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Im Deutschen Reiche wird die Reichstagsersatzwahl in Kassel viel besprochen, durch welche eine Stichwahl zwischen dem nationalliberalen und sozialdemokratischen Kandidaten erforderlich geworden und die Entscheidung in die Hände der Antisemiten gelegt worden ist. Im sozialdemokratischen Lager ist der Kampf unter den verschiedenen Richtungen auch in der letzten Woche fortgesetzt worden. Die Berliner Radikalen, welche von dem Abg. Bebel in öffentlichen Versammlungen aus dem Felde geschlagen worden sind, haben sich dadurch gerächt, daß sie ein Flugblatt durch die Reichshauptstadt verbreitet haben, in welchem die sozialdemokratische Reichstagsfraktion mit den gröbsten Schmähungen überhäuft und mit Revolution und anderen ähnlichen Worten nur so um sich geworfen wird. Der innere Zwiespalt unter den„Genossen" wird allem Anschein nach also nicht so schnell verschwinden, als es die bisherigen Leiter der Bewegung gehofft haben. Die Wiederbesetzung der erledigten Oberpräsidentenstellen in Preußen ist durch den Kaiser vollzogen worden: Der frühere Kultusminister von Goßler ist zum Oberpräsidenten in Danzig und der bekannte konservative Abgeordnete Graf Stolberg= Wernigerode zum Oberpräsidenten in Königsberg ernannt worden. Der Letztere hat sich stets in hervorragendem Maße mit den wirthschaftlichen Verhältnissen des Ostens beschäftigt, und darum ist auch wohl die Ernennung erfolgt. Von der Nordlandreise unseres Kaisers kommen die besten Nachrichten. Der Kaiser ist gesund und munter, hat mit seiner Begleitung das Nordkap besucht und wendet sich nun den nordischen Inseln zu. Die Kaiserin ist mit ihren fünf ältesten Söhnen in Felixstowe geblieben und erfreut sich dort des besten Wohlbefindens. Die Rückkehr der kaiserlichen Familie nach Deutschland erfolgt um die Augustmitte. Fürst Bismarck ist zum Kurgebrauch in Kissingen angekommen und dort, wie auf der Reise dahin, begeistert begrüßt worden. Aus Oesterreich ist zu berichten, daß die Erneuerung des Dreibundes noch einmal der Gegenstand einer parlamentarischen Verhandlung gewesen ist. Der ungarische Ministerpräsident Graf Szapary hat über dieselbe im Pester Reichstage eine Erklärung abgegeben, die mit lautem Beifall begrüßt worden ist. Er konstatirte, daß das deutsch=österreichische Bündniß von beiden Seiten treu gehalten worden, daß Italien nach seinem Zutritt dieselbe Stellung beobachtet und auch bereitwillig der Verlängerung des so geschaffenen Dreibundes zugestimmt hat. Etwas Neues bieten diese Worte gerade nicht, bekräftigen aber doch erfreuliche Thatsachen. In sehr vornehmer Weise hat die öfterreichische Marine den fünfundzwanzigjährigen Gedenktag an die Seeschlacht bei Lissa, in welcher die italienische Flotte von der österreichischen unter Admiral Tegethoff geschlagen wurde, begangen. Es wurde in den Tischreden nur der Tapferkeit der italienischen Flotte gedacht, in welcher bie Besatzungen mehrerer Schiffe in jener Schlacht lieber mit ihren Fahrzeugen untergingen, als daß sie sich ergaben. In Prag giebt es jetzt fortwährend deutschfeindliche Kundgebungen auf offener Straße, welchen die hohe Polizei ganz gemüthlich zuschaut. Ist keine passende Gelegenheit zu solchen Demonstrationen vorhanden so wird die Ursache bei den Haaren herbeigezogen. Am kaiserlichen Hofe hat dies Treiben einen außerordentlich peinlichen Eindruck gemacht, es soll außerordentlich fraglich geworden sein, ob Kaiser Franz Joseph einmal die Böhmische Landesausstellung in Prag besuchen wird. Aus Italien sind interessante Thatsachen nicht zu vermelden. Der Kronprinz Viktor Emanuel hat incognito eine Sommerreise nach England angetreten und ist dort sehr liebenswürdig empfangen worden. Eine politische Bedeutung hat dieser Ausflug des jungen Kronprinzen selbstverständlich nicht. Die italienische Militärverwaltung ist jetzt bei der Arbeit, den zahlreichen französischen Ueberläufern das Handwerk zu legen, welche deshalb nach Italien desertiren, nur um die dortigen Grenzbefestigungen auszukundschaften. Alle französischen Deserteure werden deshalb ohne Weiteres per Schub über die Grenze nach der Schweiz gebracht, von wo sie hinlaufen können, wohin sie wollen, nur nicht zurück. Mit Ach und Krach und nach vielem Halloh ist die Session der französischen DeputirtenLammer geschlossen worden. Den Versuch der „evutungistischen Abgeordneten, Skandal anzufangen, verbunden mit dem für Witten und Amgegend. weil einigen berufsmäßigen deutschfeindlichen Hetzern das Paßvisum für Elsaß=Lothringen verweigert worden, hat bekanntlich die Regierung mit ungewöhnlicher Energie vereitelt. Aber die Boulangisten können sich nicht sobald zufrieden geben, und so werden sie denn am letzten Tage dieser Woche eine große Protestversammlung gegen den deutschen Paßzwang veranstalten, in welcher sie unter sich sind und reden können, so viel sie wollen. Darum bekümmern wird sich kaum Jemand. Aber die Deputirtenkammer war auch sonst in verdrießlicher Stimmung und ärgerte den Ministerpräsidenten Freycinet durch Ablehnung einer kleinen Forderung, für welche dieser persönlich eintrat. Mit Mühe wurde der leitende Staatsmann, der ja immer noch einer der besonnensten und ruhigsten Franzosen ist, davon abgehalten, seine Entlassung zu nehmen. Zu allerletzt bewilligte die Kammer dann noch den neuen Zolltarif und trollte sich alsdann nach Hause. Unmittelbar hierauf brach ein Streik der Beamten und Arbeiter der großen französischen Eisenbahnen aus, und die Dinge schienen einen recht ernsten Verlauf nehmen zu wollen. Da aber sofort Militär zur Besetzung der Bahnstrecken und zur Ausübung des Fahrdienstes herangezogen wurde, besannen sich die Streikenden denn doch und die eingeleiteten Verhandlungen führten zu einem guten Adschluß. Aus England liegt nichts von Belang vor. Jung=Alexander von Serbien hat soeben seine Reise zum Besuch des großen Alexander in Petersburg angetreten. Der Regent Ristics und der Ministerpräsident Pasics begleiten den Königsknaben, der zweifellos lieber noch mit seinen Altersgenossen sich umhertummelte, auf dieser dornenvollen Reise. Die Panslavisten in Rußland und Serchien versprechen sich von dieser Reise alles Mögliche, aber die Verhältnisse sorgen allein schon dafür, daß nicht die Bäume in den Himmel wachsen. Nach dem Czaren wird der kleine König sich auch dem österreichischen Kaiser vorstellen, womit schon bewiesen wird, daß die Herren in Belgrad nicht Alles so ohne weiteres durchführen können, was sie vielleicht möchten. In Odessa, der ersten russischen Stadt, welche König Alexander betrat, wurde ihm von den Behörden und der Bevölkerung ein sehr festlicher Empfang bereitet. Zum Ende gekommen ist nun auch die vielbesprochene Liebesgeschichte zwischen dem Kronprinzen Ferdinand von Rumänien und Fräulein Vacarescu. Der junge Prinz hat endgültig auf diese Verbindung verzichtet. „Man muß die Feste feiern, wie sie fallen," so denkt auch die deutschfeindliche Panslavistenpartei in Rußland und bemüht sich, zu Ehren der bevorstehenden Ankunft des französischen Geschwaders in Kronstadt das Unterste zu oberst zu kehren. Kaiser Alexander zeigt keinerlei Interesse für dieses Ereigniß, und so werden denn die Lorbeeren für den in Aussicht stehenden geräuschvollen Empfang lediglich den Panslavisten zufallen. Die Pariser Blätter berauschen sich schon im Voraus in den Empfangskundgebungen und erblicken in dem Flottenbesuch ein politisches Ereigniß, welches die englische Reise des Deutschen Kaisers an Wichtigkeit noch erheblich übertrifft. Es ist überflüssig, darüber auch nur ein Wort zu verlieren. Wenn wir einige wenige Monate weiter sind, werden die Herren an der Seine von selbst erkennen, daß sie sich wieder einmal— wie so aft schon— geirrt haben. Der chilenische Bürgerkrieg in SüdAmerika scheint jetzt in einen etwas flotteren Gang gerathen zu sein, denn. aus den letzten Tagen werden wiederholte Gefechte gemeldet. Natürlich will immer noch jede Partei Siegerin gewesen sein. Auch in Argentinien hat es neue Unruhen gegeben, die blutig unterdrückt werden mußten, sowie in einzelnen Landestheilen Süd=Chinas, über die aber bis jetzt keine näheren zuverlässigen Nachrichten vorliegen. ++ Der französische Flottenbesuch in Kronstadt. Die Kronstädter Empfangsfeierlichkeiten zu Ehren des französischen Geschwaders nehmen in der jetzigen ereignißarmen Jahreszeit dus allgemeine Augenmerk ungleich mehr in Anspruch, als es sonst wohl der Fall gewesen wäre. Der in den höheren russischen Gesellschaftskreisen stark im Schwange gehende Franzosenkultus benutzt den Anlaß zur Inszenirung einer epochemachenden Kundgebung, welche dem doppelten Zwecke dient, das französische Flottenpersonal mit überwältigenden Eindrücken von der Größe der russischen Macht zu erfüllen, und nebenbei den Führern des Panrussenthums ein erhöhtes Relief in den Augen des eigenen Volkes zu verleihen. Aus diesem Grunde wird von den chanuvinistischen Preßorganen St. Petersburgs und Moskaus dem Austausche der üblichen Höflichkeitsbezeugungen zwischen dem russischen und französischen Flottenpersonal eine in der Sache selbst nicht nothwendig begründete Tragweite tendenziös beigemessen. Noch weiter gehen selbstverständlich die Pariser Boulevardsblätter, welche Schulter an Schulter mit ihren russischen Kollegen im Geiste bereits die Welt erobern. Aus jeder den Kronstädter Festlichkeiten gewidmeten Begrüßungszeile der wahlverwandten französisch=russischen Publizistik spricht die Genugtbuung darüber, daß man den moralischen Eroberungszügen Kaiser Wilhelms in Holland und England etwas halbwegs Annäherndes an die Seite zu stellen hat. Nur hinsichtlich der Ausbeulung der in Kronstadt zwischen der französischen und russischen Morine gewechselten Händedrucke scheint man an Newa und Seine noch einigermaßen getheilter Meinung zu sein. Den Pariser Anschauungen nach müssen es sich die Russen zur hohen Ehre rechnen, das französische Geschwader in Kronstadt begrüßen zu dürfen, während der langathmigen Franzosenverhimmlungen in den russischen Blättern kurzer Sinn in dem Satze gipfelt, daß Rußland an Frankreich einen willigen Handlanger seiner eigenen Interessenpolitik erworben zu haben wähn:. In der willkürlichen Kommentirung der Kronstädter Flottenverbrüderung haben die den Bestrebungen des mitteleuropäischen Dreibundes grundsätzlich abholden Elemente der internationalen Tagespolitik ein umso freieres Feld, als die uffizielle russische Politik mit geradezu peinlicher Sorgsamkeit sich bedacht zeigt, eine formell einwandsfreie und auch sachlich streng korrekte Haltung zu wahren. Ihrer wahren Natur nach sind denn auch die Kronstädter Flottenfeste lediglich dekorative Akte der internationalen Höflichkeit, nicht aber der internationalen Politik. * Berlin, 24. Juli. Die preußische Staatseisenbahnverwaltung erläßt folgende Mittheilung: Nachdem die Staatseisenbahnverwaltung schon seit einigen Jahren von einer allgemeinen Abkürzung der Fristen für die Be= und Entladung der Wagen auf den Freiladegeleisen, wie sie früher in jedem Jahre einzutreten pflegte, abgesehen hat, sind die Königlichen Eisenbahndirektionen nunmehr ermächtigt worden, auch von der bisher in jedem Jahre am 15. September eingeführten allgemeinen Herabsetzung der Ladefristen für Lagerplatzpächter und Anschlußinhaber auf sechs Stunden versuchsweise Abstand zu nehmen. Soweit für die Rückgabe der Wagen von Anschlußgeleisen ein für allemal bestimmte Fristen noch nicht festgesetzt sind, soll dies unter Berücksichtigung der den Betriebsverhältnissen anzupassenden Bedingungszeiten und der sonstigen Verhältnisse des Anschlusses in auskömmlicher Weise geschehen. Im Uedrigen werden— abgesehen von vorübergehenden Abkürzungen der Ladefristen auf einzelnen Stationen, wo solche aus besonderen örtlichen Rücksichten zur Aufrechterhaltung eines geordneten Verkehrs, z. B. wegen Ueberfüllung von Stationen durch außergewöhnlichen Güterandrang oder während eines Umbaues, nothwendig erscheinen— die Ladefristen auf den Staatseisenbahnen künftig allgemein zwölf Tagesstunden betragen. Ob der angestellte Versuch gelingt, hängt allerdings wesentlich davon ab, ob das Bestreben der Eisenbahnverwaltung vom Publikum durch pünktliche Be= und Entladung der Wagen unterstützt werden wird. — Die strengere Bestrafung der Aufreizung zum Kontraktbruch und die Strafverhängung über die Abhaltung von der Arbeit, wie sie von den verbündeten Regierungen vorgeschlagen wurden sind bekanntlich vom Reichstage abgelehnt worden. Sie werden jetzt aber in einem anscheinend offiziösen Artikel der„Berl. Pol. Nachr." doch noch wie folgt in Aussicht gestellt:„Die Vertreter der verbündeten Regierungen haben ihrer Ueberzeugung von der Zweckmäßigkeit dieser Maßnahmen einen so festen Ausdruck gegeben, daß man erwarten darf, man werde baldigst auf anderem Wege zu dem gewünschten Ziele zu gelangen suchen.“ — Die Berliner polnischen„Sozialisten"— so und nicht als Sozialdemokraten bezeichnet der„Vorwärts" die„Genossen“ polnischer Sprache— hielten am Sonntag eine Volksversammlung ab, in welcher die Beschickung des internationalen Brüsseler Sozialistenkongresses endgültig beschlossen wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die„Nothstandsfrage" erörtert und der Beschluß gefaßt, folgenden Antrag dem Brüsseler Kongreß zu „unterbreiten": „Angesichts der immer mehr um sich greifenden(!) Zollpolitik und der dadurch immer zügelloseren Getreidespekulation, stellen die organisirten Posener Sozialisten im Einvernehmen mit anderen polnischen Genossen den Antrag, der Kongreß möge beschließen: 1. Den Beginn einer intensiven Agitation zwecks Verstaatlichung des Getreidehandels; 2. Aufhebung der Privatbäckereien, hauptsächlich in den Städten, und an deren Stelle Errichtung kommunaler Bäckereien unter staatlicher Aufsicht.“ Es ist bemerkenswerth, daß in einer sozialdemokratischen Versammlung ein solcher, mit dem Programm in direktem Widerspruch stehender Beschluß gefaßt werden konnte, und daß der„Vorwärts" denselben widerspruchslos veröffentlicht. Herr Singer wird über dieses Verhalten des Fraktionsorgans kaum sehr erfreut sein. — Die sozialdemokratischen Gastwirthe in Berlin, welche sich kaninchenartig vermehren, haben wieder einmal die Klagelieder Jeremiä angestimmt. Sie beschweren sich darüber, daß die Arbeiter in solchen Kneipen, deren Inhaber zwar sozialistische Blätter auslegen, aber im Herzen durchaus keine überzeugungstreue Sozialdemokraten sind, weit mehr verkehren als bei ihnen. Die wahren sozialdemokratischen Gastwirthe wollen nun ein Verzeichniß veröffentlichen, in welchem alle Kneipen namhaft gemacht werden, in denen nur sozialdemokratische Arbeiter noch verkehren sollen. Mit der Biersperre war es bekanntlich nichts, und mit der Kneipensperre wird es auch wohl kaum mehr werden. — Bei den militärischen Mehrforderungen, welche nach Blättermeldungen dem Reichstage zugehen werden, soll es sich um den Ausbau strategischer Bahnen handeln. — Der Prinz=Regent von Bayern hat genehmigt, daß die Loose der deutschen Kolonial=Lotterie auch im Königreich Bayern abgesetzt werden. Schleswig, 24. Juli. Bei prachtvollem Wetter fand heute hier die Einweihung des Denkmals fur den Grafen Reventlow und Wilhelm Beseler statt, welche vom Herbste 1849 ab bis Anfang 1851 die Statthalterschaft der Herzogthümer führten. Hannover, 24. Juli. Hier sind in letzter Zeit verschiedene Personen wegen Erschleichung von Altersrenten angeklagt und auch bestraft worden. Es Abonnementspreis(inel der Gratisbeilage „Märkisches Heim“): 1,80 Mark vierteljährlich, monatlich 60 Pfg bei Bestellung durch die Boten Bei Abnahme auf der Post inel. Bestellgeld 2,20 Mr mag dies zur Warnung dienen. Die Kontrolle bei der Alters=Versicherung ist eine sehr genaue, und es darf Niemand darauf rechnen, für die Dauer den Versicherungsanstalten ein Schnippchen zu schlagen. Kissingen, 24. Juli. Fürst Bismarck hat, wie der „Allg. Ztg.“ von hier geschrieben wicd, bereits am Tage nach seiner Ankunft mit der Badekur begonnen: er fährt meist von seiner Wohnung auf der oberen Saline nach dem ¼ Stunde entfernten Salinenbad, begleitet von Professor Schweninger; nach dem Bade macht er in Begleitung des Arztes einen Spaziergang durch den saftigen Wiesengrund, überschreitet dabei meist einen eigens für ihn errichteten Steg über die Saale, lustwandelt dann in dem prächtigen Laubwald am Altenburger=Haus und kehrt gegen 1 Uhr nach Hause zurück zum Frühstück.— In den 13 Jahren, in welchen Fürst Bismarck Kissingen besucht, hat er niemals das Königliche Theater betreten. Am Dienstag Nachmittag sprach es sich schnell herum, der Fürst wurde anläßlich des Gastspiels des Münchener Komikers Conrad Dreher der Vorstellung beiwohnen. Das Theater war natürlich in Folge dessen gedrückt voll. Während des ersten Einakters war nur die Fürstin anwesend; später erschien der Fürst und nahm in der Loge, welche zur Hälfte auf die Bühne geht, neben seiner Gemahlin Platz. In dem Einakter,„Frühere Verhältnisse" sang Dreher ein Couplet,„Sein oder Nichtsein", welches er immer wieder repetiren mußte, zuletzt sang er, schnell improvisirt, er könne nicht mehr singen, aber wegen der bohen Ehre, die dem Theater heute zu Theil würde,(er deutete dabei auf die Loge des Fürsten), möchte er immer Hoch und abermals Hoch rufen. Im Nu stand das ganze Auditorium von den Sitzen auf und brausende Hochrufe gingen durch das Haus. Der Fürst erhob sich, von seinem Sitz und dankte nach allen Seiten für die herzliche Ovation. An den Fürsten Bismarck hatte der Verein deutscher Reichsangehöriger in St. Petersburg vor einiger Zeit die Anfrage gerichtet, ob er geneigt sei, seine Ernennung zum ersten Ehrenmitgliede anzunehmen. Die zustimmende Antwort erfolgte bald darauf in einem längeren überaus schmeichelhaft abgefaßten Handschreiben. Nunmehr soll dem Fürsten seine Wahl zum ersten Ehrenmitgliede des Vereins durch eine besondere Abordnung des Vereins angezeigt werden unter gleichzeitiger Ueberreichung einer Ehrengabe nebst Ernennungsurkunde. Die Ehrengabe besteht aus einem kostbaren eichenen Schrein mit 50 photographischen Ansichten voni Petersburg. Oesterreich-Ungarn Wien, 24. Juli. Das„Fremdenblatt" und die „Presse“ wenden sich gegen die jungczechischen Blätter, welche gegen Deutschland hetzten und den Dreibund, welcher bekanntlich ein rein defensiver sei, als ein zum Schaden Oesterreichs gewobenes Netz schilderten. Das„Fremdenblatt“ giebt der Hoffnung Ausdruck, daß dieses Treiven seinen Zweck verfehlen werde, und daß auch der von den Jungczechen irregeleitete Theil des czechischen Volkes die Weisheit der von dem Monarchen eingeschlagenen und von der weitaus größten Mehrheit beider Parlamente freudig gebilligten Politik erkennen werde. Das Bündniß stehe felsenfest; doch solle kein Theil der österreichischen Völker demselren feindselig gegenüberstehen. Die Jungczechen, welche vollständig isolirt seien, würden durch das Anstürmen gegen den Friedensbund sich selbst politisch zu Grunde richten. — Der Reichsrath tritt im Oktober, die Landtage im Dezember zusammen. Pest, 24. Juli. Das Abgeordnetenhaus überwies heute den Fall betreffend die Herausforderung des Abgeordneten Ugron durch den Hauptmann Uselac auf Antrag Beoethys unter Zustimmung des Ministerpräsidenten Grafen Szapary in Gemäßheit der GeschäftsOrdnurg des Hauses an den Immunitätsausschuß. Derselbe soll prüfen, ob ein Fall der Verletzung der Immunität des Abgeordnetenhauses vorliege. Frankreich. Paris, 24. Juli. Es bestätigt sich, daß das Verfahren in der Angelegenheit betreffend das rauchlose Pulver demnächst durch Gerichtsbeschluß eingestellt werden wird. Wie es heißt, wird Canet alsbald die Blätter verfolgen, welche ihn angegriffen hatten. — Die Volkszählung im April 1891 ergab für Frankreich eine Bevölkerungsziffer von 38095 150, also um 208584 Seelen mehr als 1886. Die Bevölkerung der Städte ist gestiegen, die ländliche Bevölkerung hat sich vermindert. — Die Pariser Zeitungen sind rein aus dem Häuschen ob des freudigen Empfanges ihrer Flotte in Kronstadt durch die russischen Panslavisten. Warum auch nicht? Wir Deutsche wissen ja ganz genau, daß die Panslavisten in Rußland nur zu häufig aufspielen. Die Staare richten sich schon damach, aber nicht immer der Czar. Und das ist an der Sache das Beste. Selbst der Präsident Carnot hat geglaubt, zu der Sache das Seinige beitragen zu sollen. Auf seine Anweisung sind zwei im Krimkriege erbeutete und bisher in Paris aufbewahrte russische Heiligenfahnen nach Petersburg zurückgeschickt. Man sagt ja, daß kleine Geschenke die Freundschaft erhalten sollen. — Frankreichs Ernte. Ein französisches Fachblatt, das Journal des Economistes, hat in den hauptsächlichsten Weizengegenden Frankreichs Erhebungen veranstaltet, die ein höchst ungünstiges Ergebniß für die genannte Getreidegattung in Aussicht stellen. Es seien nur zwei Trittel einer gewöhnlichen(Mittel=)Ernte zu erwarten. Das Blatt schätzt das Ergebniß auf 60 Millionen Hektotiter und den Einfuhrbedarf an Weizen auf 50 Millionen Hektoliter. Rautes, 24. Juli. Vergangene Nacht wurden gegen das Haus des Bankiers Rousselot und gegen dasjenige seines Schwiegersohnes Dynamitattentate verübt. Der verursachte materielle Schaden ist sehr erheblich, Menschen kamen nicht zu Schaden. Holland. Haag, 24. Juli. Die Wahlen zur Zweiten Kammer sind nunmehr beendet. Der Katholik Schaepman wurde in Almelo gewählt. Die neue Kammer besteht somit endgiltig aus 54 Liberalen, 1 Radikalen 25 Katholiken und 20 Antirevolutionären. Luremburg. Luxemburg, 24. Juli. Staatsminister v. Eyschen gab heute zu Ehren des diplomatischen Corps einen Lunch, bei welchem der Gesandte Oesterreich=Ungarns einen Trinkspruch auf das Wohl des Großherzogs ausbrachte. Minister Eyschen beantwortete denselben mit einem Toaste auf die befreundeten Fürsten und Staatsoberhäupter. Luxemburg gehe aus der Uebergangszeit beruhigt und befestigt hervor. Der Großherzog halte die nationale Fahne hoch. Die Anwesenheit der Vertreter der Mächte beweise, daß dieselben die hochherzigen Gesinnungen des Großherzogs theilen. Luxemburg werde alle Zeit den Mächten dankbar sein, welche das schwache Rohr unter hunderjährigen Eichen respektiren und schützen. Sagland. Dublin, 23. Juli. Die heute unter dem Vorsitze Parnells versammelte nationale Liga nahm ein radikales Programm an, in dem aufgeführt werden: Reform der agrarischen Gesetzgebung, allgemeines Stimmrecht, Wiedereinsetzung der aus ihrem Besitze verdrängten Pächter und uneingeschränkte Homerule(Selbstverwaltung). Parnell erklärte, er sci gewillt, den Gesetzentwurf Balfours über eine irische Lokal=Regierung anzunehmen sowie selbst Healy zu unterstützen, um den anzuwendenden Maßnahmen eine möglichst vollständige und weitgehende Anwendung zu geben. Schweden. Christiania, 24. Juli. Kaiser Wilhelm ist von Hammerfest auf der Insel Staarö angekommen, um dort dem Walfischfang und der Meeres=Jagd beizuwohnen. Die Bewohner empfingen den Monarchen in einfach=herzlicher Weise. Das Wetter ist ungünstiger geworden. * Kronstadt, 24. Juli. Gestern wurde das Herannahen des französischen Geschwaders von einem Ballon captif aus beobachtet, der in Kraßnaia Gorka aufgestellt war und seine Wahrnehmungen telegraphisch nach Kronstadt übermittelte. Der Dampfer„Onega", Kapitän Skridlow, fuhr dem französischen Geschwader drei Meilen entgegen. Bei dem französischen Geschwader angekommen begab sich Kapitän Skridlow mit dem französischen Kapitän Voilot an Bord des Admiralschiffes „Marengo“, und entbot dem Admiral Gervais im Namen des General=Admirals, Großfürsten Alexis, den Willkommgruß. Die Besatzung des„Onega" begrüßte das französische Geschwader mit begeisterten Hurrabrufen. Die Mannschaften des„Marengo“ stiegen in die Ragen und erwiderten die Grüße. Alsdann setzte sich das Geschwader in der Richtung auf Kronstadt in Bewegung. Eine Anzahl reich geschmückter und beflaggter Privatdampfer mit Bewohnern von Petersburg, Peterhof und Oranienbaum kam dem Geschwader entgegen.„ Kurz vor Kronstadt tauschte das Geschwader mit dem in Dienst gestellten russischen Geschwader Salutschüsse aus und fuhr dann gegen 3 Uhr in die Rhede von Kronstadt ein. Der Panzer„Marengo“ traf erst einige Zeit später ein, da demselben der niedrige Wasserstand Schwierigkeiten bereitet hatte. Nach gegenseitiger Begrüßung der Geschwader machte der Admiral Gervais dem Admiral Kasnakow sowie dem Vize=Admiral Schwarz und den anderen Kommandirenden seinen Besuch. Der Empfang war ein herzlicher und begeisterter. Seitens einer Deputation der Vertreter der Presse und der Künstlerschaft wurde dem französischen Admiral Brod und Salz überreicht. Die Musikcorps spielten die Marseillaise und die russische Hymne, und die Mannschaften der belden Geschwader begrüßten sich unaufhörlich mit freudigen Zurufen. Um 6 Uhr fuhr der Admiral Gervais auf einem Torpedoboot nach Petersburg zum Diner bei dem französischen Botschafter. Die Kommandanten der französischegz, Fchiffe sowie zahlreiche russische Admirale waren g. laden. Im Ganzen nahmen etwa 50 Personen Theil. Während der Tafel brachte der Botschafter Laboulaye einen Trinkspruch auf den Kaiser von Rußland aus, der Alens einen boichen geschugder Heute nimmt bund sei die Absicht Italiens, eine Sicherstellung zu haben gegen die Forderungen des Papstes und gegen die Wiederholung einer Expedition Frankreichs zu Gunsten des Papstes. Bulgarien. Sosia, 23. Juli. Die„Agence balcanique“ erklärt die Nachricht des„Temps“, Stambulow hätte gesprächsweise in Tirnowa erklärt, er werde sich, falls die Unabhängigkeit Bulgariens nicht in diesem Jahre proklamirt werde, aus dem politischen Leben zurückziehen, für unbegründet und für ein reines Phantasiegebilde. Stambulow sei noch gar nicht in Tirnowa eingetroffen. Die Regierung denke nicht an eine Unabhängigkeits=Erklärung Bulgariens, ihre beständigen Bemuhungen seien vielmehr auf die Entwickelung und Consolidirung der innern Lage und die Aufrechterhaltung der herzlichen und freundschaftlichen Beziehungen zur Türkei gerichtet. Türkei. Konstantinopel, 24. Juli. Der Räuber Athanasius wurde, wie der„M. Z.“ auf telegraphischem Wege gemeldet wird, auf der asiatischen Seite des Bosporus, unweit der Hauptstadt, von Truppen überrascht und umzincelt: ein Sonderzug mit Verstärkungen ging nach dem Schauplatz ab. Egyrten. * Kairo, 24. Juli. Der Schaden, welchen die Feuersbrunst im Abdin=Palast angerichtet hat, wird auf 30000 Pfund Sterling geschätzt. Der Khedive ließ den englischen Truppen für deren Hülfeleistungen bei der Unterdrückung des Feuers seinen Dank ausAfrika. * Kapstadt, 22. Juli. Im Maschonaland, welches die englische Sudafrikanische Gesellschaft für sich erwerben will, herrschen traurige Zustände. Polizeitorps und europäische Pioniere sind dem Hungertode nahe. Viele von ihnen müssen, da sie nicht ausreichend Schuhe und Stiefel besitzen barfuß umherlaufen. Krankheit und Tod haben die Reihen der Ansiedler gelichtet, und das Land ist voll von Gräbern. der Baumaterialien Proben über die Widerstandsfähigkeit des bei der eingestürzten Mönchensteiner Eisenbahnbrücke verwendeten Eisenmaterials(Träger. Gurten, Gitterwerk) veranstaltet. Wie verlautet, erweist sich das Material ab gekro. Westfalen und Rheinland. Amtlicher Bericht über das Mönchensteiner Eisenbahnunglück. und das tapfere französische Geschlouber. der Botschafter mit den Mitgliedern der Botschaft das Dejeuner an Bord des„Marengo“ ein. Italien. Neapel, 24. Juli. Der„Pungolo" veröffentlicht den wesentlichen Inhalt eines von Crispi verfaßten und unterzeichneten und für die Nummer der Londoner „Contemporary Review“ vom 1. August bestimmten Artikels, welcher den Titel führt:„Italien, Frankreich und das Papstthum.“ In einer Verständigung Italiens n satikans bebetont, daß Frankreich e#### Pm Fennens mit dem Vatikan sich widersetze und sich des„. diene, um Italien Schwierigkeiten zu machen. Einer der Gründe für den Anschluß Italiens an den DreiUeber das Eisenbahnunglück bei Mönchenstein veröffentlicht jetzt die Direktion der Jura=Simplonbahn ihren amtlichen Bericht an das Schweizer Eisenbahndepartement. Dem Aktenstück, welches 46 Folioseiten umfaßt, entnimmt die„Neue Züricher Ztg.“ unter Anderem Folgendes: Ueber die Ursachen des Unglücks giebt der Bericht keine Auskunft; das Wort über diese Frage wird der amtlichen Untersuchung gelassen. Die Fahrgeschwindigkeit des Zuges betrug auf der Brücke selbst 35 Kilometer in der Stunde. Ueber den Vorgang der Katastrophe sagt der Bericht wörtlich:„Die eiserne Brücke brach, als die erste Lokomotive beim rechtseitigen Widerlager anlangte. Der Hauptbruch erfolgte zwischen der ersten und zweiten Lokomotie, so wie sie nachher lagen. Das auf Seite der Station Mönchenstein gelegene Drittel der Brücke stürzte flußaufwärts und die Vorspannmaschine schlug gänzlich um. Der übrige Theil, ungefähr zwei Drittel der ganzen Brücke, auf der Baseler Seite, senkte sich lothrecht, sammt der Zugslokomotive, dem Gepäckwagen und dem ersten Personenwagen, die sie umschloß. Von den nachfolgenden Fahrzeugen gelangten die vorderen auf die obern Querverbindungen und Windstreben; dieselben rissen, hemmten aber augenblicklich den Lauf der hinteren Wagen. Hieraus erklärt es sich, daß die fünf vorderen Fahrzeuge dieses Zugtheiles sich aufeinander thürmten und daß die im Gepöckwagen befindlichen Angestellten und viele Insassen des ersten Personenwagens sich retten konnten; sie waren für einen Augenblick durch den oberen Theil der Brücke geschützt.“ Mit besonderem Nachdruck wird in dem Berichte hervorgehoben, daß vom ganzen Dienstpersonal Niemand vor dem Ungluck an der Brücke etwas Ungewöhnliches oder Auffallendes wahrgenommen habe, das zu einer Meldung Veranlassung gegeben hätte. Der Schaden an Rollmaterial und am Bauwerk selbst beträgt rund 1100000 Frcs.; die Räumungsarbeiten kosteten ungefähr 30000 Frcs. An Hand einer geneuen Aufzählung und Darstellung des im Zuge eingestellten Rollmaterials wird festgestellt, daß im ganzen Zuge ungefähr 550 Reisende sich befanden. Davon verunglückten 203, und zwar erlitten(3 den Tod, 130 Verwundungen. Die fünf Wagen, welche vom Unheil betroffen wurden, enthielten rund 200 Personen; von diesen blieben 60 unbeschädigt. Einer Blättermeldung zufolge werden gegenwärtig unter Leitung des Professors Tetmaier vom Züricher Polytechnikum mit der dieser Hochschule gehörenden Maschine für Prüfung der Festigkei. X Witten, 25. Juli.(Das Comitee für Errichtung eines Kaiser Wilhelm=Denkmals auf Hobensyburg) hatte auf gestern Abend in den kleinen Borgmannschen Saal die Vorstände der hiesigen Vereine sowie die Vertreter der industriellen Werke eingeladen. Zweck der gut besuchten Versammlung war: Veranstaltungen von Sammlungen in allen Schichten der Burgerschaft für genanntes Denkmal. Nachdem Herr Karl Berger die Versammlung um 9 Uhr eröffnet, die erschienenen Herren begrüßt und seinen Dank für ihr Erscheinen ausgesprochen hatte, streifte er kurz die Errichtung eines Kaiser Wilhelm=Denkmals auf der Porta und gab einen Rückblick über die Bestrebungen und Ziele des aus 250 Mitgliedern bestehenden Comitees für Errichtung eines Menumentes auf Hohensyburg. Herr Bergrath Erdmann übernahm an Stelle des Herrn Karl Berger den Vorsitz und hob hervor, daß das Denkmal von dem Volke dargebracht werden solle und dem Volke daher auch Gelegenheit gegehen werden müsse, sein Scherflein dazu beizutragen. Herr Oberlehrer Dr. Matthes machte den Vorschlag, bezüglich der Sammlungen jede Straße einzeln abzutheilen und für jeden Sammelbezirk einen sogen. Obmann als Sammler anzustellen, der berechtigt sei, sich einen zweiten Sammler selbst zu wählen. Dieser Vorschlag fand einstimmige Annahme, und wurden 23 Sammelbezirke gebildet. Als Schlußtermin der Sammlungen wurde der 31. August cr. angesetzt. * Witten, 24. Juli.(Theater.) Auf die Eröffnungs=Vorstellung„Gasparone“ zurückkommend, dürfte diese als eine in allen Theilen vollkommene bezeichnet werden und hat sich die Direktion mit derselben auf das Vortheilhafteste eingeführt. Die Anforderungen, die der Componist Millöcker in seiner Operette„Gasparone“ an Sänger und Sängerinnen stellt, sind keine geringe zu nennen und verlangen geschulte und tüchtige Stimmen; die Chöre müssen, wenn sie eine Wirkung erzielen sollen, voll und kräftig klingen, und über beide Faktoren verfügt die Gesellschaft in ausgedehntem Maße.— Die Sicherheit, mit welcher Solis und Chöre wirkten, machten einen ebenso wohlthuenden als künstlerisch vollendeten Eindruck, der sich bis zum Schlusse auf der Höhe hielt. Die Darstellung selbst anlangend, verdienen die Damen WeistGräfin, Niedt=Sora, Taubert=Zenobia, volle Anerkennung. — Die Herren Kicker=Erminio, Albes=Nasoni, MaxwellBenozzi, waren ebenfalls tüchtige Vertreter ihrer Partieen und ernteten reichlichen, oft rauschenden Beifall. Von den kleineren Partieen sind lobend zu erwähnen: Herr Biedenweg als Sindulfo, Herr Machineck als Massacio und Frau Maxwell als Kammerzofe Mariette.— Die Chöre waren untadelhaft und verdienen ebenfalls Anerkennung, ebenso die mustergiltige Leitung des musikalischen Theiles durch Herrn Kapellmeister Grimm. Nach der ersten Aufführung zu schließen, dürfen wir mit Recht den Besuch der weiteren Vorstellungen empfehlen, umsomehr, da der gezollte Beifall ein allgemeiner und somit als durchschlagender Erfolg zu bezeichnen ist. Die zweite Vorstellung„Der Bettelstudent“ gao wiederum, bei exakter Gesammtleistung, den Damen: Weist=Laura, Niedt=Bronistawa, Taubert=Palmatia und den Herren: MaxwellSimon, Biedenweg=Jan, Albes=Ollendorf, MachineckEnterich Gelegnheit. ihr reiches Talent vortheilhaft zu entfalten. Der Beifall war auch hier ein großartiger. Sonntag wird Joh. Strauß' melodische Operette„Der Zigeunerbaron“ zur Aufführung kommen, welcher am Montag„Don Cäsar“ folgen wird. * Witten, 24. Juli.(Selbstmord.) Die Leiche, welche am Dienstag hier aus der Ruhr gefischt wurde, ist von der Elberfelder Polizei als die der Dienstmagd Elise Benner ermittelt worden. Das Mädchen hatte bei einer Herrschaft an der Stuttbergstraße in Elberfeld gewohnt und sich am Donnerstag voriger Woche heimlich entfernt. Am Freitag früh traf bei Bekannten des March####n der Pfeilstraße zu Elberfeld von hier ein Schreiben ein, worin dasselbe seinen Entschluß, sich das Leben zu nehmen, mittheilte. Das Mädchen unterhielt seit längerer Zeit mit einem Stuckateur ein Liebesverhältniß, welches nicht ohne Folgen geblieben, und es war ihm auch die Ehe versprochen worden. Vor Kurzem hat nun der Stuckateur das Mädchen treulos verlassen, und hierin ist wohl die Ursache des Selbstmordes zu suchen. 8 Witten, 24. Juli.(Schulferien.) Die 5wöchentlichen Hauptferien der Volksschulen beginnen für die Stadt Witten am 13. August und dauern bis 16. September X Witten, 25. Juli.(Neue Briefmarken.) Briefmarkensammler dürfte es interessiren zu erfahren, daß von verganenem Donnerstag an, die Zahl der ausländischen Briefmarken um eine Neuheit bereichert ist. Es sind dies die Postmarken des Großherzogthums Luxemburg, welche an diesem Tage zum ersten Mal mit dem Bildnisse des Großherzogs, der bekanntlich an jenem Tage seinen feierlichen Einzug in die Landeshauptstadt gehalten hat, zur Ausgabe gelangt sind. ∆ Witten, 25. Juli.(Verbandstag der Kreditgenossenschaften.) Der diesjährige Verbandstag(29.) der Kreditgenossenschaften des Verbandes von Rheinland, Westfalen. Lippe und Waldeck wird am 25. und 26. Juli in Boppard abgehalten. L Witten, 25. Juli.(Staatskommissar für die Invaliditäts= und Alters=Versicherung.) Die Herren Minister des Innern und für Handel und Gewerbe haben den Regierungs=Rath von Rohr zu Münster auf Grund des§ 63 des Gesetzes vom 22. Juni 1889 zum Stellvertreter des Staatskommissars für die Invaliditäts= und Altersversicherung der Provinz Westfalen, Regierungs=Rathes von Gostkowski bestellt. * Crone bei Witten, 23. Juli.(Explosion.) Hier kam ein 13jähriger Knabe bei dem Feueranlegen mit der Petroleumkanne der Flamme zu nahe, es trat eine Explosion ein und der arme Bursche wurde sämmerlich zugerichtet. Ein Glück war es, daß dem Davoneilenden schleunigst ein Tuch übergeworfen wurde, doch mußte derselbe ins Krankenhaus gebracht werden. * Werne, 23. Juli.(Kaiser=Denkmal auf Hohensyburg.) Auch unsere Gemeinde will nicht zurückbleiben, wenn es gilt, dem unvergeßlichen Kaiser Wilhelm dem Siegreichen auf Hohensyburg ein Denkmal zu errichten. Vor einigen Tagen fand auf Veranlassung des Herrn Amtmann Möller, der Vorsitzender des hiesigen Orts-Comitees ist, eine Versammlung von Bürgern aller Berufsklassen bei dem Wirthe Kramer statt. Es wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, in den nächsten Tagen mit der Sammlung von Beiträgen zu beginnen. Von den anwesenden Arbeitern wurde der Antrag gestellt, auf den Zechen und Fabriken die Sammlung in derselben Weise zu bewerkstelligen, wie bei früheren Anlässen ähnlicher Art. Die Versammlung war hiermit einverstanden. Bei den Bewohnern, die nicht auf gewerblichen Anlagen thätig sind, werden die Herren Lehrer und andere Herren der Gemeinde die Sammlung in die Hand nehmen. Einzelne Herren der Gemeinde haben bereits einen Beitrag für das Denkmal von je 100 Mark gea Werue, 23. Juli.(Kirchliches.) Die Bemühungen der evang. Bewohner unserer Gemeinde behufs Gründuung einer stelbstständigen Kirchengemeinde haben in der letzten Zeit wiederum einen bedeutenden Erfolg gehabt. Das Königliche Consistorium zu Münster hat nämlich für kirchliche Zwecke einen jährlichen Staatszuschuß von über 4000 Mark in sichere Aussicht gestellt. Wenn es nun auch die Gemeinde Lütgendortmund an Entgegenkommen nicht fehlen läßt, so wird man vielleicht schon im nächsten Jahre mit dem Bau einer Kirche beginnen. können.n g.) Langendreer, 23. Juli.(Einquartterung., Am 7. September wird dus 7. Westfälische InfanterieRegiment Vogel von Falckenstein Nr. 56 in der Umgegend von hier Biwacks, bezw. Nothquartiere beziehen. Die Vertheilung der Truppen im Amte wird in folgender Weise vor sich gehen. Gemeinde Langendreer: Stab vom 1. und 2. Bataillon, 6 Stabsoffiziere, 36 Offiziere, 976 Mann und Offiziere, und Düren: 212 Mann und Langendreer Quartiere Feld=Artillerie=Regiments Nr. Offizieren, 279 Mann und 188 25 Pferde. Gemeinde Somborn: 2 Kompag=“ nien vom 3. Bataillon nebst Stab, 2 Stabsoffiziere, 11 220 Mann und 7 Pferde. Gemeinde Stockum 2 Kompagnien vom 3. Bataillon, 8 Offiziere, 2 Pferde. Außerdem werden noch in beziehen die 2. Abtheilung des Dr 7 mit 1 Stabsoffizier, 17 188 Pferden. Dortmund, 24. Juli.(Der Wahn ist kurz, die Reue lang!) Vor einiger Zeit, es mag wohl vor einem halben Jahre gewesen sein, lief eine hiesige Wittwe zun — dritten Male in den Hafen der Ehe ein. Bei der Hochzeit hing der Himmel voller Geigen, man streute dem Paare Blumen und alles schwamm in heller Wonne. Dieses Verhältniß währte aber nicht lange, von dem erst übervollen Freudenbecher war nur noch der Bodensatz vorhanden. Es kam sogar zu Thätlichkeiten, und wenn das Paar Lieder von„blauen Augen“ sang, so kannte jedes die Ursache des Farbenwechsels. Die Frau würde gern das Zusammenleben mit dem Manne aufgegeben haben, wenn derselbe das von der Frau„Eingebrachte" herausgegeben hätte. Hierzu war der Mann jedoch nicht zu bewegen, er hielt vielmehr Alles unter sicherem Verschluß. Die erwachsenen Söhne der Frau ersannen aber einen Plan, um auf krummem Wege zu erreichen, was auf geradem nicht zu erlangen war. Am vergangenen Dienstag hatten Bekannte, Freunde der Söhne, den Mann beredet, mit ihnen eine kleine Spritztour zu unternehmen, worauf derselbe schließlich einging. Während der Absehen und ihr leises ofe. 45 Roman von J. von Werth. — Nachdruck verboten. Er hatte leise und mit heiserer Stimme gesprochen, aber die Worte hatten die schlanke Gestalt des jungen Mädchens zurücktaumeln gemacht, daß sie mit geschlossenen Lidern an einem Baumstamm lehnte. „Ich habe scharfe Augen, Freiin, und werde mich nicht täuschen lassen! „Damals, als ich Dich und ihn, der Dich liebte, aus dem See rettete, da verleitete mich fast mein Herz, dort in den stürmischen Wassern, Dich umschlingend zu sterben. Aber ich rettete Dich doch, Dich und ihn. Ich wollte, daß noch ein Mensch, der Dich liebt, die Qualen eines sehnsuchtvollen Herzens fühlen sollte; und ich wußte es ja, liebtest ihn nicht. Als er aber dann nicht mehr zum Leben kam, da neidete ich ihm die Hand voll brauner Locken in den erstarrten Fingern, die jetzt in der Gruft auf seinem Herzen ruhen. „Aber ich wußte doch Einen, der meine Schmerzen theilte. Einmal schon hielt ich den Hahn gespannt, um meine Kugel in sein Herz zu bohren. Doch ich schenkte ihm das Leben— damit er leiden könne. „Er hat Dich in seinen Armen gehalten, er hat Deine Lippen geküßt— aber er ist von starken Banden gefesselt, daß er die Hände nicht nach Dir ausstrecken kann. Er leidet wie ich. Doch weshalb liebst Du ihn, ha! „Ich weiß es wohl, weil sein Herz zu klein und schwach, sein Gefühl jämmerlich schwach und matt ist, weil er den Muth nicht hat, sich über das zu stellen, was die Menschen, die Zeit als schicklich und sittlich sanctionirt haben; weil er nicht groß genug denkt, sich selbst und das Weib, das er liebt, über das lächerliche Althergebrachte zu erheben, um dem innersten Gefühl seines Herzens nachzuleben; weil er gedankenlos den bequemen, ausgetretenen Weg wandelt, den sein Vater gegangen und auf dem seine Zeitgenossen in dumpfer Gedankenlosigkeit neben ihm hertrottten.“ Er sprach in fieberhafter Erregung, mit fliegendem Athem, und seine düsteren Augen hingen mit verzehrender Wluth an der schlanken Mädchengestalt drüben. Er meinte das Beben ihrer bleichen Lippen Athmen zu vernehmen. Doch plötzlich richtete Rose sich hoch auf. Ihr Antlitz war ernst und noch immer bleich, aber aus ihren Augen strahlte ein hehrer Stolz, während sie mit fester, klarer Stimme sprach:„Sie haben das Richtige erlauscht: jener Mann leidet— und ich mit ihm. Doch weshalb er leidet— was wissen Sie davon? Weil er neben einem starken, liebenden Herzen auch eine große, edle Gesineinen scharfen Geist hat. Er weiß, daß er das Leben in allen Lagen und Verhältnissen nur beherrscht, er seine Gesetze erfüllt. Er, der jene Gesetze nicht brauchte, um niemals vom Pfade des Rechts abzuirren, lebt denselben nach, um Jener willen, die zu schwach sind, ohne diesen Wezweiser ihren Weg durch das Leben zu finden.- Und sicher, wer sich über all das stellt, was unser Leben regeln und schützen soll, der wird bald unter Sitte und Recht gesunken sein. „Doch endlich;— jener Mann besitzt so viel Muth, den schwersten aller Siege, der täglich von neuem erfochten werden muß, davon zu tragen, den Sieg über sich selbst. Er hat muthig den Kampf aufgenommen und hat es vermocht, das schwache Mädchen, dem er sein Herz zu eigen gegeben, auf die gleiche, reine Höhe zu erheben, auf dem sein Eeist steht, daß sie jetzt, fern von ihm, ihr einzig Glück darin findet, für ihn zu beten, selbstlos zu wirken und seiner würdiger zu werden— bis einst selbst das Erlösungswort spricht.“ Als sie nun die Augen auf den Mann vor ihr senkte, veränderte sich der Ausdruck ihres Gesichtes und um die Lippen zuckte es verächtlich. „Wenn aber einst die Erlösungsstunde schlagen sollte, — dann wird Gott nicht dulden, daß die Hand eines Mörders sein Gnadenwerk zerstöre. Und der Mann selbst, er wird die Kugel im Lauf Ihrer Waffen nicht mehr fürchten.“ Stolz, wie sie gesprochen, wandte sie sich jetzt und schritt erhobenen Hauptes den Weg zurück, welchen sie gelommen. „Er wird sie nicht fürchten", schallte es ihr mit höhnischem Lachen nach,„aber Du Rose, Du wirst es thun. Die Herrin von Strableneck wird erzittern bei seinem Brautkuß, da sie sein Schicksal voraussehen kann" zend Gott Rose schritt, ohne durch eine Bewegung zu verrathen, daß sie die Worte verstanden, vorwärts. Als sie Bennos Blicken entschwunden war, preßte sie die Hände auf das pochende Herz und sagte mit blutleeren Lippen:„Die Zeit wird niemals kommen, in der ich vor seiner Kugel bangen müßte.“ XVIIII. Schwere Gewitterwolken hatten den Himmel umdüstert und jene brütende Schwüle über den dunklen, regungslosen Spiegel des See's und seine grünen, bergigen Ufer gebreitet, welche alle lebenden Geschöpfe ermattet und erschlafft. Endlich hatte sich der Himmel aufgeklärt und zu jener schwülen Luft hatte sich noch die stechende Hitze der Sonnenstrahlen gesellt, um die Atmosphäre fast unerträglich zu machen. e6m gert. Signora Paccinini bestieg ihre Barte und nuhm feusunter dem schützenden Leinwanddach Platz. Sie versuchte vergebens, sich durch den großen Fächer von dunklen Trappenfedern— der Konsul hatte den Vogel einmal selbst erlegt— ein wenig Kühlung zuzufächeln. Endlich legte sie ihn wieder zusammen und sagte:„Ja, wenn mir der Giovanni nicht so viel Sorge machte mit seinem trüben Gesicht und seiner Manie für die Einsamkeit, dann säße ich jetzt längst in Graubündten, hoch oben im kühlen Davos und brauchte nicht unter dieser entsetzlichen Hitze zu leiden.“ In der Villa Löben angekommen, fragte sich nach dem Konsul und erhielt den Bescheid, er habe vor kurzer Zeit einen Spaziergang in die Berge angetreten. Signora Chiara streckte sich deshalb in dem kühlen Zimmer auf eine Chaiselongue, die Rückkehr ihres Bruders erwarten. Es dauerte nicht lange, so hatte Gott Morpheus sich ihrer erbarmt und sie in die kühlsten Schluchten der Schweizer Berge versetzt. Während dessen stieg Johannes in die bergige Waldeinsamkeit empor. Auf der Brücke, die nahe dem Wasserfall über die schmale Schlucht führte, in der tief unten das Wasser brausend und rauschend seinen Weg zu Thal suchte, sich in den See zu ergießen, wo auf einem vorspringenden Stein Rose vor wenigen Monaten träumend gesessen, stand er still. Er lehnte sich über das Geländer, um die erquickende Kühle, welche vom Wasser herüberwehte, einzuathmen und die kleinen, kalten Trapfen, welche der Luftzug mit sich führte, auf seine heiße Stirn fallen. zu lassen. Sein Antlitz war bleich, und seine durchgeistigten Züge noch ernster als sonst. Das liebe, verschönende Lächeln war auf diesem Gesicht ein seltener Gast geworden, seit sein Haus verödet. Nach jenem Tage, an welchem er Rose auf seinen: Armen in die Villa getragen, hatte er sie nur noch einmal gesehen. Sie schlief. Signora Paccinini hatte für kurze Zeit das Zimmer des jungen Mädchens verlassen. Da war er an ihr Lager getreten und hatte lange in süßer Versunkenheit in die lieblichen Züge geschaut, Leise hatte er einen Segensspruch gemurmelt und einen innigen Kuß auf ihr braunes Lockenhaar gedrückt. So hatte er Abschied genommen von seiner letzten, süßen Lebenshoffnung.(Fortsetzung folgt.) Kleine Mittheilungen. Mein Bräutigam! Mit welcher Leichtsinnigkeit oft Dienstboten„Bekanntschaften“ machen, die diese Gelegenheit nur benutzen wollen, um in den Wohnungen der betreffenden Herrschaften zu stehlen u. s. w., haben letztere oft genug zu ihrem Schaden erfahren müssen. Um schon wesenheit wurde alle geschafft und als de die theuere Gattin en Wohnräumen herrsch *: Wickede a. d. für Landwirthe) hiesiger Hofbesitzer h lichen Teiche die ent stoffen(Cbilisalpeter) gewöhnlich zu diesem nach dem Waschen dem Hofbesitzer in b Schaden gebracht.. demselben Tage. We wahrscheinlich wirdi verenden. * Solingen, 24. Ein Schneider und Wirthe um fünf Pfe Pappenheimer kannt Gesellschaft vor die mit Messern sich bl auseinander brachte. Raufbolde mit zwei um— 5 Pfennige! * Essen, 24. J Ein Messerheld wur gen Jahre an einer Mann einen Stich t zu entziehen, war einem Handelsschiff Heizer genommen u Meinung, daß der behörde war jedoch und er wurde von in einem Dachzimn versteckt gehalten ha gebracht. * Bocholt, 23. mit dem Zweirad allerlei schiefe Lager oder Schnelligkeit h Tage ein Radler, auch den Verkauf v Rad unfreiwillig ge und flog unter dem klirr der Scheiben liefen die Hausbew Held sehr bald aud Aber die Lage hatt mit einem:„Nu sü bange bün“, hatte * Mörs, 23. J Mörs wird, wie d das öffentliche In einen unheimlichen genommen. Der T Einwohner gelenkt Mord geredet. De die Untersuchung a doch sind alle Nach Die Stimmung geg der Korrespondent am Platze geschäftl Mordgeschichte nich Düsseldorf, 22 lung) des 7300 scher Ingenieu Düsseldorf, an 19. * Düsseldorf, Rumänien), Pr zollern befindet sie Gekanntn Montag, den Mittags 1 werde ich an mei lokale bei Wwe. in Annen: 1 Pultschrank 1 Console, 2 Tisch, 12 Stü 3 Bettstellen 1 Hausuhr! öffentlichmeistbie zahlung versteig Witten, 24. Ger Marien Ziehung 1 Loose Ber Kunstausst Ziehung 2 Loose Weimar Ziehung Loose Gilonur ein Beispiel von vielen hervorzuheben, verkehrte der Raubmörder Thürolf noch am Tage vor seiner Verhaftung als„Bräutigam“ eines Dienstmädchens im Hause der Herrschaft desselben. Hier nun ein neuer Beitrag zu diesem Kapitel. In Folge einer Anzeige hatte dieser Tage ein Kriminalbeamter, begleitet von einem Fachmanne, in einem Hause der Wilhelmstraße zu Berlin sich noch ven Kaminverhältnissen zu erkundigen. Der Rauchkanal führte ten Stockwvert, in der Wobnung eines hoben Miltärs. dasselbe betritt, fällt ein Blick auf das dort unter Glas und Rahmen befindliche Bild eines recht flott dreinschauenden Herrn.„Mein Bräutigam!“ erklärte die Köchin auf eine bezügliche Frage des Beamten, um dessen Lippen bei dieser Antwort ein eigenthümliches Lücheln spielte. Einige Minuten später stand der Beamte der Frau vom Hause gegenüber, um ihr zu eröffnen, daß das nämliche Bild sich— im Verbrecheralbum, Abtheilung Taschendiebe, befinde. Das Mädchen hatte die Bekanntschaft des Mannes, der sich ihr als Schneider vorgestellt hatte, eines Sonntags auf dem Tanzboden eines Vorortes gemacht. Origineller Druckfehler. Ein druckfehlerreicher Roman enthielt folgenden gelungenen Satz:„Dem Schafblicke des Kriminalbeamten entging nicht das Geringste. — Im nächsten Kapitel war von einer Tänzcrin die Rede, welche eine mit Diamanten besetzte Nudel von einem ihrer Anbeter erhalten hatte. für die Zwecke der vom Rot! Hauptgewinne: 30000, 2000 Loose à 3 M B. Koenz Häuf An in der Schule sind die 33 und 35 d meinnützigen B schaft mit ger zu kaufen. Näheres### Handstets billig zu 5 Wwe. Joh 27 B. er ausländischen : Es sind dies zemburg, welche m Bildnisse des ige seinen feierhalten hat, zur ndstag der hrige VerbandsVerbandes von k wird am 25. umissar für =Versicheinern und für ungs=Rath von Is Gesetzes vom taatskommissars ung der Provinz wski bestellt. losion.) Hier anlegen mit der iteine Explosion rlich zugerichtet. inden schleunigst ßte derselbe ins enkmal auf nde will nicht geßlichen Kaiser eg ein Denkmal uf Veranlassung der des hiesigen Bürgern aller tatt. Es wurde nächsten Tagen beginnen. Von rag gestellt, auf ig. in derselben Anlässen ähnit einverstanden. blichen Anlagen er und andere in die Hand haben bereits 100 Mark gees.) Die BeBemeinde behufs meinde haben in nden Erfolg geünster hat nämStaatszuschuß gestellt. 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Gautz zugtelalterlich, vic verbreitete„sich, mit Blitzesschnelle in Lobgereg, Breyen, Der Unterschied ist nur ver, gaß man im weit Ein Hexenprozeß beschäftigt gegenwärtig die Mai* ee o Ganz mittelalterlich, nicht wahr? die ibeuere Gattin entwischt, sondern auch in den„ De Mige ege S ch.(Zur Bernung brdreitste c Iust moödhurcz der D. Vovsgrisz das ae. Der Unterisched s un der, Latz mon im Mitelaler de P Adcu: u.### e.,. ea Seet ecd Gskach Siaah un ung ux Mungtgne 9g ur. 1 enagn beitene zue Benengete, Bchand is Jute dn v: Lopdpi ede no dnr seigen auf demn Hofe befad, richt von den Ausbruch eins Kriges zwichen Oeser, 1 Richtern in Maland obtegt, desenigen Faatte, des soch demn Wbochen der detresfenden Sick. Diese dem Hofbesitzer in bedauernswerther Weise einenz. ter on erjährt, hatte eine über die Schaden gerach tzg, Owet wertpvouezte schr erkrank und i Zeitung diese Ente aufgetscht. olgen dieses Krieges heftiger Erregung besprochen. Wie man nachträglich erfährt, hatte eine über die Grenze gekommene holländ. Juli.(Einen hübschen Scherz) erzählt man sich hier. Am Samstag Abend, dem Einführungstage unseres neuen Stadtoberhauptes, randalirten einige junge Leute auf dem Markte. Flugs stürzte ein Nachtwächter herbei, um die Unruhestifter zu fassen— griff aber achtungsvoll an seine Mütze, als er einen der zu wunscen ubrig läßtl“ Der Nachtwächter, der seinen neuen Chef noch nicht kannte, glaubte diesen vor sich zu haben und entfernte sich mit respektvollem Gruß. Coblenz, 23. Juli.(Gefangenentranspgxt.) Mit dem rechtsrheinischen Zug nm 11 Uhr 45 Min. wahrscheinlich wird infolge der Giftstoffe noch mehr davon * Solingen, 24. Juli.(Um fünf Pfennige!) Ein Schneider und zwei Messerarbeiter behanggfregesggen Wirthe um fünf Pfenuig aßte er, schleunigst die ganze Gesellschaft vor die Thüre. Draußen stachen die Burschen Raufbolde mit zwei Monaten Gefängniß, und das alles einem jungen t entzghnpegschif für 20 Holland gefohen, Bzerg, ais einem Handelsschiff für die Fahrt nach China„Dienst als Heizer genommen und kehrte nach hier zurück in der Meinung, daß der Vorgang vergessen sei. Die Polizeibehörde war jedoch von seiner Ankunft unterricht worden und er wurde von einem Beamten der Kriminalpolizei in einem Dachzimmer seines Elternhauses, wo er sich versteckt gehalten hatte, entdeckt und dann in Sicherheit : Bocholt, 23 Juli.(Humor im Pech.) Sturz mit dem Zweirad bringt die Radfahrer nicht selten in allerlei schiefe Lagen, aus denen es sich dann mit Humor oder Schnelligkeit herauszureißen heißt. So fuhr dieser Tage ein Radler, der unter vielen anderen Geschäften auch den Verkauf von Fahrrädern betreibt, mit seinem Rad unfretwillig gegen die Hausthür seines Konkurrenten und flog unter dem Geklingel der Schelle und dem Geklirr der Scheiben in den Eingang des Hauses. Sofort liefen die Hausbewohner zusammen, unter denen unser Held sehr bald auch seinen Konkurrenten gewahr wird. Aber die Lage hatte ihm den Humor nicht geraubt, denn mit einem:„Nu sühste, dat ik fiör de Konkurrenz nit bange bün“, hatte er die Lacher auf seiner Seite. * Mörs, 23. Juli.(Dunkler Mord.) Im Kreise Mörs wird, wie der„Köln. Zeitung" geschrieben wird, das öffentliche Interesse immer größerer Kreise durch einen unheimlichen Kindesmord in Kanten in Anspruch genommen. Der Verdacht hat sich auf einen jüdischen Einwohner gelenkl und es wird von einem ritrellen Mord geredet. Der Erste Staatsanwalt aus Cleve hat die Untersuchung an Ort und Stelle persönlich geführt, doch sind alle Nachforschungen bisher vergeblich gewesen. Die Stimmung gegen die jüdischen Einwohner, so schreibt der Korrespondent der„Köln. Ztg.“, ist derart, daß sie am Platze geschäftlich unmöglich sind, wenn die dunkle Mordgeschichte nicht bald aufgeklärt wird. Düsseldorf, 22. Juli.(Die 32.Hauptversammlung) des 7300 Mitglieder zählenden Vereins deutscher Ingenieure findet am 17. und 18. August in Düsseldorf, a 19. August in Duisburg statt. * Düsseldorf, 22. Juli.(Der Kronprinz von Rumänien), Prinz Ferdinand Meinrad von Hohenzollern befindet sich augenblicklich in unserer Stadt und ist folgende. Eine Frau Franciosi hatte Ende März 1891 ein krankes Kind und besprach sich darüber mit einigen Gevatterinnen. Das Ergebniß der Berathungen der weisen Frauen war die Entdeckung, daß eine gewisse Frau das Kind behext hatte, und daraus ergab sich denn mit strenger wissenschaftlicher Folgerichtigkeit der Schluß, daß dem armen Würmchen nur geholfen werden könne, wenn die Richetti selbst gezwungen würde, den Zauber wieder zu lösen; ein gewöhnlicher Arzt hätte das ja gar nicht fertig gebracht. Die Mutter des kranken „Also. Herr Spiritus, Sie finden auch, daß das Pflaster Kindes traf die vermeintliche Hexe in der Kirche Sta. einsc r. Seri: sähese. Sau= Nachtmächter der beinen Maria, machte ihr dor Vorwürse wegen ihrer Zauberei, verlangte eine Gegenbeschwörung und versuchte, die erschrockene Frau Richetti gewaltsam mit sich zu schleppen. Der Streit der beiden Klrchengängerinnen wurde so heftig, daß ein Geistlicher einschreiten und Frieden stiften Vormittags trafen unter polizeilicher Bedeckung 40 Straf= mußte. Beiläufig sei bemerkt, daß der Sakristan von gefangen: aus dem Gefängniß zu Elberfeld mit der Sta. Maria bei der jetzt stattgehabten Zeugenvernehmung Eisenbahn ein und wurden im hiesigen Gefängniß unter= einige sehr sonderbare Aussagen machte. Er erzählte:„Man Eeothcht.„.„4sche# c#eb.) Gestern meldete mir, in der Kirche sei eine Hexe, worauf ich er* Eupen, 21. Juli.(Gefährlicher Diev.) Gestein widerte: es giebt keine Hexen mehr.“ Auf den Einwurf wurde aus dem hiesigen Gefängniß ein vor vier Wochen des vorsitzenden Richters, es habe doch überhaupt nie hier aufgegriffener Taschendieb nach der Strafanstalt'n Hexen gegeben, erklärte der Sakristan ganz treuberzig Aachen eingeführt, dessen Persönlichkeit„troß eifrigster ter großer Heiterkeit der Zuhörer:„Entschuloigen der Nachforschungen und zahlreicher in die Welt gesandter Herr Präsident, aber man hat mir ganz bestimmt verPhotographien noch nicht festgestellt werden konnte. sichert, daß es früher Heren gegeben hat.“ Nachdem es Sonntag gelang es dem burchfest verschofene Pozixseirer nun infolge der Einmischung der Geistlickkeit der Frau Man ist deshalb auf das Resultat der Untersuchungen des Herrn Regierungsratbes sehr gespannt. Abgeestürzt. Vergangenen Donnerstag haben sich in der Schweiz nicht weniger als 3 Bergabstürze ereignet. Beim Alpenrasensuchen an der Ebenalp(Appenzell) fiel ein junger Mann von Herisau einen über 60 Meter hohen Abhang hinunter und erlitt so schwere Verletzungen, daß er bald nach seiner Auffindung starb. Am Riesen(Bern) stürzie Casernenwärter Hoffstätter aus Thun und erlag seinen Verletzungen. Auch am Pilatus ist ein junger Mann aus Luzern abgestürzt. Von einer Viper gestochen. Ein Vorfall von ergreifender Tragik ereignete sich dieser Tage in der Temeser Gemeinde Bania. Ottilie Popescu, die reizende junge Tochter des angesehenen Wald= und Sägefabrikbesitzers Johann Povescu, promenirte in Begleitung ihres Bräutigams im Garten des väterlichen Hauses. Eine halberblühte Rose weckte das Verlangen des schönen Mädchens, welches den Arm ausstreckte, um die Blume zu brechen. In diesem Augenblick schoß aus dem Strauch eine Viper hervor und umschlang die Hand des Mädchens, welches mit einem markerschütternden Schrei ohnmächtig zu Boden stürzte. Vergebens war die angewandte ärztliche Hülfe, das beklagenswerthe Mädchen, welches in vierzehn Tagen vor den Altar hätte treten sollen, starb an den Folgen des Viwvernstiches.— Ke— 160#cmrin Vieh verbrannt. 300 Schafe und über 100 Schweine fanden dieser Tage auf einem Gute bei Thorn den Tod in den Flammer. 2###immer Gamkunrs 90 Chreif. Verunglückter Schwimmer. Hamburg, 20. Juli. Der Wettschwimmer Ulsted aus Liljeholmen hat sich gestern Morgen bei einem Versuchssprung das Genick gebrochen und ist sofort gestorben. 41 96 Gug Sechs Schiffe zerschellt. Valparaiso, 21. Juli. Durch einen Orkan wurden gestern 6 große Seeschiffe zerschellt. Mehrere derselben gingen mit der gesammten Besatzung unter. Beigen schlag er indeß irihümlicherwise die Richtung nach Aachen ein, sodaß es der Polizei gelang. ihn in einer Wirthschaft einige Stunden nachher wieder dingfest zu * Nachen, 23. Juli.(Ein christlich=sozialer Kongreß) findet hier im Oktober statt, zu welchem bereits 24 christlich=soziale Vereine Rheinlands und Westfalens ihre Theilnahme zugesagt haven. Auf der Tagesordnung steht die Berathung eines neuen Programms. St. Wendel, 22. Juli.(Keine Hundewürmer.) Die„Nahe Bl.=Ztg.“ bringt folgende Berichtigung:„Die in unserer Zeitung enthaltende Notiz, daß ein Mädchen in Folge von Hundewürmern im Gehirn gestorben sei, Patentliste westfalischer Erfinder. Mitgetheilt durch das Patent=Bureau von Otto Wolf in Dresden. vereint mit ihren wackeren Gevatterinnen und drei Päzzicht Angemeldet von: August Niemöller in Gütersloh: in das Haus der Hexe, und ohne irgendigelche Sruckficy: Herstellung eines Klebstoffes aus den Kernen des Johannisauf den Zustand der armen Frau, die sich in Hoffnung Hrots.— Hermann Briehl in Dorsten: Cupolösen mit Abbefand, wurde dieselbe von der aufgeregten Schaar unter kühlung der Wandungen im Centralschmelzpunkt.— A. schweren Drohungen, Rippenstößen und anderen Miß Augan in Minden: Verfahren und Apparat zur Darhandlungen gezwungen, mit in das Krankenzimmer im Hause der Franciosi zu kommen. Hier sollte sie das Kind wieder entzaubern. Da sie aber selbst von dieser Kunst gar nichts verstand und nicht wußte, wie sich dazu anstellen, besorgten die anderen weisen Frauen das Nöthige, schnitten ihr unter mancherlei Beschwörungen einen Büschel Haare ab, erklärten damit den Hexenbann für gebrochen und ließen die gequälte Frau Richetti wieder laufen. Infolge des ausgestandenen Schreckens und der Mißmuß dahin berichtigt werden, daß die behandelnden Aerzte handlungen lag die Richerti fast einen ganzen Monat lang Gehirn=Tuberkulose festgestellt hatten, und daß eine Ob= krank und kam vorzeitig nieder. Wegen der gegen die duktion der Leiche nicht stattgefunden hat.“ Industrie, Handel und * Antiplatinglühlampe. Die Verhandlungen zwischen einem der bedeutendsten Electricitätswerke Englands und dem Erfinder der Antiplatinglühlampe, dem k. k. Hauptmann Franz Walter aus Wien sollen demnächst zum Abschluß gelangen. Die Brennversuche in Paris sind ebenarme Frau begangenen Roheiten haben sich nun sechs Personen zu verantworten, welche übrigens die Theilnahme an den thätlichen Mißhandlungen leugnen. Da dieselben jedoch durch Zeugen festgestellt sind, so darf man hoffen, daß die Thäter der verdienten Strafe nicht entgehen werden. Unterschlagung. Tuttlingen, 22. Juli. Gegenwärtig weilt Regierungsrath Hölldampf von Reutlingen hier, um wegen des von dem verstorbenen Stadtpfleger St. alls in Bezu, auf Brenndauer und Lichtfpische gvend Huterlassenen Kassen=Defzis, das eine geradezu unglaubzu ersetzen, sowie die Vereinfachung der Erzeugung stellt den Lampenpreis um ein so Bedeutendes niedriger, daß ein großer Aufschwung auf dem Gebiete der elektrischen Belenchtung infolge dessen zu erwarten sein dürfte.. herrscht große Erbitterung. Es ist Jedermann unklar, schreibt die„F. Z.“, wie diese Betrügereien viele Jahre lang fortgesetzt werden konnten, ohne entdeckt zu werden. senoop in Minden: Verfahren und Apparat stellung von Kohlensäure aus Mineralien.— W. Hänel in Haspe: Verfahren und Vorrichtung zum gleichzeitigen Walzen von zwei oder mehreren Drähten. Markt= und Witten, 23. Juli.„Weizen 23.00 M., Roggen 20,00 M., Gerste 15,50 M., Hafer, neuer 18,00 M., Kartoffeln neue 10,00 M., per 100 Kilo. Butter 1,10 M. er ½ Kilo. Berlin, 24, Juli, 2½ Uhr, N. Fruchtbörse. Weizen li 245.00. Juli=August 219.10, Sept.=Okt. 209,75 M per Berlin. Okt.=Nov. 000.00 Mark. Gek. 25.000 Centner. Roa; Juli 216.75, Juli=August 207.25, Sept.=Okt. 19900 Okt.=Nov. 000.00 Mark. Gek. 0000 Ctr. Hafer Juli 169.00. Juli=Aug. 153.00, Sept=Okt. 146.50 M 3000 Ctr. Rüböl vorr. mit Faß 60.20, ohne Far 59.20. Juli 60.00, Sep.=Okt. 60.10 Okt.=Nov. 60.20 M. Gek 000 Ctr. Spiritus 70er vor. 50.20 Juli=Aug. 49.30 Aug.=Sept. 49.60, Sept.=Okt. 4470, Okt.=Nov. 43.50, Mi. 50er vorr. 00,00 Mk. Gek. 40000 Ltr. Petroleum vorr 23.00 Mark Roggenmehl 0/1 Juli 29 15, Juli=Aug. 28.35 Mk. Bremen, 24. Juli. Petroleum matt, vorr. 6.30 Autwerpen, 24. Juli. Petroleum ruhig, vorr. 16½. August 16 1/8. Sept. 16 1/2, Sept.=Dez. 16½ f. Gekanntmachung. Montag, den 27. Juli, Mittags 12 Uhr, werde ich an meinem Verkaufslokale bei Wwe. F. Oesterreich in Annen: 1 Pultschrank, 1 Commode, 1 Console, 2 Backtröge, Bekanntmachung. Es wird hiermit bekannt gemacht, daß die technische Revision der Maaße. Gewichte und Meßwerkzeuge unter Zuziehung des städtischen Aichmeisters im August d. J. ausgeführt werden soll. Diese Revision wird auch auf die im§ 68 Nr 1'der Aichordnung vom 27. September 1884 bezeichneten festfundamentirten Brückenwaagen 2c. ausgedehnt werden. g.25mentirt, Der§ 68 Nr. 1 a. a. O. bestimmt, daß festfundamentirte Brückenwaagen, sowie alle Waagen, welche für eine größte zulässige Last von mehr als 2000 Kilogramm bestimmt sind, im öffentlichen Verkehr nur bis Tisch, 12 Stühle, 3 Spiegel, desjenigen Kalenderjahres angewendet werden dürfen, in welchem die 3 Gettstellen, Matratze)Alichung oder eine Wiederholung der Aichung laut der aufgestempelten 3 Bertsteuen, 1 Matraße, 1 Hausuhr u. s. w. öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Witten, 24. Juli 1891. Franzmann, Gerichts=Vollzieher. [Angabe der Jahreszahl derselben erfolgt ist. Hiernach müssen alle diejenigen Waagen 2c. der bezeichneten Art als unzulässig beanstandet werden, welche entweder gar keinen Aichstempel oder nicht den der Jahre 1888, 1889, 1890 oder 1891 tragen. Ferner wird darauf aufmerksam gemacht, daß die bei der Revision vorgefundenen vorschriftswidrigen Maaße, Waagen 2c. der Einziehung unterliegen und daß außerdem Bestrafung der betreflfenden Gewerbetreibenden eintreten muß. Es empfiehlt sich daher, Maaße, Waagen 2c., deren Richtigkeit zweifelhast erscheinen, schleunigst zur aichamtlichen Prüfung zu bringen. Witten, den 25. Mai 1891. Die Polizei=Verwaltung: Dr. Haarmann Bekanntmachung. Die Urlisten derjenigen im hiesigen Amtsbezirk wohnhaften Personen, welche zu dem Amte eines Schöffen oder Geschworenen berufen werden können, liegen vom 27. d. Mts ab eine Woche lang bei den Herrn Gemeinde=Vorstehern zu Jedersmanns Einsicht Einsprachen gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Listen müssen während der Auslegefrist bei dem betr. Herrn GemeindeVorsteher angebracht werden. Herbede, den 24. Juli 1891. Der Ehren=Amtmann. Mees man n. Wir empfehlen aus unserm Verlage: Pros. Dr. A. Der Calmudjude. 6. Aufl. 128 Seiten. 1 M. broschirt, 1 M. 60 Pf. gebunden. Hochinteressant sind die Enthüllungen, welche der berühmte Verfasser in dieser Schrift über die Geheimgesetzgebung des Judenthums bietet. 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