No. 103. Fernsprech=Nr. 46 für Witten. Witten, Dientag, den 5. Mal. Ferusprech=Nr. 18 für Hagen. 1891. BügerAn.. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Insertionen werden die 7 gespaltene Petitzeile mit 10 Pf. berechnet. — verbunden mit dem General-Anzeiger fi: eith Abonnementspreis(inel. der Gratisbeilage „Märkisches Heim"): 1,80 Mark vierteljährlich, monatlich 60 Pfg. bei Bestellung durch die Boten. Bei Abnahme auf der Post inel. Bestellgeld 2,20 Me # Aus dem Reichstage. Die laufende Session des Reichstages wird ie lange, sehr lange werden; schon sind 112 sitzungen abgehalten worden, und noch immer ist in Ende der Verhandlungen abzusehen. Allerlngs läuft die gegenwärtige Session auch schon st den Neuwahlen im Frühjahr 1890, in Folge ren Fürst Bismarck von seinem Posten als Reichsinzler zurücktrat, aber der erste Theil der Session sar nur kurz und die Hauptmasse an Sitzungen nd Arbeit fällt auf den letzten Winter. Und dabei nd nur einige wenige Gesetze bisher erst definitiv irtiggestellt, von denen nur das Etatsgesetz ein nfangreicheres war. Das große Arbeiterschutzgesetz soeben in zweiter Berathung erledigt, es muß so noch die dritte Lesung fertig gestellt werden. n keinem Falle ist an einen Abschluß der Arbeiten s Reichstages bis zum Pfingstfeste zu denken, und se Verhandlungen können sich tiefer in den sommer hineinziehen, als man heute denkt. Es dürfte nur eines baldigen Erscheinens des Fürsten ismarck im Reichstage, der Einleitung einer allemeinen Erörterung, und des Debattirens würde in Ende sein. Die Auseinanderziehung der bession ist in erster Reihe eine Folge des gleichitigen Tagens des Reichstages und des preußischen andtages; der letztere hatte in der letzten Tagung besetzentwürfe zu berathen, die nicht nur interessanter, ondern auch in politischer Beziehung wichtiger saren, als die Aufgaben des Reichstages, und so ih man nicht selten Tage, an welchen im Reichsige gähnende Leere herrschte, während im preußischen bgeordnetenhause die Bänke dicht besetzt waren. n manchen Reichstagssitzungen waren zeitweise aum dreißig, und selbst bei Herbeizitirung aller n Hause anwesenden Volksvertreter kaum hundert Nitglieder anwesend. Von den 112 Sitzungen der tession waren vielleicht der vierte Theil so besucht, aß das Parlament in Wahrheit beschlußfähig war. irfreulich waren diese Verhältnisse nicht, sie haben uir Abbrechung mancher Sitzung vor der Zeit ihrt, manche Abstimmung hinausgeschoben. die es den Abgeordneten ging, so ging es den Vertretern der verbündeten Regierungen. Auch der flichteifrigste und arbeitfreudigste Beamte ist doch m Ende immer nur ein Mensch, und wird ihm i viel an Arbeit zugemuthet, so erlahmt seine Areitskraft. So kamen viele Umstände zusammen, as Arbeitstempo des hohen Hauses zu verlangamen, und eine Ausdehnung der Session herbeiführen, die nicht dem entsprach, was in dieser Zeit eleistet worden ist. Das Amt des Reichstagsabgeordneten ist kein bichtes, aber es ist unbestreitbar ein sehr hohes Ehrenamt, und darum muß auch den daraus hersorgehenden Pflichten unbedingt Rechnung getragen perden, gleichviel, ob im Reichstage Diätenlosigkeit errscht oder nicht. Wer keine Zeit hat, seine Pähler im Parlament zu vertreten, der muß eben ein Mandat niederlegen, denn die Mandatsbernahme setzt auch die Erfüllung der daraus erpachsenden Aufgaben als selbstverständlich voraus. Es wird stets Entschuldigung finden, wenn ein Abseordneter aus Rücksicht auf seine persönlichen Verältnisse einen gewissen Theil der Sitzungen nicht esucht, aber dieser Theil darf nicht die Mehrzahl er in der Session stattgehabten Verhandlungen sein, der aber es müßten ganz besondere Verhältnisse ur Entschuldigung vorgebracht werden können. Ist ie Hauptschuld an dem unendlich schwachen Besuch es Reichstages auch in dem Zusammentagen des Reichs=Parlamentes und des preußischen Parlahentes zu suchen, so möge ein Theil der Abgeordneten soch daran denken, daß Moltke und Windthorst war sehr alt, aber trotzdem recht pünktlich waren. Es ist eine alte Erfahrung im Reichstage, daß ange Debatten geradezu endlos werden, wenn chwacher Besuch herrscht; dann ist die Rednerzahl beniger groß, und die Redner gehen dann um so ründlicher, zu gründlich, auf den Berathungsgegenstand ein, und dabei kommt man dann überhaupt sicht von der Stelle. Aber was bei schwachem Beuch das Schlimmste, das ist der Umstand, daß die Theilnahme am Berathungsgegenstand in Folge der sintönigen Behandlung nachläßt. Sehr deutlich eigte sich das bei der Berathung des Arbeiterschutzgesetzes. Die Kommission für dasselbe hat den Entwurf in zahlreichen Sitzungen mit einer Gehauigkeit geprüft, welche alle Achtung und Anerennung verdient. Man konnte um so sicherer sarauf rechnen, daß die Plenarverhandlungen einen uhigen, stetigen Fortschritt aufweisen würden. Statt essen war es damit oft dem Einschlafen ziemlich nahe. lles das wäre verhütet, wenn eine starke Besetzung is Reichstages eine frische Theilnahme zu Wege sebracht hätte. Dann würde die Berathung noch senauer gewesen und trotzdem schneller von Statten egangen sein. Aus dem ganzen Verlauf dieser Wintersession ergiebt sich als Hauptfolgerung die Forderung, thunlichst die Anhäufung der Parlamentsdebatten durch gleichzeitige Tagung mehrerer Volksvertretungen in Berlin zu verhindern. Dabei kommen alle Theile schlecht fort. Die Regierung wird überanstrengt, die Abgeordneten werden müde und schließlich will doch auch einmal das Publikum, für welches die meisten dieser Reden gehalten werden, etwas Anderes lesen, sich mit etwas Anderem beschäftigen, als nur mit Parlamentsdebatten. Es ist eine alte Sache, daß schließlich langweilig wird, was gar zu häufig geboten wird und es liegt gerade im Interesse der Parlamente, zur Wahrung ihres Ansehens für einen flotten Sessionsverlauf zu sorgen, zu verhüten, daß aus Gesetzgebung eine Redeübung wird. Vorschreiben kann darin aber Niemand der Volksvertretung etwas, der Reichstag ist sein eigener Herr und seine Mitglieder müssen selbst darauf sehen, daß ihr Ansehen gestärkt und befestigt weide. Die Legislaturperiode des Reichstages, die früher drei Jahre betrug, ist auf fünf Jahre jetzt ausgedehnt worden, und werden somit erst wieder im Februar 1894 Neuwahlen stattfinden, vorausgesetzt, daß früher keine Auflösung erfolgen sollte; aber gerade dieser Umstand zwingt zu der Erkenntniß, daß mehr als bisher gethan werden muß, das Interesse für den Reichstag und seine Arbeit, die doch dem Wohle der Nation gewidwet sein soll, wach zu halten. Die fünfjährige Wahlperiode beseitigt die häufige Wahlagitation und den sich daran knüpfenden, oft über die Maßen erbitterten Wahlkampf, aber diese Ruhe darf nicht zur Einförmigkeit und Eintönigkeit werden. Des Reiches Freunde werden sonst stets des Reiches Feinden gegenüber den Kürzeren ziehen. Jeder Mensch schafft sich selbst sein Loos, jedes Parlament sich selbst seinen Respekt bei den Bürgern des Landes. Und daß der deutsche Reichstag im ganzen deutschen Vaterlande allüberall in Achtung und Ansehen stehen möge, das können wir nur dringend wünschen. Kaiser und Reich, Bundesrath und Reichstag, das sind die Grundlagen für das Gedeihen des Vaterlandes, für Erhaltung unserer Stärke, für Wahrung des Friedens. Rundschau. Die Betheiligung an der Stichwahl zu Geestemünde war geringer als bei der Ersatzwahl (16 530 gegen 19997). Fürst Bismarck erhielt 10544 Stimmen(+ rund 3000) der Sozialdemokrat 5486 Stimmen(+- rund 1500), er hat mit einer Majorität von rund 5000 Stimmen, etwa ½ aller abgegebenen, gesiegt. Ganz augenscheinlich hat ein Theil der Freisinnigen und Welfen sich der Abstimmung enthalten, dem Wunsche des freisinnigen Wahlagitators Abgeordneten Dr. Barth,„lieber für den Sozialdemokraten als für Bismarck einzutreten“: ist nur ein geringes Häuflein der Parteigenossen gefolgt. Letzteren mag die Zumuthung denn wohl etwas zu stark gewesen sein. Die sozialdemokratischen Stimmen sind in dem genannten Wahlkreise auch bei der Stichwahl wesentlich heruntergegangen. * Ein neuer Beitrag zur deutschfreisinnigen Sittenlehre. Herrn Barth gebührt bekanntlich das Verdienst, zuerst den Grundsatz ausgesprochen zu haben, daß die Ecregung von Unzufriedenheit nach deutschfreisinnigen Anschauungen eine Wohlthat, eine Tugend sei. Diesem bedenklichen Grundsatze stellt nun Herr Rickert einen gleich bedauerlichen zur Seite; der genannte Abgeordnete erklärte nämlich in der Mittwochsitzung des Abgeordnetenhauses:„Mißtrauen sei eine der nothwendigsten Grundlagen des konstitutionellen Lebens". Diese beiden Aeußerungen, die einander ergänzen, liefern ein bedenkliches Bild von der deutschfreisinnigen Moral. Die Zerstörung der Zufriedenheit und des Vertrauens erscheint den Führern der genannten Partei also als ein verdienstliches Werk; sie halten die allgemeine Verbreitung der Unzufriedenheit und des Mißtrauens für einen wünschenswerthen Zustand. Wie trübe muß doch die müthsstimmung der Männer sein, die es über sich gewinnen können, solche Anschauungen laut werden zu lassen; wie traurig ist es um eine Partei beschaffen, die von solchen Grundsätzen sich leiten läßt! Und diese Grundsätze sind es, zu dem sich die prinzipielle Opposition bekennt und bekennen muß; denn ihr ganzes Programm, jede ihrer Aktionen ist auf diesen Anschauungen begründet. Was aber die Herren Barth und Rickert nicht ausgesprochen haben und was doch zum bessern Verständniß ihrer Ausführungen beachtet werden muß, ist der Umstand, daß die Herren von der Opposition für sich selbst nicht allein von ihren Anhangern volles Vertrauen fordern, sondern auch daß sie den Glauben verbreiten, sie seien allein im Stande, Zustände zu schaffen, in denen das Volk die volle Zufriedenheit finden würde. So lehrt freisinnige Moral! In Paris hat die Deputirtenkammer ihre neue Session begonnen, in welcher über den berüchtigten Zolltarif verhandelt werden soll. Der Protest gegen die übertrieben hohen Zollsätze ist ein so allgemeiner geworden, daß an die unveränderte Annahme des Tarifes kaum zu denken ist. Interessant ist die Meldung, daß Frankreich seinen Getreidezoll auf die Hälfte herabsetzen will, um einen engeren Handelsverkehr mit Rußland einzuleiten * Neue Schwierigkeiten erwachsen den Briten in Süd=Afrika, wo aus den Boern=Republiken eine große Anzahl von Familien auswandern und in dem angeblich unter englischem Schutz stehenden Maschonalande eine neue Republik gründen will. Die Londoner Regierung hat entschiedenen Protest gegen diesen Zug eingelegt, wird aber damit wohl rein gar nichts ausrichten, da sie im Innern Afrika's keine annähernd genügende Macht hat, welche den Tausende von kriegstüchtigen Boern Widerstand leisten könnte. Deutscher 113. Sitzung vom 2. Mai. Am Bundesrathstische: v. Bötticher. v. Maltzahn. Die zweite Berathung der Novelle zum Branntweinsteuergesetz wird fortgesetzt. Zu Arkikel 2 beantragt die Steuerkommission Zusätze, nach welchen die steuerliche Kontrolle des Branntweins gebührenfrei erfolgen, die Materialsteuer in denjenigen Brennereien, welche im Jahre nicht mehr als 50 Liter reinen Alkohols herstellen, nur 4|“, in denjenigen Brennereien welche im Jahre über 50 Liter, aber nicht über einen Hektoliter reinen Alkohols erzeugen, nur 9/10 betragen und wonach in Brennereien, welche auf Antrag von der Branntweinmaterialsteuer freizulassen sind und nicht mehr als 50 Liter erzeugen, nur ein Zuschlag von 8 Pfennigen, die jährlich mehr als 50 Liter, aber nicht über einen Hektoliter erzeugen, nur einen Zuschlag von 16 Pfennigen pro Liter erhoben werden soll. abg. Levder(Ctr.) beantragt die Aufnahme folgender Bestimmung in den Entwurf: In Brennereien, welche blos eine einfache Brennereivorrichtung mit unmittelbarer Feuerung benützen, und nicht mehr als 1 Hektoliter reinen Alkohols in einem Jahre erzeugen, beträgt für Branntwein in einer Jahresmenge bis 20 Litern reinen Alkohols, welcher aus selbstgewonnenen nichtmehligen Stoffen hergestellt wird, die Verbrauchsabgabe nur 25 Pfennige für den Liter reinen Alkohols. Abg. Wisser(lib.) befürwortet diesen Antrag, aus welchen er nur das Wort„nichtmehlig" streichen will. Staatssekretär von Maltzahn=Gült erklärt, daß der Antrag Lender keine Aussicht habe, im Bundesrathe eine Mehrheit zu finden, und daß, wenn derselbe hier angenommen würde, an diesem Antrage das ganze Gesetz scheitern würde. Der Inhalt des Antrages wurde eine Ungerechtigkeit gegenüber den norddeutschen Brennereien sein, weshalb in erster Linie von der preußischen Regierung dagegen Widerspruch erhoben würde. Abg. Dr. Buhl(natlib.) bittet die süddeutschen Abgeordneten, welche den Antrag Lender gestellt, unter diesen Umständen nicht an demselben festzuhalten, sondern sich mit den von der Kommission gestellten Beschlüssen Abg. Eimonis(Eis.) hat eine bessere Meinung vom Bundesrath, als der Staatssekretär, und erwartet, daß die verbündeten Regierungen nach besserer Information dem Antrage Lender, der nur eine Forderung der Gerechtigkeit bilde, entsprechen würde. Abg. Holtz(freikons.) verwahrt sich dem Vorredner gegenüber dagegen, daß er in der ersten Berathung dieser Vorlage gesagt habe, die Interessen der kleinen und großen Brennereien gingen auseinander und die großen brauchten auf die kleinen keine Rücksicht zu nehmen. Er halte es im Gegentheil für bedenklich, bei jeder Gelegenheit einen Gegensatz zwischen größeren und kleineren Interessenten hervorzuheben. Beide müßten sich vielmehr Abg. Singer(Soz.) wird für die Anträge Lender und Wisser stimmen, da er überhaupt Freigabe des HausAbg. Wisser(lib.) betont, durch Annahme seines Antrages würden die Bedenken des Staatssekretärs beseitigt, denn derselbe gewähre den norddeutschen Brennern dasselbe, was der Lender'sche Antrag nur den süddeutschen gewähren wolle. Die deutsche Bauernschaft müsse sich überhaupt zusammenthuen, um das Fabrikationsmonopol des Großgrundbesitzes des Ostens zu zerstören. gEn. EimenesGist, geezung, 5 un. und Branntweinmaterialsteuer. Dieses Steuersystem habe die Gewährung einer Ausfuhrprämie zu Folge, die täuschende Aehnlichkeit mit der Zuckerausfuhrprämie habe. Abg. Dr. Buhl(natlib.) widerspricht dem Antrage aus finanziellen Rücksichten. Die Barth'sche Resolution wird vierauf abgelehnt. Ner 4 ue. 5.2 Lantiken Tandels. Es folgt die dritte Beratyung des beutschen Hauvelsvertrages mit dem Sultan von Marokto. Abg. Richter(freis.) spricht dem Sultan von Fez Marokko seine Anerkennung aus für die verständigen zollpolitischen Ansichten, die er bei Abschluß dieses Vertrages bekundet habe. Die Herabsetzung der Einfuhrzölle auf 10 Prozent des Werthes hätte auch deutscherseits bewilligt werden sollen, dann würden die Getreidezölle niedriger sein, als jetzt. Redner erklärt, er werde bei der Berathung des dem Reichstage zugegangenen Nachtragsetats die Anfrage an die Regicrung richten, welche zollpolitischen Maßnahmen sie eintreten lassen wolle, um der beunruhigenden Vertheuerung des Getreides zu begegnen. Der Vertrag wird hierauf endgiltig angenommen, ebenso die internationale Vereinbarung über den Eisenbahnfrachtverkehr Der Gesetzentwurf betreffend die Einführung eines Reichsschuldbuches wird in erster und zweiter Lesung debattelos angenommen..5 Juncg Hich Ge gn# 19 96 Hierauf vertagt das Haus sich bis Montag 12 Uhl. (Erste Berathung des Nachtragselats, dritte Berathung des Arbeiterschutzgesetzes.) Abg. Dr. Simonis(Els.) verlangt, das mit de jetzigen Branntweinsteuersystem ein Ende gemacht werde, vor der Einführung desselben habe man in Elsaß=Lothringen das Delirium treinens nicht gekannt. Für den Antrag Lender treten ferner ein die Abag. Hug und Schertchen(Centr.), während die Abg. Uhden und Holtz(freikons.) demselben widersprechen. Der Antrag Lender wird hierauf angenommen, der Antrag Wisser abgelehnt. Im Uebrigen findet Artihelz nach den Kommissionsvorschlägen Annahme. Für# des Entwurfs schlägt die Kommission die nachstehenbe Fassung vor: Der Zoll für aus dem Zollauslande eingehenden Branntwein beträgt vom 1. Juli 1891 ab 1. für Liqueure 180 Mark fur 100 Kilo, 2. für alle übrigen Branntweine a) in Fässern 125 Marr, o) in Flaschen, Krügen oder anderen Umschließungen 180 Mark für 100 Kilo.(Nach der Regierungsvorlage sollte allgemein für Branntwein ein Zusatz von 150 Mark Auf die Anfrage des Abg. Brömel(freis.) erklärt Staatssekretär von Maltzahn, daß Arac, Cognac und Rum nach Ansicht der vebündeten Regierungen nicht unter den Begriff„Liköre" fallen. Artikel 3 wird in der Kommissionsfassung angenommen. 8.91 8.. Hierauf begründet der Abg. Barty(freis.) seine Resolution auf völlige Beseitigung der Maischbottich= und Ahgeerdnetenhaus. 80. Sitzung vom 2. Mai. Das Haus willigte debattelos das Extraordinarium des Justiz=Etats und die Etats des Abgeordneten= und Es folgt der Etat der Ansiedelungskommision. Abg. Dr. v. Jadzewski(Pole) behauptet, es handle sich bei der Ausfuhrung des Gesetzes nicht nur um eine Germanisirung, sondern auch um Evangelisirung.(Widerspruch rechts.] Redner bittet dann um Auskunft, ob der Ministerpräsident heute noch den Standpunkt des Ministerpräsidenten von 1886 theile.„. 44 Ministerpräsident v. Caprivi: Zunachst muß un bestreiten, daß die Regierung die Absicht hat, die Provinz Posen zu evangelisiren. Der Vorredner hat dann gefragt, ob die Regierung geneigt sei, das Gesetz zu ändern. Ich muß diese Frage verneinen.(Beifall rechts.) Die Regierung ist nicht der Meinung, daß das Gesetz weder wirthschaftlich noch politisch gewirkt habe. aber selbst wenn sie diese Ansicht hätte, würde sie die Aufhebung des Gesetzes nicht wollen. Daß ein so umfangreiches Gesetz in 5 Jahren keine Erfolge haben kann, die offen daliegen und sich Jedermann fühlbar machen, ist an sich nichts Ueberraschendes. Wir wollen mit den Polen gemeinsam leben und unter den Bedingungen, die das Wohl des preußischen Staates fördern.(Beifall.)„Wir sind gewillt, das Ansiedelungsrecht für Deut###e uno Polen gleichmäßig anzuwenden. Wenn polnischerseits der Wunsch laut geworden, sich der Regierung mehr zu nähern, so mußten wir, als dieser Wunsch bei der Militär= und Marinefrage zum praktischen Ausdruck kam, uns fragen. was mag der Grund sein? Kommen jetzt nun polnische Mitbürger und winken uns: kommt her— so sind wir zu vorsichtig, sicheren Boden zu verlassen und auf neues unbekanntes Terrain an der Hand der neuen Freunde zu treten. Geben Sie weiter auf dem Wege der Versöhnung, so machen Sie es uns möglich, Ihnen zu folgen. Das Gesetz aufbeben, können wir aber noch nicht! Abg. Rickert(freis.) hält nach wie vor das Gesetz für einen politischen Fehler, auch Konservative gäben dies bereits zu.„„ Abg. Graf Limburg(tons.) erktärt, daß seine Partei auf dem Standpunkt von 1886 stehe. Abg. von Czarliuski(Pole) erwidert, die Polen hätten die Gesetze beschworen und würden sie halten, die Rede des Herrn von Caprivi habe Entgegenkommen gezeigt. Von einer vollen Versöhnung könne nicht die Rede sein, so lange dieses Gesetz bestehe. Abg. von Tiedemann(freikons.) räth der Regierung, sich durch das freundliche Gesicht der Polen nicht beeinflussen zu lassen, er halte an dem Standpunkt von Abg. Dr. von Jadzewski(Pole) bemerkt, daß die Polen bereits durch ihre Thaten ihre Loyalität bewiesen hätten. Mehr könne man nicht von ihnen verlangen— es sei unmöglich, daß die Polen die Hoffnung auf die Herstellung Polens aufgäben. Der Erat wird bewillig....— Gmuis Der Entwurf betr. die Abänverung von amtsbezirken, wird in erster und zweiter Lesung angenommnen und die Novelle zum Pensionsgesetz der Gemeindebeamten der Rheinprovinz an eine Kommission von 14 Mitgliedern Es folgt die zweite Lesung der Städteordnung für den Die Vorlage wird mit dem vom Abg. Grimm beantragten Zusatz, die Norelle zum Pensionsgesetz für mittelbare Standesbeamte auf die Kommunalbeamten ausdehnen, angenommen. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr(Kultusetat). * Berlin, 3. Mai. Der Kaiser unternahm am Sonnabend Morgen zunächst eine Pürschfahrt nach dem Wildpark und besichtigte später auf dem Bornstädter Felde die Bataillone des 1. Garderegiments z. F. Aus Anlaß der Eröffnung der internationalen Kunstausstellung fand Nachmittags bei den Majestäten im Neuen Palais eine größere Festtafel statt. Heute Abend reist der Kaiser von Potsdam nach Düsseldorf, wo die Ankunft am Montag Vormittag erfolgt. Von dort begiebt sich der Monarch nach Köln. — Dem Grafen Moltke ist bekanntlich zu seinem neunzigsten Geburtstage sein in Parchim gelegenes Geburtshaus zum Geschenk gemacht worden. Das Haus ist aus Veranlassung des Verstorbenen zu einem Wohnsitze für Mitglieder seiner Familie hergerichtet und wird, wie man aus Parchim schreibt, am 1. Oktober d. J. von drei Gräfinnen v. Moltke bezogen werden. — Im Reichstage wird jetzt ziemlich sicher gehofft, auf Grund allseitigen Einvernehmens ohne erhebliche De batte die Arbeit bis zum nächsten Samstag zu vollenden und dann eine Vertagung des Hauses bis zum Herbst eintreten lassen zu können. Die Session des preu#######, Landtages wird noch tief in den Juni hinein dauern, da allein der Etat schon eine mehrwöchentliche Berathung in Anspruch nehmen wird. — Vor einiger Zeit wurden selagen über die in Deutschland zur Denaturirung des Branntweins verwendeten Mittel laut. Dem gegenüber mag darauf bingewiesen werden, daß die Reichsregierung vor Einführung der Denaturirungsmittel sich durch Einholung von Gutachten überzeugt hatte, daß deren Verwendung keinerlei nachtheilige Folgen für die Gesundheit der Arbeiter hat und daß auch seit langer Zeit keine Beschwerde in dieser Beziehung an die Reichsfinanzverwaltung gelangt ist. Die Frage wird nach wie vor mit der größten Sorgfalt weiter verfolgt und ist zu diesem Zwecke eine Kommission, zu der die hervorragendsten Vertreter der Wissenschaften gehören, dauernd in Thätigkeit. Uebrigens haben andere Staaten die in Deutschland eingeführten Denaturirungsmittel ebenfalls angenommen, woraus hervorgeht, daß auch in jenen Staaten bessere Denaturirungsmittel nicht vorhanden sind. — Die preußische Finanzverwaltung beabsichtigt beim Bundesrath den Erlaß allgemein gültiger und gleichmäßiger Bestimmungen in Anregung zu bringen, durch welche den Brennereien die ihr Erzeugniß nach der amtlichen Feststellung seiner Alkoholmenge einer nochmaligen Destillation in der Brennerei unterziehen, für diese zweite Destillation die Gewährung eines angemessenen Schwundsatzes dauernd und allgemein gesichert wird. Schon seit längerer Zeit waren in dieser Frage Erhebungen seitens der preußischen Finanzverwaltung angestellt worden. Auch mit den namhaften Vertretern des Branntweinreinigungsgewerbes haben neuerdings Verhandlungen stattgefunden, welche zu einer Einigung in den wesentlichen Punkten über die Aenderung des für die Branutweinreinigungsanstalten geltenden Regelutivs geführt haben. Die preuß. Finanzverwaltung glaubt durch die im Bundesrathe in Anregung zu bringende Neuregelung nicht nur die Interessen der größeren Reinigigungsanstalten ausreichend wahrnehmen, sondern auch die Lebensfähigkeit der kleineren derartigen Betriebe fördern zu können, insbesondere durch Aenderung einzelner für die letzteren vornehmlich hinderlichen Kontrollvorschriften. Die zwischen der deutschen Regierung und dem englischen Postamt seit einigen Monaten gepflogenen Verhandlungen zur Herstellung einer unmittelbaren Telegraphenverbindung zwischen London und Berlin sind zu einem erfolgreichen Abschluß gelangt. Die Vorarbeiten werden schon in den nächsten Tagen beginnen; von den drei Kabeln, welche London mit Berlin verbinden, mündet eines an der französischen Küste, das andere in Belgien und das dritte auf holländischem Boden.“ — Im Begriff eine Dienstreise anzutreten, ist der Geheime Ober=Regierungs= und vortragende Rath im Ministerium der öffentlichen Arbeiten Hübner am 2. d. Mts. früh am Herzschlage im krästigsten Mannesalter dahingeschie % — Der„Koln. Ztg. wird aus Konstantinopel gemeldet:„An erster Stelle eingezogene Erkundigungen ere s e m e geben, daß die Seitens eines Berliner Vialles gemeldete Vermehrung der türkischen Artillerie nichts anderes sei, als das Ergebniß des seit längerer Zeit beschlossenen Umgestaltungsplanes für die gesammte Artillerie. * Lübeck, 1. Mai. Heute traten hier etwa 50 Herren aller Berufsklassen zusammen behufs Bildung eines Comitees für die Errichtung eines MoltkeDenkmals.„„ gm. * Geestemünde, 2. Mal. Mehrere Herren des Bismarckschen Wahl=Comitees begaben sich gestern nach Friedrichsruh, um den Fürsten Bismarck das Wahlergebniß zu melden. Fürst Bismarck erklärte, daß er mit Dank für die erwiesene Ehre die Wahl annehme, Die neue preußische Gewerbesteuer. Während das Schicksal der neuen preußischen Einkommensteuer noch immer nicht entschieden und hauptsächlich über den Einkommensteuertarif nochmals eine Verständigung zwischen Abgeordnetenhaus und Herrenhaus nothwendig geworden ist, ist es jetzt schon zweifellos, daß die neue Gewerbesteuer im Jahre 1893/94 zum ersten Male erhoben werden wird. Der Ertrag derselben darf zwar die Summe von rund 21 Millionen nicht übersteigen und wird sich somit fürs erste auf der bisher erreichten Höhe halten. Es ist damit eine allzu druckende Belastung verhindert, aber auch so werden gerade die größeren Betriebe an der neuen Steuer schwerer als bisher zu tragen haben, denn gerade von ihnen soll ein größerer Antheil als bisher aufgebracht werden. Geht doch das neue Gewerbesteuergesetz, dem zum Inkrafttreten nunmehr nur noch die königliche Sanktion fehlt, von dem Grundsatze der Erleichterung der steuerlichen Lasten für die kleineren Betriebe aus. Es befreit sogar die Betriebe, bei denen weder der jährliche Ertrag 1500 Mark noch das Anlage= und Betriebskapital 3000 Mark erreichen, von jeder Gewerbesteuer. Außer den stehenden Gewerben sind der Steuer auch die Konsumvereine mit offenem Laden unterworsen. Damit ist wenigstens etwas dem Ueberwuchern der letzteren vorgebeugt. Die Besteuerung selbst wird nun in vier Klassen erfolgen. In die erste gehören die Betriebe, deren jährlicher Ertrag 50000 Mark oder mehr und bei denen der Werth des Anlage= und Betriebskapitals 1000000 Mark oder mehr beträgt. Die zweite Klasse umfaßt die Betriebe mit einem Ertrage von 20 bis ausschließlich 50000 Mark oder Anlage= und Betriebskapital von 150 bis ausschließlich 1000000 Mark=, die dritte die Betriebe mit einem Ertrage von 4 bis 20000 Anlage und Betriebskapital von 30 bis 150000 Mark. Die vierte Klasse umfaßt den Rest. Die Steuer der ersten Klasse beträgt mit einigen Modifikationen für jeden Gewerbebetrieb ein Procent des jährlichen Ertrages. In den übrigen Klassen werden die Steuerpflichtigen eines Veranlagebezirkes, welchen bei der 2. Klasfe der Regierungsbezirk, bei der 3. Klasse der Kreis darstellt, zu einer Steuergesellschaft vereinigt, welche bestimmte Mittelsätze für jeden Betrieb aufzubringen hat und zwar so. daß in der zweiten Klasse 300 Mark, in der dritten Klasse 80 Mark und in der vierten Klasse 16 Mark den Mittelsatz darstellen. Innerhalb der Steuergesellschaften werden sich nun die thatsächlichen Einschätzungen um diese Sätze bewegen und zwar so, daß in der 2. Klasse als geringste und höchste Steuersätze 156 bis 480 Mark, in der 3. 32 bis 192 Mark und in der 4. 4 bis 36 Mark zulässig sind. Bis zu 40 Mark werden die Steuersätze um je 4 Mark, von da ab bis 96 Mark um je 8 Mark, weiter bis 192 Mark um je 12 Mark und weiter bis 480 Mark um je 36 Mark steigen. Die Gewerbetreibenden sind jedoch verpflichtet, auf Auffordern des zuständigen Steuerorgans die Höhe des Ertrages ihres Gewerbes, soweit dasselbe für die Einreihung in eine der vier Klassen maßgebend ist, anzugeben. Für den Betrieb der Gastwirthschaft, der Schankwirthschaft, sowie des Kleinhandels mit Branntwein oder Spiritus wird außerdem eine besondere Betriebssteuer erhoben werden, die jährlich in der ersten Klasse 100 Mark, in der zweiten 50, in der dritten 25 und in der vierten 15 Mark beträgt. Die von der Gewerbesteuer befreiten Inhaber der Gastwirthschaften zahlen jährlich 10 Mark Betriebssteuer. Man sieht aus dieser kurzen Uebersicht, daß an die Stelle des komplizirten jetzigen Gewerbesteuererhebungsverfahrens für die Zukunft ein verhältnißmäßig einfaches Schema tritt. Die kleineren Betriebe werde den Vorthetl von der Neuregulirung haben; neben ihnen aber auch der Staat, der sich eine genau zu übersehende Einnahmequelle in der neuen Gewerbesteuer geschaffen hat. Wie nämlich die Steuer den Eingangs genannten Höchstbetrag, der sich von Jahr zu Jahr um 2 Prozent steigern soll, nicht überschreiten darf, so darf sie in ihrem Ertrage auch nicht unter einen Minimalsatz, im Jahre 1893/91 die Summe von etwa 20 Millionen, heruntergehen. Andernfalls werden die bezeichneten Mittelsätze erhöht werden. Waffen Gebrauch machen. Das Panzerschiff„Miaulis“ wurde nach Zante entsandt. — Am Sonnabend wurde die Kronprinzessin Sophie von Griechenland, Schwester des deutschen Kaisers, in der orthodoxen Hofkapelle in Athen vom Metropoliten in Gegenwart der königlichen Familie, der heiligen Synode, des Premieministers und des Kultusministers konfirmirt. In allen Kirchen Griechenlands wurde ein Tedeum abgehalten.(Dieser Religionswechsel erweckt in weiten Kreisen bei uns eine trübe Stimmung.) Herbien. zebungen kam es zu wiederholten Zusammer M deren Mitt — Die Exkönigin Natalie hat der serbischen Regierung endgiltig erklärt, sie werde nicht eher aus Belgrad gehen, als bis sie mit Gewalt fortgebracht werde. Die Anwendung besonderer Maßnahmen soll nun auch gleich nach dem jetzt stattfindenden griechischen Osterfest erfolgen. Das letztere Fest ist übrigens in allen Balkanländern ohne irgendwelche Zwischenfälle begangen. Amerika. San Francisco, 2. Mai. Präsident Harrison wies in einer heute hier gehaltenen Rede auf der hervorragend friedlichen Charakter der Bevölkerung der Vereinigten Staaten hin, betonte gleichzeitig aber die Nothwendigkeit der Beschaftung einer ausreichenden Anzahl von Kriegsschiffen zur aufrechterhaltung des Friedens auf der ganzen westlichen Erdhälfte. * Paris, 1. Mai. Die Führer der chilenischen Insurrectionspartei, Monti Silva und Barros Luco, theilten der französischen Regierung telegraphisch mit, daß sie, da bereits 8 Departements von den Congreßtruppen besetzt seien, sich als Regierungsjunta konstituirt hätten. Gleichzeitig wurden für die einzelnen Verwaltungsressorts vier Regierungssekretäre, sowie acht Departementschefs ernannt. Die Regierungsjunta und die übrigen Aemter sind provisorischer Natur. * Paris, 2. Mai. Die Regierung verbot die Beisetzung des Prinzen Jerôme Napoleon auf Korsike. England. London, 2. Mai. Die Influenza wüthet heftig in Leicester, Birmingham, Sheffield und andern englischen Städteu. In London kann die parlamentarische Kommission für Prüfung der Eisenbahntransportverträge keine Sitzungen abgehalten, da die Mitglieder erkrankt sind; ebenso sind auch 8 Abgeordnete und zahlreiche Verwaltungsbeamte erkrankt. London, 2. Mai. Wie aus Adelaide gemeldet wird, entstand in Australien eine energische Beweung gegen die durch Baron Hirsch geplanten udenkolonien. Griechenland. Athen, 2. Mai. Hiesige Blätter berichten von Ruhestörungen auf Zante, welche anläßlich der Charfrei tagsprozession sich gegen die jüdischen Einwohner richteten. Zur Herstellung der Ruhe mußten die Truppen von ihren S Die Maikundgebung hat in Deutschland auch nicht zu den geringsten Ausschreitungen Anlaß gegeben, es sind kaum besondere Zeichen für eine Feier in die Erschreitung getreten. In Berlin und den größeren Industriestädten sind die dort stattgehabten Versammlungen in aller Ruhe verlaufen. Am Sonntag wurden von den Sozialdemokraten in Berlin zahlreiche Ausflüge in die Umgebung unter ziemlich starker Betheiligung unternommen. Die Behörden hatten sich vorgesehen, fanden aber keinerlei Anlaß zum Einschreiten. Der Verlauf der Landparthien wur durchaus harmlos, man demonstrirte mit rothen Schlipsen, Schleifen, Tüchern, Bändern 2c., hielt sich aber von allem Spektakel Hamburg, 3. Mai. An dem Festzuge der Arbeiter nach Horn nahmen nahezu 80000 Personen theil; die Aufstellung und Entwickelung des Zuges, der von zehn Musikkorps begleitet war, erfolgte in größter Ordnung, der Abmarsch dauerte zwei Stunden. Die Bahrenfelder Festlichkeiten waren, weil sich die Altonaer zumeist dem Hamburger Zuge anschlossen, wenig besucht. 500 Schutzleute waren aufgeboten, um Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten, was denn auch ohne Schwierigkeit gelang. Wien, 1. Mai. Die Versammlungen der Arbeiter im Prater sind in größter Ruhe verlaufen. Sie waren schwächer besucht, als im Vorjahre, nach neun Uhr hatten alle Arbeiter den Prater verlassen. Aus den Wiener Bezirken wird keinerlei Ruhestörung gemeldet, auch in den Provinzen ist Alles ruhig gebleben.„ gm.„„Mittheilung 8.8 So Paris, 1. Mai. Laut Miltheilung aus dem Ministerium des Innern sind heute nur zwei Vorfälle zu verzeichnen, in Clichy, wo einige Gensdarmen schwer verwundet wurden, und in Fourmtes. An letzterem Orte wollten Arbeiter ihre am Morgen verhafteten und auf der Mairie gefangen gehaltenen Genossen befreien und verwundeten dabei zwei Soldaten. Die Abtheilung gab Feuer, tödtete drei Angreifer und verwundete eben soviel. In Paris ist der ganze Tag weit ruhiger verlaufen, als im vorigen Jahre; hingegen fanden in den Provinzen zahlreichere, wenn auch wenig bedeutende Kundgebungen statt.„„„„ Der Minister Constans empfing im Laufe des Tages zahlreiche Briefe mit Todesandrohungen. Abends 8 Uhr wird das Militär und die Polizei auf vielen Punkten eingezogen. Paris, 3. Mai. Nach Meldungen aus Fourmies herrscht unter den dortigen Arbeitern noch immer große Erregtheit, die Munizipalität erbat militärischen Schutz der durch Absendung einer Abtheilung Artillerie gewährt Charleville, 2. Mai. Das Zuchtpolizeigericht verurtheilte den Sozialistenführer Clement, der gestern wegen Aufruhr verhaftet wurde, zu 2 Jahren Gefängniß. Lyon, 1. Mai. Bei den wiederholten Zusammenstößen zwischen der Menge und der bewaffneten Macht kam es auf beiden Seiten zu ernstlichen Verwundungen. 56 Personen wurden verhaftet. Mehrere Polizeisoldaten sind durch Hiebe Mai. Bei der im Laufe des Abends in der Nähe der Arbeiterbörse stattgehabten Straßenkundößen zwischen der Menge, aus deren Mitte einie kevolverschüsse abgefeuert wurden, und einer einschreite. den Abtheilung Kurassiere. Von letzteren wurden zu leicht verwundet. Die Zahl der im Laufe des gestrig## Tages verhafteten Personen beträgt etwa 69, von de### Polizeipersonal und den Soldaten wurden 10 leicht ver# wundet. Amsterdam, 1. Mai. Der Tag verlief ruhig, Stadt bot ihr gewöhnliches Aussehen, 1 gends eine Demonstration. Nachmittags fand im Locc Plancius, wo eine rothe Fahne gehißt war, eine Ver sammlung von etwa 700 Personen statt. Der sozialistisch Deputirte Demela Nieuwenhuis hielt eine Rede für de Achtstundentag, als der ersten Etappe zum Arbeitstag von sechs, von vier ja selbst zwei Stunden. Nach nich besonders lebhaften Debatten wurde eine Resolution Gunsten des Achtstundentages angenommen. Ruhestörungen kamen nicht vor. London, 2. Mai. Die Anarchisten hielten im Hyde## park ein Meeting ab. Louise Michel hielt eine hef## tige französische Rede zu Gunsten einer allgemeinen## Arbeiterrevolte. Sie sagte:„Laßt uns diese Empören begrüßen! Laßt uns diejenigen willkommen heißen welche die Fenster der Läden, der Häuser, der Clubs zertrümmern, laßt uns— alle Plünderer, all Diebe willkommen heißen! Sie gehören den Empörerbunde an, welcher denjenigen, die ein Luxusleben# führen, während Millionen verhungern, zeigen soll, daß ihre Stunde endlich geschlagen hat. Die zahlreich anwesende Polizei verhielt sich neutral. Rom, 2. Mai. Der Agitator Cipriani, der bei dem gestrigen anarchistischen Meeting in Santa Croce di Gerusalema eine aufreizende Rede hielt, und bei dem darauf folgenden Zusammenstoß mit der bewaffneten Macht# am Kopfe verwundet wurde, ist in der vergangenen Nacht verhaftet worden. Rom, 2. Mai. Die Zahl der gestern hier Verhafteten beträgt etwa 200; dieselben werden sofort vor Gericht gestellt werden. Die Polizeimannschaft und das zur Herstellung der Ordnung mitwirkende Militär zähltl 10 Verwundete, 1 Gendarm erlag heute früh seinen Wunverstorben. Heute zeigt die Stadt ihren gewohnten Anblick, alle Läden sind offen, überall herrscht Ruhe. Rom, 2. Mai. Einige wichtige Punkte, insbesonderen# die Brücken, welche aus Trastevere in das Innere der## Stadt führen, sind auch jetzt(Abends) noch militärisch besetzt.„„„„„„ Mailand, 2. Mai Verorecherische Handeversuchten in voriger Nacht bei Grosteto durch Aushebung der Schienen eine Entgleisung des direkten Zuges Rom=Mailand herbeizufuhren. Durch rechtzeitiges Bremsen verhütete der Bremser ein entsetzliches Unglück. Charleroi, 2. Mai. Im ganzen Grubenbassin von Charleroi wird heute gefeiert. Gegen 30000 Bergleute und mehr als 4000 Eisenarbeiter sind nicht zur Arbeit gekommen. Die Direktion der Puddelwerke von Marais zu Montigny, welche 400 Arbeiter beschäftigt, zeigt an, daß sie ihre Werkstätten geschlossen habe. Man besorgt, daß am Montag der Streik auf einer größeren Zahl von Kohlengruben ausbrechen werde. Lüttich, 2. Mai. Eine große Anzahl der Bergleute des Lütticher Beckens haben sich heute Morgen nicht zur Arbeit eingestellt. E Lüttich, 3. Mai. In mehreren industrietten Ortschaften der Umgebung ist der Belagerungszustand verkündet worden. In Horloz wurden die Telephondrähte durschnitten. Zwischen der Gensdarmerie, welche das Abhalten eines Arbeitsmeetings zu hindern suchte, und einer Arbeiterschaar kam es zu einem thätlichen Zusammenstoß, wobei mehrere Personen verwundet wurden. Nach der Umgebung des Kohlenbergwerks Saint Nicolas ist eine Compagnie Infanterie abgesandt, auch verschiedene andere Punkte wurden militärisch besetzt. Lüttich, 3. Mai. Nach den letzten Nachrichten über die Unruhen in Tilleur versuchten die ausständigen Bergleute daselbst die Zusammenstellung eines Zuges, der die Arbeiter an die Arbeitsstätte führen sollte, zu hindern, indem sie Feuer an denselben legten. Sie brachen die Telephonstangen ab und spannten die Drähte über den Weg. Die Gendarmerie schoß, die Bergleute antworteten mit Steinwürfen, durch welche drei Gendarmen verwundet wurden. Nachdem aus Lüttich Verstärkung durch berittene Gendarmen angekommen war, machte die Gendarmerie mehrere Angriffe mit blanker Waffe, wobei 12 Arbeiter durch Säbelhiebe verwundet wurden, und gab einige Salven in die Luft 14 Decennien. Roman von Zoé von Reuß. — Nachdruck verboten. Curt von Rohren blieb mit Hedwig allein auf der Veranda zurück um den heimkehrenden Prinzipal zu erwarten. Schweigend blickten beide in den abenddämmernden Park hinaus, aus dem seitwärts die weiße Scheibe eines kürzlich errichteten Schießstandes, wie ein riesiges bleiches Mondlicht, herorleuchtete. „Haben Sie schon gesehen, daß ich ins Schwarze getroffen habe, Vetter,“ sagte Hedwig auf die Scheibe zeigend. Papa hat mit seinem Rothstift ein H. daneben gezeichnet. Er will mir nächstens auch ein paar Taschenpistolen aus Berlin mitbringen. Dann können wir miteinander schießen!“ Herr von Rohren antwortete nicht gleich, und schien nicht bei der Sache. Das verdroß Hedwig. „Sie können so interessant und liebenswürdig sein, Vetter, und doch wieder...“ „Pardon, gnädiges Fräulein!" entschuldigte sich Herr von Rohren. „Vermuthlich gefällt Ihnen das Pistolenschießen nicht? „Ich habe kein Recht Ihr Mentor zu sein.“ „Nein, auch schieße ich dennoch!.. Die Ungenirtheit des Landlebens ist dennoch schön, sonst wärs auch langweilig in der Einsamkeit.“ „Wie mans nehmen will! Mir scheint gerade das Leben eines Landfräuleins sehr abchwechslungreich.“ WBlela?“ „Das Landleben bietet gerade durch die Mannigfaltigkeit seiner Thätigkeit, die in ihren Zweigen doch sämmtlich einem einzigen festen Ziele zustreben, viel Interessantes, an dem auch die Frau Theil nimmt. Ich glaube sogar, daß dies das Glück der Ehe erhöhen muß, weil es die Frau zur thätigen Gehilfin des Mannes macht. Sie füttern doch z. B. am Morgen die Hühner?“ „Wenn ichs nicht vergesse!“ Vergessen Sie es nicht mehr. Sagen Sie der Haushälterin, daß Sie ein für allemal diese Arbeit übernehmen. Damit haben Sie schon ein Interesse, weil Sie eine Pflicht haben! Dann lassen Sie sich Ihren Blumentisch nicht wöchentlich frisch vom Gärtner füllen, sondern pflanden Sie Ihre Lieblingsblumen selbst, und überraschen Sie Vater unb Mutter am Geburtstage mit eigenen Pfleglingen. Probiren Sie jeden Tag ein neues Rezept des Kochbuches auf seine Brauchbarkeit. Ich lade mich gleich dazu ein. „Sind Sie noch nicht zu Ende?“ „Nein, das Beste kommt noch. Bestimmen Sie jeden Tag zwei Stunden, in denen Sie sich Felix widmen, und ganz zu seiner Verfügung stellen. Sein Geist ist so lebendig, daß er schon selbst für passende Beschäftigung sorgen wird. Sie brauchen nur darauf einzugehen, wie Fräulein Anna.: Zweimal wöchentlich können Sie auch die Dorfkinder unterrichten in der Handarbeit, die in der Schule nicht gelehrt wird...“ „Nicht auch nicht im Katechismus?“ „Meinetwegen auch das, doch nur wenn es Sie selbst dazu treibt, anders würde auch für die Kinder nicht viel dabei herauskommen. Dafür besuchen Sie aber die Kranken des Dorfes regelmäßig einmal in der Woche. Gerade die echt weiblichen Arten der Thätigkeit sind es, die die Frauen den Engeln verwandt machen!“ Hedwig war sehr ernst und schien zu überlegen. Die Antwort ward ihr aber durch die Rückkehr des Vaters abgeschnitten. Er war draußen abgestiegen und trat durch den Garten auf die Veranda. „Ei sieh da, Vetter Rohren,“ sagte er,„fast hatte ich Sie vergessen. Warten Sie schon lange?“ „Nein! Ja! Ich weiß wirklich nicht, wie lange wir hier sind,“ sagte Curt von Rohren in einer Verlegenheit, die er sich selbst nicht zu erklären wußte. Nun, anscheinend ist Ihnen wenigstens die Zeit nicht lang geworden.„Wie gehts, Hedel," wandte sich Lingen an seine Tochter, die sich zärtlich an ihn schmiegte, wie von etwas gedrängt. Dann setzte er gegen Herrn von Rohren hinzu:„Wollen Sie mir auf mein Zimmer folgen? Ich muß Sie sprechen! Es betrifft die Vorbereitungen zur Einquatierung für nächste Woche.“ XV. Anna war der Tante ins Krankenzimmer gefolgt, das auf der Sonnenseite des Gutshauses gelegen war. Leider hatte Felix Zustand sich in letzter Zeit verschlechtert, mit Sorge dachte man an den Winter. Seine Konstitution war von Geburt an außerordentlich zart gewesen, und die ersten Jahre seines Lebens in M. hatten auch nicht dazu beigetragen, sie zu kräftigen. Seinetwegen war man zumeist gern aufs Land gegangen, als nach dem Tode Herrn von Rohrens die Güter Reinsdorf und Horst ganz unvermuthet in die Hände Hauptmann von Lingens übergingen, mit Uebergehung der näheren Verwandten. Wie das Testament ausdrücklich besagte, hatte der alte Baron mit der letztwilligen Verfügung nicht nur seiner Zuneigung zu seinem Neffen, Hans von Lingen, Ausdruck geben wollen, sondern damit auch den Wunsch seines einzigen im Kriege verwundeten, und später an der Schwindsucht verstorbenen Sohnes Harry erfüllt. Felix Ausbildung war mehrere Jahre einem guten Pensionate anvertraut gewesen; als sich sein körperlicher Zustand verschlechterte, war er nach Reinsdorf zurückgekehrt. In dem zarten Körper lebte ein lebendiger, ehrgeiziger Geist, der die mattbrennende Flamme seines physischen Lebens leider zeitig aufzuzehren drohte. „Hast du mir Blumen mitgebracht, Anna?“ rief er dem jungen Mädchen entgegen, als diese mit Strauß und Zeichenmappe in sein Zimmer trat.„Aber setze Dich erst, damit Du nicht bald wieder gehst!“ sagte er bittend und gebieterisch zugleich, auf den Stuhl neben seinem Lager deutend: „Laß mich die Schlummerrolle unter Deinen Kopf schieben!“ sagte Anna den Hut abnehmend, und sich recht augenfällig zu längerem Verweilen einrichtend, zur Freude des Kranken.„Es wird Dir heute schwer, den Kopf hoch zu halten... Nein gar nicht!“ fuhr er auf.„Ich bin nicht krank, nur müde, nein ich habe kein Kopfweh. Gieb mir die Blumen!" Anua legte den Strauß auf die Seidendecke nieder, und löste die Grashalme, die den Strauß umschlossen. Denn Felix versäumte niemals die Pflanzen mit den Augen des Botanikers zu prüfen. „Farren sind verenirende Kriptogamen, und meist krautartige, aber auch baumartige Pflanzen. Weißt Du, wie viele Arten Haidekraut es giebt?... Moose sind wie die Algen, nur aus Zellen zusammengesetzt. Aristoteles war es, der sich zuerst wissenschaftlich mit den Pflanzen beschäftigte, die ersten Pflanzenkundigen waren nur Sammler von Arzneikräutern. Habt Ihr auch Botanik getrieben auf dem Seminar?“ „Ja, wöchentlich ein paar Stunden. „Aber auch Deine Zeichnung will ich sehen!" Anna öffnete die Mappe und zeigte die Skizze. „Famos! Ich weiß auch, wo der Baum steht, Hedwig hat mich neulich nach jener Gegend der Haide spazieren gefahren. Wenn ich wieder gesund bin, gehen wir alle Tage spazieren, und nehmen Dein Skizzenbuch mit. Und wenn ich erwachsen bin— heirathe ich Dich!“ Anna konnte einem Lächeln der Verwunderung nicht gebieten, und meinte ablehnend:„welcher Einfall! „Willst Du nicht? Ziere Dich nicht, die Mädchen heirathen alle gern! Weißt Du nicht, daß ich einmal hier der gnädige Herr sein werde? Onkel Rohren, ich meine den Lieutenant, hat bei mir Pathe gestanden, und sein Alter hat mir darum Reinsdorf und Horst vermachen müssen. Papa bewirthschaftet es nur, bis ich einundzwanzig Jahre alt bin. Dann ziehen sie nach Berlin. Wir beide aber richten uns hier einen Bibliotheksaal ein, und machen eine Reise nach Afrika, um die Nilquellen zu finden. Willst Du nun?“ Ehe Anna antworten konnte, traf sie ein Blick von Frau von Lingen, unendlich traurig und bittend, denn Elisabeth hatte kein Wort verloren von Felix' Auseinandersetzungen. Anna gab ihr Jawort. Wenn ich die Güter hier übernehme, muß ich mich von Rohren" nennen. Rohren=Lingen, so lautet die Testamentsbestimmung. Es geschieht, weil es von Rohrensche Güter sind. Meine Eltern müssen es gewußt haben, daß ich einmal reich werden würde und sehr glücklich, weil sie mich gerade Felix genannt haben. Du weißt doch, daß es„der Glückliche" heißt?“ „Ja, lieber Felix! Nun aber mußt Du schlafen! Es „Ich bin aber nicht mide, und wil lieber noch lesen. Darf ich Mama?“ „Morgen, mein Liebling,“ sagte Frur von Lingen. „Ich bleibe dann den ganzen Tag bei Dir!" „Ja, Du und Anna! O, wie ich euch liebe!“ sagte die beiden Arme ausstreckend, um sie beide an sein Herz zu ziehen. Aber die Arme umschlossen nur die Mutter, Anna war hinaus gegangen, um die alte Kinderwar. zu rufen, welche ihrer Herrschaft nach Reinsdorf a folgt war. ab. Die Unruhen dauer wärtig ist der Schauplatz Die aufgeregte Bevölkern Seiten der Bergleute. 1 an Ort und Stellen.— Abends in einer Straße Mons 3. Mai. G Kohlenwerk von Grandstoß zwischen Gent welche mit Gewalt in d Die Gendarmen gaben Arbeiter. Seraing, 3. Mai. und Stahlwerke vo sen, unverzüglich eintreten zu lassen. Unt sich eine große Erregung beiterpartei kund wegen bens des allgemeinen S New=York, 1. Ma 6000 Grubenarbei Pittsburg die Arb heriger Lohntarif mit de mit der Frage des Acht nicht zusammen. Der Lhio hat die Arbeit bis Arbeitgeber auf ihre For verlangen Arbeit bis z Löhne wie im vergang 3000 Bergarbeiter den A aus Dagnoin(Illinois) gend dauere fort. Sei man die Ausführung d stundentag und die all Cents für jeden Arbeite gung dieser Forderungen werden. Westfalen ! W i t t e n, 4. M o i. wir aus der Berliner 2 mit der Ausführung de gefaßten Beschlüsse bezi gymnasien in andere S Der neue Kultusministe Deputation gegenübere zember=Konferenz gefaßt reif und den Fortbestan für die nächsten 10—15 sie überhaupt jemals a nicht! O Witten, 4. Ma Die Vermuthung, daß Helene durch frevelhaf streikender Berg sich zu bethätigen, da muthmaßliche Thäter gerichtsgefängniß gebrat vorliegende Belastungs sein. Wie schändliche diesem Falle ist, wo d findlichen Bergleute gef besonders zu betonen. zeichnung für die Aeu Bergmanns genannter Brandes auf die bange in der Grube befindlich sich zu retten, mit frech supen, se brukt jo nich ein solches Subjekt gelt — In 14 Tagen h trieb zu haben. 8 Witten, 4. Ma dem benachbarten Ged Donnerstag zum Freita D. ein Dynamit=Atten gänzlich zerstört und Glücklicherweise blieb D., der auf der hies schäftigt ist und nicht dafür büßen. Wie wi ein Kamerad des D. Attentater zu sein, ver X Herbede, 30. Der Turnverein zu§ Besten der Kleinkinder hatte, ließ heute der Gabe von 63 Mark lichen Gebern sei aud dargebracht. + Wetter, 1. Ma hiesigen Steuerzahler „Du weinst, Man Gutenachtkuß eine ver feuchtete.„Es ist wir „Nein Liebling, ich Mutter und wandte sich Kleine Ein psychologisch beschäftigte am 8. Apt Gericht erschien ein des schweren Einbruchs zur Last gelegt, zwei tigam um 4000 Mk. aus Eitelkeit, um ihr bringen zu können, als vorigen Jahres kam, junger Müller aus T thal bei Sachsenberg Mühle. Der bisherig K. auch das bei ih thätig gewesene jung nahm dasselbe auch ir hübsch und liebenswi war also durchause Auge auf das Mädche einsamen Mühle zwise Liebesverhältniß, und Halle mit einer reiche seine erste Braut au sein. Wenige Tage 1 Post eine Geldsendu## Pult einschloß. Am Leute nach der Stad Der Wagen war jedo entfernt, als die Br etwas vergessen, vom zurückeilte. Dort erbre öffnete das Pult mit von dem Gelde, und hervorzurufen, öffnete hinaus, sowie die Bli rauf kehrte sie zum 2 selte Sie den 1000M kehr rief sie, kaum und die“ und als " 1000 Mark und jammerte schred allen Richtungen, un geblich. Erst als die ab. Die Unruhen dauerten mehrere Stunden. Gegenwärtig ist der Schauplatz des Tumults von Militär besetzt. Die aufgeregte Bevölkerung fürchtet erneute Angriffe von Seiten der Bergleute. Die Spitzen der Behörden sind an Ort und Stellen.— In Jemappes wurde um 9 Uhr Abends in einer Straße das ganze Pflaster aufgerissen. Mons, 3. Mai. Gestern Abend kam es in dem Kohlenwerk von Grand=Hornu zu einem Zusammenstoß zwischen Gendarmen und Bergleuten, welche mit Gewalt in die Bureaux eindringen wollten. Die Gendarmen gaben Feuer und verwundeten zwei Geraing, 3 Mal. Die Arbeiter der Eisenund Stahlwerke von Seraing haben beschlos, sen, unverzüglich den allgemeinen Sir.#. eintreten zu lassen. Unter den Bergzuertsgrbestern sich eine große Erregung gegen den Genernluch der Arbeiterpartei kund wegen des sortwährenden Hinausschiebens des allgemeinen Streiks, New=York, 1. Mai. Heute haben gegen 5 ois 6000 Grubenarbeiter aus dem Distrikt von Pittsburg die Arbeit niedergelegt da ihr bisheriger Lohntarif mit dem gestrigen Tage abgelaufen war; mit der Frage des Achtstundentages hängt der Ausstand nicht zusammen. Der größte Theil der Bergarbeiter in Lhio hat die Arbeit bis zur endgiltigen Entschließung der Arbeitgeber auf ihre Forderung niedergelegt. Die Arbeiter verlangen Arbeit bis zum 1. Mai 1892 und dieselben Löhne wie im vergangenen Jahre. In Indiana haben 3000 Bergarbeiter den Ausstand begonnen. Ein Telegramm aus Dagnoin(Illinois) besagt, der Streik in dieser Gegend dauere fort. Seitens der Ausständischen verlange man die Ausführung des Gesetzes betreffend den Achtstundentag und die allwöchentliche Einzahlung von 15 Cents für jeden Arbeiter in die Streikkasse. Vor Bewilligung dieser Forderungen solle die Arbeit nicht aufgenommen Westfalen und Rheinland. ! W i t t e n, 4. M o i.( D i e R e a l g y m n a s t e n.) W i e wir aus der Berliner Abendpost Nr. 99 ersehen, hat es mit der Ausführung der von der Dezember=Konferenz gefaßten Beschlüsse bezüglich der Ueberführung der Realgymnasien in andere Schulorganismen noch gute Weile. Der neue Kultusminister hat nämlich einer SprottauerDeputation gegenüber erklärt, daß er die von der Dezember=Konferenz gefaßten Beschlüsse noch nicht für spruchreif und den Fortbestand der Realgymnasien wenigstens für die nächsten 10—15 Jahre gesichert halte.— Ob man sie überhaupt jemals aufheben wird? Wir glauben nicht! Witten, 4. Mai.(Früchte der Verhetzung.) daß das Schachtgebäude der Zeche Helene durch frevelhafte Brandstiftung seitens streikender Bergleute zerstört worden ist, scheint sich zu bethätigen, da gestern drei Personen als muthmaßliche Thäter verhaftet und ins hiesige Amtsgerichtsgefängniß gebracht worden sind. Das gegen sie vorliegende Belastungsmaterial soll sehr schwerwiegend sein. Wie schändlich ein solches Verbrechen gerade in diesem Falle ist, wo das Leben vieler in der Grube befindlichen Bergleute gefährdet war, brauchen wir kaum besonders zu betonen. Ebenso fehlt uns die richtige Bezeichnung für die Aeußerung eines hiesigen streikenden B Die Vermuthung, Vergmanns genannter Zeche, der nach Ausbruch des Brandes auf die bange Frage eines Bürgers, ob es den in der Grube befindlichen Bergleuten wohl gelingen werde, sich zu retten, mit frechem Hohn erwiderte:„Lot se versupen, se brukt jo nich to arbeen!“ In Amerika würde ein solches Subjekt gelyncht werden. — In 14 Tagen hofft man die Zeche wieder in Betrieb zu haben.„ 94111 8 Witten, 4. Mai.(Dynamit=Arkenral) In dem benachbarten Gederbach wurde in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag in der Wohnung des Bergmanns D. ein Dynamit=Attentat verübt. Die Wohnstube wurde gänzlich zerstört und der Fußboden darin aufgerissen. Glücklicherweise blieb die Schlafstube des D. verschont. D., der auf der hiesigen Zeche Franziska Tiefbau beschäftigt ist und nicht mit gestreikt hat, sollte jedenfalls dafür büßen. Wie wir nachträglich erfahren, soll bereits ein Kamerad des D. wegen dringenden Verdachtes, der Attentater zu sein, verhaftet worden sein. X Herbede, 30. April.(Kleinkinderschule.) Der Turnverein zu Herbede, welcher vor kurzem zum Besten der Kleinkinderschule hier eine Feier veranstaltet hatte, ließ heute der Kasse der genannten Schule eine Gabe von 63 Mark 25 Pfg. überreichen. Den freundlichen Gebern sei auch an dieser Stelle herzlicher Dank darzebracht.„„6 8 + Wetter, 1. Mai.(Communalsteuer.) Fur die hiesigen Steuerzahler dürfte von Interesse sein zu er„Du weinst, Mama, weshalb?“ frug er, als bei dem Gutenachtkuß eine verrätherische Thräne seine Wange befeuchtete.„Es ist wirklich nicht so schlimm!“ „Nein Liebling, ich weiß— gute Nacht!“ sagte die Mutter und wandte sich ab, um ihre Thränen zu verbergen. (Fortsetzung folgt.) fahren, daß die Gemeinde=Vertretung beschlossen hat, im lausenden Rechnungsjahre 50% von der Klassen= bezw. klassific. Einkommensteuer weniger an Communalsteuer zu erheben wie im Vorjahre. Es sollen jetzt von 225% von der Klassen= 2c. Steuer, und 50,% der Grund= Gebäude= und Gewerbesteuer an Communalsteuer erhoben werden. D Hagen, 4. Mai.(Unser Kaiser) passirte mittelst Extrazuges heute Morgen pünktlich gegen 7½ Uhr unsere Station. Der Sonderzug war aus 2 Lokomotiven, 1 Packwagen, 7 bis 8 Hofwagen und 1 Küchenwagen zusammengesetzt. Der Bahnhof war zwar abgesperrt, doch hatte sich ein zahlreiches Publikum eingefunden, welches den vorbeibrausenden Zug mit donnerndem Hoch begrüßte. S Hagen, 4. Mai.(Gauvorturnertag.) Der 109. Gauvorturnertag des Märkischen Turngaues findet am nächsten Sonntag, den 10. d. M. von Vormittags 10½ Uhr ab in der städtischen Turnhalle hierselbst statt. Milspe, 2. Mai.(50jähriges Arbeiterjubiläum.) Das Arbeiterfest, welches die Firma Sringorum aus Anlaß des 50jährigen Jubiläums des Hammerschmiedes Friedr. Ebbinghaus veranstaltete, verlief gestern Abend in schönster Weise und bleibt den Theilnehmern sicher in segensreicher Erinnerung. Am Vormittag erschien der jetzige Inhaber der Firma in der Wohnung des Jubilars und überreichte ihm eine goldene Uhr mit goldener Kette, andere Sachen, wie Wein, Blumenbouquets 2c. fehlten auch nicht. Der älteste Sohn des Jubilars, Friedrich Ebbinghaus jun., erhielt ein Bierglas mit silbernem Deckel. Am Abend versammelten sich die Arbeiter der Firma, der Jubilar und seine Angehörigen im Hotel Theisen. Mit einem schönen Abendessen, Wein und Bowle wurden die Versammelten von der Firma bewirthet. Der jetzige Inhaber des Geschäftes, brachte das Hoch auf den Jubilar. Seine Ausführungen waren sehr interessant. Schon seit dem 18. Jahrhundert arbeitet die Familie Ebbinghaus für die Firma Springorum, früher Heilenbeck und Comp. Sowohl der Vater, wie auch der Großvater des Jubilars starben in diesem Dienste, und allem Anscheine nach wird dieses Verhältuiß auch noch in Zukunft bleiben, da, wie schon bemerkt, der eine Sohn bereits 31 Jahre und ein anderer 15 Jahre für die Firma arbeitet. Manches schöne Wort wurde zu Ehren des Inbilars gesprochen, Gesang und Musik verschönerten die Zeit, sodaß erst nach Mitternacht das eigenartige Fest sein Ende erreichte. Der Jubilar, jetzt 68 Jahre alt, ist noch sehr rüstig und treu bei der Arbeit. Neben seltener Treue und großem Fleiße ist weitgehende Bescheidenheit eine Hauptzier bei ihm. Seine Kinder und sein Schwiegersohn gaben ihrer Liebe und Verehruug dadurch Ausdruck, indem sie ihn mit einem schönen Sopha überraschten. Er wird es wohl in seiner Einfachheit selten benutzen, freute sich aber doch recht darüber. Wir wünschen dem Jubilar noch viele gesegnete Jahre. n Rüggeberg, 2. Mai.(Selbstmord.) Der Landwirth G. machte gestern Nachmittag seinem Leben durch Erschießen ein Ende.„ e6re n— Rüggeberg, 2. Mai.(Feuer; verorannt.) Diesen Morgen gegen 3 Uhr entstand in der Nähe von Bransel in einem Gehöft Feuer, dem 3 Häuser zum Opfer fielen. Leider ist dabei auch der 70jährige Besitzer Braselmann umgekommen. Man fand seine Leiche im Keller; da keine Brandwunden vorhanden sind, muß er erstickt sein. Wie das geschehen ist, kann man nur vermuthen. Durch das schnelle Umsichgreifen des Feuers fiel das Strohdach bald herab und so war dem alten Manne der Ausweg versperrt, er hoffte vielleicht im Keller, der von einem anderen Keller durch eine eiserne Thür getrennt ist, gesichert zu sein. Auch ein Pferd ist verbrannt. Wie man hört, soll nichts versichert sein. * Dortmund, 1. Mai.(Herrn Landgerichtsrath Schmieding,) einem der nationalliberalen Vertreter der Kreise Dortmund, Hörde, Bochum, Gelsenkirchen und Wattenscheid im Abgeordnetenhause, ist die nachgesuchte Entlassung aus dem Justizdienste ertheilt worden. Derselbe wird die Leitung eines industriellen Werkes übernehmen. Höntrop, 1. Mai.(Bereiteltes Verbrechen.) Aus zuverlässiger Quelle erhalten wir die Mittheilung von einem geplanten, aber glücklicherweise noch rechtzeitig vereitelten Verbrechen. Auf der Strecke der Berg.=Märkischen Eisenbahn zwischen hier und Bochum, in der sogenanuten„Aar“, machte gestern Morgen der revidirende Beamte die Entdeckung, daß an einer Stelle nicht weniger als 15 Verschlußkeile an den Schienen fehlten: dieselben waren gewaltsam herausgezogen worden, vermuthlich in der nichtswürdigen Absicht, eine Zugentgleisung herbeizuführen. Hoffentlich wird die eingeleitete Untersuchung zur Ermittelung der verbrecherischen Thäter führen. Auf der betreffenden Stelle wurde in verflossener Nacht ein Doppelposten ausgestellt. K scheins festgestellt, bequemte die Braut sich zu einem Geständnisse. Das Geld erhielt K. bis auf wenige Maik zurug. Sie wollte nicht in diebischer Absicht die 1000 Mark genommen haben, sie hätten ja schon wie Mann und Frau gelebt, sie habe für K. größere Beträge bezahlt 2c. überhaupt habe sie nur einen 100 Markschein nehmen wollen. Mit der Brautschaft war es nun aus, anstatt Iserlohn, 1. Mai.(Zur Warnung.) Wie gefährlich es ist, wenn Eltern ihren die Schule schwänzenden Kindern für den nächsten Tag einen Entschuldigungszettel mit zur Schule geben, der den wahren Thatsachen nicht entspricht, sollte die Frau eines angesehenen Kaufmanns in H. erfahren, die ihren Sohn mit Krankheit entschuldigte, während sich derselbe auf einer Weide herumgetrieben hatte. Wegen einfacher Urkundenfälschung wurde sie jetzt vom Gericht zu einer, wenn auch geringen Gefängnißstrafe verurtheit.„ U Werdohl, 3. Mai.(Obourrto n.) Vor etwa 14 Tagen wurde der wegen seines streitsüchtigen Charakters bekannte Fabrikarbeiter M. in angetrunkenem Zustande aus einer Wirthschaft entfernt, worauf er in einem benachbarten Hause Einlaß begehrte, vermuthlich zu dem Zwecke, um dort mit zwei ihm feindlich gesinnten Personen Händel anzufangen. Letztere kamen ihm jedoch dadurch zuvor, daß sie ihn von die Hausthür rissen, ihn zu Boden warfen und derart mit Stocheisen und einem mit einer eisernen Stange durchzogenen Stocke bearbeiteten, daß er an diesen Verletzungen vor einigen Tagen gestorben ist. Durch die gerichtsseitig angeordnete Obduktion der Leiche ist die Mißhandlung als Todesursache festgestellt worden. Der Verstorbene hinterläßt Frau und ein Kind, während die Thäter noch unverbeiratbet sitnd., gm.„. gaben Men * Soest, E. Mai.(Zum F1. grogen Westfälischen Gesangfest) am Sonntag, den 7. Juni d. I., gegeben von den Männergesang=Vereinen Westfalens, erläßt das Festcomitee folgenden Aufruf: gewaltige Aufschwung, den der Männergesang 15—20 Jahren genommen, die Veredlu Kleine mikhellungen. Ein psychologisch interessanter Diebstahlsprozeß beschäftigte am 8. April die Strafkammer in Kassel. Vor Gericht erschien ein junges Mädchen unter der Anklage des schweren Einbruchsdiebstahls. Es wird der Angeklagten zur Last gelegt, zwei Tage vor der Hochzeit ihren Bräutigam um 4000 Mk. bestohlen zu haben, und zwar nur aus Eitelkeit, um ihm eine reichere Mitgift in die Ehe bringen zu können, als sie thatsächlich vermochte. Im Mai vorigen Jahres kam, wie die Saale=Zeitung berichtet, ein junger Müller aus Thüringen nach dem Dorfe Dalwigsthal bei Sachseuberg in Waldeck und kaufte die dortige Mühle. Der bisherige Besitzer W. empfahl dem Käufer K. auch das bei ihm seit 3 Jahren als Haushälterin thätig gewesene junge Mädchen angelegentlichst, und K. nahm dasselbe auch in seine Dienste. Das Mädchen war hübsch und liebenswürdig, obendrein hatte es Geld, es war also durchaus erklärlich, daß der junge Müller ein Auge auf das Mädchen warf. Es entwickelte sich in der einsamen Mühle zwischen den beiden sehr bald ein intimes Liebesverhältniß, und der junge Müller, der schon in Halle mit einer reichen Dame öffentlicht verlobt war, gab seine erste Braut auf. Im November sollte Hochzeit sein. Wenige Tage vor der Hochzeit erhielt K. durch die Post eine Geldsendung von 1500 Mark, die er in sein Pult einschloß. Am anderen Tage fuhren die jungen Leute nach der Stadt, um Hochzeitseinkäufe zu machen. Der Wagen war jedoch kaum 200 Schritt von der Mühle entfernt, als die Braut unter dem Vorgeben, sie habe etwas vergessen, vom Wagen, absprang und zur Mühle zurückeilte. Dort erbrach sie das Zimmer des Bräutigams öffnete das Pult mit einem Meißel, entwendete 1000 Mk. von dem Gelde und um den Schein eines Einbruchs hervorzurufen, öffnete sie ein Fenster, warf die Brieftasche hinaus, sowie die Blumenstöcke vor das Fenster 2c. Darauf kehrte sie zum Wagen zurück. In Medebach wechselte Sie den 1000Markschein um. Abends bei der Rückkehr rief sie, kaum ins Zimmer angelangt,„es ist ein gebrochen, und als besturzt der Bräutigam herbeieilte und die 1000 Mark vermißte, warf sie sich aufs Sofa und jammerte schrecklich. Der Telegraph spielte nach allen Richtungen, um den Dieb zu fangen, indessen vergeblich. Erst als die Polizei den Verbleib des 1000MarkZufällen leide, mit sittlicher Schwä weise nicht ganz zurechnungsfähig sei. erkannte des Gericht auf Freisprechu Aus diesem Grunde erranme das Gericht auf Zillerr 1g. * Die Sparsamkeit, welche unter König Ludwig 1. auch die Theaterintendanz bei der Ausstattung von Stücken als obersten Geundsatz beobachten mußte, hatte unter den Künstlern der Münchener Hofbühne eine gewaltige Gährung hervorgerufen. Ferdinand Lang, der humorvolle Komiker, welcher als Liebling des Herrschers schon manchen drastischen Scherz gewagt hatte, war der Erste. der zu einer„Demonstration" griff. Man gab ein Lustspiel, in welchem auf den von Lang dargestellten„Bankier Silberberg", der, dicht an der Rampe in einen Lehnstuhl sitzend. sich an einem Erdbeer=Gefrorenen gütlich thut, ein Gast seines Hauses mit der Frage zutritt:„Nun, Herr von Silberberg, wie gefällt Ihnen unsere Sängerin?“ — Wohlgefällig mit dem Kopfe nickend, antwortet der Bankier, welcher die Tasse knapp vor dem Munde hält: „Püh, ausgezeichnet!“ Kaum war dieses kräftig ausgestoßene„Püh“ den Lippen des Komikers entschlüpft, als sich ein homerisches Gelüchter im Hause erhob: Das aus rothgefärbter Watte bestehende ErdbeerGefrorene war federleicht ins Parkett hinabgeflogen und einer Dame auf dem Chignon sitzen geblieben. Der König, der in der Parterreloge saß, machte ein wüthendes Gesicht; er hatte die Pointe dieses gewagten Extempores sofort erfaßt. Lang sollte es büßen er wurde kurzer Hand zu 100 Fl. oder 20 Tagen Arrest verdonuert. Lang wählte das Letztere und es reute ihn nicht. Es waren sidele 20 Tage für den beliebten Künstler. Seine zahlreichen Freunde, darunter die ersten Kavaliere durften den„Gefangenen" besuchen und sie überhäuften ihn mit den kostbarsten Geschenken, überflutheten ihn mit den besten Weinen und Cigarren. Wieder in Freiheit gesetzt, mußte sich der gemaßregelte Künstler in einem Schreiben an die Intendanz„für die milde Strafe" bedarken. Lang schrieb pflichtschuldigst seine Danksagung für den milden Arrest nieder und schloß mit den Worten:„und bittet unterthänigst um dreifache Verlängerung. Schiffsunglück. St. John,(Neufundland) 2. Mai. Die schwedische Bark„Helga“ scheiterte in der vergaugenen Nacht während dicken Nebels bei den Renew Islands. Von der aus 12 Personen bebestehenden Bemannung fanden 11 in den Wellen den Tod. Der in den letzten 10—20 Jahlen, grnr#mig, en Vrlkolung und Vertiefung desselben ist unstreitig in hervorragendem Maaße das Verdienst der Gesangfeste. Die Bedeutung derselben findet deshalb in weitesten und verständnißvollen Kreisen immer mehr Anerkennung und besonders bilden die Sänger die Kreise, wo die Liebe zu allem Edlen und Schönen gepflegt und in welchen unser geliebtes Vaterland seine treuesten und begeistertsten Söhne hat! Wir hoffen, daß das Gesangfest wie in früheren Jahren, so auch in diesem ein schönes und genußreiches werden wird und die Sängerschaaren in dem dicht gefüllten Saale die schönen lieben, und in Gesammtchören gewaltigen Weisen zum Vortrag bringen werden. Weitere Mitheilungen behalten wir uns auf die nächste Zeit vor und bitten heute nur unsere Mitbürger und Freunde des edten Männergesanges in weitesten Kreisen das Interesse dafür zu beleben.„„„„ 9 * Soest, 1. Mai.(Gutes Dostsahl.) Laull den aus der Börde vorliegenden Nachrichten ist ein gutes Obstjahr zu erwarten. Die Obstbäume tragen eine ungewöhnliche Zahl von Knospen. Wenn nicht Alles trügt. dürften die Obstbaumzüchter für die schlechte Ernte der beiden Vorjahre reichlich in diesem Jahre entschädigt * Soest, 30. April.(Die wilden Kaninchen) sind für die rings um die Stadt gelegenen Gemüsegärten, Obstanpflanzungen und Handelsgärtnereien zu einer derartigen Landplage geworden, daß das königliche Landrathsamt auf Ansuchen des Gartenbauvereins den Jagdpächtern den fosortigen Abschuß dieser unglaublich vermehrten Thiere aufgegeben hat. Barmen, 1. Mai.(Selbstmold.— Unfall., Der 53 Jahre alte Fabrikarbeiter Conrad N. hat gestern Abend durch Erhängen in seiner Wohnung in der Heckinghauserstraße seinem Leben ein Ende gemacht. Die Ursache zu diesem unseligen Entschluß dürfte darin zu suchen sein, daß N. in der letzten Zeit sich dem Trunke ergeben hatte und auch eine Anklage wegen Beleidigung eines Polizeibeamten gegen ihn vorlag.— Gestern Nachmittag wurde in der Steinwegstraße am Eingange des Altenmarks ein 13 Jahre alter Knabe von einem beladenen Wagen(Kurtoffelfuhrwerk) überfahren. Das Rad ging dem bedauernswerthen Knaben über den Unterschenkel eines Beines, so daß ein Knochenbruch eintrat. Der Unfall wurde dadurch herbeigeführt, daß der Knabe, der seinen Eltern bei dem Maiumzug behülflich war, beim Ueberschreiten der Straße zwischen zwei einander vorüberfahrende Fuhrwerke gerieth; keinem der Fuhrleute ist eine Schuld beizunessen..„. 66 dr: * Elberfeld, 1. Mai.(Wegen dringenden Verdachts des betrügerischen Bankrotts) wurde heute Vormittag der Seidenwaarenfabrikant Wilh. Vetter in der Alsenstraße verhaftet. Am Dienstag war über sein Vermögen der Konkurs eröffnet worden. Ohligs, 1. Mai.(Familiendrama.) Vor einigen Tagen berichteten wir, daß der Schleifer Qu. durch Explosion einer Petroleumlampe so schreckliche Brandwunden davongetragen hatte, daß er daran gestorben ist. Da sich der Staatsanwalt in diese Angelegenheit gemischt hat und die Untersuchung eingeleitet ist, scheint es, als wollte man Jemand für diesen Unglücksfall verantwortlich machen. Zur Beerdigung der Leiche ist erst heute die Genehmigung ertheilt worden. Qu. ist Dienstag gestorben. Thatsache ist nun, daß die Qu.schen Eheleute in Zank und Streit lebten und daß Qu. dem Trunke ergeben war. In der Unglücksnacht soll Qu. stark angetrunken gewesen sein und mit seiner Frau gezankt, ja sie mit dem Messer verfolgt haben. Ob hierbei die Lampe und auf Qu. gefallen— wer weiß es. Hinzugekommene Leute sahen Qu. vor der Thür über und über brennend und bemüht, sich die Kleider vom Leibe zu reißen, was ihm jedoch nur zum Theil gelang: sie brannten ihm theilweise vom Leibe ab. Die Frau Qu. war schon einmal verheirathet. Der erste Mann hat seinem Leben ein gewaltsames Ende bereitet; er hat sich ertränkt. Vielleicht lichtet die Untersuchung das Dunkel, welches über dieser Affaire schwebt. * Lennep, 29. April.(Unglücksfall.) Der 12jährige Sohn des Gärtnertagelöhners H. zu Neuenkamp war gestern Nachmittag mit andern Knaben in der Nähe des Bahnüberganges an der Remscheider Straße kurz vor der Stadt beim Spiel beschäftigt. Ermüdet wollte er sich auf einen Stein hart am Rande der Brücke niederlassen, als er das Uebergewicht bekam“ und rücklings die meterhohe Brücke hinab auf die Chaussee stürzte, wo er bewußtlos liegen dlieb, bis ihn Bewohner der benachbarten Häuser aufhoben und bei sich aufnahmen. Der Bedauernswerthe hat eine schwere Gehirnerschütterung davongetragen und mußte ins Krankenhaus transportirt werden. An seinem Aufkommen wird gesweifelt.„0 g:(P.g. une Smaaue) * Reuß, 23. Aprll.(Beste und Compugnit. Die„N. Z.“ berichtet: Einer Schwindelfirma wurde dieser Tage hierselbst durch unsere Polizei vorläufig das Handwerk gelegt. In das Handelsregister hierselbst hatte ein fremder Herr die Firma Beste u. Comp., en grosGeschäft in künstlichen Zähnen und ähnlichen gangbaren Artikeln, eintragen lassen, Comptoir und Wohnung hatte derselbe nach seiner auf dem Bürgermeisteramt gemachten Angabe bei einem Wirth auf der Oberstraße. Die für ihn auf dem Postamte eingehenden Briefschaften pflegte der fremde Firmengründer eigenhändig auf dem Postamt abzuholen, ebenso nahm er die für ihn ankommenden Geldsendungen am Postamt in Empfang. Das Geschäft schien sich äußerst schwungvoll zu gestalten, ganze Päcke Briefschaften und Packetsendungen liefen an die neue Firma ein. Auf einmal kamen auch Postaufträge, diese wurden jedoch nicht eingelöst, da dem Briefträger in der Wirthschaft, wo der Herr Beste sein Comptoir haben sollte, die überraschende Mittheilung gemacht wurde, ein Herr dieses Namens sei dem Hausbesitzer gänzlich unbekannt. Steuerzettel, welche zu dem angeblichen Comptoir der neuen Firma gesandt wurden, ließen selbstverständlich auch auf Honorirung warten. Als nun auch noch ein gewisser Herr Beste von Arnsberg in Westfalen steckbrieflich gewünscht wurde, wurde auf dem Postamte ein Polizeisergeant postirt, um den Herrn Beste bei seinem Erscheinen zur Aufklärung seiner Verhältnisse zum Polizeian. zu führen. Herr Beste war jedoch nicht so. Zwei Tage lang wurden die Briefschaften an die Firma Beest u. Comp. nicht abgeholt. Erst am dritten Tage erschien ein junger Herr zur Reclamirung der mittlerweile stattlich angewachsenen Postsendungen. Bei der Verhaftung stellte es sich heraus, daß man nicht den gesuchten Vogel selbst, sondern nur einen Bevollmächtigten desselben aus Düsseldorf erwischt hatte, der nach seiner Legitimirung vom hiesigen Amtsgerichte wieder aus der Haft entlassen wurde. Herr Beste selbst scheint sich wieder auf Reisen begeben zu haben, um andere Städte mit neuen Firmengrundungen zu beglücken. Köln, 30. April.(Ein kleiner Vagabond; Selbstmord.) Nach dem Polizeibericht wurde hier u. a. ein etwa 10 Jahr alter Knabe verhaftet, der nach seiner Angabe aus Solingen und seit 3 Wachen von da entwichen ist.— Letzter Tage ertränkte sich am hellen Tage eine unbekannte„Dame von etwa 20 Jahren im Rhein bei Rodenkirchen. Die unselige That wurde zwar rechtzeitig bemerkt; es war aber leider keine Rettung möglich, da es im gegebenen Moment an einem Nachen fehlte. * Bonn, 30. April.(Die Entgleisung,) welche gestern früh hier stattfand, geschah dadurch, daß die Maschine des von Köln nach Süddeutschland fahrenden Zuges bei der Einfahrt in den Güterbahnhof an einer Weiche absprang und in ein falsches Geleise gerieth. Auf diesem befand sich eine leichte Rangirmaschine mit einem Güterwagen. Mit einem furchtbaren Krach stießen die beiden Maschinen gegen einander. Die Puffer 2c. wurden vollständig eingedruckt, der Güterwagen der Rangirmaschine wurde vorn eingedrückt und das Dach abgerissen. Glücklicherweise erlitt das Personal der Rangirmaschine keinerlei Verletzung, von der Maschine des Personenzuges verletzte sich nur der Heizer, der mit dem Kopf auf die Schienen stürzte, erheblich. Die losgerissenen Wagen des Personenzuges. 12 an der Zahl, boten ein schreckliches Bild der Zerstörung. Vom ersten Wagen war das erste Koupee vollständig eingedrückt und zertrümmert, die Außenwände weggerissen, der zweite Personenwagen und die letzten sechs Wagen sind noch verhältnißmäßig gut davon gekommen, während die vorhergehenden Wagen die Gewalt des Zusammenstoßes zeigen. Ein Wagen ist vollständig aus der Reihe herausgerissen und lag quer auf dem Bahnkörper auf einer Seite, ein zweiter Wagen war ebenfalls herausgerissen. Wie ein Herr, welcher sich in dem Zuge befand, mittheilt, ist es ein Wunder zu nennen, daß alle Passagiere mit Ausnahme eines Engländers, der durch Glassplitter am Kopfe erheblich verletzt wurde, fast mit heiler Haut davon gekommen sind. Die zerfetzten Koupees waren glücklicherweise nicht besetzt. Sehr geehrter Herr Redakteur! In Nr. 98 Ihres Blattes lese ich soeben einen sehr verständigen Arkikel„Zur Arbeiterbewegung", der mich veranlaßt, Sie zu bitten, auch diese meine Aeußerung bekannt zu geben.„„ Seit lange hört man nur von Vergleuten reven und es sieht aus, als wenn es außer den Bergleuten keine andere Arbeiter mehr gebe. Soll dieser Zustand denn kein Ende nehmen? Die Bergleute verdienen jetzt viel, stellenweise mehr als andere Arbeiter, aber die Arbeit, die sie leisten ist scheinbar nicht immer die beste. Ich habe einen mittelmäßigen Haushalt, brauche jährlich 4—5 Wagen Kohlen, aber seit einem Jahre bekommt man Steine mit Kohlen und keine Kohlen. Als ich neulich einem Schichtmeister darüber Vorwürfe machte, sagte er: Die Herren Bergarbeiter schaffen sie nicht besser und wenn wir die Leute bestrafen, heißt es:„Das Nullen und Bestrafen lassen wir uns nicht gefallen. Mein schlichter Verstand sagt mir, wer Geld verdienen will, muß auch gute Arbeit liefern, und wenn wir Fabrikarbeiter schlechte Arbeit machen, bekommen wir dafür nichts, ebenso wie Schuster und Schneider. Wie ich, so denken auch viele Arbeitskollegen. Wo soll es hin, wenn die paar Schreihälse Euch gut gesinnte brave Bergarbeiter noch länger am Narrenseil führen? Käme es dazu, daß die Fabriken feiern müßten, weil es den Bergleuten gefällt spazieren zu gehen, wer kann dann verbürgen, ob nicht die Fabrikarbeiter digen auf eine fühlbare Weise die Nothlage aufs„Längenfeld“ schreiben würden? Das Sprüchwort bewahrheitet sich oft.— Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er auf's Eis." Nächstens mehr. Bergleute besinnt Euch! Ruhrthal, den 28. April. Caspar Wallbaum. Personenstand. Annen. Getauft: Friedrich Wilhelm, S. v. Schmied Friedrich Wilhelm Flottmann, Wullenstraße.— Anna Elisabeth, T. v. Bam. Johann Bernhard Irrgang, Moltkest.— Carl Wilhelm, S. v. Fabr. Christoph Heinrich Paulmann, Ardei.— Clara Elsa, T. v. Fabr. Gottlieb Andres, Solingerstr.— Johann E.nil, S. v. Fabr. Friedrich Heitmann, Roonstr.— Anna Catharina Wilhelmine, T. v. Bam. Fr. Wilh. Birk, Große=Vorbach.— Heinrich Alfred Franz u. Walther, Zioll. v. Handelsmann Heinr. Hoffmann, Herdeckerstr.— Clara Auguste, T. v. Bam. Kaffsack, Große=Borbach.— Ferdinand Friedrich Vittenerstr... Austneiker Gere# Beerdigt: Friedrich, S. v. anstleiher V#ernhard Günther 10 M. 10 T. Annen.— Näherin Emilie Schulze, Bergstr.— Friedrich Wilhelm Beckmann, Große=Borbach. Langendreer. Getauft: Betha Luise Charlotte, T. v. Fabr. Friedrich Valentiny, Crone.— Margarethe, T. v. Lokomotivheizer Alexander Rees, Df.— Ida Johanna, T. v. Glasmacher Christlieb, Jasischke, Crone.— Philipp, T. v. Fabr. Philipp Höhn, Crone.— Paula, T. v. Bgm. Heinr. Löchter, Caltehardt.— Anna Maria Martha, T. v. Bgm. Ludwig Kappmeier, Calteh.— Amalie Katharina, T. v. Fabr. Andreas Wagener, Bbf.— Emilie Olga Hertha, T. v. Rottenführer Julius Stödter Bhf.— Wilhelmine Emilie, T. v. Oberschulte=Beckmann, Df.— Mathilde Pauline Wilhelmine, T. v. Bam. With. Ruhland, Hlz. — Peter Ferdinand, S. v. Bam. Ferdinand Brüning, Hlz.— Emma Wilhelmine Anna, T. v. Müller Heinr. Adolfs, Od. Df.— Heinrich Daniel, S. v. Bam. Jakob Schmidt, Df.— Otto Gustav, S. v. Bam. Diedrich Friedeheim, Ob.=Df.— Anna Elise, T. v. Bgm. Hermann, Schade, Df.— Martha, T. v. Bierhändler Friedr. Schrader, Df.— Heinrich August, S. v. Bgm. Wily. Wierhake.— Friedrich Wilhelm, S. v. Bgm. Kreideweiß. — Caroline Elise Wilhelmine, T. v. Fabr. Conrad Fischer. Getraut: Bam. Hermann Hölz u. Gertrud Johanna Maria Gahmann.— Bam. Friedrich Wilhelm Christian Franke u. Emma Wilhelmine Meyer, Df. Beerdigt: Berginv. Wilhelm Honke 60 J. 6 M. Df. Markt= und Coursberichte. Berlin, 2. Mai. 2½ Uhr N. Fruchtbörse. Weizen Mai 242.50, Mai=Juni 237.75 Juni=Juli 236.75 M. Sept.=Okt. 211,50 Mark. Gek. 12000 Centner. Roggen Mai 202.00, Mai=Juni 20000, Juni=Juli 19875, Sept.=Okt. 181,25 Mark. Gek. 12000 Crr. Hafer Mai 173.00, Juni=Juli 171,00, Sept=Okt. 150,00 M. Gek. 0000 Ctr. Rüböl vorr. mit Faß 61,30, ohne Fuß 60.30, Mai 61.20, Mai=Juni 61,20 Sep.=Okt. 62.60 M Get. 1500 Ctr. Spiritus 70er vor. 51.70 Mai=Juni 51,40, Juni=Juli 51,8“, Juli=Aug. 52.00, Aug.=Sept. 52,.00 M. 50e vorr. 00.00 Mk. Gek. 8060))„ Petroleum vor 22,80 Mark Roggenmehl O/1 aam 27.20, Ma=Juni 27.20 Mt. Glasgow, 2. Mai. Warrants 47. 61 d. PUrEPGPTT e be bese Aoeg ue Der auch dagzen, und feit uehr ais eur ,.Lepiei.4 tus eias Gäiherishester geveret. ede bdg be, Zauten die Sinmung ncter Hergen in benischen Lande Fichig iu Setek. Bnzeten Höshiule der Traun deutscher Eindeit bur2 V=ixr wenber us mit uuserer Bitte an alle Alten und an alle Jungen, denen die Klänge des schönen eingeladen werden.— Beiträge sind zu senden an die Adresse der mitunterzeichneten Herren: esde bedeu Gpmngsial Oberichrer Dr. P. Förster, Friedenau b. Verin. Dr. med. König in Witten a. d. Ruhr. Ingenieur Theod. Fritsch, Leipzig, Windmühlenstr. 28, II. ce Bähne sethl Bekanntnachung. Hierdurch bringe ich zur öffentlichen Kenntniß, daß der! Herr Ingenieur Ernst Krumbhorn zu Hagen von der Section I der Seiden=Beggfsgenossenschaft gemäß§ 82 des Unfall=Versicherungs=Gesetzes vom 6. Juli 1884 zum Beauftragten ernannt worden ist. Witten, den 29. April 1891. Der Bürgermeister: Dr. Haarmann. Verbing. der im Die zur Unterhaltung städtischen Schulgebäude laufenden Jahre erforderliche Lieferung und Verlegung von 750 Quadratmeter Fußböden aus Pitch-pine soll vergeben werden. Lieferungsbedingungen liegen auf dem städt. Bau=Büreau zur Einsicht auf. Schriftliche Angebote sind bis zum 12. Mai ds. Is., Vormittags 11½ Uhr, bei uns einzureichen. Witten, 25. April 1891. Der Magistrat: Dr. Haarmann. Polizei-Verordnung Auf Grund der§§ 6, 12 und 15 des Gesetzes über die Polizei=Verwaltung vom 11. März 1850(G. S. S. 265 ff.) in Verbindung mit den§§ 137 und 139 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883(G. S. S. 195 ff.) verordne ich mit Zustimmung des Bezirksausschusses für den Umfang des diesseitigen Regierungsbezirkes, unter Aufhebung der Polizei=Verordnung vom 30. Novem rr 1889(A. Bl. S. 427) was folgt: § 1. Stoffe und Zubereitungen jeder Art, gleichviel, oo u) deren Feihalten und Verkauf nicht Jedernann freigegeben ist(Reichs=Verordnungen vom 27. Jan. 1890, Reichsgesetzblatt Seite 9 und folgende); b) deren Bestandtheile und quantitative Zusammensetzung nicht durch ihre Benennung oder Ankündigung erkennbar gemacht werden(Geheimmittel), dürsen als Heilmittel gegen Krankheiten oder Körperschäden der Menschen oder Thiere weder öffentlich angekündigt, noch angepriesen werden. 2. Stoffe und Zubereitungen der im§ 1 unter bi gedachten Stoffe zu Heilzwecken dürfen für den Einzelverkauf weder feilgehalten, noch in demselben abgegeben werden. § 3. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Belstimmungen werden, sofern nicht nach den stimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 60 Mark, im Unvermögensfalle mit entsprechender Haftstrafe bestraft. Arnsberg, den 16. Januar 1891. WOhnniiche Zague setzt V.A)schmerzlos ein, Zähne plombirt, reinigt, Zahnschmerz jeder Art beseitigt I. Hever, Witten. mit von Die Weinhandlung von p. Poß, Witten, Verdingung. Vorstehende Polizei=Verordnung wird hiermit zur öffentResereice Woschliel 1 Mscien ber 18. Jrl 1990. den 18. Apri, ie Berauntmachung. Zeichnungen, Beschreibungenund! Die Communal=Einkommensteuer=Listen Bedingungen liegen im Büreau empfiehlt ihr reichhaltiges Lager guter, reingehaltener Weine, Flaschenweine von 60 Pfg. an, Faßweine von 65 Pf. an, Deutscher und franz. Champagner, echte franz. Cognacs, Portweine, Sherrys, Madeira. Wöhnungsverleguug. Mai, Mit Gegenwärtigem erlaube mir ergebenst anzuzeigen, daß ich dem beutigen Tage, meine Wohnung und Schuhmachergeschäfts der Rahrstraße 15 nach der Johannisstraße 25 dourn Gütte verlegt hohe. von der Ruhrstraße 15 nach der Jo im Hause des Herrn Götte verlegt habe. Ich danke meiner werthen Kundschaft für das mir bisher gelschenkte Vertrauen und bitte mir dasselbe auch auf ferner bewahren zu wollen. Anfertigungen nach Maaß und Reparaturen werden e Austräge werden von mir und meinem Sohn, sovie im Geschäft von W. J. König stets entgegengenommen. Bei vorkommenden Bedarf bitte ich sich meiner gütigst erinnern u wolen und zeichne Hochachtend Joh. König, Witten, 1. Mai 1891. Schuhmachermstr. im Dienstag, Abends 8½ Uhr, Sanitätskolonne Borgmann's Saal Gustav-Adolf-Frauenverein Mittwoch, den 6. Mai, Nachm. ½4 Uhr, im Pfarrhause Tiefer Weg 33. Musik=Verein. Geschäftsverlegung. Montag Abend 8½ Uhr: Gemeinschaftliche Probe zu„Paradies und Pert“.Die Modenwelt. Am 1. Mai verlegte ich meine Buchbinderei Wiesenstraße Haus des von Steinstraße 20 ngch“ Wiestesteabe Ar giäher geschenstel Horbnagermneites, W. Hoch und bite des mir böber geschente Vertrauen auch dahin folgen zu lassen. Verkianen umd ense. Hochachtend Illustrirte Zeitung für und Handarbeiten. Jährlich 24 Rammers uls 230 Schnitunden. C. Diesing(verw. Fr. Lotzemann). Ich wohne jetzt in dem neuerbauten Hause, Breddestraße 24. Witten, den 1. Mai 1891. Dr. Brickenstein. Bodingungen, liegen im BüregisDurchholz, Heven, Vormholz, Ost. und Westherbede, sowie des Unterzeichneten zur Einsichtsdie kath. Schulsteuerliste von Herbede und die Hunoesteueraus, woselbst auch die Anbietungs=(listen der Gemeinden Heven, Ostherbede und Westherbede verzseichuisse zu beziehen und spro 1891/92 liegen vom 15. d. Mits ab während 14 Tagen bis zum 12. Mai er.) 6, der Steuerpflichtigen in dem Geschäftslokale verschlosen und mitentsprechendershez, Hern Rendanten Wünnenberg zu Blankenstein offen., erbiede Rektaomationen gegendie Conmunal=Einkonmensener ge. Jo Siu. dr an Sus 1691(bis zum 14. August er. einschließlich bei dem betreffenden Gemeindevorstand anzubringen. Ermäßigungen der Communal=Einkommensteuer, welche in Folge von Ermäßigungen der Staatssteuer eintreten, erfolgen auf bezüglichen Antrag jederzeit und bedarf es in dieser Beziehung der Innehaltung der Rellamationsfrist nicht.. 44scen 8. #I Vorstehendes wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß Ngebracht. Herbede, den 1. Mai 1891. Der Ehrenamtmann: Meesmann. Soennecken's Enthält jährlich über 2006 Aöbildungen von Ceilette,— wäsche,— Kandarbeiten, 1e Beilagen mit 269 Schnitmastern und 250 Vorzeichnungen. Iu beziehen durch alle Buchhandlungen u. Hosansalten(Zigs.=Ratalog Nr. 5845). Probenummern gratis u. franco bei der Expedtion Perün V, 35.— Wien;, Operngase s. 5 Witten, den 29. April 1891. Däche, Architekt. W c. eche. führung und vorzüglichsten Qualitäten versendet das erste und größte Bettfedern=Lager von C. F. Kehnroth, Hamburg zollfreigegen Nachnahme(nicht unter 10 Pfd.) neue Bettfedern für 60 Pfg. das Pfund, # sehr gute Sorte für 1 Mt. 25 Pfg., prima Halbdaunen 1 Mk. 60 Pfg. und 2 Mk., #prima Halbdaunen, hochfein, 2 Mi. 35 Pfg., vrima Ganzdaunen(Flaum) 2.50 u. 3 Mkr. Bei Abnahme von 50 Pfund 5%, Rabatt. Umtausch gestattet. Briefordner, Biblorhaptes, Einlagen dazu, Preisayschlag. Garantirt reine, täglich frische Naturbutter, K M. 9.30 Süßrahmbutter,„„ 10.50 Kokosnußbutter, 6.50 versende in Kisten à ca. 10 Pfd. franko gegen Nachnahme. Prima geräuch, westf. Schinken per Pfund 90 Pfg. A. A. Ursell in Attendorn. Junge fette Gänse 0,60 M. d. Pfd. 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Gegen Belohnung abzugeben in der Exped. Ein leichter wird billigst abgegeben. W. Schmidt, Herbederstr. In Witten zu beziehen durch & Comp, Buchhandlung Durch alle Buchhandlungen oder auch direkt von der Verlagshandlung zu beziehen Or. Retaus Selbstbewahrung Dld. Aust. Mld 25 Atbilhd. Preis 3 Mark. Lese es Jeder, der an den Folgen solcher Laster leidet, Tausende verdanken demselben ihre Wiederherstellung. Zu beziehen durch das Verlags=Magazizig Leipzig Neumarkt Nr. 34, sowie durch jede Buchhandlung. Hierdurch bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß der durch Communal=Beschluß vom 13. Februar/9. April 1891 lunter Zustimmung der Polizei=Verwaltung festgesetzte Straßen= Baufluchtlinien= und Nivellements=Plan für die Crengeldanzstraße vom 1. Mai er. ab vier Wochen lang im Büreau Nr. 5(Stadtbauamt) hierselbst zu Jedermanns Einsicht I Etwaige Einwendungen gegen den Plan sind gemöß s 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 innerhalb der vorbezeichneten spräclusivischen Frist bei uns anzubringen. Witten, den 28. April 1891. Der Magistrat: Dr. Haarmann. Nuch eie Batheantiunge Die Heilige des Alten und Deuen Sestamontes. Illustrierte Volksausgabe. muit es faubig ged gecher, Volbeüldern tämern, Hfanpn, Clern u. s. w. im Cert, mit Karen und euer Jamiten=Chrenik. ng: g: gushalter den Kum, Playt, Conm. t.or Mu. u.—. a u. Mschee Nach der Abersetzung von Dr. Joseph Franz von Alliolk, vom apostoliStahse approbierten vollständigen Cert und eine aus den Anmerkangen der größeren Alliolischen Bibelwerkes entnommene Erläuterung jenes Erschetnt inmonalich 2 Hesten in Grotzauart Hormat. Jeden Hestsopt.=—.50 Ur.— 20 Cmnt. „Mit Sutheitzung und Approbation des hochw. peren Fürstbischofs zu Breslau. Laut Ertlürung der Verlagnbandlang und Aunahme seitege, des Pgchur,„Pigne Fürstbischöft. Pelegsten, Propst Dr. Jahnel, Hlesst ein Tell, 2 Haheig Haorin. 1500 Mark für Jede Auflage— dem Kirchenbau-Fonds von St. Pin: Pallisadenstrasse, au. Steuengesuche und m pro Zeile 10 Pfg.— finden Verbreitung in den 6000 Exemplaren. Tüchligr Mülker lgesucht gegen hohen Lohn gegen hohen an der Pumpstation des Barmer Wasserwerks in Volmarstein. ##wsichend von den boeherigen Büderbbein, Weich, Augi5 Pringem, oited Lal ieser Hangrtan" maite Din Benigr, Ppengt. iur Der shregihdale Dur: Kalig drch Partelung Jonden Sianen ved Ashen, durch, Jsgpen, Lers. 9175 urnonmen, den brschrck, Perzer. Sri. rch durch, Darstellung ven Gegensinden, Stätgn und Oletzaz, gushentischen Galen und Abbildungen von den Abbisdungen von Osianzen, Cinm. Alturitimern Zae Lasngen und Ausgrabuna. den Ergebnisen der nenesher, Piserstaschuher„Hese. Ve. 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In zahlreichen Kreisen land, auch in den meisten so in Oesterreich, Frankreic in neuerer Zeit das Best bemerkbar, bei Pferderen Wetten, als auch das klei mäßig ausgedrückt den„T Es bricht sich in breiter Bahn, wie es sich um Absc verwerflichen wie verder welcher einer entarteten Bi ist, als ein Ei dem ander spricht nun unseren Ansc ständig; wir sind aber de tiger sein würde, statt der scheinung das Uebel selbst Wurzel anzufassen und Unterdrückung des Wetten deru auf die gänzliche wenigstens in ihrer jetzi Wir sind uns darüber unseres Zweckes bei den haften Widerspruch stoßen eine Legion von Gründen Mangel von Fachkenntnif werfen wird. Man wird Rennen ein nicht zu Hebung der Pferdezucht, seien, daß der Staat in Interesse die Errichtunge stützen müsse. Daher bett seinen eigenen Gestüten an der allgemeine Wohlstand Vermehrung und Verbesse hoben, man stärke und Nation, wenn innerhalb Friedens= wie Kriegszeiten eigneten, ausdauernden## deckt werden könne. M lieferten die aus dem Pferde der Landwirthsche Unternehmungen ein ne brauchbares, äußerst schätz gut, an Vertheidigern Eintreten für dieselben n sind nun weit davon entf Gesichtspunkte eine Lanze erkennen deren Berechtig — aber nur soweit es Pferdezucht handelt. A vermögen wir die jetz Weise anzusehen; wir gla solut nichts nützen und völlig verkehrten Wege b Die weitaus meisten werden von Pferden gelo einen Zweck auferzogen sind. Man hat dafüre die weder schön noch pro — gerade wie das Kuns — nur an einem Orte etwas leisten. Solche T Windspiel bei den Hund haben die einzige Lebens Dressur eine Viertelstun strengen, um dann, vor ständig ermattet, sich 1 wieder zu erholen. Der so lange, bis er möglichs das Thier wird Tag für führt, um sich an dies Hindernisse genau kennen der große Moment dewird durch Anwendung und Kniffe, oft durch( tränke, durch Peitschen Sporenstöße gezwungen, entfalten, seinen letzten — nun! um im günstig länge vor den anderen reichen! Nach solcher zitternd da, schaumbede es hat kaum noch Kra halten! Was nützt eir falle, in unbekannter Ge Reiter? Wozu soll es der Landwirthschaft ve Ansicht zu Nichts oder dient nur zu einer gest Spielerei. Gefährlich vorkommt, bei welchem ein halb Dutzend zerbro Arme und Beine abgeht Sicherheitsmaßregln üb vorgeschrieben, beim Re ks als herkömmlich, wie Pferd die Beine brechen