phen=Verein No. sberger“. Fernsprech=Nr. 46 für Witten. Witten, Jansag, den 15. Fernsprech=Nr. 18 für Hagen. 1891. den 18. August, § 8½ Uhr, g eines neuen ichtskursus. en werden von Herrn lz hier, entgegengeliegt eine Liste zum Vereinslokal„Hotel ffen. Mark. August 1891. Der Vorstand. „ Pe schaoskt ter Sterbekasse. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Insertionen werden die 7 gespaltene Petitzeile mit 10 Pf. berechnet. verbunden mit dem rordentliche Versammlung. den 16. August, hm. 4 Uhr, kal bei Herrn W. General-Anzeiger für Witten und Amgegend. Abonnementspreis(inel. der Gratisbeilage# „Märkisches Heim“): 1,80 Mark vierteljährlich, monatlich 60 Pfg. bei Bestellung durch die Boten. Bei Abnahme auf der Post inel. Bestellgeld 2.20 Me. Rußland und Finnland. =Ordnung: zw. Beschlußfassung Statuts. ches und pünktliches ird dringend gebeten. Der Vorstand. krutenimmlung. den 16. d. Mts. chm. 4 Uhr, im Lokale des Herrn nann, Johannisstraße mmlung statt. sordnung wird in der g kund gegeben. ten von Witten werden dlichst eingeladen. rere Retruten. Erhalte: fisch, schollen, d. Seemuscheln, 100 gol ard Barfuß, sischhandlung osten Corsets, hürzen, Handbaumwollene e,Schweißsocken den zu herabgesetzten gegeben bei an Mang, uhrstr. 24, er Albert u. Leye. nstützen halter, vorräthig Koctzold& Co. mentpapter bei Koetzold& Co. hnungen und Witten zu verStockum eine sofort ebenso ein Zimmer in res Hauptstraße 75, Witten. Hagen an lebhafter genen laus, ngen Jahren ein flottes ren=Geschäft betrieben verkaufen. unter X. Nr. 100. d. d. Ztg. engesuche und ngebote zeile 10 Pfg. Zerbreitung in den Exemplaren. Sohn ern, welcher Lust hat icher=Handwerk zu eret Stellung. d. Exped. d. B ltts. entliches ädchen gesucht. Oberstraße 68. Verlag von d& Co. in Witten. n H. Risel& Co. in Hagen. nter Verantwortlichkeit betzold in Witten. Wir haben seiner Zeit von der kalten, fast unfreundlichen Aufnahme berichtet, die Czar Alexander jüngst bei seinem Besuche in Finnland, dessen„Großfürst“ er ist, gefunden; sie war die Antwort auf das rücksichtslose Streben Rußlands, Finnland sich, wie die Ostseeprovinzen, enger anzugliedern, d. h. der Selbstständigkeit, deren es sich bis vor Kurzem noch erfreute, zu berauben und dem Stockrussenthum auszuliefern. Ueber dies Vorgehen Rußlands gegen die finnländische Autonomie bringt der„H. C.“ eine Darlegung, die wir in Nachstehendem wiedergeben: Ursprünglich Schweden zugehörend, wurde im Jahre 1809 das Großfürstenthum Finnland mit dem russischen Reiche vereint und den finnischen Ständen eine Versicherungsakte übergeben, derzufolge alle bisherigen Vortheile und Verfassungsbestimmungen des finnländischen Volkes auch fürderhin in alter Kraft fortbestehen sollten. Alexander I. selber hat betont, daß er Finnland regieren wolle „wie eine freie Nation, die sich aller ihr durch die Verfassung gewährleisteten Rechte erfreut,“ und jeder Nachfolger Alexanders hat dieselbe Versicherung abgegeben. Der ruhigen, stetigen Entwickelung des Landes stellten sich auch thatsächlich keinerlei Schwierigkeiten entgegen, und sowohl unter dem Czaren Nikolaus wie unter Alexander II. hat die russische Regierung in jeder Hinsicht im Einverständniß mit der finnländischen Volksvertretung gearbeitet, bis die russische Chauvinistenpresse dem ein Ende zu bereiten verstand und auch in solchen Kreisen Anklang fand, Unwillen und Mißtrauen säete, wo eine Beeinflussung der allerhöchsten Entscheidungen möglich ist. Das„halbbarbarische“ Finnland soll sich nicht länger autonom(selbstständig) geberden, war nun die Loosung. Die Rechtsfrage, die doch nicht gut zu umgehen war, wurde durch allerhand Drehen und Deuteln erleichtert, historische Thatsachen verleugnet, in die Akte von 1809 auf sophistische Weise„neues Licht“ gebracht und die finnischen Politiker verdächtigt, Separationsgelüste zu hegen— kurzum, die öffentliche Meinung in Rußland wurde gegen die Finnländer erregt, obwohl diese niemals dazu Anlaß gegeben hatten. In maßgebenden Kreisen betrat man überdies den elastischen Boden der„Interessen der Reichseinheit", die einen näheren Anschluß des Großfürstenthums an den Kaiserstaat erheischten, und betonte die „praktischen Gesichtspunkte“ einer solchen„Annäherung", namentlich auf dem Gebiete des Münzwesens, der Zölle und Steuern. Es ist noch aus dem vorigen Jahre innerung, wie in diesen Fragen vorgegangen wurde, nachdem Alexander III. zur Neuordnung derselben seine Zustimmung gegeben hatte. Das Postwesen wurde bei dem russischen Ministerium konzentrirt— was gegen die finnländische Verfassung verstößt, das Münzgesetz blieb, doch sollten fortan die russischen Zettel bei den finnländischen Staatsanstalten nach Börsenwerth angenommen werden; das Zollwesen harrt noch seiner Erledigung. Auch das neue Strafgesetz, das vor drei Jahren vom finnischen Senate genehmigt wurde, ist russischerseits zunächst„suspendirt“ worden und soll abgeändert werden. Schließlich hat auch, wie bekannt, im Militärwesen sich die Russifizierung geltend gemacht, und auch sonst sind verschiedene„Annäherungsversuche“ in die Erscheinung getreten. Es ist ganz natürlich, daß unter solchen Umständen in Finnland, wo ein sturk ausgeprägtes Nationalbewußtsein herrscht, eine ziemlich aufgeregte Stimmung Platz gegriffen hat, die auch bei der im Januar erfolgten Eröffnung des Landtages sich geltend machte, was den Czaren zu einem Reskript veranlaßte, dessen Inhalt die Finnländer beruhigen sollte, indessen nicht die gewünschte Klärung der Sachlage schaffte, so daß die Besorgnisse fortbestehen. Die russische Chauvinistenpresse hetzt unterdessen unverfroren weiter in jenem bekannten Tone, wie ihn zuerst weiland Kattkoff angeschlagen. Mit der reaktionären Richtung in der inneren Politik Rußlands geht der Ansturm gegen die„reichsschädlichen Privilegien“ des Großfürstenthums Hand in Hand, und wenn auch nicht alle bedeutenden Organe der russischen Publizistik in die Agitation gegen Finnland einstimmen, so ist der gegenwärtige Zeitungskrieg doch heftig genug und von hinlänglicher Ausdauer, um dieses gegenüber dem gewaltigen Czarenreiche machtlose Land mit den größten Besorgnissen zu erfüllen. „Finnland hat sich, im Genuß der staatlichen Selbstverwaltung, ganz aus eigener Kraft entwickelt; es hat sich in der Vereinigung mit Rußland befriedigt gefühlt durch das Bewußtsein, seinen eigenen, wenn auch noch so bescheidenen nationalen Aufgaben leben zu können." Deshalb können auch die Leiter der russischen Reichsinteressen sich auf das finnländische Volk verlassen. Geht aber die Petersburger Regierung noch weiter mit ihren Russifizirungsarbeiten, was durchaus nicht unmöglich erscheint, so würde sie sich die Finnländer zu entschiedenen Gegnern machen und sich damit große Schwierigkeiten bereiten— neue zu den schon in Menge im Innern des Reiches vorhandenen! Das rege und stark ausgeprägte nationale und politische Selbstbewußtsein der Finnländer wird muthvoll an der durch Czarenwort verbürgten Selbständigkeit festhalten, dessen kann die russische Regierung versichert sein. Kaiser Alexander III. ist auch, wie sein Vorgänger, allezeit den Finnländern wirklich gewogen gewesen und hat alle ihre Rechte hochgehalten, in den Angelegenheiten des Großfürstenthums die Vorschläge des finnländischen Senates fast immer mit gerechtfertigtem Zutrauen genehmigt und es an Beweisen seines Wohlwollens nicht fehlen lassen. Erst in der letzten Zeit ist hierin ein ernster Umschwung zu bemerken. Es ist das eine äußerst bezeichnende Erscheinung, bezeichnend für den Czaren und das gesammte russische Staatsleben und nicht alleinstehend in ihrer Art. Der Geist Kattkoffs ist in Petersburg gar mächtig gewarden! Die Grundsätze der heutigen russischen Regierung, oder besser gesagt der russischen Politik, müssen durch Rechtsverletzungen in ein eigenes Licht gerathen und kein Zutrauen verdienen, aber auf dem jetzt betretenen Wege scheint es vorläufig keinen Halt zu geben: die Reaktion ist zu mächtig geworden und die Ideen der Moskauer Zeitungen sind maßgebender als je zuvor. Zum Schluß sei noch eines allgemeineren Punktes kurz gedacht. Neben den Versuchen, die Rechtsgründe der thatsächlich bestehenden rechtlichen Selbstverwaltung Finnlands zu leugnen, ist auch die Theorie aufgestellt worden, daß die Verfassung und somit die selbständige Stellung des Großfürstenthums von Rechtswegen aufgehoben werden könnten. Die Konstitution, so behauptet man, sei nicht ein durch internationale Bürgschaften befestigtes Recht, sondern durch den freien Willen des Czaren verliehen, also eine zurücknehmbare Gnadengabe. Nach russisch= chauvinistischen Begriffen wäre demnach jede Verfassung widerruflich, jedes freiwillig abgegebene Herrschergelöbniß unverbindlich, jedes Kaiserwort nichtig! Trotzdem haben sich russische Juristen zu solcher Lehre bekannt, Zeitungen sie vertreten und Politiker sie beifällig aufgenommen. Der Zweck heiligt auch im vorliegenden Fall das Mittel! ist es jetzt der Kampf der parlamentarischen Fraktionen und der verschiedenen politischen Parteien, der die einheitliche Entwickelung der Zukunft zu gefährden droht. Die Kluft zwischen den Fraktionen zu überbrücken, ist schwierig. Ich betrachte das ganze parlamentarische Fraktionswesen als eine Krankheit, deren Bestand auf dem strebsamen Ehrgeize der Führer beruht, mit dem sie als politische Condottiert ihre Aussichten bald nach oben, bald nach unten zu verbessern suchen. Bekämpfen Sie diese unglückliche Neigung zur itio in partes. Wenn wir zusammenhalten, werden wir den Teufel aus der Hölle schlagen. Sie müssen sich daran gewöhnen, in jedem Deutschen zuerst den Landsmann, nicht den politischen Gegner zu sehen. Diese Bitte richte ich an Sie, als die Träger des nationalen Gedankens auf den deutschen Hochschulen, die den prometheischen Funken des Nationalgefühls auf die künftigen Geschlechter übertragen.“ Zum Schluß trank der Fürst auf das Blühen der deutschen Studentenschaft. * Der Ansprache, welche Fürst Bismarck am Montag an die Abordnung der deutschen Studentenschaft richtete, entnehmen wir folgende bedeusamen Stellen: Alle früheren Versuche zur Ausführung des Einheitsgedankens mußten an der irrthümlichen Geringschätzung der dynastischen Kräfte, der Macht von Blut und Eisen scheitern. Ohne diese Macht und das Eingreifen der Dynastien wird in Deutschland nichts Dauerhaftes gewonnen, weder 1848 noch heute. Die deutsche Treue, das deutsche Recht, so wie es sich auf deutsche Gottesfurcht gründet, stehen auf diesem Boden. Die Aufgabe, die Sie, meine Herren, in der Zukunft zu lösen haben, ist, nachdem die unvermeidlichen Brüderkämpfe im Innern überstanden sind, im Wesentlichen eine solche der Erhaltung. Wenn erhalten werden soll, so verstehe ich darunter, daß man verbessert, ausbaut. Was aber soll erhalten werden? Als nächsten Gegenstand Ihrer künftigen Fürsorge im Erhalten möchte ich Ihnen die Reichsverfassung ans Herz legen. Sie ist unvollkommen, aber sie war das Aeußerste, was wir erreichen konnten. Pflegen Sie die Verfassung, wachen Sie eifersüchtig darüber, daß die Rechte nicht angetastet werden, die sie schützt. Ich bin kein Freund der Zentralisation, wie sie in Frankreich in Bezug auf Paris besteht, ich sehe den Segen der Dezentralisation in dem Hervorbringen zahlreicher Kulturzentren, und ich halte die Egalisirung für so wenig nützlich, wie mich etwa das Verschwinden der verschiedenen Landestrachten freut. Noch einmal: wachen Sie über die Reichsverfassung, selbst wenn sie Ihnen später hier und da nicht gefallen sollte. Rathen Sie zu keiner Aenderung, mit der nicht alle Betheiligten einverstanden sind. Das ist die erste Bedingung der politischen Wohlfahrt des Reiches. Gegenüber dem Auslande bin ich nicht besorgt. Alle Angriffe von außen werden wie Hammerschläge auf uns wirken, unsere Einigkeit nur noch inniger und stärker machen. Im Innern aber halte ich für den locus minoris resistentiae die deutsche Neigung zur itio in partes, zum Fraktions= und Parteiwesen. Diese Neigung liegt uns im Blute. Wie zwei Regimenter von verschiedener Uniform in einer Garnison leicht in Gegensatz zu einander gerathen und wie früher die deutschen Einzelstaaten mit scheelen Blicken einander eifersüchtig überwachten, so * Die„Hamburger Nachrichten“ sind— offenbar vom Fürsten Bismarck selbst— zu der Erklärung ermächtigt, daß die Mittheilung der„Essener Volkszeitung" über die letzte Besprechung zwischen Windthorst und Bismarck auf Erfindung beruht. Für einen gegebenenfalls erfolgenden Wechsel der Kanzlerstellung sei schon einige Monate vor der Windthorstschen Besprechung von Bismarck selbst dem Kaiser Caprivi empfohlen worden. Unter Kaiser Friedrich sei davon nie die Rede gewesen, sondern nur von einer Verwendung Caprwis an der Spitze des Kriegsministeriums oder Generalstabes. Diese vom Kaiser Friedrich selbst ausgegangene Anregung sei an dem Widerspruch Moltkes gescheitert. und alle Minister stimmen ihm darin einstimmig zu.“ Mit welchen Mitteln übrigens die Getreideterminspekulation im gegenwärtigen Augenblicke arbeitet, mag man aus einem Berliner Telegramm der„Ind belge" vom Dienstag, 11. d. M., entnehmen, in welchem wörtlich behauptet wird, das russische Roggenausfuhrverbot werde für Deutschland ernste Folgen nach sich ziehen, da Deutschland 90(!) Prozent seines Roggenbedarfs aus Rußland beziehe.— Das Getreideausfuhrverbot wird naturlich in der europäischen Presse lebhaft besprochen. Eine den Londoner„Times“ aus Petersburg zugegangene Depesche meldet: In gut unterrichteten Kreisen wird behauptet, daß die Roggenernte durchaus nicht sa schlecht sei, wie angegeben wird, und daß die Vorräthe nicht so gering seien, um ein Ausfuhrverbot zu rechtfertigen. Der Export von Roggen werde vielmehr für absolut nöthig erachtet. Man neigt zu der Ansicht, daß das Ausfuhrverbot ein politischer Schachzug sei, der gegen Deutschland und Oesterreich gerichtet sei. * In einer der letzten Sitzungen des italienischen Ministeriums ist es zu ziemlich heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Es handelte sich um die Frage, ob zwei italienische Armeekorps aus Sparsamkeitsrücksichten auf gelöst werden sollten. Der Ministerxräsident di Rudini befürwortete diese Maßregel und wurde von verschiedenen Kollegen darin unterstützt. Der Kriegsminister Pelloux erklärte indessen, daß er lieber seine Entlassung nehmen, als eine derartige, das italienische Heer schwer schädigende und dessen Würde verletzende Vorlage vor die Kammer bringen wolle. Angesichts dieser entschiedenen Weigerung des Generals, der in dieser Frage alle militärischen Autoritäten Italiens auf seiner Seite hat, wurde die Entscheidung noch vertagt. Hoffentlich kommt die italienische Regierung in einer Zeit, wo ihre Bundesgenossen und Gegner unablässig bemüht sind, ihre Rüstungen möglichst zu vervollständigen, von einer derartigen Maßregel überhaupt zurück. Bis zum Schluß des Monats Juli betrug die Zahl der auf Bewilligung von Altersrenten erhobenen Ansprüche bei den 31 Versicherungsanstalten und 8 zugelassenen Kasseneinrichtungen 140568. Von diesen wurden 103116 Rentenansprüche anerkannt, 19061 zurückgewiesen und 2272 auf andere Weise erledigt, sodaß 16119 Ansprüche unerledigt auf den Monat August übergegangen sind. Mehr und mehr scheint die Anerkennung der den Arbeitern durch das Invaliden= und AltersversicherungsGesetz zu Theil gewordenen Vortheile in den Arbeiterkreisen durchzudringen. Diese Beobachtung wird jetzt auch * Die in Belgrad eingetroffenen brieflichen Berichte ergeben, daß die Umgebung des Königs sehr ist über die Aufnahme, welche Letzterer am russischen Hofe gefunden hat. Der König bemühte sich mit großem Eifer, auf die russischen Ideen einzugehen, wurde jedoch vom russischen Hose nicht wie ein Souverain, sondern wie ein kleiner Vasall behandelt. Der Czar hielt es für angemessen, die Zeit der Anwesenheit des Königs zu einem Ausstug gragch, Fipnland mit.seingr, Famsie zu befrend der Abwest. einem Ausflug nach. Finnland mit., seiner, Toguhue en gez, nutzen. Kein Großful, erwies währene der Aowestihltt des Czarenpaares dem serbischen Könige die Ehren, welche am russischen Hofe Gästen gegenüber üblich sind. Sogar beim Mittogessen im Winterpalais vertrat kein Großfurst den kaiserlichen Gastgeber, obwohl die Mehrzahl derselben in Krasnoje Selo weilten. Noch schlechter wurde Ristitsch behandelt. Bei der Marschallstafel zum Namenstage der Kaiserin räumte man dem französischen Botschafter den Vorrang vor dem Regenten ein. In maßgebenden serbischen Kreisen haben hierdurch die Russen reiche Saat zur Verstimmung ausgestreut. in den Regierungsbezirken Köln und Aachen, sowie in der Provinz Schleswig=Holstein gemacht. — Nach der„Köln. Ztg.“ hat der Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen, um das Bremssystem auf unseren Eisenbahnen zu verbessern. Proben mit den verschiedenen Breinsvorrichtungen angeordnet und nach Abschluß derselben eine Konferenz mit den Technikern der einzelnen Direktionen abgehalten, deren Ergebniß so einheitlich gewesen sein soll, daß schon in nächster Zeit entscheidende Beschlüsse und Anordnungen zu erwarten wären. Sie würden zweifellos in dem Sinne ausfallen, daß ein neues Bremssystem für alle deutschen Bahnen erzielt werde. Danzig, 15. August. Als zweiter Vorsitzender der im September hier stattfindenden Generalversamms lung der deutschen Katholiken ist Graf Hektor Kwilecki in Aussicht genommen. Offenbar sollen dadurch, bemerkt die Pos. Ztg., die polnischen Katholiken in Westpreußen bestimmt werden, sich an der deutschen Katholikenversammlung zu betheiligen. — Ueber den Unglücksfall, der unsere Marine bei Danzig betroffen hat, wird der„Nat.=Ztg. noch das Folgende berichtet: Nachdem der eine von den vier ertrunkenen Marinesoldaten am Montag bei dem Seebad „Westerplatte" an Land gespült worden war, brachte das Meer auch die übrigen Opfer an den Strand, und zwar bei dem Seebad„Brösen“ in der Nähe von Glottkau. Der ertrunkene Kapitän=Lieutenant Ludewig befand sich seltsamerweise im Boot, das mit ihm gleichzeitig an die Küste getrieben war. Uebrigens wollte bei diesem beklagenswerthen Fall ein Fischer noch ein Geschäft machen, indem er sich erbot, gegen 200 M. Belohnung die Leichen der Opfer auszuliefern. Ihm sei der Ort, wo sie angeschwemmt seien, bekannt. Natürlich wurde das Ansinnen zurückgewiesen. * Breslau, 13. Aug. Zahlreiche Typhuserkrankungen in der Koseler Garnison und die Ernteverspätung machen Aenderungen der Manöver nörhig. * Halle, 11. August. Der hiesige sozialdemokratische Frauen=Verein wurde polizeilich geschlosen.„ Leipzig, 13. August. Die von den hiesigen Sozialdemokraten errichtete Genossenschaftsbäckerei hat im ersten Geschäftsjahre ein Defizit von 4212 Mark er. G E * Kiel, 13. August. Der Kaiser, der in kurzer Zeit von seiner Knieverletzung hergestellt sein dürfte, empfing heute Vormittag an Bord der„Hohenzollern“ den Chef des Militär=Kabinets General der Infanterie v. Hahnke zum Vortrage. General Graf Waldersee ist heute früh nach Altona zurückgereist. * Bremen, 13. August. Der der Deutschen Dampfschifffahrts=Gesellschaft„Hansa“ gehörige Schraubendampfer „Trifels“ ist an der französischen Küste in der Nähe von Brest gestrandet. Der Kapitän hegt wenig Hoffnung auf Bervos..# e d eeste * Borkum, 13. August. Nachdem die Hersteuung des Kabels von Emden über Borkum nuch England gestern erfolgt ist, gehen die deutschen Ingenieure und Telegraphenbeamten heute nach Wilhelmshaven, von wo ein Kabel über Wangeroog nach Helgoland gelegt wird. * Berlin, 13. August. Das preußische Staatsministerium wird, wie verlautet, am Sonnabend eine Sitzung abhalten, in welcher es wahrscheinlich auch zu einer Besprechung der Frage wegen des Verhaltens zu dem Roggen=Ausfuhr verbote Rußlands kommen wird. Man steht in hiesigen Regierungskreisen dieser Angelegenheit zunächst abwartend gegenuber, einerseits, weil die angeordnete Maßregel auf die russische Finanzverhältnisse am einschneidendsten wirken wird, andererseits, weil Deutschland noch mitten in der Ernte steht und für die nächsten Monate ein dringliches Vorgehen noch nicht nothwendig erscheint.— Die„Köln. Ztg. schreibt:„Angesichts des russischen Ausfuhrverbots, das seltsamerweise nicht sofort, sondern erst nach 14 Tagen in Kraft treten soll, offenbar um dem Auslande die Gelegenheit zu noch recht reichlicher Roggeneinfuhr zu geben, überbietet sich die ganze freisinnige und sozialdemokratische Presse in der lauten Anpreisung des eigens für diesen Zweck erfundenen Allheitmittels: Aufhebung der Getreidezölle. Alle Nachrichten aus Regierungskreisen stimmen aber darin überein, daß diese Declamationen dort nicht den geringsten Eindruck machen. Der Reichskanzler hält nach wie vor an ertond zäße fege beich olen, lunge Lauerndem Nachunserer theil und dlungen, welche, für lange Jahre die„Höhl S0tc gtegen,.oh, Raserggzetuen Nachnd eechal h Der haren für unser Vaterland werden kann, Wien, 13. August. Ueber die schwebenden Handelsvertragsverhandlungen wird berichtet: Die Delegirten Oesterreich=Ungarns, Deutschlands und der Schweiz nunn#—5## einer Konferenz, e indeßz traten gestern Nachmittag zu einer welche mieg nicht von langer Dauer war, zusammen. Dem Vernehmen der Presse nach vollzog sich in derselben eine neuerliche und erhebliche Annäherung zwischen dem Standpunkte Oesterreich=Ungarns und Deutschlands mit jenem der Schweiz, so daß die Hoffnung keineswegs ansgeschlossen erscheine, auch ohne die in Aussicht genommene Unterbrechung noch vor dem Eintritt in die Verhandlungen mit Italien zu einer Verständigung mit der Schweiz zu gelangen. Ischl, 12. August. Nach dem Diner, an welchem dieselben Persönlichkeiten theilnahmen, wie an dem gestrigen Diner, machten der Kaiser und der König von Serbien eine Spazierfahrt nach Strobl und sodann eine Rundfahrt auf dem Wolfgangsee. Abends fand eine TheatervorstelIschl, 12 August. Der König von Serdien ist beute Abend 10 Uhr abgereist. Der Pisgee Herrn vom Ehrendienst hatten dem König vu. Seleit nach Ischl, 18 August. Von woklunterrichteter servischer habe sich gelegentlich der Veradschiedung von Ischl dem 8 Regenten Ristitsch gegenüber geäußert, daß er die wohlwollende und väterliche Güte des Kaisers von Oesterreich niemals vergessen werde. Pest, 18. August. Prinz Ferdinand von Koburg ist heute Mittag nach Bulgarien gereist. Frankreich. Paris, 13. August. Der König von Griechen= land traf gestern Abend um 11 Uhr hier ein und wurde auf dem Bahnhofe von dem griechischen Gesandten Delyonnis und einem Ordonnanzoffizier des Präsidenten Carnot empfangen und von dem anwesenden Publikum begrüßt. Der König ist im Hotel Bristol abgestiegen. Der Minister des Auswärtigen Ribot machte ihm dort seine Aufwartung. Paris, 13. August. Der Großfürst Alexis ist heute früh nach Vichy abgereist und wurde auf dem Bahnhofe von einer zahlreichen Menge begrüßt. — Dem„Journal des Débats" zufolge wird die aus 22 Schiffen bestehende Mittelmeer=Flotte am 25. August in dem Hafen von Villafranca mit dem britischen Geschwader unter Admiral Hopkins zusammentreffen. — Wie aus Regierungskreisen mitgetheilt wird, hätten die Vertreter der europäischen Mächte gestern eine neue Note an den Tsungli=Yamen gerichtet. Nachrichten von neuerlichen Ruhestörungen in China seien nicht eingetroffen. — Nachdem bei den russischen Kundgebungen boulangistische Elemente ausgesprochen in den Vordergrund getreten sind, wird von einem großen Theil der Presse nachdrücklich gegen verrückte Uebertreibungen Front gemacht und die Forderung aufgestellt, daß unberufene Elemente wegbleiben sollen, um nicht durch ihre Taktlosigkeiten Frankreich vor der ganzen Welt lächerlich zu machen; theilweise werden den Franzosen Wahrheiten in sehr scharfer Weise zu Gemüth geführt. Toulon, 13. August. Die Waldbrände greifen weiter um sich, gegenwärtig stehen 2000 ha. in Flammen. Mehrere Ortschaften befinden sich in Feuersgefahr. Der Wind hat nachgelassen. Belgien. die Pforten der Hölle.“ Darauf wird dann am Weihnachtstage ein feierlicher Dankgottesdienst für die Befreiung Rußlands von den Franzosen und ihren Verbündeten abgehalten. Als die Trümmer der großen Armee im Winter 1812—13 sich durch die eisigen Einöden der Grenze zu schleppten, war in dem befretten Lande das Gefühl der Erlösung aus großer Gefahr so lebendig, daß die Formel für ewige Zeiten in den Ritus der griechischen Kirche aufgenommen wurde. Heute nehmen sich solche fromme Wünsche gegenüber den heißgeliebten Bundesgenossen etwas seltsam aus— schenken doch ruffische Archimandriten den französischen Marineoffizieren orthodoxe Heiligenbilder, denselben Leuten, deren V4.—.„. ben Pale * Brüssel, 13. Aug. Die Königin von Belgien verräth, wie aus Bad Spa geschrieben wird, keine Spur mehr von ihrem neulichen bedenklichen Krankheitsanfalle und unternimmt wieder die gewohnten Ausflüge zu Pferde und zu Wagen. * Brüssel, 13. August. In Beantwortung einer Anfrage weist Minister Beernaert die Nachricht zurück, daß ein Vertrag bestände, der es einer fremden Macht erlauben würde, die belgischen Festungen zu besetzen. Die Mächte hätten die Neutralität und Unabhängigkeit Belgiens garantirt, aber nicht zu dem Zwecke, um seine Festungen zu besetzen. Der Deputirte Janson von der Opposition schloß sich der Erklärung des Ministers an. Holland. Amsterdam, 13. August. Heute wurde der zwölfte Weltkongreß christlicher Jünglings=Vereine eröffnet. Anwesend waren etwa 500 Abgeordnete, aus England 136, aus Deutschland 100, aus Amerika 99. Graf v. Hagendorp=Haag ist Präsident. Auf Vorschlag des Lord Kinaird=London und des Grafen Bernstorff=Berlin wurde eine Huldigungs=Depesche an die Königin=Regentin geschickt. England. #London, 13. August. Die Königin begab sich heute Nachmittag in Begleitung der Prinzessin Beatrice und der Prinzessin Heinrich von Preußen an Bord der Yacht „Alberta" von Cowes nach Portsmouth zum Empfange des Prinzen Heinrich.von Preußen. Nach Ankunft Sr. Königl. Hoheit kehrten die hohen Herrschaften nach Cowes zurück und begaben sich nach dem Palaste in Osborne. Ru##zland. Petersburg, 13. Aug. Die verfluchten Gallier. Die„Voss. B19....„Angesichts der heutigen Verbrüderung unserer Nachourn in Ost und West es vielleicht nicht uninteressant sein, daß ein Gebrauch der russischen Kirche eine sehr sonderbare Kennzeichnung zu dem Champagnerjubel von Kronstadt gibt. Alljährlich in der Christnacht erfolgt unter grausigen Formeln die feierliche Verfluchung aller Feinde, die sich je wider die Rechtaläubigkeit und das heilige Rußland erhoben haben oder sie noch bedrohen. Da heißt es dann unter Anderem: „Verflucht seien die Gallier und die 20 mit ihnen verbündeten Völkerschaften, die sich als eine Rotte Satans wider uns erhoben! Gelobt sei die Gnade des Herrn, daß er seinen Würgengel unter sie sandte und sie hinabsticß hinter Leuten, deren Väter sie schon unzählige Male verflucht haben. Kann es eine tollere Parodie geven: Petersburg, 13. Aug. Der„Nowoje Wremja“ zu Folge hat der Minister des Innern behufs sofortiger Ergreifung von Maßregeln, um die Bedürfnisse der Volksernährung zu befriedigen, und behufs Anschaffung von Saatkorn fur die Felder den Landgemeinden jener Gouvernements, in welchen eine Mißernte vorhanden ist, bedeutende Summen angewiesen. In allen bedürftigen Gouvernements werden Sachkundige zu den Berathungen herangezogen, welche unter Vorsitz der Gouverneure und unter Theilnahme der Gouvernements= und Kreisuprawas stattfinden. — Der Großfürst Thronfolger ist am 10. August in Uralsk eingetroffen, — Mehrsach wird noch berichtet, daß deutsch=russische Offiziere, welche den tollen Panslawistenschwindel nicht mitmachen wollten, im Avancement zurückgesetzt worden sind. General Obrutschew, welchem die Avencementslisten unterstehen, ist einer der wüthendsten Deutschenfresser. — Vor dem Czaren hat im Lager von Krasnoje Selo große Parade des russischen Gardekorps stattgefunden. Während des anderthalbstündigen Vorbeimarsches der Truppe hielt der deutsche Botschafter, General Schweinitz, rechts vom Kaiser. Bei dem im Kaiserzelte veranstalteten Frühstücke, zu welchem auch der Militär=Bevollmächtigte des deutschen Reiches, Flügeladjutant Villaume, der deutsche Militär=Attachee, Graf York von Wartenburg, der österreichische Militar=Bevollmächtigte. Oberst Klepsch, und der dänische Gesandte geladen waren, saß General v. Schweinitz neben dem Kaiser. — Der König von Serbien hat in Petersburg sich geweigert, eine Abordnung der bulgarischen Flüchtlinge zu empfangen. Die„Pol. Korr." theilt nun mit, der König habe die Abordnung aus Rücksicht auf die bulgarische Regierung nicht vorgelassen, mit welcher Serbien völlig freundnachbarliche Beziehungen unterhalte und auch weiterhin zu pflegen entschlossen sei. — Dem Reichsrathe wird ein Projekt für eine russische Industrie=Ausstellung zu Moskau im Jahre 1893 vorgelegt. — Die Tarifkommission des Finanzministeriums hat zur Erleichterung der Lage der Roggen bedürftigen Gouvernements beschlossen, den Transport=Tarif der riissischen Bahnen für Kartoffeln, welche den Roggen ersetzen sollen, und für Mais, der in Branntweinbrennereien den Roggen ersetzen soll, um 50 Proz. herabzusetzen. Moskau, 13. August. Ein Deutscher, welcher in den letzten Tagen hierher reiste, hatte u. A. ein Kommersbuch bei sich, welches auch den Text der Marseillaise enthielt. Die russische Behörde schnitt die bezüglichen Blätter heraus und gab dann erst das Buch zurück. Stockholm, 13. August. Dem in Kurzem zusammentretenden schwedischen Reichstage soll, wie es heißt, ein Gesetzentwurf unterbreitet werden, durch welchen Angesichts der ungünstigen Ernte die Getreidezölle aufgehoben werden. Italien. Rom, 13. Aug. Gegenüber der gleichzeitigen Ausstellung des„heiligen Rockes“ zu Trier und Argenteuil hat die Congregation für den Ritus nur den Rock zu Trier für echt erklärt. Griechenland. Athen, 13. Aug. Dem Vernehmen nach wurden von der Pforte 1700 Mann nach Kreta zur Verstärkung der dortigen Garnisonen gesandt. Türkei. * Konstantinopel, 13. August. Die Meldung englischer Blätter, daß von dem Großvezier und dem diplomatischen Vertreter Bulgariens ein Protokoll betreffend die Anerkennung des Prinzen Ferdinand unterzeichnet worden sei, wird jetzt auch von der Pforte für gänzlich unbegründet erklärt. — Der Dragoman der französischen Botschaft reist heute in Begleitung Ruffie's mit dem Lösegeld für den von Räubern gefangen gehaltenen französischen Farmer Raymond ab. — Ueber die Verhandlungen des Baron Hirsch mit dem Großvezier wegen Ansiedelung der russischen Juden in der Türkei verlautet, Baron Hirsch beabsichtige, ausgedehnte Ländereien in Kleinasien längs der Eisenbahnen zu einem Jahrespachtzins von 8—10 Millionen Francs auf lanze Zeit zu pachten. Die Pforte wäre berechtigt, diese Rente zu kapitalisiren, was ihr ein Kapital von etwa 100 Millionen Francs zur Verfügung stellen würde. — Dem Vernehmen nach befindet sich die Pforte seit mehreren Tagen ohne Nachrichten aus Demen(Arabien), da die Aufständischen die Telegraphenleitung zerstört haben. Amerika. * Washington, 13. August. Der Staatssekretär des Auswärtigen forderte auf die Nachricht, daß die Behörden von San Salvador dem Dampfer„Cityof Panama“ mit Beschlagnahme gedroht hätten, den dortigen amerikanischen Gesandten telegraphisch auf. gegen die Beschlagnahme Protest einzulegen und nach Untersuchung des Vorfalls sofort telegraphisch Bericht zu erstatten. Die feierliche Beisetzung des Herrn LandtagsAbgeordneten Louis Berger. X Witten, 13. August. Unter einer großartigen Betheiligung, wie wir sie bislang in Witten noch nicht gesehen haben, wurde heute Nachmittag die irdische Hülle des uns leider so früh entrissenen großen Sohnes unserer Stadt und der Mark, des Herrn Landtagsabgeordneten Louis Berger, auf dem zweiten evangelischen Kirchhofe in der Erbgruft der Familie Berger feierlich beigesetzt. Von dem herrlich gelegenen Horchheim am Rhein, wo der Verstorbene seit fast zwei Jahrzehnten sich von den Arbeiten, Mühen und Kämpfen im politischen Leben, insonderheit in den Parlamenten, erholte und auszuruhen pflegte, führte ihn heute ein Extrazug, der auf dem Berg.=Märk. Bahnhofe hierselbst präzise 1 Uhr Mittags einlief, in seine Geburts= und Vaterstadt Witten zurück zur ewigen Ruhe. Es verdient erwähnt zu werden, daß die Eisenbahnverwaltung den Zug, der einen ihrer aufrichtigsten und sachverständigsten Freunde, der sich unschätzbare Verdienste um sie im Abgeordnetenhause erworben hat, ob er ihre Maßnahmen billigte, ob er als wahrer Freund sie tadelte, zum letzten Male führte, in zarter, pietätvoller Dankbarkeit durch die Lokomotive„Fritz Harkort“ an seinen Bestimmungsort bringen ließ. Bekanntlich war der alte Fritz Harkort, „Westfalens Fritz“, der sich um seine engere Heimath durch die Hebung der Industrie, sowie durch seine Bestrebungen zur geistigen Hebung des Volkes ebenfalls große Verdienste erworben hat, der Schwiegervater des Verstorbenen. Der Extrazug setzte sich außer der Lokomotive aus dem Leichenwagen, der inwendig mit schwarzem Stoffe ausgeschlagen war, einem Salonwagen und einem Wagen zweiter Klasse zusammen. Die Blumenspenden, mit denen der Sarg schon reichlich bedeckt war, mehrten sich hier am Bahnhofe so, daß der ganze Sarg unter einem Hügel der herrlichsten Blumenkränze verborgen war. Die Stadt Witten ließ durch unsern Herrn Bürgermeister Dr. Haarmann einen ihrem Ebrenburger gewidmeten Kranz am Sarge niederlegen. Desgleichen hatte der Berliner Architektenverein einen wunderschönen Kranz mit weißer Atlasschleife und der Widmung:„Dem unermüdlichen Vorkämpfer für die Hebung des gesammten Technikerstandes, Herrn Abgeordneten Louis Berger, der Architektenverein zu Berlin", nach hier gesandt. Nicht lange nach 3 Uhr setzte sich der Leichenzug in Bewegung. Tausende von Personen aus allen Theilen der Stadt waren in der Bahnhofstraße und der Hauptstraße zusammengeströmt und hatten auf beiden Seiten auf den Bürgersteigen Aufstellung genommen. Besonders stark besetzt war der Kirchplatz und die zu demselben führende Treppe. In weiser Vorsicht hatte unsere Polizei die Bahnhof= und Hauptstraße rechtzeitig für Fuhrwerk gespert, und so vollzog sich Alles in strengster Ordnung und würdigster Weise. An der Spitze der Zuges marschirten die älteren Arbeiter des Gußstahlwerkes mit ihren Fahnen. Der vom Gußstahlwerke am Grabe niedergelegte Kranz trug die Widmung:„Ruhe sanft! Gußstablwerk Witten 1891.“ Dann folgte der von zwei schwarz verhängten Pferden mit Blumen reichgeschmückte Leichenwagen, hinter dem die nächsten Verwandten und Freunde gingen, und diesen schlossen sich die Vereine bezw. Deputationen verschiedener Vereine an; zahlreich war die Bürgerschaft Wittens vertreten. Von einzelnen Leidtragenden nennen wir die Abgeordneten Bergrath Dr. Schulz aus Bochum und Landgerichtsrath Schmieding aus Dortmund, ferner die Herren Emil Rittershaus aus Barmen, Landeshauptmann Owerweg aus Münster und Landrath Spude aus Bochum. Der hiesige Männergesangverein und das Männer=Quartett sangen am Grabe das Grablied von Fr. Dorn: „Des Lebens Tag ist schwer und schwül, des Todes Odem leicht und kühl" und:„Wie sie so sanft ruhn". Herr Superintendent König sprach am Grabe ein Gebet, in dem er Gott dankte, daß er den Verstorbenen und durch ihn auch uns so reich gesegnet habe. Er gedachte in tiefbewegten Worten all der Verdienste, die sich der Verstorbene um seine Heimath und um das deutsche Velk erworben habe und bat Gott, uns auch für die Lösung der Aufgaben, die unsere Zeit an uns stelle, Männer mit solcher Liebe und Treue und Opferwilligkeit zu erwecken, die bereit seinen den Kaiser zu unterstützen bei der Erreichung seiner hohen Ziele. Der Reichsverein von Witten legte am Grabe einen großen prachtvollen Lorbeerkranz mit Palmenwedeln nieder, der auf seiner Schleife die Inschrift:„Dem langjährigen bewährten Abgeordneten des Wahlkreises Bochum=Dortmund, Herrn Louis Berger in dankbarer Verehrung gewidmet vom Reichsverein zu Witten" trug, während der von dem Bildungsverein niedergelegte Kranz die Widmung:„Seinem alten, bewährten Freunde der Wittener Bildungsverein" enthielt. Ferner hatten das nationalliberale Wahlkomitee, die Wähler von Hattingen, Hoerde und anderen Orten Kränze mit ähnlichen Inschriften gesandt. Nachdem die Feier auf dem Kirchhofe beendet war, fand noch eine Zusammenkunft bei Herrn Voß statt. Kurz die ganze Feier war ein beredtes Zeugniß dafür, daß sich der große Entschlafene in vielen tausend Herzen ein Denkmal errichtet hat, dauernder als Erz. Möge er sanft ruhen nach einem mübevollen und reich gesegneten Leben! Westfalen und Rheinland. * Witten. 14. August.(Der 8. Kreis der Deutschen Turnerschaft,) welcher Rheinland und Weste falen umfaßt, wird sein diesjähriges Kreisfest am 6. September in Heisterbach(Siebengebirge) abhalten. Dem Bouner Turnverein ist die Leitung dieses Festes übertragen. 8 Witten, 14. August.(Der alte Harkort.) Nach einer Mittheilung der Verlagshandlung erscheint von dem bekannten Volksbuche unseres verstorbenen Abgeordneten Louis Berger„Der alte Harkort" demnächst eine billige Volks=Ausgabe zu dem Preise von 4 Mark. Der Ertrag ist zur Unterstutzung nothleidender Lehrerwittwen bestimmt. 8 Witten, 14. August.(Militär=Konzert.) Morgen Samstag Abend findet im Garten des Hotels zum Adler ein Konzert der Artillerie=Kapelle aus Wesel statt. 8 Witten, 14. August.(Das Richtfest) für die neue Kirche finder am Samstag Abend 7 Uhr statt. Um 8 Uhr schließt sich daran eine Versammlung bei Borgmann mit einfachem Abendeffen. u. Kaltenhardt, 12. August.(Kriegerverein.) Die hiesige Compagnie des Krieger= und Landwehrvereins Bataillon Langendreer begeht am Sonntag, 23. d. Mts., ihr diesjähriges Kriegerfest. Bei günstiger Witterung soll dasselbe des Nachmittags im Freien stattfinden und zwar unter den Buchen des schön gelegenen Westerberges. Der Ball wird in der Moltke=Halle abgehalten. Annen, 13. Aug.(Schwere Verletzung.) Ein Metzgergeselle von hier hat am verflossenen Freitag beim Reinigen des Hackklotzes einem Kinde buchstäblich die Hand abgehauen. Wie das Unglück entstehen konnte, ist eigentlich nicht schwer zu errathen, denn das Kind griff in dem Augenblick nach dem Klotz, als der Geselle mit dem Hackmesser ein Stück Fleisch zertheilen wollte. Bochum, 13. August.(Redakteur Fusangel.) Der Kölnischen Volkszeitung, der getreuesten Schutzherrin des Herrn Fusangel, wird unter dem gestrigen Datum von hier telegraphirt:„Chef=Redakteur Fusangel wird demnächst seine Gefängnißstrafe antreten.“ Da die Nachrichten des ultramontanen Blattes über seinen Schützling jedenfalls nicht ohne dessen Wissen und Zustimmung veröffentlicht werden, so dürfte kaum mehr daran zu zweifeln sein, daß Herr Fusangel allen Ernstes in den nächsten Tagen sein Martyrium antreten will. Es entsteht nun aber die Frage, welche Gründe Herrn Fusangel veranlassen, nicht bis zum 1. September mit dem Strafantritt zu warten, wie er es doch beabsichtigt hatte. Die Westfälische Volkszeitung hot wiederholt erklärt, Herr Fusangel werde sich, falls„wider Erwarten“ seine Beschwerde an den Herrn Minister der Justiz über das„rechtswidrige“ Verhalten der Königlichen Staatsanwaltschaft zu Bochum abschläglich beschieden werden sollte, burg zur Abbüßung seiner einmonatlichen Gefängnißstrafe stellen. Dieser Bescheid des Herrn Ministers, der den Beschwerdeführer an die Strafkammer des Königl. Amtsgerichts zu Bochum verweist, dürfte schon längst erfolgt sein. Merkwürdigerweise weiß aber die doch sonst P 12 er n. Criminal=Roman von Heury Canvain. Nachdruck verboten. Zweiter Theil I. In einer kalten Dezembernacht gegen 1 Uhr früh verließ ein in einen kostbaren Pelz gehüllter, hochgewachsener junger Mann das in der Nähe der Rue Taitbout am Boulevard Haußmann gelegene Gebäude des„Großen Clubs“. Die Haltung des jungen Mannes war auffallend kühn und bestimmt; er mochte etwa 30 Jahre zählen. Sein Gesicht war olivenartig gebräunt und ein glänzend schwarzer Schnurrbart zierte seine Oberlippe. Mit raschen Schritten wandte er sich nach der gegeuüberliegenden Seite der Chaussee und stieg in ein elegantes, mit einem prachtvollen Rappen bespanntes Coupee. Er gab dem Kutscher keine Adresse, sondern begnügte sich mit einem kurzen Winke, worauf das Gefährt in scharfem Trabe in die Rue Taitbout einbog und sich nach der Rue Frochet wandte, an deren Ende es den Weg über die äußeren Boulevards einschlug. Es thaute seit zwei Tagen. Die Boulevards waren fast ganz menschenleer; die einzelnen Passanten, welche man hier und dort erblickte, beschleunigten nach Möglichkeit ihre Schritte, um unangenehmen Begegnungen auszuweichen. Der junge Mann hatte sich in sein mit kastantenbraunem Satin ausgeschlagenes Gefährt zurückgelehnt und schien sich wenig um das zu kümmern, was um ihn her vorging. Das Geräusch der Räder auf dem Pflaster erregte bisweilen die Aufmerksamkeit einzelner Arbeiter, die aus den Schänken, welche um diese Zeit geschlossen wurden, heimkehrten. Voll Staunen betrachteten sie das elegante Coupee. Zu dieser Stunde sah man auf ihren Boulevards derarttge Fuhrwerke nur selten. Nachdem der Kutscher die Boulevards von Clichy und Rochouarts hinter sich hatte, ließ er das Pferd etwas langsamer gehen; er wandte häufig den Kopf zurück, wie um sich zu versichern, daß ihm Niemand gefolgt sei. Enduich an der Ecke des Beulevard de la Chapelle hielt er an dem Eingang eines kleinen schmutzigen Gäßchens, auf dessen Schilde man den Namen Paradiesgasse las. Der junge Mann öffnete den Schlag und stieg aus. Seinen Pelz hatte er im Wagen gelassen undnachdem er sich durch einen raschen Blick überzeugt hatte, daß der Boulevard vollkommen menschenleer war, flüsterte er dem Kutscher einen kurzen, geinessenen Befehl zu: „In einer Stunde. Ecke des Boulevard Barbes.“ Und während der Wagen sich langsam entfernte, schlüpfte er eiligst in die Sackgasse. Diese Gasse war außerodentlich eng und dunkel. Nachdem er sie ohne Zögern durchschritten hatte, klopfte der junge Mann in bestimmten Zwischenräumen drei Mal an eine kleine niedrige Thür, die ein Uneingeweihter in der Dunkelheit kaum bemerkt hätte. Nach Verlauf einiger Augenblicke wurde ein mit einem Gitter versehenes Guckloch geöffnet und eine rauhe Stimme fragte: „Wer ist da?“ „Peru," versetzte der junge Mann. Die Thüre wurde geöffnet und er trat ein. Er durchschritt einen kleinen, vollständig dunklen Corridor und trat in ein Zimmer, welches durch eine von der Decke herabhängende Petroleumlampe erleuchtet wurde. In der Mitte des von dichtem Tabaksqualm erfüllten Zimmer ssaßen mehrere Männer von abstoßendem heruntergekommenem Aussehen an einem Tische, auf dem eine riesige, aber bereits zur Hälfte geleerte Bowle mit Glühwein stand. „Aha, da bist Du ja, Peru,“ rief einer derselben mit ranher Trunkenboldstimme, als die Thüre sich hinter dem jungen Manne geschlossen hatte.„Wir haben gerade noch ein Glas für Dich übrig.“ Der Mann, welcher diesen sonderbaren Namen trug, trat langsam näher und schien keineswegs erstaunt über das seltsame Bild vor seinen Augen. „Seid Ihr Alle da?“ fragte er, während sein Blick über die Gruppe flog.„Ich sehe ja Sperling nicht!“ „Ach, kümmere Dich doch um den nicht, der schnüffel oft anderswo umher," versetzte ein Zweiter mit einem widerlichen Gesicht. Er trug einen schäbigen, sorgfältig zugeknöpften Ueberzieher, rothe Kravatte und eine seidene Mütze. Zwischen den schwarzen Zähnen hielt er eine erloschene Cigarre. Sein Spitzname war: Seidenspinner. „Du hast Dich ja so lange nicht sehen lassen, Peru?“ fuhr ein anderer mit vollständig glatt rassirtem Bulldoggengesicht fort, dessen von einer abgetragenen Blouse verhüllte Glieder eine ungeheure Körperkraft vermuthen ließen. „Du hast Recht, Ochs“, versetzte der junge Mann. indem er die Beine über einen Stuhl spreizte und sich mit den Ellenbogen auf die Lehne desselben stützte.„Es müssen mindestens acht Tage sein, daß ich Dein Schnapsgesicht nicht gesehen habe. Prosit, altes Haus!“ Indem seine mit perlgrauen Glacés bekleidete Hand eins der plumpen Gläser ergriff, stieß er mit dem neben ihm sitzenden Mann an und stürzte das schwärzliche, dampfende Getränk dann bis auf den letzten Tropfen „Du bist wohl stolz geworden, seitbem Du die seine Kluft(Kleider) trägst", versetzte ein dritter Gefährte, ei halbwüchsiger junger Mensch von kaum achrzehn Jahren. dessen kreischende Stimme schon von einem langen Dienst in der edlen Gaunerzunft zeugte.„Chic wie ein Ellenritter! Darf man auch anfassen?“ Und vorsichtig glitt er mit seiner schmutzigen, pfotenartigen Hand über den Aermel des jungen Mannes, während sein Gesicht bewundernde Grimassen schnitt. „Hat er Dich jemals gefragt, was Du mit Deinem Gelde machst, Ungeziefer?" fuhr Seidenspinner fort, während er dem jungen Burschen einen verächtlichen Blick zuwarf.„Er ist unser Meister und kann machen, was er will. Je besser seine Geschäfte gehen, desto besser ist es auch für uns.“ „Na, Ruhe jetzt!“ rief Peru, der, ohne auf die Sticheleien Frettchens zu achten, sich eine vorzügliche Havanna angezündet hatte.„Sperrt die Ohren auf! Ich hube eine„schwere Arbeit.“... 266. 45 Die vier Banditen rückten immer naher uno ihre Augen hingen in gespannter Erwartung an den Lippen „Komm doch beran, Wolf;“ nief Seidensotumer zu einem fünften Gefährten gewandt, der sich an dem Kachelofen wärmte. „Ich höre hier auch," versetzte Wolf, ohne den Kopf zu wenden.„Ich habe den ganzen Tag im Regen gestanden und muß meine Lumpen trocknen.“ „Also hört, um was es sich handelt,“ sagte Pern, indem er den Rauch seiner Cigarre behaglich vor sich her blies.„Im dritten Stock eines Hauses, das ich Euch später näher bezeichnen werde, wohnt ein alter Mann mit seiner Schwester. Es sieht ärmlich bei ihnen aus, aber sie sind reich; sie haben über zweihunderttausend Francs in Silber und Werthpapieren in ihrem Sekretär. Ihr wißt also, was Ihr zu thun habt. Ich habe alle nothwendigen Erkundigungen eingezogen und werde Dem, der die Sache übernimmt, sagen, wie er sich zu verhalten hat.“ „Nun gut, Schniegelfritz, so mach' die Loose zurecht.“ Der Bandit, welcher auf den Namen Schniegelfritz hörte, ein ehemaliger Winkeladvokat, zog ein schmutziges Notizbuch aus der Tasche und riß ein Blatt heraus. „Soll ich Dich auch mit aufschreiben, Meister?“ fragte er, indem er das Blatt in mehrere Theile zerlegte und einen lauernden Blick auf Peru richtete. „Dumme Frage! Wenn ich die Sache selbst machen wollte, so hätte ich doch auch nicht zu Euch zu kommen hrauchen.“(9 „Freilich, sonst wäre doch der ganze wewinn für ihn alet, bemerkte Seidensptnner.. Guschreiben= „Sperling brauchst Du auch nicht mit aufz. „Ich möchte nur wissen, wo der Schlingel steat, sugte Ochs,„man sieht ihn fast gar nicht mehr.“ „Er wird doch nicht etwa pfeifen?" rief Peru, während sein schwarzes Auge unheimlich funkelte.„Himmel und Hölle! Das Geschäft sollte er nicht lange treiben.“ „Ich werde ein bischen aufpassen,“ sagte Frettchen. Nachdem die Papierstückchen beschrieben und zusammengerollt waren, wurden sie in den eleganten Hut Peru's geworfen und dann eins nach dem andern entrollt und gelesen. Die Entscheidung sollte für Den ausfallen, dessen Name als Letzter aus dem Hute herWenn man die üngstliche Spamung saß, mit weicher Jeder die Ziehung verfolgte und die Enttäuschung, die sich in den Zügen Derer malte, deren Namen zuerst gein Sachen Fusar Volkszeitung nicht scheid des Herrn Fusangel nach di hiesigen Königlich letzteres geschehen Jedenfalls liegt h Aufklärung bedar fragt die„Rh.=W ministers ruhig i zichtet haben, sein zu suchen, um zum Besten seiner Herrn Baare zu! Ermessen verläng Handlungsweise ist freilich eine an * Dortmund, Festspiel.) des haben, gewinnt Interesse. Man artigen Erfolges, Zudrange von 9 Herrig'schen Lutt artiger und erheb die Aufführunger „Gustav Adolf" diesmal einen no von auswärts,! seltene Gelegenhei zu sehen, und n genossen Gustav hervorragende großen Zeitungen gefunden hat, in chen uen brüch den Wahrheit aus konfessionell Kunstgenuß zu ve wie bei der erstn Jena, so auch h wirkung zugesagt. Dortmund, Behandlung hier plötzlich das in der Augustast die der Knabe sie haben sollte. Es Kind das Opfer eigenen Vaters g Leiche angeordne arme Knabe eine getragen hatte, Riemen, an welc unmenschliche V gestern verhaftet + Böhle, 1 der vorigen We mehrfache Fälle ein, in Folge de Bathei dem hie mußten. 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Ztg., den Bescheid des Herrn Justizministers ruhig in der Tasche behalten und darauf verzichtet haben, sein„Recht" bei der hiesigen Strafkammer zu sucheu, um seinen angenehmen Aufenthalt in Vaals zum Besten seiner Gesundheit und„um freie Hand gegen Herrn Baare zu behalten“, nach seinem eigenen souveränen Ermessen verlängern zu können? Ob sich eine solche Handlungsweise für einen„Märtyrer des Rechts“ geziemt, ist freilich eine andere Frage. * Dortmund, 13. August.(Das Gustav AdolfFestspiel.) dessen Vorbereitungen bereits begonnen haben, gewinnt ein immer größeres und allgemeineres Interesse. Man erinnert sich hier noch gern des großartigen Erfolges, mit welchem vor 2 Jahren unter dem Zudrange von Nah und Fern die Aufführungen des Herrig'schen Luther=Festspieles stattfanden. Noch, groß; artiger und erhebender werden sich im nächsten Monut die Aufführungen des Devrient'schen Volksschauspieles „Gustav Adolf“ gestalten. Insbesondere erwartet man diesmal einen noch viel stärkeren Besuch des Festspieles von auswärts, da den Bewohnern unserer Proinz die seltene Gelegenheit geboten wird, den berühmten Devrient zu sehen, und noch dazu in der Rolle des Glaubensgenossen Gustav Adolf. Auch ist das Festspiel, dessen hervorragende dramatische Bedeutung in sämmtlichen großen Zeitungen Deutschlands die vollste Anerkennung gefunden hat, in Bezug auf die Ueberzeugungen Andersgläubiger so rücksichtsvoll. gehalten und mit der geschicht: zen Wahrheit so vollständig übereinstimmend, daß sich aus konfessionellen Grunden Niemand den erhebenden Kunstgenuß zu versagen braucht. Herr Dr. Devrient hat, wie bei der erstmaligen Aufführung seines Festspieles in Jena, so auch hier für fünf Aufführungen seine Mitwirkung zugesagt. Dortmund, 13. August.(Tod infolge roher Behandlung.) In der vergangenen Woche verstarb hier plötzlich das 6 Jahre alte Söhnchen eines Bergmanns in der Augustastraße, angeblich an Gehirnerschütterung, die der Knabe sich durch Fallen vom Stuhle zugezogen haben sollte. Es entstand jedoch das Gerucht, daß das Kind das Opfer einer rohen Behandlung Seitens des eigenen Vaters geworden sei, weshalb die Obduktion der Leiche angeordnet wurde. Dieselbe hat ergeben, daß der arme Knabe eine Zertrümmerung der Schädeldecke davongetragen hatte, hervorgerufen durch Schläge mit einem Riemen, an welchem ein Stück Eisen befestigt war. Der unmenschliche Vater, der Bergmann H. Meister, ist gestern verhaftet worden. + Böhle, 12. August.(Unterleiostyphus.) In der vorigen Woche traten hier und in der Umgegend mehrfache Fälle von Erkrankungen an Unterleibstyphus ein, in Folge dessen 3 Personen aus Flei und 1 aus Bathei dem hiesigen Krankenhause überwiesen werden mußten. Erfreulicherweise befinden sich dieselben auf dem Wege der Besserung. Einige andere Typhuskranke werden in ihren Familien ärztlich behandelt. Während bis jetzt die Krankheit im Allgemeinen gutartig verlaufen ist, hat dieselbe leider in einem Falle den Tod einer jungen Frau zur Folge gehabt. g6 Schwelm, 11. August.(Steuer=Ruckzaglung.) Die bei der Stadt gelegenen Harkortschen Bergwerke hatten an Kommunalsteuern für die letzten drei Jahre 20,916 M. bezahlt. Nachdem sich nun herausgestellt hat, daß dies bei Weitem zuviel gewesen, muß die Stadt 13.141 M. zurückzahlen, was gegenüber den städtischen Finanzen eben nicht sehr angenehm erscheint. Letmathe, 11. August.(Unglücksfall.) Dem vor Kurzem auf der hiesigen Zinkhütte vorgekommenen Unglücksfall, bei welchem ein Arbeiter auf der Halde in die glühende Asche stürzte und an den schweren Brandwunden starb, ist gestern Nachmittag leider ein ähnliches Unglück gefolgt. Der Zinkarbeiter A. Sch. war nämlich damit beschäftigt, die glühende Asche unter den Schmelzöfen in einem eisernen, mit einem Pferde bespannten Rollwagen fortzuschaffen, als plötzlich beim Drehen an einer Weiche der Wagen umschlug und der Mann mit der glühenden Masse überschüttet wurde. Auf das Wehgeschrei eilten sofort einige Arbeiter zur Hülfe herbei, denen es jedoch erst gelang, den Aermsten aus seiner schrecklichen Lage zu befreien, nachdem durch das Pferd der eiserne Wagen von dem Körper des Unglücklichen fortgezogen war. Die furchtbar schmerzhaften Brandwunden boten einen schrecklichen Anblick. Der sofort herbeigeeilte Arzt ließ den Schwerverletzten, nachdem er ihm die entsprechende Hülfe geleistet hatte, in das hiesige St. Marienhospital schaffen. Wie uns mitgetheilt wird, sind die Brandwunden des Sch., der allgemein als ein fleißiger und nüchterner Mann bekannt ist, so schwere, daß es noch höchst zweifelhaft ist, ob er am Leben erhalten bleiben wird.„„ * Iserlohn, 11. August.(Der Kaub eines Kindes,) der allerdings nur in der Phantasie der betreffenden„Gläubigen“ existirte, versetzte gestern Abend eine große Zahl von Menschen in Aufregung. Einer hiesigen Mutter, welche sich auf der Suche nach ihrem Töchterchen befand, wurde nämlich don einigen Kindern mitgetheilt, dasselbe sei von den in der Lehmkuhle lagernden„Zigeunern“ aufgefangen und mitgenommen worden, Anlaß genug für die geängstigte Mutter, die Kleinen zur Polizei zu fuhren und unter Anrufung der Aussage derselben polizeiliche Durchsuchung des„Zigeunerlagers" zu fordern. Angesichts der bestimmten Erklärung der kleinen Zeugen, welche sogar eine zutreffende Beschreibung der Kleidung des verschwundenen Kindes gaben, wurde ihr dieselbe natürlich gewährt und im Betsein einer großen Menschenmenge von einem Polizeibeamten der Wohnwagen der„Zigeuner" durchsucht, wie vorauszusehen war, allerdings ohne Erfolg. Einen ergotzlichen Eindruck auf die Menge machte es, als der Polizeibeamte die im Wagen anwesenden Kinder an der offenen Wagenthür der ängstlichen Mutter zeigte, eins nach dem andern, in langer Reihe, ohne daß sich das Gesuchte darunter befunden hätte. Sehr drastisch machte der in so schwerem Verdachte stehende Mann seinem Unwillen über diese Störung mit den Worten Luft:„Hab' den Wagen ohnehin voll Kinder, die nichts zu essen haben, wäre dumm, wenn ich noch eins zum Aushungern dazu stehlen wollte.“ * Arusberg, 12. August.(Diebesbande.) Unser Sauerland ist seit einiger Zeit leider das Operationsfeld einer Spitzbubenbande geworden. In der Nacht zum Sonntag ist in dem benachbarten Meschede in nicht weniger als 10 Häusern fast zu gleicher Zeit eingebrochen worden und es gelang den Einbrechern zum Theil ganz bedeutende Beute zu machen. In der darauffolgenden Nacht stattete die Bande der Postagentur in Nuttlar einen Besuch ab, wurde jedoch durch das Erwachen des Postagenten gestört, welcher auf die Einbrecher mehrere Flintenschüsse abfeuerte, welche von denselben erwidert wurden. Nicht unwahrscheinlich ist es, daß die in letzter Zeit hier verübten Einbruchsdiebstähle von derselben Bande berrühren.„.(5### Si. Ränte Siegen, 11. August.(Aogelehnt.) Die Königl. Regierung zu Arnsberg beabsichtigte in unserer Stadt eine Präparandenanstalt zu errichten. Das Angebot ist zurückgewiesen worden. * Wallenbrück, 11. August.(Mord.) Im benachbarten Hoyel mähten gestern Morgen zwei Arbeiter. L. machte dabei dem K., einem unzurechnungsfähigen Mann, Vorwürfe wegen seiner Arbeit, worauf letzterer den L. sogleich durch einen Stich mit der Sense tödtete. Elberfeld, 13. August.(Sehr erfreut) war heute früh ein Jünger Gutenbergs als er auf der Straße vier Werthpapiere fand, die einen Nennwerth von 800 Thalern hatten. Bei näherem Nachsehen stellte sich der Werth der Papiere als imaginärer heraus, da die Papiere als Aktien der längst nicht mehr bestehenden„Elberfelder Alizerinund Anilinfabrik“ deute außer Kurs gesetzt sind und nur noch einen historischen Werth besitzen. Elberfeld, 12. August.(Industrieritter.) Zwei lange gesuchte Industrieritter, die in vielen größeren Städten ihr Unwesen getrieben und von verschiedenen Seiten noch wegen aller möglichen Vergehen und Verbrechen gesucht werden, befinden sich zur Zeit im hiesigen Arresthause. Auf Anordnung der Kgl. Staatsanwaltschaft fand gestern Nachmittag bei einem hiesigen Photographen eine Aufnahme der beiden Gauner statt. Die Bilder derselben sollen an die verschiedenen Städte geschickt und dem Verbrecher=Album einverleibt werden. * Düsseldorf, 13. August.(Fernsprechsache.) Die hiesige Handelskammer beschloß in ihrer letzten Sitzung, die Errichtung eines Bezirksfernsprechnetzes mit dem Kohlengebiete und Düsseldorf als Mittelpunkt, in welches die benachbarten Kammerbezirke einbezogen werden sollen, zu beantragen, sofern eine genügende Anzahl von Theilnehmern sich zum Anschluß bereit erklärt. Jüchen, Kreis Grevenbroich, 12. Aug.(„Hüte Dich vor Schießgewehr!") Diese Mahnung kann nicht oft genug wiederholt werden. Am vergangenen Mittwoch wollten sich auf dem Schölenhof zwei Knechte zur Arbeit begeben. Vor der Thür trafen sie einen 13 jährigen Knaben aus Waal an, der mit einer Flobertbüchse hantirte. Einer der Knechte, Vater von zwei Kindern, ließ sich die Büchse geben, legte mit der obligaten Frage, ob er ihn erschießen solle, auf seinen etwa 70 Schritt entfernten Kameraden an, der Schuß ging los und traf die linke Brustseite, so daß der Tod sofort eintrat. Der unglückliche Thäter ist in Verzweiflung und stellte sich der Behörde sofort zur Verfügung. zogen wurden, so hätte man glauben können, es handle sich um eine seltene Gunst. Diese Gunst bestand darin, das Schaffot zu riskiren und zwei unglückliche alte Leute ausplündern zu dürfen. Allerdings war die Bande unter der Führung ihres gewandten Oberhauptes in letzter Zeit sehr vom Glück begünstigt gewesen. Sie hatte, fast unter den Augen der ohnmächtigen Polizei, so verwegene Einbrüche ausgeführt, daß jeder von ihnen ein fast unerschütterliches Vertrauen in seine Kraft und Gewandtheit setzte und darauf brannte, das Unternehmen auszuführen.(Fortsetzung folgt.) Kleine Mittheilungen. * Der kaiserliche Sonderzug ist wiederum durch zwei neue Wagen vermehrt worden, welche am Freitag aus den Breslauer Werkstätten in Potsdam eintrafen. Die Wagen, welche für die Bedienung des Kaisers, sowie für das umfangreiche Gepäck bestimmt sind, haben wie alle übrigen Hofwagen den blau weißen Anstrich und die Lünge der Salonwagen. Der kaiserliche Hofzug sieht nunmehr in allen seinen Wagen ganz gleichmäßig aus und besteht aus mehreren Salon=, einem Schlaf=, einem Speise=, einem Küchen=Wagen und den vorhin erwähnten neu eingetroffenen Wagen, welche am Freitag Abend in den um 11½ Uhr von Potsdam abgehenden Personenzug eingestellt wurden, um eine Probefahrt nach Holzminden zu machen. Eine traurige Hochzeit. Eine Vermählung unter seltenen und traurigen Verhältnissen war die des ehemaligen Unterlieutenants Righi. Keine frohen Gesichter, keine glückwünschenden Verwandten, keine Hochzeitstafel mit schmetternder Musik und kein blumengeschmückter Festsaal! In aller Stille, unter Schmerzen und Thränen vollzog sich der feierliche Akt, der ein treues Weib für ihr Leben lang mit dem Manne ihrer Wahl verband, in einem Gelaß des Justizgefängnisses zu Verona. Righi war kirchlich bereits mit seiner Gattin verbunden und hatte von ihr zwei Kinder. Wegen eines Unterschleifes von 43,000 Lire verlor er seine Stelle in der Militärverwaltung und wurde mit 14 Jahren Gefängniß bestraft. Aber die treue Gattin wollte nicht von ihm lassen, und so wurde vor der Ueberführung des Verurtheilten in die Strafanstalt die Ziviltrauung nachträglich vollzogen. Die Frau, die aus guter Familie stammt und durchaus ehrenhaft ist, hielt sich anfangs standhaft, als ober der Beamte ihr die Stelle des Gesetzesparagraphen vorlas, nach dem das Weib verpflichtet ist, dem Manne überallhin zu folgen, da brach sie in einen Strom von Thränen aus. Auch die vom Schicksal gehärteten GeMülfort, 11. August.(Ueber der Ermordung des Knaben von Ameln) schwebt noch immer geheimnißvolles Dunkel. Nach den neuesten Mittheilungen der Behörden ist ein ziemlich großer, stark gebauter Mann mit weißlich=rothem Kinnbart verdächtig. Derselbe trieb sich am 15. Juli um die Stunte des Mordes am Thatorte umher und war bekleidet mit einen abgetragenen Anzug von röthlicher Farbe und einem alten gelben Strohhut; anscheinend trug der Mann kein Hemd. Die Kgl. Staatsanwaltschaft zu Düsseldorf ersucht, noch diesem Manne zu forschen und denselben festzunehmen. * Köln, 13 Angust.(Wilddiebe.) Am Sonntag Morgen gegen 5 Uhr hat der königliche Förster Schorn von Köttingen in der Ville drei berüchtigte Wilddiebe aus Gleuel, von denen einer ein Gewehr trug, beim Wildern ertappt und nach Beschlagnahme des Gewehrs und der Patronen zur Anzeige gebracht. * Coblenz, 12. August.(Dr. Karl Snethlage.) der Präsident des Konsistoriums der Rheinprovinz, ist gestern Abend im Alter von 64 Jahren hierselbst gestorben. * Trier, 10. August.(Ein leichter Erdstoß) ist in vergangener Nacht, 10 Min. vor 2 Uhr, hier bemerkt worden. * Trier, 11. August.(Zur Rock=Wallfahrt) Für die Zeit der Ausstellung des„heil. Rockes“ ist der Bahnhof hier neu eingerichtet worden. Es sollen täglich 52 Extrazüge hier ein= und auslaufen. Man rechnet auf einen Besuch von circa vierzigtausend Pilgern täglich. * Trier, 13. Aug.(Die Anmeldungen zu der Wallfahrt nach Triet) nehmen mit jedem Tage größeren Umfang an. Neuerdings kommt aus Detroit, im Staate Michigan, Vereinigte Staaten von Nordamerika, die Nachricht, daß 5 Pilgerfahrten von New=York aus mit Dampfern der Niederländisch=Amerikanischen Dampfschifffahrts=Gesellschaft vorgesehen seien. * Frankfurt a. M., 11. August.(Ein peinlich gewissenhafter Gendarm) ist in einer benachborten Gemeinde stationirt. Derselbe ließ nämlich seine eigene Frau mit einem Strafzettel bedenken, weil sie einen Topf zum Fenster hinaus entleert hatte. Durch ein gleiches Strafmandat wurde der Bürgermeister des Ortes überrascht, weil derselbe eine halbe Stunde nach Feierabend in einer Wirthschaft verweilt hatte. * Mainz, 12. August.(Verurtheilung.) Das Militärgericht verurtheilte den Lieutenant Leydecker wegen eines Säbelangriffs auf den Architekten zwei Monaten Festung. Das Urtheil wurde heute den Offizieren der Garnison mitgetheilt. Der Verurtheilte hat sich zur Verbüßung der Strafe nach Coblenz begeben. * Kassel, 12. August.(Eine interessante Hochzeit) fand gestern hierselbst statt. Der zweite Sohn des regierenden Grafen von Waldeck=Pyrmont zu Bergheim (eine Nebenlinie des waldeckischen Fürstenhauses), welcher Jura studirt hat und gegenwärtig Referendar am hiesigen Landgericht ist, feierte gestern seine Vermählung mit einer hübschen Kasseler Bürgerstochter, Fräulein von Jäckel. Die liebreizende Braut ist eine Tochter des verstorbenen Rittergutsgesitzers, der vor einigen Jahren in den Adelstand erboben wurde und der vor etwa Jahresfrist bei einem badischen Rennen so jäh durch einen Sturz ums Leben gekommene Lieutenant v. Jäckel in Kurlsruhe war ein Bruder der Braut. Der junge Graf folgte der Neigung seines Herzens und erhielt dazu die väterliche Einwilligung. Die Trauung fand in prunkvoller Weise gestern in der hiesigen lutherischen Kirche statt. Am Polterabend nahmen außer den gräflichen Anverwandten der Fürst v. Wittgenstein=Berleburg, der Oberpräsident Staatsminister Graf Eulenburg, Oberlandesgerichtspräsident Eccius und sonstige Spitzen der Behörden Theil. fängnißbeamten, die an den Anblick des Elends gewohnt sind, konnten sich der Rührung nicht erwehren. * Der größte Esel von Felixstowe. Zu den Hauptvergnügungen der jungen deutschen Prinzen in Felixstowe gehörte außer dem Graben im Sande das Reiten auf Eseln. Der etwas ältliche Verleiher dieser nützlichen Thiere begleitete aber seine prinzlichen Kunden nur auf ihrem ersten Ausritte. Sie sausten ihm etwas zu rasch einher und er ließ sich deshalb später von einem Jungen vertreten, der bald ein Günstling der Prinzen wurde, deren Kaiserliche Mutter seine dürftige und mangelhafte Garderobe durch einen neuen Anzug ersetzen ließ und ihn sogar aufgefordert yaben soll, mit nach Deutschland zu gehen. Dieses freundliche Angebot leynte er aber nach längerer Ueberlegung ab und wird nun von seinen Genossen als der„größte Esel in Felixstowe“ angesehen. * Das Fremdenbuch im Lamm des kleinen Kurortes Zavelstein im Schwarzwald weist, wie dem„B. T.“ mitgetheilt wird, u. a. folgendes Intermezzo auf: Ein Frättlein hat das Mahnwort niedergeschrieben: Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, Der bleibt ein Narr sein Leben lang. Marie Schmid. Darunter steht in kräftigen, verheißungsvollen Zügen: Dir kann geholfen werden von Franz Maier stud. jur. Erlangen. * 400 junge Rebhühner wurden auf Dominium Mokrau bei Zülz im Juni und Juli d. J. durch zahme Hühner ausgebrutet. Sie wurden dadurch zusammengebracht, daß den Feldarbeitern für jedes aufgefundene, der Zerstörung nicht anheimgefallene Gelege 25 Pfg. Belohnung gewährt wurden. Die gefundenen Eier wurden dann Haushühnern zum Ausbrüten unterlegt. * Zwei große Unglücksfälle werden aus New=York gemeldet: In der Stadt Champlain im Staate NewYork stand am Dienstag auf dem Bahnhof der Odgensburg und Lake Champlan=Eisenbahn ein Vergnugungs= zug aus New=York, in welchem sich die Zöglinge einer Sonntagsschule, ihre Eltern und Freunde befanden, und wartete auf einen zweiten Zug, welchem er angeschlossen werden sollte, als derselbe plötzlich auf demselben Geleise ankam und in den Vergnügungszug hineinfuhr. Vier Personen wurden getödtet und zwanzig andere verwundet, mehrere davon lebensgefährlich.— Ein Vergnügungsdampfer mit 800 Passagieren prallte bei Longisland in Foige eines plötzlichen Windstoßes an die Brücke an, zahlreiche Personen begrabend, wovon 14 todt sind. * Eine 3 Zoll dicke Ader von gediegenem Silber ist bei Carivon in Colorado(Nordamerika) entdeckt worden. Sollte sich die Ader weit ausbreiten, so würde diese Silbergrube an Reichthum selbst die Nevadas übertreffen. Verhandlungen der Strafkammer zu Hagen vom 12. August 1891. 1. Wegen gemeinschaftlicher qual. Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeuges hatten sich der Schlosser H. B. und der Fabrikarbeiter H. W., beide aus Witten, zu verantworten. Der Hintergrund der blutigen Affaire ist, wie meistentheils bei solchen, schnapsdurchduftet. Am 18. Juni d. J. waren die Angeklagten mit anderen jungen Leuten in einer Wirthschaft in Witten, in der tapfer gezecht wurde. Als man das Lokal verließ, war ein gewisser M. so schwer betrunken, daß er kaum gehen konnte und wirklich von den Anderen eine Strecke getragen wurde. Der Bergmann P., ein Freund des M., wollte den Betrunkenen nach Hause bringen, welches Vorhaben Andere wieder nicht billigten, kurz, es gab Streit, den jedoch P. durch seine Grobheit provozirte. Er soll auch ein Messer in der Hand gehabt haben, er meint jedoch, es sei nur ein Schlüssel gewesen. Während der üblichen„Frasselei" erhielt nun P. mehrere Stiche; als er zu Boden taumelte, besaß der Angeklagte B. die Royheit, dem Wehrlosen noch einige Messerstiche zu versetzen. P. hatte zwei gefährliche Verletzungen an Arm und an der Lunge, außerdem noch einige Stiche ungefährlicherer Natur und er ist 4 Wochen arbeitsunfähig gewesen, woher er noch eine Geldbuße beontragt hat. Der Herr Staatsonvalt beantragt gegen B. 3 Jahre, gegen W. 3 Wochen Gefängniß. Letzterer wurde freigesprochen, da sich in der Beweisaufnahme herausgestellt hatte, daß er zwar an der ganzen blutigen Affaire betheiligt gewesen, jedoch anscheinend mehr in abwehrender als angreifender Weise. B. erhielt mit Rücksicht auf die große bewiesene Royheit 1 Jahr 6 Monate Gefängniß und muß außerdem an den Verletzten 104 Mark Die im jugendlichen Alter stehenden Fahrikarbeiter N., Sch. und F. aus Iserlohn hatten sich wegen eines am 28. Juni d. J. zu Iserlohn begangenen Sittlichkeits Vergehens zu verantworten. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Der Hauptthäter Sch. wurde zu 9 Monaten Gefängniß verurtheilt, N. wegen Beihulfe zu der That und wegen einer außerdem verülten Körperverletzung zu 15 Tagen und F. zu 2 Tagen Gefängniß, welche letztere beiden Strafen durch die erlittene Untersuchungshaft als schon verbüßt erachtet wurden., kum in 64-. 8 G 3. Etwas sehr übermuthig verrügen sich am 16. Juli d. J. die Gebrüder Hu. und H. O. zu Heven. Beide sind Bergarbeiter und benutzten die Niederlegung der Arbeit anf Zeche Königsgrube, um sich gehörig zu betrinken. In diesem Zustande wanderten sie zu dem Postagenten in Heven, legten ihm ihre Invaliden=Marken=Quittung vor und verlangten, er möge ihnen die fehlenden 6 Marken in jede Karte einkleben. Aber als der Postagent Zahlung verlangte, erklärten sie, sie hätten kein Geld und er soll: sich das Geld von ihrem rückständigen Lohne holen. Da die Leute erheblichen Skandal machten und trotz wiederholter Aufforderung, das Lokal zu verlassen, nicht eher gehen wollten, als bis ihr Verlangen erfüllt sei, mußte schließlich der Postagent dem willfahren. Die hierbei verauslagten 3 M. 60 Pfg. hat er nicht wiedergeseben. Die Angeklagten waren geständig und wurden zu je 2 Monaten Gefängniß verurtheilt.,. 4. Der fahrlässigen Brandstiftung var sich der Tagelöhner B. S. ans Rauerholz bei Menden schuldig gemacht. Wie er bereits früher gethan, hat er am 27. April dieses Jahres nahe an dee Waldung des Herrn v. Dücker ein Feuer angemacht, das den Wald ergriff und für 200 Mark Waldbestand in Asche legte. Der Angeklagte war geständig und wurde zu 30 M. Geldstrafe, ev. 6 Tagen Gerängnuiß verurthell.„ g 11g Gierisagm vaut. 6. 5. Der Bahnwärter F. L. aus Isertoon halte sich wegen fahrlässiger Gefährdung eines Eisendahntransportes zu verantworten. Am 18. April d. J., Abends um ½9 Uhr, sollte der Personenzug 321 im Iserlohner Bahnhof einlaufen und zwar mußte der Zug auf das erste Geleise gelassen werden. Für die richtige Weichenstellung hatte der Angeklagte zu sorgen, der einen ca. 40 Meter von der Weichenzunge entfernten Stellapparat zu bedienen hatte. An diesem Apparat mußte der Angeklagte, je nachdem der Zug in das 1. oder 2. Geleise gehörte, verschiedene Drehungen vornehmen. Er behauptet nun, er habe die richtige Drehung, nachdem der Rangirzug den Bahnhof verlassen, vorgenommen und die Weiche auf das erste Geleise gestellt und der Anzeiger am Stellapparat, der die richtige Weichenstellung kontrollirt, habe auch auf das erste Geleise gewiesen. Auch der als Zeuge vernommene Stationsvorsteher bekundete, daß er noch acht Minuten vor Ankunft des Zuges mit seiner Laterne den Stellappargt beleuchtet und gefunden habe, daß die Weiche richtig für das erste Geleise gestanden habe. Nichtsdestoweniger hat der Lokomotivführer des einfahrenden Zuges bei der Einfahrt bemerkt, daß die Weichenzunge fur das zweite Geleise gestellt war, und da er wußte, daß in diesem Geleise Wagen standen und er überhaupt gewöhnt war, ins erste Geleise einzufahren, fuhr er langsam. Plötzlich gab es eine ziemlich heftige Erschütterung, der Lokomotivführer gab Bremssignal, ließ die Ueberleitungsbremse wirken und brachte den Zug zum Stehen. Wähend die Maschme über die Weichenzunge hinweg in das zweite Gereise gefahren war, waren 2 Personenwagen hinter der Maschtne entgleist. Bei näherem Zusehen stellte es sich heraus, daß jetzt die Weichenzunge für das erste Geleise gestellt war. Wenn somit der Stellapparat nicht etwa schlecht functionirte, sodaß der Anzeiger an dem Apparat die richtige Stellung markirte, während in Wirklichkeit die Weichenzunge nicht richtig stand, so blieb nur die Möglichkeit übrig, daß der Angeklugte die Weiche fälschlich aufs 2. Geleise gestellt, sich aber beim Einlaufen des Zuges des gemachten Fehlers erinnert und nun schnell die Umstellung bewirkt hat; dadurch konnte die Lokomotive noch richtig auf das zweite Geleise gelangen ohne zu entgleisen, während die nachfo'genden Wagen bereits von der Umstellung erreicht wurden und nun entgleisen mußten. Der Angeklagte suchte nachzuweisen, daß auch in einem anderen Falle die Weiche nicht ganz sicher functionirt hatte; der Fehler war aber so geringfügiger Art, daß er keine Betriebsstörung veranlaßt hatte. Der Herr Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten 6 Wochen Gefängniß, während die Vertheidigung, indem sie die Möglichkeit eines Nichtfunctionirens der Weiche nicht für ausgeschlossen erachtete, für FreiGesengnie Das Urthell lautete auf 1 Monat 6. Wegen Diehstahls im wiederholten Rückfalle hat sich der Arbeiter J. K. aus Witten zu verantworten. Der Angeklagte soll als rückfälliger Dieb einer Frau einen Kittel gestohlen haben. Da er sich zu einem Geständiß nicht bequemen wollte, er vielmehr den Kittel angeblich nur geborgt hatte, mußte die Sache behufs Ladung von Zeugen vertagt werden. 7. Das Schöffengericht zu Iserlohn hat den Fabrikarbeiter F. St. aus Deilinghofen wegen Forstdiebstahls zu 30 M. Geldstrafe verurtheilt, wogegen Angeklagter Berufung eingelegt bat. Er behauptete, er sei nicht der Thäter gewesen, allein es wurde festgestellt, daß sich vor seinem Hause eine Hainbuche vorfand, die genau zu dem Stumpfe im nahen Walde paßte, und daß sich genau von diesem Stumpfe aus bis zur Wohnung des Angeklagten eine Spur hinzog, anf welcher der Stamm geschleift war. Die Berufung des Angeklagten wurde verworfen. * Ein Druckheft, das zum Gegenstande Enthülungen über das Differenzspiel und das Treiben an der Getreidebörse haben wird, soll demnächst erscheinen. Eine Fülle Material soll den Autoren zur Verfügung stehen, sie bitten aber alle Geschädigten aus Stadt und Land sich sofort zu melden, da nicht ausgeschlossen ist, daß durch ein gemeinsames Vorgehen die Regierung veranlaßt wird zu deren Gunsten einzutreten. Zur Beruhigung theilen sie den sich Meldenden mit, daß ihre Namen nicht veröffentlicht werden. Schriftliche oder mündliche Angaben werden entgegengenommen Vormittags von 8—10 Uhr von W. Pickenoach. Mitglied des Reichatags, Berlin N., Blumenstraße 820, und W. Beyenbach, Berlin N., Grünthalerstraße 64 I. * Verhaftung eines Verbrecherpaares. Die Polizei verhaftete am Dienstag in Wien ein Ehepaar Namens Schneider, das beschuldigt wird, stellenlose Dienstboten durch Vorspiegelung eines Dienstbotenplatzes an sich gelockt, dann beraubt und theilweise auch durch Ermordung beseitigt zu haben. Ein kürzlich in einem nahen Waldeausgefundener Leichnam eines Mädchens gab Anlaß zu Nachforschungen und zur Ausspürung des mörderischen Paares, bei dem mehrere Dienstbotenbücher vorgefunden wurden. Landwirthschaftliches. Ernte=Aussichten. Die vom Königl. Statistischen Bureau zusammengestellten Ernte=Aussichten Ende Juli 1891 sind für Westfalen und die Rheinprovinz folgende: Reg.=Bez. Arnsberg: Winterweizen 75 Proz. einer Mittelernte, Winterroggen 74, Sommergerste 94. Hafer 105, Erbsen 95, Kartoffeln 87, Raps und Rübsen 69, Kleeheu 87, Wiesenheu 86. Reg.=Bez. Münster: Winterweizen 72, WinterRoggen 80, Sommergerste 94, Hafer 104, Erbsen 100, Kartoffeln 90, Raps und Rübsen 72, Kleehen 104, WiesenHeu 81. Reg.=Bez. Minden: Winterweizen 90 WinterRoggen 75. Sommergerste 97, Hafer 106, Erbsen 92, Kartoffeln 94, Raps und Rübsen 68, Kleeheu 80, Wiesen86 8 g ee un Reg.=Bez. Dusterdorf: Winterweizen 76. WinterRoggen 83. Sommergerste 101, Hafer 111, Erbsen 101, Kartoffeln 100, Kleehen 92, Wiesenheu 92. Reg.=Bez. Köln: Winterweizen 78, Winterroggen 78, Sommergerste 100, Hafer 106, Erbsen 96, Kartoffeln 99, Kleebeu 87. Wiesenheu 92. Reg.=Bez. Coblenz: Winterweizen 60, WinterRoggen 65. Sommergerste 105, Hafer 109, Erbsen 91, Kartoffeln 92, Raxs und Rübsen 45, Kleeheu 88, WiesenHeu 88. Reg.=Bez. Trier: Winterweizen 64, Winterroggen 78. Sommergerste 102, Hafer 112, Erdsen 97, Kartoffeln 97. Raps und Rüvsen 60, Hopfen 100, Kleehen 91. Wiesenheu 85. Reg.=Bez. Bachen: Winterweizen 71, Winterroggen 77, Sommergerste 102. Hafer 112, Erbsen 100, Kartoffeln 104, Kleeben 88. Wiesenben 96. Markt- und Coursberichte. Berlin, 13. Aug., 2½ N. Fruchtbörse. Weizen Aug. 226,00, Sept.=Okt. 223.75, Okt.=Nov. 222,00, Nov.= Dez. 220,00 M. Gek. 0000 Centner. Roggen Aug. 238.50, Sept.=Okt. 227.50, Okt.=Nov. 225,00, Nov.=Dez. 222.50 M. Gek. 0000 Centner. Hafer Aug. 165 25, Sept=Okt. 155.00, Okt.=Nov. 15300 M. Gek. 0000 Ctr. Rüböl vorr. mit Faß 63.50, ohne Faß 62.60, Aug. 63.50, Sept.=Okt. 63.00, April=Mai 62.90 M. Gek. 0000 Centner. Spiritus 70er vorr. 54,00, Aug. 54.70, Sept.=Okt.= 49.60, Okt.=Nov. 49.40. Nov.=Dez. 48.70 M. 50er vorr. 00.00 M. Gek. 170,000 Liter. Petroleum vorr. 23.10 M. Roggenmehl 0/1 Aug. 32.50, Sept.=Okt. 31.45 M.„ Bremon, 13. Aug. Gerroleum schwächer, vorrätig 6.10. Antwerpen, 13. Aug. Petroleum vorr. 15% Sept. 15¼, Sept.=Dez. 16. Jan.=März 16½ fr. Glasgow, 12. Aug. Warrants 478 Sd. ½ 1— Bekanntmachung. Der Landwirth Wilhelm Beckmann gen. Schmidt zu Heven, welcher auf Grund der stattgehabten Wahl als Schiedsmann für den Schiedsmannsbezirk Heven gewählt und der Wirth Wilh. Wohlfahrt zu Heven, welcher zu seinem Stellvertreter bestellt, sind nach erfolgter Bestätiguug durch das Präsidium des Königlichen Landgerichts zu Hagen, von uns eidlich verpflichtet worden. Witten, den 11. August 1891. Könisliches Amtsgericht Meine 2 sasser=Kur Kirchliche Nachrichten. Witten: Sonntag Morgen 8½ Uhr: Sup. Königz, 10½ Uhr: (Abendmahlsfeier mit den Neukonfirmierten), Parr. Kellermann. Nachmittags 2 Uhr: Kindergotiesdienst. 3/4 Uhr: Bibelstunde im Vereinsbause. 6 Uhr: Lituraischer,„Gottesdienst, Past. Kellermann. Freitag Abend 8 Uhr: Vorvereitung der Helfer und Helferinnen im Küstereisaale. Samstag, 15. August, Nachm. 4 Uhr: Beichte, Pastor . Sonntag morgen 10 Uhr: Past. Brasse. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Mittwoch, den 19. Aug., Nachm. 5 Uhr: Bibelstunde im Pflegehause.. g.4, 10 vhr: Laugendreer: Sonntag morgen 8½ Uhr: Beichre, 10 uhr: bl. Abendmahl, Past. Landgrebe, Koll. f. d. Bau eines evang. Vereinshauses zu Langendreer. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Mittwoch 8½ Uhr: Bibelstunde. Freitag 5 Uhr: Vorbereitung für d. Helferinnen bei Past. Landgrebe. Herbede. Sonntag 9 Uhr: Pastor Kienecker. Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst. Nachm. 3 Uhr Bibelstunde in der Schule zu Wannen, Pastor van Hoefen. von Sebastian Kneipp 31. Auflage. Mk. 2.60. Vorräthig bei B. Koetzold& Co. Altkatholische Gemeinde Witten. Sonntag fällt hier der Gottesdienst aus. Junge fette Gäuse 0,60 M. d. Pfd Graue Bettfedern 1,30„ Gute kräftige Gänsefedern 2.00„ „ Hälbdaunen 2.50„ kxtra prima Halbdaunen 3.00„ Prima Daunen 3.50„„„ ersende in doppelt gereinigter, taubfreier Waare frko. gegen Nachn. Nicht conv. F. u. Daunen nehme frko zurück. Proben versende franko. A. A. Ursell, Attendorn i. West. 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Zur Theilnahme ladet ergebenst ein Die Kirchbau=Commission. SPAARR Marienburger Pferde=Lotterie Ziehung 16. Septbr. Loose à 1 M. Berliner Kunstausst.=Lotterie Ziehung 23. Oktober Loose à 1 M. Weimar=Lotterie Ziehung 13. Dezbr. Loose à 1 M. Frankfurter Ziehung 30. Septbr., à Loos 3 Mk. Hermann Lücke's Restaurant IV. Geld-Lotterie „Zum Deutschen Reich“ 6 Zu haben bei: Koetzold& Co., Eleg. geb. 4 M. 50 Pf. vorräthig bei B. Koetzold& Buch= und Papierhandlung, Witten. Zu beziehen durch jede Buchhandlung ist die preisgekrönte in 25. Auflage erschienene Schrift des Med.-Rath Dr. Müller über das (leiven- und S. Freizusendung unter“ Corvert Freizusendung unter“ Couvert für 1 Mark in Briefmarken. Eduard Bendt, Braunschweig. 80 Pschalich iit grche Ghentan schangen. deutsch gestempelte Staats=Loose. te Ziehung 15. Aug. 1°91. Nächste Eühags 15. Haupttreffer appr. in Frcs. 3X600,000, 10X 300,000 2X200,000 160,000 150,000 100,000, 60,000, 50,000 45,000 40,000 30,000 25,000 20,000 2c.— Monatl. Einz. 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