No. 246. Fernsprech=Nr. 46 für Witten. Witten, Mittwotz, den 21. Oktober. Fernsprech=Nr. 18 für Hagen. 1891. Erscheine täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Insertionen werden die 7 gespaltene Petitzeile mit 10 Pf. berechnet. stand. even. sind jetzt 25 Jahre seit den Vorgängen verflossen, welche zur Bildung Ung per national=liberalen Partei führten. Die 21. Okt. Mittheilungen für die Vertrauensmänner der nationaliberalen Partei“ erinnern daran, wie folgt: Das Wahlgesetz für den Reichstag des nordheutschen Bundes trägt das Datum des 15. Oktober Erschemen /866. Es vollendet sich also heute ein 25jähriger stand. Zeitraum seit der Erschließung eines freiheitlichen Johannis= sationalen Verfassungslebens. An der Schwelle straße 18, dieser neuen Zeit steht auch der Denkstein, der von Gew. M. der Begründung der nationalliberalen Partei Kunde ziebt. Denn gleichzeitig mit der Veröffentlichung 44— es Wahlgesetzes vom 15. Oktober 1866 brachten lltack samals die Zeitungen jene„Erklärung“ zum Ab) Spitze begegnet man von Bennigsen, Dr. Sinsor ahn delten bruck, welche von 24 Mitgliedern der oppositionellen Twesten, Laster, Hammacher,#t#f Schwerin, ui“ einken im vreußischen Abgeordnetenhause vereinbart Roepell, Michaelis u. A. Die ausschlaggebende verbunden mit dem für Witten und Amgegend. Abennementspreis(inel der Gratisbeilage 4 „Märkisches Heim“): 1,80 Mark vierteljährlich, monatlich 60 Pfg 5e: Bestellung durch die Boten Bei Abnahme auf der Post incl. Bestellgeld 2.20 Dei ehen, das oinen im preuptschenhuse vereinbart von jeder vurde, nachdem der Verfassungstonflikt in Preußen ufgestichen heigelegt war. Die Regierung hatte durch Vorlage#rkennung bei der Wahl des Reichstagin zehnten des Indemnitäts=Gesetzes die Hand zur Versöhnung 1 Mit 127 Stimmen wurde Simson(2. März) zum enetug zeboten und bei der Abstimmung über dieses Gesetz, Präsidenten gewählt. Der konservative Gegenbei lann, tr. 41. ag. zlich, frische M. 9.50 „ 10,50 „ 6.50 a. 10 Pfd. se. Schinken Efg. ttendorn. =Kaffee zollfrei ultz, samburg. Dan doch Fgelann der Lolen gemäasdemn detnchen worden. Das Ergebniß war trotzdem eine schwere Niederlage für die Fortschrittspartei, die in den alten preußischen Provinzen nur zehn Mandate erringen, in den neuen Provinzen nirgends festen Fuß fassen konnte. Mit sieben Demokraten aus Sachsen und je einem Abgeordneten aus Hamburg und Gotha, zusammen nur 19 Mhnn stark, zog sie in den norddeutschen Reichstag ein. Die nationalliberale Partei zählte hier, dank dem stattlichen Zuzug aus Hannover, Schleswig=Holstein. HessenNassau und Thüringen, 79 Mitglieder. Der norddeutsche Reichstag wurde am 1. März eröffnet. Am Tage vorher hatte sich die„Fraktion der Nationalliberalen Partei“ konstituirt. An ihrer Spitze begegnet man von Bennigsen, Dr. Simson, Graf Sch Rolle der Partei fand alsbald ihre äußere Anerkennung bei der Wahl des Reichstagspräsidiums. vie über die gleichzeitigen Militärkredite hatte sich die Opposition(Fortschrittspartei und Linkes Centrum) gespalten. Diejenigen Mitglieder, welche den Veröhnungsvorschlag der Regierung acceptirten, waren ereits im September, zur Zeit der entscheidenden bstimmungen, in engere Fühlung getreten und satten am 27. September, als der Landtag auf echs Wochen vertagt wurde, vor dem Auseinanderehen noch die„Erklärung“ vereinbart, welche vor em Landtage ihr Verhalten rechtfertigen sollte. Die Erklärung" vom 27. September stellte in den Lordergrund, daß es die Unterzeichner in der außerrdentlichen Session des Landtages als ihre„drinendste Aufgabe“ erachteten,„der Regierung in ihrer und rein= uswärtigen Politik den vollen Beistand der Landes, à P f u n d e r t r e t u n g z u v e r s c h a f f e n“, d e n n: e 9 Pfund]„In dem kraftvoll geführten Kriege und seinen frfolgen sehen wir den ersten glücklichen Anfang ui einer wahren Einigung des deutschen Vaterandes... Auf das Zutrauen, daß unter der egenwärtigen Leitung der auswärtigen und miliirischen Angelegenheiten das Streben dahin ge. ichtet ist,—(die deutsche Einheit gegen fremden Ctr. 26M. kingriff und heimische Sonderinteressen vorzubereiten Ctr. 32 M. nd die Stärke der gesammt=deutschen Macht zu ernahme em= öhen),— hat die Regierung einen unabweisbaren zülck, inspruch erworben.“ er i. Holst.] In Bezug auf die innere Politik war ausdrückstkolli 3 M. sch gesagt, daß„die Pflichten einer wachsamen und kk. 30 Pfg. hyalen Opposition" nicht verabsäumt werden lten, wie es eine entschieden liberale Partei den kechten des preußischen Volkes und der Zukunft tion. dung durch erricht in rung hsel-Lehre, ch. Sprache raten. Veru. Lehrbr. Durchsicht s-Lehr-Instern, strasse 37. eine e heilt zu verin der Exped. seutschlands schuldig sei. Unterzeichnet war die rklärung von: Aegerter. Berger=Posen. von sockrm=Dolffs. Cetto. Frank. Hammacher. von ennig. Hinrichs. John=Labiau. Kannegießer. gsker. Lautz. Lent. Lette. Lüning. Metzacher. Michaelis=Stettin. Pieschel. Rautenstrauch. eichenheim. Röpell. Techow. Twesten. von nruh. Die Unterzeichneten,(15 von der Forthrittspartei, 9 vom linken Centrum) hatten mit esem Schritt der Nothwendigkeit eines Ausbeidens aus dem bisherigen Fraktionsverband ins uge zu sehen. Nachdem das Abgeordnetenhaus n 12. November wieder zusammengetreten war, gannen denn auch in den Fraktionen der Linken die wie sich denken läßt— heftigsten Auseinandertzungen. Binnen wenigen Tagen war die rennung vollzogen. Am 17. November kontuirte sich im preußischen Abgeordnetenhause die Neue Fraktion der nationalen Partei“(den Namen hehenschen Pa ua sie später hu im Lroveuischen Reichstag an) und wählte einen orstand, bestehend aus den Abgeordneten von ennig, Twesten, von Unruh. Als Mitglieder irden am nämlichen Tage noch namhaft gemacht Abgeordueten Hammacher, Lüning, Lasker, ichaelis, Röpell, Krieger=Berlin, Reichenheim, hn, Lette, Prediger, Richter=Berlin, Hinrichs, raf von Dohna, von Vaerst, Techow, Kannßer. Außerdem war der Präsident des Abordnetenhauses, von Forckenbeck, der neuen Frakn zuzurechnen. In den folgenden Tagen lossen sich noch an die Abgeordeten Berger, Leut, utz, Pieschel, Rautenstrauch und Cetto. Der Abordnete Jung=Köln trat noch im Laufe des Jahres 66 bei. eiratbeten, gut Die Fraktion hatte von ihrer Konstitution dem ur. der den Um= ken Centrum und der Fortschrittspartei Anzeige kennt, wird nacht mit dem Bemerken,„daß sie ein freundSechch, ge.#stliches Verhältniß zu diesen beiden Fraktionen —2, nsche, mit denen sie als zur entschieden liberalen von frtei gehörig sich auf gemeinsamem Boden wisse so. in Witten, d daß sie an den gemeinsamen Berathungen der isel& Co. fralen Partei gern theilnehmen werde." Die rantwortlichkeit ihlen zum Norddeutschen Reichstag, welche am suche a1e. 0 Pfg.— ing in den mplaren. Heizer l=Grauerei, jehe. sesacht. d in Witten. Februar 1867 erfolgten, waren denn auch von kandidt Graf Eberhard Stolberg erhielt 95 Stimmen. Erster Vicepräsident wurde der freikonservative Herzog von Ujest, zweiter Vicepräsident v. Bennigsen. Dieser(konstituirende) norddeutsche Reichstag erfüllte sein Tagewerk durch Annahme der Bundesverfassung mit 254 gegen 53 Stimmen(16. April 1867). In die Wahlbewegung zum ersten ordentlichen norddeutschen Reichstag trat die nationalliberale Partei mit einem am 12. Juni 1867 vereinbarten „Programm“ ein. Dasselbe nimmt in ausführlicher Weise zu allen, die damalige Zeit beherrschenden Fragen und Gegensätzen Stellung und schließt mit dem Satze: „Die Endziele des Liberalismus sind beständige, aber seine Forderungen und Wege sind nicht abgeschlossen vom Leben und erschöpfen sich nicht in festen Formeln. Sein innerstes Wesen besteht darin, die Zeichen der Zeit zu beachten und ihre Ansprüche zu befriedigen. Die Gegenwart spricht deutlich, daß in unserem Vaterlande jeder Schritt zur verfassungsmäßigen Einheit zugleich ein Fortschritt auf dem Gebiete der Freiheit ist oder den Antrieb hierzu in sich trägt.“ Die Wahlen fanden am 31. August 1867 statt und erhöhten den Besitzstand der nationalliberalen Partei auf 83 Mandate. Mit der Konstituirung der Fraktion in diesem Ordentlichen Reichstag des Norddeutschen Bundes kann die Periode der Parteibegründung als abgeschlossen betrachtet werden.“ Rundschau. * Helgoländer Geschichten. Unter dieser Ueberschrift schreibt die N. Fr. Pr.: Die Kanonen, die, als Helgoland noch englisch war, auf dem Oberlande standen, nur dazu dienten, am Schlusse der Grottenbeleuchtungen in dem Momente abgefeuert zu werden, wenn die Musik das„Gad save the Queen“ anstimmte, nahmen die Engländer nach der Uebergabe der Insel an Deutschland mit. Seit die Insel deutsch ist, werden am Schlusse der Grottenbeleuchtungen keine Kanonen mehr abgefeuert; die nun an ihrer Stelle gelangten kleinen Kanonen scheinen nur dazu bestimmt zu sein, einstweilen die Stelle auszufüllen, bis die großen Geschütze zur Armirung der nun in Angriff genommenen Befestigungen der Insel aufgestellt sein werden. Ja, Helgoland wird in vollem Ernste befestigt, und es wird mit großer Energie daran gearbeitet. Die am meisten ins Auge fallende Arbeit ist die Bohrung eines, wie man sagt, 200 Meter langen Tunnels, welcher vom Meere schräg aufwärts nach dem Oberlande führen wird, sowie von dem Eingange des Tunnels aus die Erbauung eines Piers von beträchtlicher Länge. Der Tunnel wird zum Transport von Geschützen und Materialien ins Oberland dienen, und bis zu Weihnachten soll die Durchbohrung beendet sein, die zugleich auch vom Oberlande aus in Angriff genommen worden ist. Der Zutritt zum Bauplatze ist zwar Fremden strengstens untersagt, doch sind die höchst interessanten Arbeiten vom Meere aus zu sehen. In dem Tunnel wird Tag und Nacht gearbeitet, und es sind dabei fast durchgehends Italiener beschäftigt. Die Sprengungen werden mit Dynamitpatronen ausgeführt und das ausgesprengte Gestein wird mit Rollwagen zum Meere gefördert. Höchst interessant ist die Anlage des Piers. Auf dem Meeresgrund werden zuerst mit Sand und Cement gefüllte, festgestampfte Säcke schlichtenweise versenkt und diese dann mit Cementquadern ummauert und mit Beton übergossen. Da eine militärische Besatzung der Insel in Aussicht genommen und auf derselben nur ein Brunnen mit Quellwasser vorhanden ist, der sich im Brauhause im Unterlande befindet, so war die Beschaffung von Quellwasser im Oberlande, wo die Truppen einquartirt werden sollen, eine hochwichtige Aufgabe, welche durch die Bohrung eines Brunnens auch glücklich gelöst wurde, indem man in der Tiefe von vierzig Metern auf gutes Quellwasser stieß. Eine weitere, wie es scheint, mit den Befestigungsarbeiten im Zusammenhange stehende Anlage ist die Errichtung zweier großer eiserner Gitter auf der Treppe. die vom Unterlande zum Oberlande führt. * Die Londoner„St. James's Gazette“ will Grund zu der Annahme besitzen, daß die Anwesenheit der russichen Truppen in den Pamirländern binnen kurzer Zeit zu einer gründlichen diplomatischen Auseinandersetzung zwischen Großbritannien und Rußland führen weide. Man wisse jetzt, daß russische Truppen die Grenzen des afghanischen und des chinesischen Gebiets überschritten hätten, und es sei nicht unwahrscheinlich, daß England und China gegenüber diesem russischen Vorstoß gemeinsame Sache machen würden. Von anderer Seite verlautet wiederum, es seien zur Zeit weder in London noch in Kalkutta endgültige Beschlüsse gefaßt, und ständen dergleichen auch keinesfalls eher zu erwarten, als bis Kapitän Younghusband, der von den Russen bekanntlich ohlie viel Federlesens aus den Pamirländern ausgewiesen worden, zurückgekehrt und seinen Bericht erstattet haben würde. Letztere Version hat offenbar die größere Wahrscheinlichkeit für sich, auch vom Standpunkte rein sachlicher Erwägung aus. Wenn die Pamir=Affaire wirklich den ecnsten Hintergrund hat, den sachkundige englische Autoritäten und die Auffassung der englischen Presse ihr übereinstimmend zuerkennen, so erscheint es um so dringender geboten, nur aus vollster Kenntniß des Thatbestandes und nach sorgsamster Prüfung aller Möglichkeiten in eine diplomatische Aktion einzutreten, deren Verlauf keineswegs sicher ist und ebensowohl Fehlschläge wie Erfolge zeitigen kann. Wie wenig die publizistischen Ankündiger und Befürworter einer diplomatischen Reklamation wegen des Pamirzwischenfalls mit sich selber wegen der Einzelheiten des etwaigen modus procedendi im Reinen sind, läßt schon ihre Hereinziehung Chinas in die Sache erkennen, gleich als ob die Pekinger Regierung, welche von viel näher liegenden Sorgen geplagt, und vornehmlich von dem englichen Vertreter in Schach gehalten wird, während Rußland sich eifrig um die Gunst Chinas bemüht, nichts Eiligeres zu thun hätte, als den Engländern die Hälfte ihrer mittelasiatischen Beklemmungen abzunehmen. Wenn, um die PamirAffaire in diplomatischen Fluß zu bringen, erst China herangezogen werden muß, dürfte den Russen die Rechtswohlthat der Verjährung in ausgiebigstem Maße zu Gute kommen. Ueberhaupt werden vollzogene Thatsachen durch nachträgliche diplomatische Manöver nicht wieder aus der Welt geschafft; besser ist es jedenfalls, man stellt ihnen ähnliche Thatsachen entgegen, oder, falls dies Verfahren unpraktikabel erscheinen sollte, man findet sich mit ihnen ab, wie man es schon mit so manchen vorangegangenen gethan hat. * Berlin, 19. Okt. Der Kaiser unternahm heute einen Ritt in die Umgegend Potsdams und hörte demnächst den Vortrag des Chefs des Civilkabinets. Später kam der Monarch nach Berlin und stattete den erbprinzlich Meiningenschen Herrschaften einen Besuch ab. Gegen Abend erfolgte die Rückkehr nach dem Neuen Palais. — Der Kaiser hat am Sonntag, dem Geburtstage Kaiser Friedrichs, durch ein Telegramm den Professor Dr. v. Helmholz zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem Titel Excellenz errannt. — Der Kaiser las in Rominten den Bericht über den Prozeß Heinze in Berlin. Aufgebracht über die Verwilderung befahl er durch den Diaht dem preußischen Justizminister von Schelling. derselbe solle„wirksame Auskehr halten". Dieser Tage fand nun, wie die SaaleZeitung meldet, in Berlin ein Ministerrath statt, zu welchem auch der Polizeipräsident von Berlin v. Richthofen, Graf Pückler, der Leiter der Kriminalpolizei, und der Kommandirende des Gardekorps, General v. MeerscheidtHüllessem, zugezogen waren. — Besuch des Königs von Württemberg in Berlin. Nach der„Nordd. Allg. Ztg." zugehenden Mittheilungen gedenken der König und die Königin vor Württemberg dem Kaiser und der Kaiserin in nicht zu ferner Zeit einen Besuch in Berlin abzustatten. Ein bestimmter Termin ist noch nicht in Aussicht genommen, doch wird er kaum vor Ablauf der Trauer anberaumt werden. — Gegenüber den Gerüchten, daß Korpskommandeur Herzog Wilhelm von Württemberg als erster Agnat demnächst, unbeschodet seiner Stellung in der österreichisch= ungarischen Armee, zum Thronfolger von Württemberg proklamirt werden soll, wird dem Pester Lloyd aus Graz, dem bisherigen Wohnorte Herzog Wilhelms, versichert, daß in dieser Frage bisher keine Entscheidung getroffen wurde und auch vor dem Zusammentritt der Stände am 22. d. M. und vor der Krönung des neuen Königs nicht zu erwarten ist. — In den„Hamburger Nachrichten“ lesen wir:„Wer die leitenden russischen Kreise kennt, der weiß, daß, solange der jetzige Czar regiert und Herr von Giers ihn beräth, es zu keinem kriegerischen Unternehmen gegen Deutschland kommen wied. Der Czar ist nicht kriegerisch gesinnt, am wenigsten gegen Deutschland; er wird die Stellung, die Rußland jeht inne hat, nicht aufs Spie setzen, am wenigsten, um der französischen Republik die Kastanien aus dem Feuer zu holen und die wirklichen Pläne Rußlands dadurch zu gefährden. Rußland hat keine Revanche an Deutschland zu nehmen, keine Grenzen mit ihm zu berichtigen, keine alte Rechnung auszugleichen, Rußland hat, ebenso wie Preußen, reichlich so viel polnische Unterthanen als es gebrauchen kann— warum sollte es gegen Deutschland Krieg führen? Diese Ausführungen sind richtig, soweit sie reichen. Neben dem Czaren und Herrn von Giers wirken in Rußland aber Stimmungen und Kräfte, deren Bedeutung für die internationale Lage zwar nicht überschätzt werden soll, die aber doch eine wachsame Aufmerksamkeit erheischen umsomehr, als die militärischen Vorgänge in Rußland sich mit den Bestrebungen jener unfriedlichen Kräfte in gleicher Richtung zu bewegen scheinen. — Dem Bundesrath ist, wie die„Post“ hört, der Entwurf eines Gesetzes, betr. die VereinsThaler österreichischen Gepräges, nebst Begründung. zur Beschlußnahme vorgclegt worden. Ferner ist dem Bundesrath ein Antrag Mecklenburg=Schwerins zugegangen, betreffend die Errichtung eines zweiten Schiedsgerichtes der Berufsgenossenschaft für die Unfallversicherung der land= und forstwirthschaftlichen Arbeiter des Großherzogthums Mecklenburg=Schwerin. — Das Mausoleum Kaiser Friedrichs in Potsdam ist am letzten Sonntag eingeweiht worden. Wir lassen deshalb einige beschreibende Worte über die Grabanlage folgen:„Die äußere Gestalt des Mausoleums ist bekanntlich ein sich an die Friedenskirche anschließender Rundbau, der, in einen größeren und in einen kleineren Kreis gegliedert und von einer mit einer Laterne gekrönten Kuppel mit kupferner Bedachung umwölbt wird. Der Innenraum zeigt dieselbe Form in zehneckiger Wandtheilung. In einem Abstand von acht Metern ziehen sich von Ecke zu Ecke Syenitsäulen, deren Füße und jonische Kapitäle aus Sandstein hergestellt sind, und schließen, durch Rundbogen mit einander verbunden, einen schmalen Rundgang ab, der an beiden Seiten mit dem Altarraum endet. Diese Gestaltung mit Säulen, Rundbogen und Umgang wiederholt sich auch in dem oberen Abschnitt des Bauwerkes: über diesem zweiten Rundgang zieht sich der in Fenster und Blendungen gegliederte Tambour entlang, von diesem wölbt sich bis zu der Laterne die mit Palmen und figürlichen Darstellungen in Glasmosaik ausgeschmückte Kuppelwand. Der Altarraum ist nur einige Stusen erhöht; er hat eine vierseitige Gestalt und wird am Eingange von einem Triumpbbogen überspannt; sein Licht erhält er durch drei Rundbogenfenster. Zwei Engelsgestalten in Marmor bilden den Zwickelschmuck über dem Triumphbogen. Die farbige Einrichtung der InnenArchitektur, zu welcher bekanntlich die Grabkapelle von Innichen in Südtirol das Vorbild geliefert hat, erhält ihren Grundton durch den gelblichen Sandstein und den dunkelfarbigen Syenit. In der Graft unterhalb des Kirchenraumes ruht der Sarg des Kaisers Friedrich; über der Stelle wird sich das von Professor Reinhold Begas in carrarischem Marmor herzustellende Grabdenkmal erheben. Auf dem Marmor=Sarkophag ruht die Gestalt des verewigten Kaisers in Kürassier=Uniform; der linke Arm hält den von einem Palmzweige bedeckten Pallasch über der Brust. und über der letzteren sind die Hände gekreuzt. Am Fuße des Sarkophags wallt von der Figur der faltenreiche Krönungsmantel bis zur Erde hernieder. — Beim Reichstagsbau in Berlin ist seit einigen Tagen der südliche Theil der großen Festhalle ausgerüstet, sodaß man nunmehr eine annähernde Vorstellung von dem Eindruck dieses mächtigen Raumes enthält, der bei einer Gesamntausdehnung von über neunzig Metern, eine Höhe von mehr als zwanzig Metern hat. Diese Höhe ist gleich derjenigen der stattlichsten Wohngebäude in den breiten Straßen der Residenz, so daß die Front eines ganzen Häuserblocks hier hineingeschoben werden könnte. Innern werden jetzt Proben von Scuck auf den Riesensäulen angetragen, um von der Färbung der großen Schafte ein Bild zu gewinnen. Die Sockel selbst werden ebenso wie die Umrahmungen der Thüren aus dem schönen istrischen Kalkstein ausgeführt werden, der auch in dem mit einer Tonne abgewölbten Vorsaal des Bundesrathes schon in ausgedehntem Maße zur Verwendung gelangte. In den anschließenden Räumen nach dem Königsplatz zu hat man zahlreiche Proben von Innensäulen, Brüstungen und Einfassungen in Angriff genommen, von denen die Modelle zu den großen Thüren sehr beachtenswerth sind. Die architektonische Umrahmung derselben ist einfach aber kräftig gegliedert, und die Verdachung wird von kräftigen Tragsteinen gestützt, über deren geschwungenem Profil ornamental behandelte Löwenköpfe Blumengewinde halten. In der Mitte ist ein schildartiges Feld angeordnet, dessen Oberleiste in Schneckengewinde ausläuft, während zur Seite Blumenund Laubschmuck auftreten. — Von einer Seite, welche gute Beziehungen zu kolonialen Kreisen unterhält, wird der Schles. Ztg, entgegen anderweitigen Behauptungen gemeldet, daß Major von Wißmann nunmehr doch seine bereits vorbereitete Expedition nach dem Viktoria Nyanza vorläufig aufgegeben habe. Der Wißmann=Dampfer wird also zunächst noch an der Küste bleiben. — Bezüglich der bisher bei der Invaliditäts= und Altersversicherung verwendeten Quittungskarten, hat sich in der Praxis herausgestellt, daß die auf derselben aufgeklebten Beitragsmarken schlecht heften, also leicht abfallen. Die aus diesem Anlaß angestellten Untersuchungen haben ergeben, daß eine erhebliche Verbesserung sich durch Verwendung eines anderen Klebestoffes auf der Marke erzielen läßt. Weiter ist festgestellt worden, daß auch die Zusammensetzung des Stoffes der Quittungskarte einer Vervollkommnung fähig ist, und zwar in der Richtung, daß nicht nur das Abspringen von Marken verhütet, sondern auch unbeschadet der Festigkeit und Druckfähigkeit des Papiers eine Verminderung der Dicke und damit des Gewichts sowie des Herstellungspreises der Karten erreicht werden kann. Es sollen zunächst einzelne Versicherungsanstalten neu hergestellte Quittungskarten aus der Rreichsdruckerei beziehen und probeweise verwenden und über die gemachten Erfahrungen berichten. Der Bundesrath wird sich mit diesem Vorgehen einverstanden zu erklären haben. Danach würde durch den Reichskanzler die proveweise Vertheilung auf die einzelnen Versicherungsanstalten erfolgen. — Zum Direktor der Abtheilungen für Berg=, Hüttenund Satinenwesen im Ministerium für Handel und Gewerbe ist an Stelle des zum 1. Nov. ausscheidenden Oberberghauptmanns Huyssen der Oberberghauptmann Freund ernannt worden. — Wie verlautet, steht der Abschluß der Handelsverträge Italiens mit Deutschland und Oesterreich unmittelbar bevor. — Aus Gera wird der„Post“ mitgetheilt, daß der Kaiser allerdings die Pathenstelle bei dem dem fürstlich reußischen Erbprinzenpaare kürzlich geborenen Prinzen übemommen hat, aber wegen anderweiter Dispositionen verhindert is., dem Taufakte beizuwohnen. — Professor Dr. Robert Koch wird, wie es nach der„Kreuz=Zeitung" heißt, in der nächsten Zeit seine vierte Mittheilung über Tuberkulose veröffentlichen. Erfurt, 19. Okt. Sozialistentag. Die Berathung der Parteitaktik wurde fortgesetzt. Der Vorsitzende, Reichstagsabgeordnete Singer, erklärte, daß die Zustimmungserklärungen für die Opposition nicht mehr verlesen werden würden. In der Debatte wandte sich Fischer=Berlin gegen Vollmar. Wenn die Taktik des Letzteren gutgeheißen würde, so müßte man aus dem Programm die Bezeichnung„sozialistische" Arbeiterpartei streichen und dafur„deutsche" Arbeiterpartei setzen. Solches Programm könnte auch Bennigsen annehmen. Die Partei verfolge ihre Ziele nicht, wie Vollmar angiebt, um ihrer selbst willen, sondern zur Stärkung der Arbeiter für den Kampf. Ein Boulangismus oder Parnellismus dürfe nicht geschaffen werden. Liebknecht sprach in ähnlichem Siane. Namens der Opposition erklärte Auerbach, Vollmar's Ansicht stehe in der Parteileitung nicht vereinzelt da. Hierauf wurde eine Erklärung von 28 Abgeordneten verlesen, daß keiner von ihnen, wie Wildberger behauptete, ihm mitgetheilt habe, daß sieben Achtel der Fraktion den Arbeiterschutzgesetzentwurf nicht zu Gesicht bekommen hätten. Wildberger wollte Namen nennen. Singer erklärte, daß er dies in der Kommission thun solle. Die Opposition lehnte es jedoch unter Tumult ab, sich vor der Kommission zu rechtfertigen. Der Vorsitzende Singer unterbrach die Verlesung der bezüglichen Erklärung, worauf die Opposition erregt den Saal verließ. Danzig, 19. Okt. Wie die„Danz. Ztg.“ meldet, ist die russische Kaiseryacht„Polarstern“ von Kopenbagen kommend,— wie angenommen wird, auf einer Probefahrt,— heute Nachmittag 1 Uhr in dem Hafen von Neufahrwasser eingelaufen. halten, von der russischen Regierung über die Anwesenheit der russischen Truppen im chinesischen Gebiete Aufklärung berbern. Bäuemark. Kopenhagen, 19. Oktober. Der Fangdamm der neuen Freihafenanlage ist in der vergangenen Nucht durchgebrochen. Das Auspumpen ist bisher erfolglos geMieben. * An Stelle des exaltirten Abg. Bonghi, welcher vom Präsidium des Comitees für den internationulen parlamentarischen Friedenskongreß in Rom zurückgetreten ist, ist der Präsident der Deputirtenkammer. Biamhieri, hierfür ausersehen. Letzterer ist ein entschiedener Anhänger des Dreibundes, ein sehr ruhiger und taktvoller Mann, von dem man erwarten kann, daß er alle Störungen auf dem Kongreß verhüten wird. Praktische Folgen sind allerdings aus den Kongreß=Verhandlungen in keinem Falle zu erwarten. * Die italienische Regierung läßt eine Erklärung veröffentlichen, in welcher eine Blättermeldung, daß der Dreibundsvertrag dem russischen Minister des Auswärtigen von Giers in seiner Unterredung mit dem Premierminister Rudini mitgetheilt worden sei, als gänzlich unbegründet erklärt wird. Im Ernst hat auch woyl Niemans an diese ungereimte Nachricht geglaubt. Oesterreich-Ungarn. Prag, 19. Okt. Die czechische Partei beginnt jetzt eine neue große Agitation, um die ohnehin sehr verkümmerten Rechte der Deutschböhmen noch mehr einzuschränken. Nach den klaren Worten des Kaisers Franz Josef während seiner letzten Anwesenheit in Prag ist aber an einen Erfolg dieser Bemühungen nun und nimmer zu denken. Insbruck, 19. Okt. Die Kaiserin Friedrich und die Prinzessin Margarethe sind heute Nachmittag nach Trient abgereist, wo dem Vernehmen nach ein längerer Aufenthalt in Aussicht genommen ist. Bern, 19. Oktober. Nach dem nunmehr vollständig vorliegenden Resultat der gestrigen Volksabstimmung ist der Zolltarif mit 211781 gegen 146.820 Stimmen angenommen worden, das Banknoten=Monovol mit 228853 gegen 143939 Stimmen und 14 gegen 8 Stimmen der Stände. Frankreich. 19. Oktbr. Der Papst hat an Harmel, den Veranstalter der Pilgerfahrten, ein Dankschreiben gerichtet und drückte zugleich seinen Schmerz darüber aus, daß die Pilger ohne eine wirkliche Provokation ihrerseits von einem zügellosen Pöbel beschimpft und mißhandelt worden seien. Das Zirkular des Kultusministers betreffend die Pilgerfahrten wurde auch von dem Erzbischof von Avignon mit einem allerdings gemäßigt abgefaßten Protestschreiben beantwortet. England. London, 19. Okt. Wie dem„Reuterschen Büreau“ aus Tientsin vom 18. d. gemeldet wird, gelangen noch immer beunruhigende Meldungen über das Vorgehen der russischen Pamir=Expedition nach Pecking. Der neue Gouverneur des chinesischen Turkestan, welcher gegenwärtig nach seinem Posten unterwegs ist, hat daher die Anweisung erhalten, keine Zeit zu verlieren, um nach Kaschgar zu gelangen. Inzwischen hat der chinesische Gesandte in Petersburg Instruktion erSpanien. Madrid, 19. Oktbr. Die gesammte spanische Presse äußert sich sehr scharf über den Beschluß der französischen Regierung, den bisher auf die spanischen Weine angewandten Frachttarif nicht zu verlängern. Die meisten Blätter fordern Repressalien geden den französischen Markt. Der„Imparcial“ fürchtet, diese Maßnahme Frankreichs sei ein diplomatisches Manöver, um Spanien vielleicht zu einer Allianz zu bewegen; dies werde Frankreich jedoch nicht gelingen. Die„Epoca“ spricht sich in demselben Sinne aus. Rumänien. der Sorten gefehlt und mancher hat nur aus diesem Grunde über mangelhafte Erträge oder gar über vollständige Mißernten zu klagen. Bei allen Anpflunzungen in auf die klimatischen, örtlichen und Bodenverhältnisse Rücksicht zu nehmen, wenn der Obstbau lohnend sein soll. Der im Jahre 1860 aus der Versammlung der hervorragendsten Obstzüchter hervorgegangene sogenannte deutsche Pomologenverein hat es sich in dankenswerther Weise angelegen sein lassen, Beobachtungen über die einzelnen Obstsorten betreffs ihres Wachsthums und ihrer Fruchtbarkeit in allen Gegenden und Lagen unseres deutschen Vaterlandes anzustellen, die bewährtesten Sorten zum Anbau zu empfehlen und die Kenntniß derselben durch Wort und Bild zu verbreiten. Es sollen hier nicht alle Sorten, die für unsere Lage passen, namhaft gemacht und beschrieben, sondern nur die vorzüglichsten, die in keinem Obstgarten fehlen sollten, erwähnt werden. Werthvolle, für unsere Lage passende Aepfelsorten sind: 1. Wintergoldparamäne, 2. Gravensteiner, 3. Rother Eiserapfel, 4. Graue Reinette(Rabau), 5. Harbeits Reinette, 6. Charlamowsky, 7. Kasseler Reinette, 8. Rother Herbst#N 0 2 isor Alrunder, 10 Daneiger Hantapfel, 11 Entschlafenen, der leider viel zu früh(62 Jahre alt) aus einer segensreichen Thätigkeit durch den Tod entrissen. Die Stadt Witten, der Landtag und das deutsche Vaterland haben, so sagt Redne; in Berger einen Mann verloren, der durch seine Erfahrungen, seinen glühenden Patriotismus und seine durchaus praktische Politik unendlich viel Gutes geleistet hat. Berger hatte woohl politische Gegner, aber keinen persönlichen Feind, davon zeugten anerkennende Worte bei seinem Tode in allen politischen Blättern. Obwohl schon am Körper schwach, ist es Berger noch vergönnt gewesen, sein Lieblingswerk, „der alte Harkort", das ein Stück Kulturgeschichte der Mark ist, noch fertigzustellen. Redner geht dann näher auf Bergers politische Thätigkeit ein und bemerkt, daß Berger schon früh ins Parlament kam und sich hier bald als tüchtiger Politiker zeigte. Anfangs saß Berger auf äußersten Linken der Opposition und tamnfte wie 11. * Trotz aller Demeneis, lassen sich die Gerüchte, daß der Kronprinz Ferdinand von Rumänien f die Krone hereichten man#e um Fraulein der Kronprinz Ferdinan„ auf die Krone verzichten wolle, um Fräulein Vacarescu heirothen zu können, nicht ganz von der Hand weisen. Die rumänischen Zeitungen bringen so bestimmte Details, daß man annehmen muß, die Sache sei zum Mindesten noch in der Schwebe. Amerika. New=York, 19. Okt. Nach einer Meldung aus Santiago sind die gestern vorgenommenen allgemeinen Wahlen ohne Ruhestörungen verlaufen. Von den Klerikalen werde behauptet, daß sie die Mehrheit in der Kammer erhalten hätten, während im Senate die Liberalen das Uebergewicht haben dürften. Das genaue Ergebniß der Wahlen werde erst in einigen Tagen festzustellen sein. Eine Meldung des„New=York Herald" aus Buenos=Ayres besagt, die Lage sei in Folge des Rücktritts Mitre's und Roca's von der Präsidentschaftskandidatur kritisch. Die Regierung habe alle Vorsichtsmaßregeln getroffen, um etwaige Ruhestörungen zu unterdrücken. Wahl der Obstsorten bei der bevorstehenden Pflanzzeit. (Nach der Obstausstellung zu Münster.) Leider liegt die Obstbaumzucht in vielen Gegenden unseres Vaterlandes noch sehr im Argen, trotzdem die klimatischen Verhältnisse mit Ausnahme der hochsten Gebirgslagen überall einen rentablen Obstbau gestatten. Keine Kulturpflanze liefert bei so bescheidenen Ansprüchen einen so hohen Ertrag, als gerade der Obstbaum. Deshalb fängt man in jetziger Zeit, in welcher an die Produktionskraft des Bodens immer höhere Ansprüche gestellt werden, auch immer mehr an, die hohe Bedeutung der Obstkultur zu erkennen, die Behörden befördern dieselbe erfreulicher Weise sehr, die Anhänger mehren sich und steht deshalb zu hoffen, daß der Obstbau unseres Vaterlandes demnächst die Stufe der Entwickelung erreicht, durch welche andere Länder schon längere Zeit sich ausgezeichnet haben. Das auf den Obstbauversammlungen und in den Obstbauschriften in allen Tonarten besungene alte Sprichwort: „Auf jeden Raum pflanz' einen Baum", bedarf aber, wenn der Obstbau rentabel sein soll, noch des Zusatzes: den richtigen Baum; denn das Fundament eines rationellen Obstbaues ist und bleibt die Wahl der Sorten. Obgleich zwar alle unsere Obstbäume am besten auf einem kräftigen, tiefgründigen Boden gedeihen, so ist doch eine Sorte weniger anspruchsvoll als die andere. Bei sehr vielen Anpflanzungen wird gegen die richtige Auswal calviul, 9. Faiser auxänder, 10. Banziger Kuniat Prinzenapfel, 12. Geflammter Kardinal. Gute Birnen sind: 1. Westfäl. Kuhfuß(Speckbirne), 2. Diels Butterbirne, 3. Rothe Dechantsbirne, 4. Esperenz Herrenbirne, 5. Gute Louise und 6. Williams Cyristbirne. Das sind für kleine und mittlere Obstgängen Sorten genug. Thorheit ist es, bei etwa fünfundzwanzig Bäumen viele Sorten zu haben, unter denen einige ganz geringen, oder fast gar keinen Werth haben. Stait dessen pflanze man wenige, aber gute Sorten. Die genannten Sorten sind Früchte von hohem Werth. Auf der vom 10. bis 12. d. M. in Münster stattgefundenen ersten Obstausstellung des Obstbauverbandes für Westfalen und Lippe zeichneten sich gerade die genannten Sorten bei fast allen Ausstellern, selbst aus den rauhesten Lagen, vor allen anderen als sehr werthvoll aus und mancher Besucher hat sicher den Entschluß gefaßt, diese Sorten anzupflanzen und werthlose durch diese zu ersetzen.. W. In manchen Baumgärten, auch in unserem Kreise giebt es Bäume genug, die nur werthlose Früchte tragen. Wo ein schlechter Baum steht, kann aber gerade so gut ein guter stehen. Deshalb lege man bei Anpflanzungen besonderes Gewicht auf die Sorten. Obstbäume werden überall angepriesen, aber gerade für unseren Kreis gilt hierbei das Wort des Dichters: Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!“ In unserer Gegend giebt es gute Bauschulen, große und kleine, die schöne Obstbäume in den für die hiesige Gegend passenden Sorten. Diese Bäume sind an unser Klima, unseren Boden gewöhnt und zeigen bei dem Verpflanzen keine Störung im Wachsthum..... Mbsths, Besonders sei aber beim Einrauf vor Oostbaumen der herumziehenden, fremden Händler gewarnt. Daß solche häufig für einige Pfennige zu kaufende Bäume nicht viel taugen können, leuchtet wohl jedem Verständigen ein und hat mancher dieses zu seinem Nachtheile erfahren. Gewöhnlich sind es in fettem Boden steil in die Höhe gewachsene Stämme, die in der Regel nicht einmal veredelt sind. Häufig wachsen dieselben nicht einmal an, da ihre Wurzeln durch das lange Umherziehen zu sehr gelitten haben. Meistens aber gedeihen sie hier in unserem Boden, unserem Klima nicht, fangen an zu kränkeln oder zeigen wenigstens nie ein fröbliches Wachsthum und tragen nur in den allerseltensten Fällen. Aber selbst angenommen, daß solche Bäume veredelt und auf keinen zu fetten Boden gewachsen sind, wie steht's dann mit den Sorten? Gewöhnlich sind es solche, die hier nicht fortkommen und gedeihen und dann hat die Anpflanzung keinen Zweck. Deshalb sei bei der nun in Kürze bevorstehenden Pflanzzeit vor solchen Bäumen gewarnt. Wende mon sich nur an bekannte, reelle Obstbaumzüchter und pflanze nur solche Sorten, die Werth haben und hier gedeihen, damit man nach einigen Jahren bei Anblick des gepflanzten Baumes sagen kann:....„. 49 O sieh diesen Baum vou Segen, Lohnend war, was ich gethan, Drum mit freudigem Erregen Blick ich dankend himmelan! als tüchtiger Politiker zeigte. Anfangs„saß, Berger au der guhresten Einten dir Oepescken und uumse, wie sein Schwiegervater,„der alte Harkort", für ein freies, selbstständiges und unabhängiges Bürgerthum. Er wollte, daß das Volk seine Geschicke selbst mit berathe und war für das geheime allgemeine Wahlrecht. Gegen Bismarcks Politik war er anfangs mißtrauisch, doch ließ er das Mißtrauen nach 1870 71 fallen. In allen wirthschaftlichen Fragen war Berger ein Autorität und in Postund Eisenbahnsachen ließ er sich häufig vernehmen. Bis an sein Lebensende hat er für alles Gute, Wahre und Schöne, aber gegen alles Unrechte gekämpft und gestritten. Er war ein derber Westfule von echtem Schrott und Korn, von dem der Dichter sagt:„Zäh. doch bildsam, derb. doch ehrlich 2c."(Lebhafter Beifall.) Sodann gedenkt Herr Landtagsabgeordneter v. EynernBarmen noch des Dahingeschiedenen als eines praktischen Politikers mit reicher Erfahrung und gründlichem Wissen, der in seinem Leben infolge der zahlreichen Erfindungen eine neue Welt habe erstehen sehen und der diese Welt habe verstehen gelernt.(Beifall.) Oberlehrer Brandstäter=Witten widmete B. einen warin empfundenen poetischen Nachruf, der recht beifällig aufgenommen wird. Darnach bringt Bürgermeister Dr. Haarmann=Witten im Anschluß an den 18. Oktober als Ichrestag der Schlacht bei Leipzig und Geburtstag des hochsetigen Kaisers Friedrich ein Hoch auf Se. Majestät Kaiser Wilhelm II. aus, dessen Herrschertugenden die Achtung aller Völker errungen haben und der durch die Fürsorge für die wirthschaftlich Schwachen die Wege seines hochseligen Großvaters zum Wohle des Vaterlandes weiter wandle. (Stürmischer Beifall.) Reichstagsabgeordneter MöllerBrackwede bringt ein Hoch auf das dertsche Vaterland. Reichstagsabgeordneter Landgerichtsrath SchneiderEssen hält zum Schluß noch in begeisterten Worten eine Rede auf die nationalliberale Partei, die etwa folgenden Wortlaut hatte: Ich freue mich, daß ich der Trauerfeier für den hochverdienten Louis Berger in Witten, der Hochburg der nationalliberalen Partei, mit beiwohnen kann. In Witten wird stets das Zeugniß dafür abgelegt, daß noch ein nationaler Geist die Arbeiter namentlich beherrscht; hier sind noch die starken Wurzeln unserer Kraft zu finden.(Beifall.) Seit 1890 ist die Zahl der nationalen Vertreter im Reichstage zurückgegangen, wenn auch die Wählerzahl sich nicht merklich verringert hat, ja vielmehr der Partei hätte noch 20 Sitze einbringen müssen. Mit offenem Auge wollen wir diesem Rückgange nachspüren Westfalen und X Witten, 20. Okt.(Gedächtnißfeier für den erstorbenen Landtagsabgeordneten Berger.) Der hiesige Reichsverein hatte am Sonntsg eine große patriotische Feier, verbunden mit einer Gedächtnißfeier für den verstorbenen Landtagsabgeordneten Louis Berger veranstaltet, zu welcher die Mitglieder der Berger'schen Familie, viele Reichs= und Landtagsabgeordnete und zuhlreiche Freunde Bergers und der nationalen Sache erschienen waren. Nachdem ein Trauermarsch verklungen, bestieg der Landtagsabgeordnete, Landgerichtslath a. D. Schmieding=Dortmund die Rednerbühne und gedachte mit bewegten Worten des theuern offenem Auge wollen wir diesem Rückgange nachspüre und da mussen wir gestehen, daß wir stets für eine nationale gemäßigt freiheitliche Grundlage im deutschen Reiche . sind und damit keinen Fohler hezangen haben. eingetreten zuto uno bulat krturn Feuie venugen haben. Die unnatürlichen Wahlbündnisse(Centrum und Fretsinn im Bunde mit den geschworenen Feinden des Reig### haben uns die Verluste gebracht. unsere Partei ist, wie der Adg. Seyffart sagt, die Partei des gesunden Menschenverstandes und sie wird als solche stets die breite Masse des Volkes hinter sich haben. Für die wirthschaftlichen Fragen giebt es für uns,(wie auch bei Louis Berger) kein Parteiprogramm, sondern dieselben werden nach Zweckmäßigkeitsgründen erwogen(Beifall.) Wir halten dafür, daß Arbeiter und Arbeitgeber in friedlichem Einvernehmen leben, weil ihre Interessen gemeinsam sind. Doch ist dazu gegenseitiges Vertrauen nöthig. Die Arbeit: geber sollen ein warmes Herz für die Arbeiter haben und umgekekehrt die Arbeiter für ihre Arbeitgeber. Deshalb sollen sich die Arbeiter nicht verhetzen lassen durch Bummler, die ihnen nur die sauer verdienten Groschen abnehmen. Redner geht dann auf die Stellung der natl. Partei zum früheren Reichskanzler ein und bemerkt, daß es für die Partei ein erhebendes Gefühl gewesen sei, bei Wahrung völliger Selbststäudigkeit und Unabhängigkeit mit dem Gründer des deutschen Reiches, dem Fürsten Bismarck lange Zeit in schönstem Einvernehmen gestanden zu haben.(Stürmischer, anhaltender Beifall.) Das Bild Bismarcks müsse jeder Deutsche für alle Zeiten im Herzen tragen.(Erneuter Beifall.) Redner warnt dann noch vor zu großem Pesstmismus, der noch nie etwas zu Wege gebracht habe(wir hätten sonst 1866 u. 1870,71 nicht erlebt) und fordert auf, den Kopf hoch zu halten u. den Blick frei, sich nicht zu beugen, sondern tapfer zu zeigen. Jeder solle an den 7 Katharina's Eine Kriminalgeschichte erzählt von Ernst von Waldow. Nachdruck verboten. Sigismund leugnete nicht, daß seine Zwiesprache mit dem Stiefvater eine sehr ernste gewesen, behauptete aber fest, daß Wallenberg ihn nicht mit Enterbung bedroht habe, ja ihm das Testament gezeigt hätte, worin er als Universalerbe erklärt sei. Was war es also gewesen, das den jungen Ehemann in einen so erregten Zustand versetzt hatte, daß er die Aufmerksamkeit der ganzen Hochzeitsgesellschaft erregt? Da Bergheim öfter Besprechungen mit Elisabeth hatte, fragte er diese aus, ob sie nichts über diesen dunklen Punkt wisse, doch obgleich Elisateth, von der Wichtigkeit der Sache durchdrungen, sich an die kleinsten Einzelheiten des Gespräches erinnerte, welches sie nach Aufhebung der Tafel mit Sigismund gehobt, wurde das Ganze dadurch nur noch verworrener. Sie erschrak, als sie der Worté des Gatten dachte, der sie beschworen, ihm treu zu bleiben, was immer kommen möge! Helmer erwartete alse irgend ein Unglück und sie selbst hatte damals das bange Vorgefühl nahenden Unglücks gehabt. Der Verdacht: ihr Gatte könne schuldig sein, kam aber auch nicht für einen flüchtigen Augenblick in die Seele der jungen Frau, nur bat sie den Vertheidiger alles aufbieten zu wollen, um Sigismund zu einer offenen Mittheilung zu bewegen Das geschah auch, das heißt Bergheim forderte Helmer in Elisabeths Namen auf, das Geheimniß zu enthüllen. Doch da überzog flammend: Röthe die hohlen Wangen des Angeklagten und er stieß heftig hervor:„Quälen Ste mich nicht länger mit Fragen die ich nicht beantworten kann, denn ich will lieber alles über mich ergehen lassen, als den Gegenstand des Gespräches, das ich mit meinem Stiefvater gehabt, in die Oeffentlichkeit bringen. Es giebt Familiengeheimnisse, deren Schleter mai nicht ungestraft lüftet.“ Niedergeschlagen verließ der junge Jurist seinen hartnäckigen Kiienten, von dessen Unschuld er so felsenfest überzeugt war, daß er allen Ernstes nach dem Mörder zu suchen begann, denn auch ihm erschien es nach allem was er wußte höchst unwahrscheinlich, daß Wolfgang Wallenberg Hand an sich gelegt haben sollte. Es mußte also eine dritte Person vorhanden sein, die entweder aus Eigennutz, oder aus Rache das Verbrechen begangen hatte. Oft zur Abendstunde wanderte Bergheim an dem düsteren Hause am Wall vorbei, in welchem Bertram und Dora Schlitterich, die Wirthschafterin allein hausten, denn Fräulein Katharina Wallenberg, des Verstorbenen Nichte. war gleich nach dem Begräbniß nach Warnewitz zurückgekehrt. Da Bergheim sich selbst für die kleinsten Vorfälle interessirte, die vor, oder gleich nach der Ermordung des Großhändlers sich in dem Hause zugetragen, hatte er auch in Erfahrung gebracht, daß eine heftige Szene zwischen Katharina Wallenberg und den Dienstleuten stattgefunden hatte. Der jungen Dame war nämlich ein kostbarer Ring— ein Solitär in alterthümlicher Goldfassung— abhanden gekommen. Es war ein sogenanntes Familienkleinod, ein Glückspfand, das sich seit Jahrhunderten in der Familie Wallenberg fortgeerbt und welches vor Jahren der alte Herr seiner Nichte zu dem Zweck geschenkt hatte, es Sigismund als Verlobungsring zu geben. Zur Verlobung war es nun nicht gekommen, aber Wallenberg hatte den Ring Katharina gelassen, die ihn stets am Ringfinger der rechten Hand trug, obleich er ihr zu groß war. Am Tage des Mordes nun, als Bertram in das Hochzeitshaus gegangen, um Helmer zu holen, hatte Katharina bekanntlich das Haus verlassen wollen, um nicht mit dem Verwandten zusammenzutreffen. Dora Schlitterich, die ihr bei der Toilette behilflich war, hatte sell st aus dem Koffer auf Katharinas Geheiß ein paar seidene Handschuhe holen müssen, da die engen Glaceehandschuhe sich nicht über die rechte Hand ziehen ließen, und zwar des Ringes wegen. Der Anzug der jungen Dame war eben beendet, als die Hausglocke gezogen wurde. Im Glauben, daß der junge Herr komme und den Schlüssel vergessen habe, eilte Dora hinab, um zu öffnen. Als sie wiederkam, war Katharinas Zimmer leer, sie hatte, wie sie nachher sagte das Haus durch den anderen Ausgang verlassen, um nicht mit Helmer zusammenzutreffen. Erst am Abend des nächsten Tages vermißte Katharina ihren Ring, die in der furchtbaren Erregung, die die Ereignisse wohl rechtfertigten, gar nicht an ihr Kleinod gedacht hatte. 4 Obgleich nun jeder Winkel des alten Hauses durchsucht wurde, fand man ihn nicht, er war wie durch Zauberei verschwunden. Ebensowenig wie der Verdacht des Mordes weder Bertram noch Doro betroffen, so traf auch der Verdacht, den Ring gestohlen zu haben, die beiden treueu und bewährten Dienstleute nicht. Aber wo war das Kleinod geblieben? Daß der Ring dagewesen, dies bekundete auch das Zeugniß der Dora Schlitterich, die sich selbst bemüht, den engen Handschuh über den Ringfinger zu streifen, sie hatte ja Fräulein Katharina verlassen, als diese schon den seidenen Handschuh übergezogen. Ein Verlust des Ringes außer dem Hause. war also unmöglich und wenn Katharina später, nach ihrer Heimkehr den Ring, der sich leicht vom Finger streifte, weil er zu groß war, im Hause verloren, so hätte er sich doch finden müssen, wenn nicht irgend eine unehrliche Hand sich denselben angeeignet. Nun war im Hausbalt noch eine alte Auswärterin beschäftigt, die gröbere Hausarbeit besorgte und in einer Kammer im Erdgeschosse schlief. Die Christel Seifert galt auch für„goldehrlich" und war tief gekränkt, als Katharina ihr ziemlich deutlich zu verstehen gab, daß sie den Ring entwendet habe. Am Tage nach dem Begräbniß packte denn auch die Christel ihre sieben Sachen zusammen und verließ das Haus und den Dienst, dem sie mehr als ein Vierteljahrhundert vorgestanden. Obgleich selbst Katharina der Alten gute Worte gab, ließ sich Christel nicht zum Bleiben bewegen, sondern zog zu ihrem Bruder, um fortan von ihren Ersparnissen zu leben. So wenig bedeutsam an und für sich ein derartiges Vorkommniß sein mochte, so gab Bergheim der Verlust des Ringes doch zu denken und beschäftigte seine Einbilbugstraht War es denn nicht sondervar, daß in diesem Hause und zwar kurz nacheinander, drei Dinge von Bedeutung abhanden gekommen waren? Erstens, das Glasgefäß mit dem Cyankali, zweitens das Testament und drittens der Ring Katharinas, das Familienkleinod der Wallenbergs. Wer hat diese drei Gegenstände geraubt und wo waren sie versteckt— denn wenn der Dieb auch das Testament verbrannt hatte, die Glasflasche mit dem Gift ließ sich nicht so schnell unsichtbar machen, und gar der Ring— der war sicher nicht geraubt worden, um ihn verschwinden zu lassen! In seinen Grübeleien erörterte Bereheim den Fall mit scharfer Logik. Nur zwei Personen hatten einen Vortheil beim Raube des Testamentes und dies war: Sigismund Helmer, solls Wallenberg ihn enterbt, oder Katharina, wenn der Onkel seinen Stiefsohn zum Universalerben eingesetzt. Fand sich durchaus kein Testament vor, dann erbte die Nichte des Verstorbenen, als einzige Verwandte das ganze Vermögen, denn der Stiefsohn hatte ja keinen rechtlichen Anspruch daran. So war also Katharina Wallenberg auch betheiligt, wenn man den Verlust des Testaments in Betracht zog, und nicht blos Sigismund Helmer. Das Gift hatte jedenfalls derjenige verborgen, der sich desselben zu verruchtem Zwecke bedient,— aber wo war es versteckt? Dena selbst wenn Helmer der Mörder gewesen, mußte das Gift sich noch im Hause befinden, da er daran verhindert worden war, letzteres zu verlassen und anzunehmen, daß er gleich nach der That das Glasgefäß mit dem Gifte verschwinden gemacht hätte, wäre geradezu lächerlich gewesen, da er sich direkt in das Wilkesche Haus begeben. Wäre es möglich, daß Katharina— doch nein, Bergheim machte sich fast Vorwürfe darüber, einen so schlimmen Verdacht, wenn auch nur in Gedanken, auf das Mädchen geworfen zu haben, welches er einige Male flüchtig in Gesellschaft gesehen hatte, und dessen Aeußeres ihm allerdings wenig sympathisch gewesen. Er liebte eben die blonden blauäugigen GrethchenGestalten, wie Elisabeth und Auguste Wilke, das war aber noch kein Grund, Katharina für eine Art von Medeg zu halten, weil sie schwarze Augen und schwarzet Haar besaß. Und doch kamen die Gedanten des jungen Jurikten immer wieder auf diesen Punkt zurück. Kathartna haßte Sigismund und hatte gewissermaßen ein Anrecht dazu, weil Helmer sie verschmäht, eine andere zum Altar geGeschicken des Vaterla mancher Gebildete, die wir treu zu Kaiser urd dann erfüllen wir auch Louis Berger.(Wied einige patriotische Lied hebende Feier geschlosse 8 Witten, 20. Okt. Innung.) In der a Versammlung der St wozu auf Einladung rath Rennert vertreten der erschienenen Her Innung statt. Hierau (22 an der Zahl) durc Bullmann. Das Best des Handwerkes den§ den Lehrlingen, anzuse voll erfaßt zu haben. wurden von einigen Beendigung der Prüf Besten bezeichnet: E. B in Annen), A. Kathag Kaasmann, G. Klein (beim Meister Krümn sprach den Schülerne den Mitgliedern der gonnenen, alsdann wi hörde auch nicht fehl von einem Stellmache nach Bericht der Pri vorzüglich ausgeführt drei Lehrlingen in die seine Erledigung. * Witten, 20. Ol Das Reichsgericht be Das Verbot öffentlich unbeweglichen Sachen (vom Zufall abhängig Gastwirth Gänse oder dem Billard ausspiel auszusetzen; auch bed laubniß event. nicht. + Heven, 20. L der gestrigen Frühschte der Bergmann V. au Der Kamerad desselbe beitsstelle beschäftigtn mühungen noch gerett Annen, 16. Okt. die Kartoffeln in diest beläuft sich hier der? Viele Arbeiter mehre ments haben sich nun mir der Bitte gewan und sie ihnen für der wie es in früheren 9 Ersuchen werden, wie wie das Krupp'sche Glasfabrik wahrschein § Langendreer, Krieger= und Landwe im Lokale des Herrn aus Konzert, Theate geführt von Mitgliel nahm um 5 Uhr sein Bauunternehmer A.( Sr. Majestät dem K. Hoch gebeacht, bega Aufführung gelangte: haben die Darsteller recht wecker gespielt. hielt die Festtheilnehn sammen. §mp Langendreer, Mitglied des hiesiger Stoot hierselbst, fand für seine Erfolge in kennung. Demselber goldene Meda Taubenzucht, 2. zwe acht II. Preise, 5. sec heit wollen wir nicht vom 24. bis 26. d. A sammlung der Briefta Ausstellung stattfinde 6 Langendreet beute.) Herr Guts seinem Hofe ein Birt Bochum, 17. Ot vollführte gestern der meister Eiberg. Wäh bei der Arheit unter Messer und durchschi führt, nachdem er darauf schließen lass seines Stiefvaterse Der alte Mann einen eigenen Sohn munds Vaters gewi stehend, die Beute Als der Großhändl seines Jugendfreund theil dem Sohne de Zins zu Zins gesch seines Stiefsohnes los geblieben, in gr Es war also g barkeit gewesen, de seines Wohlthäters Räthselhaft war weise des alten He seines Stiefsohnes plötzlich am Hochzei die Heirath zu ve die vielleicht nie erschwerten. Klein * Italienisch hat den achtzehniä holter grober W Mutter zu 54 T Verbandlung ging abschreckend wuster seiner Würde hiel seinem ausschweife vorenthielt. Er p kehrenden Falle z1 fest war, zu zertri dieses Argument Kollektion von Sp. barmungslos auf Legte sich die Gro ihren Theil. Die Burschen, der ihr ließ sich didurch nate Gefängniß, Strafe ermäßigte. Geschicken des Vaterlandes theilnehmen und nicht, wie mancher Gebildete, die Arbeit andern überlassen. Halten wir treu zu Kaiser urd Reich und zur nationalen Sache, dann erfüllen wir auch einen Wunsch unsers unvergeßlichen Louis Berger.(Wiederholter Beifall.) Nachdem noch einige patriotische Lieder gesungen waren, wurde die erhebende Feier geschlossen. 8 Witten, 20. Okt.(Steilmacher= und SchmiedeInnung.) In der am Sonntag stattgehabten Quartals= Versammlung der Stellmacher= und Schmiede=Innung, wozu auf Einladung der Magistrat durch Herrn Stadtrath Rennert vertreten war, fand zunächst die Begrüßung der erschienenen Herren durch den Obermeister der Innung statt. Hierauf begann. die Prüfung der Schüler (22 an der Zahl) durch den Herrn Schlachthof=Inspektor Bullmann. Das Bestreben der Innungen, zur Hebung des Handwerkes den Hebel bei dem Zuwachs desselben, den Lehrlingen, anzusetzen, scheint die genannte Innung voll erfaßt zu haben. Die theilweise schwierigen Fragen wurden von einigen Schülern gut beantwortet. Nach Beendigung der Prüfung wurden 5 Lehrlinge als die Besten bezeichnet: E. Brinkmann(beim Meister W. Sprawe in Annen), A. Kathagen(beim Meister H. Kathaen). P. Kaasmann, G. Klein(beide beim Vater), H. Surkämper (beim Meister Krümmelbein). Herr Stadtrath Reunert sprach den Schülern ermunternde Worte zu und empfahl den Mitgliedern der Innung, festzuhalten an dem Begonnenen, alsdann werde das Entgegenkommen der Behörde auch nicht fehlen. Hierauf begann die Prüfung von einem Stellmacher= und zwei Schmiedelehrlingen, die nach Bericht der Prüfungskommission das Gesellenstück vorzüglich ausgeführt hatten. Mit Einschreiben von drei Lehrlingen in die Lehrlingsrolle fand der erste Theil seine Erledigung. * Witten, 20. Okt.(Wichtige Entscheidung.) Das Reichsgericht bat folgende Entscheidung getroffen: Das Verbot öffentlicher Ausspielung von beweglichen und unbeweglichen Sachen bezieht sich nur auf Glücksspiele (vom Zufall abhängige Spiele). Daher kann z. B. jeder Gastwirth Gänse oder Hasen u. s, w. auskegeln oder auf dem Billard ausspielen lassen, ohne sich einer Strafe auszusetzen; auch bedarf es dazu einer polizeilichen Erlaubniß event. nicht. + Heven, 20. Okt.(Schlagende Wetter.) In der gestrigen Frühschicht verunglückte auf der Zeche Helene der Bergmann V. aus Stiepel durch schlagende Wetter. Der Kamerad desselben, der mit ihm an derselben Arbeitsstelle beschäftigt war, konnte nach angestrengten Be mühungen noch gerettet werden. Annen, 16. Okt.(Kartoffelpreise.) Trotzdem die Kartoffeln in diesem Herbste sehr gut gerathen sind, beläuft sich hier der Preis für 1 Ctr. auf 3.50 bis 4 M. Viele Arbeiter mehrerer hiesiger industrieller Etablissements haben sich nun an die Vorgesetzten der betr. Werke mir der Bitte gewandt, fremde Kartoffeln aufzukaufen und sie ihnen für den billigen Preis abzulassen, gerade wie es in früheren Jahren auch geschehen ist. Diesem Ersuchen werden, wie die„A. Z.“ hört, mehrere Werke wie das Krupp'sche Stahlwerk und die Utermann'sche Glasfabrik wahrscheinlich Folge leisten. § Langendreer, 19. Oktober.(Kränzchen.) Der Krieger= und Landwehrverein Comv. Dorf feicrte gestern im Lokale des Herrn Leiendecker ein Kränzchen, bestehend aus Konzert, Theater und Ball. Des Konzert, ausgeführt von Mitgliedern des Musikvereins„Concordia", nahm um 5 Uhr seinen Anfang. Nachdem sodann Herr Bauunternehmer A. Craemer in schwungvollen Worten Sr. Majestät dem Kaiser ein begeistert aufgenommenes Hoch gebeacht, begann die Theater=Vorstellung. Zur Aufführung gelangte:„Sie schwärmt fürs Militär“ und haben die Darsteller— Mitglieder der Compagnie— recht wecker gespielt. Der demnächst beginnende Festboll hielt die Festtheilnehmer bis zur vorgerückten Stunde beisammen.„ §m Langendreer, 19.Oct.(auszeichnung.) Das Mitglied des hiesigen Brieftauben=Vereins, Herr F. W. Stoot hierselbst, fand auf der Ausstellung zu Hannover für seine Erfolge in der Brieftaubenzucht große Anerkennung. Demselben wurden zugesprochen: 1. Die goldene Medaille für Gesammtleistung in der Taubenzucht, 2. zwei Ehrenvreise, 3. drei l. Preise, 4. acht II. Preise, 5. sechs III. Preise. Bei dieser Gelegenheit wollen wir nicht versäumen, darauf hinzuweisen, daß vom 24. bis 26. d. M., gleichzeitig mit der Wanderversammlung der Brieftaubenvereine, in Bochum eine TaubenAusstellung stattfindet. m Langendreer, 19. Oktbr.(Seltene Jagd= beute.) Herr Gutsbesitzer Sch. O. hierselbst erlegte auf seinem Hofe ein Birkhuhn von seltener Größe. Bochum, 17. Okt.(Eine grauenhafte That) vollführte gestern der an der Alleestraße wohnende Metzgermeister Eiberg. Während derselbe sich mit seinen Gesellen bei der Arheit unterhielt, ergriff er plößlich ein großes Messer und durchschnitt sich damit die Kehle. Die Aus führt, nachdem er durch sein Benehmen anfangs hatt: darauf schließen lassen, daß er die berechtigten Wünsche seines Stiefvaters erfüllen werde. Der alte Mann hatte ihn geliebt und gehalten wie einen eigenen Sohn. Wallenberg war der Freund Sigismunds Vaters gewesen, der noch im besten Mannesalter stehend, die Beute eines Nervenleidens geworden war. Als der Großhändler nach dem Tiauerjahr die Wittwe seines Jugendfreundes geheirathet, war das kleine Erbtheil dem Sohne des Verstorbenen erhalten geblieben und Zins zu Zins geschlagen worden, denn für die Erziehung seines Stiefsohnes hatte Wallenberg, dessen Ehe kinderlos geblieben, in großmüthiger Weise gesorgt. Es war also gewissermaßen ein Mangel an Tank barkeit gewesen, daß Sigismund den einzigen Wunsch seines Wohlthäters unberücksichtigt gelassen. Räthselhaft war für Berghein auch die Handlungsweise des alten Herrn, der sich bereits mit der Wahl seines Stiefsohnes ausgesöhnt zu huben schien, um dann plötzlich am Hochzeitstage in B. zu erscheinen, zum Zweck, die Heirath zu verhindern. Das waren Widersprüche, die vielleicht nie gelöst wurden, und die Vertheidigung erschwerten.(Fortsetzung folgt.) Kleine Mittheilungen. * Italienisches Leben. Das Tribunal von Bozzolo hat den achtzehnjährigen Grafen Morozzo wegen wieder: holter grober Mißhandlung seiner Großmutter und Mutter zu 54 Tagen Gefängniß verurtheilt. Aus der Verbandlung ging hervor, daß der Herr Graf ein ganz abschreckend wuster Geselle ist, der es für eine Kränkung seiner Würde hielt, wenn die Mutter ihm die Mittel zu seinem ausschweifenden Leben unter sanften Ermahnungen vorenthielt. Er pflegte in solchem nicht selten wiederkehrenden Falle zuerst Alles, was nicht niet= und nagelfest war, zu zertrummern und wenn die Mutter sich durch dieses Argument nicht überzeugen ließ, griff er in seine Kollektion von Spazierstöcken und ließ einen derselben erbarmungslos auf dem Rücken der Mutter herumtanzen. Legte sich die Großmutter ins Mittel, so erhielt auch sie ihren Theil. Die Mutter flehte um Gnade für den rohen Burschen, der ihr einziges Kind ist, aber der Staatsanwalt ließ sich dadurch nicht erweichen und beantragte 10 Monate Gefängniß, die der Richter auf die schon genannte Strafe ermäßigte. führung der gräßlichen That geschah so schnell, daß die Anwesenden, als sie sich von ihrem Schrecken erpolt hatten, ihren Meister nur noch als Leiche aufheben konnten. Was den in sehr guten Verhältnissen lebenden Mann zu der unseligen That veranlaßt hat, ist schweclich zu ergründen, jedoch wird angenommen, daß dieselbe in einem Anfalle von Wannsinn verübt wurde. amen, 16. Oktober.(Kohlen aufgefunden.) Kanonendonner in Bergcamen verkündete gestern Abend, daß dort im Schacht II der Gewerkschaft„Monopol“ Kohlen gefunden sind. Nach kaum 1½jähriger Arbeit ist man 470 Meter tief hinabgekommen, trotz der außerordentlichen Schicht des dort steinharten Mergels. Gewiß eine tüchtige Leistung der Belegschaft. Soest, 17. Okt.(Diphtberitis.) In Folge der hierselbst unter den Kindernbösartig auftretenden Diphtheritis dieselbe hat bereits schon mehrere Opfer gekostet— ist auf Anordnung der Behörden die Seminar=Uebungsschule geschlossen u. sind die Herbstferien der hiesigen Volksschulen auf 8 Tage verlängert worden. * Barmen, 19. Oktober.(Zusammenstoß mit der Heilsarm:e.) Gestern Abend kam es zwischen Mitgliedern der„Heilsaimee“ an ihrem Versammlungslokal in der Bartholomäusstraße und einem Haufen junger Leute die sich dort angesammelt hatten, zu großen Tumulten, so daß die Polizei einschreiten mußte. Wie von Augenzeugen berichtet wird, sollen einzelne Personen Schmährufe gegen die Heilsarmee und deren Mitglieder ausgestoßen haben, worauf die letzteren mit Steinen warfen. Als Antwort darauf folgte ein Steinbombardement gegen das Versammlungslokal, wobei einige Feusterscheiben und auch die Hausthüre, letztere zum Theil, zertrümmert wurde. Das eiserne Hausthor wurde ausgehoben um in das Haus einzudringen, was jedoch von der Polizei verhindert wurde. Verhaftungen sind nicht vorgenommen worden, weil sich die Menge beim Erscheinen der Beamten zerstreute und Niemand bei den Ausschreitungen betroffen wurde. Düsseldorf, 17. Oktober.(Kohlenpreise.) Die „D. Z. schreibt: Trotz des nahenden Winters werden die Kohlenpreise erheblich sinken, da, wie uns von fachmännischer Seite aus dem Kohlenrevier berichtet wird, die Nachfrage nach Kohlen bedeutend nachgelassen hat. Als Grund für letztere Thatsache wird die ungünstige Lage der Eisen= und Stahlindustrie angegeben. Wie uns von anderer Seite mitgetheilt wird, sollen auch die hiesigen Eisen= und Stahlwerke in letzter Zeit über Mangel on Aufträgen und sehr gedrückte Preise klagen. * Mülheim(Ruhr), 16. Okt.(Einen seltenen Besuch) hatte heute Mittag der Besitzer eines hiesigen Putz= und Wollwaarengeschäfts. Man saß eben zu Tisch, da ertönte die Klingel der Ladenthür und in ganz lungsamem Tempo erschien eine Kuh, spazierte durch den Laden und begab sich dann in die Wohnstube. Das Thier war von einem Trupp Vieh, welches zum Schlachthof geführt wurde, unbemerkt entwichen. Da aber in einem Zimmer eine Kuh umzudrehen nicht so leicht ist, so dauerte es geraume Zeit, bis die Ausreißerin wieder auf die Straße gebracht war. Duisburg, 17. Okt.(Zalschmunzer.) Gestern wurde ein in der Nähe des Schlachthauses wohnender Händler wegen Verdachts der Falschmunzerei verhaftet. Derselbe hat an verschiedenen Stellen falsche Zweimarkstücke in Zuhlung gegeben. Duisburg, 18. Oktober.(Schlechter Geschäftsgang.) Hier macht ein flauer Geschäftsgang in der Industrie sich immer mehr bemerkkar. Verschiedene biesige und Hochfelder Werke haben bereits in Folge dieser Flaue einer größeren Zahl von Arbeitern gekündigt. Duisburg, 19. Okt.(Eisenbahn unf all.) Gestern Nachmittag gegen 6 Uhr fuhr am östlichen Ende des hiesigen Bahnhofes dem in der Ausfahrt begriffenen Güterzuge ein anderer Güterzug, welcher das Haltesignal überfahren hatte, in die Flanke. Hierdurch entgleisten 12 Wagen, welche zum Theil umgeworfen und zertrümmert wurden. Dadurch wurden beide Hauptgeleise in der Richtung von und nach Köln gesperrt. Der Personenverkehr wurde mit ziemlich erheblichen Verspätungen durch Umsteigen vermittelt. Der Schaden an Material ist nicht unbedeutend. * Wesel, 17. Okt.(Als beste Schützen) des 7. Armeecorps erhielten in diesem Jahre die Kaiserpreise Hauptmann Freiherr v. Schimmelmann von dem hier garnisonirenden Infaaterie=Regiment Nr. 57(Ehrensäbel) und Unteroffizier Schnücke vom Infanterie=Regiment Nr. 55(goldene Uhr). 64.6 Geldern, 18 Ottober.(Seltenes Fest.) Gestern feierten die Eheleute Dachdeckermeister Christoph Roppeitz, im Kreise zahlreicher Angehörigen das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Frankfurt a. M., 19. Okt.(Schluß der Ausstellung.) Aus Anlaß des Schlusses der elektrotechnischen Ausstellung, der heute Abend 11 Uhr erfolgt, fand heute Nachmittag eine Festsitzung statt. Der Vorstand des Ausstellungscomités Sonnemann erstattete einen eingehenden Bericht über den Verlauf der Ausstellung, deren Ergedniß er als sehr befriedigend bezeichnete. Wirkl. Geh. Rath Prof. Dr. v. Helmholtz sprach üver die große wissenschaftliche Bedeutung der Ausstellung. Finanz= minister Dr. Miquel hob hervor, daß die Elektrizität durch die Ausstellung volksthümlich geworden sei. Oberbürgermeister Adickes schloß die Festsitzung mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaser. Verhandlungen der Strafkammer zu Hagen am 17. Oktober 1891. —— Nachdruck verboten. 1. Am 21. Juni er. Abends fand in der Pl'schen Wirthschaft zu Hennen eine Versammlung von Kuhversicherungs=Interessenten statt und hatte sich dort auch der Poltzeidiener Fr. H. aus Hennen sund sein Nachbar der Kettenschmied F. N. vom Osthennenerkamp eingefunden. Der letztere überließ dem Polizeidiener seine Karte zum Spiel und als das Spiel beendet war und man sich anschickte, den Heimweg anzutceten, kam es zwischen dem Polizeidiener und dem N., die früher schon mal eine Differenz gehabt hatten, zu erregten Wortwechsel. Nachder der Polizeidiener das Lokal verlassen, ging auch N., der Anfangs die Absicht hatte, bei dem Wirthe zu übernachten, nach Hause. Merkwürdiger Weise traf er. der eigentlich einen anderen Weg zu gehen hatte, in der Nähe der Behausung des Polizeidieners mit diesem zusammen. Letzterer soll da gleich mit gezogenem Säbel auf N. losgegangen sein, allein der Polizeidiener bekundet eidlich, daß N. ihn überfallen, mit einem Knüppel zu Boden gestreckt und seinen Säbel dann noch mitgenommen habe. Richtig ist es, daß der Polizeidiener erheblich am Kopfe verletzt war und zum Unglück noch an einer Stelle, die früher schon mal unter Schlägen gelitten hatte. Die Folge war denn auch, daß der Beamte, der sowieso schon an Kopfbeschwerde litt, mehrere Monate seinen Dienst nicht versehen konnte. Der Herr Staatsanwaltschaft hält eine Gefängnißstrafe von 1 Jahre gegen den Angeklagten am Platze, da N. dem Verletzten offenbar aufgelauett bav:. Der Gerichtshof erkennt mit Rücksicht darauf, daß Verletzter und Angeklagter sich schon vorher in der P. schen Wirthschaft gerieben hatten, auf die geringste Strafe von 2 Monaten Gefängniß. erkennt dem Verletzten, der als Nebenkläger zugelassen war, auch die beantragte Buße von 20 M. zu. 2 Wegen Verübung groben Unfugs und Beamtenbestechung haben sich die Gebrüder Besenbinder H. E. und Bergmann Fr. E. aus Silschede zu verantworten. Der erstere soll sich außerdem der Bedrohung seines Bruders schuldig gemacht haben. Die Sache liegt sehr milde füe die übrigns auch noch nicht vorvestraften Angeklagtrn. Die Beweisaufnahme ergiebt, daß sie am Abend des 29. Juni in angetrunkenem Zustande groben Unfug verübten und trotz aller Ermahnungen Seitens der Sicherheitsorgane nicht zur Ruhe zu bringen waren, so daß dieselben schließlich zur Verhaftung der Ruhestörer schreiten mußten. Alls sie nun geschlossen abgeführt wurden, boten sie dem Eendarmen K. Geldgeschenke an, damit er sie wieder freilassen sollte und H. E., der seinem Bruder vorwarf, er sei schuld baran, daß sie verhaftet seien, drohte diesem — natürlich in seiner Trunkenheit— mit Todtschlagen, scheint die Drobung aber keineswegs ernstlich gemeint zu haben Der hohe Gerichtshof spricht den H. E. denn auch von der dahin gehenden Anklage frei, erachtet im Uebrigen aber beide Angeklagte für schuldig und verurtheilt einen Jeden zu 40 Mark Geldstrafe wegen Verübung des groben Unfugs und Versuchs der Beamtenbestechung. 3. Die Ehefrau des Arbeiters C. S. aus Lüdenscheid steht wegen strafbaren Eigennutzes und Hausfriedenbruchs unter Anklage. Sie schaffte im August d. I. gegen das ausdrückliche Verbot der Vermietherin Wwe. Jul. Sch. einen Theit ihrer Mobilien aus der Wohnung, trotzdem sie die rückständige Miethe von 20 M. nicht berichtigt hatte. Als die Vermieiherin dann die Wohnung abschloß und polizeiliche Hülfe requtriren wollte, stieg die Angeklagte noch durchs Fenster in ihre Wohnung und schaffte weitere Sachen hinaus. Mit Rücksicht darauf, daß es sich um ein geringes Objekt hundelte und die Vermietherin hinterher voll und ganz befriedigt ist, erkennt der hohe Gerichtshof auf 15 M. Geldstrafe. Die Königl. Staatsanwaltschaft hatte 30 M. beantragt. 4. Die Handelsleute C. B. und Louis N. von hier sind beschuldigt, am 16. Oktober v. J. zu Witten den Handelsmann W. R. unter Vorspiegelung falscher Thatsachen um den Betrag von 180 Mark betrogen zu haben, was beide Angeklagte bestreiten. Der Sachverhalt ist folgender: An jenem Tage war in Witten Pferdemarkt und erstand N. bei dem Handelsmann R. 2 Pferde, die er mit einem Wechsel bezahlte. Der MitangeklagteiB., zur Zeit wegen verschiedener, früher verübter Betrügereien in Herford inhaftirt und heute hier vorgeführt, war auch nach Witten gekommen, um ein Pferd zu kaufen. N. stellte diesen dem R. vor, theilte dessen Absicht mit und suchte demselben einen Ponny von 190 Mark Werth aus. Als nun auch B. mit einem Wechsel von 180 Mk. zahlen wollte, womit R. anfangs nicht einverstanden war, daer den B. und den Acceptanten des Wechsels, einen gewissen F. W. von Hagen, gar nicht kannte, trat N. für die Güte des Wechsels ein, bemerkte, B. sei Metzger in Hagen, habe ein gutes Geschäft und schlachte jede Woche mehrere Stück Vieh. Dies veranlaßte den N., den Wechsel in Zahlung zu nehmen, worauf er die Differenz in Baar ausgezahlt bekam. Einige Tage später verkaufte B. das inzwischen angeblich lahm gewordene Pferd an N. und will dieser dasselbe auch in Baar bezahlt haben; dunn hat er das Pferd in Dortmund weiter verkauft. R., der unterrichtet war, daß er für sein Pferd Zahlung nicht erhalten werde und solche auch bis jetzt nicht erhalten hat, reklamirte das Pferd sofort von N., dieser aber weigerte die Herausgabe, da er dasselbe auf reellem Wege erworben haben wollte. Die Angeklagten machen geltend, daß sowohl B. als der Acceptant es Wechsels— W.— zu jener Zeit solvent gewesen seien, was allerdings nach der heutigen Beweisaufnahme recht zweifelhaft erscheint. Günstig gestaltet sich indessen dennoch die Sache für die Angeklagten und zwar besonders durch die eidliche Bekundung des Geschädigten, der auf Befragen erklärte, daß er sich mit dem qu. Wechsel nur zufrieden gegeben habe, weil N. sich für den Belrag verbürgt habe. Die Köniel. Staatsanwaltschaft hält Betrug für vorliegend und beantragt bei dem gemeingefährlichen Treiben der Angeklagten gegen jeden eine 4monatliche Gefängnißstrafe, während der Herr Vertheidiger, R.=A. Dieckerhoff Freisprechung beantragt, da nach dem Zeugniß des Geschädigten, der sich ja an N. halten könne, wenn von B. und W. Nichts zu haben sei, von Betrug gar keine Reoe sein könne. Das Urtheil lautete auf Freisprechung. 5. Die Erdarbeiter Fr. N., K. W. und V. K. von Haspe stehen unter der Anklage, in der Nacht vom 6. zum 7. Juni cr. wo sie in Gemeinschaft mit anderen Arbeitern an der Berg.=Märk. Bahn daselbst eine Arbeit auszuführen hatten, ihre Collegen durch Bewalt resp. Bedrohung an der Arbeit gehindert oder zur Niederlegung der Arbeit genöthigt zu haben. Bezüglich des letzteren Angeklagten fehlt es an den nöthigen Feststellungen und erfolgt dessen Freisprechung, dagegen werden die anderen beiden Angeklagten zu je 4 Monaten Gesängniß verurtheilt. 6. Der Tagelöhner Aug. Sch. aus Annen hat am 25. Januar cr. zu Witten dem Ziegeleibesitzer K. 2 Keilkissen und eine Matratze entwendet, ist bei der That ertappt und wird da er bereits wegen ähnlichen Vergehens vorbestraft, wegen Diebstahls im wiederholten Ruckfalle mit 9 Monaten Gefängniß belegt. 7. Die Ehefrau M. von hier war außer mit Haft mit Ueberweisung an die Landespolizeibehörde bestraft. Gegen letztere war von ihr Berufung eingelegt, die als unbegründet verworfen wurde. Vortrag über Knabenhandarbeits=Unterricht. In Hagen hielt vor einigen Tagen der bekannte Vorsitzende des Deutschen Vereins für Knabenhandarbeit und des Central Ausschusses für Jugendspiele, Herr v. Schenckendorff einen sehr interessanten Vortrag über den Knabenhandarbeitsunterricht, dem wir Folgendes entnehmen: Herr von Schenckendorff wies einleitend darauf hin, daß die Schulanstalten sich in größeren Zeitabschnitten genöthigt sehen, ihre Lehrpläne und Einrichtungen dem Fortschritte der Zeit gemäß umzugestalten. Besonders sei dieses Bedürfniß in den letzten Jahrzehnten in Folge der großartigen Entwickelung auf technischem Gebiete hervorgetreten. Die heutige Zeit erfordere von dem ein zelnen Menschen weit größere geistige Schärfe. Findigkeit und auch Arbeitskraft als früher, woraus für die Erziehung die Aufgabe erwachse, auf diesen Punkt mehr Gewicht zu legen, als es in Wirklichkeit noch heute der Fall ist. Die Schule sei wegen Ueberfüllung des Lehrstoffes nicht in der Lage, darauf allzuviel Rücksicht zu nehmen. Da sei es denn der Knabenhandarbeits Unterricht, der neben den Jugendspielen sich der Schule delfend zur Seite stellen möchte, aber ganz abgesondert von ihr, auf eigenen Füßen stehend, und doch in mancher Beziehung mit ihr Hand in Hand gehend. Dieser Unterricht habe nicht allein den Zweck, die Geschicklichkeit der Hand auszubilden, er übe vielmehr, wie jede Arbeit, auch einen erziehlichen Einfluß auf Gemüth und Charakter aus. Der Unterricht in seiner darstellenden schaffenden Thätigkeit sei durchaus keine Nützlichkeitssache; auch solle dem Handwerke dadurch keine Konkurrenz geschaffen werden, da ausschließlich nur solche Gegenstände geschaffen würden, die als Zierrath oder zu Geschenken p. p. dienen. Die heutigen Bestrebringen seien durch aus nicht neu. Aus der Geschichte der Pädagogik lasse sich beweisen daß alle bahnbrechenden Pädagogen denselben das Wort geredet haben. Wir erwähnen nur Amos Conenius, Locke, Rousseau, Salzmunn, Francke, Pestalozzi und Fröbel. Die Ansicht dieser Pädagogen über den erziehlichen Werty der Handarbeit fanden indessen keine Verbreitung in den weiteren Kreisen und beschränkten sich auf theoretische Darlegungen und auf einzelne praktische Versuche. In Böhmen hat schon im vorigen Jahrhundert der Handfertigkeits Unterricht durch den katl.. Pfarrer Kindermann die weiteste Berbreitung gefunden und in den vierziger Jahren unseres Jahrhunderts beschäftigte sich anläßlich einer Preisaufgabe eine größere Anzahl von pädagogischen Schriftstellern mit diesem Themo. Die Pägagogen sind jedoch mit ihrer Ansicht nicht durchgedrungen, weil man es nicht vermochte, den Unterrichtsstoff methodisch zu gestalten und keine Lehrer dafür hatte. Das habe nun der deutsche Verein für Knabenhandarbeit gethan. Fast alle Knaben fühlen den Drang zur Arbeit mit der Hand in sich und finden an ihr die echte kindliche Freude und Befriedigung. Mit Eiser helfen sie dem fremden Handwerker oder dem Vater bei seiner Beschäftigung. Es kommt also nur darauf an, daß dieser Tiub in richtige Bahnen gelenkt und Gelegenheit zur Ausbildung derselben gegeben werde. Die Knaben müssen mit den leichtesten und ansprechendsten Arbeiten anfangen und allmählich zum Schwierigeren übergehen. Zu diesem Zwecke ist ein vollständiger Lehrgang ausgearbeitet worden. Der Unterricht soll nicht unbedingt zur Schule gehören, auch nicht dekretirt werden: er wird am besten von Lehrern ertheilt, welche ihre praktische Vorbildung in einem eigens dazu errichteten Seminar, welches der„Deutsche Verein für Knabenhandarbeit" in Leipzig errichtet hat, empfangen haben. In diesem Jahre sind dort 128 Lehrer ausgebildet worden: doch ist diese Ausbildung als die erste Anregung zu betrachten. Diese Bewegung ist nicht allein in Deutschland, sondern in allen Kulturstaaten, Frankreich und Schweden sind uns darin überlegen. In Frankreich ist durch ein Gesetz vom Jahre 1883 der Knabenhandarbeitsunterricht obligatortsch. in Schweden in allen Schulen fakultativ. In Frankreich sollen die Resultate keine besonderen sein. Redner geht nun zu der Fraue über: „Wie wirkt der Unterricht thatsächlich entwickelnd auf die Schüler ein?" Er wies nach, wie durch die Ausbildung der Hand zugleich der ganze Körper, die Augen, der Ver. stand, überhaupt die meisten geistigen Anlagen gebildet und harmonisch ausgebildet würden, wie durch Ausdauer. Geduld, Sauberkeit und Fleiß der Charakter gestählt und veredelt, wie selbst die Erwachsenen durch praktische Handarbeit der Häuslichkeit erhalten bezw. wieder zugeführt würden. Sodann werde durch die erlangte Geschicklichkeit und Sachkenntniß das Urtheil über ein fremdes Werk geschärft und geläutert, wodurch wieder die Arbiet des kleinen und sorgsamen Hand werkers ihre Würdigung findet. — Hierauf geht Redner zu den Jugendspielen über. Der Central=Ausschuß, der sich in Berlin in diesem Frühjahr gebildet habe, fasse sie als Ergänzung des Turnens auf. Nach einem geschichtlichen Rückblick betont Redner daß in Berlin und Leipzig eine große Anzahl Lehrer als Leiter der Jugendspiele ausgebildet worden seien. Ueberall komme man den Jugendspielen mit Sympathie entgegen. Das enge Zusammenlehen in den großen Städten mache Jugendspielplütze nothwendig. Redner schließt mit dem Wunsche, daß die Sache der Knabenhandarbeit und der Jugendspiele hier wachsen, blühen und gedeihen möge zum Wohle der Jugend und des Vaterlandes. * Eisenbahnunglück. Berlin, 19. Oktober. Der Schnellzug 2 von Breslau ist bei der Einfahrt in Kohlfurt 12 Uhr 50 Min. Nachts durch Zusammenstoß mit einer Rangirmaschine entgleist. Soweit bis jetzt festgestellt, sind fünf Personen getödtet, schwer verwundet sind 2 Personen, welche nach Görlitz übergeführt worden sind. Von leicht Verwundeten ist amtlich nichts bekannt geworden. Der Betrieb der fahrplanmäßigen Züge konnte aufrecht erhalten werden. * Wegen Preisgabe des Telegraphengeheimnisses bezw. Anniftung hierzu hatten sich der Obertelegraphen= assistent Hermann Samland und der Kaufmann Louis Wenzel vor der Strafkammer des Landgerichts in Memel zu verantworten. Samland ist beschuldigt, in den letzten funf Jahren gegen Gewährung von Geschenken und Darlehen dem mitangeklagten Wenzel für andere Kaufleute in Memel bestimmte Telegramme vorher gezeigt zu haben, wodurch einige der Kaufleute ganz bedeutend geschädigt wurden. Wenzel kam gewöhnlich des Nachts, wenn Samland allein den Dienst versah, in das Apparatzimmer des Telegraphenattes und ließ sich dort von Samland ankommende uns abgehende Telegramme zum Lesen geben. Der Staatsanwalt beantragte gegen Samland drei Jahre Zuchthaus, gegen Wenzel 2 Jahre Gefängniß. Der Gerichtshof verurtheilte Samland zu zwei Jahren Gefängniß und drei Jahren Ehrverlust, Wenzel zu neun Monaten Gefängniß. Beide Angeklagten befanden sich in Untersuchungshaft, die ihnen auf die Strafe nicht angerechnet wurde. * Drei Fräuleins von Moltke haben, wie aus Parchim, der Vaterstadt des Feldmarschalls, geschrieben wird, in diesen Tagen das dortige renovirte Moltkehaus (das Ergebniß der Moltkestiftung) bezogen. Diese Damen erstammen der dänischen Linie der Familie von Moltke. Patentliste westfälischer Mitgetheilt durch das Patent=Bureau von Otto Wolf in Dresden. (Abennenten dieser Zeitung ertheilt das Bureau freie Auskunft über Patent=, Marken= und Musterschutz.) Angemeldet von: Adolf Prüsmann. Königlicher Regierungs=Baumeister in Dortmund: Luftausgleicher bei Schwimmvorrichtungen zur Ausgleichung des veränderlichen Auftriebes der ein= und austauchenden Bautheile. Georg Heinrich Dörken in Gevelsberg: Druckknopfausschalter für elektrische Leitungen. Ertheilt an: W. Noll in Minden: Füllbahn. Fräul. H. Horst in Bösverde bei Menden: Vereinigtes Wurfund Kegelspiel. Firma Gebr. Schultz in Münster: Wände und Decken aus mit Mörtel bekleidetem Netzwerk von Eisenstäben und Zickenblechen. C. Prött in Hagen: Vorrichtung zur Herstellung von Lichtpausen. H. Lumves und H. Wentker in Saerbeck: Vom Kutscherbock aus zu handhabende Abspmnnvorrichtung für Zuzehiere. Markt- und Coursberichte. * Neuß, 19. Oktober. Weizen, neuer, 1. Qual. 2330 2. 22,30, Landroggen neuer 1. Qual. 22.50 2. 21,00, Wintergerste 00.00, Sommergerste 00,00, Buchweizen 00,00, Hafer neuer 14.00, Raps 1. Qual. 00,00, 2. 00,00, Avce! (Rübsen) 00.00, Kartoffeln 9.00. Alles 100 Kilo. Heu 500 Kilo 36,00, Stroh 22.00, Rüböl 100) Kilo in Partien von 100 Ctr.(ohne Faß) 64,00, Rüböl 100 Kilo faßweise (ohne Faß) 65.50, Gereinigtes Oel 100 Kilo 3 M. höher als Ruböl. Preßkuchen 1000 Kilo 116.00. Weizenvorschuß 00 100 Kilo 00,00. Kleie 50 Kilo 5.80 Berlin, 19. Okt., 2½ N.[Fruchtbörse. Weizen Okt. 223,00, Okt.=Nov. 223,00, Nov. Dez. 22500 Mark. Gef. 35000 Centner. Roagen Okt. 239,25, Okt.=Nov. 234,00, Nov.=Dez. 232,00 M. Gek. 2000 Centner. Hafer Okt 163.50 Okt.=Nov. 16325. Nov.=Dez. 163.25 M. Gek 3000 Ctr Rüböl vorräthig mit Faß 63.00, ohne 62,09, Okt. 62.80, April=Mai 60.50 M. Gek. 0000 Centner. Spiritus 70er vorr. 52,90, Okt. 51 80, Okt.=Nov. 51,50, Nov.=Dez. 51,50 M. April= Mai 52.60 Mark. Gek. 30000 Liter. Petroleur vorr. 23.10 M. Roggenmehl 0/1 Okt. 31.75. On=Nov. 31.70 M. Bremen, 19. Okt. Petroleum vorr. fest, 6.10 Brief. Antwerven, 19. Oktober. Petroleum fest, vorr. 15¼, Okt. 15¼. Nov.=Dez. 15½, Jan.=März 15% fl. Glasgow, 19. Oktbr. Roheisen. Warrants 47e 1½4. London, 19. Oktober. Ein großer Sturm wüthete gestern in ganz England und Irland. Verschiedene Gegenden sind überschwemmt. besonders Südirland. In den zentralen Grafschiften Enzlands und Südw les sind große Mengen Vieh ertrunken, auf dem Canai la Manche erfolgten zahlreiche Havarien und mehrere Schiffbrüche mit Menschenverlust. 1 Die Verglasung der Fenster an der neuen Gasfabrik und der Anstrich der Feusterrahmen soller schleunigst vergeben werden. Bedingungen und Massenverzeichnisse können auf dem Verwaltungsbüreau Gasstraße Nr. 3 eingesehen werden. Offerten sind am 23. d. M. bei der unterzeichneten Direktion einzureichen. Witten, 23. Okt. 1891. Direktion der städt. Gasund Wasserwerke. Bekanntmachung. Donnerstag, den 22. Oktober, Vormittags 9½ Uhr, werde ich im Hemsoth'schen Saale hier: 1 Sprungherd, 1 großen Mantelofen, 1 Säulenofen, 1 Hausuhr, 1 große Dezimalwaage, 170 Flaschen Rothund Weißwein, 12 trockene Schinken, 1 Parthie KaffeeEssenz, 1 Korb mit Taback, 1 Parthie Herren= u. KnabenWintermützen, Kinder=Unterröcke, Hosen, Strümpfe, Socken, Hosenträger, Stickereien 2c. öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigern. Witten, 20. Okt. 1891. Franzmann, Gerichtsvollzieher. Die Landwirthe des Wahlkreises Dortmund—Bochum, welche sich für die demnächst zu thätigende Landtags=Ersatzwahl interessiren, laden wir zu der am Sonntag den 25 d. Mts Nachmittags 3 Uhr im Münstermann'schen Lokale Laugendreer=Bahnhof(Berg.=Märk.) stattfindenden Versammlung hierdurch ergebenst ein. Langendreer, den 17. Oktober 1891. Westermann, Lütgendortmund. Middeldorf, Eickel. C. Ewringmann, Wambel. Meesmann, Herbede. Falkenroth, Vellinghausen. Schulte=Steinberg, Langendreer. Die Kirchtastrurrgrertrramt für die evangel. Eingesessenen hiesiger Gemeinde finden Donnerstag und Freitag dieser Woche, von Morgens 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 6 Uhr beim Wirthe Herrn Jul. Friemann, früher Althoff statt, worauf hierdurch aufmerksam gemacht wird. Langendreer, im Oktober 1891. Der Rendaut: Die Sparkasse Annen nimmt Einlagen in jeder Höhe entgegen und verzinst solche mit 3 ½/2%. Annen, 25. Sept. 1891. Die Sparkassenverwaltung, Das älteste und größte Bettfedern-Lager William Lübeck in Altona versendet zollfrei gegen Nachnahme (nicht unter 10 Pfd.) gute neue! Bettfedern für 60 Pfg. pr. Pfd. Vorzüglich gute Sorte Mk. 1.25, Prima Halbdaunen nur Mk. 1.60 und Mark 2.— Reiner Flaum nur M. 2.50 und Mk. 3.— Bei Abnahme von 50 Pfd. 5% Rabatt. Umtausch bereitwilligst. Fertige Betten(Oberbett, Unterbett und 2 Kissen), prima Inlettstoff aufs Beste gefüllt, einschläfig, 20, 25, 30 u. 40 M., 2schläfig 30, 40, 45 u. 50 M. Für Hausbesitzer! 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Marinetheile beurlaubten Mannschaften, 4. die in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1879 eingetretenen Mannschaften aller Waffen, 5. sämmtliche Mannschaften früherer Jahrgänge, über deren Militärverhältnin durch Ueberführung zum Landsturm rc. noch nicht endgültig kurschieden ist, werden, wie nachstehend angegeben, abzehalten:...„... 21.8t Gitt. 1. Fur die Mannschaften der Stadt Wilten im Saale des Wirths Borgmann, Ruhrstraße. Am 3. November 1891 morgens 9 Uhr, für die Mannschaften der Garde und Spezialwaffen der Jahrgänge 1888, 1887, 1886, 1885, 1884 und jüngere, Dispositionsurlauber und Superrevidenden und die in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1884 und vom 1. April bis 30. September 1879 eingetretenen Mannschaften der Garde und Spezialwaffen.— Am 4. November 1891 morgens 10½ Uhr für die schaften der Provinzial=Infanterie der Jahrgänge 1888, 1887, 1886 1885, 1884 und jüngere, sowie Dispositions=Urlauber und die in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1884 und vom 1. April bis 30. September 1879 eingetretenen Mannschaften der ProvinzialInfanterte.#.... 9 4 8am eäreer 2. Für die Mannschaften der Aemter Langeabrell und Werne im Saale des Wirths Leiendecker in Langendreer. Am 4. November 1891, Morgens 9 Uhr, für die Mannschaften der Garde und Spezialwaffen der Jahrgänge 1888, 1887, 1886, 1885, 1884 und jüngere, Dispositionsurlauber und Superrevidenden und die in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1884 und oom 1. April bis 30. September 1879 eingetretenen Mannschaften der Garde und Specialwaffen. ,116„ gu. 8i, Mannschaft, Am 4. November 1891, Morgens 11 Uhr, für die Mannschaften der Provinzial=Infanterie der Jahrgänge 1888, 1887, 1886, 1885, 1884 und jüngere, sowie Dispositions=Urlauber und die in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1884 und vom 1. April bis 30. September 1879 eingetretenen Mannschaften der ProvinzialIufanterte.. g.... 8.2 Amtes K era 3. Für die Mannschaften des amtes VHerorde im Saale des Wirtbs Wilh. Halseband in Herbede. Am 5. November 1891, Morgens 9 Uhr, für die Mannschaften der Provinzial=Infanterie, Garde und Spezialwaffen der Jahrgänge 1888, 1887, 1886, 1885, 1884 und jüngere, sowie DispositionsUrlauber und Superrevidenden und die in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1884 und vom 1. April bis 30. Septbr. 1879 eingetretenen Mannschaften aller Waffen. Königliches Bezirks=Commando, Bochum. Meine bekannten bewährten Qualitäten breit, Hemdentuche bhreit, 30 Meter für 9 M., 10 M., 10.80 M, 12 M. u. 14.25 M. Das Beste in Bezug auf Haltbarkeit, ertreuen sich eines Weltrutes von 15 u. an fraace. J. W. Sältzer, Hannover. „Sprachkunde sei Grundlag' Deinem Wissen, Derselben sei zuerst und sei zuletzt beflissen.“ (Rückert.) Tur geläusge prechen Schreiben, Lesen u. Verstehen der englischen und französischen Sprache(bei Fleiß und Ausdauer ohne Lehrer sicher zu erreichen durch die in 38 Auflag. vervollk. Orig.=Unterr.= Briefe n. d. Meth. Toussaint= Langenscheidt. 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