zum Adler. lug. Rheker.) No. 289. Fernsprech=Nr. 46 für Witten. S 2 Vonnertag, den 10. Dezenber. Fernsprech=Nr. 18 für Hagen 1891. 7. Cyklus Paris. von Morgens 10 Uhr Abends 10 Uhr. 0 Pf., Kinder 15 Pf. Karten 1 Mark an der Kasse zu haben. „Zufriedenheit“. „ Erscheini täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Insertionen werden die 7 gespaltene Petitzeile mit 10 Pf. berechnet. verbunden mit dem für Witten und Amgegend. Abonnementspreis(inel der Gratisbeilage „Märkisches Heim“): 1,80 Mark vierteljährlich, monatlich 60 Pfg be Bestellung durch die Boten Bei Chnahme auf der Bost inel. Bestellgeld 2,20 Ds. ; a m 2 7. D e z e m b e r, 4 Uhr, stattfindenden achtsverloosung sse im Vereinslokale Die rückständigen sind vorher zu entden 7. Dez. 1891. Der Vorstand. Gewinne laverei=Lotterie zahlen it aus. Koetzold& Co. Tafel=Butter, nst, täglich frisch, 9½ Pfund M. 11.—. ochenbezug billiger. ahmkäse, vollfett. sp. Edele, pten, Bayern. innte geg.Nachnahme. hausbesitzer! 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Weizen und Roggen von 5 auf 3,50 M., Hafer von 4 auf 2,80 M., Hülsenfrüchte von 2 auf 1,50 M., Gerste von 2,25 auf 2 M., Mais von 2 auf 1,60 M., Malz von 4 auf 3,60 M., frische Weinbeeren, in Fässern oder Kesselwagen eingestampft von 10 auf 4 M., gewisse Glaswaaren, Bettfedern von 6 auf frei, Holzborke und Gerberlohe von 0,50 uuf frei, gewisse Kategorien Bau= und Nutzholz, Hopfen von 20 auf 14 M. musikalische Instrumente von 30 auf 20 M., feine Lederwaaren von 70 auf 65 M., Zwirnspitzen von 800 auf 600 M., Wein und Most, in Fässern eingehend, von 24 auf 20 M., rother Naturwein und Most zu rothen Wein zum Verschneiden sowie Wein zur Cognac=Bereitung unter Kontrole von 24 auf 10 M., Butter, auch künstliche von 20 auf 16 Mark, Fleisch, von 20 auf 15 und 17 M.,(Wild von 30 auf 20 M., Mühlenfabrikate aus Getreide und Hülsenfrüchten von 10,50 auf 7,30 M., OlivenSpeiseöl von 4 auf 3 M., Packpapier von 4 und 6 auf 3 M., Druck=, Schreib= pp. Papier von 10 auf 6 M., Mühlensteine von 0,25 auf frei, Dachschiefer von 1,50 auf 0,50 M., Marmor= und Alabasterplatten von 3 auf 2,50 M.; Korallen von 600 auf 30 M., Glasflüsse von 60 auf 20 M.; Strohbänder von 18 auf 10 M., Eier von Geflügel von 3 auf 2 M., gewisse einfarbige Thonund Terrakottawaaren von 10 auf 8 M., Bodenund Wandbekleidungsplatten von 16 auf 3 Mark, Porzellan und vorzellanartige Waaren von 14 und 30 auf 10, 20 und 24 M., Pferde bis zu zwei Jahren von 20 auf 10 M., Ochsen von 30 auf 25,50 M., Jungvieh und Schweine von 6 auf 5 M., Wachstuch von 12 auf 10 M. Die Zollbefreiungen und Zollermäßigungen, die österreichisch= ungarischerseits an Deutschland und Italien koncedirt worden sind, betreffen u. A.: getrocknetes Gemüse, lebende Gewächse, Ochsen von 15 auf 12,75 Fl., Jungvieh von 3 auf 2,50 Fl., Pacaffin von 6 auf 5 Fl., Speiseessig in Fässern von 5 auf 4 Fl., Käse von 20 auf 10 Fl., Konserven von 40 auf 35 Fl., Farberden von 1,00 auf 0.50 Fl., ätherische Oele von 25 auf 16 Fl., Farbhölzer Gerbestoffe= und Farbestoff=Extrakte, Theer von 20 Pfennige auf frei, Harz von 50 Pfg. auf frrei, gemeine Baumwollengewebe, baunwollene und wollene Sammete, Band, Posamentir= und Knopfwaaren, seidene und halbseidene Besatzartikel von 500 auf 300 Fl., seldene Knopf= und Posamentirwaaren, halbseidene Sammete von 400 auf 300 Fl., Damenhüte, Damenmäntel, Borsten, Pinsel, Papier und Papierwaaren, Tapeten von 25 auf 18 Fl., Luxuspapeterien 2c. von 30 auf 18 Fl., Waaren aus weichem Kautschuk von 30 auf 25 Fl., Hartgummiwaaren von 50 auf 40 Fl., Lack= Leder, Juchten u. s. w. von 18 auf 9 Fl., feine Lederund Schuhwaaren von 35 auf 32,50 Fl., Hölzerne Spielwaaren von 20 auf 12 Fl., Hohlglas von 2, 4, 8 auf 1,50, 3, 6 Fl., Dachschiefer und anderer Tafelschiefer von 1 auf 0,25 Gld., Mühl= und Lithographiesteine von 0,50 Gld. auf frei, Chamottziegel von 0,50 und 1 Gld. auf 0,25 und 0,75 Gld., Bau=Ornamente, Wand=, Boden=Belagplatten von 3 aus 1,50 und 0.50 Gld., Porzellan von 7 und 15 auf 5 und 10 Gld., gewisse Thonwaren von 15 auf 12 Gld., Roheisen, Eisen und Stahl, alt, gebrochen 2c. von 0,80 auf 0,65 Fl., Luppeneisen, Ingots von 1,60 auf 1,50 Fl., Eisen oder Stahl in Stäben, geschmiedet oder gewalzt von 2,75 und 3,50 anf 2,50 und 3 Fl., Eisenbahnschienen von 2,75 auf 2,50 Fl., Bleche und Platten um 4 bis 33 pCt., verschiedene Drahtsorten um 12 bis 25 pCt., gemeine Eisenguß=, Eisen= und Stohlwaaren um 6 rCt., emaillirtes gußeisernes Kochgeschirr um 24pCt., schmiedeeiserne Röhren von 6,50 auf 6 Fl, Sensen, Sicheln von 6,50 auf 5 Fl., Schwarzblechwaaren um 8 pCt., geschmiedete Kessel von 8,50 auf 7,50 Fl., verkupferte, verzinkte, verzinnte etc. Blechwaaren um 20 pCt., Eisenbahnräder von 6 auf 5,50 Fl., Kleineisenwaaren um 7 bezw. 25 pCt., Kunstgußund Drahtwaaren, polirte und lackirte Kleineisenwaaren um 20 pCt., Messerschmiedewaaren von 50 auf 45 Fl., sonstige verfeinerte Kleineisenwaaren um 40 pCt., Nähnadeln von 100 auf 50 Fl., Zink von 1, 3, 5 auf frei, 1,50, 3 Fl., lackirte Tafeln und Platten aus Kupfer und Messing von 30 auf 20 Fl., Lokomobilen von 8.50 auf 8 Fl., Näh= und Strickmaschinen: bei den Gestellen um 30 pCt., bei den Köpfen um 16 und bei den ganzen Maschinen um 25 pCt., Leugdruck=Roleaux=, Stick=, Kratzensetz=Maschinen von 4,25 auf 3 Fl., Nicht besonders genannte Maschinen und Apparate von 15 und 8.50 auf 12 und 7,50 Fl., Güterwagen von 7 auf 6,50 Fl., Operngläser von 200 auf 125 Fl., Uhr=Fournituren von 50 auf 40 Fl., Klaviere, Pianos etc. von 40 auf 20 Fl., KinderSpielwaaren in Verbindung mit Seidenwaaren, Spitzen etc. von 100 auf 75 Fl., englische Schwefelsäure von 75 auf 50 Fl., Pottasche von 1,50 auf 0,80 Fl., Wasserglas von 1,50 auf 1 Fl., Bleichlaugen, Grünspahn von 3 auf 1,50 Fl., BarytWeitz, Kitte aller Art, kohlensaueres Ammoniak von 3 auf 2 Fl., Aetznatron, Zinkweiß etc. von 4 auf 3 Fl., holzessigsaurer Kalk, Blautlaugensalz, Holzessig, saures Blei, Bleizucker von 6 auf 3, 4, 5 Fl., Leim aller Arten, Gelatine von 6 auf 4 Fl., Chlorzink von 10 auf 2 Fl., Weinsteinsäure, chlorsaures Kali von 10 auf 6 Fl., Theerfarbstoffe und künstlich bereitete organische Farbstoffe von 10 auf 1,50 Fl., Bleie, Roth= und Farbstifte von 24 auf 18 Fl., konzentrirte Essigsäure von 24 auf 20 Fl., Kerzen von 11 auf 9 Fl., Nachtlichte von 25 auf 15 Fl., Zündhölzchen von 7 auf 5 Fl. Die Zugeständnisse, welche Italien an Deutschland und Oesterreich=Ungarn gemacht hat, bewegen sich vorzugsweise auf dem Gebiete der chemischen Groß=Industrie, der Wollen= und Seiden=Industrie und der Eisen=Industrie. Es sind italienischerseits im Zoll unter Anderem ermäßigt worden: Schwefel, Quecksilber von 100 auf 80 Lire, Farbstoffe, Buchdruckerschwärze um 20 pCt., baumwollene Lampendochte von 150 auf 100 Lire, gewisse Pferdehaare und Waaren daraus von 20 auf 17 Lire; wollene Gewebe aus Streichgarn um 7, 8, bezw. 9 pCt., gewisse gedruckte Wollengewebe um 6 bezw. 9 pCt., gewisse wollene Posamentirwaaren um 18pCt., farbiges Papier, Tapeten um 11 pCt., Schuhwerk aus Kautschuk von 200 auf 125 Lire, gewisse Seidenwaaren um 7 bis 35 pCt., genähte Gegenstände aus Seide um 7 pCt., Lampen und Lampentheile von 18 auf 15 Lire, Schmiedeeisen und Stahl in Stäben um 7 bis 8 pEt., Walzdraht um 8 pCt., gewisse schmiedeeiserne Röhren um 7 pCt., gewisse grobe Eisenwaaren um 10 pCt., gewisse Geräthschaften und Werkzeuge aus Eisen und Stahl um 4 pCt., feine Eisenwaaren um 3 pCt., Feilen und Raspeln um 6 bis 7 pCt., Buchdrucker=Lettern von 20 auf 18 Lire, Antimon von 8 auf 6 Lire, Näh= und Stecknadeln von 100 auf 80 Lire, Farb=Erden von 4 auf 3 Lire, Oefen und Oefentheile aus Thon von 3 auf 2,50 Lire, weiße Thonwaaren und weißes Steinzeug von 18 auf 16 Lire, weißes Porzellan von 18 auf 16 Lire, gewisse gemeine Kurzwaaren um 25 pCt., Saitenund Blasinstrumente um 25 pCt., Posamentirwaaren aus Kautschuk und Guttapercha um 8 pCt. 2c. 2c. Von belgischer Zollermäßigung sind zu nennen: Schaafe von 2,50 auf 2 Francs, Bier in Fässern von 6 auf 5 Francs, Wild, getrocknete Pflaumen, gemeines Töpfergeschirr von 0,30 auf 0,15 Frcs. 2c. Im Uebrigen sind die belgischen Tarif=Konzessionen zum größten Theile Bindungen bestehender Zollbefreiungen und Zollfätze. Von dem 300 bis 340 bezw. 80 bis 100 Mill. Mark betragenden jährlichen Gesammtwerth der Ausfuhr Deutschlands nach Oesterreich=Ungarn bezw. nach Italien sind im Ganzen für einen Exportwerth von 63 bezw. 23 Millionen Mark die Zollsätze ermäßigt und für einen Exportwerth von 198 bezw. 60 Millionen Mark die Zölle gebunden worden. Bei den Zollermäßigungen sind die Sätze gegenüber dem z. Z. geltenden Meistbegünstigungs=Tarif durchschnittlich um 25 pCt. herabgesetzt. Sämmtliche dem Reichstage vorgelegte Verträge sollen am 1. Februar k. J. in Kraft treten. * Die sozialdemokratischen Parteiführer verhalten sich gegenüber dem Buchdruckerstreik genau so, wie sie es gegenüber dem letzten Bergarbeiterausstande gethan haben. Sie behaupten, der Streik habe mit der Sozialdemokratie absolut nichts zu thun, sie rathen anfangs von dem Streik ab, ja, sie bezeichnen ihn als eine Dummheit und schließlich erklären sie den Streik für berechtigt und versprechen feierlichst, alles zu thun, um den Sieg herbeiführen zu helfen. Das sind nun doch so gewaltige Widersprüche, daß selbst das Geschick des Abg. Liebknecht im Ableugnen notorischer Thatsachen daran nichts zu ändern vermag. Die sozialdemokratische Parteileitung ist gegenwärtig freilich gegen jeden aussichtslosen Arbeiterausstand; ein solcher kostet unnöthig viel Geld und trübt das herkömmliche Siegesbewußtsein und die Begeisterung der„Genossen“. Kleinere Streiks werden dann einfach ignorirt; wenn aber große Gewerkschaften wie jetzt die Buchdrucker, die stets zu den Streik= und Parteikassen die erheblichsten Beiträge gezahlt haben, streiken, so kann die Perteileitung nicht ohne Weiteres sich ablehnend verhalten; sie muz in den sauren Apfel beißen und zu den Kriegskosten beitragen, trotzdem sie ganz genau weiß, daß der Streik von vornherein als verloren— als Dummheit— zu betrachten war. Außerdem aber ist es ein alter und richtiger Grundsatz der Sozialdemokratie, daß ein jeder, auch ein mißlungener Streik der Umsturzbewegung Vortheil bringt. So spricht sich auch der„Sozialist", das Organ der unabhängigen„Jungen", folgendermaßen aus: „Wir halten gerade die Arbeitseinstellung für eine der besten Waffen des Proletariats, für ein durchaus sozialistisches Kampfmittel; im Streik erblicken wir den eigentlichen Klassenkampf. Darum werden wir die Streiks niemals feige von uns abzuschütteln suchen, sondern im Gegentheil für die Streikbewegung Propaganda machen und jede Arbeitseinstellung gut heißen. Selbst der verlorere Streik ist für die Sache des Proletariats im Allgemeinen von Vorthei". Jedenfalls führt er zu einer Konzentration des Kapitals und zur Verbesserung der technischen Hilfsmittel— ganz abgesehen davon, daß er die revolutionäre Energie der Massen weckt. * Eines der größten Hindernisse für die Verpflegung der Nothleidenden in Rußland bilden die mangelhafte Transportverhältnisse. Die Waggons können auf den Bestitimungsorten nicht geleert werden, weil die Landschaften, die das Getreide in Waggonschüttungen anführen ließen, nicht rechtzeitig für die nöthige Anzahl von Säcken Sorge trugen, um das Getreide in der festgesetzten Frist in Empfang zu nehmer. Dadurch wurden nicht allein viele Waggons dem Verkehr entzogen, sondern auch die Stationen außerordentlich beengt. Auf der Wladikawkaser Bahn liegen z. Z. 13 Millionen Pud Getreidefrachten; jeden Tag kommen noch 400 bis 500 Waggons hinzu, während nur ca. 200 weiter erpedirt werden können, so daß sich die Getreidemassen auf dieser Bahn immer mehr ansammeln. Aus Orenburg wird mitgetheilt, daß von dem dortigen Verpflegungskomitee 3000 Waggons Roggen in den südlichen Gouvernements gekauft sind, daß aber die Zustellung dieses Getreides durch die südlichen Bahnlinier äußerst langsam vor sich geht (3 Waggons täglich.) In einigen Kreisen dieses Gouvernements kostet das Roggenmehl bereits 2 Rubel 50 Kopeken per Pud. In der Stadt Orenburg selbst wächst die Zahl der Armen mit jedem Tage. Das Jeletzer Landschaftsamt und die Duma von Jeletz hatten, um der örtlichen Bevölkerung die Durchfütterung ihres Viehes zu ermöglichen, große Parthieen gepreßten Heus im Rayon der Wladikawkaser Eisenbahn gekauft. Dieses Heu ist schon längst der Station„Mineralnyja Wody" zugeführt worden, aber die Verwaltung derselben hatte es bisher nicht nur nicht zur Weiter beförderung angenommen, sondern nicht einmal zur Aufbewahrung, da alle Lokalitäten der Station mit anderen Frachten überhäuft wären. So verfault nunmehr das Heu rettungslos in der Nähe der Station. Angesichts dieser Uebelstände, wodurch die den nothleidenden Gegenden gespendete Hilfe vielfach illusorisch wird, hat das Eisenbahndepartement des Wegekommunikationsministeriums den Staats= wie den Privat= bahnen eine Reihe fester Regeln zur Beachtung vorgeschlagen, nach welchen die Eisenbahnen eventuell auf Kosten der Landschaften die Ausladung übernehmen sollen. * Die allgemeine wirthschaftliche Krise, welche Europa durchzieht, hat auch Bulgarien nicht verschont. Auch dort sind die Geldverhältnisse nicht die rosigsten und manche dringliche Arbeit muß ruhen, weil es an Geld fehlt. Wie man hört, werden sämmtliche ausländischen bei den Bahnen beschäftigten Arbeiter entlassen, desgleichen soll die Katastralaufnahme von Sofia vorläufig eingestellt werden. So wurden auch die ersten Schritte für den Straßenbau von Burgas— ein Unternehmen, das von größter Wichtigkeit für den Handel Bulgariens ist— mit einer Energie gethan, welche erwarten ließ, daß die Durchführung dieses Projektes auch keine Sekunde verzögert werden solle. Ein österreichischer Ingenieur wurde mit dem Jahresgehalte von 24,000 Frcs. und einer stipulirten Abfertigungssumme von 50,000 Frcs. als Bauleiter engagirt, welcher sich verpflichtete, binnen 5 Jahren die Arbeiten zu vollenden. Der Bauleiter ist nunmehr zur Stelle, aber die Arbeiten können nicht beginnen, da es auch hierfür an Geld fehlt. Deutsches Reich. * Berlin, 8. Dez. Der Kaiser verblieb gestern und heute in Potsdam. Heute Vormittag arbeitete der Monarch längere Zeit mit dem Chef des Militärkabinets und nahm später zahlreiche militärische Meldungen entgegen. — Wie die„A. R.=C.“ erfährt, gedenkt Se. Maj. der Kaiser alljährlich einen Aufenthalt im Jagdhause Rominten und zwar in der Zeit vom 20. September bis 7. Oktober zu nehmen. — Die„Berl. Pol. Nachr.“ schreiben: Die Parteipolitiker und ihre Preßorgan: sind mit ihrem Urtheile über die Handelsvertragsvorlagen bereits fertig. Das iiegt eben in der Natur der Sache; ebenso, daß unsere gewerblichen Kreise es jenen an Schnelligkeit der Urtheilsbildung in diesem Falle nicht nachthun können. Denn letztere haben wichtige Lebensinteressen der einzelnen Betheiligten, ganzer Gruppen, sowie endlich der Gesammtheit unseres nationalen Etwerbslebens zu berücksichtigen und damach ihre Stellungnahme einzurichten. Das ader können wir heute schon versichern, daß die ganze deutsche Industrie voll warmen Dankes und freudiger Genugthuung die Bindung unserer Zolltarife für eine längere Reihe von Jahren begrüßt, weil sie in einer solchen, über einen größeren Zeitraum sich erstreckende Tartfbindung die Grundbedingung einer gedeihlichen Entwickelung des vaterlündischen Gewerbefleißes erkennt. Sind wir auch heute noch nicht in der Lage, über die Stellung der deutschen Industriellen zu den einzelnen Positionen des Zolltarifs Mittheilung machen zu können, so glauben wir doch unserer Ueberzeugung Ausdruck geben zu dürfen. daß dieselben sich an einer Agitation, wie sie hier eingesettet worden ist und welche darauf abzielt, bei den ivergnügten in Oesterreich=Ungarn Stimmen gegen die deutsche Reichsregierung zu sammeln, nicht betheiligen werden. — Die neuen Handelsverträge haben bisher auf die Getreidepreise an der Berliner Börse keinerlei Wirkung ausgeübt, obgleich dieselben bekanntlich die Herabsetzung der Kornzölle zum 1. Februar 1892 in Aussicht nehmen. — Wichtiges Gerichtserkenntniß über Börsengeschäfte. Ein Berliner Bankier wurde mit seiner Klage auf Zahlung von Differenzen in Höhe von 23555 Mk. kürzlich vom dortigen Landgericht abgewiesen. Trotzdem nicht erwiesen war, daß Lieferung und Abnahme ausgeschlossen war, hat doch das Gericht aus den begleitenden Umständen angenommen, daß ein Differenzgeschäft vorlag. Der Bankier ist außerdem verurtheilt worden, das Depot zurückzuerstatten. — Zur Nachricht für beunruhigte Kapitalisten schreibt der preußische Staatsanzeiger:„Durch die Vorjänge der letzten Wochen auf dem Gebiete der Effektenöörse sind gerade die solidesten Kapitalisten beunruhigt worden. Wir halten uns für verpflichtet, darauf aufmerksam zu machen, daß außer der Reichsbank auch die Königl. Preußische Seehandlung, die als Staats=Institut auch dem vorsichtigsten Deponenten genügende Sicherheit bieten wird, Effekten in Verwahrung nimmt, und zwar, wie wir hören, unter billigen Bedingungen.“ — Die Börsenanträge werden, soweit bis jetzt feststeht, erst nach Beendigung der Weihnachtsferien im Reichstage zur Berathung gelangen. — Nach zuverlässigen Erkundigungen des Hamd. Corr. stellt sich das Leiden des Majors v. Wißmann als ein Ausbruch der mancherlei Krankheitskeime dar, die er während seines wiederholten langen Aufenthalts in den Tropen Afrikas bei einer den Körper wenig schonenden Lebensweise in sich aufgenommen hatte. Die Angade, daß es ein Nervenleiden sei, das ihn befallen, ist nach den landläufigen Vorstellungen von einem solchen nicht richtig. Nach ärztlicher Aussage ist vielmehr die Lunge angegriffen und es erscheint fraglich, ob Wißmann nicht für gemessene Zeit auch Deutschland fernbleiben muiß. An eine Rückkehr nach Ostafrika ist vorläufig überhaupt nicht zu denken — Der„Deutsche Kriegerbund" hat entschieden. daß es unstatthaft ist. Leute, welche nicht Soldat waren, zu Ehrenmitgliedern von Kriegervereinen zu ernennen. — Das Reichs=Versicherungsamt hat die Berufsgenossenschaften aufgefordert, über einzelne Theile ihrer Rechnungsergebnisse für das Jahr 1891 Mittheilungen bis zum 10. Januar 1892 zu machen. Diese Mittheilungen sollen die Grundlage für den Bericht des Reichs Versicherungsamtes über die berufsgenossenschaftliche Thätigkeit im laufenden Jahre an den Reichskanzler bilden. —. Dem Vernehmen nach wird in den nächsten Tagen die preußische Verordnung über die Abgabe stark wirkender Arzneimittel veröffentlicht werden. Haunover, 7. Dez. Das Gerücht, wonach der Rücktritt des Generals der Infanterie Bronsart v. Schellendorf vom Kommando des X. Armeekorps nahe bevorstehe, hat hier, so wird den„Hamb. Nachr.“ geschrieben, so an Stärke zugenommen, daß in militärtschen Kreisen kaum noch jemand an der Wahrheit desselben zweifelt. Schon im Sommer wurde hier und da davon gesprochen und die Annahme, daß der General sich ins Privatleden zurückziehen wolle, erhielt dadurch einen gewissen Nachdruck, daß derselbe auch von Hannover fern blieb, als der Kaiser hierher zur Jagd kam und damit, wie sonst, eine Besichtigung der Truppen der hiesigen Garnison verband. Jetzt scheint es festzustehen, daß der General demnächst sein Abschiedsgesuch einreichen wird, aber erfolgt ist der Schritt noch nicht. w Schlettstadt, 8. Dez. Durch ein heute Nacht ausgebrochenes großes Feuer wurden 80 Gebäude eingräschert, Der Statthalter hat sich von Straßburg aus siell#t begeben, Die Feuersbrunft brach gestern Abend 11 Uhr bei heftigem Südweststurm an der Südwestseite der Stadt aus und wurde durch den Sturmwind auch auf den entgegengesetzten Stadttheil hinübergetrieben. Mit Hilfe der von Benfeld, Straßburg und Rappoltsweiler herbeigeeilten Feuerwehr=Mannschaften und Spritzen gelang es, das Feuer heute früh zu bewältigen. Abgebrannt sind mit den dazu gehörigen Nebengebäuden, Stallungen, Schrunen, 31 Wohnhäuser, welche im Ganzen von 87 Familien mit 282 Angehörigen bewohnt waren. Auch der unter dem Namen„Neuenthurm" bekannte alte Wachtthurm ist durch das Feuer zur Hälfte zerstört worden. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beNagen.— Oesterreich-Ungarn. Wien, 8. Dez. Die heutigen Morgenblätter begrüßen den Abschluß der Handelsverträge als den Beginn einer neuen handelspolitischen und wirthschaftlichen Epoche; sie beben in ihrer Besprechung der Verträge namentlich die den wirthschaftlichen Beziehungen durch die zwölfjährige Vertragsdauer verliehene Stabilität hervor und würdigen die Sorgfalt, mit der die gegenseitigen Konzessionen abgewogen worden sind. Das„Fremdenblatt" erblickt in den Verträgen eine wirksame Bekämpfung der durch das scharf ausgebildete Abschließungssustem Frankreichs, Rußlands und Nordamerikas geschaffenen Gefahren. Die„Neue freie Presse“ glaubt, in Folge der Verträge werde Rußland im Interesse seiner Landwirthschaft das Systein des Protektionismus aufgegeben müssen. Die Verträge seien auch eine ernste Warnung an Frank reich trotz der Vortheile des Frankfurter Friedens. Das Blatt spricht ferner seine Freude darüler aus, oaß das Bemßtsein der historischen Gemeinschaft mit Deutschland und Oesterreich=Ungarn auch auf ökonomischem Boden zur Anerkennung gelangt sei. Die Annahme, daß das System der Schunzölle nunmehr beseitigt sei, sedieße allerdirgs über das Sytem hinaus. Die Verträge bedeuteten keinen Sprugg. kine jübe Umkehr, sie wiesen vielmehr einen entichiedenen konservatwen Zug auf, und seien gleichsam die Anwendung des diplomatischen„uti possidentis“ auf die Volkswirthschaft. Der größte Vorthest läge in der gewonnenen zwölfjährigen Stabilitat. Der„Presse" sieht in den Handelsverträgen eine epochemachende Ausgestalrung des auf der denkwürdigen Rohnstocker Zusammenkunft entstandenen Gedankens, in Mitteleurova den wirthschaftlichen Frieden zu begründen. Das Blutt schließt, die Handelsverträge hätten die Krittk der Parlamente nicht zu scheuen. Schweiz. Bern, 8. Dez. Bundespräsident Welti hat gestern Abend seine Demission eingereicht, und beharrt, wie verlautet, allen Vorstellungen gegenüber auf seinem Entschluß Frankreich. Paris, 8. Dez. Deputirtenkammer. Der Deputirte Lafargue beantragte die Amnestirung aller wegen politischer oder Streik=Vergehen Verurtheilten. Die von Lafarque gehaltene sozialistische Rede rief lebhaften Widerspruch hervor. Der Ministerpräsident Freycinet bekämpfte den Antrag, welcher mit 398 gegen 113 Stimmen abgelehnt wurde. Die Kammer setzte sodann die Berathung des Budgets fort. — Die Stadt Genf hat den in Sachen betr. den Nachlaß des Herzogs Karl von Braunschweig angestrengten Prozeß verloren. Der Gerichtshof hat sich dem Ansuchen der Erben der Gräfin Civry entsprechend für kompetent erklärt, die Theilung der Erbschaft abzuwickeln. Die Stadt Genf wurde in die Kosten verurtheilt. Italien. Rom, 7. Dez. Die Kammer der Deputierten nahm das von Curioni beantragte Vertrauensvotum für die Regierung mit 248 gegen 92 Stimmen an. Petersburg, 8. Dez. In kürzester Zeit steht, wie wir mielden können, eine Zusammenberufung sämmtlicher Gouverneure der von der Mißernte betroffenen Gebiete, zur gemeinsamen Berathung nach Petersburg bevor. a Warschau, 7. Dez. Der nunmehr beendete Ausdrusch des Getreides im Weichselgebiet hat zu den betrübendsten Resultaten geführt, der Gehalt der Aehren ist ein außerordentlich geringer gewesen. Die Getreidepreise stehen deshalb auf den örtlichen Märkten sehr hoch: ein Pud Roggenmehl 2 Rubel 10 Kopeken bis 2 Rubel 20 Kopeken; ein Pud Kartoffeln 50—60 Kopeken. Zudem ist nirgends Arbeitsgelegenheit vorhanden; die Manufakturfabriken verringern dort ihre Thätigkeit, viele Branntwein= und Bierbrauereien schlossen wegen Mangel an Getreide gänzlich. Die Gesellschaft zur Förderung von Handel und Industrie will deshalb bei der Regierung um Vergünstigungstarife für den Transport von Getreide und Getreidesurrogaten nach dem Weichselgebiet petitioalren. Herbien. Belgrad, 8. Dez. Zwischen dem Metropoliten Michael und der Regierung ist durch Vermittelung des Regenten Ristitsch wie des Ministerpräsidenten Vaschitsch eine Aussöhnung zu Stande gekommen, welche von der Bevölkerung mit allgemeiner Genugthuung begrüßt wird. Belgrad, 8. Dez. Das„Videlo“ meldet, daß den hauptsächlichsten Einfluß auf die Entsagung des Exkönigs Milan von allen seinen Rechten der Legationsrath Schomoff von der russischen Gesandtschaft hierselbst geübt habe, welcher zu diesem Behufe im Auftrage des russi: schen Kabinetts in Spezialmission in Paris weilte. Bulgarien. Sofia, 8. Dez. Die Sobranze wird dem ehemaligen Fürsten von Bulgarien, Grafen Hartenau, ein Jahresgehalt aussetzen. Die dem Plane günstig gesinnten Deputirten hoffen, daß Graf Hartenau die Schenkung als einen Beweis für die Dankbarkeit Bulgariens annehmen werde. Die Höhe des Betrages ist noch nicht festgesetzt. Türkei. Alle türkischen Kaimakams längs der montene grinischen Grenze werden abgesetzt werden. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Pforte dieselben durch Militärs mit Militär= und Civilgewalt zu ersetzen. Amerika. * New=York. 8. Dez. Dem„New York Herald" wird aus Santago gemeldei, es gingen dort Gerüchte um von einer Verschwörung gegen die Regierung. Das Militär sei in den Kasernen konsignirt; die Artilleristen der Kriegsmarine in den Forts von Valparaiso seien durch Mutrosen der Flotte ersetzt worden. Die im Gefängniß befindlichen Soldaten, welche für Balmaceda gekampft hätten, seien, um jeden Verkeyr derselben zu verhindern, in Einzelhaft gesetzt worden. Aus den Artillertekasernen von Santiago soll eine große Anzahl von Revolvern auf bisher unermittelte Weise verschwunden sein. und Pheinland. a# Witten, 9. Dez.(Jugendschriften.) Von dem Vorstande des„Lehrervereins für Witten und Umgegend“ geht uns Folgendes zu:„Das Weihnachtsfest, das Fest der Liebe, des Friedens und der Freude ist vor der Thür; frohe Erwartung erfüllt die Herzen der Erwachsenen und der Kinder. Welches Kind wünschte sich zu Weihnachten neben anderen Dingen nicht auch ein gutes Buch, das den Verstand bereichert, das Herz veredelt und den Willen kräftigt? Und wo sind die Eltern, die dem Kinde diesen berechtigten Wunsch versagen möchten? Werden die Eltern und Angehörigen aber immer die Schriften wählen, welche gerade für das entsprechende Kindesalter geeignet sind, den jugendlichen Geist recht fördern und das zarte Gemüth veredeln? Wir müssen gestehen, daß bei der Unzahl der alten und neuen Jugendschriften die Auswahl schwer ist und hier und du wohl mehr der glänzende Einband den Ausschlag giebt. Und doch birgt der Inhalt allein den Werth des Buches. Ungeeignete Bücher fügen der Seele des Kindes nicht selten schweren Schaden zu. Um die deutsche Jugend vor letzterem zu bewahren, haben unter der Leitung des Lehrers Ziegler zu Berlin sich in Berlin, Bielefeld, Coburg, Gotha, Königsberg und Zerbst Jugendschriften= Vereinigungen, bestehend aus Mitgliedern der dortigen Lehrervereine, zusammengethan, in Gemeinschaft die neu erschienenen Jugendschriften sorgsam und gewissenhaft auf ihren Inhalt geprüft und die für gut befundenen zu einem Verzeichniß zusammengestellt. Es soll ein Führer durch die Jugendliteratur und den Eltern ein Rathgeber sein, der ihnen die Auswahl einer geeigneten Jugendschrift für ihre Kinder erleichtert und ihnen die Gewißheit giebt, ein Buch gewählt zu haben, das dem kindlichen Gemüth Nutzen und Freude bringt. Wir bemerken noch, duß das Jugendschriften=Verzeichniß, welches im Laufe der nächsten Jahre noch bedeutend vergrößert werden wird, jetzt in der Stärke von ¾4 Bogen, also in 12 Oktavseiten erscheint und in den hiesigen Buchhandlungen ausliegt. Was die Anordnung anbetrifft, so enthält es in geordneter Reihenfolge Verzeichnisse von Leseund Spielbüchern, 1. für das erste Kindesalter und die Hand der Mutter; 2. für Kinder von 7 bis 10 Jahren; 3. für Kinder von 10 bis 12 Jahren. und zwar: a) für Knaben und Mädchen, b) bloß für Knaben, c) bloß für Mädchen; 4. ebenso für Kinder von 12 bis 14 Jahren; 5. ebenso für die reifere Jugend; 6. Sammlungen und Spielbücher für Kinder von 9 bis 14 Jahren und endlich 7. für den Familientisch. Außerdem giebt die obengenannte Jugendschriften=Vereinigung in diesen Tagen eine Beurtheilung der neu erschienenen und in dem Verzeichniß aufgeführten Jugendschriften heraus. O Witten, 7. Dezbr.(In der Monatsversammlung unseres evang. Arbeitervereins) am Sonntag Abend, wurden 5 neue Mitglieder aufgenommen. Nach dem Gesang:„Vater. kröne Du mit Segen 2c.“ hielt Herr Kreisvikar Althüser einen mit sichtlichen Interesse entgegengenommenen Vortrag über den Segen der kaiserlichen Botschaft vom 17. November 1881. Diese Botschaft sei der Geburtstag der heutigen sozial=politischen Gesetzgebung, welche das Wohl und Wehe des Arbeiters in den Vordergrund aller Verhandlungen gerückt hale. Es sei ein großes Werk, das Kaiser Wilhelm I. mit dieser Botschaft begonnen hat, von nicht minder großer Wichtigkeit wie seine kriegerischen Thaten. In der Fürsorge für den Arbeiterstand sei er so weit gegangen, wie kein König und kein Staat vor ihm. Der Vortragende stellte diese Botschaft, vie doch auch ein Programm sei, in Gegensatz zu dem sozialdemokratischen Programm von Ferd. Lasalle und kommt zu dem Schlusse, daß letzteres kalt erscheine, während aus der Botschaft des Kaisers ein Herz voll Liebe spreche. Redner berührt das Jahr 1878, wo der Kaiser nach Genesung von den Wunden des zweiten Attentats zu seinem Hofprediger gesagt habe, äußerlich sei er zwar geheilt, aber im Herzen heile er nie wieder. Daß aber dieser Schmerz bald vernarbt sei, das bezeugten seine letzten Aufzeichnungen aus dem Jahre des Mordversuchs sowie der Erlaß der Botschaft. Uebergehend zu dem eigentlichen Segen der Botschaft, theilte Redner denselben in einen direkten und in einen moralischen. Der direkte Segen ji daß infolge der Botschaft alle diejenigen Gesetze erlassen seien, welche den Arbeiter sicher stellten gegen Krankheiten. Unfälle, vorzeitige Arbeitsunfähigkeit und liersschwäche; außerdem auch das Gesetz der Einigungsümter und der Schiedsgerichte u. s. w. Der Segen dieser Gesetze liegen offen zu Tage, aber nicht minder groß sei der moralische Segen. Der gesetzliche Zwang, in den Zeiten der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit wöchentlich einen kleinen Beitrag zur Kranken=, Unfall= und Altersversicherungskasse zu zahlen, erziehe zum Lebensernste; auch brächten diese Beiträge dem Einzelnen seine Pflichten gegen die Gesammtheit nahe und stärkten den Geist der Gemeinschaft und der Opferwilligkeit. Schließlich aber weckten diese Gesetze auch noch die Liebe zum Vaterland, an das der Arbeiter jetzt durch feste Bande geknüpft sei. Kaiser Wiihelm II. habe wiederholentlich bewiesen, daß er auch entschlossen sei, die von seinem Großvater betretenen Wege weiter zu wandeln, insbesondere habe er sich die von jenem erlassene Botschaft ihrem vollen Umfunge nach angeeignet. Der Vortrag klang aus in ein„Hoch“ auf Kaiser Wilhelm II., das jubelnden Beifall fand. Dem Danke des Vorsitzenden für diesen Vortrag schloß sich die Versammlung durch Erheben von den Sitzen an. Dann machte der Vorsitzende noch bekannt, daß am zweiten Festtage die Weihnachtsfeier stattfinden würde. In derselben wurde ein Vortrag über die Bedeutung des Christbaumes gehalten und gemeinsame Festlieder mit Festchören der Gesangabtheilung abwechseln, auch vielleicht ein Festspiel aufgeführt werden. Wie im Vorjahre, so sollen auch diesmal die Kinder der im Laufe des Jahres verstorbenen Mitglieder, sofern sie dessen bedürftig sind, mit Weihnachtsgeschenken bedacht werden. 8 Witten, 9. Dezember.(Bildungsverein.) Heute Abend spricht Herr Lehrer Bethge 2, welchem wir schon in früheren Jahren im Bildungsverein manchen Vortrag verdanken, über„Soldatenhandel im vorigen Jahrhundert". Auch die Damen sind freundlichst eingeladen. X Hagen, 8. Dez.(Lebensrettung.) Heute Nachmittag kurz nach 4 Uhr spielte sich ein aufregender Vorgang an der in der Wiederherstellung begriffenen Eisenbahn=Ruhrbrücke bei Hohensyburg ab. Infolge des ruipide steigenden Wassers, welches für morgen Hochwasser befürchten ließ, mußte ein über die Ruhr gebauter Laufsteg in höchster Eile abgebrochen werden. Bei dieser Arbeit, welche zur Hälfte schon ausgeführt war, glitt in der Mitte des Flusses ein Arbeiter aus und fiel kopfüber in's Wasser. Trotz der reißenden Strömung hatte derselbe die Geistesgegenwart, sich an einem Brette fest= und über Wasser zu halten. Sofort stürzten etwa 40 Arbeiter an dem linken Flußufer entlang nach. Da dieselben aber erst einen größeren Umweg zurückzulegen hatten, so dauerte es einige Minuten, bis daß sie den abwärts treibenden Mann wieder zu Gesicht bekamen. Unterdessen waren die Wellen dem des Schwimmens unkundigen Manne mehreremal über den Kopf geschlagen und wurde seine Lage immer schrecklicher. Den ersten Vorgang hatte der mit der Wiederherstellung der Ruhrbrücke betraute Regierungs Baumeister Breuer, welcher oben auf der Brücke stand, bemerkt und war gleichfalls nachgeeilt. Plötzlich verließen dem immer weiter treibenden Arbeiter, der, wie er später selbst aussagte, mehrmals Wasser geschnappt hatte, seine Kräfte und er rief mehreremale:„Ich kann nicht mehr!“ In diesem Augenblicke der höchsten Noth warf der Baumeister Breuer Hut und Paletot ab und stürzte sich zum Entsetzen aller Anwesenden in die reißenden Fluthen, ungeachtet der großen Lebensgefahr, in die er sich begab. Durch die Kleider beschwert, kam derselbe Anfangs nur langsam vorwärts, dann aber ging es besser und in wenigen Minuten war er soweit, daß der an dem Brette angeklammerte Arbeiter auf ihn zutrieb. Die Gefahr erkennend, daß, wenn der Arbeiter ihn erfaßte, er mit verloren sein müßte, ließ er den Arbeiter an sich vorbeitreiben und faßte das Brett an dem oberen flußaufwärts befindlichen Ende. Mit der linken Hand das Brett festhaltend, machte er mit der rechten Hand beständig Schwimmbewegungen nach dem rechten Ufer zu. Wegen der starken Strömung dauerte es immerhin noch lange, bis es dem Baumeister trotz der äußersten Anstrengungen endlich gelang, in die Nähe des rechten Ufers zu kommen. Hier angelangt, kam keuchend ein Arbeiter mit einem Strick auf dem rechten Ufer nachgeeilt und warf ihn dem kühnen Schwimmer zu, wodurch eine schnellere Erreichung des Ufers erzielt wurde und ein Rettungswerk war vollbracht, wie es wohl selten gefährlicher und aufregender vorkommen kann. Alles dankte dem Schwimmer, und Unternehmer und Arbeiter fühlten sich glücklich, unter einem Bauweister zu stehen, der sein Leben für sie in die Schanzen schlägt. Bochum, 7. Dez.(Die Schienen.) Das HeroldBureau bringt nachstehendes Telegramm:„Petersburg, 7. Dez. Auf Anordnung des Ministers der öffentlichen W Wegebauten macht das Eisenbahn=Departement bekannt, daß die bei russischen Bahmen zur Verwendung gekommenen Bochumer Schienen sich durchaus bewährt bätten.“ (Bekanntlich spielten in den wider den„Bochumer Verein“ ausgestreuten Verleumdungen auch die Schienenlieferungen nach Rußland eine Rolle.) Bochum, 8. Dez.(Pfui Teuse!!) Die„Dortm Ztg.“ schreibt:„Bekanntlich liegt Herr Baare an einer Lungen= und Rippenfell=Entzünd ung sehr schwer darnieder, eine Krankheit, die bei dem hohen Alter und dem KörperZustande des Erkrankten zu den größten Bedenken Anlaß giebt. Wie groß aber der Haß des Herrn Fusaigel gegen Herrn Baare ist, beweist der Umstand, daß die„Westf. Volks.=Ztg.“ sich nicht entblödet, zu sagen, der Herr wolle offenbar nur ein milderes Klima aufsuchen. Sie schreibt: „Wir glauben, offen gestanden, an diese Krankheit nicht. Wir haben im Gegentheil bestimmt. Anhaltspunkte dafür, daß Herr Baare ins Ausland will und geneigt ist, es sich ein schönes Stück Geld kosten zu lassen, wenn man ihn fortläßt. Herr Baare ist so reich, daß er im schlimmsten Falle einige hunderttausend Mark im Stiche lassen kann, ohne daß er nur eine Havanna weniger zu rauchen braucht.“— Da kann man denn doch wirklich von der ganzen Sache denken, wie man will und doch für diese Gemeinheit der Gesinnung nur das Wort haben:„pfui Teufel!" Schalke, 8. Dezember.(Schlimme Zeiten.) Auf dem hiesigen Grillo Funkeschen Walzwerke macht sich die schlimme Zeit, welche die Eisenindustrie durchzumachen hat, ebenfalls geltend. Ein Schmelzofen ist ausgelöscht und soll nicht wieder angesteckt werden. Dadurch wird eine bedeutende Anzahl Arbeiter überflüssig, welche bereits ihre Kündigung erhalten haben. Für zahlreiche Familie giebt das recht traurige Weihnachten, da es an sonstigen Arbeitsgelegenheiten hier sehr fehlt. Menden, 8. Dez.(Hönnethalbahn=Projekt.) Unter dem Vorsitz des Herrn Landraths Freusberg(Arnsberg) tagte vorgestern Nachmittag eine zahlreich besuchte Versammlung der Interessenten des Hönnethal=Projekts. Der Vorsitzende theilte das Ergebniß der jüngsten ComiteSitzung mit, welche am 12 April d. J. im benachbarten Sanssouci stattgefunden hatte. Tamals seien die Grunderwerbskosten auf die Kreise Arnsberg, Iserlohn und Altena vertheilt worden; der Kreis Arnsberg habe 12•0,000 Mark, der Kreis Iserlohn 70,000 M. und der Kreis Altena 50,000 M. beizutrogen. Der Kreis Arnsberg hat bis jetzt 60,000 M. gezeichnet, so daß noch 70,000 Mark aufzubringen sind. Nach den Mittheilungen des Ehrenamtmanns v. Dücker hat das Amt Menden bis jetzt 12.500 M. aufgebracht. Die Stadt Menden hat in der vorgestrigen Stadtverordnetensitzung 10,000 M. bewilligt. Neuenrade hat 30,000 M. gezeichnet. Die Hönnethalbahn wird nach den Erklärungen des Herrn Ministers dann gebaut, wenn die Grunderwerbskosten vollständig gedeckt sind. Aus dem Siegerlande, 7. Dez.(Influenza und die Diphtheritis) grassiren stack in Siegen; erstere tritt gutartig auf, letztere hat unter den Kindern bereits mehrere Opfer gefordert. — Die Kindesmörderin Ehefrau Frisch aus Weidenau wird nun doch einer Irrenanstalt zur Beobachtung auf den Geisteszustand überwiesen werden; die Mutter des Weibes ist, wie festgestellt, nicht ganz zurechnungsfähig gewesen und es ist Vererbung nicht ausgeschlossen. * Soest, 6. Dez.(Turnlehrerversammlung.) Gestern war hierselbst der Vorstand des westfälischen Turnlehrer=Vereins vecsammelt, um zunächst Bestimmung über den Ort des nächstjährigen Turnlehrertages zu treffen. Es waren bei Gelegenheit der Hauptversammlung zu Coesfeld die Städte Altena, Lüdenscheld, Siegen und Hilchenbach vorgeschlagen worden. Der Vorstand, dem die Wahl des Versammlungsortes überlassen war, entschied sich für Hilchenbach und wird also die 15. Hauptversammlung des westfälischen Turnlehrer=Vereins nach Pfingsten kommenden Jahres zu Hilchenbach stattfinden. Wegen der Ordnung desselben wird der Vorsitzende des Vereins, Herr Seminarlehrer Kramer, weiter mit dem Seminar=Turnlehrer Herrn Broschinski verhandeln.— Die Fassung des Jahresberichtes haben die Vor tandsmitglieder Kramer, Schäfer und Strathmann übernommen. — Alsdann gelangte ein Schreiben des Herrn Oberpräsidenten Studt zur Mittheilung, wonach der Herr Oberpräsident aus einer ihm vom Vorstande des Vereins westfälischer Turnlehrer überreichten Denkschrift, das Schulturnen in Westfalen betreffend, mit Interesse Kenntniß davon genommen hat, daß der Verein die Förderung des wichtigen Unterrichtszweiges des Turnens in den Schulen in der Provinz Westfalen seine umfassende Thätigkeit widmet. Als Zeichen seiner Anerkennung der Wirksamkeit des Vereins hat der Herr Oberpräsident ferner zur Deckung der in diesem Geschäftsjahre dem Verein für Drucksachen u. s. w. erwachsenen Generalunkosten die Summe von 100 Mark an den Vorstand gewiesen. Irene. 20] Roman von Hedwig Erlin. — Nacdruck verboten. Irene empfand nach Margot's Entfernung zuerst nichts als Zorn, maßlose Empörung; ihr ganzer Stolz bäumte sich auf. „Hans“, rief sie außer sich,„sie wird nichts verschweigen, laß uns ihr zuvorkommen, laß uns zu Deinem Vater gehen, wir wollen ihm alles sagen, alles gestehen, und er wird nichts gegen unsere Liebe und gegen unsere Verlobung einzuwenden haben.“ „Verlobung!—“ Hans lachte kurz und grell auf. Dann sagte er wieder im alten zärtlich tändelnden Tone: „Sorge Dich nicht, Herzchen, ich werde schon alles mit dem Vater besprechen und abmachen.“ Doch Irene war bei dem Lachen des jungen Seltburg unwillkürlich zusammen gefahren. Sie erbleichte und wie ein kalter Reif legte es sich um ihr glühendes Herz, so daß sie zusammenschauerte. Sie sprach fast kein Wort mehr, als sie mit Hans zusammen die Treppe hinunterging, auch kein Geschenk von ihm nahm sie mit sich hinab. In ihrem eigenen Zimmer angekommen, löste sich endlich der beängstigende Bann, der sie umstrikte, und laut aufschluchzend sank sie nieder, barg den Kopf in die weichen Polster des Sophas und weinte bitterlich, herzzerbrechend. In den Frühling ihres jungen Lebens waren Schneeflocken gefallen. Hans dagegen war die dumme Geschichte, wie er sich ausdrückte, mehr unangenehm, ols, schmerzlich. Es wäre so schön gewesen, daß süße Kind noch länger in seinem glücklichen Wahn zu lassen. Fast überkam es ihn wie Mitleid, wenn er sich sagte, daß es nun die Wahrheit erfahren müsse. Doch— pah, Irene war jung. Aber Weiberherzen sind ja alle gleich. Thauperlen, die in allen Farben aufleuchten, wenn die Sonne sie bescheint, und die erfrieren, wenn ein kalter Windhauch sie berührt. Kaum befand sich Hans eine halbe Stunde in seinem Zimmer, als der Vater sagen ließ, er möchte sofort zu ihm herunter in das Arbeitszimmer kommen. „Na, dacht' ich mir's doch“, meinte Haus darauf näselnd,„jetzt krieg' ich meine Moralpauke.“ Die Hände in den Taschen, eine Cigarrette rauchend, schickte er sich endlich an, dem Befehle seines Vaters Folge zu leisten. Lächelnd trat er in dessen Zimmer. „Nun, Papa, Du wünschest mich zu sprechen—“ Des ulten Seltburg's Züge verfinsterten sich, als er des Sohnes ansichtig wurde. Er bedeutete ihm, Platz zu nehmen. Hans rückte sich einen Lehnstuhl möglichst bequem, dabei meinte er: „Nanu, so feierlich? Um was handelt sich's denn eigentlich, hm?“ Seltburg warf die Feder, die er eben spielend zwischen den Fingern herumgedreht, ärgerlich auf den Schreibtisch; dann sagte er erregt: „Ich sollte doch wohl denken, Du wüßtest, warum es sich handelt und Du schämtest Dich, mich in dieser Weise an Dein Unrecht zu erinnern!“ „Aber Papa!“ „Schweig', höre mich an. Wie verhält es sich mit dem, was mir Margot soeben berichtete; beruht es auf Wahrheit, daß Du in meinem Hause mit einer Dame, die unter meinem Schutze steht, ein Verhältniß angefangen hast, daß Du sie in einem geheimen Zimmer des Hauses beschenkt hast, mit ihr zusammen Weihnochten feiertest?“ Hans dreht gleichmüthig seinen Schnurrbart, dann antwortete er endlich: „Du lieber Gott, ja, es ist wahr; das Mädel ist aber auch zu bezaubernd hübsch und übrigens ganz vernarrt in mich und was ist denn dabet; wir waren ehen wie alle jungen Leute, lieber ein wenig allein, als immer im Banne spähender Blicke.“ Der alte Seltburg zitterte vor Aufregung, aber er bemeisterte sich und fragte anscheinend ruhig: „Gut also, wenn Ihr Euch denn liebt warum gestandest Du mir das nicht gleich, ich würde zu Deiner Verbindung mit Irene von Halden nichts einzuwenden haben.“ Hans erschrak sichtlich, verlegen erhob er sich: „Aber Papa, so ernst war es wicklich noch gar nicht gemeint; wir sprachen übrigens nie vom Heirathen, und dann—“ „Nun und dann?“ Seltburg war ebenfalls aufgestanden und trat drohend vor seinen Sohn. „Gott, Papa, wie Du Dich ereiferst! Wenn auch Irene ganz hübsch ist, so ist sie doch immerhin keine Parthie für mich.“ „Keinen Pfennig Geld besitzt sie und nicht einmal ihre Herkunft weiß man. Auch wollte ich Dich eigentlich schon in diesen Tagen um die Hand Mia Holm's, des reichen Fabrikbesitzers Tochter bitten.“ „So, auch das noch Du Ehrvergessner!“ fuhr der alte Seltburg auf, und seine Adern schwollen auf der Stirn an, während seine Augen im Zorn aufflammten. „Also nur das Geld willst Du heirathen, dem Gelde willst Du Deinen Namen, Deine Freiheit, Deinen Stolz zu Füßen legen und ein liebes, vertrauendes Kind, das nichts hat auf der Welt, als eben seine Freiheit, seinen Stolz. seinen unbescholtenen Namen, dem nimmst Du auch das noch! Nur weil Irene von Halden arm ist, meinst Du, sie hätte weniger Anspruch auf Deine Achtung, als irgend ein anderes welbliches Wesen, das nur den Vorzug voraus hat, ohne Verschulden reich zu sein, und nicht genug damit, daß Du Irene von Halden, nur weil sie arm ist, die schuldige Ehrerbietung versagst, nein, auch noch ihre Rube, ihre Fröhlichkeit nimmst Du ihr, stiehlst ihr die Brosamen des Glücks, die ihr die Göttin so spärlich zuwarf,— pfut, ich beklage es, Dich Sohn nennen zu müssen!" „Vater!" brauste Hans bleich vor Zorn auf, doch dann verfiel er wieder in sein gewohntes Phlegma. „Wie tragisch Du alles nimmst, Du weißt ja gar nicht, ob sich Irene wirklich so viel aus mir macht.“ Der alte Seltburg war aufgeregt im Zimmer auf und ab gegangen, dann blieb er nachdenkend am Schreibtisch stehen, endlich sagte er ruhiger: „Ich bin zu erregt, es ist wahr, aber komm, setze Dich zu mir, ich will Dir erklären, warum ich es bin und Dir sagen, wer Irene von Halden ist.“ Hans stutzte, er nahm an der Seite des Vaters wieder Platz. Der alte Seltburg holte erst tief Athem, dann begann er:„Ich will es kurz machen. Du sagtest neulich einmal, als Du zufällig das Bild meiner Schwester Maria erblicktest, es hätte Aehnlichkeit mit Irene. Nun so wisse denn, Irene von Halden ist ihr Kind.“ „Aber Du sagtest doch, Papa, Deine Schwester sei spurlos verschwunden.—“ „Bitte, höre mich weiter an. Es ist wahr. Wir erfubren viele, lange Jahre nach Maria's Flucht nichts wieder von ihr, so daß wir sie bereits als todt betrauerten, da plötzlich, es mochten ungefähr 6 Monate vor Irenen's Ankunft bei uns sein, erhalte ich einen versiegelten Brief, dessen Schrift mir unbekannt war.“ Ich erbreche ihn. Das Schreiben kommt vom Freiherrn Wolfram von Halden, der mir mittheilte, daß er es war, der Maria ihrer Heimath entführte. Einige Zeit hätte er mit ihr heimlich in Holland gelebt, weil er, aus Furcht vor Enterbung seinem alten, kränklichen Vater Maria als rechtmäßige Gattin nicht vorstellen konnte, da derselbe ohnehin mit einem Fuße im Grabe stand. Nach des Vaters Tode aber war es seine feste Absicht und sein heiliger Ernst, Maria als sein über alles geliebtes Weib und als alleinige Herrin auf Schloß Halden zu führen. Aber das Schicksal hatte es anders beschlossen. Noch bei Lebzeiten des alten von Halden starb Maria plötzlich und hinterließ ihr Kind Irene dem Vater. Kurz hinterher segnete auch der alte Freiherr das Zeitliche: Nun stand Wolfram frei und ohne Zwang da, als letzter Sproß der Halden, einsam, trauernd um sein geliebtes. Weib, zog er auf seinem Schlosse ein. Er adoptirte Irene, da sie ja doch nicht nach Recht und Vorschrift den Namen von Halden trug, und sorgte für sie, wie esnur ein Vater für sein Kind thun kann. So wurde das Mädchen 18 Jahre alt, als der Freiherr sein Ende nahen fühlte. Da schrieb er mir, den letzten Wunsch Maria's erfüllend, und bat mich um Verzeihung für Alles, was er unserer Familie mit der Entführung Maria's angethan hatte und flehte mich an, mich nach seinem Tode seines armen Kindes anzunehmen. Ich achtete in seiner Bitte den Wunsch meiner Lieblingsschwester und beschloß nach D.— zu reisen, um den Freiherrn selbst und Irene kennen zu lernen. Doch leider kam ich zu spät er war bereits dehingegangen. Nur Irene fand ich und in ihr das Ebenbild meiner Schwester, ihrer Mutter. wieder. (Fortsetzung folgt.) Schließlich m# Berliner Lehr in Kassel auf Antrag, einen durch ihren 2 selbe die Zust nehmer, daß nahme zu sich Paderbor Dem„Hann. kanntlich bewi forderlichen Militär=Uebm Westfalen, der heutigen Anfor Feuerwaffen Garnisonen d lichen Westfal 11. Armeecor allen Waffeng getheilt werd Fuße des Ter Ortschaften L haus gefunden nunmehr sow Platzes im n dürfte. Von hindurch Tau Grade auf? 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So wurde das iherr sein Ende nahen tzten Wunsch Maria's sung für Alles, was frung Maria's angeh nach seinem Tode Ich achtete in seiner igsschwester und ben Freiherrn selbst und der kam ich zu spät r Irene fand ich und vester, ihrer Mutter. t.) Schließlich wurde eine Zuschrift der„Turnvereinigung Berliner Lehrer" verlesen. Letztere hatte bereits 1890 in Kassel auf der Versammlung deutscher Turnlehrer den Antrag, einen Deutschen Turnlehrer=Verein zu gründen, durch ihren Vertreter vertheidigen lassen, und fand derselbe die Zustimmung einer so großen Zahl der Theilnehmer, daß nur drei Stimmen fehlten, um die Annahme zu sichern.#. Irm: Frti##hla Paderborn, 8. 2ez.(ürmee=Ezerzierprup., Dem„Hann. Courier" wird von hier geschrieben: Bekanntlich bewilligte der Reichstag im März d. J. die erforderlichen Mittel für Erwerbung eines größeren Militär=Uebungsplatzes im östlichen Theile der Provinz Westfalen, der durch seine bedeutende Ausdehnung den heutigen Anforderungen mit Rücksicht auf die weittragenden Feuerwaffen entspricht. Derselbe ist bestimmt, von den Garnisonen des 7. Armeecorps, soweit dieselben im östlichen Westfalen liegen, sowie von Theilen des 10. und 11. Armeecorps benutzt zu werden, und zwar von allen allen Waffengattungen. Wie nun aus bester Quelle mitzetheilt werden kann, ist ein solcher Uebungsplatz am Fuße des Teutoburger Waldes, und zwar zwischen den Ortschaften Lippspringe, Hövelhof, Schlangen und Neuhaus gefunden, und sind die erforderlichen Landankäufe nunmehr soweit bewerkstelligt, daß der Benutzung des Platzes im nächsten Frühjahre entgegengesehen werden dürfte. Von da ab werden dann fust das ganze Jahr hindurch Tausende von Truppen aller Waffen und aller Grade auf diesem Waffenplatze sich tummeln und mit Tausenden von Pferden daselbst im Lager zubringen. Außerdem werden zahlreiche höhere Offiziere zu Inspektionszwecken und viele andere Offiziere von Nah und Fern hierher kommen, um ihre Kentnisse zu bereichern. Es wird sich somit auch rund um das eine Quadratmeile große, prächtig gelegene friedliche Schlachtfeld ein lebhaftes Treiben entwickeln, zu welchem auch die Besucher des herrlichen Teutoburger Waldes ihr zahlreiches Contingent stellen werden. Es kann also nicht ausbleiben, daß diese von dem großen Verkehre bisher fast ganz ausgeschlossene Gegend großen Vortheil aus den bevorstehenden Veränderungen ziehen wird. Selbstverständlich wird derselben auch eine bessere Bahnverbindung zu Theil. Es liegt nämlich bereits seit zwei Jahren ein preußisch=lippischer Staatsvertrag vor, welcher die Verlängerung der Eisenbahn Herford=Detmold über Detmold hinaus und den Anschluß derselben an die Westfälische Eisenbahn zum Gegenstand hat. Daß die Ausführung dieses Vertrages noch immer angestanden hat, erklärt man sich im Publikum damit, daß es sich jetzt mit Rücksicht auf die Einrichtung des Uebungsplatzes darum handelt, die gedachte Bahnverlängerung den Uebungsplatz bei Lippspringe berühren und ihren Anschluß an die Westfälische Bahn bei Paderborn finden zu lassen. Im militärischen Interesse wäre dies jedenfalls gelegen. Wie dem aber auch sein möge, jedenfalls wird der Verkehr einen großen Aufschwung nehmen und der materiellen Entwickelung des Teutoburger Waldgebietes einen kräftigen Anstoß geben. * Elberfeld, 7. Dez.(Sozialdemokrat— ein Schimpfwort,) so wenigstens entschied die hiesige Strafkammer heute in folgendem Falle. In dem Niederwermelskirchner Kriegervereine befanden sich vor Kurzem noch mehrere Mitglieder, welche der sozialdemokratischen Richtung angehörten, die jedoch nach Bekanntwerden des Kaiserllchen Erlasses ausgestoßen wurden. Unter diesen befand sich ein Bandwirker Karl Kreuder. Als unn eines Tages 2 Mitglieder des Vereins einen in dessen Lokal zum Beitritt aufforderten, mengte sich Kreuder in das Gespräch und schrie, zu den beiden ehemaligen Kollegen cewandt: der Verein zähle nur lauter Sozialdemokraten zu seinen Mitgliedern, es sei ein Saufverein. Die Mitglieder des genannten Vereins stellten gegen Kreuder Strafantrag wegen öffentlicher Beleidigung und die Staatsanwaltschaft erhob auch Anklage. Wie sich nun in der gerichtlichen Verhandlung herausstellte, war Kreuder mit seiner Behauptung im Irrthum. Der Gerichtshof erkannte darauf, daß der Vorwurf, der Sozialdenokratie anzugehören besonders einem Kriegervereine gegenüber zweifellos eine Beleidigung involvire und belegte den Angeklagten mit einer Geldbuße von 60 M. event. 12 Tage Gefängniß. Elberfeld, 7. Dezember.(Auch eine Belohnung.) Vor einigen Abenden gingen zu später Stunden in der verlängerten Schuchardstraße die beiden Pferde eines Weinhändlers aus der Wupperstraße durch und rannten über den alten Markt nach der Unterdörnerstraße. Hier warf sich ihnen der zufällig des Weges kommende Kutscher H. P. entgegen. Er brachte die Thiere glücklich zum Stehen und fuhrte dieselben seinem Eigenthümer zu. Seine muthige That wurde durch ein— Fünfzigpfennigstück belobnt.„„. E amient. Elberfeld, 8. Bez.(Trichinen.) in amerikanischem Schweinefleisch, welches im städtischen Schlachthause gestern Nachmittag zur Untersuchung gelangte, wurden Trichinen gefunden. Die Untersuchung muß demnach in Amerika sehr mangelhaft ausgeführt worden sein. Elberfeld, 8. Dez.(Selbstmord.) Gestern Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr stürzte sich von der Brücke an der Bembergsstraße ein Mädchen in die Wupper. Die Lebensmüde, welche von dem Flusse fortgetrieben wurde, fand den gesuchten Tod. Am Busch'schen Wehr wurde die Leiche gelandet; man schaffte sie zum städtischen Krankenhause. Wer die Unglückliche war, konnte noch nicht festgestellt werden. Düsseldorf, 8. Dez.(Auf höheren Befehl) sind seit voriger Woche überaus scharfe Bestimmungen zum Betreten der hiesigen Casernements erlassen worden, welche man auf das Eindringen socialdemokratischer Elemente in die Caserne zurückfuhrt. Jeder, der die Caserne betreten will, muß eine Hauptwache passiren, wo er in ein Buch Namen und Stand eintragen muß, dem der Wachthabende Zeit und Zweck des Besuches der Caserne hinzufügt. Die Caserne darf nur durch die Hauptwache nach Meldung beim Wachthabenden, welcher die Zeit Austritts feststellt, wieder verlassen werden. * Saarbrücken, 2. Dez.(Unglück mit Schußwaffen.) Der 18jährige Peter Schmitt und ein 20jährige Wilh. Seibel übten sich am Dienstag mit Scheibenschießen. Als ein Schuß versagte, wollte Schmitt nach der Ursache forschen und stellte sich unvorsichtiger Weise vor den Lauf des Gewehres. In diesem Augenblick entlud sich dieses und die Kugel drang dem jungen Mann in die Lunge. Wahrscheinlich wird Schmitt seinen Leichtsinn mit dem Leben büßen. Seibel wurde ins Gefängnis abgeführt. Nachrichten. Ueber die„Ticks" der Kaiser und Könige, während sie sprechen, giebt der„Pariser Figaro“ folgende Bemerkungen: Kaiser Wilhelm zieht energisch an seinen Schnurrbart; König Humbert streichelt ihn zärtlich; Kaiser Franz Joseph hebt mit der Hand seine Koteletten; der Czar fährt sich mit der Hand über die Mitte des Kopfes; der Prinz von Wales blinzelt mit dem linken Auge; Prinz Edward, sein Sohn, legt von Zeit zu Zeit den Finger an das Kinn; der Khedive rückt das linke Bein hin und her; die Erzherzogin Maria Theresia kann nicht sprechen, ohne an eine kleine Warze zu ziehen, die sie an der linken Saldte hat. Raubmord. Großes Aufsehen erregt in Paris ein Raubmord, der Freitag am hellen Nachmittag in einem stark bevölkerten Hause am Boulevard du Temple begangen wurde. Ein junger Mann trat bei einer alten Baronin Dellart ein, schnitt ihr nach heftigem Ringen mit einem Küchenmesser den Hals ab und versetzte auch der hinzugekommenen Dienstmagd der Ermordeten einen lebensgefährlichen Schnitt in den Hals; da der Magd noch Kraft zu Hülferufen blieb, entfernte er sich inmitten des Zusammenlaufs der Nachbarn ruhig und unverfolgt. Die schwerste Frau Europas. In Traubering bei Feldafing in Bayern ist die 41 Jahre alte Frau Pröbstl, die schwerste Frau Europas, gestorben. Sie wog im Frühjahr 1890 bereits 4 Centner und 30 Pfund, vor ihrem nunmehr erfolgten Tode wog sie 500 Pfund. Das Interessanteste bei dieser ganz anßerocdentlichen Körperfulle war aber, daß der Kopf, die Hände und die Füße ganz normal waren. Große Schwierigkeiten gab es bei der Beerdigung dieser Frau. Vom ersten Stockwerke mußte man Bretter legen und den Sarg so die Treppe hinabgleiten, ferner mittelst Rollen durch den Hausgang befördern lassen. Die Verstorbene, eine hochgeachtete Frau, war bis kurze Zeit vor ihrem Ableben wohlauf. * Hunderte von Wölfen. Chikago, 22. Novor. Nach einem prächtigen Herbst, wie er unsere Weltausstellungsstadt fast alle Jahre beschert ist, hutten wir in den letzten Tagen hier eine strenge Kälte, die erst heute einem Schneefall bei wärmerer Temperatur gewichen ist. Aus dem ganzen Nordwesten kommen Nachrichten von plötzlichen Einbrechen schwerer Winterkälte, die in Dakota großen Schaden angerichtet, da das Getreide noch vielfach ungedroschen auf dem Felde liegt und Arbeitskräfte auch für den Lohn von 4 Dollars täglich nicht aufzutreiben sind. Ganz greulich hat sich der Winter in der schön gelegenen, blühenden Stadt Minneapolis eingeführt. Aus dem höheren Norden und den Sümpfen durch die Kälte vertrieben, sind in den Auen der Umgebung Hunderte von Wölfen erschienen. Ein Rudel derselben hat gestern in der nächsten Nähe der Stadt hart neben der von Hunderten von Arbeitern wimmelnden Schlachthöfen 3 Kinder zerrissen, die im Gehölz Nüsse suchten. Man fand nur noch die zerfleischten Körperchen. 300 Bewaffnete haben sich aufgemacht, um auf die Bestien ein Treiben zu veranstalten. Landwirthschaftliches. Das königliche Proviantamt in Wesel zahlt gegenwärtig für den Centner Hafer 8.20—8,40 M. Heu, 3.20—3.40 M., Roggenrichtstroh(möglichst Flegeldrusch) 2,50 M. frei bis ans Magazin in Wesel, wenn die Naturalien von magazinmäßiger Beschaffenheit sind. Eingesandt.“) An die verehrliche Redaction des Wittener Tageblattes Witten. In der Montagsausgabe las ich unter der Ueberschiift „Die Predigten des Kaiser" die Bemerkung, es sei eine widerliche Schweichelei seitens des Herausgebers jener Predigten, des Feldprobstes Richter, wenn er dem betr. Büchlein die Aufschrift giebt:„Die Stimme des Herrn auf den Wassern". Der Schreiber jener Notiz stellt diese widerliche Schmeichelei in Parallele mit der lästerlichen Aeußerung des kathol Bischofs Egon v. Fürstenberg, welcher Ludwig XIV. beim Eintritt in das Straßburger Münster mit den Worten empfing:„Herr, nun lässest Du Deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben Deinen Heiland gesehen. Abgesehen davon, *) Nachstehendes Eingesandt bezieht sich auf einen Artikel im Wittener Tageblatt Nr. 280. Die Aufnahme dieses Eingesandts verweigerte die Redaction des W. T. ohne Angabe von Gründen. daß ich der Meinung bin, hier könne sich nur der Ausdruck„Heiland“ auf Ludwig XIV. beziehen, kann ich mich der Ansicht des Schreibers jener Notiz nicht anschließen, der Feldpcobst Richter wolle unter dem Ausdruck„Herr" Se. Majestät den Kaiser verstanden wissen. Für den unbefangenen Leser jener Aufschrift und für jeden Kenner der heiligen Schrift ergiebt sich meiner Ansicht nach eine sehr einfache Deutung für zene Aufschrift: „Das Wort Gottes auf den Wassern.“ Offenbar ist jener Buchtitel dem 29. Psalm Vers 3 entnommen, wo es wortgetreu übersetzt lautet: Die Stimme des Herrn erschallt über den Wassern, Der Gott der Herrlichkeit donnert: Jehova über großen Wassern. Die Stimme des Herrn ist hier der Donner, durch welchen sich Gott in der Natur bezeugt. Aber ist nicht für die Seele das Wort Gottes(„die Stimme des Herrn) der Donner, welcher die Schlafenden aus ihrem Schlummer aufschreckt und die Wachenden erbeben lätzt, der tiefer und nachhaltiger erschüttert als der Donner der Natur?„Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn kein zweischneidig Schwert und durchdringet bis daß es scheide Seele und Geist, auch Mark und Bein und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.“(Ebr. 4,12.) Wer auch immer das Wort Gottes verkünden möge, wo es auch erschalle unter dem Beistande des Geistes Gottes, da hat es jene wirksamen und gewaltigen Eigenschaften. Wenn also jeder Prediger bei seiner Verkündigung das Recht hat zu sagen: Die Stimme des Herrn ist es, die zu euch redet,„heute, so ihr hören werdet des Herrn Stimme, so verstocket eure Herzen nicht"(Hebr. 3.7), sofern er damit sagen will, das Wort Gottes werde rein und lauter verkündet, sosern er wohl weiß, daß nicht er selbst der Herr sei, aber ein Organ des Herrn; sollte es da nicht gestattet sein, jener Sammlung von Predigten, die Se. Majestät als Priester des Herrn bei Schiffsgottesdiensten gehalten hat, den Titel zu geben:„Die Stimme des Herrn auf den Wassern", d. h.„das Wort Gottes auf den Wassern verkündet"? Die für jeden Geistlichen verietzende Unterstelleing, als würde mit der Person des Kaisers ein götzendienerischer Lultus getrieben, kann doch wirklich nicht dadurch gerechtfertigt erscheinen, daß vor 210 Jahren einmal ein kathol. Bischof einen schändlichen Mißbrauch mit Gottes Wort getrieben hat! Unsere Geistlichkeit geht gewiß in treuer Verehrung und aufrichtiger Liebe fur den König allem Volke mit gutem Beispiel voran, aber jenen Vorwurf wird kein Prediger verdienen, selbst wenn er der höchste Armeegeistliche ist, daß er es allem Volke in der Uebertretung des ersten Gehotes zuvorthäte. Patrioten vom Scheitel bis zur Sohle sind wir gewiß alle. aber frei von aller Vergötterung des Trägers unserer Königskrone. Es kann ferner wohl keinem Deutschen der Gedanke kommen, daß unser König sich in der Rolle eines sich selbst vergötternden Caligula gefiele!— L. Di. M. Markt- und Coursberichte. Berlin, 8. Dez., 2½ Uhr Nachm. Fruchtbörse. Weizen Dez. 227.25, Dez. Jan. 227,00, April=Mai 225,50, Mai=Juni 000,00 Mark. Gek. 4000 Ctr. Reggen Dez. 240.75. Dez.=Jan. 239.50, April=Mai 234,25, Mai=Juni 000,00 Mark Gek. 5000 Ctr. Hafer Dez 165.75, Dez.= Jan. 16575 April=Mai 170.75 Mark. Gek 1000 Ctr. Rüböl vorräthig mit Faß 61.70, ohne Faß 60,89, Dez. 61.50, April=Mai 60,60 Mark. Gek. 000 Ctr. Spiritus 70er vorr. 52,20, Dez.=Jan. 52.20, April=Mai 51,90, MaiJuni 52.70, Juni=Juli 53,90 Mk. 50er vorr. 71,70 Mk. Gek. 30000 Liter Petroleun vorr. 00,00 Mk Roggen mehl 0!1 Dez. 32.75 Dez.=Jan 32.70 Mark. Glasgow. 8. Dez. Roheisen. Warrants 478 30 Ver. GardeLandwehr= u. KriegerVerein, Witten. Todes=Anzeige. Heute starb unser langjähr. Mitglied der Kamerad Friedrich Reinbach. Derselbe machte den Feldzug von 1870/71 mit. Sein Andenken bleibt bei uns in Ehren. Witten, den 7. Dezember 1891. Der Vorstand. Zur Beerdigung des verstorbenen Kameraden tritt das Bataillon am Mittwoch den 9. Dezdr. Nachm. 2 Uhr an. Der Bataillons=Commandeur. Der beste Kammerjäger ist Sommer's Autom. Falle f. Ratten, Hans= u. Feldmäuse fangen ohne Aufsicht fortwährend. Erfolg garantirt. 50,000 Stück im Gebrauch. Pr. Rattenfalle 150 Pf., Mäusef. 75 Pf. incl. Packung, Anweisung u. Witterung. Extra Schachteln ders. 5 Pf. Vers. geg. Voreins. oder Nachn. Raubthierfallenfabrik Sommer, Gera R. Häcksel=Maschinen Mr. 36, Rübenschneider Mr. 30, Kartoffelquetschen Mr. 7, Wannemühlen Mr. 48, sowie sämmtl. landw. Maschinen. G. Reincke, Dortmund, Rhstr. 225. Illustrirte Preisliste sende gratis und franko. Stadtverordneten=Versammlung. Oeffentliche Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag, den 10. Dez., Nachm. 5 Uhr, im Rathhaussaale. Tages=Ordnung: 1. Bewilligung der Kosten zur Herstellung eines Wasserrohr=Anschlusses in der Kirchhofstraße. Ref. Reichpietsch. 2. Definitive Anstellung des Standesbeamten. Ref. Graefe. 3. Anstellung zweier Büreaugehülfen. Ref. Derselbe. 4. Anstellung des Fr. Wilh. Grütter als Polizei=Sergeant. Ref. Marx. 5. Anstellung des Franz Schaefers als Wiegemeister. Ref. Derselbe. 6. Anstellung eines wissenschaftlichen Hülfslehrers am Realgymnasium. Ref. Brinkmann. 7. Bewilligung der Kosten zur Einrichtung von Gasbeleuchtung im Directorial=Zimmer des Realgymnasiums. Ref. Derselbe. 8. Bewilligung der Kosten zur Anschaffung zweier Oefen im Realgymnasium. Ref. Derselbe. 9. Definitive Anstellung des Realgymnasiallehrers Bruno. Ref. Derselbe. 10. Errichtung zwei neuer Lehrerstellen an der evang. Volksschule. Ref. Albert. 11. Bewilligung von Umzugskosten für eine Lehrerin an der evang. Volksschule. Ref. Derselbe. 12. Dito für einen Lehrer an der kath. Volksschule. Ref. Derselbe. 13. Mittheilung des Berichts über die Feier des 90= jährigen Geburtstages des Generalfeldmarschalls Graf von Moltke. Ref. Carl Lohmann. 14. Festsetzung des Zinsfußes bei der Sparkasse für das Jahr 1892. Ref. Spennemann. 15. Anderweite Festsetzung des Straßen= und Baufluchtlinienplans der Crengeldanzstraße und Beschlußfassung über Ausführung desselben im Jahre 1893/94. Ref. Klutmann. 16. Prüfung und Entlastung der Jahres= Ref rechnung der Sparkasse pro 1890.: Rech, 17. Dito des Realgymnasiums pro 1889/90.“ 18. Dito des Schlachthauses pro 1889/90. Der Stadtverordneten=Vorsitzende: Erdmann. Chrestbäums sect, Kiste 440 Stück Mk. 2.80, Nachnahme, bei 3 Kisten 1 Präsent. C. Posehl, Dresden N. 12. Veranntmacht Am Donnerstag, den 10. Dezember, Morg. 9½ Uhr anfangend, gelangen wegen Geschäfts=Aufgabe in dem Lohkamp'schen Ladenlokal, Bahnhofstraße 37, zu Witten meistbietend gegen Baarzahlung zum Verkauf: Wollwaaren, bestehend aus: Unterröcken, Hosen, Jacken, Unterhemden, Socken 2c., Weißwaaren, als: Kragen, Manschetten, Faltenhemden, Herren=, Damenund Kinder=Hemden; ferner Stickereien 2c. u. Küster, Gerichtsvollzieher. G Die neuesten Muster in 52 a Gold= und Silberwaaren, g massiv goldenen Tranringen,(gesetzlich gestempelt)# schon von 4 Mk. an und höher bei O B. Bansberg, Witten, □# Bahnhofstraße 43.∆ Bekanntmachung der Wiltener Pfanbleih=Anstalt von Bekanntmachung. Die Besitzer von Ziehhunden werden in Gemäßheit des § 2 der Ober=Präsidial=Polizei=Verordnung vom 27. April 1889 hiermit aufgefordert, im Laufe dieses Monats unter Vorführung des angeschirrten Hundes nebst Wagen die Verlängerung der Erlaubnißscheine bei der unterzeichneten PolizeiBehörde, Büreau 2, nachzusuchen. Die Benutzung eines Ziehhundes ohne polizeiliche Erlaubniß wird mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark und im Unvermögensfalle mit einer entsprechenden Haftstrafe bestraft. Witten, den 3. Dezember 1891. Die Polizei=Verwaltung. Dr. Haarmann. Sisenduhn= Führptane zu 20 und 40 Pf. B. Koetzold& Co., Witten. Wwe. Joh. Wilh. Wold um Der Verkauf der in den Monaten September und Oktober 1890 unter Nr. 44076—47096 versetzten und noch nicht eingelösten Pfänder findet am Donnerstag, den 10. Dezember, Morgens 9½ Uhr anfangend, im Hemsoth'schen Saale statt. Die Pfänder bestehen aus: goldenen und silbernen Herren= und Tamen=Uhren, Gold= und Silbersachen, Leinewand, Betten, Kleidungsstücken, Regulateuren, Wand= und Weckuhren, Harmonikas, Bügeleisen, Nähmaschinen, Möbeln, 1 Korb mit Schreibmaterialien, 2 Pianinos und 3 hochfeine Geigen. Die beim Verkauf etwa erzielten Ueberschüsse können die betr. Verpfänder gegen Rückgabe des Pfandscheines binnen vierzehn Tagen in meinem Geschäftslokale und darnach bei der hiesigen Stadtkasse erheben, nach Jahresfrist verfallen dieselben der Armenkasse. MUtUTT! Automatischer Thürschließber mit patent. pneumalischen Schlagdampfer. Höchste Vervollkommnung. Neueste Erfindung. 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