Die„Annener Zeitung" erscheint jeden Dienstag, Donnerstag u. Samstag. S•••5 Anzeigegebühr für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfennig für Annen, Ardey, Wulen, Rüdinghansen, Stockum, Düren, Salingen, Versebeck, Langendrer, Iulsrattiutenigter guohensssege er Kley, Oespel, Eichlinghofen, Kirchhörde, Bittermark, Schnee und Umgegend. — Kaiser Wilhelms Geburtstag ist am Sonnabend im deutschen Reiche sowohl wie von den im Auslande lebenden Deutschei gefeiert worden; es fanden Festakte in den Schulen, Festgottesdienste in den Kirchen, Paraden und Festessen statt. Am Kaiserhofe selbst wurde aus Anlaß des Todes der Mutter unserer Kaiserin nicht der sonst übliche Glanz entfaltet. Mit den Klängen des Chorals„Lobe den Herren“, vom Trompeterkorps des 2. GardeUlanenregiments um 8 Uhr früh von der Rotunde der Schloßkuppel hinab geblasen, wurde der Tag eingeleitet. Dem zu gleicher Zeit ausgeführten großen„Wecken“ wohnte trotz des regnerischen Wetters ein zahlreiches Publikum bei. Der Kaiser nahm inzwischen im kgl. Schlosse die Glückwünsche seiner Familie und des engeren Hofes entgegen, worauf eine Andacht stattfand. Mittags gab Se. Majestät im Zeughause die Parole aus. Unter den Hochrufen des Publikums war der Kaiser am rechten Flügel der Ehrenkompagnie angelangt, schritt die Front entlang, die Kompagnie mit einem lauten„Guten Morgen!" begrüßend. Sich dann dem Eingang zum Zeughause zuwendend, wurde der Monarch von Gouverneur General v. Bomsdorff und dem Kommandanten von Berlin Generalmajor v. Ende empfamgen und in den Lichthof geleitet, wo der Kaiser zunächst dem kommandierenden General v. Bock=Polach die Hand reichte und dann die Offiziere im ganzen begrüßte. Nach Empsangnahme von Meldungen gab der Kaiser alsdann den Befehl zur Ausgabe der Parole, die lautete:„Es lebe Se. Majestät der Kaiser und König!“ Die Kapelle des 4. Garderregiments spielte, bis sich der Kaiser verabschiedete und nach dem Verlassen des Zeughauses die Ehrenkompagnie defilieren ließ, bevor er sich ins Schloß zurückbegab. Im Lustgarten wurden 101 Kanonenschüsse gelöst. Um 1½ Uhr fand bei den Majestäten Frühstückstafel statt. An der Abendtafel nahmen verschiedene Fürstlichkeiten teil.— Alle öffentlichen Gebäude und viele Privathäuser prangten im Flaggenschmuck. Auf dem kgl. Schlosse waren die Standarten, die vorher wegen der Hoftrauer auf Halbstock gesetzt waren, bis zur Spitze gehißt. Die Wirkung der Illumination am Abend wurde durch den Regen beeinträchtigt, der unaufhörlich herniederging. Die Mehrzahl der Berliner ließ sich aber nicht abhalten, das Schauspiel in Augenschein zu nehmen. — Die am Geburtstage des Kaisers bekannt gemachten Erneuerungen und Beförderungen in der Armee sind sehr zahkreich. Wir heben daraus hervor, daß Fürst Günther zu SchwarzburgRudolstadt und Erbgroßherzog Friedrich August von Oldenburg zu Generalen der Kavallerie, Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, Generalleutnant v. Stülpnagel, kommandierender General des 5. Armeekorps, und Generalleutnant v. d. Goltz, Inspekteur des Ingenieur= und Pionierkorps, zu Generalen der Infanterie befördert worden sind. Generalleutnant v. Bülow ist mit der Führung des 7. Korps beauftrag:, Generalleutnant v. Kessel mit derjenigen der 1. Garde=, Generalmajor v. Krofik mit der Führung der 2. Garde=Infanterie=Division beauftraft.— Aus der Reihe der Ordens=Auszeichnungen erwähnen wir: Staatssekretär Graf Posadowsky erhielt den Wilhelmsorden, Justizminister Schönstedt das Großkreuz des Roten Adlerordens, ebenso Landwirtschaftsminister v. Hammerstein; Kultusminister Dr. Studt den Roten Adlerorden 1. Klasse, ferner Staatssekretär Tirpitz; den Stern zum Roten Adlerorden 2. Klasse Minister des Innern v. Rheinbaben. — Kreuz des allgemeinen Ehrenzeichens. Wie der Reichsanzeiger mitteilt, hat der Kaiser beschlossen, an Stelle des unter dem 17. Juni 1890 gestifteten Allgemeinen Ehrenzeichens in Gold ein silbernes Kreuz mit goldenem Mittelschild einzuführen. Die neue Auszeichnung soll die Beneunnung„Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens" führen. Das goldene Mittelschild ist mit dem kaiserlichen Namenszug auf der einen und der lorbeerumkränzten Inschrift„Verdienst um den Staat“ auf der anderen Seite versehen. — Außer zahlreichen Ordensverleihungen sind am Geburtstage des Kaisers auch mehrere interessante Kabinetsordres veröffentlicht: Zunächst wird die Feldartillerie in Zukunft grundsätzlich keine Fahnen mehr führen. Jedes Fußartillecie=Regiment erhalt eine, von dem ersten Bataillon zu tragende Fahne.— Die von Regimentern der früheren hannoverschen Armee gespielten alten Märsche sind einer Anzahl Regimenter mit der Maßgabe verliehen, daß das betr. Regiment allein berechtigt sein soll, die Märsche bei großen Paraden zu spielen. Die Regimenter stehen meist in der Provinz Hannover. Von anderen Regimentern haben die Leibgardehusaren in Potsdam den Marsch der früheren hannoverschen Gardehusaren, die Wandsbecker Husaren den Marsch der früheren hannoverschen Königin=Husaren erhalten.— Im letzten Februar hatte der Kaiser an das Offizierkorps einen Befehl erlassen, die an sie gelangende Geldanerbietungen unlauterer Natur ihren Vorgesetzten zu melden, damit die Namen von Wucherern, die sich an Offiziere herandrängen, veröffentlicht werden. In der Richtung der damit verfolgten Ziele hat der Monarch nun weiter bestimmt, daß die Darlehen an Offiziere, die aus der Offizierdarlehenskasse und dem Offizier=Unterstützungsfonds gewährt werden, statt wie bisher mit 2 Prozent mit 1 Prozent verzinst werden solleg. Dieser ermäßigte Zinsfuß soll auch auf die bisher bewilligten Darlehen, soweit sie nicht völlig getilgt sind, Anordnung finden. — Der Trinkspruch des Reichtags=Präsidenten auf den Kaiser. Der Reichstag beging am Sonnabend Abend in seinen reichgeschmückten Festräumen den Geburtsag des Kaisers. Den einzigen, mit Begeisterung aufgenommenen Trinkspruch auf den Kaiser brachte der Reichstags=Präsident Graf Ballestrem aus. Er sagte u..:„Auch in diesem Jahre hat der Kaiser sich unausgesetzt dem Wohle des Vaterlandes gewidmet, und zwar unter besonders schwierigen Verhältnissen. Uns allen ist es ja bekannt, daß die Thätigkeit des Kaisers sich besonders darauf richtet, seinem Lande und dem Reiche den Frieden zu erhalten, und daß er zu diesem Zweck noch den alten Grundsatz„si vis pacem, para lallum“ immer an der Schärfung des Instrumentes beschäftigt ist, welches diesen Frieden Friedensstörern aufzwingen soll. Das war im vergangenen Jahre vielleicht schwieriger als sonst, und deshalb können wir mit besonderem Dank des Kaisers in Bezug auf seine Thätigkeit im vergangenen Jahre gedenken. Kaiser und Reichstag, die beiden Vertreter Einheit in dem wunderbaren Staatsgebilde, die gehören zusammen, und deshalb hat auch der Reichstag die gute Gewohnheit, daß aus allen Gauen des Vaterlandes Vertreter hier am Geburtstage des Kaisers zusammengetroffen, um seiner hier in Liebe und zu gedenken. Es ist gut, daß diese beiden zusammenhalten, und so lange sie zusammenhalten, wird es gut um Deutschland stehen. Damit dies aber möglich ist, müssen sich diese beide Gegaiten verstehen, sonst können leicht Mißverhältnisse kommen, die ein halten sehr erschweren. Die Hohenzolleinfürsten waren immer Männer, die ihre Zeit verstanden haben. Sie waren eisengepanzerte Ritter im Mittelalter, sie waren hohe Feldherren in der Neuzeit, und sie waren immer allen übrigen Fürsten ihrer Zeit voraus, indem sie die Zeit richtig verstanden. Das hat auch unser Kaiser gethan, er hat seine Zeit verstanden. Er hat gesagt: Ich lebe in der Zeit der Oeffentlichkeit und Mündlichkeit, und ich will auch kein sogenannter konstitutioneller Monarch sein, der da herrscht und nicht regiert. Ich glaube, es würde unserem herrlichen Kaiser nicht zusagen, wenn man ihm diese Rolle zuteilte. Deshalb ist er überall hervorgetreten und hat die große staatsrechtliche Stellung, die ihm sowohl von der Verfassung des deutschen Reiches, als auch noch mehr als König von Preußen und noch mehr vielleicht durch seine große Individualität zukommt, immer wahrgenommen.„Das muß uns mit Bewunderung erfüllen, und wir müssen der Vorsehung danken, daß sie uns in dieser Zeit wieder einen solchen Kaiser gegeben hat, und das muß uns anspornen, daß wir den großen Intentionen des Kaisers nach Möglichkeit, soweit unsere Ueberzeugung es zuläßt, immer entgegegenkommen und sie immer fördern.“ und Transvaal. Der Krieg in Südafrika. Das Londoner Kriegsamt, welches durch die ehrliche Mitteilung, daß General Warren den erschlichenen Spionkop bei Nacht und Nebel wieder hatte verlassen müssen, den Beweis erbracht hatte, daß es ihm nicht an Kourage fehlt, hat während weiterer voller 24 Stunden nicht den Mut gefundenKriegsberichte aus Natal zu veröffentlichen. Es muß also sehr schlimm dort stehen. Von burenfreundlicher Seite sind Angaben nach Brüssel gelangt, denen zufolge die Engländer bei ihrem vergeblichen Versuch, den wichtigen Spionskop zu halten, nicht weniger als 800 Tote und 1500 Verwundete sowie ihre ganze Artillerie verloren. Das Schweigen der Engländer läßt die Angaben höchst glaubwürdig erscheinen. Ist aber die Warrensche Armee in dieser Weise aufgerieben worden und die ganze Artillerie verloren gegangen, dann vermag sich auch General Buller nicht länger auf dem Gebiete des linken Tugelaufers zu halten, so wird er so schnell als möglich den Rückzug über den Fluß antreten müssen. Ob die Buren die günstige Gelegenheit benutzen und unter Aufhebung ihrer bisher beobachteten Kriegstaktik einen Angriff auf die sich zurückziehenden Bullerschen Truppen unternehmen werden steht noch dahin. Thun sie es, dann ist General Buller und sein Heer verloren, da ihnen der Tugela ein nicht so schnell zu überwindendes Hindersnis entgegenstellt. Die Buren aber könnten diesen Angriff mit voller Siegeszuversicht wagen. Ja sie könnten es nicht nur, sie müßten es sogar. Die britischen Generale lernen natürlich aus ihren Niederlagen, sie lernen die Kriegsgewohnheiten und die Strategie der Buren genauer und genauer kennen und erzielen dadurch schließlich doch noch Erfolge. Ehe General Buller den Verlust am Spionskop durch neue, einigermaßen brauchbare Truppen ergänzt, darüber muß ja natürlich eine ganz geraume Zeit vergehen. Ist die Bullersche Amee aber vollständig aufgerieben, dann ist den Engländern in absehbarer Zeit eine Fortsetzung des Krieges in Natal überhaupt nicht möglich. Daß von einem Entsatz von Ladysmith unter den obwaltenden Verhältnissen keine Rede sein kann, liegt auf der Hand. Besäßen General White und seine Leute nicht eine recht respektable Portion von Kaltblütigkeit und Todesverachtung, die Stadt befände sich längst in den Händen der Buren, denen dann allerdings durch die Verpflegung und Bewachung der Gefangenen mancherlei Schwierigkeiten erwachsen würden. Die Holzrechtler. Sensations=Roman aus dem Fichtelgebirge von G. Schätzler=Perasini. (Basdrus perösten: 15) „Warum wollen nicht Sie selbst über Monika Lechner Auskunft geben?“ „Ich weiß zu wenig— und dann gönne ich dem schwergeprüften Manne die Genugthuung, den Verführer seiner Schwester, seinen Schloßherrn in seinem Hause zu sehen.“..5f Deg minz ines „Ah, deshalb also! Wie grausam Sie sino! Das Bild jenes Mädchens geht mir nicht mehr aus dem Sinn. Glauben Sie, daß der Bauer mir Maria giebt, wenn ich ihm verspreche, für sie väterlich zu sorgen?“ „Nein, das glaube ich nicht. Lechner haßt alles, was vom Schloß kommt!“ Herr von Haitstein blickte düster vor sich hin. „Mir ist, als müßte ich alles aufbieten, Monika an mich zu bringen, als fehle von heute ab etwas meinem Lehen, wenn ich sie verlieren müßte! Sagen Sie mir wenigstens, wie ich Ihre Worte deuten soll!“ Ruhig entgegnete dese:., 1. JI. Lo6 I. eiamr Spät. „Ich kann„Ihnen nicht mehr sagen, als daß in einer sommernacht auf das Schloß ein Weib kam, totkrank, abgemagert, die Augen halb erloschen von vielen Thränen, ein neugeborenes Kind im Arm. Sie verlangte meinen Gatten zu sprechen und unglücklicherweise gelang ihr dies. Was sie zu ihm sprach, habe ich gehört vom Nebenzimmer aus. Ich hörte, wie Monika, denn sie war es, den Neffen meines Gatten, Franz von Hartstein all die Zeit über gesuct hatte, keinem Menschen ihr Leid klagend, umherirrend von Ort zu Ort. Sie fand ihn nicht. Immer wahnsinniger wurde ihre Angst, je näher ihre schwere Stunde kam. Die Verzweiflung hatte sie endlich wieder nach der Heimat getrieben, die sie aber nicht mehr erreichte. In einer Bauernhütte schenkte sie ihrem Kinde das Leben.“ Herr mein Gott, vergieb mir!“ ächzte Hartstein, die Hände ineinanderschlingend....„ Ghrenhafi=heit#. „Die Angst vor ihrem Bruder, dessen Eyrenhaftigkeit damals allbekannt war, hatte sie fortgetrieben, nun sie in der Verzweiflung wieder zurückkam, hielt diese schreckliche Angst sie ab, sich dem Lechner anzuvertrauen. Sie fürchtete für sich und für das Leben ihres Kindes, denn die Ehre seines Hauses hielt der Bauer heilig. So uchte sie, noch krank und matt, Hülfe und Rettung bei meinem Gaten, Nur de laung dolte er de dechmnlich dechalten is Sle, Her von Hartstein gefunden waren und Nachricht schickten. Ich hörte das herzzerbrechende Schluchzen der Armen und ihre Angstrufe:„Erbarmen, gnädigster Herr, um dieses unschuldigen Wesens willen, das auch ein Hartstein ist. Ich hab mich durchgebettelt bis zur Heimat, bin hundertmal am Wegrand niedergesunken und jetzt wo ich die Lichter im Dorf funkeln sehe, plagt mich wieder die furchtbare Angst vor meinem Bruder. Er wird mich totschlagen! Nehmen Sie mich auf, nur für wenige Tage, bis ich den Vater meines kleinen, süißen Mädchens gefunden habe.„...../18, Semmurs gelbn „Ich weiß, daß ich bei Anhörung bieses Jammnerv felost weinte und mit Zittern die Antwoit meines Gatten erwartete. Sie ließ auch nicht lange auf sich warten..„ 6 „Unverschämte Dirne! Elendes Gefinder: hörte ich,„ginaus, oder meine Jagdhunde machen euch Füße!“ Ein unsäglich schmerzlicher Aufschrei erscholl, ich riß die Thür auf und wollte auf meinen Gatten zueilen. Aber er hielt mich zurück und klingelte. Monika Lechner kauerte am Boden, ihr Kind mit beiden Armen an sich drückend. „Ulrich!“ rief ich,„habe Mitleid—“ da trat der Gutsförster „Ich habe das Frauenzimmer ins Schloß schleichen sehen, soate er.„Bas soll ich mit hr anfongezi ge. lausene befachl „Führt sie hinaus, Waldner, und kaßt sie luusen, bezuht mein Gatte.„Geht sie aber nicht, so koppelt die Hunde los. Fort mit Noch einmal wollte ich mich an meinen Gatten wenden, aber er führte mich nach der Thür des Nebenzimmers und schloß diese Der Gutsförster brachte die Unglückliche aus dem Schloß. Ich hörte noch einen schwachen Schrei vom Schloßhof herauf, dann wenige Minuten später heulten die Hunde. Waldner hatte sie losgelassen. Aber die Unglückselige hatte wohl doch in wilder Hetzjagd das Dorf erreicht, denn der Förster kehrte bald darauf mit den Hunden zurück und es wurde still. Im Schlosse ward seit damals nicht mehr von ven nächtlichen Belsuch gesprochen.“ 1, Lief uud schwer. Ein Herr von Hartstein stöhnte mehrmalv nes und schwer. Ein leichter Scheuer übersiag seie Vehtolt, gerzwpeselt, meig. Besk. „Mit den Hunden gehetzt, elend und verzweisen, meine Waldfee!“ murmelte er. „Man— hörte nichts mehr von ihr?“ fuhr er fort. verließ sie wohl Fuchsberg und ließ ihr Kind dem Bruder zurück?“ „Sie hat das Dorf nicht verlassen!“ Ho i de nach dast und ich onnte dier veriöhgen!“ „Versuchen Sie Ihr Glück bei dem Lechnerbauern,“ lautete die Antwort Frau von Hartsteins.„Was aus Monika Lechner wurde, nachdem sie das Schloß verlassen und ihren Bruder aufgesucht hatte, das weiß nur dieser allein. Es ist spät geworden, Herr von Hartstein. Leben Sie also wohl und vergessen Sie meine Worte nicht. Ich habe ein Haus in Wiesau gekauft und es wird mich sehr interessieren, von dort aus beobachten zu können, ob der Wechsel in dem Schlosse den Fuchsbergern neuen Kummer, neue Sorgen, oder eine glückliche Zeit brachte. Friede und Segen, beides liegt in Ihrer Hand Herr von Hartstein, gebe Gott, daß Ihr armes Dorf Erlösung Die Witwe reichte dem neuen Herin die Hand und dieser entgegnete mit bewegter Stimme: „Frieden und Segen den Fuchsbergern— um Monikas willen!“ Als die einstige Schloßfrau gegangen war, fiel Herr von Hartstein gänzlich gebrochen in den Stuhl am Tische und sein Kopf sank auf die Platte. Ein krampfhaftes Stoßen erschütterte seine Brust und eine schwere Thräne rollte über seine Wange. Sie galt dem goldlockigen Kinde aus vergangenen Tagen. Mehrere Minute mochte Herr von Hartstein in solch regungsloser Stellung verharrt haben, dann ging die Thür. Er bemerkte es nicht sogleich, daß Thekla, seine jüngere Schwester Erst als ihr Ruf:„Ei, sieh da! Du schläfst wohl, Franz“: an sein Ohr drang, fuhr er zusammen und hob den Kopf. „Du bist es, Schwester?“ meinte er, einigermaßen verwirrt. „In der That— ich war etwas ermüdet, und bin eingeschlummert. e Thela von Harstein hate einen forschenden Bück auf ihrn Bruder geworfen. Er sprach die Unwahrheit, das wußte sie sofort. Franz von Hartstein aber war ängstlich besorgt, Thekla das Geheimnis seiner Vergangenheit zu verbergen. „Ich wollte nach Dir sehen, Bruder,“ antwortete Thekla, indem sie sich in einem Fauteuil am Tische niederließ.„Frau von Hartstein war bei Dir?“ „Ja— „Was wollte sie denn? Ich habe sogleich bemerkt, daß die Dame uns wenig Sympatie entgegenbringt.“ „Vielleicht täuschest Du Dich,“ antwortete der neue Schloßherr peinlich berührt.„Uebrigens war Frau von Hartstein hier, um sich Eegäindern bedtingten Laten masherme dausnd Nam Verstärkung Rlichag bgifen fad. Ca ist kum in Jueistl mizlch:„Diessal endeite erst in vergericht — Wagen, Tit. de Landen, Les Aatehau usemun, in ehans Sachze i dur die Gogziader iun Lohzauith prkst, val urioen.)—(Dder Bladich snuen baut 64 u dur Kalsengskunt. langen weiminerveratung ist der Wortlaut der Thronrede bereits fest= Im Westen alles unverändert!(tagsfeier am Samstag im Vereinslokale Restaurant Fuchs bier vergestellt worden, und der Premierminister Lord Salisburg, der Kolo= Brüssel, 29. Jan. Alle hier eingelaufenen Berichte bestätigen wickelte es schmackhaft zubereiteten Hestessen entKabinets heißen, werden Rede und Antwort zu stehen haben. Daß VerSe ei. estgrge, Stsezgsesgsit dns KAasalanschen Kizget Vesgongenu dudn iu Shichten. Di. Baomn abaten bnsur bund ur Beliuslbrnzs aushunt. 3n uitemn Briat der Friedenspattei Kark gerwacsen, ist selbverständlich. geuzen Atilertepurk der Dvsion Varren. Die Rliedrlage dershnr gedt wie ein Hauillenfest verlautenen Seier wecselten notz Ehanberlung wird alsg einen sche schperen Stiand haben, ders Cagländer arte in eine wahre Katastrophe aut. Must muit hunoerstischen vso. Vortrihgen. Zun Schus wurte in gerauer angernehmer picd, baß, die Raserung, mit ganz..1 e e= uemidlicher Beise nosz du nur Morgenktunde dus Kanbein gr. esheun Kanezuig eue ue Aatgushen an iun Keadeun Zonaute und pravinziele Nachrichten. Wstrer Bis Sader Kigig ust in Gegsähdieg, nud dier Sokale und pro.enzunr Gutzricgun. I— Dr, Luduche und Aigenante) ite ue asug. Se se i.., met uno zunge Lage deuet der Krig schonz. I5 Auuen, 30. Jeu.(Ein Scheusal,) weiches heute Mogensder Heier buch einen gemeinsanen Kiechgonz ein. Nach Verndsiaung e e## oer gericht ahzguschen K se wicd ds Velüigungs. in Hanbuger Höschen ein zunges Möchen vergenaligte und eieischopen sat. iu musitalischer SraitReoz: vit muguger für ein ganz schönes Sümmchen in Anspruch ge Frau nötigte, wurde in der Person des Arbeiters P. von Rüding= tarepen gatt, zu, welchegn sich die Mitglieder vollzählig eingefunden nammen werden missen. Lunz schönes Sümmchen in Anspruch de, hausen festgenommen und dem Amtsgericht in Witten überliefert.“ parten. In demselben Lokale(Heinr. Bechof) begann gegen 4 Uhr Annen, 30. Jan.(Große Wählerversammlung in Dortmund, die Fortsetzung der Festlichleit durch ein flott gespieltes Konzert der Wahlkomite des Wahlkreises Dortmund=Hörde ladei Ehef.s Pezeins. dier: Während einer Pause ergrif der die für die Wahl des Abg. Hülbck gepirkt heben, Aulgeisternden Worten das hobe Geburtstagskn zu feiern und ihm als dreifaches Hoch darein und sang stehend Ser, Halerschen Arge, ist die Horsetzung des Krieges seitens der Stnloduns Eenglander fur absehbare Zeit gänzlich ausgeschlossen. Es wäre., 0 Annen, 29. Jan.[Schulfeier.] Am Samstag morgen“ Helsh, erngzkels, Volie man meien, Engsands Hulsemitel setensoenden in den hiesgen Volschalen um 9 Uhe de Wblichen Kaset.—(Der Eitgeneset) bilate dertalt an Nengen wurt tn. ie es eghstz ader ei pid viele Monaite danern, Ise ei wiedersehrtiagseberlichketen hat. Un ½,1 Uher begann die Hapt. orvonz die Gotsbteute an de sia in Hulichen Lelaie uisz se galbuage brachdares Her auf die Veine Rellen kaun, und diesseier in der Aula der Schale an der Bahahefestaße zu der die Venigung deselen ein Fruitkonert anscloß. Troß einer Größe Suren weroen sch unterdessn zu unumschränkten Herm. ganz, Sad=(Kinder der Mittelschule und der Oberklasen der Voltschuler Zu. erwies sich des Lokal bei dg um 4 Uhr begianenden weiteren Seier Sishea s Tseie, hetesige oe. soen naien Vertsch dper Anens zeit hurten, Aashendem auen de Sien dr Kader hoie Schljucht ansperchen, un dur biesde Oectehtenernit letent ene sit noch weit sicherer vorausgesagt werden]lestenze, 8. Lialeugs recht zchlreich gefolgzt. Nach einigen ein=red, Zuercgente Konertmusit. Herr Bater Voot belt die Sestkann, als den ehen gescteiterter.g u. ue ee.. schashne eren, hoie weseaden Oelaenatonen helt her Mütcte=se die Burch, ars votaiten Eeit und buch hr boekeute „Eine große Enischeldung uito non in der auernagsten Lagensgtigger Wiade von her die Festede, dite, von cht pariotschem Heisallsoe miliz Gedor bei der Setorsarzplung, fend. Veageisterten die regierenden Herren in London lange beraten, klar werden: Geiste durchweht, den Kindern ein treffliches Charakterbild unseres Beifall fand auch das zum Schluß auf Se. Maj. Kaiser Wilhelm II. I. ein. pochnalger Angisf des Generals Biller auf diestocherechten Kasert vor Aagen sührn. Großzen Besal sand dassoerrachte Hed us ebernse wie kus mustelende: Hel Dir in Parxetuer gengengen. bei Lodzsnich, oder das Bilige Ausgeben dasvon Mädchen einhaoderte und zut vorgetnagenn Vestpiel„Germaontasggsstrang nichtg ug den Saua esel. Juai veitatise General Mbst,##.:#.u Rande des Aushaltens gekommenen und Künste“, doch auch die von Knaben vorgetragene„Apfelschuß— aufführungen, sowie mehrere militärische Duette und Kouplets fanden 7 Hirign“ Bei Buller dürften jetzt die mobilgemachten 6. und Szene aus Wilhelm Tell“ verfehlte keineswegs ihre Wirkung. Nach= dankbare Aufnahme. Auch der sich anschließende Festball verlief, wie aene: Golach=srefen Lein, woduch desen Streitost auf min Helge, wist den Buterkandtlicher vorgetagen waren, eriche de Mitergath, duu veitichket aut sinte und vur al choen ust es wes 22, am getigen s. Mi demn eingschsenen GersKr=.elt Fn. Srmeischeflüchen Gsaug„Naun dankct ale Gat= Aitenicht ais der bedt, Boig, gerfzgumt budte. s0 go0-Te##*“ also dann in und um Ladysmith wenigstens hr Ende. Zum Schluß sollte ein von dem Kaiser gestiftetes Buch— Im Schünemannschen Lokale] feierte der hiesige Polen. engländer. Seche viel schnicher werden aber die Buren, IPaszsch eands Flate; als Prämie den sleißigsen und tächigsten vrin Sit. Babor. Duch Konent dr Engelbrchichen Keopele vorsigsiche Stellung füir sich noch haben, auch nicht sein, sSohsuter ühergeben werden. Nach neisicher Ewigung konte mani wude de Seier eingleitg: Der Vorstrade der Valustz toste e dch ale uih an eiben Stsaig das euntaeler nachnalgen aneide baden Säcker Hinsbuc und Sonan al die Aadentächzigenlie kenier Bis. al Sr. Bat, Later Bitin u. Sesnge k. e e et. Ii., Kadhen I. Danit uid a uashschenliche, as Krchn. Da dar aulszhsos ir dur lehzen, dun dunag muits Hagder Biondaun in Veontige wrestin uit iu Suchun die Englander Laoysmith sich selbst überlassen, und nun von der herzlichen Worten von Herrn Rektor Manitins das kostbare Geschenk Pusiknummern. Zum Schluß wurde in unermüdlicher Weise bis Kepkolaie auns u— vielicht auch von deck portugefschen Getdiete als Lohn für seiten hruen Kleitz ibergeben wunde. dr Veüiten Stute Stunt ge.#., dann ohne langes Fragen besetzt werden müßte— die k Annen, 29. Jan.[Kaisers=Geburtstag.] Mit echt patri. Große Vorbach, 29. Jan.[Rette Verhältnisse scheinen in Hauptarnon verieben werden. Stilhte, Zegesterugg, wurde hier am Samstag die Feier des Ge. gr. Samille des Invaliden G. zu Wartenberg zu herschen. Der Nach Verihten aus Londen werden abermals neue Reagit=viete Pigaszägher hiteruu.: Die Sfentlichen Gebäade, soviel Nam, veilher in ledtr Zeit fakt besänditg krak i und dahernicht wanter maist gemach, uch die. Milg, maß inner Biterlungn der Stnszentaher Vlegenschnuc anglagt, boger de Modonr Ioe unden urih bickent dier Heiertit eid wrditun kumn uis Heran, der das uche Verteuen sehlt schon. uad des ieliasen sanden ue heimn hetn gesagt. In den einzelnoen Schaleletmat von Kuer Hraut, Eelenaut aher ven Leiemn Sehus un. ellelis: Damn die luten Semoite— gas.—.— scher, auen um 5 Uhr entprchzende behate hat, bel weichen de ebähmlichter wese miösandeit, se Ja5 ihen dus Kaulihze Scben u. ., demt##.#####e vor Ladysmith, übers igegrer auf die Bedeutung des Festages higwiesen und die Kinder seiner Qual wird. Hierdurch veranlaßt nimmt es nicht Wunder, welche General Buller nur Bruchnucke giebt, waren wohl nicht hlas ezte Vaterlandslieder erschallen ließen.— Im Funkeschen Lokale wenn das sonst fleißigg und gutmitige Hamilienoberhaupt sich mehr eive vilige Riederlge General Warten am Spionkeop, sondern eine irpeite, Paige dend der Aunener Männer=Ghesangperein sein wie gewöhnlch dem Trunke ergcht. Solten sier Die Häuslichen Aschscten uid us sesgelalch albingen Se schn de Dag. Kortanmuash in Grik hurte die ahncgait Honaor, äslbuntegsahgendnen Gen Ssenuenge Seihen die agschen Erzanberichte der wnchgenseians is garigeschen ais, eiche die Ser, Riche dn Ctancdar uhzschane Beledschadenr gugangentd scheungen Bache sener aif.=40o Mon. Da sa al dia Ferstung, atas ein. Gi Buadze die sche, nichelsea ie Brhy Nausund a. Jun. uen wenn in den englischen Kolonien Gebete für den geboten. So tug der Verein recht frisch das ansprechende VaterSieg der britischen Waffen abgehalten werden. Privatberihte be= landlied von Mozart, sowie das stimmungsvolle:„Wenn hoch in haupten weiter, die 6. und 7. englische Division hätten bereits an den Wipfeln“ von E. Wilhelm im ersten Teile vor, während er im den Kämpfen der Vorwoche teilgenommen, deren Hauptresaltat eine segene Teil unter sich steigerndem Beifall den anheimelnden„Waldschwere Erschätrung der ganzen Organsation der britschen Teuppen sanz. Außerdem wurde nog. chlachtengebet“ von Kerner Rächug sei enweder schon eingetreten oder Erfolg vorgetagen. Juch de Maust var sechr thäitg und legte ein nahe. Jedenfalls muß unter den englischen Truppen ein heilloser großartiges Flötensolo und ein Hylophonsolo ein, die ebenso wie Wirrwarr berrschen, die Londoner Zeitungen vom Sonntag melden das Streichquartettsolo einen wahren Beifallssturm entfesselten. Zwei selbst, der Burengeneral Lukas Meyer habe bei Colenso die engische gertieg“Ger 2nheterauführungen bildeten den Schluß des KonIufanterite Okarß Bahunes überfallen und unzingelt. Trotz der sangesenden Gaste und d. Vereins, Her 8. Specht, begrüßte die Unzingeleng wolen die Veiten nur 15 Tete und Verwundete und tast., Selbstverständich simmte als in das 20 Setaugenr sechet hoben. Du fieht gan so aut, als oh die sehe Geburtagskad augebrachte Hoch, sopie den sich anschiehenden es. hente zu vrahschichen; ste verläßt wergen in allr Frühe das genn 15 Dir sage, daß mein Herz bereits jetzt schen an dem Dore t elen 84r 3 Peangefache wuche dom guse hgrschn üich bpase GH 9ch an Sde uch esgernusen. 946 Die v. Her De udz ihr gauten Kaschihe de Brchstegr karfend, Ba.dshers Zasden seiche horen bemert el Di dus blode dein raisig." nir sprachen von diesen Dingen“ antvortete Hurt= vom Staisse aufspringen sieg. Schmester, das den Schloßhern .,.„Sage doch einmal, Bruder,“ meinte Thekla, ihn scharf an„Was— willst Du damit sagen““ stließ er hafig hervor. uch as sheshen ernseee— Dert von dem„Maniel, den Dusgeg Die Antwort wurde ihr erpart, benn in denselben Augenbicke aues nag abgeden vouern,“ wirklich eiwas mehr als eine gewöhnliche geschehz etwas völlg, Hagrwartetei. Phrase?“ Durch die Nachtstille krachte ein Schuß, dem sofort ein lautes „Es war mehr, Thekla, es war ein ehrlich gemeintes Versprechen,“ Klirren folgte. „Wirklicht; rief Thella, ihn groß ansehend.„Dann haft Dus vom Schlosgarten aus ahgefenert worden sein. daur un Gasein Hai uich dn Lost.(etzackg.— d ut uit Han iun Gusch us hum osten „Du wählst sehr starke Ausdrücke,“ bemerkte er.„Wenn etoa].=Vielleicht die Antwort auf Deine vollsbeglückenden Ideen,“ Baron Thüngen in Dir den Glauben erweckte, daß Fuchsberg eine ssote Thekla, ebenfalls bleich im Gesicht. Gemeinde russischer Leibeigenen darstelle, so bedaure ich, Dir diesen Hortstein warf ihr einen zürnenden Blick zu. Glauben nehmen zu mässen. Es sind arme, aber gute Leute. Dei mie 3ch mag nicht daran denken, denn wäre es wirklich so, dann verstorbene Schloßher hat sie schwer bedrückt, so daß sie unter der müßte ich bedauern, einen Augenblick Mitleid mit dem Volke gehabt Set vlaenmnbachzen. If an damn uicht eine schur Astgabtz, de u— obn“. Niedergesunkenen zu erheben, den Fluch der Halbruinierten in Segen„„ Er stärzte nach der Thür und riß diese auf. In den Gängen zu verwandeln?“ lärmte es wild durcheinander.n Gangel Ein spöttisches Lächeln umspielte den schönen, äppigen Mund] Der Diener des Hern von Hartstein kam herbeigerannt. der jungen Dame. n gruuz] Der alte Mann war ganz konfuse und rang die Hände. „und diese Aafgaobe hast Du Die gestells: alles ig in Nateabrf: Ein screcklihes Verbrechen ist geichehen! Bis ae e- Zehk Kecket, u eacheisien Uig Shnsotzhast under Aid ir Gurtich bit, auu6 ähen, wan ih fernrtig von Die oder den Voron ahälgestiner Stabe eischossen au ve Du buchi Kenster gansegangen über meine Huchsberger vergehgen mitztel“ d bohn Gang gelvenen worden!: „Kstt enisenrste Thela:„Sei eizne Sangzez ih wrde solhes eine besige Benau Faische, veeiat ue dun wachte r an wchindern wisen. 4: Set ohne Cae; I wade helthel.u. gage Sragung god kuratz: über Du piest nicht verlangen, staß ich mich hier in Schlasel lenmegsae uit den Milad! Jeyt solen de nicz abr krnen in unmittelbarer Nähe„Deiper“ Kuchaberger linarr abe 31 De Fuchsberger länger als nötig und in unmittelbarer Nähe„Deiner“ aufhalte.“ .—.„Dies steht in Deinem Belieben, Schwester," versetzte Hartstein, „Es thut mir leid, daß unsere Unterhaltung eine solche Wendung genommen hat. Du vermagst mich vielleicht erst später zu begreifen. Theste Folase unte er nach dar Treppe. (Fortsetzung folgt.) Dortmund, 24. Jan. 1900. Sehr verehrte Frau! „Zu dem herben Schicksalsschlage, der Sie getroffen hat, sprechen wir Ihnen und Ihren Angehörigen unser innigstes Beileid aus. Mächgres; ds, Leauftragten der nationallidenalen Parteileitung des Wahlkreises Bochum=Dortmund, haben Anlaß zur Trauer. Unsere Partei verliert in dem Heimgegangenen einen treuen, zuverlässigen Freund, der es mit nie rastendem Eifer und mit vielem Erfolge sich hat angelegen sein lassen, wie für das Wohl seiner Heimatsprovinz, so als Landtagsabgeordneter auch für das Gedeihen unseres Wahlkreises seine ganze Thatkraft einzusetzen. Dankbar werden wir 9eisichen i samen Zörderung gedenlen, die der Gracdestiabeesen enträchtigen Zsammenmirlen der beiden großen Produktivstände hat angedeihen lassen. Er hat es verstanden, den bedeutsamen Interessen der Industrie und der Landwirtschaft gleichermaßen gerecht zu werden und diese seine erfolgreiche vermittelnde Thätigkeit wird ihm unvergessen bleiben. Genehmigen sehr verehrte Frau, die nochmalige Versicherung unserer herzichsten Anteilnahme. 9“ Versicherung S 1m. In tiffter Verehrung! Der geschäftsführende Ausschuß des liberalen Kreiswahlkomitees für Bochum=Dortmund. I..: Rupprecht. Bei der Beerdigung erwiesen der eigens von Berlin herbeigeeilte Landtagsabgeordnete Schmieding und der Parteisekretär Rupprecht dem verstorbenen Parteifreunde die letzte Ehre. Der Kranz, den sie im Namen der Partei auf dem Grabe des Verewigten niederlegten, trägt die Widmung:„Dem mehrjährigen Vertreter im Landtage der dankbare Wahlkreis Bochum=Dortmund.“ dem Schnee, 28. Jan.[Der Männer=Gesangverein aShue ücen dei am Sonntag, 21. Januar, in diesem Jahr. wpite iachter Veneralversammlung ab, woran sich eine große Zahl der Mitglieder beteiligt hatten. Bevor zur Tagesordnung geschritten wurde, hielt der bisherige Vorsitzende Herr Wilh. Haubruch eine Ansprache an die Versammlung, in welcher er dem Verein seinen Dank für das stete Zusammenhalten der Mitglieder, für das Blühen und Gedeihen des Vereins aussprach. Insbesondere wies er darauf hin, auf Se. Majestät den Kaiser, daß er ein Freund der deutschen Sangeskunst sei, und wir ihm als unser Vorbild machen sollen, und betonte ausdrücklich in seiner Rede:„Singe, wem Gesang gegeben!“ und schloß seine Ansprache mit einem dreimaligen Hoch grseherurgaise:. Zur Tagesordnung gelangten 4 Puukte, welche zur 1890, neder Erer ud eledigzt. Bunkt 1 war Rechnungslage per 107 65 me Eiunadme und Ausgabe ergab sich ein Ueberschuß von ## g.#: Punkt 2: Vostandswahl. Der Vorsitzende Herr 2. Haubruch wurde einstimmig wieder=, als Stellvertreter Th. Kreuger mit Stimmenmehrheit neugewählt. Als Kassierer wurde Herr L. Klostermann gewählt. Zum Protokollführer wurde Herr F. Koch mit Stimmenmehrheit wiedergewählt. Als Offiziere und Fähnrich wurden die Herren C. Nähle, G. Koch und F. Warnebier srKmmis visdergewählt. Punkt S: Volotage. Es meideten sich 19 Muni, wriche einstimmig aufgenommen wurden. Punkt 4: Lokal.3ssenen gi Vereinslokal des Herrn Schulte=Munkenbeck beibehalten. Sämtliche Punkte waren somit zur Erledigung geEruger dem langsäheigen edentrtende Vorstzende Her uas heundiche Gagegen,guun den Schalir=Maunkanbac fiür —...: az in Saungnd Verein gegenüber, welches er Gets, grarsge i#u. pepnerndes Hoch ausbrachte, welches unter der Versammlung ein begeistertes Echo fand. Hierauf wurde die Verlammlung, geschlossen. Nachdem nun inzwischen der Vereinswitt zum Wohle des Vereins ein Fäßchen Bier aufgelegt hatte, verblieb die Versammlung in gemätlicher Stimmung bis zur späten Stunde. Unter manchem Scheiz und Gesangsvorträgen schwand die Zeit dahin. Auch an ein Gläserklirren fehlte es nicht, woran man immer an das schöne Lied ermahnt wurde, darin es heißt:„Stoßt an, stoßt an, es gilt dem Bier so fein“. Als das Bier bis auf den letzten Tropfen verzehrt war, ging die Versammlung in gemütlicher Stimmung auseinander. Dorstseld, 27. Jan.(Verschüttet.] In der Grube der Zeche „Dorstfeld“ ging eine Bergeversatz von etwa 30 Meter Länge zu Bruche. Der Betriebsführer Thosberg, der Steiger Schlotjunker und der Bergmann Schmitz wurden von den Steinmassen verschüttet. Während man die ersten beiden nach angestrengter Arbeit befreien konnte, gelang es nicht, den Schmitz zu retten. Er liegt noch unter den Schuttmassen begriaben. Die Aufräumungsarbeiten müssen mit der größten Vorsicht bewerkstelligt werden. Hörde, 29. Jan.[Ein bedauerlicher Unglücksfall,] bei dem 5 Personen verbrannt wurden, ereignete sich heute Nachmittag nach 4 Uhr auf dem Hochofen III. Die Arbeiter Venator, Herwig, Stein, Führ und Lawin befanden sich in ihrer Bude auf der Gicht des genannten Ofens, als plötzlich die Flammen auf noch nicht aufgeklärte Weise aus dem Ofen nach der Richtung der Leute schlug und dieselben recht unglücklich traf. Die 4 ersten erlitten erhebliche Brandwunden an Gesicht, Füßen und Händen und zwar Venator und Herwig am meisten, während Lawin mit den geringsten Verletzungen abkam. Herr Dr. Volmar, sowie die Heildiener Herren Kramme und der Hüttenheilgehülfe waren sofort zur Stelle und legten den Verletzten die ersten Verbände an, welche mittels Kutsch= und Transportwagen sofort nach dem Hüttenhospital geschafft wurden. Trotz der schweren Verletzungen name itlich der beiden besonders erwähnten, ist Hoffnung vorhanden, daß alle fünf dem Leben erhalten bleiben. Kurz nach dem Unglück waren die Hochöfen von einer großen Menschenmenge umlagert. Bochum, 29. Jan.[Eine schreckliche Blutthat] wurde in der vergangenen Nacht in der Gerbersträße hierselbst verübt. Durch 12 gefäh liche Schnitt= und Stichwunden wurde der Arbeiter Grunewald in schrecklicher Weise verstümmelt. So war ihm die Nase abgeschnitten, die Brust zeigte schwere Wunden und an den Armen waren Adern und Sehnen durchtrennt. Tötlich verletzt wurde er zum Krankenhause gebracht. Als Thäter wurden zwei Gebrüder Behmeke verhaftet. Dieselben haben zu der schrecklichen That ein scharfes Messer und einen langen Meißel benutzt. Die blutigen Mordinstrumente wurden in einem Stalle aufgefunden. Aus dem Sauerlande, 28. Jan.[Hochwasser.] Infolge des anhaltenden Regenwetters führen sämtliche größeren Flüsse des Sauerlandes Hochwasser. Die Volme, Verse und Lenne sind stellenweise über ihre Ufer getreten und überschwemmen das angrenzende Gelände. Verschiedene Wasserwerke haben bereits die Arbeit einstellen müssen, da die Räder im toten Wasser laufen. Hamm, 28. Jan.[Eine erschütternde Familientragödie] hat hier ihren Abschluß gefunden. Der 33jährige Werkmeister G. Westerhoff aus Homborn hatte am 20. Dezember 1899 seine 21jährige Braut Friederike Meyer von hier geheiratet. Am 20. Januar fand man das Ehepaar und den zu Besuch bei demselben weilenden Bruder der Frau betäubt im Bett; das Gasrohr war nicht ordentlich geschlossen gewesen. Der Mann starb, der Bruder liegt im Krankenhause; die Leiche des ersteren wurde in Begleitung der Frau hierher überführt. Seit dem Begräbnis wird die Frau vermißt. Da man Zeichen von Schwermut an ihr bemerkt hat, zweifelt man keinen Augenblick, daß sie in der Lippe den Tod gesucht hat. Aus dem Gerichtssaal. Dortmund, 26. Jan. Die heutige Schwurgerichtsverhandlung gegen den Fabrikarbeiter Josef Meester wegen Sittlichkeitsverbrechen, welche bereits den vorhergehenden Tag in Anspruch genommen hatte, endete mit der Verurteilung des Angeklogten zu 9 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. — Neneste Nachrichten. Prag, 29. Jan.[Der Bergarbeiterausstand in Böhmen.] Die Situation in den Streikgebieten ist nicht wesentlich verändert. In Dur sind 1884, in Aussig 1260 Arbeiter entlassen worden. Die Sitzung des Einigungsamts in Kladno verlief resultatlos. Die Gewerkbesitzer erklärten, sie würden mit den Arbeitern, solange diese im Streik verharren, nicht verhandeln. In Pilsen blieben die Gewerkbesitzer der Sitzung des Einigungsamtes fern. Petersburg, 29. Jan. Bei dem Brande eines sechsstöckigen Wohnhauses kamen 7 Personen um, mehrere andere wurden verletzt, darunter 4 sehr schwer. Lissabon, 29. Jan.[Kein Neutralitätsbruch!] Die in Pariser Blättern veröffentlichte Nachricht, daß die Truppen der südafrikanischen Republik die Grenze der portugiesischen Kolonie Mozambique überschritten hätten ist nach hiefigen amtlichen Erklärungen vollständig erfunden. Briefkasten. Nach Stockum. Ihre Berichte erscheinen in der DonnerstagNummer u. Ztg. D. Red. Nach Rüding hausen und Holthausen desgleichen. Dortmund, 27. Jan. Schon mehrfach hatten wir Gelegenheit, an dieser Stelle die Firma Meyer u. Günther, Dortmund, Steinplatz, zu erwähnen, welche es verstanden hat, sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens das Vertrauen eines täglich noch wachsenden Kundenkreises zu erwerben. Diesen Erfolg verdankt die Firma, wie wir rühmend hervorheben wollen, vor allem ihrem der Neuzeit entsprechenden Geschäftsprinzip, nur reelle Ware zu angemessenen billigsten Preisen dem Verbraucher zugänglich zu machen. Einem Teil der auswärtigen Auflage liegt eine Beilage genannter Firma bei, die wir bei der genauen Durchsicht der Leser empfehlen. Nach dem Motto:„Thatsachen beweisen“, hat die Firma Meyer und Günther dem Prospekte einige Proben eingefügt, so daß sich jedermann ohne irgendwelche Beeinflussung des Verkäufers, selbst von dem Wert des Gebotenen überzeugen kann. Wack's Pyramiden-Glanz-Stärke enthält alle nö°#4 tigen Zusätze zum Matt= und Glanzplätten. Ueberall vorrätig in Packeten zu 10, 20 u. 50 Pf. 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Februar 1900. % unter Mitwirkung des dramatischen Vereins„Fidelio" 5 und des Gesangvereins„Liederfreund"=Vorbach im Lokale des Herrn Funke den0 * Geburtstag Er. Mah. v. Kutser. durch Gesang=Vorträge und Beginn des Konzerts 4 Uhr, des Theaters 6 Uhr. Zur Aufführung gelangt: Der 27. Januar. 2. Die kleine Nachtigall. 5. Der Strafrapport. Punkt 9 Uhr: Beginn des Festballes. Die Musik wird von der Engelbrecht'schen Kapelle ausgeführt. Zu dieser Feier ladet fieundlichst ein Der Vorstand. Liter=Flaschen zu 1,75,2,50, 3,50 und 4,50.(188) Th. Wilke. * * * * * Ne 1 Gegen Frostbeulen schützt das 1000fach bewährte Kosmetikum(2 „Fellitin“ (gereinigte, präservierte Galle) von Karl Fr. Töllner, Bremen. Flacons à 60 Pfg. sind in allen Apotheken u. besseren Droguerien vorrätig. Depot: Emil Haarmann, Drogerie„Glückauf Pschone von 3 Zimmern 1. Etage per Februar oder später zu vermieten. Näheres Bismarckstr. 19. Eme von 5 Zimmern, abgeschlossene Etage, ev. noch mit Bodenzimmer ist pr. 1. 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Annahme der von der Behörde bestimmten Satzungen für die Unterstützungs=Kasse pp. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ein Annen, 1. Februar 1900, Der Vorstand. P. Struth, Vorsitzender. P. S. Die Mitglieder haben in Mütze zu erscheinen. Im Anschluß an die Versammlung findet die Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers statt. Frische Naturdutter, Postkolli ea. 10 Pfd. 6 Mk. 50 Pf. Nachn. vers. Fr. Fraßa, Ortelsburg, Ostpr. Mariwpreise. Neuß, den 29. Januar. Produktenbörse. sen..... Söcher Lezter 100 Kllo 15.40 14,40 "„ 14,30 13.30 beser... 1460 Aveel(Rübsen)„„— Raps Kartoffeln Rüböl„„ gereinigtes Oel„„ Heu 50„ Roggenstroh 500„ Preßkuchen 1000„ Kleien 50„ Butter 1„ Eier 60 Stück .80 53.75 56.50 .30 13.80 105.— .40 .40.00 .80 0,00 .50 5 .00 12.80 in nur besterQualität Th. Wilke. Dorr-estaf "* fürcSUNAU „,Schucking Dalnerkorn Branntwein-Brennerei Dülmen beillünger felen) Beginnt an Lohmann's Kunrperten das beste aus Rog genu. 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