einer sechs Zoll lang, von einer entsprechenden Dicke und an beider Enden gekaut. Man bedient sich desselben, um die Zähne zu putzen und ihre Zwischenräume zu reinigen. Jeder Eingeborene besitzt übrigens die Ansicht, daß die Zahnstäbchen desto besser werden, je mehr sie gebraucht sind. Wenn klaren Na so sind wi überhaupt den Fixster geartete&E mels wahr schwomme wie die 1 Nebelwölk Firmament Große Aus mit unbew paar der# bildern des auch diese nehmen wiso vergröße haben in di „Nebelflecke nördlichen großer Zah vor allen Rapwolken bewaffneten denen der 20° und ein der kleinere ähneln beso und waren bekannt. D eines persisch Ochse“. Au ist reich an Den erste 5. Dezemb Augen. Es bildes der A bekannt, daß 30. August zwischen dem neuer Stern 5. bis 6. Gr stärksten Derd völlig andere Monate nah innerhalb eine (Mayer) glat deckte, einen dessen Ausseh der seltsamern Aehnlichkeit einbüße, inde helleren, gege weißlichen Sch 618, fand C Nebelfleck im im Jahre(656 von dem vorig über die eiger zückung.„Mir er seine Entde gekommen, w niemand beack des Orions wi Sterne aufgene von 75 Ropeken das Oud macht ag 75 bis 100 satine oder von lark den Hektar ussischen Bauern e Oelgewinnung and nehmen, so zlichkeit hierdurch utend. Die Oelils gut bezahltes in Massen ins ührt wird. Aus ent Saratow z. B. bis 500000 Dud ichen ins Ausland s ihnen nochmals ben gepreßt wird, den Cräber aber stert werden. Aus i seien folgende rt: im Jahre (05 166 Oud= 881 1718672Oud bel. Se####em sind Zahlen noch hoch ießlich möge noch sogar die Samen lusgenutzt werden im übrigen auch Blumenteller vernag einen füglich zlands die Sonnennden hat. de Zähner uter Renner afrikaihre Jähne große täglich braucht der , w e n n e r a u f s t e h t, sorgsam aus, und hne mit trockenem lt aus einer Wurzel, dicke und an beiden die Zähne zu Eingeborene besitzt erkommenden Falles ern giebt es sogar die an einer ben Negern herrscht to besser werden, je Sinsamkeit.* Cief unten in farbiger Meeresflut, In der Muschel verschlossenem Hause, Die Oerle, die unschätzbare, ruht— Hört nichts von der Wogen Gebrause. O glückliches Los, so traulich allein In tiefer Stille begraben! Ich sprach:„Ich möchte die Oerle sein! Sie sprach:„Ich möchte sie haben! + Die Uebel des Weltalls.— enn wir unseren Blick in einer besonders se und wir Sternenhimitnel richten, überhaupt dur gunde sesebt, daß unsert Augen den Airstern da sind um sande, außer geartete caen und Planeten auch einige anders. e ue bebude an gewissen Ceilen des Himmers Wahrzunehmen. Es sind dies kleine, verie Sie Prischstrase. enselben Material gebildet zu sein scheinen, Nebelwölkchen vergleichbar, die hoch oben am den Sternen schweben. Wite hnrchemasieten paar der größten, Augen sehen bit nur ein bildern des Grion diesenigen in den Sternguch diese Weiea und der Andromeda, und ana, Cleft nur unter günstigen Verhältnissen; nehmen wir aber ein gutes Fernrohr zur Hilfe, sich die Zahl beträchtlich. Wir Nebelfecken“ ngegn d di denannten nördichen wie; weiche sowohl am am„judlichen Himmel in großer Ja., vertreten sind. An letzterem treten Rapwolken hervor, zwei helle, schon dem unksmaffeten Auge sichtbare Nebelfsecken, von 2o und eine uegesc über eine Länge von 20° und em Greite von 60 erstreckt, während der kleinere etwas über halb so groß ist. Beide ähneln besonders hellen Teilen der Milchstraße bekaung: Diaanuen Jahrhundert großere Wolke führt im Werke Ochser Auch das Stern... ist reich an Rebeissecken. Juustran Augen. Es war dies der Nebelfleck des Sternbeskconnt,. Haß in August 1s8s einer Mitte in der Nacht des zwischen dem 18. uc einer anderen Angabe neuer Stern aufsiamms.bich en 5 bis 6. Größe, nin: Verselbe wor etine särsen Dardsichtung u d niähe der „Vereichlung und gab dem Nebel eine dere Gestalt. Im Laufe der nächsten iunerhalb eines Jahres d de Jedch (Mayer) glaubei schwand er. Marius decste, einen“ us er den Rebelseck entdessen Aussehene aussefunden zu haben. der seltfan einem wölichen gleiche und Rehnlich im Fernrohre erst recht jede inbüisg einem gewöhnlichen Sterne belleren, inem man nur einen in der Mitte weislichen Schein ers. under hin schwächeren, 618, fand Crsat.. Sechs Jahre späler, Rebeiseck im Gr: Iusostadt den großen im Jahre 1656 grd“ und 40 Jahre danach, m Bahle(25, erblickte Lurgens, unbeeinflußt von dem vorigen, denselben Nebel, und geriet ber die eigenartige Erscheinung fast in Der zückung.„Nir ist in den Fixsternen", beschreibt er seine Entdeckung,„eine Erscheinung vorgekommen, welche meines Wissens noch von niemand beachtet worden ist. Im Schwerte des Orions werden von den Astronomen drei Sterne aufgezählt, die sehr nahe aneinander Von F. Clemens. liegen. Als ich nun zufällig... den mittleren dieser Sterne durch mein Fernrohr betrachtete, zeigten sich mir statt eines einzelnen Sternes zwölf, was allerdings nichts Seltenes ist. Don diesen waren wieder drei fast einander berührend, und andere vier leuchteten wie durch einen Nebel, so daß der Raum um sie her viel heller erschien, als der übrige Himmel. Dieser war gerade sehr heiter und zeigte sich ganz schwarz; es war daher die Erscheinung, gebe es hier eine Geffnung, eine Unterhantian# Alles dies sah ich bis auf den Heunigen Cag mehrmals und in derselben Gestalt unverändert....“ Seitdem vermehrte sich die Zahl der Nebelfleck=Entdeckungen unausgesetzt, und mit der zunehmenden Kraft der optischen Instrumente vergrößerte sie sich allmählich in die Causende. Messier, der 177 das erste Verzeichnis der Nebelflecken herausgab, zählt über 100, John Herschels Katalog 0079, jetzt kennt man über 8000. Der berühmte Astronom W. Herschel widmete zuers die Welt der Nebelflecken und Doppelsterne eingehender Beachtung. Wie Repler in dem nebligen Gebilde der bekanntlich im Fernrohr in Sterne sich auflösenden Milchstraße irrtümlich einen Rest der Urmaterie vermutete, aus der die Welten sich geformt, so erblickte Herschel in den Rebeln des Weltalls jene Ain summtungen großer Gasmassen, aus denen die Sonnen- und Olanetensysteme hervorgehen. Am Himmel, kalkulierte der Astronom, müssen die Sterne in den verschiedensten Stadien der Entwicklung vorhanden sein— und die Nebelflecken schienen ihm seine Anschauung zu bestätigen. In den blassen ausgedehnten Nebeln sah er den chaotischen Urstoff, in den Nebeln mit Nebelkernen in der beginnenden Abkühlung begriffene Massen, bei denen sich schon Kondensationsmittelpunkte im Innern gestalteten. Bei fortschreitender Abkühlung bilden sich, so nahm er an, die schon schärfer abgegrenzten, heller leuchtenden planetarischen Nebel, in einem weiteren Stadium die mit einem dichten, hellen Uern versehenen Nebelsterne, dann erfolgt Ringbildung(ringförmige Nebel) und aus den Ringen Bildung der Olaneten. Die Doppel= und mehrfachen Nebel sind die Urmaterien der Doppel- und mehrfachen Sterne. Gewiß ein recht logisches und einleuchtendes System, das sich vollkommen mit den wirklichen Verhältnissen zu decken schien. Crotzdem hielt es der Forschung nicht lange stand. Als Lord Rosse(845 für 300000 Franks seinen Riesenrestektor, den über(6 Meter langen „Leviathan“, herstellen ließ, mit dem er sich den Mond bis auf(5 Meilen herankommen assen konnte, und mit diesem Giganten den Himmel absuchte, da ergab sich sofort, daß die meisten der von Herschel für Urstoff für glühende Gasmasse gehaltenen Nebel nichts anderes waren, als Haufen entfernter Sterne, und der ganze mühsame Bau herschels brach wie ein Kartenhaus zusammen. Mit einem Schlage wechselte nun die wissenschaftliche Anschanung: man nahm an, daß alle Nebel nichts Nachdruck verboten.] als Sternhaufen seien, und daß man nur entsprechend schärferer Instrumente bedürfe, um sie sämtlich in Sterne aufzulösen. Wenn diese Annahme richtig war, wie stand es dann aber mit der Urmaterie? War denn gar keine solche im Firmament vorhanden? War die ganze Arbeit schon fertig? Oder beruhte überhaupt die Rant=Laplace'sche Hypothese von der Entstehung der Sonnensysteme aus einer ursprünglichen Nebelmasse auf einem Irrtum? Alles auf Erden ist doch in beständiger Entwickelung begriffen, wir sehen alle Körper jederzeit in allen Stadien der Ausbildung. Sollte der Sternenhimmel eine Ausnahme machen? Zum Glück für die Wissenschaft erschien da ein neues Instrument auf dem Schauplatz, das trotz seiner Unscheinbarkeit wahre Wunder eröffnen; sollte: Das Spektroskop. Die großen Ohrsiker Rirchhoff und Bunsen stellten(859/60 die Gesetze der Spektralanalpse, d. h. der Methode, aus den Spektren, den farbigen Streifen oder Linien, die stoffliche Beschaffenheit der Himmelskörper zu erkennen, endgiltig fest. Bei der Anwendung der neuen Methode auf die Nebelflecken gelangte man zu der Erkenntnis, daß in der Chat ein Nebel aus glühender Gasmasse bestehe, während allerdings die erheblich größere Menge in Sterngruppen auflösbar ist. Die ersteren zeigen nämlich nur ein aus einigen hellen Linien bestehendes Spektrum, wie solches von glühenden Gasen oder Dämpfen hervorgebracht wird. So war die Existenz wirklichen Sternbildungsstoffs nicht nur erwiesen, sondern wir erhielten auch über die Natur der Stoffe, welche die Nebel und andere Himmelsphänomene zusammensetzen, untrügliche Auskunft, da jeder derselben sein eigenes Spektrum besitzt. Mit Hilfe des Spektrums ist es auch gelungen, näheres über die Bewegung der Nebelflecke zu ermitteln. Aus den Verschiebungen der Linien im Spektrum entweder nach Rot oder Diolett ist zu erkennen, ob ein Himmelskörper sich uns nähert oder sich von uns entfernt. Daher wissen wir, daß ein Ceil der Nebel sich uns nähert, der andere sich von uns entfernt. Auf Grund der Linienverschiebungen versuchte man sogar, die Schnelligkeit der Bewegung zu messen, und fand für die bisher gemessenen Nebel eine Bewegung von 1,7 bis zu 58,0 Kilometern in der Sekunde. Eine Rotation der Nebel hat dagegen noch nicht nachgewiesen werden können, wie auch ihre Entfernung von der Erde und die Ausdehnung und Größe noch nicht einmal annäherungsweise festgestellt ist. Freilich versuchte herschel auch bezüglich der ungefähren Entfernungen Aufklärung durch eine sinnreiche Methode der Abschätzung zu schaffen, doch sind die Resultate derart unsicher, daß sie im Grunde nur als Zahlenspielerei erscheinen. Es kommen da nicht mehr bloß Millionen Meilen, sondern Millionen Lichtjahre in Betracht, d. h. die betreffenden Nebelflecken befinden sich in so entlegenen Fernen, daß das Licht, das die 20 Millionen Meilen von der Sonne zur Erde in 8¼ Minuten zurücklegt (bekanntlich beträgt die Geschwindigkeit des Lichts 311000 Rilometer in der Sekunde), Millionen Jahre brauchen würde, um zu uns zu gelangen, woraus denn wieder erhellen würde, daß wir solche Nebelflecke heute nicht so sehen, wie sie in Wirklichkeit sind, sondern wie sie vor einer Million oder mehreren Millionen Jahren ausgesehen haben. Soweit es sich allerdings um uns im Fernrohr als Sternhaufen erscheinende oder mit Hilfe der Spektralanalvse als solche erkennbare Nebel handelt, die in Wirklichkeit gewaltige Fixsternsrsteme gleich dem unserer Milchstraße darstellten, könnte man Entfernungen, wie die angedeutete, wohl glaubhaft finden. Und daß wir in manchen Nebeln in der That ähnliche Erscheinungen vor uns haben, beweist uns ihre unserem eigenen Fixsternsrsteme sich nähernde Form, das bekanntlich eine linsenförmige Gestalt hat.„Würden wir uns nun“, führt Dr. E. Weiß aus,„aus diesem Systeme in einer Richtung senkrecht auf die Ebene der Milchstraße entfernen, so würde es allmählich die Gestalt eines planetarischen oder noch wahrscheinlicher ringförmigen Nebels annehmen. Würden wir hingegen in der Ebene der Milchstraße zurückweichen, so würde unser Fixsternhimmel zu einem spindelförmigen Nebelfleck, bei Entfernung in schiefer Richtung würden wir einen ovalen Nebel erblicken usw.“ Dadurch erklären sich uns auch einigermaßen die vielfachen Gestalten der Nebelflecke, die man nicht nur in auflösbare und unauflösbare (echte), sondern auch nach ihrer Gestalt in regelmäßige und unregelmäßige einteilt. Jenachihrer Form spricht man von spindelförmigen, runden, ringförmigen Spiralnebeln u. s. w. Neben Nebelmassen ohne deutliche Begrenzung finden wir solche mit hellen Lichtknoten oder Nebelkernen im Innern, oder solche von scharf begrenzter scheibenförmiger Gestalt(planetarische Nebel), die fast wie Sterne aussehen, die man durch dünne Wolkenschleier erblickt, also recht eigentlich Nebelsterne, die nach Bölsche recht gut Fixsterne mit einer Nebelhülle sein können. Bei den Ringnebeln treten die Ränder schärfer hervor als das mattere Innere, auch Doppelnebel und mehrfache Nebel existieren in großer Anzahl. Ueber die wahre Gestalt der Nebelflecken brachte auch die Anwendung der Photographie neue wichtige Aufschlüsse. So ist der große Nebelfleck im Sternbild der Andromeda in seiner wahren Gestalt erst durch eine Photographie enträtselt worden. Ueberhaupt hilft die Ohotographie sogar neue Sterne stand nicht ohne schwere Beunruhigung der 2# völkerung vorüber. Es kam zu ärgen A Die Straßen-Erresse wührend dos Stroike der Großen Perliner Dtraßenbahn. und Nebel entdecken, die der Beobachtung mit dem Auge bisher entgangen waren. Die photographische Olatte ist also noch lichtempfindlicher als unser Auge, sie sieht besser als wir durch die schärfsten Instrumente. Mit ihr und durch sie werden wir unsere Erkenntnis des Sternenhimmels und seiner Wunder hoffentlich noch in vielen Stücken bereichern die Ruhestörer, sondern halbreife Jünglinge, die nur Lust daran fanden, bei günstiger Gelegenheit ihr Mütchen zu kühlen. Der Chätigkeit der Sicherheitsorgane gelang es schließlich, die Ruhe wieder herzustellen. Die Zeitungsberichte über die Krawalle waren zwar stark übertrieben. Meldungen über Verwundungen mit tödlichem Ausgange haben sich glücklicherweise nicht bestätigt. Immerhin waren die Scenen, die sich am Alexander. platz, Spittelmarkt und Rosenthaler Chor abspielten, ernst genug. Es setzte zahlreiche Verwundungen und Verhaftungen, die Menge staute sich in den Straßen, namentlich am Rosenthaler Chor, zu Tausenden und wiederholt mußte die Oolizei mit blanker Waffe einschreiten, um der tumultuierenden Menge Herr zu werden. Durch Entgegenkommen seitens der Direktion und der Angestellten wurde schließlich die Einigkeit wieder hergestellt. — und auch von den Nebeiflecken vielleicht manches Neue erfahren. noch — Der Streik der Straßenbahn=Angestettten in Berlin war ein Ereignis, wie eines ähnlichen sich die ältesten Spree=Athener nicht erinnern konnten. Leider ging der Aus— Der Chunfisch ist eine zur Familie der Miakrelen gehörende Fischgattung, die sich hauptsächlich durch ihre dicht hintereinander stehenden Rückenflossen und die großen, um die Brust eine Art Oanzer bildenden Schuppen aus. zeichnet. Der Fisch wird[—3 Meter, aber auch bis 5½ Meter lang und bis 600 Rilogr. schwer. Er lebtim Atlantischen Ozean und im Mittelmeer, wo er sich, um zu laichen, in großen Scharen einstellt. Besonders lohnend ist der Fang an der italienischen Rüste. Ein mehrere Tausend " Fuß langes Netz, das in mehrere Rammern geteilt ist, wird in der Nähe der Rüste auf der Zugrichtung der Fische ausgespannt und der ganze Schwarm durch Lärmen nach und nach bis in die letzte Kammer(Cotenkammer) getrieben, worauf die Fische zerstückelt und schleunigst eingesalzen werden. Das Fleisch des Chunsisches bildet dort ein Hauptnahrungsmittel der niederen Volksklassen. highung u ürgen Ausenergisch einäntner, die von kamen, waren ife Jündlinge, Hünstiger Ge. Der Thätigg es schließlich, Ruhe wieder rzustellen. Die eitungsberichte er die Krawalle aren zwar stark ertrieben. Mlelingen über Verundungen mit ödlichem Ausinge haben sich lücklicherweise sicht bestätigt. mmerhin waren eScenen, die sich im Alexander. atz, Spittelmarkt id Rosenthaler hor abspielten, ust genug. 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Hortsetzung.] Erzahlung von kranzesen,— aber verück ist die Persen wenzrße eige, wieder da, wir sahen die Hofkutschen vom Bahnhof kommen ebewetn de„epggen Rein Baron ist doch natüirlich auch Gar vicht vueutu. he, n. Dir in den Zwischenakten wieder mitgetommen,„Moszwerde sich ihn doch zu sehen bekommen. nicht von der Sete, emno, hiuter geworden. In großen, weißen ieber Roche wor.., und Dächer, aber nur auf letzteren slocken sel der Schnes auf Strope zicht zur Rahe kommen; was nicht blied er begen, unten vezchaufel und Besen sofort beiseite. etreten vur, brennend. mnal Schlitten“, sagte, Sibrle und sahz Ich führe hrennend gern mo..—, perchen, die lautles bedauernd vom denster aus auf die lutsigen Borge, Stag, gleißt der tr Hoch wotzi hoffentich siegen, was meins Du, Christeld= und Wircer und wieder bät sich der Ervprnz, hrisavinnertalb der letzten vier Bei Frau von Ofen wvor Sie halte von derselben ein liebens. wochen eimol wieder Jgg Bilet mit der Einladung erhalten und ied oe, besotror jieber hiungegangen, da sie sicher sem konnte, den Lpetg wox un zu treffen. Aeußerst liebenswürdig war die Baronin Baron dort vicht v.. gusiziert, etwas geplaudert— die drei den, die Christa dort verbracht hatte, waren wie im Fluge dahinStungen, vi. Cttug vort verbracht hate,, vor seiner Abreise die Baronin diese Einladung ergehen zu lassn— Pode, vel 9hei sch sehen, se wird spätern Einladungen dann auch sie wäre doch wohl stutzig geen en Aeschu zuläigughn, eushe rgzehe en Ramen Christa nach der Vorsellung ein prächtiges Vonguet übereng Dd o iu rosigster Laune während der Aufführung, ihre Brust, als wollte sie da etwas beschwichtigen, und legte sich, nach Hause gekommen, gleich ins Bett. „Sie wird doch aufhören misseg zu singen, es strengt sie 3u an, chade, be vor beut, she Calent, erwiderte Christa ernst, gaber, , sie hatte Schmerten und Stiche in Lunge und An andern Rorgen fühlte 69,.#. Sp; Pgf-uige urs Brust und war total heiser; ihr blieb nichts übrig, sie mußte sich ei e jieh, Christel, wie viel es über Nacht geschneit hat, frade mir zum Aerger. Noch solch eine Nacht und die Schlittenbahn Das war am Mittwoch. Am Sonnabend lag es dicht und weiß Straßen und Landwegen, und, da. kam auch die Einladung von der Baronin, zur Schlitenfahet im uu Zoupert in Sihllens Stube. Das jun sich dicht an den Ofen geschoben hatte, sie hatte eiskalte „Ich dente, ich sage ab, Billa, mir ist der Gedanke se „Erbarm Dich, Christel, sei doch nicht komisch!— ein „Wollen wir nicht doch lieber zum Doktor schicken, Billa p“ [Nachdruck verboten.) und hatte auf einmal eine Thräne Christa beugte sich zu ihr nieder und strich liebevol blonde Haargewirr. „Nichts, Christel,— wirklich nichts— nur so eigentümlich ist es ie babe ie vrach Pater und Muter, Bilap„Ja, nach den Eltern und... darauf, daß Du eäsch u. nen benun bes Gheaset, oe Di Aildich auscher, lage -eesthalbe He prch se ur uie au, eine Eich is Dane. kamsen Sornen vol Zur Gelty, Zie glte Belschwester. 5o, nun ziehe Dein Oelzjacket an und setze das Mardermützchen auf, damit ich ganz.fir und fertig sehe.“ „Bewahre, mich friert nur immer, und in meiner.#### kommode hämmert's; Mamuschka trinkt bei mir am Ben agee, sie „Liebe, kleine Sibrlle, auf Die Freundinnen küßten sich und dann hörte Sibylle, wie „Ausf Wiedersetzen, Materchenl— und um vos Eeagang hörte Sibylle, wie sich unten auf der Straße das Schlittengeläut in darauf der kleune, wst Pel.z„.ugen soben mit der leichten Kost, als Danen datzin. Die beiden bu,v und während sie sich mehr und hätten sie überhaupt nichts iu Behen, Zchlase, näherten, kam langsam und bedächtig der Mond über die Berge und lächelte freundlich auf eie ue par enzüick von der Sehrig sie, gab ihrer Enpfndung Stau von Ofen 9ogennverz, grwiderte diese,„wie finden im Schlosse uind wos dos behe) zafe,— ich habe den Schloßverwalter benachrichtigt. Rommt man unerwartet, ist natürlich alles finster „Siehen die Räume des Schlosses denn jedem Besucher zur ebe vo, borgr rum aber zutälig heute auch draußen wäre, das nende een Ve. us aun dinr die lich uns un. Wege gehen, aber außerdem ist er ein liebenswürdiger herr, der Beluch, inlonderbeit Dowenbesugie zu Gesichzt bekommes meinte Chrisa. Ueber der Baronin Gesicht zog ein malitiöses Lächeln, das der daß Sie sich desen eriungern wi zus großer Damenfteund— un galant homme, wie man so sagt— auch reüssiert er stark bei den Frauen.“ quant à son part— er „Viel Ehre für mich“, versetzte Christa lachend,„Bühnenerfolge, 7 soll er geäußert haben, er hätte mich in Homburg persönlich kennen gelernt,— einfach unmöglich, ich besinne mich vergeblich, wo und wann das gewesen sein könnte.“ „Dielleicht fällt es Ihnen doch noch einmal ein— sehen Sie dort, das Schlößchen kommt zum Vorschein, wie gastlich die erleuchteten Fenster uns grüßen!“ ein reizender Anblick, der sich den Damen darbot. Das Schlößchen, im Rokokostil erbaut, lehnte sich mit der Rückseite an bewaldete, sanft aufsteigende Bergrücken. Der pavillonartige Mittelbau mit seinen verschnörkelten Ornamenten hatte im Obergeschoß hochgewölbte, kirchenartige Fenster, während der Unterbau mit säulengetragener Vorhalle die weite Zimmerreihe zurücktreten ließ. Die beiden Seitenflügel waren niedriger gehalten, ihre regelmäßige Fensterfassade mit Schnörkeln und Sculpturen prunkvoll verziert, wie der Oberbau. ". dem Portal breitete sich ein Rosenrondel mit mächtigem Sanosteinvecken, welches zur Aufnahme des funkelnden Sprühregens diente, den der im Mittelpunkt stehende Criton zur Sommerzeit ausspie. Jetzt war alles mit Schnee überdeckt, er selbst und die hohen Steinbilder, die das Becken umgaben, auch der schattige Laubgang, der von hier in den weiten Oark führte. Aus einem der breiten Mittelfenster strahlte heller Lichtschimmer, auch war die Halle erleuchtet und der rechte Seitenflügel. „Liegt es nicht entzückend?“ fragte die Baronin. „Ganz reizend! Der Verwalter scheint ja aber für uns das halbe Schloß illuminiert zu haben; oder sind es des Orinzen Räume, die wir von hier aus sehen?“ Die Baronin nickte. „Die untere Etage ist für zufällige Gäste— die erhellten Fenster oben zeugen von des Orinzen Gegenwart.“ Nun hielten sie schon. Der Diener sprang ab und geleitete die Damen durch die große Eingangshalle in den Seitenflügel. Eine Flucht von Zimmern that sich vor ihnen auf. Christa blieb erstaunt auf der Schwelle stehen und verbeugte sich fast zu tief vor einem alten Herrn, der in feierlich schwarzer Kleidung die Damen empfing. Die Baronin grüßte herablassend liebenswürdig. „Guten Tag, Hauptmann, sind wir die einzigen Gäste oder ist Se. Hoheit zufällig hier?“ „Se. Hoheit ist vor einer Stunde angekommen und oben in höchstseinen Appartements abgestiegen.“ „Nun, wir stören Se. Hoheit nicht, wir machen es uns hier bequem, kommen Sie, Fräulein Bernow!“ Sie durchschritt das erste Zimmer und ließ sich dann erst Oelz und Umhüllungen abnehmen. „Wünschen die Damen hier Olatz zu nehmen?" fragte der alte Herr. „Was meinen Sie, Fräulein Bernow, ist's hier nicht traut?“ „O gewiß, gnädige Frau.“ „Dann lassen Sie hier für uns servieren, Hauptmann, wir sind durchfroren und hungrig, eine Casse Raffee wird uns nach der fahrt gut thun.“ Der Alte verbeugte sich und wandte sich zum Gehen. „Wie steht's und geht's bei Ihnen, Hauptmann“, rief ihm die Baronin nach,„noch alles beim Alten?“ „Danke, gnädige Frau, für die gütige Nachfrage, leider alles im alten Geleise.“ „Ich komme später einen Augenblick zu Ihrer Frau, die böse Gicht hält sie also noch immer auf den Stuhl gebannt?“ Frau Baronin, sie wird sich Ihrer Teilnahme freuen.“ „Wer ist der herr?“ fragte Christa, nachdem er gegangen. „Der Schloßverwalter— pensionierter Hauptmann. Seine Frau war eine Schönheit ersten Ranges— der böse Leumund nannte sie oft mit dem Herzoge in einem Atem, nun— ich habe es nie geglaubt! Jetzt ist die arme Seele schon seit Jahren gelähmt.“ „Aber hier ist's mollig“, sagte Christa und sah sich in dem mittelgroßen Raum um, den eine große Lampe vom Olafond erleuchtete. Grüne Dlüschmöbel standen überall umher, vor Fenster und Chüren Dortieren desselben Stoffes, auf dem Boden ein weicher Smirnateppich, in den der Fuß versank. „Ja, hier ist's mollig“, wiederholte die Baronin und hielt Christa die kuchengefüllte Arrstallschale hin,„aber oben ist es prächtig, die Oberräume müssen Sie durchaus sehen.“ „Ich sähe sie gern, aber heute verbietet sich das ja wohl von selbst.“ 3% „Warum?“ „Nun, der Orinz...“ „Ach so, ich vergaß— aber vielleicht zeigt er sie uns sogar, er muß ja das Schlittengeläute gehört haben und wird sich sicher erkundigen, wer angekommen ist.“ „Das Schlößchen macht nicht den Eindruck, als wäre es jüngst erbaut“, meinte Christa,„zu des Orinzen Zeiten doch wohl jedenfalls nicht?“% „Bewahre, es ist ein alter Bau und war schon einmal ganz ad acta gelegt. Da fiel dem Herzog irgendmal ein, es vollständig renovieren zu lassen und dem Sohne zu schenken,— sechs Jahre mögen es her sein. Der Erbprinz hält sich seitdem hin und wieder hier auf.“ „Aber doch wohl selten?“ „Nun, wie es so kommt, er empfängt hier zu Zeiten Gäste, und dann geht es hoch her. Vor einem Jahrhundert soll dies Schlößchen Sitz und Domizil einer schönen Frau gewesen sein, die des jetzigen Herzogs Großonkel abgöttisch geliebt hat,— sie war ein bürgerliches Mädchen— nicht hoffähig——“ „Dem Fürsten also nur morganatisch angetraut?“ „Nein, davon konnte ja nicht die Rede sein— er war ja der Regierende. Die Räume, die sie bewohnt hat, sind noch unverändert in ihrer Einrichtung geblieben, zum Teil sind sie mit unglaublichem Orachtaufwand ausgestattet, zum Teil sind es traute, unendlich anheimelnde Gemächer,— aber Sie trinken ja gar nicht, Fräulein Christa hatte in der Chat ihren Kaffee vergessen, sie dachte über nach, was die Baronin erzählt, ihre rege Phantasie schuf in dem stillen Hause Gestalten, sie nahmen Form und Körper an, belebten auf einmal die hohen Drunkräume und molligen Winkelchen, den verschneiten Dark, die schattigen Laubgänge und lauschigen Lauben. Es ihr, als sähe sie das Mädchen vor sich, das, der Welt und den bürgerlichen Satzungen zum Crotz, hierher dem Geliebten gefolgt und hier nur ihm und seiner Liebe gelebt hatte,— wie hoch und alles überwindend mußte die Liebe sein, die sich dazu verstand! Fast träumend kam eine Frage über ihre Lippen. „Sie hat ihn wohl sehr, sehr lieb gehabt?“ Die Baronin sah erstaunt auf, dann kräuselte ein undefinierbares Lächeln ihre schmalen Lippen. „Doch wohl— vielleicht ließ sie sich aber auch nur lieben, aus materieller Berechnung——“ „O) weh! gnädige Frau, wie Sie mich aus lieblichen Träumen wecken——“ „Sie sind zu ideal veranlagt, Fräulein Bernow, die Welt war ###einem Jahrhundert genau so, wie sie heute ist: Fürstengunst und Julstennebe standen immer hoch im Oreise, bei solchen Dorkommnissen verhüllt selbst die Médisance ihr Angesicht und hört und sieht nicht. Fürst ist kein freier Mann, was seine Hand anbelangt, aber seines Herzens Regungen sind sein eigen, die fluten und schäumen wie in des gemeinen Mannes Brust, und wenn dieser Erhörung findet, warum soll es jener nicht, der doch außer der Liebe so viel in die Wage zu werfen hat?“ Christa schüttelte abweisend den Ropf. „Ich kann begreifen, wie eine große, himmelstürmende Liebe fortreitzen und forthelfen kann über vieles;— wie es äußere Berechnung thun kann, ist mir absolut unverständlich. Man kann im Caumel der Leidenschaft wohl die Herrschaft über sich verlieren,— aber um eitlen Tands willen gegen alles, was Moral und Sitte vor schreibt, verstoßen— da sage ich: pfui!...“ Sie lachte auf einmal heiter auf, dies Tachen klang melodisch in dem hohen Raum wieder. „Ich ereifere mich ordentlich, nicht wahr, Frau Baronin? Sie sehen mich ganz erstaunt an, aber da ist nur Ihr Erzählen schuld, meine allzurege Phantasie...“ Sie brach auf einmal mitten im ab und sah fast erschreckt auf den schlanken Mann, der unter der Portiere des nächsten Zimmers stand und unbedingt ihre Worte gehört haben mußte. „Baron“, kam es über ihre Lippen. Frau von Offen hatte sich bereits erhoben und ging dem Eintretenden ein paar Schritte entgegen. Er reichte ihr die Hand zum Gruß und legte leise, unmerklich die Linke auf seine Lippen; sie verstand den Wink, ihr allzeit redseliger Mund schwieg. „Sie erschrecken ja vor mir, wie vor einem Geist, mein gnädiges Fräulein“, begrüßte er Christa scherzend,„komme ich Ihnen so gespenstisch vor?“ Sie hatte ihr Erschrecken schnell bemeistert. „Das gerade nicht, Baron, aber das ganze Schlößchen macht auf mich einen verzauberten Eindruck, und Ihr Erscheinen hier, so unerwartet...“ „So wußten Sie nicht, daß ich des Orinzen Schatten bin und immer da sein muß, wo er ist?“ „In der Chat, ich hatte davon keine Ahnung, die gnädige Frau jedenfalls auch nicht.“ Die Baronin zuckte lächelnd die Achseln. „In einem Zauberschloß muß man stets auf Ueberraschungen vorbereitet sein.“ „Und nun, Fräulein Bernow, wie ist es Ihnen in der Zeit meiner Abwesenheit ergangen? Sie gestatten, meine Damen, daß ich hier Platz nehme, bis Sie Ihren Raffee getrunken haben?“ Man setzte sich wieder. „Nach dem Raffee werde ich mir erlauben, Sie in die Gemächer des Orinzen zu führen.“ „Mit Sr. Loheil Erlaubnis?“ fragte Christa. Fortsetzung felgt. bei ingen dem ins stener dieser sens, auer zeugder meriweise leicht der nzüge egen, b er für laufe 1. au von ählte und Keihe saren. gleich Die und einen eine ndern senntdas AusAus Haus und Hof, Rüche und ersechtu a an i aesee. senne iut reigen woser mit Husetz von eiwos= gä z Seshglache etzteren einen Geschmack, als ob Pran ui Buose, bon.eg, einug, fragurtgen Saste und uod Msenen. bedungu un bnde un euaeh garegn eche den Sat an. e n e- eundu., a. e e. aen uode weridher bucd ius biezehe, Hehesen ei hee e. i enn. De. Lusgen kloten gasenpefti, guden. Das zimschter sind doch sehr unzuverlässigl: Bes gge g sach sehr unz .:„Denke Dir, diese Nacht bin ich in einer ganz unrichtigen Wohnung abgegeben worden!“ wozu raten Sie neuen Musenkindern eFrititer:„Verstoßen Sie siel“ e n un aues gerighzagen Streite u. wird von B. weoez, einf dies gorderung au. auf Piholen Igie gert un„wieder seid, A. jedoch beVen 2. vvr. ie ,agz Her Handef anusgstragen werde. a. Zuaen bsahn und unung tan d. Peale rd 8. von heftigem Zittern#... and vermag die Hand und erklärt sich damit einverstanden, daß Peseden e Ai.:„iKir Fel eben ein, daß ich meinen Jagesczeur umt eit un. Ich darf also nicht auf Hasen schießen!“ Der windige *% ng der Hefe zu esfe Gr eicge Beger., e. eige iun aeen e. ssben uich betotet. Rätsel-Ecke. 1. Seseuehg.##. e.#e, le,#e, in, in Nü## eg Wörter bilden, von denen die Endsilbe des ersten die Anfangssilbe des zweiten bildet. Richtig gefunden nennen die Worte 1. ein einheimisches Wild, 2. einen Schlachtort aus dem dtsch. franz. Kriege, 3. einen italienischen Dichter, 4. einen Fluß in Hortugal, s. einen Gder nan bestrue einm feuichten., Sagaunmn. sodann in heißes Waser wirft, wodurch erstere getot:..—. Das Iwei Hortionen Solamd Oh!“ Gobt.— Je being Bur un. 6. Ich mache, daß das Leid sch wende,— Und heife oft auch von dem . u ae uoe ete e heranseingy:„Feitz, wirs Du gleich herunter, was Hall Fritzchen:„Ja, Mama hat mir erlaubt, auf dem Diano zu spielen.“ „Was halten Sie von den täglichen Wetterprognosen ahelang immer das Gegentei ein, und sepzt trift e Aune- un d er ii dund urtt ber n aue Gund un iue. aaia. ai. ei een. a a i e e