14 14 5 te F 49 0 der ie se No. 229. Fernsprech=Nr. 46 für Witten. Witten, Vonuertag, den 1. Ottober Fernsprech=Nr. 18 für Hagen. 1891. Ungertnk. Erscheini täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Insertionen werden die 7 gespaltene Petitzeile mit 10 Pf. berechnet. verbunden mit dem 0 10 4 General-Anzeiger für Witten und Abonnementspreis(inel der Gratisbeilage „Wärkisches Heim“): 1,80 Mark vierteljährlich, monatlich 60 Pfg bei Bestellung durch die Boten Bei Abnahme auf der Post inel. Bestellgeld 2.20 Mr. Abonnements=Einladung. Zum Beginn des 4. Quartals 1891 des Märtischen Tagebtatt. mit der Unterhaltungsbeilage Märkisches Heim laden wir zum Abonnement hiermit ein. Das Märkische Tageblatt wird auch in Zukunft sein bisheriges politisches Programm unentwegt verfolgen und seinen patriotischen, königstreuen Standtpunk: aufrecht erhalten. Dasselbe bringt über die neuesten Tagesereignisse Original=Artikel und Besprechungen, zahlreiche Depeschen sowie wissenswerthe Mittheilungen aus allen Gebieten des Verkehrs, des Handels, der Gewerbe und der Landwirthschaft. Im Feuilleton und in der Unterhaltungs=Beilage Mäckisches Heim dienen spannende Romane, Miscellen und kleinere Erzählungen zur Unterhaltung unserer Der Abonnementspreis beträgt pro Quartal Mk. 1,80. Probenummern stehen zur Verfugung.„ Alle Postanstalten und unsere Boten nehmen Bestellungen an. des Märkischen Tageblatts, Witten, Bahnhof= u. Breddestraßenecke. Zur Weltlage. 1 Der friedliche Charakter der Weltlage erscheint nach den Versicherungen, welche Seitens des deutschen Reichskanzlers von Caprivi in Osnabrück, Seitens des französischen Ministers Ribot in Bapaume ertheilt worden sind, heute keinerlei ernsterer Bedrohung ausgesetzt, wenigstens nicht, soweit die Regierungen in Betracht kommen. Herr v. Caprivi erklärte ganz im Allgemeinen, daß keine der europäischen Regierungen den Krieg wolle, und Herr Ribot bemerkte unter besonderer Bezugnahme auf Frankreich bezw. die französische Regierung, daß diese in dem Augenblicke, wo die Republik mit der größten Würde im Frieden leben könne, sich nicht dem aussetzen werde, den Frieden zu gefährden. Wenn man nun nicht unterstellen will, wozu in der That kein erkennbarer, stichhaltiger Grund vorhanden wäre, daß zwei Redner in so hervorragender Stellung sich der Sprache in Talleyrand'scher Manier als Deckmantel ihrer eigentlichen Gedanken bedient haben, so erscheint der Bereich kriegerischer Verwickelungen schon auf einen bedeutend engeren Kreis eingeschränkt, innerhalb dessen die Regierungen jedenfalls nicht zu suchen sind. Hält man mit dem Reichskanzler, dessen Worte bei jedem Deutschen des unbedingten Glaubens sicher sein dürfen, daran fest, daß die Regierungen keinen Krieg wollen— und was Deutschland anlangt, so steht hinter der Friedenspolitik des Kaisers und der verbündeten Regierungen die Gesammtheit der Nation—, so ergiebt sich daraus als unabweisbare Schlußfolgerung, daß man überall dem Frieden die ersprießlichsten Dienste leisten wird, wo man grundsätzlich sich die bewußte Stärkung der hervorragenden Kräfte im Staatsleben, vor Allem also der Regierung, zur Pflicht macht. Die Zukunft Europas wird hiernach vornehmlich mit durch das Maß von Unterstützung bedingt sein, welches den Regierungen als Vertretern und Schützern der bestehenden nationalen und internationalen Ordnungen Seitens ihrer Völker zu Theil wird. Der verstorbene Generalfeldmarschall von Moltke wußte genau, was er sagte, wenn er eine schwache Regierung als eine der größten Gefahren des Friedens bezeichnete. Regierungen, die den Frieden wollen, ohne doch im entscheidenden Augenblick die Macht zu besitzen, ihren Willen, wo es nöthig ist, gegen den Willen überschäumender Pöbelleidenschaft durchzusetzen und allem Widerstand zum Trotz siegreich zu behaupten, können, bei aller STH TE mächis zm Stährtung des Vertrauens in eme ruhige Weitellutwickelung der Dinge beitragen. Je mehr sich in den Völkern die Ueberzeugung verbreitet, vaß ihre Regierungen nicht nur den Willen, sondern auch die Macht, Frieden zu halten, besitzen, desto sicherer und nachhaltiger wird auch der jetzige Zustand des Mißbehagens überwunden und das Ziel erreicht werden, welches dem Reichskanzler vorschwebt. Wie ruhig und gleichmüthig übrigens die maßgebenden Kreise in Berlin die Lage betrachten, be1 weist am schlagendsten der Umstand, daß der ReichsI kanzler soweit geht, das russisch=französische Schlagwort aufzugreifen und sich zu eigen zu machen, welches die Aufrichtung eines Gegenbundes gegen die Friedensvereinigung als die Feststellung des europäischen Gleichgewichts hinstellen möchte. Das ist jedenfalls die erbaulichste Seite, welche ein ruhebedürftiges deutsches Gemüth dem Kronstadter Verbrüderungsjubel und seinem ernsteren Hintergrund abzugewinnen vermag. Man darf es als eine gesicherte Thatsache in Rechnung stellen, daß der Czar persönlich eine stark ausgeprägte Abneigung gegen Krieg und Pulvergeruch hegt und daß er seiner * A ganzen mannhaften Charakteranlage nach weniger als sein liebenswürdig weicher Vorgänger geneigt ist, sich durch populäre nationale und religiöse Strömungen wider seinen Willen in einen Krieg hineintreiben zu lassen. Andererseits kann man die Allgewalt der Empfindungen, welche das russische Volk nach dem Bosporus drängen, nicht wohl überschätzen. Die ungünstige Verschiebung der Lage, welche sich in den letzten Monaten vor unseren Augen vollzogen hat, besteht nun eben darin, daß der Zweibund in Rußland wie in Frankreich den Volksleidenschaften, dem Neid, der Rachsucht einen außerordentlichen Machtzuwachs zugeführt und also sozusagen das innere Gleichgewicht dieser Staaten in unerfreulicher Weise beeinflußt hat. In kritischen Zeitläufen wird sich die Lage immer wieder in der Frage zuspitzen, ob im Osten wie im Westen die besonnene Minderheit, welche das Heil der Nation von ruhiger, stetiger Kulturarbeit erwartet, oder die kriegslustige Straße sich stärker erweist und ob die Stimmungen nicht vorübergehend die Vernunft überfluthen. Diese Aussicht ist nicht gerade angenehm, aber wir werden uns daran gewöhnen müssen, unsern Arbeiten bei derselben erfolgreich und nicht unbesorgt, aber beruhigt nachzugehen und uns dabei der Hoffnung hinzugeben, daß die Kriegswetter der Zukunft an unserm Volke vorbeiziehen werden. Diese Hoffnung wird um so mehr zur Wahrscheinlichkeit, je weniger unsere deutsche Staatskunst, welche an das Schicksal ja keine begehrlichen Ansprüche stellt, sich durch Parteihaß und populäre Gefühlspolitik beeinflussen läßt. So erblicken wir denn gerade in der passiven Widerstandskraft, welche unsere maßgebenden Kreise den Wallungen des Tages gegenübersetzen, in der philosophischen Ruhe, mit der sie die wechselnde Gestaltung der Wetterwolken beobachten und beurtheilen, eine werthvolle Friedensbürgschaft. * Wie man der„Post“ von zuständiger Seite mittheilt, gedenken die beiden Bankhäuser Mendelssohn und Warschauer von dem Auslegen der neuen 3prozentigen russischen Anleihe in Berlin zurückzutreten, was zur Folge haben würde, daß diese Anleihe in Berlin nicht zur Zeichnung gelangt. Es hat also doch geholfen! * Wie wußte Herr Eugen Richter nicht immer zu jammern über die Unverträglichkeit des Fürsten Bismarck, über den wüthenden Haß, mit dem er seine Gegner verfolge, über die Rücksichtslosigkeit, mit der er jede selbstständige Meinung niederhalte. Und nun bekommt er von einem Parteigenossen in einem Charlottenburger Blatte folgende Schmeicheleien zu hören:„Herr Eugen Richter glaubt, unseren gegen ihn gerichteten Artikel nur dadurch beantworten zu können, daß er die in demselben enthaltenen Behauptungen verdreht. Es ist uns nicht eingefallen, wie die„Freis. Ztg." behauptet, Herrn Eugen Richter das Recht abzusprechen, die Theorie der Bodenreformer zu kritisiren— das kann, wenn es in anständiger Form geschieht, Herr Eugen Richter jeden Tag thun, ohne daß wir etwas dagegen einzuwenden haben. Wohl aber haben wir uns gegen die Art des Kampfes gewendet, den Herr Eugen Richter in der Frage der Bodenbesitzrefom gegen bewährte und hervorragende Anhänger der freisinnigen Partei führt. Daß die letzte Briefkastennotiz der„Freisinnigen Zeitung“ gegen den freisinnigen Reichstagsabgeordneten Dr. Harmening=Jena gerichtet war, sucht Herr Eugen Richter nicht einmal zu bestreiten. Derartige versteckte Angriffe hat Herr Eugen Richter von jeher mit Vorliebe angewendet. Aus dem Hinterhalt heraus greift er mit den bekannten hämischen und, nebenbei gesagt, fast immer fingirten Briefkastenantworten alle diejenigen Freisinnigen an, welche eine öffentliche Wirksamkeit entfalten, ohne nach der Richterschen Pfeife zu tanzen. Wir verkennen durchaus nicht die großen Verdienste, die sich Herr Richter erworben hat, bedauern jedoch umsomehr, daß diese Verdienste sehr beeinträchtigt werden durch die gehässige Manier, mit welcher er Jedermann behandelt, durch den er sein Partei=Papstthum bedroht glaubt.“ * Eine Ungeheuerlichkeit ohne Gleichen leistet sich das in Würzburg erscheinende„Fränkische Volksblatt“, ein anerkanntes Parteiorgan der buyrischen Ultramontanen. In einer Korrespondenz aus München behandelt das Blatt die wahre katholische Weltpolitik nach den Artikeln des Osservatore Romano. Damnach wäre deutschnationale Gesinnung nur Preußentreue, die Hegemonie Preußens reif zur Vernichtung; im letzten Augenblick wird eine unblutige Verständigung Oesterreichs mit Rußland vorausgesagt. ElsaßLothringen werde über sein Schicksal ein Plebiszit entscheiden lassen, Bayern die katholische Vormacht des süddeutschen Bundes werden und sich unter Oesterreichs Schutz stellen, und endlich in Italien der Kirchenstaat und die anderen früheren Staaten wieder hergestellt werden. Nur schwache Geister, ängstliche Seelen und preußische Schleppträger hätten die Frechheit,„den heiligen Vater ob solcher Ziele zu höhnen.“ Der Artikelschreiber scheint in seiner wahnwitzigen Wuth gegen Preußen und das Deutsche Reich seinen Verstand verloren zu haben, seine Leistung zeigt aber immerhin, wessen man sich von einem nicht unbedeutenden Theil des bayrischen Ultramontanismus zu versehen hat, wenn man ihm Luft läßt. Redakteur des Fränkischen Volksblatts war eine Zeit lang Herr Johannes Fusangel, der in diesem trefflichen Organ die Aeußerung gethan hat:„Wer als katholischer Rheinländer sich als Preuße aufspielt, handelt ebenso charaktervoll, wie ein Pole, der sich für einen Russen ausgiebt.“ Vaterländische Gesinnung können die beiden Wackern einander nicht zum Vorwurf machen.— Es wäre übrigens interessant, zu sehen, wie sich die Herren von Schorlemer und von Ballestrem, welche bekanntlich nicht eindrücklich genug zu betonen wußten, bei einer deutschen Politik könne man sich auf alle Theile des Centrums verlassen, zu jenen„patriotischen Phantasien" stellen. Der Gaulois giebt folgende bemerkenswerthe Aeußerung des Straßburger Reichstagsabgeordneten Dr. Petri wieder:„Wir würden eine Annäherung Frankreichs und Deutschlands als den Anbruch einer besseren Zeit für die ganze Welt begrüßen. Die Vereinigung Elsaß=Lothringens mit dem Deutschen Reiche ist eine geschichtlich feststehende Thatsache. Wir wünschen, daß an ihr von keiner Seite gerührt werde. Selbst die Elsaß=Lothringer, welche ihre jetzige Lage zurückweisen, wollen meist keine Aenderung, da eine solche nur durch einen blutigen Krieg möglich wäre, unter welchem wir, wie er auch ende, am furchtbarsten zu leiden hätten. Lieber deutsch bleiben als Krieg!" Kaiser Franz Joseph wird während seines Aufenthaltes in Prag von Czechen und Deutschen gleichmäßig in großartiger Weise gefeiert, sobald er sich nur in der Oeffentlichkeit zeigt. Der Monarch hat es auch an versöhnlichen Worten nicht fehlen lassen, um Czechen und Deutschen zum gemeinsamen Wirken anzuspornen. Jetzt haben seine Anregungen freilich lauten Beifall gefunden, aber leider ist zu befürchten, daß die Jungczechen sofort von Neuem mit den Hetzereien beginnen, sobald der Kaiser, den diese Hetzereien, wie er beim Empfange durch den Prager Bürgermeister äußerte, sehr geschmerzt haben, den Rücken gewandt hat. Es ist ja bekannt, was die Deutschen in Prag in diesem Sommer auszustehen gehabt haben, wie zahlreiche Verbrüderungsfeste mit Franzosen und Russen gegen das Deutsche Reich veranstaltet worden sind. Das berechtigt nicht zu großen Hoffnungen für die Zuturit. Deutsches Reich. * Berliv, 29. Sept. Kaiser Wilhelm hat in den letztvergangenen Tagen während seines Aufenthaltes auf Schloß Rominten in gewohnter Weise die regelmäßigen Vorträge entgegengenommen. Das Befinden des Kaisers, sowie auch der Herren des Gefolges ist andauernd das allergünstigste. Soweit bis jetzt bekannt, dürfte der Kaiser am 3. Oktober aus Ostpreußen wieder nach dem Neuen Palais bei Potsdam zurückgekehrt sein, wo am Mittwoch die Kaiserin mit ihren ältesten Söhnen von Kassel aus eintreffen wird. Berlin, 29. Sept. Von einer weiteren Friedensrede weiß die„Köln. Volksztg. Folgendes zu berichten: Der Vicepräsident des Staatsministeriums, Staats des Innern Dr. von Bötricher, habe anläßli sekretär des Innern Dr. von Bötticher, habe anläßlich der Generalversammlung des Landwirthschaftlichen Vereins für Rheinpreußen in Remscheid in einem Trinkspruche geäußert, das Gedeihen und Blühen von Landwirthschaft und Industrie hänge von der Erhaltung des Friedens ab. Vielfach würden Befürchtungen laut, diesen Frieden gefährdet zu sehen: indessen, die zu allen Zeiten möglichen Zufälligkeiten abgerechnet, sei der Friede zu keiner Zeit so verbürgt gewesen als gegenwärtig. — Die Hamb. Nachr. bringen einen längeren Artikel zum Rücktritt Fürst Bismarcks, der offenbar von diesem selbst stammt. Es heißt da, der Fürst habe mit seinen Ministerkollegen und anderen hochgestellten Personen, die zwischen den Kaiser und Kanzler sich gestellt, so viele Schwierigketten gehabt, daß er selbst an seinen Rücktritt schon gedacht, bevor die Entlassung gekommen sei Fürst Bismarck strebe nicht nach dem Wiedereintritt in sein früheres Amt, es sei auch durchaus unmöglich, daß er jemals wieder in den Reichsdienst trete. Die Absicht der deutschen Finanzwelt, sich neuesten russischen Anleihe zu betheiligen, hat wird, nicht allein das Erstaunen, sondern den entschieder sten Spott der Russen rege gemacht. Sie erklären eine solche Betheiligung vom deutschen Standpunkt aus für geradezu unbegreiflich und verhöhnen die deutsche Inkonsequenz. Gant besonders wird dabei die angebliche Erlaubniß des Auswärtigen Amts betont. Da in allen Kreisen privatim unendlich viel über die ganze Angelegenheit geredet wird, die russischen Blätter aber sich bisher recht zurückhaltend zeigen, scheint es, als ob den Redaktionen von oben her in der üblichen Weise ein Wink ertheilt worden wäre. — Die„Nat.=Ztg.“ schreibt:„Es wird uns bestätigt, daß der neue Reichshaushalt einc erhebliche Erhöhung des jetzt 48000 M. betragenden Postens für geheime Ausgaben des Reichsamtes des Auswärtigen enthalten wird. Die Bewilligung dieser Forderung ist, wie der Reichskanzler v. Caprivi im Preußischen Abgeordnetenhause bei der letzten Debatte über den Welfenfonds hervorhob, die unerläßliche Voraussetzung für die allgemein gewünschte Reform des Welfenfonds, aus welchem bisher der Haupttheil der geheimen Ausgaben gedeckt ist.“ In der letzten Session des französischen Parlaments sind die geheimen Ausgaben von der Kammer in einem weit böheren Umfange bewilligt toorden, als das Ministerium überhaupt verlangt hatte. — Der Erklärung einzelner deutschen Zeitungen, daß die Reichsregierung der neulich von der„Köln. Ztg.“ gegebenen Anregung wegen Einführung der zweijährigen Dienstzeit fernstehe, wird ein halbamtlicher Charakter beigelegt. Es ist auch nicht der geringste Grund vorhanden, an der Richtigkeit dieser Mittheilung zu zweifeln: doch ist man in Regierungskreisen, wie verlautet, mit Interesse den neuerlichen Erörterungen der Angelegenheit gefolgt. In unterrichteten Kreisen weiß man, daß die von fachwissenschaftlicher Seite gegebene Auregung seitdem an mußgebender Stelle vielfach erörtert worden ist und vorläufig nicht von der Tagesordnung verschwinden wird. Zweifelles wird die Frage der verkurzten Dienstzeit auch im Reichstage wieder zur Sprache kommen. — Am Freitag wurde in London das neue Kabel zwischen England und Deutschland zum ersten Male erprobt. Das Kabel läuft von Beclon an der Küste von Norfolk, unweit von Nord Walsham, über Borckum nach Emden. Es enthält vier Dcähte. Welche Verbindung dieselben erhalten werden, ist noch nicht entschieden. Wahrscheinlich wird je ein Draht nach Berlin, Lamburg und Frankfurt a. M. führen, während der vierte mit Wien verbunden wird. Wien steht seit einiger Zeit in direkter Verbindung mit der deutschen Hauptstadt. Vielleicht wird der eine Draht für Magdeburg benutzt werden, wodurch der telegraphische Verkehr Berlins erleichtert wird. Die bedeutende Vermehrung der Depeschen seit Uebernahme des Telegraphen Seitens der englischen Regierung und die Herabsetzung der Gebühren machen dieses neue Kabel durchaus nothwendig. — Von der Anweisung des Finanzministers zur Ausführung des Einkommensteuergesetzes ist der zweite Theil erschienen. Er enthält neben den allgemeinen Bestimmungen Verordnungen, welche sich auf die Vorbereitung der Veranlagung durch den Gemeinde=(Guts=) Vorstand, auf die Voreinschätzung, die Veranlagung, die Rechtsmittel und die Geschäfts-Ordnung der Kommissionen beziehen und bietet demnach Material, welches hauptsächlich für die Steuerbehörden von Wichtigrei# ist. Auch der dritte Theil der finanzministeriellen Anweisung ist der Ausführung nahe und dürfte in Bälde erscheinen. — Der„Reichs=Anz.“ übernimmt eine Warnung des Londoner„Standard“ vor der Auswanderung nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Es heißt an der genannten Stelle: Unzweiselhaft kann man dort genug gutes Land kaufen, dagegen nur nenige Heimstätten in der Nähe von Eisenbahn= oder Wasserverbindungen finden. Gutsherren, Geistliche und Andere würden ein gutes Werk thun, wenn sie dies der Bevölkerung auf dem Lande vor Augen halten würden. Bei derselben hat die Legende, daß sie nur nach den Vereinigten Staaten zu gehen, daselbst Lano zu nehien und zu bebauen brauchten, allzu festen Fuß gefaßt und dementsprechend bei ihr in Hinsicht auf ihre jetzige Lage Unzufriedenheit hervorgerufen. Man darf es fast als sicher hinstellen, daß gegenwärtig keine Klasse von Arbeitern mit guten Aussichten nach den Vereinigten Staaten auswandern kann, ohne mit einem ziemlichen Kapital ausgerüstet zu sein. Die Löhne mögen nominell höher sein; dafür ist jedoch die landwirthschaftliche Arbeit weit härter, jeder Gegenstand theurer, die Nahrung gröber und das Leben rauher. Alles zusammengenommen, sind die Aussichten des Arbeiters dort nicht viel günstiger als in der alten Heimath. — Furchtbaren Lärm, in welchem die Schimpfworte hageldicht fielen, hat es in einer sozialdemokratischen Versammlung im 5. Berliner Reichstagswahlkreise gegeben, in welcher die Vertreter für den Erfurter Parteikongreß gewählt werden sollten. Die„Jungen" erhoben gegen die sozialdemokratische Reichstagsfraktion die schwersten Anschuldigungen und der Lärm war zeitweise so betäubend, daß uberhaupt kein Wort mehr zu verstehen war. — Der„Köln. Ztg.“ wird aus Petersburg gemeldet: Für die russische Grenzwache werden, /# Meile von der Grenze entfernt, kasernenartige Häuser erbaut. Da der Kordon schon jetzt sehr dicht ist und für die Grenzwachen bereits seit 1888 größere Häuser erbaut sind so bezweckt man hiermit eine abermalige Verstärkung dieser Truppe oder eine unauffällige Unterbringung vorzuschiebender aktiver Truppen. Die Regimenter der 24. InfanterieDivision sind von Finnland nach Reval verlegt worden. — Der Staatsanzeiger veröffentlicht nach Schätzungen der landwirthschaftlichen Vereine den Ernte=Ertrag in Preußen zu Anfang September. Derselbe betrug 1891 an Winter= und Sommerweizen 18 407740 Doppelzentner, Erbsen 3371749; für 1890 an Winter= und Sommerweizen 17523007, an Erbsen 3601609 Doppelzentner. — Mit dem„Caprivi=Brod" der preußischen Garde(Weizen=Roggenbrod) ist es schon wieder zu Ende. Es giebt seit der Ruckkehr aus dem Manöver wieder das alte Kommißbrod. — Die außerordentlich zahlreichen EisenbahnUnfälle der letzten Zeit haben dem preußischen Eisenbahnminister Anlaß gegeben, die eingehendsten Untersuchungen in Bezug auf die Sicherbett des Betriedes eintreten zu lassen. Dieselben haben dem Vernehmen nach ein günstiges Ergebniß gehabt. Die Regierung will nun von Neuem der Frage ernstlich näger treten, durch welche Mittel dem so häufigen Vorkommen von Unfällen vorgebeugt werden kann. Schwerin, 28. Sept. Nach aus Cannes hier eingetroffenen Nachrichten hat der Großherzog die Reise sehr gut überstanden; dieselbe hat auf sein Befinden keinen ungünstigen Einfluß gehabt. Hamburg, 29. Sept. Der Kronprinz von alien traf heute Vormittag von Kopenhagen hier und wurde auf dem Buhnhof von dem italienischen Generalkonsul und dem italienischen Verein auf das Herzlichste empfangen. Der Kronprinz nahm einen prachtvollen Blumenstrauß entgegen und dankte herzlich für die ihm zu Theil gewordene Begrüßung. Der Senat hat dem hohen Gaste einen Staatsdampfer zur Verfügung gestellt, auf welchem der Kronprinz heute Nachmittag in Begleitung des Senators Sthamer eine Hafenfahrt bis Blankenese zu unternehmen gedenkt. Um 6 Uhr findet zu Ehren des italienischen Thronfolgers ein Diner im Zoologischen Garten statt; für den Abend ist ein Besuch der Oper in Aussicht genommen. Die Weitereise des Kronprinzen nach Amsterdam erfolgt morgen Abend über Frankfurt a. M., wo derselbe einen kurzen Aufenthalt nimmt. Hamburg, 29. Sept. Auf dem chilenischen Kriegsdampfer„Presidente Pinto“, der hier im Niederhafen ankert, ist abermals eine Meuterei ausgebrochen. Der Kommandant des Schiffes wandte sich um Einschreiten an die hiesige Hafenpolizei, welche die Entscheidung des Senates erbeten hat. — Die Einfuhr amerikanischen Schweinefleisches hierselbst beginnt jetzt bereits ein rascheres Tempo anzunehmen. Verschiedentlich macht sich schon eine Rückwirkung auf die Fleischpreise bemerkbar. Haunover, 28. Sept. Die 5. Wanderversammlung deutscher Gewerbeschulmänner tagt zur Zeit hier. Damit ist einc Ausstellung der Schülerarbeiten aus 22 gewerblichen Lehranstalten von Hannover und Braunschweig verbunden. Aus allen Theilen Deutschlands sind Vertreter von Gewerbeschulen erschienen. Als Ort für die 6. Wanderversammlung wurde Hildesheim bestimmt. Leipzig, 29. Sept. Der Defraudant Winkelmann ist von der argent nischen Regierung ausgeliefert und zur Verfügung des deutschen Gesandten in Buenos=Ayres gestellt worden unter der Bedingung, daß Winkelmann wegen keines anderen außer dem im Auslieferungsantrage bezichteten Verbrechens zur Verantwortung gezogen und zu keiner höheren Strafe, als welche das argentinische Gesetz für dieses festsetzt, verurtheilt wird. Grimma, 28. Sept. Nach der Einweihung des prachtvollen Neubaues unserer Fürsten= und Landesschule verabschiedete sich König Albert von Sachsen am Bahnhofe von den dort vorsammelten Herren, meist Direktoren sächsischer Gymnasien, mit den Worten:„Für die humanistische Bildung werde ich eintreten bis an mein Ende.“ Greiz, 29. Sept. Die regierende Fürstin Ida von Reuß ä. L. ist im Alter von 39 Jahren gestorben. Die Fürstin war eine geborene Prinzessin von Waldeck und Pyrmont. Kassel, 29. Sept. Heute fand hier die Eröffnung der Generalversammlung des Evangelischen Bundes statt, zu welcher aus allen Theilen Deutschlands zahlreiche Deputirte erschienen waren. Die Vorstände mit den Deputirten tagten unter dem Vorsitze des Grafen Wintzingerode. Sechs Uhr Abends fand in der dichtbesetzten Mactinskirche ein Eröffnungs=Gottesdienst statt. Pfarrer Jatho=Köln hielt die Festpredigt. Es eine Begrüßungs=Versammlung mit Festspiel im des Stadtparks. Wien, 29. Sept. Die„Neue Freie Presse" erklärt, urch die gleichzeitigen Reden des Reichskanzers von Caprivi, sowie des französischen Rinisters des Auswärtigen, Ribot, sei die kut gewordene Sorge um die Erhaltung des Friedens rheblich vermindert worden. Der werthvolle Niederschlag beider Reden bestehe in dem Nachweis, daß die deutsche Politik in der französisch=russischen Annäherung keine Geahr erblicke und andererseits die französische Regierung ich stark genug glaube, um trotz derselben in ihrer Friedertigkeit zu verharren. Die„Presse" schreibt, die Rede des Reichskanzlers von Caprivi klinge einfach, würdevoll, lar aber doch entschieden. Gerade in der großen Ruhe, nit welcher der Reichskanzler die politische Lage ansehe ind auseinandersetze, liege ein beruhigendes Maß von Selbstbewußtsein und Kraftgefühl. Das„Neue Wiener Tagebl.“ konstatirt, die willkommenen Versicherungen seien von geradezu erfrischender Bestimmtheit und gingen sowohl aus dem Kraftbewußtsein des Dreibundes wie aus der tiefen Kenntniß der diplomatischen Sachlage hervor; dieselben würden gewiß nur der Dankbarkeit aller Friediebenden begegnen. Die„Deutsche Ztg." bezeichnet Prolog zum Festspiel auf Hohensyburg von Robert von Erddberg. Seid mir gegrüßt, gegrüßt mit Herz und Hand, Die Ihr erschienen seid zu uns'rem Feste! Willkommen, Brüder aus Westfalenland, Dreimal willkommen uns als theure Gäste! Dank, inn'gen Dank, daß Ihr erschienen seid, Dem Ruf gefolgt, der Euch hierher gebeten, Und nun der Feicr ihren Glanz verleiht, Mit der wir hier bescheiden vor Euch treten. Es steht vor uns ein ernstes hohes Ziel *“ müß'ge Stunden wollen wir verscheu Nich. murige Stunden wouen wir verscheuchen Durch flucht gen Zouber nur in müß'gem Spiel— Es gilt uns, Höhres, Größ'res zu erreichen. Ein Denkmal Dessen, der mit Riesenkraft Der Welt ein neues Angesicht gegeben, Dem deutschen Volk ein deutsches Reich verschafft, Es soll an dieser Stätte sich erheben. Wie er sein großes Lebenswerk vollbracht, Das braucht man einem Deutschen nicht zu sagen. Er führte uns zum Licht durch finstre Nacht, Zu stolzem Sieg nach heißen Kampfestagen! Und als er dann mit Götterkraft und= Muth Sein treues Volk zur Größe hingeleitet, Da hat er nicht gerastet und geruht, Bis er im Frieden ihm ein Glück bereitet. Und treu bei diesem Glücke hielt er Wacht Bis zu des Lebens letzter, später Stunde, Da auf sein Auge sank des Todes Nacht— Und ihm ein„Halt“ erscholl aus Schicksals Munde. Doch in des Volkes Herzen tief erblüht In ew'ger Liebe ihm ein ew'ges Leben, Solang dies Herz für Großes noch erglüht. Bird sich's in heißem Dank zu Wird sich's in heißem Dank zu ihm erheben. Und diesem Helden will aus kaltem Stein, Aus Erg und Marmor man ein Denkmal gründen? Aus Erz und Marmor man ein Sein Denkmal kann allein sein Deutschland sein! O mög' es ewig seinen Ruhm verkünden! Und doch— nach Ausdruck sucht die Dankbarkeit, Es hüllt die Liebe sich nicht gern in Schweigen, Drum soll ein Monument in künft'ger Zeit Von unserm Dank, von uns'rer Liede zeugen. Doch sei's nicht nur ein kalter, stolzer Stein, Es sei ein ewig lebendes Gedenken; Denn so kann würdig unser Volk allein Dem größten Herrscher seine Ehrfurcht diesen Tagen gesteigerter Rüstungen als einen Lichtblick, daß von berufenen Personen friedliche und beruhigende Worte gesprochen würden. 86 Prag, 29. Sept. Bei dem heutigen Besuche in Smichow sagte der Kaiser Franz Joseph in der Erwideruug auf die buldigende Ansprache des Bürgermeisters, er freue sich ganz besonders, diese Stodt zu betreten, in der beide Nationalitäten einträchtig miteinander leben und in der Gemeindevertretung gemeinsam friedlich zum Wohle der Gesammtheit wirken. Diese nachdrücklich gesprochenen Worte des Kaisers riefen einen tiefen Eindruck hervor. Frankreich. Paris, 28. Sept. Dem„Temps“ wird aus Port Said gemeldet, seit Anfang August hätten 7 Dampfer mehr als 8000 türkische Soldaten nach Yemen gebracht. Der Aufstand sei bisher keineswegs nieder geworfen. Paris, 29. Sept. Das„Journal des Dedats" weist ebenso wie die meisten anderen Blätter auf die friedliche Tendenz der Rede, welche der Reichskanzler von Caprivi in Osnabrück gehalten hat, hin und fügt hinzu, es sei gut, zu konstatiren, daß an demselben Tage, an dem der Minisier des Auswärtigen, Ribot in Bapaume die der Munster des Aubehiigen, endot, in Lapnalls die Aufrechterhaltung der Friedenspolitik bekräftigte, der Reichskanzier von Caprivi eine ebenso berußzigende Sprache geführt habe. Belzien. Autwerpen, 27. Septbr. Eine wahre Panik hat an der hiesigen Börse das Fallissement des Hauses Fuchs, einer ber ältesten und geachtetsten Firmen am hiesigen Platze, hervorgerufen. Die Firma zzuchs soll außerordentlich hoch in Wolle und Kaffee spekulirt und in der letzten Zeit nicht weniger als 90000 Ballen Wolle zu je 700 Frcs., sowie 135000 Ballen Kaffee zu je 20 Frcs. auf Spekulation gekauft haben. Der rasche und bedeutende Rückgang in den Kaffeepreisen führte alsdann die Katastrophe herbei, die eine so vollständige ist, daß nicht nur eine noch im verflossenen Monate von Herrn Fuchs entliehene Summe von einer Million Francs, sondern auch die kleinen Ersparnisse seiner Angestellten, welche Alles aufopferten, um ihren Chef zu retten, als total verloren zu betrachten sind. Das Defizit soll den Betrag von zwei Millionen Francs erheblich übersteigen. England. London, 29. Sept. Die Blätter äußern sich sehr befriedigt über die am letzten Sonntag gehaltenen ministeriellen Friedensreden, besonders über die des. deutschen Reichskanzlers, die als Bürgschaft für eine ruhige Entwickelung der europäischen Verhältnisse betrachtet wird. Ihre Spezialsorgen haben aber die Engländer wegen des russischen Vordringens in Centralasien. Ru#land. Petersburg, 29. Sept. Heute Vormittag 10 Uhr sind der Kaiser und die Kaiserin, der König und die Königin von Griechenland, der Großfürst=Thronfolger, der Großfürst Paul nebst anderen Prinzen und Prinzessinnen von Moskau hier mit dem Zuge eingetroffen, in welchem die Leiche der Großfürstin Alexandra überführt wurde. Der Sarg wurde nach der Peter=Pauls= Kirche gebracht. Morgen erfolgt die Beerdigung. den Beisetzungsfeierlichkeiten trifft auch der Kommandirende Genecal des 1. preuß. Armeekorps v. Werder hier ein. Italien. Rom, 29. Sept. Der preußische Gesandte beim Vatikan, v. Schlözer, ist in der letzten Nacht hierher zurichgekehrt. Curkri. Konstantinopel, 29. Sept. Ueber die s. Z. vielbesprochene Landung englischer Truppen auf der türkischen Insel Sigri liegt jetzt ein offizieller Bericht vor. Darnach hat das englische Geschwader im Hafen von Sigri Minenübungen ausgeführt und hierzu ausdrücklich die Erlaubniß der türkischen Behörden eingeholt gebabt. Es war also Alles in bester Ordnung. Das alte und neue Pulver. Auf dem Deutschen Naturforschertag in Halle a. S. hat Dr. Lepsius aus Frankfurt a. M. einen hochinteressanten Vortrag über das alte und neue Pulver gehalten, dem wir nach dem offiziellen Bericht im Deutschen Reichseiger Folgendes entnehmen: Der Vortragende wie zunächst auf die Schwierigkeiten hin, welche der historischen Behandlung der Chemie als einer kriegerischen Hilfswissenjede Untersuchung schaft entgegenstehen, da in diesem Falle sede Antersuchung nicht allein durch die mangelhafte Ueberlieferung des Vergangenen, sondern auch durch die diplomatische Verhüllung des Gegenwärtigen gehemmt wird. Die erstere Schwierigkeit tritt uns, wie bei jeder historischen Frage, so auch schenken. Mein Geist durchfliegt die Spanne künft'ger Zeit, Da sehe ich nach Hohensyburgs Feste Westfalen wallen, zieh'n von Nah und Weit, Von Nord und Süd zu einem Völkerfeste. Und einen stolzen Tempel sieht mein Geist, Der edlen Kunst geweiht, sich hier erheben. Er ist das Ziel, auf das ein Jeder weist, Ein deutsches Festspiel wird in ihm gegeben. Es ist ein Spiel von Deutschlands Ruhm und Macht: Vergangenheit, sie wird heraufbeschworen, Was unserm Volk das Schicksal zugedacht, Was wir besessen einst, was wir verloren. Stumm lauschen sie dem herrlichen Gedicht, Und jenes Wort aus uns'res Dichters Munde: „Die Weltgeschichte ist das Weltgericht!“— Sie fühlen's tief in dieser großen Stunde. Urs heyel schiur. Jevem sich die Brust, Beschmücket mit des Eisenkreuzes Ord Und höher schwellet Jedem Geschmuckt mit des Ehentliug: Orden, Sie werden heut' sich dessen stolz bewußt, Daß sie ein freies, stolzes Volk geworden! Und da zum letzten Mol der Vorhang fällt, Erfüllt ein Brausen die geweihten Räume, Ein donnernd Hoch bringt man dem greisen Held, Der einst erfüllte Deutschlands schönste Träume.— Es ist ein schönes, wunderbares Bild, Mög' es sich bald zur Wirklichkeit gestalten! Und dann in Wahrheit schöner noch erfüllt, ich im Geist es sab, Als ich im Geist es suh, sich hier entfalten. Das wär' ein Denkmal, unsres Kaisers werth! Das ist das Ziel, das wir erreichen wollen: Drum werdet Ihr, die heut' hier eingekehrt, Auch unserm Spiele Euren Beifalt zollen. Ist's doch der Anfang, klein und einfach zwar, Zu einem einst'gen größzern, schönern Werke; Und daß wir weiterstreben immerdar, Dazu verleih uns Euer Beifall Stärke. Es ist ein düst'res Bild aus einer trüben Zeit, Was wir Euch heute hier im Spiele zeigen, Begonnen hat der dreißigjähr'ge Streit, Die Lebensfacke! Deutschlands will sich neigen. Ein Held, der weiß, was seinem Volke frommt, Er wird von seinem Volke nicht verstanden; Doch seine Hoffnung, daß ein Größ'rer kommt, im Lauf Sie ward im Lauf der Zeiten nicht zu Schanden. O daß dies Bild zur Warnung uns gedieh! Es rächet jede Schuld sich schon auf Erden) O mög das Schicksal unsres Volkes nie Zum rächenden Gericht ihm wieder werden!— hier sofort entgegen, wenn wir uns nach den ersten Anfängen erkundigen wollen, also die Frage aufwerfen: Wer hat das Pulver erfunden? Viel leichter ist es zu sagen. wer das Pulver nicht erfunden hat, und es ist z. B. sicher, daß weder die Mönche des finstern Mittelalters, insbesondere Berthold der Schwarze, an dieser Erfindung Theil haben, wenn auch dem Letzteren von der Stadt Freiburg ein Denkmal gesetzt worden ist, noch auch Albertus Magnus und andere Gelehrte jener Zeit. Besser sind voir orientirt über das Vorkommen der Bestandtheile des Pulvers, so über den Schwefel, dessen sich Odysseus nach der berühmten Szene der Vertreibung der Freier als eines Desinfektionsmittels bedient zu haben scheint. Der Salpeter ist hingegen den Chinesen schon seit Jahrbunderten bekannt, da sie zur Herstellung von Feuerwerken von seiner Eigenthümlichkeit Gebrauch machten, mit leicht entzündlichen Substanzen gemisch: ein lebhaftes Verpuffen herbeizuführen. Einem ähnlichen Zweck scheint das„Chinasalz“ später bei den Arabern gedient zu haben. Das griechische Feuer, von welchem schon Konstantin der Große Gebrauch gemacht haben soll, scheint nach den neueren Forschungen nichts Anderes, als ein salveterhaltiges Zündsalz gewesen zu sein. Da das Geheimniß der Mischung auf das Sorgfältigste bewahrt wurde, konnten die Griechen noch fast bis in die Zeit der Kreuzzüge hinein das Mittel zur Vertheidigung gegen feindselige Völkerschaften benützen. Merkwürdig ist es, daß man während einer so langen Anwendungszeit von der treibenden Kraft des Pulvers wenig oder gar nichts bemerkte. Die erste Form, in welcher wir dieselbe wirksam sehen, ist die Rakete. Knpferne Gefäße, welche mit Zündsalz gefüllt und mit einer Oeffnung versehen waren, ließen sich, wenn brennend, mit der Katapulte auf viel größere Entfernung hin schleudern. Bald ging man dazu über, Pfeile und Bolzen in geladene Rohre zu stecken, also fremde Körper durch die dem Pulver innewohnende Energie zu treiben. Gegen die Mitte des vierzehnten Jahrhunderts verbreitet sich dann die Pulverfabrikation außerordentlich schnell über Europa. Im Jahre 1340 sehen wir in Augsburg, 1344 in Spandau Pulverfabriken entstehen. Die Anwendung im Kriege beschränkte sich vorläufig auf größere Mörser und dergl., während die Handfeuerwaffen erst später an Bedeutung gewannen. Erst im vorigen Jahrhundert gelangte die Infanterie zu größerer Selbständigkeit, einmal durch die Erfindung des Bajonetts, welches die Spießträger überflüssig machte, die sonst zur Deckung gegen Reiterangriffe erforderlich waren, dann aber auch durch die Bestrebungen Friedrichs des Großen, mit Hilfe der Infanterie die Entscheidung in den Schlachten herbeizuführen. In den Kriegen zu Beginn dieses Jahrhunderts vollzog sich ein bedeutender Fortschritt in der Waffentechnik, besonders durch die Einführung des Zündhütchens an Stelle der unzuverlässigen Steinschlösser. Merkwürdig ist es, daß die Bedeutung der Hinterladung. welche wir schon im Jahre 1360 auftauchen sehen, erst so spät erkannt wurde. Bekanntlich hat dieselbe erst auf den böhmischen Schlachtfeldern die unbedingte Anerkennung gefunden. Und nun war die Entwicklung auf einem Punkte angelangt, wo die mehr als ein halbes Jahrtausend alte Herrschaft des Schwarzpulvers völlig vernichtet wurde. Zwei verschiedene Umstände machten es erforderlich, ein Pulvermaterial zu verwenden, welches bei gleicher Menge eine bedeutend größere mechanische Arbeit zu leisten fähig war. Die Panzerschiffe waren erfunden, der Kampf zwischen den Kanonen= und Panzerfabrikanten, den Krupps und Grusons, hatte begonnen. Wollten die Ersteren nicht unterliegen, so mußten sie sich nach Stoffen umsehen, welche dem Geschotz eine größere Durchschlagskraft gaben. Vor Allen aber war es das seit dem Jahr 1887 hervortretende Streben nach einer Verkleinerung des Geschoßkalibers, welches hier in Wirksamkeit trat. Warum eine solche nöthig wurde, ist genugsam bekannt. Das Lunggeschoß findet beim Durchschneiden der Luft einen geringeren Widerstand, als die Kugel, die Flugbahn ist gestreckter, die Trefftvahrscheinlichkeit folglich größer, zumal wenn die Entfernung des Zieles nicht genau bekannt ist. Dazu kommt die Einführung der Magazinvorrichtung, welche eine Ersparniß an Gewicht und Größe der Patrone wünschenswerth macht. So sehen wir denn, wie thatsächlich seit dem 17. Jahrhundert das Geschoßkaliber allmählich von 35 Millimeter Durchmesser bis auf etwa 15 Millimeter und in den letzten Jahren plötzlich bis auf die Hälfte herabgesunken ist. Soll aber ein dünneres und folglich leichteres Geschoß dieselbe lebendige Kraft haben, wie ein schwereres, so muß man die Geschwindigkeit vergrößern. 61 Die ersten Versuche knupften un die vor etwa 50 Jahren gemachte Erfindung der Schießbaumwolle an. Die Schritte, welche in der letzten Zeit in der weiteren Vervollkommnung der neuen Pulversorten gethan worden sind, können naturlich hier nicht eingehend besprochen werden. Die erfolgreichsten Versuche hat wohl unzweifelhaft Alfred Nobei gemacht. Schleßbaummolle lüht sich in einer AnNun, heil'ge Muse, schwebe Du herab, Entführe uns in längst vergang ne Zeiten, sank in des Vergessens Grab, Und was versant in des Verorgent, Stab, Gestalte hier vor uns zu Wirklichteiten. 10 Elena di Spinola. Novelle von A. v. d. Elbe. Nachdruck verboten. zahl von anderen Stoffen lösen; sie verwandelt sich dabei In eine Art Gelatine, welche je nach der Menge des Lösungsmittels mehr oder weniger explosiv ist. Nobel, weicher schon vorher aus dem gefährlichen Nitroglycerin durch Vermischung mit anderen Substanzen das Dynamit hergestellt hatte, gelatinirte nun die Schießbaumwolle mit dem Nitroglycerin. Es gelang ihm schließlich, ein Pulver herzustellen, welches sich jedem besonderen Zweck anpassen ** D e r A l h s t u f e e n g e n i n d e r( F r läßt. Der Abstufungen in der Energie der Pulver=Verbrennungen giebt es so viele, daß sich nunmehr für jedes Gewehr ein Pulver herstellen läßt, welches einerseits nicht brisanter ist, als es die Widerstandsfähigkeit des Laufes gestattet, andererseits aber das Geschoß mit einer auf das Genaueste zu berechnenden Geschwindigkeit heraustreibt. Damit ist denn der Sieg des neuen Pulvers über das alte entschieden. Die Probe auf das Exempel ist ja auch schon gemacht. Die modernen Sprengstoffe haben ihre fürchterliche Wirkung neuerdings bei den chilenischen Kämpfen gezeigt. Hoffen wir, daß dieser Fall für lange Zeit vereinzelt bleibe, daß die Kulturstaaten in der immer angestrengteren Vorbereitung auf den Krieg wirklich nur einen Schutz des Friedens sehen. Westfalen und Rheinland. ∆ Witten, 30. September.(Unser Kirchbau) nähert sich immer mehr seiner äußeren Vollendung. Es müssen nunmehr die nöthigen Vorbereitungen für die innere Einrichtung getroffen werden. Die innere Wölbung des Kreuzschiffes ist auch schon bis auf ein Weniges fertiggestellt und der Verputz ist dann auch bald gemacht. Altar, Kanzel und Kirchstühle sind bereits an Unternehmer vergeben und dürfte in den betreffenden Werkstätten schon wacker gearbeitet werden. Nun muß aber auch für den inneren Schmuck Sorge getragen werden. Es müssen dafür u. a. schön gestickte Altardecken, Kanzeldekleidungen und Altarteppiche 2c. hergestellt werden. Solche Arbeiten wollen aber Zeit und Weile haben. Doch wenn sich viele im Sticken kunstgeübte Hände finden, dann ist die Arbeit bald vollbracht. Herr Superintendent König benutzte deshalb bei der Körnerfeier am Montag Abend eine Pause, um die Frauen und Jungfrauen für dieses Liebeswerk zu gewinnen und ihnen die Bitte auszusprechen, noch viele andere der Stickkunst beflissene Damen zu der nächsten Sonntag. den 4. Oktober, Nachmittags 5 Uhr im Voß'schen Lokale stattfindenden Versammlung, in welcher das Nöthige berathen und geordnet werden soll, mitzubringen. Vielleicht tragen auch diese Zeilen dazu bei, daß die eine oder andere Dame für dieses schöne Werk gewonnen wird und nächsten Sonntag am Platze ist, wo sie gewiß willkommen sein wird. )( Witten, 29. Sept.(Das seltene Fest der goldenen Hochzeit) feierten am vergangenen Sonntag Herr Lehrer a. D. W. Schönebeck und dessen Gemahlin. Um die Feier im engsten Familienkreise zu begehen, hatte sich das Jubelpaar schon am Tage zuvor nach Ehrenbreitstein zu der Familie eines dort wohnenden Schwiegersohnes begeben. Die Freunde und Bekannten haben deshalb ihre Glückwünsche dem Paare auf telegraphischem Wege dorthin nachgesandt. Der Vorstand des hiesigen Frauenvereins, zu deren rührigsten Mitgliedern Frau Schönebeck von jeher zählte, übermittelte bereits am Tage vor der Abreise dem Paare zur Erinnerung an ihren Jubeltag ein in Wort und Bild aleich schön ausgestattetes „Vater unser“ in Prachtband. Wie wir hören, wird auch das Presbyterium unserer evang. Gemeinde dem langjährigen Organisten und Rendanten der Gemeinde und der Vorstand und die Schwestern des Diakonissenhauses, dessen zeitiger Rendant Herr Schönebeck ist, Andenken an diesen Ehrentag widmen. Die ehemaligen Schüler des Jubilars aber werden ihrem alten Lehrer zu Ehren am kommenden Samstag Abend einen gemüthlichen Kommers im Borgmann'schen Lokale veranstalten.— Möge dem Jubelpaare die bisherige körperliche Frische noch linge erhalten bleiben und ihm ein schöner Lebensabend be* Witten, 30. Sept.(Der dramatische Verein Heiterkeit") feierte am vergangenen Sonntag im Vereinslokal bei Frau Ww. Benke im Fischerthal sein erstes Stiftungsfest, mit dem ein Preiswettspielen verbunden war. 7 auswärtige Vereine waren hierzu eingeladen. Gegen Mittag wurde das Fest durch einen Umzug durch die Hauptstraßen unserer Stadt eingeleitet. Hierauf begann, nach Begrüßung Seitens des Vorsitzenden Hrn. B., welche in ein Hoch auf den Kaiser ausklang, das wettspielen, an dem sich 6 Vereine betheiligten. Das Preisrichter=Kollegium entschied sich die Preise wie folgt zu vertheilen:„Schöner Bund“=Hamm 1. Preis,„Thalia"Hörde 2. Preis und„Fidelic=Annen 3. Preis. Ein Festball schloß die gemüthliche Feier, zu deren Gelingen sehr viel auch die gute Bewirthung Seitens der Frau * Witten, 30. Sept.(Neuer Koupier=Avparat.) Sämmtliche Schaffner der preußischen StaatsAls sie die Augen wieder aufschlug, hlelt sie Cornelio Doria in seinen Armen; was er sagte, verstand oder begriff sie jetzt nicht, Entsetzen lähmte noch all ihr Denken, doch schien es ihr, als sei mehr Ueberlegenheit und Spott auf seinen Lippen als Zorn. Er führte oder trug Elena durch die leere Ktrche auf das Hauptportal zu und nun kam sie auch wieder soweit zur Besinnung, um seine Worte zu begreifen. „Du entkommst mir nicht, Täubchen," flüsterte er tief zu ihr herabgebeugt.„Die schöne Duchessa di Torspadero muß ohne ihr Schwesterchen die Wittwenzeit verleben. Du bist mein und Doria läßt nicht mit sich spielen. Wenn Du mein Weib geworden, will ich Dich einmal nach Mailand führen.“.e 8 Er hob sie in seine harrende Sänfte und sie sah rurch einen Spalt zwischen den blauseidenen Vorhängen, daß er befriedigten Gesichts nebenher schritt, während seine Diener sie zum elterlichen Palazzo hinauftrugen. Elena sann über den Zusammenhang nach, den diese bittere Täuschung, diese Vereitlung ihrer letzten Hoffnung haben mochte und kam dahin, Binas Schlauheit zu preisen; er mußte der verrätherischen Rosina, zur Deckung seines Herrn, gesagt haben, die Marchesina wolle heimlich entfliehen, um ihre Schwester zu besuchen. Die Spinola wußten, wie Elena sich nach der Schwester sehnte, sie wußten auch, daß jene der beabsichtigten Verbindung zu entrinnen trachte und hegten nicht die geringste Ahnung von ihrem Verhältniß mit Riccardo. Kein Wunder, daß der Vorwand Glauben gefunden. Elenas Muthmaßung war richtig. Rosina hatte für eine noch größere Summe, als ihr Gino in Riccardos Auftrag gegeben, dem Principe seiner Braut Anschlag verkauft und Doria sich sodann beeilt, den Plan zu soren.„ 2446 Elena wurde nun auerdings von der Marchesa mit Vorwürfen über die Thorheit empfangen, vom Principe bahnen sollen demnächst ten Prister in Erfurte und dabei handlichen# ausgerüstet werden, wo fall kommt. Der Apr genaue Controle. Auf Erfurt wird die Erfind rung gebracht. Witten, 30. S dungsschule.) Mit Fortbildungsschulen da auf werden die Arbeit merksam gemacht, dam zeitig zun. Schulbesuch an demselben regelmäß zum Unterricht und ei mit hohen Geldstrafen X Wengern, 29 Kirche) fand man in der drei sogen. Heilige tenen hölzernen Kasten wird angenommen, da gewesen ist. Dieser mehrerer Kirchen an d. sich seines ganz besond haben soll. Herr Dor interessanten Fund. de Wengern aufbewahrt von 25 Pig. zum B kann, bereits in Auger bekannt geworden, ob gegen die Echtheit erk Bochum, 29. Se Zur Widerlegung der angel gegen den Leite bau und Gußstahlfabr hat, es seien mit Baa nen des Bochumer V worden, veröffentlicht eine Erklärung des B welche den Bochumer stellt. Weiter nimmt Bahnmeisters Düpma gegentheilige Behaupt besseren als die Krup Bochumer Schienen Blatt bemerkt,„daß mann spricht, auf ein fallenden, dunklen, als 180 Lastzügen haben, in welchen sie der Räder, durch Ro zerer Zeit abgenutzt Strecken. Was im 1 Herrn Düpmann üb daraus hervor, daß, n auf direkte Verfügun cellenz Thielen geg wegen dessen ungesetz Schienen und die der Untersnchung eingelei Dortmund, 28. Hotel zum„Römisch Vorsitz des geheimen Wahl von Abgeordn schätzung zur Gewer Gewählt wurden al Funke=Hagen, Direkt berg=Dortmund, Dir rath Möllmann=Iser Fabrikant Ribbert=He Kommerzienrath Ewe direktor Brauns=Dor meyer=Schwerte. & bagen, 30. S. renen.) Gestern Landgerichtspräsiden schworenen für die sitz des Herrn Land dritte diesjährige S Urne gingen folgend Wenner zu Schwel Oberhemer. 6. Fab belm Sohn zu Schalt Schalksmühle. 5. Schwelm. 6. Kaufn Landwirth Wilhelm 8. Papierfabrikant Ringofenbesitzer Fri Riemendrehereibesitz acker bei Langerfeld 12. Landwirth Rud 13. Steinbruchbesitze 14. Kaufmann Fran mit Achselzucken belächelt, gleich einem Kinde, das nach den Sternen greift, erhielt heimlich von ihrem bleichen Vater die wiederholte Mahnung, das Kloster zu wählen: aber wieviel härter würden Zorn und Verachtung von allen Seiten über sie hereiggebrochen sein, wenn man den eigentlichen Zusammenhang des Abenteuers und Elenas. wahre Absicht gekannt hätte! Was ihr geschehen, war eine harte Täuschung, im Grunde hatte sich ihre Lage nicht verschlechtert, sondern stand nur wieder auf demselben Fleck. Gino trieb sich mit gepudertem Haar und in betreßter Livrée wieder zwiechen der anderen Dienerschaft umher und über dem Strudel, der gedroht, liefen die Wasser alltäglicher Vorgänge glatt dahin. Die Hochzeit stand nahe bevor und die Festlichkeiten wurden, auf den einmüthigen Wunsch der Frau Marchesa und Coenelio Dorias, gerade so prunkend in Aussicht genominen, als habe es nie einen Duca di Torspadero als. Glied der Familie gegeben. Am Morgen vor dem Hochzeitstage, nach einer qualvoll durchwachten Nacht, erhob sich Elena mit dem endlichen Entschluß, heute ihrem armen Vater, sobald sie ihn allein treffen werde, zu sagen, daß sie bereit sei, den Schleier zu nehmen. Cornelios immer heißer verlangende Blicke, sein triumphirend sieghaftes Wesen waren der unglücklichen Braut jeden Tag unerträglicher geworden; es war ihr unmöglich, sein Weib zu werden. Ebensowenig kennte sie die Sünde auf sich laden, ihr Leben selbst zu vernichten; so wochte denn nun das Dritte, das lebend Begrabensein im Kloster ihr Loos werden. Sie war überzeugt, den Marchese mit dieser ihrer Entscheidung lebhaft zu erfreuen und ebenso überzeugtdaß er Mittel und Wege finden werde, sie mit List oder seiner, durch priesterlichen Beistand gestärkten väterlichen Gewalt, selbst in dieser allerletzten Stunde, noch von der verhaßten Heirath zu befreien. Das Nächstliegende, Verständigste wäre gewesen, ihren Vater zu sich bitten zu lassen oder selbst zu ihm zu gehen. Niemand hätte ihr dies wehren können. Aber war es das zaghafte Zaudern einer sich vor dem Aeußersten sträubenden Seele, war es der Wunsch, weiteren Auseinandersetzungen und frommen Ermahnungen, für die sie heute wenig Sinn hatte, an den Gedanken, ungestört sprechen; tritt in das Kloster stehen würde. Vorläufig fügte traf. Schon zu Mitta laden. Als Gino er sich dicht an ih einen Augenblick au Sie zauderte, und raunte zurück: „Ich werde kon Mochte nun mi Riccardo noch ein noch einen Abschi flüstern. „Livia,“ sagtes der Tafel in ihre heute Abend vor d freier Luft. Ich es ohne Ruhe nich Die Alte bedau vielen Worten und nicht stören, es sei tigen Feste der V person sei ihr liebes Es werde wohl an niederlege. Rein“, erwide kann ich nicht ruhe holung. Laß mich im traulichen Dä all' die Gäste ei Halte mir jede werde ich die Ru bedarf.“ Die Aja bedau frisch gepuderten L# den, meinte auch, Brokat schonen, er chesa werde sie sch elt sich dabei Menge des ist. Nobel, Nitroglycerin das Dynamit umwolle mit 5, ein Pulver veck anpassen Pulver=Verehr für jedes nerseits nicht t des Laufes iner auf das heraustreibt. rs über das el ist ja auch haben„ihre chilenischen all für lange n der immer wirklich nur s. Kirchbau) lendung. Es n für die ininnere Wölein Weniges bald gemacht. s an Untersenden Werkun muß aber setragen were Altardecken, raestellt werWeile haben. e Hände finHerr Superörnerfeier am n und Jungund ihnen die Stickkunst ben 4. 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Hierauf werden die Arbeitgeber und Lehrlinge besonders aufmerksam gemacht, damit die Ersteren ihre Lehrlinge rechtzeitig zun. Schulbesuch anmelden und die Letzteren sich an demselben regelmäßig bethelligen. Ein Richtanmeldeg zum Unterricht und ein Fernbleiben von demselven wird mit hohen Geldstrafen belegt. X Wengern, 29. Sept.(Beim Abbruche der Kirche) fand man in der Außenmauer über der mittleren der drei sogen. Helligennischen in einem, gggzäglchzeffaß tenen hölzernen Kasten einen kräftigen„Schebg, gggriug wird angenommen, daß es der Schädel ver vi. Pg##tus gewesen ist. Dieser Heilige war nämlich der Patron. Gustav Knoche zu Meinerzhagen. 16. Anstreichermeister Wilhelm Hoppe zu Iserlohn. 17. Fabrikant Ludwig Trappe zu Altena. 18. Buchhalter Gustav Hoeveimann zu Schwerte. 19. Rentner Wilhelm Lohmann zu Bommern. 20. Fabrikant Franz von Ohle zu Altena. 21. Kaufmann Adolf Dango zu Meinerzhagen. 22. Fabrikant Ernst Nölle zu Lüdenscheid. 23. Kaufmann Gustav Tinner zui Hagen, 24. Laufmonn, Zocesih, Bour Gur entzrachge, 25. Landwixtt, Eberbarh, Bockelühr zu, Bürenhru#h bei erlittene Gebirnerschütterung auf den Verwundeten ausgeübt bat.„„„ Billerbeck, 25. Sept.(Der Schulzendof Homoet,) in der Bauerschaft Aulendorf gelegen, wurde um den Preis von 500,000 M. verkauft. Mit seinen 337,88 Hectar Land, d. t. 1323 Morgen, abgeschätzt zu 7218 M. Reinertrag, ist er einer der größten Bauernhöfe des ganMünsterlandes. G.4#. S Warendorf, 27. Sept.(Verbrechen.) Die Kunde in Greffen verübten Lustmord hat in der Eduard Bergmann zu Witten. 29. Kaufmann AdKlutmann zu Witten. 30. Rittergutsbesitzer Max Löbbecke zu Haus Hemer. □ Hagen, 30. Sept.(Elektrisches Licht.) Gestern Nachmittag wurden zum ersten Male die hiesigen Bahnhöfe(B.=M.) elektrisch beleuchtet. Die Personenstation, welche seit einer Reihe von Jahren einige elektrische Lichter hatte, ist nunmehr, wie auch der große Güterbahnhof, von der neuen Central=Beleuchtungsanstalt aus gespeist, mit vollständiger elektrischer Beleuchtung ausgerüstet. Die gestrige Probebeleuchtung fiel sehr gut aus. Der ganze Bahnhof bis zur Hülfsstation Einhaus hinaus, er angrenzende Theil von Altenhagen und die gewesen vi. Pteter. Weuge w.. die in Wengern( der angrenzende Theil von Altenhagen und die Eckeseper wehrerer Kirchen an der btudr, von dene z,rFreuen gehabt Chausse erstrahten in magischem Licht. Die überraschende, sich keines gans besenderen Schubes du. 821:vu.u. v..—, fast tagesbelle Beleuchtung zog beiderseitig viele Neuhaben soll. Herr Domherr Poggel aus Witten hat den interessanten Fund. der bei dem Pfarrer Gravemann in Wengern aufbewahrt wird und dort gegen Entrichtung von 25 Pig. zum Besten der Kirche besichtigt werden kann, bereits in Augenschein genommen; es ist jedoch nicht bekannt geworden, ob der Herr Domherr sich für oder gegen die Echtheit erklärt hat. Bochum, 29. Sept.(Zur Schienen=Affa Zur Widerlegung der Anklage, welche Redakteur Fusangel gegen den Leiter des Bochumer=Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation, Herrn Baare, geschleudert hat, es seien mit Baares Wissen jahrelang an den Schienen des Bockumer Vereins Stempelfälschungen getrieben worden, veröffentlicht die„Rhein. Westf. Ztg. neuervings eine Erklärung des Bahnmeisters Dahm in Wattenscheid. welche den Bochumer Schienen das beste Zeugniß ausstellt. Weiter nimmt das Blatt von einer Aeußerung des Bahnmeisters Düpmann in Schwerte Notiz. welcher die gegentheilige Behauptung aufstellt, daß er nämlich keine besseren als die Kruppschen und keine schlechteren als die Bochumer Schienen kennen gelernt habe. Das genannte Blatt hemerkt,„daß die Schienen, von denen Herr Düpmann spricht, auf einer Strecke mit Curve in einem stark fallenden, dunklen, feuchten und von nicht nicht weniger als 180 Lastzügen täglich befahrenen Tunnel gelegen haben, in welchen sie also in Folge der größeren Reibung der Räder, durch Rost u. s. w. naturgemäß in viel kürzerer Zeit abgenutzt werden als Schienen auf anderen Strecken. Was im Uebrigen die vorgesetzte Behörde des Herrn Düpmann über seine„Enthüllung" denkt, geht daraus hervor, daß, wie wir soeben aus Hagen vernehmen, auf direkte Verfügung des Herrn Eisenbahnministers Excellenz Thielen gegen Herrn Düpmann in Schwerte wegen dessen ungesetzlicher Erklärung über die Kruppschen Schienen und die des Bochumer=Vereins die DisciplinarUntersuchung eingeleitet worden ist.“ Dortmund, 28. Sept.(Gewerkesteuer.) Im Hotel zum„Römischen Kaiser“, fand am Samitag unter Vorsitz des geheimen Regierungsrathes Herrn Ulrich die Wahl von Abgeordneten und Stellvertretern für die Einschätzung zur Gewerbesteuer der Steuerklasse 1 A statt. Gewählt wurden als Abgeordnete die Herren Wilhelm Funke=Hagen, Direktor Rosiny=Witten, Bankier D. Rosenberg=Dortmund, Direktor Kamp=Hamm und Kommerzienrath Möllmann=Iserlohn; als Stellvertreter die Herren Fabrikant Ribbert=Hohenlimburg, Direktor Vaupel=Bochum Kommerzienrath Ewald Meininghaus=Dortmund, General= direktor Brauns=Dortmund und Generoldirektor Berkemeyer=Schwerte. &a bagen, 30. Sept.(Ausloosung der Geschworenen.) Gestern fund unter dem Vorsitz des Herrn Landgerichtspräsidenten Langrock die Ausloosung der Geschworenen für die am 2. November cr. unter dem Vorsitz des Herrn Landgerichtsdirektor Heinroth beginnende dritte diesjährige Schwurgerichtsperiode statt. Aus der Urne gingen folgende Herren hervor: 1. Kaufmann Carl Wenner zu Schwelm. 2. Fabrikant August Prinz zu Oberhemer. 6. Fabrikant Carl Klägeloh, Friedrich Wilhelm Sohn zu Schalksmühle. 4. Kaufmann Ludwig Berg zu Schalksmühle. 5. Kaufmann Wilhelm Bouchsein zu Schwelm. 6. Kaufmann Heinrich Preußer zu Hasve. 7. Landwirth Wilhelm Kamphenkel zu Reingsen bei Ergste. 8. Papierfabrikant Adolf Hanebeck zu Plettenberg. 9. Ringofenbesitzer Friedrich Bröckling zu Lüdenscheid. 10. Riemendrehereibesitzer Peter Friedrich Wandhoff zu Beckacker bei Langerfeld. 11. Kaufmann Carl Wolf zu Hasve. 12. Landwirth Rudolf Rentrop zu Borbecke bei Werdohl. 13. Steinbruchbesitzer Carl Kühling zu Ende bei Herdecke. 14. Kaufmann Franz Andrassy zu Altena. 15. Fabrikant füfr, Agröhege Brnachlung zog,,beshersellig, viele gierige herbei, welche die neue Einrichtung bewunderten. Vom 1. Oktober an soll die Beleuchtung definitiv sein. Hagen, 30. Sept.(Glück im Unglück) hatte unlängst ein am Neubau des Güterbahnhofs beschäftigter Arbeiter, welcher eben ein Geleise überschritt, als ein von ihm nicht gesehener Güterzug einfuhr. Der Mann wurde von der Maschine erfaßt, ins Geleise geworfen und der Zug ging vollständig über ihn weg. Als Augenzeugen hinzueilten, um dem Verunglückten beizustehen, sprang derselbe auf, griff zu seiner Schippe und arbeitete weiter. Er hatte keinerlei Verletzungen davongetragen. „. Hohensyburg, 30. Sept.(Arbeiten an der Wiederherstellung der Eisenbahn=Ruhr= brücke.) Die Wiederherstellung der Westhofer Eisen bahnbrücke schreitet rüstig fort. Auf dem Bauplatze herrscht ein reges Leben und Treiben. Zwei Dampframmen sind in Thätigkeit, die man weit hin pochen hört. Die meiste Arbeit erfordert der Neubau des von der Novemberfluth weggerissenen massiven Strompfeilers. Die Arbeiten, welche in einem eisernen Kasten ausgeführt werden, sind schon weit gefördert, daß sie fast einen Meter über dem Wasserspiegel hervorragen. Wie lange es noch währt, bis die Brücke wieder zweigeleisig befahren werden kann, läßt sich zur Zeit noch nicht bestimmen. Die Montirung der Eisentheile für den Oberbau wird jedenfalls keine lange Zeit in Anspruch nehmen. Siegen, 26. Sept.(Ein anständiger Ban kerott) ist, wie s. Z. berichtet, in Attendorn durch Ausschütten der Masse beendet worden, die Passiven betrugen 94582 M., denen 261 M. Aktiven gegenüberstanden. Interessant bei der Sache ist nun, daß den kleinen Gläubigern noch eine Ueberraschung geworden ist. So erhielt z. B. ein Siegener Gläubiger durch Postanweisung— 23 Pfg. abzüglich 20 Pfg. Porto zugesandt. Er hatte 5 Pfg. Bestellgeld zu zahlen und mußte also noch 2 Pfg. Soest, 26. Sept.(Wegen Beschädigung von 30 Obstbäumen) an einer Kreisstraße verurtheilte das hiesige Schöffengericht einen Steinhauer zu der hohen Strafe von 4 Wochen Gefängniß. Münster, 28. Sept.(Ein sonderbarer Aufzug) erregte gestern Vormittag gegen 11 Uhr unter den zahlreichen Passanten des Prinziralmarktes nicht geringes Aufsehen. Ein Lieutenant in glänzender Paradeuniform, gefolgt von einer nach Hunderten zählenden Menschenmenge, wurde von drei Polizisten zur Polizeiwache gebracht. Ein hiesiger Commis hatte in übermüthiger Laune Offiziers Uniform angelegt und in derselben sich auf dem Prinzipalmarkt und Domplatz herumgetrieben. Der Pseudo=Lieutenant mußte auf dem Polizeiamte die Kleider wechseln und wurde, um weiteres Aufsehen zu vermeiden, durch ein Hinterthörchen entlassen. Münster, 29. Sept.(Mordversuch.) Ein mit 6 Jahren Zuchthaus bestrafter Sträfling übte gestern auf den Zuchthausdirektor, den bekannten früheren Landtagsabgeordneten Strosser einen Mordversuch aus, indem er den in die Zelle tretenden Beamten mit einem Wasserkrug erschlagen wollte. Der mit großer Wucht vollführte Schlag streckte den Direktor, der auf dem Kopf eine breite, stark blutende Wunde erlitt, zu Boden. Ebenso versuchte der Sträfling auch den hinter dem Direktor eintretenden Oberaufseher niederzuschlagen, glücklicherweise gelang es aber, den rohen Menschen zu überwältigen und zu fesseln. Wie die„Rh.=Westf. Ztg.“ hört, erscheint Lebensgefahr für den Strafanstaltsvorsteher ausgeschlossen, wiewohl derselbe infolge großen Blutverlustes sehr schwach ist und auch noch nicht abzusehen ist, welche Folgen die vollen Umfange; dennoch bleibt das Verbrechen scheußlich genug. Das beinahe zwölfjährige Töchterchen eines Tagelöhners aus Sassenberg wurde im Abenddunkel auf dem Wege von Dachmar nach Sassenberg in ein nahes Gehölz geschleppt und hier mißhandelt. Der Unbold wurde bekanntlich in der Person eines siebzehnjährigen, bereits öfter bestraften Burschen ermittelt und verhaftet. Minden, 27. Sept.(Militär=Jubiläum.) Heute beging das hierselbst stehende Hannoversche Pionier=Bataillon Nr 10 den 25. Gedenktag seiner Begründung. Die Stadt überreichte dem Bataillon als Ehrengabe ein prachtBarmen, 29. Sept.(Daß Betteln mitunter ein recht einträgliches Geschäft ist,) beweist folgender Vorfall. Gestern Abend erschien bei einem hiesigen Bankier ein kaufmännischer Schnorrer, um sich seinen Zehrpfennig zu erbitten, den er auch erhielt. Er richtete dann an den Kassirer die Frage, ob jener ihm Kleingeld einwechseln könne, und als diese Frage bejaht war, kramte er in einer verborgenen Tasche, bis er acht Mark aus dem Dunkel hervorgezogen hatte. Der Kassirer hält dem Schnorrer ein blinkendes Zehnmarkstück hin: vielleicht besitze er noch zwei Mark— und siehe da. die zwei Mark finden sich auch noch und die goldene Krone verschwindet in einer anderen tiefen Falte des Gewandes. Und auf weitere Anfrage wird ferner eine Summe Kleingeld hervorgehot und in ein Zehnmarkstöck umgewandelt. Auf die Frage des Kassirers, ob das die Ernte eines halben Tages sei, meinte der Bettler bescheiden, das sei wohl gerade nicht der Fall, indessen besitze er noch einige Mittel. Man sieht, das Geschäft nährt redlich seinen Mann! Solingen, 28. Sept.(Die Geschäftslage) bessert sich. In den letzten Wochen sind wieder namhastere Bestellungen für die Messer= und Woffenfabriken hier einzetroffen, und eine größere Zahl von Arbeitern, die lange Zeit keine Arbeit hatten, haben wieder ausreichende Beschäftigung gefunden. * Düsseldorf, 27. Sept.(Durch anhaltendes Seilspringen) hat sich hier ein Mädchen im Alter von 11 Jahren eine bedenkliche Gehirnerschütterung zu* Düfseldorf, 28. Sept.(Die hiesige Strafkammer) verurtheilte am Samstag den verantwortlichen Redakteur der in Dortmund erscheinenden„Tremonia", Herrn Heinrich Annavedder, wegen Beleidigung des früheren Reichstagsabgeordneten und jetzigen Burgermeisters der Stadt Witten, Herrn Dr. Haarmann, zu einer Geldstrafe von 100 M. und sprach dem Beleidigten das Recht der Urtheilsveröffentlichung auf Kosten des Be* D ü s s e l d o r f, 2 9. S e p t.( D i e s t ä d t i s c h e n E l e k tricitätswerke) sind zum Theil bereits in Betrieb gesetzt; es brennen in zahlreichen Geschäften zur Probe die von dem Werke gespeisten Flammen. * M.=Gladbach, 28. Sept.(Zu spät.) Die„Gl. Ztg.“ meldet: Gleichzeitig mit Herrn Notar Pomp war auch Herr Notar Nücker zum Justizrath ernannt worden. Diese Ehre sollte jedoch dem Lebenden nicht mehr zu Theil werden; ein seltsames Zusammentreffen fügte es, daß an demselben Morgen, wo man seinen Leichnam begrub, die Ernennungs=Urkunde hier einlief. Gemäß den postalischen Bestimmungen mußte sie, da der„Adressat verstorben“ als„unbestellbar" nach Berlin zurückgehen. * Trier, 28. Sept.(Zur Rockfahrt.) Gestern sind 74093 Pilger im gewesen. Die gesammte bisit 1592460. Der„Fronkf. Ztg.“ gri der Auswenig Sinn hatte, zu entgehen, kurz sie klammerte sich an den Gedanken, den Marchese im Laufe des Tages ungestört sprechen zu können und glaubte, daß der Eintritt in das Kloster ihr bis zum letzten Augenblick freistehen würde. Vorläufig fügte es sich nicht, daß sie ihren Vater allein traf. Schon zu Mittag waren einige Gäste zur Tafel geladen. Als Gino der Marchesina das Eis anbot, neigte er sich dicht an ihr Ohr und zichelte:„Vor dem Ball einen Augenblick auf dem Altan!" Sie zauderte, während sie das Gefrorene annahm, und raunte zurück: „Ich werde kommen.“ Mochte nun mit ihr geschehen, was da wolle, sie mußte Riccardo noch einmal sehen, sie mußte es wagen, ihm noch einen Abschiedsgruß für das Leben hinunter zu flüstern. „Livia,“ sagte sie, als die Alte ihre junge Herrin von der Tafel in ihre Gemächer zurückbrachte,„ich brauche heute Abend vor der Gesellschaft ein Stündchen Ruhe in freier Luft. Ich bin müde, ich bin erschöpft, ich halte es ohne Ruhe nicht aus.“ Die Alte bedauerte ihr armes Lämmchen zärtlich mit vielen Worten und bat nur zu befehlen, sie wolle gewiß nicht stören, es sei ja ganz natürlich, daß alle diese prächtigen Feste der Vorfeier, bei denen die Braut Hauptperson sei ihr liebes Kind ermüdet hätten. Was sie wünsche? Es werde wohl am besten sein, wenn sie sich gleich etwas niederlege. „Nein“, erwiderte Elena,„bei hellem Sonnenschein kann ich nicht ruhen und im Zimmer finde ich keine Erholung. Laß mich einmal früh ankleiden, dann kann ich im traulichen Dämmerlichte in der Stunde, bevor all' die Gäste eintreffen, auf dem Gartenaltan träumen. Halte mir jede Störung, jedes Geräusch fern, nur so werde ich die Ruhe und Sammlung finden, deren ich bedarf.“ Die Aja bedauerte nun freilich, daß die zum Feste frisch gepuderten Locken im Thau der Nacht leiden würden, meinte auch, die Herrin solle doch den rosenfarbenen Brokat schonen, er sei ja gar zu prächtig, die Frau Marchesa werde sie schelten, wenn die Braut zertnittert in die Gesellschaft komme. Ernstliches wagte sie aber nicht einzuwenden. Elena versprach einen schwarzen Domino und großen Schleier überzulegen und erntete Lob für ihre freundliche Vorsicht. Ihr war es dabei sehr recht, daß sie nicht hell schimmernd auf dem Balkon zu erscheinen brauche. Der Abend sank. Elena stand im schönsten Putz; Livic und ihre Mädchen bewunderten sie. Vielleicht empfand auch eines oder das andere der jungen Herzen bitteren Neid.— In der Braut Seele war nichts von dem hellen Licht, in dem die Anderen ihr Schicksal sahen, nur trübe, loffnungslose Nacht erfüllte sie. Wie bald sollte das rauhe Gewandt der Nonne an die Stelle dieser Pracht treten! Wie bald sollte sie allen diesen Fceuden des Daseins den Rücken drehen, und dach blieb dies ihr heißes Verlangen, wenn sie sich die Aussicht vergegenwärtigte, Cornelios Weib zu werden. Nun trat sie, dunkel eingehüllt, auf den von hängenden Schlingpflanzen umschatteten Altan. O, wenn sie auch nicht Riccardos Nähe geahnt hätte, sie würde doch in dieser stillen, balsamischen Luft, diesem kühlen Dämmersichte befreit aufgeathmet häben! Kaum stand sie draußen, so flog von unten heraufgeworfen ein Steinchen zu ihren Füßen nieder. Sie bückte sich und hob es auf, vielleicht eine Botschaft? Um den Stein war eine starke Seidenschnur befestigt, sie zog daran und nun erschien auf der Ballustrade der Anfang einer seidenen Strickleiter. „Hänge sie auf eine der Knäufe!" flüsterte Riccardo herauf. Elena that es und wenige Minuten später stand er oben neben ihr und schloß sie in seine Arme. O Seligkeit des Wiedersehens! Aber nur kurze Zeit durften sie sich diesem Glücke überlassen, sie fühlte, daß er Ernstes auszuführen gekommen war.(Fortsetzung folgt.) Kleine Mittheilungen. * Erdbeben. Im Mississippithale fand in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine über 15 Sekunden andauernde Erderschütterung statt. Neuer Eiffelthurm. Kürzlich wurde zu Blackpool in England der Grundstein zu einem Eiffelthurm gelegt. Derselbe soll 150 Meter hoch werden. berige Pilgerzahl beträg. 1 602 200:. u am 8-c. wird geschrieben: Es ist nun die letzte Woche der Ausstellung des„heiligen Rockes“ angebrochen. Noch wenige Tage und das seltsame Bild, welches unsere gute Stadt die vergangenen Monate hindurch darbot, wird wieder der gemüthlichen Trierischen Alltagsphysiognomie Platz machen. So ziemlich alle Welt in Trier sehnt das Ende der Ausstellung herbei, nicht am wenigsten die Domgeistlichkeit, für welche mit der Ausstellung des„heil. Rockes“ eine erdrückende körperliche und geistige Arbeit verbunden war. Die Trierische Bürgerschaft, welche sich in ihrer Hoffnung auf einen glänzenden Verdienst während der Ausstellungszeit so arg getäuscht sah, hat auch kein Verlangen danach, die Wallfahrtszeit über den 3. Oktober ausgedehnt zu sehen, obgleich das päpstliche Breve eine solche Ausdehnung bis zum 20. Oktober gestatten würde. Die Pilger würden ja doch nicht von ihrer Gewohnheit lassen. Alles aus ihrer Heimath mit herbeizuschleopen. was für des Leibes Nahrung und Nothdurft von Nöthen ist. Diese Angst vor der angeblichen Theuerung in Tier streift an das Komische. Nicht einmal den Kaffee kaufen die Wallfahrer bei uns, sondern bringen ihn gemahlen mit und erbitten sich von den Trierern nur das heiße Wasser. An Schinken, Speck, Butter und Küse tragen die Pilger solche Quantitäten bei sich, daß sie die gesammte Bewohnerschaft Triers mit ernähren könnten. Auf die Gefahr hin, hie und da Anstoß zu erregen, müssen wir auch noch der Flohplage gedenken, welche die Wallfahrt über unsere gute Stadt gebracht hat. So Etwas ist überhaupt noch nicht dagewesen! In den Droschken, den Pferdebahnwagen vor Allem aber in den Massenquartieren wimmelt es von Flöhen, worunter nach und nach ganz Trier zu leiden hat. Der Einzelne steht dieser Plage vollständig machtlos gegenüber. Er mag sich jeden Tag 12 Mal umkleiden, so wird er diese abscheulichen Plagegeister doch nicht los. Die Trierische Damenwelt ist in Verzweiflung. Viele haben es trotz des ungünstigen Wetters vorgezogen, nochmals auf die Sommerfrische zu gehen, statt sich in Trier den letzten Blutstropfen absaugen zu lassen. Wenn etwa ein moderner Dichter dem alten Johann Fischart die Krone streitig machen und eine neue„Flöhhatz“ schreiben wollte, so könnte er dazu nirgendwo bessere Studien machen als gegenwärtig in * Saarbrücken, 28. Septdr.(Ein schreckliches Unglück) trug sich am Samstag Nachmittag in St. Johann im Dachgeschoß eines Hauses der Marktstraße zu. In einem nahe des Ofens stehenden Korb lag dort ein neun Monate altes Kind. Auf noch nicht aufgeklärte Weise geriech der Kord in Brand. In dem Zimmer war Niemand anwesend als der alte Großvater und ein dreijähriges Kind. Der alte Mann schlief auf einem Bett. Der Kord am Ofen gerieth in Brand und als Nachbarn infolge des starken Rauches in das Zimmer drangen, stand der Kord in Flammen, aus welchem das arme Kind als verkohlte Leiche hervorgezogen wurde. Wen die Schuld trifft— ob der Großvater die Fürsorge aus dem Auge gelassen, oder ob das dreijährige Enkelchen mit dem Feuer gespielt hat— ist, wie gesagt, bis jetzt noch nicht festgestelt worden. und Stahlindustrieller belief sich die Roheisenproduktion des Deutschen Reichs(einschl. Luxemburgs) im Monat August 1891 auf 392233 T.; darunter Puddelrobeisen und Spiegeleisen 147 670 T., Bessemerroheisen 33 760 T., Thomasroheisen 155 518 T. und Gießereiroheisen 55285 T. Die Produktion im August 1890 betrug 371102 T., im Juli 1891 381537 T. Vom 1. Januar bis 31. August 1891 wurden produzirt 2904 755 T. gegen 3102 667 T. in gleichen Zeitraum des Vorsahres. Vermischte Nachrichten. * Für die verminderte Gefährlichkeit der durch die, neuen kleinkalibrigen Handfeuerwaffen hervorgebrachten Verwundungen theilt auf Grund eines in England stattgehabten Vorfalles„L'Avenir militaire“ einen interessanten Beleg mit: Im Lager von Aldershot ward ein Mann durch einen Schug in den Schenkel verwundet. Die Heilung ging rasch von Statten, nach vierundzwanzig Tagen war die Wunde vernarbt. Bald durauf starb der Mann an einer Krankheit. Man benutzte dies, um sich über die Verwundung zu unterrichten, sand aber keine Spur des Weges, auf welchem die Kugel das Fleisch des Schenkels durchdrungen hatte.„„„ Im Gebirge verunglückt. Aus Glarus wird gemeldet: Eine Gesellschaft von 4 Personen wollte am Sonntag bis zum Guppen=Firn(Glarus) steigen; zwei davon kehrten unterwegs wegen Ermüdung wieder um, die beiden anderen stiegen weiter, sind aber bis jetzt nicht zurückgekehrt, so daß man ein Unglück befürchtet. Es verlautet, der eine Bergsteiger sei todt, der andere schwer verletzt.— In den Glarner Alpen ist Schnee gefallen. Bei dem gemeldeten Einsturz der Tribüne in Gent blieben nach amtlicher Feststellung 18 Personen todt, 300 wurden schwer verletzt, 700 leicht verletzt. Regimentsjubiläem. In Bremen hat die Feier des 25jährigen Jubiläums des 1. Hanseatischen InfanterieRegimentes Nr. 75 in üblicher Weise unter Theilnahme der Militär= und Zivilbehörden stattgefunden. In Hamburg ist die gleiche Feier für das 2. Hanseatische Infanterie=Regiment Nr. 76 begangen worden. Feuersbrunst. In Cielmitz bei Pleß(Schlesien) sind 15 Wirthschaftshöfe mit der Ernte niedergebrannt. Im Ganzen wurden 39 Gebäuden eingeäschert. 20 Familien sind obdachlos. Ein Mörder für zehn Mark! Ein junger Bursche aus Fehringer, welcher auf der Eisenbahu bei Eversweiler arbeitete, zeigte einem anderen Burschen seines Ortes ein Zehnmarkstück. Dieses Goldstück erweckte die Geldgier des Burscheu. Er ergriff sein Messer und schnitt, wie die„Str. Post" berichtete, seinem Kameraden buchstäblich den Hals ab! Der Mörder versteckte die Leiche im nahen Walde, nahm das 10 Markstück zu sich und arbeitete ruhig weiter. Die That wurde jedoch bald entdeckt und der Mörder verhaftet..... S. 6e 8s, Menest. * Heringsessen als Strafmittel, das ist die neuerte Erfindung der russischen Beamten in den Gefängnissen Siviriens. Man wendet es vor Allem gegen diejenigen Teportirten an, welche keine Geständnisse machen und ihre Mitschuldigen nicht nennen wollen. Das fortwährende Essen scharf gesalzener Heringe soll, nach den Aussagen einiger Gefangenen, zu den ärgsten Torturmaßregeln gebören, die jemals erdacht worden sind; Daumschrauben, Halseisen und sonstige Folterwerkzeuge sind harmlose Dinge dagegen. Der Sträfling wird in eine gutgeheizte, möglichst enge Zelle gesperrt und erhält keine andere Nahrung als Salzheringe, selbst das übliche„Wasser und Brod“ wird ihm entzogen. Der Durst ist ein böser Peiniger und wenn der Gefangene wieder der Untersuchungskommission vorgeführt wird, ist er so mürbe gemacht, daß er noch mehr aussagt, als man von ihm verlangt. Wenn ihm dann nach der langen Heringsperiote zum ersten Male wieder ein frischer Trunk Wasser gestattet wird, faßt ihn vor Gier der Schwindel und ein förmliches Fieder schüttelt ihn.„5 * Eisenbahn Zusammenstöße. Bei Mconcava auf der Eisenbahnlinie Valencia=Betera in Spanien hat ein Zusammenstoß zweier Züge stattgefunden, wobei drei Personen getödtet, fünf Personen verwundet wurden.— Ferner stieß auf der Eisenbahnlinie von Lissubon nach der spanischen Grenze bei Praja der Schnellzug mit dem Postzuge zusammen; mehrere Personen wurden verwundet. * Zwei Millionen gestohlen. In der London and Westminster=Bank in Lotybury wurde am Mittwoch, während die Geschäfte dort gerade ihren Höhepunkt erreicht hatten, aus dem Bureau des Direktors der Abtheilung für die Prozinzen ein Bündel Wechsel im Gesammtbetrage von 100000 Pfd. Sterling gestohlen. Der Dieb ist zwar mit seinem Raube unbehelligt entkommen, dürfte aber wenig Nutzen davon ziehen, da die Zahlung oder Negociirung der Wechsel inhibirt wurde. * Ein schrecklicher Tod ereilte den Feldarbeiter Drage zu Upwood(Englans). Drage und sein kleiner sohn arbeiteten auf dem Felde mit der Mähmaschine, als plötzlich eine Jagdgesellschaft dabersprengte und das vor die Maschine gespannte Pferd scheu machte. Drage fiel unter die Messer, wurde eine Strecke lang fortgeschleift und entsetzlich zerhackt und verstümmelt. Seine letzten Worte waren:„Ein Glück, daß ich es bin und nicht mein Sohn!" Theaterbrand. Während der Vorstellung der Operette „Mamselle Nitouche" im Kasino Theater zu Spa brach am Freitag voriger Woche plötzlich Feuer aus, welches das Dach des Theatergebäudes ergriff. Alles stürzte den Ausgängen zu und es entstand ein fürchterliches Gedränge, wobei etwa 20 Personen verletzt wurden. Eine Frau fiel in Ohnmacht, aus der sie erst nach einigen Stunden erwachte. Das Feuer, das einen Theil des Daches verzehrte, wurde nach etwa einstündiger Dauer gelöscht. Werthvoller Fund. Aus Savona wird gemeldet: Ein Eisenbahn=Kondukteur fand im Anstandsorte der Station Novi Ligure eine Ledertasche mit 65.000 Lire in Banknoten. Man nimmt an, daß die Summe von einem französischen Pilger vergessen worden und für den Peierspfeuug bestimmt gewesen ist. und Verkehr. * Wie die„Kölnische Zeitung“ mittbellt, bat der westdeutsche Grobblechverband in seiner Hauptnersammlung am Samstag beschlossen an den bisherigen Preisen festzuhalten. Die Bestrebungen nach einer festen Verbandsform werden fortgesetzt. * Deutsche Roheisen=Erzeugung. Nach den stattstischen Ermittelungen des Vereins drutscher EisenGek. Markt- und Coursberichte. Berlin, 29. Sept., 2½ R. Fruchthögse. Weizen Sept. 000,00, Sept.=Okt. 226,25 Okt.=Nvu. 22400, Nov.= Dez. 22425 Mark. Gek. 20,000 Centner. Roggen Sept. 232.00, Sept.=Okt. 232.00, Okt.=Nov. 228,50, Nov.=Dez. 226.50 Mk. Gek. 0000 Centner. Hafer Sept=Okt 156.25 Okt.=Nov. 156.25, Nov.=Dez. 156,50 M. 3000 Ctr. Rüböl vorräthig mit Faß 62.20, ohne 61.40, Sept=Okt. 62,00, April=Mai 61.10 M. Gek. 500 Centner. Spiritus 70er vorr. 51,50 Sept. 50.80, Sept.=Okt. 50.70, Okt.=Nov. 50,40. Nov.=Dez. 50,30 M. April=Mai 50.,80 M. Gek. 930,000 Liter. Petroleum vorr. 23.00 M. Roggenmehl 0/1 Sept. 31,30, Sept.=Okt. 31.30 M. Bremen, 29 Sept. Petroleum vorr. stetig, 6.00 29. Sept. Petroleum flau, vorr. 15¼, Sept. 15¼. Okt.=Dez. 15½, Jan.=April 15½ fr. Glasgow, 29. Sept. Warragss 41e 6c. —— breit reine Wolle, nadelfertig, eg. 140 cm. 5 Mr. 2.75##. zu enorm reduz..—5 vorhaubene Lager und versenden jedes beliebige Quantum direkt an Private. Burkin-Fabrik-Depbt Oettinager& Ce., Frankfert a. M. Musier unserer reichsten Auswahl umgehend franco. k.— ns. Mater zirtes Preisen liquiviren das Statt besonderer Anzeige. Ein kräftiger Junge angekommen. Witten, 29. Septbr. 1891. Gust. Freund u. Frau. Bekanntmachung. Statt jeder besonderen Nachricht! Todesanzeige. Gestern Nachmittag gegen 2 Uhr starb plötzlich mein unvergesslicher Mann, unser guter Vater Heinrich Mads im vollendeten 35. Lebensjahre, nachdem er sich nach längerem Leiden auf dem Wege der Besserung befand. Wir bitten um stille Theilbahme. Witten, 29. Sept. 1891. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung üindet am Donnerstag Nachmittag 4 Uhr vom Sterbehause, Poststr. 22, aus statt. Donnerstag, den 1. Oktober, Vorm. 9½ Uhr, anfangend, werde ich an meinem Verkaufslokale im Hemsoth'schen Saale hier: 2 Tafelheerde, 1 Mantelosen, 1 Parthie Küchengeschirre, 1 Glasschrank, 1 Kleiderschrank, mehrere Tische, Stühle, 1 Regulator, 1 Nähmaschine, 3 vollständige Betten, eine Bierpumpe, 1 Bierwärmer, 1 Kaffeemaschine, eine Portion Gläser, Einmachfässer= und Töpfe, ca. 3 Mille Cigarren u. s. w. öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigern. Witten, den 30. Sept. 1891. Franzmann, Gerichtsvollzieher. Glas, Porsraan und Opierwauren. Bekanntmachung. Die Ersatz=Reservisten, welche im Jahre 1886 oder früher der Ersatz=Reserve überwiesen sind und nicht geübt haben— Jahrgang 1884— werden hierdurch aufgefordert, ihre Ersatz=Reserve=Pässe behufs Ueberführung zum Landsturm I. Aufgebots bis zum 1. Oktober d. Is. dem betreffenden Bezirks=Feldwebel abzugeben und in der Zeit vom 1. Oktober bis spätestens 20. Oktober wieDiejenige Ersatz=Reservisten, welche am 20. Oktober ihre Pässe nicht abgeholt haben, verbleiben gemäß Nr. 16. der Paßbestimmungen in der Ersatz=Reserve. Bochum, den 16. Sept. 1891. Königliches Bezirkscommanoo. Er ist da: # Bekanntmachung. 0 Die Auestraße wird von der Gasstraße bis zur Gewehrfabrik am Donnerstag und Freitau den 1. und 2. Oktober wegen Ausführung von Rohrleitungsarbeiten für Fuhrwerk und Reiter gesperrt. Witten, 29. Sept. 1891. Die Polizei=Verwaltung. Dr. Haarmann. " 1 7 Buchdruck-Schnellpressen befinden sich in fieberhafter Thätigkeit, um die RiesenAuflage von circa 400,000 Exemplaren " bewältigen zu können von Payne's Illustr. Um für die in nächster Zeit eintreffenden großen Weihnachtssendungen Platz zu gewinnen, verkaufe sämmtliche Waaren zu bedeutend ermäßigten Preisen. Empfehle compl. Tafelservice, Kaffeeservice, fein bemalt und vergoldet von 4 Mk. 50 Pfg. an, Waschgarnituren, Bier= und Liqueur=Service, Tischlampen von 1 Mk. 25 Pfg. an, sowie alle übrigen HaushaltungsGegenstände, außerdem Korbsessel und Kinderwagen in großer Auswahl billigst. Fr. Herrmann. Deutsch=sozialer Verein, Langendreer. No. 230. Ziehung I. Cl. 24.-26. Nov. 1891. „us—r Teuteitate Betanntinachung. Die Oberstraße ist wegen der Umpflasterung zwischen der Winkelund Ardeystraße bis auf Weiteres für Fuhrwerk und Reiter gesperrt. „Witten, 28. Sept. s1891. Die Polizeiverwaltung. Dr Haarmann. Flechtenklalte, auch die, welche nirgend Heilung fanden, versäumen nicht, das von Rolle, Hamburg, St. Pauli, Marienstr. 65, zu beziehende Buch zu lesen. Preis Mk. 1.50 gegen Einsendung. Die Medicamente sinoin einigen Tagen alle, weshalb um erneute Sendung durch Ihren Apotheker bitte. Die Hände sind jetzt wieder heil, nur über die Handgelenke kommen mitunter einzelne rothe Flecke vor, welche nach geschehener Einreibung bald wieder verschwinden. Himmighausen 2. Mai 1891. Hochachtungsvoll Merkel. für 1892, welcher bereits erschienen ist und zwar in einer mannigfaltigen und bunten Ausstattung, wie sie zum Preise von 50 Pfg. wohl von keiner andern Seite geboten werden kann! Sieben 1)„Hau! Hau!“ Oeldrucktitelbild von Pacher, 2) Der Wand=Kalender, auf steifer Pappe, 3) Portemonnaie=Kalender, in Blechhülse, 4) Neue Eisenbahnkarte Deutschlands, ferner die humertstischen Buntdruckdilder: 5) Lustigmacher mit u. wider Willen, 6) Die Kinderwelt, von Meggendorser, 7) Im Circus. 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Vaters sich niemals g wenn sie sein Italienern, wo es seine Feind patriotische Ge „nationale“ R treue". Deuts muß wechseln; Vernichtung, digenderen Ge Platz machen. Oesterreich mu bund zurückzie im Orient ver Elsaß=Lothrin reich oder Se ruhigt, und di erzwingt durck nung in Deut von 1866 hei vor 1866 zur katholische Vo unter dem Sc eine gleiche Kirchenstaates ist eine allg selbst geworde Ende des mächtig au ergeben könn derung müßt Christt, zur nung bedeut ängstliche S haben die Fr höhnen. Papst!“ Das geh Preußenhaß, je in einem men ist; es Versuch zur machen. So doch nicht diesem Wah wenn ein od