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Risel& Co. in Sogen. st unter Verantwortlichten z. Koetzold in Witten Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Friertage. Insertionen werden die 7 gespaltene Petitzeile mit 10 Pf. berechnet. 24 Stunden Moltkerscher Strategie. verbunden mit dem für Witten und Amgegend. Abonnementspreis(inel der Gratisbeilage „Wärkisches Heim“): 1,80 Mark vierteljährlich, monatlich 60 Pfg bei Bestellung durch die Boten. Bei Abnahme auf der Post incl. Bestellgeld 2.20 Mk. Soeben ist vom Hauptmann Hoenig bei Friedr. Luckhard in Berlin ein Werk unter dem Titel Stunden Moltke'scher Strategie" erschienen, welches das Interesse der historischen Forscher in nicht geringerem Maaße in Anspruch nehmen dürfte, als das der militärischen Kreise, welche tiefer in die Kriegskunst eindringen wollen Das Manuskript dieses Werkes lag beim Bekanntwerden der Geschichte des Krieges von 1870/71 durch den Feldmarschall vor; nachdem der Verfasser das Werk des Letzteren gelesen, hielt er es für seine Pflicht, mit seiner Darstellung nicht mehr zurückzuhalten, umsomehr, als der Feldmarschall wohl erzählt und eingehend kritisirt, aber eigentlich an keiner Stelle, was man wohl erwartet hat, die Entschlüsse des damaligen Generalstabschefs begründet. Dies letztere fällt z. B. an zwei Stellen. welche gewissermaßen die Pole der großen strategischen Entwürfe und Handlungen bilden, insoweit sich die Operationen gegen die kaiserlichen Armeen richteten, besonders auf, nämlich erstens hinsichtlich der der Schlacht von Gravelotte=St. Privat vorhergehenden Anordnungen und Direktiven Moltke's und zweitens in Bezug auf die Vorgänge, welche den Abmarsch nach Sedan zur Folge hatten. Man ist, vor allen Dingen in hohen militärischen Kreisen, der Meinung, daß eine solche Motivirung unbedingt hätte erfolgen müssen, aber auch, daß sie geschehen konnte, ohne den Ruhm des Feldmarschalls zu verkleinern. Es steht auch fest, daß Moltke Anfangs die Absicht hatte, auf die Motive seiner Entschlüsse besonderen Werth zu legen, allein er ließ die Absicht bald fallen, ohne daß die Ursachen bekannt geworden wären. Um so dankenswerther erscheint die Hoenigsche Publikation, welche sich mit den Vorgängen im Hauptquartier und bei den Oberkommandos der ersten und zweiten Armee vom Erlaß des Operationsbefehls am 17. August, Nachmittags 2 Uhr, bis zum Erlaß des Schlachtbefehls vom 18. August, Vormittags 10½ Uhr, eingehend befaßt. Während Hauptmann Hoenig im ersten Theile nur diese beiden Befehle in jedem Satz und Wort motivirt und analysirt, wendet er sich im zweiten Theile der Schlachtleitung selbst durch Kaiser Wilhelm und seinen Generalstabschef zu. Die Untersuchungen und Begründungen fußen auf jahrelangen Studien aller erhältlichen Quellen, den Angaben von Augenzeugen und eingehenden topographischen Untersuchungen des Operationsgebietes. Das, was Moltke in seiner Geschichte hinsichtlich des oben genannten einen Poles des Feldzuges nicht ausgeführt hat, findet der Leser hier bis in das Kleinste ausgeführt, so daß Derjenige, welcher Moltkes Darstellung gelesen hat, auch diese lesen muß. Hierbei verweilt der Verfasser eingehend bei dem Verhältniß Moltkes zum Könige einerseits und zum Prinzen Friedrich Karl, sowie dem General von Steinmetz andererseits. Nicht nur entwickelt er, warum so Manches sich nicht so vollzog, wie es von Moltke beabsichtigt war, sondern er bringt auch zum ersten Male Näheres über den Konflikt, welcher schließlich mit der Abberufung des Generals von Steinmetz endete. Man hat es Moltke auf mancher Seite zum Vorwurf gemacht, daß er bei Ertheilung des Schlachtbefehls nicht über die feindliche Stellung genügend unterrichtet war; der Hauptmann Hoenig geht diesem Vorwurf auf den Grund und beweist, daß die Ursache dieses Umstandes nicht am Generalstabschef lag, sondern einerseits in den eigenthümlichen Verhältnissen des großen Hauptgaurtiers, dann in dem nicht immer einwandfreien Verhalten des Prinzen Friedrich Karl und des Generals von Steinmetz. Die Geschehnisse und Unterlassungen von diesen Seiten haben hier eine vollständig erschöpfende Darlegung gefunden, und der Verfasser kommt zu dem Schluß, daß die Anordnungen Moltkes, welche zur Schlacht von Gravelotte— St. Privat führten, den Höhepunkt der strategischen Kunst des Feldmarschalls bildeten. Wer das Buch liest, wird dem Verfasser darin beistimmen, auch in dem von ihm geführten, ganz neuen Beweise, daß Moltke bei Gravelotte— St. Privat ganz dasselbe beabsichtigte, was er so meisterhaft bei Sedan ansführte, weil er im letzten Falle von zwei Unterfeldherren(Kronprinzen von Preußen und Sachsen) verstanden und unterstützt wurde, während er in dem anderen Falle vom General von Steinmetz überhaupt nicht verstanden wurde und vom Prinzen Friedrich Karl erst seit Erlaß des Schlachtbefehls um 10 ½ Uhr am 18. August Vormittags. Von diesem Zeitpunkte ab hebt Hauptmann Hoenig aber auch die großen Verdienste hervor, welche Prinz Friedrich Karl und der Kronprinz von Sachsen an dem Gewinn der Schlacht hatten; ja diese beiden nennt er die eigentlichen Sieger, während an der Stelle, wo Moltke selbst sich befand, keine entscheidenden Resultate erzielt wurden. An sehr wichtigen Stellen tritt Hauptmann Hoenig zu der Moltkeschen Darstellung in Gegensatz; so hinsichtlich des Angriffs des 9. Armeekorps und vor allen Dingen in Bezug auf das Einsetzen des 2. Armeekorps. Moltke selbst schreibt, er habe das Einsetzen des letzteren„gewährt"; Haaptmann Hoenig sagt dagegen, der Feldmarschall habe es nicht gewährt, sich aber dem Befehle des Königs gefügt, als dieser auf Moltkes Einwürfe nicht eingegangen sei. Die Darstellung erstreckt sich auch über die Einzelheiten der Schlacht von Gravelotte bis zum Ende und die Fülle der Forschungen und Neuheiten ist eine so große, daß jene Ereignisse in vielen Punkten in einem ganz neuen Lichte erscheinen. Dem Werke kann daher ein allgemeines Interesse nicht fehlen; bildet es doch im Ganzen das wirksamste Denkmal, welches bisher eine literarische Feder dem Strategen Moltke errichtet hat. Hier sieht man den Feldherrn, wie er war und wie er handelte, plastisch und an vielen Stellen ergreifend geschildert. Dieser Moltke ist nicht nur eine Stratege, sondern auch ein— Held! Eine eiserne Natur voll Blut und Leben, von einer Alle überragenden Zähigkeit, Arbeitskraft und körperlichen Leistungsfähigkeit. So, wie er hier geschildert, war der Generalstabschef Moltke. undschau. Ueber den nunmehrigen König Wilhelm II. von Württemberg macht die Münch. Allgem. Ztg. nähere Angaben, denen wir Folgendes entnehmen:„Der neue ist der Sohn einer Schwester des Königs Karl, der Prinzessin Katharine, und des Prinzen Friedrich von Württemberg(gestorben am 9. Mai 1870), eines Geschwisterkindes des letzten Königs. Er wurde geboren am 25. April 1848. Das stille Palais gegenüber dem alten Schloß, in welchem seine Mutter, Prinzessin Katharina, heute noch residirt, war der Schauplatz der Jugendzeit des jetzigen Königs. Vorzügliche Männer, wie der nachherige Prälat v. Günther und der spätere General v. Linck, waren seine Erzieher. Ein fröhlicher Kreis erlesener Altersgenossen theilte seine Spiele; von seinen Lehrern aber konnte man hören, welch' klares Denken, welche sichere Urtheilskraft und welches unverrückbare Pflichtgefühl der Prinz in seinen Lehr= und Studienjahren an den Tag legte. Ruhige Verständigkeit und ernste Gewissenhaftigkeit bildeten die Pole seines Wesens, und einfache Gediegenheit war das Gepräge seines Charakters. Während und nach den Universitätsjahren in Tübingen und Göttingen— hier schloß er sich den Bremensern, dort den Schwaben an— nahm der damalige Prinz an den Kriegen von 1866 und 1870 an der Spitze der wüttembergischen Truppen Theil, wobei er sich das Militärverdienstkrenz und das Eiserne Kreuz erwarb. * Nach Zanzibarer Meldungen der Times sollte Major von Wißmann wieder nach Europa zurückkehren und die Seen=Expedition aufgegeben haben. Die Zweifel, welche man die Richtigkeit dieser Nachricht gesetzt, dürften wohl angebracht sein, da es, wie der„Post“ geschrieben wird, nur als feststehend betrachtet werden kann, daß Major v. Wißmann Sudanesen anwerben wird. Wenn er die gewöhnliche Zahl beisammen hat, steht nichts seiner Rückkehr und seinem Abmarsche in das Innere entgegen. Aus seinem letzten Telegramme war nur zu entnehmen, daß die Expedition vorläufig unmöglich sei. Der Verkauf der Feldbahn welche zur Probe mitgenommen war, dürfte einfach darauf zurückzuführen sein, daß sich diese Bahn als unpraktisch erwiesen hat. Von einem endgiltigen Verzicht Wißmanns auf das Dampferunternehmen kann keine Rede sein. * Zu den Gründen, aus welchen sich der engliche Handelsstand das stetige Wachsthum der deutschen Konkurrenz auf dem Weltmarkte zu erklären sucht, ist letzthin ein bisher noch nicht berührter getreten. Neuerliche Berichte der englischen Konsuln in Italien, Egypten und Japan enthalten nämlich den Hinweis auf den Umstand, daß englische Geschäftsleute sich öfters und empfindlicher als sie meinen, dadurch schaden, daß sie ihre Zirkulare und Preislisten nur auf englische Münzen, Maaße und Gewichte einrichten, während ihre Konkurrenten, Deutschland voran, sich des metrischen Systems bedienen und dadurch in beste Harmonie mit den Usancen der wichtigsten Absatzmärkte bringen. Die angezogenen Konsularberichte erklären es deshalb für absolut geboten, daß der englische Handelsstand sich je eher besto besser in seinen internationalen Beziehungen von dem für Ausländer ebenso lästigen als unverständlichen heimischen Zahl=, Maaß= und Gewichtssystem lossage und zu dem metrischen System, welchem überhaupt die Zukunft gehöre, übergehe. Das Schicksal der französischen Rompilger ist zwar nur ein selbstverdientes, gleichwohl fehlt es weder in Rom noch in Paris an Hetzern, welche die Urheber des Zwischenfalles im Pantheon weißbrennen und den italienischen Behörden die Schuld an dem Geschehenen zuschieben möchten. Bei der bekannten Illoyalität, deren sich die Gegner des modernen Italiens und seines Eintrittes in den Friedensbund in ihrer publizistischen und sonstigen agitatorischen Wühlerei befleißigen, war die Möglichkeit, daß gegen die leitenden italienischen Kreise ausgestreute Verleumdungen allgemeinen Glauben finden könnten, im Vorhinein sehr gering, und es sind wohl mehr formale als sachliche Erwägungen, welche die„Agenzia Stefani" zur offiziellen Dementirung der auf die Behandlung der französischen Pilger seitens der römischen Polizeibehörde bezüglichen Behauptungen des„Osservatore Romano" veranlaßt haben. Ueberhaupt zeichnet sich die Stellungnahme der öffentlichen Meinung Italiens zu dem Zwischenfalle im römischen Pantheon vortheilhaft aus vor der tendenziösen Aufbauschung des Geschehenen in der französischen Presse und anderen, Italien übelgesinnten Kreisen. Bei aller, leicht begreiflicher Erregtheit des italienischen Nationalgefühls ist jenseits der Alpen doch kein einziges Wort der Beleidigung oder Drohung an Frankreichs Adresse gerichtet worden, während es umgekehrt in Frankreich an Stimmen nicht fehlt, welche mit der chauvinistischen Zumuthung hervortreten, daß Italien für sein herausforderndes(!) Gebahren der französischen Republik gegenüber zur Rechenschaft gezogen werden müsse. Es ist und bleibt die alte Geschichte: die Franzosen der Republik können es ebensowenuig als ihre Väter unter dem Kaiserreich, über sich gewinnen, Italien als voll anzusehen und in diesem national geeinten Staatswesen den ebenbürtigen Machtfaktor zu respektiren. Daß durch derartig hochfahrende Allüren die französischen Sympathien südwärts der Alpen gewinnen sollten, wird sich auch der oberflächlichste republikanische Politiker nicht einbilden. Bleibt also nur die Vermuthung bestehen, daß gelegentliche Brüskirung des italienischen Nachbars eines von den Mitteln bildet, mit denen die französische Auslandspolitik arbeitet. Reich. * Berlin, 8. Oktober. Der Kaiser hat sich heute früh 7¾ Uhr mittels Sonderzuges von der Wildparkstation aus nach Stuttgart zur Theilname an den Beisetzungsfeierlichkeiten begeben. Se. Majestät trug einen mächtigen Lorbeerkranz mit weißer Schleife, an deren Enden die Initiale W. mit der Kaiserkrone sich befand. Die Kaiserin gab Sr. Majestät das Geleit zum Bahnhofe. Der Kaiser hat dem augenblicklich in Darmstadt weilenden Prinzen Heinrich von Preußen den Befehl zugehen lassen, Sich auch zur Beisetzungsfeier nach Stuttgart zu begeben und Se. Majestät dort heute Abend 9 Uhr auf dem Bahnhofe zu erwarten. — Der Kaiser bat in der Rominter Haide geschossen: 1 Achtzehnender, 1 Vierzehnender, 3 Zwölfender. Zwei angeschossene Hirsche, welche man als besonders stark vermuthet, sind noch nicht gefunden worden. In der Angelegenheit des National=Denkmals für Kaiser Wilhelm, steht die Entscheidung immer noch aus. I. steht die Entscheidung immer noch aus. Man hat die Thatsache, daß jeder Theitnehmer an dem engeren Wettbewerb außer dem im voraus bestimmten Honorar von 4000 Mark die Summe von 12000 Mark erhalten hat, dahin gedeutet, der Kaiser könne sich nicht zur Ausführung eines Entwurfs von den vieren entschließen. Diese Auffassung der gleichmäßigen Honorirung mag ihre Berechtigung haben, indessen ist in dem betheiligten Kreise von einer Aeußerung des Kaisers in biesem Sinne nichts bekannt geworden. — Unter den Vorlagen, welche dem im November zusammentretenden Landtag des Königreichs Sachsen von der Regierung zugehen, dürften die, welche eine allgemeine Erhöhung der Staatsbeamten=Gehälter und eine Aufbesserung der Gehälter der Volksschullehrer betreffen, das hervorragendste Interesse in Anspruch nehmen. — Der Reichsanzeiger bestätigt, daß Seitens der betheiligten preutzischen Ressortminister Veranlassung genommen worden ist, die städtischen Sparkassen darauf aufmerksam zu muchen, daß sie bei Belegung ihrer Kapitalien mehr als dies bisher geschehen ist, die dreiprozentigen Preußischen Konsols berücksichtigen mögen. — In der Sitzung des Bundesraths wurde der Entwurf eines Gesetzes betreffend die Bekämpfung des Mißbrauchs geistiger Getränke den Ausschüssen für Handel und Verkehr und für Justizwesen überwiesen. — Eine neue Expedition nach Central= Afrika. Wie der„Köln. Ztg. zufolge verlautet, wird in kürzester Frist der bekannte und erprobte Afrikareisende Dr. Oskar Baumann im Auftcage der deutschen Ostafrikanischen Compagnie wieder nach dem dunklen Erdtheil gehen. Er wird eine große Expedition in das Innere, in die Gebiete zwischen Kilimandscharo=Gebirge und dem Viktoria=See, leiten. Zweck derselben ist vor Allem die Erforschung des deutschen Massai=Gebietes, des unbekanntesten im nördlichen Deutsch=Ostafrika, und außerdem die Weiterführung der Vorarbeiten für verschiedene Eisenbahnpläne. * Durch Kabinetsordre vom 21. v. M. hat der Kaiser genehmigt, daß die Kreuzerfregatte„Bismarck" von der Liste der deutschen Kriegsschiffe gestrichen wird. Die Fregatte„Bismarck“ war eines der ältesten Schiffe der Marine; sie gehörte zu einer Klasse von Schiffen, die man früher gedeckte Korvetten nannte; 1885 erhielten sie die Bezeichnung Kreuzerfregatten, während die Glattdeckkorvetten nunmehr Kreuzerkorvetten genannt wurden. Die Zahl der Kreuzerfregatten ist allmählich sehr zusammengeschmolzen, da für die dienstuntauglich werdenden und ausscheidenden Schiffe dieser Klasse kein Ersatz mehr geschaffen wird. 1885 gab es 12 derartige Schiffe, 1889 nur noch 8 und 1890 wurden davon 4 gestrichen, nämlich „Prinz Adalbert",„Moltke",„Stosch" und„Gneisenau", indem die letzteren drei in die Zahl der Schulschiffe eingereiht wurden. Nachdem nunmehr die„Bismarck", die ubrigens schon seit 1888 zu größeren Dienstleistungen nicht mehr verwendet worden ist, in Wegfall kommt, sind deren nur noch drei vorhanden,„Leipzig",„Charlotte“ und„Stein“. Von ihnen steht nur die„Leipzig" auswärts in Dienst; sie ist das Flaggenschiff des zur Zeit an der chilenischen Küste befindlichen Kreuzergeschwuvers. Man nimmt an, daß auch dieses Schiff, wenn es zurückkehrt, in Geschwader=Verbänden nicht mehr Verwendung finden wird.— Das Panzerschiff„Brandenburg" ist durch eine ebenfalls vom 21. vorigen Monats datirte Kabinetsordre der Marinestation der Nordsee zugetheilt. * Geschäftssozialisten. Der„Köln. Ztg.“ wird aus Berlin geschrieben: Die Nachricht, daß der sozialdemokratische Stadtverordnete Heinsdorf aus wirthschaftlichen Gründen sein Stadtverordnetenmandat niedergelegt hat, ist geeignet, auf gewisse Erscheinungen in der sozialdemokratischen Welt in eigenthümlicher Weise Licht zu werfen. Der erste sozialdemokratische Agitator, welcher eine Kreipe eröffnete, machte natürlich ein glänzendes Geschäft; dies wirkte ganz gewaltig auf alle„Genossen“, die sich eines gewissen Anhanges erfreuten; ihr Ideal war der Besitz einer Kneipe. Es entstand ein förmliches Wettlaufen unter den„Genossen" sich so schnell wie möglich bekannt zu machen, um dann sich ihrer Anhängerschaft als Wirth der Kneipe„Zum Zukunftsstaat" oder so ähnlich vorstellen zu können. Heute giebt es in Berlin der sozialdemokratischen Budiker, die mit ihrer Gesinnung Geschäfte treiben, so viel wie Sand am Meer. Ein sozialdemokratischer Gastwirthsverein bringt sich hin und wieder den„Genossen" in Erinnerung, wenn er in demonstrativer Weise eine Summe für Ausständische hergiebt. Aber es sind, wie gesagt, der sozialdemotralischen Budiker zu viele geworden und darum ist dieses sozialdemokratische Metier nicht viel mehr werth. Aber wie es die Mücken nach dem Licht, so zieht es die soztaldemokratischen Agitatoren jetzt immer noch unwiderstchlich nach dem Besitze einer Kneipe; in den letzten Tagen sind wieder eine ganze Anzahl Agitatoren, darunter auch der bekannte Führer der Maurerbewegung Wernau Budiker geworden. Lange freilich werden es die Agitatoren nicht mehr so treiben können, denn ein Krach unter den sozialdemokratischen Budikern, den richtigsten Geschäftssozialisten, soll unausbleiblich sein. Für die Arbeiter wäre das ein großer Gewinn. — Mit dem am 6. d. Mts. von Hamburg abgegangenen Dampfer„Professor Wörmann“ haben sich zur Vervollständigung der Zintgraffschen Expedition der Lieutenant Frhr. v. Steinäcker und der Gärtner Böckner und der Landwirth Kirstein nach Kamerun eingeschifft. Die Expedition Zintgraff will ausgedehnte Wegebauten vornehmen. — In einem Cirkular, welches die Neu=GuineaCompagnie in Berlin versendet, wird mitgetheilt, daß die Kaiser Wilhelms=Plantagen nicht weiter geführt werden können, denn der Leiter der Gesellschaft, ein Herr Kindt, habe die Plantagen falsch angelegt und außerdem habe er wegen seines Verhaltens gegen die Farbigen entlassen werden müssen. Die Neu=Guinea=Comragnie räth deshalb ihren Mitgliedern, ihre Antheitscheine umzutauschen gegen Antheile einer neuen, in der Bildung begriffenen Astrolabebai=Compagnie. Diese Gesellschaft soll sich hauptsächlich auf die Tabak=Kultur legen. — Der neue deutsche Armeesattel hat sich auchy bei den diesjährigen großen Herbstübungen nach jeder Richtung hin bewährt, einzelne Kavallerie=Regimenter waren bereits vollständig mit demselben ausgerüstet. Als besonderer Vorzug des neuen Sattels wird bezeichnet, daß vermöge seiner eigenthümlichen Bauart die Pferde weniger gedrückt und gescheuert werden, als bei dem alten Bocksattel, selbst wenn die Unterlagedecken durchnäßt worden sind. Ebenso hat auch die Vorrichtung für die Trageweise des Säbels am Sattel allen Erwartungen entsprochen, sodaß die Ausrüstung der Kavalleristen einschließlich der Lanzen als vorzüglich bezeichnet werden kann. Die Lanze ist nunmehr auch bei den Husaren, Dragonern und Kürassiren völlig eingebürgert. — Wegen Tumults ist am Dienstag Abend eine sozialdemokratische Versaiamlung im sechsten Berliner Wahlkreise, in welcher Liebknecht sprechen sollte, polizeilich aufgelöst, noch ehe die Rede begonnen hatte. Die feindlichen Brüder innerhalb der Sozialdemokratie geriethen wieder derartig aneinander, daß der anwesende PolizeiOffizier die Auflösung aussprach. — Wie der Nat.=Zig. aus Westfalen geschrieben wird. hat der Leiter der preußischen Bergverwaltung, Oberberghauptmann Huyssen seine Entlassung nachgesucht und erhalten. Im Zusummenhang damit ist die Ernennung zum Wirkl. Geh. Rath erfolgt. Ueber den Nachfolger ist noch kein Beschluß gefaßt. München, 8. Okt. Wie die„Neuesten Nachrichten“ melden, nehmen die Handelsvertragsverhandlungen heute Vormittag 10 Uhr mit einer Sitzung der deutschen und österreichischen Delegirten ihren Fortgang. Oesterreich-Ungarn. Wien, 7. Oktbr. Für den verstordenen König von Württemberg ist eine zwölftägige, am 9. d. M. beginnende Hoftrauer angeordnet. Wie mehrere Blätter melden, wird in Vertretung des Kaisers der Erzherzog Friedrich sich zu den Beisetzungsfeierlichkeiten nach Stuttgart begeben. Ebenso geht eine Offiziersdevutation des 6. Husarenregiments, dessen Chef der Verstorbene war, nach Stuttgart. württembergische Gesandte von Maucler dem Ministerium des Auswärtigen angezeigt, daß der von der Gesandtschaft 5 14 64 beabsichtigte Trauergottesdienst unterbleiben werde, da der verstorbene König Karl gewünscht habe, daß seine Beerdigung möglichst einfach sei und von besonderen Trauerfeierlichkeiten Abstand genommen werde. Das „Fremdenblatt“ fügt hinzu, auch die beabsichtigte Entsendung des Erzherzogs Friedrich und einer OffiziersDeputation zu den Betsetzungsfeierlichkeiten dürfte wegfällig werden. Wien, 8. Okt. Der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses, welche von dem Präsidenten Smolka eröffnet wurde, wohnten auf der Ministerbank sämmtliche Minister mit drm Ministerpräsidenten Grafen Taaffe bei. Der Antrag Jaques und Genossen, nach welchem die Pflicht des Staates zur Leistung entsprechender Entschädigung für ungerechtfertigt erlittene Strafen festgesetzt wird, wurde angenommen. Das Gesetz hat rückwirkende Kraft.— Der Jungczeche Tilscher und Genossen brachten eine Interpellation ein wegen der Vorgänge in Reichenberg bei dem Empfange des Kaisers, bei dem die czechische Bevölkerung von den Behörden zurückgesetzt worden sei. Bern, 7. Okt. Der Bundesrath hat in einem Schreiben an die Rezierung des Kantons Waadt erklärt, daß die Engländerin Burke mit ihrer Behauptung, am 23. August cr. in Montreux zu Unrecht verhaftet worden zu sein und in der Haft unbillige Härte erlitten zu haben, völlig im Anrecht sei. Vom englischen Gesandten selber sei dies auch anerkannt worden. Frankreich. Paris, 7. Okt. Die Königin Natalie von Serbien ist hier eingetroffen; dieselbe wird gegen Ende der Woche nach Biarritz meiterreisen. — Zwischen dem boulangestischen Deputirten Castelin und dem Direktor der„Cocarde", Ducret, hat ein Zweikompf stattgefunden, bei welchem der Letztere leicht verwundet wurde. Paris, 8. Oktober. Nach hier eingetroffenen Nachrichten aus Buenos=Ayres glaubt man daselbst, daß der Senat die Gesetzentwürfe betreffend die Münzreform und den Zwangskurs des Papiergeldes ablehnen werde. — In Versailles hat am Sonnabend Dom Pedro den Aerzten Sinnala, Chered und Grafen von MettoMaia Denkmünzen überreicht, die in ihrer geschichtlichen Eigenartigkeit einzig dastehen. Sie tragen auf der einen Seite das Bild des Kaisers und auf der anderen den Namen des Arztes mit der Inschrift:„Das brasilische Volk aus Erkenntlichkeit dem Dr. K....., weil er ihm das kostbare Leben eines vaterländischen Kaisers erhalten hat.“ Inzwischen verjagte das brasilische Volk seinen „vaterländischen Kaiser" während die Münzen unter der Präge waren, aus dem Lande, erst vor Kurzem wurden sie fertig und Dom Pedro durch die Akademie der Wissenschaften in Rio de Janeiro zugesandt. * Autwerpen, 7. Okt. Anfangs September schiffte sich hier eine verheirathete Russin namens Gitel Faspe mit ihren zwei Kindern von vier und sechs Jahren auf dem Dampfer Rhynland nach Amerika ein. Allem Anschein nach war die arme Frau von ihrem Manne verlassen worden und wollte nun bei Verwandten in den Vereinigten Stuaten Unterkunft suchen. Um den Zwischendeckfahrpreis zu erschwingen, hatte sie ihre letzte Habe verkauft. Während der Ueberfahrt erkrankte das jüngste der Kinder und starb mitten auf hoher See. Die Mutter wollte sich unter keinen Umständen von dem kleinen Leichnam trennen, und als man Anstalten machte, ihr denselben zur Bestattung in den Wellen wegzunehmen, wurde sie plötzlich wahnsinnig. Das andere Kind, einen Knaben, nahm der Kapitän in seinen Schutz. Bei der Landung in New=York wurde die Irrsinnige, welche über ihre Familie nicht die geringste Auskunft zu geben vermochte, im Krankenhaus untergebracht, um kurz nachher wieder mit dem nach Europa abgehenden Rhynland nach Antwerpen zurückbefördert zu werden. Vorgestern Nachmittag lief der Dampfer hier ein. Gitel Faspe, deren Geist vollständig umnachtet ist, wurde zum Elisabethkospital gebracht, während ihr Sohn der Fürsorze der enverwaltung unterstellt wurde. * Ostende, 8. Okt. Der Kronprinz von Italien ist heute Mittag hier eingetroffen und am Bahnhofe von dem König, der vom General Nicaise begleitet war, herzlich begrußt worden. Im königlichen Schlosse findet um 1 Uhr ein Dejeuner zu 20 Gedecken statt. — Der von dem Spielpächter zu Ostende in diesem Jahre erzielte Reingewinn wird auf 2 Millionen Franks geschätzt. Du der Pächter jährlich etwas über 300000 Franks Miethe bezahlt, so hat er die beste Aussicht, während seines dreijährigen Pachtvertrages 4 bis 5 17] Millionen zu erübrigen. Man spricht jetzt schon von der Bildung einer Gesellschaft, welche der Stadt für die Spielsäle nach Ablauf des jetzigen Vertrages 800000 Fr. Jahrespacht bieten will. Elena di Spinola. Novelle von A. v. d. Elbe. (Schluß.) Elena hatte sich, während er sprach, aufgerichtet, sie fühlte sich gestärkt und bei voller Besinnung. Dankbar ließ sie die Hand über den Kopf des treuen Hundes gleiten, der vor ihr saß und sie leise wedelnd aufmerksam anschaute. „Ohne dich, du kluges Thier, wäre ich jetzt da, von wo es, wie aus dem Grabe, keine Wiederkehr giebt.“ Dann erzählte sie Riccardo, daß sie den Brief seines Vaters gefunden, daß der Sbirren Nachfrage sie um ihn in Angst versetzt, daß sie furchtbar mit dem Entschluß, sich ihm zu entziehen, gekämpft, und daß ihre große Liebe für ihn sie zu dem Opfer veranlaßt, das sie eben habe bringen wollen. Er dankte ihr unter Liebkosungen, sagte, daß er alle gnädigen Schutzhelfer preise, noch zur rechten Zeit gekommen zu sein. Auf dem Heimwege, den sie jetzt miteinander antraten, erzählte er ihr, wie es geschehen, daß er habe zu ihr zurückkehren dürfen. „In der unbehaglichen Stimmung", berichtete er,„nun den Kampf mit meinem Vater nicht mehr verschieben zu können, ritt ich damals von hier fort. Als ich in Genua ankam, beeilte ich die gewünschten Zurüstungen im Hause und empfing am Mittwoch in bester Form die Ankommenden. Mein Vater sprach, sobald wir uns allein befanden, nicht von meiner Heirath, wie ich erwartet, sondern von dem neuen Plan, in Marseille ein Zweiggeschäft zu gründen. Mario Vicentt wolle Theilhaber werden und entweder ich oder einer der Söhne Vicentis solle dem dortigen Hause vorstehen. Die Letzteren seien in Florenz ansässig und verhetrathet und würden ungern gehen. Für mich, meine Lage und das, was ich gethan, sei es dagegen das Günstigste, wenn ich Geaua den Rücken wende. Doch werde er mich vermissen und jetzt um so schwerer, weil ihm der Gedanke lieb geworden, Delfina um sich zu sehen. Da warf ich mich ihm zu Füßen, Elena, und beschwor ihn bei Allem, was ihm heilig sei, uns nicht zu trennen, sondern Dich mir ehelich verbinden und uns vereinigt nach Marseille ziehen zu lassen, ich wolle ihm auch fortan der treueste Sohn, der eifrigste Gehülfe sein. London, 7. Okt. Der unerwartete Tod Parnells hat in Dublin große Bestürzung hervorgerufen. Wie aus Brigthon verlautet, war bei Parnell, der in Folge einer Erkältung von heftigem Rheumatismus befallen war, schon einige Zeit vor dem Eintritt des Todes Bewußtlosigkeit eingetreten. Brigthon, 8. Okt. Die Ehegattin Parnells hat, den Wünschen der Freunde entsprechend. ihre Zustimmung zu einer öffentlichen Leichenfeier in Irland ertheilt. Die Vorbereitungen zu derselben werden von dem Lordmayor von Dublin und den nationalistischen Deputirten getroffen. Den im Sterbehause versammelten parnellistischen Deputirten machte der Arzt über die Ursachen des Todes Parnells Mittheilung; hiernach trit nach vorhergegangenem rheumathischen Fieber der Tod in Folge Herzschlags ein. Der Munlzipalrath von Dublin nahm eine Resolution an, in welchem dem tiefsten Bedauern über das Hinscheiden Parnells Ausdruck gegeben wird. Der Lordmayor von Dublin und die Mitglieder des Munizipalrathes werden offiziell der öffentlichen Leichenfeier beiwohnen. Allgemein wird angenommen, daß der Tod Parnells zu einer Vereinigung der verschiedenen Gruppen der trischen Partei führen werde. Italien. 7. Oktober. Der Abgeordnete Rudolf Rossi Rom, 7. Oktober. Der Abgeordnete Rud hat dem Präsidium der Kammer nachfolgende Interpellation vorgelegt:„Der Unteczeichnete wünscht, den Ministerpräsidenten, den Justizminister und den Minister des Innern über die Zwischenfälle bei Gelegenheit des letzten Pilgerzuges zu befragen, um zu erfahren, ob und wie die Regierung gesonnen ist, politische Verwickelungen bezüglich solcher Pilger zu vermeiden, welche unter Mißbrauch der Religion den Ehrgeiz und Fanatismus gegen die Integrität und Sicherheit des Staates aufstacheln, und ob die Regierung den Augenblick für gekommen erachtet, um weiteren Beleidigungen und Verletzungen des Vaterlandes zu begegnen, sei es dadurch, daß sie in ticchlicher Beziehung eine vom Prinzip der Gewissensfreiheit beseelte Politik verfolgt, sei es durch Abschaffung des Garantiegesetzes sowie gewisser Verfaskel.“ sungsartit Rom, 8. Oktober. Der italienische Delegirte für die Handelsvertragsverhandlungen in München, Generalsekretär Malvano, ist heute Nachmittag wieder nach München zurückgereist. Genua, 7. Oktober. Der Streik der Gerbergesellen ist beendet. Pallanza, 8. Oktober. Das Befinden der Königin von Rumänien ist befriedigend. Die Schmerzen traten in den letzten Tagen weniger heftig auf, die Nächte waren ruhiger. Mailand, 7. Oktober. Der russische Minister des Auswärtigen von Giers ist hier eingetroffen und auf dem Bahnhofe von dem italienischen Botschafter in Wien, Grafen Nigra, und von dem russischen Konsul in Venedig empfangen worden. Montenegro. * Cettinje, 8. Okt. Der fünfzigste Geburtstug des Fürsten Nicolaus wurde gestern im ganzen Lande festlich begangen. Türkei. * Konstantinopel, 8. Okt. Der Sultau hat am Dienstag neuerdings den englischen Botschafter White in Privat=Audlenz empfangen. Gestern waren White und seine Gemahlin sowie der englische Ackerbauminister Chaplin vom Sultan zum Thee geladen. Amerika. * New=York, 8. Oktober. Der Tod Parnell's hat unter den in Amerika lebenden Iren eine tiefe Sensation hervorgerufen. Dieselben glauben, daß die beiden Fraktionen der Iren sich unter der Führung Dillons einigen werden. Westfalen und Rheinland. Witten, 9. Okt.(Zur Unfallversicherung.) Ein selbstständiger Arbeiter ist als solcher nicht versicherungspflichtig, hat daber eine Entschädigungsanspruch nicht, wenn er bei der handwerksmäßigen Verrichtung in einer Fabrik, einem Bergwerk u. s. w. von einem Unfall betroffen wird. Anders liegt aber die Sache, wenn er gelegentlich seiner Anwesenheit dort auf Ersuchen im Betriebe selbst Handreichung leistet und dabei verunglückt. Alsdann ist er, wie das Reichsversicherungsamt unterm 21. April. d. J. entschieden hat, als vorübergehend in dem betreffenden Betriebe beschäftigt anzusehen und muß daher von der Berufsgenossenschaft entschädigt werden. G Witten, 9. Okt.(Einer Einladung der Kirchenbau=Kommission) folgend hatte sich am Sonntag Nachmittag im Voß'schen Saale hierselbst eine recht stattliche Anzahl von Frauen und Jungfrauen eingefunden, um ihre Bereitwilligkeit, ihre Hände, in den Dienst des inneren Schmuckes der neuerbauten„Gedächtnißkirche" zu stellen, zu bekunden. Man konnte nur allgemeine Bestimmungen über Anfertigung von Altarund Kanzelbekleidungen, sowie Teppichen treffen. Das Einzelne soll, sobald der Leiter des Kirchbaues über die Größe und Form der anzufertigenden Schmuckgegenstände die nötvigen Angaben gemacht hat, in einer demnächstigen Versammlung berathen und geordnet werden. Er schien bewegt, er schwankte, ich bat und beschwer ihn weiter. Endlich sagte er: „Und ich sollte den trefflichen Vicentis mein Wort brechen, sollte die schöne, herrliche Delfina beleidigt heimziehen lassen?— Nimmermehr!“" Während wir also in schweren Erwägungen schwankten, trat Don Mario Vicenti ernsten Angesichts in's Gemach. Er bat meinen Vater um eine vertrauliche Unterredung, die keinen Aufschub dulde. Ich mußte die beiden Männer verlassen, habe aber noch am Abend dieses Tages erfahren, um was es sich gehandelt. Delfina hatte ihrem Vater gestanden, daß sie mich nicht lieben könne. Ich sei zu jung für sie, ihr Vater solle sie nicht zwingen, sie wolle lieber den Schleier nehmen als ihm gehorchen, ihre ganze Seele habe sich einem andern, einem reiferen Manne zugewandt, doch sei ihr erst hier, angesichts einer bindenden Entscheidung, klar geworden, wie es mit ihrem Herzen stehe. Don Antonio war überrascht und erstaunt; doch hutte sich gleich neben der Verstimmung über den fehlgeschlagenen, wohlersonnenen Plan eine triumphirende Freude im letzten Winkel seines Herzens geregt, die er indes niederzuringen versuchte. Befangen wie ein Jüngling forschte er leise und vorsichtig bei den Vater des Mädchens nach dem Glücklichen, dem sich die herrliche Delfina zugewandt. Don Mario sagte, er hoffe und glaube, dies sei sein trefflicher Freund Antovio Brocca selbst. „Die reife Schönheit meiner Tochter paßt in der That besser für Sie, werther Antonio,“ fuhr Vicenti fort, „als für ihren jungen Sohn, der seinerseits Delfina wenig Entgegenkommen bewiesen zu haben scheint, wogegen die längere Bekanntschaft, die gemeinschaftliche Reise, Sie dem Mädchen näher stellte. Sie sind noch ein frischer Mann, sind Jahre lang Wittwer, warum wollten Sie sich nicht wieder vermählen?“ Mein Vater gestand mir später, es sei ein ganz eigenes Gefühl, wie Verjüngung und Aufleben über ihn gekommen. Er habe Don Marios Hand ergriffen, sie stürmtsch gedrückt und ihm versichert, daß er unsäglich glücklich sein würde, falls es ihm gelingen sollte, seiner Tochter Herz i gewinnen. ∆ Witten, 9. Okt.(Der biesigen altkathol. Gemeinde) ist in der letzten Sitzung des Presbyteriums unserer evangelischen Gemeinde in bereitwilligster Weise die Mitbenutzung der evangelischen(Johannis=) Kirche bis zur Fertigstellung ihres demnächst zu erbauenden neuen Gotteshauses am Humboldtplatze eingeräumt worden. 8 Witten, 9. Okt.(Vorträge.) Es wird unsere Leser gewiß interessiren, daß nächsten Samstag in acht Tagen, am 17. Oktober, der bekannte Herr Rektor Ahlwardt aus Berlin die Stelle des Herrn Reichstagsabgeordneten Zimmermann, der wegen der bevorstehenden sächsischen Landtugswahlen dort nicht abkommen kann, hier einen Vortrag halten wird. Außerdem wird der schneidige Bielefelder Parteiführer, Herr Dr. Dann eil, hier noch sprechen. 8 Witten, 9. Oktober.(Der Wittener Quar= tett=Vereir) feiert am nächsten Sonntag, den 11. Oktober, im Hemsoth'schen Saale sein 12. Stiftungsfest durch Conzert und Ball. Die Musik wird Herr Spindler mit seiner Kapelle ausführen. Alles Nähere ist aus der Anzeige in der heutigen Nummer unserer Zeitung zu ersehen. Stockum, 6. Okt.(Die VoreinschätzungsKommission) für den Bezirk Stockum, Somborn und Düren ist aus folgenden Herren zusammengesetzt: Vorsitzender Ehrenamtmann Schulze=Vellinghausen, Stellvertreter Amtssekretär Middeldorf. Gewählt sind: Gemeindevorsteher Schlenkermann, Stellvertreter Landwirth H. Schmidt; Gutsbesitzer Paßmann, Stellvertreter Wirth H. Specht, sämmtlich zu Stockum: Gemeindevorsteher Strunck, Stellvertreter Landwirth Kersebohm zu Somborn und Gemeindevorsteher H. Düren, Stellvertreter Landwirth Wilh. Borgmann zu Düren.— Von der Regierung sind ernannt: Grubendirektor Schausten, Stellvertreter Bauunternehmer W. Ehmann, beide zu Somborn; Lehrer Mentler, Stellvertreter Lehrer Grünewald zu Stockum.— Als gerichtlicher Taxator für das Amt Langendreer ist der Gutsbesitzer Strunck zu Somborn vereidet worden. □ Herbede, 7. Oktober.(Der Turnverein) feierte am 27. September im Halseband'schen Saale sein diesjähriges Stiftungsfest unter Mitwirkung auswärtiger Vereine von Rheinland und Westfalen. Um 3 Uhr fand ein großer Zug durch den Ort statt, nachher folgte Konzert mit Preisturnen. Die Preise erhielten folgende Genossen: I. Preis am Reck, Ollersbach, T.=V. Wehringhausen. II. Salm in Altendorf(Rheinland). III. Pikart in Hamer= thal. I. Preis am Barren, Bornkessel, Turn=Club Bochum. I. Schnelle, Turnbund=Bochum. III. Troßke in Altendorf(Rheinland.) I. Preis im Springen, Weste in Bulmke. II. Hillebrand, Turnbund=Bochum. III. Lepper, T.=V. Witten. I. Preis im Stemmen, Witthüser, Ruhrturnerbund=Stiepel. II. Preis Paß, T.=V. Witten. III. Preis, um denselben wurde zwischen den Genossen Köster=Elberfeld und Rusche, Turnklub=Witten, geloost. Das Loos entschied für Rusche=Witten. Den Ehrenpreis errang der Genosse Köster vom Turnerbund=Elberfeld; derselbe bestand aus einem prachtvollen Trinkhorn, nach der Preisvertheilung begann der Festball, welcher bis zum Schlusse in schönster Ordnung verlief. Gut Heil! Katernberg, 8. Okt.(Schreckliche That.) Die Frau eines hiesigen Bergmanns hat gestern ihren sieden Jahre alten Sohn durch einen Schnitt in den Hals getödtet. Als der Mann von der Arbeit nach Hause kam, fand er die Leiche des Kindes im Bett liegend mit durchschnittenem Halse. Die Frau soll früher schon an Irrsinn gelitten haben und hat sie die schreckliche That wahrscheinlich in einem Anfall von Geistesstörung begangen. Bochum, 30. Septbr.(Sitzung der Havdelskammer.) Aus der am 25. d. M. stattgehabten Sitzung der Handelskammer ist das Nachfolgende zu erwähnen. Nach Eröffnung der Sitzung, welche hauptsächlich zum Zweck der Wah. von Handelsrichtern berufen war, theilte zunächst der Vorsitzende, Herr Geheimer Kommerzienrath Baare mit, daß Herr Theodor Schücking wegen Verlegung seines Wohnsitzes nach Köln mit dem 1. Oktobe d. J. aus dem Kollegium, dem er über 25 Jahre an gehört hat, ausscheide. Derselbe habe seine Pflichten als Mitglied der Handelskammer stets gewissenhaft und einsichtig erfüllt, und sein Weggang werde daher von allen Kollegen lebhaft bedauert werden. Gleichzeitig trete Her Schücking auch aus der Kammer für Handelssachen in Bochum aus, der er seit ihrem Bestehen als Handelsrichte angehört habe und es seien deshalt Vorschlagswahlen von drei Handelsrichtern zu voll ziehen. Hierauf fanden diese Wahlen statt, als deren Ergebniß sich die einstimmige Wahl der Herren Fabrikbesitzer Albert Borbet, Bergwerksdirektor August Vogts und Fabriksbesitzer Heinrich Tegele herausstellte. Im weiteren Verlauf der Sitzung erstattete der Vorsitzende Bericht über die eingelaufene Korresponden von der ein Tuetl keinen Anlaß zur Diskussion bot.— Eine vom Herrn Geheimen Regierungsrath Caspar in Vertretung des Reichskommissars für die Weltausstellung in Chicago unterzeichnete Zuschrift bot Anlaß zu einer nochmaligen Besprechung dieser Angelegenheit, wobei sich herausstellte, daß das Kollegium der bei ähnlichen früheren Sie gingen nach kurzer Zwiesprache zu Delfina, am eine Entscheidung herbeizuführen. Don Vicenti erzählte mir später, was weiter geschehen. Sie fanden Delfina, weinend vor Bangen und Unruhe, im Gobelinzimmer meiner verstorbenen MutterHier saß sie auf demselben Platz im Erker, wo die Verklärte oft gesessen. Rührung und Verlangen glänzten in den Augen des Bewerbers, als er des schönen Mädchens ansichtig wurde. „Ich komme mit meinem hochgeschätzten Freunde zu Dir, Delfina.“ hob ihr Vater an,„damit Du ihn selbst bittest. Dich von unserm Versprechen für seinen Sohn zu entbinden und ihm die Gründe sagst, welche Dich hindernRiccardos Bewerbung anzunehmen.“ Die stattliche Florentinerin hatte sich erblassend und sodann dunkel erglühend emvorgerichtet, ihr Blick schweifte von einem der beiden Männer zum andern, sie preßte die Hand auf das Herz und schien keine Worte hervorbringen zu können. „Sie lieben meinen Sohn nicht, Donna Delfina stammelte mein Vater. Als Vicenti der Beiden Verlegenheit erkannte, half er ihnen und sprach gutmüthig:„Was würdest Du zu einem Tausch sagen, mein Kind? Willst Du dem reiferen Manne, willst Du dem Vater statt des Sohnes Deine Hand reichen?" Sie sank überwältigt von Freude in den Sessel zurück, hob die Hände voll Staunen und rief, während ihre Augen strahlten:„Antonio— Antonio— er selbst wirbt um mich?“ Das Paar, welches nie gedacht, für einander bestimmt zu sein, fiel sich auch nun mit auflodernder Leidenschaft in die Arme. Don Vicenti aber verließ zufrieden das Gemach und überließ die eben Verbundenen sich selbst und ihrem Glücke. Am Abende dieses Tages sprach ich noch einmal zu Antonio Brocca, der wie von Freude verklärt erschien, von Dir, meine Elena. Ich erzählte ihm unser ganzes Abenteuer vom Anfang bis zu Ende. Und wenn er auch den Kopf schüttelte, mich einen leichtsinnigen, unbesonnenen Knaben schalt, so stand er selbst gegenwärtig viel zu sehr unter dem mächtigen Einfluß der Liebe, um mein Fühlen und Thun nicht zu begreifen. Geraurftrutt, PRReUrg“E„„ Aufforderungen kundgegebenen Ansicht nochmals dahinAusdruck gab, im diesseitigen Handelskammerbezirk bestehen keine Neigung für die Beschickung der Ausstellung in Chicago. Die Handelskammer hatte am 16. Juli eine Vorstellung an den Finanzminister Dr. Miquel gerichtet mit dem Vorschlage, es möchten für die Ermittelung des steuerpflichtigen Einkommens der Aktlengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und Bergwerksgewerkschaften besondere den§ 16 bes neuen EinkommensteuerGesetzes näher erläuternde Bestimmungen getroffen und zur Prüfung der Bilanzen solcher Gesellschaften mit der kaufmännischen Buchführung betraute Beamte zugezogen werden. Der Bescheid des Herrn Ministers auf diese Eingabe lautet im Wesentlichen dahin, daß er die in derselben mit Bezug auf die künftige Handhabung des Einkommensteuergesetzes vom 24. Juni d. J. ausgesprochenen Befürchtungen nicht für begründet zu erachten vermöge. Die zu erlossende Ausführungsanweisung werde etwaigen Mißverständnissen vorbeugen. Sollten übrigens die mit der Prüfung der Bilanzen der Akriengesellschaften betrauten Beamten gegen die Absicht des Gesetzes nach einseitig fiskalischen Gesichtspunkten verfahren, so würden solche Mißgriffe seitens des Ministeriums Abhülfe finden. Das Kollegium nahm von dieser den ablehnenden Bescheid begleitenden Zusicherung mit Befriedigung Kenntniß. Die Handelskammer zu Wiesbaden hat eine Eingabe an den Herrn Minister für Handel und Gewerbe mit dem Antrag gerichtet, daß in das zur Regelung der Kommunalsteuer bestimmte Gesetz eine Bestimmung ausgenommen werde, wonach die Gemeinden die Staatsgewerbesteuer mit höchstens 50 pCt. der Einkommensteuer zur Kommunalsteuer heranziehen dürfen. Da durch das neue Gewerbesteuergesetz vom 24. Juni d. J. von 1893/94 ab viele Handel= und Gewerbetreibende bedeutende Steuererhöhungen zu gewärtigen haben, und in vielen Gemeinden die Gewerbesteuerzuschläge zu den Kommunalabgaben einen sehr hohen Prozentsatz erreichen, stimmte das Kollegium dem Antrage der Handelskammer zu Wiesbaden zu. * Rellinghausen, 7. Okt.(Johanniter= Anstalt.) Wie die„Ry.=W. Ztg. erfährt, beabsichtigt der Johanniter=Orden hier ein Asyl für Kinder armer Adeligen zu gründen und hat sich dazu einen sehr schönen Punkt in unserer Umgebung ausgesucht und zwar den Kellermanns Hof; doch scheint diese Angelegenheit noch nicht zum Abschluß gekommen zu sein, da man über den Kaufpreis noch nicht einig geworden ist. Es sollen 75000 Mark gefordert und 70000 Mark geboten sein. Es wäre für Rellinghausen gewiß nicht ohne Nutzen, wenn die Sache perfekt wurde. Auch soll Mülheim a. d. Ruhr in Aussicht genommen sein. Dortmund, 8. Okt.(Anleihe.) Der„Reichsanz.“ veröffentlicht ein Privilegium wegen Ausfertigung auf den Inhaber lautender Anleihescheine der Stadt Dortmund im Betrage von 7,800.000 M. Reichswährung. Hörde, 5. Okt.(Berufung.) Wie das„Hörder Volksblatt" vernimmt, ist Herr Landrath Spring von hier vom Reichskanzler in das Reichsamt des Innern berufen worden. Herr Spring hat indessen den Posten + Hengstei, 8. Oktober.(Unglücksfall.) Heute früh bei Tagesanbruch fand der die Bahnstrecke revidirende Bahnwärter den erst 21 Jahre alten Rangirarbeiter Hermann Brinkmann von hier neben dem Bahngeleise zwischen Einhaus und Hengstei liegend todt vor. Bei näberer Besichtigung zeigte die Leiche eine tiefe Wunde am Hinterkopfe, sonst waren keine Verletzungen sichtbar. B. hatte bis gestern Abend 7 Uhr den Rangirdienst versehen und ist seitdem nicht mehr gesehen worden. Wahrscheinlich ist er von einem heranbrausenden Zuge überrascht und von dem Puffer tödtlich getroffen zur Seite geschleudert worden..... Wette.) DiesIserloyn, 8. Okt.(unsinnige Arlte.) 2 Tage wettete anläßlich einer Geburtstagsfeier ein junger Dadurch kam ich denn besser mit ihm überein, als ich je zu boffen gewagt. Die Sorge, Du möchtest meines Vaters Brief in der Tasche des zurückgelassenen Kleides gefunden haben, hatte mich längst ergriffen. Eine unbestimmte Angst um Dich und das Verlangen, Dir die glückliche Wendung unseres Geschicks baldmöglichst mitzutheilen, veranlaßte mich meinen Aufbruch nach Marseille zu beschleunigen. Die Bedingungen und Pläne für das neu zu gründende Geschäftshaus waren schon mit Mario Vicenti festgesetzt worden. Es bedurfte nur kurzer Zeit, mich in dieselben einzuweihen und das Schiff mit Genueser Waare und sonstigem Nothwendigen zu befrachten. Am Tage nach der Vermählung meines Vaters mit der stattlichen Delfina haben wir Genua verlassen. Gino begleitete uns, der brave Junge wird in meinem Dienst bleiben, er ist vermuthlich jetzt schon bei seinen Eltern im Thurm angelangt. Aber noch ein anderer treuer Helfer ist mit mir gekommen und wird das Seine thun, meiner Elena Gewissen zu beruhigen. Es ist unser alter Beichtvater, Fra Stephano; endlich habe ich auch ihm bekannt, wessen wir uns schuldig gemacht und sein Versprechen empfangen, unseren Ehebund durch den Segen der Kirche zu weihen.“ Elena jauchzte auf, das Glück ihres übervollen Herzens machte sich in hervorquellenden Freudenthränen Luft. Sie befanden sich unter den letzten Bäumen des Wäldchens in der Nähe von Micheles Garten. Hier, wo sie noch ohne Zeugen waren, warf sich Elena an des Geliebten Brust und stammelte:„O Riccardo, ist denn solche Wonne, die Erfüllung aller Wünsche auf Erden denkbar?" Sie gingen weiter und Elena begann nun nach den Ihrigen zu fragen, sie verlangte besonders danach von Bianca, ihrer theuren Schwester, zu hören. Aber wie schmerzlich überraschte sie der Bericht, den sie nun eming. „Die Duchessa Bianca di Torspadero hat sich einige Tage vor der Vermählung meines Vaters mit dem Principe Cornelio Doria=Tursi verbunden. Der Palazzo Spinola schwamm wieder wie damals, als ich Dich ihm entführte, in einem Meere von Licht und ein rauschendes Fest wurde in seinen Mauern gefeiert. Auch die Terrassen Mann mit fünf Minute trinken und auf dem Fuf Hallo der K Lai## in den von 2 Minu und kraftlos die allgemei erwähnt sei Genossen na heute an ei niederliegt. Halver, Heute früh der Nähe d die Bewohn seines Schw und liebevol und fanden Sicherheit( den Bedauet Beckum wurde von beim Umgre tronen eine unheimlicher Soldaten al scharrt, wor Munste welcher jün die Frage, Irrenanstal entschieden. Besitzungen vor dem A schaffen, ob nothwendige Stelle hat bei Soest g Spenge großen Cig Bremen, d zahlreiche? jährigen Ge als Grunds * Barn diebstahl. der Firma schäftsräum an die Hau gelegenen schlossen ist, der Hand n ihn zu, de ihm selbst erschrocken bube, um d er bekannt kommen. Soling Vor dem h von hier zi Ortskranker flott weiter Krankenunt vollen Ardwurde zu Düssel! mann.) Taze theile Regierungs neuen Hafe mit aller? spricht sich daß er s. d gegenüber Veraalassu zu stecken, rücksichtign Nähere M Erlaubniß Für ev. n Ein Zeuge haben, wie hängt vorg scherzweise sagt auch die Mädch Sachverstä der Leiche nahme ger willigen Zeugen an des Garte an dem Fe kennst, me Principe büpfte. I halten kön Am ar können, d Kirche bei. bili der S Bräutigan daß neben dem Prin Miecor Elena: „So h welche ei Ihren ent Und als Tones for „Du reuen kön stolzen Kr liche Wu Lebenszeil wesen. I von mir gangenhei zurückscha Ich muß bleiben. 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Der Palazzo amals, als ich Dich ihm sicht und ein rauschendes iert. Auch die Terrassen Mann mit seinen Vereinsgenossen, daß er im Stande sei, jünf Minuten hindurch direkt vom Krahnen Bier zu trinken und dieser Behauptung folgte gleich die Probe auf dem Fuße. Anfangs ging alles gut und unter dem Hallo der Kameraben trat der edle Gerstensaft seinen Lai#f in den„Biermagen“ an, bis plötzlich, nach einer Zeit von 2 Minuten, der„Championsäufer" leichenblaß wurde und kraftlos zurücksank. Die Scene die hierauf felgte, die allgemeine Bestürzung, wollen wir nicht beschreiben, erwähnt sei nur, daß der leichtsinnige Wetter von seinen Genossen nach Hause transportirt werden mußte, wo er heute an einer Unterleibsentzündung schwerkrank darHalver, 6. Ott.(Selbstmord eines Greises.) Heute früh suchte und fond ein ca. 70jähriger Mann aus der Nähe des Ortes seinen Tod in einem Teiche. Als die Bewohner des Hauses. in welchem er in der Familie seines Schwiegersohnes lebte und wo er guten Unterhalt und liebevollste Pflege fand, aufstanden, vermißten sie ihn und fanden seine Leiche im Teiche. Man kann wohl mit Sicherheit annehmen, daß eine plötzliche Getstesstörung den Bedauernswerthen auf diesen Weg gebracht hat. Beckum, 7. Oktober.(Ein gefährlicher Fund) wurde von einem hiesigen Bürger gemacht. Derselbe stieß beim Umgraben seines Ackers auf 11 scharf geladene Patronen eines Infanterlegewehres. Ohne Zweifel sind die unheimlichen Dinger beim letzten Manöver von einem Soldaten aus Angst vor Visitation und Strafe dort verMänster, 7. Okt.(Der Provinzialausschuß), welcher jüngst hier zusammengetreten war, hat sich über die Frage, wo die neu einzurichtende vierte ProvinzialIrrenanstalt errichtet werden soll, noch nicht endgültig entschieden. Zunächst in Aussicht genommen sind zwei Besitzungen in der Nähe von Camer bezw. Aplerbeck; vor dem Ankauf will nian sich jedoch Gewißheit verschaffen, ob die Plätze in gesundheitlicher Beziehung den nothwendigen Anforderungen entspcechen. An dritter Stelle hat man das Augenmerk. auf ein Gut in Ardey bei Soeft gerichtet.„„„ Spenge, 5. Okt.(Schenrung.) Der Chef der großen Cigarcenfabrik von Engelhardt und Biermann in Bremen, die auch hier eine große Filiale besitzen und zahlreiche Arheiter beschäftigen, schenkte anläßlich des 25jährigen Geschäftsmubiläums an seine Arbeiter 100000 M. als Grundstock zur Errichtung einer Sparkasse. * Barmen, 8. Okt.(Versuchter Einbruchsdiebstahl.) Gestern Abend fand der Fabrikmeister B. der Firma Friedr. Funk Nachfolger, der in den Geschäftsräumen wohnt, als er einen Besuch gegen 9 Uhr an die Hausthür begleiten wollte, die Thür des parteire gelegenen Lagerraumes, welche sonst fortwährend geschlossen ist, offen stehen. Als er nun mit der Lampe in der Hand nachsehen will, springt plötzlich ein Mann auf ihn zu, der ihm die Lampe aus der Hand schlägt und ihm selbst einen Schlag ins Gesicht versetzt, so daß B. erschrocken zurücktaumelte. Diese Zeit benutzte der Spitzbube, um durch die Fabrikräume, mit deren Verhältnissen er bekannt gewesen sein dürfte, nach dem Hofe zu entkommen. Solingen, 5. Oktober.(Krankassenmarder.) Vor dem hiesigen Schöffengerichte hatte sich ein Arbeiter von hier zu verantworten, welcher sich bei einer hiesigen Ortskrankenkasse krank gemeldet, aber in der Zwischenzeit flott weiter gearbeitet hatte. Auf diese Weise bezog er eine Krankenunterstützung über 30 M., während er auch seinen vollen Arbeitsverdienst ausbezahlt erhielt. Der Betrüger wurde zu einem Monat Gefängniß verurtheilt. Düsseldorf, 5. Oktober.(Strafprozeß Hermann.) Aus den Vernehmungen der Zeugen der letzten Taze theilen wir folgende wichtigen Aussagen mit. Geh. Regierungsrath Borggreve hatte mit H. hinsichtlich des neuen Hafenprojekts, dessen Durchführung H. bekanntlich mit aller Macht anstrebte, Verhandlungen gepflogen. B. spricht sich über den H. sehr günstig aus und bemerkt, daß er s. Z. dem Hermannschen Hafenprojekt sehr günstig gegenüber gestanden habe. Zeuge meint, daß H. wenig Veranlassung gehabt habe, seine Gebäulichkeiten in Brand zu stecken, da diese, auch ohne daß sein Hafenprojekt Berücksichtigung fand, käuflich erworben werden sollten. Nähere Mittheilungen zu machen, ist Zeuge vorerst ohne Erlaubniß des Regierungspräsidenten nicht im Stande. Für ev. weitere Aussagen soll diese nachgesucht werden. Ein Zeuge und eine Zeugin sagen aus, daß sie gesehen haben, wie der Portier Kluge, welcher in der Fabrik erhängt vorgefunden wurde, sich am Tage vor seinem Tode scherzweise einen Strick um den Hals gelegt habe. Zeuge sagt auch entgegen anderen Zeugen aus, daß der Portier die Mädchen verfolgt habe. Dr. Schmitz, als Zeuge und Sachverständiger nernommen, bekundet, daß er nichts an der Leiche des Portiers gefunden habe, wodurch die Annahme gerechtfertigt erscheine, daß derselbe eines unfreiwilligen Todes gestorben sei. Es wurden sodann noch Zeugen aus Jugenheim wegen des dortigen Brandes vernommen, u. a. der Bürgermeister von Landau, kgl. Hofrath Mala, welcher dem H. das denkbar beste Zeugniß ausstellt. Neuß, 5. Okt.(Eine heitere Szene) spielte sich gestern Abend hierselbst an einer Brandstelle ab. Das Haus der Herren Gebrüder Esser hat nach hinten einen Ausgang welcher zum Viehmarkt führt, und hier hatte sich eine Menge Menschen angesammelt, um sich die brennende Scheune anzusehen; unter den sich am meisten Herandrängenden war natürlich wie gewöhnlich das Ewig=Weivliche an der Spitze. Eine der Vertreterinnen des schönen Geschlechts, welche nicht nahe genug kommen konnte, wollte sich auf ein im Hofe stehendes Faß, welches mit einem Deckel versehen zu sein schien, schwingen, um von diesem erhöhlen Standpunkte aus genau beobachten zu können. Sie klettert an dem Faß in die Höhe und schwingt resolut das rechte Bein über den Rand der Tonne, da— plumps, sitzt sie mit dem ganzen Bein in einer stinkenden Flüssigkeit, welche zum Ueberfluß auch noch hoch aufspritzte. Das Faß war bis obenan mit Jauche gefüllt und in der Dunkelheit hatte sie die braune Decke der Flüssigkeit für einen Deckel gehalten. Das Gelächter der Umstehenden war groß und die Betreffende wußte nicht schnell genug nach Hause kommen. Heute noch soll aus Kleidern, Schuhen usw, das duftende Odeur nicht gewichen sein. Düsseldorf, 6. Okt.(Reiches Vermächtniß.) Ein vor einiger Zeit verstorbener Mitbürger unserer Stadt, Herr Aders, hat der Stadt Düsseldorf mehr als eine Million Mark mit der Bestimmung vermacht, daß dieselbe zur Verbesserung des Looses der arbeitenden Klassen Verwendung finden soll. Die bochherzige Stiftung hat vor Kurzem die landesherrliche Genehmigung gefunden. Gegenwärtig ist die städtische Vertretung damit beschäftigt, die Statuten zu derselben auszuarbeiten. Nach der Absicht des Stifters sollen von dem Kapital Arbeiterkäuser gebaut werden, in welchen würdige Familien von Fabrikarbeitern gegen geringen Miethpreis angemessene Wohneungen finden lsollen. Man gedenkt an der Peripherie unserer Stadt kleinere Häuser zu erbauen und den Miethern derart günstige Bedingungen zu gewähren, daß sie im Laufe der Zeit die Häuser selbst erwerben können. Als Muster soll in dieser Hinsicht die Stadt Gladboch dienen, wo eine gemeinnützige Bankgesellschaft zur Errichtung billiger Arbeiterhäuser vor 20 Jahren mit einem Kapital von 90000 M. gegründet wurde. Dieselbe hat bis 1890 387 kleinere Häuser erbaut, von denen 324 im Gesammtwerthe von 1200000 M., worauf über zwei Trittel abgezahlt wurden, in Privatbesitz übernommen. Wesel, 7. Oktober.(Ein großartiges Projekt) ist es zu nennen, das der Königl. Wasserbau=Inspektor Herr Bayer hier zur Regelung der Strombauverhaunisse und zur Hebung der Schifffahrt ausgearbeitet hat. Es ist bekannt, daß Wesel die allererbärmlichsten Hafenverhältnisse am ganzen Rheinstrom hat. Diesem Uebelstand soll nun gründlich abgeholfen werden. Ein Theil des alten Rheines, wo jetzt die sogenannte PPfennigbrücke liegt, soll Hafen werden, der 500 Meter lang und über 200 Meter breit werden soll. Die erstgenannte Brücke fällt weg, an deren Stelle wird ein Hochwasser freier Damm gebaut, über welchen der Weg führen wird. Die Lippe, welche die alleinige Schuld der Versandung des alten Rheines trägt, und welcher ja durch die geplante Canalisation eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird, soll durch die Büdericher Insel gelegt werden, damit aller Sand gleich vom Rhein weiter getrieben wird. Der sogenannte Canal, von Napolelon I. hergestellt, um die Festungswerke Wesels gegen Hochwasser und Eisgang zu schützen, bildet jetzt eigentlich nur eine Stromenge und soll um 110 M. erbreitert werden. Das Terrain dazu muß der Fiskus abtreten. Die jetzige Canalbrücke kommt 200 Meter tiefer stromabwärts zu liegen. Der keine fiskalische Hafen auf der Insel muß wegfallen und dafür ein neuer gebaut werden. Zugleich mit dem neuen großen Winterhafen wird auch ein Anschlußgeleise zum Bahnhofe eingerichtet. Was mit dem jetzigen städtischen Hafen gescheyen soll, ist noch unbestimmt. Die ganze Bauzeit dieses Planes ist auf 4 bis 5 Jahre und der Kostenpunkt auf ungefähr 1½ Millionen Mark berechnet. Mögen diese neuen Anlagen mit der Stadterweiterung ein tuchtiges Auftlühen Wesels bewirken. Mörs, 7. Okt.(Verstaatlichung des Gymnasiums.) Die Stadtverordneten=Versammlung beschloß in ihrer gestrigen Sitzung, on den Herrn Landrath Dr. Haniel, Abgcordneter des Kreises Mörs, die Bitte zu richten, die Verstaatlichung des Gymnasiums durch persönlichen Vortrag bei dem Herra Kultusminister thunlichst fördern zu wollen. Aachen, 6. Okt.(Eine umständliche Verhandlung) fand gestern vor dem hiesigen Schwurgericht statt. Der Verkehr mit dem Angeklagten, einem stocktauben Handlanger, mußte auf schriftlichem Wege geführt werden. Der 40jährige verheirathete Mann wurde des Gartens waren hell erleuchtet, und ich sah, als ich an dem Fenster unseres Hinterhauses stand, das Du genau kennst, meine Elena, wie Deine Schwester am Arme des Principe fröhlich lachend eine der Marmortreppen herabhüpfte. Ich hätte die schöne, junge Gestalt für die Deine halten können. Am anderen Mitag wohnte ich, um Dir berichten zu können, der Feier zu St. Luca in einem Winkel der Kirche bei. Es war eine prächtige Hochzei:, von allen Nobili der Stadt mit großen Pomp verherrlicht. Braut und Bräutigam sahen glücklich aus, nichts erinnerte daran, daß neben ihr einst ein Verstorbener gestanden und daß dem Principe eine andere Braut bestimmt gewesen". Riccardo schwieg. Leise aufseufzend entgegnete alsdann Elena: „So haben sich also die Strudel im Hafen vun Genua, welche einst die verzweifelnd hinausfliehende Braut den Ihren entzogen, bis auf die letzten Spuren geschlossen!" Und als er sie Lefremdet ansah, fuhr sie leichteren Tones fort: „Du mußt nicht wähnen, daß ich jenen Schritt bereuen könnte, ich sehne mich wahrlich nicht zurück in die stolzen Kreise der genuesischen Großen. Allein der heimsiche Wunsch, meiner geliebten Schwester jemals ein Lebenszeichen von mir zu geben, ist immer in mir gewesen. Jetzt erkenne ich aber: Bianca, die Gattin des von mir so verhaßten Doria, darf nichts von der Vergangenheit wissen. Sie darf nie erfahren, daß ich davor zurückschauderte sein Weib zu werden und ihm entfloh. Ich muß unweigerlich auch für sie verschollen und todt bleiben. Wer von uns hätte dies für möglich gehalten, als wir glaubten, wir könnten uns niemals trennen? Da hast Du den Grund, weshalb mich bei Deiner Erzählung tiefe Wehmuth ergriff.“ Im Garten begrüßten sie Gino und den würdigen Geistlichen, der die weite Reise nicht gescheut, um seines Beichtkindes Unrecht auszugleichen und die Ehe des jungen Paares einzusegnen. Am anderen Morgen zogen sie alle in Festkleidern aus dem Thurm nach dem kleinen Heiligenthum des Klosters Santa Chiara; hier, wo Riccardo die Geliebte sich zum zweiten Male errettet und gewonnen, segnete Fra Stephano ihren Bund ein und wenige Stunden später gingen sie nach Marseille unter Segel, wo ein neues Leben voll Liebe und Arbeit ihrer wartete. Kleine Mittheilungen. * Ein richtiger Garnisonteufel war der General La Salle, dessen Gebeine, nachdem sie, wie wir berichteten, in Wien exhumirt waren, dieser Tage feierlichst nach dem Invalidendon zu Paris überführt wurden. Seine Manieren waren die eines Landsknechtes: trinken, fluchen, Zotenlieder singen und Alles in Stücke schlagen, wenn er im Spiele, seiner Hauptleidenschaft, unglücklich war— das waren seine regelmäßigen Lebensäußerungen im Frieden. Seine Heldenthaten im Kriege nahmen Napoleon so für ihn ein, daß er ihm alle Gewaltstreiche verzieh. Als einmal der Präfekt seiner Gornison die Offiziere zu einer„Soiree“ einzuiaden unterlassen hatte, stürmte der Oberst La Salle, von seinem Offizierkorns gefolgt, gestiefelt und gespornt in den Ballsaal und zerrte den Präfekten an den Otren aus seinem eigenen Hause heraus. Napoleon erklärte, als ihm das berichtet wurde: „Um einen Präfekten zu bekommen, bedarf es nur eines Federzuges, Reiterführer wie La Salle aber sind unersetzlich.— Auf nicht gewöhnlichem Wege kam der Haudegen zu seiner Frau. Er hatte sich in Madame de Berthier, Gemaylin des Generalstabs Chefs und Marschalls, verliebt. Ein aus Egypten an die Dame seines Herzens gerichtetes Schreiben wurde von den Englöndern gekapert und sodann von den Londoner Zeitungen veröffentlicht. Madame de Berthier ließ sich darauf scheiden und La Salle heirathete sie. Der Kaiser hatte diese Lösung gefordert und dem stets geldbedürftigen La Salle 200000 Franken zum Hochzeitsgeschenk gemacht. Acht Tage nach der Uebersendung des Geschenks begegnete der Kaiser ihm in den Tuilerien und fragte ihn: „Wann ist die Hochzeit?“—„Sie wird startfinden, Sire", lautete die Antwort,„sobald ich Geld habe, die EEinrichtung zu kaufen.“ Auf die Frage, was er mit dem Gelde gemacht habe, das er vor acht Tage erhalten, berichtete La Salle:„Mit einem Drittel hab' ich Schulden bezahlt, einen Theil hab' ich ver—trunken und den Rest habe ich im Spiel verloren." Der Kaiser löchelte, zupfte La Salle gehörig am Schnurrbart und schenkte ihm nochmals 200000 Franken. Der belagerte Bürgermeister. Der Bürgermeister des Ortes Godverdeghen(Belgien) requirirte Montag Abend die Gendarmerie, um etliche 20 bewaffnete Wildschützen, welche einen Angriff auf sein Haus planten, davon abzuhalten. Während er bei Tische saß, eröffneten die Letzteren durch die Fenster ein Gewehrfeuer, wobei drei Gendarmen tödtlich verwundet wurden. wegen Sittlichkeitsverbrechens zu sechs Jahren Zuchthaus verurtheilt. Frankfurt a. M., 7. Okt.(In der Elektrischen Ausstellung) erreichte heute Abend nach 8 Uhr die Zahl der Eintrittsgeld entrichtenden Besucher die volle erste Million. Der betreffende das zehnte Hunderttausend schließende Besucher war ein Jäger von einem in Colmar stehenden Jäger=Bataillon, dem lebhafte Kundgebungen bereitet wurden. Die Ausstellung wird nur noch kurze Zeit geöfiurt sein. Verhandlungen der Strafkammer zu Hagen am 7. Oktober 1891. 1. Geständig ist der Metzgerlehrling Seligm. J. aus Altena, seinem Dienstherrn, Metzger Nath. W., eine Damenuhr und einen kleineren Geldbetrag entwendet und den Versuch gemacht zu haben, das Pult des p. W. zu erbrechen, um Geld daraus zu stehlen. Anfangs verlegte sich der Angeklagte auss Leugnen, räumte aber später seine That ein und gestand, die Uhr unterm Dach verborgen zu haben. Mit derselben sind dem p. W. auch noch andere Schmucksachen fortgekommen, die I. aber nicht gestohlen haben will. Bewiesen kann ihm das auch nicht werden und beantragt der Herr Staatsanwalt wegen der erwiesenen Strafthaten eine Gesammtstrafe von 6 Monaten Gefängniß. Das Urtheil lautete auf 3 Monate Gefängniß und zwar wurde auf die Jugend des Angeklauten Rücksicht genommen. 2. Der qualifizirten Körperverletzung ist der Glasmacher Fr. W. aus Witten angeklagt, der den Ferd. Koch, welcher ihm als Lehrling unterstand und dem er am 19. Juni cr. auf der Straße begeqnete, eine schwere Kaffeebüchse(Kanne) derart an den Kopf warf, daß derselbe in Folge einer Knochenzersplitterung 8 Wochen arbeitsunfähig war. Die Heilung ist zum Blück eine vollständige gewesen und sind schlimme Folgen nicht zurückgeblieben. Die Veranlassung war eine sehr geringfügige. Der K. sollte dem Angeklagten die Glasbläserseife verstopft haben und durüber war dieser erbost. Als er ihm— selbst in trunkenem Zustande— auf der Straße begegnete und kaum ein Wort mit demselben gewechselt hatte, schleuderte er dem K. die schwere Kanne an der Kopf, ohne ihn angeblich treffen zu wollen. Der Verletzte meint auch, das Unglück sei mehr einem unglücklichen Zufall zuzuschreben, also böse Absicht gewesen, denn W. habe gleich Reue empfunden und ihn— den Verletzten— mit mehr denn 100 M. entschädigt. Der hohe Gerichtshof hält nach Lage der Sache die Schuld des Angeklagten für erwiesen und verurtheilt ihn unter Annahme mildernder Umstände zu Monaten Gefängniß; auf 6 Monate lautete der Antrag der Kgl. Staatsanwaltschaft. 3. Einer noch gefährlicheren Körperverletzung hat sich der Platzarbeiter Joh. R. von Annen schuldig gemacht. Mit dem Arbeiter Jos. R. am 17. Juni auf der Arbeitsstelle in Wortwechsel und darauf folgendes Handgemenge zerathen, ergriff er eine schwere eiserne Stange und schlug damit kalten Blutes seinem Gegner die Schädeldecke ein. Die Kunst der Aerzte hat es vermocht, den Verletzten, der in Lebensgefahr schwebte, nach einiger Zeit wieder herzustellen und hat derselbe auch schlimmere Folgen nicht davongetragen. Im Hinblick auf die große Noyyen des Angeklagten hält der Herr Staatsanwalt eine Gefängnißstrafe von 1 Jahr am Platze. Der Gerichtshof erkannte auf 9 Monate Gefängniß unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchungshaft. 4. Am 26. Januar cr. holte der Hausdiener Peter P. aus Iserlohn im Auftrage seines Dienstherrn V mit dessen zweispännigen Wagen eine Ladung Eisen und hatte er zwei Kinder, u. A. dus 11jährige Töchterchen seines Herrn auf dem Bock plazirt. Er kam mit dem Wagen an einer gefährlichen Stelle vorbei, wo ein 2 Fuß tiefer Graben sich befand und der Weg durch Ausspülungen noch eingeengt war. Angeklagter hielt zwar erst an jener Stelle an, wurde auch auf die Gefahr aufmerksam gemacht, allein er versuchte dennoch vorbeizukommen: das Gefährt stürzte um und die Kinder fielen vom Wagen. Die Johanna V. erlitt erhebliche Verletzungen am Kopfe und steht Angeklagter wegen sahrlässiger Körperverletzung unter Anklage, weil er diejenige Aufmerksamkeit außer Acht gelassen, zu der er vermöge seines Amtes verpflichtet war. Angeklagter behauptet, ein Polizeibeamter habe ihn veranlaßt, nur zuzufahren, während grade dieser ihn auf die Gefahr aufmerksam gemacht und bemerkt haben will. wenn er es versuchen wolle, möge er fahren, aber wenig: stens solle er die Kinder vom Wigen herunternehmen, Die Strafe lautet auf 14 Tage Gefängniß, während 3 Wochen beantragt waren. 5. Des schweren Einbruchsdiebstahls huben sich die Metzgergesellen Otto H. und Fr. M. von hier und wegen Hehlerei der Metzger H. C. aus Vormholz zu verantworten. Geständigermaßen stiegen die ersteren Beiden, die bereits wegen verschiedener Strafthaten vorbestraft sind, in der Nacht vom 19. zum 20. Juli cr. durch ein zertrümmertes Fenster in die Wursthalle des Metzgers P. B. hierselbst und stahlen daraus Speck, Rauchfleisch, Kiochenschinken und Rollschinken im Werthe von etwa 60 M., thaten sich daran gütlich und verkauften den Speck zu 50 Pf. das Pfund an den Metzger H. C. aus Vormbolz, der sich dieservalb wegen Hehlerei zu rechtfertigen hat. Dieser will aber Nichts von dem Diebstahl gewußt haben, wenngleich nicht geringer Verdacht auf ihm ruht. Die Angeklagten wie der Lehrling des C. entschuldigen den Verdächtigen, dem sich der H. als Fleischwaarenhändler, der schlechte Geschäfte gemacht, vorgestellt haben soll. Der Herr Staatsanwalt bittet die ersten beiden Angeklagten des schweren Diebstahls und den C. der Hehlerei für schuldig zu erachten und den H. mit 2. Jahr Zuchthaus, M. mit. 1 Jahr Zuchtbaus und C. mit 3 Monat Gefängniß zu belegen. Der Gerichtshof erachtete nur die beiden ersten Angeklagten für schuldig und erkennt gegen M. auf 1 Jahr 3 Monat und gegen H. auf 9 Monate Gefängniß. Von der Bechuldigung eines Diebstahlsversuchs wurden H. und M. freigesprochen, da dieserhalb Nichts erwiesen. Medaillen zur Kaiser Parade. Der Saale Ztg. wird geschrieben: Die Mannschaften des vierten und elften Armeecorrs, welche in der Kaiserparade bei Erfurt gestanden, haben statt der bei solchen Anlässen üblichen 50 Pfennige eine sehr hüvsche Denkmünze erhalten. Dieselbe hat die Größe eines Fünfmarkstückes, ist gut versilbert und zeigt auf der einen Seite den Kepf des Kaisers mit Vollvart und der Umschrift:„Wilhelm II., Deutscher Knser, König von Preußen", auf der anderen Seite eine Gruppe von je einem Kürassier, Ulan, Husar, Musketier und Artillerist mit der Ueberschrift:„KaiserParade 1891.“ Zeichnung und Präzung der Denkmünze sind gleich vorzüglich. Die Mordaffaire Adler in Berlin. Es ist jetzt offiziell festgestellt, daß das 18jährige und erst wenige Monate in Berlin befindliche Dienstmädchen Anna Machus ihre Dienstberrin, Fräulein Adler, im Schlafe durch Erwürgen und Messerstiche zum Zweck der Beraubung ermordet hat Die Thäterin hat alles eingestanden, nachdem man bei ihr die entwendete Summe von 500 Mark gefunden hatte. Das Mädchen hatte unmitteldar nach der That noch lange Stunden hindurch getanzt. 20 Tagen um die halbe Welt. Der Dampfer „Empreß of China" verließ Yokohama am 19. August und machte von dort die Reise nach Viktoria in Brittsch Columdia in 9 Tagen und 19 Stunden und 24 Minuten, was die bei weitem schnellste Ueberfahrt über das Stille Meer bedeutet: auch die Beamten der kanatischen Pacific= bahn waren darüber so erfreut, daß sie beschlossen, die mit dem Dampfer angekommene englische Post durch einen Sonderzug weiterzubefördern. Derselbe verließ Viktoria am 29. August, Mittags 12 Uhr und legte die Fahrt nech Rochville am St. Lawarence=Strom in 77 Stunden 20 Minuten zurück; obgleich die mittlere Geschwindigkeit auf dieser 2803 engsilche Meilen langen Strecke nur etwa 36 Meiten(58 Kilometer) war, ist es doch eine herorragende Leistung, wenn man die vielen scharfen Steigungen und Gefälle und die sonst regelmäßig von den Expreßzügen gebrauchte Zeit von fast 6 Tagen bedenkt. Ueber den Lawrence gebracht, wurde die Post von einem Sonderzug der Newyork Centralbahn aufgenommen, der den 353 Neilen langen Weg nach Newyork in 6 Stunden 58 Minuten durcheilte, mit einer mittleren stündlichen Geschwindigkeit von 50 Meilen(80 Kilometer.) In Newyork lud man die Post schnell auf den gerade zur Abfahrt bereitstehenden Dampfer„City of Newyork" um, mit dem sie Quenstown(Irland) in 8 Tagen 22 Stunden 40 Minuten erreichte, was der schnellsten Ostfahrt über den atlantischer Ozean gleichkommt. Die ganze Fahrt von Yokohama bis Quenstown, ungefähr 10000 Meilen, wurde also in 20 Tagen gemacht; in den Breiten, durch welche die Route läuft, beträchtlich mehr als die Hälfte des Erdumfanges, kommt die zurückgelegte Entfernung auch der halben Länge des Aequators schon ziemlich gleich, so daß Julius Verne mit einem neuen Roman„Um die Welt in 40 Tagen“ sich beeilen muß, wenn er den Thatsacheu noch zuvorkommen will. Billiges Fleisch. Stendal, 3. Oktober. Während die Fleischpreise in den großen Städten immer noch auf ihrer enormen Höhe festgehalten werden, können die Bauern ihre Schweine kaum noch los werden. Das„Stendaler Intelligenzblatt" berichtet aus Gardelegen über den dortigen Viehmarkt vom 28. September, daß sehr wenig Händler anwesend waren und in Folge dessen die Preise sehr herabgingen, so daß, da die Verkaufer ihr Vieh nicht verschleudern wollten, nur wenig Avschlüsse zu Mittelpreisen stattfanden. Ueber den Verlauf des Schweinemarktes berichtet das Blatt Folgendes:„An Ferkeln war wohl kaum der fünfte Theil von der Zahl angefahren, die sonst bei mittlerem Marktbesuch zur Stelle hst, und es berührte eigenthümlich, daß, als Morgens für das Paar 5 bis 6 Wochen alter Ferkel 8 Mark gefordert wurden, Käufer für zwei Paar diesen Betrag boten. Von Viertelstunde zu Viertelstunde gingen die Preise abwärts und da man die Thiere los sein wollte, wurden sie gegen Mittag das Stück zu 50 Pfennig abgegeben. Ueber Mittag wurden dann noch eine ganze Anzahl Ferkel zu 20 Pfennig pro Stück verkauft, wobei es vorkam, daß nach weggelaufenen Thieren gar nicht ausgeschaut wurde. Die Käufer so billiger Waare haben sich einen vergnüglichen Abend gemacht, indem sie die Thierchen schlachteten und brieten. Am bewegtesten zeigte sich der Handel mit ausgewachsenen Schweien, die es in großer Zahl gab. Zwar waren auch recht viele Käufer zur Stelle, da indessen die die Preise regulirenden Händler fehlten, sanken diese nach und nach auf die Halfte der Preise des vorigen Marktes. Wer nicht verkaufen wollte und mußte, verließ um 10 Uhr den Markt, so daß es von da ab ziemlich leer aussah. Durchschlagskraft der neuen Geschosse. Agram, 4. Oktoder. Der Infanterist Szalay vom 101. JufanterieRegiment schoß gegen sich aus Furcht vor Strafe wegen nächtlichen Ausbleibens aus einem Mannlicher=Gewehr eine Kugel in die Bauchgegend ab. Das Geschoß drang beim Schulterblart heraus, durchbohrte die Zimmerdecke verletzte einen im oberen Stockwerke befindlichen OffizierStellvertreter und bohrte sich schließlich noch tief in die Mauerwand. Szalay ist lebensgefährlich verwundet. Siebzigjährige Drillinge. Amerikanische Blätter berichten: In Torrington, Staat Connecticut, haben die drei Farmer Matthew. William und Daniel Grant am 13. September ihren 70. Geburtstag gefeiert; sie sind nämlich Drillinge und alle drei rüstig und kerngesund. Ihre Mitbürger veranstalteten ihnen zu Ehren ein Festmahl, wobei es hoch herging und u. A. erwähnt wurde, daß die drei greisen Geburtstagskinder den verstorbenen General und Präsidenten der Vereinigten Staaten Grant Vetter nennen durften, da sie eine weitläufige Verwandtschaft mit ihm nachweisen konnten. Stuttgart, 9. Okt. Der Kaiser ist gestern Abends 9 Uhr hier eingetroffen. Marseille, 9. Oke. Freycinet hielt bei dem gestrigen Festmahle eine Ansprache, in der er hervorhob, Frankreich sei Dank seiner Armee und der Weisheit in der Diplomatie ein Fattor des europäischen Gleichgewichts geworden, man müsse jetzt die erreichte Sitiation nach Außen hin konsolidiren, nach Innen das Loos der Armen verbessern. Markt- und Coursberichtr. Witten, 8. Oktober. Weizen 22.50 M., Roggen 21,50 Mrk., Gerste 15,50 Mrk., Hafer, 17,00 Mrk. Kartoffeln 8.00 Mrk., per 100 Kilo. Butter 1,15 Mrk. Gerlin, 8. Okt., 2½ N. Fruchtbörse. Weizes Okt. 228.50, Okt.=Nov. 228.00, Nov. Dez. 22800 Mark. Gek. 19,000 Centner. Rosgen Okt. 237,50, Okt.=Nov. 233.25. Nov.=Oez. 231,75 M. Gek. 1000 Centner. Hafer Ot 161.00 Okt.=Nov. 159.75, Nov.=Dez. 159.75 M. Gek 800) Ctr Rüböl vorräthig mit Faß 62.20, ohne Fav 61,30, Okt. 61,90, April=Mai 61.00 M. Gek 100 Centner. Spiritus 70er vorr. 50.80, Okt. 50.40, Okt.=Nov. 50,40, Nov.=Dez. 50.70 M., April= Mai 51.70 Mark. Gek. 100.000 Liter. Petroleu vorr. 23,00 M. Roggenmehl 0/1 Okt. 31,80, Ot=Nov. 31.80 M. Antwerpen, 8. Oktober. Petroleum fest, vorr. 15¼, Okt. 151, Nov.=Dez. 15½, Jan.=März 15¾ fr. Glasgow, 8. Oktdr. Roheisen. Warrunts 478 10. Nugig. Persouenstand. Getauft: Robert, S. v. Bam. Robert Küll, Anneu. — Heinrich Wihelm, S. v. Bgm. Friedr. Benze, Ardei. — Wilhelm, S. v. Bam. Heinr. Schulte, Al. Borbach. — Martha, T. v. Bam. Hetnr. Malkenus, Wartenberg. — Emil Heinrich, S. v. Glusmacher Aug. von Freital, Erlen.— Wild. Adolf, S. v. Bergtagel. Joh. Friedrich, Ardei.— Emmeline, T. v. Maschinenw. Wilh. Wagener, Gr. Vorbach. Beerdigt: Elfriede Dieamann, 2. v. Landwirth Heinr. Dieckmann 3 M. 7 T. Annen.— Robert, S. v. Bam. Rod. Küll 4 T. Annen. Langendreer. Getauft: Margarethe, T. v. Fabr. Friedr. Gruhn, Crone.— Lisette Bertha, T. v. Lokomotivf. Carl Behrendeck.— Bertha Emilie und Antoinette Frieda, Zwillinge v. Schreiner Friedrich Rüppel, Bhf.— Anna Gelasia, T. v. Bam. Heinrich Gleim, Df.— Emma Minna, T. v. Bam. August Figge, Df.— Elfride Mathilde, T. v. Bgm. August Rudiger, Df.— Hulda, Laura Anna, T. v. Bgm. Carl Menge, Df.— Anna Hedwig, T. v. Stellmacher Heinr. Ludw. Wegmann. Df.— Emilte Martha Hedwig, T. v. Bam. Wilh. Honke. Hle. Getraut: Prokurist Wuh. Christ. Schallert. Duisburg u. Julie Oberstelehn, Df.— Bam. Gustav Wenner u. Bacb. Katbartna Daube, Df. gt.hwitz 19 8 Beerdigt: Lokomotivführer Theooor Stauwio 10 J. 11 M. Bahnhof.— Elfriede Wilhelmine Sabeckrath 2 M. 5 T. Df. Adele Hedwig Dickdöner 1 J. 6. M. Df.— Oto, S. v. Kötter Heinrich Niermann 2 M. 21 T. Df. — Wilvelm, S. v. Kesselheizer Franz Hohmann, Holz. Landwirth Joh. Diedrich Bockholt 74 J. Orengeldang. St. M. Bekanntmachung. Die Pferdebachstraße ist wegen Umpflasterung von der Ardeystr. bis hinter dem evangel. Krankenhause von Freitag, den 9. d. M. bis auf Weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Witten, den 3. Oktober 1891. Die Polizeiverwaltung. Dr. Haarmann. Betanntnachung. Der Weg„An den drei Königen“ ist wegen Umpflasterung von der Herbederstraße bis zu den Ueberlade=Plätzen von heute bis zum 21. d. M. für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Witten, den 5. Okt. 1891. Die Polizei=Verwaltung. Dr Haarmann. Kirchliche Witten: Sonntag Morgen 8½ Uhr: Pastor Birkenhoff. 10½ Uhr: Pastor Leesemann, Kollekte für die Diakonissen=Anstal: in Keiserswerth; 10 Uhr: Pistor Kellermann in der Diakonissen=Anstalt. Nachm. 2 Uhr Kindergottesdienst. 3 Uhr: Bibelstunde im Vereinshause. Freitag Abend 8 Uhr: Vorbereitung der Helfer und Helferinnen im Küstereisaale. Annen. Sonntag morgen 10 Uhr: Past. Brasse. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Mittwoch, den 14. Oktober, Abends 8½ Uhr: Bibelstunde in der neuen Schule. Laugendreer: Sonntag morgen 9 Uhr: Hilfsprediger Dr. Morgenstern: 10½ Uhr: Pastor Prietsch, Kollekte für die DiakonissenAnstalt zu Kaiserswert, Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Mittwoch Abend 8½ Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal und um 3 Uhr in der Schule zu Crengeldanz. Freitag 5 Uhr: Vorbereitung für die Helferinnen bei Past. Landgrebe, Lütgendortmund. Sonntag Morgen 10 Uhr: Pastor Weskott. Marten. Sonntag Morgen 10 Uhr: Konfirmation, Pastor Klein. Kollekte für die Spnodalbibelgesellschaft. rtag Solee. Uemmingen. Sonntag Morgen 10 Uhr: Pastor Oberhoff, Kollekte für die Diakonissen=Anstalt zu Kaiserswerth. Herbede. Sonntag Morgen 9½ Uhr: Vorbereilung zum hl. Abendmahl. Pastor van Hoefen. 10 Uhr: Pastor Kienecker. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Auf der städt. Gasfabrik wird der grobe Koks von jetzt ab bis auf weiteres zu folgenden Preisen verkauft: Im Winterhalbjahr, 1. Okt. bis 31. März pro Centner 70 Pfg., im Sommerhalbjahr, 1. April bis 30. Sept. pro Centner 65 Pfg. Witten, den 7. Okt. 1891. Direktion der städt. Gasund Wasserwerke Ein grec. Das Aufpolstern von Matratzen u. Sofas besorgt nach Wunsch, Matratzen à M. 3.50, Sofas à M. 5.50 Bahnhofstraße 25. Altkatholische Gemeinde Witten. Sonntag: Gottesdienst 8½ Uhr. Copirrprrss zu billigen Preisen, empfiehlt die Buchhandlung von B. Koetzold& Co.0 Einladung. Zur gemüthlichen Nachfeier der goldenen Hochzeit unseres alten Lehreis Wilh. Schönebeck, bei F. Borgmann, laden wir alle früheren Schüler desselben auf Samstag, den 10. Oktober, Abends 8¼ Uhr, freundlichst ein. Der Festausschuß. CHTHTTHAHHHOORHHH No. 238. cc% Wittener Turnverein Samstag, den 10. O'tbr., Abends 8 Uhr, im Vereinslokale: Frankfurter Geldlobse (Ausstellungsloose). 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Der Control=Beamte, welcher eine Legitimation stets bei sich führt, ist befugt: 1 von den Arbeitgebern oder deren bevollmächtigten Betriebsleitern(§ 14 des Gesetzes) Auskunft über die Zahl der von ihnen brschäftigten Personen und die Dauer ihrer Beschäft zung zu verlangen und sich diejenigen Geschäftsbücher oder Listen, aus welchen jene Thatsachen hervorgehen, während der Betriebszeit zur Einsicht an Ort unv Stelle vorlegen zu lassen; von den Versicherten Auskunft über Art und Dauer ihrer Beschäftigung und von den Arbeitgebern sowohl, als auch von den Versicherten, gegen Bescheinigung, die Aushändigung der Quittungskarten behufs Ausübung der Controle und Herbeiführung der etwa erforderlichen Berichtigungen zu verlangen. Zur Erleichterung der Controle empfehle ich den Betheiligten die Quittungskarten möglichst auf der Arbeitsstelle bereit zu halten. Witten, den 5. Oktober 1891. Der Bürgermeister Dr. Haarmann. à 3 Mark. Nur Geldgewinne, Ziehung schon 20. Oktober. 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Anfang des Concerts 4 Uhr, des Balles 8 Uhr. Entree: zum Concert à Person 0.50 M., zum Ball 0.75 M., eine Dame frei, zum Concert und Ball 1 M. Herren, welche eine Festkarte à 1 M. lösen, haben eine Dame zum ganzen Feste frei. Der Vorstand. wozu die Mitglieder freundl. eingeladen werden. Der Vorstand. Amtlicher Berith Zelew Turnklub. Witten. Samstag, den 10. Oktbr., Abends 8 Uhr: RekrutenAbschieds=Ball im Vereinslokale. Hierzu ladet freundlichst ein. Der Vorstand. IV. Geld-Lotterie ürdie Zwecke der Deutschen Vereine vom Rothen Krenz. Hauptgewinne: 150000, 75 000, 30000, 20000 M. u. s. w. Loose à 3 M. bei Koetzold& Co. KafseeP..)“ J Dram. Verein Am Sonntag, den 11. er., Nachm. 2 Uhr, im Vereinslokale, Von heute an kostet, roh, Kaffee, per Pfd, M. 1.00, im Vereinsworaur,„ 1.05, 1.15, 1.20, 1.25, 1.30, 1.35, 1.40, 1.45, geröstel General versammlung per Pfd. M. 1.10, 1.20, 1.30, 1.35, 1.45, 1.50, 1.60, 1.65, 1.75. 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A rawane in der Uhr ließ der## kleinen kahlen Hi Marschkolonne hebung begann große Felsstücke Theil der Kolon reicht, als ein S Wahehe in gro der Kolonne seitl und Ungestüm konnten nur ein Feind in ihren mehrt durch die Askaris wandte Lieutenant von eine nahe gelege Stürme der## das heftige Feue der die Nachhut auf die obengena Hier waren ihre Lasten wegg durchsuchten, ste sach verwundete Wahehe durch in einer kreisru Verwundete und Das Feuerge bis auf einzelne aus der Tembe Auf die Meldur einem Geschütz Patrouille Sonntag, den 11. d. Mts. Nachm. von 4—6 Uhr im Vereinslokale bei Wwe. Tuschhoff im Röhrchen. Der Vorstand. Vormholz. Empfehle mich den Einwohnern Gorigerg und Wmngegeno von Vormholz und Umgegend zum Schweineschlachten und Wurstmachen in und außer dem Hause. H. Camlott, Metzger. Car Reinhold Ferseik Kr. Wiesbaden=Loose 1 M. Zieh. 12. dss. eine Pllthul Dieser Befehl er um 8 Uhr 30 Speerstiche hint strömt bei erster Unteroffizier Wi v. T. beschloß halten, in der§ dition, die, wie gerieben war. Seiten in dem Bericht fort, durch unsere K hatten ringsum in Brand gest heftigen Wind Lage zu einer waren dem F Vormittags w schweren Speer wunden verletz Nothverband a wurden uach? verbunden. Auf bis 4 Uhr Nach eingefunden. D mußte, je meh Feinde sich zu über unser am näher kennen lernen will, dem liefert das erste Heft auf Wunsch zur Ansicht ins Haus und empfiehlt sich zur prompten Lieferung dieses unübertroffenen Familien=Journals die Buchhandlung von B. Koetzold& Co. in Witten. Briefbogen u. Converts mit Firma, Rechnungen, Hochzeits=Einladungen, Verlobungs=Anzeigen, Visitenkarten, Starulenbacher, Eintrittskarten„ 0 0 S 0 Molkerei=Centrifug.= Süßrahmbutter, ff. Qualität, Ziehung I. Cl. 24.-26. Nov. 1891. II. Cl. 18.-23. Jan. 1892. GebenischaltsSpiel in der Deutschen Antisklaverei-Lotterie. Vierte Emission von 100 Nummern in 10 Serien. 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Unser Offiziere, 6 Uj Gewehre und den Hauptthei Angreifer dür wovon vielleich ling Kuawa u dem Umstande Lieute lant v. Entkommen z1