inkenkasse ungsgehülfen und s=Lehrlinge den 30. April 8½ Uhr, Fr. Borgmann. Ordnung: Rechnung des Vor No. 99. Fersprech=Nr. 46 füir Witten. Witten, Douuerstag, den 30. April. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und verbunden mit dem Fernsprech=Nr. 18 für Hagen.„ 1891. Abonnementspreis(inel der Gratisbeilage Der Vorstand. Friertage. r=Innung. Insertionen werden die 7gespaltene Petitzeile mit den 2. Mai. 10 Pf. berechnet. Die Leichenfeier für unseren Moltke. uhrstr. 11. LTEN. s Lager in uheiten r wie jede kurrenz. Barmen, Volbeding omöop. Arzt düsseldorf,ar 1 16 1 den 1. Mai in Frühlingsglanz und Frühlingssonnenschein lag über #####den Berliner Thiergarten. in welchem der todte FeldRuhr, id*-#1marschall zu seinen Lebzeiten so gern lustwandelte, über Ruhrstr., von Moyder ragenden, goldschimmernden Victoria auf der Siegesab zu sprechen. ssäule, vor dem mächtigen Gebäude des Generalstabes, in welchem der Verblichene so lange und so segensreich gewirkt. Und Tausende und Abertausenoe zogen hinaus in den jungen Frühling, auf den weiten Königsplatz, um dem großen Liebling des Volkes die letzte Ehre zu erweisen. Und zu gleicher Zeit mit dem Strömen der Volksmasse rückten die Berliner Garderegimenter heran, auf deren stramme Reihen so oft der forschende Blick des verstorbenen Heerführers geruht. Nach dem Willen des Kaisers kamen sie in Paradeuniform heran, dem ersten Soldaten der Armee, nächst dem obersten Kriegsherrn, die letzte Ehre zu erweisen. Auf dem Wege vom Generalstabsgebäude, am Siegesdenkmal vorüber, bildeten sie Spalier durch die Alsenstraße über die Moltkebrücke bis zum Lehrter Bahnhof. Der Trauerzug ist nicht erheblich, er umfaßt nur etwa zehn bis zwölf Minuten, da im Hinblick auf die Verkehrsschwierigkeiten auf die Wahl eines anderen Bahnhoses verzichtet werden mußte. Die I#man(Trauerdekoration war einfach, aber würdig. Wie in 1.VII6n 1ganz Berlin, wehten auf allen Häusern die Fahnen halbo—4 smast, oder waren die Flaggen mit Trauerflor umkränzt. In den Gaslaternen, die gleichfalls schwarz umflort # waren brannte das Licht. Besonders effektvoll war die 11. Neuenweg 21;/an diesem Tage zum ersten Male im neuen künstlerischen —[Schmuck erstrahlende Moltkebrücke, mit Laubgewinden genten gegen dekorirt. In ebenso vornehmem, wie reichem Schmuck wision gesucht. spräsentirte sich der Lehrter Bahnhof. Sechs mächtige vision 9eucht.(schwarze, Trauerflaggen wehten aus den Fenstern des Gebäudes, in den Nischen standen florumhüllte Kandelaber, aus deren Becken Flammen emporzüngelten. Der e große Hauptbogen des Mittelportals war mit schwarzem Tuch verhängt, über das sich, mächtige Quasten tragend, 7CHTdicke Silberschnüre legten. Ebenso waren beide Seiten„IL-, Os bogen mit Tuch ausgeschlagen; über dem rechten dieser Bogen wölbte sich von silbernen Partisanen getragen, kaufen. ein schwarzer Baldachin, dessen Gehänge mit silbernen erfr. in der Exped. Schüren gerafft waren. Durch diesen Baldachin wurde Oessgn der Sarg später in die Halle getragen. Der BahnhofsKarren perron war mit einer seltenen Fülle herrlicher Blatt.. pflanzen geschmückt. Der Kaisersalon selbst ist bestimmt, Dungerden Sarg des Feldmarschalls bis zu der Mittwoch früh D“ Verfolgenden Ueberführung nach Creisau aufzunehmen, er ist aus diesem Anlaß zu einem Trauerraum von würdiglosenstr. Nr. 9. ster Pracht umgewandelt. Die hohe Säule, welche die des Raumes trägt, ist mit Krepp umkleidet, Spiegel Rat oder später(sund die glänzenden Theile des Wandschmuckes sind mit * Tuch umhüllt und von den vier Kronen hängen Etage Trauerschleifen herab. Der ganze, dem Perron zu59“ gewandte Theil des Raumes ist schwarz ausgeschlagen. en. Wo, s. d. ExpfAuf einem Katafalk inmitten eines Blumenhaines wurde öbl Zimmerlier später der Sarg aufgebahrt. Auf jeder Seite des vol. Hi#l### atafalkes stehen vier silberne Kandelaber. Der Sarg der Bahnhofstr. soßt wurde am Dienstag Vormittag 8 Uhr geschlossen. Der en. HHeldengreis wird seine Ruhe in jenem schlichten TrauerWo, sagt die Expelhemd finden, das die irdische Hülle während der Ausg### stellung der Leiche umschloß Der kleine, abgeschliffene -Familien-Seils, Trauring, den Graf Moltke bis zum Tode getragen, und Pfund 60 Pfg., die Blumen, die die trauernden Anverwandten ihm als Taonen Laita letztes Liebeszeichen gewidmet, wurden mit in den Sarg - Fransp.-Voll ceingeschlossen. Der Sara wurde sodann mit den Insignien Pfund 70 Pfg., geer militärischen Würde des Entschlafenen geschmückt. -licher QualitWor dem Sarge wurden jene acht Tabourets aufgestellt, u. Reuter. gie einst die Orden Kaiser Wilhelms bei der Aufbahrung hinngl Dom getragen. Nach und nach fanden sich im Sterbeheitt Linneshause und auf dem Platze vor demselben Offiziere und FE zwei bis dsGeneräle, sowie später die Fürstlichkeiten ein. Von Fürsten indlich sund Vrinzen erschienen der Großherzog von Baden, der Bahnhofstr. Großherzog von Hessen, Prinz Leopold von Bayern, der ser. PPrinz=Regent,von Braunschweig mit seinen beiden ältesten gasemzug Söhnen, der Erbprinz von Meinigen, Prinz Georg von Tachsen und Andere. Kurz vor 11 Uhr kam die Kaiserin lengesucht. ihren beiden ältesten Söhnen und dem Prinzen Heinchi#. Punkt 11 Uhr ertönte das Kommando:„Stillund foy] tanden! Präsentirt das Gewehr!" Der Kaiser hatte #im t dem König von Sachsen in einer Stadtkutsche das ugevort gs randenburger Thor passirt und hielt kurz darauf vor Zeile 10 Pfg.4em Generalstabsgebäude, wo eine glänzende Suite ihn rhreitung in de erwartete. Der König von Sachsen ging mit dem Chef Verbreitung in veides Generalstabes, Grafen von Schlieffen, zuerst die Eremylaren Treppen hinauf, ihnen folgte allein, tief in Gedanken verELemptarelssunken, der Kaiser, der die Generalsuniform mit der Kette Ddes Schwarzen Adlerordens trug. Nachdem der Kaiser Ddie Familie begrüßt und zu Füßen des Sarges inmitten der Fürstlichkeiten Aufstellung genommen hatte, eröffnete der Henneberg'sche Chor die Feier mit der Heithard'schen Motette„Selig sind die Todten.“ Dann verlas der Kubweide, Feldpropst D. Richter den 90. Pfalm, an den er die Trauerrede anknüpfte. In der Rede heißt es:„Wir men, Zeughausstr. Istehen alle tiefbewegt und doch getröstet hier an seiner Steinbrecher Bahre, und wir geloben, sein Gedächtniß nicht blos, sonSteinka„dern auch sein Vermächtniß heilig zu halten für alle Zeiten. und SteinhauWie Josua erfüllt war von dem Geiste der Wahrheit, zsucht von da Moses seine Hände auf ihn gelegt hatte, so wollen wir S. Miaman#die jüngere Generation, an der Bahre des alten FeldFr. Wigmuniparschalls sein Vermächtniß noch einmal entgegennehmen Steinhauermeisteraaus seinen erstarrten Händen und für alle Tage und inen, Steinstraße Ler chest der Beisbeht gusz u.. kesthalten, daß sein Geist, s#e#n ver, wprivuxn uns bleibe, und daß seine Hände, der, zuverlässiger epie Zeugen seiner Kraft, auf uns gelegt bleiben. Das ter, der den Umgsvar das Große dieses Mannes, daß er nicht einsam stand durchaus kentuf der Höhe seines Ruhmes, sondern, daß er es verden burchaus####standen hat, sein eigenstes Leben einzuprägen der Armee, fahren kann, filher Nation, er, einer der größten Bildner des Volkes. Er stellung. Lohn sebt in der Armee, in der Nation als der verkörperte rkeit u. guter Führisheist der Weisheit, der Kraft, der Zucht, des Maßhaltens: pro Monat bei frt Erst wägen, dann wagen“, als der Geist auch des Hasses pro Monat der 1%vider alles Niedrige und Gemeine, als der Geist selbstloser Pflichterfüllung und Mannestreue bis in den Tod. is in der Exped. Und darum, obgleich wir auch von tiefer Wehmuth er—füllt sind, daß wir hier wieder am Sarge eines der alten terkehrting in Witsaladine des Heldenkaisers stehen, so sind wir doch gerade von H. Risel& Com Hinblick auf das Vermächtniß des Todten deß gewiß. in Hagen. daß Deutschland den Verlust auch eines seiner größten unter Verantwortlichsöhne nicht nur mit Ruhe tragen muß, sondern auch oetold in Wittenslagen kann.“ Gebet und Vaterunser endeten die er##### freifende und wirkungsvolle Trauerrede. Der Chor sang das in einem zarten Piano ausklingende„Sei getreu", für Witten und Amgegend. dann sprach Ober=Hofprediger Dr. Kögel den Segen, worauf die stimmungsvolle Feier in das alte Kirchenlied ausklang:„Wie herrlich ist die neue Welt.“ Der Kaiser hatte während der Feter, von Rührung übermannt, die Hand vor das Gesicht gehalten; er verharrte noch einige Sekunden in stummem Gebet, dann trat er auf die Leidtragenden zu, um ihnen bemegt die Hand zu reichen. Wenige Augenblicke später wurde der Sarg von Unteroffizieren des Seebataillons und der übrigen Truppentheile, zu denen der Feldmarschall in Beziehung stand, die Stufen des Treppenhauses herabgetragen und, während der Kaiser und der König von Sachsen im Portale stehen blieben, auf dem königlichen Leichenwagen gehoben. Kommandorufe erschallten über den weiten Platz, die Regimentsmusiken intonirten unter dumpfen Trommelwirbel den Choral„Jesus meine Zuversicht", Generale und Offiziere salutirten, das Publikum entblößte das Haupt. Langsam und feierlich setzte sich der Zug in Bewegung, an der Spitze ritten vier Schwadronen Garde=Kavallerie, welche vorher an der Sieges=Säule im Spalier gestanden hatten. Der Musik des ersten Garde=Regimentes zu Fuß folgten die Fahnen der deputirten Regimenter und der Seevataillons, diesem ein Bataillon des 1. GardeRegiments, weiterhin je ein Bataillon vom 2. und 3. Garde=Regiment. deren Musiken abwechselnd Choräle und den Chopinschen Trauermarsch spielten. Der GardeInfanterie schloß sich das 1. Garde=Feld=Artillerie=Regiment an. Hinter dieser Spitze der Garde=Regimenter schritten acht höhere Offiziere einher, die auf prächtigen Kissen den Marschallstab und die Orden des Verstorbenen trugen. Ihnen folgte eine ganze Reihe von Stabsffizieren des Generalstabes mit duftenden Kränzen. Dann kam der einfache, nicht überdeckte Leichenwagen, gezogen von sechs schwarz bekleideten Rappen. Der schlichte Sarg war an den Seiten mit Kränzen behangen, auf demselben lagen der Helm und die Epauletten, Marschallstab und Degen. Wiederum salutirten die Militärs, während das Publikum in ehrfurchtsvollem Schweigen die Kopfbedeckung abnahm. Unvergeßlich ist der weihevolle Moment, in welchem die sterbliche Hülle des Niebesiegten vorbeigeführt wurde, unvergeßlich namentlich für den, der oft Zeuge des unbeschreiblichen Jubels war, wenn der greise Moltke bei festlichen Anlässen in seinem schlichten Gefährt durch das Spalier der begeisterten Massen hindurchfuhr. Nun ist er dahin, hat Abschied genommen für immer, manches Auge füllte sich mit Thränen Angesichts der Majestät des Todes, der auch die Größten und Edelsten, nicht verschont. Tiefernst schritt hinter dem Sarge der oberste Kriegsherr einher, neben ihm der Neffe des Verstorbenen, Major Hellmuth von Moltke, zu dessen Seite der König von Sachsen. Vor dem Lehrter Bahnhofe löste die nördlich der Alsenbrücke am Hafen aufgestellte Leibbatterie des 1. Garde=Feldartillerie=Regiments 26 Schüsse. Nachdem der Sarg auf den Katafalk im Kaiser=Salon des Bahnhofes gehoben war, wurden Ehrenposten von den Kolberger Grenadieren, den Matrosen und dem Seebataillon zu beiden Seiten des Sarges aufgestellt. In den Salon traten außer den nächsten Angehörigen nur der Kaiser und die Fürstlichkeiten. Mit einem langen, stillen Gebet nahm der Monarch Abschied von seinem großen Feldherrn. Im Lause des Nachmittags wurde dann weiteren Kreisen der Zutritt gestattet. Die Abfahrt nach Creisau erfolgt mittels Extrazuges Mittwoch Vormittags 7 Uhr. Den Sarg begleiten Militär=Deputationen, Vertreter der Parlamente und eine Ehrenwache, im Ganzen ein stattliches Trauergefolge. Die Ankunft in Creisau, wo bereits umfangreiche Trauerausschmückungen vollendet sind, erfolgt Mittwoch Nachmittag 2 Uhr und wird alsdann im Mottke'schen Mausoleum die stille Beisetzung erfolgen. Dem Verdienste des Verstorbenen kann durch keine, auch noch so große Veranstaltung Rechnung getragen werden, aber die wahrhaft königliche Feier beweist doch den Dank des deutschen Kaisers! Gleiches Recht für Alle. Die nun beendete zweite Berathung des Arbeiterschutzgesetzes im Reichstage hat bewiesen, daß die Forberung nach einem gleichen Recht für Alle zwar sehr häufig gestellt, aber viel weniger häufig auch wirklich beachtet wird. Die Auffassung von dem, was Recht ist, ist mitunter, das haben abermals die Parlamentsdebatten gezeigt, recht verschieden. Es war im deutschen Reichstage gerade so, wie im bürgerlichen Leben. Warum werden dort so viele Prozesse vor Gericht geführt? Weil die streitenden Parteien das für Recht halten, was in ihrem Interesse liegt. Jeder Mensch hat nun einmal eine starke egoistische Ader, er denkt an sich und seinen Vortheil zuerst, und was ihm Vortheil bringt, das hält er auch für sein gutes Recht. Das ist menschlich. Eben so wenig wie von dem Richter das persönliche Interesse mit dem berechtigten Interesse verwechselt werden darf, ebenso wenig darf das aber auch in der gesetzgebenden Versammlung eines großen Staates der Fall sein, welche die Grundlage für den Rechtsbegriff abgiebt, welche darüber zu wachen hat, daß nicht weite Kreise bevorzugt, andere benachtheiligt werden. So ist auch bei den Erörterungen über das Arbeiterschutzgesetz häufig der Versuch gemacht, persönliche Wünsche und egoistische Forderungen gleichbedeutend zu machen mit Recht und berechtigten Ansprüchen. Dies Recht, welches die sozialdemokratischen Arbeiter verlangten, hatte aber ein riesengroßes Loch, sie hatten bei ihren forderungen gerode die Hauptsachen übersehen. keine Klassengesetzgebung! Das ist in unserer heutigen Zeit der sozialen Bewegung ein berechtigter Ruf und ein guter Ruf, und Niemand wird bestreiten, daß im deutschen Reiche noch ein gutes Stück bestehender Klassenvorurtheile vertilgt werden kann, dem wir keine Thräne nachzuweinen brauchen. Daß es Hoch und Niedrig giebt, das drückt nicht, jeder Mann, der seine Sache verstcht, weiß ja doch, was er ist, aber wohl drückt es, wenn die äußere Vornehmheit keine innere Vornehmheit zur Begleiterin hat, wenn der Dünkel sich breit macht. Dagegen kämpfen alle Elemente, alle Männer, welche unsere Zeit verstehen, aber sie müssen auch dagegen ankämpfen, daß gesetzlich zugestanden wird, was nur einzelne Theile eines Ganzen haben möchten. Zufrieden wird Niemand sein, die Gesetzgebung ist auch keine Dienerin der persönlichen Interessen, sie dient dem Wohl der Nation, das nicht darin liegt, daß Jeder machen kann, was er will, sondern darin, daß Alle sich eben dem Gesetz unterordnen. Das ist das gleiche Recht für Alle, das wahre gleiche Recht. Alles Andere ist Phrase oder Heuchelei. Was im Reichstage verschiedentlich gefordert wurde, sollte dem Arbeiterschutzgesetz den Charakter einer sogenannten Klassengesetzgebung nehmen. Die Annahme dieser Forderungen hätte aber das direkte Gegentheil bewirkt, dadurch gerade wäre das Gesetz zu einem Klassengesetz geworden. Es wird für den Arbeiter die volle Gleichberechtigung mit dem Arbeitgeber gefordert, in Worten aber nur, durch die That wird versucht, den Arbeiter über den Arbeitgeber zu stellen, und das geht nicht, weil es der natürlichen Entwickelung der Verhältnisse ins Gesicht schlägt. Die Entwicklung unserer und aller industriellen und gewerblichen Verhältnisse zeigt, daß exst die Industrie da war, dann die Arbeiter. Die Industrie hat die Industriearbeiter geschaffen, nicht aber ist das Umgekehrte der Fall gewesen. Das muß man sich stets vor Augen halten, wenn man die Verhältnisse richtig beurtheilen, wenn man ein Experimentiren verhüten will, das keine andere Folge hat, als den Hunger! Der Arbeiterstand ist just so wie der doch zum nicht geringen Theile aus dem Arbeiter= und Gehilfenstande hervorgegangene Stand der Arbeitgeber ein Theil der Industrie, es kann keine Sondergesetzgebung, wie es in den weiter oben erwähnten Forderungen verlangt wurde, für einen dieser beiden Theile geschaffen werden, wenn nicht der eine Theil Ueberfluß haben, der andere darben soll. Nehmen wir ein Beispiel: Ein hochbeladener Wagen soll von zwei Pferden gezogen werden, von welchen das eine sorgfältig gepflegt, das andere vernachlässigt ist. Die Geschichte geht nicht. So auch in der Industrie. Eine Bevorzugung einzelner Theile ist unmöglich. Können die verschiedenen Elemente sich nicht vertragen, dann läßt man die Sache lieber, etwas Vernünftiges wird doch nie dabei herauskommen. Aber hinterher soll sich dann auch Niemand beklagen, daß es ihm schlecht geht. Jeder bereitet sein Schicksal sich selbst. Es ist sehr verfehlt, an brutale Gewalt zu denken, in ihr ein Mittel zur Beseitigung aller Hindernisse zu sehen. Die Gewalt kann wohl einstürzen, aber nicht aufbauen. Wer daran glaubt, daß er mit der Faust und der Axt die Welt reformiren kann, ist ein Thor, er wird nur unter den Trümmern dessen, was er zerstört, begraben werden. Das deutsche Volk hat auch in allen seinen Kreisen einen gesunden praktischen Sinn; mas kann ärgerlich und verdrießlich sein, man kann in solchen Momenten quere Streiche begehen, aber daß man bei uns jemals daran denken wird, ernstlich den sozialistischen Staat einzuführen, dazu sind die deutschen Arbeiter doch noch nicht dumm genug, das wollen sie gar nicht, daran denken auch von allen Denen, welche bei der letzten Reichstagswahl sozialdemokratisch gewählt haben, nur einige Wenige, und die haben für ihren Glauben ihre sehr egoistischen Gründe. Wie soll es aber in diesem Staat mit dem gleichen Recht für Alle werden? Wenn das im sozialistischen Sinne verwirklicht wird, dann werden immer Diejenigen, welche gut leben und nicht arbeiten wollen, auf die Uebrigen losschlagen, und diese müßten es sich gefallen lassen. Es war kein gleiches Recht für Alle, was jüngst im Reichstage sozialdemokratischerseits gefordert wurde, es waren Forderungen der Willkür. Jetzt sind sie ohne Gefahr noch gestillt, weil die sozialdemokratischen Wähler noch etwas Geduld haben; aber wenn mal die Geduld ausgeht, wenn aus der leichtsinnig ausgestreuten Saat eine schwere Frucht aufwächst, dann wollen wir uns wieder sprechen. Wer an die Leidenschaft der Menschen appellirte, ist regelmäßig dieser Leidenschaft zum Opfer gefallen, wenn vor harten Tagen der Trugschleier künstlicher Täuschung zerstoben war. Herr Bebel sagt im Reichstage: Wir werden sehen! Gewiß, wir werden sehen, vielleicht mehr, als Herrn Bebel selbst lieb ist. * Wie im Frühjahe 1889, so ist auch jetzt wiedernm im rheinisch=westfälischen Kohlenrevier der Bergarbeiterausstand ausgebrochen, jedoch unterscheidet sich der diesjährige Streik von seinem letzten Vorgänger in mancher Hinsicht. Einmal ist er trotz „Märkisches Heim“): 1,80 Mark vierteljährlich, monatlich 60 Pfg bei Bestellung durch die Boten. Bei Abnahme auf der Post incl. Bestellgeld 2.20 Mk. des auf der letzten Sonntagsversammlung der Bergarbeiter gefaßten Beschlusses nicht allgemein. Es macht sich sogar eine scharfe Trennung zwischen den sozialdemokratischen und nichtsozialdemokratischen Arbeitern bemerkbar. Sodann ist die Hauptursache nicht in dem Verlangen nach Erhöhung der Löhne, sondern in der Forderung größerer Machtstellung Seitens der Arbeiter zu suchen. Die Sympathie, welche vor zwei Jahren Seitens großer Bevölkerungsklassen den Bergarbeitern entgegengebracht wurde, fehlt deshalb auch nicht nur gegenwärtig gänzlich, es herrscht vielmehr allgemein die Ueberzeugung vor, daß nur sozialdemokratische Treibereien die Arbeiter zur Bekundung eines solchen Machtgelüstes geführt haben. Daran ändert das Abwiegeln Seitens der sozialdemokratischen Führer nichts, denn die letzteren halten es ja nur für gegenwärtig inopportun, die Forderungen der streikenden Bergleute durchsetzen zu wollen. Im Uebrigen stellen sie sich nicht bloß vollständig auf den Boden dieser Forderungen, sondern gehen darüber noch hinaus. Endlich sind auch die Kohlengrubenbesitzer jetzt in einer Organisation vereinigt, welche dem Streik einen stärkeren Widerstand entgegensetzen kann. Dagegen gleicht der diesjährige Ausstand in einem Punkte auf ein Haar dem vom Frühjahr 1889, nämlich in der Kontraktbruchsfrage. Kaum hatten sich 1889 die ersten Ausstandsbewegungen gezeigt, als die Arbeitsniederlegung überall Platz griff, ohne daß viel nach der Einhaltung der Vertragsverpflichtung Seitens der Bergarbeiter gefragt wurde. Und wenn wirklich das Rechtsgefühl eines Bergarbeiters so groß war, daß er dem allgemeinen Taumel nicht folgte, so wurde er von der Masse zur Niederlegung der Arbeit gezwungen. Gerade so ist auch diesmal der Hergang der Streikbewegung gewesen. Die Agitatoren haben zum Kontraktbruch gehetzt, die sozialdemokratischen Arbeiter sind ihnen gefolgt und nun bedrohen diese die nichtausständischen Arbeiter mit Gewalt. Nur wird diesmal bei der ungleich größeren Menge der arbeitenden Bergarbeiter der Erfolg nicht derselbe sein, wie im Jahre 1889. Trotzdem wirft die Wiederholung des gleichen Vorganges ein grelles Licht auf die Schlußverhandlungen des Reichstages über die Gewerbeordnungsnovelle. Im§ 153 derselben sollte nach der Regierungsvorlage die Aufreizung zum Kontraktbruch und die Bedrohung der arbeitenden durch die streikenden Arbeiter bestraft bezw. stärker als bisher bestraft werden. Die Reichstagsmajorität, bestehend aus CentrumDeutschfreisinn und Sozialdemokratie, hat den§ 153 abgelehnt, weil sie die Sachlage nicht so schlimm ansah. Nun kann sie, wenigstens so weit das Centrum und der Deutschfreisinn in Betracht kommen, die Probe auf ihr Exempel machen. Wenn irgend etwas durch den neuesten Streik bewiesen worden ist, so ist es die Unzulänglichkeit der gegenwärtigen Strafbestimmungen über die Verleitung zum Kontraktbruch und die Bedrohung der bei der Arbeit verbleibenden Arbeiter. Die Arbeiter verlangen eine Berechtigung zur Arbeit und im gewissen Sinne haben sie auch auf eine solche Anspruch. Jeder Berechtigung steht aber eine Pflicht gegenüber. Das haben die Sozialdemokraten allerdings verlernt, zutreffend aber ist es trotzdem. Und der Berechtigung zur Arbeit steht die Pflicht zur Arbeit, vor allem aber, so weit sie durch vertragsmäßige Abmachungen vorher bedingt ist, gegenüber. Das Pflichtgefühl ist, je weiter die Sozialdemokratie sich ausgedehnt hat, um so mehr unsern Arbeitern abhanden gekommen. Sie wollen heute nur Rechte anerkennen, von irgend einer Pflicht wissen sie, wenigstens so weit sie sozialdemokratisch sind, nichts. Ja noch mehr, die sozialdemokratischen Arbeiter fühlen sich bereits so als Herren der Lage, daß sie einen Widerspruch bei andersgesinnten Arbeitern, der ihre Aktionen durchkreuzt, nicht mehr vertragen und wenn nicht anders, dann mit Gewalt die Letztern zum Mitthun zwingen wollen. Läßt man der Entwickelung der Dinge in dieser Richtung noch weiter freien oder doch nur wenig gehemmten Lauf. so ist die nothwendige Folge, daß das Rechtlichkeitsgefühl in der deutschen Arbeiterschaft völlig abstumpfen wird. Die Regierungskreise nehmen diesmal eine ganz andere Stellung dem Bergarbeiterstreik gegenüber ein als im Jahre 1889. Jedoch genügt diese Stellungnahme im Einzelfalle nicht, um zur Besserung der Verhältnisse zu gelangen. Die Regierung hat in anerkennenswerther Weise gesehen, wo der Hebel angesetzt werden muß und sie hat keinen Anstand genommen, in der Gewerbeordnungsnovelle diese Stelle genau zu bezeichnen. Unserer Meinung nach wäre es jetzt aber auch Pflicht, darauf zu beharren, daß der § 153 angenommen werde. Eher sollte die ganze mühsame Arbeit des letzten Jahres ohne Erfolg preisgegeben, als auf den§ 153 verzichtet werden. Der neue Bergarbeiterstreik hat nur zu deutlich gezeigt, wie nothwendig der§ 153 ist. 8 * Der Werth der Schankstätten für die Sozialdemokratie. In der neuesten Nummer der„Neuen Zeit“, der in Stuttgart erscheinenden sozialdemokratischen„Revue", befindet sich ein Artikel über„Wirthshaus und Politik“, aus welchem hervorgeht, daß den zielbewußten„Genossen" die Schantstätte unentbehrlich ist. g ggrihet Wie es mit der Vereins= und Versammlungsfreihen bei uns bestellt ist— so heißt es in dem Artikel— brauchen wir unsern Lesern nicht erst even. Jeder weiß auch, w ihzie Her Heische Proletarier Freiheit des Proletariers, das ihm so leicht nicht konfiszirt werden kann, ist— das Wirthshaus. Der Temperenzler mag darüber die Nase rümpfen, aber das andert nichs an der Thatsache, daß unter den heutigen Verhältnissen Deutschlands das Wirthshaus das einzige Lokal sei, in Wirsthskeaus dziebt.5 für den deutschen Proletarier ncht Wirigegaus natur es u. ven deutschen Prosetarier nicht blos kein geselliges, sondern auch kein politisches Leben. Unter dem Sozialistengesetz, als alle Vereinigungen der Arbeiter aufgelöst waren und bposigicherr görgertze dem fortfuhr, als einheitlicher politischer Korher fortzuleben, suchten Polizisten und Staatsanwälte mit verzweifelter Rührigkeit nach der geheimen Organisation, die die ganze sozialistische Arbeiterschaft zusammenhalte. Sie übersahen bei ihrem erfolglosen Suchen, daß jedes von Parteigenossen besuchte Wirthshaus einen„Geheimbund" bildete, der Einmüthigkeit im Denken und Handeln verbreitete und den Zusammenhang unter den einzelnen Genossen aufrecht hielt— freilich einen Geheimbund ohne Obere, ohne Satzungen, ja sogar ohne bestimmte Mitgliedschaft: wer eben da war und an den politischen Diskussionen Theil nahm, ob aktiv oder passiv, war Mitglied dieses unauslöschlichen und immer wieder sich Geheimbundes. Ein Sozialistengesetz, das den Proletariern nicht den Wirthshausbesuch unmöglich macht, wird stets wirkungslos bleiben. Gelänge es aber der Temperenzl bewegung, in Deutschland ihr Ziel zu erreichen und die deutschen Arbeiter in Masse zu bewegen, das Wirthshaus zu meiden und sich außerhalb der Arbeit auf das ihnen so verlockend geschilderte Familienleben zu gelänge das den Temperenzlern, dann hätten sie erreicht. was dem Solzialistengesetz niemals auch nur annähernd gelungen: der Zusammenhalt des Proleterariats wäre gesprengt, es wäre auf eine Masse zusammengangloser und daher auch widerstandsloser Atome reduzirt.“ Die Aeußerungen des sozialdemokratischen Blattes entsprechen vollständig den Thatsachen; daß dies aber hier einmal so offen zugegeben wird, verdient besondere Beachtung. Es ist schon darauf hingewiesen, daß nicht allein die Sozialdemokratie sondern auch die bürgerliche Demokratie die Schankwirthe bei jeder sich darbietenden Gelegenheit protegiren, um sich deren bedeutenden Einfluß auf die „Stammgäste" zu sichern. Diesem Standpunkte entspricht auch das Bemühen der gesammten Demokratie, der Seßhaftmachung der ländlichen Arbeiter und der Lösung der Wohnungsfrage entgegenzuarbeiten. Je reger der Wirthshausbesuch, desto reger ist auch das„politische Leben“— desto mehr aber wird leider das Familienleben demoralisirt. Man wir nicht umhin können, auch diese demoralisirende Wirkung der Schankstätten in Betracht zu ziehen, wenn der vom Bundesrath in Aussicht gestellte Gesetzentwurf gegen den Mißbrauch der geistigen Getränke zu Vorlage gelangen wird. Bekanntlich liegt es in der Absicht der Regierung, bei dieser Gelegenheit gleichzeitig das Konzessionswesen der Gastwirthe einer Revision zu unterziehen. Deutsches Reich. — Die von verschiedenen Zeitungen dung. Fürst Bismarck werde zur gebrachte Meihat sich nicht bestätigt. Der Fürst hat auf den Sara seines alten Freundes einen mächtigen, kostbaren Kranz niederlegen lassen. Der Molttescher,Rarzige, Pete Rhuft Bismarck folgendes Telegramm:„Mu nrsrr“ guut i. erhalte ich Ihre telegraphische Mittheilung von vem unersetzlichen Verlust, welchen unser Vaterland erlitten hat. Ich empfinde denselben besonders schmerzlich, nachdem es mir vergönnt gewesen ist, Jahrzehnte hindurch mich nicht nur an der ruhmreichen Mitwirkung orv Friomarschalls im Dienste zu erfreuen, sondern auch an seiner stets gleichen Liebenswürdigheit bei den nahen, befreundeten Beziehungen, in denen ich mit ihm zu stehen die Ehre hatte. Benns: H eant Die„Hamb. Nachr. bringen forgenve.Hie(gäne, vielen freundlichen Glückwünsche Mourggt.ggel. „Die Blumenspenden, welche mir zu meiner Gevurtslugsfeiet zu Theil geworden sind, haben mir so große Freude bereitet, daß ich gern Jedem danken möchte, der meiner an diesem Tage besonders gedacht hat. Zu meiner Betrübniß ist mir das durch meine gegenwärtige Erkrankung unmöglich gemacht, und ich vermag meine dankbaren Empfindungen für die empfangenen liebenswürdigen Aufmerksamkeiten nur auf diesem Wege zum Ausdrugk. ei bringen. Fürstin Bismarck. Friedrichsrub, den 26. April Alterspräsident des Reichstages ist jetzt nachdem Graf Moltke gestorben, dessen Fraktigzsgenosse, von Tettau, Vertreter des ostpreuß###n Wahlkreises Heiligenbeil=Preußz, Erlgtug## ist am 1810 geboren. Diesem uehen im alter am nächsten die Centrums=Abgeordneten Reichensperger und Dieden, deren Geburtsjahr gleichfalls das Jahr 1810 ist. Im Reichstage hat Graf Moltke das Amt des Alterspräsidenten seit dem 17. November 1881, dem denkwürdigen Tage der kaiserlichen Botschaft, faktisch innegehabt,„von Rechtswegen“, erst seit den Septenatswahlen von 1887, denn sowohl 1881, wie 1884 zählte der Reichstag den um einen Monat älteren Mülhausener Großindustriellen Dollfus zu seinen Mitgliedern.„Dollfus aber hat die ihm durch sein Alter verliehene Wurbe nicht in Anspruch Berlin, 28. April. Der Kaiser hat den ältesten Neffen des Generalfeldmarschalls Moltke, Major Molrke, zu seinem Flügeladjutanten ernannt. — Der Reichstagsabgeordnete Graf Douglas erhielt zu seinem Geburtstage von dem Kaiser ein Portrait des Monarchen mit der Unterschrift„Alleweil guet Zollern". — Der Bundesrath hielt am Dienstag Nachmittag eine Sitzung ab, in welcher beschlossen wurde, ven vinherigen Beschlüssen des Reichstages zum Arbeiterschutzgesetz die Zustimmung zu ertheilen. burch sein alter genommen.men S — Der Erbe des Grafentitels des verstorvenen Feldmarschalls und des von ihm errichteten Fideikommisses ist der Major Wilhelm von Moltke, der beim Generalstabe des 6. Armeekorps in Breslau steht. Des Feldmarschalls Adjutant war des Grafen Wilhelm jüngerer Bruder, Major Helmuth v. Moltke. — In Deutsch=Redingen, einem Dorfe nahe der luxemburgischen Grenze, wurde vor einigen Tagen ein Haus niedergerissen. In dem Kellergewölbe fanden sich die Leichen von zwei deutschen Soldaten, eines preußischen Hauptmanns und eines Gemeinen, die noch ihre volle Uniform trugen. Selbst Helm und Seitengewehr fehlten nicht. Wahrscheinlich sind die beiden Unglücklichen während des deutsch=französischen Krieges ermordet und bei Sei#e geschafft worden. Die Leichname waren vollständig eingemauert und haben sich erstaunlich gut erhalten. Die Behörden hoben natürlich sofort eine Untersachung eingchs. — Wie sich aus der Vorlage über die Gewährung einer Anleihe für Kamerun ergiebt, beabsichtigt die Reichsregierung nunmehr auch am Kamerunflusse Reparaturwerkstätten, sowie eine Landungsbrücke und einen Quai anzulegen. Insbesondere der letztere wird auch auf die gesundheitlichen Verhältnisse von sehr günstigem Einfluß sein, weil er die Trockenlegung des Flußufers verhindert.„ — Die Einberufung eines sozialdemokratischen scongresses aller deutschen Gewerkschaften steht fest; derselbe soll in einer Stadt Mitteldeutschlands abgehalten werden. Der Kongreß soll eine vollständige Umwälzung der sozialdemokrattschen Ausstandsbewegung bringen. Es soll zunächst die Fachvereinsbewegung mit allen Kräften gefördert werden. Die Fachvereine des einzelnen Gewerkes vereinigen sich zunächst zu Centralvereinen(Verbänden.) Die Centralvereine der verwandten Berufszweige(Bauarbeiter, Holzarbeiter, Metallarbeiter) verbinden sich nun wieder untereinander zur sogenannten Unionen schaffen sich dann wieder eine sogenannte Generalkommission. Die Aufgaben und Befugnisse der Fachvereine, Centralvereine, Unionen, Generalkommissionen sind genau vorgeschrieben; jede Union soll sich ein Preßorgan schaffen, die Generalkommission soll das Centralorgan herausgeben. — Die Einfuhr von lebenden Schweinen aus BielitzBila und Steinbruch in die Schlachthäuser der Städte Lissa i. P. und Samter ist wiederrusluh genehmigt. Bern, 28. April. Die Aburtheilung der wegen Theilnahme am Tessiner Aufstande Angeklagten durch das eidgenössische Geschworenengericht findet am 29. Juni statt. 9. 9 4.2 Mm. Glarus, 28. April In der vergangenen Nacht ist die große Weberei zu Engi im Sernftthale mit 130 Webstühlen bei heftigem Föhnwinde vollständig niedergebrannt. Frankreich. Paris, 28. April. Der Kreuzer„Seignelay“, welcher seit mehreren Jahren in den Gewässern der Levante stationirt ist, wurde von einem außerordentlich heftigen Windstoß auf dem Ankerplatze von Jaffa erfaßt und vor Anker treibend an die Küste geworfen. Die gesammte Bemannung ist gerettet. Ein Dampfer hat sich an Ort und Stelle begeben, um den„Seignelay“ wieder flott zu machen. Belgien. Lüttich, 28. April. Hier ist ein Mordversuch auf einen Polizisten gemacht worden. Man vermuthet einen anarchistischen Racheakt. Die Untersuchung ist eingeleitet. London, 27. April. Die Blätter veröffentlichen ein ausführliches Projekt des Baron Hirsch bezüglich Errichtung jüdischer Kolonien in Amerika. Die erste derselben soll in Argentinien, die zweite in Brasilien, zwei weitere in anderen südamerikanischen Staaten gelegt werden. Man will die Kolonien um deswillen in Südamerika gründen, weil die Strenge der Einwanderergesetze der Vereinigten Staaten von Nord=Amerika der Ausfuhrung des Planes in der Union hinderlich ist. Die Kosten des Projekts werden auf 150 Mill. Frcs. berechnet. Baron Hirsch wird selbst 75 Millionen zeichnen. Es wird ein Aufruf an alle Israeliten erlassen werden, zur AusfühLondon, 28. April. Einer Meldung des„Neuterschen Bureau's“ aus Simla zufolge haben sich der Regent von Manipur, sowie der Jubrai und der Senaputti in die Berge beflüchtet. Wie verlautet, würden die Einwohner der Stadt Manipur den Engländern durchaus keinen Widerstand entgegensetzen..T. an. London, 28. April. Das„Reuter'sche Bureau meldet aus Simla von heute: General Graham griff am 25. d. etwa Tausend Manipuris an, welche sich in der Mitte eines Sumpfes verschanzt hatten und zerstreute dieselben. Die Manipuris verloren 200 Mann, von den Engländern, wurde ein eingeborener Offizier getödtet, vier englische Offiziere wurden verwundet, darunter der Lieutenant Grant. London, 28. April. Das„Reuter'sche Bureau“ meldet aus Capetown von gestern, der englische Konsul in Delagoa berichte, daß zwei Offiziere der Südafrikanischen Gesellschaft gewaltsam angegriffen worden seien. Der eine derselben habe innere Verletzungen erlitten und sein volles Bewußtsein noch nicht wieder erlangt. Der Angreifer sei dem Vernehmen nach ein vortugiesischer Offizier gewesen, der sich jedoch bisher der Verhaftung entLondon, 28. April. Das Unterhausmitglied Wire wird demnächst beantragen, daß die NaturalisationsGebühren für Ausländer, welche Engländer werden wollen, auf je 10 Pfd. Sterling erhöht werden. Der Grund hierzu ist die sich beständig mehrende Einwanderung armer Ausländer. London, 28. April. Aus Hongrong wird gemeldet: In Canton wüthet eine Epidemie, es ist noch nicht festgestellt, ob dieselbe Cholera oder Influenza sei. Ursache derselben soll lang anhaltende Dürre sein; täglich sterben über 100 Personen. Rutzland. Petersburg, 28. April. Dem„Swiet" zufolge wird die Leiche des Großfürsten Nicolaus Nicolajewitsch zu Wagen aus Falupka nach Jalta und von hier zu Schiffe nach Sewastopol gebracht. Von Sewastopol aus wird die Leiche mit der Eisenbahn nach Petersburg überführt, wo die Ankunft am 6. Mai erfolgen soll. Die, Beisetzung in der Peter=Paul=Cathedrahle werde am Tage Larau vvn Die Ausweisung aller Juden aus Moskau und Kiew hat jetzt mit großer Schärfe begonnen. De: Czar hat genehmigt, daß in diesen beiden, den Russen heiligen“ Städten sich fortan keine Juden niederlassen dürfen. Jedes Gesuch um Verlängerung der Ausweisungsfrist wird deshalb von den Behörden kurzer Hand abGenna, 28. April. Die Dynamitfabrik in Millesimo ist in die Luft geflogen; fünf Arbeiterinnen sind todt, eine große Anzahl verwundet. Herbien. Belgrad, 28. April. Die Regierung hat das von der bulgarischen Regierung gestellte Verlangen auf Auslieferung des Emigranten Rizoff abgelehnt; da keinerlei Auslieferungsvertrag zwischen Serdien und Bulgarien bestehe und kein derartiger Präzedenzfall vorhanden sei.— Der Oheim des Königs, Graf Hunyadi, stattete der Königin Natalie einen Besuch ab. Ein handwerker über den Kontraktbruch. In dem freisinnigen„Liegnitzer Stadtblatt“ klagt ein Handwerker, der, nach diesem Letbblatte zu schließen, noch selber in den Fesseln des dem Handwerkerstande feindlichen Liberalismus liegt, über die große Mehrheit der freisinnigen Reichstags=Abgeordneten, die sich gegen eine schärfere Ahndung des Kontraktbruches ablehnend verhalten haben. Der Mann sagt: Wer Gelegenheit hatte, des öfteren Verhandlungen des Gewerbe=Schiedsgerichtes beizuwohnen, hat es erfahren können, wie frivol mitunter die Arbeiter aus den allergeringfügigsten Gründen ihrem Brodgeber die Arbeit verweigern, gerade wenn er in der größten Verlegenheit ist, und durch kein Zureden des Vorsitzenden zu bewegen sind, die Arbeit wieder aufzunehmen. Jedes Gefühl für Erfüllung übernommener Verpflichtungen geht bei Denen, welchen die Lehren der Sozialdemokratie in Fleisch und Blut übergegangen sind, verloren. Und der Meister? In den wenigsten Fällen wird es möglich, den durch eine widerrechtliche Arbeitseinstellung erlittenen Schaden, wie es bisher das Gesetz verlangte, zahlenmäßig nachzuweisen, und selbst dann ist nichts zu erhalten, denn der Arbeiter hat nichts. Allein hat auf der anderen Seite der Meister sich einmal verleiten lassen, den Arbeiter vor der Zeit fortzuschicken, ja da liegt die Sache ganz anders, da muß der Meister die 14 Tage bezahlen; er selbst jedoch kann gegen seinen Gesellen kein Recht erlangen. Daß sich da des Mannes eine tiefe Verstimmung bemächtigt, er irre wird an Recht und Gesetz, der Unparteilichkeit des das Urtheil fällenden Richters, ist nicht zu verwundern, und da soll den Männern ein Vorwurf gemacht werden, daß sie versucht haben, diesem traurigen Zustande, wenn auch nicht ein Ende zu machen, aber doch wenigstens ihn zu bessern Damit meint der Mann, so bemerkt hierzu die Schles. Morgenzeitung, die paar Freisinnigen(11 von 64!), welche für den Kontraktbruchs=Paragraphen gestimmt haben. Ja, die hätten aber das Kraut nicht fett gemacht, wenn die anderen Parteien nicht gewesen wären. Wir dächten, die Handwerker müßten endlich insgesammt einsehen, daß die Freisinnigen im besten Falle unsichere Kantonisten sind, weit mehr geneigt, in corpore die Interessen des Handwerks zu schädigen, als ab und zu einmal mit ein paar Stimmen für das Richtige einzutreten. Aber so sind viele: Greift sie Jemand in ihrem Eigenthum oder ihre Ehre an und sei es die kleinste Injurie, flugs kündigen sie ihm die Freundschaft und verklagen ihn wohl obendrein. Von der freisinnigen Presse aber lassen sie ihren Beruf tagtäglich schmähen und sich willig zur Wahl von Leuten bereden, die im Parlamente ihre Interessen weit ärger schädigen als dies sonst Jemand thun kann. 2 Zur Arbeiterbewegung. *(Mit einem allgemeinen Streik der Bergarbeiter) in Rheinland und Westfalen wird es nichts. im Gegentheil vermindert sich die Zahl der Ausständigen bereits unter dem Eindruck einer Erklärung der Zechenverwaltungen, kontraktbrüchige Arbeiter nicht wieder zu beschäftigen. Die Abnahme der Zahl der Streikenden ist allerdings noch nicht sehr erheblich, verschiedene industrielle Werke sind auch in Folge von Kohlenmangel zur theilweisen Einstellung der Thätigkeit gezwungen worden, aber soviel ist doch schon zu erkeninen, daß es mit vem Streit nicht aufwärts, sondern abwärts geht. Sehr guten Eindruck macht es auch, daß die Zechen den bei der Arbeit verbliebenen Bergleuten bereitwillig entgegenkommen. Verschiedene Agitatoren, die zum Ausstande aufgefordert haben, sind verhaftet. Im Aachener Bergrevier herrscht völlige Ruhe, obwohl Vertreter der dortigen Bergleute sich ebenfalls für den Generalstreik erklärten. Witten, 29. April. Auf„Franziska Tiefbau" ist die Morgenschicht vollständig angefahren, auf Bommerbänkertiefbau arbeiten 180 Mann(80 mehr als gestern), Zeche„Helene“ ist in vollem Betrieb, auf„Nachtigal“ ist der größte Theil der Belegschaft angefahren. Sprockhövel, 28. April. Die Zeche Alte Hase zählte heute 31 anfahrende Bergleute. Auf Zeche Blankenburg waren gestern Mittag keine vorhanden; zur heutigen Frühschicht haben sich jedoch wieder 54 Knappen eingefunden. Zwei Decennien. 111 Roman von Zoé von Reuß. Nachdruck verboten. „Es ist auch ein herrlicher Besitz!“ sagte der Begleiter der jungen Dame, sich von neuem umblickend, nicht mit den Augen des Naturschwärmers, sondern mit denen des praktischen Kenners.„Ich habe gehört, daß es vernachlässigt war, als es in die Hände Ihres Vaters überging. Doch kann die Vernachlässigung nicht arg gewesen sein, da sie mir überwunden zu sein scheint. Onkel Ulrich soll ein großer Nimrod gewesen sein, was viel Zeit kostet und zum Müßiggehen verführt, aber ein tüchtiger Landwirth ist er doch gewesen: das ist noch jetzt ersichtlich aus den Anlagen die er gemacht hat. Dazu ein Steigen des Grundbesitzes, das nothwendigerweise doch einmal wieder eintreten wird und muß, nach dem langen Darniederliegen..... Es müssen ja wieder bessere Zeiten für den Landwirth kommen!...“ „Opkel Ulrich?" Ist das Onkel Rohren, Baron von Rohren?“ unterbrach Hedwig von Lingen verwundert und nachdenklich ihren Begleiter. „Derselbe, gnädiges Fräulein.“ „Schon wieder so formell! Ich werde nun auch nicht mehr„Vetter“ sagen.“ Der junge Mann schien zu bereuen.„Pardon,“ sagte „ich vergaß wieder.“ „Wird es Ihnen denn so schwer, uns als Verwandte anzuiehen!?“ „Nicht mehr! Anfangs— ja!“ „Wie aufrichtig Sie sind! Warum sind Sie denn raber gekommen bei Ihrer, nun, bei Ihrer Abneigung gegen uns?“ sagte Hedwig von Lingen verletzt. „Ich war Mitglied des Vereius für landwirthschaftliche Beamte geworden, Berlin, Dorotheenstraße 17, da ich eine Inspektorstelle suchte. Ihr Vater hatte sich dorthin gewandt, um eine geeignete Persönlichkeit für Reinsdorf und Forst. Ee schrieb an mich und bot mir die Stelle an. Offen gestanden, ich überlegte lange und wollte ablehnen, besonders auf Wunsch meiner Brüder, trotzdem mein Gehalt hoch ist. Aber es fand sich im Augenblick kein anderer Platz, wenigstens kein nur irgend geeigneter. Dazu bin ich arm... Auch schwärmt' ich immer noch für Reinsdorf, ganz heimlich „Sie kannten es schon? Herr von Rohren war ein Verwandter von Ihnen, ein Onke!?" „Er war der einzige Bruder meines verstorbenen Vaters!“ „So nah skand er Ihnen?“ frug Hedwig verwundert und mit steigender Theilnahme.„Aber, mein Gott, wie ist mir denn? Dann, dann— müßte Ihnen doch wohl eigentlich mein liebes Reinsdorf gehören?.... Ich verstehe nichts von solchen Dingen— sprechen Sie doch!“— „Mein Vater war mit seinem einigen Bruder zerfallen— jahrelang. Ich war ein Knabe, Quintaner, als sie sich, wie ich glaube, zum letzten Male gesehen haben, hier, als wir alle zusammen in den Ferien auf Besuch waren. Ihr Vater, dam aliger Portepeefähnrich Hans von Lingen, war auch hier. Später haben Sie sich ganz entzweit, und wie ich glaube, nur auf einander gescholten. Mein Vater hat es wenigstens ehrlich gethan, und Onkel Ulrich vermuthlich nicht minder!... Was der Grund war? Ich ahne es nur! Mein Vater war in ewiger Geldverlegenheit und hatte auch Schulden halber seinen Abschied nehmen müssen. Onkel Ulrich aber war ein reicher Mann, hauptsächlich durch seine Frau. Mein Vater wird ihm lästig geworden sein durch seine ewigen Geldverlegenheiten, die er vermuthlich K=mal ausgeglichen hat, obgleich er wußte, daß es in ein Sieb geschüttet war. Zuletzt hat Onkel Ulrich den Bruder abgewiesen, und ist zum Geizhals gestempelt worden! Das hat ihn aufgebracht..... Aber warum entrolle ich das trübe Bild vor Ihren Augen, gnädiges Fräulein, liebe Cousine, wollt ich sagen!“ „O. Sie glauben nicht, wie mich das Alles plötzlich interessirt! Aber— es ist traurig," sagte Hedwig von Lingen, indem sie eine Thräne zurückdrängte.„Was reden wir nur von so bösen Dingen?" „Sie haben Recht, wir wollen niemals wieder davon sprechen!" bestätigte Herr von Rohren,„niemals!" „Niemals;“ sagte Hedwig aus Herzensgrunde. Dann aber setzte sie in neuer Ueberlegung plötzlich hinzu: „Können wir denn aber unter solchen Umständen Freunde sein, Herr von Rohren? Sie müssen uns ja hassen! Nein, Sie durften nicht Papas Inspektor werden!" „Meinen Sie auch? Auch meine Brüder waren solcher Ansicht.“ „Sie aber— thaten es doch?“ „Ich kannte Ihren Vater; der Portepeefähnrich mit seinen Tressen hat mir nicht nur in die Augen gestochen, sondern auch mein Knabenherz gewonnen! Dazu war das Gehalt hoch, ich darf hoffen, mir etwas für die Zukunft zu ersparen, sei es im Vaterlande oder, wenn es sein muß, im Auslande. Auch war sein Brief vertrauenerweckend. Er sagte mir, daß nicht sein Wille, sondern eine wunderbare Fügung des Himmels, das Testament des Onkels veranlaßt habe, und daß er und seine Frau ebenso überrascht gewesen seien durch den Inhalt, wie Jeder= mann. Er schloß damit, mich zu bitten, zu ihm zu kommen, da er Vertrauen zu meiner Person besitze, und mich aus meinen Knabenjahren in gutem Gedächtniß behalten habe. Ein herzliches, aufrichtiges Gutmeinen sprach sich in seinem Briefe aus; darauf konnte ich anderwärts nicht rechnen! Auch seiner Versicherung, den Inhalt, von Onkel Ulrichs Testament nicht gekannt zu haben, mußte ich Glauben schenken. Ueberdem hatten wir früher auch niemals darauf gerechnet, Onkel Ulrichs Erben zu werden. Wie Wie wissen werden, Cousine Hedwig, besaß er einen Sohn... „Ich weiß, und habe ihn selbst einmal gesehen, als kleines Mädel.“ „So werden Sie auch wissen, daß er im französischen Kriege verwundet ward und später die Schwindsucht bekam. Bald nach seinem Tode versuchte mein Vater auch eine Annüberung, auf den Wunsch) vewagreng##r Seten Mutter, ward aber abgewiesen. Währene der letzten Lebensjahre der Brüder fand gar kein Verkehr mehr stat — leider! Aber wir reden schon wieder von ernsten Dinge Pardon!“ „Ich weiß aach nicht, wie es zugeht. Dennoch hat mir unsere Unterhaltung gefallen, nur nicht, daß, vaß „Daß ich Inspektor von Reinsdorf geworden bin? „Im Gegentheil, daß gefällt mir! Daß man Ihnen Unrecht gethan hat, wenn ich auch weiß, daß es niemals von Papa geschehen ist!... Von dem Berge dort muß man einen hübschen Rundblick haben über die Gegend!“ „Sie thun dem märkischen Sandhügel große Ehre an, ihn einen Berg zu nennen! Uebrigens ist es schon spät!“ sagte Herr von Rohren, seine Uhr hervorziehend. Papa und Mama möchten sich ängstigen.“ „Das thun sie nicht, Papa wenigstens ganz bestimmt nicht.— sonst hätte er mich überhaupt nicht ausreiten lassen,“ meinte Hedwig altklug.„Und Mama muß sich daron gewöhnen, mich zu Pferde zu wissen, denn ich werde täglich reiten, ja täglich!“ erklärte Hedwig mit allem Machtbewußtsein eines verzogenen Kindes. Lernen wie Cousine Anna mag ich nicht mehr!“ „Sie sind auch klug und gelehrt genug für eine junge Dame,“ meinte Curt von Rohren.„Mein Bruder Carl meint immer, um sich in eine Dame zu verlieben, müsse sie— hübsch und dumm sein! Wie gefällt Ihnen diese Lieutenantsansicht? Ich bemerke daß es keineswegs die meine ist... „Gar nicht so übel! Meinetwegen connen Sie ihn immer zu mir schicken! Wir wollen aber doch nun heimreiten, damit Mama keine grauen Haare bekommt aus. Sorge um ihr Töchterlein. Sie sehen, ganz so schlimm bin ich doch nicht! Welch ein Sonnenuntergang!“ (Fortsetzung folgt.) Kleine Mittheilungen. * Für die Heilsarmee hat eine reiche Dame in and 60—70000, Lstrl. vermacht.„General“ Booth 60—70000 Lstrl. vermacht.„General“ Booth wird das Geld wahrscheinlich für ein Gebäude verwenden, in welchem sämmtliche Verwaltungsdepartemens der Heilsarmee Aufnahme finden können. In den letzten drei Monaten betrug die Zahl der Bekehrten, wie der „General“ berichtete, nur 238. In den von der Armee Ränner und Zundhölzer würde jedenfalls, meinte Pastor Booth, so Im dem Rettungsheim führen jetzt 400 Frauenzimmer * Seltsames Hinderniß.„Ach Elli, der Lieutenant aufgefordert— mit ihr 5 Eine Empfehlung.„Der Mam, den 1ch, zu schmeicheln, im allerreichsten Maße.“ Werne bei Lang Werne bei Lange und Walzwerk der Firi gestern wegen Kohlenm noch im Drahtzug, der Wenn auch im hiesig Heinrich Gustav, sow vollen Betriebe sind, so noch festgehalten; aller seinen Höhepunkt erre Umgegend streikenden: fahrenden Arbeiter, we * Dortmund, 27. werks=Gesellschaft Hibe Aktiengesellschaft sindh Delegirten durch Gend worden, als sie bei Kameraden in den W abzuhalten. Bochum, 28. Apf Bergwerks=Aktien=Gese auf„Erin",„Hardenb dagegen sind auf„Ger 18 und auf„Minister Auf Zeche„Vereinigte Bergwerks=Actien=Gese Arbeitern nur 229 an gunze Belegschaft. Bochum, 28. Apri und„Shamrock“ ist h * Wattenscheid, der Streikangelegenheit Anzahl von Verhaft: Untersuchungshaft ger bulla, Bier hierselbst, heute Morgen aus d I. Pohl von der W der Arbeiter Christian auf die zur Arbeit dem Zurufe, daß sie Essen, 27. April. 31 Zechen des Oberb1, I und III: Sieben; Hannover 1 und II: K Carolinenglück: Cen Christian Lewin): Eir Eiberg; Hasenwinkel; Mariane: Fröhliche Baaker Mulde: En Cenis: Franziska; Be beck; Johann Deimels Wiehndablsbank; Ma ren an in der Samst Mann unter Tage ur In der Samstag=Na und 217 von 266 M genschicht 3249 von 1 von 4043 Mann übe schen beträgt 14,445 weisen betrug die Ges bergamtsbezirk Dort 134,642 Mann gegen Vorjahr. Essen, 28. April. vier zeigt entschi Zechen, wo Belegsc wenige. Im Gelsen! Bochumer Revier ist, tung meldet, auf Sch die Belegschaft neu waren schon angefa fuhren. 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Co. ruht seit gestern wegen Kohlenmangel, fortgesetzt wird der Betrieb noch im Drahtzug, der Stifterei und in der Werkstätte. Wenn auch im hiesigen Reviere die drei Schächte Heinrich Gustav, sowie die Zeche„Neu=Iserlohn im vollen Betriebe sind, so werden doch die Kohlen vorldung noch festgehalten; allem Anscheine nach hat dr: Streik seinen Höhepunkt erreicht, da sich auch auf der Umgegend streikenden Zechen die Zahl der wierr: werks=Geselschaft, Zihernig und der Vopers zufoesge die Aktiengesellschaft sind heute der„Rh.=W.=Gig. zufbig, die Delegirten durch Gendarmen festgenommen und abgefuhr worden, als sie bei der Anfahrt der Bergleute sich der Kameraden in den Weg stellten, um sie von der Arbeit 28. April. Von den der Gelsenkirchener Bergwerks=Aktien=Gesellschaft gehörigen Zechen arbeitet auf„Erin“,„Hardenberg,„Hansa" und„Zollern" Alles, dagegen sind auf„Germania!“ 195. auf„Germania!! 18 und auf„Minister Stein“, 72 Arbeiter ausständig. Auf Zeche„Vereinigter Präsident“, Schacht 1(Bochumer Bergwerks=Actien=Gesellschaft) sind von insgesammt 542 Arbeitern nur 229 angefahren,#### arbeitet die gunze Oeltegschoft.., Muf der. Dechen von„Hibernia“ Bergleute aus Kleinrosseln, er habe sich nicht daran betheiligt, in Paris öffentlich sich dagegen ausgesprochen und den gewünschten Beitrag zur Beschaffung des Kranzes verweigert. Er halte das Niederlegen von Kränzen auf die Gräber der Kommunisten für eine anarchtstische Demonstration. Der Delegirte Schilo von den Saarcruben erklärt ebenfalls, daß er nicht an der Niederlegung des Kranzes betheiligt sei.(Wer lugt nun?) Nimes, 28. Aoril. Einige der Arbeiter in den Kohlengruben von Bességes und Lalle beabsichtigen am 1. Mai zu streiken. Die Grubenverwaltung von Lalle droht sämmtlichen Arbeitern, die am 1. Mai feiern wollen, die Entlassung an. In den zu den Kohlengruben gehörigen Forsten holt Brände vor, welche auf Brandstiftung zurückgeführt Rom, 28. April. In einer gestern abgehaltenen Versammlung der Vertreter von 48 demokratischen Arbeitervereinen wurde beschlossen, den friedlichen Charakter der Kundgebung vom 1. Mai zu wahren. Ein entgegengesetzter Antrag wurde mit 39 gegen 7 Stimmen abgelehnt. auf Schacht Bochum, 28. Aprnl. Auf den Fechen den und„Shamrock“ ist heute früh alles angefahren. * Wattenscheid, 27. April. Wegen Bedrohung in der Streikangelegenheit sind hier in den letzten Tagen eine Anzahl von Verhaftungen vorgenommen worden.„In Untersuchungshaft genommen wurden die Bergleute## bulla, Bier hierselbst, G. Hentsch in Günningfeld und heute Morgen aus dem gleichen Grunde der Bergmann I. Pohl von der Westfeldmark. In Ueckendorf wurde der Arbeiter Christian Biller verhaftet, weil er mit Steinen auf die zur Arbeit gehenden Bergleute geworfen unter (Sessen, 27. Aprik. Auf den im Ausstand befindlichen 31 Zechen des Oberbergamtsbezirks Dortmund: Holland 1, U und IlI; Siebenplaneten; Bruchstraße; Bonifacius: Hannover 1 und 1I: Königin Elisabeth ESchacht Carolinenglück: Centrum; König Wichelm(Schacht Christian Lewin): Eintracht Tiefbau 1 und II; Vollmond; Eiberg; Hasenwinkel; Helene=Nachtigall(Schacht Helene); Mariane: Fröhliche Morgensonne; Friedlicher Nachbar Baaker Mulde: Engelsburg; Generalerbstollen; Mont Cenis: Franziska; Borussia; Heisinger Tiefbau; Hagenbeck; Johann Deimelsberg; Prinz von Preußen: Caroline; Wiehndablsbank; Mansfeld III: Dahlhauser Tiefbau fuhren an in der Samstags=Nachmittagsschicht 367 von 4073 Mann unter Tage und 329 von 560 Mann über Tage. In der Samstag=Nachtschicht 221 von 934 unter Tage und 217 von 266 Mann über Tage. In heutiger Morgenschicht 3249 von 12,207 Mann unter Tage und 3255 von 4043 Mann über Tage. Die Zahl der Ausständischen beträgt 14,445 Mann. Nach den neuesten Ausweisen betrug die Gesammtzahl der Bergarbeiter im Oberbergamtsbezirk Dortmund im ersten Jahresviertel 1891 134,642 Mann gegen 124,446 Mann zu gleicher Zeit im Essen, 28. April. Der Streik im Essener Re vier zeigt entschiedene Abnahme. Auf den meisten Zechen, wo Belegschaften ausständig waren, fehlen nur wenige. Im Gelsenkirchener Revier ist alles ruhig. Im Bochumer Revier ist, wie die Rheinisch=Westfälische Zeitung meldet, auf Schacht 1 von„Constantin der Große die Belegschaft neu in Streik gerathen. Die Bergleute waren schon angefahren, als 119 Mann wieder ausfuhren. Auf den meisten übrigen Zechen ist das Verhältniß eher besser als gestern. Auf„Marianne“ vom Bochumer Verein fuhren 63 von 515 unter Tage und 307 von 323 über Tage an. Auf der Kruppschen Zeche „Hannover“, Schacht 1 fuhren von 540 unter Tage 301 und auf Schacht 2 von 355 unter Tage 67 an. Im Dortmunder Revier ist die Lage ebenso wie gestern. Auf Zeche„Germania“ Schacht 1 von der Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft fuhren 134 von 329 auf, Zeche „Kaiser Friedrich“ fuhr die Hälfte der Belegschaft wieEssen, 28, April. Der„Rhein.=Westf. Zeitung“ zu Folge hat sich am Nuchmittag ein weiteres Abnehmen des Streiks bemerbar gemacht.— Der Vorstand des allgemeinen Knappschaftsvereins bringt heute auch zur Kenntniß der Belegschaften, daß nach§ 24 und 25 des Statuts die Mitglieder 3. Klasse ohne Rücksicht auf die gezahlten Beiträge ihrer Mitgliedschatt sofort, und die Mitglieder 1. und 2. Klassen, wenn sie länger als einen Monat feiern, verlustig gehen. Essen, 28. April. Freundlich gestelltem Ersuchen der von der Belegschaft der Zeche„Gustav“ hier gewählten Deputirten entsprechend, gestattete Herr Betriebsführer Müller heute während des Schichtenwechsels eine Belegschaftsversammlung auf der überdachten Förderverladung der Grube behufs Entgegennahme von Mittheilungen der drei Delegirten über die gefaßten Beschlüsse des Bochumer Delegirtentages sowie Besprechung über die Stellungnahme der Belegschaft zu den betreffenden Beschlüssen. Auf die seitens der Belegschaftsvertreter an die versammelten Bergleute beider Schichten gestellte Frage, ob die Belegschaft gesonnen sei, im friedlichen Einverständnisse mit der Grubenverwaltung ruhig weiter zu arbeiten und die Streikbeschlüsse zu ignoriren, sprachen sich sämmtliche 600 Arbeiter der Zeche für die Beibehaltung der Arbeit aus, nach welcher einmüthigen Erklärung die Delegirten Kunkka, Bois und Müller freiwillig ihr Mandat als Bevollmächtigte unter Anerkennung des in allen Fragen stets bereiten Entgegenkommens der Zechenverwaltung niederlegten. Unter lauten Bravos und im Bewußtsein, sich und ihren Familien zum Besten gedient zu haben, eilten die Leute nach Hause. Es wäre zu wünschen, daß die Belegschaften der übrigen Gruben dem Beispiele der Bergleute von„Gustav" baldigst folgten. Berge=Vordeck, 28. April. Ein in Essen als Flugblatt massenhaft verbreitetes Extrablatt der BergarbeiterZeitung wiederholt die Februarforderungen, ruft zum Kampfe durch festes Zusammenhalten und ermahnt zur Ruhe und Ordnung. * Köln, 28. April. In Folge der sparlichen Kohlenzufuhr sind, wie die„Kölnische Voliszeitung" berichtet, verschiedene Werke im Sieger=Lande ohne Kohlen. Sechs Puddel= und Walzwerke bei Geisweid und Weidenau haben gestern ihren Betrieb eingestellt. Ebenso haben die Rheinischen Stahlwerke in Meiderich ihren Betrieb eingestellt, nur die Hochöfen werden noch unterhalten. 1500 Arbeiter seien zum Feiern gezwungen. Andere Werke bezahlten bereits, wie dasselbe Blatt meldet, für Fettflammkohlen 200 M. pro Dovpelwaggon.„Phönix“, Gesellschaft für Bergbau= und Hüttenbetrieb, soll den zum Feiern verurtheilten Arbeitern die Hälfte des Lohnes bewilligen. * Köln, 28. April. Die„Köln. Volksztg.“ meldet aus dem Saarrevier: In einer heute stattgehabten zahlreich besuchten Versammlung der Bergleute von Wellesweiler wurde eine Resolution gefaßt; durch welche das Verhalten der deutschen Delegirten in Paris entschieden verurtheilt und ausgesprochen wird, daß die Bergleute sich an dem gegen wärtigen Ausstand nicht betheiligen würden, ihr Vertrauen zu Sr. Majestät dem Kaiser sei ein großes. Aachen, 28. April. Trotzdem das Wurmrevier auf dem Bochumer Delegirtentag vertreten war, wird auf allen Zechen desselben ruhig weitergearbeitet, ebenso beim Eschweiler Bergwerksverein. Saarbrücken, 27. April. Gegenüber der Erklärung Bunte's, die Niederlegung des Kranzes auf das Grob der Kommunarden sei im Namen sämmtlicher deutschen Delegirten geschehen, erklärt der Delegirte der lothringischen Westfalen und Rheinland. s Witten, 29. April.(Ertrunken.) Am Montag Nachmittag ist das 2½ jährige Kind der Eheleute E. hinter den 3 Königen in der Düngergrube ertrunken. X Witten, 28. April.(Mai=Feier.) Sensationell macht soeben ein namenloses Comitee mittelst Anschlags durch„feurig=rothe Placate“ bekannt, daß die Arbeiter von hier und der weiten Umgegend am Sonntag den 3. Mai eine„Maiscier" durch Ansprachen und Concert veranstalten und die„arbeiterfreundlichen Bürger würden aufgefordert, die Häuser zu flaggen! * Hagen, 29. April.(Der VolksschulgesetzEntwurf) bildet den Hauptgegenstand der morgen Donnerstag Vormittags um 10 Uhr im Kaiserhof hierselbst stattfindenden„kirchlichen Konferenz der Grafschaft Mark und der angrenzenden Kreise. Das Referat hat Pastor Zillesen aus Berlin übernommen. Außerdem wird Superintendent Nelle aus Hamm Mittheilungen über die Förderung des neuen Gesangbuchs machen. Die möglichst zahlreiche Betheiligung an der Versammlung, insbesondere von Volksschullehrern und Presbytern wird nach der vom Vorstand erlassenen Einladung dringend gewünscht. Gelsenkirchen, 28. April.(Schacht 1 der Grube Bismarck")(Braubauerschacht) ist heute Vormittag durch den Bruch des Cylinders der Fördermaschine vollständig zertrümmert; das Pumpwerk ist intakt geblieben. Verlust von Menschenleben ist nicht zu beklagen. Die zahlreiche Belegschaft wird voraussichtlich gezwungen sein, mindesteus 14 Tage zu feiern. * Unna, 25. April.(Erschossen.) In einer Wirthschaft in der Kolonie hiesigen Bezirkes wurde in vergangener Nacht gegen 12 Uhr ein gestern zugereister Italiener, welcher mit drei an Zeche„Königsborn“ in Arbeit stehenden Landleuten in Streit gerieth, durch drei Revolverschüsse erschossen. Die drei bei der That Betheiligten wurden verhaftet, sie geben an, von dem Getödteten mit dem Revolver bedroht worden zu sein sich in Nothwehr befunden zu haben. * Barmen, 28, April.(Ein großer Brand) kam in vergangener Nacht gegen 1 Uhr in dem Hause Berlinerstr. 9, Ecke der Färberstr., zum Ausbruch. Derselbe war, wie sich später herausstellte, in dem GlasPorzellan= und Spielwaarengeschäft von Adolf Scheffel entstanden. Das Feuer, welches im Anfange durch die dicht verschlossenen eisernen Rollläden nicht bemerkt werden konnte, hatte sich, als die in den oberen Räumen des Hauses schlafenden Bewohner durch den Rauch aufmerksam wurden, bereits durch das Treppenhaus bis in die und Um feüreen,„„ oberen Räumen verbreitet und konnten die Bewohner nur noch durch die Fenster gerettet werden, wobei sich mehrere Nachbarn sehr verdient gemacht haben. Die dritte Abtheilung der Freiwilligen Feuerwehr, sowie ein Theil der Turner waren nach dem Alarm in verhältnißmäßig kurzer Zeit rasch zur Stelle und gelang es denselben auch durch Anwendung von 2 Hydranten unter Leitung des Hauptmanns Wescher des Feuers nach anderthalbstündiger an strengender Arbeit Herr zu werden. Der Scheffelsche Laden ist vollständig ausgebrannt und in dem nebenan gelegenen Spezereigeschäft von Lauterbach und in den oberen Räumlichkeiten sieht man die Spuren des ver heerenden Elements an Wänden, Thüren und den angegebrannten Möbeln. 7—8 Familien, welche in den Häusern Berlinerstr. 9 und Färberstr. 1 wohnen, sind durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen. Herr Scheffel, welcher allerdings versichert hatte, berechnet seinen Schaden auf 5—6000 M. Um die Leute zu retten, mußten die Thüren und sogar eine Wand eingeschlagen werden. Die Geretteten wurden für die Nacht in Nachbarhäusern untergebracht. * Ohligs, 27. April.(Durch Explosion seiner Petroleumlampe) hat sich ein hiesiger Schleifer schreckliche Brandwunden im Gesicht an der Brust und auf dem Rücken zugezogen. Als er spät Abends nach Hause kam, nahm er die Lampe in die Hand, um vor der Hausthür etwas zu suchen. Durch den Luftzug ist jedenfalls die Flamme in das Bassin geschlagen und dadurch die Lampe explodirt. Das brennende Petroleum ergoß sich auf den Mann und setzte seine Kleider in Brand, die ihm so schnell wie eben möglich von dem Leibe gerissen wurden. Es mußte noch um Mitternacht der Arzt geholt werden. Die Verletzungen sind schwere. Solingen, 26. April.(Nachtigallen.) In Wupperhof sind die Nachtigallen eingetroffen und werden durch ihren mundervollen Gesang wohl auch die Vogelfänger angelockt werden. Die Bewohner der dortigen Gegend wollen sich jedoch, wie in den vorigen Jahren, so auch in diesem Jahre der gefiederten Sänger annehmen und ihren Feinden scharf auf die Finger sehen, d. h. nicht allein Lynchjustiz üben, sondern sie auch unnachsichtlich zur Anzeige bringen. Lennep, 27. April.(Ein größerer Waldbrand) entstand heute Nachmittag bei Oelmühle an der LennepRemscheider Grenze. Das Feuer griff mit rapider Schnelligkeit um sich und hatte bald den ausgedehnten Waldcomplex erfaßt. Die Löscharbeiten wurden seitens der Behörde energisch geleuet. Ueber die Ursache des Feuers ist noch nichts ermittelt. * Oberhausen, 27. April.(Verschüttet.) Heute Nachmittag gegen 3 Uhr wurden bei den Canalisations= arbeiten in der Stöckmannstraße drei Arbeiter durch zusammenstürzende Erdmassen verschüttet. Ein Arbeiter wurde noch lebend mit gebrochenen Rippen ausgegraben, während die andern beiden nur noch als Leichen herausgeschafft werden konnten. Die Wiederbelebungsversuche des Herrn Dr. Gockel waren leider ohne Erfolg. Düsseldorf, 28. April.(Elektricitätswerk.) Mit dem Legen der Kabel für das städtische Elektricitätswerk wird noch im Laufe dieser Woche begonnen werden. (Messeraffaire. Am Samstag wurde ein Arbeiter in der Oberstraße von einem Unbekannten und angeblich ohne jede Veranlassung mit einem Messer lebensgefährlich am Bauche verletzt. * Erkrath, 26. April.(Wegen schwerer Majestätsbeleidigung) wurde ein Mann hier nach energischer Gegenwehr verhaftet und ins Gefängniß abgeführt. * Düren, 26. April.(Die Stiftung des Notars Ahrweiler) von Neuß, eines geborenen Düreners, zu Gunsten unseres Gymnasiums, von ursprünglich 660000 M., ist auf 1040000 M. angewachsen und an Stipendien sind bis jetzt 230000 M. vertheilt worden. Hieraus erhellt, wie sehr große Vermögen, namentlich Millionen, durch nur theilweisen Zinsenzuschlag alljährlich anwachsen. zerhige In letzter Zeit ist eine Erfindung gemacht worden, welche dem Vervollkommener derselben Millionen in den Schooß werden wird; denn die Entdeckung der farbigen Photographie gehört zu den Goldmacherkünsten, nach denen unsere heutigen Gelehrten streben, wie die alten Alchymisten nach dem Stein der Weisen.„ Unsere heutigen„Chemiker suchen freilich nicht mehr das Lebenselixir, das dem Besitzer menschliche Schönheit und Jugend zusichert, sie quälen sich auch nicht mit Entdeckung des Zaubermantels ab, der seinen Herrn unsichtbar machen kann, aber die reine Goldmacherei steht auch heute noch auf dem Programm, wenn mans auch nicht zugeben will.... JuCem Gi. Frihsch. Fast alle Physiker und Chemiter fülhen die Enweilung solcher Spezialitäten, mit deren Erfindung unmäßig„Gold zu machen" ist. Dahin gebören der künstliche Ersatz für Chinin; die künstliche Herstellung für Diamanten, ein Mittel gegen die Epilepsie und die Schwindsucht: die vollständige Ausnutzung der Kohle, von der bis jetzt nur 5 Procent nutzbar gemacht werden kann; die farbige Photographie; die Nutzbarmachung der Sonnenwärme und der Ebbe und Fluth; die Herstellung von Rosenöl aus beliebigen Stoffen 2c. Das sind alles Dinge, welche innerhalb der nächsten Jahrhunderte entdeckt werden können, und sie zählen nicht zu den Hirngespinsten, wie die Suche nach dem Perpetuum mobile oder zu den Bestrebungen, welcher aus Mondscheinstrahlen„Brüsseler Spitzen" herzustellen suchen.*„„ In fruheren Jahryunoerten hat der Zufau in den meisten Fällen zu Entdeckungen geführt, unsere heutigen Erfindungen beruhen dagegen auf scharfsinniger Anwendung bereits entdeckter Naturgesetze. So ist's auch bei der neuesten großen Entdeuung der farbigen Photographie geschehen, die in vielen Stücken ein optisches Gegenstück zum(akustischen) Phonographen Der Erfinder dieses epochemanden Fortschrittes auf dem Gebiete der Photographie ist G. Lippmann, welcher die Resultate seiner Forschungen am 2. Februar dieses Jahres der französischen Akademie vorlegte, nämlich mehrere farbige Photographien des Sonnensprektums, auf denen jede Farbe die richtige Stärke und den richtigen Lippmann batte ganz von Anwendung des chemischen Prozesses abgesehen, und darum die Physik, und im Speziellen die Gesetze der„Interferenz" benutzt. Die Aetherschwingungen entsprechen vollständig den Wellenbewegungen des Wassers, und wir können uns merkwürdigen Erscheinungen der„Interferenz" durch dieden Wasserspiegel am besten veranschaulichen. Werfen wir mehrere Steinchen ins Wasser, so bilden sich um jeden Einfallpunkt eines jeden Steinchens die bekannten ringförmigen Wellen. Begegnen sich nun 2 solcher Wellensysteme, so entsteht, wenn 2 Wellenberge zufammentreffen, ein doppelt hoher Wellenberg— bei den Aetherwellen ein Lichtmaximum—, begegnen sich 2 Wellenthäler, ein doppelt tiefes Wellenthal— beziehentlich wiederum ein Lichtmaximum—, und endlich treffen ein Wellenberg und ein Wellenthal zusammen, so bleibt die Wasserfläche vollständig unbewegt, resp. bei den Aehterwellen bleibt die Auf diesen Gesetzen fußend, ließ Gabriel Lippmann die in die lichtempfindliche Schicht seiner photographischen Ausnahmeglatte einfallenden Strahlen durch dahinter befindliches Quecksilber reflektirt werden, und bewirkt dadurch, daß der reflektirte Strahl mit dem einfallenden in Interferenz gerieth. Es bildeten sich in Folge dessen in der lichtempfindlichen Schicht über einander, immer durch eine Wellenlänge der betreffenden Farbe getrennt, Lichtminima, welche die Schicht unberührt ließen, und von diesen jedesmal um eine halbe Wellenlänge entfernt, Lichtmaxima, welche das Silber der Schicht niederschlagen. Es war also nach vollendeter Aufnahme die lichtempfindliche Schicht von atomkleinen Silberhäutchen durchzogen, deren Entfernung untereinander jedesmal eine Wellenlänge des betreffenden einfallenden Lichts betrug. Lippmann photographirte das Sonnenspektrum. Portraits oder Landschaften konnten bis jetzt noch nicht aufgenommen werden, weil das gewöhnliche Tageslicht zu wenig wirksam und die Expositionszeit für jetzt noch zu * Bei dem neuen Ballet„Rouge et noir“, das dieser Tage an der Wiener Hofoper zur ersten Aufführung kam, hat der Direktor Herr Jahn eine Anzahl hübscher Ballet=Elevinnen beschäftigt und dafür mehrere ältere Kräfte„kalt gestellt". Diese Maßnahme des Direktors ließ sich jedoch, wie man jetzt erfährt, nicht ohne Verwahrung der Zurückgesetzten durchführen. Noch an demselben Tage, als der grausame Entschluß Jahns bekannt wurde, versammelten sich die älteren Tänzerinnen und beschlossen nach einer stürmischen Sitzung, eine Abordnung von zehn Kolleginnen an den Direktor zu schicken, um ihn zu bitten, er möge die„kränkende Maßregel“, rückgängig machen. Das geschah auch. Direktor Jahn hörte mit dem ihm eigenen glucklichen Phlegma eine„liebez,gsinder, an und sagte dann gutzrtithegeree beträchtlich ist, als daß an Aufnahme von Portraits gedacht werden könnte, denn kein Mensch kann zwei Stunden lang still sitzen.. Im Prinzip ist aber die lange gesuchte Erfindung der farbigen Photographie gemacht worden, und es bedarf nur noch der Vervollkommnung, um alle unsere Wünsche bezüglich der Aufnahme von farbigen Portraits zu erfüllen. Dann wird natürlich Niemand, und ganz besonders keine schöne Frau versäumen, sich solche Bilder anfertigen zu lassen, und es werden Millionen hierfür verausgabt, welche dem genialen Vervollkommner zufallen werden.(Aus„Zur guten Stunde", Illustrirte Deutsche Zeitschrift. Verlag von Bong, Dominik u. Comp. in K83 Vermischte Nachrichten. Ueber Moltkes letzten Sieg berichtet die„Nät. Ztg.“:„Es ist interessant, daß selbst in dem traulichen Kreise der Familie Moltke, der nie Besiegte, auch als Sieger Abschied nahm. Seine letzte Wyistparthie endete für ihn mit einem„großen Schlemm", also der höchsten Gewinn=Parthie. Danach erhob sich Moltke und mit den Zeigefingern übereinander streichend, äußerte er voll scherzhaften Siegesbewußtseins:„Eisch Etsch!! Wat segt hei nu tau sune Süpers?" Dies war die Lieblingsredensart von Moltke. Sie bezog sich auf eine bekannte Episode aus der Schlacht bei Leuthen: Friedrich der Große hatte die Mannschaften eines Regiments kurz vor der Schlacht gescholten und sie als Säufer bezeichnet. Nach gewonnener Schlacht, als das Regiment mit mebreren eroberten Standarten an dem König vorüberzog. hoben die Soldaten ihre Beutestücke in die Höhe und riefen dem König zu:„Wat segt hei nu tau süne Süpers?“ Nicht minder sprichwörtlich als Graf Moltke's oft stundenlang anhaltende Schweigsamkeit war seine Kaltblütigkeit und seine fast nicht zu erschütternde Ruhe. Es war am Vorabend der Schlacht von Königgrätz, als eine Offizier=Ordonanz in dem Quartier des gerade mit einer Whistpartie beschäftigten Generalstabschefs athemlos mit der Meldung anlangte, der Frind hätte eine Bewegung über die Elbe gemacht. Moltke, von seinen Karten aufblickend, antwortete nur:„Besser können wir's uns ja gar nicht wünschen!" und— spielte weiter. Endlich, mit seinem Robber zu Ende, steht er schweigend auf und geht in später nächtlicher Stunde, in das Hauptquartier des Königs, welcher sich bereits zur Ruhe begeben hatte. Auf Moltke's Wunsch wurde der König geweckt, und der Feldmarschall machte Meldung von der veränderten Stellung des Feindes mit dem Ersuchen, am nächsten Tage die Entscheidungsschlacht schlagen zu dürfen. Ein eigenartiger Zufall wollte es, daß Graf Moltke an einem Freitag aus dem Leben schied, nachdem bereits Kaiser Wilhelm an einem Freitag(9. März 1888) und Kaiser Friedrich gleichfalls an einem Freitag(15. Juni 1888) heimgegangen sind. * Gute Genossen während einer langen Seereise waren die beiden englischen Schiffe„Cockermouth" und „Lorton". Dieselben verließen Liverpool am 5. Oktober v. J. und kamen in Astoria(Oregon) fast zu gleicher Zeit, das eine nur 48 Stunden nach dem andern, an. 40 Tage ese er er erche sitäue wie Mannschaften statteten sich gegenseitige Bese ab. Ein Sturm erst trennte die beiden Schiffe, von cen der„Lorton“ zuerst in Astoria ankam. kastisch:„Aber, meine Tamen, das neue Jaull hrie ja „Rouge et nour“ und nicht„Trente et quarante!“ * 50 Personen vergiftet. In Lyndon unweit Louisville, wurde eine ganze Hochzeitsgesellschaft, aus 50 Personen bestehend, durch Kaffee vergiftet, welcher mit Arsenik versetzt war. Zwei Personen, darunter der reichste Bürger Louisvilles, Frank Guttwie, sind bereits gestorben. Der Geistliche, welcher die Trauung vollzogen, das Brautpaar, die Schwester der Braut und acht Gäste, unter ihnen ein Deutscher Namens Herz, liegen im Sterben. Der That verdächtig ist der verschmähte Liebhaber der Brau, welher geflüchtet. Markt= und Coursberichte. Berlin, 28. April. 2½ Uhr N. Fruchtbörse. Weizen April=Mai 233.50. Mai=Juni 23200 Juni=Juli 232,00 M. Sept.=Okt. 209.50 Mark. Gek. 18000 Centner. Roggen April= Mai 193.75, Mai=Juni 193.50, Juni=Juli 193.25, Sept.=Okt. 179,25 Mark. Gek. 0000 Ctr. Hafer April Mai 170,00,Mai=Juni 169.00. Juni=Juli 168,50, Sept=Okt.148,75 M Gek. 0000 Ctr. Rüböl vorr. mit Faß 61,00, ohne Faß 60,00, April=Mai 61.00, Mai=Juni 61.20 Sep.=Okt. 62.50 Gek. 1500 Ctr. Spiritus 70er vor. 50,80 April=Mai 50 60, Juni=Juli 51,00, Juli=Aug. 51,30 Aug.=Sept. 51,30 Mk. 50er vorr. 70,70 Mk. Gek. 40000 Ltr. Petroleum vorr. 22.90 Mark Roggenmehl 0/1 April 26.50, April=Mai 26,50 Mk. Bremen, 28. April. Petroleum ruhig, vorräthig 6.40 826. Kgl. Standesamt Witten. vom 20.—25. April 1891. Aufgebote Marlinghaus Breitestr. und Nathilde Lange Hagen. Fabrikarbeiter Friedrich Grebe und Elfriede Kurz beide Bachstr. Weichensteller Ernst Hermann Franke Bellerslohstr. und Auguste Zimmermann Lilienstr. Maurer Georg Bube und Lisette Bartsch geb. Kilian beide Ruhrstr. Thierarzt Paul Bias, Hagen und Marie Krampe, Wiesenstr. Eheschließungen:„Schlosser Ludwig Albert Sauter Bellerslohstr. und Ida Lindemann Uemmingen. Anstreicher Franz Wilhelm Schulte Herdecke und Martha Wilhelmine Marten Kesselstr. Fabrikarbeiter Gustav Adolf Schmidt und Caroline Emilie Niedick beide Witten. Fabrikarbeiter Bernhard Knoth Oberstr. und Dorothea Henriette Budschus Köln. Fabrikarbeiter Johann Zander und Louise Riemer beide in Witten. Fabrikarbeiter Johann Christoph Berens und Anna Maria Sasse beide Dammstr. Geburten: Rudolf S. v. Schlosser Wilhelm Ungemach Herbedestr. Paul S. v. Former Heinrich Schürmann Bellerslohstr. Wilhelm Franz S. v. Bergarbeiter Franz Joseph Nagel Röhrenstr. Anna Antonie T. v. Tagelöhner August Voß Rosenstr. Ewald August S. v. Lisette Wilhelmine Amalie Richter Ruhrstr. Wilhelm Hugo S. v. Dreher Wilhelm Himmelmann Ardeystr. Mathilde Auguste Elfriede T. v. Louise Schwabe Kohlensiepen. Hertha Blondine Wilhelmine T. v. Glasstrecker Franz Garte Kirchhofstr. Klara Frieda T. v. Wirth Ewald Staupe Herbedestr. Friedrich Julius S. v. Sattler Wilhelm Frenz Tieferweg. Robert Johann S. v. Tagelöhner Kaspar Graf Pferdebachstr. Elfriede Louise Friederike T. v. Zuschläger Ludwig Vorbus Hauptstr. Paul August Joseph S. v. Schlosser Friedrich Abel Wasserstr. Elisabeth Karoline T. v. Fabrikarbeiter Wilhelm Asthalter Wannenstr. Pauline Hulda T. v. Bergm. Wilhelm Specht Königsholz. Hermann Heinrich Wilhelm : Bergm. Caspar Friedrich Vach Bommern a Auffermann Oberstr. Packer Friedrich Elfriede Emma Charlotte T. v. Schlosser Karl Kuhle Röhrenstr. Heinrich Gustav S. v. Bergm. August Affhipper Wullenstr. gmrschen der FFhcf Sterbefälle: Todtgevornenes Mavihen dei Ehefrau Dietrich Benthaus Breitestr. Emil Gustav S. v. Bergarbeiter Friedrich Garte 2 T. Königsholz. Bergm. Wilhelm Backhaus 23 J. Marien=Hospital. Lehrerin Anna Brüner 29 J. Marienhospital. Bergm. Johann Wott 53 J. evang. Krankenhaus. Kutscher Wilhelm Manhenke 26 J. evang. Krankenhaus. Bergmann Friedrich Kohlstadt 35 J. evang. Krankenhaus. Ehefrau Fabrikarbeiter Wil helm Busch, Auguste geb. Wolff, 31 Jahr Bellerslohstr. Civilstand des Staudesamts Ostherbede vom 1. bis 15. Apris 1891. Geburten: ein Sohn: Bergmann Wilhelm Hütt in Vormholz. Bergmann Friedrich Hirsch in Ostherbede. Betriebsführer Carl Winkler in Westherbede. Bergmann Heinrich Marre in Durchholz. Bergmann Friedrich Pilg.im in Durchholz. Fabrikarbeiter Heinrich Hinz in Heven. Fabrikarbeiter Adolf Hinz in Heven. Fabrikarbeiter Otto Frahne in Heven. Fabrikarbeiter Friedrich Schulte in Heven. Fabrikarbeiter Friedrich Dickhöner in Heven. Tagelöhner Johann Schulz in Heven. Berginvalide Johann Gies in Heven. Berginvalide Friedrich Heinrich Rosendhal in Ostherbede. Bergmann Ernst Kloth in Heven. Bergmann Rudolf Wupper in Vormholz. Eine Tochter: Schuhmacher Diedrich Sträter in Heven. Fabrikarbeiter Friedrich Heinrich Löer in Ostherbede. Fabrikarbeiter Wilhelm Möller in Hever. Handarbeiter Carl Pamp in Heven. Tagelöhner Heinrich Brüggerhoff in Heven Fabrikarbeiter Friedrich Grabowski in Heven. Bergmann Ernst Kühling in Vormholz. Vergmann Georg Storchmann in Ostherbede. Bergmann Heinrich Pöthen in Westherbede. Glasmacher Emil Mideke in Heven. Bergmann Heinrich Lehmkühler in Vormholz. Fabrikarbeiter Heinrich Vollmar in Heven. Bergmann Friedr. Lütge=Varney in Vormholz. Wirthschaftsvertreter Wilhelm Zeller in Heven. Berginvalide Ludger Kahmann Aufgebote: Kupferschmied Wilhelm Schmidt und Ida Wösthoff beide in Heven. Vergmannn Heinrich Wilhelm Lehmkühler und Enilie Rose beide in Vormholz. Barbier Hermann Carl Johann Riepe und Louise Overberg beide in Heven. Fabrikarbeiter Fabrikarbeiter Fried. Groll und Charlotte Wilhelmine Fiedig geb. Porlock beide in Heven. Bergmann Heinrich Christian Spratte und Emma Spratte beide in Vormholz. Eheschließungen: Branntweinbrenner Friedrich Wilhel.n Brennecke in Westherbede und Annu Eickermann in Stiepel. Kanzleigehülfe Friedrich Wilhelm Heinrich Wenner in Witten und Anua Köke in Heven. Bergmann Gustav Adolf Reckert in Westherbede und Laura Bleichert in Durchholz. Bergmann Georg Ludwig Dittmer und Annalie Grote beide in Westherde. S# Sterbefälle: Wilhelmine Meister. Juhre 5 Monate in Durchholz. Todtgeburt von der Ehefrau Fabrikarbeiter Hermann Schroer in Heven. Wilhelm Friedrich Wassermann 4 Monate in Heven. Elisabeih Finkensiep geb. Finkensiep 85 Jahre in Vormholz. Elisadeth Steveling geb. Schliuck 78 Jahre in Ostherbede. Verding. Die zur Unterhaltung der städtischen Schulgebäude im laufenden Jahre erforderliche Lieferung und Verlegung von 750 Quadratmeter Fußböden aus Pitch-pine soll vergeben werden. Lieferungsbedingungen liegen auf dem städt. Bau=Büreau zur Einsicht auf. Schriftliche Angebote sind bis zum 12. Mai ds. Vormittags 11½ Uhr, bei uns einzureichen. Witten, 25. April 1891. Der Magistrat: Dr. Haarmann. Bekanntmachung. Am Abend des 6. April ist einem Reisenden auf dem Wege vom Berg.=Märk. Bahnhofe nach Hotel Voß eine schwarzlederne Reisetasche, enthaltend einige Kleidungsstücke, verloren gegangen. Die Adresse des Verlierers ist bei der Polizei=Verwaltung zu erfragen. Witten, 19. April 1891. Die Polizei=Verwaltung. Bekanntmachung Donnerstag den 30 April, Vorm. 11 Uhr werde ich an der Behausung des Heinrich Lohmann, Pferdebachstraße Nr. 90 hier, die zum Nachlaß Lohmann gehörigen Mobilien als: mehrere Schränke, 1 Kommode, 2 Tische, 1 Kochheerd, 1 Parthie Küchengeschirre, 1 Sofa, 2“ Betten 2c. öffentlichmeistbietend gegen Barzahlung versteigern. Witten, 27. April 1891. Franzmann, Gerichts=Vollzieher. Stadtverordnetenversammlung. Oeffentliche Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag, den 30. April, Nachm. 5 Uhr, im Rathhaussaale. Tages=Ordnung: Nach Beendigung der gemeinschaftlichen Sitzung mit dem I. Genehmigung zur Auftellung des Grabdenkmals derer von Strünckede in einem Klassenzimmer der alten Mädschenschule. 2. Entlastung der Stadtkassenrechnung pro 1889/90. Ref. Rech1 3. Vorlage der Rechnungsabschlüsse der städtischen Gas= und Wasserwerke pro 1889/90. Genehmnigung der Etatsüberschreitungen Sesescece e ee 5. Anrechnung von Dienstjahren der Lehrer und Lehrerinnen 6. Bewilligung eines Wohnungsgeld=Zuschusses an die Lehrer und Lehrerinnen der Töchterschule. Ref. Spennemann. 7. Desgleichen an die Lehrer des Realgymnasiums. Ref. Der8. Desgleichen an die städt. Beamten. Ref. Derselbe. 9. Bewilligung einer Vergütung für den interim. Leiter des scd. Weigl, für den Leiter der Vorbidhzggeshzie, Beiz. Vertiche. 11. Bewilligung der Kosten zur Beschaffung eines TevisenionsApparatzs. Ref. Dr. Brickenstein.. 113 Schmmpreies 12. Bewilligung von M. 50 zur Stiftung eines Eyrenpreisen für die Geflügelausstellung. Ref. Schluck. 13. Bewilligung einer außerordentlichen Gehaltszulage an eine Lehrerin der Töchterschule. Ref. Marx.9— 14. Bewilligung von M. 50 zur Theitnahme eines Leyrers an den Obstbaukurses in Laasphe. Ref. Buchholz. 15. Bewilligung der Kosten zum provisorischen Ausbau der Wiesenstraße zwischen Poststraße und Lilienstr. Ref. Weißenfels. 16. Bewilligung der Kosten zur Pflasterung des Entwässerungsgrabens an der nördlichen Seite der Feldstraße. Ref. 17. Bewilligung der Kosten zum Um= und Neubau der Gasanos 18. Aptige von Fiüterbrunnen für das Wasserwerk, Reserent vvd) Der Stadtverordneten=Vorsitzende: Erdmann. Bildungs=Verein, Witten. Mittwoch, den 29. April, Abends 8¼ Haupt=Versammlung. Tages=Ordnung: 1 Jahresvericht des Vorstandes. 2. Bericht der Rechnungsprüfer. 3. Ergänzungswahl zum Vorstande.(Zu,wählen, sind: der 1. Vorsitzende, der 1. Schriftführer, 2 Bipnotyrruce, 1 Beisitzer und der Kassierer.).....2 Bereinsjahr 49000 4. Wahl der Rechnungspruser fur oas Vereinsjahr 1890/91.— Der Vorstand. Wormser Wohnungs=Veränderungen wollen die geehrten Abonnenten bei uns baldigst anmelden, damit in der Zustellung unserer Zeitung keine Unterbrechung eintritt.„„„*„7444 Die Exped. des Mari. Tageoluttes. Reine Wohnung befindet sich vom 30. April er. ab Eisenmarkt 4 Dr. Hansberg. Dortmund Specialarzt für Hals=, Nasenund Ohrenleiden. Hotel u. Pension ezurKönigsquelle. Eine Riesendame 500 Pfd. schwer, ist bis zum 5. Mai täglich zu sehen bei Wwe. Schneider, Hauptstraße 12. Gewerbeschule für Frauen und Töchter, Witten, Nordstr. 20(am Kriegerdenkmal). Am 1. u. 15. eines jeden Monats beginnen neue Curse in allen weibl. Handarbeiten. Prospekte gratis v. d. Vorst. L. Zorn. Ausbildungs=Institut f. Handarbeitslehrerinnen. ,000 M. baar, 30,000 M. u. s. w. Ziehg. 16. Juni.— 3 M. Stettiner Pferde-Loose Ziehg. am 12. Mai.— 1 M. Schneidemühler Pferde-Loose Ziehg. 3. Juni.— 1 M. Berliner Verein. Garde=, Landwehr. u. KriegerVerein, Witten. Protector: Se. Majestät Kaiser Wilhelm II. General-Appell am Sonntag, den 3. Mai, Nachmittags 5 Uhr, im gr. Saale des Herrn Borgmann. Tages=Ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder und Zahlung der Beiträge. Dr. med. volbeduing prakt. homöop. Arzt aus Düsseldorf, ist am Freitag, den 1. Mai in Witten a. d. Ruhr, im zum Adler, Ruhrstr., von Morgens 10 Uhr ab zu sprechen. Echt Holl. Java=Kaffee mit Zusatz, kräftig und reinschmeckend, garantirt, à Pfund 80 Pfg., Postpackete 9 Pfund Mk. 7.20 versendet zollfrei unter Nachnahme Altona bei Hamburg. Bekanntmachung. Hierdurch bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß für Aden Regierungsbezirk Arnsberg seitens der Tiefbau=BerufsGenossenschaft jetzt nur Herr Georg Zeidler in Köln a/Rh. gemäß den§§ 82—85 des Unfall=Versicherungs=Gesetzes vom 6. Juli 1884 als Beauftragter bestellt worden ist. Neben diesem angestellten Beauftragten fungiren aber auch fernerhin die Vertrauensmänner der Genossenschaft bezw. deren Stellvertreter als Beauftragte innerhalb der ihnen zugetheilten Bezirke. Witten, den 21. April 1891. Die Polizeiverwaltung. Dr. Haarmann. Möbelgeschäft von Franz Nuthen, (vormals Hustedt), Ardeystraße 31, empfiehlt sich dem hiesigen und auswärtigen Publikum zur Anfertigung jeder Art Wiöbel unter Garantie. Bei Verheirathung übernehme vollständige Möbel=Ausstattung. Gegen Baarzahlung 10% Rabatt. Berliner 2. Bericht des Vorstandes über Kunstausstellungs: Loose“s Vericht der Revisions=ComZiehg. 16. Juni.— 1 M.(mission. Weimar=Loose Ziehg. 13. Juni.— 1 M. Ostafrikan. Krankenhaus=Loose Ziehg. 1. Octbr.— 1 M. B. Koetzold& Co., Wit Kitten. 4. Ertheilung der Entlastung durch den Appell. 5. Ergänzungswahl des Vorstandes und Wahl der RevisionsCommission pro 1891/92. 6. Verschiedenes. Die Kameraden erscheinen in Vereinsmütze. Witten, den 28. April 1891. Der Vorstand. Die neuesten Muster in 0 □ massiv golbenen Trauringen,(gesetzuch gestempelt)# O schon von 4 Mi. an und höher bei 62 B. Bausberg, Witten,# ∆ Bahnhofstr. 43. 11. I Ruhrstr. FATETEN o Gold- u. Silberwaaren,„Größes, Lager in —.„(Glich Ammele) Neüheiten Billiger wie jede Konkurrenz. Wilh. Lynen, Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentl Kenntniß gebracht, daß die Ansordnung des Kgl. Landraths zu Bochum vom 25. d. Mts. bezügl. der Polizeistunde nur für die Landgemeinde des Kreises und nicht für die Stadt Witten Geltung haben soll. Witten, den 28. April 1891. Der Bürgermeister: Dr. Haarmann. HoLLAnoischen Gratulationskarten zum Geburts= u. Namenstag, zu Verlobungen, silbernen und goldenen Hochzeiten u. s. w. in großer Auswahl bei B. Koetzold& Co., Buch= u. Papier=Handlung, Witten. Hektographenmasse, beste Qualität, zu haben bei Koetzold& Co. Preisabschlag. Garantirt reine, täglich frische Naturbutter. à M. 9.50 Süßrahmbutter,„„ 10,50 Kokosnußbutter,„„ 6.50 versende in Kisten à ca. 10 Pfd. franko gegen Nachnahme. Prima geräuch, westf. Schinken per Pfund 90 Pfg. A. A. Ursell in Attendorn. Eine Erfindung für Arme und Reiche ist der seit 40 Jahren von J. G. Moaß in Bonn erfundene Bouner Kraftzucker, vermöge seiner Lieblichkeit und Billigkeit, besonders wegen seiner bis heute unübertroffenen sichern Wirksamkeit. Er ist das bewährteste Volks= und Linderungsmittel bei Verschleimung und Catarrhen des Kehlkopfes und der Luftröhre, Heiserkeit, reizendem Husten, bei Herz= und Lungenleiden, Masern, Rötheln, Scharlach, Keuchhusten 2c. Derselbe ist in Tafeln à 15 u. 30 Pf., sowie Kraftzucker=Bonbons in Pag. à 40 und 25 Pfg. zu haben bei Jos. Wigge, Witten. A. Bahrenberg, Herbede. NB. Nur dann ist man vor Täuschungen gesichert, wenn die Verpackung den Namen des Erfinders J. S. Maaß in Vonn trägt. Polizei-Verordnung. Auf Grund der§§ 6, 12 und 15 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850,(G. S. S. 265) sowie der§§ 137, 139 und 141 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883(G. S S. 195) wird, unter Vorbehalt der späteren Zustimmung des Provinzialrathes, für den Umfang der Provinz Westfalen verordnet, was folgt:„„ 86444 § 1. Wer sich unbefugt in der Nähe einer Betriebsstatte eines Bergwerkes oder auf den Zugangswegen zu einer solchen Betriebsstätte aufhält und der Aufforderung des Polizeibeamten oder Gendarmen, sich zu entfernen, keine Folge leistet, wird mit Geldstrafe bis zu 60 Mk., im Unvermögensfalle mit entsprechender Haft bestraft. § 2. Diese Verordnung tritt mit dem 28. April d. J. in Kraft. Münster, den 27. April 1891. Der Ober=Präsident der Provinz Westfalen. Studt. Polizer=Terr“ ung Auf Grund der§§ 6, 12 und 15 des Gesetzes über die Polizei=Verwaltung vom 11. März 1850(G. S. S. 265 ff.) Verbindung mit den§§ 137 und 139 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883(G. S. S. 195 ff.) verordne ich mit Zustimmung des Bezirksausschusses für den Umfang des diesseitigen Regierungsbezirkes, unter Aufhebung der Polizei=Verordnung vom 30. November 1889(A. Bl. S. 427) was folgt: § 1. Stoffe und Zubereitungen jeder Art, gleichviel, ob arzneilich wirksam oder nicht, a) deren Feilhalten und Verkauf nicht Jedermann freigegeben ist(Reichs=Verordnungen vom 27. Jan. 1890, Reichsgesetzblatt Seite 9 und folgende); b) deren Bestandtheile und quantitative Zusammensetzung nicht durch ihre Benennung oder Ankündigung erkennbar gemacht werden(Geheimmittel), dürsen als Heilmittel gegen Krankheiten oder Körperschäden der Menschen oder Thiere weder öffentlich angekündigt, noch angepriesen werden. § 2. Stoffe und Zubereitungen der im§ 1 unter gedachten Stoffe zu Heilzwecken dürfen für den Einzelverkauf weder feilgehalten, noch in demselben abgegeben werden. § 3. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen werden, sofern nicht nach den gesetzlichen Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 60 Mark, im Unvermögensfalle mit entsprechender Haftstrafe bestraft. Arnsberg, den 16. Januar 1891. Der Regierungs=Präsident. Winzer. 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