8531 F S•75 Saxe S S 387 S S 5 * 35 S öphen Roit-„ gP400eeBBMRERRRRRRE RRNRRRRRRORRRRRRRRRRRARRRARARRRRRRRARBRRRURE RRR Anzeigen=Preise. T# zur dem Raum der anwpalt, Siamuntslie i# Gete-gieporegt### Inserenten direkt aufgegedene Anzeign aus dem ##'###op#angge, Ramtltenanzeigen, Stellen= u. selucke Solopsennigt. Relamenell amp Coldviennigz., Reig. ionddvud g. 5e.. Preigenge. a. Pern.“, Seconogele. Au Bche. e verbunden mit der Hörder Zeitung Hauptanzeigenblatt für Stadt= und Landkreis Hörde. Antliches Kreisblatt für den Stadtkreis hörde.— Amtsblatt für das Amt Aplerbeck. Unfall=Unterstützung entsprechend den Bedingungen. SPcHRRRRRRR RARRRRARRARRRRRRRRRRRARRRRRRRRRRRRRARRRRRREERAN Erscheint täglic, u### mir Setssspras, Szgauts u Bächeseusot Pgszhasen iu der verausgabe oder Zustelung der Settung, esrgher ind, dat der Beziever keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachtieferung des Blattes oder auf Ruckzahlung des Bezugs:§ dreises. Für die Redaktion verantwortlich: C. May. Horde Hermanndr. 6. MMmsanunnt SoAR Nr. 257(1. Blatt) Montag, den 2. November 1925. 69. Jahrgang Ein Handelsvertrag mit Iialien. Der erste größere Tarisvertrag mit Deutschland. Am 30. Oktober, abends, ist in Rom der #utsch=italienische Handlesvertrag unterLieser deutscheitalienische Handelsvertrag ist #n erste größere Tarisvertrag, den Deutschmit einem anderen Staate seit dem Kriege blossen hat. Der Vertrag beruht auf der ##undlage der Meistbegünstigung und ntält eine erschöpsende Regelung der„Jan, und Schiffabrtsfragen. Er wird z1g urch Vereinbarungen über die beiderleit.. ertragszölle zugunsten bestimmter Erzeugusse des anderen Landes. Er ist somit der erst ###ndelsvertrag, der auf Grund des neuen Itarises abgeschlossen worden ist. Da im brigen die Sätze des deutschen Jolltarises bei einzelnen Positionen ermäßigt werden mußten. dat dieser Landelsvertrag die Bedeutung, daß allen anderen Staaten, die mit Deutschind Handelsverträge schließen, dieselbeg. Lez; eingeräumt werden müssen. Der Vertrag 1# auf eine Dauer von 5 Jahren abgeschlossen ##nn dem Vorbehalt von Aenderungen bei der ##enführung einer neuen Zollgesetzgebung in den betreffenden Ländern. Die Forderungen der deutschen Wirtschaft. Cagung des Hansabundes in Düsseldert. Räumung der Westernplatte. Rit dem 1. November mußte die Westerndatte in Danzig von sämtlichen Bewohnern zräumt und alsdann dem Ausschuß hafen und die Wasserwege von Danzig überseben werden. Die Uebergabe erfolgte am Stag. Die Westernplatte wurde alsdann rmäß dem Beschluß des Völkerbundsrates zur Autznießung an Polen für Zwecke des Runitionstransportes ausgehändigt. Rleichzeitig damit ist die Westernplatte für den elgemeinen öffentlichen Verkehr gesperrt und ds Betreten ist nur Personen mit besonderen Answeisen gestattet. die Krieospolitik BeihmannHollwegs. #. S 5 G S# 8g S S 5. Vor dem Schlußakt des Münchener„Lolchstoßprozesses“. Nach Scheidemann wurde im Münchener Lolchstoßprozeß als letzter Zeuge der beunnte Historiker Dr. Friedrich Thimme ernommen. Der Zeuge verteidigte in längeren Ausführungen die Kriegspolitik des Reichskanzlers Bethmann=Hollweg, zu dessen Vertrauten und publizistischen Vorkämpfern er gehörte, und kam bei seinen Ausführungen zu eem Schlusse, daß in der Entlasssung Bethmannhol wegs der erste Anfang der Revolution erblick: wirden müsse. Im Anschluß an die Vernehmung Dr. Friedrich Thimmes wurde angeregt, die gesamten Rünchener Fechenbach=Akten zu diesem Proietz heranzuz'ehen, evtl. auch die geschiedene Frau Fechenbach als Zeugin zu laden. In dieser Woche kommen die Gutachter und Sachverständigen zu Wort. Heute spricht Prof. Hans Delbrück aus Berlin. Es folgen Amtegericht cat Dr. Ludwig Herz sowie Dr. Eugen zischer vom parlamentarischen Untersutungsausschuß des Reichstags. Dann spricht Reicksarctivrat Volkmann, der Versasser des duches„Der Marx'smus und die deutsche Front im Wel kriege,“ sowie Reichsarchivrat den Beschluß macht Oberst Schwertseger der bereits für den parlamentarischen Untersuchungsausschuß ein Gutachten erstattet hat. Der Abschluß des Prozesses ist wahrscheinlich in der nächsten Wochen zu erwarten. Der Hansabund hielt in Düsseldorf eine Tagung ab, die sich mit der Besprechung der gegenwärtigen wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Lage und den daraus für die Wirtschaft zu ziehenden Folgerungen beschäftigte. Das Hauptreferat hielt der Präsident des Hansabundes,, Reichstagsabgeordneter Dr. Fischer. Eingangs betonte er: Unabhängig von allen parteipolitischen Strömungen seien die Wirtschaftler verpflichtet, ihre Bereitschaft zu der durch Locarno eingeleiteten internationalen Zusammenarbeit zu betonen. Bei den anderen Nationen läge es jetzt in erster Linie. ob sie die für Deutschland selbstverständlichen Voraussetzungen: Räumung der nördlichen Jone des Rheinlandes und Besatzungsentlastung! tatsächlich zu erfüllen bereit seien. Ist das letztere der Fall, dann muß auf dem Wege von Locarno fortgeschritten werden. In dieser Beziehung ist es von dringender, Notwendigkeit, daß die keutsche Reichsregierung sich nunmehr aktiv für die Einderufung eineWeltwirtschaftekonserenz einsetzt. In der deutschen Wirtschaft selbst ist der techntsche Umgestaltungsprozeß noch keineswegs abgeschlossen. Ebenso wie der Staat aufhören muß. Staatskapitalismus zu betreiden und ebenso wie die Bestrebungen verworsen werden müssen, den Staat zu Subventionen der Privatwirtschaft zu veranlassen, dürsen die Auslandskredite für die deutsche Wirtschaft nicht überspannt werden, weil sie zusätzliche Deviseneingänge darstellen, die die Gefahr einer neuen Inslation in sich bergen. Der Redner empfiehlt eine Ermäßigung der Kapitalsverkehrssteuer und wendet sich gegen die Ueberspannung des Steuerdruckes. Jeder nur irgendmögliche Betrag muß der Wirtschaft erhalten bleiben. Dann setzt sich der Redner für ei ne Hebung der Kaufkraft des Arbeitslohnes ein und erklärt zu der sogan. „Preisabbauaktion“ der Reichsregierung, daß nicht eine einzige der fraglichen Maßnahmen geeignet war, irgendwie direkt zu helfen. Es erscheine erforderlich, daß im Rahmen einer finanzpolttischen Umfrage die Grundlagen für die Beurtetlung der steuerlichen Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft klar gelegt werden. gegen den früheren amerikanischen„Treuhänder“ si. das beschlagnahmte ausländische Eigentum, Thomas Miller, angestrengt worden. Die Anklage richtet sich außerdem gegen den Präsidenten der Schweizer Bank in Basel, Leopold Duboi, den Präsidenten der Societee Suits vour Valeurs de Meteaux, Geigy, den Präsidenten der Metallgesellschaft und den Direktor der Metallbank in Frankfurt a..; Richard und Alfred Merton. Es wird den Angeklagten zur Last gelegt, daß sie den amerikanischen Staat unter Bestechung um die Summe von 7 Millionen Dollar betrogen hätten, die rechtswidrig den vier ausländischen Angeklagten in amerikanischen Kriegsanleihen(Freiheitsanleihe) ausgezahlt worden seien. Die Auslieferung der deutschen und schwetzerischen Angeklagten ist bereits verlangt worden. Der„Geist von Locarne“ in Zaghafte Maßnahmen für den Abbau des Besatzungsregimes.— Abbau Kreisdelegierten. Nach einer Meldung aus Koblenz ist in den Besprechungen bei der Rheinlandkommission über den Abbau der Besatzung vorläufig nur über die großen Richtlinien für die Umgruppierung der Kreise und Bezirke gesprochen worden. Es ist in Aussicht genommen, sämtliche Kreisdelegierte abzubauen. Es soll sich etwa um 32 Beamte handeln. Nur noch die Delegierten für die Pfalz, für Trier, Koblenz, Mainz, Wiesbaden und(vorläufig bis zur Räumung der Nordzone) Bonn sollen bestehen bleiben. Der Delegierte für Bonn wird ebenfalls abgebaut, wenn die Kölner Zone geräumt sein wird. Im Zusammenhang, mit diesen Maßnahmen sind auch Schritte vorgesehen, um die Truppen zu vermindern. Das Armeekorps, das bisher im Bonner Bezirk stationiert war, ist bereits auf eine Division herabgesetzt worden. Die Finanzkrise in Frankreich übt natürlich einen wesentlichen Einfluß auf die Beschlüsse der Rheinlandkommission Expiosionsunglück auf Zeche „Hollana“ 1 17 Todesopfer, zwei Verletzte. Gelsenkirchen, 2. Nov. Auf der zur Phönix=.=G. gehörenden Zeche Holland ereignete sich abends 9 Uhr eine Schlagwetterexplosion, wobei 17 Personen getötet und zwei leicht verletzt wurden. Sämtliche Tote sind geborgen. Die Ursache der Explosion, die sich in einer Schachtabteilung ereignete, konnte bei Befahren der Strecke durch die Bergbehörden und Zechenverwaltung noch nicht geklärf werden. Eine weitere Gefahn für die betrof: fene Abteilung und die anderen Betriebe be steht nicht. Das Oberbergamt Dortmund teil mit: Auf der Schachtanlage Holland I/II in Gelsenkirchen hat am Samstag abend gegen Ende der Mittagsschicht eine Explosion stattgefunden, bei der 17 Bergleute getötet und zwei leicht verletzt worden sind. Die Explosion hat eine Abteilung zwischen der 8. und 9. Sohle beroffen in der die untere Fettkohle im Flöz aus Vorbereitungen für die Räumung Kölns? Mit der Prüsung der Uebersiedlung der englischen Besatzung nach Wiesbaden wurden sechs englische Offiziere beauftragt. Diese Offiziere besichtigten dieser Tage in Wiesbaden sowohl die französischen Quartiere als auch Hotels und Privathäuser. In Köln sind Pinzwischen weitere von den Engländern be schlagnahmte Gebäude den deutschen Besitzern zurückgegeben worden. Im Pleuarsitzungssaale des Preuß. Landtages trat die Reichsparteikonserenz der Kommunistischen Partei Deutschlands zusammen. Die Neiesparteikonierenz ist auf Grund det neuen Statute gewälit. Sie besteht aus den Delegierten der Betriebszellen. Die Aufgabe der Parte'konserenz s, die der Politik für das Parteivorstands zentralkomt tee sestzulegen. Die erste Tagung dieser Art beschäiftigte sic, mit der inneren politischen Lage, der inneren Parteidiskution, die über den Elki=Brief entstanden ist, mit den Ergebnissen von Lecarno und der Regierungskrise. Uebe: die innerpolitische Lage sprach Ernst Thälmann, als Korreserent Abg. Werner len. Von den etwa 256 Delegierten gehören nur etaw 26 der ultralinken Opposition an. Kündigung der Gehaltsordnung im Ruhrbergbau. Die in Essen stattgehabte Konferenz der Angestelltengewerkschaften des Ruhrbergbaues beschlossen, die Gehaltsordnung für die sechnischen und kaufmännischen Angestellten des Ruhrbergbaues zum 30. Novemder zu kündigen. Gescheiterte Verhandlungen. Die in Düsseldorf von dem Schlichter ür das Rheinland geführten Verhandlungen über die Verbindlichkeitserklärung des Berliner Schiedsspruches vom 12. Oktober für das gesamte Baugewerbe in Rheinland=Westsalen sind gescheitert. Die Entscheidung über den Antrag liegt jetzt beim Schlichter. nur etaw 26 der ultralinken Oppositit Ruth Fischer(Frau Golke), die sich zurzeit in Moskau befindet, hat der Parteikonferen; ein längeres Schreiben geschickt, in dem sie unter nochmaliger Betonung der Fehler der früheren Leitung sich für die Zusammenfassung der Kräfte innerhalb der Partei auf den Boden des Ekki=Briefes einsetzt. Ihre Gruppe ist in den bisherigen Parteidiskussionen fast völlig ausgerieben worden und auf der Konserenz noch durch vereinzelte Delegierte vertreten, sich noch nicht endgültig entschieden haben. Im weiteren Verlauf nahm die Konferenz die neuen gemäßigten Richtlinien, die von zentralen Mehrheit aufgestellt wurden, mit 21 gegen 30 Stimmen an. Bei Besprechung der von der KPD. in den Parlamenten einzunehmenden Haltung wurde zum Ausdruck daß in der Preußenfrage die Partei eine durchaus selbständige Politik durchführen müsse, wobei sie sich energisch davor zu sichern habe, von den reaktionären Parteien bei Abstimmungen ausgenützt zu werden. Grabdenkmals für den verstorbenen sidenten Friedrich Ebert an die Stadt Heidelberg statt. Von der Reicheregierung nahmen an der Feier teil als Vertreter der Reichsregierung die Reichsminister Dr. Geßl und Brauns, vom Bureau des Beiczigen, sidenten Dr. Meißner, von der Prozp##### Regierung Ministerpräsident Braun. 2. sche Regierung vertraten in Veryinderung des Staatspräsidenten die Minister Remmele und Trunk s. wie Staatsrat Marum. Von der Sotands waren die Asgeordne en Franken und Wels erschienen. Die Stadt Heidelberg hatte drei Vertreter des Stadtrats und Mitgliederdes Bürgerausschuss#e entsandt, auch der Rektor der Universität, Liebmann, wir zugegen Reben der Familie sah man auch einige in Heidelberg lebende Jugendfreunde des Verstorbenen Reichsminister Dr. Geßler der im Namen des Reichspräsidenten und der Reichsregierung einen Kranz von Rosen am mal niederlegte, sagte bei der feierlichen gabe des Denkmals in die Obhut der Stadt „Riche ein Lukmal in gewöhnlichen Sinne wird hier enthällt. An dem wahren Denkmal arbeitet ernst und unbestechlich die Geschickte. Wenn von diesem das Gerüst einma! abgebaut wird, wird es stark und mächtig den der mit seinem Leibe die Risse eine Abteilung zwischen der 8. und 9. Sohle betroffen, in der die untere Fettkohle im Flöz Dickebank abgebaut wurde. Der Entzündung sind schwere Gebirgsschläge im Flöz Dickebank vorausgegangen, das als Hangendes eine etwa 10 Meter mächtige feste Sandsteinbank hat. Die betreffenden Baue waren durch Gesteinsstaub und zwar durch Sperren und Streuung gesichert. Diese Sicherung hat ihre volle Schuldigkeit getan, da die Explosion über ihren eigenen Herd nicht hinausgeschlagen hat. Die Wirkung hat sich nach dem bisherigen Befund anscheinend sogar nur auf eine Hauptstrecke beschränkt. Die ganze Belegschaft ist mit elektrischen Lampen ausgerüstet. Die Toten sind sämtlich geborgen. Einer der beiden Verletzten schwebt in Lebensgefahr, der zweite ist nur leicht verletzt. Weitere Bergleute sind nich gefährdet. Die betreffenden Baue sind mit Ausnahme weniger Stellen, die zu Bruch gegangen sind, wieder befahrbar. Die Ursache der Explosion konnte noch nicht festgestellt werden. Es wird bisher vermutet, daß es sich um eine Explosion von schlagenden Wettern handelt. Die bergbehördlichen Untersuchungen sind im Gange. Der Berghauptmann mit Vertretern D abehörde ist en Ort und Stelle. DiGange. Der Berghauptmann mit Vertreterr der Beraveyorde ist an Ort und Stelle. Die der Berabehörde ist an Ort und Steile, Untersuchung über das große Unglück konnte noch nicht zu Ende geführt werden. Eberts Grabmal. Uebergabe an die Stadt Heidelberg. Am Samstag mittag fand auf dem Friedhof in Heidelberg die feierliche Uebergabe des Mann zeigen, der mit seinem Leibe die Risse zwischen der alten und der neuen Zeit deckte.“ Oberbürgermeister Prof. Dr. Walz im Namen der Heidelberger Stadtverwaltung für die Errichtung des Denkmals. Die Stadt Heidelberg werde es in treue Obhut nehmen und in Ehren halten. Amerikas„Treuhänder“. Ein amerikanischer Bestechungsskandal. In Neuyork ist ein riesenhafter Bestechungsskandal ins Rollen gekommen. dem dortigen Bundesgericht ist ein Ein schweres Unglück im Güter bahnhof Hagen. Hagen, 2. Nov. Ein schweres Eisenbahn. unglück ereignete sich in der Nacht kurz vor 4 Uhr im Güterbahnhof Hagen=Eckesey, Der von Vohwinkel über die rheinische Streckkommende planmäßige Güterzug fuhr mit furchtbarer Wucht in der Nähe der Güterabfer tigung Eckesey in ein mit einer Anzahl Gu terwagen besetztes Gleise. Durch den weithit vernehmbaren Anprall hob sich die Loko motive hoch empor und stürzte dann au die Gleise, wobei Lokomotivführer und Heize unter die Lokomotive zu liegen kamen. Der Heizer hatte die Putzwolle noch in der Hand, Der nachfolgende Packwagen und ein weiterer Güterwagen waren ebenfalls schwer beschädigt umgefallen. Erst nach zwei Stunden mühevoller Arbeit konten die beiden Leichen geborgen werden. Beide Beamte sind verheiratet und gehören dem Schwerter Personal an. Sie waren nach vollbrachtem Dienst auf der Heimfahrt begriffen. Die das Unglück herbeigeführte Ursache konnte noch nicht geklärt werden. Die Schuld an dem Unfall trägt der Jahrdienstleiter eines Stellwerks, der die Zustimmung zur Einfahrt aus das besetzte Gleis gegeben Hörde Stadt und Land. Hörde, den 2. November. Die äußere Heilighaltung des Bußtages. Bei der Handhabung der Bestimmungen über die äußere Heilighaltung des Bußtages haben sich in den letzten Jahren gewisse Zweifel wegen der Zulassung von Theateraufführungen ergeben. Eine in Aussicht genommene grundsätzliche Neuregelung der Bestimmungen kann erst nach Erlaß eines früher bereits einmak dem Reichstag vorgelegten, aber nicht zur Verabschiedung gelangten Reichsgesetzes zum Schutze der Feier= und Gedenktage erfolgen. Bis dahin bleibt in Preußen der Bußtag auf Grund des Gesetzes von 12. März 1893 staatlich anerkannter= Feiertag. Für seine äußere Heilighaltung gelten die in den einzelnen Provinzen ergangenen Landespolizeiverordnungen nach Maßgabe der Erleichterungen, die in zwei Erlassen des Preußischen Innenministers vom Jahre 1919 vorgesehen sind. Jetzt erklärt der Minister des Innern in einem Runderlaß an die Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten, daß er nichts dagegen einzuwenden habe, daß am Bußtag in den Theatern nicht nur Werke der in jenen Erlassen erwähnten Art, sondern allgemein ernste Stücke zugelassen werden. Dagegen sind mit der Weihe des Tages unvereinbar und daher ausnahms los nicht zuzulassen Revuen, Ope retten, Lustspiele, Komödien Possen, Schwänke und dergl. Auf führungen. In Lichtspieltheatern können Filme religiösen oder legendären Inhalts sowie Lehr= und solche Filme zugelassen werden, die für volksbildend erklärt worden sind. varkeitsdauer in den Morgenstunden zu und geht Ende d. M. 2½ Stunden vor der Sonne auf. Am 15. 6 Uhr morgens steht er 5 Grad über dem.=Horizont. Jupiter steht am 15. abends 6 Uhr 12, Grad hoch im SW. und geht 3½ Stunden nach der Sonne unter. Saturn kommt am 9. d. M. in Konjunktion zur Sonne und wird erst Ende d. M. tief im Osten des Morgens sichtbar. (Bauernregeln vom November.) November trocken und klar, bringt wenig Segen fürs nächste Jahr.— Aller=Heiligen bringt Sommer Füir alte Weiber, der ist des Sommers letzter Vertreiber.— Aller=Heiligen trägt eigen den Winter zu allen Zweigen.— Am Martini (11.) Sonnenschein, tritt ein kalter Winter ein. Der heilige Martin verlangt Feuer in dem Kamin.— Sankt Martin setzt sich schon mit Dank am warmen Ofen auf die Bank. sankt Martin weiß nichts mehr von heiß. Schafft Katharina vor Frost sich Schutz, so watet man lange draußen im Schmutz.— Tummeln sich die Haselmäuse, ist's noch weit mit des Winters Eise.— Wenn die Bäume den Schnee halten, werden sich im Frühjahr wenig Knospen entfalten.— Im November Wässerung ist den Wiesen Besserung.— November naß, bringt jedem etwas. (Durch ausströmendes Gas getötet.) Als dem Hochofenwerk ein Hochofen angeblasen auf werden sollte und dabei ein Gasschieber des Ofens anscheinend zu früh geöffnet wurde, ereignete sich ein folgenschweres Unglück. Die ausströmenden Gase betäubten und töteten den in der Nähe arbeitenden Schlossermeister August Kissing, Felizitas, während sich ein Arbeiter noch rechtzeitig genug retten konnte. Die Wiederbelebungsversuche, die zwei lange Stunden hindurch vorgenommen wurden, verliefen erfolglos. Der so jäh aus der Arbeit und dem Leben Gerissene stand im besten LMannesalter und ist verheiratet. (Allerseelen.) Wenige Tage des Jahres kragen einen so ernsten Charakter wie die beiden Totengedenktage Allerseelen und Toten sonntag. Während dieser am Sonntag vor Ad vent in der evangelischen Kirche begangen wird weiht die katholische Christenheit den Entschlafenen den 2. November als Allersee lentag. Wie viel bitterer Schmerz, wie viel herbe Reue wird hier wie dort aufgelöst auf dem großen Acker, auf dem die Toten in langen Reihen friedlich nebeneinander ruhen! Oh. könnten die Tränen, die heimlich und aufhaltsam dort perlen, den Toten sagen, was die Trauernden empfinden, so manches starre.gesicht würde noch von einem warmen Lächeln überflogen und würde die trostreiche Versichrung geben, daß es den Frieden gesunden" Denn darin ruht ja gerade das schönste und erhabenste Moment des Christentums, daß man weiß, die Lieben die hier ruhen, sind jetzt erhaben über Erdenleid und Erdenplage. Eine Versammlung der Christlichen Metallarbeiter, welche gestern im Lokal Wallrabe tagte, befußte sich mit den auf allen lastenden Tagesfragen. Herr Gewerkschaftssekretär Wagner=Witten sprach über die Notschwer daher an diesem Tage auch Leid und tiefer Herzensschmerz drücken mag, so soll mnan doch an den Gräbern unserer Lieben nicht verzweifelnd klagen und dem Leben zürnen, ondern sich Trost holen von ihnen, in dem Gedanken, daß uns nur eine kleine Spanne Zeit noch von ihnen trennt. Zugleich aber soll sich jeder vornehmen, das Leben, das noch vor ihm liegt, nach Möglichkeit durch gute Taten und durch Liebe zu weihen und zu veredeln!— Ueber die Ursache zur Einführung des Allerseelenfestes wird folgende Legende erzählt: Einst will ein Mann aus den Gluten des Aetna die armen Seelen wimmern gehört haben. Dies deutete Abt Odilo von Clugny Strauf. daß es noch an einem Kultakt fehle und führte 998 das Fest zum Troste der armen Seelen ein Papst Johann 18. erhob es 1106 zum allgemeinen Kirchenfeste und das Konzil zu Trient bestimmte 1549 die Feier desselben. In der ersten Zeit gemeinsam mit Allerheiligen gefeiert, wurde ihm später ein besonderer Festtaa, der 2. November gewidmet.— Die Mitglieder der hiesigen katholischen Kirchengemeinden versammelten sich gestern nachmittag, um in festlichem Zuge zu einer Totengedenkfeier auf dem Friedhofe herauszuziehen. Eine große, andächtige Menge war es, die sich unter Führung der Geistlichkeit zur Stätte des Friedens begab, wo der wiedergenesene Herr Pfarrer Jür gens und Herr Vikar Apel durch Gebet und Predigt des Allerseelentages gedachten. Es war eine ernste, würdige Feier, die auf alle Teilnehmer einen tiefen Eindruck machte. Abends leuchteten von allen Gräbern die Lichtlein, mit denen liebende Hände die Ruhevlätze der entschlafenen Angehörigen geschmückt hatten. Namentlich von etwas entfernter und erhöhter Warte gesehen, war es ein herrliches Bild, wie die Flämmchen der einzelnen Kerten sich zu einem großen Lichtmeer vereinten. Im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen rauhe Winde und Novemberregen herrschten, war gestern ein sonniger und windstiller Herbsttag, der zu der vollen Entwicklung der Totenfeier das Seinige beitrug. (Der Himmel im November.) In diesem trüben Monat, der das unschön gewordene Naturbild noch nicht mit glitzerndem Schnee deckt, schreitet die Kürzung der Tageslänge weiter fort. Viele Wohnungen werden nun gänzlich„sonnenlos“, und erst im März wieder wird ein Strahl Morgen= oder Abendsonne ins Stübchen blinken. Am 22. November. 9 Uhr abends, tritt unuser Tagesgestirn in daZeichen des Schützen.— Die Mondwechselzeiten sind: am., 4 Uhr nachm., letztes Viertel, am 16., 8 Uhr vorm., Neumond, am 23., 3 Uhr morg. erstes Viertel und am 30., 9 Uhr vorm., Vollmond. Von den Planeten ist zu sagen: Merkur wird in der zweiten Hälfte d. M. für kurze Zeit am Abendhimmel sichtbar. Ende d. M. geht er knapp 1 Stunde nach der Sonne unter. Kurz nach Sonnenuntergang steht er wenige Grade über dem SW.= Horizont im Schützen. Venus geht anfangs 2 Uhr, Ende d. M. 3 Uhr nach der Sonne unter. Sie steht am 15. 6 Uhr abends tief im SW. im Schützen. Mars nimmt an Sichtwendigkeit der Organisationen, welche in ihrer Geschlossenheit allein imstande seien, die Lage der Arbeiterschaft zu heben. Holzwickede, 2. Nov. Unter deu beiden Opfern, welche das Eisenbahnunglück in Hagen gefordert(s. dort), befindet sich auch der Heizer Herr Buchbinder von hier, Hengsenerstraße. Der verunglückte B. hinterläßt Frau und ein Kind. Der zweite Verunglückte, der Führer der Lokomotive, ist in Schwerte ansässig. Der Zugführer des Unglückszuges konnte sich dadurch retten, daß er die Gefahr rechtzeitig erkannte und von seinem Wagen absprang. Ergste, 2. Nov. Ein frecher Einbruchsdiebstahl wurde in der Freitag=Nacht auf Gut Halstenberg von noch bis jetzt unbekannten Tatern ausgeführt. Dem auf Gut Halstenbera beschäftigten Schweizer wurde sein ganzer Bestand von 15 Kaninchen entwendet. Schwerte, 2. Nov.(Ertappte Diebe.) Lange Zeit hindurch wurden die Baubuden einer Dortmunder Firma, die in den Ruhrweiden den Gutshof für das Dortmunder Wasserwerk errichtet, beraubt. Jetzt ist es endlich gelungen, die frechen Diebe zu fassen, als sie in einer der letzten Nächte wieder einen Raubzug ausfuhrten. Es handelt sich um Einbrecher aus dem benachbarten Rheinen. Schwerte, 2. Nov. Langsinger hatten es auf eine hiesige Schule abgesehen. Es gibt anscheinend Menschen, die aus Lust am Hand werk stehlen, denn sonst könnte man es nicht verstehen, daß die Diebe zum größten Teil Sachen entwendeten, die für sie keinen Wert haben können. (Die Dortmunder Hausfrauen und die Milchzentrale.) Auf Betreiben des Stadtrats Dr. Kremer ist eine Milchzentrale gegründet worden, in der Milchproduzenten, Milchhändler und die Milchversorgungs G. m. b.., ein städtisches Unternehmen, zusammengesaßt worden sind. Allerdings steht dieser Gründung ein erheblicher Teil des Milchhandels fern, der besonders mit der Einschränkung des freien Handels und der Preispolitik der Milchzentrale nicht einverstanden ist und bekämpft. Er behauptet, daß er die Milch ebenso gut wie die Milchzentrale, aber billiger und zwar frei ins Haus liefern könne. Neuerdings haben diese abseits der Milchzentrale stehenden Milchhändler kräftige Unterstützung durch die Hausfrauen gefunden. In einer stürmisch verlaufenen Versammlung, die vom Hausfrauenbund einberufen worden war, wurde die Dortmunder Milchzentrale einer scharfen Kritik unterzogen. Eine am Schluß einstimmig angenommene Entschließung wirft dem Aufsichtsrat der Milchzentrale vor, daß er nichts Genügendes tue, um eine Verbilligung der Milch herbeizufuhren. Es wird gebeten, alle Wege einzuschlagen, die eine Verbilligung herbeiführen können. Gleichzeitig wird verlangt, daß die Milch wieder, wie es fruher der Fall war, ins Haus gebracht wird. Energisch wird jede Verordnung abgelehnt, die die Hausfrauen zwingen will, bei einem ihnen zugewiesenen Händler die Milch zu kaufen. (Zur Förderung der Flugtechnik.) Am 18. November beginnt in Dortmund ein von den Dortmunder Flugvereinen veranstalteter dreimonatiger Kursus, der die Weckung und Förderung der Flugtechnik bezweckt. Nach Erlangung der theoretischen Kenntnisse wird den Teilnehmern Gelegenheit geboten, Flugmodelle und danach Segelflugzeuge zu bauen. Später soll alljährlich ein Flugzeugmodellwettbewerb veranstaltet werden. (Neue Straßenbahnlinie.) Durch den Streik der Straßenbahn, dem sich auch die übrigen Arbeiter der Dortmunder Straßenbahnen angeschlossen hatten, ist eine Ver zögerung in der Gleislegung und auch in der Anbringung der Oberleitung hervorgerufen worden, so daß die Gröffnung der neuen Strecke Hohe Straße— Kreuz straße, die für die ersten Tage des November vorgesehen war, eine Verschiebung erfahren muß. Die Eröffnung findet nunmehr am 15. oder 16. November statt. Berufung hat die Staatsanwaltschaft gegen das vom Schöftengericht gegen den Bauunter nehmer Lend und Gen. gefällte Urteil eingelegt. Quer durch Wastkalen und Rheinland. Dortmunder Rundschau. In der letzten Vollversammlung der Handwerkekammer in Dortmund sprach der Geschäftsführer zu der Frage„Handwerk und Preissenkung". Er wehrte sich vor allen Dingen gegen die Versuche in der Oefsentlichkeit, die Schuld an den jetzigen Preisen einzelnen Berufsständen zuschieben zu wollen und vertrat die„Auffassung, daß eine Preissenkung nur auf Grund einer organischen Entwicklung. nicht durch Anordnungen und Willensäußerung erfolgen könne. Die Vollversammlung nahm folgende Entschließung zu dieser Frage einstimmig an: Im Interesse unserer gesamten Volkswirtschaft hält die Handwerkskammer zu Dortmund eine Senkung der Preise für dringend erforderlich. Sie glaubt jedoch, daß diese Preissenkung nur das Ergebnis einer organischen Entwicklung sein kann, und sich nicht durch Verfügungen und Verordnungen auf mechanischem Wege vollzieht. Erste Voraussetzung für diese Entwickelung ist der Abbau eder Zwangswirtschaft. Mit Befremden stellt die Handwerkskammer fest, daß die Preisprüfungsstellen nicht abgebaut werden, sondern daß ihnen im Rahmen des PreissenkungsProgramms der Reichsregierung neue Aufgaben zugeteilt werden. Die Beseitigung der Zwangsbewirtschaftung der Löhne ist ein weiteres dringendes Erfordernis. Ferner ist zu fordern der Abbau aller Verordnungen und Maßnahmen auf dem Gebiete des Arbeitsrechtes. die die Produktion belasten, größte Sparsamkeit in allen öffentlichen Haushaltungen, Herabminde. rung aller steuerlichen Lasten. Die Handwerkskammer verurteilt den in der Oeffentlichkeit unberechtigter Weise übertrierenen Mißbrauch der Satzungen der Zwangsinnungen, sie fordert die Innungen auf, alles zu vermeiden, was ihnen den Vorwurf der Preisbildung ihrer Mitglieder machen könnte. Die Hauptaufgabe sieht die Handwerkskammer für die Innunge darin, die Mitglieder in der Errechnung ihrer Hamm, 31. Okt. Seltenes Jagdglück hatt der Landwirt Hans Renninghoff aus Rhunern. Seinen eifrigen Bemuhungen als Weidmann gelang es, im Laufe des vergangenen Sommers nicht„weniger als 6 Füchse zur Strecke zu bringen, wodurch er die Hammer Gegend von einer wahren Landplage erlöste. Socst, 31. Okt.(Die Rot der Junglehrer.] Vor einigen Tagen wurde an der Provinzial. blindenanstalt eine Burokraft gesucht. Auf diausgeschriebene Stelle meldeten sich über 30 Bewerber(!), darunter allein 20 Junglehrer. Dieser fast alltäglich sich wiederholende Vorgang wirft ein bezeichnendes Schlag licht auf die Beschäftigungslosig keit weiter Kreise. Besonders grell tritt aber die Notlage der Junglehrer zutage, die. anstatt ihrem Berufe nachgehen zu konnen, sich in allen möglichen Beschäftigungszweigen zurechtfinden mussen, oder, was noch schlimmer ist. trotz aller durchgemachten Vorkurse keine Anstellung finden. Münster, 2. Nov.(Wurst wider Wurst., Nach diesem Rezept verfuhren die Kaufleute J. aus Langendreer und R. aus Werne bei Hamm I hatte im Januar geschäftlich in Heessen zu tun, wo er abends den Zug verpaßte. Er kam mit einem Heessener Kaufmann ins Gespräch, der ihn einlud, bei ihm zu übernachten. J. kam der Einladung nach, stellte aber fest, daß die Gastfreundschaft ihm gegenuber zu unerlaubten Handlungen ausgenutzt werden sollte. I besprach sich mit., und beide gingen nach einigen Tagen zu dem Heessener Kaufmann und forderten von ihm eine Geldsumme von rund 700.4 mit der Begrundung, daß sie dann keine Anzeige gegen ihn erstatten wür. den. Bei dieser Gelegenheit gab sich R. als Rechtsbeistand des J. aus. Der Heessener Kaufmann zahlte aber nicht, und es erfolgte daraufhin Anzeige mit dem Erfolge, daß der Kaufmann bestraft wurde. Dieser aber hatte auch eine Anzeige wegen Erpressungs= versuchs eingeleitet, die ebenfalls zur Verurteilung des J. und R. führte. Ersterer erhielt 2, letzterer 3 Monate Gesängnis. Nun haben sich beide Parteien sicher nichts mehr vorzuwersen. Bielefeld, 2. Nov.(Das Auto in der Küche.) Obwohl das mit Kartoffeln beladene Auto einer Gütersloher Firma in mäßiger Fahrt die Holter Straße in Brackwede hinabfuhr, konnte es doch nicht die scharfe Kurve zur Friedrichsdorfer Straße nehmen und stieß deshalb mit voller Wucht gegen einen Kotten Der Anprall war so heftig, daß die Außenwand durchstoßen wurde und das Auto erst an der Innenwand vor dem Küchenschrank zum Stehen kam. Glücklicherweise waren die Hausbewohner gerade nicht anwesend, so daß mehr oder weniger nur Materialschaden verursacht worden ist. Das Frachtauto hat zwar seine Weiterfahrt noch kurze Zeit fortseden können, mußte aber dann infolge Versagens der Steuerung in einem Graben unfreiwilligen Aufenthalt nehmen. Minden, 2. Nov. Einen guten Fang machte die Polizei in Rinteln. Vor dem Hause des Schmiedemeisters Berlitz zu Rinteln, auf dessen Grundstück sich eine Benzin=Tankstelle befindet, hielt ein großer viersitziger Kraftwagen, um Selbstkosten zu schulen, damit sie es nicht mehr einige Liter Benzin aufzunehmen. In dem nötig haben, sich von aufgestellten Richtpreisen Führer des Wagens ohne Führerschein erkannte leiten zu lassen. die Polizei einen ebemaliger Housdiener enss Rintelner Hotels. Es stellte sich dann heran# daß der Kraftwagen in Braunschw, gestohlen war. Lüdenscheid, 2. Nov. Ein schwerer v. glückesall ereignete sich hier in der Nähe Christuskirche. Ein vierzehnjähriges Mäd### versuchte sich auf der sehr belebten Strad im Radfahren. Vor einem vorüberfahren Autobus der Lüdenscheider Ringbahn fuhr Kleine zur Seite, streifte jedoch mit Hinterrad ein Schutzblech des Kraftwagene. durch erhielt sie einen so starken Stoß, sie kopfüber über die Lenkstange flog. schlug mit dem Kopf auf das Pflaster und litt einen Schädelbruch, an dem sie gestorben Arnoberg, 31. Okt.(Des Gesetzes### wacht!] Kommt da ein dreister Bettler in Wohnung des Vorstehers in Sichtigvor. 2 niemand antrifft, öffnet er alle Türen, bis schließlich in eine leckere Speisekammer komEr kann nun nicht widerstehen, nimmt ein angeschnittenen Schinken unter seine Mantel und lenkt schleunigst seine Schn außerhalb in die Einsamkeit. Die fette Mazeit verdarb ihm aber ein Polizist, der ihn Straßengraben sitzen sah und mitnahm. Brilon, 2. Nov.(Wenn zwei sich streiten. Eine ergötzliche Geschichte spielte sich in Niedemarsberg bei dem letzten Hammelmarkt### Zwei Schäfer, die nach Beendigung des Man tes ihre Schafberden wieder der Heimat zum ben, gerieten, da sie zuviel Alkobol eingene# men hatten, unterwegs in Wortwechsel, dann in leichte Streitigkeiten ausartete### schließlich damit endete, daß beide Schäfer# zwischen ihren Schafherden auf der Erde hern tummelten. Die verdutzten Schafe werden wol das köstliche Schauspiel mit Bergnügen an sehen haben. Bochum, 2. Nov.(Eine tolle Schießerei surchtbarem Ausgang.) Das Schwurger## hatte sich mit dem Fall einer geradezu Schießerei zu befassen, die einen furchtbare Ausgang nahm. Der Vorfall spielte sich## Abend des 1. Februar 1924 zu Eickel ab. Angeklagte, der Bergmann Josef Flantz Röhlinghausen, war einige Zeit vorher aus Zentralgefängnis in Bochum ausgebrochen. 2 Polizei erhielt Mitteilung, daß er sich in# Wirtschaft Oelmann in Eickel aushalte. Un seine Verhaftung herbeizuführen, begaben## mehrere Polizeibeamte in das betreffende# kal. Der Angeklagte leistete anscheinend Aufforderung der Beamten, mitzugehen, Folg Dann aber sprang er plötzlich in dem Win schaftszimmer zur Seite, zog seine ge ladene Pistole und gab damit bl schnelI auf den Polizeibeamter Seppmann einen Schuß ab. Dieser te den Beamten am rechten Oberarm und verle### ihn derart, daß er von Flantz ablassen mußn Flantz versuchte nun rückwärts gebend un sortwährend auf die Leute, die ihn= Entkommen hinderne wollten, feuernd, der Hauptausgang der Wirtschaft zu gewinnen. E verwundete dabei den Arbeiter Claves du: einen Schuß in den Oberschenkel und den#. beiter Apholt durch einen Schuß in den Unie schenkel. Inzwischen hatte der Hilfspoli#### beamte Hensing seine Schutzwasse bereit geman und gerade auf Flantz angelegt, als er von di sem durch einen Oberschenkelschuß niedergestret wurde, so daß er sein Schußziel verfehlte. Der auf sprang plötzlich der Arbeiter Weidner Flant zu, um ihn noch an der Tür zu steller Flantz legte aber auch auf diesen an, un tötete ihn auf der Stelle durcheine Brustschuß. Alles suchte nun die Nebenau# gänge auf, um sich in Sicherheit zu bringer Dieses benntzte der Angeklagte, um zu en fliehen. Er konnte erst in der Nacht zum Marz 1924 festgenommen werden. Nach der Befunde des Gesängnisarztes leidet Flantz se# an hochgradiger Hastpsychose. Die ärztliche# Sachverständigen sprachen sich für eine grund liche und langere Beobachtung des Angeklas ten in der Irrenanstalt aus. Das Gericht übe: zeugte sich, daß Flant in seinem gegenwärtge körperlichen Zustand nicht für längere Zeit verhandlungsfähig sei. Es beschloß, den Angekleten zur nochmaligen Prufung seines Geister zustandes der Anstalt zu uberweisen. Bochum, 2. Nov.(Er lebt noch!) Der# Burokratius hat in einem Nachbarorte wiele mal ein Meisterstück geliefert. Ein jung Mann hatte im Jahre 1923 einen Fünfmillie: denschein gesunden und als ehrlicher Findauf der Polizei abgegeben. Jetzt, nach zu Jahren, erhielt er die Aufforderung, K der Behörde zu erscheinen. Um gehorsam sein, opserte er drei Arbeitsstun den. Auf dem Polizeibüro wurde ihm er### net, daß sich der Verlierer des Fünfmilliarde scheines bis jetzt nicht gemeldet habe und daber jetzt rechtmäßiger Eigentümer sei, möge über den Empfang von— 1 Reicht pfennig gutttieren. Der richtige Gold wert sei ja eigentlich nur ½ Reichspfennst aber man wolle mit 200 Prozent(!)„aufre; ten“. In welche Nöte wäre aber die hochwot löbliche Polizei gekommen, wenn sich der Bei lierer im letzten Moment doch gemeldet und Finder seine 10 Prozent Finderlohn beanspruch hätte? Einfach nicht auszudenken!. Bochum, 2. Nov.(Eröffnung der sälischen Verwaltungs=Akademie.) In Gegen wart von etwa 800 Gästen fand hier die feierliche Gröffnung der Westfälischen Verwal tungs=Akedemie(Abteilung Indus#regebiet) stan Abends wurde im Bochumer Stadttheater an Jestvorstellung„Rheingold“ gegeben. Herne, 2. Nov.(Ein verruchter Mord.) 2 von Gelnhausen stammende, hier bedienstel 19jährige Margarete Kratzia wurde in Walde überfallen, vergewaltigt, ermordet und dann an einem Baume aufgehängt. Von den Täter sehlt jede Spur. Herne, 2. Nov.(Die politische Verhetzust Der Bergmann Anton Dirbach, der gelegen lich einer Feier des Vereins der heimattrev# Ostpreußen seinem Aerger über den nationels Sinn des Heimatebenos und das Spielen Mitsingen des Deutschlandliedes dudurch, machte, daß er dem Kassierer des Vereins Wesserstiche beibrachte, wurde von Schöffengericht zu vier Monaten Gefengnis ber urteilt. Buer, 2. Nov.(Mess ahrer.) In der Berufsso greichnender Zwischenfal zewiesen werden m und ver zurechtne n Messer Lehrer. Glücklich ung nur leichter Natur. Gladbeck, 2. Nov.(Ar en.) In diesen Tagen vergarbeitersamilien nach #nderer haben sich ver in den Kaffee Hoffentlich nderer nicht im Unklar Mitteilungen Land keisceplantagen Stlau Elverseld, 2. Nov. #webebahn und der 2 geu in beeudet. Man h h# über die Einstellung it den Gewerkschaf delt werden soll. Elberfeld, 2. Nov.(4 einen Raubüberfall. bestalten drangen am 2 na des Messerschleifer Reiffenberg ein, hi Vevolver vor die zngten Geld. R. ge ßer Tat schlossen die Rä iche ein und entfloben. evolver war der Schere lomplize der Schleifer schmiere stand, der Arl u Solingen. Koch un #billigung mildernder #thaus, Ruttgers 6 L hatte Berufung eing Strafkammer Elber erklärte, die Tat in ##nde" begangen zu hal un keine Anzeichen gei beten konnte, blieb es be Trier, 2. Nov.(Eindem Gefängnis bei zeizte in dem Hochwaldt inen Feind M. Bettine terart, daß es vor der einer Schlägerei zwi regen schweren Diebstal ungnis verurteilte Bier eine Art, schlug ihn sen Kopf, daß der eintrat. Der Täter die Leiche des Ermordet wortiert. Essen, 2. Nov.(Ge eetorden.) Im Alter: In einem Schlaganfall nenrat Albert Müller=C führte er die Geschäfte #nssichtsrates der Esse Seudem gehörte er der #lied an. Er vertrat di In Aufsichtsrat der D #inenfabrik Baum in sharpenselbrauerei in torte er dem Grubenv narck an. Ruhrort, 2. Nov. tohlen.) Ein in der N Rhein liegendes D Nacht gestohlen. Die 7 dem Boot sämtli netzen es an der Ruhr der Tat verdächtige 1 eitgenommen. Moers, 2. Nov. vongespräch.) Der s# kauffells aus Mörs, #000 Mark des Ste om Mörser Finanza laben soll, ist in Bie Die Moerser Krimine tung an seinem bishe versuchte, kam auf die in der Gegend von 1 Er hat sich dann selbst Gütersloh aus nach Bielefeldar seld Geld zu bekomn nit der Bielefelder Verhaftung Kauffells der Staatsanwaltscha tung in die Untersue Köln, 2. Nov. terichts urteil.) Das Bonn verurtei#### eines Rheindan uu drei Jahren Gesan trafe wegen Spiel liedes beim Verlas Koblenz, 2. Nov. herbst. Weinversteiger kung des Angebotes Leinbaugebiete von die sonst ihre Weine Loblenz gekommen Lirtschaftslage erwa rage unbedent rungstage, dem 27. mern angeboten, vo surückgezogen wurde en einen Gesamtpr Hauptanteil hatten d den zurückgezogenen jändig verkauft. Berglicht(Huns zeunerkämpfe.) Be siehenden Zigenner Nacht zu einer b zwischen Horath un Nessern und Pist schlugen derart au der Streitend derer schwer Schwerverletzte erk daß der Erschossen August auf der St senfeld) erschossen Neesle sei. Nach Streise wurde dart Streit er schossenen jähriger Sprenger heraus, daß auch suchs an einen lich gesucht wir dann herag schwerer u. Nähe riges Mädte lebten Stra rüberfahrente gbahn suhr sch mit### aftwagens. ken Stoß, ige flog. flaster und sie gestorben Gesetzes Bettler in htigvor. D Türen, bis kammer koniimmt eine n unter sein seine Sch die fette Mar zist, der ihn nitnahm. sich streiten. sich in Niedenmelmarkt ung des M Heimat zut obol eingeno ortwechsel, ausartete ide Schäfer## er Erde hern ife werden wo rgnügen an Schießerei Schwurger## eradezu tolle zn furchtbare spielte sich ickel ab. 2e ef Flantz dorher aus sgebrochen. 2 er sich in aufhalte. Un n, begaben## betreffende 9# nscheinend zugehen, Folz in dem Wi seine s damit blin zeibeamte b. Dieser un m und verlez# ablassen mußt gebend un te, die ihn= euernd, der gewinnen. Claves du: l und den A: in den Unieg r Hilfspoli# bereit gemas als er von di ß niedergestret verfehlte. Deer Weidner Tür zu steller esen an, un durcheine: die Nebenaut it zu bringeum zu ent Nacht zum en. Nach der idet Flantz ses Die ärztliche für eine grund des Angeklas as Gericht übe: gegenwärtige: ingere Zeit ver , den Angetle# seines Geistet weisen. noch!) Der## chbarorte wiede t. Ein jung en Fünfmillis: hrlicher Find#ht, nach zu ssorderung, k m gehorsam Arbeitsstu urde ihm er### Fünfmilliarder et habe und: stümer sei,# n— 1 Reich richtige Neichspsenrt nt!)„auswei er die hochwoblin sich der Bei zemeldet und dei ohn beanspruch ken! nung der Wei .) In fand hier die älischen Verwalustregebiet) statt Stadttheater al geben. hter Mord.) 2 hier bediensten burde in einem , ermordet und ängt. Von Buer, 2. Nov.(Messerangriff auf seinen ##rer.) In der Berufsschule ereignete sich ein schnender Zwischenfall. Ein Schüler, der echigewiesen werden mußte, zog plötzlich Messer und verletzte damit sei#n Lehrer. Glücklicherweise ist die Verletung nur leichter Natur. Gladbeck, 2. Nov.(Auswanderer nach Bradiesen Tagen gehen von hier 36 nach Brasilien. Die Aus70 tuche W be! Verhetzuneder gelegen heimattreuet u nationeiz Spielen Zudurch## ereins un wurde Vos #ngnis ber vergarbeitersamilien nach Brafit. gunderer haben sich verpflichtet, ein Jahr 1g in den Kaffeeplantagen zu argzen.— Hoffentlich sind die armen Aus#nnderer nicht im Unklaren darüber, daß ihrer ch Mitteilungen Landeskundiger auf den antagen Sklavenarbeit wartet. Elverfeld, 2. Nov. Der Streik der #webebahn und der Talbahn Elverseld=Bar. !“, in beendet. Man hat sich dahin geeinigt, i über die Einstellung der einzelnen Streikenit den Gewerkschaften von Fall zu Fall schandelt werden soll. Elberfeld, 2. Nov.(Sechs Jahre Zuchthaus Raubüberfall.) Zwei vermummte alten drangen am 20. März in die Wohdes Messerschleifers und ParteisunktioReiffenberg ein, hielten ihm einen volver vor die Brust und ver ten Geld. R. gab ihnen 426 M4, Nach hat schlossen die Räuber den R. in die ein und entflohen. Der Mann mit dem er war der Scherennagler Ruttgers, sein je der Schleifer Hutz, ein dritter, der iere stand, der Arbeiter Koch, alle drei uns Solingen. Koch und Hutz erhielten unter Pbilligung mildernder Umstände je 2 ##chthaus, Rüttgers 6 Jahre Zuchthaus. Diehatte Berufung eingelegt, die vor der groStrafkammer Elberfeld verhandelt wurd.. erklärte, die Tat in einem„Dämmerzunde" begangen zu haben. Da der Gerichtskeine Anzeichen geistiger Erkrankung entbeten konnte, blieb es bei den sechs Jahren. Trier, 2. Nov.(Eine schwere Bluttat.] Der us dem Gefängnis beurlaubte Peter Biewer keizte in dem Hochwalddörschen Thailen seinen eind M. Bettinger nach einem Gelag###rart, daß es vor der Wohnung des Bettinger ##n einer Schlägerei zwischen beiden kam. Der ###en schweren Diebstahls zu 18 Monaten Ge###ugnis verurteilte Biewer entriß seinem Gegser eine Art, schlug ihm damit derart auf sen Kopf, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Täter wurde verhaftet und n Leiche des Ermordeten nach Wadern trausEssen, 2. Nov.(Geheimrat Albert Müller #etorben.] Im Alter von 78 Jahren verschied In einem Schlaganfall der Geheime Kommer###eurat Albert Müller=Essen. Von 1906 bis 1922 führte er die Geschäfte des Vorsitzenden des zisichtsrates der Essener Kreditaustalt. lendem gehörte er dem Aufsichtsrat als Mit#lied an. Er vertrat die Interessen der Anstalt m Aufsichtsrat der Deutschen Bank, der Matinenfabrik Baum in Herne und der Schlegel darpenselbrauerei in Bochum. Außerdem getorte er dem Grubenvorstand von Graf Bisnarck an. Ruhrort, 2. Nov.(Ein Dampfboot getohlen.] Ein in der Nähe der Schifferbörse auf Rhein liegendes Dampfboot wurde in einer Nacht gestohlen. Die Diebe erbrachen auf dem Boot sämtliche Behältnisse und ietzen es an der Ruhrmündung im Stich. Prei der Tat verdächtige Personen wurden bereits sgenomwer. 2 Moers, 2. Nov.[Das verraterische Televvongespräch.) Der frühere Bankbesitzer Karl kauffells aus Mörs, der die unterschlagenen 800 Mark des Steuerinspektors Siegmund Mörser Finanzamt an sich genommen laben soll, ist in Bielefeld verhaftet worden. Die Moerser Kriminalpolizei, die die Verhaftung an seinem bisherigen Wohnort in Essen dersuchte, kam auf die Spur, daß sich Kauffells in der Gegend von Bielefeld aufhalten sollte. er hat sich dann selbst verraten, indem er von Gütersloh aus ein Ferngesprach nach Bielefeld anmeldete, um in Bieleseld Geld zu bekommen. Nach Verständigung nit der Bielefelder Kriminalpolizei wurde die Verhaftung Kaufsells vorgenommen. Die Kleder Staatsanwaltschaft ordnete seine Ueberfuhkung in die Untersuchungshaft nach Mörs an. Köln, 2. Nov.(Ein französischeo Kriegsterichts urteil.) Das französische Kriegsgericht n Bonn verurteilte den Kapellmeister eines Rheindampfers in Abwesenheit u drei Jahren Gesängnis und 2000 Mark Geldtrafe wegen Spielens des Deutschlandliedes beim Verlassen der Stadt Koblenz. Koblenz, 2. Nov.(Weinversteigerung.) Die serbst Weinversteigerung brachte eine Bereichekung des Angebotes insofern, als auch die Veinbaugebicte von Mosel, Saar und Ruwer, de sonst ihre Weine in Trier versteigerten, nach koblenz gekommen sind. Wie die katastrophale Lirtschaftslage erwarten ließ, war die Nach tage unbedentend. Am ersten Versteigekungstage, dem 27. Oktober, waren 68 Nummern angeboten, von denen jedoch 45 wieder surückgezogen wurden. Die anderen 23 erzielen einen Gesamtpreis von 11500 Mark. Den hauptanteil hatten die Moselweine. Einige von den zurückgezogenen Nummern wurden freijändig verkauft.„„ Berglicht(Hunsrück), 2. Nov.(Blutige Zi. sennerkämpfe.) Bei einem auf dem Hunsrück stehenden Zigennertrupp kam es während der Nacht zu einer blutigen Auseinandersetzung swischen Horath und Gräfenthron. Die mit Nessern und Pistolen bewaffneten Gegne: schlugen derart auseinander ein, daß einer der Streitenden getötet und ein anderer schwer verletzt wurde. Der Schwerverletzte erklärte bei der Vernehmung, der Erschossene der Mörder des am August auf der Straße Overnoorf(Mruur=RoMainz, 2. Nov.(Verschärfte Personenkontrolle im besetzten Gebiet.) Das Militärpolizeigericht entschied, daß nicht nur Personen, die in Hotels und Gasthöfen absteigen, sondern auch solche, die bei Privatleuten wohnen, der Besatzungsbehörde zu melden sind. In einem Falle ist ein Förster, der seinen Freund nicht gemeldet hatte, zur geringsten Geldstrafe von 2 Mark verurteilt worden. Die Schreckensberrschaft in Damaskus. Ein Zivilkommissar Nachfolger Sarrails? Der Schaden der Beschietzung von Damas= kus wird nach Londoner Meldungen auf drei Millionen Pfund geschatzt. Die französische Schreckensherrschaft in Damaskus dauert immer noch an. Die Bevölkerung verläßt panikartig die Stadt. Die Hinrichtungen haben immer noch nicht aufgehört. In Beirut wurden sechstausend Mana Verstärkungen selander.. 19 Temren i Grichl. Indessen ist General Sarrait zur Berichterstattung nach Paris zurückberufen. nannte als seinen Nachfolger bereits den Ge neral Nollet. Indessen steht wohl nach neueren Meldungen fest, daß nach Syrien nun ein Zivilkommissar gesandt werden wird. Vertretungsweise bis zu dessen Ankunft soll General Dupont de Geschafte eines Oberkommissars von Syrien versehen. Di Abberufung Sarrails wird in der gesamten Pariser Presse mit großer Befriedigung ausgenom men. Sarrail wird sich nun bei seiner Rückkehr wegen der Vorgänge in Damaskus zu verantworten haben. Wie weit ihm seine Rechtfertigung gelingt, hägt in erster Linie von dem Bericht des Generals Dupont ab, der vor#ufig die Untersuchung in Damaskus leitet.„Die Abberufung Sarrails“, schreibt das„Jvurnal“, war eine unumgängliche notwendige Maßnahme, da die Ereignisse, für die er die Verantwortung trägt, internationale Komplikationen heraufbeschwören konnten. Der Völkerbund war besugt, von Frankreich Rechenschaft über die Vorgänge in Syrien fordern, was er bisher glücklicherweise(!) noch nicht getan hat.“ Das französische Auswärtige Amt erklärt hierzu noch, daß vom Völkerbund in der syrischen Frage nichts unternommen worden sei. Nur die Mandatskommission des Völkerbundes habe vom Auswärtigen Amt Frankreichs regelmäßig Bericht erhalten. Von einem Eingreisen des Völkerbundes selbst sei aber keine Rede. Erhöhung der Arbeitslosigkeit innerhalb der Bergarbeiterschaft um 3231 Mann, d. h. 17 Prozent eingetreten. Da seit diesem Termin keine wesentlichen Veränderungen der Arbeitsmarktlage eingetreten sind, dürfte sich auch Ende dieses Monats die Zahl der arbeitsuchenden Bergarbeiter des Ruhrbezirks um rund 22000 Mann bewegen. (Der Lebenohaltungsinder 1 Prozent zurückgegangen.) Die Reichsinderziffer für die L benshaltungskosten ist für Oktober mit 143.5 gegenüber dem Vormonat 144,9 um 1 Prozent zurückgegangen. Die Ernährungsausgaben allein sind infolde der Verbilligung von Brot, Kartofseln, Gemüse, Fleisch und Zucker um fast 2 Prozent gegangen. Bier und Molkereierzeugnisse haben sich weiter verteuert. Der erste Uebungsabend ist am Dienstag, den 3. November, abends 8 Uhr, in der Germaniaschule.(Zeichensaal.) Wir bitten alle Männer und Frauen, sich an diesem Kursus zu beteiligen. Außerdem müssen sämtliche Mitglieder der Kolonne wieder teilnehmen.) Dortmund 08— Kraftsportverein Schüren 15:13. Obiger Bezierksmeisterschaftskampf wurde Oftaber in Schüran a1sort Sportverein Aus der Welt der Cechnik. Einweihung des Hertzdenkmals in Karlsruhe. In Karlsruhe wurde im Chrenhof der Technischen Hochschule in Gegenwart zahl reicher Vertreter der Staatsregierung und vieler Forscher und Gelehrter das Denkmal des großen Meisters der Physik, Heinrich Hertz, eingeweih:, der von 1883 bis 1888 an der Technischen Hochschule in Karlsruhe wirkte. Staatssekretär im Reichspostmini sterium Dr. Bredow würdigte die wissen schaftliche Bedeutung der Entdeckung der elek trisch=magnetischen Wellen, lauf denen die ungeahnte Entwicklung der draht losen Telegraphie beruhe. Direktor der Tech nischen Hochschule, Professor Dr. Rehbock, übernahm das Denkmal. Zahlreiche Kränze wurden niedergelegt. Die fahrende Wohnung.) Besonderes Aufsehen erreate bei der Olympiaschau' der britischen Automobilindustrie in London der neue Karawanenwagen, der in verschiedener Ausführung zur Ausstellung gelangte. Die Wagen sind als fahrende Wohnung gedacht und enthalten eine vollkommen eingerichtete Küche, ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer. Jed. häusliche Bequemlichkeit findet man auch hier: Garderobenschränke, halten der Füße u. nicht. Kunst und Wissenschalt. Vorrichtungen zum Warma. Ja selbst die Wiege sehlt Der Schab von Persien abgesetzt. Eine nationale revolutionäre Bewegung. In Teheran ist eine starke nationale gegen das Herrscherhaus gerichtete Bewegung ausgebrochen. Das persische Parlament hatte eine besondere Sitzung anberaumt, um eine den nationalen Wunschen entsprechende Lösung zu finden, vertagte sich jedoch in aller Eile, als außerhalb des Parlamentsgebäudes zufällig einige Schüsse sielen. Spater meldete man: Die Kammer nahm mit 80 von 85 Stimmen eine Entschließung an. in der die Dynastie des Schahs abgesetzt und eine zeitlich beschränkte Regierung im Rahmen der Verfassung dem Premierfinister Riz Kban unterstellt wurde. Die Entschließung besagt serner, daß die Nationalversommlung daruber zu entscheiden haben werde, welche Regierungsform als ständige gewählt werden soll. Treidt Polen ein falsches Spiel? In der Optantenfrage ist nun die amtliche Erklärung erfolgt, die auch deutscher seits die vorgesehenen Polenausweisungen zurückzieht. In polnischen Blättern lesen wir dagegen zu gleicher Zeit, daß der Ministerpräsident einer Abordnung, die sich über die„Ver zögerung der Optantenausweisungen“ beschwerte, erklärte, daß keine Ursache zur Unruhe vorhanden sei, da die Regierung den Rechten, die ihr auf Grund des Wiener Abkommens zuständen, nicht entsagt hätte. Sie habe nur ihre Ausführung suspendiert! Was die Frage der Liquidierung deutschen Besitzes betreffe, habe die polnische Regierung noch keine Verfügung getroffen. Der griechisch-bulgarische Zwischenkall. Der Völkerbundsrat hat die Mitglieder der Untersuchungskommission für den bulgarisch=griechischen Grenzzwischenfall ernannt. Die griechischen Truppen haben bereits, der Weisung des Völkerbundsrates entsprechend, das besetzte Gebiet geräumt. Havas meldet aus Sofia. Es wird berichtet, daß, nach der bulgarischen Telegraphenagentur, Feststellungen ergeben haben sollen, daß die Griechen überall Getreide, Vieh und eine große Menge Tabak mitgenommen haben. Einige Häuser seien zerstört oder in Brand gesteckt worden. Das Schicksal der gefangengenommenen bulgarischen Toldaten sei unbekannt. Wirtschaft und Handel. (Strauß=Feiern in Oesterreich.] In ganz Oesterreich sanden große Stranß=Feiern statt. Den Höhepunkt der Feterlichkeiten in Wien bildete die große Huldigungsseier vor demn Strauß=Denkmal im Stadtpark. Oierzu war das zanze offizielle Oesterreich mit dem Bundespräsidenten Halnisch an der Spitze erschienen. Auf dem Wege zur Hochschule erlag de: Geheimrat Professor Dr. Mangoldt, der erste Rektor der Danziger Techntschen Hoch schule und bekannte Mathematiker, einem schlage. Mit ihm ist ein Gelehrter ersten Ranges dahingegangen. (Eine chinesische Universität in Moskau.) Aufang Dezember wird in Moskau eine chine sische Universttät eröffnet werden,# den Namen Sun Yatsens tragen und 250 Chinesen aufnehmen wird. Die unter dem Vorsitz Josses gegrundete Gesellschaft zur För derung der Sun Datsen=Untversitat und russische und chinesische öffentliche und gewertschaft liche Organisationen gewähren der Universität ihre moralische und materielle Unterstützung. Zum Rektor der Untversität wurde Radek gewählt. Dieser erklärte Pressevertretern, die Tätigkeit der Untversität werde streng wissenschaftlichen Charakter tragen und namentlich den Sozialwissenschaften und der Volkswisienschaft gewidmet sein. Zum Unterschied zu den in China bestehenden ausländischen Schulen werde„keine Prova ganda“ getrieben werden. am 25. Ortover in Schuren ausgetragen, leider konnte Schüren diesmal den Sieg für sich nicht buchen, da der Kampfrichter den Kämpfen nicht gewachsen war. Zu den Kämpfen selbst: Fliegengewicht: Hein=Dortmund 08 —. Nuwy=Schuren. Im ersten Gang unterlag Nowy nach 10 Minuten nach Punkten, im zweiten Gang ging Nowy etwas aus sich heraus, sicherte sich einige Siegpunkte, die aber vom Kampfrichter nicht gewertet wurden. Nach Minuten endete der Kampf unentschieden. Bautamgewicht: Rösinger=Dortmund 08— Niselke=Schüren. Hier entspann sich gleich ein flotter Kampf. Niselke, an Technik übersiegte nach.7½ Min., im zweiten Gang gehen beide hart aneinander. Niselke durch einen schonen Ueberwurf seinen Gegner auf beide Schultern zwingen. Auf Zurufe einiger Dortmunder ließ sich der Kampfrichter beeinflussen und den Kampf weitergehen, in dessen Verlauf von 10 Min. er den Kampf für unentschieden erklärte, trotzdem sich Niselke schon einige Siegpunkte gesichert hatte. Federgewicht: Sorge=Dortmund 08 Lüken=Schüren. Hier siegte Sorge in beiden Leichtgewicht: Möller=Dortmund 08 — Raiewski=Schüren. Rajewski siegte in beiden Gängen nach 3½ bezw. 2 Min. Leichtmittelgewicht: Regalski=Dorimund 08— Roderfeld=Schüren. Roderfeld betritt mit verletzter Schulter die Matte, muß sich aber nach 4 Min. eine Niederlage gefallen lassen, im zweiten brachte Roderfeld seinen Gegner durch seitlichen Ueberwurf auf beide Schultern, welches aber wiederum vom Kampfrichter übersehen wurde. Roderfeld gelangte dadurch in eine gefährliche Lage und mußte nach 4 Min. die Matte als besiegt verlassen. Sch wermittelgew.: Entruschad=Dortmund 08— Conrad Schüren. Im ersten Gang siegte Conrad nach Punkten, im zweiten Gang stellte Dortmund 08 ihre Mannschaft um, und es trasen sich Drahner=Dortmundos— ren. Hierbei mußte sich Conrad nach 4 Min eine Niederlage gesalten lassen. Portmund g Schwergewicht: Drahner=Tottmanr 08 — Spelzberg=Schüren. Dieser Kampf endete unentschieden, der zweite Gang sah Tortmund 08— Kruck=Schüren als Ersatz für Spelzberg. Kruck siegte schon nach 3½ Min. Gegen diesen Kampf legte Schüren bei der Bezirksleitung schärfsten Protest ein. Schwimmen. Neuer Weltrekord einer deutschen Schwimmerin. Bei dem Gauschwimmfest in Hamburg stellte die Hamburgerin Fräulein Büns im Damenschwimmen über 400 Meter mit 7 Min. 9,6 Sek. einen neuen Höchster Auf der R lin kam der zweite wurde (Eingesand:) Berghosen, 2. Nov. Die Arbeiter=SamariterKolonne gedenkt einen neuen Kursus in der„Ersten Hilfe“ sowie in der Hauskrankenpflege zu beginnen. Die Leitung dieses Kurses hat der Kolonnenarzt Herr Dr. med. Kirchhoff bereitwilligst wieder übernommen. Peltrekord auf. Pferdesport. Traberpreis von Berlin. ennbahn Mariendorf bei Bermit 12000 Mark ausgestattete Preis von Berlin zum Austrag. Erster „Native Forbes“. Freude ist das Hochgefühl des Lebens! Sie soll uns auch in knappen Zeiten nicht verloren ieviel Frende kann z. B. eine prakische Hausfrau ihrer Familie oder ihren Gästen bereiten, wenn sie sich der bekannten und beliebten Oetker=Fabrikate bedient. Immer es strahlende Augen und eitel Freude geben, wenn ein selbstgebackener Kuchen Torte, ein herrlicher Oetker=Pudding mit Früchten oder z. B. Oetker's Dibogzgegpg#glagen cremespeise aufgetragen wird. Reahl vier Anregungen werden durch die neuen Rezepte, die lausend in unserer Zeitung erscheinen, ge8 in dieser Zeitung haben stets Erfolg, Die große (Die Arbeitsmarktlage im rheinisch=westfälischen Steinkohlenbergbau. Nach Mitteilung des Landesarbeitsamtes Westfalen und Lippe, Abteilung Bergbau, betrug am 15. Oktober 1025 S####(##g## die Zall der arbeitsuchenden Bergarbeiter bei chn auf der Straße Oovernov:,.tt..—.(den Iffentlichen Arbeitsnachweisen des rheinischenseld) erschosen aufgefundenen Landtägers riesztfälischen Industriebezirkes 21045, worniter Velte seit. Nach einer sofort aufgenommenen sich 8344 Lebige und 13601 Verbeiratete befanSeeste sel. Nach einer sosert Streise wurde darauf der Mörder des Streit er schossenen Zigeuners, ein gewisser 24= sahriger Sprenger, verhaftet. Es stellte sich veraus, daß auch er wegen Mordverluchs an einem Landjäger steckbrieflich gesucht wird. den; 17956 Bergarbeiter befanden sich als Hauptunterstützungsempfänger in Erwerbslosenfürsorge. Gegenüber der am 15. September 1925 mit insgesamt 18714 festgestellten Zahl arbeitsuchender Bergarbeiter ist somit eine Sprer Aien“ . Sstehung ist eröffnef in 6 Schaulenstern! DORHTIUND vorrätig May& Comp., Hörde Saubere Frau sucht Stunden. 950 für einige Stunden. 950. einige Slunden. Zu erfragen in der 9901 Geschst 60 A 74 100 19 eh AII Nr. 257 Zweites Blat Für die vielen Teilnahme, sowie### Kranzspenden beim! lieben Entschlafenen hierdurch unsern innigster ebenso auch dem Kr verein Wellinghofen. Wellinghofen, de 9498 und- M Kleidersiche! FEr„ Weil Mantel Sport-Flanell# mod. Streifen für Blusen, Sport-H#1, hemden und Kinderkleider•80 Blusen-Streifen 1½½ für eleg. 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Die bisherige Lauheit beizubehalten erscheint aber mehr als bedenklich. Im letzten Sommer hat der Fremdenverkehr der Reichshauptstadt bis auf einige Tausende den Stand der Vorkriegszeit erreicht. Man wird daher allen Anlaß haben, das Nötige zu tun, um auch weiterhin den Zustrom nicht nur zu erhalten, sondern noch zu vergrößern. Die Weltstadt ist nun mal keine Provinzstadt. Sie muß sich den Erfordernissen der neuzeitlichen Weltstädte angleichen und dazu gehört auch eine angemessene Verlängerung der Polizeistunde. Man wird auf diese Weise am allerbesten dem entgegenwirken, was man durch die Vorenthaltung der Polizeistundenerweiterung glaubt unterdrücken zu können: den Ausschreitungen des Nachtlebens. Die Säuglingspolitiker. Die Berliner Polizei hatte am Tage der Stadtverordnetenwahl über 250 Verhaftungen vornehmen müssen. Unter diesen 250 Verhafteten befanden sich sage und schreibe 182 Jugendlich unter 18 Jahren! Mindestens ebenso interessant ist es, zu hören, wie sich diese politische Knüppelgarde ausgerüstet hatte. Man fand bei den Festgenommenen: 70 Pflastersteine, 6 Mauersteine, 2 Eisenstangen, 1 Seitengewehr, 5 Infanteriespaten, 8 Schlagringe, 3 Tesching=Pistolen, 1 Trommelrevolver, 6 Dolchmesser, 12 Stöcke, 13 Gummiknüppel, 8 Totschläger, 1 Pferdepeitsche, 36 Holzlatten und dergleichen mehr. Ehedem war es eines Vaters Stolz, seinen Kindern Zucht und„Benimm“ mit ins Leben zu geben. Das war die Zeit, da der ohrstock noch etwas zu sagen hatte. In Fällen, in denen kaum ausgewachsene Säuglinge glauben, sich mit„Politik“ beschäftigen zu müssen, könnte er aber vielleicht auch jetzt noch ungeahnte Wunder verrichten. Bei den fortwährenden„politischen“ Straßenkrawallen, bei denen die Hosenmatze eine Rolle spielen, müßte man sich bald einmal des Rohrstocks als eines nützlichen Instruments erinnern. 50000 Kilo Wahlmakulatur. Eine Wahlschlacht ist mit papiernen Waffen allein heute nicht mehr zu gewinnen. Im großen und ganzen hat das politische Flugblatt seine beherrschende Rolle eingebüßt. Das hat sich bei der letzten Berliner Stadtverordnetenwahl wieder ziemlich auffällig gezeigt. Während in der Reichshauptstadt nach der letzten Reichstags= und Reichspräsidentenwahl vom Straßenreinigungsdienst noch etwa 75000 Kilo Makulatur zusammengekehrt wurden, betrug die Menge des Wahlpapiers, das bei der nunmehrigen Stadtverordnetenwahl aus den Straßen beseitigt werden mußte, nur noch allerhöchstens 50 000 Kilo. geräte, und Erstattung der Gerichtskosten im Betrage von 1500 Kronen. Die heiße Quelle bei Debrezin. Bei Hajdu Szoboszlo in der Nähe von Debrezin in Ungarn wurde eine heiße Quelle aufgefunden. Diese Quelle übertrifft nach den Feststellungen Sachverständiger sämtliche Heilthermen Ungarns an Wärmegehalt. Man nimmt an, daß sich unter dem Quellwasser ein Erdgasherd befindet, wodurch in der Minute ein Druck von 1400 Litern auf eine Höhe von 18 Metern hervorgerufen wird. Bei der Analyse der Quelle wurde auch Oelgehalt nachgewiesen. Die Einfassung der Quelle ist bereits durchgeführt. Keine Radioapparate nach Venezuela. Die Regierung von Venezuela hat ein Verbot der Einfuhr von Radioapparaten ergehen lassen, da festgestellt worden ist, daß der größte Teil der Angestellten und Arbeiter während der Radiokonzerte die Arbeit einstellte. Auslands- Nacbrichten. Verurteilung wegen verbotenen Fischens. Aus Reykjavik(Island) wird gemeldet: Der deutsche Fischdampfer Wittpfennig, Kapitän Seemann, wurde wegen ungesetzlichen Fischens auf isländischem Hoheitsgebiet angehalten. Das Urteil lautete auf 10 000 Kronen Geldstrafe, Beschlagnahme der FischAus aller Welt. — Der Spuk im Ofen. Seit einigen Tagen zernahmen die Insassen einer Wohnung in Hannover ein eigenartiges Geräusch. Alles wurde eingehend durchsucht, aber ohne Erfolg. Das Geräusch wiederholte sich täglich, ohne daß man die Ursache festzustellen vermochte. Nun wollte es der Zufall, daß infolge einer Schornsteinreparatur in der Wohnung der Ofen abgerissen werden mußte. Und siehe da, der Spuk klärte sich auf; eine Brieftaufe entschlüpfte dem Ofen. Es muß geradezu als ein Wunder bezeichnet werden, daß das Tierchen noch lebte. Jetzt befindet es sich wieder völlig wohl und munter. — Eine Gastwirtschaft von Zigennern überfallen. In Ahrbergen bei Sarstedt in Hannover drangen drei mit Dolchen bewaffnete Zigeuner mit dem Rufe:„Wo ist unsere Frau“ in die Ortsschenke und zertrümmerten ohne jede Veranlassung einen Teil der Einrichtung des Gastzimmers. Auch in der Wohnung des Wirts richteten die Eindringlinge großen Schaden an. Leider ist es bisher noch nicht gelungen, der Räuber habhaft zu werden, obwohl eine aus sechs Mann bestehende Landjägerstreife die Verfolgung alsbald aufnahm. — Hartnäckiger Selbstmordkandidat. Auf dem Bahnhof in Helmstedt versuchte ein Reisender sich das Leben zu nehmen, indem er vor einen Zug sprang, um sich überfahren zu lassen. Hieran wurde er von einem andern Reisenden gehindert. Darauf versuchte er es mit Benzin. Aber dieses Giftmittel wirkte nicht wunschgemäß. Durch die Polizei wurde der Selbstmordkandidat nunmehr dem Krankenhaus zugeführt, nachdem ärzlicherseits festgestellt worden war, daß er an epileptischen Ainfällen leidet. — Naturwunder. In Wedringen bei Neuhaldensleben(Provinz Sachsen) zeigt eine über 2 Meter hohe Palme nach 32 Jahren zum ersten Male Blüten.— In Ihme(Hannover) Stimmen aus dem Leserkreise. Unter die er Rubrik werden Zuschrifte von uugemeinem Interesse ausgenommen, auch olche, mit vere: Inhali die Rel aktion dieses Bl#ttes nicht einverstanden 1s.) Eingesandt. Hörde, 2. Nov.(Die Taubenplage im Industriegebiet.) Unter obiger Ueberschrift veröffentlicht der Landbund=Dortmund ein Eingesandt gegen den Brieftaubensport. Wörtlich wird darin gesagt, daß zu den Schäden, unter denen die Landwirtschaft im Industriegebiet zu leiden hat, auch die Taubenplage gehöre. In den weiteren Ausführungen versucht der Landbund die Oeffentlichkeit davon zu überzeugen, daß Brieftaubenzüchter, die in der Feldflur keine eigenen tragbaren Aecker haben nicht berechtigt sind, Tauben zu halten, und daß unsere Brieftauben nicht mehr durch Gesetze geschützt seien. Ein großer Teil des allgemeinen Landrechts ist außer Kraft gesetzt. Doch besagt der Art. 130 des Einführungsgesetzes jum W. G..: Unberührt bleiben die landesgesetzlichen Vorschriften über das Recht zur Aneignung der einem anderen gehörenden im Freien betroffenen Tauben. Demnach hätte der Landbund Dortmund mit seiner in seinem Eingesandt vertretenen Auffassung scheinbar Recht. Das trifft aber nicht zu. denn am 8. 5. 1899 hat das Kammergericht wie folgt entschieden:„Der nach Art. 130 E. G. z. B6B. noch geltende§ 113 l, 9 A. L.., welcher bestimmt, daß, wo Provinzial=Gesetze nichts Besonderes fest. setzen, nur diejenigen, welche tragbare Aecker in der Feldflur eigentümlich besitzen oder dieselben statt des Eigentümers benutzen, nach Verhältnis des Ackermaßes Tauben zu halten berechtigt sind— bezieht sich nicht auf Brieftauben. Dieselben darf vielmehr jeder halten u. sie sind deshalb niemals Gegenstand des freien Tierfangs(Deutsche Jur.= Ztg. 1900 S. 26). Das Reichsgericht(Entsch. 20, 271) hat dagegen „Ziertauben" als unter den§ 113, 1, 9, A. LR. fallend, erachtet. Hieraus dürfte doch u. E. klar und deutlich hervorgehen, daß, wie in obiger Entscheidung gesagt, Brieftauben nicht„vogelfrei“ sind, wie die Herren Landwirte glauben. Unsere Brieftauben stehen voll und ganz unter dem Schutz der Bestimmungen des B. G. B. In Frage kommt der§ 904, der wie folgt lautet: Der Eigentümer einer Sache ist nicht berechtigt, die Einwirkung eines anderen auf die Sache zu verbieten wenn die Einwirkung zur Abwendung einer gegenwärtigen Gefahr notwendig und der drohende Schaden gegenüber dem aus der Einwirkung dem Eigentümer entstehenden Schaden unverhältnismäßig groß ist. Der Eigentümer kann Ersatz des ihm entstehenden Schadens verlangen, Damit ist gesagt, daß Landwirte, die außer der Sperrzeit auf Brieftauben schießen und solche verletzen oder töten, schadenersatzpflichtig sind. Daß die Beziehungen des Verbandes der Brieftaubenzüchter für die Heeresverwaltung durch den Friedensvertrag gelöst sind, ist uns allen bekannt. Doch müssen wir als Brieftaubenzüchter bedauern, daß uns immer wieder von Seiten der Landwirtschaft gesagt wird, daß diese Beziehungen durch den Vertrag von Versailles gelöst worden sind. Wenn dem tatsächlich so wäre, daß unsere Tauben auf Grund des Franzosendiktats keinen gesetzlichen Schutz mehr hätten, dann dürften wir Brieftaubenzüchter doch wohl das Recht haben, an das Ehrgefühl der Landwirte zu appellieren— unsere Brieftauben zu schonen und zu schätzen, auch ohne gesetzliche Bestimmungen. Hunderttausende von Brieftauben waren in Schützengräben unsere Kameraden und tausende Soldaten verdanken ihr Leben den Brieftauben. Warum also die Feindschaft der Landwirte gegenüber den Brieftauben, die, wie von großen Landwirten anerkannt wird, im Felde nur Unkrautsamen und solche Körner, die auf der Oberfläche####e gen, aufnehmen. Wenn die Tauben tatsächlich zur Plage der Landwirtschaft würden, würde es doch bestimmt keinem Landwirt einfallen, Hunderte von Tauben zu halten. Denn die Landwirte stören sich nicht an die von den Behörden verhängten Taubensperren. Auch in anderer Hinsicht hat die Landwirtschaft durchaus keinen Grund, von einer Taubenplage zu sprechen, denn ein großer Teil des Taubensutters wird doch von den deutschen Landwirten auf den Markt gebracht. Wir richten zum Schluß an den Landbund=Dortmund sowie an alle Landwirte die Bitte, schont und schützt unsere Brieftauben! B. T. V.„Schwalbe“ Hörde. (Eingesandt.) Hörde, 2. Nov.(Frauenlobs Kampf und Untergang.) Am Mittwoch, den 4. November, wird im großen Saale des Stifshofes der letzte überlebende Offizier S. M. S. „Frauenlob“, der Oberleutnant zur See a. Walter Stolzmann, gerettet mit nur 7 von 350 Mann, berichten über: Kampf und Untergang S. M. S.„Frauenlob“ in der Nachtschlacht vor dem Skagerak. Zwölf Stunden haben die Geretteten um ihr Leben kämpfen müssen. Redaktions-Briefkasten. Die Erteilung von Auskünften erfolgt an dieser Stelle für die Bezieher unserer Zeitung unentgeltlich. der Beantwortung übernehmen wir nur die preßgesetzliche Verantwortung. J. K. in Hörde. Die reine Miete beträgt für Sie 10,82 Mf., hierzu kommen noch 5 Prozent laufende und 3 Prozent rückständige Beiträge zur Grundvermögenssteuer= 1,10 Mt. Weiteres haben Sie nicht zu zahlen. Wenn der Hausbesitzer glaubt, durch Neueinrichtungen einen höheren Mietspreis fordern zu müssen, hat er beim Mietseinigungsamt erst die Zustimmung zu erwirken, die in berechtigten Fällen natürlich gegeben wird. H. in Aplerbeck. Die von Ihnen für tober zu zahlende reine Miete beträgt 14,60 Mark. Hierzu kommen, wenn die Gemeinde= u. Grundvermögenssteuer 100 Prozent übersteigt, noch die anteiligen Prozente. Das sind für je 100 Prozent mehr vier Prozent. M. M. Nach den Erläuterungen des Wohlfahrtsministers zu den neuen Richtlinien der Hauszinssteuerhypotheken kann an kinderreiche Familien zur Hauszinssteuerhypothek eine Zusatzhypothek gegeben werden. Diese darf zusammen mit der letzteren den vollen Bauwert des Hauses mit Ausschluß des Grund und Bodens nicht übersteigen. Diese Zusatzhypothek ist für die Dauer von 5 Jahren unkündbar, sie ist mit 4 Prozent jährlich zu verzinsen. Wenden Sie sich an Ihre Gemeinde. 2. Eine Familie mit vier und mehr unversorgten Kindern gilt im Sinne dieser Bestimmung als kinderreich. E. K. Das kommt auf die betr. Gemeindeordnung an. Wenn nach derselben eine allgemeine Erhebung von Kanalgebühren eingeführt ist, so müssen Sie sich damit abfinden. Lassen Sie sich auf dem Gemeindebüro die Bestimmung mitteilen, auf Grund deren die Abgaben von Ihnen verlangt werden. H. S. 50. Blutflecken werden nach vollabgerieben. Milden Waschmitteln wie Seifenständigem Trocknen am besten trocken aus= und lauge und Benzin weichen dieselben ebenfalls. H. H. 175. Jeder Möbelpolitur hat eine gründliche Reinigung vorauszugehen, die in Abreibungen mit einem, in eine Abkochung von Quillayarinde mit Petrol getauchtem Woll. lappen bestehen kann.— Eine gute Polier masse für Pianos gibt eine Auflösung von 65 Teilen Mastix und 250 Teilen Schellack in 1000 Teilen 95prozentigen Spiritus. Zwecks Klärung der Flüssigkeit setzt man den zehnten Teil Benzin zu.— Feine Klavirpolitu, wird ausgefrischt mit Rosenölspiritus un — Um Klaviertasten weiß zu er, halten, reibt man dieselben in regelmäßigen Zwischenräumen mit Spiritus ab.— Perz. sachen brauchen Sie im Winter doch nich gegen Motten zu schützen. I mFrühjahr, wenn dieselben überflüssig werden, sind die Pelze am zu klopfen und auszulüften. Dann legt man zwischen dieselben ein gutes Mottenmittel## jeder Drogerie oder Apotheke zu haben) und verpackt sie sorgfältig in Zeitungspapier. Em ist es, die Sachen im Laufe des Sommers noch einige Male hervorzuholen und in gleicher Weise zu behandeln. Kalender für die westsälische Mark. Ein Heimag, und Jahrbuch auf das Jahr 1926. Heranz, gegeben von Joseph Risse und Wilhelm Uh. mann=Birterheide. Mit 4 Kunstbeilagen un zahlreichen ganz= und halbseitigen Holzschau, ten und Zeichnungen.(Verlag: Fr. Wilh Ruhsus, Dortmund. Preis.50.4) Der ganz ungewöhnliche Beifall, den der in das Jahr 1925 erstmalig erschienene Kalender im Verbreitungsgebiet und weit darüber hinaut gefunden hat, ist für die Herausgeber und den Verlag ein besonderer Anreiz gewesen, die Aus. gabe für das Jahr 1926 sowohl nach der geistig, literarischen als auch nach der bildlich=darstellen. den Seite mit größter Sorafalt auszugestalten. Dem äußeren Kleide ist dabei eine neue, in der Farbengebung des Umschlags, in der besonderen Qualität des Papiers und in den modernen und gut lesbaren Druckinpen hervortretendForm gegeben worden. Der Kreis der Mitarbeiter hat durch das Hinzukommen einer stan lichen Zahl bester westfälischer Dichter, Schriftsteller, Kunstmaler und Graphiker eine wertvolle Erweiterung erfahren. Die verschiedensten G; biete der märkisch=westfalischen Heimaks= und Volkskunde, der Erzählung und Dichtung finde wiederum in diesem vorbildlichen Heimat= und Jahrbuch für 1926 eine liebevolle Betonung und Pflege. Alle Beiträge stehen auf einer namhaf ten Höhe, so daß es sich erübrigt, einzelnes besonders zu unterstreichen. Dagegen verdient hervorgehoben zu werden. daß der bekannte Volkskundler, der Senior der plattdeutschen Schriftsteller und Dichter Wen. salens. der 80jährige Karl Prümer, durch Won und Bild besonders geehrt wird. Empfiehlt sich der Kalender somit in seiner Eigenart, die ihn weit über die üblichen, leide: viel zu zahlreichen Heimatkalender erhebt, aus durchaus durch sich selbst, so sei dennoch auch vor uns aus dem Buche ein warmer Hinweis gewidmet.„„ 1 Der im Verhaltnis zur Auenattung und Iinhalt überraschend billige Preis macht jedem Heimatfreunde die Anschaffung möglich und zur Pflicht. Die fröhliche, herrliche Weihnachtszeit steh wieder bevor und wird es unsere Leser interessieren, daß der umfangreiche, elegant ausgestattete Wethnachts=Pracht=Katalog der ruhm. lichst bekannten Firma Gebrüder Rauh, Stahlwarenfabrik und Versandhaus in Gräfrath bei olingen, soeben neu zur Ausgabe gelangte. Eine Fülle nur aller denkbaren Gegenstande sind darin bildlich dargestellt, beste Stahlwaren. vortreffliche Werkzeuge, nützliche Haushaltungswaren, Schmucksachen, Uhren, Lederwaren, geschmackvolle Luxus= und Geschenkartikel, Musikinstrumente(Sprechapparate. Zieh= und Mundharmonikas) etc., Sportartikel (Fußbälle etc.), Herren= und Damen=Fabrräder, sowie hübsche Spielsachen, Christbann= schmuck aller Art, Christbaumständer, vielerle Neuheiten usw., zusammen in einer Auswahl von ca. 5000 Artikeln, sodaß jeder Passendet und Geeignetes für seinen Bedarf oder in Weihnachtsgaben finden dürfte. Die beste Empfehlung sind tausende freiwillig eingesandte Dankschreiben und möge es niemand versäumen, im Bedarfsfalle den Katalee gratis und franko einzufordern. hat ein Anbauer einen Kürbis von einem Zentner und zwei Pfund geerntet. — Feuer in einem Zirkus. Im Zirkus Blumenfeld, der z. Zt. in Magdeburg Winterquartier bezogen hat, brach aus bisher unbekannter Ursache Feuer aus. Das Tiermaterial konnte glücklicherweise fast ganz gerettet werden, doch brannte das Gebäude völlig nieder. — Tödlicher Fluchtversuch. In einer vor der Strafkammer in Potsdam verhandelten Berufungssache wurden aus der Strafanstalt in Brandenburg auch zwei Schwerverbrecher vorgeführt, die in der ersten Instanz zu längeren Freiheitsstrafen verurteilt worden waren. Bei dem Rücktransport nach Brandenburg sprang der eine von diesen aus dem dahineilenden Zug. Er brach sich das Genick und war sofort tot. — Nächtlicher Raubüberfall im Tiergarten. In der Nacht wurde ein Droschkenkutscher im Tiergarten in Berlin von zwei Fahrgästen überfallen, betäubt und auf eine Bank im Tiergarten gelegt. Sie raubten dann den Wagen und die gesamte Einnahme. Die Nachforschungen hatten bisher noch keinen Erfolg. — Zusammenstoß zwischen Autobus und Straßenbahn. In der Potsdamer Straße in Berlin stieß ein Autobus mit einem Straßenbahnwagen zusammen, wobei zwei Personen von dem Verdeck des Autobusses heruntergeschleudert wurden und Gehirnerschütterungen davontrugen. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. — Wieder eine Liebestragödie. Am Ufer des Möllensees bei Alt=Buchhorst, unweit Berlin, fand ein Landjäger kürzlich die Leiche eines etwa zwanzigjährigen Mädchens. Die Tote wies vier Revolverschüsse an Brust und Kopf auf. Nach den angestellten Ermittelungen handelt es sich um die Tochter einer angesehenen Hamburger Familie, die seit mehreren Tagen zugleich mit ihrem Geliebten, einem Hamburger Studenten. vermißt wurde. Die Spuren der Vermißten wiesen nach Berlin. Nach Auffindung der Leiche des jungen Mädchens forschte man alsbald nach dem Täter, von dem man zunächst annahm, daß er sich vom Tatort entfernt habe. Nach sorgfältiger Absuchung des Sees fand man jedoch auch die Leiche des Studenten, der sich eine Kugel in den Kopf gesagt hatte. — Tod auf der Bühne. Im Landestheater in Allenstein[Ostpreußen) ereignete sich ein beklagenswerter Unglücksfall. Einer der technischen Angestellten war in der Pause auf dem eisernen Verbindungssteg des Schürbodens in acht Meter Höhe tätig. Plötzlich stürzte er mitten in der Arbeit über das Steageländer und fiel so ungünstig mit dem Kopf auf den Boden der Bühne, daß der Tod sofort eintrat. Wie der Sturz überhaupt erfolgen konnte, ist noch nicht aufgeklärt. — Einen angenehmen Zuwachs hatte ein Gutsbesitzer in Berschkullen in Ostpreußen unlängst zu verzeichnen. Eine Kuh erfreute ihn gleich mit drei Kälbern, die ein Gewicht von je über 40 Pfund aufwiesen, normal ausgewachsen und lebensfähig waren. — Großer Kautionsschwindel. Der Kaufmann Bruno P. in Breslau hatte Ende 1923 eine weitverzweigte Organisation geschafsen zum Vertriebe einer Reklametafel in Hotels, Geschäften, Wartesälen und dergl. In ganz Deutschland wurden 150 Filialen eingerichtet. Die Filialleiter mußten je 500 bis 3000 M Kaution zahlen. Die Kauionen von einem Gesamtbetrage von 180000 A hat P. unterschlagen. Er wurde verhaftet. — Zwei Knaben vom Postauto überfahren. Auf der Chaussee von Schönberg nach Hindenburg in Oberschlesien wurden zwei elfjährige Knaben von einem Pustauto überfahren und so schwer verletzt, daß sie bald darauf starben. Den Wagenführer trifft keine Schuld. — Gefälschte Lohnnachweise. Ein bei der Bahnmeisterei in Wohlau(Schlesien) mit Lohnarbeiten betrauter Angestellter hat sich seit Huten Sie sich daß Ihre Erkältung nicht chronisch wich. WEUTOL BONBONS wirken vorzüglich Preis nur 60 Pfg. längerer Zeit größere Betrage unrechtmaßige: Weise dadurch verschafft, daß er in den Lohnnachweisen mehr Arbeiter führte, als in der Tei vorhanden waren. Auch die Lohnbeutel bei Arbeiter hat er geplündert. Der ungetreue gestellte wurde sofort seines Amtes enthober Der Zyklon im persischen Meerbusen Nach Berichten von den Bahreininsels bestätigt es sich, daß die Meldungen über jüngsten Zuklon im persischen Meerbusen übertrieben waren. 32 Perlensucher sinde trunken, und 35 Boote werden vermißt. Die Menschenverluste auf den aus an deren Häfen stammenden Booten werden## 50 geschätzt. — Ein amerikanischer Millionärssohn enn erbt. Der Sohn des Neuyorker Multimillienärs Rhineländer wurde von seinem Vatei enterbt, da er sich gegen den Willen d. F# milie mit einem Mädchen verheiratete von Negern abstammte. * Von der Fliegerei. (Die Bedeutung des Luftverkehes Güterverkehr.) Vor einer zahlreichen Bert sammlugn von Vertretern der städtischen Verwaltungen und wirtschaftlicher Kreise Handelskammer=Syndikus Dr. Wilden in Du“ seldorf über die Bedeutung des Luftverked## für den Güterverkehr. Er trat für die## dung einer Interessengemeinschaft aller an dei Güterverkehr interessierten Kreise, auch der meinden, ein und forderte die Entwickelung den Ausbau des Luftverkehrs der freien tätigung der privatwirtschaftlichen Pteaiztezge überlassen. Prof. Dr. Junkers berichten# den technischen Ausbau der Luftfahrs%, Sven Hedin, dessen Erscheinen mit lebhal 9 S 0 Freude begrüßt wurde, wies darauf hin, gerade die Geographie der Wirtschaft und Luftfahrt die richtigen Wege in die Ferne sen könne. # # 5 EST TSTEASEREE FPESR * .. S Tapnss #•n" Z2n. 0 AS9—— Der letzte Gang „Reiß dir doch bloß noch einen einzigen Moment zusammen, Liese! Wir wissen ja sonst gar nicht, wieviel „Lebend=Gewicht" du gehabt hast!“ Ein Reinfall. Es war diesen Sommer in Tirol. Eines Abends sitze ich wie gewöhnlich vor der Tür unseres Gasthofes und betrachte die herrliche Natur. Da kommt plötzlich mein Freund auf mich zu mit einem Buch in der Hand und erzählt mir freudestrahlend, daß er soeben von einer Sennerin gelesen habe, die in der ganzen Gegend wegen ihrer großen Schönheit berühmt und auf einer„nur wenige Stunden“ entfernten Alpenwiese zu finden sei. So spricht mein Freund und fordert mich auf, als „Verehrer alles Schönen“ mit ihm am nächsten Morgen den Aufstieg zu unternehmen. Das Barometer stand sehr schlecht, und der Laubfrosch im Gastzimmer saß ganz unten — dennoch beschlossen wir, den Plan auszuführen, um die berühmte Schönheit zu besuchen. In aller Morgenfrühe brachen wir auf. Aber auch die Soune war frühzeitig aufgestiegen und sandte bald heiße Das Leibgericht Strahlen auf uns herab. Die Krarelei wurde setzt immer beschwerlicher, aus den„wenigen Stunden“ wurden immer mehr, ader— was tut man nicht alles—„um der Schönheit willen!" Bald verfinsterte sich der Himmel, ein starker Gewitterregen ging hernieder, und nur die Aussicht auf die herrliche Augenweide, die uns das schöne Sennermädchen gewähren würde, hielt die Energie aufrecht. Unter dem gastlichen Dache des holden Dirndls sollten alle Qualen vergessen sein! Endlich erreichten wir völlig durchnäßt die Alpenwiese und eilter dem freundlichen Hüttlein zu. Ein zahnloses, altes, mürrischet Weid stand an der Tür und fragte uns, was wir wünschten Zeitgemäß 0 „Otto, du tust ja gerade so, als wenn du fünf Tage nicht's gegessen hättest.“ „Ja, sieh' mal mein Herz, da es heute mein Leibgericht gibt, hab' ich mir extra meinen Magen auspumpen lassen.“ „Lieber Herr Doktor— ich bedaure, mich auch heute noch nicht entschließen zu können.“ „O, mein gnädiges Fräulein, ich nehme Ihr beglückendes Ja gerne auch in Raten entgegen!“ Min Freund erzählte, daß wir gekommen, um das berühmte, schöne Sennermädel zu sehen, Lenzi geheißen, daß auf dieser Alpe wohnen sollte.„Dös stimmt schon", sagte mit giftigen Blicken die Alte, „die Lenzi bin i selber.“ Und nun sing sie an zu schimpfen und zu drohen, denn sie meinte, wir wollten sie zum Narren haben, als wir von der Schönheit sprachen. So schnell, wie wir gekommen waren, entfernten wir uns auch und erreichten endlich am späten Abend naß, müde und schmutzig unseren Gasthof. Das Erste aber, was wir taten, war, das Buch zu ergreifen, worin mein Freund von der lieblichen Sennerin gelesen hatte. Er schlägt nach, alles stimmt! Kopfschüttelnd will er das verwünschte Buch wegwerfen, da fällt sein Blick auf die Titelseite. Er sieht mich lachend an und meint endlich: „Wir sind zu spät gekommen, es ist schon richtig, aber das Buch stammi aus dem Jahre— 1875!“ S a 8 STTBR 5 SSg#g RaS“pEgS 8 S o 135 Nr. 257. 8 255 S Sx5SSESR S S5— S SFPFgPg nSS Tg. 55E * S- Bg ####SS „„* □ gags eptgg5ug# 551s. =aSutSng nc.BggTggn RSBRRFEE 2 SBST SS5g: 1925 4 Unterhaltungs-Beilage des Hörder Volksblatt für Stadt und Land Ines um Relehlum. 4. Fortsetzung. Er öffnete ohne eine Antwort des Bruders aozuwarten, mit der er wohl auch garnicht gerechnet hatte, die gleichfalls verschlossene Tür zu dem nächsten viel kleineren Raum, der als Gemäldegalerie diente. Auch hier offenbarte sich das seine Kunstverständnis des Verstorbenen. Es waren nur wirkliche Meisterwerke vorhanden, zum größten Teil aus der klassischen Zeit der ttalienischen, französischen und deutschen Malerei, einige auch aus dem vorigen Jahrhundert, und selbst die Malerei aus den letzten Jahren vor dem Kriege war mit ein paar hervorragenden Sachen vertreten. Claus geriet förmlich in Begeisterung über diese seine Sammlung, denn er fand großen Genuß im Anschauen wirklich guter Gemälde— er konnte sich über geniale Technik eines Liebermann ebennso freuen wie über den beseelten Reiz einer Schwarzwaldlandschaft von Thoma oder über den verklärten Farbenrausch eines Böcktin. 2 Er war so ins Betrachten versunken, daß er, gär nicht merkte, wie sein Bruder weiter ging und sah erst um sich, als jener wieder zurückkam. „Nebenan ist noch eine kostbare Sammlung seltener Bücher— damit ist das„Museums“ Onkels zu Ende. Wir wollen jetzt hinuntergehen, damit Frau Simmel nicht auf uns zu warten braucht. Es ist ohnehin schon 10 Minuten nach 12 Uhr.“ Claus atmete tief auf. „Gott, Bernd, waren das köstlich schöne Minuten! Es will mir immer noch nicht in den Kopf, daß alle diese Schätze uns gehören— es ist wirklich wie in einem Märchen, wo ein armer kleiner Junge plötzlich sich als reicher Prinz entpuppt, als ein Prinz wie er früher war, im Besitz eines prächtigen Palastes und allem was dazu gehörte.“ Bernd Heintzius lächelte nachsichtig über diese Worte seines Bruders. Ihm war es ganz lieb, daß er nur die Schöhnheit der Dinge sah, nicht an ihren Geldwert dachte. Um so leichteres Spiel würde er mit ihm haben, wenn es galt seine Pläne auszuführen. Denn er wollte und mußte freie Hand in bezug auf den ihnen beiden so plötzlich zugefallenen Reichtum haben. Claus hätte, ja doch nicht gewußt, was er mit dem Originalroman von Hanna Forster. Flügel zu spielen, den Garten zu bewundern! Nun, das Vergnügen konnte er haben. So beurteilte Bernd seinen jüngeren Bruder, von dessem wirklichen Charakter er keine Ahnung hatte, weil er sich nie die geringste Mühe gegeben, ihn zu ergründen. Frau Simmel hatte ein reichliches Gabelfrühstück mit viel Sorgfalt und ihrer bekannten (Nachdruck verboten.) Wenn ein Kindlein faltet fromm die Hände Und die Mutter lehrt ihm ein Gebet, Durch die Schöpfung, bis zum fernsten Ende, Ein gar heilig süßes Schanern geht! Denn die Liebe zieht zur ew'gen Liebe, Und das Heil, es waltet Nacht und Tag— Ob erfüllt, versagt das Flehen bliebe, Herz, sei still! wer weiß, was frommen mag! August Silberstein. Kochkunst hergestellt, zwei warme Gänge und eine Anzahl kalter Gerichte, wie Geflügel in Aspikt usw. Dazu eine Flasche Wein.— alte Diener servierte die warmen Schüsseln nachdem die beiden Herren an dem hübsch gedeckten Tisch auf der Veranda Platz genommen hatten. Beide ließen es sich gut schmecken, denn sie hatten seit dem sehr zeitig getrunkenen Morgenkaffee nichts genossen. Zum Schluß aßen sie noch von den herrlichen Pfirsichen, die auf der Kristallschale so verlockend prangten. Sie hatten sich bis jetzt von der Sammlung unterhalten, aber überhaupt nicht allzuviel gesprochen. Jeder war mit seinen Gedanken beschäftigt. Claus überlegte im stillen, was Bernd zu seinem Vorschlag, Tante Helene und Elisabeth betreffend, sagen würde. Jetzt, wo sie ihr Erbe antreten, in die schöne Villa übersiedeln durften, war der Zeitpunkt gekommen mit diesem Vorschlag herauszurücken. Sollte es dem Bruder nicht recht sein, nun, dann würde er einfach bei den Forbecks wohnen bleiben, bis— Bernd Elisabeth als sein Weib heimführte. Denn es „Wir müssen uns nun überlegen, Claus, se bald wie möglich umzuziehen. Zu dumm, daß Frau Simmel zu ihrer Schwester nach der kleinen Smadt ziehen will, Da heißt es also, sich nach einer neuen Wirtschafterin umzusehen.“ „Müssen wir denn überhaupt eine Wirtschafterin haben, Bernd? Ich hatte eine andere (Dee— Er unterbrach sich, fuhr aber dann, als er den Blick seines Bruder fragend auf sich gerichtet fühlte, schnell fort: „Ich dachte, Tante Helene und Elisabeth kommen zu uns! Tante ist die Jahre her wie eine zweite Mutter zu uns gewesen, und wir sind ihr großen Dank schuldig. Elisabeth kann dann die sie so angreifende Tätigkeit als Stenotypistin aufgeben— da würde sie bald wieder Rosen auf ihren blassen Wangen haben!“ „Diesen Plan kann ich nicht billigen. Daß wir Tante Helene Dank schulden, weiß ich allein ich denke, das läßt sich mit Geld abmachen, damit ist den Damen meiner Ansicht nach auch am besten geholfen. Denn sie behalten ihre Freiheit hier würden sie sich als unsere Angestellten scher: Claus war sehr bestürzt über diese Ant„Aber Bernd, wie kannst du so feltsam reden? Tante Helene Geld anzubieten, ist doch ganz ausgeschlosssen, sie würde nicht einen Pfennig von dir annehmen, dessen bin ich ganz „Richt winn man die Angelegenheit taktvoll ordnet, und dieses Taktgefühl wirst du mir wohl zutrauen." Gag#4 Claus begriff den Bruder wirtlich nicht. Aber vielleicht hatte er von seinem Standpunkt aus recht. Und wenn er sich mit Elisabeth verlobte, würde seine künftige Schwiegermutter sowieso doch Gelb von ihm annehmen, wenn er nicht wänschte, daß sie gleichfalls in der Villa „Uebrigens, sollte Tante Helene das Angebot das ich ihr machen will zurückweisen, dann kannst du ja immer noch deinen Vorschlag anbringen. Mich würde es weiter nicht berühren, da ich schon Ende September nach Argentinien reisen und voraussichtlich mehrere Jahre, unter Umständen sogar Hauernd, im Ausland bleiben werde. jar Hauernd, im Auslan. Jetzt war Claus Heintzius so betroffen, daß S## s # 5 S* 85 Bernd zuckte ungeduldig mit den „Du tust ja als seiest du aus allen Wolken ** gefallen— daß ich nicht hier bleiben mag unter den jetzigen ungünstigen Verhältnissen, ist doch erklärlich. Ich habe die Absicht, mich in Buenos Aires an einem bereits bestehenden großen En vor.] und Importgeschäft zu beteiligen, an dessen Inhaber ich von meinem bisherigen Chef Empfehlungen habe. Er ist ein Deutscher, der in Ermangelung eines Sohnes gern einen jüngeren Landsmann als Partner hätte. Allerdings ist eine beträchtliche Kapitalsbeteiligung Bedingung. Ich will mir die Sache ansehen realisieet sich dieses Projekt nicht, dann findet sich gewiß etwas anderes. Jedenfalls ziehe ich vor, in Südamerika, das noch eine große u. glänzende Zukunft hat, zu arbeiten. Tort bietet sich mir ein ganz anderes Feld der Tätigkeit. Den Plan, sortzugehen, hatte ich schon lange, deshalb trieb ich so eifrig Spanisch.“ Voll Interesse hörte Claus den Ausführungen seines Bruders zu— also solche Pläne hatte —. 88 er? Nichts hatte er davon geahnt, weil Bernd ja bisher nie etwas davon gesagt, immer in bezug auf sich selbst von größter Verschlossenheit war. Aber wie sollte das denn werden— „Und Elisabeth Bernd.— Hast du auch an sie gedacht?—“ Seinen Gedanken Ausdruck gebend, richtete Claus diese Frage an den Bruder. „Elisabeth?“ kam es kühl, befremdet zurück. „Ja, wis hat sie denn mit diesem Plan zu tun?“ „Was sie damit zu tun hat,— Bernd, sie lebt dich doch, und ich denke, du erwiderst diese Liebe, willst Elisabeth zu deinem Weibe machen.“ „Du phantasierst, lieber Claus. Elisabeth hat mich gern, wie man einen Bruder gern hat, und dieses Gefühl erwidere ich allerdings.“ Empört fuhr Claus auf. „Das glaubst du selber nicht! Du weißt vie Elisabeth mit ihrem ganzen Herzen, in inniger Liebe an dir hängt, nicht schwesterlich, sondern anders liebt sie dich. Du hast dich ihr Zum griechisch=bulgarischen Konflikt. Griechische Artillerie in Feuer stellung auf bulgarischem Gebiet. „Solche Ansichten hast du, Bernd? Die sind ja deiner ganz unwürdig. Elisabeth Forbeck ist aus eben so guter Familie wie wir, und Arbeit, ehrliche Arbeit hat noch nie jemand geschändet. Wäre es der Fall, dann hättest du ja auch Einbuße erlitten, weil du jahrelang als kaufmännischer Angestellter in abhängiger, keineswegs leitender Stellung tätig warst.“ „Erspare dir weitere Reden— zum Prediger mir gegenüber eignest du dich nicht, dazu bist du zu jung und naiv— hast zu wenig Weltund Menschenkenntnis. Ich lasse mich von niemand in bezug auf meine Handlungen beeinflussen, denn was für mich richtig und gut ist, das kann nur ich allein beurteilen. Im übrigen“— die Stimme Bernds, die bisher scharf und metallisch geklungen hatte, erhielt jetzt einen Der gekällte Herkules. gegenüber aft genug so benommen, daß ich leicht spöttischen Beiklang und in dem schönen Grund zur Annahme hatte, du hegtest dasselbe stolzen Gesicht lag etwas von Hohn—„im übriBefühl für sie.“lgen steht es dir ja frei, Elisabeth selbst zu 6 harug guf meine Person befindests heiraten und sie als Herrin hier in die Villa „In bezug auf meine Person besindest dul?.„ dich jedenfalls im Irrtum.— Und was Elisabeth“" btingen.. gemein Tamt Hoseihig“ detrifft— sollte sie wirklich ihr Herz an mich!„Bernd, das ist gemein, vamit Velewigst vorloren haben, so fühle ich mich ganz ohne du dich selbst Schuld. Ich bin mir nicht bewußt, durch Worte oder Blicke ihr ewas anderes als Freundschaft und Kameradschaft gezeigt zu haben.“ Claus war außer sich. Er kannte Elisabeth zu gut um nicht zu wissen, daß Bernd ihr durch sein Wesen Hoffnung auf seine Gegenliebe gemacht hatte. Sonst wäre sie sicher ihm gegenüber anders, scheuer gewesen. Denn bei aller Innigkeit ihres Gefühls besaß sie viel Stolz den Stolz des reinen, jungen Mädchens. Freilich, daß Bernd insofern nicht log, als er ihr wohl nie von Liebe gesprochen, dessen war er sicher. Doch die Blicke, die ganze Art, wie er mit ihr sprach, war oft nicht brüderlich oder kameradschaftlich gewesen, sondern hatte verraten, daß der kühle verschlossene Bernd auch ein Herz besaß, und daß Elisabeth in diesem Herzen wohnte. Ehe Claus noch etwas entgegnen konnte, nahm Bernd noch einmal das Wort. Seine Stimme, die vorher ganz leidenschaftslos geklungen hatte, bekam jetzt einen scharfen, schneidenden Ton. „Noch eins— selbst wenn ich Elisabeth liebte, heiraten würde ich sie nicht. Oder denkst du im Ernst, ich würde eine bettelarme Stenotypistin zu meiner Gattin wählen, ich, der ich schon heute sehr reich bin, und noch viel größere Reichtümer zu erwerben hoffe? Ich, der ich vielleicht einmal unter den Kaufleuten der Welt— fübrende Stellung einnehmen werdet Claus sprach mit flammenden Augen, über die Worte des Bruders aufs höchste entrüstet. „Glaubst du auch nur einen Augenblick, daß eine Frau, die dich so geliebt hat, wie Elisaberh, dich liebt, mit solch heißer reiner Innigkeit, je; ihr Herz einem andern zuwenden könnte? Du frevelst an dir selbst und wirst es eines Tages noch bitter bereuen, denn du liebst Elisabeth—“ „Schweig,“ fuhr der Aeltere ihn an mit so herrischer Miene, mit so drohendem Ton, solchen Vornesblitzen in den grauen Augen, daß Claus ihn betroffen ansah. Sollte er sich geirrt haben, sollte Bernd wirklich nur brüderliche Gefühle für Elisabeth hegen? Dann wäre das feine, lieve Geschöpf zu bedauern, denn damit fiel ja jede Aussicht für ihr Glück. Bernd hatte sich schon wieder völlig in der Gewalt. Mit seiner gewohnten kühlen Ruhe ergriff er jetzt wieder das Wort, als sei nicht das geringste zwischen ihnen beiden vorgefallen. „Wie steht es nun eigentlich mit dir, bist du wirklich entschlossen, bei der Firma Rotter zu bleiben. Claus wunderte sich, daß sein Bruder so ohne Spur von Erregung sprechen konnte,— es schien wirklich, als lasse ihn die andere Sache innerlich kalt. Arme, arme Elisabeth! (Fortsetzung folgt.) Es ist eine bittere Tragik, daß ausgerechnet „der stärtste Mann der Welt", wie sich der Eisenkönig Siegmund Breitbart stolz genannt hat, einer fast unscheinbaren Kleinigkeit zum Opfer gefallen ist. Auf der Höhe seines Ruhmes, mitten in seiner glänzenden Laufbahn hat ihn, den Mächtigen und Gigantischen, der dicke Eisenstangen wie Streichhölzer zu knicken gewohnt war, eine Winzigkeit zu Fall gebracht. Siegmund Breitbart war gebürtig in Russisch=Polen. Seine Laufbahn begann in einem kleinen Wanderzirkus in seiner Heimat, in nächster Nähe von Lodz. Seine riesigen Kräfte aber, die schier dämonisch wichsen, wurden ihm nach und nach zum Herold eines großen Namens. Vor allem damals, als er von einem Varietetheater im Rheinlande angeworben wurde. Mit diesem Posten begann für ihn eine glänzende Geschichte. Was seine Körperkräfte zuwege brachten, ging ins Unglaubliche. Vordem nie Geschautes hat Breitbart wahrzumachen verstanden. Sein späteres Gastspiel in Wien wurde für ihn zu einem Triumph erlesenster Art. Man feierte ihn wie eine Theaterkönigin, wie einen spanischen Stierkämpfer. Auf verschiedenen Umwegen führte ihn seine Fahrt auch nach Berlin. Dort war man zwar im Personenkultus nicht so übersctwinglich wie der Wiener. Und doch hat Breitbart in der deutschen Reichshauptstadt wohl seine reellsten Erfolge erlebt. Man hätte glauben mögen, daß einem Manne wie Breitbart, der mit armdicken Eisensträngen umging wie mit Weidenruten, der Hufeisen spielend leicht auseinanderriß, der mit den Zähnen dicke Ketten auseinanderbiß und der, mit nacktem Rücken auf einem nagelgepolsterten Brett liegend, viele hunderte Menschen über sich hinwegspazieren ließ, die geringfügige Verletzung durch einen rostigen Nagel nichts anhaben könnte. Aber selbst der gigantische Athlet, er, der Uebermenschliches in die Tat umzusetzen wußte, war dieser heimtückischen Wunde nicht gewachsen. Die entstandene Blutvergiftung führte rasch umsichgreifende Eiterungen herbei, die zwar beseitigt werden konnten. Bald jedoch erfolgten an anderen Körperteilen neue große Geschwüre. Ein beträchtliches Geschwür im Kniegelenk machte schließlich die Entfernung des Beines notwendig. Die Hoffnung, dadurch Breitbart noch retten zu können, hat sich leider als trügerisch erwiesen. ....*LEEE # e *• 5 6 2 2 0 **** S S5„EE * SS#e 5 S S.. *5 * SSS 9 E*** „". E* 5 S S S 2 2 2 #SSEggSE 53 S. 7• S5gEE— F OE * 8• 58S0 a. S. E S5S * S 5 ##SSSE,„* gE5E S SSTFZSESESSSABLISE — S# S5gug „ TSEESSE * S 2g. — Kunst und Wissenschaft Operative Behandlung der Lungentuberkulose. In Fortsetzung der Medizinischen Woche in Essen sprach Geheimrat Sauerbruch, Professor der Chirurgie an der Universität München, über das Thema„Operative Behandlung der Lungentuberkulose“. Anknüpfend an die Ausführungen von Geheimrat Bier wies Redner auf die großen sozialen und wirtschaftlichen Schäden der Tuberkulose und auf die Wichtigkeit, sie zu verhüten und zu heilen, hin; das letzte Mittel der Heilung bei der Tuberkulose sei der chirurgische Eingriff. Infolge der Einführung der Narkose und der antiseptischen Mittel sei die Chirurgie seit den 80er Jahren emporgeblüht. Chirucgische Eingriffe in Leib und Schädel machten keine Schwierigkeiten, dagegen sei ein chirurgischer Eingeiff in den Brustkorb sehr bedenklich geresen wegen des verschiedenen Drucks, der innerhalb und außerhalb der Lunge herrsche und bei der Oeffnung des Brustkorbes ein Zusammenfallen der Lunge und damit praktisch den Tod des Patienten verursache. Um das Zusammenfallen zu verhindern, habe der Vortragende eine Kammer konstruiert, in der sich der Kranke mit Ausnahme seines Kopfes befinde; durch Aenderung des Luftdrucks im Innern der Kammer während der Operation werde die Lunge atmungsfähig erhalten. Das Prinzip der Heilung durch Operation sei folgendes: Bei der Tuberkulose bilden sich eitrige Herde in der Lunge, die Cavernen. Das Bestreben der heilkräftigen Natur sei, diese Herde einzukapseln und dadurch abzutrennen; dabei bilden sich Narben und Zusammenziehungen der Lunge. Das Tragische sei, daß die Lunge, weil mit dem Brustkorb festgewachsen, bei dem Zusammenziehen nicht nachgeben könne und so die Heilung verhindere. Um der Lunge ein Zusammenziehen zu ermöglichen, würden nun bei der Operation sämtliche 11 Rippen um—5 Zentimeter verkürzt, dadurch werde der Hohlraum der Lunge kleiner, und die Lunge könne nun den Heilungsprozeß selbst vollziehen. Die so Behandelten würden zu 35 Prozent wieder vollkommen gesund und arbeitsfähig. Eine Entstellung werde durch diesen Eingriff nicht herbeigeführt. Redner wandte sich dann gegen die Behandlung der Tuberkulose durch Einführung von Gas in den Brustkorb, durch den die Lunge zwar gleichfalls vom Brustkorb getrennt wird und dadurch die Möglichkeit hat, sich zu verkleinern und die kranken Stellen abzukapseln: Eiterungen in dem entstandenen Hohlraum führten aber früher oder später doch zum Tode.— Redner führte dann einen Geheilten vor, der gesund und blühend aussah; die lange Narbe auf dem Rücken entstellte nicht. Er zeigte dann noch an Hand einer Statistik, daß in Deutschland sich jährlich etwa eine Million Tuberkulose befinden, von denen alljährlich rund 100000 sterben. 10—12 Prozent der Gesamtsumme seien nur einseitig tuberkulös(Vorbedingung für operativen Eingriff). Es könnten also jährlich 35000 Personen durch den chirurgischen Eingriff gerettet, geheilt und wieder arbeitsfähig gemacht werden." Redner schloß mit der Bitte der deutschen Wissenschaft und den Aerzten wieder volles Vertrauen entgegen zu bringen. * (Hauptversammlung des Teutschen Sprachvereins.) In der Schlußsitzung des Deutschen Sprachvereins, der in Frankfurt a. M. tagte, beschäftigte man sich hauptsächlich mit der Frage der Heran ziehung der Jugend in den Kreis der im Sprachverein verfochtenen Bestrebungen. Die zum Teil starke Zurückhaltung der Sudentischen Kreise wurde lebhaft bedauert. Es wurde beschlossen. die 23. Hauptversammlung Pfingsten 192, abzuhalten. Die Teilnnehmer unternahmen eine gemeinsame Fahrt an den Rlein und zum Niederwalddenkmal. Auf der Essener medizinischen Woche wies Geheimrat Bier=Berlin auf die gewaltigen Schäden hin, die in weiten Schichten der BeVerzagtheit. Von Otto Promber, Dresden=Laubegast. Wir gingen langsam Hand in Hand Durchs warme, grünc Sommerland. Da schlugst du plötzlich deine Hände In zähem Schmerz vor das Gesicht Und sprachst von deiner streugen Pflicht Und daß die Welt dich nicht verstände. „Mein ehrlich Wollen wird verachtet. Und wo mein Herz nach Liebe trachtet, Gewahrt es oftmals eine Kühle, Die mich durchschauert! Was ich fühle, Wird mißverstanden und verdächtigt! Weil ich zuweilen abseits leuke Vom breiten Weg und— anders denke, Als wie die große Menge denkt, Fühlt sich die Mehrzahl schon berechtigt, Mich zu verspotten. Wie das kräukt!“ Da drückte ich dich fester noch An mich herau.„Sei stille doch! Was schert uns Haß und Menscheugunst! Sieh! Drüben liegt im gelben Dunst Die große Stadt mit ihren Schloten. Mit ihren kranken Menschenkindern, Lichtsuchern und Lebendig=Toten, Unwürdigen und Ueberwindern. Was fragen wir nach ihren Ränken? Wie kann uns ihre Meinung kränken? Aus seinem eigenen Vertrau'n Muß jeder sich den Tempel bau'n. In welchem er schon hier auf Erden Will glücklich und beglückend werden. Und geht ein Herzimandern auf.— Wasstört uns noch der Weltenlauf?" Da, in der seligen Verzückung Noch nie empfundener Beglückung Sahst du mich an:„In deiner Hut, In deiner Treue ruht sichs gut! Mein Führer sei dein starker Wille, Und stürmt mein Herz— du machst es stille, Wie konnte ich mich nur vermessen, So ganz des Glaubens zu vergessen!?“ Wenn uns kein Freudenstern mehr bliebe, Dann rettet uns noch unsre Liebe. 35222 T EEEGeI völkerung infolge falscher und unachtsamer Erziehung der heranwachsenden Jugend entstehen. Luft und Sonne seien heute die großen Heilmittel, um dem gefährlichen Feind der Menschheit, der Tuberkulose, mit ihren Begleiterscheinungen zu Leibe zu gehen. Der moderne Arzt sei sich bewußt, in der Natur den besten Helfer für die Gesundung in Krankheitsfällen zu haben. Der Arzt müsse es verstehen, die Natur bei ihrem Gesundheitsprozeß am kranken Menschen durch die heilsamen Mittel, die allen zur Verfügung stehen, durch Sonne und reine Luft zu unterstützen. Die aus Anlaß des 50. Todestages Christian Andersens in Berlin in der Preußischen Staatsbibliothek veranstaltete Ausstellung wurde von dem preußischen Kultusminister Becker mit warmen Worten für das Wirken des großen Märchendichters eröffnet. Der dänische Gesondte, Zahle, gab namens seines Landes der Freude Ausdruck, daß die Ausstellung ein so vollkommenes Bild von dem Wirken des Dichters gebe. Andersen sei in seiner Weise vielleicht der dänischste Dichter. Möge die Ausstellung dazu beitragen, daß dem deutschen Volke noch mehr der reiche Schatz aufgehen möge, der in Andersens Märchen liege. Pros. Larsen brachte zum Ausdruck, daß die Ausstellung bezwecke, ein anschauliches Gesamtbild über die Persönlichkeit Andersens zu bieten. In der Aula der Berliner Universität werden eine Reihe von Vorträgen über Andersen und seine Zeit von prominenten deutschen und dänischen Vertretern von Kunst und Wissenschaft gehalten. Schließlich sind noch Andersenvorstellungen in der Staatsoper und im Staatstheater geplant. (Die„Afrikanerin“ in der Staatsoper.) Die Staatsoper in Berlin brachte eine Neueinstudierung von Meyerbeers„Afrikanerin" zugleich als Festvorstellung anläßlich der Grundsteinlegung des Deutschen Sportforums. Ein Vorspruch von Generalsekretär Dr. Diem leitete die Feier ein. In der großen Mittelloge wohnten Dr. Lewald, Reichsminister Schiele, Oberbürgermeister Dr. Boes, Staatsminister a. D. Dominikus, die Staatssekretäre Dr. Meisner und Wetßmann der musikalisch und szenisch glänzenden Aufführung bei, die sich bis Mitternacht hinzog. Auch der soeben aus Locarno zurückgekehrte Reichsminister Dr. Stresemann und Gemahlin waren erschienen. (Kostbare Makulatur.) Ein englischer Buchhändler verkaufte kürzlich, um mit seinen alten Lagerbeständen zu räumen, einen nach seinem Dafürhalten großen Posten wertloser Makulatur zum Einstampfen. Unter dem Material, das auf diese Weise in die Papierfabrik wanderte, befand sich unter anderm eine Reihe von Büchern, die den Titel führten: „Gedichte von zwei Brüdern“. Ein jedes von diesen Büchern, die die Jahreszahl 1827 trugen, war gut und zum wenigsten 1000 Mark wert. Die zwei dichtenden Brüder aber waren keine Geringeren als Alfred Tennyson und sein Bruder Charles. (Grimmes Mosesdokument eine Phautasie) Vor kurzem ging eine Aufsehen erregende Mitteilung über Inschriftenfunde von Sinai und ihre Deutung durch die Presse. Danach glaubte Prof. Hubert Grimme aus Münster den Schlüssel zur Entzifferung der bisher rätselhaft gebliebenen Zeichen gefunden zu haben, und eine Bestätigung des biblischen Berichts über Moses(Manasse) und seinen ägyptischen Aufenthalt zur Zeit der Pharaonin Hatschepsut schien gegeben. Weiter hatte Herr Grimme die Ausrüstung einer Expedition zum Sinai angeregt, um die Fundstätte jener Steininschriften nach weiteren Zeugen der von altägyptischen und hebräischen Zeichen abweichenden Urschrift abzusuchen. Nunmehr teilt Professor Adolf Erman=Berlin, einer der ersten Aegyptologen, mit, daß Grimme„das Erzeugnis seiner ungezügelten Einbildungskraft"— eben die Moseshypothese— schon vor zwei Jahren der Welt in einem Buche vorgelegt habe,„ohne ein anderes Echo unter den Sachverständigen zu finden, als das Bedauern, daß ein in seinem Fache verdienstvoller Mann auf anderm Boden so seltsam entgleisen tonlle“. Professor Grimme ist Arabist und Professor der semitischen Philologie, aber nicht Archkologe. Rescce # —