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Risel& Co. in Hagen. ter Verantwortlichteit bepold in Witten. —6 No. 198. Fernsprech=Nr. 46 für Witten. Witten, Mittwoch, den 26. August Fernsprech=Nr. 18 für Hagen. 1891 „ Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Friertage. Insertionen werden die 7 gespaltene Petitzeile mit 10 Pf. berechnet. verbunden mit dem für Witten und Amgegend. Abonnementspreis(inel. der Gratisbeilage 4 „Märkisches Heim"): 1,80 Mark vierteljährlich, monatlich 60 Pfg. bei Bestellung durch die Boten. Bei Abnahme auf der Post inel. Bestellgeld 2.20 Mr S Geschichte des deutsch=französischen Krieges vom Grafen Moltke. Von den„Gesammelten Schriften und Denkwürdigkeiten des Generalfeldmarschalls Grafen Helmuty von Moltke“ ist bekanntlich zunächst der Band erschienen, welcher die„Geschichte des deutsch=französischen Krieges von 1870/71“ behandelt. Wir erhalten damit ein Werk von hoher Wichtigkeit, das sich den besten in unserer Literatur anreiht und das nach seiner ganzen Anlage darauf berechnet ist, nicht bloß dem Geschichtsschreiber und Militär als wichtiges Quellenbuch zu dienen, sondern bei dessen Abfassung dem Grafen Moltke daran gelegen war, das Verständniß eines welthistorischen Ereignisses, das die Einigung Deutschlands herbeiführte, in die weitesten Schichten des deutschen Volkes zu tragen. Hierin liegt die Bedeutung und der hohe Werth der schlicht und klar erzählten Kriegsereignisse der Jahre 70 und 71. Jede Zeile des Buches gehört dem Grafen Moltke, der aus dem von der Akademie der Wissenschaften mit dem Verdun=Preise gekrönten Generalstabswerk die Ueberzeugung gewonnen hatte, nur militärischen Fachkreisen könnten diese tausenderlei Einzelheiten erwünscht sein, während die Laien genöthigt wären, aus kürzeren Darstellungen Belehrung zu schöpfen. So kam dies in Rede stehende Werk zu Stande, aus dem uns die Eigenart des wahrhaft großen Mannes entgegentritt: Klarheit des Urtheils, vornehme Gesinnung, Weite des Blicks, und bei logischer Schärfe eine geradezu wohlthuend schöne Sprache. Die Geschichte des deutsch=französischen Krieges lernen wir von den Kriegsvorbereitungen bis zum Rückmarsch der deutschen Heere kennen. Die beigegebene Karte des Kriegsschauplatzes soll den Ueberblick über den in großen Zügen geschilderten Gang des Krieges vermitteln. Durch das ganze Buch zieht sich wie ein rother Faden die bekannte Anhänglichkeit des Verstorbenen an die monarchische Regierungsform. Der Verfasser wird außerordentlich scharf und beinahe bissig in der Kritik über die französische Republik. Gleich auf dem ersten Blatt, da von solcher noch nicht die Rede ist, wirft er ihr den Fehdehandschuh hin mit den Worten: Ein friedliebender Souverän ist weniger selten als ein Parlament kluger Köpfe. Auch gegen die Annahme, daß die Militärpartei nothwendig eine Kriegspartei sei, wendet sich der hervorragendste Vertreter dieses Standes, indem er die Ansicht aufstellt, daß die Börse in unseren Tagen Einfluß genug besitze, um Armeen ins Feld zu führen, die ihre Interessen schützen müssen. Der amerikanische General Grant, der den Bürgerkrieg mit rücksichtsloser Hand niedergeworfen hat, sagte kurz nach seiner europäischen Rundreise über die seiner Ansicht nach übertriebene Disziplin, wie er sie hier gefunden haben wollte:„Ich frage den Teufel nach einem Soldaten, der unter allen Umständen die gegebenen Ordres ausführt.“ Moltkes ganze Natur, seine Erziehung in der großen Schule des Lebens, sein Standesgefühl gestatteten ihm eine ähnliche Sprache nicht, aber es muß den Nichtmilitär doch merkwürdig berühren, daß in dem Bericht über die Schlacht von Beaumont Moltke ohne ein Wort des Tadels erzählt, daß General von Schöler, dem ausdrücklichen Befehl seines Vorgesetzten, des Kronprinzen von Sachsen, zuwiderhandelnd, die schöne Gelegenheit, den Feind anzugreifen, nicht vorübergehen lassen wollte. Während Moltke, wenn er die Fehler untergebener Generale erwähnt, dem tadelnden Ausspruche stets einige Worte der Entschuldigung beifügt, übt er über die eigene Person die denkbar schärfste Kritik. Fast alle Schriftsteller, welche den deutsch=französischen Krieg beschreiben, erwähnen mit Begeisterung der Episode des Angriffs der Pommern am Abend der Schlacht von Gravelotte; einige schildern sogar Moltke an der Spitze der Kolonnen zur Attacke reitend. Moltke selbst sagt, es wäre korrekter gewesen, wenn der Chef des Generalstabes, der am Platze anwesend war, diese Bewegung so spät Abends nicht erlaubt hätte. Aehnlich verurtheilt er seine eigene Initiative beim Massenbombardement von Straßburg. Er sagt, der Versuch, die Kapitulation auf diese Art zu erzwingen, sei gegen den Rath des Ingenieurgenerals Schulz, aber mit Zustimmung des Großen Hauptquartiers erfolgt, und giebt auf demselben Blatte zu, daß ein verhängnißvoller Ircthum begangen worden ist. Das Bombardement von Paris erwähnt der Feldmarschall als selbstverständliche Thatsache und ohne ein Wort über die Nothwendigkeit des Verfahrens zu verlieren. Nur das Zugeständniß macht er, daß es nicht auf die Zerstörung der Stadt abgesehen gewesen sei, sondern darauf, einen Druck auf die Bevölkerung auszuüben. Auf der anderen Seite bedauert der Marschall die Beschießung von Kehl. Freilich steht er auch nicht an, sich gegen ein ungerechtes oder anmaßendes Urtheil zu vertheidigen. So erwähnt er z. B. in seinem ersten Bericht über den Anfang der Belagerung von Paris, daß behauptet worden sei, schon an diesen. Tage, dem 19. September, hätte das Belagerungsheer Gelegenheit nehmen sollen, gleichzeitig mit den fliehenden Franzosen in eines der Forts einzudringen. Moltke bezweifelt die thatsächliche Möglichkeit eines solchen Unternehmens und fügt hinzu, daß derartige Wagstücke niemals von oben herab befohlen werden, sondern nur der Initiative des Augenblicks entspringen. Die schweren Pflichten des Generalstabes, der noch am Abend der Schlacht für die neugeschaffene Situation neue Pläne zu entwerfen hat, werden ebenfalls zu Beginn des Werkes erwähnt, und bei einer dieser Gelegenheiten(in dem Bericht über die Schlacht von Beaumont) läuft sogar eine kleine Bosheit unter. Moltke erwähnt nämlich da der vielen hohen Herrschaften, die es sich im königlichen Hauptquartier bequem machen, während die Offiziere, welche die nöthigen Ordres über die Bewegungen der Armee vorzubereiten haben, nach Obdach suchend umher irren. Der persönlichen Tapferkeit einzelner Offiziere, Truppen und Corps thut der Verfasser oft mit sichtlicher Wärme Erwähnung, indeß nicht ohne durchblicken zu lassen, daß die Betreffenden denn doch nur ihre Pflicht gethan haben. Die deutsche Kavallerie scheint ihm sehr nahe zu stehen, aber auch die des Gegners nöthigt ihm bei einzelnen Gelegenheiten anerkennende Worte ab, und der Tapferkeit der Bayern im Handgemenge erwähnt der Feldmarschall im Besonderen. Die deutschen Festungsbau=Enthusiasten werden aus der Schrift lernen, daß Moltke durchaus keine hohe Meinung von der Wichtigkeit solcher festen Plätze bekundet. Die Erinnerung an die Großthat der Strategie, die Schlacht von Sedan, zwingt den greisen Autor zur Beredtsamkeit, aber auch an dieser Stelle sind die Worte gezählt und des eigentlichen Siegers Name bleibt unerwähnt. Dagegen wirft der Feldmarschall die oft erwähnte Frage auf, warum wir den 2. Sept. feiern, da doch der Tag, an dem sich die deutsche Armee mit Ruhm bedeckt, der erste September gewesen sei. undschau. In einem Artikel„Die Arbeiter von heute“ schreibt die„Köln. Ztg.“: Es giebt vielleicht noch einen guten, unverdorbenen Kern, und die besseren Arbeiter sind vielleicht zahlreicher, als Mancher meint. Aber sie lassen sich von ihren Genossen tyrannisiren und beschränken sich nur zu oft darauf, einen stillen Protest gegen die Tyrannei ihrer von der Sozialdemokratie angesteckten Genossen einzulegen, so sehr diese Tyrannei ihnen auch von Herzensgrund zuwider sein mag und so sehr sie dieselbe zum Henker wünschen. Ein lauter Protest wäre bedeutend wirksamer, er würde wieder die Gesetzgeber an ihre Pflicht mahnen, die Arbeiter gegen die Sozialdemokratie zu schützen. Viele glauben, es bedürfe eines solchen Schutzes nicht. Aber thatsächlich ist der Arbeiter seinen sozialistischen Genossen gegenüber wehrlos, er wird gezwungen, mit dem Strome zu schwimmen, ob er will oder nicht: er wird gezwungen, Beiträge an die sozialistischen Kassen zu zahlen, ob er will oder nicht. Die Sozialdemokratie darf nicht als eine mit andern gleichberechtigte Partei angesehen werden, sie ist das weder in den Zielen, die sie verfolgt, noch in den Mitteln zum Zweck. Arbeiterschutz! steht auf den Fahnen unserer Zeit; Arbeiterschutz nach allen Seiten! sollte darauf stehen. * Ein hübsches Bild machen die Petersburger Nowosti ihren Lesern über die angeblichen Zustände in Deutschland. Sie erzählen u. A.: Der Kaiser sei so krank, daß alle höheren politischen Angelegenheiten ins Stocken gerathen sind, im Reiche herrsche Hunger und die stärkste Bewegung gegen die Regierung; in verschiedenen deutschen Einzelstaaten endlich seien deutliche Anzeichen des bevorstehenden Zerfalls bemerkbar. Für Alles Dies wird— Fürst Bismarck verantwortlich gemacht, dessen zwanzigjähriges Regime Nichts zur Festigkeit der Reichseinheit beigetragen habe, während seine Nachfolger nicht wenig getyan, um sie noch mehr zu erschüttern. Wenn Bismarck für den Getreidezoll eintrat, so sei es nur in guten Erntejahren zum Zweck der Vermehrung der Staatseinkünfte und zur Förderung der vaterländischen Landwirthschaft geschehen. Wäre diese Politik auch eine falsche gewesen, so hätte sie immerhin doch einen äußern Beweggrund gehabt. Jetzt aber liege die Sache ganz anders. In Deutschland sei die Ernte sehr schlecht ausgefallen, Rußland habe ein Roggenaussuhrverbot erlassen, und dennoch wolle General Caprivi dem Seufzen des Volkes kein Gehör geben, sondern bestehe auf Beibehaltung der Getreidezölle. Bismarck hätte bei allen seinen Fehlern wenigstens die Wichtigkeit und Bedeutung der Ereignisse erkannt, von Generol Caprivi und seinen Genossen lasse sich Das nicht behaupten. Diese bildeten sich ein, daß sie das Bismarck'sche System sortsetzen, aber„diese erbarmungslose Durchführung eines in seiner Grundlage falschen Systems grenzt an politische Blindheit.“ Wenn die Sachen in Deutschland so fortgehen, keinen die Nowosti, so lasse sich bald ein völliges Fiasko der Politik des neuen Kurses voraussehen. Und komme es dahin, so werde auch aufs Neue die Frage nach Bismarck in den Vordergrund treten. Die Sache liege so, daß man abermals mit der Möglichkeit einer Rückkehr Bismarcks zur Gewalt rechnen müsse. * Eine Besprechung der Chancen der Chica= goer Weltausstellung schließt die„Magdeb. Zeitung“ mit nachstehendem, einer gleichen Berliner Veranstaltung das Wort redenden Satze:„Mag die Beschickung der Chicagoer Weltausstellung aus den erörterten Gründen sich immerhin empfohlen haben, so kann doch das Interesse an derselben nicht im Entferntesten dem gleichkommen, das die deutsche Industrie an einer gewaltigen, großartigen Ausstellung in Berlin nehmen muß. Daß eine solche in den nächsten Jahren— nicht lange nach der Chicagoer Ausstellung— zu Stande kommt, ist sicher, nur ob als internationale oder nationale, steht noch nicht fest. Jedenfalls muß es aber eine großartige, imponirende Ausstellung werden, welche geeignet ist, die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf das Deutsche Reich auch in Hinsicht seiner hervorragenden friedlichen Leistungen in Kunst und Industrie zu lenken.“ * Freiheit, die ich meine! In einem Brüsseler Bericht des„Vorwärts" über die Volksbelustigungen, die mit einem dem SozialistenKangreß zu Ehren veranstalteten Sommerfest verbunden waren, lesen wir: „Uns Deutschen fiel beispielsweise die„Freiheit“— wenn man den Mangel an Polizeibevormundung schon Freiheit nennen will— auf, mit welcher die belgischen Genossen Monarchie und Landesvater verhöhnten. Ganze Menschenalter von Freiheitstrafen würden deutsche Richter für solche Freiheit verhängen. Im Saale stand z. B. in Lebensgröße das Gipsmodell des Königs Ludwig ll. Aber wie sah es aus? Die Genossen hatten ihm ein rothes Tuch über den Kopf geworfen, sodaß nur der Rumpf sichtbar war, und so zwang die Statue des Königs unmittelbar zu dem Vergleiche mit dem Rumpf eines Delinquenten, der eben von der Guillotine weg an die Wand gestellt wurde. Aber diese Respektwidrigkeit war nicht die einzige! In einem„Panoramu wurde als Extra=Spezialität„Die letzte Kravatte König Leopolds“— Pappendeckel=König ist sein Spitzname — angekündigt. Und was sahen wir nach Erlegung eines Extra=Obolus zu Gunsten der Parteikasse? Einen derben handfesten Strick. Daneben kündigten sich Feuer= und Glasfresser, Thierbändiger usw. mit marktschreierischem Lärmen an. In einer anderen Bude wurde der Schrecken der Hölle und des Fegfeuers dargestellt. Diensteifrige Satanc beförderten Pfaffen und Ausbeuter je nach der Größe ihrer Verbrechen und trotz Wehegeschrei und Widerstandes in den feuerspeienden Schlund. * Ueber Beeinflussung der russischen Politik durch die Czarin wird aus Petersburg gemeldet:„Gut unterrichtete Hofkreise erzählen als Thatsache, die Kaiserin von Rußland sei vollständig für den möglichst engen Anschluß an Frankreich. Ihr Einfluß sei wesentlich mitbestimmend bei der schwer erwirkten, nunmehr aber unerschütterlichen Annäherung des Czaren an Frankreich gewesen. Bei dieser Angelegenheit, bei welcher namentlich der russische Botschafter von Mohrenheim in Paris eine große Rolle spielte, habe die Kaiserin mehr als geborene dänische Prinzessin Czarin gehandelt und habe die Zusicherung Frankreichs zu einer Verständigung vermittelt, wonach bei einem glücklich durch Rußlands Hilfe beendeten Kriege mit Deutschland die Rückgabe Schleswigs an Dänemark erfolgen solle.“ * Berlin, 24. August. Die Getreideausfuhr aus Rußland ist wegen der Nähe des Sperrtermins für Roggen eine sehr große. Der Fahrpark der Bahnen, insbesondere der Marienburg=Mlawkaer Eisenbahn und der mit ihr in Verbindung stehenden russischen Weichselbahn ist bis aufs Aeußerste in Anspruch genommen, um das zur Versendung aus Rußland bestimmte Getreide noch rechtzeitig heranzuschaffen. Am Sonnabend kamen allein 150 Waggons Roggen in Danzig an. Wie an der dortigen Börse mitgetheilt wurde, hat sich die Mlawkaer Bahn noch 200 offene Waggons leihweise beschafft, um alles ankommende Getreide an der Grenze zunächst sofort zu übernehmen und dann nach und nach weiter zu schaffen. Ferner war für letzten Sonntag, der Danz. Ztg. zufolge, eine besondere Börsenstunde eingerichtet und die Arbeit auf der Speicherbuhn und den Speichern, mit Ausschluß der Stunden des Hauptgottesdienstes, von der Polizeibehörde gestattet worden. An der hiesigen Produktenbörse sind die Roggenpreise um einige Mark beruntergegangen. — In den nächsten Tagen wiro auch der Minister von Bötticher seinen Urlaub antreten. Erst nach der Rückkeyr von demselben werden die Bundesrathsarbeiten wieder in Fluß kominen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Bundesrath zu einem etwas früheren Termine, als es früher der Fall ist, einberufen wird, da für den Reichstag ein ziemlich umfassendes Material vorzubereiten bleibt. Der Reichshaushalt, die Handelsverträge und das Krankenkassengesetz, ein Arbeitsumfang, welcher an sich ausreicht, eine parlamentarische Tagung zu beschäftigen, werden nicht allein den Inhalt der Tagung bilden, sondern, nach den Vorbereitungen zu schließen, dürften für dieselbe noch eine Anzuhl von Vorlagen recht wichtigen Inhalts zu erwarten sein. Freilich bleibt abzuwarten, wie weit in dieser Beziehung eingeleitete Vorarbeiten zu Ergebnissen führen. Bezüglich des Krankenkassengesetzes gehen dem Bundesrathe aus Interessentenkreisen noch dauernd Eingaben und Vorstellungen zu, und es wird sich zu zeigen haben, wie weit die Regierung dieselben berücksichtigen möchte. Jedenfalls hofft man das Krankenkassengesetz in der bevorstehenden Tagung zum Abschluß zu bringen. — Die Lage der Finanzen des Deutschen Reichs, wie sie durch die Veröffentlichung der Isteinnahme an Zöllen und Verbrauchssteuern für das erste Drittel des laufenden Etatsjahres dargestellt wicd, ist durchaus nicht so erfreulich, wie sie sich vwzekreg 16 flossenen Jahres für den Beginn des Etatsjaglr- 1690.91 darstellte. Zwar hat ja das viermonatliche Ergebviß die dem Etat zu Grunde gelegte Schätzung im Ganzen noch immer übertroffen. Ein Drittel des Eratsansatzes für die Zölle und Verbrauchssteuern beläuft sich auf rund 193 Millionen und der wirkliche Ertrag der ersten vier Monate beziffert sich auf nahezu 240 Millionen, übersteigt also die betreffende Gruppe der Etatspositionen um 47 Millionen. Jedoch wird man dabei nicht außer Acht lassen dürfen, daß die Einnahmen der Materialsteuern in der zweiten Hälfte des Jahres bei Weitem nicht so günstig ausfallen wie im ersten, daß später die Ausfuhrvergütungen diese Einnahmen fast völlig aufzehren, daß also die jetzt vorliegenden Zahlen noch keine Grundlage für ein allgemeines Urtheil darüber geben, ob der gesammte Etatsansatz erreicht oder ob bezw. wie er voraussichtlich übertroffen werden dürfte. Dagegen ist eine Schätzung der einzelnen Verbrauchssteuern mit Ausnahme der Materialsteuern schon jetzt angängig. Diese haben aber in ihrer Mehrheit kein erfreuliches Aussehen. Nur die Verbrauchsabgabe von Zucker und die Brausteuer haben im ersten Jahresdrittel mehr ergeben, als ein Drittel des Etatsansatzes beträgt, die erstere sogar 2 Millionen mehr. Dagegen haben das Veranlagungsdrittel weder die Tabaksteuer, noch die Salzsteuer, noch schließlich die Branntweinverbrauchsabgabe erreicht; die letztere ist mit 1.2 Millionen hinter ihm zurückgeblieben. Die Zölle allerdings haben das Veranlagungsdrittel um 13 Millionen übertroffen. Jedoch haben sie im vorigen Jahre für den gleichen Zeitraum ein Plus gegen die ersten vier Monate des Jahres 1889 von über 15½ Millionen ergeben und stehen nunmehr gegen 1890/91 mit über 7 Millionen zurück. — Zwischen den hier im Asyl für Obdachlose untergebrachten russischen Auswanderern und den Aufsichtsbeamten hat sich das Verhältniß immer drohender gestaltet. Das Asyl beherbergt gegenwärtig noch etwa 200 dieser Leute einschließlich der Familien, welche aus Brasilien zurückgekehrt sind. Trotz der Warnungen, welche die Letztern Landsleuten zukommen lassen, verharren diese bei der Meinung, daß sie nach dem Eldorado ihrer Träume gebracht werden mußten. Die von dort zurückgekehrten Russen finden kein Gehör bei den übrigen, weil man sich einbildet, daß deutsches Geld die nach ihrer Ansicht unwahren Schilderungen veranlaßt habe. Desgleichen sehen sie den Geistlichen, welchen der Propst Jahnel den Russen sandte, um sie zur Arbeit zu bewegen, als verkappten Polizeibeamten an. Der Inspektor Bandemer erklärt, daß die Auswanderer auf das freundliche Zureden, doch endlich eine Thätigkeit zu beginnen, nur immer wieder die Antwort haben:„Für deutsche Hunde rühren wir keine Hand.“ Eine polnische Dame der Aristokratie hat sich dieser Tage der Mühe unterzogen, den Russen ins Gewissen zu reden, Alles umsonst. Bei einer Revolte hatten sich die Auswanderer mit Messern und auch mit einem Revolver bewaffnet, welcher letztere bislang nicht aufgefunden werden konnte, während die erstern weggenommen worden sind. Bezeichnend ist es ferner, daß die Leute während der Nachtzeit einen vollständigen Sicherheitsdienst eingerichtet haben und Posten ausstellen, weil sie in der Furcht leben, im Schlafe ermordet zu werden. — Aus Breslau erhält die„Köln. Ztg.“ folgende Zuschrift, deren Inhalt auch der Armenverwaltung eine Anregung zu Versuchen geben will, wie bei hohen Roggenpreisen großen Menschenmassen ein kräftiges, nahrhaftes, sättigendes und zugleich billiges Brod zu verschaffen sein wird. Es werden die größeren Brodbäckereien darauf hingewiesen, daß ein Gemisch von halb Roggenmehl und halb Haferschrot ein sehr wohlschmeckendes Brod abgiebt, das demjenigen aus einer Mischung von Weizenmehl und Roggenmehl entschieden vorgezogen wird. Hafermehl ist um ein Bedeutendes nahrhafter als Weizen und Haferroggenbrod hält sich gut genießbar 10 Tage. — Die Sozialdemokratie hat in den Städten des rheinisch=westfälischen Industriegebiets im letzten Jahre erhebliche Einbußen erlitten, so daß es die sozialdemokratischen Vereine kaum noch wagen, öffentlich hervorzutreten. Dies hat die Füdrer der sozialdemokratischen Arbeiter veranlaßt, neue Hilfstruppen auf dem platten Lande zu werben. Die ländlichen Bezirke werden demzufolge von sozialdemokratischen lichem Maße heimgesucht, so daß der Westfälische Bauernverein es als seine vornehmste Aufgabe erkannt hat, diesem Treiben energisch entgegenzutreten. In in Recklinghausen stattfindenden außerordentlichen Generalversammlung wird der ehemalige Reichstgghußgegg nete Freiherr von Schorlemer=Alst über die E in der Landwirthschaft und über die Wühlarbeit unter den Bauern reden. Schon jetzt werden die sämmtlichen Landwirthe Westfalens aufgefordert, der sozialdemokratischen Agitation nach Kräften entgegenzuMerseburg, 24. Aug. In der großen, prachtvoll ausgeschmückten Festhalle fand heute Nachmittag 4 Uhr das Festmahl des Provinziallandtages zu Ehren des Kaiserpaares statt. Der Kaiser und die Kaiserin wurden von dem Fürsten Stolberg= Wernigerode an der Spitze der Mitglieder des Landtages empfangen. Hierauf erfolgte die Vorstellung der Geladenen. Bei der Tafel hatten neben dem Kaiser die Fürstin Stolberg= Wenigerode, neben der Kaiserin Graf Stolbera=Roßla ihren Platz. Gegenüber den Majestäten saß der Fürst Stolberg= Wernigerode, selben auf der einen Seite der Oberpräsiden: Seite der kor neben demselben, au, vi.. Pest, dur e von Pommer=Esche, auf der anderen Seite der kommandirende General Hänisch. Fürst Stol brachte ein Hoch auf den Kaiser und die Kaiserin aus, das von der Festversammlung begeistert aufgenommen wurde. Der Kaiser erwiderte mit einem Hoch auf die Provinz Schwerin, 24 Aug. Das Befinden des Großherzogs ist während des gestrigen Tages ein leidlich gutes gewesen. der Appetit hatte sich gehoben und die Anfälle von Athemnoth traten nur selten und schwach ein. Der Großherzog hat die Nacht von gestern auf heute ziemlich gut geschlafen. Helgoland, 23. August. Man ist hier augenblicklich damit beschäftigt, das Fundament zu dem Denkmal für Hoffmann von Fallersleben zu legen. Der Dichter, der so oft und gern in Helgoland weilte, hat hier bekanntlich sein„Deutschland, Deutschland über Alles" gedichtet. Die feierliche Grundsteinlegung findet am 26. d. Mts., 3 Uhr Nachmittags, statt. Daran schließt sich ein Festmahl im Konversationshause. Wien, 24. August. Der Bischof Stroßmayer Panslavist) hat einem Interviewer erklärt, (begeisterter Panslavist) hat einem Imrrrielber erklatt, er halte die Vereinigung der katholischen und orthodoxen Kirche nur für eine Frage der Zeit. Zwei Dinge müßten allerdings der Vereinigung vorausgehen, nämlich: die päpstliche Kurie dürfe nicht ausschließlich von den Italienern beherrscht werden und die Oberhoheit des Czaren in kirchlichen Dingen müsse schwinden. Auf die Frage, wie er sich Letzteres denke, sagte der Herr Bischof:„Nach 50 Jahren dürfte keine Krone in Europa mehr existiren und das gute russische Volk werde das beste republikanische Element abgeben. Auch fügte er bei, ein Krieg könne früher ausbrechen, als man glaube; der Dreibund werde gegen Rußland und Frankreich kämpfen müssen. Wien, 24. Aug. Der Fürst, die Fürstin und der Erbprinz von Montenegro sind gestern hier eingetroffen. Die Fürstin Milena ist vollkommen wiederherzestellt. Prag, 24. Aug. In Bubentsch. einer Station der nördlichen Staatsbaha stieß gestern Abend ein Lastzug auf den vor ihm stehenden nach Bodenbach bestimmten Personenzug, wodurch dessen letzter Wagen entgleiste, während der vorletzte stark beschädigt wurde. Acht Reisende erlitten Verletzungen, konnten jedoch ihre Reise fortsetzen. Paris, 23. August. In Bergerac fand heute die feierliche Enthüllung des Denkmals für die im Jahre 1870 gefallenen Soldaten statt, welcher der Chef des russischen Generalstabes, General Obrutscheff, beiwohnte. General Obrutscheff wurde bei seiner Ankunft von den Spitzen der Behörden empfangen. Die Stadt war festlich geschmückt. Dem General wurde ein Ehrentrunk geboten, wobei der Maire einen Toast auf den Kaiser von Rußland, die kaiserliche Familie und den General Obrutscheff ausbrachte. Letzterer erwiderte mit einem Toast auf die französischen Offiziere. Der Toast wurde mit stürmischen Hochrufen auf den„Helven von Plewna aufgenommen. Paris, 23. August. Gestern wurde in Marseille ein Mann verhaftet, der sich in zerlumpter Kleidung und ohne Schuhwerk auf den Straßen umhertrieb. Derselbe erklärte— und seine Angabe wurde für richtig befunden —, daß er der frühere Generalstabs=Hauptmann bei der Commune Eilbert sei, der seiner Zeit die Abtheilung kommandirte, welche den Erzbischof Darboy und andere Geiseln erschossen hat. Er wurde zur Deportation nach Neu=Caledonien verurtheilt, kehrte dann nach der Amnestie nach Frankreich zurück und lebte seitdem im tiefsten Elende. Seine damalige That sucht er damit zu entschuldigen, daß er, wenn er den gegebenen Befehl nicht ausgeführt hätte, selbst erschossen worden wäre. Er bittet jetzt, wiederum nach Caledonien zurückgeschickt zu werden. Paris, 24. August. Nach der Flottenrevue in Portsmouth sandte die Königin Victoria folgendes Telegramm an den Präsidenten Carnot:„Ich wünsche Ihnen all' das Vergnügen auszusprechen, Portsmouth, 24. August. Die Abreise des franösischen Geschwaders erfolgt am Mittwoch. Heute Vormittag besichtigten die französischen Offizieren des Arsenal und speisten Abends beim Herzog von Eonnaught. Die französischen Flottenmannschaften wurden im Rathhause mit Roastbeef, Plumpudding und Rothwein bewirthet. Morgen Abend giebt Admiral Gervais an Bord des„Marengo ein Mahl zu Ehren der britischen Flottenoffiziere. Beide Geschwader werden illuminiren. GropHeiterkeit erregt ein Erlaß des Polizeimeisters von Portsmouth, welcher die Bewohner ermahnt, während der Anwesenheit der Franzosen auf ihre Geldbörsen zu achten. Natürlich meinte er der bei dem Andrange sich einstellenden Diebe wegen. Ru##land. Petersburg, 24. August. Der Minister des Aeußeren, v. Giers wird bestimmt im Herbst zurücktreten. Sein allgemeiner Gesundheitszustand ist ein derartig geschwächter, daß er der anstrengenden Arbeit des nicht ruhenden Kampfes mit den ihm feindlichen Strömungen nicht mehr gewachsen ist. Der Czar trennt sich ungern von ihm, zumal er um den Nachfolger thatsächlich in Verlegenheit ist. Baron von Mohrenheim, der russische Botschafter in Paris wird es sicher nicht werda er dem Czaren, wie man versichert, nicht symden. ist, er ihn also wohl nicht stets um sich haben pathisch möchte. — Der Botschafter Baron von Mohrenheim, welcher auf 2 Monate beurlaubt war, hat sich gestern nach Frankreich zurückbegeben. Dänemark. Kopenhagen, 24. August. Zum Empfange des Kaisers von Rußland und der Kaiserlichen Familie hatten sich Vormittags am Landungsplatze und in den nach demselben führenden reichbeflaggten Straßen dichte Menschenmengen angesammelt. Der König, der Kronprinz und der König von Griechenland waren Vormittags auf dem„Danebrog", begleitet von einem Panzergeschwader, der kaiserlichen Familie entgegengefahren und hatten sich Mittags 12½ Uhr an Bord der kaiserlichen Yacht begeben, mit der sie südwärts von Kopenhagen zusammentrafen. Die Ankunft in Kopenhagen erfolgte um 2½ Uhr. Zum Empfange waren anwesend die Königin, die Kronprinzessin, die Prinzessin von Wales, die Prinzessin Marie, die Prinzen#ima##### Lund Wilhelm, fexner„die W. des diplomatischen Korps, sämmtliche einister New=York, 24. August. Nach einer Meldung des „New=York Herald“ aus Valparaiso vom 23. d. Mis. wäre es in unmittelbarer Nähe von Valparaiso zwischen der Armee des Präsidenten Balmaceda und den Kongreßtruppen zu einem harten Kampfe gekommen, der einen ganzen Tag währte. 20000 Mann hätten im Feuer gestanden und 3000 Todte und Verwundete wären auf dem Schlachtfelde geblteben. Die neueste Meldung lautet: Die Truppen der chilenischen Kongreßpartei haben einen entscheidenden Sieg über die Truppen Balmacedas am Aconcaquaflusse erfochten. Die Kongreßtruppen sind im Vorrücken auf Valparaiso begriffen. Das deutsche Geschwader liegt zum Schutze der deutschen Interessen im Hafen. Westfalen und welches mir der Empfang des Admirals Gervais und seiner Offiziere in Osborne bereitet hat und wie sehr ich das Geschwader bewundere, welches ich soeben habe Revue passiren lassen. Victoria.— Der Präsident erwiderte:„Ich bille Cw. Majestät, meinen aufrichtigsten Dank entgegenzunehmen für den huldvollen Empfang, welchen Sie dem Admiral Gervais und dessen Offizieren haben zu Theil werden lassen, sowie für die Gefühle und Meinungen, die Sie mir hinsichtlich des französischen Geschwaders ausgesprochen haben. Carnot. London, 24. August. Der Generalpostmeister Raikes ist heute Nachmittag am Gehirnschlage gestorben. London, 24. August. Die„Times“ melden aus Rangun, man befürchte den Ausbruch einer Hungersnoth und von Unruhen im oberen Birma. Der Vberkommissar der Centralprovinzen Mackenzie habe bekannt gemacht, daß er entschlossen sei, den Opium= und Waffenschmuggel zu unterdrücken. Waldemar, Hans und Veitglieder des diptomanste. Gerggr,—#tliche Minister und die Spitzen der Civil= und Militärbehorden. Nachdem der Kaiser die Parade über die vom Prinzen Christian kommandirte Ehrenkompagnie abgenommen hatte, fuhren die kaiserliche und die königliche Familie unter den lebhaften Bewillkommnungsgrüßen des Publikums nach Schloß Fredensborg. Italien. Mondovi, 23. August. Heute hat die Enthüllungsfeier des Denkmals für Karl Emanuel l. in Gegenwart der Minister di Rudini, Ferrari und Pelleux, zahlreicher Senatoren, Deputirten und Gemeindevorstcher, sowie unter Theilnahme mehrerer hundert von Vereinen stattgefunden; im Ganzen nahmen gegen 10 000 Personen an der Feier Theil. Der König und der Graf von Turin wohnten zuerst einer Messe bei und besuchten die Gruft Karl Emanuels. Alsdann folgte die Enthüllung. Der Deputirte Delvecchio hielt die Festrede und feierte Karl Emanuel als den Fürsten, der den Grund gelegt habe zur Einheit und Einigung Italiens. Am Nachmittage hielt der König eine Revue über 8000 Alpenjäger und eine Abtheilung Gebirgsartillerie ab, die glänzend verlief. Am Abend unterzeichnete der König ein Amnestiedekret für die Stellungsflüchtigen der Jahresklassen 1848 bis 1872. An dieser Amnestie nehmen 40000 Personen Theil. Den Schluß des Festtages bildete eine großartige Beleuchtung der Stadt und ein Diner bei dem Könige, zu welchem 50 Personen geladen waren. Türkei. Konstantinopel, 24. Aug. Für den bei Rimaourda von Räubern gefangenen Franzosen de Raymond ist gestern das Lösegeld von 5000 Pfund gezahlt worden, heute ist er in Freiheit gesetzt worden. Konstantinopel, 24. August. Russen und Türken schrauben sich wegen der freien Passage der Schiffe der sogenannten russischen Freiwilligen Flotte durch die Dardanellen. Diese Schiffe sind so gebaut, daß sie sofort in Kriegsschiffe durch Armirung mit Geschutzen verwandelt werden können. Da nun Kriegsschiffe nicht die genannte Meerenge passiren sollen, werden diese Fahrzeuge regelmäßig von den Türken angehalten und erst auf russischen Protest freigelassen. Diese kleine Schrauberei geht nun schon wochenlang und regt die Russen gewaltig auf. Glücklicherweise kann dem übrigen Europa die Sache gleichgiltig sein. Witten, 24. August.(43. Jahresfest der Turngemeinde.) Bei recht großer Betheiligung feierte gestern die bei Borgmann tagende„Turngemeinde" ihr diesjähriges Stiftungsfest durch Festzug, Schauturnen, Konzert und Festball. Um 3 Uhr traten die Mitglieder im Vereinslokale zum Abholen der Fahnen an und durchzogen sodann mehrere Straßen der Stadt, bis der Zug gegen 3½ Uhr wieder im Festlokale eintraf. Kurz nach 4 Uhr nahm das Schauturnen seinen Anfang, bestehend in Aufführungen der Jugendabtheilung, der Männerabtheilung und der Altersriege. Die Uebungen wurden sämmtlich von den vielen Zuschauern mit größtem Beifall aufgenommen, besonders gefiel das Turnen am Barren, Reck und Pferd. Staunen erregend waren die Leistungen im Stabhochsprung(2.50 Meter). Ein geordnetes Kurturnen der Männerabtheilung am Reck, das wiederholt stürmischen Applaus hervorrief, bildete den Schluß. Der erste Vorsitzende des Vereins, Herr Rechtskonsulent Pott. begrüßte vor dem Kürturnen in kurzer Ansprache die Festtheilnehmer und stattete unserem anwesenden Herrn Bürgermeister, dem Stadtverordnetenkollegium und Allen, welche sich um Erhaltung und Hebung der„Turngemeinde bemühten, besten Dank ab. Speziell gedachte er des verstorbenen Turnfreundes Herrn Louis Berger, der ein eifriger Förderer der guten Turnsache gewesen und geblieben sei bis zum Tode. Der Vorschlag des Turnfreundes Herrn Spennemann in Lage, an der Turnhalle ein Medaillon als Erinnerungszeichen an den verstorbenen L. Berger anzubringen, sei auch sein Wunsch und empfehle er hiermit dieses Projekt. Wohl sei die Zeit eine andere geworden als bei Gründung des Vereins im Jahre 1848, too den Bestrebungen noch ein politischer Beigeschmack angehaftet; heute erfreue sich die deutsche Turnerei der Fürsorge des Staates, an dessen Spitze unser Kaiser stehe als Schutz= und Schirmherr der deutschen Turnerei. Sein Gut Heil galt Sr. Majestät Kaiser Wilhelm U. Stehend wurde die Nationalhhmne gesungen, intonirt von der Stör'schen Kapelle, die während des Schauturnens konzertirte. Ein obligater Ball beschloß das in allen Theilen glänzend verlaufene Jahresfest. Gut Heil! Witten, 24. August.(Stiftungsfest.— Fahnenweihe.) Der Schlosser=, Dreher= und Schmiedegesellen=Verein feierte gestern bei Voß sein 4. StiftungsFest verbunden mit Fahnenweihe. Programmgemäß traten um 2 Uhr die Mitglieder im Vereinslokal(Sethe) zum Abholen der neuen Fahne an. Der Vorsitzende des Vereins, Schlosser Richard Blumberg=Wannen, nahm den Weiheakt vor und hielt folgende Anspcache:„Geehrte Kollegen! Ich erlaube mir, Ihnen einen herzlichen Willkommengruß zuzurufen. Diese Räume sahen uns schon oft in ernster Arbeit und fröhlicher Gesellschaft vereint. Am heutigen Tage bei Gelegenheit des 4. Stiftungsfestes blicken wir wieder auf einen größeren Zeitabschnitt zurück, dem die Arbeit zum Ausbau unsers Vereins gegolten hat. Der heutige Tag ist uns aber von weit hoherer Bedeutung als die voraufgegangenen Stiftungsfeste, denn heute sind wir durch die Opferwilligkeit unserer Kollegen zu dem langersehnten Ziele gelangt, eine Fahne zu erhalten, welche heute die feierliche Weihe empfangen soll. Das Vertrauen meiner Kollegen hat mich vor 3 Jahren an die Spitze des Vereins gestellt und beruft mich heute zur Vornahme der feierlichen Handlung.— fällt die Hülle.— Ich weihe Dick, hiermit als die Fahne des Schlosser=, Dreher= und Schmiedegesellen=Vereins. Sei Du uns stets eine ernste Mahnung zum festen Zusammenhalten, zur Treue und Eintracht. Mahne Du uns stets an die Pflichten, welche wir gegen uns selbst und gegen unsre Mitmenschen zu erfüllen haben. Sei Du uns das Banner, um welches wir uns schaaren zu ernster und fröhlicher Zeit. Mit diesen Wünschen übergebe ich Dich unserm Verein, dessen Mitglieder geloben, Dir treu zu bleiben und Deine Ehre hoch zu halten, damit keine Matel Dich treffe.“ Redner schloß mit einem dreifachen Hoch auf das neue Vereinsbanner, in das die Festgenossen, mit stürmischer Begeisterung einstimmten.— Die Fahne zeigt auf der einen Seite au braun=rothem Felde das Stadtwappen von Witten mit der Umschrift: Schlosser=, Dreher= und SchmiedegesellenVerein Witten a. d. Ruhr und die Jahreszahl 1887 Den äußern Rand schmückt ein prachtvoller Eichenkranz Die Kehrseite der Fahne zeigt auf gelbem Felde in der Mitte und in den vier Ecktheilen die Symbole der Schlosser Dreher und Schmiede und ist umrahmt mit einem geschmackvollen Laub= und Blumengewinde. Außerdem trägt diese Seite noch die Inschrift:„Einigkeit macht stark. Die überaus geschmackvolle Fahne ist ein Prachtstück deutscher Kunststickerei u. macht der Lieferantin Wwe. J. KleBochum große Ehre. Der Preis von 350 M. scheint uns ein mäßiger zu sein.— Nach beendeter Fahnenweihe im Vereinslokale marschirten die Mitglieder unter Vorantrit der Giesenkirchen'schen Kapelle in festlichem Aufzuge nach dem Festlokale Hotel Voß. Pluvius ging mit seineme frischendem Tau nunmehr spärlicher um als vorher und so konnten die Festgenossen in den Gartenanlagen den herrlichen Vorträgen der Festkapelle lauschen. Abends nach 8 Uhr trat Herr Bürgermeister Dr. Haarmann in den Festsaal, bewillkommnet vom Vorsitzenden und dem gesammten Vorstande. Der Bürgermeister richtete an die Festversammlung ungefähr folgende Worte:„Meine Herren Mitglieder des Schlosser=, Dreher= und Schmiede. gesellenvereins! Aus meiner Einladung zu Ihrem heutigen Feste, für die ich recht sehr danke, darf ich schließen, daß Sie, als Angehörige eines Standes, nicht vergessen, Glieder des städtischen Gemeinwesens, Glieder der staatlichen Ordnung zu sein. Ihr schönes Vereinsbanner zeigt Ihnen unser Stadtwappen und den sinnreichen Spruch: „Einigkeit macht stark!" Die Fahne hat bei allen Völkern als etwas Hohes und Heiliges gegolten, treten Sie auch für dieselbe ein, wenn auch nicht wie die kriegerischen Vereine, mit Wehr und Waffe, sondern mit dem festen Willen, das zu erstreben, was Ihrem Stande, was dem deutschen Vaterlande nutzt und frommt. Geloben Sie im Hinblick auf die Fahne treueste Pflichterfüllung und Liebe zu unserem noch jugendlichen Herrscher, der sich im Fluge erobert hat Von Kaiser Wilhelm II. die Herzen der Völker errben umn Een naner— eim 1. dürfen wir die Verbesserung der sozialen Verhältnisse erparten nicht von der Umsturartei Noch kein Hohenwärten, nicht von der Amstntzbarten. Nech kein zoller hat auf dem Thron gesessen, dem nicht das Wohl seiner Unterthanen am Herzen gelegen. Es ist nun Ihr Wunsch, daß das erste Hoch, das diese Fahne umrauschen soll, gelte unserem jugendlichen Kaiser, dem unsere Herzen für und für entgegenschlagen, und stimmen Sie daher mit mir ein in den Ruf: Se. Majestät unser allergnädigster Kaiser Wilhelm II. lebe hoch! hoch! hoch!“ Nach dem Hoch wurde stehend die Nationalhymne gesungen. Darauf ergriff das Vorstandsmitglied Herr W. Peters=Heven das Wort und feierte in kurzer, aber um so bündigerer Weise den Herrn Bürgermeister. Herr Peters gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der von ihm im Auftrage des Vereins eingeladene Ehrengast Herr Bürgermeister Dr. Haarmann erschienen und in so herrlichen Worten die Linien vorgezeichnet habe, in dereu Rahmen sich der Verein zu bewegen habe. Auf der Fahne das Stadtwappen — inmitten der Festfreude das Stadtoberhaupt— das sei der Mittel=, ja der Glanzpunkt des heutigen Weihefestes. Beide in Ehren zu halten, das gelobe heute der aus über hundert Mitgliedern bestehende Verein. Als Dank für die Sympathie, die der Bürgermeister dem noch jungen Verein entgegentrage, möge er dies Gelöbniß annehmen, das besiegelt werden solle durch den Ruf: Der Bürgermeister der Stadt Witten, Herr Dr. Haarmann, lebe hoch, hoch, hoch! Daß Redner Allen aus dem Herzen gesprochen, davon zeugte ein nicht enden wollender Bravoruf.— Nunmehr war die Zeit soweit vorgeschritten, daß der Konzertsaal einem Ballsaale das Feld räumen mußte, auf welchem das Tanzbein in vergnugtester Weise bis zum frühen Morgen geschwungen wurde, wobei allerdings der vorzügliche Voß'schen Keller ein gut Theil beitrug.— Nicht vergessen wollen wir in unserem flüchtigen Berichte den Vereinswirth, Herrn Sethe, der den Mitgliedern des festgebenden Vereins neben seinen gastlichen Räumen und der coulantesten Bewirthung einen geraden Sinn, gepaart mit echt deutschem Korpsgeist, entgegenbringt. Den Mitgliedern des Festausschusses gebührt unser letzter und bester Dank. 8 Witten, 25. August.(Der Wittener Quar= tettverein) errang am Sonntag auf dem 25jährigen Stiftungsfest verbundenen Gesangwettstreit des Gesangvereins Germania in Königssteele in Klasse 2 den zweiten Preis. Die Leitung des Vereins liegt in den Händen des Herrn Lehrer Leege. * Witten, 33. August.(Falsches Geld.) Hierselbst ist vielfach in letzter Zeit falsches Geld, vornehmlich falsche Zwei= und Fünfmarkstücke, in Umlauf gesetzt worden, ohne daß bis jetzt die Ausgeber angehalten worden sind. Die Falschstucke unterscheiden sich sowohl durch das Gewicht, wie auch durch die schlechte Prägung von den echten Münzen. Pern. 20 Criminal=Roman von Heury Cauvain. Nachdruck verboten. „Ich werde Dir einen„Schlosser“ geben“, sagte der Inspektor, Bidach die Hand auf die Schulter legend,„und für Sie, Herr Patrick“, fuhr er, den jungen Mann aufmerksam betrachtend, fort,„wird ein„Maurer" am besten passen. Sie haben zwar sehr feine Hände, aber wenn wir sie ordentlich mit Kalk bespritzen, wird man bald Nichts mehr davon sehen... Bitte, gehen Sie in das Laboratorium und warten Sie einen Augenblick. Nach wenigen Minuten kehrte er mit den Kostümen zurück. Patrick O'Keddy und Bidach kleideten sich unverweilt um; scdann ließ Brousmiche sie vor einem Spiegel Platz nehmen und vervollständigte ihre Toilette. Als er fertig war, hieß er sie aufstehen und trat zurück, um sein Werk zu bewundern. Während er das Licht einer Lampe von allen Seiten auf sie fallen ließ, legte er sodann die letzte Hand an sein Werk, wie ein Maler, welcher ein Gemälde vollendet. Hier rückte er die Mütze tiefer, zupfte dort die Kravatte zurecht und trat dann von Neuem zwei Schritte zurück. „Vorzüglich!“ murmelte er befriedigt.„Wenn Sie nun mit dem Munde nicht zu zimperlich sind, dann muß es schon ein schlauer Kunde sein, der in Ihnen noch etwas Anderes als ein paar Handwerker wittert.“ Einige Stunden später schritten Bidach und Patrick die Rue des Martyrs entlang. Die beiden jungen Leute waren vollständig unkenntlich. Bidach trug die schwarze Jacke, die niedrige Mütze und die blank geschabten Manchesterhosen des Schlossers. Die Hände und sein Gesicht waren schwarz gefärbt, und zwischen seinen Lippen balancirte er kunstgerecht eine Zigarre. Er ging ein wenig gebeugt, den Sack mit Werkzeugen auf der Schulter. Patrick O'Keddy mit seiner großen weißen Blouse und den geflickten, mit Kalk bespritzten Beinkleidern sah ganz und gar wie ein ehrsamer Maurergeselle aus. Sein Bart war dick mit Kalk bestaubt und auch seine groben Schuhe zeigten große, weiße „Wir werden zunächst bei einem Destillateur in der Bidach,„damit wir uns Rue Borchart einkehren", sagte ein wenig an das Kostüm gewöhnen. Gegen sechs Uhr saßen sie an einem Tische in dem bezeichneten Lokale mitten unter einer großen Anzahl von Arbeitern. Patrick verzehrte mit ausgezeichnetem Appetit ein Stück Rindfleisch und trank, ohne mit den Augen zu zwinkern, den abscheulichen Wein des Destillateurs. Gegen sieben Uhr schlenderten sie langsam die äußeren Boulevards entlang, dem Anscheine nach träge und gedankenlos wie Arbeiter nach Feierabend. Unterwegs gab Bidach Patrick noch einige Anweisungen. Er hatte sich bereits Vormittags bei einem seiner früheren Kollegen nach der Schenke des alten Jorre erkundigt. Das Lokal war der Sammelplatz der berüchtigtsten Spitzbuben jenes Viertels. Der alte Jorre betrieb außerdem eine Art Pfandleih=Geschäft und war auch als Hehler bekannt. Die Polizei duldete sein Lokal, weil sie bei gelegentlichen Razzias dort manchen guten Fang machte. Vorsicht war jedoch unter allen Umständen geboten; denn die Galgenstricke, welche in der Schenke verkehrtenwaren, wie man so sagt, mit allen Hunden gehetzt und betrachteten jenen Unbekannten mit Mißtrauen. Man hatte Bidach gerathen, einen Revolver mitzunehmen, jedoch nur im äußersten Nothfalle davon Gebrauch zu machen. Die Waffe befand sich in seinem Wergzeugbeutel. XII. Gegen 9 Uhr schritten sie die zwei Stufen zu der berüchtigten Schenke hinab. Rings an den Wänden des Saales standen dunkle wacklige Tische und Strohstühle. Die Mitte des Saales nahm ein rauchender Ofen ein und im Hintergrunde, in der Nähe der Thüre befand sich das Buffet, hinter welchem der alte Jorre sich für gewöhnlich aufzuhalten pflegte. Bedient wurden die Gäste durch einen stumpfsinnig aussehenden, jungen Menschen von einigen zwanzig Jahren, der im Stehen zu schlafen schien. Zur Linken befand sich eine Oeffnung ohne Thür, die zu einem kleineren Saale führte, in welchem das durch zwei Petroleumlampen erhellte Billard stand. Als Patrick und Bidach das Lokal betraten, waren nur wenig Gäste da. Die meisten derselben pflegten erst nach Mittemacht zu kommen, wenn die Gegend fast voller den las er von sich ständig menschenleer war. Die Schänke mit ihren verschlossenen Fensterläden sah dann aus, als ob sie ebenfalls keine Gäste mehr beherberge. Die beiden jungen Leute nahmen an einem Tische Platz, von dem sie nöthigenfalls auch den Billardraum übersehen konnten und ließen sich Kaffee und Karten bringen. Nach kurzer Zeit schienen sie vollständig in ihr Spiel vertieft zu sein. e Gegen neuneinhalb Uhr wurde die Thul ein wenig geöffnet und der Briefträger reichte zwei Briefe herein. Der Kellner, welcher ihm dieselben abgenommen hatte, brachte sie dem Wirth, der seine Pfeife rauchend und ein Sammtkäppchen auf dem Kopfe wie ein gutmüthiger Gefangenwärter hinter seinem Buffet saß. Nachdem er einen Blick auf die Briefe geworfen hatte, verschloß einen sorgfältig in eine Schublade, den andern und warf ihn dann, zusammengeknittert, achtlos Oboleich Bidach in diesem Augenblick auschighlch, mut seiner Partie beschäftigt schien, hatte er doch beobachtet. Ebenso hatte er auch bemerkt, daß der alte Jorre sie zwei als ob er nicht recht wüßte, was er neuen Gesichtern denken sollte. Bidach hielt es gerathen, ihn zu beruhigen. Er tete eine günstige Gelegenheit ab und begab sich schleppenden Schrittes nach dem Buffet. „Ich habe gehört, Du sollst ein guter Kerl sein, Meister," begann er mit rauher Stimme.„Könntest Du mir nicht auch aus der Verlegenheit helfen? Mein Freund dort hat mir all' mein Geld abgenommen. Willst Du mir hierauf nicht Etwas pumpen? Bei diesen Worten zog er eine alte silberne Uhr der Tasche und reichte sie dem Wirthe hin. Dieser setzte seine Brille auf und unterzog die Uhr einer sorgfältigen Prüfung. „Ich werde sie Dir abkaufen, wenn Du willst; ich gebe Dir hundert Sous dafür, sagte er. „Hundert Sous? Das ist nicht viel.“ Sie feilschten noch einen Augenblick, dann kehrte Bidach nach seinem Platz zurück. Das Geschäft war abgemacht und der Alte that noch ein Uebriges, indem er den beiden Freunden ein Glas von seiner besonderen Sorte einschänkte. von diesen beiden oder Sie spielten bis Mittemnacht, zu welcher Zeit das Lokal nach und nach anfing, sich zu bevölkern. Alle Augenblicke öffnete sich die Thür, um einen oder mehrere, oft schon angetrunkene Männer einzulassen. Als die Läden geschlossen wurden, hatten Patrick und sein Gefährte aufgehört zu spielen. Der junge Irländer wechselte den Platz und setzte sich, den Rücken nach der Wand gekehrt, neben Bidach, so daß er den ganzen Saal übersehen konnte. Derselbe war von dichten Rauchwolken angefüllt, welche die Decke nach und nach so angeschwärzt hatten, daß sie wie mit Theer bestrichen aussah. Von allen Seiten hörte man rohe, mit Flüchen untermischte Gespräche. In einer Ecke saßen drei Männer an einem Tische und unterhielten sich mit gedämpfter Stimme. Nach einiger Zeit trat ein stämmiger, untersetzter Mensch ein und wandte sich zu ihnen; doch begnügte er sich damit, dem Jüngsten von ihnen, der kaum achtzehn Jahre alt schien, eine kurze Auskunft abzuverlangen und begab sich dann zu dem alten Jorre. Er war nicht der Erste, den der Wirth empfing. Zwei drei Mal hatte er sogar Gäste in einen wardann 4115 kleinen dunklen Nebenraum hinter dem Buffet geführt, was Bidach mit einer gewissen Unruhe bemerkt hatte, da er fürchtete, es möchten hier Dinge, auf die er Werth legte, seiner Aufmerksamkeit entgehen. „Guten Tag, Ochs,“ sagte Jorre, dem Neueingetretenen die Hand reichend;„was bringst Du?“ Ochs flüsterte ihm einige Worte in's Ohr. Jorre öffnete eine Schublade, nahm den Brief, welchen der Briefträger vorhin gebracht hatte, und steckte ihn Ochs zu, der ihn alsbald in die innere Seitentasche seines Rockes verschwinden ließ. Sie unterhielten sich noch einige Augenblicke, dann kehrte Ochs zu seinen Kameraden zurück. = Langendr Baugenossens Abends, wird die Gott will, ihr erst versammeln sich Nähe der katholisc Herr Pastor Pri Nachfeier findet u folgt gleichzeitig d Genossenscha ha Die Zahl der Mi schritten. 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War er der geheimnißvolle Mörder des Herrn Lacebot??“ * Liebesz gerichte stand Maikus, der zurückgelegt, a klage der gefe Gericht und ahmlicher Offzüglich des Gerichtshof!“ Gnaden, so ist lieb, eine kleit sie noch ein seiner Entlassu und Flamme. Liedesbetheuer an einen Jug versetzte unser kam er zur nehmen. Als Verletzung wi kam, sich na sagte er, es denn er hab werde in da Begeisterung einr einen Seite auf von Witten mit SchmiedegesellenJahreszahl 1887 voller Eichenkranz, dem Felde in der nbole der Schlosser it mit einem gese. Außerdem trägt keit macht stark.“ t ein Prachtstück antin Wwe. J. Kle50 M. scheint uns r Fahnenweihe im r unter Vorantritt chem Aufzuge nach na mit seinem erm als vorher und hartenanlagen den lauschen. 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So konnten wir zu dem Bau von zwei Doppelhäusern schreiten und hoffen auch im nächsten Jahre wieder einigen fleißigen und sparsamen Gemeindegliedern zu Selbstständigkeit und Eigenthum, verhelfen ge, Daher gewinnt das erste Richtfent eine große Bedeutung, da es, wie wir annehmen dürfen, das er### von vielen sein wird, die ihm folgen werden und die ebensoviele Gedenksteine des Gemeinsinns sein werden, der bereit ist, unsern Brüdern„mit der schwieligen Faust" zu dienen. Wir laden daher alle Mitglieder und Freunde unserer Bestrebungen herzlich ein. Wir bemerken noch zusätzlich, indem wir sogleich Mißverständnissen entgegentreten, daß Mitglied der Genossenschaft Jeder werden kann, welcher sich zur Zahlung eines halbmonatlichen Beitrages von 1 Mark verpflichtet. Auch dieser Beitrag kann in Krankheitsfällen 2c gestundet werden. Mit den gezahlten Beiträgen ist das Mitglied an dem Genossenschaftsvermögen betheiligt. Also auch gänzlich Unbemittelte können Mitglieder werden, wenn sie sparen wollen. Haben die Einzahlungen den Betrag von 300 Mark erreicht, so haben die Einzahler das Recht, sich um eins der von der Genossenschaft zu erbauenden Häuser zu bewerben. Nähere Auskunft ist durch die gedruckten Statuten zu erlangen, welche bei dem Kassirer der Genossenschaft, Herrn Kaufmann W. Ostermann zu Langendreer=Dorf, zu haben sind. Wir wünschen der Genossenschaft gutes Gediehen zum Wohle der Gemeinde! Herbede a. d. R., 21. Aug.(Baggerarbeiten.) Die bedeutenden Hochfluthen des vergangenen Frühjahres, welche im Ruhrthale herrschten, haben nicht nur an den Afern der Ruhr und auf den Ruhrwiesen stellenweise sehr schadenbringend gewirkt, sondern auch im Flußbette der Ruhr selbst sind durch sie Veränderungen hervorgerufen. Um nun die Schiffbarkeit der Ruhr bis zu unserm Orte aufrecht zu erhalten, werden hierselbst im Flußbett derselben Baggerarbeite vorgenommen und dadurch die von den Hochfluthen geschaffener Hemmnisse beseitigt. Der Wasserstand der Ruhr ist in diesem Jahre ein verhältnißmäßig hoher, so daß zeitweilig selbst die Baggerarbeiten ruhen mußten. Zur Zeit wird die durch die Hochfluthen schwer beschädigte große Ruhrschleuse hierselbst gründlich ausgeI Auf dem Schnee, 24. August.(Schwer heimgesucht) wird der Bergmann L. hierselbst. Zwei Kinder verloren das Augenlicht vor längerer Zeit; eins starb davon. Kürzlich wurde die 10jährige Tochter von einer Kuh zu Tode geschleift und jetzt ist einem 12jährigen Sohne durch die Drehmaschine die eine Hand zersplittert Bochum, 23. August.(Redakteur Fusange!) befindet sich nach zuverlässiger Mittheilung noch immer in Erwartung eines Bescheides des Justizministers zu Vaals. Die kürzlich verbreiteten Nachrichten, Herr Fusangel sei schon auf deutschem Boden oder habe sich bereits in Duisburg gestellt, sind demnach völlig aus der Luft gegriffen. Bochum, 24. Aug.(Steigers Selbstmordin engl. Beleuchtung.) Im Nachfolgenden hängen wir einen in der englischen Zeitung„Sunday Sun“ vom 9. d. M. erschienenen Artikel niedriger, der wiederum beweist, zu welchen Konsequenzen die systematischen Verleumdungen Fusangels führen.„Der Selbstmord des Herrn Steiger. Berlin, 8. Aug.1891. Der Selbstmord des Herrn Steiger, Oberingenieur der Bochumer Eisenwerke, hat großes Aufsehen erregt. Herr Baare behauptet, die Ursache sei die, daß Steiger fürchtete, wahnsinnig zu werden; aber man kann sich auf diese Erklärung nicht verlassen, da Herr Baare alles Interesse daran hat, die Wahrheit zu verheimlichen. Thatsache ist, daß Herr Steiger sich erschossen hat, weil er fürchtete, für die bekannten Stempelfälschungen verantwortlich gemacht zu werden, welche er verheimlichen half, obwohl er keine Schuld an den Fälschungen selbst hatte. Er hatte zum Theil sich erboten, als Kronzeuge aufzutreten, war aber nicht sicher, als solcher acceptirt zu werden, da Herr Baare dem Vernehmen nach entschlossen war, ihn für den ganzen Skandal verantwortlich zu machen. Hierdurch zur Verzweiflung gebracht, jagte er sich heute eine Kugel in den Kopf und starb sofort. Eine andere Version, welcher man vielfach Glauben schenke, ist die, daß Herr Steiger ermordet wurde, weil er zu viel wußte und von den wegen Fälschungen kompromittirten Leuten gefürchtet wurde. Die öffentliche Meinung auf der Berliner Börse ist sehr gegen Herru Baare. Seine Aktien fielen heute 3pCt. nach Empfang der Nachricht. Er telegraphicte an ein Telegraphenbüreau die obige Version mit der Bitte, daß sein Name in Verbindung mit dieser Nachricht nicht gebracht werden solle. Dalziel".(Name eines englischen Korrespondenz=Büreaus von weit verzweigter Thältigkett.) Bergestung Su th# Bochum, 24. Aug.(Zur Verhaftung Kurhs.) Die„Zeitung der deutschen Bergleute" theilt ihren Lesern die Verhaftung ihres zeitigen Redakteurs. Aloys Kuth, wegen verschiedener Strafanträge mit voraussichtlich hohen Strafen mit. Wie ein Triumph klingt der Zusatz, daß Dies der dritte Redakteur dieser Zeitung gewesen, der im Laufe vou 5 Monaten verhaftet worden sei. Wenn dies nun auch wohl nicht„ein Zeichen der Zeit" ist, wie das Blatt meint, so ist es jedenfalls ein Zeichen für die Gesinnung, welche die Redakteure und die Zeitung der deutschen Bergleute beselt.„„ * Münster, 23. Aug.(Dortmuno=Ems=Kanat.) Gestern fand auf dem Rathhaussaale die landespolizeiliche Prüfung der Pläne für die Strecke Münster des Dortmund=Ems=Kanals statt. Es waren zahlreiche Interessenten vertreten, an erster Stelle der Magistrat, der eine Reibe Anstände und Wünsche vorbrachte.— Die Plöne betreffen, dem„W. M.“ zufolge, die bereits festgelegte Linie südlich von Wolbeck. Von Seiten vieler Interessenten wurde aber der Wunsch laut, daß der kanal östlich von Wolbeck vorbeigeführt werde, ohne Veränderung der Lage des Hafens. Es wurde geltend gemacht, daß bei dieser Linie 600000 Mark erspart wurden. Eine ganze Reihe Anträge richtete sich auf Verlegung von Wegen, Ueberführungen und Brücken; überhaupt dürfte noch Manches zu erledigen sein, ehe der Bau beginnen kann. Gütersloh, 23. August.(Treue Arbeit.) Je mehr in jetziger Zeit sich die Bande des Vertrauens zwischen Meister und Gesellen lockern, um so erfreulicher ist, wenn Beweise vom Gegentheil bekannt werden. Gestern verstarb hierselbst, wie die„N. G. Ztg.“ schreibt, der Schuhmachergeselle Fißmer, welcher ununterbrochen länger als 28 Jahre bei demselben Arbeitgeber, Herrn Schuhmachermeister Roggenkamp hierselbst gearbeitet und gewohnt hat. Er gehöcte also zu den Hausgenossen seines Meisters, welcher seine treuen Dienste wohl anerkannte und den seit fast 1½ Jahren kranken Gesellen in seiner Wohnung bis zum letzten Athemzuge gepflegt hat— wahrlich, ein rührendes Zeugniß, werty, zur Nachahmung Von der holländischen Grenze, 24. August.(Gefaßt.) Der holländische Schneidergeselle Jean Horstmanns aus Venrav, welcher om 11. ds. in BönninghardtIssum die 6jährige Gertrud Otto entführte, ist jenseit der Grenze verhaftet worden. Den Eltern ist ihr Kind zurückgegeben worden.„4 Köln, 23. August.(Zur Moselranalisirung.) Die vor Kurzem von der„Köln. Vztg.“ gebrachte Nachricht, der Verein zur Wahrung der wirthschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen habe dem Ministerium vorschußweise 75,000 M. für die endgültige Inangriffnahme der Vorarbeiten des Moselkanals mit der Bitte angeboten, in den Etat 1892/93 eine erste Baucate einzustellen, entbehrt, wie der„Köln. Ztg.“ von zuständiger Seite mitgetheilt wird, jedes Grundes. Der genannte Verein, der dem Kanalvorhaben ebenso wie allen anderen Verbesserungen unserer Verkehrsorgane sehr freundlich gegenübersteht, hat mit der Beschaffung vorschußweise oder anderweitig bereitzustellender Geldmittel für dasselbe nicht das Mindeste zu thun. Trier, 24. August.(Ausstellung des„hl. Rockes.“) Der Andrang zur Besichtigung des heiligen Rockes scheint die Erwartungen der bischöflichen Behörde noch zu übertreffen. Die Prozessionen, die pünktlich zu der angeordneten Zeit im Dome eintreffen, müssen drei bis vier Stunden warten, für die Wallfahrer ziemlich beschwerlich. Oeffnen sich endlich die Pforten des Domes, so sind die Pilger gehalten, das Gotteshaus rasch zu durschreiten. Neben der Reliquie sitzen zwei Geistliche, denen die Pilger ihre Rosenkränze und sonstige Devotionalten hinreichen, damit diese an den heiligen Rock angerührt werden. Dieses wird so schnell erledigt, daß dem Pilger kaum Zeit bleibt, die Reliquie in's Auge zu fassen. Nachdem die Wallfahrer dann ihr Scherflein für den Trierischen Dom und den Heiligen Vater geopfert haben, werden sie wieder aus dem Dome herausgeführt. Von Donnerstag Mittag bis 11 Uhr Abends allein sind 25.000 Wallfahrer an der Reliquie vorübergezogen, in der Minute also etwa 40. Unter den Pilgern befanden sich viele Krüppel, doch ist ein Wunder bis jetzt nicht geschehen. Weiter wird vom 22. August gemeldet: Der Löwenantheil an dem finanziellen Ertrag der Ausstellung des hl. Rockes dürfte dem Heiligen Vater zufallen. Für denselben sind im Trierischen Tome zwei Opferkästen ausgestellt, einer am Fuße der Treppe, die zur Reliquie hinanführt, an dem anderen kommt man bei dem Weggang Hier Kinempfohlen zu werden. * Elberfeld, 23. August.(Drei Daumen.) gebar vorgestern eine Frau Zwillinge. Eines der der hatte an einer Hand zwei normal entwickelte Daumen. Das überflüssige Glied wurde durch Operation enttgern.„, 9 a.(Paemiastin) Solingen, 24, August.(Broomaguzine.) In Folge fortgesetzter Erhohung der Brodpreise beschloß eine Volksversammlung die Gründung eines Magazins für Brod und andere unentbehrliche Lebensmittel. * Solingen, 22. August.(Unglücksfall.) Auf einem Ackerhofe im benachbarten Höhscheid ereignete sich gestern ein schweres Unglück. Ein Abeiter wollte die Kammräder einer Dreschmaschine schmieren, plötzlich setzte das Getriebe sich in Bewegung, ergriff den Arbeiter am Hemd und zog den Unglücklichen nach sich, der mit dem Halse derart zwischen die Kammräder gerieth, daß er förmlich von denselben erwürgt wurde. Zwar eilte schnell Hülfe herbei, als man den Verunglückten aber aus den Rädern befreite, war er bereits eine Leiche. * Ohligs, 23. August.(Ein bedauernswerther Unfall) ereignete sich gestern Abend auf dem Schützenplatze zu Merscheid beim Böllerschießen. Einer der Böller explodirte beim Laden in dem Augenblick, als der Lader, ein hiesiger Arbeiter, den Holzpfropfen festkeilte, den sein 15jähriger Sohn hielt. Dem Sohne wurden beide Hände zerschniettert, auch erhielt er andere Körperverletzungen. Dem Manne wurde u. a. ein Bein und der Kopf verletzt. Sie wurden beide ins Krankenhaus transportirt. Dem jungen Manne wurden beide Hände amputirt. Er ist seinen Verletzungen erlegen. Die Verletzungen des Mannes sind nicht tödtlich. Duisburg, 24. August.(Ertrunken.) Am Montag Nachmittag machten einige Gehülfen eines hiesigen Bankgeschäfts eine Bierreise, welche sich bis zum Abend ausdehnte. Seitdem war einer der jungen Leute, Wilhelm Bottenbruck aus Oberhausen, spurlos verschwunden, bis man Samstag früh seine Leiche im hiesigen Rheinkanal auffischte... 99 Numst(Ginder in. * Düffeldorf, 23. nugust.(Keinder in auslundischen Pensionaten.) Die Regierung läßt Erhebungen darüber anstellen, welche schulpflichtigen Kinder in ausländischen Pensionaten Erziehung und Unterricht genießen. Bekanntlich hat das Kölner Oberlandesgericht dahin entschieden, daß der Schulpflicht preußischer Kinder durch den Besuch ausländischer Schulen nicht genügt werde. Anscheinend beabsichtigt die Regierung, gegen die betr. Eltern vorzugehen. von der Reliquie vorüber. Jeder Pilger erinnert sich bei ihrem Anblick der„Noth des Heiligen Vaters" und spendet in der Regel reichlich bemessenes Almosen. In den beiden ersten Tagen sollen bereits 20000 Mk. fur den Papst geopfert worden sein. Die Zahl der Pilger, welche Bidach stieg ein Zweifel auf; er sah, wie der Mann, welchen er beobachtete, sein Glas mit der rechten Hand ergriff, um es nach dem Munde zu führen, und ebenso hielt er auch die Pfeise mit der rechten Hand. Diese Wahrnehmung beunruhigte ihn ein wenig, er wandte sich zu dem jungen Irländer. „Haben Sie gesehen," fragte er leise,„was dieser Mann da vorhin in die Tasche gesteckt hat?“ „Nein!" „Ich möchte wohl wissen, ob es ein Brief war und welche Adresse derselbe trägt!“ „Dann wollen wir ihm denselben doch wegnehmen!“ „Wie?...“ „Nun, wegnehmen wollen wir ihn! Die Sache ist ja sehr einfach; ich fange Streit mit ihm an und während ich mit ihm boxe, hole ich ihm den Brief aus der Tasche.“ „Nehmen Sie sich in Acht! Die anderen Hallunken stehen ihm bei!...“ „Das fragt sich eist noch und außerdem wird mir die Sache hier nun auch bald etwas zu langweilig.“ (Fortsetzung folgt.) Kleine Mittheilungen. * Liebeszwang. Vor dem Wiener Erkenntnißgerichte stand jüngst der Schuhmachergehülfe Ludwig Maikus, der vor nicht langer Zeit seine Militär=Dienstzeit zurückgelegt, also ein noch junger Mann, unter der Anklage der gefährlichen Drohung. Er steht stramm vor Gericht und antwortet auch echt soldatisch mit unnachahmlicher Offenheit. Die an ihn gerichteten Fragen bezüglich des Thatbestandes beantwortet er:„Ja, hoher Gerichtshof!" oder„Das heb ich than" oder„Euer Gnaden, so ist's“. Er hatte ein junges Dienstmädchen lieb, eine kleine niedliche Pardubitzerin, die er schon, als sie noch ein Kind war, gern gesehen. Als er sie nach seiner Entlassung vom Militär in Wien traf, war er Feuer und Flamme. Das Mädchen erwiderte jedoch auf alle Liebesbetheuerungen und Liebesbriefe, sie sei in Pardubitz an einen Jugendgenossen schon für immer gebunden. Das versetzte unsere Helden in förmliche Raserei. Eines Tages kam er zur Geliebten, von ihr für immer Abschied zu nehmen. Als er sie küßte, biß er sie in die Wange. Die Verletzung war unbedeutend, und als er nach einiger Zeit kam, sich nach des Mädchens Befinden zu erkundigen, sagte er, es sei ihm leid, daß er nicht besser zugebissen, denn er habe sich von seinem Biß versprochen, daß sie werde in das Spital und er in das Kriminal müssen. Wenige Tage später drohte er ihr, er werde sie mit Vitriol anschütten. Davon erstattete das Mädchen die Anzeige.— Vorsitzender: Nun, ist es wahr, daß Sie dem Mädchen gedroht haben?—— Angekl.: Zu Befehl, ja. Vorsitzender: Wollten Sie die Drohung auch ausführen?— Angekl.: Ja, hoher Gerichtshof.— Vorsitzender: Was vollten Sie damit erreichen?— Angekl.: Wenn ich sie nicht haben konnte, dann sollt' sie auch Niemand anders haben. Ich wollt' sie so verschanoeln, daß sie keinem Andern mehr gefallen konnte.— Vorsitzender: Haben Sie was gethan, die Drohung auszuführen?— Angekl.: Bitt' schön, ja; ich hab' mir um 3 Kreuzer Vitriolöl kauft in Hernals, wo wir auch gewohnt haben.“ Die kleine, wie es scheint, etwas kokette Pardubitzerin gab natürlich an, daß sie die Anzeige nicht gemacht hätte, wenn sie sich nicht gefürchtet hätte. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten wegen Erpressung zu dreimonatlichem schweren Kerker. * Eine hübsche Anekdote erzählt der bekannte Musikschriftsteller Freiherr Münch von Hausen von seiner letzten Schweizerreise.„In der Nähe von B. fand ich eine Felswand mit einem prachtvollen Echo, welches jedoch die Merkwürdigkeit hatte, jeden Ton um eine halbe Note höher zurückzugeben. Mein Postillon blies auf seinem Horn ein strahlendes o, und ein tadellos reines cis war die Antwort. Ich ließ halten und stieg aus, die merkwürdige Wand näher zu untersuchen, wobei mir ein in der Näche befindlicher Kuyhirt behülflich war. Dieser erzählte, daß unlängst ein Jäger von der Wand„abigefallen“ sei und zum Andenken habe er ein Kreuz an den Felsen gemalt. Wirklich entdeckte ich ein bisher meinem Auge verborgen gewesenes, mit Oelfarbe gemaltes Kreuz an dem Granit.— Was konnte klarer sein, als daß dieses Zeichen die Schuld der wunderbaren Tonerhöhung gewesen war! Höchst befriedigt darüber, daß es mir gelungen war, die Lösung dieses eigenartigen physikalischen Ereignisses auf so einfachem musikalischen Wege gefunden zu haben, setzte ich vergnügt meine Reise fort.“ Einen seltsamen Tod erlitt in dem nahe bei Germersheim gelegenen Dorfe Niederlustadt die Ehefrau des Tünchermeisters Wilh. Sieber. Während die Frau den Fußboden reinigte, stieß sie an ein an der Wand hängen des Gewehr, das herabfiel und sich dabei entlud. Das Geschoß drang der nichtsahnenden Frau ins Herz. Eine abgestürzte Luftschfferin. Nach einer Meldung aus Cinctnnati kam am 26 ds. in Coney Island die junge Luftschifferin Miß Harkeß bei einem Versuche, sich mittelst Fallschirmes aus einer Höhe von 500 Fuß herabzulassen, ums Leben. Als sie den Fallschirm vom Ballen gelöst hatte, öffnete sich der Schirmn nicht, sodaß Miß Harken mit rasender Schnelligkeit zur Erde stürzte. Der Tod trat sofort ein. 50 Tage währen soll, so wird mithin die Zahl der Pilger höchstens 2—2½ Millionen betragen. Erst seit heute kann übrigens von einer wirklichen Wallfahrt zum„hl. Rocke“ die Rede sein. Gestern und vorgestern durften nur Trierer die Reliquien verehren und Prozessionen von den verschiedenen Pfarrkirchen in der Stadt zum Dome sind in Trier nichts Seltenes. Heute Nachmittag aber traf die erste große Wallfahrt und zwar aus der Eifel ein. Gestern früh beim ersten Tagesgrauen sind die Waller von Prüm aufgebrochen, der uralten ehemals so glünzenden Benediktinerabtei, in welcher Kaiser Lothar der Sachse begraben liegt. In jedem Dorfe, das die Prümer Prozession berührte, schlossen sich ihr neue Pilgerschauren an, so daß sie bei ihrem Einzug in Trier 6000 Theilnehmer zählen mochte. Ein Christuskind eröffnet ihren Zug. Dann kommt ein Priester in blendend weißem Gewande, die prächtig gestickte Stola um die Schulter geschlagen. Rechts und links von ihm, in ziemlich weitem Abstande, marschiren die ersten Wallfahrer und diesen folgen in zwei endlosen Reihen die übrigen Pilger, kräftige, wettergebräunte Kinder der Eifel. Die Männer haben ihren gewaltigen baumwollenen Regenschirm auf dem Rücken festgebunden. In der Linken halten sie den Hut, in der Rechten den Rosenkranz. Die Frauen haben ihr Oberkleid hoch aufgeschürzt und marschiren im rothwollenen Unterrock. Zwischen den beiden Pilgerreihen werden schöne Kirchenfahnen getragen und schreiten die geistlichen Führer der Prozession mit den Vorbetern einher. So bietet ein Pilgerzug aus der Eifel einen ungemein malerischen Anblick dar, dessen eigenartiges Gepräge noch erhöht wird durch das taktmäßige, wohlgeregelte Beten der Wallfahrer. Neben der großen Prozession aus Prüm nahm heute das Eintreffen des Kardinal=Fürsterzbischofs Gruscha von Wien und des Bischofs Wahl von Dresden die allgemeine Aufmerksamkeit gefangen. * Kassel, 24. August.(Diebesbande.) In den letzten Tagen hat eine verwegene Dievesbande in den verschiedensten Ortschaften der angrenzenden westfälischen Distrikte wie namentlich auch in den bessischen Grenzkreisen arg gehaust und vorzugsweise Kassendiebstähle in Fabriken, Kaufmannsgeschäften und Gastwirthschaften ausgeführt. Namentlich die Gegenden von Arnsberg, Meschede, Hofgeismar, Warburg sind arg gebrandschatzt worden. Den Bemühungen der Gendarmerie ist es nun erfreulicher Weise gelungen, einen Strolch von dieser Diebesbande festzunehmen und im Gefäugniß in Hofgeismar unterzubringen. Daß man es mit einem sehr gefährlichen Spitzbuben zu thun hat, beweist der Umstund, daß derselbe bereits den Versuch machte, aus dem Gefängnisse auszu brechen. Er hatte schon eine Diele des Fußbodens gelockert und versucht die Wand zu durchbohren, als durch das Geräusch der Gefangenaufseher erwachte und die Flucht des gefährlichen Einbrechers, der sofort in Ketten gelegt wurde, verhinderte. Dieser Spitzbube ist auch dringend verdächtig, die Diebstähle im Sauerlande ausgeführt zu haben. Ferner ist es geglückt, einen Strolch auf dem Bahnhofe zu Höxter an der Weser zu ergreifen, welcher muthmaßlich zu der Einbrecherbande gehört. Er war mit Revolver, Dolch, Stemmeisen und Diebeswertzeugen bewaffnet. Auch er sitzt nunmehr hinter Schloß und Riegel und zwar hat man es in ihm mit demjenigen Strolch zu thun, der in Hofgeismar auf der Flucht auf Nachtwächter und Gendarmen schoß und einen Mann an Schulter und Beinen erheblich verwundete. vom 27. zum 28. Juni er. der Behausung des Bohrschmieds E. zu Weierhoff Amt Halver einen Besuch ab, indem er sich heimlich einschlich und dem Gesellen I. H. 1 Ueberzieher und 1 Hose, der Magd B. 1 Regenschirm und 1 Wintermantel und dem Hauswirth selbst, Feilen im Werthe von 1,50 M. stahl. Angeklagter muß das zwar zugeben, führt aber zu seiner Entschuldigung an, daß er sich in seiner Trunkenheit verirrt, die Sachen für sein Eigenthum gehalten und überhaupt nicht bei Trost gewesen sein müsse. Bei den vielen Vorstrafen des Angeklagten kann seine Angaben kein Glaube beigemessen werden und erkennt der hohe Gerichtshof auf die von der Kgl. Staatsanwaltschaft beantragte 3jährige Zuchthausstrafe, Ehrverlust auf gleiche Dauer und Stellung unter Polizeiaufsicht. 3. Am 2. März cr. wurde hier mit dem Abbruch des Hotel Glitz begonnen und war der urbeiter Fr. A. von hier daselbst mit bei den Aufräumungsarbeiten beschäftigt und zwar hatte er Gasrohre abzureißen, die in einer Mädchenstube hingelegt wurden. In dieser Stube hatte die Hulda H. ihre Schmucksachen in einem Kästchen stehen, welches an jenem Tage verschwand. Dieser Diebstahl wird dem Angeklagten, in dessen Wohnung bei der Haussuchung die Broche der Bestohlenen vorgefunden wurde, zur Last gelegt. Angeklagter stellt den Diebstahl aber in Abrede und behauptet, die Broche auf der Straße vor dem Glitz'schen Hause gefunden zu haben, während er früher angegeben hat, sie habe auf dem Hofe gelegen. Angeklugter hat an jenem Tage, betrunken heimkehrend, seiner Frau 8 M. baares Geld mitgebracht, über deren Erwerb er sich nicht genügend auszuweisen vermochte. Erst behauptete er, er habe sie vom Straßenmeister F. ausgezahlt erhalten und hemach, als das nicht stimmen wollte, gab er an, das Geld für gelegentliche Diensie erworben zu haben. Kgl. Staatsanwaltschaft wie Gerichtshof erachten die Schuld des Angeklagten nach dem Indizienbeweis für erwiesen und derselbe dem Antrage der Kgl. Staatsanwaltschaft gemäß im Hinblick auf die vielen Vorstrafen zu 2 Jahren Zuchthaus verurtheilt. 4. Der Schlossermeister W. M. zu Schwelm hat sich dadurch gegen die Bestimmungen der Gewerbeordnung vergangen, daß er seinen Leuten nicht den ganzen verdienten Lohn in Baar auszahlte, sondern denselben Waaren, als Bier, Branntwein, Eier, Cigarren, Häringe 2c. creditirte und hernach mit einigem Profit in Anrechnung brachte. Der Angeklogte sucht sich durch allerhand Winkelzüge zu excuipiren, allein die Beweisaufnahme ergiebt seine Schuld und er hat seine Strafthat mit 50 M. Geldstrofe eventuell 5 Tagen Gefängniß zu sühnen. Die Kgl. Staatsanwaltschaft hatte 150 Mark Geldstrafe be5. Die Berufung des Arbeiters W. H. aus Heide gegen das Urtheil des Kgl. Schöffengerichts zu Haspe, welches ihn wegen Bettelns zu 3 Wochen Haft und Ueberweisung an die Landespolizeibebörde verurtheilte, wurde als unbegründet verworfen. Angeklagter, der vielfach wegen Bettelns vorbestraft ist, auch bereits Bekanntschaft mit der Besserungsanstalt hat, war mit der erneuten Ueberweisung an die Landespolizeibehörde nicht einverstanden, muß nun aber doch wieder Quartier in Benninghausen beziehen. Vermischte Nachrichten. Schuee. Unterm 20. d. berichtet man aus Villach in Kärnthen: Nach einem prachtvollen Aussichtstage ging gestern Abend über unserer Gegend ein fürchterliches Gewitter nieder. Donnergerolle und Blitz währten bis heute früh. Es hat mehrfach eingeschlagen. Seit heute früh ist starker Schneefall eingetreten. Im Gebirge liegt fußhoher Schnee und die Schutzhäuser sind voll von Touristen. Zum Hauseinsturz in Newyork. Der geweldete Einsturz eines Hauses ist durch das Gewicht der Menge von Druckmaschinen herbeigeführt, welche sich in den oberen Etagen befanden und das Gleichgewicht störten. Aus dem Fenster gestürzt. Die verwittwete Gereralin v. Bötticher, welche aus Wiesbaden nach Berlin gekommen war und seit dem kürzlichen Tode ihres Zeichen von Geisteskrankheit zeigte, hat sich in der Wohnung von Verwandten aus dem Fenster gestürzt und ist Einsdreijähriges Kind als Mörder. In dem Ort Campi Bisenzio bei Prato(Italien) ließ die Wäscherin Ballerini einen ihr zur Pflege anvertrauten, drei Monate alten Säugling mit ihrem dreijährigen Knaben allein in der Wohnung zurück, während sie irgend welche Einkäufe besorgte. Der Knabe ergriff plötzlich ein Messer, stürzte sich damit auf den Säugling und versetzte ihm einen so wuchtigen Hieb auf die Nase, daß dieselbe durchschnitten wurde. Das unglückliche Kind blieb auf der Stelle todt. * Die Nonne. Trotz des anhaltenden Regens tritt die Nonnenraupe jetzt auch in den Alpengewäldern bei Aibling, am Wendelstein, am Tegernsee und am Starnbergerse in Bayern verheerend auf. irthschaftliches. zeugung von Fruchtknospen an Obstbäumen durch Düngung im August=September. Da sich im August=September die Tragknospen fürs folgende Jahr ausbilden und man ausprobirt hat, daß Phosphorsäure zur Umbildung der Holzaugen in Blüthenaugen beiträgt, so empfiehlt es sich, die Obstbäume in genunnter Zeit mit diesem werthvollen Nahrungsmittel zu versehen. Nachweislich hat bei Kernobstbäumen eine Mischung von phosphorsäure- und kalihaltigem Dünger am nachtheiligsten gewirkt. Wir wählen daher am besten Superphosphat mit hohem Phosphorgehalt(etwa 20 Proz.) und saures Kali(50 Proz. Kali). Hiervon werden in hundert Liter Wasser(= 10 mittelgroße Eimer) 2 Pfund Superphosphat und 1 Pfund schwefelsaures Kali gründlich ausgelöst, und mit dieser Flüssigkeit werden die Bäume von Mitte August bis Mitte September dreimal in Zwischenräumen von zwei Wochen gedüngt. Für größere Baume nimmt man zwei bis vier, für kleinere genugen ein bis zwei Eimer. Alle Bäume, die in Folge zu reicher barkeit Nahrungsmangel haben oder aus Grunde unfruchtbar sind, werden sich irgend einem durch reichen Verhandlungen der Strafkammer zu Hagen vom 22. August 1891. Der frühere Pferdebahnkutscher R. P. von hier, der bereits wegen Diebstahls vorbestraft ist, ist heute wiederum wegen Dievstahls, Betrugs und Unterschlagung angeklagt. Er wußte sich am 28. Juni er. in dem Laden von B. u. B. einen completen Anzug im Werthe von ca. 40 M. auf der Namen seiner Direktion zu erschwindeln und denselben gleich für 12 M. zu versetzen. Einem Schlafkollegen soll er eine Hose und einen Regenschirm entwendet haben. Den Diebstahl der Hose räumt er ein, während bezüglich des Schirmes seine Thäterschaft nicht festgestellt werden kann. Dann hat Angeklagter bei dem Uhrmacher Sch. hier eine Remontoiruhr im Werthe von ca. 30 1. entnommen, auf die er 7 M. zahlte und den Rest schuldig blieb, obgleich er sich durch Vertrag verpflichtet hatte, alle 14 Tage 3 M. abzuzahlen und bekannte, daß er sich erst dann als Eigenthümer der Uhr anzusehen hatte, wenn der Kaufpreis voll und ganz erlegt war. Angeklagter scheint die Uhr auch versilbert zu haben, denn in seinem Besitze ist sie nicht mehr; er behauptet zwar, er müsse sie in der Trunkenheit wohl verloren haben oder sie sei ihm gestohlen worden. Mit Rücksicht auf die Vorstrafen des Angeklagten wird derselbe dem Antrage der Kgl. Staatsanwaltschaft gemäß zu 1½ Jahren Zuchthaus und 2 Jahren Ehrverlust verurtheilt, auch die Zulässigkeit der Polizei2 Der Helsach, auch wegen Diebstabls vorbestrafte Tagelöhner Ferd. R. aus Winkhausen stattete in der Nacht Blüthenansatz und Ertrag für genannte Düngung dankbar erweisen.(Prakt. Rathg. im Obst= u. Gartenbau. Markt- und Coursberichte. Berlin, 24. Aug., 2½ N. Fruchtbörse. Weizen Aug. 243.00, Sept.=Okt. 238.00, Okt.=Nov. 233.00, Nov.= 23250 Mark, Gek. 3000 Ceutner. Rogen Aug. Aug. Gek. Oft. 24000, Okt.=Nov. 2 350,3 229,00 M. Gek. 0000 Centner. Hafer Sept=Okt. 157.50. Okt.=Nov. 156.75 Rüböl vorr. mit Faß 62.00, ohne Faß 61.00, 62.00, Sept.=Okt. 61,00, April=Mai 61.90 M. 0000 Centner. Spiritus 70er vorr. 53.80, Aug. 53.50, Sept.=Okt. 50,40, Okt.=Nov. 49.70, Nov.=Dez. 49,00 M. 50er vorr. 00,00 M. Gek. 370,000 Liter. Petroleum vorr. 23.20 M. Roggenmehl 0/1 Aug. 35.50, Sept.=Okt. Antwerpen, 24. Aug. Petroleum unverändert, Slgee J. a- Borchaik G. 3ed. Ausverkauf in Buxkin, reine Wolle, nadelfertig ca. 140 cm. breit à Mk. 1,75 p. Meter zu enorm reduzirten Preisen liquidiren das vorhandene Lager und versenden jedes beliedige Quantum direkt an Private. 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Heute Nachmittag 5½ Uhr entschlief sanft nach längerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, Wwe. Wilh. Hochkepper,* im 59. Lebensjahre, was wir tiefbetrübt mit der Bitte um stilles Beileid hiermit anzeigen. Witten, Greiz und Herdecke, 24. Aug. 1891. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 5 Uhr vom Sterbehause, Wiesenstrasse Nr. 42, aus statt. Gras=Veklaus. Donnerstag, den 27. Aug., Nachm. 4 Uhr anfangend, verkaufe ich den 2. Grasschnitt in meiner Wiese im Kaltenbruch. Witten, den 22. August 1891. W. Buchholz. Bekanntmachung. Wegen Ausbaues bezw. vorzunehmender Reparaturen ist der Communalweg a) in der Gemeinde Heven vom Berginvaliden Friedr. Lapp bis nach Kleinherbede und b) in der Gemeinde Ostherbede vom Brennereibes. Sonnenschein bis zur Grenze von Westherbede bis auf Weiteres für Fuhrwerk gesperrt. Herbede, den 18. August 1891. Der Ehren=Amtmann: Meesmann. Bekanntmachung. Hierdurch bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß der gemeinsame Innungs=Ausschuß hierselbst gemäß den§§ 973 und 100d der Reichs=Gewerbe=Ordnung ein Schiedsgericht errichtet, welches berufen ist, zwischen Innungs=Mitgliedern und ihren Gesellen solche Streitigkeiten, welche auf den Antritt, die Fortsetzung oder Aufhebung des Arbeitsverhältnisses, auf die gegenseitigen Leistungen aus demselben, auf die Ertheilung oder den Inhalt der Arbeitsbücher oder Zeugnisse sich beziehen, an Stelle der sonst zuständigen Behörden zu entscheiden. 9 864. Das bezugliche Statut ist seitens des Bezirts=Ausschusses durch Verfügnng vom 13. Juni ds. Is. B. A. 2181 genehmigt worden. Das Schiedsgericht beginnt am 1. Sept. ds. Is. seine Wirksamkeit und besteht aus folgenden Mitgliedern: Dr. König, Arzt, Vorsitzender,„ W. Burkhardt, Stellmachermeister, steuv. Vorsitzend. F. Brabänder, Bäckermeister. W. Hilfer, Schuhmachermeister. H. Gelbke, Tischlergeselle. F. Höper, Barbier=Gehülfe. Witten, den 14. August 1891. Der Magistrat: Dr. Haarmann. Beste und billigste Bezugsquelle für garankirt neue, deppelt gereinigt und gewaschene, echt nordisch Bettfedern Wir versenden zollfrei, gegen Nachn. (nicht unter 10 Pfd.) gute neue Bettfedern per Pfand für 60 Pfg., 80 Pfg., 1 M. und 1 M. 25 Pfg.; seine prime Halbdaunen 1 M. 60 Pf.; weiße Polarfedern 2 M. und 2 M. 50 Pfg.; silberweiße Bettfedern 3 M., 3 M. 50 Pf., 4 M., 4 M. 50 Pfg. u. 5 M.; ferner: echt chinesische Ganzdaunen(sehr##kräftig) 2 M. 50 Pfg. und 3 M, zerpackung zum Kostenpretse.— Bei betrügen von mindestens 75 M. 5% Radau Etwa Nichtgefallendes wird frankirt bereitwilligst zurückgenommen. Pecher& Co. in Herford 1. Wentfl. Kolien Prottmahk, Kuhrstr. 41. Ruhrstr. 41. Pergument,.., zu haben bei B. Koetzold& Co. Gra..) nach Goldgehalt gestempelt, bei Gerh. Hauptstraße 14, Witten. Die llödenwell. Illustrirte Zeitung für Coilett. und Handarbeiten. Jährlich 26 Llammern Urmslügen für Buchhalter, vorräthig bei B. Koetzold& Co. Bekanntmachung. betr. die Ergänzung der zur Ausführung der§§. 18, 138, 156—161 des Invaliditäts= und Altersversicherungsgesetzes erlassenen Anweisung vom 20. Febr. 1890, vom 15. Juli 1891 Zur Beseitigung einer Meinungsverschiedenheit, zu welcher die Anweisung zur Ausführung der§§ 18, 138, 156 bis 161 des Inoaliditäts= und Altersversicherungsgesetzes vom 20. Februar 1890, Veranlassung gegeben hat, wird diese Anweisung hierdurch in folBescheinigungen der Dienstherrschaft über die Dauer eines Gesindedienstverhältnisses(§ 161 des Invaliditäts= und Altersversicherungsgesetzes vom 22. Juni 1889, Reichsgesetzbl. S. 97) können in der Weise ausgestellt und beglaubigt sein, daß die Dienstherr schaft in das Gesindedienstbuch(Verordnung vom 29. September 1846, Ges.=S. 467; Gesetz vom 21. Februar 1872. Ges.=Sammlg. S. 160: Instruction vom 26. Februar 1872, Min.=Bl. d. i. V. S. 79) neven dem in demselben enthaltenen Vermeir üver die Dauer des Dienstverhältnisses zur Bescheinigung dieses Vermerkes ihren Namen einträgt, die zuständige Ortspolizeibehörde aber diese Eintragungen in der für die polizeiliche Beglaubigung bestimmten Spalte des Gesindedienstbuchs mit einem die Beglaubigung bezeichnenden Vermerk und dem Dienstsiegel(Stempel) versieht. Der Minister des Innern. Der Minister für Handel 3.A. Lohnann. Wegebau in Ende. Orete vierteie Witten, empfiehlt sein reichhaltiges Lager selbstgefertigter Sprung= u. Tafelherde, emaillirte= u. Majolica=Kochherde, neuesten Muster emaillirter(feuerfeste Kunstemaille), broncierter Lull=, Aegulier= und Mantel=Gefen soeben eingetroffen. Transportable Porzellan=Kachelöfen, Amerikaner, verschiedenen Fabrikats. Sämmtliche Haus=, Küchen= u. Gartengeräthe, Gartenmöbel, Rasenmähmaschinen, Eisschränke. Nähmaschinen von Seidel und Raumann, 6 jähr. Garantie. Strickmaschinen inel. 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