tten. u 7. August, tappen=Verein Auf“ #irths Herrn Korn 8jähriges 195-Fest festzug, ind Bal. ncert 30 Pf., zum an der Kasse 1 M., 5 Pf. dall frei. Besuch ludet ein r Vorstand. S Barde=, u. KriegerWitten. s-Appel den 6. August, 3¼ Uhr. rdnung: neuer Mitder Beiträge. ssung über die esfestes. ig über die Beiträge. ies. Aug. 1892. Vorstand. rieger=Verein, Heven. sammlung den 7. Aug., s 5 Uhr, hs W. Schreiher rdnung: erung Vorstand. Ne der Hunde Bisdorf, Bahnhofstr. 35. sene tage straße Nr. 23, 6 Zimmern Bleiche 2c. ist er im Ganzen vermiethen. ordstr. 13. sohnung gehenden Zimge zum 1. Nov. on wem, sagt sohnung eht auf 1. Nov. n der Exped. esuche sote 10 Pfg.— ung in den emplaren. evangelisches chen en gründlich Kochen nicht baldigen Einir solche mit aus besseren ich melden. Exped. vur 9. in. Witten isel& Co. en. ganingrtschtet in Witten. No. 182. Fernsprech=Nr. 46 für Witten. Witten, Samstag, den 6. August.: Femnsprech=Nr. 18 für Hagen.„ 189•2 a Sr####t an t—# S##. jäglich mit Ausnahme der Sonn= und perbunden mit dem Abonnementspreis(inel. der Gratisbeilage Feirtag. 40 W—*„ 00 K*** Mirtisces deiu): 180 Park ventelsährlh, Inseationnz werden die Tgespaltene Pettgelle mit WpPOTTGTAHTPTATL moratlich 60 Pfg, ber Bestellurg burch die Boten. 10 Pf. berechnck. OSKTTM F FTVIT Bei Abnahme auf der Post inel. Bestellgeld 2.20 Ml. für Witten und Amgegend. Zwei Riesenprozesse haben in den letzten Wochen die Aufmerksamkeit nicht nur der nächstbetheiligten Kreise, sondern, man kann wohl sagen, der ganzen gebildeten Welt auf sich gezogen: derjenige in Cleve über den Fantener Knabenmord und der sogenannte„Schienenflickerprozeß“ in Essen. Was das Rein=Aeußerliche betrifft, so haben sie das gemein, daß in beiden über 100 Zeugen geladen waren, und neben diesen noch eine große Zahl von Gutachtern ihre Ansicht über den Thatbestand auszusagen hatte; aber auch sonst zeigen beide Prozesse eine gewisse Aehnlichkeit; man kann sie geradezu als Symptome der Zeitgeschichte bezeichnen, denn die Eröffnung beider Prozesse wurde unausgesetzt von der Volksstimme und der Presse verlangt. In beiden Prozessen standen sich sogar große Parteien gegenüber: in Cleve Antisemiten und Philosemiten; in Essen: Ultramontane und Nationalliberale: so daß sich also beiden Prozessen auch eine gewisse politische Bedeutung nicht absprechen läßt. In dem Cleve'schen Prozeß lag ein furchtbares Verbrechen, der Mord eines unschuldigen Knaben, vor, und bis heute ist der Verbrecher leider nicht entdeckt; die Volksstimme bezeichnete einen bestimmten Mann als den Thäter und sprach von Ritualmord; Untersuchungsrichter und Staatsanwölte, denen ein Berg Indizien von einer großen Zahl berufener und unberufener Personen zugetragen wurde, eröffneten schließlich, gedrängt von der öffentlichen Meinung auf Grund des Verdachtsmaterials das Verfahren und,— man muß dies wohl anerkennen,— führten es mit der größten Peinlichkeit durch. Der Mörder wurde allerdings nicht entdeckt, wohl aber wurde der Beweis vollständig erbracht, daß Buschhoff nicht der Thäler gewesen sein konnte. Ganz anders liegt die Sache in dem zweiten Prozeß; hier trat ein Privatmann(Fusangel) in einem Prozesse, der wegen Beleidigung des Herrn Geh. Kommerzienrath Baare, sowie vieler anderer Personen gegen ihn angestrengt worden war, als er den Boden unter seinen Füßen wanken spürte, plötzlich mit einer Reihe schwerer Beschuldigungen gegen den Leiter eines unserer größten industriellen Werke hervor. Hatte schon der Prozeß selbst, der sogenannte Steuerprozeß, viel Sensation erregt, so rief diese auf so dramatische Weise in's Leben gesetzte Beschuldigung eine noch größere Aufregung hervor. Vielfach glaubte man: jetzt ist Baare gerichtet. Um nun diese Skandalgeschichte nicht ein schlafen zu lassen, fuhr Fusangel fort, in seiner Zeitung unausgesetzt neue Beschuldigungen gegen Baare zu häufen, bald hatte er sogar die großartigsten Zolldefraudationen entdeckt, endlich selbst einen Meizeid Baare's,(es fehlte blos noch Falschmünzerei, Bigamie und Raubmord, dann war die Musterkarte der Frevelthaten Baares ungefähr vollständig). Wahrlich, sämmtliche Detektivs von London, Paris und Berlin waren klein vor dem Manne, welcher einem hochangesehenen Staatsbürger, der ein Menschenalter hindurch in höchster Achtung seiner Mitmenschen gestanden hat, nun den Schleier herunterriß und zeigte, was für ein großartiger Verbrecher eigentlich diese hochverehrte Persönlichkeit sei, Schade nur, daß alle Beschuldigungen schließlich als völlig grundlos und unwahr sich herausstellten. Fusangelhatte aber doch etwas erreicht freilich etwas, das gar nicht in seiner Absicht gelegen hatte; es wurden nämlich in Folge seiner Denunciationen eine ganze Reihe Arbeiter, sowie zwei erste Beamte des Bochumer Vereins unter Anklage gestellt, weil sie Schienen 2c. falsch gestempelt, resp. nicht die nöthige Aufsicht geführt haben sollten, daß derartige Falschstempelungennicht vorkommen konnten. Auch dieser Prozeß ist— ebenso, wie der Xantener— mit großer Umsicht geleitet, und die umfassendsten Untersuchungen nach allen Seiten hin sind angestellt worden— und dennoch ist auch hier kein Schuldiger gefunden worden. Der Unterschied zwischen Cleve und Essen ist nur der: dort lag ein Mord vor, hier sollten erst durch die Leugen eine Schuld festgestellt werden, denn in der Ankloge konnte nicht genau präzisirt werden, wann und zu wessen Schaden Falschstempelungen und Ablieferung schädlicher Schienen vorgekommen seien; dort war das Objekt der That in der Leiche des kleinen Hegemann vorhanden, hier mußte man noch nach den geschädigt sein sollenden Bahnen suchen; dort wurde kein Schuldiger gefunden, hier konnten nicht einmal die Bahnen entdeckt werden, die sehlerhafte Schienen erhalten haben sollten. In Cleve wurde dem Angeklagten Buschhoff seitens seiner Mitbürger das beste Leumundszeugniß auspestellt, und in Essen waren die sämmtlichen Gutachter der Meinung, daß der Bochumer Verein stets nur beste Waaren geliefert habe, und daß solche Fälschungen, wie sie Fusangel dem Werke insinuiren wollte, wenn sie überhaupt vorgekommen wären, in kürzerer oder späterer Frist hätten entdeckt werden müssen, nicht aber 10—12 Jahre lang verborgen bleiben konnten. Interessant ist auch eine Parallele zwischen den Zeugenaussagen in beiden Prozessen, Nachder Mordthat selbst war in der Xantener Affaire bis zur. Verhandlung kaum 1 Jahr verflossen, in dem Essener Prozeß griffen dagegen die Untersuchungen auf 10—15 Jahre und länger zurück. In Cleve waren die meisten Zeugen Leute, die keinen schlechten Ruf genossen, ihre Aussagen standen sich jedoch oft vollständig gegenüber. Wie solche Widersprüche entstehen, ist in den Plaidoyers mehrfach versucht worden, zu erklären; bei ruhiger Würdigung der Zeugenaussagen bekam man hier den Eindruck, daß sowohl Entlastungs=, wie Belastungszeugen von der Wahrheit ihrer Aussagen überzeugt waren, wenn auch die große Aufregung, welche der Fall in Kanten hervorgerufen hatte, eine gewisse Befangenheit pro oder contra veranlaßt haben mag. Selbst den Eltern des ermordeten Knaben konnte in ihren Aussagen keine Parteilichkeit keine Rachsucht gegen Buschhoff nachgewiesen werden. In Essen hingegen waren gerade die Zeugen, welche von Fusangel als seine Quellen angegeben nurden, zum größten Theil wenig glaubwürdig. Verschiedene derselben, befragt, ob sie schon bestraft seien, logen direkt, worauf ihnen dann aus den Akten sofort das Unwahre ihrer Angaben dargelegt wurde. Was soll man nun von solchen Zeugen halten, die selbst in solchen Sachen, die ihnen sofort bewiesen werden können, die Unwahrheit reden? Wie wenig kann man ihnen das glauben, was außer ihnen kein Mensch gesehen hat oder von einer Reihe von Männern, die entschieden glaubwürdiger sind, als sie, direkt bestritten wird? Auch die Einbildungskraft spielt bei einigen dieser Fusangelschen Zeugen manchmal eine Rolle; einer von diesen ist nur 14 Tage lang vor ca. 10 Jahren auf dem Bochumer Werke gewesen, und doch hat er dabei große Entdeckungen gemacht, von denen nur merkwürdiger Weise eine Menge anderer Leute, die viel länger dort waren, nie etwas gesehen haben. Ein Zeuge muß ein sehr aufgeweckter Junge im Alter von 16 Jahren gewesen sein, jetzt ist er einige dreißig Jahre alt, aber damals hatte er gleich erkannt, wie er selbst sagte, welche Schlechtigkeiten auf dem Bochumer Werke ausgeführt wurden. Dann hat er viele Jahre darüber geschwiegen, aber jetzt auf einmal fiel es ihm wieder ein. Dennoch wollen wir nicht behaupten, daß die sämmtlichen Zeugen Fusangelscher Partei die bewußte Unwahrheit sagten. Auch ihnen mag es gegangen sein, wie verschiedenen Zeugen in dem Cleveschen Prozeß, daß sie sich schließlich das fest einbildeten, gesehen odergargethan zu haben, worüber nun schon seit Jahr und Tag in der Gegend agitirt und debattirt wurde. Denn wenn schon in dem Clever Prozeß die Agitation für die Aussagen hier und da von Einfluß gewesen sein mag, so hat die Fusangelsche Presse noch viel mehr zu einer Hetze gegen das Baaresche Werk beigetragen. War doch der ganze Prozeß nur eine Folge der früheren erbitterten Wahlkämpfe. Daß somil auch diese tendenziösen Maßnahmen die Ansichten einzelner Zeugen beeinflussen konnten, dürfte nicht außer Acht zu lassen sein. Und doch, so sehr hier also von einer interessirten Seite aus mit Hochdruck gearbeitet wurde, hat dennoch nichts Stichhaltiges von all den Beschuldigungen zu Tage gefördert werden können. Wohl mag ab und zu bei soviel Arbeitern auf dem Bochumer Werke auch einer mit untergelaufen sein, der den Vorschriften zuwiderhandelte, wohl mögen hier und da einmal kleine Unregelmäßigkeiten, veranlaßt durch besondere Geschäftsvorfälle, vorgekommen sein, dort ebenso, wie auf jedem größeren Werke, trotz der strengsten Vorschriften und trotz des besten Willens der Leiter— alles das läßt sich eben nicht vermeiden; denn wir haben es hier mit Menschenwerk zu thun. Allein trotzdem ein geradezu fanatischer Gegner alle Hebel in Bewegung setzte, um aus solchen verhältnißmäßig geringfügigen Vorkommnissen die Mittel zu schaffen, den Geheimrath Baare und sein Werk zu stürzen, so sind doch Beide glänzend aus diesem Riesenkampf hervor gegangen, und solches ist nicht nur ein Gewinn für diese allein, sondern auch für die gesammte deutsche Großindustrie. undschau. * Zu den Bismarckhuldigungen bemerkt die„Nat.=Ztg.“, daß, wenn diese Kundgebungen eine Richtung gegen die Regierung gehabt hatten, so habe dabei, wenn man die Wahrheit sagen wolle, das weit verbreitete Gesühl eine Rolle gespielt, daß Fürst Bismarck in Wien besser unterbliebene Kränkungen erfahren habe. Auch das Vorhandensein eines gewissen Mißtrauens in den hier in Frage kommenden Kreisen lasse sich nicht in Abrede stellen. Dasselbe setzte an, als nach dem Tode Windthorst's diesem Ehrungen besonderer Art zu Theil wurden, die den Empfindungen des gebildeten, maßvoll liberalen deutschen Bürgerthums ohne Unterschied der Konfession nicht entsprachen. Und dieses Mißtrauen drang tiefer, als der Zedlitz'sche Schulgesetzentwurf eingebracht und an ihn der Versuch geknüpft wurde, unter Verschärfung der Vorlage die gemäßigt Konservativen und Liberalen durch die um die„Kreuzzeitung" gescharten Konservativen und des Centrums zu majorisiren. Man hat es aber nicht vergessen, daß der Kaiser selbst in der bekannten hochherzigen Weise die Spannung löste, und ebenso sind es gerade die gemäßigt liberalen und die gemäßigt konservativen Elemente, welche auch die unleugbaren Verdienste der gegenwärtigen Regierung auf gesetzgeberischem Gebiete anerkennen, sie ihr erfechten geholfen, und welche bereit sind, sie in diesem Sinne weiter zu unterstützen, sei es in Preußen, sei es im Reiche. Aber das haben die Bismarck=Kundgebungen allerdings in unzweidentiger Weise zum Ausdruck bringen wollen, daß jede Regierung, welche etwa den unglücklichen Versuch machen sollte, auf das Zentrum und die Hochkonservativen mit einer polnischen Hülfstruppe sich im Reich und in Preußen stützen zu wollen, das gesammte deutsche Bürgerthum ohne Unterschied der Konfession zu einmüthigen und nicht zu beugendem Widerstand gegen sich vereinigt finden würde, und zu dahingehender. Kundgebungen hat das Verhalten der in Frage kommenden Parteipresse allen Anlaß geben. Soweit Fürst Bismarck die Gesinnung und Haltung des Bürgerthums zu stärken und zu heben bemüht hat, hat er sich auch unleugbares Verdienst erworben. Steht die Regierung, wie wir nach dem Rücktritte des Grafen Zedlitz vertrauen, den erwähnten klerikal=hochkonservativen Werbungen ablehnend gegenüher, so können ihr jene Kundgebungen selber nur erwünscht sein; sie weiß jetzt, daß sie dabei das verläßlichste Element des preußischen Volkes und der deutschen Nation hinter sich hat, denn auch auf preußischem Boden wäre die setzung der Kundgebungen nicht ausgeblieben, wenn Gelegenheit dazu geboten gewesen wäre. Gerade die Unerschütterlichkeit der persönlichen Verehrung und Dankbarkeit, welche das deutsche Bürgerthum dem Fürsten Bismarck entgegenbringt, legt das schönste Zeugniß dafür ab, wic tief und dauernd in seinem Herzen die Würdigung von Verdiensten um das Allgemeine fortlebt. * Nach Allem, was man über die Absichten zur Gestaltung des nächsten Etats des preußischen Handelsministeriums hört, ist es ziemlich sicher, daß auch im Jahre 1893/94 das gewerbliche Fachschulwesen wieder eine erhöhte Forderung erfahren wird. Die Summen, welche dafür ausgewerfen sind, haben sich in der letzten Zeit von Jahr zu Jahr gesteigert. Im Jahre 1887/88 waren für das ganze Kapitel„Gewerbliches Unterrichtswesen, wissenschaftliche und gemeinnützige Zwecke“ 1,4 Milltonen ausgeworfen, wovon auf die Position der Zuschüsse zur Unterhaltung gewerblicher Zeichen=, Baugewerbe=, Maler= und anderer Fachschulen 271 083 Mark entfielen. Im Etat für 1892/93 waren dagegen für das ganze Kapitel 2,3 Millionen und für die genannt.n Positionen 748 181 Mark ausgeworfen. Im ersteren Falle hat sich also der Betrag in dem Zeitraum von 6 Jahren nahezu verdoppelt, im letzteren nahezu verdreifacht. Diese Bestrebungen der preußischen Regierung zur Hebung des Gewerbes sind dankbar anzuerkennen, zu wünschen bliebe nur, daß man allmählich dazu übergeht, neben den gewerblichen Fachschulen auch den gewerblichen Versuchsanstalten Aufmerksamkeit zuzuwenden. Wenn wir gegenwärtig in der Unterstützung des gewerblichen Fachschulwesens viel weiter vorgedrungen sind, als wir vor 6 Jahren waren, so sind wir damit doch nur einem Beispiele gefolgt, das uns von anderen Ländern, namentlich von Frankreich, schon vor längerer Zeit gegeben wurde. Es ist dringend zu wünschen, daß wir betreffs der gewerblichen Versuchsanstalten, in denen die Besserung der Arbeitematerialien, Arbeitsmethoden u. s. w. erprobt wird, nicht erst wieder andere Länder vorangehen lassen. Oesterreich und Italien geben sich in dieser Beziehung bereits die größte Mühe. In dem preußischen Etat sollte auch für diese Förderung des Gewerbes etwas übrig sein. * In den Pamirgegenden soll es nicht ganz geheuer sein. Indische Telegramme, von welchen wir bereits in der gestrigen Nummer unseres Blattes Notiz genommen haben, sprechen von dem Erscheinen dreier russischer Truppenabtheilungen, welche die ganze dortige Gegend bis zum Hindukusch besetzt haben sollen. Daß mit dem russischen Vorstoße im vergangenen Jahre die Unternehmunger gegen das Pamirgebiet vom Norden her ihren Abschluß gefunden haben sollten, war kaum anzunehmen; daß aber der dortige status quo schon jetzt wieder angetastet worden, dücfte, wenn die betreffende Meldung genau ist, darthun, daß die intellektuellen Urheber des Coups und die militärischen Führer der russischen Streitkräfte in Mittelasien in neuester Zeit der Ueberzeugung geworden sind, die Hindernisse, welche voriges Jahr ihren Absichten im Wege standen, kämen gegenwärtig nicht mehr in Betracht. Offenbar wirkt der in England eingetretene parlamentarische Szenenwechsel mit der nahen Aussicht auf den entsprechenden Umschwung an Regierungsstelle vielfach dort ermuthigend und anspornend wo man bisher, dem Prestige des Ministeriums Salisbury Rechnung tragend, sich wohl gehütet hatte, seine eigene Aktion mit den Interessen der englischen Weltmachtstellung in Konflikt zu bringen. Deutsches Peich. Berlin, 4. August. Der Kaiser und der Prinz Heinrich speisten gestern Abend mit dem Prinzen von Wales und dem Herzog von Connaugth bei der Königin Viktoria in Osborne. An der Tafel nahmen auch die Lords Salisbury und Dufferin, sowie der Oberhof= und Hausmarschall, Graf Eulenburg, theil. Der Kaiser trank auf die Gesundbeit der Königin Viktoria und die Königin auf die Gesundheit des Kaisers. Ueber die Rückkehr des Kaiser steht noch nichts Endgiltiges fest: noch den heutigen Meldungen würde der Monarch, statt Ende der laufenden, erst Anfang der folgenden Woche in Potsdam wieder eintreffen. 2— Fürst Bismarck hat seine Abreise aus Schönhausen über Berlin und Naugard nach Varzin verschoben. Er wurde schon Donnerstag Mittag in Berlin erwartet, kam aber nicht. In Naugard wicd der Fürst bei seinem älteren Bruder, dem früheren Landrath von Bismarck, übernachten. — Das preußische Staatsministerium hat die Einführung des für wisenschaftliche Zwecke allgemein angewendeten hunderttheiligen Thermometers nach Celslus an Stelle des hier und da noch gebräuchlichen achtzigtheiligen nach Réaumur beschlossen und künftig werden von den Behörden nur noch bunderttheilige Thermometer beschafft und im amtlichen Verkehr Temperaturangaben ausschließlich nach diesem Termometer gemacht werden. Man kann diese Einrichtung nur mit Freuden begrüßen; es ist damit die längst ersehnte Einheit der Temperaturbestimmung geschaffen. — Erst nach der Rückkehr des Kaisers wird die Entscheidung fallen, ob der Minister des Innern, Herrfurth, im Amte verbleibt oder nicht. Zum italienischen Botschafter in Berlin an Stelle des Grafen Launay ist der General Graf Lanza ernannt. Die Ernennung hat die volle Zustimmung des Kaisers und der Reichsregierung gefunden. — Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Wirkl. Geh Rath Freiherr von Marschall, hat einen Urlaub angetreten. — Die Vorarbeiten für den neuen Reichsbaushalt sind bereits im vollen Gange. Es ist den betheiligten Reichsämtern diesmal noch besonders die größte Sparsamkeit bei der Aufstellung und die vorläufige Zurückstellung aller nicht unbedingt nothwendigen und dringenden Neuforderungen zur Pflicht gemacht worden. Die Arbeiten sollen derart gefördert werden, daß der Reichshaushaltsentwurf rechtzeitig bis zum Wiederzusammentritt des Reichstages, also etwa bis Mitte November vom Bundesrath ferrig gestellt werden kann. Besonders umfangreiche Vorbereitungen dürfte diesmal der Miltäretat veranlassen, während, wie es heißt, im Marineetat im Wesentlichen nur die durch frühere Bewillig ungen des Reichstages bedingten Forderungen erscheinen dürften. — Milderungen der Sonntagsruhe. In den Berliner Vororten des Kreises Teltow sind durch den Landrath auf Grund einer Verfügung des Regierungspräsidenten Ausnahmen von der Sonntagsruhe gestattet worden. — Besprechungen zwischen der deutschen Reichsregierung und der russischen Regierung wegen einer neuen wirthschoftlichen Annäherung erfolgen vor der Hand nicht, ebenso wenig aber auch Berathungen unter den deutschen Regierungen. Rußland hat in Berlin nur einen bezüglichen Wunsch aussprechen lassen, ohne bestimmte Vorschläge zu machen. Erst wenn die letzteren vorliegen; kann Weiteres verhandelt werden. — Angesichts der beklagenswerthen Mißerfolge in Ostafrika hört man die Frage aufwerfen, warum mehrere bewährte Offiziere, die s. Z. mit Wissman nach Afrika gingen, nach Deutschland zurückgeschickt worden sind. Eine Antwort, deren vollstöndige Richtigkeit nicht zu kontroliren ist. geht dahin, daß die erwähnten Offiziere in schriftlichen Vorstellungen bei der zuständigen Berliner Stelle auf das Verfrühte und durchaus Zweckwidrige der vom Freiherrn von Soden getroffenen Verwaltungsmaßnahmen dingewiesen hätten und in Folge dieses Schrittes entfernt worden seien. Thatsache ist, daß in der jetzigen kritischen Lage Ostakrikas in Deutschland Kräfte brach liegen, die sich in jeder Hinsicht als werthvoll erwiesen haben. In der Behandlung der Eingeborenen ist man jetzt offendar weniger geschickt als ehedem, und was die rein miltairischen Vorkehrungen anlangt, so erscheint eine Institution, die nicht ehne Aehnlichkeit mit dem vielberufenen Reichskriegshofrath ist, auch in Ostafrika ihre Schattenseiten zu haben. * Breslau, 4. Aug. Der General der Kavallerie, Generaladjutant weiland Kaiser Wilhelm I., Graf Friedrich Brandenburg, ist gestern Abend in Schloß Domanze gestorben. Breslan, 4. Aug. Die königliche Eisenbahndirektion Breslau hat bis auf Weiteres auch den Durchgangsverkehr von Personenwagen über Kattowitz und Schoppinitz nach Sosnovice eingestellt. Der Personevverkehr wird auf dieser Strecke durch einen besonderen Wagenpark vermittelt, welcher fortwährenden gründlichen Desinfektionen unterworfen wird. Jena, 4. August. Aus den Jenaer Bismarcktagen haben die„Hamb. Nachr.“ noch eine interessante Episode nachzutragen. Als am Samstag der Empfang der Senatsdeputation der Universität geendet hatte, wurden dem Fürsten die Dekame und der 87 jährige Senior der Universität, Geheimrath Stickel, vorgestellt. Der Fürst fragte letzteren nach seinem Alter. Herr Stickel entgegnete:„Ich habe noch Napoleon I. gesehen, Deutschland im Zustande tiefster Erniedrigung. Ich habe auch Goethe gesehen und damit Deutschland auf der Höhe literarischer Entwickelung, und sehe nun in Ew. Durchlaucht den, der unser Vaterland auf den Gipfel politischer Entwickelung gehoben hat. Nun will ich gerne sterben!“ Der Fürst dankte dem alten Herrn mit der liebenswürdigen Bemerkung, er hoffe, daß es mit dem Sterben noch gute Weile haben werde. Hannover, 4. August. Gerichtliches. Gutem Vernehmen nach, ist zum Präsidenten des Oberlandesgerichts in Celle an Stelle des verstorbenen Dr. Bardeleben der Landgerichtspräsident Schönstedt=Kassel, zum Präsidenten des Landgerichts in Lüneburg der Landgerichtsdirektor Frhr. v. Brockdorf=Lüneburg, zum Präsidenten des Landgerichts in Verden der Landcerichtsdirektor Schrader=Duisburg ernannt worden. Hamburg, 4. August. In der heutigen Sitzung des Kongresses des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen wurde als geschäftsführende Verwaltung für die nächsten 4 Jahre auf Vorschlag der österreichischen Delegirten die königliche Eisenbahn=Direktion Berlin wiedergewählt. Der nächste Kongreß soll im Jahre 1894 in Graz stattfinden. suchen: a) durch die Sammlung des einschlägigen Materials betreffend die Unfallversicherung(Urtheile des Reichsversicherungsamtes und der Schiedsgerichte, betreffend Abweisungen von Schadenersatzanspruchen, ferner der Urtheile der Gerichtshöfe in Haftpflicht= und Strasprozessen, endlich Entscheidungen der höheren Verwaltungsbehörden, betreffend die Handhabung der Reichsgewerbeordnung vom 1. Juli 1891, das Krankenkassen=, sowie das Invaliditäts= und Altersversicherungsgesetz; d) durch Vorstellungen bei den gesetzgebenden Körperschaften und Behörden.— Der Verband will den Vereinsmitgliedern durch sachverständigen Ratt und Auskunft möglichst wirksame Rathschläge in den aus Zivil= und Strafgesetzgebung herrührenden Haftpflichtstreitfällen gewähren oder vermitteln. Der Verband wird in zwanglosen Heften Mittheilungen über die einschlägigen Fragen der gewerblichen Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung liefern. Der Verband bezweckt endlich die Einführung einer die Interessen der Industriellen thunlichst vollkommen, d. h. alle möglichen Fälle der Haftflicht deckenden Versicherung, insbesondere durch Aufstellung von Normativ= bedingungen.— Mitglieder des Verbandes können werden die Angehörigen deutscher Berufsgenossenschaften, gegen Zahlung eines jährlichen Beitrages, welcher in folgender Höhe bemessen wird: a) für Betriebe bis zu 100 Arbeitern 10 Mark, b) für Betriebe von 100 bis 300 Arbeitern 20 Mark c) für Betriebe von 300 bis 1000 Arbeitern 30 Mark. Den Betrieben, über 1000 Arbeiter beschäftigend, bleibt die Bestimmung eines über 30 Mark hinausgehenden, freiwilligen Beitrages überlassen. Die Bemessung der Beträge von Vereinen, über deren Aufnahme der Vorstand zu entscheiden hat, bleibt besonderer Vereinbarung vorbehalten.— Der Sitz des Verbandes ist Köln, der Geschäftsführer Herr A Schwanck dort. Die gesetzliche Haftpflicht für die Betriebsunternehmer legt den Verpflichteten eine Menge von Lasten auf, welche in dem Unfallversicherungsgesetze bei Weitem nicht erschöpft sind. Es bleiben vielmehr noch zahlreiche Fälle übrig, wo den Industriellen aus der gesetzlichen Haftpflicht bedeutende Anforderungen erwachsen. Unabhängig von dem Unfallversicherungsgesetz besteht die Haftpflicht für die Betriebsunternehmer 1. gegenüber den eigenen Arbeitern und Beamten(Bediensteten) inner= und außerhalb des Betriebes, und zwar: a) für Unfälle bei Ausführung eines Auftrages, aber nicht in oder bei dem technischen Betriebe des Arbeitgebers, b) für Unfälle beim Betriebe, welche von der Berufsgenossenschaft nicht entschädigt werden, z. B. bei Ascendenten und sonstigen alimentationsberechtigten Personen sowie Ausländern. 2. Die Haftpflicht des Betriebsunternehmers besteht gegenüber fremden Arbeitern, überhaupt gegenüber dritten Personen in und außer dem eigenen Betriebe. 3. Die Haftpflicht besteht den Berufsgenossenschaften, sowie den Kranken= und Armenkassen gegenüber für ihre Leistungen gemäß§§ 96, 97 und 98 des Unfallversicherungsgesetzes und§ 57 des Krankenversicherungsgesetzes. Die in diesen Bestimmungen zum Ausdruck gelangende Tendenz dürfte in Zukunft noch eine wesentliche Verstärkung erfahren, wenigstens faßt der Entwurf des Bürgerlichen Gesetzbuches eine beträchtliche Erweiterung des Kreises der nach heutigem Reichshaftpflichtrecht Entschädigungsberechtigten in das Auge. Im Verfolge der vom Entwurf aufgestellten Grundsätze wurde nämlich auch dem„Dritten", der nicht zu den alimentationsberechtigten Hinterbliebenen des Getödteten gehört, das Recht zustehen, von dem Schuldigen vollen Ersatz im weitesten Umfange wegen eines durch die Tödtung entstandenen Schadens zu fordern, sofern der Thäter den Schaden, wenn auch nicht seinem Umfange, so doch seiner Existenz nach hat vorhersehen können. Hierbei wird, wie auch nach geltendem Rechte, Vorsatz oder Fahrlässigkeit des Thäters und eine widerrechtliche Handlung desselben vorausgesetzt. Zu den„Tritten“ im Sinne des Entwurfs rechnen die Motive u. A. den Versicherer, bei welchem das Leben des Getödteten versichert war, den Rentengläubiger, wenn auf des Getödteten Lebensdauer die Rente gestellt war, Ehemann, Vater und Mutter des Getödeten, wenn ihnen familienrechtliche Vortheile entzogen worden sind. Unter diesen Umständen gewinnen die Bestrebungen des unlängst in Düsseldorf gebildeten Hastpflichtschutzverbandes deutscher Industrieller an Aktualität. Inhaltlich seiner Satzungen bezweckt der Verband, durch fachwissenschaftliche Untersuchungen und durch Verwerthung der Erfahrungen des praktisch gewerblichen Lebens dahin zu wirken, daß die nach dem Unfallversicherungsgesetz verbliebene und durch die sozialpolitische Gesetzgebung überhaupt begründete bezw. neugeschaffene Haftpflicht derart beschränkt werde, daß dieselbe nicht über die Grenzen der Billigkeir hinausgeht, beziehungsweise in den Kreis der berufsgenossenschaftlichen Unfall=Versicherung einbezogen wird. Demgemäß wird der Verband seine Ziele zu erreichen Oesterreich-Ungarn. Wien, 4, August. Das Reichskriegsministerium hat, um einer Einschleppung der Cholergepidemie aus Rußland vorzubeugen, die zur Zeit in Rußland sich aufhaltenden Angebörigen des österreichisch=ungarischen Heeres von dem Einrücken zu den diesjährigen Waffenübungen, sowie von der Theilnahme an den Hauptrapporten und Kontrolversammlungen entbunden. Wien, 4. August. Der Handelsminister hat gegen die Herkünfte aus den türkischen Häfen des Schwarzen Meeres zwischen der russischen Grenze und Kaz=Jeros= burun eine siebentägige Beobachtung angeordnet. Wien, 4. August. Eine im Auftrage des Ministeriums des Innern von den Professoren Nothnagel und Kahler verfaßte Anleitung zur Behandlung der Cholera ist heute erschienen. Frankreich. Paris. 4. August. Der französische Botschafter in Konnantinopel machte der Pforte die Mittheilung, daß der Prior der Franziskaner in Trivolis Behelligungen seitens der Eingevorenen erfahren habe. Die Pforte hat eine Untersuchung angeordnet. Paris, 4. August. Wie verlautet, soll der französische Sudan eine von der Verwaltung des Senegalgebietes, völlig unabhängige autonome Organisation erhalten. Der„Gaulois“ will wissen, Belgten habe Frankreich behufs Theilung des strittigen Gebiets in der Kongozone die Berufung eines Schiedsgerichts vorgeschlagen. Paris, 4. August. Den Morgenblättern zufolge, wären gestern in Paris selbst 7 Cholerafälle vorgekommen, von denen 6 tödtlich verlaufen seien; im Weichbilde von Paris habe sich ein Cholera=Todesfall ereignet. Ein Telegramm des„Journal des Débats“ aus Tours meldet, es sei daselbst eine aus 5 Personen bestehende Familie an Choleranostras erkrankt, zwei der Erkrankten seien gestorben. Beide Meldungen bedürfen der Bestätigung. — Am letzten Sonntag standen in ganz Frankreich, wie bereits mitgetheilt, die Ergänzungswahlen für die Hälfte der Generalräthe und der Arrondissementsräthe an. Die letzteren Versammlungen haben keinerlei politische Bedeutung, weshalb es unnöthig ist, sich eingehender mit ihnen zu beschäftigen. Von den ubtretenden 1439 Generalräthen waren 427 Konservative. Die vorliegenden Resultate von 950 Wahlen sind für etwa 60 Kantone noch nicht endgiltig, da in denselben Stichwahlen nothwendig sind; von den übrigen Sitzen eroberten die Republikaner 112 und verloren deren nur 4, in Lille, Murat(Tarn), Montauban(Tarn=et=Garonne) und Méréville(Seine=et=Otse). Die meisten Sitze gewannen die Rexublikaner in der Gironde, nämlich 7 und je 6 in der Dordogne, der Eure, in Lot=et=Garone und in der SeineInférieure. Bis gestern hatten die Conservativen noch die Mehrheit in 11 Departementalräthen; 3 derselben, die der Eure, der Sarthe und von Ille=et=Vilaine, sind nunmehr in ihrer Majorität republikanisch und in der Vendée stehen sich Republikaner und Conservativen gleich stark gegenüger. In den Departements Charente, Gers und Indre fehlt den Republikanern nur ein Sitz, um die Mehrheit zu erlangen; in der Indre ist ihnen derselbe durch eine Stichwahl schon gesichert; in den beiden anderen können die noch ausstehenden Resultate die fragliche Majorität von rechts nach links verschieben. So bleiben den Reactionairen nur noch 4 Derartementalräthe, in denen sie der Regierung der Republik eine zumeist platonische Opposition machen. Der Sieg der Republikaner in den Generalraths= wahlenist um so bedeusamer, als die Lokal=Angelegenheiten in denselben zum mindesten ebenso in Betracht kommen, wie die rein politischen Fragen. Allerdings hatten die Departemental=Wahlen diesmal nicht die Tragweite derjenigen von 1889, welche die erste Niederlage des Boulangismus herbeiführten und so die Abgeordnetenwahlen vom September desselben Jahres anbahnten; allein sie boten diesmal ein besonderes Interesse wegen der Erfolge, welche die zur Republik bekehrten Konservativen erzielen konnten. Diese sind in der That nicht zu unterschätzen; bis zur Stunde werden über dreißig„liberale Konservative“ oder„Verfassungstreue" unter den Gewählten genannt, was den Herren de Cassagnac und I. Cornély, den letzten Kämpen der Monarchisten, nicht eben angenehm sein mag. Unter den neugewählten Generalräthen befindet sich auch der Conseilspräsident und Minister des Innern, Loubet. Wilson, der im Canton von Montrésor(Indre=et=Loire) candidirte, muß sich einer Stichwahl unterziehen, die wahrscheinlich zu seinen Gunsten ausfallen wird, da er mit 1214 Stimwen an der Spitze der Candidaten steht, die viel weniger Stimmen erzielten, als er. Die Fürsorge, mit welcher der Schwiegersohn Grévys die Gemeindewahlen in der ganzen Umgebung von Loches verfolgte, trägt, wie man sieht, ihre früchte. Gaglaud. London, 4. August. Das Parlament ist heute eröffnet worden. Im Unterhause wurde auf den von Gladstone unterstützten Antrag Ridleys der bisherige Sprecher Peel einstimmig als Sprecher wiedergewählt. Die Verlesung der Thronrede erfolgt am nächsten Montag. In den bis dahin stattfindenden Sitzungen wird die Vereioigung der neuen Parlarmentsmitglieder erledigt werden. Dänemark. Westfalen und Rheinland. Kopenhagen, 4. August. Wegen der in Malmoe bei Schafen aufgetretenen Klauenseuche hat der Minister des Innern angeordnet, daß aus Schweden eingeführte Hausthiere einer 10tägigen Quarantaine unterliegen. Petersburg, 4. August. Neu aufgetreten ist die Cholera in Kursk. Im Gouvernement Tobolsk sind am 1. August 59 Erkrankungen und 39 Todesfälle vorgekommen. — Finanzminister Wyschnegradski bleibt definitiv im Amte. Er ist der Hauptträger des Planes, bessere wirtschaftliche Beziehungen zum deutschen Reiche herzustellen. Die Verwirklichung dieses Planes wird aber schwerlich so schnell kommen, denn Rußland ist es, welches Deutschland Anerbietungen machen muß, Deutschland hat die Entscheidung darüber. * Der Minister des Auswärtigen empfing den deutschen Botschafter Grafen Solms und versicherte demselben, dem deutschen Geschwader würde, wenn es bei der Genueser Columbusfeier erscheine, ein freudiger Empfang bereitet werde. * Die bulgarische Regierung läßt noch weitere Schriftstücke über die Intriguen der Russen in Bulgarien veröffentlichen. Selbst Tynamit wurde den bulgarischen Hochverräthern von Rußland geliefert. Die Person, welcher man in Sofia die Aktenstucke verdankt, ist der frühere Dolmetscher Jakobsohn von der russischen Botschaft in Bukarest. Jakobsohn wurde von dort Knall und Fall entlassen und röckte sich durch den Diebstahl der kompromittirenden Dokumente, die er hierauf dem bulgarischen Ministerpräsidenten Stambulow verkaufte. 8 Witten, 5. Aug.(Theater.) Wie bereits durch den Anzeigentheil unserer Zeitung bekannt, giebt das Hamburger Operetten=Ensenble nächsten Sonntag und Montag hier zwei Gastspiele. Am ersten Tage kommt die Operette Mamselle Nitouche" zur Aufführung. Der Inhalt des Stückes, eine hübsche Wahrscheinlichmachung von allerhand fast unmöglichen Vorgängen, ist bei leichter, lebhafter Konversation humorvoll, lustig, zum Lachen hinreißend. Ueber die Aufführung in Münster schreibt ein Münster'sches Blatt:„Die Aufführung selbst war eine vortreffliche zu nennen: Herr Emil Hannemann gab den Céléstin so gut, daß man sich an eine Musterleistung Drehers in München erinnert fühlte; das war ein wirklich natürliches und dabei humorvolles Spiel. Auch Frl. Prohaska, als Denise=Nitouche, spielte ihre Rolle mit all der Schalkhaftigkeit und naiven Keckheit, welche diese erfordert, flott und ansprechend. Die anderen Rollen waren gut besetzt.— Die Musik der Operette, leicht, gleitend und angenehm, wurde von dem gut besetzten Orchester in entsprechender Weise ausgeführt. Am Montag folgt die große Ausstattungsoperette„Der Amerikaner". Witten, 4. August.(Falsches Gerücht.) Durch verschiedene Blätter ging kürzlich abermals das Gerücht, man habe den Mörder der Amalie Mander ergriffen. Es sollte dies ein Schlosser Viertel sein; derselbe wurde in Oppeln i. Schl. ergriffen, namentlich auf den Verdacht hin, er sei am 24. Dezember v. J. in Witten gewesen. Es gelang dem Angeschuldigten jedoch, in überzeugender Weise darzuthun, duß er zu der fraglichen Zeit Zeit sich in Hamburg aufgehalten habe. Daraufhin erfolgte seine Freilassung. Alle weiteren Gerüchte, die sich an seine Person knüpfen, sind somit hinfällig. O Witten, 4. Aug.(Die große Dreikaiserglocke) ist gestern Nachmittag aus dem auf dem Kirchplatze errichteten Glockenstuhle herunter genommen worden und dann, nachdem von derselben mehrere photographische Aufnahmen durch Herrn Friedr. Göbel gemacht worden sind, heute im Thurme aufgezogen worden. Schon in den nächsten Togen dürfte ihr klangvoller Ton über unsere Stadt erschallen. * Witten, 4. Aug.(Bauernregeln für August.) Ist's in der ersten Woche heiß, so bleibt der Winter lange weiß; wenn's im August stark thauen thut, bleibt auch im September das Wetter gut: Nordwind im Augustmond, mit trocknem Wetter lohnt; Hitze an Dominicus— 4. August— ein strenger Winter kommen muß: Nach Sanct Laurentius— 10. August— ist's nicht gut, wenn's Laubholz da noch treiben thut: Mit der heiligen Augustinen — 18. August— ziehen die Wetter von hinnen; wie das Wetter an Kassian— 20. August— hält es dreizehn Tage an; bleibt Sanct Barthel— 24. August— im Regen stehn, ist guter Herbst vorher zu sehn; wenn der Hahn vor Mittemacht schreit, ist Landregen nicht weit. O Witten, 5. August.(Beamten verein Witten.) Wie aus dem Anzeigetheil dieses Blattes zu ersehen, beabsichtigt der Verein, bei gutem Wetter am nächsten Sonntag Nachmittag den in der letzten Generalversammlung beschlossenen Ausflug mit Familie nach dem Hohenstein zu machen. Falls die Partie wegen schlechter Witerung nicht stattfinden kann, soll gemuthliche Versammlung im Vereinslokale„Hotel zum Adler“ stattfinden, wozu auch die Familienangehörigen und Freunde des Vereins eingeladen sind. Bommern, 4. August.(Missions=Fest.) Afrika. * Aus Tanger wird berichtet: Der Oberbefehlshaber des Sultans sammelt alle kampffähigen Leute, um eine Hauptschlacht gegen die Tanger bedrohenden Aufständischen zu schlagen, weil andernfalls die totale Zernirnng Tangers und die Auflösung des Heeres des Sultans unvermeidlich ist. Nächsten Sonntag findet in unserer Gemeinde das erste Missionsfest statt. Der Leiter der Goßnerschen MisstonsGesellschaft, Prof. Plath aus Berlin, wird in dem Nachmittags 3 Uhr im Brinkhoffschen Saale stattfindenden Gottesdienst die Festpredigt halten. S Herdecke, 3. August.(Lebensrettung.) Gestern Abend gegen 6 Uhr sturzte an der hiesigen Couvertfabrik, etwas oberhalb des unteren Wehres, der Sohn unseres Mitbürgers, Herrn Ph. Nölle in den Mühlengraben an der Stelle, wo derselbe eine Art Bassin von 5 m tiefe bildet. Infolge der durch die in Gang befindliche Turbine hervorgerufenen starken Strömung wurde der Knabe mit Gewalt unter die Oberfläche des Wassers gerissen, und er wäre verloren gewesen, denn Niemand von den vielen Augenzeugen mochte den Sprung in die tückische Tiefe wagen. Da eilte, durch das Jammergeschrei der Menge aufmerksam gemacht, der Brennereibesitzer, Herr Heinrich Grave, herbei. Schleunigst warf er den Rock ab und stürzte sich in das Wasser. Es gelang ihm auch, trotz der starken Strömung, das in Todesgefahr schwebende Kind zu erreichen. Dasselbe hochhaltend, strebte er dem Lande zu, indem er aus allen Kräften gegen den Strom ankämpfte. Glücklich erreichte er das Ufer. Bochum, 3. August.(Ein großartiger Empfang) wurde heute Abend den um 8 Uhr 40 Min. heimkehrenden Angeklagten des„Schienen= und Stempelprozesses" zu Theil. Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge hatte sich auf dem Bahnhofe eingefunden und empfing Auf der Jagd nach dem Glüt 25] Roman in drei Büchern von L. Gies. —.(Nachdruck verbeten.) XIII. In peinlichem Sinnen schritt Gebhard nach Hause zurück. Ihm war der Kopf schwer von Sorgen und Gedanken: Leid um die Freundin, deren Leben morgen unlösbar an den ungeliebten Mann geknüpft werden sollte, Sorge um den Bruder, dessen raschen Handels doch auch ihm nur als eine That der Verzweiflung erschien— der bittere Groll des Vaters— sein eigenes liebeleeres Dasein— Unerfreuliches, wohin er das Auge auch wandte——— Als er den Hausflur der Apotheke durchschritt, öffnete sich eine Thür, und Herr Sandhoff trat ihm entgegen. „Meine Tochter läßt mir keine Ruhe,“ sagte der Avotheker lächelnd,„sie will durchaus wissen, was Wahres ist an den tollen Gerüchten, welche in der Stadt herumschwirren über einen Unglücksfall Ihres Herrn Onkels und seiner Braut. Der Lehrling, den ich nach dem Schlosse senden mußte, kam unverrichteter Sache zurück, da die Wohnung der Damen von der Reck dunkel und verschlossen gewesen sei. Von Ihnen, Herr Doktor, behauptet Annemarie, alles Wissenswerthe erfahren zu können.“ Gebhard bestätigte Herrn Sandhoff diese Ansicht seiner Tochter, aber als er den Sachverhalt kurz erzählen wollte, fiel ihm der andere mit der Bitte in's Wort, doch näher zu treten, und seinen Damen selbst diese wichtige Nachricht zu bringen. Es war in diesem Augenblick dem jungen Mann nicht unerwünscht, von seinen unerquicklichen Gedanken abgelenkt zu werden, und bereitwillig folgte er dem Hausherrn in das Wohnzimmer der Familie. Welch ein behagliches Bild bot sich dem Eintretenden! Ueber dem runden Tisch vor dem Sofa brannte die große Hängelampe und beleuchtete das freundliche Gesicht der Mutter und das gespannt erwartungsvolle Annemariens, die sich jetzt beide beim Eintritt der Herren höflich erhoben. Erstere aus einem bequemen Sofaeckchen, in dem sie eifrig strickend gesessen, während Annemarie aus einem Buch vorgelesen haben mochte, das noch aufgeschlagen vor ihr lag. Es war ein Band von Freytags Bildern aus Deutschlands Vergangenheit, ein Lieblingswerk des den Apothekers, mit dessen Inhalt er die Seinigen in jetzt länger werdenden Abendstunden bekannt machte. Ein verwöhntes Auge würde vielleicht spöttisch auf den Kranz von großen und kleineren Familienbildern über der altmodisch geschweiften Lehne des Sofas, den urväterlichen Eckschrank mit den hohen Glassenstern, den gradbeinigen Nähtisch am Fenster und all den übrigen Hausrath geblickt haben, der zu jenem stimmte— mit Ausnahme des schönen Claviers und des zierlichen Blumentisches voll prächtiger, wohlgepflegter Pflanzen— aber kein feinfühliger Beobachter würde sich dem Zauber haben verschließen können, den diese schlichte, behagliche Häuslichkeit ausübte. Es war eine Atmosphäre von Frieden und Glück, eines stillen, bescheidenen Glückes, in die Gebhard mit seinen schweren, freudlosen Gedanken trat, die sich ihm warm um de Seele legte, wie die angenehme Wärme des großen Kachelofens seinem, von der rauhen Herbstluft durchfröstelten Körper wohlthat. Man mußte nur in die lieben, heiteren Augen der Frau Apothekerin blicken, die hinter Brillengläsern hell hervorleuchteten, um zu wissen, daß es sich im Berrich dieser Augen gut leben lasse. Bald saß denn auch Gebhard in einem bequemen Lehnstuhl im Lichte der Hängelampe und berichtete von den Geschehnissen, die auch ihn so lebhaft beschäftigten. Als er jenen Augenblick schilderte, wo der heranbrausende Zug Hilde beinahe erfaßt, schrie die tieferblaßte Annemarie jäh auf, und, ihr Gesicht in den Händen bergendlehnte sie den Kopf an die Schulter des Vaters, neben dessen Stuhl sie erregt und befangen stehen geblieben war. „Mein kleiner Hasenfuß," sagte Herr Sandhoff lächelnd. indem er zärtlich über das weiche braune Haar seines Kindes strich.„Ich möchte wohl wissen“, fuhr er neckend fort,„wie Du Dich in einer solchen Lage benehmen würdest. Du, Puthühnchen, das sich noch am wohlsten unter den Flügeln der Mutter fühlt.—— Eine tapfere junge Dame, das Fräulein von der Reck,“ wandte er sich an Gebhard.„Und keine Oonmacht nach dieser furchtbaren Erregung? Sie konnte den weiten Weg nach der Stadt noch zurückreiten, sagen Sie?“ „Das arme Mädcher““ meinte Frau Lina bedauernd. Spurlos können solche Augendlicke der Todesangst nicht an ihr vorüber gehen, und wenn sie die stärkste wäre. Riad mangn da ie Bichiger aunenesden ag der de ein Wendepunkt für ihr ganzes Leben!“ Unwillkürlich trat eine Pause in der Unterhaltung ein; aber die Frau Apothekerin ließ es nicht zu, daß dieselbe eine unbehagliche wurde; mit der Frauen eigenen Gewandtheit lenkte sie das Gespräch auf unverfänglichere Dinge. Das Buch, aus dem Annemarie vorgelesen, bot einen willkommenen Gegenstand; bald vertieften sich die Herren in eine anregende Unterhaltung über den Vergleich zwischen den Zuständen in Deutschland vor dem dreißigjährigen Kriege, welche der Dichter so gemüthvoll und anziehend zu schildern weiß, und denjenigen der Jetztzeit. Frau Lina warf zuweilen ein kluges Wort dazwischen, während Annemarie mit glänzenden Augen, stumm, aber um so aufmerksamer den Ausführungen der Herren folgte. Mit Ueberraschung entdeckte Gebhard in dem schlichten, ruhigen Apotheker einen Mann von einer wahrhaft jugendlich glühenden Vaterlandsliebe; eine Empfindung, welche von seiner Gattin mit dem ganzen Idealismus der feinsinnigen Frau getheilt wurde. Herr Sandhoff hatte Brauz und Beruf verlaffen, um im Kriege 1870 freiwillig in die Reihen der Kämpfer für Deutschlands Ehre zu treten und dieser Abschnitt seines Lebens, aus dem er einen zerschossenen Arm mit nach Hause gebracht hatte, gehörte zu seinen liebsten Erinnerungen. Wie ganz anders empfand dagegen Gebhard. Er haßte den Krieg als einen Schandfleck in der Geschichte der modernen Menschheit, als eine rohe Barbarei, die den einzelnen Menschen zur wilden Bestie herabwürdigt. Allgemeine Abrüstung, allgemeiner Völkerfrieden, das war das Ideal, welches ihm vorschwebte. Dahin hatte ihn das Studium der Geschichte geführt. In diesem Sinne sprach er sich jetzt aus. Der Apotheker hörte ihm nachdenklich, mit leisem Kopfschütteln zu, dann sagte er: „Ich fürchte, Herr Doktor, Sie jagen einem Ideale nach, welches die Zeichen seiver Lebensunfähigkeit von vornherein an der Stirne trägt: Sie verachten den einzelnen Menschen und stecken der Menschheit so hohe Ziele. Aber mit jenem Faktor müssen Sie doch rechnen; und wie wenig geeignet ist er für einen Idealstaat, wie sie ihn sich träumen. Und ich selbst gestehe Ihnen offen, mir ist Ihr kosmopolitisches Gebäude zu weit, mich friert wenn ich denke, darin wohnen zu müssen. Mag sein, daß die Menschheit später einmal reif genug dazu sein wird, jetzt erscheint es mir eher für höhere Geister geeignet zu sein. Nennen Sie mich einen beschränkten Kleinstädter— ich mag mich nur wohl fühlen in den Grenzen des Vaterlandes, dessen Gedeihen meine Freude und dessen Ruhm vor anderen Staaten mein Stolz ist. Schlimm stünde es um uns, wenn Sie die größte undedelste der Empfindungen aus der Welt verbannen wollten: die Liebe zum Vaterlande! Sie haben den Krieg von 1870 nur als kleines Kind erlebt, Herr Doktor, sonst würden Sie vielleicht anders denken. Wie viel Kleinigkeit, wie viel Parteihader und Einzelinteresse ging damals unter in dem einen großen Gefühl! Und ist das nicht ein Gewinn für jeden Menschen, sich einmal selbst zu vergessen in der Hingabe an eine große Sache? Daß tief einschneidende Umwälzungen im Leben der Völker und Staaten mit Blut erkauft werden müssen, ist freilich eine harte Nothwendigkeit: aber auch wieder gerade darum, weil sie so theuer erworben sind, werden die Ueberlebenden sie um so fester halten, und auch freudig ihr Blut einsetzen, ehe sie sich das schwer Errungene wieder entreißen lassen!“ Die freundlich gutmüthigen Augen des Apothekers blitzten und die Hand, welche auf dem Tisch ruhte, ballte ssch bei seinen Worten. Gebhard sah mit Erstaunen diese Erregung des gesetzten Mannes, um ein Gefühl leiser Beschämung wollte ihn überschleichen. Wie ruhig und philosophich dachte er über diese Dinge: der einzig richtige Standpunkt, wie er sich immer eingebildet. Und doch schien ihm in diesem Augenblick der einfache Mann fast beneidenswerth um die ehrliche Gluth seiner Empfindung. Die Thür hatte sich geöffnet: Heinrich Sandhoffs rundliche Gestalt erschien auf der Schwelle, mit seiner Selbstgefälligkeit, seinem rosigen Gesicht und dem stehenden Lächeln. Jählings war der Zauber verflogen, der in dem traulichen Kreis der Famllie seine zarten Fäden um Gebhurd gesponnen: zu widerwärtig war ihm der Anblick des salbungsvollen jungen Mannes. Er wußte selbst nicht warum, aber es bereitete ihm Ueberwindung, jenem mit der wenn auch nur allernöthigsten Höflichkeit zu begegnen. Sobald es daher schicklich, erhob sich Gerhard und verabschiedete sich von der Familie.(F. f.) die dem Zuge Ent Soch= und Hurrah Radttheater, wo 1! wurde. Die„Ange blieben noch einige bei Liederklang und heit, bezw. des so k Dortmund, 5 seltenes Zusan vor der Strafkamm Velastungszeugen waren. Die Verur alte preußische Stre 1872. Die nach d urtheilten erhielten wieder, nicht aber Zeuge oder Sach können. Dortmund, 4. ung) hat im hiesic Höhe nicht erreich Wagen von den Be als zu Zeiten flott klagen in Folge Lohn, auch über d Hoffentlich treten be Iserlohn, 3. A züglich der Identitö tag Morgen in der bei Letmathe gefunk daß es die des in v Mörder der Amalie andern Tags wieder In der bei der Leic eine ausführliche haftung. Ob diese V gestellt bleiben; wir da Bestimmtes über nicht hat ermittelt Leiche die des H. müssen. Iserlohn, 3. 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Dann gings im Zuge zum nadttheater, wo ihnen eine großartige Ovation bereitet wurde. Die„Angeklagten“ und Hunderte ihrer Freunde blieben noch einige Stunden zusammen und freuten sich bei Liederklang und gefüllten Bechern der goldenen Freiheit, bezw. des so bald erfolgten Wiedersehens. Dortmund, 5. August.(Ein einigermaßen seltenes Zusammentreffen) ereignete sich gestern vor der Strafkammer, indem in einer Sache die beiden Belastungszeugen bereits wegen Meineids vorbestraft waren. Die Verurtheilung war jedoch geschehen, als das alte preußische Strafgesetzbuch in Kraft war, also vor 1872. Die nach den Bestimmungen jenes Gesetzes Verurtheilten erhielten zwar im Jahre 1872 die Ehrenrechte wieder, nicht aber die Befähigung, jemals wieder als Zeuge oder Sachverständiger vernommen werden zu können. Dortmund, 4. August.(Die Kohlenförderung) hat im hiesigen Bezirke noch immer die normale Höhe nicht erreicht; am 2. August wurden nur 9614 Wagen von den Bahnen verlangt, also fast 1000 weniger als zu Zeiten flott gehenden Absatzes. Die Bergleute klagen in Folge der Feierschichten über verminderten Lohn, auch über die Reduktion der Löhne überhaupt Hoffentlich treten bald bessere Verhältnisse ein. Iserlohn, 3. August.(Eine Vermuthung.) Bezüglich der Identität der, wie schon gemeldet, am Sonntag Morgen in der Lenne gegenüber der Hubertushöhe bei Letmathe gefundenen Leiche wird vielfach vermuthet, daß es die des in vergangener Woche als muthmaßlicher Mörder der Amalie Mander hierselbst verhafteten aber andern Tags wieder freigelassenen Ziegelarbeiters H. sei. In der bei der Leiche vorgefundenen Zeitung befand sich eine ausführliche Schilderung der Ursache seiner Verhaftung. Ob diese Vermuthung zutreffend ist, muß dahingestellt bleiben; wir haben alle Ursache daran zu zweifeln, da Bestimmtes über die Persönlichkeit des Verunglückten nicht hat ermittelt werden kännen, was doch, falls die Leiche die des H. wäre, zweifellos hätte der Fall sein müssen. Iserlohn, 3. Aug.(Von einem bedauerlichen Unglücksfail) wurde gestern Abend ein Geselle des Dachdeckermeisters Hester hierselbst betroffen. Derselbe war auf dem Dache des Gießerelgebäudes der Mengeringhausen'schen Maschinenfabrik mit Reparaturen beschäftigt, als plötzlich unter ihm eine Dachlatte brach und der Bedauernswerthe korfüber in den Gießraum hinabstürzte. Hierbei schlug er so unglücklich mit dem Kopfe auf daselbst stehende eiserne Modelle auf, daß er sehr schwere Verletzungen davontrug und besinnungslos liegen dlieb. Dr. Klawer leistete dem Verunglückten die erste Hülfe und ordnete dessen Ueberführung nach dem Kraukeuhause an, welche dann alsbald mittelst Tragkorbes erfolgte. Aus dem Hellwege, 4. Aug.(Die Roggenernte) ist in unserer reich gesegneten Gegend beendet. Der Ertrag derselben ist ein so guter, wie ihn selbst die ältesten Landwirthe aus früheren Jahren nicht kennen. Da die Einerntung des Roggens bei schönem Wetter erfolgt ist, so hat die Frucht qualitativ keine Einbuße erlitten. Stellenweise haben die Felder einen doppelt so großen Ertrag wie im Vorjahre geliefert. Mit der Weizenernte wird in den nächsten Tagen begonnen werden können. Dorsten, 3. August.(Dynamit=Patrone.) Vor einigen Tagen wurde vor dem Kassenlokal der hiesigen Kreis=Sparkasse eine schwer geladene Dynamitpatrone mit Zündschnur aufgefunden und von den Findern ahnungslos in die Hund genommen und betrachtet. Erst später schöpfte man Verdacht und ließ den Gegenstand von Sachverständigen untersuchen. Die Tynamitpatrone wurde zur Eatladung gebracht und stellte sich bei dieser Gelegenheit heraus, daß die Zündschnur sowie die Patrone vollständig unversehrt waren. Ob es sich hier um ein Attentat aus die Sparkasse oder um eine grenzenlose Unachtsamkeit eines der in hiesiger Gegend zahlreich wohnenden Bergleute handelt, konnte bis jetzt nicht festgestellt werden. Jedoch möchte die Vermuthung vielleicht für die erstere Annahme sprechen, da vor einiger Zeit bei derselben Kasse mehrere Ditriche aufgefunden wurden, welche augenscheinlich nur in verbrecherischer Absicht dorthin gekommnen sein konnten. Eine energische Untersuchung wird hoffentlich Klarheit bringen. * Münster, 2. Aug.(Vergiftung einer ganzen Familie.) Durch den Genuß von Schierling ist hier die aus fünf Personen bestehende Familie des Kanzleisekretärs Oppermann vergiftet worden. Wodurch das entsetzliche Unglück entstanden, ist noch nicht aufgeklärt; es kann jedoch, wie die„Barm. Ztg.“ schreibt, mit ziemlicher Gewißheit angenommen werden, daß sich einige Schierlingsblätter unter einer Quantität Sellerie befunden haben, welche die Frau Oppermann am Morgen auf dem Markte gekauft und zum Mittagessen verwendet hatte, denn die ganze Familie verspürte gleich nach der Mahlzeit Unwoblsein. Nur das Haupt der Jamilie, Herr Oppermann, fühlte erst gegen 4 Uhr nachmittags, als er sich auf seinen Büreau befand, die ersten Symptome der Vergiftung; ek wurde schwindelig und schließlich so malt, daß er mittels Wagen in seine Wohnung gefahren werden mußte. Inzwischen hatte sich auch der Zustand der Seinen bedeutend verschlimmert; mehrere Aerzte waren in der Wohnung, als er eintraf, schon thätig, dieselben von den entsetzlichen Schmerzen, die sich eingestellt hatten, zu befreien. Während den Erkrankten Gegengift unter die Haut eingespritzt war, zeigte sich zwar eine kleine Verminderung der Schmerzen, indessen haben die Aerzte die Hoffnung. die Unglücklichen am Leben zu erhalten, aufgegeben. Dies gilt bezüglich der Kinder, bei denen die Wirkung des Giftes eine bedeutend schnellere war. Eltern, wie auch Kinder, ein Knabe und zwei Mädchen im Alter von 13 und 15 Jahren, sind deshalb bereits mit den Sterbesakramenten versehen worden. Elberfeld, 3. August.(Zum Bierboykott unabhängiger Socialisten.) Wie die„gerechte“ Sache des Bier=Boykotts von den Anstiftern desselben ausgesochten wird, dafür möge folgende Scandalgeschichte der Bürgerschaft einen Beweis liefern. Vor etwa 14 Tagen kam der, angeblich aus einer gesperrten Brauerei entlassene Braubursche N. in die Wirthschaft des Herrn Julius Simon, Distelbeckerstraße 54, und verlangte von dem Wirth in ungestümer Weise die Angabe der Bierbezugsquelle. Herr Simon entgegnete dem Eindringling, daß er sein Bier aus einer Barmer Brauerei beziehe. Nun verlangte der Brauer den Namen der Brauerei zu wissen, dessen Angabe der Wirth aber verweigerte. Nach lungem Gerede verließ der Brauer dann unter Drohungen und Verwünschungen das Local. Am letzten Sonntag nun, Nachmittags 4½ Uhr, stürmte der Brauer in Begleitun seines inzwischen zugereisten Bruders, ebenfalls ein*###uburschen, wiederum in die Wirthschaft des S. en Sie für Bier?“ so herrschten die Belden den überrumpelten Wirth an.„Ich beziehe mein Bier von 4e# Germania=Brauerei aus Dortmund“, antwortete Hei S. und legte den Lieferungsschein vor, um die unliebsamen Gäste los zu werden.„Das ist gelogen!“ brüllten diese,„Sie haben Küppers Bier, wo ist das Schtd?! Sie wollen uns bemogeln!“ dabei versetzten die rohen Patrone dem Wirth einige heftige Faustschläge. Herr S, der allein im Restauront war, flüchtete hülfesuchend auf die Straße und traf dort einen Bekannten, der ihm beizuspringen versprach. Als der Wirth und dessen Freund nun wieder in das Restaurant treten wollten, beiden Brauer von Innen die Thüre zu. Mit Hülfe des inzwischen herbeigeeilten Sohnes des Herrn S. gelang es indessen, die tovenden Brauer von der Thüre zu entfernen, man nahm den Krakehlern ihre Knüppel (ein dicker Holzknüppel und ein sog. Todtschläger) ab und trieb sie mit ihren eigenen Waffen gewaltsam zum Local hinaus. Die Burschen sollen eine derartige Tracht Prügel erhalten haben, daß einer der„Gemaßregelien“ ärztliche Hülfe im Krankenhause nachsuchen mußte. Vor der Thür angelangt, zogen die Strolche ihre Messer und drohten, daß sie wiederkommen würden, um„einmal ordentlich aufzuräumen". Bis jetzt sind die Burschen jedoch nicht wieder erschienen. Selbstverständlich hat Herr S. der Pollzei sofort Anzeige erstattet und gegen die Friedensstörer Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs, Mißhandlung und Sachbeschädigung gestellt. Elberfeld, 4. August.(Ein Diskutirklub unab hängiger Sozialisten) hat sich hier am Dienstag Abend unter Vorsitz des Herrn Plummacher gebildet. Die Zahl der hiesigen„Unabbängigen“ wurde in der Versammlung auf mindestens 200 angegeben. Da wird was nettes herauskommen! * Essen, 4. August.(Das königl. SchienenAbnahmeamt) für den westfälischen Jadustriebezirk, dessen Herr Baurath Hellwig kürzlich in der Verhandlung über den Bochumer Stempelprozeß erwähnte, wird seinen Sitz hier in Essen erhalten. Dasselbe wird zu Anfang nächsten Jahres in Wirksamkeit treten. Die Beamten, die dem Abnahmeamt zugetheilt werden, sind bereits bestimmt. Altendorf, 4. August.(Verkommen.) Ein 15 jähriges Mädchen von hier, welches wegen mehrerer Diebstähle und Straßenraub in Untersuchung war, wurde in Werden bei der Ausführung eines neuen Diebstahls abgefußt. Borbeck, 1. August.(Vom Blitz getroffen.) Bei dem hiesigen Gewitter am Samstag schlug der Blitz in Schönebeck in das Haus eines Vergmanns und verbrunnte einen Knaben an Brust und Hals derartig, daß der arme Junge wohl kaum mit dem Leben davonkommen wird. Ebenso wurde in Bochold eine Frau getroffen, jedoch weniger sckwer verletzt. „Düsseldorf, 3. Aug.(Verweigerte Fahrt.) Ein hiesiger Droschkenkutscher, der eine Fahrt verweigert hatte, wurde vom Gericht mit einem Strafbefehl in Höhe von 12 M. bedacht. Im Nichtzahlungsfalle tritt eine 4tägige Haftstrafe an Stelle der Geldstrafe. Cleve, 4. August.(Zum Xantener Knabenmorde.) Auswärtigen Blättern wird von hier geschrieben:„Die hiesige Staatsanwaltschaft wird gegen die Zeugen Junkermann, Bruckmann, Mallmann in Folge ihrer Aussagen im Buschhoffschen Prozeß einschreiten". Hierzu bemerkt das„Clever Kreisblatt":„Auf Grund von uns an maßgebender Stelle eingezogener Erkundigungen sind wir in der Lage, mittheilen zu können, daß die Staa sanwaltschaft bis jetzt gegen die Vorgenannten noch keinerlei Verfügungen erlassen hat. Wir können dahingegen bestätigen, daß die Staatsanwaltschaft alle Hebel in Bewegung setzt, den oder die wirklichen Mörder des Knaben Hegemann zu eruiren. An Fingerzeigen soll es in Folge der prozessualischen Verhandlung vor dem Schwurgericht nicht fehlen. Hoffen wir, daß es gelingen werde“. Köln, 4. August.(Die versäumte Fahnenwacht.) Einer unserer jüngsten Gesangvereine, der erst kürzlich seine neue prachtvolle Fahne einweihte und mit der ersten Medaille zieren durfte, machte dieser Tage seine sommerliche Rheinfahrt nach Linz. Bei der Abfahrt lagerte dichter Nebel auf dem Flusse, aber bald klärte sich das Wetter auf, und die Sänger wurden ursioel. Ein gutes Mittagsmabl in Linz und die reichliche Anfeuchtung des innern Menschen brachten die gute Stimmung auf den Höhepunkt und rosig sah sich die ganze Welt an, als die Sänger das Schiff schließlich wieder bestiegen und heimwärts dampften. Um 11 Uhr langte man in Köln an und formirte sich zum Zuge.„Wo ist die Fahne?" hieß es,„die Fahne muß vorauf!“ Man wartete und wartete, die Fahne kam nicht. Niemand hatte sie und auf dem ganzen Schiff war sie nicht zu finden. Kein Zweifel, die Fahne war über Bord gestürzt, und in dem allgemeinen Nebel, der ja am späten Abend nach solcher Tour recht begreiflich ist, hatte es Niemand gesehen. Oder hatten die Rheinnixen das theure Pfand zu sich hinab in die Tiefe gezogen? Weg war es, und die Bassisten des Vereins varitten jetzt das beliebte Lied von der Krone, die im tiefen Rhein ruht, mit den Worten: Es liegt eine Fahne im tiefen Rhein! Man sieht: der Nebel hat auf dem Rhein noch immer seine Tücken. Coblenz, 3. August.(Brandstifter verhaftet.) Gestern Nachmittag verbreitete sich hier wie ein Lauffeuer das Gerücht, der so vielfache Brandstifter von LützelCoblenz sei entdeckt und verhaftet worden. Wie die„Covl. Ztg.“ meldet, steht fest, daß ein etwa 22 jähriger Mensch mit verkrüppelten Armen, welcher in einer Holzhandlung in Lützel=Coblenz geschäftigt ist, unter dem Verdacht, der Thäter zu sein, verhaftet wurde. Veranlassung dazu sollen Drobbriefe gegeben haben, deren Schriftzüge als die des Verhafteten erkannt worden seien. Coblenz, 3. August.(Ein Musterexemplar von Gatte.) Gestern wurde der Fabrikarbeiter Jos. M. verhastet, welcher seine Gattin durch zwei Messerstiche in der Bauchgegend lebensgefährlich verletzt hat. X Saarbrücken, 2. August.(Sozialdemokratische Gemüthlichkeit.) Wie es die Herren von der schwieligen Faust und dem hochgradigen Theilungsbedürfniß machen, wenn sie recht gemuthlich sein wollen, konnte man am vergangenen Montag wieder einmal trefflich bemerken. Gegen 4 Uhr Nachmittags zog nämlich eine Rotte jugendlicher Maurer und Bauarbeiter, welche an den Garnisonbauten hier beschäftigt sind, natürlich mit feuerrothen Abzeichen, Bändern, Schleifen 2c. in der kindischsten Weise geschmückt, Lärm und Unfug verübend, durch die Straßen unserer Stadt. In der Küfergasse kam es zum Streit. Polizei und Gendarmerie mußten interveniren, und schließlich wurden zu allgemeiner Befriedigung des ordnungsliebenden Publikums unter großem Menschenauflauf funf der rothen Blaumontagmecher in das Polizeigewahrsam gebracht, wo ihnen bis heute früh Zeit gegeben wurde, darüber nachzudenken, daß die Montagsfeier auch ihre Schattenseiten hat, wenigstens so lange noch nicht der allein beglückende Sozialisten=Zukunftsstaat die Völker beherrscht. Frankfurt a. M., 4. Aug.(Prozeß Jäger). Am 2. Verhandlungstage erstattet Bankdirektor Isaak Lahnsteln sein Gutachten. Derselbe hat im Auftrag des Hauses Rothschild die Bücher geprüft und giebt nun einen Ueberblick über die Art und Weise, wie Jäger seine Fälschungen verschleiert hat. Das eigentliche Kassenbuch wurde nicht von Jäger, sondern von Gerloff geführt. Gerloffs Kasse war richtig, aber in den von Jäger geführten Büchern, dem Aufrahmebuch und dem sog. rothen Buche, finden sich fulsche Einträge, indem das Guthaben bei der Reichsbank oder der Frankfurter Bank zu groß oder der Kassenbestand zu klein angegeben ist. Schonam 1. Juli 1889 findet sich ein Fehlbetrag von 50000 M., indem das Guthaben der Frankfurter Bank um diesen Betrag höher angegeben wurde. Vors: Jäger, haben sie schon 1889 50000 M. aus der Kasse genommen? Jäger: Das kann ebensogut ein Schreibfehler gewesen sein. Dann sind es 86 Schreibfehler, die ich ihm nachgewiesen habe. Menschen heißen das fälschen. Der Fehler von Rothschild war nur, daß er nicht öfter seine Bücher durch Leute, die etwas davon verstehen, revidieren ließ. Man hielt den Jäger für ehrlich, und es soll in 1½ Jahren keine Revision stattgefunden haben. Am 4. Januar 1892 fehlte eine halbe Million. Wie der Fehlbetrag in der Zwischenzeit gestiegen ist, läßt sich nicht mehr feststellen, da die Bücher von 1890 und 1891 verbrannt worden sind. Am 14. März stieg er auf 570000 M. und von da an weiter. Bei der Revision am 3. Januar hatte Jäger 3 0000 M. zu wenig. Dieses Minus addierte er zum Saldo hinzu und die Revisoren haben sich dadurch auf den Leim führen lassen. In solcher Weise auf die Dummheit anderer zu spekulieren, ist ein starkes Stück. Vorsitzenden: Jawohl, es ergab sich dadurch ein Ueberschuß von 100000 Mark und durch einen merkwürdigen Zufall kam am nächsten Tage wirklich ein Additionsfehler von 100000 Mark der diesen ersten Fehler wieder aufhebt. Jäger, sind die Ausführungen des Herrn Sachverständigen richtig? Jäger: Ja. Es folgt darauf die Vernehmung verschiedener Angestellten des Rothschild'schen Bankhauses, die besonders über den Verkehr Jägers mit Hensel aussagen, und zwar in sehr gravirender Weise. Büreauchef Eduard Haberkorn hat mit dem Buchhalter Martin Gmaner die Kassenprüfung bei Jäger am 3. Januar d. J. volgenommen. Auf die Bemerkung d's Vorsitzenden, sie hätten die Unterschleife merken müssen, erwidert der Zeuge: Wenn man einem Beamten gegenübersteht, wie dem Jäger.... Vors.: Wenn man eine Revision vornimmt, so muß sie gründlich gemacht werden, sonst ist sie Firlefanz. Jäger wird nun aufgefordert, nähere Mittheilungen über seine Geschäftsverbindungen mit Hensel zu machen. Anfänglich gab ihm Hensel Checks, dann hörten diese auf, denn Hensel sagte, er müsse sich Luft machen, und stellte nur noch Handscheine aus. Zwischen Wethnachten und Neujahr will Jäger dem Hensel die sämmtlichen Schuldscheine zurückgegeben haben. Die Schuld Hensels betrug damals 410000 Mark. Jäger: Ich sagte mir. die Checks werden doch nicht bezahlt, und, wenn er ehrlich ist, so bezahlt er mir die Summe auch so zurück. Vors.: Freiwillig giebt man doch solche Sachen nicht heraus. Jäger: Ich wollte die Sachen nicht mehr sehen und auch den Hensel nicht hereinbringen. Staatsanw.: Hat Hensel von Wucherern gesprochen? Nennen Sie uns die Namen. Jäger nennt einige derselben. Vors.: Warum ist Hensel zu den Leuten gegangen, die ihn bewucherten, wenn er bei Ihnen immer offene Kasse fand? Jäger: Das weiß ich nicht. Vors.: Warum haben Sie noch vor dem Konsul gesagt, Sie hätten das Geld durch Spekulation verloren? Sie wußten doch: jetzt bin ich ein verlorener Mensch. Warum haben Ste nicht damals schon den Hensel auch ans Messer geliefert? Jäger: Weil ich ihn immer noch schonen wollte. Vors.: Gerloff, wann hat sich Jäger Ihnen anvertraut? Gerloff: Ungefähr 14 Tage vorher. Es machte mir den Eindruck, als wollte sich Jäger einmal aussprechen. Er sagte gleich anfangs, er sei durch Hensel ins Unglück gekommen. Klotz: Mir hat er es am 3. Januar gesagt. Er claubte, die Revision würde nicht glücklich verlaufen und gab dem Hensel die 90000 Mk., damtt der für seine Familie sorge, denn er wollte, wenn hier Unterschlagungen herauskamen, sich in Gegenwart der Revisoren erschießen. Jäger hat überhaupt mir gegenüber niemals die Unnahrheit gesagt. Es kommt nun ein auf dem Schiffe geschriebener Kassiver zur Verlesung, den die Kiotz an Jäger geschrieben:„Bleibe dabei, daß H. Dich hineingelegt.“ Ein zweiter Kassiber, den Jäger an die Klotz hier im Gefängniß unter Wäsche versteckt geschickt hat, enthält nichts besonders Wichtiges. Ein Wort, das nicht zu entziffern ist, klärt die Klotz mit der Wendung auf: „Das bedeutet einen Kuß." Jäger bestreitet, daß er sich mit der Klotz irgendwann verständigt habe, daß sie übereinstimmende Aussagen vor Gericht machen wollten. Interessant war noch die Verhandlung des Zeugen Abraham Strauß, derselbe bekundete zur Charatterisirung des Henselschen Geschäftsgebahrens: Hensel hat die Eier so billig abgegeben, daß ein reelles Geschäft, wenn es mit ihm concurtiren wollte, kaum vorwärts kommen konnte. Man habe allgemein angenommen, daß Hensel Hintermänner mit Geld haben müsse, und er(Zeuge) sei schon vor einigen Jahren einmal zum Baron Rothschild gegangen, um mit ihm wegen der Verbindung Jäger=Hensel zu sprechen, doch habe dieser erklärt, er wisse von nichts. Zeuge verwahrt sich nachdrücklich gegen eine RevorterNottz, als habe er einen anonymen Brief an das Gericht geschrieben, um Hensel zu ruiniren. Auch von einem Briefe der Münchener Firma Geyer u. Co., worin diese ihren Kunden mit intensiver Concurrenz drohten, falls diese noch länger mit Hensel Geschäfte machten, weiß Zeuge nichts.„Die falsche Nachricht von dem anonymen Briefe hat in den Blättern gestanden, kommt denn nun auch die Wahrheit in die Zeitungen, Herr Präsident?" (Große Heiterkeit.) Die Sitzung endet um 3½ Uhr.— Aus der Sitzung am nächsten Tage theilen wir vorläufig mit, daß der Staatsanwalt beantragte: gegen Jäger 10, gegen die Geliebte des Jäger Klotz 4, gegen Jägers bösen Geist Hensel 8 Jahre und gegen die übrigen Angeklagten 6 Monate bis 4 Jahre Gefängniß. Verhandiungen der Strafkammer zu Hagen vom 3. August 1892. 1. Der Heizer I. Cl. Fr. W. aus Holzwickede soll sich wegen Gefährdung eines Eisenbahntransportes verantworten. Derselbe brachte am Abend des 21. Dez. v. I. um 10 Uhr einen Viehzug von Unna nach Hagen. Nachdem ihm seine Wagen von einer Rangirmaschine abgenommen waren, wollte er den Rückweg nach Holzwickede artreten. Er erhielt von dem diensthabenden Stations= assistenten die mündliche Erlaubniß, auf dem Einfahrtsgeleise zurückzufahren bis zur Weiche 54, die ihn in das Ausfahrtsgeleise führe; dort habe er das Ausfahrtssignal abzuwarten. Unglücklicherweise stand nun unweit jener Weiche eine Maschine, die Weiche war noch nicht nach dem Ausfahrtsgeleise umgelegt und Angeklagter, der bereits verschiedene Weichen passirt hatte und in dem Glauben stand, er befinde sich bereits auf dem richtigen Geleise, dampfte auf dem Einfohrtsgeleise weiter und fuhr auf einen von Hengstei kommenden Personenzug. Er gab zwar, nur einige Maschinenlängen entfernt, sofort Contredampf und ließ bremsen, allein einen Zusammenstoß konnte er nicht mehr verhindern. Beide Maschinen wurden nicht unerheblich beschädigt, auch erlitten zwei Passagiere und der Führer des Personenzugs geringe Kontusionen. Der Unfall wird der Unaufmerksamkeit des Angeklagten zur Last gelegt, und zwar soll dieselbe darin liegen, daß er nicht vor der Eckeseyer Brücke hielt und nicht darauf achtete, daß er sich noch im Einfahrtsgeleise befand, was ihm durch das an der Brücke befindliche Ausfahrtssignal über dem nebenliegenden Geleise klar werden mußte. Der Staatsanwalt beantragte, mit Rücksicht darauf, daß Angeklagter bereits einmal wegen ähnlichen Vergehens vorbestraft ist, 1 Monat Gefängniß. Das Gericht erkennt dagegen auf die vom Verth., R.=A. Lenzmann, beantragte Freisprechung, inden angenommen wird, daß Angeklagter zwac gewußt hut, daß er sich noch auf dem unrichtigen Geleise befinde, er aber recht wohl annehmen konnte, daß ihn noch eine andere Weiche auf das richtige Geleise bringen werde. 2. Der qual. Körperverletzung angeklagt sind die Bergleute Gustav und Hr. L. aus Witten. Wie die Beweisaufnahme ergiebt, haben sie sich in Gemeinschaft mit einem in Metz dienenden Soldaten am Abend des ersten Weihnachtstages 1891 an einer in Witten vorgekommenen Rauferei betheiligt. Der Soldat ist wegen seiner Mitthäterschaft bereits vom Kriegsgericht zu 4 Monaten Gesängniß verurtheilt worden. Heute wird der Mitangeklagte Gust. L., dem nachgewiesen wird, duß er einen gewissen P. in jener Rauferei mittelst Messers verletzt hat, zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt, während sein Bruder Heinrich, Mangels zureichenden Schuldbeweises, freigesprochen wird. 3. Der Arbeiter Ph. M. aus Herdecke hat am 22. Mai er. den Graveur E. W. aus Vogelsang mit einem Kugelstock einen so unglücklich geführten Schlaa ins Gesicht beigebracht, daß der Verletzte das Sehvermögen auf dem rechten Auge verloren hat. Die Schuld an dem Unglück trägt zum Theil die anscheinend recht kampflustig gewesene Gesellschaft, zu der der Verletzte gedörte. Angeklagter führte den Schlag aus, weil er sich von einem Messer der geguerischen Partei bedroht sah. Unter Annahme mildernder Umstände, wurde anf 3 Monate Gefängniß dekannt; 2 Monate und 1 Woche Untersuchungshaft kommen davon in Abrechnung. 4. Wegen Diebstahls in 2 Fällen und wegen Verletzung des Briefgeheimnisses steht die Dienstmagd Regine H., früher in Altendagen, jetzt in Annen, unter Anklage. Sie hat im Jahre 1891 zu Altenhagen dem Rentner C. K. 175 Mark und, dessen Sohn Heinr. K., sowie dessen Ehefrau Bekleidungsstücke und andere Gegenstände entwendet und eine Depesche, die nicht für sie bestimmt war, geöffnet. Es macht sich im Laufe der Vernehmung der Angeklagten die Ausschließung der Oeffentlichkeit im Interesse der guten Sitte nöthig. Das Urtheil gegen die Angeklagten lautet auf 4 Monate Gefängniß. 5. Der Bergarbeiter Sebastian B. aus Witten ist der gefährlichen Körperverletzung in 2 Fällen und der Bedrohung angeklagt. Er hat am 11. Mai 1892 zu Witten die Ehefrau P., die in des Angeklagten elterlichen Wohnung kam um wegen einer Schuld zu mahnen, die Treppe hinunter geworfen und mit Fußtritten traktirt, so daß die Frau einige Tage arbeitsunfähig war. Dann hat Angeklagter seinen Vater in Folge von Familienzwistigkeiten mittelst Stocheisens diverse, nicht unerhebliche Verletzungen am Kopfe beigebracht und ihm gedroht, ihn todtschlagen zu wollen. Mit Rücksicht darauf, daß der Vater dem Sohne durch sein Verhalten zu der allerdings rohen That Veranlassung gegeben hat, wird Angeklagter zu einer Gesammtstrafe von 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. 6. Die folgende Sache wider den Spezereihändler A. M. aus Holthausen wegen Wechselfälschung wird behufs weiterer Beweiserhebung vertagt. 7. Wegen eines einfachen und eines schweren Diebstahls wird der Schmiedelehrling C. D. aus Hessel zu 3 Wochen Gefängniß verurtheilt. Er entwendete geständigermaßen im Jahre 1891 seinem Lehrherrn 10 M. und in diesem Jahre dem Schleifer F., indem er durchs Fenster einstieg, 3 M. 8. Eines schweren Diebstohls machte sich der Conditorlehrling Otto B. aus Lüdenscheid dadurch schuldig, daß er seinem Lehrherrn unter Anwendung eines falschen Schlüssels 10 M. aus einem Schranke stahl. Mit dem Gelde bereitete er sich und seinen Freunden einen vergnügten Abend. 9. Auf die Berufung des Zimmerlehrlings Hr. K. aus Iserlohn hin, der vom dort. Schöffengericht wegen Versäumniß der Fortbildungsschule zu 6 M. verurtheilt war, erfolgte Freisprechung, da die Bestrafung überhaupt unstatthaft ist. Unglücksfall. Hamburg, 3. August. Gestern Nachmittag sank auf der Elbe bei Schwarztonnensand eine Dampfbarkasse, welche eine mit Holz und Beton beladene Schute im Schlepptau hatte. Drei Personen ertranken. * Wirbelsturm. Triest, 3. August. Gestern wurde im hiesigen Hafen zwischen dem Molo Guiseppino und dem Leuchtthurm eine Wasserhose wahrgenommen. Ein Omnibus ward von dem Wirbelsturme in die Höhe gehoben und umgeworfen, wobei 7 Insassen Verletzungen davontrugen. Außerdem entgleisten mehrere TramwayWagen und einige Gebäude wurden beschädigt. Während der Dauer des Phaenomens, welches etwa 10 Minuten anhielt, herrschte vollkommene Dunkelheit. * Die Columbusfeier. Die Festlichkeiten zur Begehung des vierhundertjährigen Jubiläums der Entdeckung Amerika's durch den großen Genuesen Christoph Columbus haben nunmehr in aller Form begonnen, nachdem als Einleitung schon die Eröffnung einer Columbus=Ausstellung in Genua vorangegangen war. Am 3. August waren es 400 Jahre, daß Columbus mit drei kleinen Schiffen, die zu erlangen nach unendlicher Mübe ihm gelungen war, den Hafen Palos in Spanien verließ, um Indien zu erreichen. In Palos fand am Mittwoch eine entsprechende großartige Feier unter Theilnahme von Schiffen und Vertretern aller Nationen statt, zu der eine gewaltige Menschenmenge von allen Seiten herbeigeströmt war. Durch Mittel der spanischen Regierung und der Vereinigten Staaten von Nordamerika sind getreue Nachbildungen jener drei Schiffe hergestellt, wit welchen Christoph Columbus am Morgen des 3. Argust 1492 nach Westen in See ging. Unter dem Donner der Geschütze der im Hafen liegenden Kriegsschiffe und unter dem Zujauchzen der versammelten Volksmenge steuerten die Nachbildungen der Columbusschiffe in die See hinaus. Die thatsächliche Ueberfahrt nach Amerika erfolgt erst später und legten deshalb die Fahrzeuge an einem geeigneten Küstenpunkt wieder fest. Der fernere Verlauf des Tages brachte Volksfestlichkeiten und ein Festbankett. Auch in Madrid und in zahlreichen anderen Städten wurde der Tag gefeiert. Schreckliches Eisenbahnunglück. Ein schweres Unglück ereignete sich an der Eisenbahn von Cold Springs in Obio(Nordamerika). Einem Eisenbahnzug war dort ein Unfall zugestoßen und die Trümmer desselben waren in Brand gerathen. Die 200 Personen, welche dem Schauspiel zusahen, ahnten keine Gefahr, als ein Funke in einen Naphtabehälter fiel. In demselben Augenblick entstand eine furchtbare Explosion. Der Behälter zerbaist in tausend Stücke und das brennende Oel spritzte nach allen Richtungen. 4 Personen trugen tödtliche und 16 lebensgefährliche Brandwunden davon. Schiffsunglück. Rotterdam, 4. August. Die Privatyacht„Merkur“ ist bei Vlissingen untergegangen. 17 Personen, darunter 9 Damen, sind ertrunken. Deutsche Militärdienst=Versicherungs=Anstalt in Haunover.— Im Monat Juli waren zu erledigen 1716 Anträge über Mk. 1944000.— Das Vermögen erhöhte sich von Mk. 40996000— auf Mk. 41 867 900 Markt- und Coursberichte. Witten, 4. Aug. Weizen 19.50 Mk., Roggen 13,00 Mrk., Cerste 13.50 Mrk., Hafer, 16,00 Mrk. Kartoffeln neue 7,00 Mk., per 100 Kilo. Butter 1.10 Mk. per ½ Kilc. ## Dortmund, 4. August.(Börsenbericht.) Besuch: stark. Tendenz: niedriger. Umsätze: mäßig. Anhaltend günstiges Ernte=Wetter beeinflußt das Geschäft sehr, neuer Roggen ist schon am Markte, die Stimmung bleibt abwartend. Weizen inländ. 18.50 bis 19,00 M., fremder 18.50 bis 20.50 M., Roggen inländ. 16.00 bis 16.50, M., fremder 20,00 bis 21,50 M., Hafer inländ. 15.25 bis 16,00 M., fremder 16,00 bis 17,00 M., Futtergerste 12,75 bis 13.25 M., Mais 00.00 bis 00.00 M., Weizenvorschuß(Inkl. Sack) 25.50 bis 26,50 M., Roggenvorschuß (inkl. Sack) 25.50 bis 27,00 M., Weizenkleie 9.00 bis 9.50 M., Rüböl(inkl. Faß)—.— bis—.— M. Alles per 100 Kilogr. frachtparität Dortmund, exkl. Sack bei Abnahme von Doppelladungen. * Berlin, 4. Aug.(Fruchthörse.) Weizen Aug. 167,00, Sept.=Okt. 169.25, Okt. Nov. 170.75 Mark. Gekündiat 30000 Ctr. Roggen Aug. 165,00. Sept.=Okt. 162.00, Okt.=Nov. 159,00 Mark. Gekündigt 13000 Ctr. Hafe. Aug. 149.50, Sept. Okt. 148.25 Mark. Gekändigt 0000 Ctr. Mais Aug. 120.50, Sept.=Okt. 121,00 Mark. Rüböl vorr. mit Faß 4880, vorr. ohne Faß 4800, Rüböl Aug 00,00, Sept.=Okt. 48,50 Mark Gek. 000 Ctr. Spiritus 70er vorr. 35,80. Aug.=Sept. 34 40, Sept.=Okt. 34 90, Nov.=Dez. 34 40. April.=Mai 35 30 Mk., 50er vorr. 0000 Mark. Gek. 70er 390000 Ltter. Petroleum vorr. 21,90 Mark. Roggen mebl 0/1 22.00, Aug.=Sept. 22,00 M. Weizenmehl 0 24,25 23.00, 00 27.00=24.50 Mark. * Bremen, 4. August. Petroleum fest vorr. 5.95 Br. * Antwerpen, 4. Aug. Petroleum unv., vorr. 13% Sept. 13 5/8. Sept. Dez. 13¾, Jan.=April 1378 fr. * Glasgow, 4. August. Roheisen. Warrants 418 9d. Briefkasten der Redaktion. Herr G. Br. Wannen. Richtig. Kirchliche Witten: Sonntag morgens 8½ Uhr: Kreisvikar Althüser. 10½ Uhr: Pastor Kellermann(Abendmahlsfeier). Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst. Freitag Abend 8 Uhr: Vorberettung der Helfer und Helferinnen im Küstereisaal, Koll. f. d. Rettungshaus in Schildesche. Samstug Nachmittag 4 Uhr Beichte. Anmeldungen von 2—4 Uhr bei Pastor Leesemann. Annen. Sonntag morgen 10 Uhr: Pastor Brasse. Nachm. 2 Uhrs: Kindergottesdienst, 3 Uhr: Versammlung der konfirmitten Mädchen. Mittwoch Nachmittag 5½ Uhr: Bibelstunde im Pflegehause. Laugendreer. Sonntag morgen 8½ Uhr: Pastor Luther. 10 Uhr: Past. Landgrebe. Kollekte für das Rettungshaus in Schildesche. Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst. Mittwoch Abend 7½ Uhr: Bibelstunde in Langendreerholz, 8½ Uhr bei Past. Landgrebe. Freitag 3 Uhr: Vorber der Helferinnen bei Past. Landgrebe.„„ Herbede. Sonntag 9 Uhr: Pastor Kieneaer. Nacymittags 2 Uhr Kindergottesdienst. Kafec Eoschr in ¼ Pfund=Packeten à 16 Pf. von Mathias Olzem in Bingen a. Rh. Sonntao Altkatholische Gemeinde Witten. mtag 7 Uhr: Gottesdienst in der Evangel. Kirche. Beleuchtungs=Plan pro Monat August 1892. Witten, den 26. Juli 1892. Der Magistrat: Dr. Haarmann. Insekten-Pulver Stärkste Wirkung. F. 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Schon hente hört man die Melodie auftauchen, bald wird der Sturm losbrechen, und soweit die deutsche Zunge klingt, wird gesungen werden:„Möcht's jubelnd in die Welt verkünden!“ Preis für Klavier Mk. 1.50, für Zither M. 1.20, für Orchester Mk. 3.—. Zu beziehen(such gegen Briefmarken) durch die Röder'sche Musikalienhandlung, Dessau. Holst. Holländer, Ctr. 20 M. Holst. Edamer, Ctr. 25 M. ab hier gegen Nachnahme empfiehlt Fr. Bülck, Neumünster i. Holst. Postkolli 3 M. u. 3.50 M. Greßes Nebel.. wird verhütet. Verlange gratis den Spez.=Preis=Courant der GummiManufaktur P. Rümper, Frankfurt a/M., Schnurg. 50. per Ladenlokal gesucht auf der Bahnhofstraße sofort oder später. Offerten unter E 4888 an die Exped. Die abgeschlossene 4 im Hause Sandstraße Nr. 23, bestehend aus 6 Zimmern nebst Kellern, Bleiche 2c. ist zum 1. November im Ganzen oder getheilt zu vermiethen. Näheres Nordstr. 13. Eine Wohnung von 2 Zimmern steht auf 1. Nov. zu vermiethen. Zu erfr. in der Exped. 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Orobe=Nummern gratis und franco bei der Expedition Berlin W, 55.— Wien!, Operng. 5. mit jährlich zwSit graßen ferbigen zücdenbibern. Aller Welt bekReise unseres Ka Wight ausschließlic ausfluges hat, und litischer Hintergedat wittern freilich in baren Muthmaßung nichts lieber thun, liegen und abwarter Reiche heimlich etw. faßlich, daß andere der deutschen Kaiser so weiten Reise, wi der Insel Wight ist haben würden. 1 schwader unter Adn ging, geschah diesi dem Zaren und de entschiedene Demon viranlassen, und der bedingt auf die fra Zum Theil ist dem französischen Admir lungen; er hat es stehend der Marseil zu Ausbrüchen tolle laßt, aber das russi vais doch nicht mit des Zaren versehen, es wird in Paris ige Aktenstück mit Schlau, wie die meinen sie nun, der schlichten Maske ei ischen Segelyacht=R gangen, um die En schenfreundlichen Au was daraus nothwe zunehmen. Daß de wichtig hält, um sic die Franzosen sich lischen Parlamentst mit dem alten Glad oder lang bringen: 80jährige Führer de den unruhigen Irlät damit seltsamerweise und nach ganz von den Franzosen als der heutige Premie „Dienstmann des D Salisbury dem Dre übersteht, während bewiesener kindlicher alle europäischen St oder aber, alle eure England das Genick soll nun das Ziel, chauung, haben, die Zukunft zu Gunsten oundes festzumachen. gegen Frankreich unt Kaiser nach Englan Journale triumphier Wilbelm II. sich bei Niederlage holen we Mitgliede des sog. r zu erhalten, versteige zwar nicht, dazu m länder auch viel zu ab, das genügt ihner England eben so we mit seiner jüngsten strieren will. Als Er zosen, und sahen hin Alten blieb. Jetzt wird Alles beim Alt officielles Mitglied es kann nie dulden, dem Dreibund furcht Wenn in London sein wird, so wird klar sein, wo seine n reich droht im Mitte giebt es keinen Aus und jede Schwäche wird nur die Macht Rivalen stärken. De pohingegen Großbrit Friedensbundes keiner findet, sondern nur vorausgesetzt, daß e iblehnend sich verh meinsam ist der Wun von Handel und We Fraukreich und Rußle Kaiser Wilhelms gege