No. 197. Fernsprech=Nr. 46 für Witten. Witten, Dientag, den 25. Augut. Fersprech=Nr. 18 für Hagen. 1891 Trcrufar2s Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Insertionen werden die 7 gespaltene Petitzeile mit 10 Pf. berechnet. Vom Sozialistenkongreß zu Brüssel. Eine Woche bereits dauern die Berathungen des zu Brüssel tagenden„internationalen sozialdemokratischen Arbeiterkongresses". Die Redner hoben rühmend hervor, daß, anders als auf dem Pariser Sozialistenkongreß von 1889, auf diesem Kongreß zum ersten Male alle sozialistischen Fraktionen versammelt und alle Nationalitäten vertreten seien; nur die„Anarchisten“ seien ausgeschlossen. Es sind dort außer Belgiern etwa 60 Franzosen und 40 Deutsche anwesend, unter Letzteren Singer, Bebel und Liebknecht; ferner Mitglieder der englischen Gewerkschaften, Oesterreicher, Italiener, Spanier, Amerikaner usw. Durch den förmlichen Ausschluß der Anarchisten hat sich der Kongreß offenbar den Anschein geben wollen, als ob er mit Mäßigung sozialpolitische Fragen erörtern wolle. So wurde ausdrücklich von den Tonangebern des Kongresses den Anarchisten vorgeworfen, daß sie den Staat bekämpfen und ihre Ideen mit Dynamit durchführen wollten; dagegen richte sich die sozialistische Bewegung nicht gegen den Staat. Die Sozialisten wollten vielmehr nur den Staat für sich gewinnen, um sich seiner für die Verwirklichung des Sozialismus zu bedienen; deshalb könnten Anarchisten nicht mitrathen, sondern sie seien auszuschließen. Indeß im weiteren Verlaufe der Verhandlungen scheint man diesen Begriffsunterschied, der den Sozialisten wohl zur Ehre gereicht haben würde, völlig vergessen zu haben. Kein Anderer als der deutsche Sozialdemokrat Bebel war es, der bei der Erörterung über den Arbeiterschutz er als das Ziel speziell der deutschen Sozialdemokraten bezeichnete,„daß die bürgerliche Gesellschaft so schnell als möglich vom Erdboden verschwinde"; die Arbeiter müßten zur„politischen Selbständigkeit" erzogen werden, damit,„wenn dereinst die letzte Stunde der bürgerlichen Gesellschaft geschlagen habe“, die Arbeiter im Stande seien, sofort an deren Stelle zu treten. Zur weiteren Beleuchtung des Geistes, der sich in diesem Bekenntniß offenbart, führen wir noch an, daß ein Amerikaner betonte, der Klassenkampf müsse so lange gekämpft werden, bis die Arbeiter am Ziele seien. Oesterreicher erklärte, seine Genossen ständen auf demselben„revolutionären“ Standpunkt, wie die Genossen in Deutschland: Arbeiterschutzgesetzgebung, Parlamentarismus, Wahlrecht usw. betrachteten sie lediglich als Mittel, um die Gehirne zu„revolutioniren“; sie seien aber auch bemüht, diesen Gehirnen Arme zu geben, welche die„Revolution" ausführen können. Erst als von Seiten der englischen Gewerkschaftsvereine gegen die Uebertragung derartiger revolutionärer Gedanken in die zur Abstimmung gestellten Anträge Widerspruch erhoben wurde, sah man, damit sich keine auf dem Kongreß vertretene Partei dadurch ausgeschlossen fühle, von den„revolutionären“ Worten ab, und es wurde dafür einmüthig das Prinzip des— Klassenkampfes angenommen. Was doch Worte nicht Alles vermögen! Die Sozialdemokraten erkären sich gegen den Standpunkt der Anarchisten, weil diese den Staat bekämpfen, und trotzdem wollen sie„die bürgerliche Gesellschaft vom Erdboden verschwinden lassen!“ Und die Engländer werden bei dem Worte„Revolution" ungemüthlich, aber gegen den Klassenkampf haben sie Nichts einzuwenden! Dieser„Klassenkampf" ist doch aber Nichts als eine erbitterte Fehde gegen Alles, was nicht Arbeiter ist, und so auch schließlich gegen den bürgerlichen Staat selbst. Nachdem der „Klassenkampf" als Programm aller Sozialisten aufgestellt worden, wird man, wie üblich, eigentlich revolutionäre Ziele in Abrede stellen, obwohl die Hauptredner, besonders die deutschen und österreichischen Sozialdemokraten, die Revolutionirnng offen verkündet haben. Ja, mit Worten läßt sich tcefflich streiten, mit Worten ein System bereiten — dieses mephistophelische Rezept haben sich die Sozialdemokraten trefflich anzueignen verstanden. Bei solcher Meisterschaft in der Wort= oder vielmehr Klopffechterei ist es nicht zu verwundern, daß der Kongreß an der deutschen Arbeiterschutzgesetzgebung kein gutes Haar ließ und die die soziale Frage betreffenden Gesetzgebungen aller Länder für „unzureichend" erklärte; zwar seien die Beschlüsse der Berliner Arbeiterschutzkonferenz wichtige Konzessionen gewesen, aber die gegenwärtigen Regierungen würden sie nicht zur Durchführung bringen. Das könnte vielmehr nur der Arbeiter selbst oder— der Arbeiterstaat. Zu diesem Zweck sollen, wie der Kongreß beschlossen, in jedem Lande permanente Kommissionen organisirt werden, welche die Arbeitsbedingungen, soweit sie für den Schutz der Arbeiter erforderlich seien, festsetzen. Dazu gehöre auch der Achtstundentag. Da der„Klassenkampf" das Prinzip ist, auf Grund dessen die Sozialdemokraten an die Behandverbunden mit dem für Witten und Amgegend. Abonnementspreis(inel. der Gratisbeilage „Märkisches Heim“): 1,80 Mark vierteljährlich, monatlich 60 Pfg. bei Bestellung durch die Boten. Bei Abnahme auf der Post incl. Bestellgeld 2,20 Me lung aller Fragen herantreten wollen, wird man fortan erwarten können, daß diese permanenten Kommissionen Alles zu verhindern suchen werden, was den Klassenfrieden, den Frieden zwischen Arbeitern und Arbeitgebern fördern könnte. Das direkte Gegentheil der deutschen sozialpolitischen Gesetzgebung! Diesen Gegensatz hat die Brüsseler Versammlung völlig klar gestellt. Es wird sich nun fragen, was stärker ist: die moralische Macht und der praktische Nutzen der Sozialreform, oder das Bestreben, sich hiergegen aufzulehnen und dagegen mit allen Mitteln anzukämpfen. Rundschau. * Durch die Veröffentlichung des Schreibens des Grafen Münster werden die Blowitz'schen Anaben über ein angebliches Gespräch des berüchtigten „Times"=Korrespondenten mit dem Botschafter Grafen Münster, die Vorgänge beim Rücktritt des Fürsten Bismarck betreffend, als Das gekennzeichnet, was sie wirklich sind: als Blowitz'sche Erfindung und Mißbrauch des Namens des Botschafters. Die punktirten Stellen in dem betreffenden Briefe deuten darauf hin, daß der Botschafter seiner Entrüstung über das neueste Blowitz'sche Schwindelstück kräftigsten Ausdruck verliehen hat. Damit ist auch die in einem gegen die Blowitz'schen Behauptungen gerichteten Artikel der Münchener Allgemeinen Zeitung ausgedrückte Erwartung, Graf Münster werde nunmehr dem deutschen Publikum gegenüber mit einer jede Zweideutigkeit ausschließenden formellen Erklärung über die objektive Wahrheit jener Behauptungen des Herrn Blowitz nicht länger zurückhalten können, erledigt. Was an dem Artikel des Münchener Blattes noch interessirt, sind folgende, auf den Rücktritt des Fürsten Bismarck Bezug nehmende Sätze:„Aus der Geschichte der Kanzler= krisis ist zur Genüge bekannt, daß Fürst Bismarck sein Abschiedsgesuch erst auf wiederholten kaiserlichen Befehl eingereicht hat, weil er nicht glaubte, die Verantwortlichkeit für solchen Schritt im damaligen Augenblick übernehmen zu können. Daraus ergiebt sich aber doch zur Genüge, daß Fürst Bismarck über die schließliche Annahme seines Entlassungsgesuches nicht im Geringsten im Zweifel sein konnte und daher auch gar keine Ursache hatte, sich darüber zu entrüsten. Daß die Stimmung des Fürsten sich erst durch den lauenburgischen Herzogstitel gemildert habe, kann gar nur Jemand glauben oder behaupten, der die Sinnes= und Denkweise des Fürsten über solche Dinge nicht kennt, ganz abgesehen davon, daß Fürst Bismarck sich bei früheren Anlässen dieser Art stets gegen den Herzogstitel ausgesprochen hatte.“ Die(vom Fürsten Bismarck inspirirte) Münchener „A. Z.“ erläutert in einem späteren Artikel ihre frühere Bemerkung, daß„der Fürst sein Abschiedsgesuch erst auf wiederholten Kaiserlichen Befehl eingereicht habe", folgendermaßen:„Nachdem Fürst Bismarck es abgelehnt hatte, zu einem Vortrage über das von ihm einzureichende Abschiedsgesuch am 17. März Nachmittags im Königlichen Schlosse zu erscheinen, wurde ihm gegen Abend durch den vom Kaiser entsendeten General v. Hahnke persönlich eröffnet, daß Se. Majestät die Einreichung des Abschiedsgesuches erwarte. Fürst Bismarck entgegnete, daß er nicht glaube, die Verantwortlichkeit für die Einreichung seines Abschiedsgesuches im gegenwärtigen Augenblicke übernehmen zu können, im Uebrigen stehe es ja Sr. Majestät frei, ihm den Abschied zu jeder Minute auch ohne Gesuch zu ertheilen. Am folgenden Morgen erschien der Chef des Civilkabinets, Wirkl. Geh. Rath v. Lucanus, mit dem gleichen Auftrage, daß der Kaiser der Einsendung des Abschiedsgesuches im Laufe des Tages entgegensehe. Fürst Bismarck erwiderte, daß er dazu Zeit brauche; könne diese nicht abgewartet werden, so möge man ihm den Abschied ohne Gesuch geben. Am Abend des 18. März erfolgte dann die Einsendung des ausführlich motivirten Abschiedsgesuches. Dieser Sachverhalt, an dessen Richtigkeit wohl kein Zweifel besteht, rechtfertigt die Auffassung, daß die Einreichung bes Abschiedsgesuches auf wiederholten Kaiserlichen Befehl geschehen sei.“ * Da man in letzter Zeit in der Pariser Presse von Spanien und dessen möglichem Zutritt zu dem neuen Zweibunde gesprochen hat, so bringt der „Matin“, um die Spanier auf der Bahn des Guten zu ermuntern, die alberne Nachricht, daß die Deutschen an den Unruhen auf den Philippinen schuld seien, und warnt freundnachbarlich die Spanier vor den deutschen Ränken, die auf Nichts weniger abzielten, als ihnen die Philippinen zu entreißen. Die Eingeborenen, so schwindelt das französische Blatt, kämpften unter Führung der deutschen protestantischen Missionare, die mit deutschen Gewehren und sogar mit Kruppschen Berggeschützen ausgerüstet seien, und was des Unsinns mehr ist. * In Genf ist in der Druckerei der Nihilisten ein Bericht erschienen mit dem Titel:„Die Redaktion der russischen Revue—„Der Sozialdemokrat"— an den internationalen Arbeiterkongreß in Brüssel.“ Unterschrieben haben G. Plekhanoff und v. Sassulitsch. In dieser Schrift wird erklärt, daß gegenwärtig die Lage in Rußland weniger traurig sei; die wirthschaftliche Lage dieses Landes sei gegenwärtig eine solche, daß alle Feinde des jetzigen Regimes die größten Hoffnungen hegen könnten. Der Despotismus sei furchtbar groß gezogen worden durch die Unwissenheit des Volkes und der Bauern. Weiter heißt es:„Wir haben uns die Pflicht auferlegt, über ganz Rußland ein großes Netz von Arbeitervereinen auszubreiten. So lange wir unser Programm nicht ganz erfüllt haben, werden wir uns enthalten, bei euren Sitzungen zu erscheinen; bis dahin wäre eine Vertretung der russischen Demokratie eine Legende und eine Fiktion.“ * Die neuesten Nachrichten aus China nehmen wieder einen beunruhigenden Anstrich an. Es scheint der Weg einer Verständigung zwischen den widerstreitenden Anschauungen des TsungliYamen, des mächtigsten Vizekönigs, und den fremdmächtlichen Vertretern in Peking darnach noch nicht gefunden zu sein, ja noch nicht einmal eine Aussicht auf gütliche Beilegung des Streites vorhanden. Damit ist indeß keineswegs gesagt, daß die Lage sich nicht noch sehr rasch ändern und Alles zum Guten kehren könnte. Denn augenscheinlich ist die chinesische Regierung zu Nichts weniger als zum Widerstande aufs Aeußerste entschlossen. Der von den diplomatischen Korps in Gestalt der Androhung einer Kollektiv=Flottendemonstration ausgespielte Trumpf hat die Karten des Tsungli=Yamen einigermaßen in Verwirrung gebracht. Als eine Wirkung derselben dürfte die Ansammlung zweier chinesischer Geschwader bei Nanking bezw. Shanghai betrachtet werden dürften, eine Maßregel, welche kaum den Erfolg haben wird, den ihre Urheber sich von ihr zu versprechen scheinen. Amerikanische Blätter stellen die Lage als eine bis aufs Aeußerste gespannte dar. Das Ansehen der Pekinger Regierung in der Provinz Yünnan, dem Mittelpunkte der Unordnungen, sei gleich Null, und die aus Peking dorthin gesandten Befehle würden gar nicht beachtet, wo nicht offen verhöhnt. Die chinesische Regierung sehe nunmehr ein, daß ihre Taktik, die Mächte unter sich zu veruneinigen und gegen einander auszuspielen, eine verkehrte war und nur zu ihrer eigenen Isolirung führte. Sie möchte jetzt gern Bedenkzeit für ihr weiteres Handeln, allein fremdmächtlichen Vertreter seien zu weit vorgegangen, um ohne Schädigung ihres Ansehens im Volke nachgeben zu können, woraus sich für das Pekinger Kabinet eine äußerst schwierig zu überwindende Zwangslage ergebe. Ganz so schlimm, wie die amerikanischen Blätter es machen, wird die Sache wohl nicht stehen, immerhin aber verwickelt genug, um den leitenden chinesischen Staatsmännern von jeder herausfordernden Handlungsweise dringendst abzurathen. * Berlin, 23. Aug. Die große Herbstparade über das Gardekorps hatte am Sonnabend einen gewaltigen Theil der Bewohner der Reichshauptstadt mobilisirt. Die Wege zu Seiten des Tempelhofer Feldes waren von Tausenden von Schaulustigen schon am frühen Morgen besetzt, unt gegen Mittag bildete sich auch auf dem ganzen, fast anderthalbstündigen Wege vom Paradeplatze bis zum alten Schloß an der Spree eine unübersehbare Menschenkette, in welcher alle Stände vertreten waren. Außerdem waren Balkone. Erker, Fenster, Baugerüste und selbst die Dächer von Menschen besetzt. Der Kaiser und die Kaiserin, die am Freitag Abend aus Kiel abgereist waren, fuhren bis in die unmittelbare Nähe der Paradeausstellung, die vom kommendirenden General von Merscheidt=Hüllessem befehligt wurde, und stiegen dort zu Pferde. Der Kaiser trug die große Uniform eines Generals der Infanterie, die Kaiserin den Uniformrock der Pasewalker Kürassierefund den weiten Rembrandt-Hut mit wallender Feder. Der Monarch sieht tiefgebräunt aus und trägt in der That einen noch kurzen, aber dichten dunkelblonden Vollbart. Er sieht damit etwas älter, zugleich aber auch— bei allem Ernst— freundlicher aus. Die Aehnlichkeit zwischen dem Kaiser und seinem Vater, als dieser im gleichen Alter war, ist eine gußerordentlich große. Höchstens wirken Augen und Stirn etwas anders; Kaiser Friedrich schaute etwas schalkhaft drein, Kaiser Wilhelm hat einen ruhigen festen Blick, die Augen blicken gerade und fest unter der hohen, ehernen Stirn hervor. Im Uebrigen ist aber die Gesichtsähnlichkeit sehr groß, und sie wird noch weit mehr zu Tage treten, wenn der Vollbart erst länger gewachsen ist. Nach dem Begrüßen der anwesenden Furstlichkeiten erfolgte der übliche Abritt der Front und dann ein zweimaliger Vorbeimarsch. Beim zweiten Marsche setzte der Monarch sich selbst an die Spitze des Armeekorps und führte dasselbe an seiner Gemahlin vorüber. Dem General von Meerscheidt Hüllessem wurde der Schwarze Adler= Orden vom Kaiser persönlich überreicht, das GardeJäger=Bataillon erhielt ein Säkularfahnenband, welches vom obersten Kriegsherrn sbeim Abreiten der Front eigenhändig an die Fahnenstange des Bataillons heftet wurde. In der ersten Nachmittagsstunde zog der Kaiser an der Spitze der mit ihren historischen Blechkappen erschienenen Leibkompagnie des ersten Garde=Regimentes in die Hauptstadt ein. Gegen früher war eine interessante Aenderung getroffen. Der Monarch ritt bisher hinter der Regimentsmusik, umgeben von Generaladjutanten und Flügeladjutanten. Diesmal ritt der Kaiser ganz allein und erst späterhin folgte der Hauptman der Leibkompagnie: die Adjutanten befanden sich vor der Musik, und der zahllosen Menschenmenge war es somit ermöglicht, den Herrscher auf das Genaueste ins Auge zu fassen, zumal das Marschtempo sehr langsam war. Der Jubelsturm beim Heranreiten des ununterbrochen grüßenden Kaisers war überwältig.nd, und der allgemeine Ausspruch ging dahin, daß der Kaiser so gesund, wie nie zuvor, aussehe, daß der neue Bart ihm vortrefflich stehe. Fünf Stunden hatte der Kaiser beständig im Sattel gesessen, der beste Beweis, daß von dem Knieleiden auch nicht die geringste Spur zurückgeblieben ist. Nachdem der Monarc die Galauntform im Schlosse mit einem einfachen Offiziersrock vertauscht, begab er sich in die Ruhmeshalle, um die dort ausgestellten Entwürfe zum Kaiser=Wilhelm National= Denkmal in Augenschein zu nehmen. Der Kaiser prüfte die der zum Wettbewerb zugelassenen Künstler Professor Reinhold Begas, Bruno Schmitz, Professor Schilling und Karl Hilgers sehr eingehend und versprach seinen wiederholten Besuch. Am Nachmittage fand im Schlosse das übliche Parade=Diner statt, am Abend siedelten beide Majestäten nach Potsdam über. — Das Kaiserpaar begiebt sich morgen Montag nach Merseburg, um der Einladung der Provinz Sachsen zu entsprechen. Anwesend sein werden auch der Reichskanzler v. Caprivi, die Minister v. Bötticher und Berlepsch, der Präsident der Oberrechnungskammer v. Wolff, früherer Oberpräsident der Provinz Sachsen, der Präsident des Reichsversicherungsamtes Bödicker. — Die Kornpreise steigen an der hiesigen Produktenbörse inmer noch, obgleich allgemein konstatirt wird, daß ganz gewaltige Posten Brodkorn auf dem Wege nach Deutschland sind und das Erntewetter der letzten Tage recht befriedigend war. Man scheint die Preise unter allen Umständen hochhalten zu wollen. — Der Vorschlag eines hiesigen Böcsenblattes, die Verwendungszwecke der lex Huene. Angesichts der theuren Lebensmittelpreise, auf die Unterstützungen nothleidender Distrikte auszudehnen, d. h. aus dem Ertrag der landwirthschaftlichen Zölle über den an die Reichskasse abzuführenden Betrag hinaus, wird von den„Berl. Pol. Nachr.“, welche Fühlung mit finanzministeriellen Kreisen unterhalten sollen, für diskutabel erklärt. Dieser Gedanke sei der Erwägung werth und dürfte, falls die Ereignisse, was vorläufig nicht anzunehmen sei, zu lokalen Nothständen führen sollten, bei den Erörterungen über die Abhülfe derselben nicht ohne Weiteres von der Hand gewiesen werden können. — Die Richtersche Presse ist in der Getreidezollfrage mit ihrem Latein zu Ende. Statt ihre Gegner sachlich zu widerlegen und zu bekämpfen, denunzirt sie dieselben nach alter Weise wieder als Offiziöse und dichtet Henrn von Caprivi trotz aller seiner gegentheiligen Erklärungen ein volles Pretzbüreau an. Nebenbei bemerkt versteigt sich das Richtersche Amtsblatt zu der Prophezeiung, für eine Herabsetzung der Getreidezölle, die nicht auf allen Grenzen gleichmäßig stattfände, sei im Reichstage eine Mehrheit nicht vorhanden. Diese Prophezeiung wird sich ebensowenig erfüllen, wie die andere, daß die Regierung schließlich doch noch gezwungen werden würde, den Getreidezoll vor Abschluß der Handelsverträge herabzusetzen. Jeder, der unsere parlamentarischen Verhältnisse genauer kennt, weiß, daß die in den Handelsverträgen vorgesehene Herabsetzung der Getreidezölle nur dann im Reichstage eine zustimmende Mehrbeit finden wird, wenn dieser Herabsetzung entsprechende Gegenleistungen auf anderen Gebieten gegenüberstehen. Die nothwendige Schlußfolgerung ist die, daß die Länder, welche keine solche Gegenleistungen machen, auch nicht der niedrigeren Getreidezölle theilhaftig werden. — In allen Orten Deutschlands wird augenblicklich ein„an die Arbeiterschaft Deutschlands“ gerichtetes Flugblatt in großen Mengen verbreitet, in welchem die Arbeiter aufgefordert werden, nur mit Arbeiterkontrollmarken versehene Wirkwaaren zu kaufen. Auch für alle anderen Textilerzeugnisse werde die Arbeiterkontrollmarke eingeführt werden. — Die neue Welfenfonds=Vorlage, welche dem nächsten Landtag vorgelegt wird, soll beinahe fertig gestellt sein. Die Rückgabe der Gelder an den Herzog von Cumberland bleibt, wie verlautet, ausgeschlossen, doch sollen dieselben ausgiebig für die Provinz Hannover verwandt werden. — Für das erste Drittel des laufenden Etatsjahres hat die Isteinnahme der Zölle und Verbrauchssteuern 239,9 oder 2,6 Millionen weniger als im gleichen Zeitraume des Vorjahres betragen. Zölle und Zuckermaterialsteuer weisenein Minus gegen das Vorjahr, jene von 7,3 diese von 1.7 Millionen auf. Die Verbrauchsabgabe von Branntwein hat dagegen ein Mehr von 1.4, die Salzsteuer von 0,7 Millionen aufzuweisen. Auch die übrigen Verbrauchssteuern haben kleinere Mehrerträge aufgetract — Minister Thielen forderte die Baynoirertionen auf. die Personenwagen einer gründlichen Revision unterziehen zu lassen. Der Minister stellt ferner Ermittelungen bezüglich übermäßiger Dienstzeit der Lokomotivführer an. Schwerin, 23. August. Bei dem Großberzog ist eine Zunahme der Kräfte nicht wahrnehmbar. Die Lähmungen sind noch nicht begrenzt, die Bewegung der Oberarme ist mehr behindert.— Die Frage einer Regentschaft wird sicheren Vernehmen nach in der Umgebung des Großherzogs lebhaft erörtert: es sei darüber auch dem Kaiser bereits Vortrag gehalten worden. Letzterer nimmt an dem Verlauf der Krankheit, welche, wie es heißt, in den offiziellen Berichten weniger schwer dargestellt wird, als sie ist, den aufrichtigsten Antbeil und läßt sich tüglich darüber Bericht erstatten. In Hoftreisen hält mun eine Katastrophe für unvermeidlich. Altenburg, 22. August. Der Kammerherr v. Helldorff auf Drackendorff ist vom Herzog von SachsenAltenburg zum Staatsminister ernannt worden. Derselbe wird sein Amt am 1. September antreten. Paderborn, 21. August. Laut einem hier eingetroffenen Schreiben des päpstlichen Nuntius in München hat der Papst die Wahl des Professors Simar zum Bischof bestätigt. Kassel, 21. August. Die amtliche Ernennung des Landraths v. Trott, Fulda, zum Präsidenten des hessischen Konsistoriums ist hier eingetroffen. Frankfurt a. M., 23. August. Der Schriftsetzer Francois Martin wurde wegen anarchistischer Umtriebe aus Preußen ausgewiesen. Metz, 22. August. Ein französischer Spion scheint bei Metz abgefaßt worden zu sein. Es wird darüber von dort berichtet: Die Armirungsübungen auf dem Gelände östlich von Metz haben mit dem 20. August ihr Ende erreicht. Das Betreten des Geländes, wo Batteriel eingebaut waren oder sonstige militär=technische tungen sich befanden, war der Civilbevölkerung verboten. Unter mehreren Neugierigen soll ein französischer Geschäftsreisender abgefaßt worden sein. Derselde hatte, wie es heißt, seine Manschetten mit Bleistiftzeichnungen versehen, die jedoch sehr unwesentlicher Natur gel##n sein müssen; denn der eifrige Franzose wurde, ohne daß viel Aufhebens von der Sache gemacht worden wäre, kurzer Hand über die Grenze spedirt. Oesterreich-Ungarn * Wien, 22. August. Die amtliche„Presse“ glaubt. die Agitation für die Aufhebung der Kornzölle in Deutschland werde bald wenigstens für eine gewisse Zeit verstummen. Die Versorgung mit Getreide werde ohne große Schwierigkeiten bewerkstelligt werden. Gelange eine ruhige Ueberlegung zum vollständigen Durchbruch, dann werde die Festigkeit der deutschen Regierung nicht nur keinem Tadel begegnen, sondern Anerkennung finden, zumal der gedeihliche Fortschritt der Hondelsvertrags=Verhandlungen die Vortheile der neuen Handelsverträge klarer hervortreten lassen werde. Der Entschiedenheit der deutschen Regierung sei es zu danken, daß durch die letzte Maßregel der russischen Regierung die Interessen der deutschen Volkswirthschaft nicht geTriest, 20. Aug. Der hiesige Polizeidirektor wurde ermordet aufgefunden. Er hatte am Geburtstage des Kaisers von Oesterreich mehrere irredentistische Demonstranten verhaften lassen. Man bringt den Mord mit diesen Verhaftungen in Zusammenhang. beschleunigen. Der Antrag wurde von sämmtlichen Theilnehmern an dem Kongreß(mit Ausnahme der holländischen) einstimmig angenommen.— Am Samstag wurde mit Stimmeneinheit eine Resolution des Inhalts angenommen, daß der Kongreß die Stück= und AkkordArbeit für eine Lohnform hält, welche die Ausbeutung der Arbeiter stetig vermehrt, daß System der Ueberburdung eine Folge des kapitalist###en Regimes sei und gleich dem„Sweating"=System bekämpft werden müsse. Der Kongreß nahm ferner mit allen gegen drei Stimmen eine Resolution an, in welcher die sozialistischen Parteien aller Länder aufgefordert werden, in ihren Programmen die volle Gleichheit der beiden Geschlechter auszusprechen und die Gewährung aller bürgerlichen und politischen Rechte, welche der Mann besitzt, auch für die Frauen zu fordern.— Nach langer und lebhafter Diskussion stimmte der Kongreß einer Resolution zu, welche den 1. Mai als Arbeiterfeiertag für alle Länder bestimmt zur Erreichung des Achtstundentages und gleichzeitig empfiehlt, denselben überall zu feiern, wo das nicht geradezu unmöglich sei. Das Votum der englischen Delegirten, welche sich dieser Resolution anschlossen, wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Der nächste Kongreß findet im Jahre 1893 in der Schweiz statt; gleichzeitig wird auch ein Kongreß in Chicago abgehalten werden. Hierauf wurde der Kongreß unter lebhaften Hochrufen auf den internationalen Sozialismus geschlossen. Genf, 23. August. Die italienischen Anarchisten lassen ein neues Journal„La croix de Savole“(„Das Savoyische Kreuz") erscheinen, in welchem der König, die Armee und die Regierung Italiens heftig angegriffen werden. Paris, 21. Aug. Ausständische Erdarbeiter griffen heute im Bois de Boulogne Arbeiter, welche sich nicht an dem Ausstand betheiligten, mit Steinen und Stöcken an und verletzten mehrere derselben schwer. Die Polizei mußte einen harten Kampf mit den Ausständigen bestehen, ehe es ihr gelang, dieselben zu zerstreuen. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Paris, 22. August. Den hiesigen Vertretern der chilenischen Kongeßregierung wird aus Jquique gemeldet, daß das Kongreßheer nördlich von Valparaiso Paris, 23. August. Das Packetboot„Präsident Troplong“ ist auf der Rückfahrt von Tunis in der Nähe der Hyerischen Inseln gescheitert. Die Passagiere wurden sämmtlich gerettet. Paris, 23. August. Der Ausstand der Erdarbeiter hat für jetzt sein Ende erreicht. Die Ausständigen beschlossen heute, den Streik wegen Mangels an Geldmitteln zur Fortsetzung desselben vorläufig einzustellen und erst zu einem späteren geeigneteren Zeitpunkte wieder aufzunehmen. Brüssel, 22. August. Vom Internationalein Sozialisten=Kongreß wird berichtet: Bei der Beratbung der Frage uber die Pflichten der Arbeiter gegenüber dem Militarismus in der Sitzung am Freitag wurde von der Kommission eine Resolution beantragt, in welcher es heißt, der Kongreß betrachte es als die Pflicht und das Interesse aller Derjenigen, welche dem Kriege entgegenwirken wollen, in die sozialistische Partei einzutreten, welche einzig und allein eine Partei des Friedens sei. Angesichts der drohenden Lage Europas und der Aufreizungen der herrschenden Klassen appellire der Kongreß an die Arbeiter der ganzen Welt, allen Kriegsbestrebungen und=Bündnissen entgegenzuwirken und durch eine Weiterentwickelung der internationalen Organisation des Proletariats den Sieg des Sozialismus zu 19 ern. Criminal=Roman von Heury Canvain Nachdruck verboten. Eugland. London, 22. August. Dem„Standard" wird aus Shanghai von gestern gemeldet, die zwischen der chinesischen Regierung und den Vertretern der europäischen Mächte aus Anlaß der jüngsten Unruhen in China entstandenen Differenzen schienen eine befriedigende Wendung zu nehmen und eine freundschaftliche Lösung in AupfigDie britsche Regierung hat betreffs Manipur ein Manifest erlassen, nach welchem die Königin von dem Rechte, das Land zu annektiren, keinen Gebrauch macht und dem Vicekönig überläßt, einen Gouverneur aus den Eingeborenen des Landes zu erneanen. London, 22. August. Der Herzog von ClevePortsmouth, 22. August. Die Königin begab sich gestern um 3 Uhr 20 Minuten Nachmittags in Begleitung der Prinzessinnen Louise und Beatrice, des Herzogs von Connaught und des Prinzen Georg von Wales an Bocd der königlichen Yacht, um über die vereinigten Geschwader Revue abzuhalten. Die Revue begann um 3 Uhr 35 Minuten. Die königliche Dacht wurde bei der Durchfahrt zwischen den in Reihen aufgestellten Geschwaderschiffen von jedem einzelnen derselben mit Salutschüssen, Hurrahrufen und Musik begrüßt. Admiral Gervais kehrte um 6½ Uhr an Bord des„Marengo" zurück. Die Revue, wesche bis 6 Uhr 35 Minuten dauerte, wurde von dem schönsten Wetter begünstigt.— Abends 8 Uhr gab Admiral Lord Clanwilliam im Admiralitätsgebäude den höheren Offizieren des französischen Geschwaders ein Banket, bei welchem Admiral Gervais den Ehrenplatz einnahm. Den übrigen französischen Flottenoffizieren gaben die englischen Marineoffiziere ein Festessen in der Marineschule. Abends 11 Uhr war ein großer Ball im Stadthause zu Ehren der französischen Gäste. Die Stadt war festlich beflaggt und an vielen Stellen illuminirt; auch die Kriegsschiffe waren glänzend erleuchtet.— Von den französischen Marine=Offizieren, welche an der Festtafe bei der Königin in Osborne theilnahmen, ist es sehr bemerkt worden, daß die Königin, als die Musik die Marseillaise spielte, sich erhob und dieselbe bis zum Ende stehend anhörte. Vanemark. Kopenhagen, 21. August. Der Kriegsminister beorderte die Militärbäckerei, versuchsweise große Weizenbrode zu backen. Derselbe beabsichtigt für den Fall, daß das Ergebniß ein günstiges ist und solange die Roggenpreise höher sind als die Weizenpreise, Weizenbrode statt der bisherigen Roggenbrode zur Verpflegung der Armee zu verwenden. mit der Königin von Griechenland und deren Kindern gestern auf dem Seewege nach Dänemark, wo die Prinzessin von Woles bereits eingetroffen ist, abgereist. — Durch ein heute veröffentlichtes kaiserliches Manifest wird auch die Ausfuhr von Roggen, Roggenmehl und Kleie aus Finland vom 27. d. Mts. ab verboten. Wie verlautet, theilte Herr v. Giers dem deutschen Botschafter General v. Schweinitz in amtlicher Form mit, daß das Roggenausfuhr=Verbot lediglich wirthschaftlichen Grunden entsprungen, keinesfalls aber gegen Deutschland gerichtet sei. Giers bezeichnete alle entgegengesetzten Meldungen als böswillige Erfindungen. Italien. Rom, 23. August. Aus dem Vatikan, also wohl aus den Kreisen des„Osservatore Romano", wird fortgesetzt versichert, daß die Note an die Mächte hinsichtlich des Dreibundes wirklich abgeschickt worden ist. Ebenso wird hervorgehoben, daß Frhr. v. Schorlemer=Alst nicht leugne, dem Papst geschrieben zu haben, daß das Centrum und die deutschen Katholiken nicht aufhören würden, die Lösung der Römischen Frage gemäß dem Wunsche des Heiligen Stuhls zu betreiben. Bukarest, 21. Aug. Bei der Entgleisung eines Zuges, welcher Material zu Fortifikationsarbeiten fuhrte, wurden drei Personen getödtet und vier schwer verwundet. Türkei. Konstantinopel, 23. August. Die amtliche„Agence *"*= melde;, d#e Ueherbringer des Lösede Constantinopie mewei, die Alberbringtt kis Tösegeldes für den von seiner Farm durch Räuber weggeführten Franzosen Raymond seien erst seit gestern mit der Räuberbande, welche sich in Folge der Bewegungen des Militärs ins Gebirge zurückgezogen hat in Fuhlung getreten. Gerüchtweise verlautet, auch ein in Jalova (Asien) ansässiger Franzose sei von Räubern gefangen genommen worden. — Die Direktion der Orientbahn verlangt von der Pforte militärischen Schutz beim Bahnverkehr. — Die Türken arbeiten mit großer Energie an den Vertheidigungswerken längs der türkischrussischen Grenze in Kleinasien. Auf Befehl der Pforte werden neue Festungen erbaut, welche die verschiedenen Straßen beherrschen, von welchen die Russen gegen Konstantinopel vorrücken könnten. In mehreren Bergpässen werden Wasserreservoirs, welche einesbedeutende Menge Wasser zu halten im Stonde sind, angelegt. Die Ausführungsanweisung zum Einkommensteuergesetz. II. Petersburg, 22. August. Der„Nowoje Wremja“ zufolge ist dem Reichsrathe ein Gesetzentwurf betreffend die Einschränkung der Besiedelung Rußlands durch Ausländer zugegangen. Denselben soll verboten werden, sich außerhalb der Städte anzusiedeln dort unbewegliches Eigenthum zu erwerben„oshunien ten. In einigen Gouvernements, darunter... soll das Gesetz rückwirkende Kraft erlangen und der landliche Grundbesitz der Ausländer eventuell exproprürt, sowie den Besitzern die Rückkehr in's Ausland ermöglicht Petersburg, 23. August. Der Kaiser und die Kaiserin sind mit dem Großfürsten=Thronfolger und den übrigen Mitgliedern der kaiserlichen Familie, sowie I. In Einnahme sind zu stellen: 1. der erzielte Preis für alle gegen Baarzahlung oder auf Kredit veräußerten Erzeugnisse aus allen Wirthschaftszweigen, sowie für die Verleihung von Zugkraft und anderen Wirthschaftsmitteln; 2. der Geldwerth aller Erzeugnisse, welche zur Bestreitung des Haushalts des Besitzers, zum Unterhalte seiner Angehörigen, sowie der nicht zum Wirthschaftsbetriebe gehaltenen Hausgenossen verbraucht oder sons zu ihrem Nutzen oder ihrer Annehmlichkeit verwendet sind; hierher gehört namentlich auch der Aufwand an Naturalien für die Beköstigung des zur persönlichen Bedienung gehaltenen Gesindes, für die Unterhaltung von Luxuspferden und dergleichen:. gu 3. der Miethswerth der von dem Eigenthumer und seinen Angehörigen selbst bewohnten oder zur Führung des Haushaltes benutzten Gebäude; 4. der Geldwerth des am Schlusse der Periode vorhandenen Bestandes an Wirthschaftserzeugnissen, soweit dieselben zur Verwerthung durch Verkauf oder zum Verbrauch im Haushalte bestimmt sind(vergl. II. Nr. 9); 5. der Geldwerth der Nutzung von etwaigen Gerechtsamen gegen andere Grundstücke und andere Zubehörungen. II. Von der Einnahme sind als Bewirthschaftungskosten in Abzug zu bringen die Ausgaben: 1. für Unterhaltung— nicht auch für die Erweiterung oder den Neubau— der Wirthschaftsgebäude, Tagelöhnerwohnungen und der übrigen dem Wirthschaftsbetriebe dienenden oder denselben sichernden baulichen Anlagen(Deiche, Mauern, Zäune, Wege, Brücken, Brunnen, Wasserleitungen, Schleusen, Entwässerungsanlagen); 2. für die Erhaltung und Ergänzung— nicht auch und todten Wi:.—.— Vermehrung— des lebenden für die Verbesserung und todten Wirthschaftsinventars, der Narrätbe 3 für die Versicherung, der—.—s der Vorraibe lebenden und todien u...“ der nach:: Vrcäthe un Miedschaternenuntten 8re Feld= und Gartenfrüchte— nicht aber des Haushaltungs mobiliars— gegen Feuer=, Hagel= und anderen Schaden; 4. für Heizung und Beleuchtung der Wirtbschaftsräume, nicht auch der für den Haushalt benutzten Räume; 5. für Samen, Pflanzen, Futter= und Dungmittel, Rohstoffe und sonstige Materialien, welche für den laufenden Wirthschaftsbetrieb einschließlich der etwaigen Nebenbetriebe zugekauft worden sind; 6. für Gehalt, Lohn und sonstige Dienstemolumente— soweit dieselben nicht den Wirthschaftserzeugnissen entnommen sind— an das zum Wirtbschaftsbetriebe, nicht auch an das zum Haushalt oder zu persönlichen Dienstleistungen angenommene Personal; 6. die gesetz= oder vertragsmäßig vom Eigenthümer für das zum Wirthschaftsbetriebe angenommene Personal zu leistenden Beiträge zu Kranken= u. s. w. Kassen; 8. die Staats=, Grund= und Gebäudesteuer, sowie die von landwirthschaftlichen Nebenbetrieben zu entrichtenden Gewerbesteuern und indirekten Abgaben(Zuckersteuer, Branntweinsteuer u s. w.) Hierzu kommt: 9. der Geldwerth der aus der voran gegangenen in die gegenwärtige Wirthschaftsperiode übernommenen Bestände an Vorräthen der zu 1 Nr. 4 bezeichneten Art. III. Für die Abnutzung der zum Wirthschaftsbetriebe nothwendigen Gebäude, Maschinen, Geräthschaften kann ein angemessener Prozentsatz des Nutzungswerthes in Abzug gebracht werden. Bei Einkommen aus Gewinn bringender Beschäftigung gelangt zur Anrechnung die gesammte dem Steuerpflichtigen fur dessen Thätigkeit ausdrücklich oder stillschweigend zugesicherte oder thatsächlich gewährte Gegenleistung. Dies gilt insbesondere von Nebenemolumenten, welche, wie die Weihnachtsgratifikationen der kaufmännischen Angestellten, zwar nicht auf ausdrücklicher Vereinbarung beruhen, aber denselben auch ohne eine solche vom Prinzipal in Anerkennung ihrer Leistungen herkömmlich gewährt zu werden pflegen. Keinen Unterschied macht es, unter welcher Bezeichnung(Gehalt, Remuneration, Diäten, Wohnungsgeldzuschuß, Servis u. s. w.) die Besoldung der Beamten gewährt wird; ebensowenig kommt es darauf an, o5 dieselbe etatsmäßig und bei der Pensionirung anrechnungsfähig ist oder nicht. In letzterer Beziehung findet nur mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse der im Auslande stationirten Beamten eine Ausnahme statt. Außer den baaren Einnahmen ist auch der Geldwerth der etwaigen Naturalbezüge einschließlich des Miethswerthes der freien Wohnung zu berücksichtigen. Unterstützungen und andere Zuwendungen, deren Entrichtung überhaupt oder deren Betrag von dem freien Willen des Gebers abhängt, sind, auch wenn sich dieselben thatsächlich wiederholen, zur Anrechnung nicht geeignet. Dasselbe gilt von solchen Leistungen— z. B. der Eltern an ihre Kinder— welche auf der gesetzlichen Unterhaltungspflicht beruhen, auch wenn dieselben vertragsmäßig anerkannt oder richterlich festgestellt sind. Keinen Unterschied macht es, ob die Verpflichtung des Gebers gegen den Empfänger selbst oder gegen einen Dritten rechtsverbindlich eingegangen ist. Deshalb sind Zulagen, welche Offiziere auf Grund der oon ihren Vätern oder anderen Angehörigen gegenüber der Militärbehörde übernommenen Verpflichtung beziehen, diesen Offizieren als steuerpflichtiges Einkommen anzurechnen. Nach den nämlichen Grundsätzen ist zu beurtheilen, ob eine derartige Leistung vom Einkommen des Gebers in Abzug gebracht werden darf. Die Abrechnung findet unter den gleichen Voraussetzungen statt, unter welchen die Anrechnung beim Empfänger begründet ist. Lebensversicherungsprämien. Bei Abrechnung derselben(vom Einkommen) ist Folgendes zu beachten: a. Abzugsfähig sind nur die fur die Versicherung eines Kapitals oder einer Rente auf das Leben des Steuerpflichtigen selbst— nicht auch für die Versicherung auf das Leben seiner Angehörigen oder anderer Personen— gezahlten Prämien, und zwar nur für Versicherungen auf den Todes= oder den Erlebensfall(sog. abgekürzte Lebensversicherung), nicht auch für Aussteuer= und andere Vero5 die Versicherung bei einer inländischen oder ausländischen Gesellschaft oder Anstalt abgeschlossen ist, macht er übersteigen die von einem Steuerpflichtigen gezahlten Prämien den Betrag von 600 Mark jährlich, so ist die Abrechnung nur bis auf Höhe von 600 Mark ged. im Uebrigen geschieht dieselbe nach dem Betrage der Prämien für dass Steuerjahr, jedoch unter Abzug der nach dem Maßstabe der gezahlten Prämicn dem Versicherten als Dividende oder unter anderer Bezeichnung veres gußer dem Betrage der Prämien ist in der Steuererklärung die Versicherungsanstalt, sowie die Nummer der Polte anzugeben, vom Steuerplichtgen Der Fechtsaal, welchen Patrick O'Keddy eröffnet hatte, befand sich in der Rue d'Anjou. Der junge Mann hatte zu diesem Zwecke einen geräumigen Laden gemiethet und denselben einfach, aber mit Geschmack für seine Zwecke ausgestattet. Er verbrachte jedes Jahr einige Monate in Paris, wo er in politischen und Künstlerkreisen zahlreiche Freunde zählte. Seine Verbindungen mit denselben lieferten ihm auch leicht den Kern seiner Kundschaft. Man kannte seine ungewöhnliche Kraft wie seine außerordentliche Gewandtheit im Fechten und sein Unterricht wurde daher bald sehr gesucht. Er hatte Bidach gegen 4 Uhr zu sich gebeten, da der Unterricht um diese Zeit gewöhnlich beendigt zu werden Der schüchterne Bidach war zuerst ein nenig erstaunt, als er sich plötzlich mitten zwischen den klirrenden Floretts befand. Es wollte ihm nicht gelingen, aus den maskirten Männern den Herrn des Hauses herauszufinden. Patrick erkannte ihn alsbald und da er seine Verlegenheit bemerkte, so nahm er rasch seine Maske ab und ging ihm mit ausgestreckten Händen entgegen. „Bitte, nehmen Sie einen Augenblick Platz, lieber Herr Bidach,“ sagte er, auf ein anstoßendes Zimmer deutend. „die Stunde ist gleich zu Ende und dann stehe ich Ihnen Von dem Nebenzimmer aus hatte Bidach vollauf Gelegenheit, die Sicherheit Patrick's, seine unvergleichliche Beweglichkeit und Gewandtheit zu bewundern. „Das paßt sehr gut,“ sagte er selbstzufrieden,„einen solchen Mann kann ich heute Abend brauchen.“ Nach einer Viertelstunde wurde es dunkel und die Schüler verließen den Fechtsaal. Patrick wechselte schnell seine Kleider und kehrte nach Verlauf einiger Minuten zu Bdach urüe. Gemeinsam verließen sie das Haus und wanoten sich mit raschen Schritten nach der Rue d'Aumale, wo Herr von Caserte soohnte. Unterwegs theilte Bidach dem jungen Irländer seinen Plan mit und unterrichtete ihn von der Rolle, welche er ihm in dem gefahrvollen Unternehmen zugedacht hatte, doch verschwieg er ihm mit Rücksicht auf das Geheimniß Merentiers den eigentlichen Zweck desselben. Patrick war ganz entzückt über das bevorstehende Abentener. 12 646 „Ich bin der Mann, sagte er,„ih habe oft genug in einer Verkleidung die Kneipen von Dublin und London nächtlicher Weile durchstreift und verstehe ganz gut, mit den Eästen dortiger Lokale umzugehen. Sie sollen sehen, daß ich meine Rolle nicht schlecht spielen werde. „Ich werde Sie nachher zu dem alten Brousmiche, unserem Garderobier, führen. Er wird uns die nöthigen Kleider für unser Unternehmen liefern. Sie fanden den Grafen Caserte in einem Lehnstuhl ausgestreckt. Er war bleich, aber es ging ihm doch bedeutend besser und der Arzt hatte ihn vollkommen beruhigt. Ach! Sie sind von der Polizei, Herr Bidach!“ rief der Graf lebhaft;„ich mache Sie darauf aufmerksam, daß ich hunderttausend Francs für die Ermittelung der Mör„Ich habe mich nicht ganz richtig ausgedrück,; versetzte Patrick O'Keddy.„Herr Bidach verfolgt die Verbrecher nur zu seinem Vergnügen, als Dilettant gewissermaßen. Er hat durchaus kein pekuntäres Interesse dabei und gehört überhaupt der Polizei nicht mehr an.“ „Ich muß jede Belohnung von vornherein ablehnen", sagte Bidach erröthend. Der Luxus in der Wohnung des Grafen hatte ihn verwirrt; er wußte kaum, wo er zwischen all' den aufgehäuften kostbaren Siebensachen Platz nehmen sollte. „Herr Bidach möchte gern die Kleidungsstücke sehen, welche der Verbrecher sortgeworfen hat,“ fuhr Patrick „Wit den größten Vergügen; sagte der Grat. Er drückte auf den Knopf einer Klingel und gab dem gleich darauf eintretenden Kammerdiener den Befehl, die Lum ven zu bringen.. Be99 Bidach unterwarf die Blouse, das Veinu#io und die Mütze einer sorgfältigen Prüfung; er bemerkte, daß der eine Aermel der Blouse am Handgelenk mehrere Blutflecken zeigte. Plötzlich fuhr er überrascht empor. „Verzeihen, Herr Graf!“ sagte er, sich zu diesem wendend.„Sie haben den Stoß in die rechte Seite be„Ganz richtig! Hier ist die Stellel“ antwortete Herr von Caserte, auf seine Brust zeigend. „Das ist wirklich sonderbar, murmelte Bidach, wie zu sich selbst sprechend. Haben Sie irgend einen Verdacht,“ fragte der Graf mit etwas zweifelhafter Miene. Er glaubte nicht, daß diese Kleidungsstücke, die von dem Polizeikommissar und mehreren seiner Unterbeamten nach allen Richtungen hin betrachtet und durchsucht waren, noch irgend etwas Besonderes enthüllen könnten. Aber Bidach antworete auf die Frage des Grafen mit einer anderen Frage. „Entsinnen Sie sich noch, mit welcher Hand der Mensch Sie getroffen hat.... mit der linken oder mit der Der Graf war nicht wenig erstaunt über die Frage „Erlauben Sie einmal, da muß ich erst nachdenken, „Ich wil Ihnen gleich sagen, warum ich diese Frage thue,“ sagte Bidach.„Bitte, sehen Sie selbst, der link Aermel hier ist am Handgelenk mit Blut bespritzt. Es ist also anzunehmen, daß der Mann, der Sie überfallen hat, linkshändig ist.“ „Wahrhaftig!“ sagte der Graf.„Jetzt erinnere ich mich. Er hat in der That mit der linken Hand zugestoßen. Wahrscheinlich hat er mich mit dieser auch ausgeplündert. Ihre Bemerkung ist sehr richtig, obgleich ich noch nicht hegreife, welches Interesse.... Wuc „Sie kehrten jeden Abend zu Fuß aus dem Rlub nuch „Alerdiags ich Hate es mitr so angewöhnt „Und Sie hatten in jener Nacht eine beträchtliche „Ia, wir haten sehr boch gespielt, es müssen minde stens fünftausend Louisdors in meiner Brieftasche ge„Wenn Ihr Räuber öfter solches Glück hat, dann wundere ich mich nicht, daß er auf Gummirädern fährt, bemerkte Patrick lächelnd. „Ich danke Ihnen sehr für die freundliche Auskunft, XI. focdern die Police ne E muß grundsät der Steuerpflichtige Natur des Einko von der ziffermä kommens nicht be auch nicht etwa aus Einkommenverhältniss pflicht erforderlichen lichen Einnahmen ur hende Bestimmung Ausgaben aus der kommensteuergesetzes, selben vom Steuerpf mit Strenge zu han bei kleineren Landw gestellt werden, daß Wirtbschaftseinnahme dem kann als Regel wirth in der Lage seines Betriebes zif Gesichtspunkten ist mens aus anderen 4 Die erste Ste einem Einkommen Steuerpflichtigen w Herr Graf," fuhr Bidach fort,„und bitte um Verzeihung, daß ich Sie behelligt habe. Bitte sehr, Herr Bidach, ich habe mich gefreut, Sie kennen zu lernen, antwortete Herr von Caserte, ihm die Hand reichend.„Sie scheinen einen außerordentlichen Scharfsinn zu besitzen und eine Stimme in meinem Innern sagt mir, daß mein Mörder, wenn er je entdeckt wird, durch Sie entdeckt werden muß.“ Bidach erröthete vor Bescheidenheit. „Gewohnheit, Herr Graf.“ stotterte er,„Sie wissen ja... einiges Interesse an der Sache. Er verbeugte sich zu wiederholten Malen und verließ mit Patrick O'Keddy das Zimmer. Durch öffentliche Be forderung zur Abga derselben wird auch Gesetze auf mindeste gegeben werden. T wiesen worden, jede bei Erlaß der öffen rungsformular mitz Eintritt der Verpfli Abgabe der Erklärur ein Formular nicht den in der öffentl Stellen kostenlos in Westfal s Witten, 24. hiesige altkatholische Gottesdienste Herri (Baden) zu ihrem bisheriger Pfarrer Pfarrer der altkath worden. Herr Pfa Amt am 1. Nov. h 8 Witten, 24. tag Nachmittag sch Bredde ein Kind, d haben sollte, in scheinend nicht unbe Fall ist zur Anzeig 8 Witten, 24. gemeinde) verlief men noch ausführli Werne, 20. Au schule.) Auf dem sionsfeste war der Nach einleitenden V Herr Pastor Damn mächtig einwirkend 15 Jahre lang in? Zügen aus der Hei Die gemischten C Langendreer wußte Herzen zu erwärm Langendreer und de Herr Weisheit, eint Fest durch Herrn dortmund geschlosse Zuschuß einer chris das Barmer Missi hat die hier gegrür spruch gefunden, de aus ungenügend er Gemeinde, Freiher lichkeit gehabt, zun Grundstück zu scher meinen Aufruf, di in Anspruch nehm Mark. Herdecke, Gestern Abend ger an der Dortmund der einen schlimm tenden, ein 19jähr messer und schlitzte aus, so daß die Ei „So, und nun lassen Sie uns zu dem alten Brousmiche gehen, sagte Bidach, als sie dann auf der Straße waren. „Wer ist das?“ fragte Patrick. „Ein wunderlicher Mensch; Sie werden glen# seyen. „Und wo wohnt er?... „Rue de la Tour d'Auvergne. Eine Viertelstunde später stiegen Bidach und sein Gefährte eine schmale, dunkle Treppe in einem Hause der Rue de la Tour d'Auvergne hinauf. Als sie im fünften Stock angekommen waren, blieb Bidach vor einer kleinen Thür stehen, auf welcher eine Karte mit folgender Aufschrift angebracht war: „Brousmiche. Inspektor a. D.“ Die Karte sagte jedoch nicht, welche Art von Inspektion Herr Brousmiche während seiner Beamtenlaufbau# Bdach lingelte, und alsbald erschien ein Hochgewachsener, noch rüstiger Greis, dessen grauer Schnurrbart und bis an den Kragen zugeknöpfter Ueberrock leicht den ehemaligen Militär erkennen ließen, und öffnete. „Ah, sieh' da, der kleine Bidach.“ sagte er, dem jungen Mann die Hand entgegenstreckend;„hast Dich ja lange nicht sehen lasn, alter Jungel. gsgesthur Herr Brousmiche war ein ehemaliger Inspellr# der Sicherheitspolizei, und Bidach hatte unter ihm den ersten Dienst gethan. Der alte Polizeibeamte erinnerte sich noch immer gern des S zwandtheit seines e „Ich brauche lwir gekommen sin seinen Gefährten Adie Wahl..“ „Versteht sich, „Der Herr gehört gauf Patrick deuten „Nein, er geht „Gleichviel, we Bitte, treten Sie Brousmiche öf lind Patrick war Anblick, welchers# hach allen Richtn gelben hingen in #ind seltsamsten K wei hohe Schrän Der alte Brodie Verkleidungen edurften. Er he besehen, wie wich weil die Beamten zu verkleiden. N von der Präfektu ni: Hilfe derselbe Patrick soeben be Gegen eine ge seamten bei ihm rägen gebraucht pie das schwarz es Offiziers un uders. Der alte Bro sich nicht dan en. Wenn er In in ein kleiner Port„Laborotor Dort befand härten aller Ar unden an und Uise von Schmi aushaltungs ren Schaden;: Wirtbschaftsitzten Räume: Dungmittel, ür den laufensaigen Nebenmolumente— eugnissen entsetriebe, nicht tlichen Dienstgenthümer für e Personal zu assen; uer, sowie die entrichtenden (Zuckersteuer, ingenen in die jenen Bestände Art. schaftsbetriebe hschaften kann verrhes in Abbringender die gesammte it ausdrücklich blich gewährte on Nebenhnachtsgratifiwar nicht auf denselben auch rkennung ihrer flegen. Keinen mnung(Gehalt, schuß, Servis jewährt wird; lbe etatsmäßig ist oder nicht. ücksicht auf die de stationirten mn baaren Einaigen„Naturalreien Wohnung wendungen, setrag von dem uuch wenn sich rechnung nicht ingen— z. B. der gesetzlichen selben vertragssind. Keinen ng des Gebers einen Dritten sind Zulagen, n Vätern oder irbehörde überOffizieren als Nach den nämeine derartige Abzug gebracht er den gleichen nrechnung beim Bei Abrechnung zu beachten: ersicherung eines en des Steuerersicherung auf er Personen— rsicherungen auf gekürzte Lebensind andere Verdischen oder ausslossen ist, macht erpflichtigen gekark jährlich, so 600 Mark gech dem Betrage unter Abzug der nicn dem VersiBezeichnung vert in der Steuerie die Nummer sen auch auf Erum Verzeihung, uch gefreut, Sie Caserte, ihm die außerordentlichen in meinem Inn er je entdeckt er,„Sie wissen alen und verließ. sem alten Brousauf der Straße den gleich sehen.“ dach und sein Geeinem Hause der nen waren, blieb auf welcher eine it war: e Art von InspekBeamtenlaufbahn en ein hochgewachr Schnurrbart und rock leicht den eheIfnete. igte er, dem jungen jast Dich ja lange liger Inspektor der iter ihm den ersten erinnerte sich noch focdern die Police nebst der letzten Prämienquittung vorEe muß grundütich derzudertsrpesche nicht in daß der der Steuerpflichtige aus Wcunven. die(Enthi, Natur des Einkommens selbst liegen, di Enlndung euich vich, ezxchaltnissen zur Erfällung der Dellarationssende Bestimmung ist in Ansehung Ausgaben aus der Zeit vor dem Inkrafttreten des Einbei keineren Londwteinteregefmähge, Anschreibung der Betriebes ziffermäßig anzugeben. Nach gleichen mens aus anderen Quellen zu verfahren. erste Steuererklärnnn der jetzt schon mit einem Einkommen von über 3000 Mark eingeschätzten Steuerpflichtigen wird im Jahre 1892 abzugeben sein. Durch öffentliche Bekanntmachung wird vorher eine Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung ergehen. In derselben wird auch die hierfür bemessene und nach dem Gesetze auf mindestens 14 Tage zu normirende Frist angegeben werden. Die Veranlagungsbehörden sind angewiesen worden, jedem zur Steuererklärung Verpflichteten bei Erlaß der öffentlichen Aufforderung ein Steuererklärungsformular mitzutheilen; hiervon ist aber weder der Eintritt der Verpflichtung, noch der Lauf der Frist zur Abgabe der Erklärung abhängig. Steuerpflichtige, welchen ein Formular nicht zugegangen, können ein solches an den in der öffentlichen Aufforderung zu bezeichnenden Stellen kostenlos in Empfang nehmen. Westfalen und Rheinland. s Witten, 24. August. er einen Stich in die Brust und einen Schnitt in den Oberarm bei. Die anscheinend lebensgefährlich Verletzten wurden noch in derselben Nacht ins Städtische Krankenzu Hagen gebracht, der Thäter durch die Polizei haus zi sofort verhaftet. Dortmund, In (Pfarrerwahl.) Die hiesige altkatholische Gemeinde wählte gestern nach dem Gottesdienste Herrn Pfarrer Lefarth in Mundelsingen (Baden) zu ihrem Seelsorger. Herr Pfarrer Hoffmann, bisheriger Pfarrer der Gemeinde, ist am Samstag als Pfarrer der altkatholischen Gemeinde zu Bochum bestätigt worden. Herr Pfarrer Lefarth tritt voraussichtlich sein Amt am 1. Nov. hier an. ,.... J 8. 8 Witten, 24. August.(Brutalttat.) um Samstag Nachmittag schlug ein Schuhmachergeselle auf der Bredde ein Kind, das nach einem Obstbaum geworfen haben sollte, in so unbarmherziger Weise, daß es anscheinend nicht unbedeutende Verletzungen davon trug. Der Fall ist zur Anzeige gebracht. 8 Witten, 24. Aug.(Das Jahresfest der Turngemeinde) verlief gestern in schönster Weise. Wir kommen noch ausführlicher darauf zurück. Werne, 20. Aug.(Missionsfeit, Hgetgisenen. schule.) Auf dem hier am Sonntag abgehalte.##### sionsfeste war der große Jungermannsche Saal überfullt. Nach einleitenden Worten des Herrn Pastors Luther hielt Herr Pastor Dammann von Essen eine auf alle Zuhörer mächtig einwirkende Festrede: Herr,Ialhsignox. Lize der 15 Jahre lang in Afrika gestanden, zechte un ergreisenben Zügen aus der Heidenwelt den Segen des Christenthums. Die gemischten Chöre von Wattenscheid, Witten und Langendreer wußzten durch den Vortrag ihrer Lieder die Herzen zu erwärmen. Nachdem Herr Pastor Prietsch von Langendreer und der Vorsitzende des Ostpreußischen Vereins, Herr Weisheit, eindringliche Worte gesprochen, wurde das Fest durch Herrn Pfarrer Schulze=Noelle aus Lütgendortmund geschlossen. Der Ertrag der Kollekte ergab, nach Zuschuß einer christlich gesinnten Frau, rund 100 M. für das Barmer Missionshaus.— Wie seiner Zeit berichtet, hat die hier gegründete Kleinkinderschule einen solchen Zuspruch gefunden, daß das provisorische Lokal sich als durchaus ungenügend erwiesen hat. Der Patron der evangel. Gemeinde, Freiherr von der Borg, hat nun die Freundlichkeit gehabt, zum Schulhausbau ein im Dorfe gelegenes Grundstück zu schenken. Man will nun, nach einem allgemeinen Aufruf, die Wohlthäigkeit der Begürerten dafür in Anspruch nehmen; der Kostenpunkt stellt sich auf 7000 Mark.„.(Ph. W. Ztg.) W Herdecke, 23. August.(Ein Messerheld.) Gestern Abend geriethen drei Brüder in ihrer Wohnung an der Dortmunder Nebenstraße in einen Wortwechsel, der einen schlimmen Ausgang nahm. Einer der Streitenden, ein 19jähriger Mensch, griff zu einem Schlachtermesser und schlitzte damit einem seiner Gegner den Leib aus, so daß die Eingeweide austraten, dem andern brachte immer gern des Scharssinns und der eigenthümlichen Gezwandtheit seines ebemaligen Untergebenen. „Ich brauche Ihnen wohl nicht erst zu sagen, warum wir gekommen sind,“ sagte der junge Mann, nachdem er seinen Gefährten vorgestellt hatte.„Sie verstehen schon die Wahl...“ „Versteht sich, versteht sich,“ antwortete Brousmiche. „Der Herr gehört auch wohl zu unser Farbe?“ fragte er, gauf Patrick deutend. „Nein, er geht nur zum Spaß mit.“ „Gleichviel, wenn er mit Dir kommt, ist er willkommen. Bitte, treten Sie näher, meine Herren." Brousmiche öffnete die Thür eines geräumigen Saales, #ind Patrick war nicht wenig erstaunt von dem seltsamen Klnblick, welcher sich ihm bot. Durch den Saal waren tach allen Richtungen hin Seile gespannt und auf denlelben hingen in großer Anzahl die verschiedenartigsten ##ind seltsamsten Kleidungsstücke. Im Vordergrund standen wei hohe Schränke. Der alte Brousmiche lieferte den Sicherheitsbeamten die Verkleidungen, deren sie für ihre geheimen Missionen bedursten. Er hatte während seiner langen Laufbahn oft besehen, wie wichtige Unternehmungen gescheitert waren, weil die Beamten nicht die Mittel besaßen, sich hinreichend zu verkleiden. Nach seiner Pensionirung hatte er daher der Präfektur eine kleine Unterstützung erbeten und ni: Hilfe derselben das seltsame Magazin eröffnet, welches Patrick soeben bewundect. Gegen eine geringe Entschädigung fanden die Kriminalbeamten bei ihm Alles, was sie zu ihren besonderen Aufrägen gebrauchten; den Frack des Mannes von Welt, pie das schwarze Gewand des Priesters, die Uniform es Offiziers und die schmutzbedeckte Blouse des PennAraders. Der alte Brousmiche war in seiner Art ein Künstler, sich nicht damit begnügte, nur die Kostüme zu vertihen. Wenn er Jemand ausgekleidet hatte, so führte er In in ein kleineres Nebenzimmer, auf dessen Thür das Port„Laborotorium“ stand. Dort befand sich ein reichhaltiges Lager von falschen särten aller Art. Brousmiche raßte sie selbst seinen kunden an und vervollständigte die Toilette sodann mit iise von Schminke, Wachs und sonstigen Mitteln, so 22. August.(Ein Zauberer.) im hiesigen Amtsgerichtsgesängniß befindet sich der Zauberer und Hexenmeister Zimmer, welcher vor einiger Zeit von der Strafkammer zu Hagen zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt wurde. Vor der letzteren hatte der Zauberer sich u. a. als„Kanonenkönig“ geriert, der mit aller Welt den Krieg anfangen und die Völker vernichten wolle. Das Richterkollegium ließ sich durch diese Drohung indessen nicht einschüchtern, erkannte jedoch auf die erwähnte geringe Strafe, was den Angeklagten zu der Erklärung veranlaßte, daß er noch einmal„Frieden“ schließen wolle. Nachdem der Zauberer und Kanonenheld seine Strafe verbüßt, zog er von dannen, um vornehmlich auf dem Lande seine Kunst auszuführen, bestehend in Hochstapelei und Bauernfängerei. Eine derartige Zauberei hält indessen nicht lange Stand. Der Hexenmeister wurde in der Gegend von Holzwickede verhaftet und dann in das hiesige Amtsgerichtsgefängniß eingeliefert. Hier spielt er unter Toben und Poltern nun den„Kommandeur von Westfalen", jedenfalls um glauben zu machen, daß er geisteskrank sei. Ob letzteres wirklich der Fall, wird sich alsbald ergeben. * Dortmund, 21. August.(Der Raubmörder Michalsky) wurde, da bis zu dem gegen ihn wegen Ueberfalls auf den Gefangenwärter Lange neu anzusetzenden Termine noch einige Zeit vergehen dürfte, heute Vormittag unter sicherer Bedeckung in das Zuchthaus zu Werden abgeliefert. Zwei Polizeisergeanten führten den Mörder, welchem die Hände auf den Rücken geschlossen waren, an starken ledernen Riemen. * Dortmund, 23. August.(Dienstentlassung.) Dem Ersten Staatsanwvalt von Hövel ist die nachgesuchte Entlassung aus dem Justizdienste mit Pension ertheilt C Hamm, 22. August.(Der Verein für innere Mission in der Grafschaft Mark wird seine diesjährige Generalversammlung am Sonntag und Montag. den 18. und 19. Oc tober hierselbst abhalten. Eröffnet werden die Verhandlungen durch einen Festgottesdienst am Sonntag Abend, in welchem Herr Pfarrer Lahusen=Bremen die Festpredigt halten wird. Nach dem Gottesdienste findet eine öffentliche Versammlung im Saale des Lutherhauses statt, in welcher Herr Pfarrer Rothert=Soest reden wird über:„Die Frau nach Bebel und die Frau nach der Bibel“ mit Bezugnahme auf die sozialistische Schrift des bekannten sozialdemokratischen Führers über„Die Frau". Für die Generalversammlung am Montag Vormittag, in welcher zunächst der Jahresbericht erstattet werden wird, hat der Vereinsvorstand das zeitgemäße Thema aufgestellt:„Die Aufgaben der evangelischen Kieche in den sozialen Wirren der Gegenwart.“ Zum Referenten über dieses Thema ist Herr Hosprediger Stöcker au's Berlin gewonnen worden. Angesichts der Srouet aus Gernn gewennen worden. Angesicht. Der reichhaltigen Tagesordnung zweifeln wir nicht, daß die Betheiligung an den Verhandlungen von nah und fern eine rege sein wird. * Aus dem Münsterlande, 21. August.(Die Unsicherheit auf dem platten Lande) beginnt nachgerade unerträglich zu werden. Fast alle Tage berichten die Zeitungen von Diebstählen, Ueberfällen und ähnlichen angenehmen Folgen der Landstreicherei. Und dabei gehen die Strolche mit einer beispiellosen Frechheit zu Werke. So wurde erst jüngst am hellen Mittag in einen Kotten bei Billerbeck eingebrochen, als die Bauersleute gerade die„Unterstunde"(Mittagsschlaf) hielten. Den Dieben fiel eine betröchtliche Summe in die Hände. Noch unverschämter gingen zwei Vagabunden zu Werke, welche in Holtwick einen Ackersmann heimsuchten. Dieselben trafen einen 8jährigen Knaben allein zu Hause, von welchem sie sich unter Bedrohung den Aufbewahrungsort der Werthsachen zeigen ließen und sich gemächlich Alles aneigneten, was ihnen des Mitnehmens werth schien. Beide Kerle wurden jedoch später eingefangen und sehen jetzt ihrer Bestrafung entgegen.„.(nter Verdack * Elberfeld, 21. August.(Unte. Velbacht der Falschmünzerei) wurde heute der Färber Heinrich G. festgenommen und in Untersuchungshaft abgeführt. * Elberfeld, 21. August.(Drillinge.) Ein überaus reicher Kindersegen scheint den an der Bendahlerstraße Nr. 33 wohnenden Eheleuten Gärtner Georg Gundlach bescheert zu sein. Nachdem daselbst vor zwei Jahren der Storch Einkehr gehalten und Drillinge zurückgelassen hat, wurden die Eheleute vorgestern wiederum mit Drillingen beglückt. Eins der Kinder starb jedoch bald nach der Geburt, während sich die beiden anderen und auch die Mutter recht wohl befinden. * Remscheid, 21. August.(Verbrannt.) In der Nacht zum Donnerstag legte sich ein unterkunftsloser daß dieselbe stand. vollständig mit dem Kostüm im Einklang (Fortsetzung folgt.) Kleine Mittheilungen. Mann in dem Hofe eines Fabrikgebäudes zu Stachelhausen auf einen Aschenhaufen. Während des Schlafes geriethen seine Kleider in Brand; auf das Hilfegeschrei des Aermsten eilten einige Arbeiter herbei und rissen ihm die brennenden Sachen vom Leibe. Der Mann trug indes so gefährliche Brandwunden davon, daß er noch am Donnerstag starb.. 6 264 K Solingen, 21. Aug.(Elsenoaynnrecke Nemscheid=Solingen.) Der Plan für die Eisenbahnlinie Remscheid=Solingen ist von dem Herrn Minister genehmigt worden. Heute ist hier ein Beauftragter der Eisenbahndirektion eingetroffen, um die nöthigen Schritte zum Erwerb des Grund und Bodens einzuleiten. Mit den Arbeiten wird demnach in nächster Zeit begonnen werden. Werden, 22. August.(Dem entflohenen Sträfling) war es nicht vergönnt, die Freiheit lange zu genießen. Schon gestern Nachmittag wurde er von den ausgesandten Putrouillen in einem Getreidefelde aufgefunden und wieder eingeliefert. Seine Sträflingsjacke hatte er vertauscht mit der Jacke eines Knechtes, welche dieser bei der Arbeit abgelegt hattr.. S * Düsseldorf, 21. August.(Der beigische sonful Piedhoeuf,) weltbekannter und hervorragender Industrieller und Fabrikbesitzer hierselbst, ist gestern nach längerem Leiden gestorben. * Köln, 23. August.(Die Voruntersuchung gegen den verhafteten Dr. K.) hat schwerwiegendes Material gegen den Angeschuldigten zu Tage gefördert, es dürften eine größere Zahl hiesiger und auswärtiger Personen in die Untersuchung hereingezogen werden. Besonders für einige junge Lebemänner dürfte die Angelegenheit verhängnißvoll werden, da sie wegen Beihülfe in Untersuchung gezogen werden sollen. Die Art und Weise, wie die Angelegenheit ans Tageslicht kam, ist leicht zu erklären, denn eine Frau, die gekränkte frühere Geliebte des Arztes, hatte ihn bei der Staatsanwaltschaft denunzirt und ähnliche anonyme Briefe an die Kriminalpolizei geschickt. Dr. K., der mit einer Dame aus einer sehr guten Familie verlobt war, wollte in nächster Zeit heirathen. Nun nimmt die Sache ein solches Ende. Am Donverstag vergangener Woche fand eine eingehende Hausuntersuchung statt, bei welcher verschiedene Belastungsmomente zutage gefördert wurden. Besonders in Aerztekreisen berührt die skandalöse Angelegenheit sehr unangenehm. Bonn, 20. August.(Schwindler.) Gestern Vormittag erschien in dem Bankhause Jonas Cahn hierselbst ein junger Mann, um auf Grund eines Scheines für die Firma Wessel in Poppelsdorf die Summe von 40,000 M. zu erheben. Dem Kassirer kam die Sache etwas verdachtig vor und er ging ans Telephon, um vorher bei der genannten Firma anzufragen. Der junge Mann wartete das Resultat dieser Anfrage nicht ab und machte sich eiligst, unter Zurücklassung seines Hutes, aus dem Staube. Es stellte sich heraus, daß eine betrügerische Manipulation mit dem Scheine vorlag und das Bankhaus um die erhebliche Summe von 40,000 Mark beschwindelt werden sollte. Der Schwindler war vor ca. 1 Jahre in der Wessel'schen Fabrik thätig. Er wurde noch im Laufe des gestrigen Tages hier verhaftet. Boan, 21. August.(Selbstmord.) Als der Zug nach 8 Uhr gestern Abend von hier nach Godesberg fuhr, warf sich am Kessenicher Weg ein feingekleideter Herr auf die Schienen und ließ sich überfahren. Er wurde gräßlich zugerichtet und der Tod trat sofort ein. Die Person des Selbstmörders ist noch nicht näher bekannt. * Bonn, 21. August.(Unglücksfall.) Gestern gegen Abend sind zu Beuel zwei junge Leute, Arbeiter an der Brohlthalbahn, beim Baden im Rhein ertrunken. Einer von ihnen war in eine Vertiefung gerathen und sank unter: sein Kamerad, der ihn retten wollte, ging über diesen Versuch ebenfalls zu Grunde. * Coblenz, 20. Aug.(Ein schrecklicher Unglücksfall), welchem vier Menschenleben zum Opfer gefallen sind, hat sich in der Fabrik in Trimbs bei Mayen ereignet. Drei in derselben beschäftigte Arbeiter waren im Begriffe, in eine Grube hinabzusteigen, als sie, durch ausströmende Gase betäubt, ihren Halt verloren und in die Tiefe stürzten. Ein vierter Arbeiter, welcher an einem Strick herabgelassen wurde, um, wenn möglich, den Kameraden Hülfe zu leisten, stürzte, da das Seil plötzlich durchriß, ebenfalls hinab. Trotzdem sofort umfassende Rettungsversuche angestellt wurden, konnten die vier Verunglückten doch nur als Leichen an das Tageslicht gebracht werden.(Düss. Ztg.) Coblenz, 22. August.(Trierer Wallfahrt.) Die Kreisschulinspektoren erhielten eine Verfügung der hiesigen Königlichen Regierung, worin genehmigt wird, daß die älteren Schulkinder auf Wunsch bezw. Antrag ihrer Eltern 2c. zur Theilnahme an der Wallfahrt nach Trier anläßlich der Ausstellung des„heiligen Rockes von dem Schulbesuch befreit werden dürfen.— Um den Pilgerverkehr nach Trier vollständig bewältigen zu können, hat die Königliche Eisenbahn=Direktion(linksry.) Köln in ihren Werkstätten sechshundert Güterwagen für den Personen=Verkehr ausrüsten lassen.— Die Gesammtzahl der Pilger, welche gestern am„heiligen Rock“ vorbeigezogen sind, beträgt etwa 42000, alle von hier und Umgegen6. Erdbeben bemerkt. Die Bevölkerung eilte auf die Straßen und kehrte erst gegen Mittemacht wieder in die Häuser zurück. Menschenleben sind nicht zu beklagen, auch der maierielle Schaden ist gering. In Tregnago, Bavia Calavena und Grezzana wurden ebenfalls starke Erschütterungen verspürt. In Bologna wurde um dieselbe Zeit wie in Verona ein vier Minuten anhaltendes, südlich verlaufendes Erdbeben beobachtet. Ein verwegener Raubanfall ist vor einigen Tagen in Fiorenz verübt worden. Als der Kassirer der Königl. Finanzen, Francesco Rossi, in Begleitung des Finanzdieners Cesare Marilli, zur Uebergabe der am vorherlegangenen Tage einkassirten Summen in die ProvinzialBank ging, wurde der Diener hinterrücks von einem anständig gekleideten Manne überfallen, welcher ihm den Geldsack mit 76000 Lire entriß und damit davonstürzte. * Selbstmordversuch durch Hunger. Die russische Zeitschrift„Wrasch" theilt als„medizinisch interessant" folgenden Fall mit: Eine 35jährige Arbeiterin der Cigarrettenfabrik Saatschi und Maugub, welche bei 14 stündiger täglicher Arbeit etwa 30 bis 40 Kop. verdiente, wurde schließlich in Folge der Anstrengungen und Entbehrungen krank. Nach ihrer Wiederberstellung und Entlassung aus dem Krankenhause wurde sie, da ihr Paß abgelaufen war, ausgewiesen. In ihrer Heimath suchte sie vergebens nach Arbeit und hungerte woährenddessen. Du sie nicht betteln wollte, so faßte sie den Entschluß, zu sterben. Ihre religiösen Ueberzeugungen verboten ihr jedoch, Hand an sich zu legen, und so glaubte sie durch Passivität den ihr durch das Schicksal offenbar bestimmten Hungertod erleiden zu müssen. Sie ging in den Wald, legte sich in einer verfallenen Hutte hin und erwartete den Tod. Sechsundzwanzig Tage lag sie daselbst, bis sie zufällig ein Bauer entdeckte. Sie stöhnte noch ganz leise und war bei vollem Bewußtsein. Der Puls war nicht fühlbar, die Herztöne kaum wahrnehmbar. Der im Zustande höchster Abmagerung befindliche Körper war von Insekten bedeckt und zerfressen. Die Kranke gab später an, daß sie während aller 26 Tage dem Winde und Wetter ausgesetzt gewesen und weder Nahrung noch einen Tropfen Wasser zu sich genommen habe. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht; nach drei Wochen war sie gänzlich hergestellt und wurde entlassen. Von irgend welchen Maßnahmen zur Schützung derselben vor weiteren„medizinisch interessanten Expecimenten" wird aber Nichts erwähnt. Gehängt. In Liverpool wurde Donnerstag v. W. der 60jährige Mörder John Conway, welcher am 16. Mai den Knaben Nicholas Martin ermordet hatte, gehängt. Die Leiche des unglücklichen Knaben wurde an Händen und Füßen geknebelt in einem Sack im Fluß nahe dem Liverpool=Dock aufgefunden. Der Sack führte auf die Spur des Verbrechers und die Polizei entdeckte, daß Conway der Käufer des Sackes gewesen war. Trotzdem dieser bei den Gerichtsverhandlungen seine Unschuld betheuerte, wurde er schuldig gesprochen. Am genannten Tege fand die Hinrichtung statt. Als dem Gesetze Genüge gethan war, las der Pater Bonte, welcher den Verurtheilten auf seinem letzten Gange begleitet hatte, das volle Geständniß vor, welches Conway am Morgen der Hinrichtung ihm abgelegt habe. Er habe kein unnatürliches Verbrechen begangen. Der Trunk sei sein Ruin gewesen. In trunkenem Zustande sei er von der kranthaften Sucht ergriffen worden Jemand sterben zu sehen. Industrie, Handel und Rossi und Marilli verfolgten mit Hilfe einiger Passanten und Wachmänner den Räuber, der sich an einer Biegung des Weges in einen bereitstehenden Wagen warf, welcher im schnellsten Galopp davonfuhr. Die Polizei bietet les auf, um des Räubers habhaft zu werden. Hauseinsturz. Am Freitag brach in New=York ein Haus zusammen. Dabei wurden hauptsächlich zahlreiche Passanten sowie die Besucher eines in dem betreffenden Hause befindlichen Restaurants und die Arbeiter und Arbeiterinnen der in den oberen fünf Stockwerken befindlichen Druckerei verletzt. Zahlreiche Personen, welche noch lebend unter den Trummern begraben waren, kamen, da man ihnen keine rechtzeitige Hilfe bringen konnte durch das bei der Explosion entstandene Feuer um. Die benachbarten Häuser sind durch Feuer und durch Wasser stark beschädtgt.„., A9,#8 S### G. Die eigene Todes= Anzeige als Lekture. Ein achtbürer Burger zu Halberstad:, der Gärtner Zacharias Werny, ist auf der Gedenktafel der gefallenen Krieger in den Befreiungskriegen, die in mehreren Kirchen aufgehängt ist, als letzter in der Reihe der Halberstädter, die für König und Vaterland 1813 gefallen sind, verzeichnet. Seit fast 70 Jahren sieht er täglich seine eigene Todesanzeige vor Augen, denn der rüstige Mann wohnt täglich der hl. Messe bei. Im nächsten Monat vollendet Herr W. sein hundertstes Lebensjahr! Gut gerechnet. In einem Badeort bestellte unlängst ein Curgast, welcher mit Familie einen Ausflug machen wollte, bei einem Eselvermiether zwei Esel. Als der jugendliche Führer mit den Thieren erschien, leistete sich der Curgast den Scherz, die Ankömmlinge mit den Worten zu begrüßen:„Na, da kommt Ihr ja alle Drei!“ — Der Führer machte ein böses Gesicht, sagte aber Nichts. Abends, als die Ausflügler zurückkehrten, fragte der Curgast den Burschen, was er zu zahlen hätte.— „Neun Mark“, lautet die Antwort.— Ist das nicht zu viel“, meinte der Curgast.„Nach dem Tarif kostet jeder Esel 3 Mark.“—„Ganz recht“, sagte der Führer,„und dreimal drei neun; denn wenn ich ein Esel war, wie ich kam, will ich auch einer sein, wenn ich gehe!“— Lachend zahlte der Curgast dem Burschen nach dem gewünschten Tarif die 9 Mark...— Gam Russische Hoffmannstropfen. In dem Gouvernement Lublin hat sich die Gewohnheit verbreitet, statt Schnaps sogenannte„Hoffmannstropfen" zu trinken. Dieselben sollen ähnliche Wirkungen wie Opium zur Folge haben. In Räumlichkeiten, welche größere Menschenmengen aufnehmen, soll die starke Ausdünstung des Schwefeläthers für Leute, welche nicht zu den Liebhabern der Tropfen gehören, fast unerträglich sein. In vielen Orten sind Läden aufgethan worden, welche nur„Hoffmannstropfen“ verkaufen.... g4. M., Geheimnißvolle Krankheit. Die„Muoras Times“ schreiben:„In der Stadt Manjeri in Malabar ist eine neue Krankheit aufgetreten. Die ersten Symptome sind nicht anders als die einer gewöhnlichen mit leichtem verbundenen Erkältung. Dann bildet sick ein pockenartiges Bläschen am kleinen Finger. Sobald dieses Bläschen aufbricht, erfolgt der Tod in 24 Stunden. Der Kreisarzt von Malabar, Dr. Beach, ist schon nach Manieri abgereist, um die Krankheit zu untersuchen.“ Literatur. Die„Deutsch=Sozialen Blätter“.. Central=Organ der deutsch=sozialen Partei Nr. 158 enthalten: Der Sensations=Fall Carl Paasch.—„Ministerium und Melinit". — Jüdische Falsch=Münzerei in der Literatur.— Lagarde über das Geld= und Kredit=Monopol.— Die Deutsche Bank und die Börsen=Spekulationen.— Die jüdischen „Kolonien“ in Süd=Rußland.— Deutsch=nationaler VolksKalender auf das Jahr 1892.— Mittheilungen zur JudenFrage.— Ausland.— Volkswirthschaftliche Tagesfragen. — Nachrichten aus der Partei.— Mittheilungen von lokalem Interesse.— Mosaik.— Neue Bücher. Nr. 8 des„Thier= und Menschenfreundes".(Dresden, Marschallstr. 39. Vierteljährlich 50 Pfg., Einzel=Nr. 20 Pfg.) enthält: Geschäftliche Mittheilungen.— Es hilft doch nichts.— Aus den Geheimnissen der Vivisektion.— Neue Thatsachen zur Vivisektion; Thatsachen, Wider sprüche, Irrthümer, Mißerfolge.--Die Leiden der Pferde in den größeren Städten(Schluß).— Dresden: Verfolgung der Katzen.— Washington: Viehtransportschiffe.— Edle Frauen.— Berichte über Nordamerika, Italien, Frankreich.— Erklärung des Herrn J. Butterbrodt.— Bücher und Zeitschriften.— Aufruf in Sachen des Vogelschutzes. — Luittung.— Anzeigen. * Nach einer Meldung der Zeitung" hat sich auf dem Kohlenmarkte in für den Herbsterhalten. „Rheinisch=Westfälischen Rheinisch= Westfälischen der abgelaufenen Woche die Nachfrage und Winterbedarf unverändert angeregt * Krewatorium. Am Samstag fand die Feier der Einweihung des Hamburger Krematoriums statt. Die Feuerbestattungsvereine von Wien, Stuttgart, Frankfurt und Dresden hatten Deputationen, andere Vereine Glückwunschtelegramme zu der Feier gesandt. Verhaftet worden sind die beiden Direktoren der vor 4 Jahren gegründeten Kinderversicherungsanstalt„Freia“ wegen Unterschlagung der Kautionen und eingezahlten Prumien in Höhe von 50000 Mk. Eisenbahnzusammenstoß. Amtlicher Meldung zufolge stieß am Sonnabend 8 Uhr ein Guterzug bei der Einfahrt in Zapfendorf bei München in Folge falscher Weichenstellung auf eine dort stehende Zugmaschine; ein Bremser wurde leicht verletzt, drei Waggons sind entgleist. Die durch den Zusammenstoß verursachte Verkehrsstörung war nach drei Stunden beseitigt. Hochwasser. In Folge von Hochwasser sind in Tarvis(Steiermark) sechs Häuser eingestürzt; der Straßenbahnverkehr zwischen Tarvis und Pontafel ist unterbrochen. Die Drau und der Gailfluß sind sehr angeschwollen. Ein Verlust an Menschenleden ist nicht zu beklagen. Kirchthurm eingestürzt. In der Ortschaft Poertschach ist am Sonntag der im Bau befindliche Kirchthurm eingeitürzt, während in der Kirche Gottesdienst abgehalten wurde. Beschädigungen von Personen sind nicht vorgekommen, eine Person wird jedoch vermißt. Abgestürzt. Chamounix, 22. August. Der braunschweigische Großgrundbesitzer Hermann Rothe, welcher mit dem Grafen Favernay den Mont Blanc bestiegen hatte, wurde gestern beim Abstieg in einer Höhe von 3655 Metern mit dem Bergführer Michel Simond von einer Lawine in einen Gletscherspalt geschleudert; die übrigen Theilnehmer an der Expedttion verdankten ihre Rettung nur dem Reißen des Seiles. Die Leichen der beiden Verunglückten sind bisher nicht aufgefunden worden. Erdbeben. Verona, 22. August. Gestern Abend nach 9 Uhr wurde ein heftiges wellensörmig verlaufendes Patentliste westfalischer Erfinder. Mitgetheilt durch das Patent=Bureau von Otto Wolff in Dresden. Angemeldet von: Eugen Turck in Lüdenscheid: KleiderErtheilt an: G. Franz in Dortmund: Auslaß=Ventil für Lustoruckhremsen.. Peir.3, Hol.umaarensehrise Uebertragen an: Firma H. Reinele, Holzwaltensaorit bei Lippspringe: Nr. 52,386, Zusammenklappbare KleiderN#. Markt- und Coursberichte. Berlin, 22. Aug., 2½ N. Fruchtbörse. Weizen Aug. 246.75, Sept.=Okt. 239.00, Okt.=Nov. 234.00, Nov.= Dez. 233.00 Mark. 259.50, Sept.=Okt. 244,50, Okt.=Rov. 238,75, Nov.=Dez. 233,75 M. Gek. 1000 Centner. Hafer Aug. 17000, Sept=Okt. 159.50, Okt.=Nov. 158,75 M. Gek. 0000 Ctr. Rüböl vorr. mit Faß 62.20, ohne Faß 61.20, Aug. 00.00, Sept.=Okt. 61,70, April=Mai 62.40 M. Gek. 0000 Centuer. Spiritus 70er vorr. 52,80, Aug. 53.40, Sept.=Okt. 50.30, Okt.=Nov. 49.40, Nov.=Dez. 48,90 M. 50er vorr. 00,00 M. Gek. 410,000 Liter. Petroleum vorr. 23.20 M. Roggenmehl 0/1 Aug. 36.00, Sept.=Okt. Gremen, 22. August. Petroleum fill, vorrätzig Antwerpen, 22. Aug. Petroleum unverändert vorr. 15 3/8, Sept. 15 ¾, Sept.=Dez. 16. Jan.=März 16 ½ fr. Priefkasten. W. H. in Vormholz. 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Aug. 1891. Der Magistrat: Dr. Haarmann. Bekanntmachung. Wegen Ausbaues bezw. vorzunehmender Reparaturen ist der Communalweg a) in der Gemeinde Heven vom Berginvaliden Friedr. Lapp bis nach Kleinherbede und b) in der Gemeinde Ostherbede vom Brennereibes. Sonnenschein bis zur Grenze von Westherbede bis auf Weiteres für Fuhrwerk gesperrt. Herbede, den 18. August 1891. Der Ehren Amimann: Meesmann. Stück für Siuck kein Stück mehr als# 2.80 kosten die elegantesten weichen und gesteiften##e in allen Farben. l1 2 Jed. Damen-oder Herren-AE Regenschirm, Jeder seidene Cylinderhut, kostet 2.80 Stück für Stück. Jeder elegante, moderne Shlips oder Cravatte, nur Neuheiten, 0,70. Mützen von 0,50 an. Billigste Bezugsquelle. in naturell und sond. 805 Reste zum halben Werth. Größere Parthien zu Fabrikpreisen. Günstige Gelegenheit für Bauunternehmer, Hotelbesitzer m und Tapezierer. * Muster Wilh. Lynen, Buyrfrobe 6 Vom 1. Novbr. ab Bahnhofstraße 39. S Mgigr Vom 1. Novbr. ab ####NSASANSSANG Freiwill. 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Die wissenschaftlichen untersuchungen haben nachgewiesen, daß nicht, wie in früheren Zeiten angenommen worden, die von den Schwindsüchtigen ausgeathmete Luft oder ihre Ausdünstung die Uebertragung der Krankheit auf Andere verursacht, daß vielmehr die in dem Auswurf der Schwindsüchtigen vorhandenen Tuberkelbazillen die unzweifelhafte Ursache der Schwindsucht sind. Es ist ferner der Nachweis erbracht, daß, so lange der Auswurf der Schwindsüchtigen in einem flüssigen oder feuchten Zustande erhalten wird, die darin enthaltenen Tuberkelbazillen in der unschädlich sind, weil sie in diesem Zustande nicht in die umgebende Luft gelangen und mit diesen eingeathmet werden können. Der getrocknete und zerstäubte Auswurf der Schwindsüchtigen und dessen Einathmung birgt also die Ansteckungsgefahr für die Gesunden, und es muß auf jede mögliche Art erstrebt werden, dieser Gefahr entes muß auf jede mögliche Art erstrebt werden, dieser Gefahr entgegen zu treten. Ueber die Mittel und Wege hierzu verhält sich ein auf Erfordern des Herrn Ministers der geistlichen 2c. Angelegenheiten von der Königlichen Wissenschaftlichen Deputation für das Medizinalwesen unter dem 5. November 1890 erstattetes Gutachten. Dieses Gatachten, welches die Zustimmung des Herrn Ministers gefunden hut, wird seinem Hauptinhalte nach nachstehend mitI. Dem Uebel wird am wirksamsten begegnet werden, wenn man den Kranken wenigstens für die frühe Zeit der Krankheit, wo noch Heilungsmöglichkeit besteht, die Gelegenheit, geheilt zu werden. in größerer Ausdehnung, als bisher, bietet. Dem Armen stehen nur die allgemeinen Hospitäler zur Verfügung. Es ist also die Errichtung besonderer Krankenanstalten für arme Tuberkulnse zu befördern. Wünschenswerth ist, daß die gemischten Hospitäler der größeren Gemeinden durch die Errichtung solcher Anstalten entlastet werden. Soweit solche gemischte Hospitäler noch Tuberkulose aufnehmen, ist dafür Sorge zu tragen, daß diese von den übrigen Kranken abge(Es stebt zu hoffen, daß der ärztliche Stand sich der vielen Gelegenheiten mehr und mehr bewußt werde, die die neuere Entwickelung der Lehre von der Tuberkulose für die nützliche Thätigkeit des Hausarztes bietet; dahin gehören frühzeitiges Erkennen des Leidens, so lange es leichter heilbar ist, Entfernung der Kranken aus der Familie, abrathen vom Heirathen. Auch die Sorge für das Unschädlichmachen und Beseitigen des Auswurfes gehört dahin. Gerade in letzter Beziehung kann noch weit mehr durch die Krankenwärter geschehen. Jedem Krankenwarter von Beruf sollte eine Anweisung in die Hand gegeben werden, wie er mit unsteckenden Ausscheidungen aus dem Körper Kranker zu verfahren habe, um sie unschädlich zu machen. Die eigene Gesundheit des Wärters kommt er Tf. 1. Für die unschädliche Besetigung des Auswurfes und der enthaltenen Tuberkelbazillen wird am zweckmäßigsten dadurch gesurgt, daß Spucknäpfe zur Benutzung fur die mit Auswurf behaficten Personen aufgestellt werden, welche bequem und gründlich geDie Spucknäpfe sollen flach(bis zu 5 em tief und binreichend groß sein, um das Danebenspucken zu verhüten. Je nach dem besonoeren Zwecke sind dabei Durchmesser von etwa 15, 20, 25 cin (Untertasse, Dessertteller, Suppenteller) zu verwenden. Am besten eignen sich Spucknäpfe aus Vorzellan, dickem Glase oder emaillirtem Metall mit etwas nach außen abweichendem Rande, mit glatten Flächen und ohne Henkel. Um ein Umschütten der am Fußboden aufgestellten Spucknäpfe zu verhindern, empfiehlt es sich, dieselben mit nach innen abgeschrägten Ringdeckeln zu versehen. Auch können urnenförmige Gefäße mit Trichtereinsätzen verwendet werden, die zweckmäßig in halber Höhe anzubringen sind, weil dann weniger vorbeigespuckt wird. Der Inhalt solcher Sammelgefäße, die soweit, daß ein Verschütten vermieden wird, mit Wasser zu füllen sind, muß mindestens jeden Abend in die Abortgrube, in Abfuhrröhren oder Tonnen erfolgen, wo der Auswurf feucht und deshalb unschädlich bleibt. Eine Desinfection der Gefäße durch chemische Mittel würde erfolglos sein. Die Reinigung erfolgt zweckmäßig durch Ausspülen mit siedendem Wasser. 7.4.— Bgzigle 2. Die unschädliche Beseitigung unvorsichtig ausgesacter Baziuen ist nur durch regelmäßige feuchte Reinigung zu erreichen. Jedes trockene Auskehren und Aostäuben erhöhet die Gefahr. In Kasernen, Krankenhäusern, Gefängnissen, Seminaren, Klöstern, Waisenhäusern, Werk= und Arbeitshäusern u. s. w. sollten alle Teppiche, Bodendecken u. s. w., die geeignet sind, Auswurf einzusaugen, beseitigt und auf abwaschbare Wönde, glatte Fußböden gedrungen. trockenes Abwischen aber verboten werden. Auch das Verlangen der Straßenreinigung unter reichlicher Wasserverwendung erscheint gerechtfertigt.„„„„ 3. Die Schwindsüchtigen selbst mogen sich befleißigen, ihren Auswurf in einer für sie selbst und ihre Mitmenschen unschädlichen Weise zu beseitigen. Dies geschieht am sichersten dadurch, daß sie nicht auf den Fußboden, an die Wände oder ins Taschentuch spucken, ebensowenig dazu die überall üblichen mit Sand oder Sägespänen gefüllten Spucknäpfe, statt deren vielmehr die oben beschriebenen Spucknäpfe, oder auch Spuckfläschchen(die sog. Dettweller'schen Spuckfläschchen) benutzen.... u z, gmpfehle Zu dem angegebenen Zwecke ist es dringeno zu empfehlen, daß in allen öffentlichen und sonstigen Räumen, welche dem größeren Menschenverkehre dienen, ferner auch in Gast= und Schankwirthschaften, Theatern, Arbeits= und Fabrikräumen, besonders auch in Schulen jeder Art, gehörig mit etwas Wasser angefüllte Spucknäpfe in ausreichender Anzahl und in einer jedesmal dem Verhältniß angepaßten Größe sowohl in den einzelnen Räumen, als auch auf den Korridoren, Treppengängen aufgestellt werden. Aehnliche Vorkehrungen zur Beseitigung des Auswurfes sind soweit wie möglich auch für die Privatwohnungen der Schwindsüchtigen empfehlenswerth; besonders wird aber auch auf eine zeitweise gründliche Reinigung der Wohnung Tuberkulöser zu halten sein. Insbesondere wird a) für Schulen anzuordnen sein: 1. Daß Lehrer wie Schüler zur Entleerung ihres Auswurfes im Schulgebäude sich nur der in geeigneter Beschaffenheit und genügender Zahl aufgestellten Spucknäpfe bedienen dürfen oder der Dettweiler schen Fläschchen, 2. daß in den Schulräumen der Staub möglichst beseitigt, aber nur durch nasses Abwaschen entfernt werden darf, 3. daß öfter hustende Schüler in Bezug auf 1 zu beobachten sind, 4. daß brustkranken Schülern das Wegbleiben von der Schule zum Zwecke längerer Kuren mit besonderer Bereitwilligkeit ge5) Für Gasthäuser empfiehlt sich außer der Aufstellung von geeigneten Spucknäpfen in den Wirthschaftsräumen besonders die Desinfektion von Bettwäsche und Zimmern, die nachgewiesener Maßen längere Zeit im Gebrauch Tuberkulöser standen. Für Kurorte, die viel von Tuberkulösen besucht werden, sollte die Aufstellung weiter gehender Anforderungen an Gesizirtgund Zimmervermiether(Desinfektien am Schlusse jeder Suton, durch Ortsstatut oder durch ortspolizeiliche Verordnung angeregt und beZerner Fabriken. Bei der großen Häufigkeit der Tuberkulose unter den Arbeitern gewisser Fabriken(Stahl, Stein, Baumwolle, Tabak) muß die veränderte Auffassung— Einathmung des Staubes ist nur Hülfsursache, Ansteckung durch Baillen der Grund der Erkrankung— Veranlassung zu neuen und anderen Anstrengungen geben, um die Arbeiter zu schützen. Für solche Fabriken empfiehlt sich:.66. g.eg Estem 1. Aufstellung geeigneter Spucknäpfe in großer Zuhl am besten für jeden Arbeiter; 2. Verbot, ohne Benutzung des Spucknapfes auszuspucken; 3. Nasse Reinigung der Arbeitsräume. 4. Einrichtungen, die es kranken Arbeitern erleichtern, auswärts 5. Belehrung der Arbeiter über die Bedeutung des Auswurfes für die Verbreitung der Tuberculose. Auch die Verbreitung der Tuberculose in kleineren Fabrikstädten weit über die Arbeiterkreise hinaus hat gezeigt, daß nicht nur Fabrikbesitzer und Arbeiter von dieser Angelegenheit beIV. Die Abwehr des vielen Unglückes, welches in Familien durch tuberkulöse Ammen, Kinderfrauen, Erziebgzinzggg, gebzacht wird, darf von der fortschreitenden Aufklärung des Pubcckums urer diesen Punkt und von gewissenhaftem mathe der Hausärzte erwartet werden. In Pensionaten, Kleinkinderbewahranstalten, Kindergärten, Krippen u. s. w. sind Tuberkulöse von der Kinder-=Nuch bei der Herstellung, wie bei dem Verkaufe von Nahrungsmitteln z. B. in Schlächtereien, Bäckereien, Conditoreien u. s. w. ist die Beschäftigung schwindsüchtiger oder mit Auswurf behafteter Versonen zu vermeiden. Es ist nicht zweifelhaft, daß unter Umständen die Auswürfe eines Bäckers und dergl. in seinem Laden so Es ist daher die größte Reinlichkeit in den Werk= und Verbuo Veir tim geachlich Weiterverbreitung der Krankheit durch Benutzung der Betten, Wäsche, Kleidungsstücke u. s. w. von Schwindsüchtigen, namentlich von an Schwindsucht verstorbenen Personen zu verhüten, ist eine sorgfältige Desinfektion solcher Gegenstände vor ihrer weiteren Verwendung erforderlich: weniger werthvolle Gegenstände werden am besten sofort vervrannt. Auch auf eine gründliche Reinigung und Desinfection der Wohn= und Schlafräume Tuberculöser ist hinzuwirken und es sollte dieselbe niemals bei solchen Räumen unterlassen werden, in denen Schwindsüchtige gestorben sind. Die Anschaffung von Desinfectionsapparaten durch Gemeinden, Verbände oder Heilanstalten ist dringend zu empfehlen. Zufolge höheren Auftrages richte ich an alle betheiligten, privaten wie beamteten Personen, insbesondere an die Vorsteher von gnügungsräumen 2c. das Ersuchen, daß Jeder im Interesse des Gemeinwohles die Durchführung der im Obigen empfohlenen Maßregeln an seinem Theile fördern und unterstutzen wolle, um die verheerendste aller Volkskrankheiten nach Möglichkeit einzuschränken. Münster, den 9. Mai 1891. Der Oberpräsident von Westfalen. 88585. ür die Zwecke der Deutschen Vereine vom Rothen Kreuz. Hauptgewinne: 150000, 75000, 30000, 20000 M. u. s. w. Loose à 3 M. bei B. Koetzold& Co. Echt Holl. Java=Kaffee mit Zusatz, kräftig und reinschmeckend, garantirt, à Pfund 80 Pfg., Postpackete 9 Pfund Mk. 7.20 versendet unter Nachnahme Wilh. Schultz, Altona bei Hamburg. Ufrei Eopirrpressen zu billigen Preisen, empfiehlt die Buchhandlung von B. Koetzold& Co. von Bildern, Denksprüchen und Brautkränzen besorgen geschmackvoll und billig B. Koetzold& Co. Möbl. Zimmer mit Frühstück zu vermiethen. 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J Grafen Moltke, Wissenschaften Generalstabswei nur militärische lei Einzelheiten genöthigt wärer lehrung zu schi Werk zu Stan wahrhaft groß des Urtheils, Blicks, und b wohlthuend sch deutsch=französi Kriegsvorbereit schen Heere k Kriegsschauplat großen Zügen mitteln. Durch rother Faden storbenen an d Verfasser wird bissig in der## Gleich auf der nicht die Rede hin mit den T ist weniger selt Auch gegen nothwendig ei hervorragendst die Ansicht a Tagen Einflu Feld zu führe Der amerikani krieg mit rüc sagte kurz ne die seiner Ans er sie hier gef Teufel nache ständen die ge ganze Natur, des Lebens,s ähnliche Spra militär doch Bericht über ohne ein Wo von Schöler, gesetzten, des handelnd, die zugreifen, nich Moltke, wenr erwähnt, den Worte der E eigene Perso alle Schriftst Krieg beschre Episode des Schlacht vor Moltke an reitend. 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