No. 272. Fernspretz=Nr. 46 für Witten. Witten, Freitag, den 20. November. Fernsprech=Nr. 18 für 1891. Kurnes.s täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Insertionen werden die 7 gespaltene Petitzeile mit 10 Pf. berechnet. verbunden mit dem für Witten und Amgegend. Abonnementspreis(inel der Grativbeilage „Märkisches Heim“): 1,80 Mark vierteljährlich. monatlich 60 Pfg. be: Bestellung durch die Boten Bei Ahnahre auf der Post inel. Bestellgeld 2.20 Der. + Doppelspiel. Rundschau. Von verschiedenen Seiten, aus allen Parteien heraus, sind die„sozialdemokratischen Zukunftsbilder“, des Herrn Eugen Richter anerkennend erwähnt und als Kampfmittel gegen die Umsturzpartei empfohlen worden. Indessen aber die„Freisinnige Zeitung", diese Aeußerungen im Stile der Reklameprospekte für Geheimmittel zusammenstellt, häusen sich die Stimmen, welche die erwähnte satirische Leistung des Fortschrittsführers eigentlich, als einen ernsten Angriff auf die sozialdemokratische Bewegung nicht betrachten, sondern vielmehr als eine spekulative Spielerei. Hat Eugen Richter außerdem noch beabsichtigt, seine Fähigkeit im Gebrauche der geistigen Waffen gegen die Umsturzlehren zu zeigen, so ist ihm der Nachweis gelungen; aber trotz alledem war dieser Vorstoß gegen seine einstigen Wahlverbündeten doch nur Spiegelfechterei. Mag Richter auch die Sozialdemokrarie mit all seinem disponiblen Sarkasmus überschütten, er wird ihr dadurch auch nicht einen Anhängec abwendig machen, so lange er selber dazu beiträgt, den Klassenhaß zu schüren und das Autoritätsprinzip zu untergraben. Freilich treibt in dieser Beziehung der Begründer der„Freis. Ztg.“ ein sehr durchsichtiges Doppelspiel. Der Autorität der freisinnigen Kommunalverwaltungen, der Autorität des parlamentarischen Regiments, der Börse u. s. w. will er kein Titelchen geraubt wissen; die sozialdemokratische Opposition in der Berliner Stadtverordneten=Versammlung bekämpft er darum allen Ernstes; man könnte daher die„Freisinnige Zeitung“ in diesem Sinne ein gouvernementales Blatt nennen. Und sonderbar, dieselben Beweisgründe, dieselben Zahlenbeweise, die das genannte Organ bisher bekämpft und verleugnet hat, wenn sie von anderer Seite ins Feld geführt worden sind, trägt es mit der größten Kaltblütigkeit als Nova vor und bringt in der Oeffentlichkeit damit wieder einen„Todesstoß“ gegen die Sozialdemokratie zur Aufführung. Schon Ende vorigen Jahres war zahlengemäß darauf hingewiesen worden, daß die Arbeiter in der That keine Steuern zahlen, sondern nur Kostgänger beim Staate sind. Gegenüber den vom Deutschfreisinn aufgestellten und mit vielem Geschrei verbreiteten Behauptungen, daß die Arbeiter durch die indirekten Steuern furchtbar bedrückt seien, war ausgeführt worden, daß die Zölle pp. jährlich rund 312 Millionen einbringen, daß also, selbst wenn man voraussetzen wollte, die Arbeiter trügen die Hälfte dieser„Lasten“ auf dieselben nur zusammen 155 Millionen, also kaum 10 Mark jährlich für Jeden entfallen würden. Direkte Steuern zahlen die Arbeiter, die hier in Betracht kommen, nicht. Nun betragen aber die Leistungen des Staates und der Arbeitgeber für die Kranken=, die Unfall= und die Invaliditäts= und Altersversicherung jährlich rund etwa 200 Millionen; die eventuelle Belastung durch die indirekten Steuern wird also um über 40 Millionen überschritten. Thatsächlich empfangen daher die Arbeiter vom Staate, anstatt zu zahlen. Der Deutschfreisinn hat, wie gesegt, dieses einfache und richtige Exempel nicht gelten lassen. In der Nr. 264 der„Freisinnigen Zeitung“ aber finden wir eine ganz ähnliche Argumentation, durch welche nachgewiesen wird, daß.... in Berlin die Arbeiter nicht nur steuerfrei sind, sondern sogar noch insofern Zuschuß erhalten, als der Schulbesuch unentgeltlich ist. Abgesehen davon, daß auch an anderen Orten von Staatswegen für Wegfall des Schulgeldes gesorgt ist, stimmen die Berechnungen des Herrn Richter durchaus nicht in dem Maße, wie dies bei unseren vorerwähnten Berechnungen unbedingt der Fall ist. Herr Richter übersieht die Berliner indirekten Steuern. Zwar führt er die Mieths= und Braumalzsteuer an; aber er„übersieht" den Wasserzins, welcher auch den ärmsten Bürgern die Wohnung vertheuert; er„übersieht“ den Schlachthofzins, welcher auf der Fleischration jedes Berliners lastet; er„übersieht" die Gewinne aus anderen Unternehmungen, an denen die Stadt betheiligt ist, und zu denen jeder Einwohner der Reichshauptstadt sein Scherflein beitragen muß. Trotzdem ist die Berechnung der„Freisinnigen Zeitung“ eine ganz anerkennenswerthe Leistung und insbesondere schon aus dem Grunde, weil derselbe Rechner, welcher hier Exempel im Kampfe gegen die Berliner Sozialdemokratie, als Opposition gegen das freisinnige Stadtregiment aufgestellt hat, nun kaum auf die frühere Verleugnung der identischen Beweisführung hinsichtlich der Stellung der Arbeiter im Reiche und im Staate zurückzukommen riskiren wird. Sollte aber gelegentlich späterer Reichstagswahlkämpfe dennoch von deutsch=freisinniger Seite wieder das Märchen von der ungeheuren Belastung der Arbeiter zu Gunsten weniger Reichen kolportirt werden, so werden wir an das Rechenexempel in Nr. 264 der„Freisinnigen Leitung“ erinnern. * Die Ernennung Dr. v. Stablewskis zum Erzbischof von Polen wird von der russischen Presse sehr scharf kommentirt und als ein neuer Akt der Feindseligkeit Deutschlands gegen Rußland hingestellt. Vor Allem beschäftigt sich der„Swjet“ an leitender Stelle eingehend mit dem Charakter Stablewskis und bringt namentlich dessen Reden auf dem Thorner Katholikentag im verflossenen August in Erinnerung, in welchen Stablewski sich als ein fanatischer Feind Rußlands bekannt hätte, u. A. den Gedanken Ausdruck gebend, daß der„alten Ordnung der christlichen Welt“ von zwei Seiten die höchste Gefahr drohe: vom Sozialismus und von der Welt des Ostens, an deren Spitze Rußland stehe mit seiner besonderen Zivilisation, seinem offiziellen religiösen Fanatismus und dem Anspruch auf Weltherrschaft. Diese eingebildete Gefahr von Seiten Rußlands habe Herr v. Stablewski recht eingehend geschildert, um in einen Lobeshymnus auf den deutschen Herrscher überzugehen, der berufen sei, die christliche Welt vor allen diesen Schrecknissen zu schützen.„Interessant wäre es zu wissen“— so führt der„Swjet" weiter aus— ob die„Polen diesem Fanatiker folgen würden, der aus Feindschaft zu Rußland und aus Karrieredurst die Polen nur auf den Weg des Verderbens führen könnte. Die Wahrheit wäre, daß der polnische Volksstamm nur durch festen Anschluß an die anderen slavischen Nationalitäten sich sein Leben wahren könnte, sonst aber in der allgemeinen Germanisation spurlos zu Grunde gehen müßte.“ Man sieht, an scharfen Worten fehlt es in der russischen Presse gegen Stablewski nicht. Die Auffassung, daß sich in der obersten Windrichtung des russischen Staates ein Wechsel vorbereite, scheint auch aus einer Darstellung der allerweltsoffiziösen„Pol. Corr.“ hervorzugehen. Darin heißt es, man scheine an den maßgebenden Stellen gegenwärtig mit Rücksicht auf den in Rußland herrschenden Nothstand nicht geneigt zu sein, den extremen nationalen Forderungen das gleiche Entgegenkommen zu beweisen, wie bisher. Ein Symptom dieser Wendung bilde die Thatsache, daß der Bau einer großen orthodoxen Kathedrale in Warschau, welcher von Pobedonoszew als eine heilige Aufgabe der russischen Nation bezeichnet wurde, einen Aufschub erleiden muß, da der Finanzminister Wischnegradsky erklärte, daß der Staatsschatz, welcher durch die Maßregeln zur Milderung des Nothstandes in hohem Maße in Anspruch genommen sei, bis auf Weiteres nicht in der Lage sei, die Kosten eines Monumentalbaues auf sich zu nehmen, der lediglich Zwecken der religiös politischen Propaganda zu dienen hätte. Des Weiteren verlautet, daß auch in der die Juden betreffenden Action der Regierung ein Stillstand eintreten werde, so daß die angekündigten überaus strengen Gesetze bezüglich der Behandlung der Juden, in so lange die gegenwärtige innere Krise nicht überwunden ist, nicht zur Ausführung gelangen würden. * Nach Berichten, die aus Petersburg übermittelt werden, erhalten sich dort auch in unterrichteten Kreisen die Gerüchte, daß der Rücktritt des Finanzministers Wischnegradsky nur eine Frage der Zeit sei. Man meint, daß, wenn ein Personenwechsel noch nicht eingetreten sei, dies nur dem Umstande zuzuschreiben ist, daß man auch in den höchsten Kreisen der Ansicht ist, es müsse ihm überlassen bleiben, die durch seine Schuld enrstandenen Schwierigkeiten zu bewältigen, da augenblicklich Niemand zugemuthet werden kann, vorher seine Erbschaft zu übernehmen. * Die Konstellation der englischen Parteien wird im Hinblick auf den nächstjährigen parlamentarischen Hauptwahlfeldzug schon jetzt zum Gegenstand der unausgesetzten eifrigen Fürsorge der professionellen Wahlmacher und ihres journalistischen Hülfsstabes. Der Liberalismus, welcher seit der Guildhallrede Lord Salisbury's einige unangenehme Stunden verlebt hatte, thut jetzt, nachdem sein Kandidat aus der Ersatzwahl von South Molton als Sieger über den unionistischen Mitbewerber hervorgegangen, als wenn er das Heft schon wieder in den Händen hätte und Mr. Gladstone die Fäden der englischen Politik in der von früher bekannten Weise lenkte. Thatsächlich ist der liberale Wahlerfolg ja unbestreitbar, ob aber auch seine Konsequenzen die Träume der jetzigen Opposition in Erfüllung gehen lassen werden, steht dahin. Der Umstand, daß die Liberalen sich momentan so gewaltig aufs hohe Pferd setzen, ließe sich ebensogut damit erklären, daß sie schon nahe am Aufgebei. der Partie waren und nun den Kontrast des Situationswechsels um so schärfer markiren. Wenn geratdenn die öffentliche Meinung Englands erst wieder Zeit zu denken. findet, sich auch um das, was außerhalb der engl. vier Pfähle passirt, zu kümmern, dürfte es ihr kaum entgehen, daß liberale Wahlerfolge nirgends mit mehr Applaus gefeiert werden, als Seitens derjenigen Kreise, die für England alles andere als Wohlwollen und Sympathie empfinden. Diese Wahrnehmung dürfte dann wohl kaum ermangeln, auf zahlreiche Wähler insoweit ernüchternd zu wirken, als sie zu der Einsicht gelangen müssen, daß patriotische Unterhanen der Königin Viktoria eigentlich etwas Klügeres thun könnten, als um den Beifall der geschworenen Neider und Feinde Alt=Englands zu buhlen. Uebrigens darf nicht übersehen werden, daß, selbst den Fall einer Rückkehr Gladstones ins Amt gesetzt, damit keineswegs eine Rückkehr sans phrase auch zu den früheren Regierungsmaximen dieses liberalen Staatsmannes stattfinden müßte. Denn seitdem Gladstone aus dem Amte gedrängt wurde, hat sich die Physiognomie Europa's und der übrigen Welt gründlich verändert; der Dreibund ist geschaffen und hat sein Gegengewicht in der russisch=französischen Annäherung erhalten, und es liegen triftige Gründe zu der Muthmaßung vor, daß ein Gladstone'sches Regime der 90er Jahre sich von dem des vorigen Jahrzehntes in mehr als einem prinzipiell bedeutsamen Punkte unterscheiben möchte. Wenn daher die englischen Liberalen jubeln, so ist das noch kein genügender Anlaß, wegen der Continuität der englischen Auslandspolitik Besorgnisse zu hegen. * Aus Konstantinopel geht die Meldung zu, daß die Art, wie jetzt durch die türkischen Funktionären in Albanien eingegriffen wird, um den Frieden zwischen den streitsüchtigen Stämmen einerseits herzustellen und andererseits Händeln zwischen denselben und den Montenegrinern an der Grenze zu steuern, von besserem Erfolge begleitet ist als was bisher in dieser Richtung geschehen ist. Es ist dies hauptsächlich der in Albanien eingetretenen Entwaffnung zuzuschreiben, die bisher ohne besondere Schwierigkeiten vor sich geht. Im übrigen wird im allgemeinen mehr mit friedlichen Mitteln als mit Gewaltmaßregeln gewirkt. Deutsches Berlin, 18. Nov. Der Kaiser nahm heute in Hannover verschiedene Besichtigungen vor. Nachmittags fand im Schlosse wiederum eine größere Festtafel statt, welcher Abends der Besuch des Hoftheaters folgen sollte. Aus Anlaß der Einzeichnung des Kaisers in das Münchener Fremndenbuch theilen die„M. N. N.“ mit, daß sich im Ansbacher Rathhause auf einer bei Gelegenheit der Anwesenheit des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. und des preußischen Kronprinzen im Jahre 1792 angebrachten Gedenktafel in goldenen Buchstaben die Worte befinden:„Civium Salus Summa Lex Esto“, d.: Der Bürger Wohl sei das oberste Gesetz. Im Rathhaussaale zu Nürnberg findet sich der Spruch in ähnlicher Fassung. — Zu der Frage, ob Fürst Biswarck in den Reichstag kommen wird, schreibt man der Neuen Züricher Zeitung, die sich meist als gut unterrichtet erweist, von hier:„Thatsächlich sind alle Gerüchte hinfällig, welche in den letzten Wochen als halbe Drohungen ausgesprengt wurden, daß der alte Reichskanzler plötzlich auf dem parlamentarischen Fechtboden erscheinen werde, um dem deutsch=österreichischen Handelsvertrag nebst dem Ministerium Caprivi ein schreckliches Ende zu bereiten. Erstens hat nach allem, was man hört, Bismarck selbst gar nicht ein übermäßiges Bedürfniß nach dem Reichstage. Zweitens aber ist die ganze Familie, einschließlich seiner kränkelnden Gemahlin, lebhaft dagegen, ebenso sein Leibarzt und wer sonst zu seiner Umgebung gehört und einigen Einfluß hat. Den größten übt freilich die leidende Fürstin D a Berlin, 18. November. Gegenüber den vielfachen Meldungen speziell österreichischer Blätter, daß das österreichische Kriegsministerium und demnächst auch die deutsche Kriegsverwaltung mit der Absicht umgehe und bereits Vorkehrungen getroffen habe, um auf ein kleineres Kaliber für die Infanteriegewehre überzugehen, können wir versichern, daß die Absicht einer solchen Aenderung für absehbare Zeit keineswegs vorliege. Abgesehen davon, daß ein für ein Kaliber unter 7½ Millimeter brauchbares Pulver noch nicht existirt, würden die von einer Verkleinerung des Kalibers selbst auf 6 Millimeter zu erwartenden Vortheile so geringfügig sein, daß die Aufwendung so ungeheurer Mittel, wie sie die Umänderung der inzwischen completirten Bewaffnung sowohl der österreichisch=ungarischen wie der deutschen Armee erfordern würde, keineswegs uls gerechtfertigt erscheinen könnte. Eine Bestätigung des Vorstehenden liegt auch darin, daß Rußland und Spanien, welche sich erst in allerneuester Zeit für ein kleinkabriges Gewehr entschieden haben, ebenfalls das 8 Millimeter=, resp. das 7,65 Millimeter=Kaliber adoptirt haben. Italien ist somit mit der Adoptirung des 6½ Millimeter=Kaliber allein geblieben, aber auch dort hat man bis jetzt nur wenige hundert Mustergewehre gefertigt und nach den mit denselben vorgenommenen Versuchen, welche kein befriedigendes Resultat ergeben haben, ist es auch in Italien höchst fraglich geworden, ob man das Kaliber von 6½ Millimeter definitiv beibehalten wird. — Ein hiesiger Berichterstatter des„Pester Lloyd“ kommt auf den bekannten Besuch Windthorsts bei Bismarck, der kurz vor der Entlassung Bismarcks stattfand, zurück. Er will wissen,„daß Herr Windthorst keine Neigung bezeigte, auf die ihm angebotene Kooperation einzugehen; vermuthlich, weil er besser über die Lage der Dinge unterrichtet war, wie der Fürst voraussetzen mochte.“ Dazu wird in der Allgemeinen Zeitung bemerkt:„Wer mit solcher Sicherheit als Chronist der Zeitgeschichte auftreten will, sollte sich doch erst genauer insormiren und nicht die Dinge auf den Kopf stellen. Das gerade Gegentheil ist richtig. Windthorst hatte den Fürsten um eine Unterredung ersuchen lassen, welche der Kanzler ihm gewährte. In dieser stellte Windthorst auf die Frage nach seinem Begehr, in der irrthümlichen Voraussetzung, daß Fürst Bismarck in der Nothlage sei, sich die Unterstützung des Centrumsführers sichern zu müssen, Forderungen, welche der Fürst rundweg ablehnte. — Der Brief des Dr. Peters, den das„D. W.“ veröffentlicht, lautet: Kilimandscharo=Station, den 17. Sept. 1891. Sehr geehrter Herr von Tiedemann! Ich kann Ihnen eine für Sie ganz interessante Mittheilung machen, nämlich daß unser Freund Jackson aus dem united service club London gebladbautb ist, weil er Ihre Forderung von Busiba nicht angenommen hat. So erzählt mir Kapitän Bateman, jetzt britischer Kommandant von Taveta. Dieser Bateman war der Weiße, der uns damals in den Mumombergen gemeldet wurde, er kam mit mehreren Geschützen und 150 Sudanesen, um uns zu fangen, über Kiloluma. Er schlug die Wadsagga und hat hernach 50—60 Granaten in unsern Lagerplatz zwischen D'sagga und Mumoni geworfen.— Sie wissen, in die Bananen am Tana, weil er glaubte, wir wären noch dort. Jackson ist aus der brittsch=ostafrikanischen Gesellschaft entlassen. Ich wäre vor 14 Tagen um ein Haar in Rombo erstochen. Ich schlug die Angreifer, aber es war ein Gefecht à la Mangati, ich verlor einen Weißen(Sergeant Schubert) und 4 Mann. Mit den verbindlichsten Grüßen von Johannes und mir Ihr hochachtungsvoll ergebener Karl Peters. bpn. Daß der Plan, die Lehrer an den höheren Lehranstalten den Richtern an den Gerichten erster Instanz gleichzustellen, ernstlichen und schwer zu überwindenden finanziellen Schwierigkeiten begegne, ist von uns seinerzeit angedeutet worden. Damals vielfach angefochten, finden unsere Darlegungen jetzt durch die thatsächliche Erledigung der Frage der Aufbesserung jener Lehrerstellen volle Bestätigung. Wie sehr insbesondere der Hinweis berechtigt war, daß jene Maßregel zu zahlreichen, schwer abzuweisenden Becufungen anderer Kategorien von Beamten führen werden, zeigt ein Vergleich auch nur der jetzt in Aussicht genommenen Gehaltssätze clamentarischen Thätigkeit höchst unwahrscheinlich. Gege die Anführung der Fürstin Bismarck, sie habe ihr ganzes Leben auf ihren Mann verzichtet und wolle ihn wenigstens beim Sterben um sich haben, prallen andere Erein Fürst Bismarck hat keinen Platz im Reichstage belegt. Die durch die Blätter gehende Meldung, daß der Fürst Bismarck sich im Reichstage einen Platz habe belegen lassen, ist unzutreffend. — Dem„Hamb. Korr. zu Folge hal ver Reichskanzler v. Caprivi dem Grafen Kalnoky telegraphirt, um diesem zu seiner großen staatsmännischen Rede Der Ein Artikel des Miltärwochenblats beschäftigt sich wieder mit der zweijährigen Dienstzeit. Es wird vorgeschlagen, die Kriegsstärke der Bataillone(jetzt 1000 Mann), weil sie den Anforderungen an die Beweglichkeit im modernen Gefecht nicht mehr entsprechen könne, herabzusetzen, um die Friedensstämme entsprechend zu vermehren oder derart zu verstärken, daß sie trotz der nothwendigen Abgaben an Ersatzreserve= 2c. Formationen ohne wesentliche Einbuße an innerem Halt im Falle der Mobilmachung gespalten. d. h. verdoppelt werden könnten. Der Artikel gehl davon aus, daß bei Einführung der zweijährigen Dienstzeit das jährliche Rekrutenkontingent um etwa 30 Proz, zu erhöhen sei. 4 — Der deutsche Geldmarkt wird vurch die bei uns, wie in Europa herrschende Geschäftsflaue recht stark mitgenommen. Ein allgemeines Sinken der Kurse hat Platz gegriffen; Grund zu direkten Besorgnissen für das Publikum ist nicht vorhanden, es kann nur zur Geduld gerathen werden. An einen baldigen Umschwung ist nicht btsanstalten mit denen Beamtenklassen. Einschließlich der Oberlehrer= ge erreichen erstere den Höchstbetrag von 5400 Mark. der Lehrer an den höheren Unterrich. anderer Bchmungiseex W#hgung kr Verrggte, die Landräthe aber erhalten nach wie vor höchstens 4800 Mark, obwohl ihre Stellung eine vergleichsweise größere Repräsentation bedingt. Von den beiden Klassen von Beamten mit akademischer Vorbildung, welche bisher allein ihrer besonders ungünstigen Lage wegen in dem Rahmen der allgemeinen Gehaltserhöhung eine Aufbesserung erfahren haben und welche daher am ebesten mit den in Rede stehenden Lehtern zu vergleichen sind, beziehen die Oberförster auch nach der 1890/91 erfolgten Auft esserung höchstens 4500 Mark Gehalt, während die Bauinspektoren der allgemeinen Bauverwaltung mit ihrem böchsten Gehalt von 4800 Mk. roch um 600 Mk. hinter dem Höchsteinkommen der Gymnasiallehrer zurückbleiben. Auch bezüglich dieser beiden Kategorien der Beamten handelte es sich nicht darum, die Gehälter so zu regeln, wie dies endgütig erwünscht wäre, sondern vorbehaltlich der definitiven Regelung im Zusammenhange mit einer allgemeine:. Neuordnung der Einkommensverhältnisse der akademisch gebildeten Beamten zunächst darum, den dringendsten Bedürfnissen zu genügen. In dem gleichen Sinne wird auch die jetzt bezüglich der Lehrer an den höheren Lehranstolten geplante Maßregel gedacht sein. Es gilt anscheinend nicht, deren materielle Lage endgültig aufzubauen, sondern durch einen Nothbau den dringendsten Uebelständen abzuhelfen; daß aber unter diesen Gesichtspunkten die Maßregel den Vergleich mit der Behandlung anderer Beamtenklassen sehr wohl verträgt, zeigen die obigen Gehaltszahlen. — Die„Nordd. Allg. Ztg.“ spricht sich gegen die Diäten der Reichstagsbgeordneten aus. Durch Gewährung von Diäten wurde der Schwerpunkt im Parlament nach der sozialdemokratischen Seite hin verschoben. werden. ∆ Berlin, 18. Nov. Mit Unterstützung des schlesischen Provinzial=Lehrervereins wird die Begründung eines deutschen Lehrerheims in Schreiberhau im Riesengebirge geplant. Dieser Plan findet in den Reihen der deutschen Lehrerschaft allseitig Anklang und es steht sonach eine kräftige unterstutzung des beavsichtigten Unternehmens in Aussicht. Das Heim soll in erster Linie für erholungsbedürftige Lehrer, Lehrerfamilien und Pensionäre bestimmt sein; alsdann sollen daselbst auch nach Maßgabe des verfügbaren Raumes Schulen und Semtnare bei ihren Ausflügen Unterkunft finden. — Die Köln. Ztg. bringt folgende Meldung ihres Petersburger militärischen Berichterstatters: Der russische Kriegsmintster habe neulich in vertrautem Kreise geäußert, die Kriegsvorbereitungen würden durch die in Folge der Hungersnoth verursachten staatlichen Ausgaben in keiner Weise aufgehalten, vielmehr solle sogar die Gewehrlieferung beschleunigt werden; die eben befohlene Bildung eines Festungsartillerie=Bataillons in Zegrz sei nur ein Glied in der Kette der fortwährenden Vermehrung der russischen Festungstruppen, namentlich der Festungsartillerie; die Kosten spielten hierbei keine Rolle, da dem Kriegsminister auf etliche Jahre hinaus riesige Summen noch zur freien Verfügung stehen. — Aus dem südwestafrikanischen Schutzgebiete liegt ein im„Reichsanz. veröffentlichter Bericht des stellvertretenden Führers der Schutztruppe über den bereits in der„Magdeb. Ztg. gemeldeten neuesten Angriff Hendrik Witboys auf die Hereros vor. Der Angriff endete, wie ebenfalls bereits gemeldet wird, mit der Niederlage Witboys, sein Verlust ist bedeutend. — Dem Reichstag ist soeben ein Gesetzentwurf, betreffend die Aenderung des Artikels 31 der Reichsverfassung zugegangen. Ein Zusatz zu diesem bezweckt, die Immunität(Unverletzbarkeit) der Reichstagsabgeordneten für die Zeit der außergewölnlichen, längeren Vertagungen zu suspendiren. Es haben über diesen Punkt schon seit Jahren Streitigkeiten stattgefunden. Besonders in letzter Zeit haben Gerichte sich wiederholt dahin ausgesprochen, daß während der längeren Vertagungen des Reichstages die Unverletzbarkeit der Abgeordneten erlischt. Um diesem Streit endlich einmal ein Ende zu machen, ist wohl das neue Gesetz im Reichstage eingebracht. — Ein offiziöser Berliner Artikel der„Polit. Corresp. erklärt, Rudini's freundliche Aeußerungen über Frankreich hätten in Berlin nicht das leiseste Mißtrauen erweckt. — Der Abgeordnete v. Rauchhaupt will sein Abgeordnetenmandat niederlegen; er wird als der Abgeordnete bezeichnet, der dem Kaiser schon in Erfurt den bekannten Spruch„suprema lex“ zur Beherzigung empfahl. hpn.— Daß der Unfallverhütung in den gewerblichen Betrieben immer größere Aufmerksamkeit geschenkt wird, zeigt der Umstand, daß die Zahl der bei den Berufsgenossenschaften angestellten Beauftragten, deren Hauptaufgabe in der Ueberwachung der Betriebe besteht, sich von 148 am 1. Oktober 1890 nach dem neuesten amtlichen Ausweise auf 165 am 1. Oktober 1891 vermehrt hat. Die Zunahme entfällt allerdings lediglich auf die gewerblichen Berufsgenossenschaften, von den landwirthschaftlichen haben nach wie vor nur zwei und zwar die schlesische und anhaltinische Beauftragte angestellt. Im Uebrigen hat das Reichs=Versicherungsamt neuerdings wiederum für eine gewerbliche, für die Glas=Berufsgenossenschaft, Unfallverhütungsvorschriften genehmigt. — Die Influenza gewinnt leider, wie von ärztlicher Seite mitgetheilt wird, auch in Berlin von Tag zu Tag mehr Boden. Namentlich stark herrscht sie in den Stadttheilen des Nordostens, wo bereits eine Anzahl Todesfälle konstatirt worden ist.. 856 8 c Hamburg, 18. Nov. Beim Bau des Fischerhafers explodirte gestern Abend infolge Herausfliegens eines Auswaschpfropfens der Kessel einer Lokomotive. Zwei Maschinisten und ein Heizer wurden schwer verbrüht und sind im Laufe der Nacht im Hospital gestorben. Wilhelmshaven, 17. Nov. Während in den letzten Wintern stets nur zwei Geschwader, das ständig für den politischen Dienst auf den auswärtigen Stationen zur Verfügung stehende Kreuzergeschwader und das für die Wintermonate besonders zusammengestellte Uebungsr. im Dienst waren, tritt in diesem Winter zum geschwad..,„Knn g.g1, kut m 2. erstenmal als drittes Geschwader das Manövergeschwader auf. Dasselbe besteht, unter Befehl des Viceadmirals Deinhardt, der in der Sommerperiode die gesammte Manöverflotte befehligt, aus den drei Panzerschiffen „Baden"(Flaggschiff des udmirals),„Bayern" und „Oldenburg Russische Werthe. Wie der„K. Ztg. aus Paris aus zuverlässiger Quelle berichtet wird, beabsichtigt das Syndicat für die jüngste dreiprocentige russische Anleihe bereits in den nächsten Trene. 6 Roman von Hedwig Erlin. — Nachdruck verboten. „Sprach denn Ihr Herr Sohn bereits spanisch, als er von hier fortreiste?“ Der Hausherr schmunzelte stolz:„O mein Junge war immer ein tüchtiger Mensch, er sprach spanisch, englisch, französisch— ich glaube sogar— Frau, nicht wahr? — auch lateinisch?“ „Er war sehr klug, gewiß!" seufzte Frau Seltburg mit schmachtendem Augenaufschlag,„wenn ihm nur dort in dem wilden Lande nichts von Räubern und Unthieren geschieht, ich stehe immer solche Angst aus!“ Berning strich die Asche von seiner Havanna und lächelte fein, indem er der Dame versicherte, daß sie weder von Räubern noch von wilden Thieren für ihren Sohn zu fürchten habe, da weder das eine noch das andere in Mexiko anzutreffen sei, höchst selten einmal, und dann auch sicher nicht in der Hauptstadt.„Nun und schlechte Menschen die schlimmer als die Räuber der Landstraße sind, gnädige Frau, giebt es ja leider Gottes überall, sie sind die Brennnesseln der Gesellschaft, deren Stacheln man nicht sieht, die aber um so schärfer stechen, wenn man ihnen zu nahe kommt.“ Seltburg füllte auf's Neue die Gläser. „Gespenster zu sehen, die das Leben des Kindes bedrohen könnten, ist Eltern zu verzeihen; nur wer schon in der Angst und Sorge um ein geliebtes Wesen Stunden und Minuten gezählt, kennt die edelsten, heiligsten Gefühle, die im Leben des Kindes den eigenen Lebenswerth suchen.“ Berning seufzte tief:„Ich bin allein und kenne nicht dies schöne Gefühl, meine Bücher haben mir bis jetzt die Welt ersetzt, aber da ich schon anfange, die Welt in ihnen zu suchen, wird mir klar, da sie sie mir einzig und allein nicht mehr ersetzen.“ „Sie müßten hekrathen, Herr Berning,“ sagte Frau Seltburg, ihm einen verständnißlosen, koketten Blick zuwersend. Plötzlich trat der Diener ein, dem Hausherrn ein soeben angekommenes Telegramm übergebend. Aus Amerika— Newyork? Mit zitternden Händen Tbrach es Seltburg. Tagen den Gewinn auszuzahlen, der den einzelnen Syndicatsmitgliedern aus der Betheiligung bei der Uebernahme zufällt. Er soll sehr erheblich sein, denn es ist Thatsache, daß das Syndicat als solches den ganzen Betrag der 500 Millionen=Anleihe abgegeben und nach der Zeichnung auch nicht ein Stuck zum Halten des Courses aufgekauft hat. Vom reinen Geldstandpunkt: ist also das Unternehmen des Syndicats überaus lohnend gewesen; um so schlimmer ist der Gegensatz, wenn man die Lage der ersten Zeichner, vor allem der zahlreichen kleinen französischen Kapitalisten und des russischen Finanzministers betrachtet. Beide sind gründlich hereingefallen. Die ersteren haben schon heute einen Verlust von etwa 34kr. an jedem erworbenen Stück zu tragen und alle Sachverständigen sind darüber klar, daß dieser Verlust sich von Tag zu Tag noch beträchtlich steigern wird, da die künstliche Hochtreibung des russischen Courses von selbst dadurch ein jähes Ende erreicht hat, daß es keinen ausreichenden Markt mehr für russische Werthe giebt. Dieser Courssturz wird voraussichtlich in Frankreich um so unaufhaltsamer werden, als russische Bankanstalten sehr zum Schaden ihrer eigenen Werthe eigennützig genug gewesen sind, noch ihren eigenen Besitz an Orientanleihen gleichzeitig am Pariser Mark zum Verkauf zu stellen. Das hat die französischen Bankiers doppelt stutzig gemacht. Was aber Herrn von Wyschnegradski betrifft, so ist seine Verlustrechnung doppelt. Einestheils haben sich seine Bemühungen, durch umfassende Aufkäufe den Cours auf leidlicher Höhe zu halten, als völlig vergeblich erwiesen. Von den fürfhundert Millionen, deren er bedarf, hat er nabezu ein Viertel am Pariser Markte wieder aufkaufen müssen, und dieses Viertel, das seinen Ruheplatz in der russischen Reichsbank finden wird, ist für ihn für lange Zeit unverkäuflich. Anderseits ist das Sinken des Courses aller russischen Werthe auf allen Börsenplätzen der Welt gleichzeitig die Abrechnung für seine bisherige Wirksamkeit als Finanzminister. Das ganze künstliche Gebäude, das er zu errichten gesucht hat, um Rußland wirthschaftlich frei und unabhängig vom Auslande zu stellen, fällt jäh in sich zusammen, wie es von den unbefangenen Kennern des Landes seit Jahren vorausgesagt worden ist Schon sinken die Course wieder auf den Stand, welchen sie im Jahre 1887 gehabt hatten, und es ist sehr fraglich, ob sie dort Halt machen werden, da inzwischen durch die Vertreibung der besten wirthschaftlichen Kräfte aus dem Reiche, durch die gewaltige Zunahme der Verschuldung des Großgrundbesitzes wie der Bauerschaft, durch das gefährliche Brachlegen des Ausfuhrhandels infolge des Getreideausfuhrverbots, endlich durch die Nachwirkungen der diesjährigen Mißernte die wirthschaftliche Lage und der Credit des Landes sich seit den vier Jahren dermaßen verschlechtert hat, daß dies auch äußerlich im Werthe der russischen Anleihen seinen Ausdruck finden muß. Der überaus knappe Geldstand in Rußland selbst bedingt bereits seit längerer Zeit einen Zinsfuß von über 8 pCt. Die Aufnahme einer innern Anleihe wird dadurch immer schwieriger und kostspieliger. Kurzum, Herr Wyschnegradskij mag als Bankier des russischen Staatsschatzes manchmal sehr schwere und erfolgreiche Geschäfte gemacht haben, seine Leistungen als Staatsmann und Minister sind für den russischen Staat um so verhängrißvoller und minderwerthiger gewesen. Oesterreich-Ungarn. W Wien, 18. Nov. Im Heeresausschusse der ungarischen Delegation erklärte der Kriegsminister, Freiberr v. Bauer, daß er unter den gegenwärtigen Verhältnissen keine weitere Vermehrung der Artillerie in Aussicht nehme, jedoch die Einführung eines Einheitsgeschosses für dieselbe anstrebe. — Das von der Börsenkammer zur Untersuchung der Vorgänge vom 14. d. M. eingesetzte Comité nahm heute zahlreiche Vernehmungen vor. Frankreich. Paris, 18. Nov. Mehrere Pariser Blätter melden, der russische Großfürst=Thronfolger werde bestimmt Anfangs Januar hierher kommen, hier zwei Wochen verin und sodann nach London zum Besuche des englischen Hofes abreisen. Der Besuch in Haris werde einen ausgesprochen amtlichen Charakter tragen. Die Meldung erregt hier Aufsehen. Paris, 18. Nov. Nach aus Algier eingegangenen Nachrichten dauern die Unruhen an der marokkanischen Grenze fort. Zwischen den Stämmen der Bens=Nassen und Triffas kam es zu einem mehrstündigen Feuergefecht, bei welchem die Letzteren unterlagen. Paris, 18. Nov. Eine ganze Reihe hiesiger Blätter der verschiedensten Richtungen erheben gegen den russischoffiziösen„Nord“ in entschiedenster Weise Protest, weil er für das Ministerium eingetreten ist und die guten Beziehungen mit Rußland vom Verbleiben des gegenwärtigen Kabinetts abhängig zu machen wagte. NamentEs enthielt die Worte:„Bin auf der Reise zu Euch, Schiffsabgang morgen, den 16. Hans.“ Vor Erregung bebend, ließ Seltburg das Papier fallen. „Er kommt, mein Junge," flüsterte er, und eine Thräne rollte in den grauen Bart. Berning und Frau Seltburg waren ebenfalls sehr gerührt. Letztere begab sich hastig nebenan in das Musikzimmer, um ihren Töchtern die frohe Botschaft zu bringen. Der glücklche Vater war aber immer noch zu ergriffen, um mehr zu sagen, als: „Er kommt zurück, mein Hans, mein lieber Junge.“ Berning war an's Fenster getreten; draußen legte sich die Nacht über die Natur, und am Himmel funkelten die Sterne. „Glückliche Menschen in Eurer Einfalt, glücklich in der Liebe, die Ihr gabt und nun zurückempfanget. Und ich, der ich meinen Geist planlos durch das Universum schweifen lasse, die Göttlichkeit, den Ursprung alles Erhabenen. in der Analyse aller Empfindungen suchend, fange an zu erkennen, daß Ihr Geister der Alltäglichkeit dennoch ein Etwas vor mir voraushabt, denn was ich in höheren, überirdischen Regionen suche, fandet Ihr bereits in Euch selbst.“— Im Musikzimmer hatte die frohe Nachricht, die Frau Seltburg brachte, eine kleine Sensation hervorgerufen. Alle umstanden die Verkünderin fragend, sich mit ihr freuend und bereits Pläne für des Bruders Empfang vorschlagend. Nur Irene stahl sich aus dem frohen Kreise, an das Fenster tretend; mit sehnsüchtigem Auge hinaus blickend, tropfte langsam Thräne auf Thräne von ihren seidenen Wimpern. In der Freude und im Glücke Anderer, fühlte sie nur um so härter ihre eigene Verlassenheit. Drittes Kapitel. Es war an einem wundervollen Herbfttage. Trotzdem bereits einige Bäume ihres Schmuckes beraubt dastanden, war die Luft doch warm und lind. In der Beletage bei Seltburg's prangten an den Thüren mehrerer Zimmer frische, schöne Guirlanden, und ein betäubender Blumenduft erfüllte die langen Korridore und hohen Hallen. In einem mit allem Comfort der Neuzeit ausgestatteten Herrenzimmer lagen prachtvolle lich die radikalen Blätter zeichnen sich durch eine große Erregung aus. Sie erklären, man habe gewiß große Freude mit der Freundschaft Rußlands, werde ober nie „ der neirchtMrm bir ninten dulden, daß sich der nordische Freund in die innere Angelegenheiten Frankreichs einmische oder gar vorschreibe, ob man ein Ministerium stürzen oder beibehalten dürfe. ob man ein Ministerium stürzen oder beibehalten Frankreich sei eigener Herr in seinem Hause und verlange, daß seine Freunde dies zu allererst anerkennen. Frankreich kümmere sich ja auch nicht um die inneren Vorgänge Rußlands, obgleich die russischen Verwaltungsnoimen dem kritischen Sinne der Franzosen mancherlei Stoff zur Unterhaltung gäben. Rußland sollte dies Beispiel nachahmen, da sonst die Intimität der Beziehungen der beiden Nationen arg gefährdet würde. Belgien. Brüssel, 17. Nov. Große Aufregung erregte das Bekanntwerden von der Entdeckung zweier Morde. Gestern Abend hielt, von zwei passirenden Bauern zufällig beobachtet, ein Wagen nahe der bekannten„Dicken Buche" am königlichen Schlosse zu Laeken. Zwei Personen stiegen aus, legten einen Menschen am Fuße der Buche nieder und bestiegen eilends wieder ihr Gefährt, dos in rasendem Galopp davon jagte. Die herbeieilenden Bauern fanden eine— scheinbar unversehrte— Leiche. Der Todte trägt indeß schwere Wunden am Körper und mehrere Rippen sind ihm gebrochen. Offenbar hat man ihm nach der Ermordung einen frischen Anzug angezogen. Keinerlei Erkennungszeichen wurden an der Leiche gefunden. Die Droschke wie die Mörder sind bisher nicht entdeckt. Gleichzeitig fond ein Polizist in der Nähe einen seidenen Damenschirm und ein Packet, in dem ein grauer Regenmantel, ein Damenhut, eine Boa und ein Paar Handschuhe sich befanden. Auf demselben lag ein Zettel, worin eine Unbekannte ohne Namensnennung um Verzeihung bittet, ohne zu sagen wofür, und bittet, einen gewissen U. zu verfolgen, der an Allem schuld, da er sie mit Unrecht in Verdacht gehabt. Man glaubt an einen Selbstmord durch Ertränken, jedoch wurde trotz langen Suchens keine Spur einer Leiche im nahen Canal von Willebrock gefunden. 54 Petersburg, 17. Nov. Die„Börsenzeitung“ meldet gerüchtweise, es solle eine aus hochstehenden Persönlichkeiten bestehende Regierungs=Kommission gebildet werden, welche die gesammte Volksverpflegung in den Nothstandsgegenden letten, Korn einkaufen bezw. versenden solle. Italien. Rom, 18. Nov. Am 19. Dezember wird ein geheimes, am 17. Dezember ein öffentliches Konsistorium stattfinden. In dem ersteren wird der Papst eine Ansprache halten und die Ernennung seines Obersthofmeisters und Präfekten der apostolischen Paläste Ruffo Scilla, sowie des Sekretärs der Congregation der Bischöfe und geistlichen Orden, Sepiaci, zu Erzbischöfen ankündigen. In dem öffentlichen Konsistorium wird der Papst 2 neuen Kardinälen den Kardinalshut überreichen. In beiden Konsistorien wird die Präkonisirung zahlreicher Bischöfe erfolgen. Lnlgarten. g Sofia, 18. Nov. Hier erhält sich ernstlich das Gerücht, daß Prinz Ferdinand von Koburg auf Errichtung einer Leibgarte aus Fremden bestehe. Trotz Abrathen der ihn umgebenden bulgarischen Politiker beharre der Prinz bei seinem Willen und bei seiner vorgefaßten Meinung, daß seine jetzige Garde nicht voll verläßlich sei. Der Prinz will angeblich bestimmte Verdachtsmomente haben. Stambuloff hat über die Neuerrichtung der Garde in einem hierzu expreß einberufenen Ministerkonseil berathen lassen. Es besteht die Absicht, für diese Leibgarde nur Deutsche und womöglich nur Leute aus der engeren Heimath des Prinzen zu assentiren. Ein diesbezüglicher Gesetzentwurf soll der Sobranje vorgelegt werden. Amerika. Newyork, 18. Nov. Der„Newyork=Herald“ läßt sich aus Buenos=Ayres melden, nach dort eingegangenen Depeschen aus Formosa sei von den Aufständischen in Paraguay die Residenz des Gouverneurs Delgado geplündert worden. Gerüchtweise verlautet, Delgado sei verwundet, mehrere seiner Offiziere seien getödtet, von Buenos=Ayres seien Truppen nach Formosa gesandt worden. Das Land scheine am Vorabend einer neuen Revolution zu steben, da sich zwei Kandidaten, der Dr. Pizarro und der General Mitre um die Präsidentschaft streiten. Die Garnison von Rosario in der Provinz Santa Fe habe gemeutert.— Ein weiteres Telegramm desselben Blattes meldet aus Buenos=Ayres, der Präsident Fonseca hätte drei Generäle nach Rio Grande do Sul gesandt, um mit den Aufständischen zu verhandeln. Geschenke ausgebreitet, und ein herrlicher Wandschmuck aus himmelblauer Seide gefertigt, auf dem zwei Engel gestickt waren, trug die Inschrift:„Willkommen, lieber Bruder." Herr Seltburg und seine Gemahlin nebst ihren beiden Töchtern, waren bereits zu dem etwas entfernt gelegenen Bahnhof abgefahren, um Hons, der heute Nachmittag eintreffen wollte, zu empfangen. Irene weilte einsam auf ihrem Zimmer. Was kümmerte sie Hans Seltburg? Sie schien heute sehr erregt zu sein, denn mit großen, hastigen Schritten durchmaß sie unruhig das Gemach, nervös in den Händen einen Brief zerknitternd, dessen Schrift eine unbeholfene Hand erkennen ließ. Das Schreiben, vom bisherigen Verwalter des Schlosses, Halden, enthielt die Nachricht, daß endlich offiziell in der nächsten Woche die Versteigerung des Schlosses stattfinden werde. Bei jeder Hinausschiebung des gefürchteten Termins hatte Irene neue Hoffnung geschöpft; mit der Zähigkeit, die das Unglück bewirkt hatte sie, obschon es nur durch ein Wunder hätte ermöglicht werden können, an die Erhaltung ihrer Heimathstätte geglaubt. Nun war Alles dahin. Als ob sie es heute zum ersten Mule erführe, so erschütterte sie die grausame Thatsache, die sie doch längst voraussehen mußte, der Einsturz ihrer Hoffnungen. War denn keine Möglichkeit vorhanden, ihr wenigstens einen Antheil zu retten? Ein geringes Vermögen, von etwa 20000 Mark, mußte sie noch besitzen, welches sich in Händen des Vormundes befand. Ließe sich damit nichts anfangen? Gott, hätte sie nur einen Menschen, den sie um Rath fragen könnte Verzweifelt ließ sie sich auf einen Sessel nieder. Der Onkel? Nun ja, er war ja sehr gut und freundlich, aber sie stand ihm wirklich noch zu fremd und schüchtern gegenüber, um eine solche Bitte an ihn zu richten. Und Asta verstand von Geschäftsangelegenheiten ebenso wenig, wie sie selbst. Da blieb wieder nur der Gelehrte, Berning, übrig. Ja, er konnte ihr schon rathen. Aber, offen gestanden, sie bat ihn nicht gern um etwas, er lächelte oft so eigen, fast überlegen, und das verletzte sie. Doch heute mußte es sein. Wenn sie nur wüßte, wo sie ihn sprechen könnte. Das Mädchen mochte sie nicht gern hinauf schicken. Irene sah nach der Uhr. Vor zwei Stunden konnten Westfalen und Pheinland. Witten, 18. Nov.(Turngemeinde.) Unter dem Vorsitze des Rechtskonsulenten Aug. Pott fand gestern Abend im Borgmann'schen Lokale die Jahres=Hauptversammlung der hiesigen Turngemeinde statt. Zunächst erstattete der 1. Turnwart H. Vettebcodt Bericht über den Turbetrieb. Darnach wurde im verflossenen Jahr an 88 Abenden mit durchschnittlich 26 Turnern pro Abend geturnt. Der Gesammtbesuch betrug 2286 Mann. Bei den Gau= und Bezirkswettturnen errang die Turngemeinde 10 Kränze und 1 Anerkennung. Ueber den Stand der Vereinsbibliothek berichtet Genosse Schubert, daß dieselbe erheblich vermehrt und benutzt worden sei. Genosse Spennemann erstattet den Kassenbericht, den die Revisoren für richtig befinden. Das Baarvermögen des Vereins beträgt zur Zeit 1741 Mk. Dem Gesammtvorstand wird auf Antrag der Revisoren Entlastung ertheilt und für die gute Geschäftsführung Dank ebgestattet. Bei der nun folgenden Vorstandswahl wurden gewählt: Aug. Pott, 1. Vorsitzender; Aug Auffermann, 2. Vors.; H. Vettebrodt, 1. Turnwart: R. Auffermann, 2. Turnw. Oskar Rüttler, Leiter der Jugendabtheilung; W. Moll, Schriftführer; F. Spennemann, Kassirer; W. Wenzel, Geräthewart; C. Hirsch und F. Marx, Beisitzer. Nachdem noch ein Stündchen dem gemüthlichen Beisammensein gewidmet worden, wurde die Versammlung mit einem kräftigen„Gut Heil!“ vom Vorsitzenden geschlossen. 8 Witten, 19. Nov.(Konkurs Wittener Walzwerk.) Die Konkursverwaltung wird demnächst eine Abschlagszahlung von 40 pCt. vertheilen. Witten, 19. Novbr.(Wiedergefunden.) Die am Sonntag Abend aus dem Gardezimmer des Casino gestohlenen Ueberröcke, von denen wir gestern berichteten, haben sich schon wiedergefunden, und zwar sind dieselben in einer entfernten Straße auf dem Hofe eines Hauses verborgen entdeckt. Wahrscheinlich hatte sie der Dieb dort aus Furcht vor Entdeckung oder aus einem anderen Grunde versteckt; die Polizei hat sie den Eigenthümern schon wieder zugestellt. ** Witten, 18. November.(Rückfahrkarten.) Die königl. Eisenbahndirektionen sind angewiesen, den am 24. oder 25. Dez. gelösten Rückfahrkarten in diesem Jahre, weil auf die beiden Weihnachtstagen ein Sonntag folgt, eine verlängerte Giltigkeit bis einschließlich Montag den 28. September zu geben. Abstempelung ist nicht erforderlich. Bommern, 17. Nov.(Unglücksfall.) Auf der außer Betrieb gesetzten Zeche„Nachtigall“ wurde gestern bei den Bergungsarbeiten der schweren unterirdischen Maschinentheile dem Bergmann H. durch einen plötzlich mit voller Wucht zurückschlagenden Spindelarm ein Bein total zerschmettert. Der Schwerverletzte, ein kräftiger Mann, wurde sofort ins Wittener Krankenhaus überführt und ist sein Zustand ein sehr bedenklicher. X Vörde, 17. Nov.(Ehrlich währt am löngsten.) Dies Sprüchwort scheint ein Bauer aus Breckerfeld noch nicht gekannt zu haben. Als derselbe nämlich gestern Morgen hier durchfuhr fand er in der Lindenstraße einen kleinen blauen Beutel, welchen er aufbov und schnell in seine Tasche verschwinden ließ. Kurz darauf durcheilte der Briefträger die Straßen und suchte vergeblich nach seinem verlorenen Geldbeutel, in welchem sich über 500 Mark befunden hatten. Ein Schneidergeselle erzählte nun, daß er gesehen, wie sich vorhin der Fuhrer eines ihm unbekannten Fuhrwerks in der Lindenstraße gebückt und einen Beutel aufgehoben und eingesteckt hätte. Hierauf setzte der Polizeisergeant Spangenberg dem Fuhrwerk nach und traf es in Altenvörde an. Der Bauer leugnete in frecher Weise den Fund ab, als er aber mit Festnahme bedroht wurde, gestand er denselben ein und holte den Beutel aus seiner Karre hervor, wo er ihn bereits unter Säcke versteckt hatte. Das Geld fand sich noch unangerührt vor. Die Freude des Briefträgers läßt sich denken, für den Bauer aber, welcher zudem in geordneten Verhältnissen leben soll, dürfte die Geschichte noch unangenehm werden. * Iserlohn, 18. Nov.(Einen neuen Unfug) n rohe Burschen hier ausgeheckt. Gelegentlich größerer haben ega e W Menschenansammlungen wurde verschievenen Personen krennender Zunder in die Rock= und Ueberziehertaschen praktizirt; durch den Geruch aufmerksam gemacht, wurde größeres Unheil vermieden und waren nur Löcher zwar in den Kleidern zu beklagen, allein für alle Fälle erscheint Vorsicht solch ausgesuchter Rohheit gegenuber geboten. Siegen, 17. Nov.(Der Ehrenbürgerbrief) der Stadt Siegen für den Fürsten Bismarck ist nunmehr fertig und wird einen Tag lang im Magistratszimmer zu der Bürger Ansicht ausgestellt. Das von der Firma Spiegel in Breslau künstlerisch gestaltete Dokument zeigt Allegorien der Industrie und Landwirthschaft und die Verwandten nicht zurückkehren, also kurz entschlossen, sie wollte Berning selbst aufsuchen, und zwur gleich jetzt, das erregte am wenigsten unnöthiges Aufsehen. Sie öffnete also die Thür, nahm den Brief des Verwalters an sich und begab sich vorsichtig und leise und Treppe hinauf in das zweite Stockwerk. Noch nie war sie da oben gewesen. Das Haus ist eigentlich recht merkwürdig gebaut, dachte sie, über die langen, dunklen Gänge staunend, die nur matt durch eine Gasflamme erhellt und mit vielen kleinen Tapetenthüren versehen waren. Der Aufenthalt im oberen Stockwerk der Villa war fost unheimlich; auch Irene fühlte eine gewisse Aengstlichkeit in sich und schon bereute sie beinahe hinaufgegangen zu sein. Suchend tappte sie vorwärts, wo waren nur Bernings Zimmer? Fast am Ende des mittleren Ganges gewahrte sie eine breite, mit einem Messinggriff versehene Thür, wahrscheinlich führte die hin, wo sie wünschte. Als sie dieselbe erreicht, blieb sie zagend davor stehen. Was würde nur Berning von ihr denken, war er überhaupt zu Hause? Horchend lehnte sie den Kopf gegen die Thür, sich mit dem rechten Arm fest auf die Seitenwand legend. Doch kaum hatte ihr Arm die Tapete berührt, als eine kleine Thür aufsprang, die vorher nicht zu bemerken war. Wahrscheinlich mußte Irene mit dem Arm irgend einen geheimen Knopf berührt haben, der den Eingang öffnete. (Fortsetzung folgt.) Kleine Mittheilungen. Die bettelnde Margnise. Auf dem Pariser ChampsElysees bemerkten die Spaziergänger seit einiger Zeit eine bejahrte Bettlerin, deren Kleidung nicht gerade von großer Noth zu zeugen schien. Vor einigen Tagen wurde sie, wie Pariser Blätter berichten, wegen Bettelns arretirt und nach dem Polizeibureau geführt. Dort entpuppte sich als Mitglied einer vornehmen aristokratischen Familie, nannte sich Madame de Laporte de Grandsaigne und, wie die polizeilichen Ermittelungen ergaben, gebührte ihr rechtmäßig der Titel einer Marquise. Die bettelnde Marquise ist 57 Jahre alt und bezieht von Verwandten eine kleine Pension. In ihrer Wohnung fand man vier Hunde und sie erklärte, daß sie betteln müsse, um einen Zuschuß zur Unterhaltung ihrer Hunde zu gewinnen. hat reiche und schöne B Dokumentes geschteht du Deputation. Hamm, 16. Nov.(“ sigen Friedhofe herdigte in einer Tungerhrube te Schrieversmann ist heu Ueber die Veranlassung Anz., Bestimmtes noc 17. Nov verein.) Unter zahli Vormittag im Hotel Tü sitze des Herrn v. Scho Ausschußsitzung des A Vor Eintritt in die Tag rath Winkelmann Nan daröber Ausbruck, daß Vorsitzenden zum Mitgli Herr v. Schorlemer dan Begrüßung und verspra Gnade Sr. Majestät ih stets für die Interesse wollen. Dem hierauf des Jahres die Summe Bei der Westfälischen die Mitglieder mit einer Mark versichert. Dur für etwa 500,000 Mk. vom Verein gegründe sowie die Spar= und 2 es freudig begrüßt Institut lebhaft in Ben als eine vortreffliche E forderungen gerecht gei wärtigen schwierigen V Baumkulturen soll eine ein Forstan. mit sei ein Forstamt.. Forstgarten. Es sei Studienfonds vor dem auf längere Zeit gepack werden solle. Schließl anknüpfender freier Be Jaspers verbreitet sich schätzung zur neuen Elr Vorsitzenden wird dess stellig zu werden, den nung des Einkommens spricht der General=S landwirthschaftlichen Z die Schutzzölle nach L nicht bestehen könne, stand einen schweren E# mäßigung derselben nirichtige Behauptung, Nutzen von den Schu mehr, daß jeder zur E dukte bestimmte Bodel Nutzen theilnehme. keineswegs für die Se Landwirth, sondern M antheil an dem hohen lung wohnten zahlreich präsident Studt. Ober präsident Schwarzen von Briesen bei, weld führung des neuen Ste fand eine Generalvers versicherungsgesellschaf auch der Director Gr Sprache, daß mit Ri schäden des verganger der Gesellschaft trotz 105 pEt. außerordent! * Bielefeld, 17. Die Hauptverlammlur in der Herberge zur von Pastor Mörchen hervor, daß 26 Herber Detmold und Pyrmor selben enthalten zusan im vorigen Jahre 1 Schlafnächten, außer Schlafnächten, zählten nächte. Unter den: mittellose Wanderer 31000 Nachtverpfleg gungen.— In anz berge zur Heimath nut Schlafnächten im Ja Auslande— Paris,L 2 Ziehung der 4. 18. No 149 359 416 717 49 81 544 607 776 946 86 714 41 3007 112 364 4 681 772 84 868 901 70 B 6001 641 936 59 7067 8421 35 232 739 50 905 10088 13001 136 211 536 70 632 84 725(3000 574 601 711 60 80 944 454 850 89 14081 195 13000 90 338(300) 91 208 65 332 52 70 455 60 18063 92 183 344 744 91 640 863 85 939 20025 85 90 173 21 433 83 575 683 700 2 82 29 378 434 539 57 80 8 1500) 799 15000) 875 94 845 70 939 86 26372 6 504 48 769 95(300) 97 237 392 630 714 859 939 300008 42(300) 184 31092 119(300) 36 43 5.36 619 53 762 842 65 700 22 76 930 34076 1 414 631 784 30095 19 43 70 37009 35 413 5 815 975 39020 55 273 40056(5001 71 158 76 99 211 25 48 307 453 14 88 828 935 74 430 644 66 94 715 96 812 91 54 691 838 75(3000) 79 718 58 848 76(1500) 3000 960 47069 117 48085 227 351 77 403 1 330 418 501 681 799 918 50028(3000) 228 647 810 64 92 52025 13 38 52 694 736 811 553 648 89 90 905 5 960 56094 185(300) 31 84 1300) 108 81 90 277 567 90(3000) 610 92 510 15 23 98 624 99 60073 78 126 82 2 500 13 15001 702 39 63037 311 68 632 39 7 65173(3000) 236 362 78 328 80 451 58 575 7 88 767 68149 63 281 69 887 901(3000) 36 9 70018 178 314 444 72068 79 102 284 87 9 S 94 852 13001 7409 947 75136 84(500) 5 224 50 578 88 644 50 7 3000) 54 567 872 78 907 79004 122 234 45 80228 596 632 52 81 743 58 98 918 821 300) 828(500) 995 767 844 931 84069 97 81 256 357 440 552 671 989 87107 84(300) 8 90 225(1500) 455 92 5 349 466 893 972(500) 90121 279 652 721 826 900 92011 14 19 303 17(300) 930344 e.) 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Auf Anregung des Vorsitzenden wird dessen Antrag genehmigt, dahin vorstellig zu werden, den Katastral=Reinertrag bei Berechnung des Einkommens zu Grunde zu legen. Ferner der General=Secretär über die Wirkungen landwirthschaftlichen Zölle. Da die Landwirthschaft ohne die Schutzzölle nach Lage der gegenwärtigen Verhültnisse nicht bestehen könne, so dürfe, wenn nicht der Bauernstand einen schweren Schaden erleiden solle, an eine Ermäßigung derselben nicht gedacht werden. Es sei eine unrichtige Behauptung, daß allein der Großgrundbesitzer Nutzen von den Schutzzöllen habe. Richtig sei es vielmehr, daß jeder zur Erzeugung landwirthschaftlicher Produkte bestimmte Boden in gleichem Verhältniß an dem Nutzen theilnehme. Die Höhe der Brodpreise spreche keineswegs für die Schädlichkeit der Zölle, denn nicht der Landwirth, sondern Müller und Bäcker tragen denHauptantheil an dem hohen Verdienste davon. Der Versummlung wohnten zahlreiche hohe Beamte, so die Herren Oderpräsident Studt, Oberpräsidialrath Viebahn, Regierungspräsident Schwarzenberg sowie Oberregierungsrath von Briesen bei, welch letzterer sich auch über die Ausführung des neuen Steuergesetzes aussprach. Nachmittags fand eine Generalversammlung der Norddeutschen Hagelversicherungsgesellschaft im Centralhofe statt, zu welcher auch der Director Grunert erschienen war. Es kam zur Sprache, daß mit Rücksicht auf die bedeutenden Hagelschäden des vergangenen Sommers sich die Versicherung der Gesellschaft trotz der geforderten Nachzahlung von 165 pEt. außerordentlich günstig gestaltet habe.(R.=W.Z.) * Bielefeld, 17. Nov.(Herbergen=Verband.) Die Hauptverlammlung des Verbandes fand am 11. cr. in der Herberge zur Heimath in Bielefeld statt. Aus dem von Pastor Mörchen erstatteten Jahresberichte heben wir hervor, daß 26 Herberge zur Heimath in Westfalen, LippeDetmold und Pyrmont dem Verbande angehören. Dieselben enthalten zusammen 1024 Betten und beherbergten im vorigen Jahre 120000 Durchreisende mit 180000 Schlafnächten, außerdem 482 Kostgängern mit 24.000 Schlafnächten, zählten also im Ganzen rund 200000 Schlaf, nächte. Unter den Durchreisenden befanden sich 49000 mittellose Wanderer(sog. Verpflegungsstationsgäste) mit 31000 Nachtverpflegungen und 17000 Mittagsverpflegungen.— In anz Deutschland bestehen jetzt 380 Herberge zur Heimath mit beinahe 13000 Betten und 2800000 Schlafnächten im Jahre. Dazu kommen 21 Herberge im Auslande— Paris, London, Petersburg, Amerika u. s. w. Alle diese Herbergen wurden durch freie Vereine auf evangelisch= krchlicher Grundlage ins Leben gexufen, Unter den westfälischen Herbergen sind die großren(mit Beifügung der Zahl ihrer Schlosgschezeig 1400 mund 22.000, Bochum 19.00,,Zeleke. 3500, Hagen 12,000, Witten 12,000, Gelsenlirchen 12,000, Minden 11,000, Münster 10,000, Unna, Hamm, Detmold, Paderborn, Hattingen, Soef., Siegen zählen 6—10,000, Iserlohn, Rheda, Lüdenscheid, Hörter, Lippstadt, Oeynbausen, Pe=eschwerte Aunter Aodo Schafnäche. rtber 4 und 5 Uhr an den Krebsstraße zu. Arbeiter waren mit dem Fällen der Bäume, welche auf der Ecke zwischen Krebs= und Zollstraße stehen, beschäftigt. Ehe man daran dachte, stürzte eine schwere, angehauene Kastanie um. Aus dem Kreise Mettmann, 16. Nov.(Ein bis siger Schäfer.) Am 12. Nov. d. J. trafen 2 Schäfer mit ihren Heerden auf den Grundstücken des Landwirths Niepenberg am Kamp Obmettmann zusammen, worüber der Schäfer von Oetzbach so erzürnt wurde, daß er seinen Collegen von Knürenhaus ein Stück ron der Nase abbiß. Die Klage wegen schwere Körperverletzung ist auAltendorf, 18. Nov.(Grabschänder.) Eine äußerst ruchlose That wurde auf dem hiesigen katholischen Friedhofe in der Nacht von Samstag auf Sonntag begangen, indem 12 Grabdenkmäler, zum Theil noch neu gesetzte, mehr oder minder zerstört und zu Boden gerissen wurden. Oberhausen, 17. Nov.(Schlau.) Herr N. in D. ist ein tüchtiger Geschäftsmann und handelt mit allem Möglichen; alles ist bei ihm zu haben. Leider hat er nicht schreiben gelernt, aber trotzdem führt er ein ziemlich zuverlässiges Hauptbuch, das gar schnurrig aussieht. Er besitzt nämlich von Natur ein tüchtiges Zeichnertalent und damit hilft er sich nach der„N. O. Ztg.“ Kommt ein neuer Kunde, der etwas auf Pump nimmt, so wird sein Contersei mit einigen Bleiftrichen oben auf eine neue Seite gezeichnet und dann kommen in gleicher Weise darunter die Waaren, die der Kund= entnommen. Freilich giebts hier und da einen kleinen Irrthum, wie etwa den folgenden: Ein Kunde zahlt alte Schulden und sagt dann mit frohem Seufzer:„So, nun ist alles wieder glatt!“—„Nein“, sagt Herr N.,„Sie schulden noch einen Holländer Käse für 6 Mk.“ Der Zahler schwört Stein und Bein, er kaufe nie Küse und es sei ein Irrthum; endlich besinnt er sich, noch einen Schleifstein entnommen zu haben. Herr N. hatte in seiner Zeichnung das Loch für die Schleifsteinachse vergessen und hatte er den Stein als Holländer Käse gelesen. * Düfseldorf, 16. November.(Versammlung.) Im Hotel Heck tagte gestern die Versammlung der Gasund Wasserfachmänner Rheinland=Westfalens. Die Betheiligung war eine sehr zahlreiche; es mochten etwa 80 bis 90 Personen erschienen sein. Herr Föhren, Direktor der Gasanstalt in Bonn, eröffnete die Versammlung des Vereins, der in Zukunft den Namen„Verein für Gas=, Elektricitäts= und Wasserfachmänner Rheinland=Westfalens“ führen wird. Weiter wird beschlossen daß Ingenieure von Electrizitätswerken, die als Dirigenten dort beschäftigt sind und als solche eigene Pläne ausarbeiten, als wirkliche Mitglieder ausgenommen werden sollen. Dem Vorstande wurde anheim gegeben, diesbezügliche Vorschläge zu machen, ob neu Eintretende als wirkliche oder außerordentliche Mitglieder aufzunehmen seien. Hierauf hielt Herr Direktor Grohmann einen Vortrag über das neue Gaswerk und die electrische Centcalstation hierselbst. Später wurden die verschiedenen Ctablissements besucht und besichtet..„„ SAlagtgr G.sA#fts. * Düsseldorf, 17. Nov.(Schlechier Grschäfts. gang.) Wie der„Düss. Ztg.“ mitgetheilt wird, sollen auf einer Fabrik bei Grafenberg wegen schlechten Geschäftsganges weitere Lohnreduktionen und Arbeiterentlassungen bevorstehen. Das Gleiche wird von einem Eisenwerk bei Rath berichtet. Daß auch anderwarts vielfach Mangel an Arbeit herrscht, beweist unter anderem auch die Ueberfüllung der Herbergen mit Arbeitsuchenden jeder Branche. Düsseldorf, 17. Nov.(Der frühere Dienstmann M.), welcher zunächst Socialdemokrat, dann im Düsseldorfer Sozialistenprozeß der Hauptbelastungszeuge war, ist in seine Heimath, die Schweiz, zurückgeflüchtet, nachdem er wegen verschiedener Vergehen bestraft worden ist und noch mehrere Anklagen gegen ihn schweben. * Düsseldorf, 18. Nov.(Selbstmordversuch.) Gestern machte ein Arbeiter in einem Hause in der Schützenstraße einen Selbstmordversuch, indem er mit seinem Kittel an der Zimmeribüre aufhing. Rechtzeitig kam aber noch ein Miteinwohner des Hauses und hat den Unglücklichen abgeschnitten. Zwistigkeiten in der Familie sollen das Motiv zur That bilden. Neuß, 16. Novdr.(Eisenbahn=Unglück.) der Nacht von Samstag auf Sonntag hatte sich der 9“ zufolge an dem Bahnübergange der Neuß=Dürener Strecke auf der von Neu, zum Kreitz führenden Chaussee beinabe ein großes Unglück ereignet. Als dus Fuhrwerk der Firma Willms und Bremm gegen 1 Uhr Nechts bei offener Barriere den Uebergang vassirte, brauste der Nachtsgüterzug von Düren heran. Glücklicherweise hatten die Pferde das Geleise schon passirt, so daß nur der Wagen von der Maschine erfaßt und stark beschädigt wurde. Fuhrmann und Pferde blieben unverletzt. Crefeld, 18. Nov.(Flüchtig.) Der früher an der Königsstraße wohnende Inhaber eines Aozahlungs= Geschäftes ist, laut der„Niederrhein. Volksztg.“, mit Hinterlassung nicht unbedeutender Schulden fluchtig geworden. Süchteln, 16. Novdr.(Die beschäftigungslosen verheiratheten Arbeiter) werden von heute ab mit Wege= und Kiesarbeiten seitens der Gemeinden beschäftigt. Der aus den Kiesgruben der Süchtelner Höhe gewonnene Kies ist, wie die„Cref. Zig.“ schreibt, von vorzüglicher Güte und kann Gemeinden, die des Wegebaumaterials bedürftig sind, zum Ankauf bestens empfohlen werden. Heute wurde auch eine Suppenanstalt im Hospital eröffnet. Eupen, 16. Nov.(Der Ausstand) der hiesigen Einwohnerschaft gegen die Bäcker nimmt täglich zu. Vom 1. November bis heute haben nicht weniger als 1600 Haushaltungsvorstände auf dem Polizeiamt die Genehmigung zur zollfreien Einfuhr belgischen Brodes zum Hausbedarf nachgesucht. Bis jetzt haben die hiesigen Bäcker die Brodpreise, die übrigens in unserer Stadt von jeher höher waren als anderwärts, noch nicht heruntergesetzt. Das Publikum hat die Ueberzeugung, daß der verhältnißmäßig niedrige Zoll von 5 M. auf 100 kg. Getreide das dreipfündige Brot nicht um 17—18 Pf. vertheuern kann, und scheint daher mit aller Entschiedenheit den Boycott gegen die Bäcker fortsetzen zu wollen. Die Bäcker beabsichtigen bei der Regierung gegen die Grenzvergünstigung vorstellig zu werden. * Aus dem Landkreise Köln, 17. Nov.(Jagd.) Eine gestern unweit Worringen abgehalten: größere Treibjagd auf Hasen ergab(ohne Berücksichtigung der Nachsuche) eine Strecke von 284 Stück. Di dieselbe Jagd unter den gleichen Verhältnissen im November des vorigen Jahres eine Strecke von 458 geliefert hatte, so wird sich annehmen lassen, daß auch in den bestgepflegten Jagden in unserm Bezirk nur die Hälfte der Hasen im Vergleich zum Vorjahre vorhanden ist. Köln, 18. Nov.(Einen brutalen Mordversuch) beging gestern Abend ein verkommener Mensch an seinem eigenen Bruder. Der Mordbube namens Michels, Sohn eines braven Droschkenbesitzers, hatte bereits mehrfache Strafen wegen Bedrohung des Vaters mit Erschießen und wegen verschiedener Diebstähle verbüßt. Im vergangenen Jahre hatte er auf Grund gefälschter Zeugnisse in der Dienerschaft der Prinzessin Friedrich Karl in Brühl Stellung gefunden, war dort aber wegen verschiedener Diebstähle entlassen und mit einer größeren Gefängnißstrafe belegt worden. Vor einigen Tagen wurde er entlassen. Er hatte seinen Bruder, einen verheiratheten Kutscher an dessen Standort mehrfach belästigt; als dieser gestern Abend an seiner Woynung am Friesenwall hielt und vom Bocke stieg, versetzte der Bube, der ihm aufgelauert hatte, zwei tödtliche Stiche in den Unterleib. Mechernich, 17. Nov.(Ueberfahren.) Ein junger Maun von hier wurde gestern von einem Personenzug bei dessen Ausfahrt aus dem Bahnhofe überfahren und so schwer vecletzt, daß er nach einigen Minuten stard. Man vermuthet, daß der Verunglückte den Versuch machte, auf einen Wagen des bereits in Bewegung befindlichen Zuges zu springen, zu Fall kam und unter die Räder eertety.„„ 161 1 T.Am Machmit Cobleuz, 16. Nov.(Vergifret.) Gestern Nachmittag warde auf unserem Friedhofe in der Näte des Leichenhauses die Leiche eines jungen Mannes gefunden, welcher sich anscheinend den Too durch Gift beigebracht hatte. Der Selbstmörder ist der Provisor Br. von Ehrenbreitniem. Das neue Geschoß. Laufen, 16. Novbr. Welche Durchschlagskraft das neue deutsche Gewehr hat, zeigte sich jüngst hier, als sich der Sergeant Hermann in der Kaserne mit seinem Dienstgewehr entleibte. Die Kugel drang durch den Körper, dann durch ein Federkissen und von da noch 11 Centimeter tief in die Mauerwand. Typhus=Epidemie. Namlau, 16. Nov. Hier ist die Typhus=Epidemie in bedenklichem Umfang ausgebrochen. Zahlreiche Erkrankungen und bereits mehrere Todesfälle sind vorgekommen. Die Ursache sollen die schlechten Wasserverhältnisse in der ganzen Stadt sein. Literatur. Mit einer wahren Freude nehmen wir jedes neue Heft des„Universum“ zur Hand. Die reich illustrirte Familienzeitschrift verdient ihre Beliebtheit und stetig wachsende große Verbreitung in hohem Maße; die immer gleiche vornehme Haltung, der Reichthum an werthvollen textlichen und künstlerischen Beiträgen heben sie aus der deutschen Zeitschriftenliteratur hoch heraus. Auch das neue Heft 6 ist von altbewährter Gediegenheit. Der Roman „Frau Gräfin“ von Victor Blüthgen ist eine jener liebenswürdigen, fesselnden Erzählungen, wie sie nur ein echter Dichter in glücklichster Gestaltungskraft schaffen kann. Die Novelle„Mentha“ von Wilhelm Jensen erscheint als eine hochsinnige, begeisterte Verherrlichung der deutschen Frauentreue. Die Artikel sind mannigfaltig und von aktuellem Interesse, die Illustrationen kunstlerisch vollendet(überraschend schön ist u. A.„Zum Tage geschmückt" von Sr. Proel5). Letzte Nachrichten. Industrie, Haudel und Verkehr. Köln, 18. Nov.(Zechenvereinigung.) Wie die „K. Z.“ vernimmt, wird eine neue und noch nähere Verbindung der Kohlenzechen im Ruhrgebiet, als jetzt bereits durch die Verkaufsvereinigungen dargestellt wird, mit Aussicht auf Erfolg angestrebt. Um in der Schwede befindliche Unterhandlungen nicht zu stören, glaudt die K. Z., sich auf die Andeutung beschränken zu sollen, daß eine den jewciligen Verhältnissen des Kohlenmarktes entsprechende Regelung der Förderung und der Preise sowie eine Berücksichtigung des Ausfuhrbedürfnisses sowohl für die Erzeugnisse der Bergwerksindustrie als anderer Großgewerbezweige als Zweck der umfassenden Gemeinschaft in Aussicht genommen ist. ac Wien, 18. Nov. In diplomatischen Kreisen herrscht die Ansicht vor, daß das Deposé des Grafen Kalnoky im Budgetausschuß der österreichischen Delegation um einen Ton ernster sei, als die Erklärungen des Ministers in der ungarischen Delegation. Es wird betont, daß der Hinweis des Ministers auf die den fortgesetzten Rüstungen innewohnende Gefahr die Lage viel richtiger kennzeichne, als der Hinweis auf die Friedensversicherungen, welche von allen Mächten vorliegen. * Paris, 18. Nov.„Siéclé" behauptet, deutscherseits seien die größten Anstrengungen gemacht worden, Giers vom Pariser Besuch abzuhalten. Leus, 18. Nov. Im ganzen Pas de Caluis und Norddepartement sind auf allen Gruben Truppen vertheilt. Im Norddepartement wird der Generalausstand Donnerstag oder Montag erwartet. h Petersburg, 18. Nov. In der ausländischen Presse werden fortgesetzt Gerüchte über den ungünstigen Gesundheitszustand des Finanzministers v. Wyschnegradskl verbreitet, offenbar um dadurch ungünstige Wirkungen auf unsern Coursstand hervorzurufen. Wir können aus bester Quelle versichern, daß alle diese Gerüchte jeglicher Begründung bar sind. Markt- und Coursberichte. * Neuß, 18. November.(Fruchtmarkt.) Weizen, neuer 1. Qual. 24,50, 2. 23,50 M., Landroggen neuer 1. Qual. 24,80, 2. 23,30 M., Buchweizen 00,00, Hofer—, neuer bis 16,30 M., Raps 1. Qual. 00,00, 2. 00.00 M., Avrel (Rübsen) 00,00 M., Kartoffeln 9,00 M., Rüböl 64,00 M., dito faßweise 65,50 M., Gereinigtes Oel 67 M. für 100 Kilogr., Heu 36,00 M., Stroh 22,00 M. für 500 Kllo. Preßgcher, 12600 M. für 1000 Klag. Rleie 620 M. Berlin, 18. Nov., 2½3 N. Fruchtdörse., Weizen Nov. 232.75, Nov. Dez. 232,75, Dez.=Jan. 232,75. AprüMai 233.00 M. Gek. 4000 Ctr. Roggen Nov. 240,00, Nov.=Dez 240,00, Dez.=Jan. 000,00, April=Mai 237.00 M. Gek. 8.000 Ctr. Hafer Nov. 168.75, Nov.=Dez. 168.75, April=Mai 177,00 M. Gek 0,000 Ctr. Rüböl vorräthig mit Faß 62,50, ohne Faß 61,50, Nov. 62.50, April= Mai 61.00 M. Get. 000 Centner. Spiritus 70er vorr. 53.60, Nov. 52.90, Nov.=Dez. 52,90 April=Mai 53,70, Mai=Juni 53.90 M. 50er vorr. 73,00 M. Gek. 000,000 Liter. Petroleum vorr. 23,00 M. Roggenmehl 0/1 Nov. 32.95, Nov=Dez. 32.95 M. 60 Bremen, 18. Nov. Petroleum vorr. ruhig, 6,00 Brief. Antwerpen, 18. Novbr. Petroleum stetig, vorr. 16. Nov. 16, Nov.=Dez. 15¾. Jan.=März 1578 fr. Glasgom, 18. Nov. Roheisen. Warrants 478 6d. 2 Ziehung der 4. Klasse 185. Jgl. Preuß. Lotterie. 18. November 1891, vormittags. 149 359 416 717 49 839 941 80, 1124 203 76 303(30001 M7 43 449 81 544 607 776 946 86(15901 2021 119(500) 78(300) 253 60 625 33 714 41 3007 112 364 439 603 37(300) 722 892 912 70 4325 412 31 681 772 84 868 901 70 S4 5030 213 331 47 430 663 705 48 872 6549 5001 641 936 59 7067 214 324 58 94 473 542 66 656 718 47 907 15001 8421 35 232 739 50 905 10 65(500) 9138 78 208 55 309 512 65 803 10088(300) 136 212 442 560 628 808 61 908 11134 1300) 359 536 70 632 84 725(300) 60 855(1500) 57 962 12016 133,.85,239 P 574 601 711 60 80 944 13076(300) 118 67 299(1500), 303, 38, 50, 77 454 850 89 14081 195 337 53(1500) 498 587 730 864 16101 41 286 13000] 90 338(300) 91 404 20 30 49 513 858 93(3000) 16113 1300) 208 65 332 52 70 455 601 98 775 17257 312 466(300) 648 80 833 18063 92 183 344 744 92 813 24 61 911 58 70 19024 266 427 70 590 DOdo2b 85 90 173 214 19(300) 69 413 947 21164 200 80 319 13000 433 83 575 683 700 2 82 22261 85 348 450 62 537 670 82 23094 126 29 378 434 539 57 80 84 744 83 845 957 24185 348 68 438 560 603 1500) 799 1.5000) 875 949 25009 54 123 212 39 76 338 461 540 660 743 845 70 939 86 26372 680 738 971 27053 395(300) 450(15001 74 81 504 48 769 95(300) 97 801 53 54 28013 76 310 24 81 958 20104 9 237 392 630 714 859 939 41 87 30008 42(300) 184 89 93 94 299 538 96 654 94 763 74 81 86 867 31092 119(300) 36 43 250(500) 335 82 424 654 840 921 55 32082 18081 536 619 53 762 842 65(3000] 33097 137 84 368 69 404 38 60 511 84 700 22 76 930 3-4076 161 94 359 503 45 861 69 954 35071 83 86 209 414 631 784 30095 191 218 332 459 68 91 94 675(300) 816(300) 921 43 70 37009 35 413 592 695 921 29 38076 174 374 438 500 48 645 815 975 39020 55 273 537 726 70 849 63 912(3000) 64 40056(500) 71 158 290 695 98 722 65 911 69 70 41017 29 114 76 99 211 25 48 307 453 740(1300) 912 42013 190 212 59 370 99 503 14 88 828 935 74 43057 124 216 302(300) 58 89 432 71(3000) 9. 644 66 94 715 96 812 913(300) 33 35 56 92 44003 378 424 37 528 51 54 691 838 75(3000) 79 919(1500) 45073 93 238 55 447 529 57 69 649 87 718 58 848 76(1500) 962 46246(1500) 75 97 335 611 787 857 96 3000 960 47069 117 308 458 556 1500) 607 728 51 98 868 73 83 962 48085 227 351 77 403 11 94 651 53 50 834 967 49050 87 96 157 63 Sabbs(Sadoi 2285 395 u: 616 28 96 766 N0s 5102 4 243 59 97 647 810 64 92 52025 156 81 236 632 767 816 53030 190 228 47 301 13 38 52 694 736 811(300) 68 98 935 54057 71 137 1500) 261 311 57 353 648 89 90 905 55077 87 90 255 88 391 643 95 736 55 84 92 825 960 56094 185(300) 248 66 308 464 685 770 873 80(1500) 990 31 84(300) 108 81 90 245 348 425 607 68 805 32 45 58012 42 75 168 277 567 90 13000) 610 68 73 818 64 987 90 59027 89 M7 128 31 43 317 Gobrs 78 125 de A9 B6(71 503 645 705 50 N57 90 61045 Mn7 500 13 1500) 702 39 969 62003 65 200 96(1500) 442 71 520 861 63037 311 68 632 39 779 905 64163 214 28 44 52 695 787 838 977 65173(3000) 236 362 410 37 78 571 638 75 732 60063 69 79 247 52 78 328 80 451 58 575 765 819 67039 101 244 359 459 93 533 91 658 88 767 68149 63 281 320 37 92 503 804 69226 405 95(500) 517 643 7obis 175 Si4 444 70 Sbi 71057 An 344(19001 649 95 N 910 72068 79 102 284 87 91 375 502 874 931 32 73026 167 248 300 93 606 S 94 852(3001 74091 192 268 408 30 34 68 524 602 719 33 73 76 859 947 75136 84(500) 535 39 63 92 609 852 1500) 929 76048 147 56 94 224 50 578 88 644 50 771 95 846 80 77100(3000) 58 340 72 97 423 30001 54 567 872 78098(300) 116 78 374 89 448 78 83 501 615 87 96 an 7900 im 24 451 617 54(500) 743 92 854 u un e 80228 596 632 52 789 93 810 39 42 906 90, S1026 298 300 67 627 81 743 58 98 918 82151(500) 221 48 308 89 1500) 642 89 700 1 18 38 300) 828(500 995 833003 146 236 378 97 436 63 93 95 501 95 622 767 844 931 84069 97 176 90 275 93 601 81 703(300) 987 85047 134 81 256 357 440 552 671 80 706 26 36 828 928 43 87. 80034 409 890 91 989 87107 84(300) 86 89 206 463 578(500) 685 771 853 65 80 88063 90 225(1500) 455 92 509 30(3001 611 757(500) 6os 72 33 80060 116 9612r 279 as n 12 80 s1 913 91061 un2 31 C0 437 60 M5 826 900 92011 14 190 368 406 67 86 505(300) 600 91 720 42 76 96 303 17 1300) 93034 43 56 90 239 91 452 69 796 911 61 00 94027 91 13001 72 2i6 11300) mns 11500) 407 672 720 53 54 65 8us a14 95016 815 Vo7 920n 362 As i5 98060 79 15 er 243 80 die 40 So194 1odbo us Al P, Ah hr Wlge 93 2. T 4i 5o f. N. Mn 1 300bf 080 2. Ziehung der 4. Klase 185. Jgl. Preus. Lotterie. Nur die Gewinne über 210 Mk. sind den derreffenden Nummtern in Klammern beigefügt.(Ohne Gewähr. 18. November 1891, nachmittags. 80 108 40 59 226 39 96(1500) 395 486(300), 552 75 751 81 808 Do. 99 Soi er Sp 67 5. b 110 ichhhf Si alb eis Voi. 9 133 15001 503 69 664 754 816 41 90 6002 47 122 211 43 U mmpem i e. 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