ertücher in Stscholden, Läselle, CSSS zum Adler. ug. Rheker.) 6. Cyklus ud Constantinopel. von Morgens 10 Uhr lbends 10 Uhr. Pf., Kinder 15 Pf. karten 1 Mark in der Kasse zu haben. scher Verein. Witten. den 7. Dezember, ends 8¼ Uhr, lokale, Johannisstraße inn(früher Arens), einsabend. Mittheilung. echsel. enes. Der Vorstand. rgesangverein. ohsinn“ Köhrchen. ig, den 6. Dez.: emüthliche mmenrunst, die Mitglieder freundiden. ifang 6 Uhr. Der Vorstand. emaligen lnesotbaten ten und Umgegend einer Besprechung indung eines Marineinntag, den 6. d., z§ 4 Uhr, in die on Sethe, Poststr. ngeladen. lengesuche und ggebate zeile 10 Pfg.— erbreitung in den ) E x e m p l a r e n. siesiges kaufmännisches ed ein hrling schulkenntnissen gesucht. die Exped. d. Ztg. entliches Femdochen e auf sofort gesucht. Auestraße 7. Verlag von ld& Co. in Witten. u H. Risel& Co. in Hagen. iter Verantwortlichkeit betzold in Witten. No. 286.: Fernsprech=Nr 46 für Witten. Erscheini täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Insertionen werden die 7 gespaltene Petitzeile mit 10 Pf. berechnet. Witten, Sonntag, den 6. Dezember. Fernsprech=Nr. 18 für Hagen.#. 1891. verbunden mit dem 2 Abonnewentspreis(inci der Grafi „Wärkisches Heim": 1,80 Mark mowatlich 60 Pfg de Bestellung durch die Be= Thnahi#e auf der Vost inci. Bestellgeld 2.20 Mer für Witten und Amgegend. Der„Zirkel.“ ** Der Reichskanzler hat in seiner letzten großen Etatsrede durch eine„Zirkelallegorie“ der thatsächlich bestehenden Verschiebung der russischen Truppen nach der Grenze hinsichtlich ihrer beunruhigenden Tendenz, jeden inneren Halt benommen; doch dürfte sich derjenige Militäroptimist, der es etwa wagen sollte, jenseits der preußisch=russischen Grenzpfähle, den Zirkel in Polen, bekanntlich einer der städtereichsten, bevölkertsten Gegenden Rußlands, im reichskanzlerischen Sinne zu handhaben, gar bald davon überzeugen, daß zwischen russisch„Posen“ und russisch„Coblenz“ manch verstecktes Heerlager, mancher Beweis dafür existirt, daß es gegenwärtig in Russisch=Polen ein Leichtes ist, Legionen aus dem Boden zu stampfen. Die verschiedentlich angegebene Truppenverschiebung besteht, was ihre Höhe anbetrifft, aber sie besteht nicht insofern, als wir aus ihrer Existenz die Möglichkeit einer Sturm= und Sintfluth von Kosacken zu bekämpfen haben. Dagegen sind wir geschützt, denn an unserer Ostgrenze steht die Wacht an der Weichsel, die jedenfalls in Rußland derart imponirt hat, daß man dort erkennt, wie gewagt ein überstürztes kriegerisches Abenteuer gegenwärtig für Rußland ist. Das beunruhigt uns nicht mehr, denn wir wissen ganz genau, mit welchen„Zirkeln" Rußland zu rechnen hat, ehe es wagen kann, einen „kleinen Krieg" anzufangen. Da sind vor allen die„Börsenzirkel", welche hier in Frage kommen. Sind diese einmal für Rußland gestimmt, dann dürfte der Zirkel, welcher die Entfernung zwischen Posen und Coblenz mißt, kaum die russische Regierung vor einem überraschenden Einfall in die Grenzen seiner Nachbarn abhalten. Es ist überhaupt die Frage, ob die pekuniären Mißerfolge der russischen Regierung in Paris dieselbe nicht zu einem Gewaltstück verleiten könnte. In der Noth frißt selbst Herr von Wyschnegradsky Fliegen. Gerade der Umstand, daß Rußland wieder in Deutschland Anleihen anbringen will, beweist, daß in Paris die Tage von Kronstadt mehr im kriegerischen als im friedlichen Sinne gedeutet wurden. Die französischen Chauvins unterstützen keine russische Anleihe die im friedlichen Sinne aufgelegt wird, aber sie werden eine Kriegsanleihe jeder Zeit an den Mann bringen. Unter diesen Umständen haben wir kein Interesse an den russischen Geldmanipulationen; im Gegentheil, wir möchten beinahe behaupten, daß jeder deutsche Pfennig, der jetzt noch nach Rußlaud wandert, nur im landesverrätherischen Sinne gegeben werden kann, denn trotz der„Zirkelentfernung“ in dem russisch=polnischen Gebiete wissen wir, daß Rußland nicht der schönen Augen der Polinnen wegen seine besten Truppen an die Grenze wirft. Rußland rüstet, und so barbarisch sieht es in Polen nicht aus, daß nicht im Hanbumdrehen Demjenigen, der mit Zirkel und Optimismus kommt, der Beweis„vom Gegentheil“ geliefert wird. Der Optimismus, welcher etwa den Beweis führen würde, daß die russische Grenze nur bewacht sei, der dürfte bald seiner Weisheit Ende finden, denn ist es gefährlich, dem Pessimismus zu huldigen, so ist es nicht minder gefahrdrohend, aller guten Dinge drei sein zu lassen. Auch in dieser Beziehung ist es gut, den Zirkel zu benützen; die Quadratur des Optimismus ist in der Praxis ziemlich unzeitgemäß, zumal der Grund der russischen Rüstungen noch nicht genügend erklärt ist. Die Ursache der fortwährenden Beunruhigung der Bevölkerung, der Geschäftsflauheit und vieler anderer Dinge mehr ist doch zum Wesentlichen durch diese andauernden bedrohlichen Rüstungen beding:; wie die Ursache, so die Wirkung! Den Zeitungsschreibern aber schädlichen Pessimismus vorwerfen, daß sie warnen und abrathen, dem Sirenensang des russischen Anleiheschwindels ein willig Ohr zu leihen, geht zu weit. Es mag Menschen geben, die ein Pferd nicht von einem Maulesel unterscheiden können, aber es wird wohl keinen Politiker unter der Sonne geben, der die russischen Rüstungen im friedlichen Sinne beurtheilen könnte. Auszirkeln läßt sich viel,„aber so etwas doch nicht,“ singt Oberst Ollendorf im„Bettelstudent". Und deshalb thun wir gut, scharfe Wacht an der Weichsel zu halten und den russischen Pumpversuchen gegenüber einen Zirkel der Abwehr zu bilden. der Ermittelung der Versicherten, ihrer Beschäftigungszeit und Lohnböhe. Abg. Molkenbuhr(Soz.) bekämpft diese Bestimmungen ihrer Allgemeinheit wegen, namentlich seien die freien Hülfskassen ja gar nicht in der Lage, die gewünschte Auskunft zu ertheilen. Abg. Buhl(natlib.) beantragt, die Verpflichtung zur Auskunftsertheilung den Kassen auch gegenüber den Gemeinden= und Armenverbänden aufzuerlegen. Der Antrag Buhl wird ohne weitere Debatte angenommen und mit denselben§ 76a.§ 76b legt den Kassen die weitere Verpflichtung auf, den Berufsgenossenschaften die Erkrankungsfälle, welche durch einen zu entschädigenden Unfall herbeigeführt sind und nach Ablauf von 4 Wochen noch nicht zur Erledigung gekommen sind, binnen einer Woche nach dieser Frist zur Anzeige zu bringen. Die Unterlassung der Anzeige zieht eine Strafe bis zu 20 Mark nach sich. Abg. v. Strombeck(Ctr.) beantragt zu letzterer Bestimmung den Zusatz, daß die Strafe nur dann verwirkt sein soll, wenn den Anzeigepflichtigen die Thatsache, über welche sie den Bericht unterließen, bekannt war. Dieser Antrag wird abgelehnt, nachdem der Geh. Rath Woedtke denselben für zu weitgehend erklätt hatte.§ 76b wird unverändert angenommen: ebenso wurden die§§ c, d,e, debattelos und unverändert genehmigt. Der§ 82 bestimmt, daß Arbeitgeber, welche ihren Arbeitern vorsätzlich höhere, als die gesetzlichen Beiträge bei der Lohnzahlung in Anrechnung bringen, wenn nicht eine härtere gesetzliche Strafe verwirkt ist, mit Geldbuße bis zu 300 Mark bestraft werden. Arbeitgeber, welche die in Abzug gebrachten Lohnabzüge nicht abliefern, sollen mit Gefängniß bis zu einem Jahre bestraft werden. Abg. Gröber(Ctr.) hat einen Antrag gestellt, welcher die Nichtablieferung mit Gefängniß und Geldbuße bis zu 3000 Mark. sowie mit Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte bestraft wissen will. Abg. Frhr. v. Münch(Demokrot) hat einen ähnlichen Antrag gestellt, welcher jedoch als Bedingung für die Strafbarkeit der Nichtablieferung die Erwerbung eines unerlaubten Vermögens-Vortheils voraussetzt. Abg. Bebel(Soz.) konstatirt, daß die sämmtlichen vorliegenden Anträge Zeugniß davon ablegen, daß die von der Kommission vorgeschlagenen Strafbestimmungen nicht ausreichend sind. Daß diese Auffassung zutreffend ist, beweisen auch zahlreiche Vorkommnisse aus dem praktischen Leben. Die Strafbarkeit muß schon eintreten mit dem Moment, wo der Arbeitgeber die zurückbehaltenen Beiträge von dem Arbeiter an die zuständige Kasse abzuführen unterläßt. Redner empfiehlt einen von seiner Partei gestellten Antrag, welcher diesem Prinzip Ausdruck giebt. Abg. v. Strombeck(Ctr.) beantragt, die gleiche Strafe, wie für die Arbeitgeber, auch für deren Beauftragte und Bevollmächtigte festzusetzen, um die Vorlage mit den Strafvorschriften der Gewerbe=Ordnung in Uebereinstimmung zu bringen. Reg.=Kommissar Geh. Rath v. Seuthe begründet die Vorlage. Abg. Gröber(Ctr.) bittet seinen Antrag anzunehmen, um damit zu erkennen zu geben, daß der Reichstag über die Kommissionsvorschläge#inauszugehen gewillt sei. Für die dritte Lesung behält der Redner sich eine anderweitige Formulirung seines Antrages vor. Abg. Graf v. d. Schulenburg(kons.) erklärt, daß seine Partei im Prinzip mit dem Antrage Gröber übereinstimme, sich aber die Annahme des für die dritte Lesung neu zu formulirenden Anicages vorbehalte. Abg. Gutfleisch(freis.) erklärt sich für den Antrag Gröber, der einem Bedürfnisse entspreche; Redner will aber zunächst eine anderweite Formulirung des Antrags in dritter Lesung abwarten. Abg. Möller(natl.) spricht sich in gleichem Sinne aus. Hierauf werden die Anträge Gröber(Ctr.), Auer(Soz.) und Münch(Demokrat) vorbehaltlich einer Widereinbringung für die dritte Lesung zurückgezogen. Der§ 82 selbst wird mit dem Antrage von Strombeck angenommen. Die Kommission hat vorgeschlagen, das neue Gesetz am 1. Oktober 1892 in Kraft treten zu lasten. Abg. Eberty(freis.) beantragt, diesen Termin auf den 1. Januar 1893 festzusetzen. Staatssekretär v. Bötticher empfiehlt die Annahme dieses Antrages. Das Haus beschließt demgemäß. Der Rest der Vorlage wird debattelos unverändert angenommen. Es wird sodann folgende, von der Kommission vorgeschlagene Resolution debattirt: Der Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regierungen zu ersuchen geeignete Maßregeln zu ergreifen, daß in sämmtlichen Bundesstaaten die Feststellung der ortsüblichen Tagelöhne nach thunlichst gleichen Grundlagen und den thatsächlichen Tagelohnsatze gewöhnlicher Tagelöhner entsprechend erfolgen. Die Resolution wird nach kurzer Empfehlung durch den Abg. Möller(natl.) ohne Weiteres angenommen. Es folgen Wahlprüfungen. Die Wahl des Abg. v. Helldorf(konserv.) wird für giltig erklärt, doch werden Erhebungen über behauptete ahlunregelmäßigkeiten beschlossen. Ein gleicher Beschluß wird gefaßt bezüglich der Wahl des Abg. Dr. Hartmann(kons.) Die Wahl des Abg. Prinz Handjery(konserv.) wird beanstandet. und werden Beweiserhebungen beschlossen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung: Samstag 11 Uhr. Vorlage betr. die Immunität der Abgeordneten. Deutsches Reich. Deutscher Reichstag. 134. Sitzung vom 4. Dezember. Am Bundesrathstische: v. Bötticher. Das Haus ist sehr schwach besetzt. Die zweite Berathung der Novelle zum Krankenkassengesetz wird bei den Schluß=, Straf= und Uebergangsbestimmungen fortgesetzt.§ 76a legt allen Krankenkassen, auch den freien Kassen, die Verpflichtung auf, den Berufsgenossenschaften und Anstalten für die Alters= und Invalidenversicherung der Arbeiter Einsichtsnahme in ihre Bücher und Listen zu gestatten zum Zweck * Berlin, 4. Dez. Der Kaiser ist heute Morgen von der Wildparkstation nach der Göhrde gereist, woselbst heut: Nachmittags und im Laufe des morgigen Vormittags größere Jagden stattfanden bezw. stattfinden sollen. Eine zahlreiche Jagdgesellschaft begleitete den Monarchen — Die Köln. Ztg. schreibt:„Der Kaiser soll am 23. November zu Potsdam bei der Vereidigung der Rekruten des 1. Garderegiments zu Fuß eine Ansprache gehalten haben, deren Wortlaut nach dem Privatbrief eines mitvereidigten Neissers an einen Freund uns bereits gestern in der„Neisser Presse" vorlag. Da wir die Wiedergabe der Ansprache für vollständig unzutreffend halten müssen, indeln es uns unmöglich scheint, daß der Kaiser die ihm zugeschriebene Ansprache wörtlich so gehalten haben könnte, so nehmen wir von der Veröffentlichung Abstand. Da dieser angebliche Wortlaut jedoch den Rundgang durch die deutsche Presse antritt, so machen wir auf die Worte aufmerksam, mit denen der junge Neisser seinen Brief schließt; er schreibt:„Dieses alles hat einen mächtigen Eindruck auf mich gemacht; die äußeren Ausrüstungen und herrlichen Uniformen, dann den Kaiser in so unmittelbarer Nähe sprechen zu hören, hatten mich ganz verwirrt, so daß es mir beim Verlassen des Stalles wie eine Last vom Herzen fiel. Das war mein erster, aber ein großer Eid.... Wir müssen annehmen, daß die Verwirrung, die sich des jungen Kriegers bemächtigte, sich auch auf die Genauigkeit des Verständnisses der Rede und ihrer Wiedergabe durch das Gedächtniß erstreckt hat. Wir wünschen und erwarten, daß der Reichs=Anzeiger diesen angeblichen Wortlaut alsbald richtig stellt.“ Berlin, 4. Dez. Die geschäftliche Behandlung der in den nächsten Tagen dem Reichstage zugehenden Handelsverträge wird lebhafte Auseinandersetzungen hervorrufen. Die Centrumspartei und die Deutsch=Freisinnigen wollen im Einvernehmen mit der Regierung die Vorlagen ohne Kommissionsberathung vor Weihnachten erledigen. Die Konservativen und Nationalliberalen bekämpfen eine Ueberhastung der Angelegenheit, damit vorher die Urtheile Sachverständiger und der Wähler eingeholt werden können. Die Veröffentlichung der Verträge soll am Sonntag im Reichsanzeiger erfolgen. Die Vertretei der Weinbau treibenden Kreise bedauern namentlich die Herabsetzung des Zolls auf frische Trauben auf 4 Mrk. — Die Ankunft des Fürsten Bismarck für einen einzigen Tag zu den Handelsvertrags=Verhandlungen gilt für möglich und wird lebhaft erörtert. — Das gestrige parlamentarische Diner bei dem Reichskanzler von Caprivi wuide von Abgeordneten aller Parteien, ausgenommen die Sozialdemokraten, zahlreich besucht. Fast sämmtliche Minister waren anwesend. Im Vordergrunde der Unterhaltung standen die Handelsverträge; allgemein war die Ansicht dahingehend, daß die Annahme derselben zweifellos sei. Caprivi war außerordentlich zurückhaltend, er verwies auf die nächsten Sonntag bevorstehende Publikation der Verträge durch eine Extraausgabe des„Reichsanzeigers". Das Dinec währte von 7 bis 9 Uhr. — Die Veröffentlichung der neuen Lehrpläne für die höhern Schulen scheint doch nicht so nahe bevorzustehen, wie es verschiedentlich angedeutet oder in Aussicht gestellt wurde. Vorläufig finden an den einzelnen Anstalten noch immer eingehende Berathungen statt, deren Ergebnisse zunächst den ProvinzialSchulcollegien und von diesen dem Cultusministerium mitgetheilt werden. Darüber kann noch einige Zeit vergehen. — Wie der„Frankf. Ztg.“ aus Kopenbagen gemeldet wird, nahm der Kaiser die mündlich in Potsdam ausgesprochene Einladung des Königs von Dänemark zu dessen goldener Hochzeit am 24. Mai 1892, zu der auch u. a. das russische Czarenpaar und die Königin Victoria von England kommen, an. — Die„Hamb. Nachr." bemerken zu den Auslassungen eines Berliner Blattes bezüglich einer Ernennung des Grafen Herbert Bismarck zum Londoner Botschafter: „Es könne kein Ziel für den Ehrgeiz des Grafen sein, einen Botschafterposten zu übernehmen, auf dem er Instruktionen in der Richtung der heutigen Politik zu empfangen hätte. Das Blatt sagt wörtlich:„Es mag Beamte genug im Reich und Land geben, welche Ehre und politische Ueberzeugung für die Verleihung einer gut bezahlten Stelle opfern. Aber wir glauben nicht, daß dergleichen bei einem Manne wie dem Grafen Herbert Bismarck vermuthet werden darf." — Bei der am Dounerstag stattgehabten Schlußsitzung der preußischen Generalsynode wurde Hofprediger Dr. Stöcker nicht wieder in den Vorstand gewählt. Die Kreuzztg. schreibt, daß in Folge dessen verschiedene Mitglieder der strengkirchlichen Gruppe der Generalsynode aus derselben ausscheiden würden. — Zur Reform der Börse wird, wie es heißt, die Reichsregierung eine Erhebung veranstalten, die voraussichtlich folgende drei Punkte ins Auge faßt: Das Termingeschäft, die Formulirung des Rechtsverbältnisses der tpots und eine einheitliche Regelung des Börsenverkehrs an den deutschen Börsen. — In einem Artikel über die Aufgaben der konservativen Partei schreibt die„Post":„Gerade in unserer Zeit ist es von besonderem Werth, wenn vollständig klar gestellt wird, daß absolutistische Tendenzen bei keiner Partei im Lande Boden oder auf Unterstützung zu rechnen haben. — In den letzten Tagen der vergangenen Woche sind dem Kaiser die Zusatzbestimmungen zu dem Kuppeleiparagraphen des Strafgesetzbuches seitens des preußischen Justizministeriums vorgelegt worden, dieselben werden in unveränderter Gestalt demnächst zur Vorlage an den Bundesrath gelangen. — Die Activa der falliten Firma Hirschfeld u. Wolff betragen, laut amtlicher Feststellung, nach Abzug der Vorrechtsforderungen 2777380 Mk., die Passiva 8 Mill., so daß eine Dividende von 331/ Prozent in Aussicht gestellt werden kann. Die Defecte an Depots betragen 6½ Millionen. — Als Ergänzung zu den vom Deutschen Reiche abgeschlossenen Handelsverträgen ist eine umfangreiche Handelsstattstik aufgestellt worden. Dieselbe is: dem Vernehmen nach soweit vorbereitet, daß sie gleichzeitig mit den Vertragsentwürfen an den Reichstag gelangen wird. — Die Budget=Kommission des Reichstages hat am Freitag die zehn ersten Titel des Postetats genehmigt. Staatssekretär v. Stephan erwiderte auf eine Anfrage: „Eine neue Vorlage mit einem verbesserten Tarif tur Zeitungen wird ausgearbeitet und soll dem Reichstag demnächst zugehen. Der neue Tarif wird das Inkasso und die Expedition besonders berücksichtigen.“(Bis zur Vorlage wird wehl noch ein Jahr vergehen.) bpn. Unter dem Etatskapttel zur Beschaffung von Handwaffen sind als erste Rate für das Etatsjahr 1892/93 13390000 Mk., ganze Forderung 20942500 Mk, angesetzt, dafür Munition 2570600 Mk. Die verhältnißmäßige Höhe der Summe hat zu verschiedenen Kombinationen Veranlassung gegebeit und leider auch zur K Kolportage von ganz unbegründeten und unzutreffenden Gerüchten. Die einen wollen wissen, daß am Gewehr 9/88 weitgehende und theuere Verschlußänderungen vorgenommen werden müßten, die anderen meinen, es stände nieder eine Neubewaffnung der Infanterie bevor. All. diese Gerüchte sind falsch. Das deutsche Gewehr 31/88 dürfte noch lange Jahre zu den besten Konstruktionsarten gehören, und wenngleich man in Italien entschlossen zu sein scheint. bis auf 6,5 Millimeter im Kaliber herabzugehen, diese Kaliberverminderung auch für das System Mannlicher in Runänien in Aussicht genommen ist, so wird selbst dem Laien einleuchten, daß der Unterschied von 7.5 und 6,5 Millimeter zu gering ist, um eine Neubewaffnung nothwendig zu machen. Für eine vermehrte Munitionsausrüstung würde nur wenig, für höhere Schußleistungen nichts gewonnen. Die Heeresleitung denkt daher gar nicht an eine Neubewaffnung, die geforderte Summe erklärt sich vielmehr sehr einfach dadurch, daß für die erhöbte Kriegsstärke, herbeigeführt durch die erhöhte Friedenspräsenz von 18000 Mann sowie durch andere Maßnahmen, der nöthige Vorrath von Gewehren bereit liegen muß, was einen erheblichen Mehrbedarf von Gewehren ergiebt. Ferner dürfte unter dem Kapitel die„Ausrüstung der Festungsartillerie mi: Karabinern“ in Ansatz kommen. — Als vor einigen Tagen Dr. v. Frege im Reichstage darauf hinwies, die Sozialdemokratie fördere die Genußsucht und mehre damit die Unzufriedenheit, ertönte von den sozialdemokratischen Bänken lautes Lachen. Das konnte man von dort nicht anders erwarten. Doch bei dieser Gelegenheit möge ein Beispiel dafür angeführt werden, mit welchem Eifer die Sozialdemokratie selbst fast unfruchtbare Bestrebungen zur Herbeiführung einfachern Lebensgenusses unter den Arbeitern oekämpft. Das Blatt des sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Schmidt„Die Volksstimme" hat kürzlich wohlwollend auf den Vortrag eines in letzter Zeit vielgenannten, früher dem Offizierstande angehörigen Mäßigkeitsredners aufmerksam gemacht. Das veranlaßt den genannten sozialdemokratischen Abgeordneten, seinem Blättchen eine etwas pomphaft als aus dem Reichstag kommend kenntlich gemachte Erklärung zu übersenden, in der es für die Anschauungen der Sozialdemokratie bezeichnend heißt: Ich lehne hiermit die Verantwortung ab, da es mit nicht einfallen kann, einen Mann zu empfehlen, der dem Volke Genügsamkeit predigt.“ n. Hamburg, 4. Dez. Gegenüber den Meldungen einieer Petersburger Blätter sowie der„Allgemeinen Reichscorrespondenz" bezüglich der Auflegung einer neuen russischen Anleihe in Deutschland, wird dem„Hamburgischen Correspondenten“ von authentischer Seite aus Berlin geschrieben, die seit Jahren andauernden Verfolgungen alles Deutschen in Rußland seien in Berlin zu tief eingegraben und einige freundliche Worte eines russischen Blattes und einer russischen Correspondenz bedeuteten nicht den Ausdruck der öffentlichen Meinung und der Ansichten der maßgebenden Kreise in Rußland. Der Grashdanin" habe Recht, daß er diese Absichten als ein Fiasco bezeichne. Die deutschen Kapitalisten zeigten keinerlei Neigung, auf den russischen Lockruf hin ihre Börsen zu öffnen. b Posen, 3. Dez. Die Posener städtischen Körperschaften haben ein Ortsstatut über die hier neu einzuführende obligatorische gewerbliche Fortbildungsschule beschlossen, zugleich aber auch in einer Resolution der königlichen Regierung den Wunsch ausgesprochen, auf die fakultative Einführung des polnischen Sprachunterrichts für die polnischen Fortbildungsschulen Bedacht zu nehmen. Die polnischen Stadtverordneten hatten die Annahme des Octsstatuts von der Genehmigung dieser Resolution abhängig gemacht. Wien, 3. Dez. A. R. C. Vielbesprochen wird in parlamentarischen Kreisen eine in den letzten Tagen ausgebrochene Krise im Handelsministerium. Hervorgerufen wurde dieselbe durch die Haltung der parlamentarischen Klubs zur Vorlage über die Donau=Dampfschifffahrtsgesellschaft. Der Handelsminister Baquehem, der sich in seiner vorgestrigen Rede für diese Vorlage stark engagirt hat, müßte, falls sich für dieselbe keine Majorität fände, demissioniren. England. * London, 4. Dez. Die„Times“ meldet aus Singapore: Telegramme aus Tienstin bezeichnen die Nachrichten über den Aufstand als stark#ertrieben, die Gesammtstärke der Aufständischen erreiche nicht 2000 Mann. Die einzige Bedeutung liege in der Furcht der Regierungsorgane und dem Mangel an Vertheidigungsmittel in Peking. Die fremden Konsuln in Peking hätten die Absendung von Kriegsschiffen zu ihrem Schutze verlangt. Die Bevölkerung von Peking verhalte sich den Europäern gegenüber sehr feindselig, sie werfe mit Steinen nach den Ausländern. Der englische Gesandte habe einen Protest an die chinesische Regierung gerichtet. Zahlreiche Ein geborene verließen die Hauptstadt und flüchteten nach Tienstin. Petersburg. 3. Dez. Die Ergreifung aller Maßregeln zur Bekämpfung der Hungersnoth wird sich jetzt in zwei Komitees konzentriren, über deren Schöpfung die offizielle Publikation unmittelbar vor der Thüre steht. Das eine, das sogenunnte„Wohltbätigkeitskomitee", wird, wie schon gemeldet, unter dem Präsidium des Großfürsten Thronfolgers wirken; diesem Komitee steht ergänzend zur Seite ein Exekutivkomitee. Schweden-Norwegen. ne. Stockholm, 4. Dez. In dem Grubenbezirk von Norberg ruht jetzt die Arbeit vollständig. Die Streikenden, deren Zahl etwa 900 beträgt, haben ein Exekutivbureau niedergesetzt, daß darüber wachen soll, daß Niemand die Arbeit aufnimmt, bevor der Streik beendet ist. Die Grubenverwaltungen haben auf einer Versammlung Türkei. n Konstantinopel, 4. Dez. Die„Agence de Konntinople“ ist ermächtigt, die Meldung, wonach die orte an Frankreich, das südarabische Territorium Scheikid gegenüber der Insel Perim abgetreten habe, als Westfalen und * Witten, 5. Dez.(Jagdkalender.) Im Monat Dezember darf die Jagd nicht ausgeübt werden: im Königreich Preußen auf Spießböcke, Schmalricken, Rehkälber, Dachse, Rebhühner, sowic vom 14. ab auf weibliches Rehwild; in der Pfalz auf Hirsche, Rehböcke, Kitzböcke. Rehgeißen, Wildkälber, Rehkitzen, Auer= und Birkhennen; im Großherzogthum Hessen auf Dachse, Rehhühner und vom 14. ab auf weibliches Rehwild; im Fürstenthum Birkenfeld auf Rehkälber, Dachse, Feldhühner und vom 14. ab auf Ricken. Witten, 5. Dez.(Der Guß der großen As= Glocke) für unsere neue Kirche wird wahrscheinlich noch vor Weihnachten vor sich gehen können. In der Metall= und Glockengießerei von K. Munte wird gegenwärtig an der Form für dieselbe recht wacker gearbeitet. Nachdem man in der Gießgrube den Glockenkern aufgebaut, hat man um denselben die sogenannte Dicke, ein naturgetreues Abbild der Glocke aus Lehm geformt, angebracht. Diese ist bereits mit Verzierungen und theilweise auch mit Inschriften, welche in Wachs gebildet und daran befestigt werden, versehen. So bekamen wir, als wir vor einigen Tagen dieselbe in Augenschein nahmen, ein vollkommenes Bild von der Form und Größe der neuen Glocke. Sie hat an dem unteren Rande einen Durchmesser von beinahe 2 Meter und die Höhe derselben wird mit der Glockenkrone fast ebenso groß sein. Ihr Gewicht wird etwa 75 Centner betragen. 8 Witten, 5. Dez.(Theater.)„Das Milchmädchen von Schöneberg". Volksstück mit Gesang in 3 Akten von Mannstädt, wurde als zweite Abonnements=Vorstellung statt der auf dem Programm angekündigten Posse„Die schöne Ungarin" am Donnerstag gegeben. Das Stück gehört sozusagen schon zu den guten alten Stücken, an denen sich fast schon Generationen erfreut haben, aber wenn auch heute„Klingel=Bolle“ mit elegant lakirten von kleinen hübschen Pferdchen gezogenen Wagen die Milchmädchen mil der„Hundekarre längst abgelöst hat, so muthet uns das Stück, in dem ein gesunder Kern, eine tiefe Moral und allerdings mit etwas Rührseligkeit geparter Humor steckt, doch nicht veraltet on. Die Darstellung durch das Herrmann'sche Ensemble war(wenn es diesmal auch nicht ganz ohne Fehler abging) eine recht gute, namentlich brillirte Fräulein Franziska Krause in der Titelrolle. Ueber diese Kunstlerin hatten wir schon vorher durch die Anzeigen der Theater=Direktion so viel Rühmliches gelesen, daß wir schon mit ziemlich hochgespannten Erwartungen in's Theater gingen. Und wir sind auch nicht enttäuscht. Fräulein Krause ist eine fesche Soubrette, deren lebhaftes Spiel und sehr ansprechender KoupletVortrag auch beim hiesigen Publikum gewiß alle Anerkennung finden wird. Daß Fräulein Krause es schon am ersten Abend verstanden hat, das Publikum für sich einzunehmen, das bewies der schallende Applaus, der nach allen ihren Gesangvorträgen durch das Haus erklang und sie immer wieder zu neuen da capo's veranlaßte. Eine ausgezeichnete Leistung war auch der Zimmecgeselle Heinr. Frobberg, den Herr Direktor Herrmann mit frischem, derben, cecht urwüchsigen Humor wiedergub. Der Reporter des Herrn Thümmel war recht drollig; die Rolle hat indes viel Unnatürliches und so konnte auch das gute Spiel des Darstellers derselben nicht zu einem rechten Erfolg verhelfen. Eine recht interessante Erscheinung war der Bettler des Herrn Walther— das war eine Figur so recht aus dem Verbrecher=Album herausgeschnitten.— Am Sonntag gelangt wieder ein Gesangsstück zur Aufführung:„Der Walzerkönig", in welchem Frl. Krause die Rolle der Damenschneiderin Pauline Pünktlich spielt, welche zu ihren Lieblingspartieen zählt.„ g4/51 8.5 8 Witten, 5. Dez.(Juvilaum.) Gestern waren 25 Jahre verstrichen seit dem Eintritte des Formers Herrn Heinr. Schürmann als Lehrling in die Brückmann'sche Maschinenfabrik. Zur Feier dieses Jubiläums hatten die Mitarbeiter des Jubilars gestern Abend eine kleine Feier veranstaltet, bei der ihm ein Sessel und mehcere Haushaltungsgegenstände überreicht wurden. Die Firma F. Brückmann u. Comp. hatte dem Jubilar ein ansehnliches Geldgeschenk überreichen lassen. 8 Witten, 5. Dez.(Handelsregister.) Eingetragen ist für Witten die Firma Gust. Nachrodt und als deren Inhaber der Kaufmann Gustav Nachrodt hierselbst. Herbede, 3. Dez.(Niederlassung von Franziskanern.) Der Genossenschaft der Franziskanerinnen von der eloigen Anbetung aus dem Mutterhause zu Mülheim a. d. Möhne ist, wie die Rh. W. Ztg. berichtet, die ministerielle Genehmigung ertheilt worden, hier eine Niederlassung zu gründen und die Leitung einer Kommunikanten= und Waisenanstalt zu übernehmen.(?) Bochum, 2. Dez.(Bochumer Verein.) Die „D. Z.“ meldet:„Es geht hier das Gerücht um, daß die Akten wegen der Stempelaffaire nunmehr geschlossen seien und daß gegen lden Herren Geheimen Kommerzienrath Baare die Untersuchung wegen wissentlichen Meineides beschlossen sei.“ Die genannte Zeitung glaubt, daß es sich hierbei um eine„Tartarennachricht" handle. Gelsenkirchen, 3. Dez.(Pocken.) In einem in der Zechenstraße dahier gelegenen Hause sind bei einer erst kürzlich hierher gezogenen Polenfamilie die Pocken ausgebrochen. Die Polizei warnt durch Anschlag an dem Hause vor dem Betreten desselben. Dortmund, 4. Dezember.(Mittellos.) Der unter Mitnahme von 7000 M. fluchtig gewordene HandlungsLehrling Str. befindet sich schon seit längerer Zeit völlig mittellos in Barcelona in Spanien; es dürfte seine Auslieferung bevorstehen. Möchte doch dieser Fall jungen, leichtfertigen Leuten zur Warnung dienen. Heutzutage kommt einer so leicht nicht mehr fort und selbst wer die Gestade von Amerika erreichen sollte, der möge nicht denken, daß er drüben mit einigen tausend Mark ein Schlaraffenleben führen kann. Recklinghausen, 3. Dezbr.(Einen gräßlichen Tod) erlitt der 59jährige Arbeiter Heßling auf Zeche „General Blumenthal." Derselbe gerieth zwischen das Getriebe des Stückkohlentransports und wurde todt geguericht.(84822444 6 Elberfold, 4. Dez.(Liderliches Nleeblatt.) Wie berichtet, wurde am Sonntag einem auswärtigen Händler von einer Frauensperson das Portemonnaie mit 700 Mk. aus der Tasche gestohlen. Die Person fuhr noch an demselben Abend mit ihrem„Liebhaber" nach Köln, von wo sie, wie jetzt bekannt wird, in Begleitung eines Verwandten, welcher dort beim vierzigsten Infanterie=Regiment dient, nach hier zurückkehrten und sich in einer Gastwirthschaft am Steinbecker Bahnhof einlogirten. Nachdem sie gestern den Deserteur in Civil gekleidet und die Nacht nochmals in dem Gasthaus zugebracht, ist das Kleeblatt unter Zurücklassung der Uniformstücke mit dem ersten Zuge nach Düsseldorf abgedampft. * Elberfeld, 3. Dezember.(Plötzlicher Tod.) Der Herr Geheime Regierungs= und Oberbaurath Brandhoff, ältestes Mitglied der hiesigen Königlichen EisenbahnDirektion, ist soeben gestorben. Nachdem derselbe heute Morgen noch seinen Berufsgeschäften in gewohnter Weise obgelegen, endete gegen Abend ein Schlaganfall das thatenreiche Leben dieses allgemein hochgeschätzten und geliebten Beamten. * Sonnborn, 3. Dez.(Mysteriös.) Der in kinderloser Ehe lebende Briefträger Robert Thüner von hier verließ am Dienstug Morgern früh in Civilkleivern seine Wohnung, ohne über den Zweck seines Fortgehens weder seinen Angehörigen noch dem Postamt Mittheilung zu machen. Gestern Abend nun fand man ihn in der Nähe von Simonshaus neben dem Bahngeleise in einem Graben als Leiche liegen; er hatte schwere Verletzungen am Kopfe. Ob ein Selbstmord oder ein Unglücksfall, oder ob eine strafbare That vorliegt, läßt sich im Augenblick noch nicht entscheiden. In seinem Amte lag, wie man hört, nichts gegen ihn vor. Der Unglückliche ist 34 Jahre alt. Altenessen, 3. Dez.(Erschlagen.) Auf einer in der Nähe unseres Ortes gelegenen Weide wurde ein vierjähriger Knabe von einem ausschlagenden Pferde an der Schläfe getroffen und stürzte todt zu Boden. Oberhausen, 3. Dez.(Verschüttet.) Die„Neue Oberhauser Ztg.“ schreibt: Soeben, bei Schluß des Blattes, wird uns mitgetheilt, daß bei den Kanalarbeiten in der Friedrichstraße heute Nachmittag 5 Uhr wiederum zwei Arbeiter verschüttet wurden. Nach zweistündiger Thätigkeit(7¼ Uhr) ist es erst gelungen, des einen der Verunglückten, der natürlich todt ist, ansichtig zu werden. Der andere ist noch unter den Erdmassen vergraben; auf jeden Fall wird derselbe auch nur als Leiche zutage befördert werden. Die beiden auf so gräßliche Weise ums Leben gekommenen Arbeiter sind ein gewisser Degen, angeblich aus Holland, und ein gewisser in der Beek, angeblich aus Styrum. Viersen, 3. Dez.(Gedrückte Lage.) Angesichts des Winters ist auch hier die Lage der kleinen Leute eine sehr gedrückte. Zwar hat sich in jüngster Zeit die Lage der Hand= und auch der mechanischen Seidenweberei etwas gebessert, aber der Verdienst ist doch nicht ausreichend, die noch immer im Steigen begriffenen Preise der Lebensmittel erschwingen zu können. Mit dem 1. d. M. ist der Brodpreis von 1,55 Mk. auf 1,70 Mk. für 7 Kilo gestiegen, wofür im Oktober schon einmal 1,60 Mk. bezahlt wurden. Die Kartoffeln kosten auf dem Wochenmarkte sackweise 4.70—4,80 Mk. die 50 Kilo und im Kleinhandel 5 Pfg. das Pfund, Preise, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr da waren. In der vorigen Woche waren 130 und in dieser Woche sind 150 arbeitslose Personen für Rech nung der Stadt deschäftigt..„„ * Krefeld, 3. Dez.(Gewissenhaster Steuerzahler.) Der städtischen Armendeputation wurde die von einem Ungenannten herrührende Summe von 425.50 Mark durch einen früheren Vertrauensmann der Einschätzungs=Kommission für die Armen übersandt behufs Ausgleichung seiner Steuereinschätzung pro 1890/91. * Krefeld, 2. Dezember.(Ein tragikomischer Zwischenfal!) spielte sich auf der hiesigen Lokalbahn ab. Ein Herr bemerkte, daß eine Dame während der Fahrt und gar nach der Fahrichtung entgegengesetzter Seite abzuspringen beabsichtigte. Der Herr machte die Dame auf das Gefährliche ihres Vorhabens in höflicher Weise aufmerksam, erhielt jedoch von derselben die barsche Antwort:„Das geht Sie gar nichts an!“ Sie sprang hierauf ab, kam, wie vorauszusehen wmar, zu Fall und war dann sehr erstaunt, als sie der Herr— es war ein Polizeibeamter in Civilkleidung— nach dem Namen fragte, um sie auf Grund eirer Polizeiverordnung, das Besteigen und Verlassen von in Bewegung befindlichen Dampfwagen betreffend, zur Anzeige zu bringen. Cleve, 3. Dez.(Albrecht Prinz zu Waldeck) erläßt folgende Erklärung in der„Köln. Zeitung": Um eine mißverständliche Auffassung der über meine Gemahlin von dem Fürsten zu Waldeck verfügten Curatel vorzubeugen, sehe ich mich veranlaßt unter Vorbehalt aller weiteren Schritte und Veröffentlichungen hiermit schon jetzt zu erklären, daß vor kurzem mir fürstlicherseits als Bedingung der Aufhebung meiner Curatel ein Verzicht auf den Betrag von 2000 Mark p. a. meiner Apanage beansprucht wurde mit der ausdrücklichen Androhung, daß für den Fall der Ablehnung dieser Bedingung die sofortige Curatelverfügung auch über die Prinzessin eintreten werde! Nachdem ich nun jene Bedingung abgelehnt, ist die angedrohte Curatel über meine Gemahlin, hiemnach als Strafe für meine Renitenz, ausgesprochen worden. Die hierdurch dekumentirte Auffassung von der Anwendbarkeit der Entmündigung brauche ich wohl nicht näher zu beleuchten.“ Kohlscheid, 2. Dez.(Schlagende Wetter.) Gestern Morgen fand auf der Grube„Neu=Vockart“ eine Explosion schlagender Wetter statt, wobei laut dem „Echo d. G.“ mehrere Bergleute Verletzungen davontrugen. * Saarbrücken, 3. Dez.(Verunglückt.) Eine in der Metzerstraße hier wohnende Wittwe erlitt gestern Nachmittag, als sie Petroleum in den Ofen schüttete, um das Feuer anzufachen, so schwere Verletzungen, daß sie in das Hospital gebracht werden mußte, wo sie hoffnungslos darniederliegt. Wiesbaden, 2. Dez.(Geheilter Kehlkopfkrebs.) Im benachbarten Wallmar lebte eine Frau, welcher vor beinahe drei Jahren der ganze Kehlkopf von Herrn Dr. Roser in hierselbst herausgeschnitten wurde. Sie athmet nun, wie der„Rh. C.“ schreibt, durch eine Oeffnung im Halse, nimmt dagegen ihre Nahrung wie früher durch den Mund, wobei sie kaum nöthig hat, feste Speisen, die sie nicht schlucken kann, mit der Hand hinunterzustreichen. Da die Luft, die sie aus= und einathmet, nicht mehr durch den Mund geht, spricht die Frau nicht in Tönen, sie macht sich aber durch Flüstern mittels Bewegung des Gaumens und der Lippen leicht verständlich. Dabei erfreut sie sich guter Gesundheit und ernährt sich und ihre Familie durch Feldarbeit. Dies ist einer der vor Kaiser Friedrichs Tod so vielfach angezweifelten Fälle einer vollständigen und dauernden Heilung von Kehlkopfkrebs. Kassel, 3. Dez.(Die hiesigen Metzger) haben die Preise heruntergesetzt; Kalbfleisch ist um 10 Pf., Rind= und Hammelfleisch 5 Pf. billiger geworden. Eine grausame Begebenheit hat am Mittwoch vor der Strafkammer zu Oppeln ihren traurigen Abschluß gefunden. Es war am 11. August d. J., als die Arbeiter Sygullaschen Eheleute frühmorgens, wie gewöhnlich, auf Arbeit gingen. Ihr zweijähriges Söhnchen mußten sie zu Hause zurücklassen. Da der Kleine sehr wild war und häufig aus seinem Bett fiel, legte ihn die Mutter, da er noch schlief, in einer flachen Mulde auf dem Hausflur nieder, den sie dann verschloß. Hauswirthin und Gesinde waren ebenfalls vom Hause abwesend. Gegen 10 Uhr kam eine Magd der Besitzerin zurück, um einer Zuchtsau, die mit sieben Ferkeln in einem Stalle eingesperrt lag, Futter zu geben. Sie ließ hierbei die Thiere auf den Hof und entfernte sich wieder. Als nun die Hausbewohner, darunter auch Frau Sygulla gegen Mittag zurückkehrten, hörten sie schon von Ferne ein herzzerreißendes, klägliches Wimmern des Kindes. Sie öffneten schnell die Hausthür und fanden die Zuchtsau, die eben dabe: war, das Kind bei lebendigem Leibe aufzufressen. Füße und Hände des Kleinen waren bereits abgerissen, außerdem zeigte der ganze Körper des Kindes schreckliche Bißwunden. Nach drei Stunden gab das arme Kind unter schrecklichen Qualen seinen Geist auf. Wie sich herausstellte, war das Schwein vom Hofe aus in einem schlecht verwahrten Gänsestall und von dort aus nach dem Hausflur gelangt. Die untröstliche Mutter wurde wegen fahrläsiger Tötung in Anklagezustand versetzt. In der Verhandlung konnte sie indes beweisen, daß sie die beiden Piudtlsche Pachrichen. Witten: Sonntag Morgen 10½ Uhr:(hl. Abendmahl) Past. Leesemann. 10 Uhr in der Diakonissen Anstalt Past. Graeber. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. 3 Uhr Bibelstunde im Vereinshause. 5 Uhr: Past Birkenhoff. Samstag den 5. Dezember, Nachm. 4 Uhr: Beichte. Anmeldungen von 2 bis 4 Uhr bei Sup. König.„, Mast Grasß, B. hm 9 Mhr: Annen. Sonntag Morgen 10 Uhr: Past. Brasse. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Mittwoch Abend 5½ Uhr: Bibelstunde in der neuen Schule.,„ Laugendreer: Sonntag Morgen 9 Uhr: Hilfspr. WLeimann, 10½ Uhr: Hilfspred, Morgenstern, Koll. f. d. Bau eines evang. Vereinshauses. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Mittwoch 3 Uhr: Bibelstunde in der Schule zu Crengeldanz und 8½ Uhr im Konfirmandensaal bei Past. Landgrebe. Freitag 3 Uhr: Vorbereitung für die Helferinnen bei Past. Landgrebe. Lüdgendortmund. Samstag 5. Dez. Nachm. 4 Uhr: Vorb. reitung zum heil. Abendmuhl. Um mündliche oder schriftliche Anmeldung bei Pastor Weskott wird erbeten. Sonntag Morgens 10 Uhr: Past. Weskott. Uemmingen. Sonntag Morgen 10 Uhr: Hilfspr. Möller. Werne. Sonntag Morgen 10 Uhr: Pastor Luther. — Thüren geschlossen hatte und die vom Hofe nach dem Gänsestalle führende schwache Thür von dem starken Thiere gewaltsam erbrochen war. Sie wurde freigesprochen. * In den Rheinfall gestürzt. Auf dem Rheinfelsen bei Schaffhausen glitt ein Mann aus, stürzte vom Felsen und verschwand spurlos in dem reißenden Rheinfall. * Jufluenza überall. Man berichtet aus Paris über außerordentlich zahlreiche Fälle von Influenza. Nach dem Bulletin statistique war die Zahl der Todesfälle in Paris von 924 in der vergangenen Woche auf 1029 in der Woche vom 8.—14. Nov. gestiegen. Die durchschnittliche Zahl der Todesfälle in der korrespondirenden Woche der Jahre 1887—1890 betrug nur 980. Die schreckliche Pellagra ist in der Pariser Besatzung zum Vorschein gekommen. Am verbreitetsten ist sie in denjenigen Regimenter, die die meisten Reservisten eingezogen haben. Man glaubt, daß die Seuche aus der Provinz eingeschleppt worden ist, 1oo ebenfalls viele Besatzungen von ihr behaftet sind. Man bekämpft das Uebel durch Reinlichkeitsmaßregeln und Entseuchung. An der Verpflegung der Truppen ist nichts geändert worden, obwohl, wie einige Blätter behaupten, die Beimischung von Maismehl zum Brode die Hauptursache der auch in der bürgerlichen Bevölkerung stark überhandnehmenden chronischen Ausschläge und sonstigen Hautkrankheiten sein dürfte. Vom Erdbeben in Japan. Aus Vancouver mit der japanesischen Post eingelaufene Briefe besagen, daß die offizielle Schätzung der durch das letzte Erdbeben in Javan Getödteten und Verwundeten sich auf 8—9000 belaufe. Die in Folge dieses Unglücks ausgebrochenen Krankheiten würden wahrscheinlich ebenfalls viele Menschen hinraffen. Eine Epidemie des gelben Fiebers wird in Buenos=Ayres befürchtet. Die hygienische Kommission weldet, daß die Häfen von Santos und Rio de Janeiro von dieser Krankheit heimgesucht sind. Man hat vier Fieberfälle an Bord der„Charente" konstatirt, die sich augenblicklich auf dem La Plata befindet. Telegraphische Depeschen. W Paris, 5. Dez. Der ehemalige Kaiser von Brasillen, Dom Pedro ist Nachts gestorben. w. Newyork, 5. Dez. Gestern Mittag drangen in Broadway house zwei Individuen in die Bureauräumlichkeiten und verlangten Geldunterstützung. In Folge der Weigerung warf einer der Schurken eine Dynamithombe hin, es erfolgte eine furchtbare Explosion. Ein Theil des Hauses wurde zerstört, fünf Personen getödtet, darunter auch der Bombenwerfer, und zehn Personen verwundet. Meteor! Automatischer Thürschließer mit patent. pnenmätischen Schlagdampfer. Höchste Vervollkommnung. Unentbehrlich für Kirchen, Schulen, Haus= und Büreauthüren 2c. 2c. Neueste Erfindung. 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Wiln, Womn Der Verkauf der in den Monaten September und Ötiober 1890 unter Nr. 44076—47096 versetzten und noch nicht eingelösten Pfänder findet am Donnerstag, den 10. Dezember, Morgens 9½ Uhr anfangend, im Hemsoth'schen Saale statt. Die Pfänder bestehen aus: goldenen und silbernen Herren= und Tamen=Uhren, Gold= und Silbersachen, Leinewand, Betten, Kleidungsstücken, Regulateuren, Wand= und Weckuhren, Harmonikas, Bügeleisen, Nähmaschinen, Möbeln, 1 Korb mit Schreibmaterialien, 2 Pianinos und 3 hochfeine Geigen. Die beim Verkauf etwa erzielten Ueberschüsse können die betr. Verpfänder gegen Rückgabe des Pfandscheines binnen vierzehn Tagen in meinem Geschäftslokale und darnach bei der hiesigen Stadtkasse erheben, nach Jahresfrist verfallen dieselben der Armenkasse. XXV. Kölner Dombau=Lotterie. Nur baares Geld. wiane: M. 75000 30000 15000 usw. Ziehung am 18. Februar 1892. Loose zu 3 Mark (Porto mit Liste 30 Pf.) . bei 25 Losen und mehr mit Rabat B. J. 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Abtheilung Sonntag, den 13. Tezbr. ist. Bitten zugleich die restirenden Beiträge in obigen Terminen, des Kassenabschlusses halber, zu entrichten. Der Vorstand. 13 Hauptstraße 13, empfiehlt sein reichhaltiges Lager sehr gut passend zu Teihllach=geschennen von langen, halblangen und kurzen Pfeifen, Meerschaumpfeisen,— Cigarrenspitzen in Bernstein und Meerschaum. Spazierstöcken 2c.— Grosse Auswahl. Billige Preise. Reparaturen in allen Drechslerarbeiten werden prompt, schnell und billig ausgeführt. K Juwelen, Gold= und Silberwaaren. Die neuesten Muster von: Armbändern, Broschen, Ohrringen, Ketten, Vorstecknadeln, Ringen 2c. 2c. in großer Auswahl bei billigsten Preisen; massiv goldene Trauringe nach Gewicht (nach dem Feingehalt gestempelt) in jeder Preislage empfiehlt Wilh. Pölking, Bahnhofstraße 26. Witten. Bahnhofstraße 26. Reparaturen und Umänderungen in eigener Werkstatt billig und solide. Wittener Schweine=VersicherungsVerein. Zahlungstermin Conntag, den 6. Dezember, Nachm. 3 Uhr im Vereinslokale bei Herrn C. Möller. Wir ersuchen die Mitglieder die restirenden Beiträge des Kassenabschlusses halber in obigem Termine zu entrichten. Der Vorstand. Röhrchener Bürger=Verein. Sonntag, den 6. Dez.: Nachm. 4 Uhr, letzte monatliche Versammlung pro 1891, wozu freundlichst einladet Der Vorstand. In wenigen Schon am 8. und 9. Dezember d. Is. Ziehung in Hannover! Grosse Geld-Lotterie. Zum Besten des Kaiser=Friedrich=Krankenhauses in San Remo. Diese große Geldverloosung bringt Haupttreffer: 5 à 10000 Mark= 50000 Mark, 4 à 5000 Mark— 20000 Mark, 10 à 1000 Mark 10000 Mark, insgesammt 3879 Geldgewinne zur Entscheidung. Loose à 3 Mk 30 Pf. inel. Porto u. Liste vers. Erest a J AinG# so lange der Vorrath reicht, F. A. Schrader. Hauptagentur, Hannover, Gr. Packofstr. 29. In Witten bei B. Koetzold& Co., Carl Reinhold, Johannisstraße 18 und Th. Roack Bahnhofstraße 23. Pfandleih=Anstalt in Witten von Wwe. Joh. Wilh. Wolff, Nord= u. 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Walter & Wittener 10- und 50-Pfg.-Bazar von 65 Fritz Walter, Witten, = 18 Johannisstraße 18= Die Eröffnung meiner Weihnachts-Ausstellung zeige ergebenst an und habe ich in diesem Jahre mich besonders bemüht, mein Spielwaaren=Lager auszustatten mit allen erdenklichen Neuheiten aufs reichhaltigste und schönste und lade zum Besuche freundlichst ein. Empfehle Puppengestelle, Puppenköpfe und fertige Puppen in schönster Auswahl, Spielwaaren aller Art, Glas-, Porzellan-, Emaille-, Kurz- und Galanteriewaaren. Besonders empfehle eine große Auswahl in Christbaumschmuck, Federkasten, Lederportemonnais, Garderobenhalter etc., Baumkerzen verkaufe wieder à Paket 30 Stück 35 Pfg. Vereinen halte mich besonders empfohlen. Mache noch besonders aufmersam, daß ich unten in beiden Läden kein Stück über 50 Pfennig führe. 90 Inwelier, Gold= und Silberarbeiter, Witten, Bahnhofstr. 36— Ecke der Nordstraße. Größtes Lager in allen Juwelen=, Gold=, Silber=, Corall=, Granatwaaren etc. Lose und gefaßte Brillauten. 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