lerie. 22. d. Mts. Abends an, lokal die Ausgabe tatt. Die Liste für das FestVereinslokale auf rstag geschlossen. der Vorstand. iVerein. iels Herbede. er Schützen p. Heven Uhr Abends, n. Herbede: hr Nachmittags, d. Der Oberst. tmachung. den 23. Juli, 9 Uhr einem Verkaufslo1'schen Saale hier: Strohhüte, Filz, Hosen, Untern. Westen, Joppen, ge 2c. bietend gegen Barigern. Juli 1891. Franzmann, erichts=Vollzieher. ten Corsets, rzen, Handbaumwollene zu herabgesetzten jeben bei Mang, rstr. 24, Albert u. Leye. cch. No. 170. Fernsprech=Nr. 46 für Witten. Witten, kreitag, den 24. Juli. Fernsprech=Nr. 18 für Hagen. 1891 ) Cugerrnt. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Insertionen werden die 7 gespaltene Petitzeile mit 10 Pf. berechnet. verbunden mit dem General-Anzeiger für Witten und Amgegeno.“ Abonnementspreis(incl. der Gratisbeilage 4 „Märkisches Heim"): 1,80 Mark vierteljährlich, monatlich 60 Pfg. bei Bestellung durch die Boten. Bei Abnahme auf der Post inel. Bestellgeld 2,20 Mk. 1 # Der Zonentarif und die EisenbahnReform. st an, daß ich neben der RatyLochenmarkt stehe dkröten, GoldStück zu 1 Mk. un Orths, seldorf. gen Nachnahme eine butter au Ekkenga, (Ostfriesland). Ziehung gust 1891. setz vom 8. Juni deutschen Reiche gestattete estempelte ihnloose Ziehungen von: 400000, 300000, 30000, 25000, 2c. Gewinne, die vie vom Staate zahlt werden. is gewinnt. Einzahlung Loos 5 Mk. rust Schmidt, nstanz, Baden. llichseffe & Co, Berlin u. kft. M. sutral mit Borax1 von ausgezeichst zur Herstellung eines zarten n Teints unerlässtel gegen Sommerth. a Stück 50 Pfg. ter, Coiffeur. bebeutendste mlichst bekannte dorn nager rry Unna ia bei Hamburg, zollfr. geg. Nachn. unter 10 Pfd.) gute neue„ ern für 60 Pfg. Pfund, ich gute Sorte kk. und 1.25 Pfg. Halbdaunen nur Pfg., Hanzdaunen nur Pfg. nahme von 50 Pfd. datt.— Umtausch Betten(Oberbett, t und 2 Kissen) Inlettstoff auf's füllt, einschläng 20 Mk. Zweischläfig M. Fur Hoteliers er Extrapreise. Verlag von ld& Co. in Witten. n H. Risel& Co. in Hagen. iter Verantwortlichkeit betzold in Witten. Man kann des Guten bekanntlich auch zu viel thun, und bei den Vorschlägen, welche zur Reform des Eisenbahnwesens gemacht werden, wird dieses Guten in der That reichlich zu viel gethan. Es unterliegt keinem Zweifel, daß wir im Deutschen Reiche durch die Bank eine Ermäßigung der Billetpreise gebrauchen können, aber es ist ganz und gar verfehlt, nun zu sagen, daß jeder Mensch für ein paar Pfennige durch Deutschland müsse reisen können. Eine derartige Ermäßigung der Fahrpreise würde in keiner Weise segensreiche Folgen haben, denn die Eisenbahnen sind doch nicht nur im Interesse von Handlungsreisenden und Reiseliebhabern, die über viel Geld und viel Zeit verfügen, da, sondern im Interesse der Gesammtheit. Und diese Gesammtheit hat keinen derartigen Nutzen von einer solchen Ermäßigung des Billettarifes, wie sie manchen Eisenbahnreformern vorschwebt, die noch unter die Sätze herabgehen wollen, welche beispielsweise der Zonentarif in Oesterreich=Ungarn aufstellt. Die Ideen, welche zur Befürwortung solcher scheinbarer Reformgedanken führen, die in Wahrheit aber gar keine sind, sind einseitig; es ist ganz erklärlich, daß die Personen, welche viel reisen müssen oder aber viel Zeit zum Reisen haben, ihre Freude daran haben, halb umsonst zu reisen. Aber diese Personen bilden nur eine kleine Minderheit. Angenommen, wir erhielten so billige Billetpreise, daß es Jedem eine Kleinigkeit wäre, von Westen nach Osten quer durch Deutschland durchzureisen. Was würden die Folgen sein? Der Verkehr würde wohl etwas wachsen, aber nicht entfernt in dem Maße und vor Allem nicht so dauernd, wie vielfach geglaubt wird. Im praktischen Leben liegen die Dinge doch ganz anders. Zum Reisen gehört, auch bei billigen Billetpreisen, immer Geld; außerordentlich viele Leute sehen in häufigen oder weiten Bahnfahrten kein Vergnügen, sondern Strapazen, und den allermeisten Leuten fehlt endlich zum frischen und frohen Reisen die Zeit. Der Handwerker, der Arbeiter, der kleine Beamte, überhaupt der ganze Mittel= und Arbeiterstand hätte von diesen sehr niedrigen Billetpreisen recht wenig. Dies Resultat würde aber in sozialer Beziehung durchaus kein befriedigendes zu nennen sein, und es würde keine Freude über die billigen Eisenbahnfahrten im Allgemeinen herrschen, sondern es würden vor Allem sich Die ärgern, welche nichts davon haben. Den Bewohnern der großen Industriestädte, die mehr als Andere darauf angewiesen sind, einmal frische Luft zu schöpfen, mag man die Billetpreise in die Nachbarschaft tüchtig ermäßigen, davon haben Jene Vortheil, davon hat auch der Staat in Folge der erhöhten Arbeitskraft Nutzen, aber der Allgemeinheit kann es äußerst gleichgültig sein, ob ein Reisefex für eine Tour von Metz nach Memel so oder so viel zahlt, oder ob das Publikum der ersten und zweiten Klasse nur die Hälfte für die Billets erlegt. Zu einer radikalen Umwälzung der Billettarife ist hier kein Grund vorhanden; eine ruhige Ermäßigung ist am Platze, und hat diese in einigen Jahren gute Resultate gezeitigt, dann können wir weiter gehen. Die überaus große Mehrheit der deutschen Staatsbürger sind dazu da, um zu Hause zu arbeiten, aber nicht, um mit der Eisenbahn fortwährend rspazieren zu fahren. Nach diesem Gesichtspunkte muß reformirt werden, aber nach keinem andern. Es wäre vielleicht ganz gut gewesen, wenn auf einer deutschen Eisenbahnlinie für die Dauer eines Jahres der Versuch mit dem Zonentarif nach dem österreichisch=ungarischen Vorbilde gemacht worden wäre; der Streit um diesen Reformpunkt würde dann heute wohl viel weniger hitzig sein, als es jetzt der Fall ist. In Ungarn ganz besonders herrschte bekanntlich für den Zonentarif eine haushohe Begeisterung, die ziffermäßigen Resultate waren blendend und haben auch in Deutschland, was ja offen zugestanden werden kann, dem Zonentarif viele stürmischbegeisterte und ruhigere Anhänger verschafft. Nun will aber die Geschichte in Ungarn nicht mehr, der Verkehr nimmt nicht mehr derartig zu, daß die niedrigen Preise lohnen, und der ungarische Eisenbahnminister ist mit einem Male vor die fatale Nothwendigkeit hingestellt, die bisherigen Preise zu erhöhen. Und man weiß ja: wenn das Publikum jedes Sinken irgend eines Preisstandes mit lautem Beifall begrüßt, so giebt es um so gewaltigeren Lärm, sobald die Preise wieder hoch gehen. So wird es jetzt in Ungarn kommen, so würde es auch wohl bei uns kommen. Gewiß soll die Eisenbahn vor allen Dingen Verkehrs=Interessen dienen, aber es wäre direkt ein wirthschaftlicher Widersinn, wenn bei einem Unternehmen, wie es das deutsche Eisenbahnwesen ist, in dem Milliarden stecken, gar kein Profit herauskommen sollte. Die Staatsfinanzen der deutschen Einzelstaaten sind nun einmal vielfach auf die Eisenbahneinnahmen basiert, und wenn die Staatsbürger von den Bahnen Alles umsonst haben wollen, müssen sie eben mehr Steuern zahlen, und zwar müßten Alle zahlen, damit ein geringer Theil Nutzen hätte. Das ist nichts! Der Eisenbahnverkehr ist doch, das darf nie vergessen werden, nicht allein abhängig davon, ob die Bevölkerung gern reist oder nicht. Das Wetter muß günstig sein, das Publikum Zeit und Geld haben. Wer sollte denn den Schaden beispielsweise decken, der im letzten kalten Winter oder im ungünstigen Frühjahre entstanden wäre, und dieser Ausfall wäre ein ungeheurer gewesen, denn unter solchen Witterungsverhältnissen wäre trotz aller billigen Preise ein Jeder zu Hause geblieben, der nicht unbedingt fort mußte. Auch hieran muß gedacht werden, man wird dann von selbst zu dem Resultat kommen, daß Alles Maß und Ziel haben muß. Welten lassen sich nicht erstürmen, und umsonst kann die Eisenbahn nicht arbeiten. Die deutschen Bahnen erfreuen sich aber, das beweist die im Laufe des letzten Jahres erheblich vermehrte Zahl der Züge, eines so guten Verkehrs, daß schon auf billige Wünsche des Publikums billige Rücksicht genommen werden kann. Die Eisenbahnverwaltungen müssen ebenfalls modernen Geschäftsprinzipien huldigen, und das erste von diesen heißt: Entgegenkommen gegen die Kunden, also hier gegen das Publikum. Darin kann zweifellos noch Manches geschehen, vor Allem auch bei den Billetpreisen, bei welchen sich noch mancherlei Wunderlichkeiten zeigen. Besonders müssen hier die minder bemittelten Klassen der Bevölkerung berücksichtigt werden, die im Allgemeinen keine großen Vergnügungstouren machen, also auch von den Fahrpreisermäßigungen, welche Rundreisebillets, Saisonbillets und andere Einrichtungen gewähren, nicht den geringsten Nutzen haben. Auch die Frachttarife verdienen eine erneute, zeitgemäße Prüfung, die Industrie kann den kleinen Nutzen, welcher dabei herauskommen würde, recht wohl gebrauchen. Es sind bekanntlich schon Verhandlungen unter den Eisenbahnverwaltungen im deutschen Reiche angeknüpft worden, welche Reformen bezwecken. Zu wünschen ist, daß hierbei nicht zu viele Bedenken sich geltend machen, die vom grünen Tische stammen, sondern daß einmal praktisch durchgegriffen wird. Als es sich um die Einführung des Alters= und Invalidenversicherungsgesetzes in Deutschland handelte, sagte Herr von Bötticher: „Meine Herren,“ sagen Sie nur ja, es wird schon gehen!“ Diese gleiche Aufmunterung richten wir an die oberste Eisenbahnbehörde; gewiß, wie bei der Altersund Invalidenversicherung wird auch bei derartigen gesunden Reformen im Eisenbahnwesen Alles gut geben. undschan. * Was die russische Regierung über die englische Reise des Deutschen Kaisers sagt. Der in Brüssel erscheinende„Nord“, welcher mit dem russischen Ministerium des Auswärtigen sehr enge Beziehungen unterhält, bringt die nachfolgenden Zeilen: „Der allgemeine Eindruck, welcher durch die Reise des Kaisers Wilhelm nach England hervorgerufen worden, ist, welche politische Aussichten man auch immer mit diesem Akt internationaler Courtoisie in Verbindung zu bringen versucht haben mag, doch ganz entschieden nicht beunruhigend. Weit davon entfernt, einen neuen schwarzen Punkt zu erzeugen, ist der Besuch des Deutschen Kaisers beim Hofe vom Windsor durch die Macht der Verhältnisse zu einer dem Frieden günstigen Kundgebung geworden. Der Kaiser hat in seiner Ansprache an die Behörden des Landes die feste Versicherung gegeben, daß er die historische Freundschaft zwischen England und Deutschland wahren werde. Er hat aber auch erklärt, daß er sein Möglichstes thun wolle, um unausgesetzt die guten Beziehungen zu den anderen Staaten aufrecht zu erhalten und zu entwickeln, und daß man ihn stets bereit finden werde, sich an jedem Werke friedlichen Fortschrittes zu betheiligen.“ * Die neuen preußischen Oberpräsidenten. Staatsminister Dr. von Goßler ist, wie schon erwähnt, zum Oberpräsidenten von Westpreußen und Graf Udo zu Stolberg=Wernigerode zum Oberpräsidenten von Ostpreußen ernannt worden. Man darf annehmen, daß in letzterem Falle wesentlich die parlamentarische Thätigkeit des Grafen Stolberg den Ausschlag für seine Ernennung gegeben hat, und daß er für den geeigneten Mann gilt, die zur Hebung Opstpreußens beabsichtigten wirthschaftlichen Maßregeln mit durchzuführen. Er ist im Reichstage wie im preußischen Herrenhause stets für diese Maßregeln, die Aufhebung des Identitätsnachweises, Ermäßigung des Eisenbahntarifes für die landwirthschaftlichen Produkte eingetreten, hat sich auch als Referent unstreitig Verdienste um das Zustandekommen der Landgemeindeordnung erworben. Graf Stolberg ist 1840 in Berlin geboren, absolvirte das Abiturienten=Examen und studirte in Halle. Als aktiver Militär machte er die letzten Feldzüge mit. In der Schlacht von Königgrätz war er verwundet worden. Im Reichstage gehört der neue Oberpräsident, welcher den Wahlkreis Rastenburg=Friedland vectritt, der konservativen Partei an. * In welcher Weise die Sozialdemokraten die Agitation auf dem platten Lande, die ihnen bisher so wenig eingebracht hat, treiben, dafür bietet folgende Nachricht eine treffende Beleuchtung: In Berlin hat sich ein sozialdemokratischer AgitationsVerein für Ost= und Westpreußen gebildet. Nicht dem Vergnügen oder der Pflege ländlicher Kameradschaft soll diese neue Vereinigung dienen, sondern sie ist, wie schon ihr Name zeigt, lediglich aus dem Grunde ins Leben gerufen worden, um die in der Reichshauptstadt lebenden ost= und westpreußischen Arbeiter für die Landagitation in ihrer Heimath dienstbar zu machen, oder, wie der Candidat Preuß in seinem Appell bei der Konstituirung der Vereine äußerte,„den Klassengenossen in der Heimath mit allen Mitteln Hülfe und Aufklärung zu verschaffen.“ Diese Propaganda soll in der Weise geschehen, daß die in Berlin lebenden Ost= und Westpreußen ihre Bekannte in ihren Heimathsprovinzen durch Briefe oder durch die Uebersendung leichtverständlicher Flugblätter, Zeitungen, Broschüren u. s. w. bearbeiten sollen. Da die Landagitation in genannten Ostprovinzen an Ort und Stelle als ziemlich schwierig sich erweist, so ist es ganz erklärlich, daß die Soizalrevolutionäre auf das Auskunftsmittel, vom Centrum aus. zu agitiren, verfallen sind. In den ländlichen Kreisen Ost= und Westprenßens wird man dieses Vorhaben recht fest ins Auge fassen müssen und die schwachen Köpfe, die sich etwa blenden lassen könnten, rechtzeitig aufzuklären haben. * Der gewöhnlich gut unterrichtete Römische Correspondent des„Daily Chronicle“ meldet, daß man in dortigen amtlichen Kreisen ungeachtet aller gegentheiligen Versicherungen eine Zusammenkunft zwischen General von Caprivi, dem Grafen Kalnoky und dem Marquis di Rudini für höchst wahrscheinlich hält. Dieselbe dürfte im Laufe des nächsten Monats in einem Seebad, muthmaßlich Ostende, erfolgen.— Wir begnügen uns damit, die völlig unverbürgte Meldung einsach zu registriren. * Der O'Sheasche Ehescheidungsproceß ist längst vorüber, Parnell hat die geschiedene Gattin heimgeführt und fühlt das ganze Glück eines jungen Ehemannes. Nur Eines erübrigt noch, die Zahlung der Kosten, welche Capt. O'Shea bei seinem Processe gehabt hat. Die Summe ist groß, und es fällt Parnell schwer, den Betrag aufzubringen. Er hat seinem Gegner angeboten, die Hälfte der Gerichtskosten in Baar zu erlegen und den Rest nach Monatsfrist zu zahlen. Die Anwälte Capt. O'Sheas nahmen nach einigem Sträuben den Vorschlag an. Seit der Zeit aber haben sie nichts von Parnell gesher. * Die Russificirung der Elementarschulen in den deutschen Colonieen Südrußlands ist endgültig beschlossen. Die russische Sprache wird Unterrichtssprache; für den russischen Unterricht werden in den untern Classen 10, in den obern 20 Stunden wöchentlich angesetzt. Wie viel bleibt da noch zur Erlernung der andern Gegenstände übrig! Aber das will man eben durch die Reform erreichen: eine Herabminderung der Leistungsfähigkeit dieser Schulen, welche von den Gemeinden mit großen Opfern geschaffen und unterhalten worden sind. * Berlin, 22. Juli. Zu der vielgepriesenen Harmonie in dem Verhältnisse zwischen sozialdemokratischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern liefert der„Berl. Börs. Cour.“ folgenden Beitrag:„Herr Wilhelm Werner glaubt ein besonders zielbewußter Sozialist zu sein, und doch hat ihn seine Schwärmerei für„liberté, egalité, fraternité nicht davor bewahren können, in einen Konflikt mit seinen Arbeitern über die Art der Entlohnung zu gerathen. Wilhelm Werner ist nämlich ein wohlbestellter Buchdruckereibesitzer und beschäftigt in seiner Buchdruckerei am Elisabeth=Ufer in Berlin eine ganz stattliche Anzahl von Gehilfen. Diese Gehilfen sind natürlich sämmtlich eifrige„Genossen". Sie standen bei Herrn Werner im sogenannten„gewissen Gelde", d. h. sie bekamen einen bestimmten Wochenlohn und hatten dafür die Verpflichtung, täglich eine bestimmte Anzahl Stunden zu arbeiten. Die Herren„Genossen" vertrauten jedoch auf die Gesinnungsgemeinschaft und Freundschaft des Prinzipals und wohl nicht zum wenigsten auf ihr„gewisses Geld" und fingen bald an,„blau“ zu machen. Herr Werner sah dem Treiben eine Weile ruhig zu. Als„Genosse" hätte er seinen Leuten das Schlaraffenleben wohl gegönnt; als Geschäftsmann aber sah er seine Interessen geschädigt. Zwei Seelen wohnten, ach! in seiner Brust. Schließlich gewann die Seele des Geschäfts die Oberhand, er sagte:„Kinder. Ihr arbeitet mir im gewissen Gelde zu wenig; ich muß Euch auf Akkordlohn setzen!“ Man höre, Alkordlohn! Akkordlohn ist die Art von Arbeit, welche nach sozialdemokratischem Ausspruch die Gesundheit des Arbeiters ruinirt. Drei Arbeiter wollten sich die veränderte Geschäftspraxis nicht gefallen lassen, sie wurden gekündigt, trotzdem sie beinahe am längsten in der Offizin thätig waren. Die anderen murren, und in den weiteren Kreisen der„Genossen“ wird die Angelegenheit vielfach erörtert. Mit der vielgerühmten Harmonie ist es jedenfalls aus.“ — Der Krieg gegen Vollmar. Die bekannten Reden des sozialdemokratischen Abg. v. Vollmar werden nicht, wie man annahm, erst auf dem Erfurter Parteitage der deutschen Sozioldemokraten, sondern wahrscheinlich schon auf dem internationalen Sozialisten=Kongreß in Brüssel zur Sprache gebracht werden. Es stellt sich nämlich, wie berichtet wird, heraus, daß von den drei in Berlin gewählten Delegirten zum Brüsseler Kongreß mindestens der eine der sogenannten radikalen Richtung angehört, von welcher Vollmars maßvolle Reden auf das Schärfste angegriffen werden, und daß die Stellung eines zweiten zweifelhaft ist. Es scheint, daß die große Volksversammlung, welche die Herren gewählt hat, sich über die Richtung derselben in einer Täuschung befunden hat, und es wird mitgetheilt, daß diese Delegirten die Vollmar'sche Angelegenheit auf dem Kongreß zur Sprache bringen wollen. — Nachdem in den letzten Jahren eine nicht unbeträchtliche Abnahme der Zahl der Prozesse zu konstatiren gewesen, hat diese sich, nach der neuesten„Justizstatistik", in den letzten beiden Vergleichsjahren 1888 und 1889 ziemlich erheblich vermehrt. Die Zahl der Prozesse bei den Amtsgerichten des gesammten Reiches betrug 1886 999932 und 1887 1005705, im Jahre 1888 stieg dieselbe auf 1040 277 und 1889 auf 1086 202; bei den Landgerichten 1886 107 824, 1887 107 166. 1888 110073 und 1889 115548. — Ueber ein einheitliches Militär=Strafprozeß=Verfahren soll nach den Angoben süddeutscher Zeitungen eine Vereinbarung zwischen Preußen und Bayern erfolgt sein. In der Hauptsache würde dadurch das Militär=Strafverfahren für die ganze deutsche Armee ein öffentliches, was bisher nur in Bayern der Fall ist. — Eine für die gegenwärtige Jahreszeit ganz ungewöhnliche Geldknappheit macht sich auf dem deutschen Geldmarkt geltend und veranlaßt zahlreiche Verkäufe von Werthpapieren. In Folge dessen ist selbst der Kurs von absolut sicheren Papieren gesunken. Zu irgend welchen Besorgnissen giebt diese Erscheinung aber nicht den mindesten Anlaß. — Wie die„Danz. Itg.“ mittheilt, hat auch der Staatssekretär des Reichsschatzamts, Freiherr v. MaltzahnGültz, eine Reise nach West= und Ostpreußen auf dem Programm. Herr v. Maltzahn=Gültz wird im August nach Danzig kommen und dann noch verschiedene andere Orte West= und Ostpreußens besuchen. — Die Mittheilung, daß der Kaiser die neue Landgemeindeordnung und das Wildschadengesetz unterzeichnet habe, scheint ganz verfrüht gewesen zu sein. Bisher sind die Gesetze nicht publizirt. — Hier hat am Mittwoch, wie mehrere Zeitungen mittheilen, zwischen Vertretern der Reichsregierung und solchen der hervorragendsten deutschen Getreidefirmen eine Konferenz stattgefunden, worin es sich um Klarstellung der Marktlage gehandelt habe. — In der morgen erscheinenden Nummer der Deutschen Medizinischen Wochenschrift befindet sich ein Aufsatz des bekannten Professors Dr. Langenbuch, leitenden Arztes des Berliner Lazaruskrankenhauses, der über die sorgsamsten Beobachtungen berichtet, welche in diesem Krankenhause seit nunmehr acht Monaten und in der jüngsten Zeit unter Beaufsichtigung von Geheimrath Koch selbst mit dem Tuberculin gemacht worden sind. Professor Langenbuch weist darauf hin, daß aus der Zusammenstellung von 99 mit Tuberculin behandelten Fällen unabweislich hervorgeht, daß das Kochsche Mittel auf die Lungentuberculose in höherm Maße einen heilenden Einfluß ausübte, als sich sein großer Erfinder laut seiner bekannten ersten Veröffentlichung selbst davon versprochen hat. — Wie die Berl. Pol. Nachr.“ hören, ist vor einiger Zeit in der Sitzung eines Bezirks=Eisenbahnrathes gelegentlich einer Erörterung des etwa drohenden Mangels an Eisenbahn=Betriebsmitteln von amtlicher Stelle bemerkt worden, daß die in Frage kommende heimische Industrie in Folge der Bestellungen der Staatseisenbahn= verwaltung an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt und kaum im Stande sei, neue Bestellungen auszuführen. Dem gegenüber versichert genanntes Organ auf Grund authentischer Informationen, daß die Waggonund Lokomotiv Fabriken allerdings bis Ende dieses Jahres vollauf beschäftigt und kaum in der Lage sind, größere Aufträge zu übernehmen. Vom Januar 1892 ab jedoch. werde der weitaus größte Theil der erfolgten Bestellungen der Eisenbahnverwaltung ausgeführt und die industriellen Etablissements würden von diesem Zeitpunkte ab wieder in der Lage sein, den größten Anforderungen zu entsprechen. — Elektrische Hochbahn in Berlin. Geh. Rath Werner Siemens hat in einem neulich gehaltenen Vortrag nicht nur die im Vergleich zu anderen Ländern geringe Entwickelung der elektrischen Bahnen und insbesondere der elektrischen großstädtischen Hochbahnen in Deutschland und namentlich auch in Berlin beklagt, sondern auch seine Geneigtheit kundgegeven, seinerseits zur Beseitigung dieses Mangels mitzuwirken. Er plant nichts Geringeres, als die Anlegung einer elektrischen Hochbahn im Süden Berlins, welche den Schlesischen= und den Zoologischen Garten=Bahnhof in ähnlicher Weise, wie dies mittelst der Stadtbahn auf der nördlichen Seite geschieht, südwärts verbinden und dabei wesentlich dem Laufe des Landwehrkanals folgen soll. Es scheint aber, als ob auch dieses Unternehmen ernstlichen Hindernissen begegnet. Wenigstens werden namentlich auf Seite der städtischen Behörden gegen die geplante Trace gewichtige Bedenken sowohl vom ästhetischen Standpunkte, wie von dem des Verkehrs erhoben. Von der Inse! Helgoland, 22. Juli. Die feierliche Enthüllung des Kaisersteines auf Helgoland soll endgültiger Bestimmung zufolge am Montag den 10. August, dem Jahrestage der Besitzergreifung Helgolands, durch den deutschen Kaiser vollzogen werden. An den Kaiser ist von Seiten der Bewohner Helgolands in einer Petition die Bitte gerichtet worden, diesem Akt persönlich beizuwohnen. Der„Kaiserstein" besteht aus einem von rohem schwedischem Granit angefertigten vier Meter hohen Kassel, 22. Juli. Die bevorstehende nohe Ersatz= und Stichwahl zwischen dem nationalliberalen und sozialdemokratischen Kandidaten bildet mehrfach den Gegenstand lebhafter Erörterungen. Es kann aber wohl kaum zweifelhaft sein, daß sich die Stimmen aller Ordnungsparteien dem nationalliberalen Kandidaten zuwenden und diesem den Sieg verschaffen werden. Straßburg, 22. Juli. Ein Galadiner zur Feier seiner Einführung hat der neue Bischof von Straßburg, Dr. Fritzen, gegeben, welchem der Statthalter Fürst Hohenlohe und die Spitzen der Behörden beiwohnten. Es wurden Trinksprüche auf den Kaiser, den Papst und den Statthalter 2c. ausgebracht. Am Avend fand ein großer Lampionzug statt. Oesterreich-Ungarn Ischl, 22. Juli. Als Kaiser Franz Josef gestern Mittag die Kaiservilla verließ, näherte sich ihm ein slovakischer Bauer, um ein Bittgesuch zu überreichen. Der in der nächsten Nähe sich befindliche Polizeiinspektor Gensinger, welcher vom Linzer Polizeikommissariat dem Hofdienst in Ischl zugetheilt ist, bemerkte dies und wollte den Bauer abhalten, näher an den Monarchen heranzutreten, ein Burggendarm unterstützte Gensinger in diesen Bemühungen, doch benahm sich der Bauer so renitent, daß Beide ihn nur mühsam überwältigen konnten. Es entspann sich ein förmliches Handgemenge, während dessen Gensinger, ein starker, hochgewachsener Mann, sich dermaßen aufregte, daß er einige Minuten später vom Schlage gerührt todt zusammenstürzte. Der Kaiser hatte von diesem Vorfall nichts bemerkt und seinen Spaziergang fortgesetzt. Der Bauer wurde verhaftet. In seinem Gesuch bat er den Kaiser, er möge ihm 15 alte Fünfzig=Gulden=Noten, deren Umtausch er seiner Zeit versäumt hatte, umwechseln. Gensinger, der verheiratbet, kam seit 30 Jahren allsommerlich zum Hofdienst nach Ischl. Pest, 22. Juli. Abgeordnetenhaus. Ministerpräsident Graf Szapary erklärte in der Beantwortung der Interpellation des Abgeordneten Ugron betreffend das rauchlose Pulver, die Behauptung, daß die Geschütze diesem Pulver nicht entsprächen, sei völlig unbegründet, vielmehr entsprächen die jetzigen Geschütze dem neuen Pulver, im Ganzen werde nur eine unbedeutende Modifikation der Zünder und der Geschosse nothwendig, wozu jedoch neue Mittel nicht verlangt wurden. Ebenso sei die Behauptung unbegründet, daß das neue Pulver nicht aufbewahrt werden könne,— das neue werde ebenso aufbewahrt wie das alte. Bezüglich der Proben sei es nicht möglich ein Urtheil zu fällen, da die Sache noch zu neu sei. Der Interpellant und das Haus nahmen die Antwort zur Kenntniß. Frankreich. Paris, 22. Juli. Nach hier eingetroffenen Nachrichten aus Buenos=Ayres ist der bereits vollkommen unterdrückt gewesene Militäraufstand unter den Truppen von Corrientes wieder ausgebrochen. Bei den Unruhen sind angeblich 4 Mann getödtet. Die Hauptschuldigen sind verhaftet. * Paris, 22. Juli. Den hiesigen Vertretern der chilenischen Congreßpartei ist folgendes Telegramm zugegangen: Aus Jquique wird gemeldet, daß die Truppen Balmaceda's das Thal von Huasco wieder zu erobern versuchten, nach kurzem Gefecht jedoch zurückgeschlagen wurden und nach Coquimbo flüchteten. Die Kongressisten sind im vollständigen Besitz des Thales von Huasco. Paris, 21. Juli. Zwei Knaben aus Metz im Alter von 13½ und 14½ Jahren wurden Sonntag am Quai d'Orsay halb todt aufgegriffen. Sie waren zu Fuß von Metz nach Paris gegangen, um das Bastillenfest zu sehen und waren daselbst nach sechstägigem Marsche halbverhungert und vollständig zerlumpt angekommen. Beide werden bis zur Abholung durch ihre Eltern in Haft gehalten. Die Zeitungen feiern natürlich die beiden Ausreißer als große Patrioten, obwohl sie deutsche Namen Brest, 25. Juli. Ueber den Zusammenstoß des Hamburger Dampfers„Neko“ mit dem englischen Dampfer „Staincliffe“ werden folgende Einzelheiten bekannt: Der Staincliffe" setzte, nachdem er den„Neko“ angerann. hatte, seine Fahrt fort. Der Kapitän des„Neko“ glaubte Anfangs, daß das Schiff nur eine mäßige Beschädigung erlitten habe und daß es unter Benutzung der Pumpen den nächsten Hafen erreichen könne. Das Schiff begann indeß tiefer zu gehen und sank plötzlich so rasch, daß es nur noch möglich war, die Boote in das Meer zu lassen und Passagiere und Mannschaften einzuschiffen. Das englische Schiff„Ottercaps“, welches den Booten begegnete, nahm die Schiffbrüchigen auf und landete dieselben in Conquet. Von hier aus begaben sich die Passagiere nach Brest; die Mannschaft fand bei einer Marine=Abtheilung Aufnahme. Dem Vernehmen nach sind die Missionäre, welche sich an Bord des„Neko" befanden, holländischer Herkunft. Sagland. London, 22. Juli. Eine bei Lloyds eingegangene Depesche aus Sierra Leone meldet: Der Dampfer „Soudan", der afrikanischen Dampfschifffahrtsgesellschaft gehörig, stieß am 16. d. M. bei Taboa auf einen Felsen und ging unter. Die Passagiere, die Mannschaft, sowie die Postsachen sind gerettet. London, 22. Juli. Der Kronprinz von Italien ist heute Nachmittag 5½ Uhr auf dem Bahnhof von Charing Croß eingetroffen und von dem Prinzen von Wales empfangen worden. London, 22. Juli. Dem Lordmayor von London ist aus Anlaß des Empfanges, welcher Sr. Majestät dem deutschen Kaiser seitens der Bevölkerung der englischen Hauptstadt zu Theil wurde, die Baronetwürde verliehen worden. Gjesvar, 22. Juli. Die Yacht„Hobenzollern" verließ gestern früh um 1/27 Uhr Tromsö, nachdem der in der Nacht eingetretene Nebel sich, gehoben hatte, und setzte bei günstigem Wetter die Fahrt nach dem Nordkap fort. Im Laufe des Nachmittags kamen bei Soeroen zahlreiche Wallfische in Sicht; um 11 Uhr ging die „Hohenzollern" beim Nordkap vor Anker, und gleich darauf begab sich der Kaiser mit Gefolge an Land, um das Nordkap zu besteigen. Der Aufstieg wurde gegen 12 Uhr begonnen und nach einstündigem Marsch der vordere Rand des Plateau erreicht. Trotz heftigen Windes war die Spitze des Nordkaps in dichten Nevel gehüllt. Nach dem Frühstück, welches auf der Höhe eingenommen, wurde der Abstieg angetreten, und um 4 Uhr war der Kaiser zurück an Bord der„Hohenzollern“, welche darauf die Fahrt nach Hammerfest fortsetzte, wo sie heute früh um 11 Uhr eintraf, und voraussichtlich 24 Stunden verbleiben wird. Rutland. Petersburg, 22. Juli. Aus Allahabad wird berichtet, daß die Russen wiederum eine fünfhundert Mann starke Expedition ausgerüstet haben, um das Panar=Plateau zu erforschen und den russischen Einfluß in jener Gegend auszudehnen. Auf dieses, das nordöstliche Afghanistan mit seinen unbotmäßigen Anhängseln Kehiristan und Kohistan beherrschende Hochland haben die Russen unter der Hand schon seit einiger Zeit ihre hauptsächlichsten Anstrengungen gerichtet. e sog. Impfungen mit Krebestoff. Bezüglich eines der Fälle, in denen deutsche Professoren — auboraclich Belgrad, 22. Juli. König Alexander hat heute früh 8½ Uhr nach dem Gattesdienste unter Kanonensalven und Glockengeläute sowie sympathischen Kundgebungen der Bevölkerung mittelst Separatdampfers die Reise nach Rußland angetreten. An dem festlich geschmückten Stationsplatze waren außer den Spitzen der Civil= und Militärbehörden die Geistlichkeit, der österreichisch=ungarische Geschäftsträger, der rumänische Gesandte und der diplomatische Agent Bulgariens zur Verabschiedung anwesend. Egyrten. Kairo, 21. Juli. Dem Reuterschen Bureau wird aus Mekka gemeldet, daß dort und in der Umgegend bis zum Sonntag 360 Todesfälle infolge der Cholera vorgekommen sind. Die egyptische Regierung hat in Eltor ein militärisches Lager zur strengen Handhabung der Quarantäne errichtet und alle sonstigen erforderlichen Vorsichtsmaßregeln getroffen. Washington, 22. Juli. Große Arbeiterunruhen sind in Coalkraek und Briceville im Staate Tennessee ausgebrochen. Streikende Bergleute schossen auf als Ersatzarbeiter geschickte Sträflinge und die Wachsoldaten, welche mitgekommen waren. Die Streikenden sind auch im Besitz der Telegraphenlinie. Der Gouverneur des Staates hat den Belagerungszustand verhängt und Truppen zur Dämpfung der Unruhen zusammengezogen. Es ist bereits zu einem ernsten Zusammenstoß gckommen. Australien. Sidney, 21. Juli. In Samoa herrscht wieder völlige Ruhe. Der krakehllustige Häuptling Mataafa, der einen Putsch wagen wollte, ist in Folge der entschlossenen Maßnahmen der Behörden und der fremden Kriegsschiffe schnell genug wieder davon abgekommen. — ausdrucklich genannt werden Bergmann und Hahn— zwecks Heilung Krebskranke operirt und alsdann Krebstheile auf gesunde Theile des Behandelten übertragen haben sollen, um die Frage der Ansteckung zu erproben, giebt Dr. Hermann Frank=Berlin in der„Deutschen Medic. Wochenschrift“ folgende Aufklärung: „Meine Kenntniß bezieht sich auf den Hahnschen Fall. welcher von mir als damaliger Assistenzarzt auf der chirurgischen Station des Krankenhauses Friedrichshain von Anfang bis zu Ende beobachtet worden ist. Es handelte sich um eine Frau, welche, nachdem ihr längere Zeit vorher die linke Brust wegen Carcinom abgenommen worden war, das Krankenhaus wegen eines Recidivs wieder aufsuchte. Das Letztere faßte vanzerartig die gesammte linke Brustseite ein; neben der diffusen Ausbreitung der Geschwulst bestanden noch eine Unzahl disseminirter Knötchen. Die Beschwerden woren sehr heftig, der Kräftezustand durch die fortgeschrittene Degeneration äußerst herabgesetzt— ein absolut hoffnungsloser Zustand — bei dem nicht einer der gewöhnlichen operativen Eingriffe mehr möglich war. Die Patientin drängte aber unaufhörlich auf irgend eine sperative Hülfe, welcher Art sie auch sei, um nur eine Veränderung ihres qualvollen Zustandes zu erleiden. In der Idee, daß wenigstens eine theilweise Bekleidung der krebsdurchsetzten Fläche mit gesunder Haut eine gewisse Linderung der Beschweiden zur Folge haben, jedenfalls aber durch die wirkliche Ausführung eines Eingriffes eine subjektiv günstige psychische Beeinflussung erzielt werden könne, schlug ihr Herr Hahn eine Transplantation vor, machte sie mit dem Wesen derselben bekannt, worauf sie ohne Welteres einging. In Narkose wurde dieselbe nach der Reverdinschen Methode vorgenommen, drei gesunde Hautstückchen an Stelle der mittels Scheere entfernten knötchenbedeckten Haut überpflanzt, die letztere aber wiederum auf die erstgeschaffenen Wundflächen gelegt. Eine andersartige wirkliche Hülfe war absolut unmöglich. Die Frage, ob diese Knötchen zur Anheilung oder gar zum Weiterwachsen auf dem neuen Mutterboden gelangen würden, war eine bei den bisherigen negativen Versuchsresultaten durchaus offene, aber auch in dem unwahrscheinlichen Falle, daß das letztere eintreten würde, blieb an dem Status quo, an den Lebensbedingungen der Patientin, nichts geändert. Das in erster Linie gewünschte Resultat trat ein, die gesunde Haut gedieh im Umkreis der kranken Partie, aber zu unserm größten Erstaunen zeigte sich derselbe Erfolg bei den uberpflanzten Knötchenhautstückchen. Die Knötchen wuchsen noch einigen Wochen, bis sie beim Tode der Patientiin, nach 2 ½ Monat, etwa Kirschkerngröße erreichten. Der Tod trat ein im natürlichen Ablauf der Krankheit infolge der unaufhaltsam fortschreitenden krebsigen Degeneration, welche auch die inneren Organe, Pleura, Leber u. s. w., ergriffen und hier die äußersten Grade erlangt hatte. Es lag obsolut kein Anlaß vor, weswegen man auch auf den Gedanken kommen konnte, die Transplantation, die nur in einem winzigen Gebiet der Krankheit eine rein lokale Veränderung herbeigeführt hatte, hätte den Ausgang irgendwic beschleunigt. Eine ganze Zeit nach der Transplantation fühlte sich die Patientin nach ihrer eigenen ganz spontanen Aussage„sehr erleichtert". Von Schmerzen war speziell nie die Rede. Um noch einmal den springenden Punkt hervorzuheben: Es handelte sich in erster Linie nicht um eine Untersuchung der Möglichkeit der Krebsplantation im Experiment, sondern beabsichtigt war eine Besserung des Zustandes der Patientin durch Ueberpflanzen gesunder Haut auf eine Krebsfläche, eine Dethode, welche übrigens auch von anderer Seite zur Anwendung gekommen ist. Daß mit der fortschreitenden Entwickelung der Krebsknötchen sich das Interesse vorwiegend diesem sekundären Ergebniß in der Folge zuwendete und daß in den späteren Publikationen nunmehr das letztere in den Vordergrund trat, ist bei der hohen wissenschaftlichen und praktischen Bedeutung der dabei gemachten Beobachtungen vollkommen einleuchtend. Hahn selbst hat aber beide Ergebnisse vollkommen klar formulirt:„Durch diesen Versuch scheint mir einerseits unzweifelhaft bewiesen zu sein, daß Carcinome bei Verwendung geeigneten Materials auf geeignetem Boden überimpfbar sind, was bis dahin nicht sicher erwiesen war, anderseits zeigt auch der Versuch daß carcinomatöse Wunden durch Bedeckung mit gesunder Haut zur Heilung gebracht werden können.“(Chir. Congreß, Sitzung vom 2. April 1889.) Die wichtigen praktischen Folgerungen sind von Dönitz und Senger bereits hervorgehoben worden, ich gehe hier an dieser Stelle nicht weiter darauf ein. Es bedarf kaum eines Hinweises darauf, wie prinziviell verschieden dieser objective Thatbestand von jenem ist, welcher die allererste Veranlassung gegeben hat zu dem in der Presse wie in der wissenschaftlichen Welt erregten Sturm, dessen Berechtigung keinen Augenblick zweifelhaft ist. In diesem letzteren Falle: das Einpflanzen von bösartigem Geschwulstmaterial in einen durch die Radicaloperation vorber„gesund gemachten“ Körper, in unserm Falle: der Versuch, durch Ueberpflanzung gesunder Haut auf die tumorinfiltrite Partie eine Linderung der Beschwerden herbeizuführen, in zweiter Linie die wissenschaftliche Verwerthung der bei dieser Gelegenheit gegebenen Möglichkeit, unter Erhaltung des Status quo, durch einfache Versetzung der Knötchen von einer Stelle auf die andere, gewissen schwierigen Problemen der Pathogenese der Carcinome näherzutreten. Zur Reichstagswahl in Das endgültige Resultat haben wir bereits mitgetheilt; die Stichwahl zwischen Endemann und Pfannkuch findet am Montag, den 27. Juli, statt. Verglichen mit der Wahl vom 20. Februar vor. Is. haben die Socialdemokraten 1300 Stimmen verloren, die Antisemiten 1200 gewonnen. Den bedeutendsten Ausfall haben die Konservativen erlitten. Es wurden für ihren Kandidaten 4600 Stimmen weniger abgegeben. Die konservativen Blätter schweigen sich zum Theil über das Wahlresultat aus. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ fühlt sich dagegen gedrungen, ihrerseits folgende hämische Verdächtigung vom Stapel zu lassen:„Die Blätter haben übereinstimmend zu der in Kassel=Melsungen erforderlichen Stichwahl dahin Stellung genommen, daß es die Pflicht aller bürgerlichen Parteien sei, gemeinsam gegen die Socialdemokratie einzutreten. Sind hierüber erfreulicherweise alle Schattirungen, von der durch die„Kreuzztg. bis zu der durch die„Feis. Ztg. des Herrn E. Richter vertretenen, einig, so gehen die Urtheile über die Ursachen und die Bedeutung des Resultats des ersten Wahlganges desto weiter auseinander. Eine symptomatische Bedeutung vermögen wir demselben um so weniger beizumessen, als die dort eingetretene Zersplitterung deutlich genug zeigt, wie in Wahlergebnissen der mehr oder weniger große Agitationseifer der verschiedenen Richtungen zum Ausdruck kommt. Sollten übrigens, wie von manchen Seiten als wahrscheinlich angenommen wird, sich die antisemitischen Stimmen oder ein Theil derselben auf die socialdemokratische Seite schlagen, so kann darin unseres Erachtens nur ein Ansporn für alle anderen Elemente liegen, ihre ganze Kraft einzusetzen, um dieser Koalition, der man in Zukunft wohl noch öfter begegnen wird, den Erfolg streitig zu machen.“ Die„Nordd. Allg. Ztg.“ von der ja bekannt ist, daß starke jüdische Einflüsse in ihr thätig sind, reiht sich mit dieser Verdächtigung der Antisemiten würdig den Freisinnigen und Socialdemokraten an. * Witten, 23. Juli.(Mischehen.) Nach der dem diesjährigen Synodalberichte der Kreissynode Bochum beigegebenen Uebersicht der Mischehen in der Synode Bochum zählt die evangelische Gemeinde Witten 522 Mischehen, und zwar 231, in denen der Mann evang. und 291, in denen die Frau evangelisch ist. In der Gemeinde Annen bestehen 141 Mischehen, nämlich 59, in denen der Mann evangelisch, und 82, in denen die Frau evangelisch ist. Die Gemeinde Langendreer zählt 149 Mischehen, von denen in 58 der Mann und in 91 die Frau evangelisch ist. Die Gemeinde Uemmingen hat 89 Mischehen, in welchen in 23 der Mann und in 66 die Frau evangelisch ist. Die Gemeinde Bochum weist 931 Mischehen auf, in welchen in 505 der Mann und in 426 die Frau evangelisch ist. Die Zahl der Mischehen in den 18 Gemeinden der ganzen Synode beträgt 4260, und zwar 2049, in denen der Mann und 2211, in denen die Frau evangelisch ist. Auf eine Seelenzahl von 100 kommen annähernd 3 Mischehen. à Witten, 23. Juli.(Artillerie.) Wie aus dem Inseratentheile ersichtlich, hegeht am Sonntag, dem Inseratentheile ersichtlich, begeht.. Inntag, 26. Juli d. J. die Freie Artillerie=ereinigung die Feier des Jahresfestes durch Konzert und Ball. Zu dem um 11½ Uhr im Vereinslokale des Herrn Rheker beginnenden Frühkonzert hat jeder freien Zutritt. Am Nachmittage Rose. Roman von J. von Werth. Nachdruck verboten. „Melden Sie mich. Frau von Kahden möchte sonst er mein plötzliches Kommen erschrecken, sagte Rose id blieb stehen, einige Blüthen von einem Strauche zu lücken. „Rose, Rose, wo bist Du?“ hörte sie gleich darauf loisens Stimme und eilte schnell den Weg herab. Dann inden sie fest umschlungen. „Nun bist Du wieder daheim", rief die junge Frau tzückt.„Fühlst Du Dich nicht glücklich?“ Rose beantwortete ihre Frage nicht. Sie nahm den opf der Freundin zwischen beide Hände und sagte:„Du lückliche, Du bist ganz dieselbe geblieben, wie Du warst, id auch um Dich herum hat sich nichts im geringsten #ändert.“ „Ganz so ist es doch nicht", entgegnete Heloise und n stolzes Glück strahlte aus ihren Zügen.„Als Du von is gingst, war ich nur ein liebendes, geliebtes Weib, etzt bin auch noch eine glückselige Mutter. Komm, Du ußt meine Hilda sehen. Sie schläft jetzt. In dem Palon steht der Wagen, in welchem sie ihren Mittagshlaf hält.“ Rose hatte ihren Arm um die Freundin geschlungen id geleitete sie so. Heloise schlug vorsichtig den weißen sorhang zurück, welcher der kleinen Schläferin die Fliezu fern halten sollte. Mit glücklichstem Mutterstolze flüerte sie dann:„Sieh nur Rose, ist sie nicht ein süßes oldes Geschöpf? Sie hat Haralds blaue Augen, aber ein schwarzes Haar. Ihre Haut ist so weich wie sammet, und herzige kleine Hände und Füße hat sie.“ Rose stimmte flüsternd ein in das Lob und Heloise iß den Vorhang wieder nieder. Dann faltete sie die ände, wandte das Gesicht und die glänzenden, lichtlosen ugen nach oben und sagte; „O. Du barmherziger Gott, weng ich sie nur ein einges Mal sehen könnte!“ Sie verließen leise den Pavillon und gingen zu im Tisch zurück, an dem Heloise vorher gesessen. Rose og einen Stuhl neben den ihren und setzte sich. „Du hast mir noch nicht gesagt" begann Heloise,„ob Du Dich nicht von Herzen so recht glücklich fühlst wieder in der alten Heimath.“ Rose neigte die Stirn auf die Hand der Freundin. „Nein, Heloise, nicht glücklich. Es ist alles so anders geworden in Strahleneck. Das sind nicht mehr die Zimmer, in denen ich als glückliches Kind gelebt. Es ist alles neu und kalt und fremd. Woich aber noch einen Raum finde, der geblieben ist, wie ich ihn früher gekannt und geliebt, aus dem steigen all die alten Erinnerungen an glückliche Tage und durchrungene Kämpfe auf und treiben mich ruhelos umher durch Haus und Garten. Wenn ich dann endlich ermüdet niedersinke, so ruhe ich nur, um mir zu sagen, daß ich keine Heimath mehr habe, daß ich ein Fremdling geworden bin überall.“ Heloise strich sanft mit der Hand über Roses Haar und diese fuhr fort: „Du wirst sagen, das sind ungesunde Gedanken und geschraubte Erfindungen. Dasselbe habe ich mir stündlich vorgehalten und dadurch doch nichts daran ändern können. Ich habe so viel Entsetzliches erlebt in den letzten Monaten, daß Herz und Gemüth mir krank sind. Ich brauche jetzt Zeit zum Ueberwinden und eine freundliche Hand, die mir hilft. Heloise, ich bin heute zu Dir gekommen, Dich zu bitten: laß mich bei Dir bleiben, für einige Tage nur, bis ich mich ein wenig in die Verhältnisse eingelebt habe. Ich kann jetzt die Einsamkeit nicht ertragen. „Du willst bei uns bleiben? O, wie schön, wie lieb von Dir! Wie wird Harald sich freuen, wenn er das hört. Sobald lassen wir aber Dich nicht fort, Du liebes Herz. Du wirst uns sehr vieles erzählen müssen von all' dem Schönen, was Du gesehen. Es muß doch schön, sehr schön sein, so in die liebe Gotteswelt hinaus zu fahren und all die Wunder der Natur anzustaunen. Sie hatte lebhaft gesprochen. Nun fuhr sie tief ernst fort:„Und doch, wie gern würde ich die Grenzen meines Hauses niemals überschreiten, wenn ich dafür ein einzig Mal das Antlitz meines Kindes sehen dürfte. Das ist mein einziges Gebet.“ Das Geräusch kräftiger Schritte klang in ihre letzten Worte.„Das ist Harald“. rief die junge Frau freudig und tro cknete hastig eine verrätherische Thräne vom Auge. Er durfte nicht wissen, daß ihr in ihrem Glücke nicht volles Genüge ward. Der junge Mann begrüßte Rose freudig. Dann küßte er zärtlich sein junges Weib und fragte nach dem Kinde. Nachdem er durch das Fenster des Pavillons einen Blick auf den schlafenden Liebling geworfen, nahm er gleichfalls an dem Tische Platz und bewies lebhafte Freude über Roses Entschluß, einige Zeit bei ihnen zu bleiben. Er selbst fertigte den Reitknecht ab, der nach Strahleneck zurückgeschickt wurde, um Louison mit der nöthigen Garderobe nach Wildersbach zu senden. „Nicht wahr, Lieb, ich bin lange ausgeblieben?“ fragte Harald.„Ich habe in der Stadt gleich die nöthige Munition für die Jagdzeit eingekauft. Du weißt, das ist seit lange schon immer und immer wieder vergessen worden. Ich möchte nun auch selbst die Fortschaffung nach dem Pulverhäuschen hinten im Park beaufsichtigen. Die Leute sind immer nicht vorsichtig genug. Die Damen entschuldigen mich solange. Damit entfernte sich Harald. Bald darauf kam die Amme der kleinen Hilda mit einem frischen weißen Kleidchen.„Du mußt nämlich wissen,“ sagte Heloise,„ich erziehe Hilda ganz nach englischer Sitte. Sie hat von vornherein Kleidchen getragen und auch niemals in solchem heißen, engen Stechkissen geRose lachte herzlich.„Dann solltest Du einmal ein italienisches Wickelkind sehen. Beim Anblick dieser kleinen, lebendigen Mumien würdest Du sicher das deutsche Stechkissen als einen sehr erfreulichen Fortschritt in der Kindererziehung anerkennen.“ Acht Tage schon hatte Rose in Wildersbach zugebracht. Sie hatte Gelegenheit gehabt, einen großen Theil des alten Bekanntenkreises zu begrüßen. Sie waren sich Alle gleich geblieben, sagte sich Rose, nur sie selbst war eine Andere geworden. Die Mittagsstunde hatte eine erschlaffende Hitze verbreitet. Harald machte einen Gang durch die Ställe, denn er wußte, wieviel das Auge des Herrn in einer großen ausgedehnten Landwirthschaft thut. Heloise und Rose saßen in dem kühlen Gartensaal bei einander. Rose spielte ihr einige neue Compositionen vor und Heloise bezeichnete die, welche davon auch sie lernen wolle. Hinten im Park, in den schattigen Gangen, spazirte die Amme mit der kleinen Hilda auf und nieder. Sie ging den langen gewundenen Pfad an dem Pulverhäuschen vorüber bis zu der kleinen Pforte in der Parkmauer, immer hin und zurück. Dabei scherzte sie mit der Kleinen, sang ihr allerlei drollige Lieder vor und freute sich, wie verständig sie schon zu lachen verstand. Als sie jetzt wieder an die Pforte kam, guckte der weißblonde Kopf eines Bauernburschen durch dieselbe und ein lachender Mund fragte:„Muhme, sag' darf ich ein bisle neinkommen? Ich werd' auch keine Blume abreißen und nicht auf den kleinen Baum klettern.“ „Na, ein klein bisle darfst schon kommen, Anton,“ entgegnete die Amme lachend, wobei sie stets alle ihre weißen Zähne zeigte. Sie strich dem Burschen liebkosend über die braunen Wangen. War's doch ihr LieblingsSchwestersohn; er konnte auch hier hinten im Park kaum ettoas verderben. Dann schritt sie weiter auf und nieder, aber ihre lustigen Scherze verstummten allmählich: Es war eben zu heiß. Der Knabe wär eine gute Weile neben ihr hergewandert und hatte sich dann vergnügt, mit kleinen Steinchen in die Baumkronen zu werfen. Als die Amme sich dann mit der kleinen Hilda unter einen großen schattigen Baum, dicht an der Parkmauer, niedersetzte, ihre weiße Schürze über das schlaftrunkene Gesichtchen des Kindes deckte, um es vor den Mücken zu schützen, und ihren Kopf an den dicken Baumstamm zurücklehnte, pflanzte Anton eben eine lange Reihe trockener Tannenzweige quer über den Kiesweg. Er hatte gestern eine Schachtel mit Zündhölzchen gefunden und wollte nun„Waldbrand“, spielen, wie vor wenigen Wochen erst einer in Berndorf gewesen. Es dauerte auch gar nicht lange, dann hatte er den schönsten kleinen Waldbrand, daß es auch ordentlich nach Rauch roch. Er zog einen brennenden Zweig aus der Erde. Wenn er den recht hoch werfen könnte und er dann wieder niederfiel, mußte es noch viel schöner aussehen, als eine Sternschnuppe, denn die war ja viel, viel kleiner. Er nahm einen kräftigen Ansatz und warf. Aber— o weh! Der Zweig fiel gerade durch das kleine, offene Fenster, dicht unter dem Giebel, in das Pulverhäuschen. „Na, wenn das dadrinnen aber einen Fleck giebt,“ dachte Anton, steckte den Finger in den Mund und erinnerte sich, wie fühlbar jeder erste Fleck in einer reinen nach dem Festzuge, Artillerie=Vereine Feldgeschütz vorau statt. Das Konzer haltiges ist und 15 das große Potpon marsch v. Golde. wird ein Ball die es sich zur Aufgabund Reich unter## die Bürgerschaft A Interesse durch B theiligung bekunder □ Witten, 2 Altersversich über ihren Geschä bis Ende Juni 14 Danach sind aus lich 30. Juni d. s stellt, 3270 Rente auf andere Weise(d und 1108 unerledig Der für die ben zuwendende Geldb 40 Pfg. Das Rei Versicherungsansta 40 Pfg. Renten Männer, 5 Fraue 3 Frauen; im Kr Die gesammte E 1899273 M. 01 9 gehälter, Bureauk (ausschließlich de 76 Pfennig. Daz Jahres bewillig für das ganze Ja Beitragsmarken n die Postanstalten Mark. 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A. auch das große Potpourri von 1870 71 und den Preußenmarsch v. Golde. Nach dem Abbrennen des Feuerwerks wird ein Ball die Feier schließen. Da die Vereinigung es sich zur Aufgabe macht, die Liebe und Treue zu Kaiser und Reich unter seinen Mitgliedern zu erhalten, so wird die Bürgerschaft Wittens auch gewiß an diesem Feste das Interesse durch Beflaggen der Häuser und zahlreiche Be□ Witten, 23. Juli.(Die Invaliditäts= und Altersversichungs=Anstalt Westfalen) hat über ihren Geschäftsumfang für die Zeit vom 1. Januar bis Ende Juni 1891 eine Uebersicht zusammengestellt. Danach sind aus der Provinz Westfalen bis einschließlich 30. Juni d. J. 5050 Rentenbewilligungsanträge gestellt, 3270 Renten bewilligt, 628 Anträge abgelehnt, 44 auf andere Weise(durch Ableven der Bewerber pp.) erledigt und 1108 unerledigt auf den Monat Juli 1891 übergomn Der für die bewilligten Renten im Jahre 1891 aufzuwendende Geldbetrag betragt im Ganzen 433892. 40 Pfg. Das Reich erstattet dazu 163500 M. Von der Versicherungsanstalt sind daher zu tragen 270392 M. 40 Pfg. Renten empfangen im Kreise Hagen=Land 41 Männer, 5 Frauen: im Kreise Hagen=Stadt 21 Männer, 3 Frauen; im Kreise Schwelm 57 Männer, 6 Frauen. Die gesammte Einnahme bis Ende Juni 1891 beträgt 1899273 M. 01 Pfg. Die gesammte Ausgabe(Beamtengehälter, Bureaukosten 2c.) bis Ende Juni 1891 beträgt (ausschließlich der gezahlten Renten) 67421 Mark 76 Pfennig. Dazu kämen die bis Ende Juni dieses Jahres bewilligten Renten, wie sich Hieselber fr das ganze Jahr berechnen: 270392 M. 40 P;. An Beitragsmarken wurden bis einschließlich Juni 1891 an die Postanstalten zum Verkauf abgegeben für 5294 400 Mark. Bis Ende Mai 1891 wurden von den Postanstalten für verkaufte Marken abgeliefert 1893876 M. &ae Witten, 23. Juli.(Prämien für Fischotterfang.) Dem Regierungspräsidenten stehen für den Fischotterfang Mittel zur Verfügung. Soweit dieselben reichen, wird für jeden im Laufe des Rechnungsjahres erlegten oder gefangenen Otter auf Antrag eine Prämie von 5 M. und daneben für jeden innerhalb des fraglichen Jahres von derselben Person erlegten fünften Otter eine besondere Prämie von 10 M. bewilligt, so daß also für die Erlegung des fünften, zehnten, fünfzehnten u. s. w. Fischotters eine Gesamtprämie von 15 M. zur Auszahlung kommt.„##(6. ellung##.. * Annen, 22. Juli.(Zür Anstellung eines Polizei=Wachtmeisters.) In Sachen der Beschwerde gegen die zwangsweise Anstellung eines PolizeiWachtmeisters hat der Vertreter, Herr Justizrath Dr. Schulz=Hagen, erklärt, daß eine nachträgliche Beschwerde beim Regierungspräsidenten aussichtslos sei, da dieselbe sofort nach Mittheilung der landräthlichen Anordnung habe erfolgen müssen, anstatt an den Bezirks=Ausschuß. Man will vorderhand von weiteren Schritten in dieser Angelegenheit Abstand nehmen und die zwangsweise Anstellung erwarten. Langendreer=Bahnyof, 21. Juli.(Rohheit.) Hier sind am vergangenen Sonntag, Abends gegen 9½ Uhr, polnische Arbeiter von vier Arbeitern österreichischer Nationalität angefallen und einer derselben, welcher in ihre Hände fiel, mit Messerstichen in brutaler Weise traktirt worden. Hierauf haben die Raufbolde noch den Fensterscheiben und der Thür eines Hauses, auf dessen Trottoir sich diese Szene abspielte, arg zugesetzt. Die noch in derselben Nacht verhafteten Thäter nahm das Amtsgerichtsgefängniß in Bochum in sicheren Gewahrsam. * Bochum, 22. Juli.(Das in der Stempelaffaire) eingeleitete Ermittelungsverfahren hat durch die Gerichtsferien keinerlei Unterdrechung erlitten. Unausgesetzt finden Zeugenvernehmungen statt, und es sind zu diesem Zwecke bis jetzt schon einige siebzig Personen vor dem Untersuchungsrichter erschienen. Bochum, 21. Juli.(Der Bochumer Schützenbund) veranstaltet am 22. und 29. Juli, 2. und 3. August auf dem Schützenhofe zu Bochum sein diesjähriges HauptPreisschießen; bierzu sind alle Schützenbrüder, soweit sie einem eingeladenen Schützen= oder Schießvereine angehören, herzlich willkommen.— Geschossen wird an den ersten drei Tagen nur Nachmittags von 3 bis 8 Uhr und an dem letzten Tage von Vormittags 8 bis Mittags 1 Uhr und Nachmittags von 2 bis 8 Uhr.— Es wird eine Auflege=Scheibe und eine Freihand=Scheibe aufgestellt und werden diese mit ganz werthvollen und praktischen Preisen im Gesammtbetrage von 630 Mark dotirt; außerdem wird noch eine Geldscheibe eingerichtet.— Die Preisvertheilung erfolgt am 3. August, Abends 9 Uhr.— Gut Schuß! Hose bei ihm gerügt wurde. Dann rannte er, was er konnte, an der Muhme, die richtig eingeschlafen war, vorbei aus der kleinen Pforte auf's Feld. Während dessen hatte Heloise zu Rose gesagt:„Komm, wir wollen einmal nach Hilda sehen. Die Amme ist um diese Zeit mit ihr immer hinter dem Pulverhause. Dor ist es am kühlsten.“ Rose hatte einen Sonnenschirm genommen und dann waren sie, Arm in Arm, langsam durch den Garten gegangen. Sie bogen eben in den Laubgang ein, an welchem. in der Mitte ungefähr, das zierliche, aus Holz gebaute Schweizerhaus stand, das zum Aufbewahrungsort für die Munition diente. „Papa hat das Schießpulver immer im Keller auf bewahrt", sagte Heloise,„aber Harald mag es nicht leiden. Er meint, die Leute sind zu unvorsichtig, es könne damit gar zu leicht einmal ein Unglück geschehen. Das Schweizerhäuschen hat eigentlich wohl einen zu feuchten Boden. Harald hat aber Stroh breiten lassen, das immer von Zeit zu Zeit erneuert wird; das verhindert, daß die Feuchtigkeit in die Fässer zieht, die auf kleinen Ständern stehen. Du mußt es Dir einmal von ihm zeigen lassen.“ Da entstand plötzlich auf dem Wege vor ihnen ein entsetzliches Getöse. Ein Krachen und Dröhnen wie bei einem erschütternden Gewitterschlag. Die ganze Luft war plötzlich mit Pulverdampf gefüllt. Im selben Augenblicke flogen glimmende Trümmerstücke durch die Luft. Heloise hatte sich ängstlich an Roses Arm geklammert. „Um Gotteswillen", rief diese,„das Pulverhaus brennt.“ Mit dem gellenden Aufschrei:„Mein Kind! Wer rettet rein Kind?“ machte sie sich von ihr los und flog den beg entlang, gerade auf den rauchenden, glimmenden Trümmerhaufen des zersprengten Hauses zu. Als sie eben #ovor anlangte, wiederholte sich das donnerähnliche Getöse das zweite Faß war explodirt. Einen Augenblick war Asie ganz eingehüllt in den Pulverdampf, im nächsten lugenblick fuhr ein Windstoß dazwischen und helle Flammen #oderten empor dicht vor der Blinden. Das alles war in Abenigen Sekunden geschehen. Da, als eben die Flammen #bieder drohten ihr Kleid zu erfassen, wurde sie zurückgterissen, und Harald hielt sie ohnmächtig in seinen Armen. (Fortsetzung folgt.) Münster, 21. Juli.(Hagelschaden.) Der an den Feldfrüchten angerichtete Hagelschaden im Amte Wolbeck und Umgegend beziffert sich auf 1094000 M. Dazu kommt noch der an den Gebäuden angerichtete. * Münster, 20. Juli.(Ein Brief mit 24000 Mark) von Jena nach Osnabrück ist während der Postbeförderung auf der Strecke Drensteinfurt—Münster—. Westbevern abhanden gekommen. Auf die Wiederherbeischaffung des Geldes hat die kaiserliche Ober=Postdirektion eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. * Göstrup(Fürstenthum Lippe=D.), 20. Juli.(Zigeuner.) Der L. L. Z. wird geschrieben: Kaum hatten die Zigeuner, welche hier gestern Nachmittag in drei Wagen, etwa 20 Personen zählend, ankamen, Halt gemacht, als sich ein Theil derselben auch schon auf die zerstreut liegenden Höfe begab, um diese durch Hagelschlag ohnehin arg mitgenommene Gegend in gewohnter Weise zu brandschatzen. Glücklicherweise fanden sie die Bewohner, welche sich noch vielfach mit der Raperatuc der Dächer beschäftigten, größtentheils zu Hause, so daß sich immer Jemand fand, der ihren Betteleien ein energisches„Nein" entgegensetzte. Von allen Seiten dringen die diebischen Banden, namentlich wenn sie merken, daß die Bewohner im Felde sind, in die Häuser ein und unglaublich ist die Zudringlichkeit, mit welcher selbst junge Mädchen betteln. Schreiber dieses hat gesehen, wie ein hübsches junges Mädchen vor einer Frau, die nichts herausrücken wollte, auf die Kniee fiel, indem sie derselben Kleider und Hände küßte, bis sie sich erweichen ließ und ein Stück Speck holte. Die Küsse brannten der Frau noch auf den Händen und— schon vermißte sie in ihrer Bleiche einige Hemden Hier durchstreiften sie die Umgegend eine ganze Stunde weit und unglücklich sind die Leute, die allein zu Hause getroffen werben..„. 8g(0Xt, St.) * Elberfeld, 21. Iuli.(Gerechte Strafe.) Die hiesige Strafkammer hat einen Metzgermeister von Haan, welcher am 11. Oktober vor. J. wissentlich verdorbenes und der Gesundheit schädliches Fleisch öffentlich feilgeboten hat, zu sechs Monaten Gefängniß verurtbeilt.„„76 * Ronsdorf, 21. Juli.(Gasczprosion.) Ein Unglücksfall, der wieder zur Vorsicht mahnt und der sehr leicht die schlimmsten Folgen hätte haben können, ereignete sich gestern Morgen im hiesigen Rathhause. In einem der unteren Räume war ein Gasarm heruntergefallen, und man ließ einen in der Nähe wohnenden Schreinermeister, Herrn A., rufen, damit er die Oeffnung verstopfe. Nachdem dies geschehen, wollte Herr A., weil er noch einen starken Gasgeruch wahrnahm, mit Hülfe eines Zündhölzchens nachsehen, ob vielleicht dem in der Decke steckenden Rohre noch Gas entströme. Kaum hatte er jedoch das Streichhölzchen entzündet, als das im Zimmer befindliche Gas zu mächtiger Flamme explodirte. Herr A. hatte die Geistesgegenwart, sofort seine Schürze über den Kopf zu schlagen, erlitt jedoch am Kopfe und im Gesicht bedeutende Brandwunden. In der nebenanliegenden Apotheke wurde ihm die erste Hülfe zutheil. * Altendorf, 20. Juli.(Zur Warnung.) Ein jugendlicher Arbeiter entwendete auf Zeche Sälzer und Neuacker eine Zündschnur mit vielen Zündhütchen und verschenkte diese gefährliche Sache an einen seiner Arbeitsgenossen, der mit derselben nicht umzugehen wußte. Letzterer nun zündete die Schnur an, während er mit der anderen Hand das Zündhütchen festhielt. Bei der erfol: genden Explosion wurden dem leichtsinnigen jungen Mann 3 Finger seiner Hand weggerissen. Dies ist wiederum eine Mahnung, die Explosivstoffe gut unter Verschluß zu halten, damit nicht unberufene Hände in den Besitz solcher Stoffe gelangen. * Oberhausen, 21. Juli.(Ein hiesiger Kaufmann) sandte dieser Tage einem Kunden einen Rechnungsauszug, nach welchem noch 9 Mark zu begleichen waren. Und was erhielt der Kaufmann anstatt des Geldes?— Schriftlich den wohlgemeinten Rath, den Betrag vorläufig auf das Verlustkonto zu setzen!—.Ja, ja, es geht doch nichts über die Unver—frorenheit mancher Leute! * Homberg, 20. Juli.(Selbstmord.) Bei der Ueberfahrt von Ruhrort nach hier sprang gestern Nachmittag der Schiffsheizer Joh. Möller von hier vom Fährdampfschiff„Vincke" über Bord in den Rhein und ertrank. Die Leiche wurde später aufgefischt. Der Verunglückte war nicht verheirathet. Die Beweggründe zu der unseligen That sind nicht bekannt. Geldern, 21. Juli.(Schaden durch Unwetter.) Der Kreisausschuß schätzte den durch die Unwetter in den Bezirken Hinsbeck, Zeuth, Wankum und Wachendont angerichteten Schaden auf 1 Million Mark. * Cleve, 20. Juli.(Der Verkehr mit unseren nächsten Nachbarn, den Holländern,) gestaltet sich neuerdings immer lebhafter und freundlicher; Deutsche, die nach Holland kommen, werden mit viel mehr Zuvorkommenheit behandelt, und es scheint, als ob die Reise unseres Kaisers in der Stimmung der Bevölkerung wohlthätige Wirkungen erzeugt hat. Für die nächste Zeit Kleine Mittheilungen. * Eine Liebestragödie. Am Abhange der waldigen Hochebene von Sila in Calabrien liegt ein kleiner Ort Biaxchi von kaum 3000 Einwohnern. Dort hat sich in dem## tzten Tagen der erschütternde Schlußakt einer Liebestragödie abgespielt, in dem glühende Leidenschaft und blinder Zufall zusammenwirkten, um das jammervolle Geschick einer ganzen Familie zu vollenden. In bescheidenen Verhältnissen lebte daselbst ein Weinhändler Gualtieri mit drei Töchtern, von denen eine, Maria, an einen Elementarlehrer verheirathet war, die beiden jüngeren noch im Vaterhause lebten. Virginia, eine junonische Schönheit von zwanzig Jahren. wurde seit zwei Jahren von einem in Bianchi stehenden Karabiniere, Scandozza, umworben. Nachdem sie eine Weile die Spröde gespielt, schmolz ihr Herz vor seiner heißen Zuneigung, und ohne Wissen des Vaters bestand zwischen beiden ein Liebesverhältniß, welches nach dem Wunsche beider zur Ehe führen sollte. Der einzige Bruder des Mädchens war diesem heimlichen Herzensbunde auf die Spur gekommen und machte mit seinen Vorwürfen und Drohungen wegen der nicht standesgemäßen Neigung seiner Schwester oft heftige Scenen und trübe Stunden. Diesen unablässigen Qualen ist es mit zuzuschreiben, daß Virginia sich jüngst entschloß, einem begüterten Freier aus Decollatura Namens Sarlt, der dem Vater als Schwiegersohn erwünscht war, Gehör zu schenken und in der Ehebund mit iym zu willigen. Zwischen dem verlassenen Karabiniere und Virginia kam es infolge dessen zu einem leidenschaftlichen Briefwechsel und noch am Tage vor der festgesetzten Vermählung schrieb Scandozza an die Geliebte, sie beschwörend, daß sie den entscheidenden Gang zum Altare nicht thun möchte. In drastischer Weise gab ihm das Mädchen Antwort. Auf dem Balkon des väterlichen Hauses, welches der Karabinieri=Kaserne gegenüber lag, erschien sie bräutlich geschmückt in vertraulicher Unterhaltung mit ihrem Verlobten, und als von drüben der verschmähte Liebhaber mit beredten Zeichen ihr seine Bitten, Liebesbetheurungen und zornigen Drohungen herübersandte, hielt sie ihm zum Ausdruck ihrer Geringschätzung eine Citrone hin, die sie während des Gesprächs mit ihrem Verlobten aus einer Fruchtschaale genommen. Eine Scene würdig der Erfindung eines Dichters: das schöne Mädchen im vertraulichen Geflüster mit dem künftigen ahnungslosen Gatten, zugleich mit der volksthümlichen Zeichensprache dem früheren Anbeter den Laufpaß gebend. Der verschmähte Karabiniere schäumte vor Wuth und sann auf Rache. Eine Stunde später trat der Brautzug aus dem Hause, um zur Kirche zu gehen. Voran schritt Virginia begleitet von ihrer verheiratheren Schwester, dahinter kam der Bräutigam mit der übrigen Verwandtenschaar. Plötzlich kracht ein Schuß aus den Fenster werden aus mehreren Städten Sonderzüge hier eintreffen. Am 25. Juli wird der„Cref. Ztg.“ zufolge der holländische Männergesangverein aus Haarlem in einer Stärke von 76 Mitgliedern hier eintreffen. Düsseldorf, 20. Juli.(Ein Dutzend Kinder) wurden am Sonntag auf der Polizeiwachtstube am Markt als verloren gemeldet. Gegen Abend 10 Uhr hatten sich indes sämmtliche Kinder wiedergefunden. * Düsseldorf, 22. Juli.(Selbst gestellt.) Ein Weinretsender, der zum Nachtheile seines Prinzipals einige kausend Mark unterschlagen hatte, fuhr gestern in einer Droschke am Polizeiamte vor und stellte sich zur Verhaftung. Er wurde in's Arresthaus gebracht. Köln, 20. Juli.(40 Millionen Mark für Bauten!) Fur die nächsten Jahre wird es in unserer Stadt an Arbeitsgelegenheit für eine große Anzahl von Personen nicht fehlen, steht doch der Bau der großartigen Werft= und Hasenanlagen, für welche nicht weniger wie 24 Millionen Mk. ausgeworfen sind, sowie des zu Millionen Mk. veranschlagten Schlacht= und Viehhofes vor der Thür. Dazu kommt noch der Bau des neueu Centralbahnhofes, womit man eifrig beschäftigt ist, sowie die Verlegung des großen Güterbahnhofes und die übrigen Bahndammarbeiten, welche etwa 24 Millionen Mt. erfordern. Somit sollen in den nächsten Jahren über 40 Millionen Mk. für Bau= und andere Arbeiten in Köln allein von Seiten des Staates und der Stadt verausgabt werden; mit den Hafen= und Werftanlagen soll möglichst bald begonnen werden, wenn auch mit dem Militärfiskus und der Steuerbehörde noch keine Einigung erzielt worden ist. Die bez. Arbeiten sind nämlich vom Tiefbauamt schon öffentlich ausgeschrieben und sollen bereits Mitte August vergeben werden. Köln, 22. Juli.(Feines Geschäft.) Ein findiger pommerscher Händler hatte sich auf dem hiesigen Schützenfestplatze mit 1000 Gänsen eingefunden. Dertelbe gab Loose zu 10 Pfg. aus, von denen 100 auf eine Gans kamen. Der Händler erhielt also 10 Mark für jede Gans, ein Preis, der kaum für die beste Waare sonst erzielt wird. Die Loose fanden reißenden Absatz. * Vom Rhein, 20. Juli.(Der Kölner Dom) dient, was nicht Jedermann bekannt sein dürfte, auch als militärische Uebungsstation für Offiziere des großen Generalstabes. Wie alljährlich, so wurden auch am Samstag von Seiten mehrerer solcher Offiziere vom Dachreiter des Domes aus trigonometrische Messungen vorgenommen. * Trier, 20. Juli.(Münzenfund.) Einen nicht unbedeutenden Münzenfund machte man dieser Tage bei Ausschachten eines Kellers an der Bollwerkstraße. In einem irdenen Topfe fanden sich etwa 1400 Silbermünzen aus dem 17. Jahrhundert, meist in der ungefähren Größe eines Zweimarckstückes und der Dicke eines früheren Silbergroschens.„ 60 * Trier, 21. Jun.(Vom„heiligen Rock“.) Die Ausstellung des„h. Rockes“ macht sich in Berlin in ganz eigenartiger Weise bemerkvar. Ein ganzer Industriezweig wird durch dieses kirchliche Ereigniß in Bewegung gesetzt. In allen photographischen Anstalten, die sich mit der Massenherstellung von Bildern befassen und in einer ganzen Reihe von Lichtdruck=Instituten ist man seit Wochen eifrig daran, Vhotographieen des„h. Rockes" herzustellen. Nicht Hunderttausende, Millionen dieser Bilder wird man in Trier benöthigen und Berlin ist mit Eifer daran, den Gläubigen, welche in Trier zusammenströmen werden, die Erinnerungszeichen herzustellen. Im Jahre 1844, bei der letzten Ausstellung, verzeichnete man 1,800,000 Besucher, und damals gab es keine Eisenbahnen! Heute rechnet man in Trier auf eine Wallfahrt von 4 bis 5 Millionen zum mindesten und die Pressen und Maschinen Berlins haben sich die Aufgabe gestellt, allen Forderungen nachzukommen. * St. Wendel, 20. Juli.(Tod durch Hundewürmer.) Durch die oft gerügte Unsitte, Hunde zu liebkosen, kam hiec ein neunjähriges Mädchen auf schreckliche Weise ums Leben. Das Kind stard vor einigen Tagen, ohne daß die Aerzte eine Diagnose zu stellen wußten. Bei einer Sektion fand man nun, wie die„Köln. Volksztg.: meldet, Hundewürmer in dem Gehirn des armen Kindes. Dasselbe hatte öfter mit einem Jagdhunde gespielt, und man nimmt an, daß die Wurmer daher rühren. * Frankfurt a. M., 22. Juli.(Internation ale elektrotechnische Ausstellung 1891.) Es dürfte noch nicht allgemein bekannt sein, daß der Vorstand der Elektrischen Ausstellung hierselst Fursorge für sachverständige Führung innerhalb der Ausstellungsräume getroffen hat. Unter der Leitung eines Ingenieurs vom technischen Bureau der Ausstellung steht eine Abtheilung von jungen Technikern, Assistenten erc., welche die Aufgabe hat, wissenschaftlichen und technischen, gewerblichen und gewerkschaftlichen Vereinen, sowie auch sonstigen größeren Gesellschaften, welche die Ausstellung gemeinsam besuchen, die Ausstellungsobjekte systematisch zu zeigen und zu erklären. Diejenigen Kervorationen, welche eine, der Kaserne, dem sofort ein zweiter folgt, und unter allgemeinem Entsetzen sieht die Hochzeitsgesellschaft die Schwester der Braut, Maria, tödtlich am Kopfe verwundet zur Erde sinken. während Vinginia, der die Rache gegolten hatte, aus einer leichten Streifwunde blutet. Die gemordete Schwester hinterläßt ein Kind von zwei Jahren: diesem unschuldigen Geschöpf die Mutter geraubt zu haben, beklagte auch der Mörder, nachdem er aus dem Zustande sinnloser Verzweiflung wieder zum klarem Bewußtsein gekommen war, aber daran hielt er auch im Verhör fest, daß die treulose Virginig den Tod verdient habe, und er bedauerte nur, daß seine sonst so sichere Hand ihm bei dem letzten Schusse versagt hat. Ueber den Jammer in der Familie Gualtieri ist jedes Wort zuviel. Bemerkt sei nur noch, daß der Tyäter sich nach dem verhängnißvollen Schuß wie ein Rasender geberdete und nur mit größter Mühe festgenommen werden konnte. Er verbairrikadirte sich in der Kaserne gegen die eindtingende Menge, schoß auf seine Verfolger, und erst nach einem wuthenden Kampfe gelang es, seiner Herr zu werden und ihn vor den Richter zu führen. * Unter den Damen eines„Fliegenden Ballets", welches zur Zeit im Fürsttheater in Wien gastirt, befindet sich eine Solotänzerin, welche vollständig stumm und taub ist. In Anverracht des Umstandes, daß gerade eine Tänzerin nach dem Takte der Musik ihre graziösen Bewegungen auszuführen hat, ist es interessant, eine Ballerine zu sehen, weicher das Gehör völlig mangelt und welche trotzdem mit großer Sicherheit ihre Solotänze zum Besten giebt. Die vetreffende junge und hübsche Dame muß nur vor dem Hinaustanzen aus der Coulisse ein Zeichen bekommen, im Uebrigen verläßt sie sich auf den Taktirstock des Kapellmeisters und macht fast nie Febler. * Ein Vorschlag zur Güte Aus Paris wird berichtet: Der Dieb, welcher die Gemälde im Museum von Rennes gestohlen hat, konnte diese infolge der in den Blättern gebrachten Beschreibungen der Bilder nicht verkaufen, und hat daher dem Direktor des Museums angeboten, ihm die Bilder wieder zurückzustellen, wenn er ihm die für den Finder derselben ausgesetzte Belohnung gebe und ihn nicht anzeige! Diese Bedingungen sollen, wie verlautet, angenommen werden. Auch ein Jubiläum. Richter:„Aus den Akten ist ersichtlich, daß Ihr heute zum fünfundzwanzigsten Male vor Gericht steht.“ Angeklagter:„Det stimmt, Herr Jerichtshof, soll ick villeicht'n Fäßchen uffleien?“ Modernifirte Sprichwörter. Thue recht und leih' Niemand.— Frisch geklagt, ist halb gewonnen, sagt der Advokat.— Reich und reich gesellt sich gern.— Der Schein trügt, wenn er gut gemacht ist.— Schmiede deinen Nächsten, so lange er warm ist.— Alte Liebe rostet nicht, wenn sie gut vergoldet ist. solche Führung erlangen wollen, werden ersucht, mindestens 24 Stunden vorher ihre Ankunftszeit in der Ausstellung dem Vorstande genau mitzutheilen. Der Sammel= und Ausgangspunkt der wissenschaftlich=technischen Führungen ist am Verwaltungsgebaude. Die Führung erfolgt unentgeltlich. * Wiesbaden, 21. Juli.(Der Massagearzt Dr. Mezger) gedenkt nach einer Meldung der„Frankf. Z.“ Wiesbaden zu verlassen Er will auf die Bedingungen des Rheinhotels nicht eingehen. Das hiesige Hotel„Zu den vier Jahreszeiten" unterhandelt mit Mezger, ebenso Amsterdam und Hotel Kontinental, Paris. * Kassel, 21. Juli.(Ueberfahren.) Auf der Main=Weser=Bahn hat sich gestern ein trauriger Unglücksfell zugetragen. Der Bahnwärter Fritzsche hatte auf dem Bahnhofe zu Bad Nauheim Weichenstellerdienste zu versehen, als der Frankfurter Personenzug einfuhr. Bei dieser Gelegenheit rutschte der sonst so vorsichtige Mann auf einer nassen Bahnschwelle aus, ein Rad erfaßte das Bein, er stürzte hin und wurden ihm beide Beine abgefahren. Obwohl sofort ärztliche Hülfe zur Stelle war, war der Blutverlust doch ein großer. Der Verunglückte wurde sofort mit dem Zuge nach Gießen in die Universitätsklinik gebracht, verstarb jedoch unter großen Qualen nach wenigen Stunden. Vermischte Nachrichten. Die letzten Stunden des Frhru. Oskar v. Redwitz. Ueber den Tod und die letzten Stunden des Dichters Oskar Fryrn. von Redwitz haben ultramontane Blätter sehr gehässige(einen Selbstmord andeutende) Ausstreuungen gemacht, die, der Münch.„Allg. Zig." zufolge, vollständig erfunden sind. Von einer dem verewigten Dichter sehr nahestehenden Seite ist das genannte Blatt in die Lage versetzt, über die letzten Stunden desselben Folgendes mittheilen zu können:„Frhr. v. Redwitz nahm zur Heilung seines schweren Nervenleidens den 3. Juni Aufenthalt in St. Gilgenberg bei Bayreuth, der NervenHeilanstalt des Dr. Falco, wohin ihn seine Tochter, Fr. v. Kühlmann, begleitete. Er fühlte sich von dem Aufenthalt und der Umgebung sympathisch berührt, und wenn auch das eigentliche Leiden sich nicht wesentlich besserte, so wich doch die hochgradige Erregtheit größerer Ruhe. Den 30. Juni verließ ihn seine Tochter und nach deren Abreise liefen gute Nachrichten über sein Befinden ein, es schien ein wesentlicher Schritt zur Besserung zu verzeichnen. Nach der Nacht vom 5 dis 6. Juli äußerte er sich Morgens gegen den Diener, besonders gut geschlafen zu haben. Den Morgen verbrachte er in Gesellschaft im Garten bis zur Tischzeit, aß mit gutem Appetit und machte danach seinen gewohnten Mittagsschlaf, aus dem er nicht mehr erwachen sollte. Der Arzt, durch sein längeres Fernbleiden von der Gesellschaft beunruhigt, schickte den Diener zu ihm, und dieser fand ihn todt auf dem Sopha liegend, in derselben Stellung, wie er ihn ganz kurze Zeit vorher ruhig athmend schlafen sah. Angestellte Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein unerwartetes Ende bereitet. Unterschlagung. Aus dem Oldenburgschen, 21. Juli. Der Rentmeister des Grafen von Galen auf Gut Dinklage hat sich seit einigen Jahren großer Unterschlagungen schuldig gemacht, indem er den Arbeitern Abzüge vom Lohne machte und den Pächtern zu seinen Gunsten den Miethbetrag erhöhte. Der Werth der unterschlagenen Gelder beläuft sich auf etwa 160000 Mk. Als der Betrug entdeckt wurde, entzog sich der Schuldige der Verhaftung durch die Flucht. Man glaubt, daß derselbe sich nach Holland gewandt hat. * Die Freundin Boulangers. Anläßlich des Todes der Frau Bonnemain, der Freundin des Generals Boulanger, ist das Organ des Generals Boulanger„Voix du peuple“ mit schwarzem Rande erschienen. General Boulanger soll vorläufig noch über den Tod seiner Freundin untröstlich sein. Frau Bonnemain, geborene Laurenze Rouzet, entstammt einer alten Militärfamilie. Bei einer ihrer Schwestern, die an einen Oberst verheirathet ist, lernte sie Boulauger kennen, und wie von Eingeweihten behauptet wird, hat sie sofort für den General eine äußerst lebhafte Zuneigung gefaßt, die noch durch die traurigen Erinnerungen an ihre unglückliche Ehe genährt wurden. Politisch soll Frau Bonnemain gar keinen Einfluß auf den General ausgeübt haben, ja es war ihr sogar unangenehm, wenn man in ihrer Gegenwart von Politik sprach. Vor zwei Jahren erbte sie von einem Verwandten 1200000 Frcs., jedoch konnte sie über das Kapital nicht testamentarisch verfügen. Sie erreichte ein Alter von 35 Jahren und war eine auffallende Schönheit.—„La Paix" läßt sich aus Brüssel telegraphiren: Eine Persönlichkeit aus der nächsten Umgebung des Generals erzählte, daß derselbe, ermüdet durch das Leben im Exil, besonders aber dadurch, daß er sich jetzt vereinsomt fühlt, nach Frankreich zurückkehren will, um seinen Prozeß wieder aufnehmen zu lassen. Er will die Gelegenheit der Beerdigung der Frau Bonnemain benutzen, um sich in Paris verhaften zu lassen. Man kann also für die nächste Woche diese sensationelle Thatsache erNarrs. Literatur. „Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusammenkamen“, wird ein Jeder erstaunt ausrufen, wenn er einen der stattlichen, schon durch ihr künstlerisch vornehmes Aeußere vortheilhaft sich von den verschiedenen Erscheinungen ähnlicher Art abhebenden Bände der beliebten Farilienzeitschrift„Ueber Land und Meer" (herausgegeben von Professor Joseph Kürschner, redigirt von Otto Baisch, Stuttgart, Deutsche Verlags Anstalt) in die Hand nimmt und durchblättert. Schon ein einzelnes Heft, wie das sorben erschienene 20. der prächtigen Großsolio=Ausgabe, weist eine ganz erstaunliche Mannigfaltigkeit auf. An der Hand kundiger und gewissenhafter Führer macht der Leser zuerst einen Streifzug durch die Oberpfalz und in das Walserthal in Vorarlberg, dann besucht er die landwirthschaftliche Ausstellung in Bremen. die elektrische in Frankfurt a. M. und die Fächerausstellung in Karlsruhe; der berühmte Baccaratprozeß bringt ihn nach England und nach der Schweiz das entsetzliche Eisenbahnunglück. Daneben sorgen für Unterhaltung zwei ausgezeichnete Erzählungen von Heiberg und Schubin, gar nicht der zahlreichen anderen kleinen ebenso trefflichen Gaben zu gedenken. Mehr kann man gewiß nicht verlangen, besonders wenn das alles nicht mehr als 50 Pfg. kostet. Markt= und Coursberichte. Berlin, 22. Juli. 2½ Uhr N. Fruchtbörse. Weizen Juli 247.00. Juli=August 217.50, Sept.=Okt. 211,00 M. Okt.=Nov. 000.00 Mark. Gek. 28,000 Centner. Rogge Juli 220.25. Juli=August 20800, Sept.=Okt. 200 50. Okt.=Nov. 197.75 Mark. Gek. 0000 Ctr. Hafer Juli 170.50, Juli=Aug. 154.00, Sept=Okt. 147,00 M. Gei 1000 Ctr. Rüböl vorr. mit Faß 59.60, ohne Faf 58.6), Juli 59.30, Sep.=Okt. 59.40 Okt.=Nov. 59,50 M. Gek. 000 Ctr. Sptritus 70er vor. 50.30 Juli=Aug. 4950 Aug.=Sept. 49.90, Sept.=Okt. 4500, Okt.=Nov. 48 4% 2. 50er vorr. 00.00 Mk. Gek. 140000 Ltr. Petroleum vorr 23.00 Mark Roggenmebl 0/1 Juli 29.40. Juli=Aug. 28.50 Mr. Bremen, 22. Juli. Petroleum ruhig, vorr. 6.30 Brief. Autwerpen, 22. Juli. Perroleum ruhig, von 16½. August 16 1/8. Sept. 16 1/8, Sept.=Dez. 16½ fl. Glasgow, 22. Juli. Warrants 476 14. Bekanntmachung. Die Lieferung der für die städtischen öffentlichen Gebäude und Schulen im kommenden Winterhalbjahre erforderlichen Kohlen soll an den Mindestfordernden vergelden werden. Schriftliche Anerbietungen unter Angabe der verschiedenen Sorten und Preise sind bis zum 1. August bei uns einzureichen. Witten, den 15. Juli 1891. Der Magistrat: Dr. Haarmann. 5 Bürger=Gesellschaft Witten. 8 Mittwoch, den 5. August: 0 Kusstug nach Sappendlig. Abfahrt 12 Uhr 32 B.=M. Karten à 75 Pfg. sind bis Sonntag, 2. August früh bei Herrn L. Schwarz in Empfang zu nehmen, welche 15 Min. vor Abfahrt am Balnhofe verkauft werden. Der Vorstand. 0 0 ∆ 0 6 0 □ 0 Bekanntnachung Bei der hiesigen städtischen Verwaltung wird die Stadtbauamts=Assistenten=Stelle vakant und soll sofort wieder besetzt werden. Das Jahresgehalt beträgt 1500 Mark; die Anstellung erfolgt auf vierteljährliche Kündigung. Bewerber, welche ein Bauhandwerk erlernt, eine Baugewerk=Schule absolvirt haben und in BüreauArbeiten erfahren sind, wollen sich bis zum 1. August cr. schriftlich bei uns melden. Zeugnisse und ein Lebenslauf sind dem Bewerbungs=Gesuch beizufügen. Witten, den 13. Juli 1891. Venanntmachung. Der Ingenieur Paul Schrader von hier beabsichtigt auf dem Grundstücke Flur 37 Nr. 69/26 der Steuergemeinde Witten in den bestehenden Fabrik=Gebäuden(Röhrchenstr. 5) eine Eisengießerei anzulegen und zu betreiben. Auf Grund der§§ 17 und 18 der Gewerbe=Ordnung vom 21. Juni 1869 wird dieses Vorhaben mit der Aufforderung zur öffentlichen Kenntniß gebracht, etwaige Einwendungen nicht privatrechtlicher Natur binnen 14 Tagen nach Ausgabe dieses Blattes bei der unterzeichneten Behörde schriftlich in zwei Exemplaren oder zu Protokoll anzubringen; Eleg. geb. 4 M. 50 Pf. vorräthig bei B. Koetzold& Co. Hotel zum Adler. August Rheker. Donnerstag und Freitag, den 23. und 24. Juli: Stadttheater in Witten. No. 171. der Kapelle des Infanterie=Regiments Nr. 144, unter persönlicher Leitung des Kgl. Kapellmeisters Koerfgen. Aufang 8 Uhr. Entree 50 Heute Donnerstag, 23. Juli, Eröffnungsvorstellung. Gasparone. Kom. Operette in 3 Akt. v. Millöcker. I Artillerie. Freitag, den 24. Juli, 2. Gastvorstellung. Der Bettelstudent. nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen in dem VerDer Magistrat: Dr. Haarmann. Bekanntmachung. Bei der städtischen Polizei=Verwaltung werden 2 Nachtwächterstellen frei und sollen sofort wieder besetzt werden. Das Jahresgehalt beträgt 720 Mk. Die Anstellung erfolgt auf vierteljährliche Kündigung. Geeignete Bewerber wollen sich schleunigst bei uns melden. Witten, den 14. Juli 1891. Der Magistrat: Dr Haarmann. Kase. Holst. Holländer, Ctr. 26 M. Holst. Edamer, Ctr. 32 M. ab hier gegen Nachnahme empfiehlt Fr. Bülck, Neumünster i. Holst. 10 Pfd.=Probepostkolli 3 M. 70 Pfg. und 4 Mk. 30 Pfg. franko jeder Poststation. fahren nicht mehr angebracht werden. Die Zeichnungen und Beschreibungen liegen während der 14 tägigen Frist auf dem städtischen Bau=Büreau zur Einsicht aus.. c Walmm e. Zur mündlichen Erorterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird hiermit Termin auf Sonnabeno, den 8. August d. J. Vorm. 11 Uhr, im hiesigen Magistrats=Bürcau mit dem Bemerken auberaumt, daß im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der Widersprechenden gleichwohl mit der Erörterung der Einwendungen wird vorgegangen werden. Als Commissar des Magistrats wird in dieser Angelegenheit der unterzeichnete Bürgermeister fungiren. Der Magistrat: Dr. Haarmann. Einrahmen von Bildern, Denksprüchen und Brautkränzen besorgen geschmackvoll und billig B. Koetzold& Co. Leierdes Jahres=Testes Berechnung über das Gewindeschneiden nach allen vorkommenden Maaßen und Drehbankconstruktionen. Ein praktisches Handbuch für Metalldreher von G. Baumann. Preis 1.80, gebunden M. 2.20 sowie alle andern Bücher für Metallarbeiter vorräthig bei Koetzold& Co., am Sonntag, den 26. Juli er., im Vereinslokal(Hotel Adler) und in den Anlagen K. des Hotel Voß, Die Bürgerschaft Witten's wird gebeten, zu obiger Feier flaggen zu wollen. Alles Nähere durch die Wlakate.1 Die Kameraden treten um 2½ Uhr im Vereinslotale zum Festzuge an. Der Vorstand. Kom. Operette in 3 Akt. v. Millöcker. Familienbillets sind noch heute zu haben. Billets für 1. und 2. Platz sind noch in der Restauration des Herrn Spill am Gemüsemarkt zu haben. ulles Nähere durch die Plakate. Die Direktion. F. Baars. Marienburger Pferde=Lotterie Ziehung 16. Septbr. Loose à 1 M. V. Koetzold& Co., Pfandleih-Anstalt Buch= u. Papierhandlung. — Fr. Hahne. Ccalchol=sone=Kaser mit Zusatz, kräftig und reinschmeckend, garantirt, à Pfund 80 Pfg., Postpackete 9 Pfund Mk. 7.20 versendet unter Nachnahme Schultz, Altona bei Hamburg. Der Verkauf der in den Monaten März, April, Mai und Juni 1890 unter Nr. 47667—51822 verpfändeten und noch nicht eingelösten Pfänder findet am Freitag, den 24. Juli er., Morgens 9½ Uhr anfangend, im Hemsoth'schen Saale statt. Die Pfänder bestehen aus Gold= und Silbersachen, Uhren, Leinwand, Betten, Kleidungsstücken und Möbeln. Bis zum Verkaufstage können die Pfänder noch eingelöst oder gegen Zahlung der entstandenen Zinsen verlängert werden. Die bei dem Verkauf etwa erzielten Ueberschüsse können von den betreffenden Verpfändern binnen 14 Tagen in meinem Geschäftslokale oder darnach bei der hiesigen Stadtkasse gegen Rückgabe der Pfandscheine in Empfang genommen werden. Die nach Jahresfrist nicht erhobenen Beträge verfallen der Armenkasse. Witten, den 8. Juli 1891. Fr. Hahne. Pfandleiher. 697 Niederlagen! dn and but wr be Ondaget Reell im Preise, zuverlässig in Wirkung und garantirt unschädlich sind Apoth. Chelen's Spezialitäten: (Cöln, unter Goldschmied 29) Haarspiritus. Die Kopfhaut reinigend und hierdurch Schuppenbildung u. Haarausfall stillend. Per Flasche 1 Mark. Chinaklettenwurzelöl. Hochsein parfumirt, das Haar glänzend dunkel und geschmeidig machend. Per Flasche 1 Mark. Eau de Botot. Die Zähne blendend weiß machend und den üblen Geruch aus dem Munde vernichtend. Per Flasche 1 Mark. Enthaarungsmittel. In 2 Minuten den Haarwuchs an den Armen, den Händen, im Gesicht 2c. beseitigend. Per Flasche 1 Mark 50 Pfg. Magnesit. Ein Hautverschönerungsmittel 1 Ranges. Reine, weiße Haut von sammetartiger Geschmeidigkeit zeitigend...„ Per Buchse 1 Mart 50 Pfg. Lilionaise. Altbewährtes und in med. Fachschriften günstig beurtheiltes Mittel gegen Hautflecken und Som sprossen. Haarfärbemittel. (Braun und schwarz.) 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