Ne. 36. Fernsprech=Nr. 46 für Witten, Donnerstag, den 12. Februar. Fernsprech=Nr. 18 für Hagen. 1861. sarde., u. KriegerWitten, tor: iser Wihelm II. btheilung. achtsfestlichkeiten nächste Gesangsonnerstag den Mit Rucksicht itig vorliegende ung werden die und ersucht, vollen. Februar 1891. er Obmann. ler Verein, dreer. 11. Februar, 8 Uhr, rag König über: Levy“. n und auch lich eingeladen. Vorstand. senwelt. ing für Coilette arbeiten. Preis viertele jährlich mr. 1.25 = 75 Nr. ber 2000 Abbiltte,— Wäsche,— Beilagen mit 250 Vorzeichnungen. Zn hhandlungen u. Oost9 Nr. 3845). Orobeico bei der Expedition ien I, Operngasse 3. ilt Klavierdie Exped. d. Bl. 8 erbeten. sei schöne wachHunde eben. in der Erped. id chen „ Orscheint tüglich mit Russrahme der SoymInsertienen werden die 7 gespoctene Petitzelle mit 10 Pf. berochnet. verbunden mit dem General-Anzeiger für Witten und Amgegend. Abennementäpres stodl der Oraliebeilage „Wärkisches Heim"): 1,80 Mark vierteljährlich, wonatlich 60 Pfg. bei Bestellung durch die Boten. Bei Abnahme auf der Post inel. Bestellgeld 2.20 Mr. 10 Pff.— eitung in den xemplaren. gschmied Schlosser tellung auf sofort ebr. Dörken, Gevelsberg. erlehrling stern gesucht. ). Schulte, ). Langendreer. ichergeselle ternde Beschäftihartmann, Brückstraße 4. 8 nädchen . Von wem sagt er auf sofort oder n ein gut emtädchen stav Verron, Brückstraße 21. gesucht. lagt die Exped. g von Co. in Witten. Risel& Co. agen. Verantwortlichkeit old in Witten. Das Marr'sche Urtheil über das sozialdemokratische Parteiprogramm, welches kürzlich bekannt geworden ist, ist von den sozialdemokratischen Zeitungen entweder gar nicht, oder nur theilweise veröffentlicht. Die schlagenden Worte Marx, daß nach seiner Ueberzeugung das ganze Programm ein durchaus verwerfliches, demoralisirendes und gar nicht ausführbares ist, hat kein einziges sozialdemokratisches Journal seinen Lesern verkündet. Die Sache ist in der That für die Führer der Sozialdemokratie äußerst fatal. Sie haben Marx von je den Vater des Sozialismus genannt, dessen Aussprüche als wahrheitsgemäß und bestimmend für ihre Partei hingestellt, und nun kommt von diesem selben Mann, ein schon vor Jahren gefälltes und bisher sorgfältig geheim gehaltenes Urtheil, das auf gut Deutsch sagt: Die ganzen Bestrebungen des sozialdemokratischen Parteiprogrammes sind noch schlimmer, als Schwindel. Karl Marx ist schon seit einigen Jahren todt, und das Urtheil, das ohne Zweifel echt ist, ist jetzt von dem ihm geistesverwandten Engels in London veröffentlicht. Warum jetzt erst? Ist auch hinter den Coulissen der Sozialdemokratie einmal etwas vorgegangen, was tief blicken läßt? Es ist das nicht bekannt, auch fraglich, ob es so bald bekannt werden wird. Dieser Punkt ist aber auch ganz gleichgiltig, die Hauptsache ist, daß der Mann, welcher von der deutschen Sozialdemokratie als ihre Autorität bezeichnet ist, schon vor Jahren gesagt hat, daß Alles, was die deutsche Sozialdemokratie laut ihrem Programm erstrebt, Unsinn ist. So ist wohl noch keiner einzigen Partei in ganz Europa mitgespielt worden, zu solchen geradezu vernichtenden Aussprüchen haben sich kaum die schärfsten Antisozialisten verstiegen, welche nicht selten sagten, die sozialdemokratischen Bestrebungen gehen von einem berechtigten Kern aus, wenn sie auch selbst nur Phantasieen sind. Das Marxsche Urtheil über das sozialistische Parteiprogramm wird die Sozialdemokratie noch nicht zerstören, aber es wird doch in weiten Kreisen zu der Frage Anlaß geben:„Wenn das, was in unserem Parteiprogramm steht, Unsinn ist, was hat denn dann eigentlich bei der ganzen Sache Sinn?“ Selbstverständlich entbehrt nicht Alles, was die Sozialdemokratie verlangt hat und verlangt, der Berechtigung, aber was von ihren Forderungen ausführbar ist, dafür sind schon Volksfreunde eingetretreten, bevor es überhaupt eine deutsche Sozialdemokratie gab. Nicht dic letztere hat die Welt klug gemacht, sondern sie hat erst von dem, was war und was ist, gelernt. Sie hat gut, von ihrem Standpunkte aus betrachtet, gelernt, das muß man sagen, aber sie war immer doch nur Schüler und sollte sich als Meister erst zeigen bei der Ausführung ihres ureigenen sozialistischen Programmes, welches die Welt auf neue Grundlagen stellen wollte. Herr Bebel und Herr Liebknecht, die ja doch etwas weiter sehen, als andere Abgeordnete ihrer Partei, erklärten stets, wenn es soweit ist, wird unser Programm schon ausgeführt werden können. Das wollte Niemand recht glauben, aber die beiden Herren hielten ihre Behauptungen ohne Widerspruch von ihrer Seite aufrecht und der Mangel dieses Widerspruchs genügte ihnen. Nun kommt das Marxsche Urtheil! Warum ist aber das sozialdemokratische Parteiprogramm wirklich ein demoralisirendes? Wir haben kommunistische Gemeindewesen gehabt, in denen es sehr ehrbar zuging, wir haben Staaten gehabt, in denen alle Bürger gleich sein sollten— in dem Mangel an Bedürfnissen, aber keines von diesen Gemeinwesen, keiner von diesen Staaten hat sich halten, obwohl ihre Einrichtungen die Förderung des Fleißes und der Einfachheit anstrebten. Wie soll nun ein Programm Sinn haben, Erfolg versprechen, in dem Jedem Müßiggang und Schwelgerei von vornherein in Aussicht gestellt wird? Das muß erst recht demoralisiren. Die Sozialdemokratie will die Gleichheit aller Bürger bis zum letzten Punkt auf dem i. Das ist unmöglich, weil Menschen keine Engel sind. Möglich ist hingegen die gleiche Berücksichtigung der Interessen und Rechte aller Bürger, gleiche Achtung aller Stände. Und dahin würden wir mit allseitigem guten Willen immer mehr und mehr kommen. undschau. * Zu den hervorstechendsten Charakterzügen der zeitgenössischen Entwickelung gehört unzweifelhaft die neuestens immer mehr und intensiver sich bemerkbar machende Ueberhandnahme revolutionärer Tendenzen bei den romanischen Völkern. Wenn man von Mittelund Südamerika absieht, wo die Revolte ja im Grunde genommen, den normalen Zustand der Dinge bildet, so finden wir in Europa kaum einen romanischen Staat, der nicht mehr oder minder ernste Fehden gegen die Tendenzen des gewaltsamen Umsturzes zu führen hätte. Portugal ist eben erst mit genauer Noth einem republikanischen Pronunciamento entgangen, aber Niemand vermag zu sagen, ob nicht schon morgen die Vorgänge von Oporto sich in zweiter vermehrter Auflage wiederholen; Spanien wird ebenfalls von revolutionären Fieberanfällen heimgesucht, zu denen die Umtriebe bei den jüngsten Korteswahlen einen höchst bequemen Deckmantel bieten; Italien hat den kraftvollen Steuermann verloren, der durch mehr als vier Jahre am Ruder des Staatsschiffes stand und dieses unbeirrt durch alle schlimmen Stellen eines klippenreichen Fahrwassers zu leiten wußte; der neue Konseilspräsident di Rudini wird erst zu beweisen haben, daß seinem unleugbar vorhandenen guten Willen, für Italien den hohen Rang festzuhalten, den es unter Crispi's Auspizien im Rathe der Mächte eingenommen, auch die entsprechende Kraft und Befähigung zur Seite steht. Einstweilen tappt die öffentliche Meinung hinsichtlich des italienischen Koulissenwechsels noch ziemlich im Dunkeln; der Umstand, daß an der Pariser Börse die Ernennung Rudini's, mit welcher die Möglichkeit einer Rückkehr Crispi's beseitigt erscheint, mit einer Hausse begrußt wurde, thut jedenfalls dar, daß der französische Chauvinismus seine durch Crispi auf ein Minimum herabgedrückten Hoffnungen wieder lustig anschwellen läßt.„Belgien ferner, soweit es wallonisch ist, macht von der allgemeinen Signatur der romanischen Völkerfamilie keine Ausnahme; die soziale Revolution in den Gruben und Fabriken geht Hand in Hand mit der militärischen Auflehnung in den Kasernen. Von allen romanischen Staaten ist es allein Frankreich, welches nach Außen hin noch am leidlichsten den guten Schein wahrt, aber nicht etwa, weil man dort des ewigen Revolutionmachens endlich müde geworden wäre— das Schicksal des Sardou'schen Bühnenstückes, die Dienstfertigkeit der Regierung vor der revolutionären Legende beweist vielmehr das Gegentheil— als weil man es dort den Interessen der Politik zur Zeit für dienlicher hält, selbst im Hintergrunde zu bleiben und mehr unter der Hand an der Unterminirung der herrschenden Ordnung mitzuarbeiten. Auf Frankreich blickt Jeder, der in den übrigen romanischen Staaten monarchischer Verfassung das Banner der Republik im Zeichen des gewaltsamen Umsturzes erhebt, und umgekehrt registrirt die französische Presse der herrschenden Parteirichtungen mit herzlichster Sympathie jede einzelne Kundgebung republikanischrevolutionärer Tendenz bei den stammverwandten Nationen als einen moralischen Erfolg für Frankreich selbst. So lange der Dreibund den Bestand des Friedens und der Verträge gewährleistet, mag dieser Zustand weniger bedenklich sein, er könnte es aber bei minder günstiger Sachlage unversehens bleiben. * Die sozialdemokratische Westfälische Freie Presse in Dortmund knüpft an die Thatsache, daß der Redaktionssekretär der Kaplan Dasbachschen Trierischen Landeszeitung, Herr Draun, den schon mehrfach erwähnten Wahlaufruf der sozialdemokratischen Partei in Trier verfaßt hat, folgende Bemerkungen: „Für unsere dortigen Parteigenossen ist der Umstand, daß sie zu der verlogensten Partei, die es überhaupt giebt, Beziehungen unterhalten haben, gewiß nicht ehrend, jedenfalls werden sich dieselben von den Ultramontanen haben verleiten lassen, in geschilderter Weise mit denselben Verbindungen anzuknüpfen, was den Schwarzen um so eher gelingen mußte, weil die sozialdemokratische Bewegung dort erst im Entstehen begriffen ist und infolgedessen noch manche Unklarheit, namentlich in taktischen Fragen, aufzuweisen haben mag. Der Vorgang beweist aber, daß dem Ultramontamsmus jedes Mittel recht ist, um die Herrschaft zu erlangen. Jedenfalls hatte man so gerechnet, daß durch eine Stärkung unserer Partei die Liberalen geschwächt, und daß bei einer Stichwahl unsere Genossen sich auf die Seite der Schwarzen schlagen würden. Diese Taktik hat man ultramontanerseits schon öfters, so auch im Jahre 1887 in Bochum, als unsere Partei dort zum ersten Male seit dem Erlaß des Soziolistengesetzes mit einem eigenen Kandidaten auf dem Plan erschien, befolgt. Jetzt kommen wir in Bochum ernstlich in Betracht und werden daselbst, indem die Nationalliberalen nach den neuesten Vorgängen wohl als abgethan angesehen werden dürfen, bei der nächsten Wahl mit den Ultramontanen um den Sitz ringen. Wenn wir nach Verlauf von 4 Jahren im Kreise Trier auch so weit sind, dann dürfte die ultramontane Partei die Quittung für ihre uns jetzt geleistete Unterstützung erhalten. Nach Ansicht der Ultramontanen, sind die Sozialdemokraten der„AntiChrist", und wenn man trotz dieser Meinung uns so hübsch im stillen unterstützt, indem man sogar unsere Flugblätter verfaßt, dann muß es ihnen mit dem Vorwurf, wir seien die Religionsfeinde die Antichristen, doch wohl nicht ganz ernst gemeint sein.“— * Die russische Regierung giebt sich den Anschein, als befürchte sie einen Aufstand in Finnland. Die Magistrate sämmtlicher Städte haben Befehl erhalten, für die Einquartirung der Truppen Sorge zu tragen. Diese Vorkehrungen sind jedoch überflüssig, denn die Finnländer werden sich hüten, ihre Lage durch Unbesonnenheiten zu verschlimmern. Die Lage Polens ist ihnen ein warnendes Beispiel. Auch Polen hatte eine Verfassung, aber durch den Aufstand von 1830 verwirkte es seine Rechte. Rußland hauste als Eroberer im Lande und hatte die Macht, den Unterworfenen Gesetze zu dictiren. Dus gleiche Schicksal würde Finnland erwarten, wenn es sich beifallen ließe, sich gegen den mächtigen Nachbar mit der Waffe in der Hand aufzulehnen. Alexander I. gab Finnland im Jahre 1809 seine jetzige Verfassung, und während der verflossenen acht Jahrzehnte haben die Finnländer niemals Ursache zu Unzufriedenheiten oder Streitigkeiten gegeben. Der Einwurf, der russischerseits erhoben wird, daß man ein Geschenk zu jeder Zeit auch zurücknehmen könne, daß folglich der Czar berechtigt sei, die finnische Verfassung aufzuheben, findet in Finnland kein Verständniß. Man behauptet von russischer Seite, daß die Verfassung Finnland's das Czarenreich schädige, aber man bleibt den Beweis schuldig. Der Tausch, den Rußland durch die Aufhebung der finnischen Verfassung machen würde, wäre ein sehr fragwürdiger. Aus ergebenen Unterhanen würden die Finnländer Unzufriedene werden. Weder der Czar noch das Reich würde dadurch einen Zuwachs an Macht erhalten, aber das Großfürstenthum Finnland erlitte einen schweren Schaden. Diese Wahrheit will man wie es scheint in Rußland nicht einsehen. * Das englische Board of Trade(Handelsamt), welches seinerzeit die Erhebung einer Enquete über die britischen Arbeitsverhältnisse sowohl in industriellen als landwirthschaftlichen Betrieben begonnen hatte, ist mit der Sammlung informatorischen Materials so weit gediehen, daß mit der Vorarbeitung der Zusammenstellung desselben begonnen werden kann. Die Regierung beabsichtigt, die wichtigsten Ergebnisse demnächst der Oeffentlichkeit zu übergeben; auch gilt die Einsetzung eines besonderen Komitees behufs Kontrolirung der wirthschaftlichen und sozialen Tagesfragen für nicht ausgeschlossen. * Die Versuche, welche man in Nordamerika mit dem Anbau von Jute, namentlich im unteren Missisippithale, gemacht hat, sind trotz der Unterstützung Seitens der Regierung der Vereinigten Staaten gescheitert. Deutscher Reichstag. 62. Sitzung vom 10. Februar. Am Bundesrathstische: von Bötticher, von Maltzahn. Eingegangen: Denkschrift betr. die Erleichterung der Formen der Veranlagung und Erhebung der Tabaksteuer. Das Haus tritt in die Tagesordnung ein. Abg. Höffel(Els.) weist auf einen Rückgang des Tabaksbaues in Elsaß=Lothringen hin, der eine Folge unzureichenden Schutzes gegen die ausländische Konkurrenz bei zu hoher Besteuerung des inländischen Tabaks sei. Der Tabaksimport steht im argen Mißverhältniß zu vem Verbrauch inländischen Tabaks. Diesem Zustand will eben der Antrag ein Ende machen. Den größten Vortheil würden die Tabaksbauer allerdings vom Monopol haben. Abg. Förster(Soz.) bestreitet dem Vorredner gegenüber, daß die kleinen Tabaksbauer beim Monopol besser fahren würden; die Monopolverwaltung würde ihnen vielmehr erst recht den Preis diktiren. Auch der gestellte Antrag kann diesen Leuten nichts nützen, denn er würde nur eine Verringerung des Tabaks=Konsums zur Folge haben und somit die Tabaksindustrie schädigen. Der Herabsetzung der Tabakssteuer steht nichts entgegen. aber es liegt kein Anlaß vor, den fremden Tabak zu vertheuern. Die Konsumenten hätten nur den Nachtheil davon. Abg. von Winterfeld(freikons.): Es handelt sich bei unserem Antrage doch wahrlich nicht um die Interessen des Großgrundbesitzes, sondern um die der kleinen Tabaksbauer, deren Wohlstand unter den heutigen Verhältnissen immer weiter zurückgeht. Wiederholt ist hier im Reichstag der Wille ansgesprochen, den kleinen Leuten zu helfen. Thuen Sie doch das nun und nehmen Sie den Antrag an. Staatssekretär von Maltzahn: Die hier geäußerten Wünsche bezüglich der Tabaksteuer sind auch unter den verbündeten Regierungen bereits erörtert, und dieselben sind der Ansicht gewesen, es bei dem Verhältniß lassen zu sollen. Das Nähere ergiebt sich aus der Denkschrift, welche dem Hohen Hause heute zugegangen. Was speziell den Rückgang des elsässischen Tabaksbaues betrifft, so hat derselbe andere Ursachen. Er ist auf die Geschmacksveränderung zurückzufähren, welche die Raucher veranlaßt hat, sich vom Pfeifenrauchen ab und dem Cigarrenrauchen zuzuwenden. In Folge dessen werden leichtere Tabake, als sie in Elsaß=Lothringen gebaut werden, bevorzugt. Nimmt das Hohe Haus aber den vorliegenden Antrag an, so werden die verbündeten Regierungen gern die Frage nochmals brüfen... eist auf.. Be cuma Abg. Scipio(natlib.) verweist uuf die Bedeutung des inländischen Tabaksbaues für den Export nach dem Auslande und empfiehlt im Hinblick darauf weitere Erleichterungen der heimischen Tabakssteuer. Das Monopol würde heute in Elsaß=Lothringen ganz anders wirken, als das französische Tabaksmonopol und die darauf gesetzten Erwartungen in keiner Weise erfüllen. Als das französische Monopol herrschte, wurden schwere Tabake gesucht, schon deshalb, weil das Schnupfen allgemein üblich war. Heute würde die Monopölverwaltung nur einen geringen Theil ihres Bedarfes in Elsaß=Lothringen selbst decken können und den Haupttheil von anders woher beziehen müssen. Für eine Ermäßigung der inländischen Steuer können wir unter solchen Umständen stimmen, nicht aber für eine Zollerhöhung auf ausländischen Abg. Tr. Barth(freis.): Der Antrag ist für uns unannehmbar, denn er muthet den Konsumenten zu, schlechtes Zeug zu rauchen und dafür theuer zu zahlen, Der Antrag trifft gerade den kleinen Mann, denn der Reiche kann ohne Schwierigkeiten auch den höheren Zoll für den besseren ausländischen Tabak zahlen. Außerdem würde dadurch auch die gesammte Tabakindustrie geDer Antrag wird darauf, soweit er eine Zollerhöhung fordert, abgelehnt.... 363 Bezüglich der im Antrage weiter geforderten Ermaßigung der Tabakssteuer wird eine Namens=Abstimmung erforderlich; es stimmen 96 Abgeordnete mit Ja, 57 mit Nein..... 1.5e L.s5Alßrähi. Das Haus ist somit nicht beschlußfuhig. Die Sitzung wird unterbrochen. Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr.(Fortsetzung der Berathung.)— Der Nachtragsetat betr. die Errichtung einer ständigen diplomatischen Vertretung in Luxemburg wird in 1. und 2. Lesung debattelos angenommen. Die zweite Berathung des Reichshaushaltes pro 1891/92 wird alsdann bei dem Etat der Zölle, Verbrauchssteuern und Aversen fortgesetzt. Abg. Dr. Hartmann wendet sich als Referent der Budgetkommission gegen eine Erhöhung des Ansatzes für die Zolleinnahmen. Es müsse doch daran festgehalten werden, daß nur das abgeschlossene, nicht aber das laufende Etatsjahr dem neuen Voranschlag zu Grunde gelegt werden könne. Abg. Brömel(freis.) weist darauf hin, daß die Verordnung wegen Ausdehnung von Bestimmungen des italienischen und spanischen Handelsbertrages auf Marokko dem Reichstage verspätet zugegangen ist, und bittet um Auskunft, ob mit den Staaten, welchen die Handelsverträge gekündigt sind, in neue Verhandlungen werde eingetreten werden. Staatssekretär v. Maltzahn: Die vom Vorredner erwähnte Verzögerung hat ihren Grund in den mit Marokko schwebenden Hanvelsvertragsverhandlungen. Die zweite Frage des Abg. Brömel kann ich zur Zeit noch nicht beantworten. Es kommen da weitere Punkte in Die Position„Zölle" wird mit 314647000 Mark geBei der Tabaksteuer(10555910 Mark) begründet Abg. Menzer(kons.) den von ihm gestellten Antrag: Der Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage möglichst noch in dieser Session eine Vorlage zu unterbreiten, wonach der Zollsatz für Tabakblätter, unbearbeitcte und Stengel von 85 Mark pro hundert Kilo auf 125 Mark zu erhöhen und die bestehende Tabakssteuer von 45 auf 24 Maik zu ermäßigen ist. Bei diesem Vorschlag, der die Interessen der Tabakindustrie fördert, wird man zugleich in keiner Weise behaupten können, daß die unteren Klassen der Bevölkerung dadurch belastet werden. Ich hoffe deshalb, die Forderung wird die Zustimmung einer großen Mehrheit des Reichstages, der damit recht bedenklichen Zuständen abhelfen würde, erhalten. Abgeordnetenhaus. 29. Sitzung vom 10. Februar. Eingegangen ist die neue Sekundärbahnvorlage(Gesetzentwurf betr. die Ausrüstung und Vervollständigung des preußischen Staatsbahnnetzes. Das Haus tritt in die dritte Berathung des Wildschadengesetzes ein. 8 er### In der Generaldebatte erklart der Abg. Frhr. v. d. Reck (kons.), daß er trotz mehrfacher Bedenken für die Vorlage stimmen werde.—.(pricht Eix Ci. BarAbg. Brandenburg(Ctr.) spricht fül die Vorlage. Die Abgg. v. Rauchhaupt(kons.), Strutz(freikons.) werden mit einem Theile ihrer politischen Freunde für die Vorlage stimmen, in der Hoffnung, daß die nöthigen Correkturen noch im Herrenhause vorgenommen werden dürften. Ein anderer Theil wird gegen die Vorlage stimmen. Abg. Conrad=Pleß(Ctr.) bittet den Landwirthschaftsminister, sich doch des Entwurfes im Herrenhause recht dringend anzunehmen. Das Gesetz könne viel Unzufriedenheit auf dem platten Lande beseitigen, wenn es zu Stande komme. Leider sehe es freilich so aus, als ob die Vorlage im Herrenhause scheitern werde. Damit ist die Generaldebatte geschlossen. Ju der Spezialdebatte wird ein zu§ 1 eingebrachter Antrag des Abg. v. Dobeneck(kons.), die Ersatzpflicht für von Rehen und Fasanen angerichteten Schaden zu beseitigen, abgelehnt, ebenso ein Antrag v. d. Reck(kons.), welcher die vom Besitzer selbst beschossenen Waldgrundstücke von der Ersatzberechtigung ausnehmen will. Der Rest der Vorlage wird unter Ablehnung aller Anträge unverändert nach den Beschlüssen der zweiten Lesung angenommen, mit Ausnahme des§ 8, welcher das Abschußrecht während der Schonzeit für Roth= und Dammwild bei großem Schaden zuläßt. Hier wird ein Antrag Herold(Centr.) angenommen, welcher das Abschußrecht auf alle in§ 1 genannten Wildarten, also auch auf Rehe und Fasanen, erweitert. Minister von Heyden erklärt, daß er zwar die Vorlage, wie sich jetzt dieselbe gestaltet, nicht in allen Einzelheiten vertreten könne, was sich ja schon aus den schwankenden Mehrheiten, mit welchen einzelne Bestimmungen angenommen sind, erklärt. Er werde aber seinen Einfluß aufbieten, daß aus den Berathungen beider Häuser ein brauchbares Gesetz zu Stande komme. Die ganze Vorlage wird hierauf in der GesammtEs folgt die Berathung des Antrages BachemMülheim(Centr.) auf Annahme eines Gesetzentwurses, wonoch in denjenigen Landestheilen, in welchen vus Gemeindewahlrecht von einem Klassensteuersatz gemacht wird, dies nicht von einem höheren Satz als dem der zweiten Stufe(6 Mark jährlich) abhängig gemacht (Centr.) befürwortet und begründet diesen Abg. von Eynern(national.) ist nicht gegen das Prinzip, wohl aber gegen den Inhalt und die Form des Kommission zu verweisen bittet. dem Gewicht, welches er vor weiterem Vorschreiten auf des Einvernehmens mit England legte, den Ve Boderte eing uer, gant geröißh nich bete Worte Sichenung des Eiuverrehgers mit Englandz,r. g. soste, wurde der Mionarch deunt brnng uug.., Schlutz glauben ziehen zu tönnen, daß der frupet. ginzler eeochucht gancht......„ Vhagzuchpotzen= 1 sich bereits mit der Absicht getragen habe, die Sphäre Dem Vernehmen nach durfte dem nogeorvgerenn. vax Minkung in Afrika soweit einzuschränken, wie es hause binnen Kurzem wegen Erbauung eines Domes in Berlin zugehen. Dem Vernchmen nuch eunen-.—.“. Vorlage Unserer Firkug i. ülligng Wii#guschranfen, wie er die bereits angekündigt. Ootunge heute der Fall ist, so hst dieser Schlußz doch ein sehr geEnuied Domeh u.... Wne wagter, und auch nicht gerechtfertigt durch den Umstand, Ein soeben dem Abgeordnetenhause zugegangrurt daß die Rede des heutigen Kanzlers diese Meinung zunwurf ber. Erweiternung bes Staupzgchst Her, Uista erichelnen ubt, Hes ghon hurischen Koreibondenten. Man könne doch nicht wünschen, daß Ler Lommunalsenern zahlen, über die Kommzgasterngeg anderer Leute beschließen. Dieser Zustand ronne sich aber aus dem Antrage Bachem nach der neuen SteuerMinister des Innern Herrfurth: Dem Prinzip des Antrages steht auch das Staatsministerium sympathisch gegenuber, eine bindende Erklärung Namens, der Regierung kann ich aber nicht abgeben, da eine Entschließung Sr. Majestät nicht vorliegt. Es liegen auch gewichtige formelle Bedenken gegen den Antrag vor, die noch genauer Abg. Bachem(Ctr.) erklärt, daß der Antrages ist, die Verschiebung der Wahlverhältnisse, welche nach dem neuen Steuergesetze droht, zu verhindern. Eine Berathung des Antrages durch den rheinischen Provinziallandtag halte ich nicht für erforderlich. Minister des Innern Herrfurth widerspricht dem Weinister des Innern Abg. Frhr. v. Zedlitz(freikonf.) und v. Rauchhaupt (kons.) erklären sich mit der Kommissionsberathung einverstanden. Letzterer bezweifelt, daß es gelingen werde, eine Form für den Antrag zu finden, der ven ausAbg. Richter(freis.) hält den Antrag für durchaus unzureichend; er erfüllt nicht einmal die Bedurfnisse der außer Acht. Der Einfluß der neuen Steuer53,800,000 M., insgesamt 145,537,000 M. liche Staats=Regierung wird ermächtigt, zur Deckung Staatsschuldverschreibungen von gleichem Betrage auszugeben. — Der„Reichsanzeiger" erklärt eine von verschiedenen Blättern gebrachte Nachricht von der Ermordung eines Deutschen, Namens Krüger, in Tunis, für unbegründet...... käicmr. Vartrst. — Der Sozialdemotrat Viereck, fruher Vertreter Münchens im Reichstage, hat eine Petition an den Reichstag geschickt, worin ein Verbot der Kochschen Lymphe wegen deren Gemeingefährlichkeit verlangt wird! Der Reichstag wird wohl darüber lachend zur Tagesordnung übergehen. — Namens des bergmännischen Rechtschutzvereins im Saargebiet hat dessen Vorsitzender, der bekannte Agitator Warken, eine Adresse an den Kaiser gerichtet, worin dem Monarchen der Dank der Arbeiter für die kaiserliche Fürsorge ausgesprochen wird. den Material für unerwiesen. Herr von Caprivi erklärt nicht, daß er bei seinem Amtsantritt die Verhandlungen in einer Lage gefunden habe, welche einen Abschluß des deutsch=englischen Vertrages vom 1. Juli 1890 geschäftlich geboten oder doch den Verzicht darauf schwierig gemacht hätte. Er macht hierbei die Mittheilung, er habe sich bei seinem Amtsantritt davon überzeugt, was für Vorgänge da seien und was für einen Standpunkt die Regierung eingenommen habe. Er sagt aber nicht, daß er sich durch Rücksprache mit seinem Vorgänger darüber vergewissert habe, und wir nehmen nach dem Wortlaut seiner Rede an, daß er seine Kenntniß über den damaligen Standpunkt der Regierung lediglich durch Einsicht der Akten gewonnen hat. Er würde sonst gewiß nicht nur fragmentarische Marginalbemerkungen seines Vorgängers angeführt, sondern sich auch auf den Inhalt der mundlichen oder schriftlichen Aeußerungen über den status quo bei Uebernahme des Amtes bezogen haben. Herr v. Caprivi rechtfertigt den Vertrag auch in der Hauptsache nicht als ein Zwangsergebniß der ubernommenen Geschäftslage, sondern als ein Abkommen, welcheZachsichgempggser Haße geleche auf das Zeommup Ergerung der Vertaltnise noch inwieweit bereits bessehende elekrische, Prlagen auf ösegte schätzt, wir werven zur Sccherung brg Terhältnisse ne lichem Grund und Boden gegen durch Neuanlagen zu befürchtende Störungen geschutzt werden können. Die Aus„chaht, sir werden zal Sigtrs2g ganz andere Bestimmungen treffen Abg. Pleß(Ctr.) spricht zu Gunsten der Vorl worauf dieselbe an die Einkommensteuer=Commission ber: Hierauf wird der Antrag Bülow=Wandsbeck(kons.) auf Annahme eines Gesetzes betr. die Giltigkeit der Jagdscheine im ganzen preutzischen Staatsgebiete in zweiter Lesung ohne wesentliche Debatte und mit einem Antrage Hansen(freikons.) angenommen, wonach eine Ausnahmebestimmung für den Kreis Großherzogthum Lauenburg Der hierauf zur Verathung kommende Antrag Riesch (freikons.) auf Annahme eines Gesetzentwurfs betr. die Uebertragung der Befugniß hessischer Städte zur Aufbringung der Kreisabgaben auf die Landgemeinden wird von den Antragsteller zurückgezogen, nachdem der Minister erklärt hatte, daß ein Bedurfniß für den Antrag nicht Sitzung: Mittwoch 11 Uhr: Zweite Lesung des Einkommensteuergesetzes. führung von Anschlüssen einzelner Grundstücke an bereits bestehende elektrische Anlagen wurde der Genehmigung der Ortspolizeibehörde nicht unterliegen, doch würde der###ben rechtzeitige Kenntniß von der Ausführung solcher Anschlüsse zu geben sein. Augenblicklich durfte diese Bestimmung auch für die Anbringung von Beleuchtungskörpern an der Außenseite von Gebäuden gelten. * Meiningen, 10. Febr. Die Ersatzwahl in dem zweiten Meiningen'schen Reichstags=Wahlkreis(Sonneberg=Saalfeld) an Stelle des bisherigen Reichstagsabgeordneten Dr. Witte ist auf den 19. Februar er. festgesetzt. dürfen vielmehr nach Veröffentlichungen von Interviewern aus dem vorigen Jahre annehmen, daß der frühere Kanzler ausdrücklich gesagt hat. er würde, wenn er noch im Amte gewesen wäre, zu dem Abschlusse über Sansibar nicht gerathen haben. Er legt, wie auch aus dem Inhalt seiner von seinem Nachfolger veröffentlichten vertraulichen Marginallen hervorgeht, hohen Werth auf die Uebereinstimmung mit England, generell sowohl als auch in Ostafrika, wir vermuthen aber, daß er an volle Gegenseitigkeit dieser Werthschätzung bei Lord Salisbury stets geglaubt hat, aber nicht an das Bedürfniß und noch weniger an die Nothwendigkeit. die Fortdauer der englischen Freundschaft durch das fragliche Abkommen zu sichern; er hatte an der Festigkeit dieser Freundschaft, so lange Salisbury im Amte ist, aus allgemeinen politischen Gründen überhaupt kelnen Zweifel.“ Vortugal. Lissabon, 9. Febr. Ein Telegramm aus Loanda von heute meldet, der Gouverneur habe eine Abtheilung von 100 Soldaten uuter Führung von 3 Offizieren, sowie 2 Mitrailleusen auf den Kanonenbooten„Zambesi" und „Cacongo" nach St. Thomas abgesandt. Die Mannschaften sollen erforderlichen Falles sich ausschiffen und ans Land gehen. Italien. * Der neue italienische Ministerpräsident Rudini hat Rundschreiben versandt in welchem er ein Rundschreiben bersandt, an welchem er erklärt, daß das Programm des neuen Kabinets in der Fortsetzung und in der Erhaltung der bisherigen Friedenspolitik bestehe, für welche das Land sich selbst bei den letzten Wahlen ausgesprochen habe, und in welcher das Kabinet eine Garantie für die Sicherheit Italiens und den Frieden Europa's erblicke. Das Kabinet werde bestrebt sein, die bestehenden Bande der Freundschaft mit allen Mächten enger zu knüpfen. Amerika. New=York, 9. Februar. Dem hiesigen Generalkonsul von Guatemala und Honduras, Bais, zugegangene Depeschen von Barillas und Bogram erklären die Gerüchte von revolutionären Bewegungen für unbegründet mit dem Hinzufügen, daß in Central=Amerika vollkommene Ruhe herrsche. Unter den bei den Coaks=Fabriken in dem Distrikt von Connelsville und in der Gegend der Pennsylvanischen Seen angestellten Arbeitern ist heute früh ein Streik ausgebrochen, welchem sich bereits gegen 10000 Arbeiter angeschlossen haben. New=York, 10. Februar. Wie dem Journal„World“ mitgetheilt wird, sind Vorberathungen im Gange, nach denen sämmtliche nord=westlichen Eisenbahnen noch vor Schluß dieses Jahres in eine einzige Verwaltung übergehen würden. In dieselbe sind einbezogen: die Northern=Pacific, die Canadian=Pacific, die Chicago=Burling= ton and Quincy, die Chicago=Milwaukee und St. Paul, die Chicago=Northwestern und Greatnorthern Eisenbahnen....... Same Gurt — Gestern sind bei Randalia in Jowa vrei Waggons eines mit Reisenden gefüllten Schnellzuges von einem hohen Damm hinunter gestürzt. Die Waggons geriethen in Brand und wurden fast gänzlich zerstört. Von den Passagieren wurde eine Anzahl verletzt, einige derselben schwer verwundet. Washington, 10. Febr. Der Deputirte für Kaliforin Geary hat dem Repräsentantenhaus einen GesetzFürst Bismarck und der deutschenglische Vertrag. Oesterreich-Ungarn. Wien, 9. Febr. Wie die„Polit. meldet, Deutsches Reich. Berlin, 10. Februar. Der Kaiser wohnte am Montag Abend der mit großem Beifall aufgenommenen ersten Darstellung von Wildenbruchs„Der neue Herr" im Berliner Schauspielhause bei. Der Dichter des Stückes, welches den Regierungsantritt des Großen Kurfürsten behandelt, erhielt den Rothen Adlerorten vierter Klasse. Am Dienstag Abend fand im Berliner große Fostnachtsbal ktout, Zim Donnerstag entspricht der ladungen ergangen waren. A Kaiser einer Einladung des französischen Berlin zur Tafel. — Waldersees Nachfolger als Chef des Generalstabs, Graf Schlieffen, hat seine Amtsgeschäfte ohne jede weitere Ceremonie übernommen. Seine Berufung ist übrigens mit auf den Rath des alten Moltke erfolgt. — In einzelnen Zeitungen wird mit geheimnißkrämerischen Worten angedeutet, daß Graf Waltersee wohl nicht lange auf seinem Posten als kommandirender General in Altena bleiben werde; es wird damit auf einen nochmaligen Kanzlerwechsel und darauf angespielt, daß Waldersee Caprivis Nachfolger werden könne. Demgegenüber genügt es auf den Wortlaut der kaiserlichen Orore an Waldersee hinzuweisen, worin gesagt ist, daß der Kaiser sotschafters in Unter dieser Ueberschrift bringen die Hamburger Nachrichten aus Anlaß der Rede des Reichskanzlers General von Caprivi in der Sitzung des Reichstages am 5. Februar, in welcher Herr von Caprivi erzählte, Bismarck habe im Oktober 1889 geäußert:„Die Erhaltung Lord Salisburys(im Amte) habe mehr Werth als ganz Witu", folgenden, dem Anscheine nach aus Friedrichsruh inspirirten Artikel: „Es kann sehr wohl kritische Situationen geben, in welchen der Satz, England sei für uns wichtiger als ganz Ostafrika, eine größere Tragweite in Anspruch nehmen kann, als die einer Randbemerkung, welche den Zive# oat, übertriebenen oder voreiligen Bestrebungen Schranken zu ziehen. Es kann auch umgekehrt Lagen geben, in welchen England ein ähnliches Bedürfniß empfinden könnte, die Freundschaft Deutschlands durch koloniale Zugeständnisse zu befestigen. Aber es ist notorisch, daß solche kritische Momente, solche Situationen, in welchen Deutschland etwa zwischen dem Bruche mit England oder dem Verzichte auf Kolonieen hätte wählen mussen, 1890 nicht Unsere Beziehungen zu England waren auch ohne Verzicht auf Sansibar und Witu so, wie sie längere Zeit hindurch hätte bleiben können. Nichts drängte derart zum Abschlusse und wir wissen von vereinbarten das jungruthenische und das polnische Wahlcomitee für Ostgalizien, sich im zweiten Wahlgange gegenseitig gegen russenfreundliche Gegenkandidaten zu unterstützen. Bern, 10. Februar. Der Bundesrath beschloß den Handelsvertrag mit Italien zu kündigen. Frankreich. * Die Anstifter der Militärkrawalle in Brüssel sind auf französischen Boden entkommen. Nach den bestehenden Verträgen ist die Auslieferung unmöglich. Belgien. * Eine große sozialistische Arbeiterdeputation ist vom Könige von Belgien in Brüssel empfangen worden und hat denselben gebeten, seinen Einfluß geltend zu machen, daß in Belgien das allgemeine gleiche Wahlrecht zur Einführung komme. Der König, welcher alle Arbeiter mit Handschlag begrüßt hatte, erwiderte, hierüber zu entscheiden sei Sache des Parlaments, sprach im Uebrigen aber den Arbeitern seine volle Sympathie aus. für einen Kriegsfall den General zum Höchstkommandirenden einer Armee ausersehen he Wenn General sie für erfunden hielten. Wenn verschiedene auch solche, die hier in Hamburg erscheinen, aus den citirten Randbemerkungen des Fürsten Bismarck und ar Mehrere Schiffe, welche heute auslaufen sollten, mußten ihre Abfahrt aufschieben. nien entwurf vorgelegt, betreffend die freie Prägung des in den Vereinigten Staaten erzeugten Silbers. Der Deputirte Willcox, Mitglied des Comités für Münzwesen, erklärte, der Bericht über den diesbezüglichen Gesetzentwurf des Senats werde dem Hause noch diese Woche vorgelegt werden. Montevideo, 10. Febr. Die drei chilenischen Kriegsschiffe„Lynch",„Pelcomayo" und„Condell" haben sich von den Aufständischen losgesagt und sind auf der hiesigen Rhede eingetrofen. Westfalen und L. Witten, 10. Februar.(Arbeitsverweigerung auf Zeche„Trappe“.) Am Montag sind von der Belegschaft eingefahren 23; es blieben aus 291. Ueber Tage arbeiteten 91; es blieben aus 9 Mann. 8 Witten, 10. Febr.(Schwindel=Annoncen.) In hiesigen und auch auswärtigen Blättern waren unlängst öfter nachfolgende Annoncen zu lesen: „Baar=Darlehen vermittelt rückzahlungsfähigen Personen diskret auf Accept oder Schuldschein zu mäßigen Zinsen in kleinen Raten rückzahlbar.— Anfragen mit 2 Retourmarken an die Agentur in Budapest, KarlsDaraufhin wandte sich ein hiesiger Beamter brieflich an die„Agentur", um zu hören, was der Wohlthäter in Budapest eigentlich für eine Offerte machen würde. Bal darauf traf nachfolgendes Schreiben hier ein: Budapest, 31. Januar 1891. Das hiesige Agenturund Commissionsgeschäft des Joseph Gelb, Karlsring Nr. 13 wurde polizeilich in Beschlag genommen und der Inhaber in Untersuchungshaft versetzt, da gegen den Genannten eine mehrseitige Betrugsanzeige erstattet wurde; so wurde ich von Seiten des hierortigen kgl. Strafgerichtshofes sub Z. 1373/891 betraut, die inzwischen einlaufende Corcespondenz resp. Werthsachen bis zur weiteren Verfügung des Gerichtshofes— zu verwalten.— Indem ich Sie von diesem Umstande hiermit verständige, theile ich Ihnen zugleich mit, daß Joseph Gelb bei Weitem nicht in der Lage war, zweite Gesicht. Roman von Hugh Conway.(J. F. Fargus.) Ausschließlich ermächtigte deutsche Bearbeitung von 4) Ludwig Wechsler. Nachdruck verboten. „Sie sind wirklich lächerlich, Barriston“, entgegnete ich.„Mancher Mensch sieht, was ein anderer nicht sieht; oder sieht weiter als ein anderer, weil er bessere Augen hat. Freilich einbilden können Sie sich immer was. Ihr Auge— und Sie haben ein sehr schönes Auge, das muß Ihnen der Neid lassen— besteht aus gewissen, bestimmten Stoffen, die wir unter der Bezeichnung Linse, Augapfel 2c. kennen und mit deren Hilfe...“ „Ja, ja,“ unterbrach mich Barriston,„ich weiß sehr wohl, was Sie sagen wolleu. Sie als Marn der Wissenschaft betrachten und erklären Alles für lächerlich, was sich nicht damit verträgt, was Sie Naturgesetze zu nennen betieben. Betrachten Sie aber nur jene Erzählungen und Begebenheiten, in welchen irgend eine unerklärliche, eine sogenannte wunderbare Gewalt sich geltend macht! Unter tausend Fällen werden Sie neunhundertneunundneunzig für lächerlich erklären, als unmöglich darstellen, der tausendste aber wird zweifellos derartig beschaffen sein, daß Sie ihm absolut nichts anhaben können. Und die Möglichkeit dieses einen Falles beweist, daß auch die übrigen möglich sind.“ „Oh durchaus nicht; doch streiten wir nicht weiter darüber,“ sagte ich, belustigt durch die Widersinnigkeit des jungen Mannes. Sie und Ihre Herren Berufsgenossea,“ fuhr er mit seiner Lachen erregenden Ueberlegenheit fort, welche den Laien eigenthümlich zu sein pflegt, wenn sie gesund sind; „Sie und Ihre Berufsgenossen reihen gar viele Erscheinungen den krankhaften Phantasiegebilden an.“ „Gewiß, da dies sekr bequem ist.“ „Ihr beschäftigt Euch blos mit dem Körper; doch eine Erklärung wißt Ihr nicht dafür, daß der mit Kataleptik Behaftete das Ticken einer Taschenuhr zu hören vermeint, die man seiner Fußsohle nahebringt.“ „Wir wissen es in der That nicht, doch weiß es auch kein anderer. Dagegen dürfte Ihnen die Erklärung möglicherweise von Nutzen sein, daß die Kataleptik, so wie Sie dieselbe beschreiben, einc uns unbekannte Krankheit ist und thatsächlich gar nicht existirt.“ Hierauf wußte Barriston keine Antwort. „Was wollten Sie aber eigentlich beweisen?" fragte ich ihn.„Was sahen Sie denn schon in Ihren wachen Träumen?“ „Gar nichts und ich wünsche nichts sehnlicher, als daß ich auch niemals etwas sehen möge.“ Barriston schien gewillt, diesen Gegenstand fallen zu lassen, doch gab ich nicht nach. Ich wollte über seinen Seelenzustand in's Reine kommen. In seinen Antworten, die er auf meine peinlichen Fragen gab, verrieth er indessen einen Aberglauben, der mir im Gegensatze zu den hohen Geistesgaben, über die er verfügte, absolut lächerlich erschien, so daß ich schließlich eher geneigt war, über ihn zu lachen, als mit ihm zu debattiren. Dessenungeachtet fand ich kein Vergnügen an dem Gespräch, seine absonderliche Beweisführung und Leichtgläubigkeit erweckten den Gedanken in mir, daß in seinem Gehirnorganismus ein Fehler sein müsse, welcher früher oder später mit Geistesverwirrung enden würde. Der Gedanke betrübte mich, da mir Barriston trotz all' dieser Absonderlichkeiten als der angenehmste Mensch erschien, mit welchem ich jemals zusammengetroffen. Seine liebenswürdige Natur, sein einnehmendes Aeußere und gewinnendes Benehmen hatten mir den jungen Mann so lieb und werth gemacht, daß ich den Entschluß faßte, während der Dauer unseres Beisammenseins Alles aufzubieten, um ihm diese Widersinnigkeiten aus dem Kopfe zu schlagen. Doch waren all' meine Anstrengungen fruchtlos. Ich behielt ihn fest im Auge und gab nicht zu, daß er sich dieser geheimnißvollen Träumerei hingebe; doch hatte der absonderliche Glaube, daß er eine merkwürdige übermenschliche Fähigkeit besitze oder besitzen könnte, viel zu tief Wurzel in ihm gefaßt, als daß ich ihm denselben zu nehmen vermocht hätte. Jeden anderen Gegenstand konnte man ernsthaft mit ihm diskutiren und erwies er sich überzeugenden Gründen als leicht zugänglich. In diesem einen Punkt aber war er unerschütterlich. Wenn er meine gegen seine Einbildungen gerichteteten Angriffe überhaupt seiner Aufmerksamkeit würdigte, gab er mir höchstens zur Antwort: „Ihr Aerzte, so vertraut Ihr auch mit den Krankheitserscheinungen des Körpers sein mözet, versteht von der Seele ebensowenig, wie vor dreitausend Jahren.“ Als nun die Zeit gekommen war, da ich meine Malgeräthschaften zusammenpackte, um zu meiner Frohnarbeit zurückzukehren, schied ich mit größtem Bedauern von Barriston. Wir gelobten es feierlich, im nächsten Jahre wieder zusammenzukommen. Ich kehrte sodann nach London zurück und während der nächsten Monate erhielt ich häufig Nachrichten von meinem neuen Freunde, ohne aber ihn selbst zu Gesichte zu bekommen. III. Im Frühling des Jahres 1865 reiste ich nach Bournemouth, um zum letzten Male einen Freund zu sehen, der an der Auszehrung litt und dem Tode nahe war. Während des größten Theiles der Reise war ein elegant gekleideter Mann im Alter von etwa vierzig Jahren mein Fahrgenosse. Wir befanden uns allein im Coupee und nachdem wir uns einander gegrüßt und die mitgebrachten Zeitungen umgetauscht hatten, entspann sich allmählich ein Gespräch zwischen uns. Mein Reisegefährte schien ein sehr unterrichteter Mann und mit den Tagesfragen wohl vertraut zu sein. Er sprach fließend und leicht über verschiedene Gegenstände und nach seiner Unterhaltung zu schließen, bewegte er sich in den besseren Gesellschaftskreisen. Obschon ich mir sagte, daß sein Gesicht die Spuren einer ausschweifenden Lebensweise zeige, war er nicht von abstoßendem Aeußeren. Die auffallend dünnen Lippen, sowie der Umstand, daß seine Augen näher zu einander standen, als wir dies mit den gewöhnlichen Schönheitsbegriffen für vereinbar halten, machten sein Gesicht nicht geradezu sympathischer. Bei derartigen flüchtigen Bekanntschaften haben derlei Kleinigkeiten keine Bedeutung. Ich meinerseits aber würde einen Menschen, bei dem diese charakterisirende Zeichen anzutreffen sind, niemals ohne ernstes Erproben und genaueres Studium zu meinem Freunde machen. Ihnen irgend weld überhaupt warne ie ähnlichen Annoncen= Achtungsvo Das Publikum möge si# solchen Annoncen hüter sind, die bekanntlich„ni ! Witten, 11. Febi vom Montag zum 2 angetrunkene Burschen Keilerei, bei welcher au wurde. Drei der Stre ! W i t t e n, 1 1. J „Kameruner“ stolzirte regte durch seinen vom Gar bald war ihm al brachte ihn im Hotel „Paß" hatte. Zu dem weniger als 22 Pfund Sachen, als Linnen, T Hattingen, 8. Fel Vernehmen nach wird der Stelle das Protec thalbahn Herdecke=Sit Der Grund für diesee liegen, um von den grHerdecke aus eine besser der sich stetig hebenden Revier und bei dem dürfte feiner der Ausb ja nothwendig erscheine Gelsenkirchen, 10 Essen) hat, um den nen, acht schwere Güt Betriebsämtern rcquiri diesen Maschinen befü Braunschweig. Bocholt, 8. Febru Auf hiesiger Eisenbahn mit baumwollenen Waggon in Brand. Di Oeffnung der Wagen machte große Schwie 1000 Mark geschätzt. Metelen, 8. Febr. eines hiesigen Kötters Handwerksburschen, u Strolche sehr zudringl von dem Kötter abge dann den rothen Hahn allgemein angenommer gange der Vagabunder Grund nieder. Bei der welchem erst kürzlich d ben, nicht ungefährlich Unglück noch voll zu 1 und das Haus nur un Barmen, 9. Febi schreibt der Präses Herr Pastor Kirschstei von beiden Provinzi mission für den Entw Rheinland und Westf sistorialrath Natorp is daß das Gesangbuch: was ihr auch unzweif der definitiven Feststel es noch der Genehm Drucklegung und endl tation jeder einzelnen sangbuches bedarf, so der Konfirmation des lich halten, sondern m Ostern 1893 wird erft * Barmen, 10. Messeraffagge) st Uhr an der Alleestre der Gerberstraße, hatt einigen Freunden ein laubt und gingen in Alleestraße, um dort dem Wirthslokal wur als Raufbolde bekann welche bei Geyer im anlassung angefallen, boten hatte, später in Gasse hineingezogen letzt. Der Barbier Ni Kopf erhalten, zwei d gedrungen. Sein Bru mehrere gefährliche M zu dem in der Nähe Zu jener Zeit beschäftigte sich die öffentliche Meinung in England mit größtem Interesse mit einem Testamentsprozeß, der gerade damals zur Verhandlung kommen sollte. Es handelte sich um bedeutende Summen, deren Erbrecht von der Feststellung der Thatsache abhing, ob der Testator irrsinnig oder im Besitze seiner Geisteskräfte war. Ich glaube, daß mein Reisegefährte aus einigen Bemerkungen, die ich machte, seinen Schluß zog, daß ich Arzt sei. Er richtete nun zahlreiche fachmännische Fragen an mich und ich berichtete ihm über mehrere Fälle, die in Verbindung mit Geisteskrankheit in meiner Praxis vorgekommen waren. Der Gegenstand schien ihn ungemein zu interessiren. „Zuweilen ist es wohl auch schwierig für den Arzt zu bestimmen, wo die gesunde Vernunft ein Ende nimmt und wo der Wahnsinn anfängt?“ fragte er. „So ist's. Die Grenzlinie ist mitunter überaus schwer festzustellen. Um in solchen zweifelhaften Fällen ein Urtheil sagen zu können, mit welchem ich selbst zufrieden, müßte ich den Kranken schon seit jener Zeit gekannt haben, da er noch bei vollen Geisteskräften war." „Um sich über den Unterschied klar zu werden, wie?“ „Ja, und um seine natürliche Inklination ermessen zu können. So habe ich zum Beispiel einen Freund. Als ich ihn zum letzten Male sah, war er vollkommen gesund; doch würde ich nicht zu behaupten wagen, daß er seither nicht schon einen großen Schritt zur Geisteszerrüttung gethan habe.“ Und indem ich Zeit, Ort und Name sorgfältig verschwieg, schilderte ich den eigenthümlichen Seelenzustand meines Freundes Barriston. Mein intelligenter Reisegefährte hörte meinen Ausführungen mit größter Aufmerksamkeit zu. „Und Sie prophezeien ihm, daß er verrückt wird?“ fragte er. „Durchaus nicht. Wenn nicht irgend ein unvorhergesehener Umstand eintritt, wird er voraussichtlich mit so gesunden Sinnen leben und sterben, wie Sie oder ich.“ (Fortsetzung folgt.) der der ihnen seine Hü Nielen mußte, weil er Wohnung des Arztes Thäter wurden gegen verhaftet und wurden bei dem dritten ein? Velbert, 9. Fel von hier verschwunde berichtet worden, in woch in London von den. Größere Sum mehr gefunden. Die selben bei sich hatten, nicht verhaftet. Die wie mitgetheilt wurd Elberfeld eingeleitet. Solingen, Die Ackerwirthe von vereinigt, um eine führen und dem Unn rung unverfälschter zu steuern; ferner ir lassen, gute Kraftfutt und den Vereinsmitg Milch ist von dem 2 Liter erhöht worden. unobnubsnerammte Mittwoch, den 18 Nachmittags werde ich im Auftra Ludwig Brocke in de Herbede, 2 Bettstellen mit Kommoden, 2 Oefe schrank, Tische, Sti karre, 1 Fleischbott Küchengeräthe bis 2 Mark gegen gegen Credit verkau Blau Zebeschm dund gelah ist die preisgekrönte in nene Sahr erschienene Schrift der Dr. Müller über Freionsendung under“ 1 Mark in Briefm: Loanda von btheilung von eren, Jowie 2 ambeig und Die Mannsschiffen und it Rudini hat erklärt, daß r Fortsetzung denspolitik beei den letzten das Kabinet d den Frieden rebt sein, die illen Mächten Generalkonsul segangene Dedie Gerüchte ündet mit dem ommene Ruhe dem Distrikt ennsylvanischen in Streik aus0000 Arbeiter urnal„World“ Gange, nach ien noch vor waltung überzen: die Noricago=Burlingund St. Paul, rihern Eisendrei Waggons es von einem gons geriethen kört. Von den inige derselben te für Kaliforeinen Gesetzung des in den Der Deputirte wesen, erklärte, setzentwurf des Loche vorgelegt mischen Kriegsell" haben sich auf der hiesigen and. sperweigeMontag sind lieben aus 291. 9 Mann. = Annoncen.) waren unlängst nasfähigen Verzein zu mäßigen Anfragen mit udapest, Karlster brieflich an Wohlthäter in n würde. Bald ein: hiesige AgenturGelb, Karlsring genommen und rsetzt, da gegen sanzeige erstattet 3 hierortigen kgl. betraut, die inesp. Werthsachen sichtshofes— zu diesem Umstande jugleich mit, daß der Lage war, ntliche Meinung nem Testamentsindlung kommen Summen, deren hatsache abhing, e seiner Geisteser. e S S aus einigen Bezog, daß ich Arzt tische Fragen an 2re Fälle, die in er Praxis vorgezu interessiren. für den Arzt zu ein Ende nimmt r überaus schwer Fällen ein Urselbst zufrieden, ner Zeit gekannt ten war." u werden, wie?" ation ermessen zu nen Freund. Als „llkommen gesund; n, daß er seither Geisteszerrüttung Ihnen irgend welches Darlehen zu verschaffen, und überhaupt warne ich Sie in Ihrem Interesse vor ähnlichen, Annongen„Schwindeleien, Achtungsvon Ernzt Gxezlö, Advokat. Das Publikum möge sich im eigentsten Interesse doch vor solchen Annoncen hüten, welche nur auf Die berechnet sind, die bekanntlich„nicht alle werden.“ ! Witten, 11. Febr.(Schlägerei.) In der Nach! vom Montag zum Dienstag inscenirten halbwüchsige, angetrunkene Burschen in der Poststraße eine solenne Keilerei, bei welcher auf beiden Seiten derbe eingehauen wurde. Drei der Streithähne wurden abgefaßt. ! Witten, 11. Febr.(Verhaftung.) Ein stolzirte gestern über die Straßen und erregte durch seinen vompösen Anzug einen großen Auflauf. Gar bald war ihm aber die Polizei auf der Ferse und brachte ihn im Hotel Mertens unter, weil er keinen „Paß" hatte. Zu dem Costüm hatte der„Afrikaner" nicht weniger als 22 Pfund Stroh verwandt, ohne die andern Sachen, als Linnen, Tücher usw. Hattingen, 8. Febr.(Zweites Geleise.) Vernehmen nach wird gegenwärtig ernstlich an maßgebender Stelle das Project erwogen, auf der unteren Ruhrthalbahn Herdecke=Steele das zweite Geleise anzulegen. Der Grund für diese eventuelle Maßnahme dürfte darin liegen, um von den großen Sammelbahnhöfen Hagen und Herdecke aus eine bessere Verbindung zu bekommen. Wegen der sich stetig hebenden Kohlenförderung im Sprockhöveler Revier und bei dem dadurch steigenden Kohlenversandt dürfte feiner der Ausbau der Bahnstrecke wünschenswerth ja nothwendig erscheinen. Gelsenkirchen, 10. Febr.(Das Betriebsamt Essen) hat. um den starken Betrieb bewältigen zu können, acht schwere Güterzugs=Lokomotiven aus anderen Betriebsämtern rcquirirt und in Wanne stationirt. Unter diesen Maschinen befinden sich laut D. Z. auch 4 aus Braunschweig. Bocholt, 8. Februar.(Brennender Wagen.) ** Solingen, 9. Februar.(Bei dem Abbruch) der kleinen evang. Kirche wurden an der Stelle, wo der Thurm stand, eine inwendig noch ziemlich gut erhaltene Bibel, eine Anzahl bergischer Landesmünzen sowie eine Metallplatte gefunden. Die Metallplatte trägt eine lateinische Inschrift, welche besagt, daß die Wiederaufrichtung und Erweiterung der Kirche am 21. März 1781 in Angriff genommen wurde. * Essen, 10. Februar.(Schadenfeuer.) In der vergangenen Nacht wurden die Feuerwehren zu ernster Thätigkeit gerufen. In einem Ladenlokal, Flachsmarkt Nr. 2, war Feuer ausgebrochen, welches mit furchtbarer Gewalt um sich griff, so daß bald die Treppe und das ganze Haus von den Flammen erfaßt war. An ein Retten ber Haushaltungsgegenstände war nicht zu denken und die Bewohner der oberen Stockwerke, darunter mehrere taubstumme Kinder, mußten sich theils durch einen Sprung aus den Fenstern retten, theils an Seilen herabgelassen werden. Ein taubstummer Knabe hat dabei einen Beinbruch erlitten. Himmelan loderte die Flamme und die Lage war um so bedenklicher, als auch das in nächster Dem Nähe befindliche Dach der Marktkirche gefährdet erschien. Ein Glück war es, daß während des Brandes Windstille mit baumwollenen Geweben beladener geschlossener Waggon in Brand. Die Löschung des Feuers, welches bei Oeffnung der Wagenthüren noch mehr um sich griff. machte große Schwierigkeiten. Der Schaden wird auf 1000 Mark geschätzt. Metelen, 8. Febr.(Brandstiftung.) In das Haus eines hiesigen Kötters kamen vor einigen Tagen zwei Handwerksburschen, um in Almosen bettelnd. Da die Strolche sehr zudringlich und frech auftraten, wurden sie von dem Kötter abgewiesen, und aus Rache setzten sie dann den rothen Hahn aufs Dach. So wird wenigstens allgemein angenommen; denn kurze Zeit nach dem gange der Vagabunden brannte das Haus bis auf den Grund nieder. Bei den Rettungsarbeiten erlitt der Bauer, welchem erst kürzlich drei Kinder an der Diphteritis starben, nicht ungefährliche Verletzungen am Bein. Um das Unglück noch voll zu machen, waren die Möbel gar nicht und das Haus nur ungenügend versichert. Barmen, 9. Februar.(Zur Gesangbuchfrage) schreibt der Präses der Rheinischen Provinzialsynode, Herr Pastor Kirschstein, der Westdeutschen Zeitung:„Die von beiden Provinzialsynoden ernannte Revisionskommission für den Entwurf eines Provizialgesangbuches für Rheinland und Westfalen, deren Vorsitzende der Konsistorialrath Natorp ist, arbeitet mit allem Eifer daran, daß das Gesangbuch noch in diesem Jahre fertig werde, was ihr auch unzweifelhaft gelingen wird. Da aber nach der definitiven Feststellung des Textes und der Melodieen es noch der Genehmigung der höheren Behörden, der Drucklegung und endlich des Beschlusses der Repräsentation jeder einzelnen Gemeinde zur Einführung des Gesangbuches bedarf, so kann ich dieselbe zum Ostertermin der Konfirmation des Jahres 1892 nicht für wahrscheinlich halten, sondern muß annehmen, daß dieselbe erst zu Ostern 1893 wird erfolgen können.“ * Barmen, 10. Februar.(Eine entsetzliche Messeraffaire) svielte sich gestern Abend gegen 11 Uhr an der Alleestraße ab. Die Gebrüder Nielen aus der Gerberstraße, hatten sich mit ihren Frauen und noch einigen Freunden einen unschuldigen Fastnachtsscherz erlaubt und gingen in die Wirthschaft von Geyer an der Alleestraße, um dort noch ein Glas Bier zu trinken. In Ein Glüc war gs, daß wählend des Briinhes Winbstille herrschte. Die Feuerwehren hatten einen harten Stand und es bedurfte der größten Anstrengungen, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken, da den in den unteren Räumen befindlichen, geplatzten Gasleitungsröhren das brennende Gas fortwährend entströmte. Mächtige Wassermassen mußten auf das vollständig ausgebrannte Haus geworfen werden, um eine Ausdehnung des Feuers zu verhindern. Die wackeren Feuerwehrleute— die Krupp'sche Wehr war in zwei Zügen erschienen— haben unter Nichtbeachtung jeglicher Gefahr mit Aufwendung aller Kraft gearbeitet. Die dem brennenden Hause entströmende Hitze war so stark, daß an dem Hohlmann'schen Hause mehrere Fensterscheiben zersprangen. Auch das an der nordöstlichen Seite der Marktkirche befindliche große bunte Fenster ist zertrümmert. Leider sollen die Hausbewohner nichts versichert haben. Düsseldorf, 9. Febr.(Das Costümfest) des Malkastens am Samstag Abend war sehr zahlreich besucht. Die nach der Idee G. von Bachmanns ausgeführte, von Professor Bauer in Szenc gesetzte Veranstaltung hatte das Pharaonenland in die Tonhalle gezaubert, welches mit einer Riesensphinx, einer Pyramide. Oasenlager, Wüstenzuge und einer Reisekarawane von Deutschen und Engländern vor den Blicken der Zuschauer erschien. Die originelle, malerische Darbietung reihte sich würdig denjenigen der Vorjahre an. &am Düsseldorf, 10. Februar.(Fastnachtsblüthe.) Ein Arbeiter, der einem Freunde zu Arbeit verhelfen wollte, begab sich zu dessen Wohnung, um mit ihm darüber zu sprechen. Was fand er? Die ganze Wohnung Coblenz, 9. Febr.(Schiffbrücke.) Nachdem die Eisgefahr soweit beseitigt, hat man heute mit dem Aufschlagen der holl. Dampfschiffs=Landebrücke, sowie mit dem Auffahren der Landjoche der Schiffbrücke begonnen. war leergeräumt; eine leere Cementtonne diente als Tisch und zwei Kistchen als Stühle, während Mann und Frau eifrig bemüht waren, ihren Carnevals=Anzug in Stand zu setzen.— Ein weiterer Commentar dürfte zu diesem Sittenbüde überflüssig erscheinen.. Mag.)# 0 Düsseldorf, 10. Februar.(Neue Mode.) Der diesjährige Karneval hat auch hier verschiedene Neuheiten gezüchtet. Im Restaurant„zum rothen Hause“ in der Josephinenstraße mußten während der Fastnachtstage die Gläser mitbezahlt werden. Nahmen z. B. vier Personen eine Flasche Sekt, so mußten für 4 Gläser à 75 Pfg., 3 Mk. mithinterlegt werden; blieben die Gläser ganz, so konnte man demnächst das Depositum zurückerhalten. Die rührende Vorsicht des Hotelbesitzers fstr sein GläserInventar verdient alle Anerkennung und dürfte wohl einzig dastehen. * Crefeld, 9. Februar.(Unglückstage) scheinen diesmal, wie die„Cref. Ztg.“ schreibt, die Carnevalstage für Crefeld zu sein. Gestern Nachmittag entgleiste zwischen Hüllbusch und Schnitzler der von Hüls kommende Zug der Localbahn. Die Locomotive fiel auf die Seite und der erste Wagen wurde erheblich beschädigt. Von den Mitfahrenden ist Niemand verletzt. Der Heizer rettete sich nur durch einen Sprung aus seiner gefährlichen Lage. Vor 2 Jahren am 11. Februar hat sich an derselben Stelle ein ähnliches Unglück ereignet, wobei der Locomotivführer, Vater von 5 Kindern, getödtet wurde.— Gestern Abend um ½12 Uhr gerieth der Hülfsweichensteller Johann Fenten, Vater von 2 Kindern, so unglücklich unter den dem Wirthslokal wurden sie von den ebenfalls anwesenden, l letzten von hier nach Köln fahrenden Zug, daß ihm beide als Raufbolde bekannten drei Gebrüdern Sattler Rendel, Beine abgefahren wurden. Aerztliche Hülfe war sofort welche bei Geyer im Hinterhause wohnen, ohne jede Ver= zur Stelle. Der Verunglückte war noch vollständig bei anlassung angefallen, und als der Wirth Feierabend ge= Bewußtsein, als er zum Krankenhause geschafft wurde. ne sorgfältig verhen Seelenzustand itelligenter Reisemit größter Aufboten hatte, später in die nach dem Hinterhause führende Auch heute Morgen befand sich derselbe noch verhältnißund schrecklich durch Messerstiche ver= mäßig wohl.— Heute Morgen ist der Dammwärter Gasse hineingezogen und schrecklich durch Messerstiche verletzt. Der Barbier Nielen hat mehrere tiefe Stiche in den Kopf erhalten, zwei derselben sind über den Augen ein= ist, von dem Dortmunder gedrungen. Sein Bruder und dessen Frau haben ebenfalls fahren worden, daß er auf der Stelle todt blieb. mehrere gefährliche Messerstiche erhalten. Alle drei wurden* Nachen, 9. Febr.(Eingeriebener Schwindzu dem in der Nähe wohnenden Dr. med. Ulrich geführt, ler,) ein 25 Jahre alter„Kaufn mäßig wohl.— Heute Morgen Bruckmann, der auf der Strecke Crefeld=Oppum stationirt Schnellzuge so unglücklich überWohnung des Aizies bis heute Morgen verbleißen, Thäter wurden gegen 12 Uhr Nachts in ihrer Wohnung verhaftet und wurden bei zweien noch blutige Messer und bei dem dritten ein Zirkel vorgefunden. Velbert, 9. Februar.(Erwischt.) Die beiden von hier verschwundenen Kaufleute sind, wie nach hier berichtet worden, in der Nacht von Dienstag zum Mittaos helse Kbereckr De Bichse unr die Jiege eirie baares Geld. Bei einem Kaplan in Krefeld ließ er sich eines Abends in„dringenden seelsorgerischen Angelegenheiten“ melden, bat den Geistlichen, einem Sterbenden den letzten Dienst zu erweisen, einen Brief an dessen Braut zu schreiben und einen Ring zurückzusenden. Der Unwoch in London von der englischen Polizei verhaftet wor= glückliche wolle sich das Leben nehmen, er sei moralisch den. Größere Summen, hat, man bei denselben nicht tief gesunken und könne es nicht iber das Herz bringen, mehr gefunden. Die beiden Frauenzimmer, welche die= zu seiner Braut selben bei sich hatten, wurden der Schwurgerichts-Verhandlungen. Hagen, 10. Febr. Für die am 16. Februar cr. beginnende diesjährige erste Schwurgerichtsperiode sind bisher folgende Sachen auf die Rolle gesetzt: 1. Am 16. Februar gegen Ehefrau Schleifer Gustav Rimpel aus Voswinkel wegen Meineid. Verth. Justizrath Dr. Schultz. 2. Am 17. Februar gegen den Hausknecht Heinr. Köster aus Sassendorf wegen Raubes. Verth. R. A. Geilen. 3. Am 18. Februar gegen den Nachtwächter Theod. Sollmann sen., Sollmann jr. und Wilh. Sollmann aus Gedern wegen Todschlags. Verth. R. A. Dyckerhoff, J. R. Geck und R. A. Dr. Brinkmann. 4. Am 19. Februar gegen den Landwirth Friedr. Wilh. Moll aus Haspe wegen Mordversuchs. Verth. I. R. Stow.„... J6uen 4 Ke 5. Am 20. Februar gegen den Heizer Carl Paletzky aus Brügge wegen Mordversuchs. Verth. R. A. Dr. Lehmkühler. 6. Am selben Tage gegen den Gerichtssekretär Joh. Schröder aus Plettenberg wegen Amtsverbrechens. Verth. R. A. Geilen. 7. Am 21. Februar gegen den Stationsassistent Gust. Wrede aus Witten wegen Amtsverbrechens. Verth. R. A. Dr. Sello und R. A. Dr. Silberstein Berlin. 8. Am 23. Februar gegen den Bergmann Ludwig Adehoff aus Aplerbeckermark wegen Todschlags. Verth. R.=A. Lenzmann. 9. Am 24. Februar gegen den Bandwirker Carl Graffweg aus Pülsöhde wegen Meineides. Verth. R.=A. Kuhlmann. 10. Am 25. Februar gegen den Zuschneider Nieder aus Iserlohn wegen Meineids. Verth. R.=A. Kuhlmann. 11. Am 26. Februar gegen den Arbeiter Friedrich Adams. den Gelbgießer Ludwig Höhle und den Bergmann H. Ulm aus Witten wegen Münzvergehens. Verth. I.=R. Geck und R.=A. Ebbinghaus. 12. Am 27. Februar gegen den Landwirth Georg Neuhaus aus Ende wegen Sittlichkeitsverbrechens. Verth. R.=A. Dr. Lohmann. 13. Am 28. Februar gegen den Postverwalter Wilh. Glaser aus Westig wegen Amtsverbrechens. Verth. R.=A. Lenzmann. service, sowie die lebendig gewordenen Porzellanblumen der Meißener Fabrik tanzen Ballabiles und feurige Walzer. Auch einige in Porzellan ausgeführte Genreszenen, wie Schäfer und Schäferin, von Makarts fünf Sinnen„Das Gefühl“ 2c. werden als lebende Bilder vorgeführt. Zum Schluß wirbelt die ganze bunte Gesellschaft in einem stürmischen Galopp durch einander und vereinigt sich endlich zu der gemeinsamen Bitte an den Monarchen, ihren Schöpfer Böttger frei zu geben. Nachdem dies geschehen, schließt die Pantomime mit einer Apotheose, in welcher die Göttinnen des Ruhmes und des Goldes der Saxonia buldigen. Die ansprechende, temperamentvolle Musik ist reich an lockenden Tanzrythmen und kecken Walzermelodieen. Eine merkwürdige Art des Selbstmordes hat ein alter Einwohner von Löbtau(Sachsen) gewählt. Er nahm zur Ausführung seines Vorsatzes ein Stemmeisen, setzte es sich auf den Unterleib und schlug es sich in den Leib. Der Tod erfolgte nicht, wohl aber hat die Handlung dem hochbetagten Manne große Schmerzen erzeugt. * Verwendung des alten Weißbrodes.(Semmeln, Milchbrode 2c.) Man weicht das seit längerer Zeit alte Weißbrod in Milch ein, drückt dasselbe aus und vermischt es, je nach Belieben, mit einigen Eiern, Rosinen und Zucker. Alles gut durcheinander gerührt, wird der Teig auf ein Kuchenblech ausgebreitet und 15 bis 20 Minuten bei mäßiger Hitze gebacken, bis sich eine schöne gelbe Farbe zeigt. Am besten benutzt man den Bratofen, nachdem der Braten fertig geworden, es ist dann noch ausreichend Hitze im Ofen. Der Kuchen bildet eine vortreffliche Beigabe zum Kaffee, Thee, Wein 2c. und dürfte als sehr zweckmäßige Verwendung der übrig gebliebenen Weißbrodreste sehr zu empfehlen sein. 4 h Auch von Seiten der Arbeiter geht uns über den Streik auf Zeche Trappe bei Silschede eine Mittheilung Industrie Handel und Verkehr. Essen, 9. Febr. Die Wagengestellung für den Kohlenund Koksverkehr im Ruhrrevier beginnt wieder recht mangelhaft zu werden. Am Samstag waren 11,112 Wagen zu 10 Tonnen gefordert worden, gefehlt haben 1965 Wagen. Nach amtlichen Mittheilungen sind in der Zeit vom 1. bis 23. Dezember v. J. 208.336 verlangt und nur 181,730 gestellt worden, mithin 26,306 zu wenig; vom 1 bis 31. Januar waren verlangt 262,595 Wagen, gestellt wurden 215,508, mithin 47,087 zu wenig. Für diese zwei Monate ergiebt sich somit ein Weniger von 73,393 Wagen= 733,930 Tonnen Kohlen und Koks. Wie die„Rh.=W.=Z.“ hört, ist in einer Versammlung der Mitglieder der Koksvereinigung mit großer Mehrheit beschlossen worden, bei dem Kaiser vorstellig zu werden. * Nach einer dem Reichsanzeiger vorliegenden Ucbersicht sind für die preußischen Staatsbahnen beschafft resp. kommen noch zur Ablieferung: a. aus den laufenden Einnahmen: im Jahre 188990, im Jahre 189091 Lokomotiven.... 280 362= 642 Personenwagen... 303 338= 641 Gepäck= und Güterwagen 6001 4320=10321 A788- een Gele in beiden Jahren: Lokomotiven 448 Personenwagen 386 Gepäck= und Güterwagen 6003 b. aus besonderen Fonds: im Jahre 188889 im Jahre 189091 Lokomotiven.... 251 356= 607 Personenwagen... 462 523= 985 Gepäck= und Güterwagen 4972 8394= 13366 Der Fuhrpark hat also in diesen beiden Jahren eine Verstärkung erfahren: um 801 Lokomotiven, „ 1240 Personenwagen, „ 17·684 Gepäck= und Güterwagen. Danach umfaßt der Fuhrpark der Staatsbahnen 9653 Lokomotiven, 15343 Personenwagen, 196798 Gepäck= und Güterwagen. zu, die in durchaus ruhigem sachlichen Tone gehalten ist und welche wir nicht unterlassen wollen, der Oeffentlichkeit zu übergeben, um nach beiden Seite völlige Gerechtigkeit zu üben. Die Bergleute sagen, sie verdienten ausgelacht zu werden, wenn sie durch Streik einen Lohn erzwingen wollten, den sie bereits thatsächlich besäßen. Eine Aufhetzung durch auswärtige Agitatoren habe durchaus nicht stattgefunden; die Unzufriedenheit sei dadurch entstanden, daß vielfache gerechte Beschwerden unerörtert blieben. Der treue Arbeiter sei nicht nur seines Lohnes werth, sondern auch einer freundlichen Anerkennung seiner Leistungen; er habe bei gewissenhafter Pflichterfüllung auch Anspruch auf Achtung. Es sei fraglich, ob die Lohnfrage allein zu einem Ausstande geführt hatte, obwohl es billig erscheine, daß die bei Zeiten schlechter Ausbeute ohne Murren hingenommenen kargen Löhne jetzt, bei guter Ausbeute erhöht würden. Der Wahlspruch der Belegschaft laute: „Mit Gott, für Kaiser und Reich“: wenn wirklich einzelne jugendliche Arbeiter durch Sozialdemokraten sich hätten verführen lassen, so würde dies lebhaft bedauert. Allerdings gedeihe ja leider der Same der Sozialdemokratie da am leichtesten, wo Grund zur Unzufriedenheit bestehe. Sowohl der Gruben=Vorstand, wie die Behörde habe sich den Bergleuten gegenüber wohlwollend geäußert, es sei zu hoffen, daß sich eine zufriedenstellende Lösung ermöglichen lasse, zu bedauern sei es, daß die Einigung durch scharfe und kränkende Worte hie und da erschwert werde. Die Bergleute hoffen, daß es nicht die Noth sein möge, welche sie zur Wiederaufnahme der Arbeit zwingt, damit werde die Unzufriedenheit nicht beseitigt. Sie seien gern zum Frieden bereit, aber nur zu einem Frieden mit Spren. Neuß, 9. Februar. Weizen, neuer 1., Qual. 19.00 Vermischte Nachrichten. nicht verhaftet. Die Auslieferungsverhandlungen wie mitgetheilt wurde, seitens der Staatsanwaltschaft in Elberfeld eingeleitet. Solingen, 9. Februar.(Bauernverein.) Die Ackerwirthe von Solingen und Umgegend haben sich vereinigt, um eine Erhöhung der Milchpreise herbeizuführen und dem Unwesen der Milchpanscherei durch Lieferung unverfälschter Milch unter polizeilicher Controlle zu steuern; ferner will es sich der Verein angelegen sein ian bei denselben nicht tief gesunken und könne es nicht über das Herz bringen, menzimmer, welche die= zu seiner Braut, der Tochter seines Prinzipais, zurügtder„Velb. Ztg.“ zufolge zukehren. Als der Kaplan fragte, warum der Aermste asverhandlungen werden, j nicht selbst die Bitte vortrage, spielte der Gauner den Verzweifelten; unter heftigen Gefühlsausbrüchen sagte er, er selbst sei der Elende, der sich noch in derselben Nacht erschießen wolle. Der Geistliche suchte den jungen Mann mit der ganzen Kunst liebreichen Trostes von seinem Vorhaben abzuhalten und bot dem finanziell Zerrütteten 30 Mark vorläufige Unterstützung, die der Gauner dann annahm. Der Selbstmord=Kandidat verschwand auf NimmerVerein angelegen sein wiedersehen und freute sich seines Lebens. Mit gleichem lassen, gute Kraftfuttermittel und Kunstdunger anzuraufen Erfolge operirte er bei drei gutmüthigen Geistlichen in und den Vereinsmitgliedern zu liefern. Der Preis der! Aachen, bis er in Burtscheid entlarvt wurde. Der gemeinMilch ist von dem Verein von 18 Pfg. auf 20 Pfg. das gefährliche, oft vorbestrafte Verbrecher erhielt eine ZuchtLiter erhöht worden. hausstrafe von 3½ Jahren. Nachlaß=Verkauf. Stadtverordnetenversammlung. gghog Stadtassen=Rechnung für das Jahr Ein neues Ballet.„Meißener Porzellan“, welches im Friedrich=Wilhemstädtischen Theater in Berlin aufgeführt ist, hat in der Reichshauptstadt wegen seiner originellen Idee großen Beifall gefunden. Das Ballet führt dem Zuschauer in einem Vorspiel den Erfinder des Meißener Porzellans, den Adepten Joh. Friedr. Böttger, in seinem Laboratorium vor, wie er vergeblich Gold zu machen sucht, bis er von dem argwöhnisch gewordenen König von Sachsen in Gefangenschaft geworfen wird. Als Gefangener auf der Moritzburg entdeckt er nach der Fabel des Stückes das Porzellan und stellt jene kostbaren Schalen und Kannen, Tassen und Figuren her, die noch heute das Entzücken aller Kunstkenner bilden. Da kommt König August von Sachsen mit seinem Hofstaat auf die Moritzburg, um die Leistungen Böttgers zu besichtigen. In anmuthigem Reigen werden ihm nun die Schöpfungen seines Adepten als lebende Figuren vorgeführt. Das berühmte Meißener Zwiebelmuster tanzt ihm in Gestalt von 32 allerliebsten Püppchen eine zierliche Gavotte vor: die charakteristischen Affenmusikanten, die bekannten nickenden Pagoden. Japaner und Chinesen, ein vollständiges Meißener Kaffee2. 18,00, Landroggen neuer 1. Qual. 16.80, 2. 15,80, Wintergerste 00,00, Sommergerste 00,00, Buchweizen 15.00. Hafer neuer 14,50, Raps 1. Qual. 24,70, 2. 22.70, Aveel (Rübseu) 22,50, Kartoffeln 8,00. Alles 100 Kilo. Heu 500 Kilo 30,00, Stroh 18,00, Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Ctr.(ohne Faß) 60,50, Rüböl 100 Kilo faßweise (ohne Faß) 62.00, Gereinigtes Oel 100 Kilo 3 M. höher als Rüböl. Preßkuchen 1000 Kilo 108,00. Weizenvorschuß 00 100 Kilo 00.00. Kleie 50 Kilo 6.00.„.. Berlin, 10. Febr. 2 Uhr 30 Min. Fruchtbörse Weizen Febr. 000,00 April=Mai 197.75, Mai=Juni 198.25, Juni=Juli 199,50 Mark. Gek. 00000 Centner. Roggen Febr. 177,.25, April= Mai 174.00, Mai=Juni 171 00, Gek. 0000 Ctr. Rüböl 57,80, April=Mai 58,90, Mai=Juui 58,80 C Gek. 000 Ctr. Spiritus, 70er vor. 51,80 Februar 51.70 April=Mai 51.60. Juni=Juli 51,60, Aug.=Sept. 51,70 Mt. E#o vorr 71.70 Mr Gek. 50000 Ltr. Petroleum vorr. 50er vorr. 71,70 Mk. Gek. 50000 Ltr. Petroleum vorr. 24.00 Mark Roggenmehl 0/1 Februar 24,50, April=Moi 23.90 Mt. Bremen, 10. Februar. Petroleum vorr., fest, 6,55. Brier.. 8. K.5.9- Wawants(S Glasgow, 10. Febr. Roheisen. Warrants(Schlußpreis) 463 7146. Anmeldungen in der Zeit vom 16. bis 31.Januar incl. Eheschließungen: Bergmann Johann Ferdinand Werner mit der gewerblosen Anna Alwine Lina Pohland, beide wohnhaft zu Stockum. Geburten: Bergmann Wilhelm Hollberg, Stockum, 1 S. Bergmann Wilhelm Kortmann Stockum, 1 T. Schmied Julius Arndt, Stockum, 1 S. Bergmann Wilhelm Ensemeier, Stockum, 1 S. Bergmann Franz Obiera, Stockum, 1 S. Bergmann Heinrich Kroll, Stockum, 1 T. Schlosser Joseph Engel, Stockum, 1 S. Bergmann Christian Kümmel, Somborn, 1 S. Bergmann Wilhelm Schmale, Düren, 1 S., g Fiigheiß Wenmmaß. Sterbefälle: Auguste Maria Elisabeth Wennmoß, Somborn, 5 J. 11 M., August Carl Ernst Wennmoß, Somborn, 3 J. 9 M., Carl Adam Friedrich Wennmoß, Somborn, 1 J. 4 M.(Geschwister). Joseph Roggenkämper, Somborn, 4 J. 7 von Bäumen zu entfernen. Nach Ablauf dieser Frist wird Mittwoch, den 18. Februar, Oeffentliche Sitzung der Stadtverordneten werde ich im Auftrage der Erben) Donnerstag, den 12. Februar, Nachm. 5 Uhr, im Rathhaussaale. Ludwig Brocke in deren Hause zu Herbede, 2 Bettstellen mit Matratzen, 3 Kommoden, 2 Oefen, 1 Kleiderschrank, Tische, Stühle 1 Schiebkarre, 1 Fleischbottig, Haus= und Küchengeräthe bis 2 Mark gegen Baar, sonst gegen Credit verkaufen. Blankenagel. verrückt wird?“ nd ein unvorherjaussichtlich mit so die Sie oder ich.“ De besteben deurch heie Brchhandlung ist die preisgekrönte in 25. Auflage erschienene Bahrift der Mod.-Rach Dr. Müller über des gestölls Cleiven- und SeauaS#lem em Zreisusendung unter“ Couvert für 1 Mark in Briefmnarken. Eduard Bendt, Braunschweig. Tages=Ordnung: 1. Wahl von 6 Mitgliedern und 6 Stellvertretern zur Veranlagung der Einkommensteuerpflichtigen. 2. Wahl der Mitglieder und Stellvertreter zu folgenden Kommissionen: a. Stadtkassen=Revisions=, d. Zur Aufstellung der Sparkassen=Bürgenliste, c. Schlachthaus=Kommission, d. Vorstand der Kleinkinder=Bewahranstalt, e. Deputation für die Verwaltung des Gas= und Wasserwerks, k. Markt=Deputation, g. BauDeputation, h. Sparkassen=Administration, i. Servisu. Einquartirungs=Kommission, k. Armen=Deputation, I. Einkommensteuer=Einschätzungs=Kommission. 3. Besprechung über die Einzel=Voranschläge für das Jahr 1891/92. 4. Entlastung der Sparkassen=Rechnung für das Jahr 1889. Ref. Rechnungskommission. 1889/90. Ref. Dieselbe. 6. Antrag des Stadtverordneten Weißenfels, die Bekanntmachungen für die Stadtverordneten und die Bekanntmachungen des Magistrats auch im Märkischen Tageblatt zu veröffentlichen. 7. Bewilligung von M. 100 zur Herstellung eines Lattenzaunes in der Crengeldanzstraße. Ref. Spennemann. 8. Genehmigung des Entwurfs, die Kouzessionirung von Gast= und Schenkwirthschaften betreffend. Ref. Dr. Brickenstein. 9. Bewilligung der Kosten zur Kanalisirung einer Theilstrecke in der Ardeystraße von der Oberstraße bis zur Besitzung von Jul. Klein. Ref. Graefe. Der Stadtverordneten=Vorsitzende: Erdmann. eine Besichtigung stattfinden und gegen die Säumigen im Executivwege vorgegangen werden. Herbede, den 6. Februar 1891. Der Ehren=Amtmann: Meesmann. Veranntmichung. Auf Grund des§ 132 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 werden die Adjacenten der im hiesigen Bezirke belegenen öffentlichen Wege und Chausseen aufgefordert, bis zum 11. März er. die etwa auf ihren Grundstücken befindlichen, den fraglichen Wegen entlang führenden Hecken ordnungsmäßig zu beschneiden und beizuhauen, sowie die über diese Wege hinaushängenden Zweige Soeben erschien und ist vorräthig in der Buchhandlung von B. 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