Adler. der.) KaiserPano= rama. 2. Cyklus. 1870/71. gens 10 Uhr 10 Uhr. inder 15 Pf. Mark isse zu haben. kenkasse sgehülfen ehrlinge. iche sammlung 9. Novbr., Uhr, Herrn Borgdnung: s Vorstandes. issenrevisoren. Vorstand. ngverein. sen 7. Nov., Uhr, der Casinosaft, ert, rstellung anz. Vorstand. arter 036 zsloose). 00 Mk. baar. 25 Mk. ovember. dener uz=Loose ark. jewinne, Lotterie ). Dezbr. 1 M. otterie mischenVereine Kreuz, 0000, 75000, M. u. s. w. ei d& Co. No. 258. Fernsprech=Nr. 46 für Witten. Witten, den 4. November. Fernsprech=Nr. 18 für Hagen. 1891. bildung durch Uaterricht in hrung echsel-Lehre, nsch.Sprache itsraten. Verte u. Lehrbr. r Durchsicht lels-Lehr-Inenstern, obstrasse 37. Bebeetäsbraten. ekannte dwoll=Watte as del=Oel rprodukt), ztisch=rheumaen seit einem alter unüberbewährt, von Autoritäten und verordnet, edaillen u. Ehs.(Silber=Meedond 100 11. u. Stuttgart sind für Witten n bei 1 Pipo. d JobannisIID straße 18, und Antheile. S 4. Nov. sverkauf. Haus Pferde26 mit 6.60 ar eystr. 27 mit kl. nt. günst. Bed. skunft ertheilt Albert, dberstr 20. von Co. in Witten. kisel& Co. zen. wrantmartsichtett d in Witten. ) Bngree“* Erscheini täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Insertionen werden die 7 gespaltene Petitzeile mit 10 Pf. berechnet. verbunden mit dem für Witten und Amgegend. Abonnementspreis(ine! der(rarcobrilage „Wärkisches Heim“): 1,80 Mark vierte jäbrich, monatlich 60 Pfg bi. Bestellung durch die Boten Bei Abnahme auf der Post inel. Bestellgeld 2.20 viek S Was da kommen kann. Es ist bei Besprechung der hohen Brodkornpreise mehrfach schon darauf hingewiesen worden, daß, wenn wir in diesem Winter und in der Zeit bis zur nächsten Ernte theure Lebensmittelpreise in Folge des vielfach ungünstigen Ernteausfalles haben werden, für das nächste Jahr doch kaum sehr niedrige Preise zu erwarten sein werden, selbst dann richt, wenn die Ernte eine günstige sein wird pro 1892. Die Gründe dafür sind ganz einfach darin zu suchen, daß die Vorräthe an Feldfrüchten, welche heute vorhanden sind, bis zum Sommer 1892 so gründlich aufgezehrt werden, daß man von allen Seiten über die neue Ernte herfallen wird, daß man sich auch bestreben wird, die geleerten Kornmagazine und Vorrathskammern wieder zu füllen. Was in diesem Jahre sich weniger an Feldfrüchten ergeben, kann nicht sobald ersetzt werden. Man denke doch nur einmal daran, was an Saatkorn gebraucht werden wird, man denke nur daran, daß verschiedentlich, in Rußland jedenfalls sehr weite Gebiete, für nächstes Jahr unbeackert bleiben werden, weil das herrschende Elend die russischen Bauern zu demoralisiren beginnt. Aber auch da, wo in Rußland eine Bestellung der Aecker schon stattgefunden hat, zeigen sich ungünstige Symptome, und es ist bestimmt zu erwarten, daß das Kornland Rußland im kommenden Jahre auch bei günstiger Ernte nicht das liefern wird, was in einem regulairen Jahr erwartet wird. Rußland ist heute für den Kornmarkt und den Kornpreis in Europa noch von recht großer Bedeutung. Es ist wohl zu wünschen, daß man sich in dieser Beziehung vom Czarenreiche emanzipirte, aber es kann doch auch nicht langen Zweifeln unterliegen, daß sich eine solche Emanzipation nicht in einem oder zwei, drei Jahren vollführen lassen wird. Daß die Kornpreise bei uns in Folge und unter Einwirkung des russischen Roggen=Ausfuhrverbotes ganz erheblich höhere, als sonst, sind, ist Thatsache, und allein mit den Thatsachen haben wir zu rechnen. An das Roggen Ausfuhrverbot dieses Jahres hat man anfänglich bei uns durchaus nicht glauben wollen, und als es erlassen war, da dachte man auf eine baldige Wiederaufhebung, weil es klar zu Tage lag, daß die Russen sich ins eigene Fleisch schnitten. Aber das Verbot ist trotzdem aufrecht erhalten, es wird sogar noch erweitert werden, indem die Ausfuhr noch weiterer Arten von Feldfrüchten aus Rußland für unstatthaft erklärt werden wird. Wir haben weiter vorn schon als in hohem Maße wahrscheinlich gekennzeichnet, daß die nächstfährige russische Ernte, wenn auch nicht so schlecht, wie in diesem Jahre, doch keine solche sein werde, welche einen vollen Ertrag ergiebt. Wer will denn nun sagen, ob das heutige Ausfuhrverbot für Roggen von der Petersburger Regierung nicht zu einem dauernden gemacht werden wird? Man soll nicht sagen, dazu liege kein Grund vor, man soll auch nicht sagen, die russische Landwirthschaft werde dadurch ruimrt werden. Der Czar ordnet Alles seiner persönlichen Politik unter, und daß an der Newa der Zug dem Deutsche Reich nicht günstig gestimmt ist, liegt klar zu Tage. Der Czar würde andernfalls zum Mindesten dem Deutschen Kaiser den diesem schuldigen Höflichkeitsbesuch ganz sicher abgestattet haben. Wir rechnen also, und müssen sehr stark damit rechnen, daß wir im kommenden Jahre auch keinen Ueberfluß an Brodkorn haben werden, wir müssen daran denken, daß Mangels aller vorhandenen Vorräthe schon eine Mittelernte unbehagliche Zustände hervorrufen kann. Spielt Rußland dann noch einen Trumpf aus, dann könnten die Preise noch drückender werden, als in diesem Jahre. Daran wollen wir bei Zeiten denken und uns nicht über unerfreuliche Möglichkeiten hinwegtäuschen. Zu dem Zweck aber muß auch bei bei Zeiten an wirksame Gegenmaßregeln gedacht werden, also an eine derartige Stellung unserer Landwirthschaft, und an eine Erhaltung dieser Stellung, welche uns darauf rechnen läßt, nach und nach die russischen Kornzufuhren entbehren zu Ainren. Rundschau. * Die„Berl. Pol. Nachr.“ schreiben heute:„Der Angriff, welchen ein Blatt des äußersten Rechten aus Anlaß des kaiserlichen Handschreibens in Sachen des Prozesses Heintze gegen den Minister des Innern zu richten für gut befunden hat, giebt die Veranlassung, daran zu erinnern, welchen entschiedenen Werth gerade Minister Herrfurth auf die kräftige und energische Wahrnehmung des Sicherheitsdienstes legt. Auf die Durchführung des sogenannten Polizeikostengesetzes wird von ihm nicht blos im Interesse ausgleichender Gerechtigkeit zwischen denjenigen Städten, welche die Kosten der Polizeiverwaltung jetzt allein tragen, und denjenigen, für welche der Staat bisher den Löwenantheil an diesen Kosten trägt, so entschiedenes Gewicht gelegt, sondern in dem gleichen Maße, weil dadurch die finanzielle Möglichkeit einer tüchtigen und wirksamen Organisation der Sicherheitspolizei im Allgemeinen und in den Städten mit Königlicher Polizei im Besonderen sich eröffnet. Dies gilt insbesondere auch von Berlin, wo in Verbindung mit einer namhaften Verstärkung des Exekutivpolizeipersonals die Neuorganisation des Nachtwachtwesens auf rein sicherheitspolizeilicher Grundlage und im engsten Anschluß an die Schutzmannschaft geplant wird. Eine weitere Förderung würde der Sicherheit der Residenzstadt durch eine wesentliche Verstärkung der Gensdarmerie in den Vororten, welche für die Sicherheit der Stadt selbst bekanntlich von der größten Bedeutung ist, zu Theil werden. Daß mit der kräftigeren Organisation der Sicherheitspolizei eine wesentliche Erweiterung des Selbstverwaltungsrechts der Städte auf dem Gebiete der Wohlfahrts= oder wie man nach Lorenz v. Stein anders es bezeichnet, der Verwaltungspolizei geplant wird, ist bereits anderweit angedeutet. Es ist begründete Hoffnung zu der Annahme vorhanden, daß die der Durchführung dieser prinzipiellen Auffassung entgegenstehenden praktischen Schwierigkeiten sich in der Hauptsache werden überwinden lassen.“ * Bei der zweiten Berathung des Marineetats für das laufende Jahr im Reichstage wurde u. a. darauf hingewiesen, daß es sich empfehle, eine Aenderung unserer gegenwärtigen Einrichtung bei der Feststellung der Konstruktionen für die neu zu erbauenden Kriegsschiffe eintreten zu lassen. Es wurde dabei auf das Beispiel Frankreichs verwiesen, welches eine freie Konkurrenz der Ingenieure bei der Ansarbeitung dieser Konstraktionen zuläßt, sowie auf dasjenige von England, wo vor der Endentscheidung über die zu wählende Konstruktion die Vorlagen der Chefkonstrukteure der Marine der freien Kritik unterbreitet werden. In Deutschland lag bisher die konstruktine Behandlung der Schiffe in den Händen des Chefkonstrukteurs der Marine. Dem Vernehmen nach soll es nun im Plan liegen, der im Reichstage gegebenen Anregung insoweit Folge zu geben, als bezüglich der Bearbeitung der Schiffsbauprojekte ein Konkurrenzverfahren künftig zugelassen werden soll. Auch soll künftig Vorsorge getroffen werden, daß bei Forderungen von ersten Bauraten für Schiffe für die Berathungen im Bundesrathe und Reichstage ausgearbeitete Bauprojekte und Kostenanschläge bereit gehalten werden können. Selbstverständlich sind diese Neuerungen nicht ohne Kosten durchzuzuführen. Die eingegangenen Konkurrenzentwürfe müssen geprüft werden, für die Prämiirung und den Ankauf von Bauprojekten müssen Gelder zur Verfügung stehen u. s. w. Es wird denn auch die Einführung der Neuerung von der Bewilligung der für dieselbe nothwendigen Mittel durch Bundesrath und Reichstag abhängen. Organe bejaht werden, schreiben die„Berl. Pol. Nachr.“. Die Motive, welche seiner Zeit von den verbündeten Regierungen dem Entwurfe eines Invaliditäts= und Altersversicherungsgesetzes beigegeben waren, sprechen ausdrücklich davon, daß bei der den Versicherungsanstalten über die Vollmacht der Berufsgenossenschaft hinausgehenden Befugniß zunächst die Erwerbungen von Immobilien in Betracht kommen und daß man dabei beispielsweise an den Bau oder die Erwerbungen von Arbeiteiwohnungen für Rechnung der Versicherungsanstalten denken könne. Durch das Gesetz sind demnach die Versicherungsanstalten durchaus nicht an der Anlage eines Theiles ihres Vermögensbestandes in Arbeiterwohngebäuden gehindert, wenn der Kommunalverband oder die Centralbehörde des Staates oder der Bundesrath dazu ihre Einwilligung geben. * Die französischen Kolonialbehörden gehen jetzt mit allem Ernst und Eifer an die vom Pariser Handelsministerium zur Pflicht gemachte Errichtung von Handelsmuseen in den auswärtigen Besitzungen der Republik. Dieselben verfolgen wie die anglogen Einrichtungen der anderen Staaten den Zweck, Export der heimischen Industrie neue übe seeische Absatzmärkte zu eröffnen, weshalb seitens der französischen Regierung auch keine Mühe gescheut wird, sowohl den Kolonisten als den französischen Industriellen das Studium resp. die Beschickung der Handelsmuseen sich angelegen sein zu lassen. Wenn auch dieses Unternehmen, wie so viele frühere Versuche, zwischen Frankreich und seinen Kolonieen einen organischen wirthschaftlichen Zusammenhang herzustellen, mißlänge, oder nur von partiellem Erfolge begleitet sein sollte, so dürfte damit endgiltig bewiesen sein, daß die französische Industrie auf dem Weltmarkte dem Wettbewerb der konkurrirenden Rivalen, in erster Linie der deutschen und der englischen, selbst unter ausnahmsweife günstigen Bedingungen nicht gewachsen ist. * In einigen Blättern wird gegenwärtig über die Frage des Verfügungsrechts der Invaliditäts= und Altersversicherungsanstalten bezüglich der ihnen durch den Verkauf der Beitragsmarken zugeflossenen Geldbestände bestritten. Den Anstalten steht ein unbedingtes Verfügungsrecht auf diesem Gebiete nicht zu, vielmehr sind im Gesetze genau die Grenzen gezogen, innerhalb deren sie sich bei der Anlage ihres Vermögens zu bewegen haben. Zunächst ist ihnen vorgeschrieben, daß sie gehalten sind, verfügbare Gelder in öffentl. Sparkassen oder wie Gelder bevormundeter Personen und subsidiär in Reichs= oder Staats= oder von Reich bezw. Staat garantirten Papieren, oder endlich in kommunalen Schuldverschreibungen anzulegen. In dieser Beziehung sind die Versicherungsanstalten genau so gestellt wie die Berufsgenossenschaften. Da jedoch vorauszusehen war, daß ihre Vermögensbestände einen weit größeren Umfang als die der Berufsgenossenschaften annehmen würden, so wurde im Gesetze der Anlagekreis für die Versicherungsanstalten noch etwas erweitert. Danach dürfen sie einen Theil des Anstaltsvermögens, allerdings nicht mehr wie den vierten, auch in anderen Papieren oder in Grundstücken anlegen. Zu dieser Anlage bedarf es jedoch einer Einwilligung des Kommunal= verbandes oder der Centralbehörde des Bundesstaates, für welche die Versicherungsanstalten errichtet sind, oder bei gemeinsanen Anstalten des Bundescaths. Soviel über die allgemeinen Vorschriften. Nun hat sich der Streit auch um die besondere Frage gedreht, ob die Versicherungsanstalten befugt seien, Theile ihres Vermögens in Arbeiterwohnhäusern anzulegen. Diese Frage muß unter der oben angeführten Einschränkung und unter der Voraussetzung der Einwilligung der bezeichneten h Ueber den Zustrom der Nothleidenden nach Petersburg wird uns aus Petersburg gemeldet: Dank den für die Bevölkerung der Nothstandsrayons um 80 Prozent herabgesetzten Eisenbahnfahrpreisen beginnt sich ein starker Zustrom der bäuerlichen Bevölkerung aus dem Innern des Reiches nach Petersburg zu entwickeln. Viele der Bauern aus dem Ssaratowschen, Ssamaraschen u. s. w. sehen ihr„Piter“ zum ersten Mal im Leben und sind gewöhnlich von den hier empfangenen Eindrücken geradezu wie vor den Kopf geschlagen. Nach den unklaren Vorstellungen der guten Leute leben in Petersburg nur Millionärc, und nun begegnen ihnen hier auf Schritt und Tritt Gestalten, ebenso abgerissen wie sie, ebenso nothleidend wie sie, wenn nicht in einem noch höheren Grade. Das macht auf die Anzügler natürlich einen sehr deprimirenden Eindruck, aber ihre Prätensionen, mit denen sie hergekommen, wollen sie trotzdem nicht aufgeben. Diese Nothleidenden haben eine ganz übertrieben hohe Meinung von sich; sie sind überzeugt, daß auf Grund der Mißernte Alle verpflichtet sind, ihnen zu helfen, und wenn sie einwilligen, für das empfangene Geld auch etwas zu arbeiten, so rechnen sie das einem als die größte Liebenswürdigkeit ihrerseits an. Dabei sind sie träge bei der ihnen übertragenen Arbeit und kommen, wenn sie Vorschuß erhalten haben, vielfach nicht wieder. Es wird eine harte Mühe der Regierungsinstitutionen sein, die unwissenden Massen freundlich aber mit der entschiedensten Energie darüber aufzuklären, daß sie auf Hilfe Seitens des Staates und der Gesellschaft nur dann rechnen können, wenn sie die ihnen gebotenen Arbeitsgelegenheiten voll und ganz ausnutzen. Unter solchen Verhältnissen werden zahlreiche Stimmen laut, welche verlangen, daß auch alle Spenden Seitens der Privatwohlthätigkeit sich in den Händen der Regierung konzentriren, die nicht nur in der Lage ist, die Repartirung derselben auf die einzelnen nothleidenden Kreise am Gerechtesten und Zweckmäßigsten zu bewerkstelligen, sondern auch durch ihre örtlichen Verwaltungsorgane allgemeinnützliche Arbeiten ins Leben rufen kann, deren Ableistung als conditio sine qua non für die Erhaltung von Unterstützungen gestellt werden müßte. beantwortend, rühmte er dessen erfolgreiche Amtsthätigkeit, ihr weitere lange Dauer wunschend; er sei als geborener Berliner besonders über den neuen Schmuck Berlins erfreut. Der Kaiser gab dem Brunnen den Namen Schloßbrunnen. In einem Gespräch mit dem Stadtbaurath Hobrecht bekundete der Kaiser lebhaftes Interesse für die städtischen Angelegenheiten. — In Betreff der Durchreise des Czaren durch Dirschau soll die nachfolgende, von der Danz. Ztg. berichtete Thatsache nicht unerwähnt bleiben: Schon über ½ Stunde vor Ankunft des Hofzuges wurde von dem anwesenden, mit scharfen Patronen versehenen Militär der Bahnhof und die Uebergänge abgesperrt; auch die auf der Weichsel durchfahrenden Kähne mußten vor den Brücken anhalten. Für einen Schiffer aus Bromberg, der der Weisung des Postens, seinen Kabn anzuhalten, nicht sofort nachkam, hätte dies verhängnißvoll werden können, da der Soldat auf ihn Feuer abgab, zum Glück, ohne zu treffen. a Berlin, 2. Nov. Der Generallieutenant Prinz Albert von Sachsen=Altenburg ist dem Vernehmen nach à la suite der Armee gestellt worden; als sein Nachfolgec im Kommando der 3. Garde=Kavallerie= Brigade wird der Oberst von Kotze 1. Garde=Dragoner=Regiment „Königin von Großbritannien und Irland“ genannt. — In unterrichteten Kreisen glaubt man, daß die in den nächsten Reichshaushalt einzustellende Forderung an einmaligen Ausgaben zum Zwecke der Verbesserung und Erganzung des Arti slegiematerigls. insbesondere also, wie gemeldet, für die Einführung eines Einheitsgeschosses für die Feld=Artillerie, den Betrag von 110 Millionen Mark ungeföhr erreichen oder knapp überschreiten dürfte. Die Deckung dieser Forderung soll im Wege der Anleihe erfolgen. Wie man hört, liegt der Militäretat bereits dem Reichsschatzamt vor und dürfte nunmehr bald dem Bundesrath zugehen.(K. — Auf 120 Millionen Mark beziffert die„N. AllgZtg., die erst 180 Millionen gesagt, die neue Militärforderung an den Reichstag. Es wird wohl noch etwas heruntergehen. bpn. Berlin, 2. Nov. Heute hat die Sitzung des preußischen Staatsministeriums stattgefunden. a Berlin, 2. November. In einem rheinischen Blatte, das im Allgemeinen unseren kolonialpolitischen Bestrebungen durchaus sympathisch und verständnißvoll gegenüber steht, ist angeregt worden, daß für unsere Kolonteen eine kleine weiße Schutztruppe in Stärke von zwei bis drei Kompagnien organisirt werden möge; dieselbe würde nicht dauernd in Ost= oder Westafrika stationirt werden sollen, sondern je nach Bedürfniß dahin dirigirt werden, wo sich nach Lage der Verhältnisse ihr Eingreifen als nothwenddig erweisen würde. Ein solcher Vorschlag hat, wie wir mitzutheilen vermögen, auf Unterstützung bei der Kolonialabtheilung des Auswärtigen Amtes nicht zu rechnen. Die Erfahrungen, welche man bisher innerhalb unserer Schutztruppe gemacht hat, haben zur Genüge bewiesen, daß die Verwendung von Europäern als Mannschaften der Schutztruppe durchaus unrathsam erscheint. Solche sind einmal den großen Anstrengungen der Märsche für die Dauer nicht gewachsen und besitzen fernerhin meistens nicht die Widerstandsfähigkeit gegen die verderblichen Einflüsse des Klimas, welche den Eingeborenen eigen ist. Die Verwendung unserer Marinemaanschaften des Aufstandes in Ostafrika im Jahre 1889 hat hierfür den unwiderleglichen Beweis erbracht. Man würde, wenn man den angeregten Vorschlägen Rechnung trüge, nichts als ein ambulantes Lazareth schaffen und die Aktionsfähigkeit unserer Schutztruppe durch eine numerisch größere Verwendung von Europäern eher vermindern als vergrößern. — Von dem Privatdozenten von den Steinen in Marburg, welcher mit Emin Pascha in vertraulichem Briefwechsel gestanden, wird der„Nat. Ztg.“ mitgetheilt, Emin Pascha wolle wahrscheinlich quer durch Afrika nach Kamerun ziehen, also nicht in seine frühere zurückkehren. Andeutungen in dieser Richtung hat der Pascha bereits gemacht. — Es scheint nun nicht mehr zweifelhaft, daß die nächste Tagung des preußischen Landtags sich mit der vielerörterten Materie der Verwendung des Wilfenfonds zu befassen haben wird. Wie sehr bestimmt verlautet, soll im Etat des Auswärtigen Amtes unter dem Titel„Geheime Ausgaben“ an Stelle der bisherigen Post von 48000 Mark der Betrag von 500000 Mark eingtelt preden. — Seit dem 1. Oktober 1890 bis einschließlich September 1891 sind in Berlin die Preise im Großhandel für Rindfleisch von 101,10 M. für 1 Doppelzentner auf 85,90 M., für Kalbfleisch von 112 20 M. auf 99,60 M., für Schweinefleisch von 116,90 M. auf 109 M. zurückgegangen, während der Preis für Hammelfleisch von 95.30 M. auf 97,30 M. gestiegen ist; Hammelfleisch kostete im Juni 103.90 M., im Juli 104,90 M. and im August sogar 105.20 M. — Aus dem kaiserlichen Civilkabinet ist dem Vorstande der Baugesellschaft„Eigenhaus“ in Verlin, welche die Errichtung von ArbeiterZöufgnzerstrebt, ein Anerkennungsschreiben welcher schon 2 Häuser von der Gesellschaft erworben hat, theilt die Ziele durchaus und hofft, daß auch weitere Kreise dem Unternehmen ihr warmes Interesse entgegenwinen verden. — Der Kampf gegen die Prostttutton ourste auch den Reichstag beschäftigen. daß die Regterung eine Verschärfung des KuppeleiDeutsches bpn- Berlin, 2. Nov. Der Kaiser unternahm heute Morgen einen Spazierritt in die Umgebung von Potsdam, arbeitete demnächst mit dem Chef des Civilkabinets und nahm die laufenden Vorträge des Marinenressorts entgegen. Den Rest des Tages verblieb der Monarch im Neuen Palais. In Anwesenheit des Kaisers wurde gestern Nachmittag der von der Stadt dem Kaiser gewidmete Brunnen auf dem Schloßplatz enthüllt. Der Kaiser gratulirte dem Oberbürgermeister v. Forckenbeck nachträglich herzlich zu seinem 70. Geburtstag. Die Ansprache v. Forckenbecks beantr=gitzlichteis=Vereine vor, R eine Eingabe der vereinigten welcher eine Aenderung des Strafgesetzbuches dahin verlangt wird, daß künftig gegen gewohnheitsmäßige auch auf Ueberweisung an die Landespolizeibehörde soll erkannt werden dürfen, was die Verbringung ins A haus zur Folge haben würde. — Die überseeische Auswanderung aus dem Deutschen Reich über deutsche Hälfen, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam betrug im Sept. 1891: 9997, von — In einem von Herrn Wühelm Werner reöigirten und verlegten Slugblatt wer Zzorpitgs.10 Uhr, stat8 undbhängiger Sozialisten eingeladen. Das Flugblatt spricht sich sehr scharf über das Ketzeigericht des Erfurter Parteitags aus. Die gemischte Deputation des Magistrats und der Stadtverordneten hat die sogenannten Nothstandsanträge des Sozialisten Singer, insbesondere den Antrag auf Vornahme städtischer Bauarbeiten in großem Umfange, um der Arbeitslosigkeit zu steuern, abgelehnt, da ein icht vorliege. Nothstand nich vorlieg bpp. Jüngst hat zwischen Vertretern des Deutschen Fischereiveins, sowie Bevollmächtigten der preußischen und niederländischen Regierung in Köln eine Konferenz stattgefunden, auf welcher die Vereiubarung getroffen wurde, im kommenden Winter im Rhein rund 4 Millionen junge Lachse auszusetzen. Die Niederlande haben davon 1½ Millionen übernommen. In den Rest theilen sich Preußen und der Deutsche Fischereiverein, wobei es dem letzteren für das laufende Jahr anvertraut wurde, den auf Preußen fallenden Antheil gegen ein Pauschquantum zu übernehmen. — Die Versuche, Maisbrod, das ziemlich billig kommen würde, in großem Maßstabe zur Versorgung der Bevölkerung herzustellen, sollen angeblich in Berlin in Angriff genommen werden. Schlägt der Versuch ein und würde eventuell der bestehende Maiszoll aufgehoben, dann brauchten wir uns künftig so gut wie gar nicht mehr um russische Ausfuhr=Verbote zu bekümmern. Mit Hilfe des Mais würde dann die deutsche Landwirthschaft den heimischen Bedarf decken können. * Zur Verhütung der Eisenbahnunfälle tauchen jetzt zahlreiche Vorschläge auf, in welchen besonders Reformen im Signalwesen, in der Kuppelung der Wagen, der Einrichtung der Buffer 2c. gemacht werden. Von den Eisenbahnverwoltungen werden diese Vorschläge eingehend geprüft. Wirklich praktische Anregungen sollen auch durch geeignete Versuche erprobt werden. b Danzig, 1. Novbr. In der letzten Verwaltungscathssitzung des Zentralvereins westpreußischer Landwirthe wurde der vom Minister für Landwirthschaft:, Domänen und Forsten gemachte Vorschlag, die Vermehrung der Einnahmequellen der landwirthschaftlichen Vereine durch einen Zuschlag zur Grundstener(Selbstbesteueruug) herbeizuführen, nach längeren Debatten und formulirten Resolutionen mit großer Stimmenmehrheit abgelehnt. w Posen, 2. Nov. Ein Extrablatt des„Dziennik Poznanski“ meldet die Ernennung des Prälaten Dr. Florian von Stablewski zu Wreschen zum Erzbischof von Posen und Gnesen. w München, 2. Nov. Die„Allgemeine Zeitung" sowie die„Münchener Neuesten Nachrichten" wollen wissen, daß die Verhandlungen zwischen Deutschland und Italien beendet seien. Geheimrath von Huber sei gestern von Berlin zurückgekehrt mit der Ermächtigung zur Unterzeichnung des Vertrags. Die dieswöchigen Arbeiten der Delegirten seien lediglich redaktioneller Natur behufs Paraphirung. München, 2. Nov. Legationsrath Pritsch ist gestern als Vertreter des auswärtigen Amtes behufs Unterzeichnung des Handelsvertrages mit Italien hier engetrasfen. ob sich das Kapital von der Ehescheidung nicht in diesem Sinne amendiren ließe. Wie viele Zeit, Kosten und Umstände werden durch die Einführung solcher Paragraphen erspart.“ So die„Voss. Ztg.“ in Nr. 501! Aerger ist Der Deutschfreisinn und die Ehe. Am Abend des 24. v. M. wurde in den Räumen der Philharmonie ein„Herbst= und Jahrmarktsfest" abgehalten, dessen Ectrag(beiläufig rund 2500 Mark) zur Prämürung braver Dienstboten dienen soll.„Frau Lina Morgenstern hatte— so schreibt die„Voss. Ztg.— in ihrem rastlosen Thaten= und allseitigem(!) Wirksamkeitsdrange das Fest ins Leben gerufen und organisiert.“ Das genannte freisinnige Organ berichtet deun auch mit förmlich begeisterten Worten über Damenschönheiten wie über die Punsch=, Champagner=, Schnaps= 2c. Zelte und andere Herrlichkeiten.„Den Preis der Originalität freilich, so heißt es dann wörtlich in der„Voss. Ztg., trug das für diesen Abend hier gleich links am Fuß der Podiumstiege errichtete„Standesamt für tägliche Trauungen und Ehescheidungen, bei dringendem Bedürfniß auch an Sonn= und Festtagen" davon. Zwei würdige Richter in Robe und Barett suchten hier den Wünschen der sie umdrängenden heirats= und scheidungslustigen Paare mit möglichster Fixigkeit zu genügen. Die gerichtlichen Taxen und sonst gebotenen Erleichterungen waren freilich außerordentlich einladend. Die Gebühren betrugen laut Anschlag„für Trauung 25 Pfennig, für Ehescheidung 20 Pf., bei mehrmaliger Benutzung am selben Tage wesentlicher Rabatt.„Bei dem voraussichtlich starken Andrange zu Ehescheidungen genügt behufs Zeitersparniß der fest ausgesprochene Wille des männlichen Theiles ohne Angabe weiterer Gründe. Urtheilsspruch erlangt sofortige Rech skraft.“ Wir empfehlen der verehrlichen Kommission für das deutsche bürgerliche Gesetzbuch die Erwägung, Novelle von F. Sutan. Nachdruck verboten. „Also auch sie,“ sagte Braun mit einem Seufzer, als Johanna eines Abends den Fidelio sang. Die letzten Töne der großen Arie: „Abscheulicher! wo eilst Du hin?“ waren soeben verklungen, die Sängerin hatte mit hinreißender Leidenschaft gesungen, und das Publikum brach jetzt in lautem Beifallssturm aus, auch aus der herzoglichen Loge wurde derselbe reichlich gespendet. Johanna aber schien wenig Acht zu haben auf diese Huldigungen, die doch das Lebenselement der Künstlerinnen sind, mechanisch verneigte sie sich, und dann flog ihr halb schüchterner, aber inniger Blick hinauf nach der Loge, in welcher Bornstetten saß. Dem Kapellmeister war dieser Blick nicht entgangen. Aergerlich und erregt schlug er mit dem Taktstock um sich. „Wieder einmal das bunte Tuch,“ murmelte er ingrimmig in der lang berabwallenden Bart.„Die Stimme klingt ja schöner denn je, wie immer bei derartigen Herzenserregungen, aber die arme Johanna möchte ich vor Täuschung und Kummer bewahrt wissen, sie und ihre Kunst, denn diese würde bedenklich leiden, wenn das unausbleibliche bittere Erwachen aus dem Traume kommt, denn es ist nur ein Glückstraum, den der schöne, reiche Herr v. Bornstetten der mit so geringen, äußeren Vorzügen begabten Johanna Halm gegenüber schwerlich wahr machen wird!“ Der Kapellmeister Braun, welcher aus Hochachtung und ehrlicher Freundschaft Sorge um Johannas künftiges Schicksal hatte, falls eine unglückliche Leidenschaft ihr Herz erfaßt haben sollte, begann in den nächsten Tagen nähere Erkundigungen nach dem Lieutenant v. Bornstetten einzuziehen und erfuhr zu seiner Freude, daß derselbe ein solider, tüchtiger Offizier und ein großer Kunstenthusiast sei. Bornstettens Verhältniß zu Johanna wurde natürlich von seinen Kameraden vielfach belacht und bespöttelt, wie der Kapellmeister Braun bald erfuhr. „Es ist das denkbar unschuldigste Verhältniß von der Welt,“ theilte ihm ein übermüthiger junger Lieutenant mit.„Eine alte Tante sitzt als Tugendwächterin bestänwohl das Institut der Ehe niemals verhöhnt worden als hier von seiten der„allseitig wirksamen" Lina Morgenstern; daß aber die„Voss. Ztg. noch die, freilich dem deutschfreisinnigen Geschmack ungemessene„witzige“ Empfehlung an die Justizkommission beizufügen den traurigen Muth hat, mag hiermit ausdrücklich betont werden, weil aus solchen Zwischenfällen immerhin die Stellungnahme des Deutschfreisinns zu Ehe und Familie ersichtWelche Wirkungen derartige Verspottungen ausüben, zeigt eine Auslassung des„Vorwärts". Das sozialdemokratische Centralorgan schreibt nämlich in Nr. 253:„Die „Heiligkeit der Ehe" wird angeblich nur von der Bourgeoisie, insbesondere von den„gut bürgerlichen“ Hausfrauen beschirmt und bewahrt. Wie es darum steht, lehrt das vom„Berliner Hausfrauen=Verein" zum Besten der„Prämirung bruver Dienstboten" am Sonnabend in der Philharmonie abgehaltene„Jahrmarksfest" von dem wir kürzlich bereits mittheilen konnten, daß es durch Ausstellung kostümirter weiblicher Schönheiten einen besonderen Reiz erhalten sollte.“(Folgt die oben mitgetheilte Darstellung der„Vossischen Zeitung".)„Würde,— so fährt darauf der„Vorwärts" fort.„diese Verspottung der Ehe auf dem Programm eines Arbeiterfestes gestanden haben, so würde man sicherlich ein gewaltiges Geschrei erhoben und daran allerlei Bemerkungen über die sozialdemokratische„Zukunftsehe" gereiht haben, welche angeblich ein gleich schnelles Knüpfen und Lösen des Ehebandes gestatten soll. Die Vermuthung, daß die züchtigen Hausfrauen mit dem sinnigen Scherz eine Parodie auf diese„Zukunftsehe" beabsichtigt haben, hat nicht viel Wahrscheinlichkeit für sich. Ganz gewiß nicht; denn sonst hätte die„Voss. Ztg. nicht ihre geschmackvolle Empfehlung anbringen können. Oesterreich-Ungarn. Wien, 2. Nov. Der Kaiser machte heute dem König und der Königin von Griechenland einen längeren Besuch. Der König geleitete sodann den Kaiser vis zum Wagen und verabschiedete sich auf das Herzlichste. Unmittelbar darauf stattete der König dem Kaiser einen Gegenbesuch ab. Brünn, 2. Nov. Gestern Abend fand außerhalb der Stadt auf der Strecke zwischen hier und dem Central= friedhofe ein Zusammenstoß zweier Lokalzüge statt, wobei eine Frau schwer und mehrere Personen leicht verletzt wurden. Mehrere Wagen wurden zertrümmert. Die Schuld an dem Unfall soll den Maschinenführer des zum Centralfriedhofe fahrenden Zuges treffen. eiz. Bern, 2. November. Am nächsten Sonnabend findet hier eine Konferenz zwischen dem Bundesrath Weltt und den Delegirten der Kantone Bern, Freiburg, Waadt und Wallis in Betreff des Simplontunnels statt. Frankreich. Paris, 2. November. Die Regierung hat den Mächten, welche die Akie der Berliner Konferenz unterzeichnet haben, Mittheilung davon gemacht, daß der Prösident Carnot verschiedene Protektoratsverträge mit den Häuptlingen der Gebiete an der Elfenbeinküste zwischen Le Lahu und dem Cavally, Flusse an der Bestküste von Afrika ratifizirt habe — Herr Oppert aus Blowitz, der phantasievollste Korrespondent der Gegenwart, wird aufhören, der Leiter des Pariser Bureaus der Londoner„Times" zu sein. Sein Adjunkt ist jetzt schon ein Herr Fullerton, ein junger Amerikaner, welcher auf der Universität Harvard studirt hat und seit wenig über 2 Jahren dem Redaktionspersonal der„Times“ angehört. h Petersburg, 31. Okt. Die„Petersburgskija Wjedo: Anläßlich der in dieser Saison in Folge mostii“ schreiben. Annigiag der in dieser Eum der Mitzernte abgesagten Bälle bei Hof und in der höheren Gesellschaft durchleben die Modemagazine eine schwere Krisis. Einige derselben haben schon schließen müssen und für verschiedene steht der Krach unmittelbar vor der Thür. Werkstätten für Damenputz, die früher 40—50 Arbeiterinnen beschäftigt, haben jetzt vielfach ihr Personal um mehr als die Hälfte vermindert. Eine große Zahl von Schneiderinnen, Modistinnen, Blumenmacherinnen steht z. Z. ohne jegliche Beschäftigung da. Petersburg, 31. Oktbe. In Windau ist es am 20. bei der Verladung von Kartoffeln auf 2 für Kopenhagen bestimmte Schiffe zu Ausschreitungen der sich derselben unter dem Geschrei„das Volk stirbt Hungers!" widersetzenden Hafenarbeiter und Bauern gekommen. Es mußte Polizeihülfe von Libau in Anspruch genommen werden, damit die Einschiffung vorgenommen werden konnte. Petersburg, 2. Nov. Der kaiserliche Ukas, wonach unter Aufrechterhaltung des Verbots der Ausfuhr von Roggen und Roggenmehl, sowie aller Getreideabfälle, dieses Ausfuhrverbot auch auf alles andere Getreide(ausgenommen Weizen) und auf Kartoffeln, sowie auf Produkte aus Getreide, dessen Ausfuhr verboten ist, und aus Kartoffeln, wie Mehl, Malz, Grütze, Teig, gebackenes Brod ausgedehnt wird, ist nunmehr veröffentlicht worden. Dus Verbot tritt an dem Tage in Kraft, welcher auf die Veröffentlichung des Ukases durch das Gesetzblatt folgt, wobei es dem Finanzminister anheimgestellt wird, das Verbot den Zollämtern telegraphisch mitzutheilen. Von dem vorstehenden Verbot sind für die Dauer von drei Tagen nach dem Inkrafttreten des Verbots diejenigen Produkte ausgenommen, welche zur Kompletirung von solchen Ladungen dienen sollen, die vor der Veröffentlichung des Verbots begonnen haben und die vor dieser Frist mit der Eisenbahn durch die Landes Grenz=Hollämter ins Ausland abgefertigt worden sind. dig bei dem seltsamen Paare. Höchst überflüssig auf Ehre! Tante könnte sie ruhig allein lassen. Singen kann die Halm ja wunderschön, allen Respekt, aber Gott im Himmel die Larve, welche sie im Gesicht hat! Es kann einem förmlich jammern!" Der Kapellmeister erwiderte nichts auf diese Glossen. „So schützt ihr unschönes Aeußere sie wenigstens vor übler Nachrede,“ sagte er sich,„vor Täuschungen freilich wird sie nicht bewahrt bleiben. Hoffen wir das Beste, vielleicht trägt ihr klarer Verstand doch den Sieg über eine verfehlte Herzensneigung davon.“ VI. Die Opernsaison neigte sich ihrem Ende zu. Der Frühling wir in diesem Jahr zeitig ins Land gezogen und mit den milden Lüften, dem Veilchenduft und all dem ewig schönen Frühlingszauber hatte das Theater fast allen Reiz verloren, und man beklagte es nicht weiter, als sich die Pforten desselben in der kleinen Rtsiden; schlossen. Johanna hatte eigentlich sofort nach Schluß der Oper das elterliche Haus in der kleinen Universitätsstadt aufsuchen wollen, aber sie verschob die Heimreise von einer Woche auf die andere. In den herrlichen Parkanlagen der Residenz waren die Lenzestage so wunscherschön wie ein seliger Traum von Jugend, Glück und Liebe. Sogar Tante Hopfens altes Herz empfand etwas von diesem Frühlingszauber, wenn sie mit Johana und dem Lieutenant von Vornstetten durch die Blüthenpracht des Frühlings schritt. Die gute Tante beschloß großmüthig ihr Vermögen zum Opfer zu bringen, um die Heirath ihres Schützlings mit dem Offizier zu ermöglichen. Vorläufig hatte sich Bornstetten allerdings noch gar nicht erklärt, doch erwartete die Tante das Ereigniß täglich. Verging doch kaum ein Tag, wo Bornstetten nicht kam, die Damen auf ihren Spaziergängen begleitete, und die Abende bei ihnen zubrachte; es wäre ja eine Sünde und Schande gewesen, wenn er sich nicht mit Johanna verlobte. So dachte die alte Dame, während die junge Sängerin nur der glücklichen Gegeuwart lebte, ohne alle Gedanken an die Zukunft, die jedoch nicht schöner werden konnte als diese wenigen Frühlingstage jetzt. Italien. Rom, 1. Nov. Das Programm des intervarlamentarischen Friedenskongresses ist wie folgt festgesetzt worden: am 3. d. Mts. findet die Eröffnung der Konferenz auf dem Kapitol statt; am Abend ist Prunkvorstellung im Theater; am 4. und 7. tst Empfang der Theilnehmer an der Konferenz in der Deputirtenkammer; am 5. veranstaltet der Fürst Odescalchi, am 6. der Bürgermeister eine Abendunterhaltung zu Ehren der Konferenz; am 8. werden die Wahlen vorgenommen und findet Empfang auf dem Kapitol statt. An jedem Tage tritt die Konferenz zu einer Sitzung zusammen. Außer den angeführten Festlichkeiten ist die Beleuchtung des Forums und ein Ausflug nach Neapel und Pompeji in Aussicht genommen. Herbien. k Belgrad, 1. Nov, Man schreibt uns: Hier hatte sich eine Gesellschaft gebildet, um für die wegen der Mißernte in Rußland leidenden russischen Bruder Geldsammlungen zu veranstalten. Bevor sich jedoch ein Komitee zu diesem Zwecke bilden wollte, fragte man auf dem Privatwege in Petersburg an, ob ein solches Unternehmen angenehm wäre, denn jetzt wäre Gelegenheit, daß auch die serbische Nation ihre Sympathieen für die nothleidenden russischen Brüder zeige. Die Antwort aus Rußland loutete, daß wohl in einigen Gouvernements Rußlands die Ernte sehr schlecht ausgefallen sei und das Volk mit Noth zu kämpfen habe, daß aber die russiche Regierung, ebenso das russische Volk genug Mittel habe, um dem nothleidenden Volke zu helfen, daher die Aufopferung der Serben mit Dank abgelehnt werden müsse. Bulgarien. Sofia, 2. Nov. In der letzten Sitzung der Sobranje wurde der zur Beantwortung der Thronrede vorgelegte Adreßentwurf mittelst Acclamation genehmigt. Japan. * London, 31. Okt. Die„Western Morning News“ empfingen folgendes Telegramm aus Hiogo: Nachdem am Mittwoch die telegraphische Meldung gekommen war, daß Osaka vom Erdbeben zerstört worden, treffen jetzt weitere Nachrichten ein, aus denen der große Umfang der durch das Erdbeben angerichteten Verwüstung hervorgeht. Nagoya, eine Stadt von 200000 Einwohnern, ist gleichfalls zerstört worden und auch die größern Städte Gifa und Ogaki haben stark gelitten. Sämmtliche öffentliche Gebäude sind zerstört, ganze Straßenlinien stürzten ein und begruben unter den Haustrümmern eine ganze Anzahl von Bewohnern. Der Verlustan Menschenleben wird von amtlicher Seite auf mehr als 3000 Personen geschätzt. Auf den gerieth das Wasser in stürmische Bewegung, viele der kleineren Schiffe, die den Lokalverkehr besorgten, wurden beschädigt. In Nagoya brach in dem dichtest bewohnten Stadttheil Feuer aus. Der Bahnverkehr und die Telegraphenverbindung waren einige Tage hindurch unterbrochen. Von Europäern sind nur wenige umgekommen. Yokohama, 1. Nov. Ueber das Erdbeben, das an der Südküste von Nivon stattfand, sind, da der Telegraph versagt, noch wenig Einzelheiten bisher bekannt, doch weiß man, daß die volkreiche Stadt Osaka und Kobe, die Vorstadt von Hiogo, wo die meisten Europäer leben, schwer von der Erderschütterung gelitten haben. Die Bewegung pflanzte sich in westlicher Richtung längs dem Gestade der Bay von Osaka fort. Sowohl in Osaka wie in dem 20 englische Meilen entfernten Kobe waren die Verbeerungen furchtbar. Die Häuser sind leicht gebaut und hunderte wurden dahei in Trümmer gelegt. Die bisher eingegangenen Telegramme melden, daß viele Personen umgekommen sind. Zahlen sind noch nicht bekannt. Auch an anderen Orten der Küste ist der angerichtete Schaden groß, doch nicht so bedeutend, wie in den zwoei erwähnten Städten. Amerika. r Newyork, 2 Nov. Zu dem Bericht des Kapitäns Schlcy betreffend die Untersuchung über die gegen eine Anzahl Matrosen des amerikanischen Kriegsschiffes„Baltimore" in Valparaiso vorgekommenen Angriffe wird mitgetheilt, daß die Matrosen zahlreiche Vißhandlungen seitens des Pöbels erfahren hätten. Die in Haft genommenen Leute des„Baltimore" seien im Gefängniß heimlich vernommen worden. Dagegen sei sein Gesuch um Zulassung eines Offiziers des„Baltimore" zum Verhör der verhafteten Matrosen von den chilenischen Behörden abgelehnt worden. Nach einer Meldung des„Newyork Herald“ aus Washington habe ein Mitglied der Unionsregierung erklärt, der Bericht des Kapitäns Schley verschlimmere die Sachlage. Die Regierung werde vorläufig keine weiteren Schritte thun, vielmehr der chilenischen Regierung eine angemessene Zeit zur Antwort lassen. Die Unionsregierung werde mit Mässigung aber mit Festigkeit bandeln.,„„ 9.8 9unig. — Nach einer Meldung aus Buenos=eihres werden als Kandidaten für die im nächsten Frühjahr stattfindende Wahl zum Präsidenten genannt: Dr. Aristobulo del Palle, Dr. Manuel Guinsana und Dr. Luis Pena. Ersterer, dessen Kandidatur von Romero und Roka unterstützt werde, solle die meisten Aussichten haben. * Witten, 3. November.(Spezialitätenvorstellungen.) Morgen Mittwoch nimmt in dem Borgmann'schen Theatersaale das nur auf 4 Tage und zwar Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonntag festgesetzte Gastspiel des Steinbuchel'schen Künstler Ensembles seinen Anfang. Wir beschränken uns auf eine Notiz einer Essener Zeitung, worin es heißt:.. Minders, Am Mittwoch Abend traten die Wunlverlinder Elsa und Käthchen Moulliers zum ersten Male wieder auf. Die Leistungen der kleinen Turnerinnen am dreifachen Reck wie am schwebenden Doppeltrapez sind wahrhaft großartige. Die Kleinen führen die schwierigsten Uebungen mit einer Sicherheit, Eleganz und Gewandtheit aus, die berechtigte Bewunderung heroorrufen muß. Besonders am schwebenden Trapez wird den Kleinen stürmischer, wohlverdienter Beifall gezollt. Wenn jemals Künstler den Namen„die Sterne der Turnkunst" verdienen, so sind es, weng man das Alter derselben berücksichtigt, die beiden kleinen Künstlerinnen. Die Leistungen des Schnellmalers, des Jongleurs, des Charakterdarstellers und last not least der DrahtseilKünstlerin und Taubenkönigin finden jedesmal den ungetheilten Beifall des Publikums. Unter solchen Amständen kann es nicht fehlen, daß dem Gastspiel des Direktor Herrn Steinbüchel Seitens des hiesigen Publikums mit Interesse entgegengesehen und ein zahlreicher Besuch den Vorstellungen zu Theil werden wird. &ac Witten, 2. Nov.(Kaiser Panorama.) Wie aus dem Annoncentheil ersichtlich wird in der nächsten Woche im Kaiser Panorama(Hotel zum Adler) der Feldzug 1870,71 ausgestellt werden. Diese Serie bringt die wichtigsten Momente des Feidzuges zur Darstellung. Da sämmtl. Bilder naturgetreu und mit peinlicher Genauigkeit gearbeitet sind, so können wir den Besuch des Panoramas nur aufs beste empfehlen. Dortmund, 2. Nov.(Alte Liebe rostet nicht.) Vor einigen Tagen ist hier ein aus der Provinz Westpreußen stammender Arbeiter mit ein und derselben Frau zum zweitenmale zur Ehe geschritten. Der betreffende war im Jahre 1878 wegen Rauhes vom Schwurgericht in Marienberg zu einer zwölfjährigen Zuchthausstrafe verurtheilt worden, die er auch vollständig verbüßt hat. Während der Strafverbüßung hatte sich seine hierher verzogene Ehefrau von ihm scheiden lassen. Nach seiner Entlassung suchte er seine geschiedene Frau hier wieder auf und da dieselbe noch frei uber Herz und Hand verfügte, so schlossen sie aufs neue das eheliche Band. Dortmund, 31. Okt.(Deutsch=soziale sammlung.) Die gestrige Versammlung in der Tarnhalle, in welcher Hecr Rektor Ahlward als Redner auftrat, war sehr gut besucht. In 2½stündiger Rede behandelte Herr Ahlwardt, welcher sich durch und durch als monarchisch gesinnt bekannte, die Judenfrage. Redner bei leuchtet insbesondere, wie er dies auch in Gelsenkirchen und Eisen gethan hatte, die Prozesse Bleichröder=Panche. und führte weiter aus, daß es die allerhöchsne In. die immer mehr umsichg reifende Verjudung in der Justig, der Medizin u. s. w. zu hemmen. Wenn das Krebsgeschwür, das sich bis in den allerhöchsten Ständen breit Es war an einem Mondscheinabend, und Johanna saß allein in dem noch unbeleuchtenden Zimmer am Flügel, als Herr von Bornstetten leise hereintrat, ohne daß sie es bemerkte. Ihre schlanken Finger schlugen wie träumerisch einige Akkorde an, und gingen dann über zu der jubelnden Begleitung der Frühlingsnacht von Schumann. Voll und weich setzte nun ihre Stimme ein. „Ueberm Garten durch die Lüfte Seh' ich Wundervögel zieh'n“. Bornstetten hatte sich schweigsam an das offene Fenster gesetzt, den Kopf in die Hand gestützt, blickte er sinnend auf das junge Mädchen. Wie sie so vor ihm saß in dem hellen Sommerkleide, den lose aufgesteckten Flechten, umwoben von den blassen Mondesstrahlen, da erschien sic ihm so gar nicht als Künstlerin, sondern viel mehr ein liebens= und begehrenswerthes Weib! Er empfand es wie etwas Berauschendes, daß diese leidenschaftliche Liebe, die durch jeden Ton von Johannas Stimme zitterte, nur ihm galt, ihm allein! „Sie ist Dein, sie ist Dein!“ so schloß Johanna jetzt mit jubelnder Stimme. Bornstetten war erregt aufgesprungen und zu ihr herangetreten. War es der Zauber der Frühlingsnacht, der mit den Mondesstrahlen in das Zimmer hineinfluthete, war es die Nachwirkung des herrlichen Liebesliedes, welches ihn gewaltsam hinriß, schmeichelnde Liebesworte zu flüstern, die junge Sängerin in seine Arme zu schließen und den Mund zu küssen, der so süß zu singen wußte. Der junge Offizier gab sich in diesem Moment keine Rechenschaft darüber. Und Johanna? Halb erschreckt und doch beseligt, sah sie auf zu dem geliebten Mann. Da fiel plötzlich ein greller Lichtschein auf Johannas Gesicht, und Bornstetten ließ sie langsam aus ihren Armen gleiten. Die Tante trat mit der Lampe in das Zimmer und damit verschwand der ganze Zauber des schönen Frühlingsberd. W Ziemlich ernüchtert blickte Bornsteuten auf dav häßliche Gesicht Johannas, welches bei den magischen Mondlichte so anziehend zu sein schien. Wie hatte er sich nur so hinreißen lassen, so fragte er sich jetzt fast ärgerlich und zupfte sich verlegen an den Spitzen seines Schnurrbartes. Bedächtig setzte die Tante Hopfen die Lampe auf den Tisch und wandte sich dann an Johanna, indem sie ein Blatt Papier hervorzog und ernst sagte: Erschrick nicht Kind, soeben kam eine Depesche. Dein Vater ist schwer krank, Du sollst sofort nach Hause kommen. Natürlich begleite ich Dich. Johanna starrte die Tonte stumm und erschrocken an, erst nach und nach schien sie das Vernommene zu begreifen. Ach, es war die harte Stimme des Schicksals, die sie erbarmungslos aus dem Zauberlande des Frühlings und der Liebe hinwegrufen wollte! „Ich hoffe, die Krankheit wird nicht so schlimm sein, tröstete die Tante dann Johanna.„Dein Vater ist bekanntlich immer gleich sehr ängstlich, wenn ihm das Geringste fehlt. In einer halben Stunde können wir übrigeus abreisen, ich werde sogleich alles Nöthige besorgen. Sie begleiten uns wohl nach dem Bahnhof. Bornstetten?“ wandte sich die Tante jetzt an den jungen mit dem größten dieser etwas gepreßt. Johannas Blicke irrten wie fragend zu ihm berüber, er schien es jedoch nicht zu bemerken. Ziemlich schweigsant wurde dann der Weg nach dem Bahnhof zurückgelegt; als sie anlangten, war der Nachtzug schon signalisirt, so daß Bornstetten die beiden Damen nur in größter Elle in den Wagen ge####en konnte. Ein flüchtiger Händedruck, einige kurze Abschiedsworte wurden zwischen den reisenden Damen und dem Offizier ausgetauscht und der Zug brauste davon. Johanna lehnte den Kopf in die Polster des Wagens zurück. Im wilden Durcheinander jagten die Gedanken durch ihr Hirn. Bald packte sie heiße Angst um das Leben des geliebten Vaters, und dann wieder erfaßte sie ein wonniges Glücksgefühl bei der Erinnerung an die letzten verlebten Stunden. (Fortsetzung folgt.) mache, nicht beseitigt wer der Dinge. Wir würde Weltgeschichte lehre, da kommen würden. Das d seren Kindern ein freies 2 Vorfahren auch gethanh mal geirrt(1848) und b Knechtschaft auch getrager nicht untergehen. Sollte nur geschehen gegenüber den Waffen in der Han kämpft, darf uns nicht u lebhofter Beifall zu The Gevelsberg, mittag 5 Uhr entstand dem Bodenraum im He im sogenannten„alten Geläute der Brandglock Freiwillige Feuerwehr z zum ersten Male beim leitung in Thätigkeit gest standes funktionirte dersel stahl des Gebäudes, welch Feuer=Societät versiche Mobilar wurde in Sich Werdohl, 1. Nov. anderen Orten, so hat Berathung behufs geme Fleisch, Brod und Kar nächstige öffentliche Vers anlassen. Unna, 31. Okt.(E gegen 2 Uhr gelang es schaft Königsborn einen scher That abzufassen. beiden Nachtwächter im Licht, was denselben um eine Perion in dem Zin Wäschegegenstände zum Als der Einbrecher die ihm zunächst stehenden ins Gesicht und bedroht Messer. In dem Verhe Röhr aus Scheidingen f wegen Diebstahls vorbest aus em Zuchthause ent ein Fenster in das Haus thür geöffnet und schon dungsstücke aus dem Ha S Hamm, 3. Nov. Generalversammlung d Vereins des Eva tag den 15 und Monta stett. Der Festgottesdie um 5 Uhr in der große festliche Nachversammlut ½8 Uhr. In der letzte reformatorische Themate ausgefüllt durch Gesang tag den 16. November Lutherhause Generalver geschäftlichen Angelegen halten. Mittags 1 Uhr Mark“(2 M.). Austl wünschen, wollen sich b Josephson hierselbst mel Weidenau, 2. No tung) des Schmiedes Gerucht. die Kindesmö mordversuch unternomm stumpfsinnig und theilne ihrer Schuld. Münster, 1. Nov. schaffner Ludwig Wied Strafkammer des hiesi klage, im Juli d. J. ei richteten Geldbrief mit haben. Nach mehrstündi 20 Zeugen vernommen des Angeklagten. Der fängniß beantragt. Osnabrück, 1. Nor tag ist ein 15jähriges schwunden. Dasselbe das Mittagessen zur Fa daß hier ein Verbrecher Barmen, 1. Nov. Beschluß) hat der 2 Darnach soll fortan n werbsbedingungen auß vereins auch allen denjer Verhältnissen leben, d ermäßigtem Preise gelle angezeigt erscheint. wir Peter Es ist kaum glaub nordische Zarenresidenz Seit nahezu zwei Mo nur noch mit GattenDie Sensationsprozesse aufeinander und bieter burger Publikum die Es wäre nicht uninteras Gerichtssaales während beobachten. So lange handelt, wie etwa ein Dutzendprozesse bleibt d stens daß man auf den eine in Erwartung ihr lende Partei erblicken kan digung, daß irgend ein? zur Verhandlung komnt Besucher der Gerichtstäle die beliebtesten Theater spruches rühmen dürfte russischen Damen nau Jahre zu den aufregen in den Sälen der Krin Tod und Leben eines verhandelt wird. Die besonderes Wort zur Be Liebhaberinnen erfund pflegt man hier halb vei zu nennen, die eine Dinge oder Personen Mordprozeß oder irge norist. Nun, in diesem He stischen Psychopathen tigung nicht klagen dü vor dem Petersburger verhandelt, in denen Litische Zuthaten eine H theilung des 20jährige Braut erstochen hat Liebe“— wie das wen — folgte der nicht n beiters Semonow, wel Gattin abzuschlachten: ihm zurückzukehren und zu fühern. In deriet russischen Vertheidiger ins Treffen zu führer brutalen Thatsachen sammen, und da die zu mache, nicht beseitigt werde, dann ständen wir am Ende der Dinge. Wir würden innerlich verkommen und die Weltgeschichte lehre, daß wir dann auch äußerlich ver kommen würden. Das dürfe nicht sein. Wir wollen unseren Kindern ein freies Vaterland hinterlassen, wie unsere Vorfahren auch gethan haben. Haben wir uns auch einmal geirrt(1848) und haben wir dafür die furchtbarste Knechtschaft auch getragen: Deutschland darf deshalb doch nicht untergehen. Sollten wir untergehen, so wäre dies nur geschehen gegenüber einer kraftvollen Nation mit den den Waffen in der Hand. Aber die Rasse, die uns bekämpft, darf uns nicht unterdrücken. Dem Redner wurde lebhofter Beifall zu Theil.(Rt. W. Z.) ge Gevelsberg, 1. Nov.(Feuer.) Gestern Nachmittag 5 Uhr entstand auf noch unaufgeklärte Weise auf dem Bodenraum im Hause des Messerschmiedes Eckhoff im sogenannten„alten Berkershaus“ Feuer. Auf das Geläute der Brandglocken eilte die Bürger= und die Freiwillige Feuerwehr zur Brandstätte und wurde hier zum ersten Male beim Feuer ein Hydrant der Wasserleitung in Thätigkeit gesetzt. Trotz des niedrigen Wasserstandes funktionirte derselbe sehr gut, sodaß nur der Dachstahl des Gebäudes, welches in der Westfälischen ProvinzialFeuer=Societät versichert war, zerstört wurde. Das Mobilar wurde in Sicherheit gebracht. Werdohl, 1. Nov.(Billiges Fleisch.) Wie an anderen Orten, so hat auch hier nunmehr eine ArbeiterBerathung behufs gemeinsamen Bezuges von billigerem Fleisch, Brod und Kartoffeln stattgefunden; eine demnächstige öffentliche Versammlung wird das Weitere verUnna, 31. Okt.(Erwischt.) In vergangener Nacht gegen 2 Uhr gelang es der Nachwatrouille der Gewerkschaft Königsborn einen gefährlichen Einbrecher auf frischer That abzufassen. Zur genannten Zeit bemerkten die beiden Nachtwächter im Gasthof Stute zu Königsborn Licht, was denselben um so verdächtiger vorkam, als sich eine Perion in dem Zimmer hin und her bewegte und Wäschegegenstände zum Fenster hinaus auf den Hof warf. Als der Einbrecher die Beamten bemerkte, warf er dem ihm zunächst stehenden Beamten die brennende Lampe ins Gesicht und bedrohte die Beamten mit einem langen Messer. In dem Verhafteten wurde der Arbeiter Franz Röhr aus Scheidingen festgestellt, welcher bereits sechsmal wegen Diebstahls vorbestraft ist und erst vor einem Jahre aus em Zuchthause entlassen war. Terselbe war durch ein Fenster in das Haus gestiegen, hatte sodann die Hausthür geöffnet und schon eine Menge Wäsche und Kleidungsstücke aus dem Hause geschafft. S Hamm, 3. Nov.(Evang. Bund.) Die zweite Generalversammlung des Westfölischen HauptVereins des Evang. Bundes findet am Sonntag den 15 und Montag, den 16. November hierselbst stett. Der Festgottesdienst wird am Sonntag Nachmittag um 5 Uhr in der großen Kirche abgehalten werden. Die festliche Nachversammlung im Lutherhause beginnt um ½8 Uhr. In der letzteren werden drei Ansprachen über reformatorische Themata gehalten. Die Pausen werden ausgefüllt durch Gesang= und Posaunenvorträge. Montag den 16. November, von ein halb 10 Uhr an im Lutherhause Generalversammlung. Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten werden zwei Vorträge gehalten. Mittags 1 Uhr Festmahl im„Grafen von der Mark“(2 M.). Auswärtige Gäste, welche Privatlogis wünschen, wollen sich bis zum 11. Nov. bei Herrn Pastor Josephson hierselbst melden. Weidenau, 2. Nov.(Die gewaltsame Tovtung) des Schmiedes P. bestätigt sich so wenig wie das Gerücht, die Kindesmörderin Frisch habe einen Selbstmordversuch unternommen. Letztere zeigt sich fortgesetzt stumpfsinnig und theilnahmslos und hat kein Bewußtsein ihrer Schuld. 9— 6 Münster, 1. Nov.(Freisprechung.) Der Postschaffner Ludwig Wiedenroth von hier stand vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts unter der Anklage, im Juli d. J. einen von Jena nach Osnabrück gerichteten Geldbrief mit 24,000 Mark unterschlagen zu haben. Nach mehrstündiger Verhandlung, in welcher über 20 Zeugen vernommen wurden, erfolgte Freisprechung des Angeklagten. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr Gefängniß beantragt.„„„ Osnabrück, 1. Nov.(Vermißt.) Seit Donnerstag ist ein 15jähriges Mädchen spurlos von hier verschwunden. Dasselbe war sortgeschickt, um dem Vater das Mittagessen zur Fabrik zu bringen. Man vermuthet, daß hier ein Verbrechen vorliegt. Barmen, 1. Nov.(Einen nachahmensuerthen Beschluß) hat der Verein hiesiger Apotheker gefaßt. Darnach soll fortan wegen der jetzigen ungünstigen Erwerbsbedingungen außer den Mitgliedern des Sanitätsvereins auch allen denjenigen Patienten, melche in dürftigen Verhältnissen leben, die ihnen verschriebene Arznei zu ermäßigtem Preise geliefert werden. Wo diese Ermäßigung angezeigt erscheint, wird der behandelnde Arzt auf dem Rezept den erforderlichen Vermerk anbringen. Ganz sicher wird die arme Bevölkerung den Apothekern dafür im Stillen warmen Dank entgegenbringen. Barmen, 2. November.(Eisenbahn=Unfall.) Gestern Abend gegen 8 Uhr entgleisten mehrere Wagen des von Ovladen um diese Zeit an der Station Wermelskirchen eintreffenden Personenzuges kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof. Ein Passagier verstauchte eine Hand, sonst sind Verletzungen nicht vorgenommen. * Elberfeld, 2. November.(Spiel mit Feuer.) Gestern Nachmittag spielten an der Küllenhahnerstraße eize Anzahl Jungen auf einem dem Fuhrunternehmer Dontheil gehörigen Möbelwagen. Plötzlich kam einer der Jungen auf den unglücklichen Gedanken, das in dem Wagen liegende Stroh anzustecken. Von den Flammen wurde der Wagen bald mit ergriffen und brannte bis auf die Eisentheile total nieder. Der hierdurch entstandene Schaden ist kein geringer. Düsseldorf, 2. Nov.(Trichinen) wurden gestern auf dem Fleischbeschaueramte abermals in sechs Seiten amerikanischen Sveckes gefunden. Crefeld, 2. Nov.(Unglück.) Gestern Nachmittag rannte das Pferd eines Fuhrwerks in einen Zug der Lokalbahn Crefeld=Uerdingen. Ein 4jähriges Kind wurde getödtet und die Frau des Wagenbesitzers erheblich verletz“. * Osterfetd, 1. Nobember.(Schwer verletzt.) Der junge Mann, Namens Sch., welcher am Montag Abend durch einen Revolverschuß verletzt wurde, befindet befindet sich in sehr bedenklicher Lage. Die Kugel, welche durch das Ohr in den Kopf drang, hat sich, wie nunmehr festgestellt worden ist, unter der Hirnschale festgesetzt. Der Herr Kreisphykus von Düsseldorf war hier anwesend und soll geäußert haben, daß die Kugel nur durch eine schwere Operation entfernt werden könne, bei welcher es auf Tod und Leben gehe. * Dinslaken, 31. Okt.(Brand.) Gestern Abend zwischen 7 und 8 Uhr brannte die am Eppinghovenerthor gelegene Lackfabrik oes Herrn te Fries. Unsere freiwillige Feuerwehr war rasch zur Stelle, doch war weitere Gefahr nicht vorhanden, da die Fabrik vollständig frei liegt. Ueber die Entstehung des Brandes ist noch nichts bekannt.„„„. * Aachen, u. Nov.(Mord.) Gestern Nachmittag ist zwischen Haaren und Aachen eine 49 jährige Bauersfrau ermordet worden. Sie wurde noch lebend aufgefunden; es war ihr ein Auge ausgeschlagen, der Unterkiefer zerschmettert und die Zunge abgeschnitten. Sie wurde in das hiesige Hospital gebracht, wo sie Nachmittags starb. Koblenz, 2. Nov.(Brandstiftung.) In verflossener Nacht brach in Lützel=Koblenz wieder Großfeuer aus. Es ist das 5. Mal in Zeit von 3 Wochen. Das Feuer entstand in dem Holzlager der Firma Douque und Aldenhoven und griff mit rasender Schnelligkeit um sich, sodaß außer den großen Holzvorräthen des Platzes auch noch ein nebenanstehendes Bahnmeisterwohnhaus niederbrannte. Das 5. Großfeuer in unserm neu eingemeindeten Stadttheile. Die Regierung hat die auf Ermittelung des Brandstifters ausgesetzte Belohnung von 600 Mark auf 1000 Mark erhöht.„„.( M.... * Oberlahnstein, 1. Nov.(unfurt) als man dieser Tage einen leeren Kiesnachen ans Land bringen wollte, warf man dem auf dem Nachen stehenden Schiffer ein Seil zu, jedoch so ungeschickt, daß sich die Leine dem Manne um den Hals schlang, daß er ins Wasser gerissen wurde und ertrank. Die Leiche ist noch nicht ge* Vom Rhein, 2. Nov.(Der Wein) ist dies Jahr schlecht gerathen. Am meisten hatte das kalte, feuchte Wetter im Sommer den Weinbergen geschadet, die bereits im letzten Winter infolge des Frostes erheblich gelitten hatten Es wird deshalb in diesem Jahr, wie vom Rhein geschrieben wird, nur auf höchstens ¼ bis ½ Herbst zu rechnen und der Wein von geringer Güte sein. Von den Feinden des Weinstockes hatte sich die Peronospora viticola sowie der Heu= und Sauerwurm auch in diesem Jahre gezeigt. Besonders stark trat die Peronospora in der Gegend von Eliville und von Lorch auf. An beiden Orten haben deshalb öffentliche Vorträge und Besprechungen über das Wesen und die Bekämpfung dieses Vilzes stattgefunden. Schwurgerichts-Verhandlungen. (Nachdruck verboten.) 8 Hagen, 2. November. Vor dem heute begonnenen Schwurgericht wurde gegen den Schuhmachergesellen August Müller aus Witten verhandelt, der angeklagt ist, erstens im Jahre 1890 zu Witten den Sattlergehülfen Emil Groß mittelst gefährlichen Werkzeugs, einer Sattlerscheere, vorsätzlich körperlich mißhandelt und zweitens am 1. Juni dss. Irs. ebenfalls zu Witten den Sattlergehülfen Ed. Spindeldreher derart mit einer Sattlerscheere körverlich verletzt zu haben. Russische Familiendramen. Petersburg, 17. 10. 91(russ. Stil.) Es ist kaum glaublich, wieviel Familiendramen die nordische Zarenresidenz in diesen letzten Tagen erlebt bat. Seit nahezu zwei Monaten beschärtigen die Gerichte sich nur noch mit Gatten-, Gattinnen= und Geliebten=Morden. Die Sensationsprozesse folgen fast ohne Unterbrechung aufeinander und bieten dem aufregungslustigen Petersburger Publikum die spannendsten Gratisvorstellungen. Es wäre nicht uninterassant, das Aussehen eines russischen Gerichtssaales während einer Verhandlung gelegentlich zu beobachten. So lange es sich um kleinere Verbrechen handelt, wie etwa ein Betrug. Diebstahl und sonstige Dutzendprozesse bleibt der Zuschaueraum ziemlich leer. Höchstens daß man auf den glattpolirten gelben Bänken irgend eine in Erwartung ihres eigenen Termines sich langweilende Partei erblicken kann Doch genügt eine Zeitungsankündigung, daß irgend ein Mord— je schauriger, desto besser— zur Verhandlung kommt. un den Andrang der Gewohnheits Besucher der Gerichtsläle insUngeheure zu steigern. Kaum daß die beliebtesten Theatervorstellungen sich eines ähnlichen Anspruches rühmen dürften. Besonders gierig stürzen unsere russischen Damen mamentlich aber die Fräuleins über 40 Jahre zu den aufregenden Schauspielen, wie man sie nur in den Sälen der Kriminalgerichte finden kann, wo über Tod und Leben eines— oder gar mehrerer Menschen verhandelt wird. Die russische Sprache hat bereits ein besonderes Wort zur Benennung dieser enragierten ProzeßLiebhaberinnen erfunden. Eine„peychopatka“ pflegt pflegt man hier halb verächtlich, halb mitleidig jene Frauen zu nennen, die eine lächerliche Begeisterung für gewisse Dinge oder Personen zur Schau tragen, sei es nun ein Mordprozeß oder irgend ein glutäugiger italienischer Tenorist. Nun, in diesem Herbst werden die spezifisch kriminalistischen Psychopathen gewiß über Mangel an Beschäftigung nicht klagen dürfen. In kaum 14 Tagen wurden vor dem Petersburger Gericht zwei sensationelle Prozesse verhandelt, in denen Liebe, Eisersucht und sonstige romantische Zuthaten eine Hauptrolle spielten. Auf die Verurtheilung des 20jährigen Schreibers Ivanon, der seine Braut erstochen hat aus„purem Edelmuth und reiner Liebe“— wie das wenigstens sein Vertheidiger behauptete — folgte der nicht neuiger aufregende Prozeß des Arbeiters Semonow, welcher die von ihm getrennt lebende Gattin abzuschlachten versuchte, weil sie sich weigerte, zu ihm zurückzukehren und einen„anständigen Lebenswandel" zu fühern. In deriet Leidenschaftsverbrechen pflegen die russischen Vertheidiger stets die Unzurechnungsfähigkeit ins Treffen zu führen. Sie dichten um die oft recht brutalen Thatsachen ganze physiologische Mürchen zusammen, und da die zur gerichtlichen Expertise vorgeladenen hiesigen Psychiatten mit den„Geistungs“=Zeugnissen besonders freigebig sind, so haben die russischen Geschworenen reichlich Gelegenheit, ihre für jede Art LeidenschaftsVerbrechen längst sprüchwörtlich gewordene Nachsicht mit einem gewissen Scheine des Rechts auszuüben. Auf die vielen Morde folgt ein sensationeller Selbstmord. Eine reizende polnische Schmuspielerin, Fräulein Jaworsky, eine der wenigen Künstlerinnen der diesjährigen polnischen Gesellschaft im Nemetti=Theater, die einen großen und wohlverdienten Erfolg zu erringen wußte, vergiftete sich mit einer Strychninlösung, nachdem sie kurz vorher noch lustig zu Mittag gegessen und sich mit ihren Kollegen und Kolleginnen lachend unterhalten hat. Die Ursache dieses Sciostmordes soll eine förmliche Liebestragödie bilden, die sich in Warschau, der Heimath der Selbstmörderin, abgespielt hat. Als Held der traurigen Geschichte wird der jungste Sprosse eines allerhöchsten polnischen Magnatenhauses bezeichnet. Die stolze aristokratische Fumilie wollta von einer Heirath des reichen Majoratserben mit der armen Schauspielerin narürlich Nichts wissen. Der junge Mann besaß weder Kraft noch Lust, dem Willen seiner Eliern zu trotzen, und so blieb der unglücklichen, kaum 20jährigen verführten Künstlerin nichts Anderes übrig, als ein frühzeitiges Ende zu suchen, wie das in ähnlichen Fällen ja schon so Manche vor ihr gethan und nach ihr noch thun wird. Fast ebenso viel als von dieser Liebestragödie wird jetzt in Petersburg von einem Ehedrama gesprochen, wie es der geschickteste französische Dichter nicht spannender erfinden könnte. Der zweite Direktor der Petersburger Diskontobank, Herr Scherschewsky, ein geachteter Mann in den besten Jahren, hat vor etlichen Jahren eine junge und schöne Glaubensgenossin, Theophilia Hussin, gebeieathet. Da die reizende Braut keine nennenswerthe Mitgift mit in die Ehe brachte, so durfte man an der Liebe des Bräutigams gewiß nicht zweifeln; auch schienen die ersten Ehejahre der vortrefflich zu einander passenden Gatten vollcommen glückliche zu sein und das Paar Scherewsky galt als ein Muster von liebevollen und treuen Eheleuten. Leider dauerte dieses Glück nicht allzu lange Zeit. Bald nach der Geburt ihres zweiten Kindes fing die junge Gattin an, ihre Häuslichkeit und ihren Mann auffallend zu vernachlässigen. In der Gesellschaft zischelte man erst, dann sprach man ganz laut von allerlei leichtsinnigen Streichen der Frau Theophilia und schließlich mußte es auch der immer noch verliedte Gatte merken, daß es um seine Hausehre recht traurig stand. Mit den schlagendsten Beweisen ausgerüstet trat Herr Scherchewsky vor das Petersburger Rabbinat, welches in Rußland, wo es bekanntlich keine Civil=Standesämter ziebt, die jüoischen Ehen schließen und scheiden muß. Frau Theophilia wurde nach der Untersuchung als der allein schuldige Theil bedaß die Verletzung den Tod des Spindeldreher zur Folge hatte. Angeklagter, der noch unbestraft ist, wird von seinen Mitarheitern als streitsüchtiger, jähzorniger Mensch geschildert, der ohne besonderen Anlaß Streit provozire. In dem ersten zur Anklage stehenden Falle, der sich vor etwa 1½ Jahre ereignete, giebt Angeklagter zu, daß er den v. Groß mait seiner Scheere auf die Finger geschlagen habe, nachdem dieser ihn gekratzt. Erwiesen wird aber, daß er den Groß nach voraufgegangener Hänselei, ohne besondere Veranlossung derart mit seiner Sattlerscheere auf den Kopf geschlagen hat, daß Groß noch nach einigen Tagen Schmerzen verspürte. Verletzter und Angeklagter waren in der Sattlerwerkstätte von Lösewitz etwa 2 Monate zusammen, als der Vorfall sich ereignete. Später trat der Sattlergehülfe Ed. Spindeldreher auch daselbst in Arbeit. Mit diesem rieb er sich auch bald. Angeklagter sucht die Sache so darzustellen, als wenn Spindeldreher der Störenfried gewesen sei, die Zeugen bekundeten aber, das gerade Müller es gewesen sei. Nachdem zwischen beiden wiederholt vorher gegenseitige Schimpfworte gefallen waren, kam es am 1. Juni, an einem Montag, wo blau gemacht war, in Folge einer Wette zwischen Spindeldreher und Müller zu einem sehr ernsten Auftritt. Müller sollte von Spindeldreher 12 Flaschen Bier haben, wenn er ein Messer 5 Minuten lang mit gestrecktem Arme zwischen 2 Fingern halte. Als es nach 3—4 minutenlangem Halten schien, als ob Müller die Wette gewinnen werde, wandte Spindeldreher ein, Müller habe nicht richtig gehalten, worauf dieser sich bereit zeigte, das Messer dann noch eine Minuten länger halten zu wollen, was denn auch geschah. Spindeldreher wollte das Verlieren der Wette trotzdem nicht zu geben, wenngleich Müller die Anwesenden mit ihrer Ansicht auf seiner Seite hatte. Er erklärte deshalb dem Spindeldreber, er sei ein Lump wenn er sein Wort nicht halte. Als er diese Aeußerung wiederholte, applizirte ihm Spindeldreher eine Ohrfeige, ohne daß Müller darauf reagirte. Man nimmt an, daß er vor einem anwesenden, dem Spindeldreher zugethanen Collegen Furcht hatte. Die Wortfechtereien nahmen ihren Fortgang und fühlte sich Spindeldreher so gekränkt, daß er erklärte, er höre nun auf zu arbeiten. Thatsächlich packte er auch seine Sachen zusammen und begab sich von der oben gelegenen Werkstatt nach unten, kam aber bald nachher wieder herauf und trat dem auf seinem Schemel sitzenden Angeklagten Müller mit dem Fuß unten in den Rücken. Müller ergriff hierauf seine Scheere und stieß sie blindlings dem Spindeldreher mit solcher Wucht in den Bauch, daß die Eingeweide hervortraten, eine schwere Unterleibsentzündung und bald darauf der Tod eintrat. Während der Angeklagte sagt, er habe die Scherre zufällig in der Hand gehabt, bekundet ein Zeuge, daß er mit dem Instrument, dasselbe zum Stoß gesatzt, gestochen habe. Nach dem Gutachten der Herren Aerzte ist der Tod in Folge der schweren Verletzung erfolgt, der Verletzte hatte eine 5½ cm lange und 2½2 cm breite Wunde davongetragen.„.. 86 Die vom Heirn Prasidenten ven Geschworenen vorgelegten Fragen berübren die beiden Körperverletzungen — eine mit Todeserfolg— und die Zubilligung mildender Umstände. Königl. Staatsanwaltschaft bittet bei dem klaren Sachverhalt beide Schuldfragen zu bejahen, die mildernden Umstände dem Angeklagten aber nur bezügl. der Körperverletzung mit Todeserfolg zuzubilligen. Der Herr Vertbeidiger I. R. Kellen ist mit der Kgl. Staatsanwaltschaft bezugl. der beiden Schuldfragen einig, bittet aber dem Angeklagten die mildernden Umstände in beiden Fällen nicht zu versagen. Die Herren Geschworenen treten nach voraufgegangener Rechtsbelehrung durch den Herrn Präsidenten zur Berathung ab und lautet ihr Spruch auf schuldig des Angeklagten in beiden Fällen unter Zubilligung mildernder Umstände bezügl. der zweiten Schuldfragen. Der Herr Staatsanwalt beantragt hierauf gegen Angeklagten im Hinblick auf dessen große Rohheit eine Gesammtstrafe von 3½ Jahren Gefängniß, auf 2 Jahre und 2 Monate lautete das Urtheil. Industrie, Handel und Verkehr. * Die Accumulatorenfabrik Aktiengesellschaft in Hagen und Wien hielt am Samstag ihre außerordentliche Generalversammlung in Berlin ab. Zur Vertheilung wurden nach außererdentlich hohen Abschreibung 10 pCt. Dividende für das eingezahlte Aktienkapital bestimmt; da der Abschluß für die Zett vom 1. Januar 1890 bis zum 30. Juni 1891 gilt, so werden demgemäß jetzt 15 pCt. vertheilt. Das sehr erfreuliche Resultat trotz des kurzen Bestehens der Gesellschaft ist wohl in erster Linie der sehr rührigen Geschäftsleitung zu verdanken. Auch für das nächste Jahr lassen die vorliegenden zahlreichen größeren Aufträge ein gutes Ergebniß erwarten. funden und auf Grund des erwiesenen Ehebruches von ihrem Gatten geschieden, wobei laut russischen Gesetze ihre beiden Kinder dem von ihr betrogenen Gatten zugesprochen wurden. der kin genommen und endete erst gegen Anbruch der Nacht. Die Thiere flogen etwa 30 Fuß hoch über der Erde, in einer großen Wolke, die den Himmel verdunkelte, und machten ein Geräusch, das dem Fallen eines schweren Regengusses ähnelte. Sie schienen etwa eine deutsche Meile in der Stunde zurückzulegen, und man erkannte zwei Abarten; die meisten waren von röthlicher Farbe, die andern grünlich, und die größten waren 2¼ Zoll lang und maßen mit ausgespannten Flügeln etwa 4 Zoll. Die Thiere ließen sich nicht in der Stadt nieder, sondern flogen über diese hinweg, um den Feldfrüchten der Nachbarschaft Nankings ungeheuren Schaden zu ufügen.„ Vater und Sohn. Das ist die echte Kunst, die machtvoll ins Leben selbst hirübergreift. Aus Bielitz in Oesterreich=Schlesien wird dem Wiener„Vaterland" geschrieben:„Am hiesigen Stadttyeater wurde„Don Carlos“ gegeben. Nich dem ersten Akte entstand zwischen dem Don Carlos(Preger) und Philipp II.(Herr Eisner), also zwischen Vater und Sohn, die sich nicht leiden kön nen, eine regelrechte Prügelei. Beide wälzten sich schließlich auf der Erde herum, und schlugen mit den Säbeln auf einender los. Die beschäftigten Damen stoben vor Entsetzen auseinander, endlich gelang es dem Regisseur, die Rasenden zu trennen Ausdauernde Touristinnen. Aus Tyrol wird berichtet: In den Tagen vom 28. August bis 5. September durchforschten die Fräulein Frieda und Tilde Tewes aus Graz die Stubater Gebirgsgruppe und haben dabei nach Versicherung der Führer steirischer Kletterkunst Ehre gemacht. Nach dem sich die Damen in der Mitte des August von ihrem Standorte„Waldrast“ aus unter Assistenz des Führers Kapferer aus Vulmmes auf der Serlos, der Rockspitze, Patscherkoses und vor ellem auf dem Habicht (10 362 Fuß) bei Nebel und Neuschnee trainiert hatten, erstiegen sie unter den günstigsten Witterungsverhält: nissen am 1. September nach einer nächtlichen Wanderung von der Dresdener Hütte aus unter Leitung des Führers Rannalter aus Neustift die höchste Spitze der Stubaier Gletscher, das zum Wilden Pfaff gehörige„Zuckerhütl (11100 Fuß) zuerst beitiegen von Specht aus Wien 1862 und 1865 von dem englischen Alpenwanderer Mr. Tucket. Die Damen nahmen sodann noch die„Pfaffenspitze" (10 969 Fuß), die„Schaufelspitze"(11 125 Fuß). * Bei der Enthüllung des Schloßbrunnens in Berlin, hat sich eine Reihe ärgerlicher Auftritte zwischen Zuschauer und Schutzleuten abgespielt. Berliner Zeitungen berichten darüber, indem sie ihren Bedauern über die doch gar zu weitgehenden volizeilichen Apsperrungsmaßregeln Ausdruck geben:„Bis gegen 2 Uhr Nachmittags war der Schloßplatz öde und leer, dann aber rückten von allen Seiten die Polizeitruppen in geschlossenen Kolonnen zu Fuß und zu Roß nach dem Platze hin ab, als gelte es auf demselben eine große Herbstparade der unisormirten Polizeimacht abzuhalten. Bei der dem Berliner eigenen Schaulust konnte es auch nicht ausbleiben, daß nunmehr auch die Menge Zuschauer in großen Schaaren sich einfanden. In der Brüderstraße bis zur Neumannsgasse und in der Neumannsgasse sammelten sich zunächst die Polizeimannschaften. Um 2½ Uhr aher rückten die Polizeitruppen aus ihren Rendezvousstellungen gegen den fast menschenleeren Schloßplatz an, um ihn in seiner ganzen Ausdehnung zu umstellen. Jeder Versuch des Publikums, auf den leeren Schloßplatz zu gelangen, wurde sehr energisch zurückgewiesen, die Pferdebahnwagen, welche den Schloßplatz passiren, wurden über den Schloßplatz hinweg durch Schutzleute gesperrt, welche sich auf die Trittbretter schwangen und jedes Absteigen innerhalb der Polizeikette verhinderten. Sväter verrichteten diesen Dienst Beamte der Pferdebahn. Kurz vor drei Uhr misßte der Polizei doch wohl die Erkenntniß gekommen sein, daß der menschenleere Schloßplatz einen ungünstigen Eindruck auf den Kaiser hervorrufen könnte. Die Polizeikette öffnete sich plötzlich, und durch eine stumme Handbewegung wurden die Vordersten eingeladen, etwas näher treten zu wollen. Wie„Lützow's wilde verwegene Jagd" stürmte nunmehr das Publikum auf den Schloßplatz. Die Polizei hatte nunmehr ihre ihre liebe Noth, die Absperrungskette wiederherzustellen. Auch verschiedene Unfälle sind bei der großen Volksversammlung zu beklagen gewesen. Eisenbahnunglück. Berlin, 2. Nov. Das Betriebsamt Berlin=Schneidemühl(Direktionsvezirk Bromberg) macht bekannt: Am 31. Oktober gegen halb 9 Uhr Abends ist auf dem Bahnhofe Filehne infolge Ueberfahrens des Halte=Signals am östlichen Bahnhof=AbschlußTelegraphen der Güterzug 354 von Schneidemühl in den Schluß des aus dem 3. Geleise nach Schneidemühl abfahrenden Güterzuges 311 gefahren. Vier Wagen wurden zertrümmert. Der Schlußbremser Büch ist infolge des Zusammenstoßes von der Bremse des letzten Wagens herabgestürzt, überfahren und sofort getödtet. Weitere Personenbeschädigungen sind nicht vorgekommen. „Nette Zustande“ scheinen sich nach der„Br. Ztg.“ in der Stadt Neisse entwickeln zu wollen. Der dortige Gastwirthsverein zahlt 5 Mark Belohnung an jeden Denunzianten, der einen ohne Konzession mit Spirituosen handelnden Kaufmann anzeigt. Dazu wird jetzt uns Neisse geschrieben, daß bei der Behörde bereits 16 Tenunziantionen eingelaufen sind. Nunmehr haben die Neisser Kaufleute den Entschluß gefaßt, in gleicher Weise gegen diejenigen Gastwirthe vorzugehen, weiche die Polizeistunde überschritten oder Hazardspiele dulden. Und die Fleischerinnung hat beschlossen, gegen diejenigen Gastwirthe vorzugehen, welche außer dem Hause Wellwurst verkaufen! * Versuchter Raub im Bahnwagen. Auf der Eisenbahnlinie Paris=Havre machte am Sonnabend ein unbekannter Amerikaner einen Raubmordversuch gegen einen Kaufmann aus Saint=Etienne; Letzterer zog jedoch einen Revolver und hielt den Angreifer in Schach bis zur Ankunft in Havre, wo der Amerikaner verhaftet wüche.„ Schiffsbrand. New=Yort, 1. Novemver. Auf dem Mississippi bei Bicksburg verbrannte ein großer Daiapfer mit einer Ladung Baumwolle. Von 200 an Bord befindlichen Personen sind 12 umgekommen. Literatur. Die„Deutsch=Sozialen Blätter", Central=Organ der deutsch=sozialen Partei Nr. 168 enthalten: Der Antisemitismus in Oesterreich und die„Allgemeine Zeitung des Judenthums“— Maß halten!—„Der Antisemitismus ein Krebsschaden, der an Marke unseres Volkslebens frißt".— Zum Fall Bleichröder.— Schlüssel zur Bodenfrage.— Preßstimmen.— Mittheilungen zur Judenfrage. — Ausland.— Volkswirtyschaftliche Tagesfragen.— Nachrichten aus der Partei.— Mittheilungen von lokalem Interesse,— Israel im Konflikt mit den Strafgesetzen. — Mosaik. Nachrichten. Dresden, 2. Nonember. Die Trauung des Prinzen Friedrich August und der Erzherzogin Luise findet, wie zuverlässig gemeldet wird, um 18. dss. Mts. in Wien statt. h Petersburg, 2. November. An Stelle des Wirklichen Geheimen Raths Solskij ist der Wirkliche Geheime Rath im Departement für Gesetzgebung und Kodifikation. Peretz, als Mitglied in den Reichsrath berufen worden. n Stockholm, 2. Nov. Im zweiten Gardereciment haben schon seit längerer Zeit Schießübungen mit einem neuen Gewehr, zu dessen Einführung der letzte Reichstag mehrere Millionen bewilligt hatte, stattgefunden. Jetzt hat der Regimentskommandeur an die Regierung einen Bericht erstattet, in welchem er das Gewehr für Kriegszwecke für völlig unbrauchbar erklärt. Markt- und Coursberichte. * Neuß, 2. November.(Fruchtmarkt.) Weizen, neuer 1. Qual. 23 50, 2. 22,50 M., Landroggen neuer 1. Qual. 23.00, 2. 21,50 M., Buchweizen 00.44), Hofer—, neuer bis 16,00 M., Raps 1. Qual. 00,00, 2. 00,00 M., Aveel (Rübsen) 00,00 M., Kartoffeln 9.00 M., Rüböl 64.00 M., dito faßwetse 65,50 M., Gereinigtes Oel 67 M. für 100 Kilogr., Heu 36,00 M., Stroh 22,00 M. für 500 Kilo. Preßkuchen 122,00 M. für 1000 Kilo. Kleie 6,00 M. für 50 Klo.„„„ Berlin, 2. Nov.,### R. Fruchtoorse. Weizen Nov. 229,00, Nov. Dez. 229.00, Dez.=Jan. 230,75, AprilMai 231,50 M. Gek. 227,000 Ctr. Rozgen Nov. 242.00, 61.50 M. Gef 200 Centner. Spiritus 70er vorr. 51,70, Nov. 50,90, Nov.=Dez. 50,90 April=Mai 52 50, Mai=Juni 5270 M. 50er vorr. 71,30 M. Gek. 500.000 Liter. Vetroleum vorr. 23,10 M. Roggenmehl 0/1 Nov. 32.00, Nov.=Dez. 330 M.„„ gubig 205 Bremen, 2. Nov. Petroteum vort. kugig, 5.00 Brief.m m. f. Antwerpen, 2. November. Verroleum stau, vork. 15, Nov. 15¾, Nov.=Dez. 15, Jan.=März 15½ fr. Glasgow, 2. Nov. Roheisen. Warrants 478 1d. Vom Raucher dem Freunde empfohlen, wird Holländ. Tabak 10 Pfd. frco. 8 Mk. täglich bei Becker in Seesen a. Harz nachbestellt.(Noturiell erwiesen.) Bekanntmachung. Der zwischen Breite= und Brüderstraße belegene Theil der Wideystraße ist von heute ab während der Dauer der in Ausführung befindlichen Kanalisirungs=Arbeiten für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Witten, 2. Nov. 1891. Die Polizeiverwaltung. Dr. Haarmann. Wohnungsveränderungen wollen unsere geschätzten Abonnenten bei uns anmelden, damit in der Zustellung der Zeitung keine Unterbrechung eintritt. e Exped. des Märk. Tageblattes. „Sprachkunde sei Grundlag' Deinem Wissen, Derselben sei zuerst und sei zuletzt beflissen. Das„(Rückert.) Schreiben, Lesen u. Verstehen der englischen und französischen Sprache(bei Fleiß und Ausdauer) ohne Lehrer sicher zu erreichen durch die in 38 Auflag. vervollk. Orig.=Unterr.= Briefe n. d. Meth. ToussaintLangenscheidt. Probebriefe à 1 M. Langenscheldtsche Verl.-B., Berlin SN 46, Hallesche Str. 17. Wnet e burch lnsangabe nachweist, haben Viele, die nur diese Briefe (nicht mündlichen Unterricht) benutzten, das Examen als Lehrer des Englischen Französ. gut bestanden. und Bezirk Bochum, bei welchen zu erscheinen haben: 1. sämmtliche Mannschaften der Reserve aller Waffen, 2. sämmtliche zur Disposition der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften(Superrevidenden), 6eem Mars G.4e. 3. sämmtliche zur Disposition der Truppen bezw. Marinetheue beurlaubten Mannschaften, 4. die in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1879 eingetretenen Mannschaften aller Waffen, 5. sämmtliche Mannschaften früherer Jahrgänge, über deren Militärverhältnisse durch Ueberführung zum Landsturm rc. noch nicht endgültig entschieden ist, werden, wie nachstehend angegeben, abgehalten: 1. Für die Mannschaften der Stadt Witten im Saale des Wirths Borgmann, Ruhrstraße. Am 3. November 1891 morgens 9 Uhr, für die Mannschaften der Garde und Spezialwaffen der Jahrgänge 1888, 1887, 1886, 1885, 1884 und jüngere, Dispositionsurlauber und Superrevidenden und die in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1884 und vom 1. April bis 30. September 1879 eingetretenen Mannschaften der Garde und Spezialwaffen. Am 3. November 1891 morgens 10½ Uhr für die Mannschaften der Provinzial=Infanterie der Jahrgänge 1888, 1887, 1886 1885, 1884 und jüngere, sowie Dispositions=Urlauber und die in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1884 und vom 1. April bis 30. September 1879 eingetretenen Mannschaften der ProvinzialInfanterie. 2. Für die Mannschaften der Aemter Laugendreer und Werne Das älteste und größte Bettfedern-Lager William Lübeck in Altona versendet zollfrei gegen Nachnahme (nicht unter 10 Pfd.) gute neue Bettfedern für 60 Pfg. pr. Pfd. Vorzüglich gute Sorte Mk. 1.25, Prima Halbdaunen nur Mk. 1.60 und Mark 2.— Reiner Flaum nur M. 2.50 und Mk. 3.— Bei Abnahme von 50 Pfd. 5% Rabatt. Umtausch bereitwilligst. Fertige Betten(Oberbett, Unterbett und 2 Kissen), prima Inlettstoff aufs Beste gefüllt, einschläfig, 20, 25, 30 u. 40 M., 2schläfig 30, 40, 45 u. 50 M. Bekanntmachung. Die diesjährigen Herbst=Kontroll=Versammlungen im Landwehrim Soale des Wirths Leiendecker in Langendreer. Am 4.2 mber 1891, Morgens 9 Uhr, für die Mannschaften der Gard und Spezialwaffen der Jahrgänge 1888, 1887, 1886, 1885, 1884 und jüngere, Dispositionsurlauber und Superrevidenden und die in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1884 und vom 1. April bis 30. September 1879 eingetretenen Mannschaften der Garde und Specialwaffen. Am 4. November 1891, Morgens 11 Uhr, für die Mannschaften der Provinzial=Infanterie der Jahrgänge 1888, 1887, 1886, 1885, 1884 und jüngere, sowie Dispositions=Urlauber und die in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1884 und vom 1. April bis 30. September 1879 eingetretenen Mannschaften der ProvinzialInfanterie. 3. Für die Mannschaften des Amtes Herbede im Saale des Wirtbs Wilh. Halseband in Herbede. Am 5. November 1891, Morgens 9 Uhr, für die Mannschaften der Provinzial=Infanterie, Garde und Spezialwaffen der Jahrgänge 1888, 1887, 1886, 1885, 1884 und jüngere, sowie DispositionsUrlauber und Superrevidenden und die in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1884 und vom 1. April bis 30. Septbr. 1879 eingetretenen Mannschaften aller Waffen. Königliches Bezirks=Commando, Bochum. Die Leineertrett Lothar Meggendorfer. 6 Ein frischer Hauch von Jugendlust durchweht das unter obigem Titel in vielfarbigem Druck ausgeführte humoristische Gruppenbild; mit frappanter Natürlichkeit ist es dem Künstler gelungen, das Thun und Treiben unserer Lieblinge in ihrer reizenden Naivetät wiederzugeben. Man findet dies Bild in Payne's Illustr. untttteit-Gruteitate Die weltbekannte Lairitz'sche Waldwoll=Watte und das Fichtennadel=Oel (reines Naturprodukt), gegen gichtisch=rheumatische Leiden seit einem Menschenalter unübertrefflich bewährt, von ärztlichen Autoritäten empfohlen und verordnet, durch Medaillen u. Ehdendiplome,(Silber=Medaille Barcelona 1888 u. Cöln 1889 u. Stuttgart 1890 ausgezeichnek, sind für Witten allein echt zu haben bei Karl Pipo. Einrahmen von Bildern, Denksprüchen und Brautkränzen besorgen geschmackvoll und billig B. Koetzold& Co. 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Mit einer alsdann die Versamm sammlung hatte eine sammlung aus dem A Schluß der Versamml neten Hinze und R mit den Vertrauensn Nachbarkreisen i sondere mit VertrauMeiningen, Coburg, Mühlhausen. Um 8 ger Hof statt, in dem fehlte.“ Das hat nun Schwenkung! Als dem Ansturm der die Versenkung entl konservatives Opfer würdige Fürst, dem „Schandbroschüre" nicht daran, daß kleinen Finger ohne können. Da liegt Herzog Ernst h Strenge zum Minist hatte etwas dageger für sein engeres Ve er hat, das beweist seine früheren Part sonst wäre in Got broschüre nicht ge Freisinn in Gotha Er scheint die dorti oder zu Gunst überschätzen. so: Im Jahre 18 liberale Com einer der befähigt schafter, die wir ker erlitt Herr Hennebe derlage, der frühe Landtagsabgeordnet Folge einer, auf Majorität gegen absoluten Maj den Sozialdem Stichwahl. Ein v verfaßter warmer forderung des Lan Erfolg, daß Nati vative. Mann trotzdem die Freist den Sozialdemokrat für den freisinnigen eintraten. Herr Za knapper Ma demokraten gewählt Wir können e nicht verübeln, wen Richters in eir Hause bleiben. A Ordnung beklagen, Sozialdemokrat, sei erobern, und d von unseren C erreicht. * Einer derjen zu Jahr eine dur Steigerung aufwei meinen Pensi sein, daß der Eta Erhöhung erfahren wird naturgemäß a