No. 1. Fernsprech=Nr. 46 für Witten. Witten, Donnerstag, den 1. Januar. Fernsprech=Nr. 18 für Hagen. 1891. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Insertionen werden die 7 gespaltene Petitzeite mit 10 Pf. berechnet. W Abonuements=Einladung. Zum Beginn des 1. Quartals 1891 des Märtischen Tagerr und der Unterhaltungsbeilage Märkisches Heim laven wir zum Abonnement hiermit ein. Das Märkische Tageblatt wird auch in Zukunft sein bisheriges politisches Programm unentwegt verfolgen und seinen patriotischen, königstreuen Standtpunkt aufrecht erhalten. Dasselbe bringt über die neuesten Tagesereignisse Original=Artikel und Besprechungen, zahlreiche Depeschen sowie wissenswerthe Mittheilungen aus allen Gebieten des Verkehrs, des Handels, der Gewerbe und der Landwirthschaft.. H JInterf(tuimnss.e Feuilleton und in ber Unllerhaltungs=Beilage Märkisches Heim dienen spannende Romane, Miscellen und kleinere Erzählungen zur Unterhaltung unserer Leser. Der Abonnementspreis beträgt pro Quartal Mk. 1,80 Probenummern stehen zur Verfügung. Alle Postanstalten und unsere Boten nehmen Bestellungen an. Expedition des Märkischen Tageblatts, Witten, Bahnhof= u. Breddestraßenecke. verbunden mit dem für Witten und Amgegend. Abonnementspreis(inel. der Gratisbeilage „Märkisches Heim"): 1,80 Mark vierteljährlich, imzpnatlich 69 Pfg. bei Bestellung durch die Boten. Bei Abnahme auf der Post incl. Bestellgeld 2,20 Mk. Rundschau. ss„Die Tage folgen sich, aber sie gleichen sich nicht!" Dies alte Sprichwort erweist seine alte Wahrheit und Berechtigung immer und immer wieder: auch das mit heute zu Ende gehende Jahr 1890 hat uns auf's Neue die Richkigkeit desselben gezeigt. Viele Ueberraschungen hat uns das Jahr gebracht, was wird 1891 mit sich führen? Mannigfache Reformen sind in Angriff genommen, ganz neue Wege sind eingeschlagen; ob überall das Richtige gewählt worden, wer vermag es zu sagen? Aber wie wir allen unsern Lesern im Privatleben für die kommenden Tage ein hoffnungsvolles„Prosit Neujahr" zurufen, so gehen wir auch in politischer Beziehung der Zukunft mit der Zuversicht ent gegen, daß treue Pflichterfüllung immer zum Ziele führt. Unentwegt ist und bleibt es unsere Devise; Mit Gott für König und Vaterland. * Die erste Folge des am 1. Januar 1891 völlig in Kraft tretenden Invaliditäts= und Alters versicherungsgesetzes wird die sein, daß alle die jenigen Personen, welche dann über 70 Jahre alt sind und in einem Versicherungsverhältniß stehen, eine Altersrente erhalten, wenn sie zwei Bedingungen erfüllen können. Einmal müssen sie eine Quittungskarte beibringen, auf welcher eine Beitragsmarke eingeklebt ist und sodann müssen sie den Nachweis liefern, daß sie während des Jahres 1888 bis 1890 mindestens 141 Wochen in einem die Versicherungspflicht begründenden Dienstverhältniß gestanden haben. Es mag jedoch ausdrücklich hervorgehoben werden, daß zur Erhebung des Anspruchs auf den Bezug einer Altersrente nur die jenigen über 70 Jahre alten Personen berechtigt sind, welche noch am 1. Januar 1891 der Versicherungspflicht unterliegen. Alle Personen, welche beim Inkrafttreten des Gesetzes bereits invalid sind, unterliegen der Versicherungspflicht nicht, sie haben deshalb aber auch keinen Anspruch auf Altersrente. Die niedrigste Altersrente beträgt jährlich 106,40 M., die höchste 191 M. Den Anspruch auf diese Beträge erhalten im nächsten Jahre alle diejenigen Versicherungspflichtigen, welche während desselben in das 71. Lebensjahr eintreten. Die Gesammtzahl der im Jahre 1891 Altersrentenansprüche erhebenden Personen ist amtlicherseits auf 134270 geschätzt. Was die Invalidenrente betrifft, so ist für die Ansprucherhebung auf dieselbe nach dem Gesetze mindestens ein einjähriger Beitrag die bedeutsamste Voraussetzung. Da das Beitragsjahr nur 47 Wochen hat, so ist es möglich, daß auch schon innerhalb der letzten 6 Wachen des Kalenderjahres 1891 An sprüche auf Invalidenrente werden erhoben werden. Daß sie jedoch noch in demselben Jahre zur Auszahlung gelangen werden, ist nach dem für die Festsetzung und Anweisung der Renten vorgeschriebenen Verfohren nicht wahrscheinlich. * Minirarbeit. Das schönste Fest der Christen heit liegt hinter uns. Die Kerzen am Weihnachtsbaum sind erloschen, die Gaben der Liebe, welche in weiten Kreisen die Herzen höher schlagen ließen, sind bei Seite geräumt, das Alltagleben nimmt aufs neue unsere ganze Thätigkeit in Anspruch. Eins jedoch ist zurückgeblieben: das Gefühl der Dankbarkeit gegen diejemgen, welche uns eine Weihnachtsfreude bereitet haben, das frohe Zurückblicken auf den flimmernden, lichterglänzenden Weihnachtsabend. Wenn nun Jemand am Christabende zu der unter dem Tannenbaum versammelten Familie, die groß oder klein, reich oder arm, mit dankbarer Freude auf die von sorgender Hand aufgebaute Gabe blickt, hintreten und an den Geschenken herummäkeln, wenn er den Kindern einflüstern wollte: Seht einmal, das Schaukelpferd hat einen Fehler, des Nachbars Fritz hat ein weit schöneres Pferd, oder die Puppe ist nicht groß, die Bleisoldaten sind nicht kostbar genug, der Aepfel und Nüsse sind zu wenig——— entrüstet würde der Familienvater einen solchen„Kritiker“ am Kragen nehmen und ihn vor die Thür setzen. Kein Mensch würde ein solches abgekürztes Verfahren zu tadeln wagen. Verächtlich wäre der und verachtet, welcher den Kindern die Weihnachtsfreude vergällen wollte. Ist es aber etwas so sehr von dem oben beschriebenen Gebahren verschiedenes, wenn seit Wochen in deutschfreisinnigen Blättern und Blättchen an dem Weihnachtsgeschenk für die deutschen Arbeiter, an der Invaliditäts= und Altersversicherung herumgemäkelt wird? Das Gesetz hat Schwächen, wie jedes Menschenwerk sie hat, aber es ist hervorgegangen aus christlichem Bewußtsein, es ist beschlossen zum Segen der Schwachen und Bedürftigen unter dem Motto„Liebet die Brüder", und vor allem: es ist Gesetz. Wird die nachträgliche freisinnige Kritik an diesem Gesetz etwas bessern, will sie das überhaupt? Man wird diese Frage ohne weiteres zu verneinen haben. Wie der oben geschilderte Friedensstörer unter dem Weihnachtsbaum, so geht auch der freisinnige Agitator gegen das Invaliditätsgesetz nur von dem Gesichtspunkt aus: Unzufriedenheit zu säen um jeden Preis. Der Erstgedachte, weil es ihm zuwider ist, glückliche und fröhliche Menschenkinder jubeln zu hören, der deutschfreisinnige Parteigänger nach dem Grundsatze, den zuerst der Abgeordnete Barth offenbarte:„Es ist verdienstlich“ d. h, für die Partei zweckdienlich—„das zarte Blümlein Zufriedenheit" zu zerstören und die Unzufriedenheit in das Herz der Menschen zu pflanzen; denn— Zufriedenheit ist ein Laster! * Die Ergebnisse der jüngsten deutschen Volks zählung haben im Auslande kaum geringere Aufmerksamkeit erregt, als bei uns daheim, wenn auch aus anderen Gründen. Man ist dort nicht so leichtgläubig und thöricht, die Behauptungen unserer demokratischen und sozialdemokratischen Opposition, daß Deutschland in Folge seines wirthschafts= und handelspolitischen Regimes raschen Schrittes dem Ruin entgegeneile, für baare Münze zu nehmen oder kritiklos die Behauptung nachzubeten, daß„der Militarismus am Marke der deutschen Nation zehre.“ Namentlich in unseren Hauptkonkurrenzländern England und Frankreich, wo man das Gewicht des deutschen Wettbewerbes täglich empfindlicher verspürt, hat man ganz andere Anschauungen von der Richtung, in der unsere nationale Entwickelung geht, als man ihnen in unserer heimischen Oppositionspresse begegnet, und nimmt daher mit einigermassen gepreßtem Herzen Kenntniß von dem unaufhaltsamen, stetigen Aufschwunge der deutschen Bevölkerungsziffer, als dem sichersten Gradmesser der schwellenden Lebenskraft unseres Volkes. Französische Statistiker, die noch unlängst in einer Anwandlung wissenschaftlicher Melancholie auf den immer spärlicher fließenden Quell der Nativität ihres Volkes hinweisen mußten, beneiden uns um die Ziffern der letzten Volkszählung. Sie sagen sich, daß, wenn eine einzige Stadt wie Leipzig, in fünf Jahren um 150 000 Seelen anwachsen kann, wenn Städte wie Berlin und Hamburg verhältnißmäßig nicht viel dahinter zurückbleiben, in dem Deutschen Reiche denn doch ein ganz enormer Betrag von solider Prosperität aufgestapelt sein müsse, da Deutschland nicht nur durch Einwanderung keinen nennenswerthen Zuwachs erzielt, sondern im Gegentheil Jahr aus Jahr ein ein erhebliches Auswandererkontignent von seinem Bevölkerungskonto in Abrechnung zu bringen hat. Die jetzt in Frankreich zum Siege gelangte wirthschaftliche Richtung hat sich alsbald des Ecgebnisses der jüngsten deutschen Volkszählung bemächtigt, als des wirksamsten Argumentes zur Widerlegung der Unterstellung, als würde Deutschland durch die Lasten seiner Wirthschafts= und Zollpolitik sowie seiner militärischen Rüstungen in Grund und Boden ruinirt. Englische Statistiker hinwiederum finden am bemerkenswerthesten den Umstand, daß in Deutschland nicht nur die städtische, sondern auch die ländliche Bevölkerung in stetem, wenn, was die letztere betrifft, auch nur in schwachent Wachsthum begriffen ist. In England steht die Nativität zwar hinter der deutschen nicht zurück, aber sie hilft lediglich den Bestand des städtischen Elements vermehren, während das flache Land in demselben Maße verödet, als die Umwandlung des Acker= in Weide boden vor sich geht. Das intensive Wachsthum Deutschlands wird insbesondere unter diesem Gesichts. punkte des numerischen Verhältnisses der ländlichen zu der städtischen Bevölkerung auf seine militärischen und politischen Konsequenzen geprüft. Jedes Heer der neueren Zeit— schreibt ein englisches Fachblatt— d. h. seit dem Moment des Aufkommens der Riesenstädte, welches große Thaten vollführte, ist ein Heer von Landleuten gewesen. Frankreich und England verlieren ihre besten Rekrutirungsbezirke, weil ihre ländliche Bevölkerung auf den Aussterbeetat gesetzt ist; in Deutschland aber nimmt die Bevölkerungsklasse, welche die besten Soldaten liefert, noch zu. Das deutsche Volk braucht nur noch weitere zwanzig Jahre in dieser Weite fortzufahren, so wird es über Heere verfügen, welche an Zahl den russischen kaum nachstehen, aber vor Rußland den schwerwiegenden Vortheil voraus haben werden, daß die deutschen Legionen ungleich besser genährt sind. Der englische Beurtheiler unterschätzt hierbei, wie uns bedünken will, den Umstand, daß der Zug in die großen Städte, welcher in England und Frankreich bereits als nationale Kalamität empfunden und beklagt wird, bei uns jetzt ebenfalls mehr und mehr in die Erscheinung tritt. Jedenfalls aber kann eine unbefangene Prüfung der Kommentare, mit denen das Ausland die Ergebnisse unserer letzten Volkszählung begleitet, mancherlei daraus schöpfen, was der Beherzigung werth erscheinen dürfte. Wie offiziös aus Petersburg geschrieben wird, ist man in der russischen Hauptstadt sehr peinlich berührt, von den Kundgebungen der Verstimmung, welche in Finland durch den jüngsten Erlaß des Zaren betreffend das neue Strafgesetz für das Großherzogthum hervorgerufen wurde. Durch diesen Erlaß wurde das Inkrafttreten des neuen Gesetzes bis zur vollständigen Beendigung der vom Zaren angeordneten Durchsicht desselben verschoben. Die Revision zielt bekanntlich darauf ab, gewisse mit den Verwaltungsgrundsätzen des russischen Reiches im Widerspruch stehende Artikel des neuen finischen Strafkodex zu beseitigen oder abzuändern. Kein unabhängiges Blatt Finlands hat den Erlaß aus dem Amtsblatt„Finlands allmänne Tidning" abgedruckt, und selbst die in ihrer Stellung minder freien Blätter haben sich auf einen Hinweis mit wenigen Worten beschränkt. An dem betreffenden Tage wurde in allen Blättern angekündigt, daß die Theater zum Zeichen der Trauer geschlossen bleiben, und die Pastoren wurden durch Aufrufe an sehr auffälligen Stellen der Blätter aufgefordert über den Text:„Finsterniß umhüllt das Volk" zu predigen. Auf der ersten Seite brachten die Journale schwarz umränderte kaufmännische Anzeigen von Trauerstoffen, welche als symbolische Geschenke für Weihnachten empfohlen wurden. Die Vorgänge werden in russischen Regierungskreisen sehr übel vermerkt und von den russischen Blättern mit den Erscheinungen vor dem Aufstande in Posen 1863 verglichen. Die Sprache dieser Blätter ist so gereizt, daß dieselbe zur weiteren Verschärfung des Gegensatzes zwischen Finland und Rußland führen muß. * Aus Saint Louis(Senegal) wird gemeldet: Die Ermordung des Scheiks Ahmadou bestimmte Bassiron, Bruder des Verstorbenen, der sich Frankreich anschließen wollte, seine Haltung zu ändern. Er sandte 800 Tuculeurs nach dem einige Kilometer von Koniakary gelegenen Dorf Näliba. Eine von Koniakary abgesandte, aus Spahis bestehende Truppenabtheilung brachte den Tuculeurs aber eine Niederlage bei. Dieselben ergriffen die Flucht und ließen die von ihnen erbeuteten Frauen und eine größere Anzahl von Leichen auf dem Kampfplatz zurück. Den Franzosen wurde von den Hütfstruppen ein Mann getödtet und fünf verwundet. Die Absendung einer Compagnie Scharfschützen nach Matam verhinderte bis jetzt die Häuptlinge von Dango, von den Franzosen abzufallen. Sie sollen sich sogar dazu verstehen wollen, sich am Feldzug gegen Abdul=Bubakar zu betheiligen. Der Oberst Archinard, Oberkommandant im Sudan, hat Kayes verlassen, um seinen Feldzug gegen den Ex=Sultan von Segu zu beginnen. Derselbe befindet sich in Niort, wo er 15000 Mann zusammengezogen hat. Man glaubt, daß der Kampf ein sehr heißer werden wird, da die Leute des Ex=Sultans alle von einem glühenden Haß gegen Frankreich beseelt sein sollen.—— Deutsches Berlin, 30. Dezember. Am heutigen Vormittage unternahm der Kaiser zunächst wieder eine Spazierfahrt durch den Thiergarten und fuhr auf der Rückkehr zur Stadt bei dem Atelier des Portraitmalers Prof. Kroner vor. Im Schlosse nahm der Monarch dann Marinevorträge entgegen und arbeitete mit dem Vertreter des Militärkabinets. Es folgten noch Empfänge und Meldungen höherer Offiziere. — Die Kaiserin und der neugeborene Prinz erfreuen sich fortdauernd des besten Wohlseins. — Der Kaiser hat für die nächsten Abiturientenprüfungen der Kadetten, welche ausnahmsweise schon Ende Januar vollzogen werden, bestimmte Erleichterungen vorgeschrieben, welche sowohl materiell die Anforderungen an das Wissen, als auch formell die Art der Zusammensetzung der Zensuren betreffen. — Die Absicht, im nächsten Sommer wieder nach England zu reisen, äußerte der Kaiser, dem„Standard" zufolge, in einer Unterhaltung. Anfangs August denkt der Kaiser gelegentlich dieser Reise wieder nach Windsor und Osborne zu gehen und diesmal auch London zu besuchen.* — Der Direttor des Reichoschatzamis, perr Aschen born, ist zum wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Excellenz" ernannt worden. Berlin, 30. Dez. Der„Reichsanzeiger“ publizirt Wißmanns Bericht vom 6. Dezember und theilt mit, die Regierung forderte Wißmann zur unverzüglichen Ein sendung des Originakberichtes Emins auf. Das hauptsächlichste Schriftstück lautet wörtlich: Anlage II. Zanzibar, den 6. Dezember 1890. Aus dem Schreiben Ew. Hochwohlgeboren vom 11. Oktober d. J. habe ich mit Bedauern ersehen, daß Sie den Zweck der Expedition wie meine eingehenden mündlichen Directiven nicht in der vom Reichskommissariat erwünschten Weise auslegen, ja, letztere, die, wie Sie wußten, auf einer ziemlich genauen Kenntniß der dortigen Verhältnisse beruhten, mehrfach unbeachtet gelassen haben. Die keineswegs durch Nothwendigkeit bedingte Flaggenhissung in Tabora war nur eine äußere Form, die nicht nur keinen Vortheil für uns hatte, sondern sogar einen gegentheiligen Eindruck erzielte, da es Ew. Wohlgeboren an entsprechender Macht fehlte, das Ansehen der Flagge aufrecht zu erhalten. Mit der Besetzung von Urambo und der Einmischung in die Kämpfe zwischen den Rivalen um die Machtstellung in den dortigen Ländern kann ich mich gleichfalls nicht einverstanden erklären, da Sie voraussehen mußten, daß dadurch eine Feindschaft mit den Watuta oder Mangoni eingeleitet werden würde, die Ihren Arbeiten hinderlich, ja, gefährlich werden mußte. Ew. Hochwohlaeboren wußten ferner von der Annäherung des in meinen Diensten stehenden Mr. Stokes, wußten, daß ich dessen Einfluß und Kenntniß der dortigen Verhältnisse auf friedlichem Wege für unsere Interessen ausnutzen wollte. Es wäre zweifellos sachgemäßer gewesen, sich mit genanntem Herrn über zweckentsprechende Maßnahmen zu einigen, bevor Ew. Hochwohlgeboren weiter vordrangen. Die Folgen der Nichtbefolgung dieses Schrittes haben leider nicht lange auf sich warten lassen, wie Sie wissen werden. Lieutenant Langheld wurde von der Expedition abgeschnitten und die mit dem Gefecht von Uramvo eingeleitete Befeindung der Mangoni hatte einen weiteren Kampf zur Folge, der für uns in vieler Beziehung nachtheilig ausfiel. Vor allem aber ist es durch das kriegerische Eingreifen in die dortigen politischen Verhältnisse Mr. Stokes außerordentlich erschwert, auf dem friedlichen Wege der Verhandlung für unsere Interessen vorzugehen. Ew. Hochwohlgeboren theilen nicht mit, aus welchem Grunde die Erpedition Ukumbi verlassen hat und dann nach Makongo marschirt ist. Ich hoffe, daß dieses nur zum Zwecke der Recognoscirung geschehen, nicht etwa zwecks einer dortigen Stationsanlage. Eine solche wird nöthig im Süden des Sees und unsere Mittel erlauben durchaus nicht die Anlage mehrerer Stationen. Ew. Hochwohlgeboren bine ich dringend, keine weiteren Waarenaufnahmen im Innern zu machen auf Kosten des Reichskommissariats. Ich bin gezwungen, die äußerste Sparsamkeit eintreten zu lassen, um mit dem für dieses Jahr ausgeworfenen Etat auszukommen, und muß Ihnen erklären, daß für eine weitere Belastung des Reichskommissariats Sie persönlich haftbar sind. Gestatten mir Ew. Hochwohlgeboren noch einmal die Punkte zu erwähnen, die ich unter den obwaltenden Verhältnissen als eng begrenzt einzuhaltende Aufgabe der Expedition zu betrachten bitte. Errichtung einer Station am Nyanza, möglichst südlich, d. h. möglichst nahe unserer Anmarsch. route gelegen, die gleichzeitig als Hafenstation für einen voraussichtlich im nächsten Jahre hinaufgehenden Dampfer zu betrachten ist. 2. Aufrechterhaltung einer guten Verbindung mit Mr. Stokes in Usongo und möglichstes Einverständniß mit demselben in allen Maßnahmen. 3. Verhandlungen mit den in unser Gebiet gehörigen Häuptlingen, die zum Zweck haben, daß die Eingeborenen mit den neuen politischen Verhältnissen, ich meine ihre Zugehörigkeit zur deutschen Flagge, bekannt werden. 4. Sichern der Karawanenstraße. Mr. Stokes bildet eine erwünschte Etappe für Ew. Hochwohlgeboren zwischen dem See und Mpwapwa, dessen In structionen sind Ihnen bekannt und können Sie daraus ersehen, daß sein Arbeitsfeld nur Uniamwesi ist, während die den See umgebenden Länder bis zum ersten Grad südlicher Breite zu Ihrem Districte gehören. Sobald Ew. Hochwohlgeboren die einzelnen Punkte der Instruction als durchgeführt betrachten können, bitte ich Sie, so schnell als möglich zur Küste zu kommen, da eingreifende Aende rungen in der Verwaltung des Reichscommissariats vorgesehen sind. Die von Ihnen eingesandten geodätischen Arbeiten sende ich an das Auswärtige Amt, während die Sammlungen auf Befehl des Herrn Reichskanzlers dem königlichen Museum in Berlin überwiesen werden. gez. v. Wißmann. An Seine Hochwohlgeboren Herrn Dr. Emin Pascha. — Vor Kurzem wurde mitgetheilt, daß in der Nähe von Canea auf Kreta an einem deutschen Staats angehörigen Dr. phil. Reinsch ein Raubmord verübt worden ist. Wie die N. A. Z. aus zuverlässiger Quelle erfährt, ist der Mörder des Dr. Reinsch durch die türkischen Behörden inzwischen verhaftet und gegen ihn eine strenge Untersuchung eingeleitet worden. Seitens der türkischen Regierung sind strenge Befehle ertheilt, das Verfahren gegen den Mörder zu beschleunigen. — Wie aus der Provinz Posen berichtet wird, nimmt die Auswanderung nach Brasilien in den Kreisen Inowrazlaw und Strelno immer größere Dimensionen an. Ein Privattelegramm meldet, zwei in dortiger Gegend von dem Auswanderungsagenten Morawicz eingestellte Unteragenten würden polizeilich verfolgt, auch habe der Landrath von Strelno, Hassenpflug, öffentlich bekannt gemacht, daß nach ihm Seitens der Polizeidirektion in Bremen gewordener Mittheilung der Norddeutsche Lloyd sich gegen den Reichskanzler verpflichtet hätte, mit Lloyddampfern deutsche Reichsangehörige nicht mehr nach Brasilien zu befördern. — Die Chefs der Reichsämter haben ihren Beamten auf Anregung des Reichskanzlers von Caprivi mitgetheilt, daß sie von persönlichen feierlichen Neujahrsgratulationen absehen, da es wohl selbstverständlich sei, daß vorgesetzte Kollegen und Untergebene sich gegenseitig das Beste wünschten. — Hier herrscht zur Zeit eine grimmige Kälte. Sechszehn Grad unter Null ist wahrlich kein Spaß. Alles drängt zum warmen Osen, und wer doch auf die Straße muß, übt unwillkürlich den Laufschritt. Man sieht auf der Straße nur erfrorene. ins bläuliche schimmernde Gesichter, eiligst vorbeitrampelnde und warm verhüllte Menschen. Die Wagen kuarren und ächzur###d die Spree ist zugefroren. Für die arme Bevölkerung Berlins ist der starke Frost geradezu entsetzlich, namentlich angesichts der großen Arbeitslosigkeit. Der preußische Eisenbahnminister von Maybach hat die Entscheidung getroffen, daß bei Schienensubmissionen künftighin stets der billigste Preis maßgebend sein solle, und nicht, ob die Schienen aus dem Inlande oder Auslunde stammen. Bei gleichen Preisen soll das Inland bevorzugt werden. — Der erste Preußische Lehrertag ist in Magdeburg abgehalten worden. Anwesend waren 500 Delegirte des 35512 Mitglieder zählenden Preußischen Landes=Lehrer= Vereins. Man beschäftigte sich mit dem Entwurfe zum neuen preußischen Volksschulgesetz, zu welchem eine größere Zahl von Verbesserungen vorgeschlagen wurden. Dresden, 30. Dezember. Seit gestern herrscht im Erzgebirge ein fürchterlicher Schneesturm; die Züge können nur mit Schneepflügen verkehren. Hamburg, 29. Dez. Der Stapellauf des für die ostafrikanische Linie bestimmten Küstendampfers, welcher den Namen Dr. Peters erhalten wird, findet am 3. Januar k. I. statt. Dr. Karl Peters wird der Tauffeier persönlich beiwohnen. Hamburg, 30. Dezember. An der Küste von Newfoundland verunglückten beim Sturme über 60 Schiffe. Bremerhaven, 30. Dezember. Der heute hier angekommene deutsche Dampfer„Australia“ hat die Mannschaft des englischen Dampfers„Shessaly“, welcher gestern brennend unweit Borkum von ihr verlassen worden, aufgenommen. Das englische Schiff war mit Baumwolle befrachtet und von New=Orleans nach Hamburg bestimmt.„„ Stuttgart, 30. Dez. Der Nachtschneuzug Paris=Wien ist heute früh um 3 Uhr 35 Min. bei der Einfahrt in dem Bahnhofe zu Eßlingen in Folge eines durch die Kälte verursachten Bruches einer Weichenzunge entgleist. Ein Personenwagen, in welchem 6 Reisende sich befanden, wurde dabei umgeworfen, aber Niemand verletzt. Oesterreich-Ungarn. * Preßburg. 30. Dezember. Der Kaiser traf Vormittags zur Eröffnung der neuen Donaubrücke hier ein und wurde von sämmtlichen Ministern und den Deputationen der angrenzenden Komitate am Bahnhofe empfangen. Auf eine Ansprache des Bürgermeisters erwiderte der Kaiser, seine Besuche in Preßburg, für welches er aufrichtige Sympathien hege, und an welches sich hervorragende historische Erinnerungen knüpften, hätten ihn stets mit großer Freude erfüllt. Alsdann begab sich der Kaiser unter begeisterten Zurufen zur Einweihung der Donaubrücke. Die Stadt ist festlich geschmückt. * Triest, 30. Dezember. Die Bora nimmt zu; viele Seeunfälle haben stattgefunden. Ein durch die Bora angefachter Brand in der via commerziale richtete ungeheuren Schaden an. Frankreich. Boulogne sur Mer, 30. Dezember. Parnell ist heute Nachmittag in Begleitung von John und William Redmond, Dr. Kenny, Scully und Clancy aus London hier eingetroffen. O'Brien und Gill kamen ungefähr um dieselbe Zeit von Paris hier an. Holland. Amsterdam, 28. Dezember. Zur Warnung theilt die letzte Lieferung der Revue internationale des falsifications einen von einer belgischen Firma in großartigem Stil verübten Betrug mit, der in Amsterdam einen Gegenstand gerichtlicher Verhandlung bildete und wobei Dr. ran Hamel Roos, der Herausgeber der genannten Zeitschrift, als beeidigter Sachverständiger gehört wurde. Es handelte sich um die Lieferung von 50000 Kilo Talg seitens einer belgischen Fabrik in Anderlecht(bei Antwerpen) an eine Amsterdamer Firma. Da die Fässer mittels Dampfes geleert wurden, so hatte man eine Verfälschung nicht feststellen können, da die Proben, die man gestachen hatte, bei näherer Untersuchung vollständig in Ordnung befunden wurden. Ein anonymer Brief, der, wie sich später herausstellte, von einem Arbeiter der genannten Fabrik herrührte, zeigte aber dem Empfänger des Talges an, daß der größte Theil desselben mit Wasser und Potasche verfälscht sei. Die Verfälschung ging derart vor sich, daß der Inhalt eines Fasses von oben nach unten und von der einen Seite nach der andern, also hauptsachlich in der Mitte, aus reinem Talg bestand, der somit die Gestalt eines Kreuzes hatte; die vier Segmente zwischen den Armen des Kreuzes und die Wände des Fasses waren mit verfälschter Waare gefüllt. Da diese Betrugsmethode auch auf Seife und Butter angewandt werden kann, so wird man gut daran thun, vorsichtig zu sein. Bekanntlich ist Belgien auch das Vaterland der Fabrication des sogenannten„Amsterdamer Kaffees“ der zum größten Theil aus gebranntem Getreide besteht und nahezn werthlos ist. Sagland. London, 30. Dez. In der Queen Victoria=Street (City) brach heute Morgen großes Feuer aus. Drei Gebäude, in denen die Waarenlager von Adolphe Frankau und Co., Phantasieartikel, der Fabrikanten Revillons frères, Pelzhändler, und anderer Firmen sich vefinden, sind abgebrannt. Die Flammen ergriffen mehrere benachbarte Häuser, sowie den Thurm der St. Bennet=Kirche. Um 2 Uhr gelang es, des Feuers Herr zu werden. — Londoner Zeitungen warnen mit Recht vor einer neuen amerikanisch=kontinentalen Auswanderungs=Compagnie. Dieselbe will mit einem Grundkapital von 25 Millionen Dollars laut ihrem Kontrakt mit der Regierung von Brasilien zwanzig Ackerkolonien gründen und sofort 5000 Familien unentgeltlich aus Europa nach Brasilien befördern. R#u##zland. Petersburg, 30. Dezember. Die Zahl der Ausländer, welche am 1.—13. Januar Rußland verlassen müssen, übersteigt 10000. — Der Kriegsminister veroffentlicht vie Berichte über die Besichtigungen der Cavallerie=Ersatzbrigaden, in denen hauptsächlich die hervorragenden Leistungen der Mannschaften im Fußgefecht hervorgehoben werden. Bisher unterschrieb Großfürst Feldmarschall Nikolaus als Generalinspecteur der Reiterei alle dieselbe betreffenden Erlasse; doch sind, wie es scheint, seine Amtsgeschäfte vorläufig auf den Kriegsminister übergegangen. An eine Wiederherstellung des geistesumnachteten Großfürsten ist nicht zu denken. Das Leiden zeigte sich bereits bei den diesjährigen großen Herbstübungen in Wolhynien, deren Oberleitung er hatte. Schon damals traten bei ihm derartige Absonderlichkeiten zutage, daß ihn der Czar möglichst weit von seinem Hauptquartier entfernt hielt. Sein gleichnamiger ältester Sohn ist jetzt, erst 34 Jahre alt, zum Befehlshaber der 2. Garde=Cavallerie=Division ernannt worden. Er gilt hier, wohl nicht mit Unrecht, als ein tüchtiger Reiterführer, als welcher er sich auch bei den vorgenannten großen Herbstübungen dem bekannten russischen Reiterführer General Strukow gegenüber erwies. Man behauptet hier von ihm, daß er sich bemühe, in seinem Wesen dem verstorbenen Prinzen Friedrich Karl von Preußen nachzuahmen. Sein Charakter ist kein angenehmer. In der kaiserlichen Familie und in der Gesellschaft ist er unbeliebt. Odessa, 30. Dezember. In ganz Rußland herrscht eine seit Jahren nicht dagewesene Kälte. Der Dampfer Orel“ ist mit 1400 Rekruten an Bord im schwarzen Meere eingefroren; alle Versuche, zu demselben zu gelangen, sind vergeblich. Wenn der Frost nicht bald nachläßt, ist eine Katastrophe für den Dampfer zu befürchten. Rom, 29. Dez. Der Papst beklagte sich gegenüber mehreren Bischöfen über den starken Rückgang der Einnahmen aus dem Peterspfennig, welcher im Jahre 1890 3½ Millionen gegen 4 Millionen im Jahre 1889 ergab. Das vatikanische Budget weist ein Defizit von 200000 Der Papst Leo XIII. ordnete an, daß vom 1. Januar 1891 ab die Besucher der vatikanischen Museen und Galerieen ein Eintrittsgeld von 1 Francs zahlen müssen. Griechenland. Athen, 30. Dezember. Da die Regierung argwöhnte, daß eine größere Anzahl bewaffneter Flüchtlinge aus Kreta beabsichtigte, demnächst nach Kreta zurückzukehren, um dort Ruhestörungen zu erregen, so ist das zwischen dem Kap Sumium und dem Kap Matapan befindliche Kreuzergeschwader angewiesen worden, alle nach Kreta fahrenden Schiffe mit Waffen oder Munition mit Beschlag zu belegen. Serbien. Belgrad, 30. Dezember. Die Regierung brachte in der Skupschtina eine Vorlage betreffs Aufnahme einer Anleihe von 10 Millionen Dinars für außerordentliche militärische Bedürfnisse ein, zu deren Bedeckung die Skupschtina bereits im Frühjahre einen Steuerzuschlag von 6 pEt. bewilligt hatte. Dieselbe suchte gleichzeitig um Bewilligung eines Budgetprovisoriums bis Ende des Monats Januar nach. Amerika New=York, 30. Dez. Die von Pine Ridge ausge rückte Kavallerie und Artillerie stießen gestern auf die Indianer unter Großphiche in der Nähe von Pine Ridge. Die Indianer warfen die Staatstruppen zweimal zurück, wobei der Kapitän Wallace und eine Anzahl Soldaten fielen. Nach heftigem Kampfe zogen sich die Indianer zurück, ohne daß deren beabsichtigte Entwaffnung gelungen wäre. — Ein Telegramm des„New=York Herald" besagt, der Kampf zwischen den Unionstruppen und den Indianern bei Porcupine Greek sei ein sehr blutiger gewesen. Von den Amerikanern seien 75 getödtet oder verwundet, auf Seiten der Indianern hätten 110 Krieger und 250 Frauen und Kinder das Leben eingebüßt. Von den Bewohnern des indianischen Lagers seien nur 6 Kinder am Leben ge— Nach einem neueren Telegramm des Agenten der Vereinigten Staaten zu Pineridge beträgt die Zahl in dem jüngsten Gefecht getödteten Indianern, Männer, Frauen und Kinder, etwa 300. * Auch eine soziale Ueber die großen Anstrengungen, welche die deutsche Gesetzgebung auf sozialem Gebiete macht, darf selbstverständlich auch das große Publikum die Erfüllung jener sozialen Pflichten nicht vergessen, welche leicht zu erfüllen sind und eigentlich auch ganz selbstverständlich erfüllt werden müssen, aber aus Trägheit und sonstigen Gründen hinsichtlich ihrer Erledigung auf die lange Bank geschoben werden. Für die Erfüllung einer solchen möchten wir heute angesichts des nahen Jahreswechsels mit aller Entschiedenheit eintreten und wir hoffen zuversichtlich, daß es nur dieser Anregung bedarf, um zu thuen, was recht ist. Wir haben die Zahlung der Jahresrechnungen der kleinen Geschäftsleute und Handwerker im Auge, es ist dies ein Punkt, der von gauz bedeutender sozialer Wichtigkeit ist. Es ist schon reichlich viel verlangt, wenn von einem kleinen Gewerbetreibenden, der mit mäßigem Kapital arbeitet, ein Jahreskredit beansprucht wird, ein halbes Jahr sollte das Allermeiste, ein viertel Jahr die Regel sein, aber ganz entschieden zu tadeln ist, wenn die Bezahlung der zu Neujahr erhaltenen Handwerkerrechnungen nun noch hinausgeschoben wird, entweder aus Trägheit oder aber des schönen Gedankens wegen, die Sache habe ja keine Eile. So kommt es häufig, daß zuerst die Rechnungen bei großen Firmen bezahlt werden, was an und für sich ja löblich ist, während der Handwerker warten kann, und das ist eben nicht löblich. Kommt der Mann dann und bittet um sein Geld, weil er selbst in Verlegenheit ist, dann faßt hochverehrtes Publikum eine solche Mahnung mitunter noch irrig auf und erklärt in nicht sehr leisem Tone, man werde sich künftig einen manierlicheren Handwerker suchen. Solche Fälle mögen ja nicht allzuhäufig vorkommen, aber selten sind sie auch nicht, man braucht da nur Handwerkerkreise zu hören. Diese Zustände müssen aus der Welt geschafft werden, vollständig, ohne Hinterthür. Abgesehen davon, daß der kleine Geschäftsmann durch das Nichtzahlen wirklich in Verlegenheit kommt, seine Lieferanten und Gesellen warten lassen muß, verletzt eine solche Nichtachtung— wir nennen die Dinge gerade so, wie sie sind, sein Ehrgefühl, und das kann von schwerem Schaden sein. Wenn wir Sozialpolitik treiben, dann müssen wir sie auch ordentlich treiben, nicht mit schönen Worten, sondern mit offenem Portemonnaie, und für die Bekämpfung der Sozialdemokratie ist ein kernfester Handwerkerstand etwas unendlich Wichtiges. Was soll der Mann aber denken und sagen, wenn er wieder und immer wieder auf das Geld, was ihm rechtmäßig zukommt, warten, wohl noch unpassende Worte hören muß? Das verletzt ihn, und wenn er darum auch kein Sozialdemokrat wird, so hat er doch auch keine Lust, seinen Gesellen im gelegentlichen Gespräch zu versichern, daß heute Alles gut und schön sei. Und wenn der Mann ärgerlich ist, hat er Recht; müßte er nicht auf seinen Broderwerb sehen, er würde wohl energisch auftreten, aber so muß er in der Sorge, einen Kunden und durch denselben wieder andere zu verlieren, den Zorn herabwürgen und still schweigen. Das ist nicht in der Ordnung,= heute weniger als je, wo so mancher Arbeitgeber wahrhaftig schon zu Hause geschäftliche Verdrießlichkeiten genug hat, wo die Konkurrenz immer noch nicht aufhören will, die Preise zu drücken. Die Grundlage einer jeden vernünftigen Sozialpolitik ist volle Achtung; Achtung ist ebenso viel werth, wie baar Geld, nur aus Achtung kann Vertrauen und Theilnahme hervorgehen. Was sollen vor Allem auch die Handwerksgesellen sagen und denken, wenn sie mit ihrem Lohn vertröstet werden, weil dem Meister beweestigte Forderungen nicht gezahlt sind? Das Pes ihnen, die doch künftig Stützen des des sein sollen, die Achtung vor dem Unser Handwerk kann die vollste stutzung des einsichtigen Publikums mit Recht erlangen, es ist der beste Schutz gegen die übertriebene„Fabriklauferei"; aber man muß ihm dann auch das Leben nicht noch saurer machen, als es schon ist, alle billigen Ansprüche vielmehr gern erfüllen. Mögen diese Zeilen eine freundliche Beachtung finden, was sie empfehlen, ist eine geringe Kleinigkeit. Was dadurch erreicht werden kann, ist etwas Großes, eine Kräftigung unseres bewährten deutschen Handwerks. Westfalen und Witten, 31. Dez.(Die Reichstags=Ersatzwahl) im Kreise Bochum ergab bis jetzt folgendes Resultat: Müllensiefen 17636, Vattmann 17.026, Lehmann 9 190, Lenzmann 1 444. Das Stimmenverhältniß der Wahlen im Frühjahr war folgendes: I. Wahl am 20. Febr. Frhr. v. Schorlemer=Alst(Centr.) 21 889, Müllensiefen(natlid.) und Name. 14) Roman von Mary Dobson. Mit einem nie empfundenen Gefühl— es war zugleich Neugier, Mitleid und Widerstreben— folgte der junge Freiherr seinem Schwiegervater und gelangte mittelst einer Privatthür in das eigentliche Wohnhaus. Dann stiegen sie eine breite Marmortreppe hinauf, die mit weichem Sammt bekleidet war, und gelangten in einen Vorraum, an dessen Wänden man Spiegel und Wandleuchter angebracht, welch letztere mit kostbaren Gaskronen versehen und, wenn angezündet, dem Raum wie den Treppen ohne Zweifel Tageshelle verliehen. Zunächst betraten sie einen geschmackvoll eingerichteten Salon, eine Art Vor= oder Empfangszimmer, und die innere zunächst liegende Thür öffnend, gab der Kaufmann ein Zeichen, einzutreten. Indem der junge Baron ihm folgte sagte er:„Liebe Tochter, ich bringe Dir hier Deinen Verlobten— Herr Baron von Greiffenberg, meine Tochter Helene!" Dann ließ er das Brautpaar allein. Zum ersten Male stand das junge Brautpaar sich endlich gegenüber, das nach zwei Tagen schon als Mann und Weib dies Haus verlassen sollte, jetzt aber nur eine kalte, förmliche Begrüßung für einander hatte. Arnold von Greifenberg sah in der reichen Umgebung eines eleganten Wohnzimmers ein holdes, junges Wesen vor sich, dessen dunkle Augen voll forschender Spannung auf die seinen gerichtet waren, im Uebrigen jedoch in vollkommen ruhiger, selbstbewußter Haltung seiner Anrede harrte. 4.s 4.5 M Helene Kranzler aber entdeckte giil bald, daß dei Mann, dem der Vater sie am nächstfolgenden Tage als eigen übergeben wollte, sie ebenfalls fast ängstlich betrachtete, daß aber sein Blick zutrauenerweckend und die Stimme wohlklingend war, die jetzt in ruhigem, fast gleichgültigem Tone sagte:„Mein Fräulein, nach der Vorstellung Ihres Herrn Vaters bleibt mir keine weitere Erklärung meiner Person mehr übrig. Eben so wohl wissen Sie gleich mir, daß dem Wunsch und Willen unserer Väter gemäß wir übermorgen ehelich verbunden werden sollen, ohne uns kennen gelernt zu haben. Natürlich fehlt unserer Verbindung die gegenseitige Liebe, die sonst zu einem solchen Schritt führt, und müssen wir daher in gegenseitiger Pflichterfüllung vorerst Befriedigung suchen. Ich bin leider auch gezwungen, Sie darauf vorzubereiten, daß Ihnen vielleicht anfänglich das Leben in meiner Familie nicht zusagen wird, so viel es mir aber möglich ist, werde ich indeß Ihre Rechte wahren und vertreten. Mehr vermag ich Ihnen nicht zu versprechen, denn ich stehe einmal zwischen Ihnen und den Meinen. Seien Sie indeß von meinem aufrichtigen Wunsch und Bestreben, Ihnen Ihre neue Heimath lieb und werth zu machen, überzeugt, und folgen Sie mir, das Beste von der Zukunft erwartend, vertrauensvoll dahin!“ Helene die ein ganzes Jahr bereits auf den Besuch ihres Verlobten gewartet, mußte auf eine solche Anrede gefaßt sein, dennoch bemächtigte sich ihrer ein unaussprechlich wehes Gefühl, als sie mit ihrem so warmen jungen Herzen sich auf kalte ruhige Pflichterfüllung angewiesen sah, auf keine Liebe zu rechnen, und ihr nur zu deutlich gesagt ward, daß man auch jetzt noch ihre Liebe nicht begehre. Diese Erregung währte aber nur einen Augenblick, alle früher gefaßten Vorsätze, alle Versprechungen, die sie ihrer heißgeliebten Mutter gegeben und von ihr erhalten, traten vor ihre Seele, und es gelang ihr die Thränen zurückzudrängen, die schon ihre Augen zu füllen begannen und anscheinend so ruhig wie zuvor ihrem Verlobten gegenüber zu sitzen. Diesem aber mußten die ausdrucksvollen Augen, die sprechenden offenen Züge seiner Braut in etwas ihre Gedanken verrathen verrathen haben, denn mit gedämpfter Stimme sagte er:„Darf ich hoffen Fräulein, daß Sie dies Vertrauen zu mir fassen?" Noch einen Blick in die ehrlichen, blauen Augen, die auf die ihren gerichtet waren, auf die festen, männlichen Züge ihres Verlobten heftend, und Helene Kranzler antwortete:„Ja, Herr Baron!“ „Ich danke Ihnen für dies Versprechen!" erwiderte sich erhebend, Arnold von Greifenberg,„und es bleibt mir dann nur hinzuzufügen, daß ich Ihnen morgen den erforderlichen Ring zustellen oder selbst bringen und zugleich meinen Onkel, den Grafen von Eberstorf herführen werde, der Ihnen seinen Besuch abstatten möchte!“ „Er wird bei mir und meinen Eltern willkommen sein!“ lautete die ruhige Antwort. Mit einer tiefen Verbeugung reichte Arnold von Greifenberg seiner Verlobten die Hand in die sie die ihre legte— eine so schöne zarte Hand, wie er noch nie in der seinen gehalten, und ehrerbietig diese küssend, entfernte er sich durch den Empfangssaal. Als Helene die zweite Thüre schließen hörte, stieß sie einen schweren Seufzer aus und flüsterte:„Das also war die erste Zusammenkunst, das die erste Unterredung eines Brautpaares so nahe vor der Hochzeit! Wie mag das nur Alles enden— wie werde ich das Vaterhaus wiedersehen, wenn ich es morgen als die Frau des Barons von Greifenberg verlasse?“ Diesen Gedanken verfolgend, blickte sie achtlos auf die belebte Straße hinab, durch welche die Wagen und Menschen in geschäftlicher Eile hin und her wogten. Unterdessen hatte Arnold von Greifenberg sich durch den im Vorraum wartenden Diener melden lassen, und dieser führte ihn in ein an der anderen Seite des Saales angrenzendes Zimmer, in dem er seine künftige Schwiegermutter mit einer Arbeit beschäftigt fand. Mit ruhiger Würde und dem feinen Anstand einer Weltdame reichte sie ihm mit prüfendem, durch Mutterliebe geschärften Blick ihre Hand und sagte in leicht bewegtem Tone:„Seien Sie mir willkommen, Herr Baron, und möge dieser Ihr erster Besuch in meinem Hause der Anfang zu öfterer, fröhlicher Einkehr in dasselbe sein!“ Und ihm darauf andeutend, an Ihrer Seite Platz zu nehmen, setzte sie sich wieder an ihren Arbeitstisch. Mehr als er es sich zugestehen wollte, fühlte er sich von diesem Empfauge betroffen; er hatte sich nie eine Vorstellung von Frau Kranzler gemacht, und als nun diese— eine noch schöne Frau voll ruhiger Würde auf ihn herabblickte und mit scharfem, durchdringlichem Blick ihn musterte, da kam er sich fast wie ein Verbrecher vor, daß er dieser Frau eine geliebte Tochter entführen wollte, ohne ihr in etwas die Liebe ersetzen zu können, die ohne allen Zweifel sie im Elternhaus umgab, und sie in den Kreis der Seinen zu bringen, die so wenig daran dachten, die Fremde willkommen zu heißen. Er hatte daher auch keine Antwort auf die Anrede und stotterte nur:„Gnädige Frau. „Arnold von Greifenberg,“ fuhr sie nach eindringlicher fort.„Sie sind gesonnen, in unseren Familienkreis zu treten, meine Tochter zu heirathen, ohne sie zu lieben, Trotz der gewaltigsten Anstrengungen, sogar mit Hülfe polnischer Flugblätter hat die Centrumspartei ihren früheren Standpunkt nicht behauptet; die Sozialdemokraten haben in einzelnen Orten auf Kosten der Freisinnigen zugenommen; letztere scheinen von der Bildfläche ganz verschwinden zu sollen. Das ist bitter bei der großen Liebesmühe und den großen Geldsammlungen, die für die Partei überall gemacht wurden; es scheint die„geistigen Wäffen". Eugen Richters können von großen Erfolgen nicht sprechen, zu konstatiren ist mit hoher Befriedigung, daß in evangelischen Arbeiterkreisen die Sozialdemokratie entschieden zurückgegangen ist. * Witten, 29. Dez.(Ultramontane Agitation.) Herr Vattmann, der Kandidat der ultramontanen Partei, äußerte in seiner gestern hier gehaltenen Progrommrede unter andern schönen Sachen folgendes: Der Arbeiter ist dem Arbeitgeber als Christ und als Mensch vollständig ebenbürtig und gleichberechtigt, geradeso wie der Nachtwächter dem Bürgermeister. Es ist daher ein Unrecht, wenn der Arbeiter von dem reichbesetzten Tisch des Arbeitgebers nur einige Brosamen, oft noch widerwillig, erhält, vielmehr soll er sich mit zu Tisch setzen. Herr Vattmann wird hoffentlich die Konsequenz vieser jedem Sozialdemokraten zu Ehre gereichenden oder vielleicht dem sozialdemokratischen Phrasenschatz entlehnten Redewendung ziehen und demnächst alle Nachtwächter seines Bezirks zu Gaste laden. 8 Witten, 31. Dezember.(Erklärung.) In verschiedenen antisemitischen Blättern ist nachfolgende Erklärung zu lesen: „Die Judenblätter, insbesondere die Frankfurter Zeitung, die Zeitung für das Judenthum, das Berliner Tageblatt und die Volkszeitung, melden triumphirend meine Entlassung aus dem Dienste. Da ein Versuch, diese Blätter zum Widerruf zu veranlassen, selbstverständlich zwecklos sein würde, so bitte ich freundlich um Aufnname folgender Erklärung: 1. Ich bin nach wie vor Berliner Rector und hoffe es noch viele Jahre zu sein. itaten Unterin“ 2. In der gegen mich eingelelleren Unlersuchung habe ich in den bisher anhängig gemachten Fällen den Wahrheitsbeweis mehr als überreich erbracht. 3. Die Freigabe meines Buches betrachte ich nur noch als eine Frage der Zeit und lasse dann dem ersten Buch sofort ein zweites folgen. H. Ahlwardt, Rector, Berlin N., Grenzstraße No. 16. ohne sie zu kennen. Gleich einem Geschäft ist die Sache ohne ihr beiderseitiges Vorwissen von den Vätern beschlossen, doch haben auch Sie Ihre Zustimmung dazu gegeben. Nun aber gehören Sie dem Adel, wir dem Bürgerstande an, und es wäre leicht möglich, daß Sie oder doch Ihre Familie besonderen Werth auf Geburt und Namen legen. Ich tadle das nicht, und habe selbst meine Kinder, namentlich meinen Sohn dahin erzogen, nie den ehren vollen Namen seines Vaters durch eine ehrlose Handel zu: beflecken. Sie und Ihre Familie könnten aber das Wort „von" besonders hoch anschlagen und vielleicht gar denken, daß Sie sich zu einer Mesalliance herablassen, was möglicherweise meine Tochter zu entgelten hätte! „Gnädige Frau—l, unterbrach der junge Mann nochmals, der sich mehr und mehr betroffen fühlte.„ „Lassen Sie mich zu Ende reden, Herr von Greifenberg, entgegnete Frau Kranzler ernst;„denn da mein Mann nur das Geschäftliche dieser Verbindung mit Ihnen besprochen, so ist mir die schwierige Ausgabe übrig geblieben, und Sie müssen klar sehen, wie wir uns in Zukuuft gegenüberstehen. Ihr Aeußeres flößt mir Vertrauen ein und ist übereinstimmend mit dem, was ich von Ihrem Charakter und ihrem früheren Leben erfahren. Daher lasse ich auch diese Heirath geschehen und hoffe davon das Beste für Sie und mein Kind. Während eines Jahres haben Sie eine Einmischung unsererseits in Ihre Häuslichkeit nicht zu erwarten, denn es ist nothwendig, daß Sie ohne anderen Einfluß sich kennen lernen; wir wer den Sie daher nur nach vorhergegangener Anfforderung aufsuchen, wenngleich Sie uns jederzeit willkommen sind! Habe ich dann mein Kind nicht wiedergesehen, so erscheine ich auf Greifenberg, und von Helenens Aussage soll es abhängig sein, ob sie noch länger als Ihre Frau gelten will und wird! Dies ist mein letztes Wort über diese Heirath, die ich nicht zu verhindern vermochte, sonst wäre es bestimmt geschehen, und Sie wie meine Tochter hätten eine Wahl nach Ihrem Herzen getroffen.“ Nach diesen Worten erhob sich Frau Kranzler, sie traute ihrer Stimme nicht mehr zu einer weiteren Unterredung. Sich durch eine leichte Verbeugung verabschiedend, entschwand sie durch eine andere Thür, und dem jungen Manne blieb nichts übrig, als sich durch den Saal zu entfernen, durch den er gekommen war.(F. f.) * nung,; heute tgeber wahrrießlichkeiten noch nicht Die Grunditik ist volle th, wie baar n und TheilAllem auch n, wenn sie dem Meister sind? Das Stützen des ung vor dem n die vollste is mit Recht i die überuß ihm dann hen, als es iehr gern erundliche Beeine geringe den kann, ist es bewährten ags=Ersatz= folgendes Re026, Lehmann nißder Wahlen 0. Febr. Frhr. isiefen(natlib.) n(deutschfreis.) ere Wahl am lenfiefen 28824. jar mit Hülfe mspartei ihren ozialdemokraten reisinnigen zuläche ganz vergroßen Liebes, d i e f ü r d i e st die„heistigen roßen Erfolgen r Befriedigung, n die SozialAgitation.) mutanen Partei, Progrommrede als Christ und gleichberechtigt, germeister. Es heiter von dem inige Brosamen. soll er sich mit ousequenz, dieser en oder vielleicht itlehnten Redetwächter seines ing.). In verachfolgende Erdie Frankfurter u, das Berliner in triumphirend m Widerruf zu sein würde, so ider Erklärung: sector und hoffe n Untersuchung chten Fällen den bracht. strachte ich nur dann dem ersten dt. Rector. zstraße No. 16. KI ist ist die Sache den Vätern beungdazu gegeben. ir dem Bürgeriß Sie oder doch burt und Namen st meine Kinder, , nie den ehrenhrlose Handel zu. aber das Wort leicht gar denken, lassen, was mögtte!“ er junge Mann ffen fühlte. err von Greifen„denn da mein ndung mit Ihnen lusgabe übrig gewir uns in Zuzt mir Vertrauen is ich von Ihrem erfahren. Daher hoffe davon das end eines Jahres s in Ihre Häusnothwendig, daß ernen; wir werner Anfforderung willkommen sind! sehen, so erscheine Aussage soll es Ihre Frau gelten Wort über diese nochte, sonst wäre ne Tochter hätten rau Kranzler, sie r weiteren Unterna verabschiedend, und dem jungen urch den Saal zu (F. f) 2c Witten, 21. Dezember.(Stadt=Theater.) Am nächsten Freitag findet eine Benefizvorstellung für den ersten Liebhaber unserer Bühne, Herrn Leo Gadiel, statt, und zwar hat derselbe sich das beliebte Lustspiel „Die berühmte Frau" zu seinem Ehrenabend ausgesucht. Die Titelrolle wird Frau Gadiel spielen. Dieselbe tritt hier zum ersten Male auf, was wohl das Publikum veranlassen dürfte, sich zahlreich einzufinden, denn soviel wir wissen, ist Frau Gadiel eine äußerst sympathische Bühnenerscheinung und spielt die ersten Liebhaberinnen mit seltener Bühnengewandtheit und warmer Empfindung. Uebrigens hat Herr Gadiel auch redlich verdient, daß man ihm an seinem Ehrenabend einen Zoll der Dankbarkeit abträgt. Stets verstand es der Künstler, durch sein frisches Spiel das Publikum zu fesseln, und es hat sich wolt jeder überzeugt, daß wir für das Fach eines sten### noch keinen besseren Vertreter, als Heg G osere Bühne gesehen haben: Also:„A### zur „berühmten Frau.“ Witten, 31. Dez.(Postalt#### 1. Januar 1891 ab sind im Verkehr mit der Te###schen Postagentur in Shanghai(China), sowie mit der Deutschen Postagentur in Finschhofen(Neu=Guinea) Postanweisungen bis zum Betrage von 400 Mark zulässig. Die Postanweisungsgebühr beträgt 10 Pf. für je 20 Mark oder einen Theil von 20 Mark mindestens jedoch 40 Pf. Zu den Postanweisungen sind Formulare der für den internationalen Verkehr vorgeschriebenen Art zu verwenden. Der Abschnitt der Postanweisung kann zu schriftlichen Mittheilungen jeder Art benutzt werden. m* Langendreer, 28. Dezbr.(Nach der Volkszählung) vom 1. Dez. beträgt die Einwohnerzahl unserer politischen Gemeinde 12 276 gegen 10 778 im Jahre 1885; darunter sind 10055 Protestanten und 2211 Katholiken, die übrigen sind theilweise Juden und Dissedenten. —(Brandstiftung.) Wie bekannt brannte am 9. November die Scheune des Landwirths Friemann mit ihren gesammten Vorräthen nieder, in der Nacht vom 1. auf den 2. Feiertag ist, offenbar durch ruchlose Hand, auch der Schuppen ein Raub der Flammen geworden. Die Wagen und Ackergeräthschaften konnten noch in Sicherheit gebracht werden, doch erwächst dem Besitzer immerhin ein nicht unbeträchtlicher Schaden. Man kann sich bei solchen wiederholten schändlichen Vorkommnissen die Sorge des Hofbesitzers für die Zukunft denken. a Langendreer, 30. Dezember.(Selbstmord.) Am gestrigen Tage fand man auf dem hiesigen Friedhofe die Leiche des früheren Steigers B. Der Mann, welcher dem Trunke sehr ergeben war, hatte durch Erhängen seinem Leben ein Ende gemacht. &am Laugendreer=Bahnhof, 30. Dez.(Ueberfall.) Am 1. Weihnachtstage wurde hier ein Act äußerster Brutalität begangen, wodurch zwei Familien in fiese Trauer versetzt worden sind. Der Arbeiter Schiffmann von hier wurde nämlich am Abende des genannten Tages meuchlings überfallen ung derart schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus nach Witten gebracht werden mußte, woselbst der Unglückliche bereits am verflossenen Samstage seinen Wunden erlegen ist. Als der That verdächtig wurde an demselben Tage ein Arbeiter E. verhaftet und nach Bochum ins Gefängniß abgeführt. Herne, 27. Dez.(Selbstmord.) In inem Anfoll von Geistesstörung erschoß sich heute Vormittag ein hiesiger, in den 40er Jahren stehender Kanfmann. An der Leiche wurden 2 Schußwunden konstatirt, eine oberhalb der Herzgegend— diese scheint nicht tödlich gewesen zu sein— und die zweite in die Schläfe. Hamm, 28.Dez.(Submissions=Ergehnisse.) Zur Entwässerung des hiesigen Bahnhofs hatte die Bahnverwaltung die Lieferung von Sohlsteinen aus CementBeton— 580 laufende Meter— ausgeschrieben. Die 23 eingelaufenen Offerten schwankten zwischen 200 M. und 10440 M., macht pro laufenden Meter 5 bezw. 18 Mark'...9 8.(eine den eti#bi * Münster, 19. Tez.(Eine der ergiebigsten Fundstätten altdeutscher Gräber) ist die Gegend um Vreden im nordwestlichen Münsterlande. In dem seit Jahrhunderten von dem Pfluge unberührt gebliebenen dürren Boden der dortigen weit ausgedehnten Haideflächen findet man zahlreiche, theils größere, theils auch kaum sich aus der Ebene hervorhebende Hügel, unter welchen von den heidnischen Altvordern in mächtigen Urnen die Knochen= und Aschereste der Todenscheiterhaufen beigesetzt worden. Diese„Hummebülten" oder„Haidebülten“, wie das Volk sie nennt, tsind in den letzten Jahren von Conrektor Tenhagen zu Vreden und anderen Geschichtskundigen der Gegend sorgsam durchforscht und die zahlreichen, hochinteressanten Fundstücke in einer besondern Sammlung vereinigt worden. Die meisten Urnen sin roh, ohne jede Verzierung, einige zeigen aber auch als Schmuck eine symetrische Strichelung oder Liniirung; nit in wenigen der Gefäße, deren Höhe zwischen 16 und deren Weite 22 und 34 Cm. beträgt, fanden sich Met## gegenstände, so ein 5 Ctm. langen Kupferdraht, ein zugepitztes Stück Eisen und Eisenring von 2 Ctm. Lichtuug. It der genannten Sammlung befindet sich außerdem ein Ditzend dort gefundener Feuersteinwaffen: Messer, Beile eie 3 Ctm. lange, wohl erhaltene Pfeilspitze. Einen nähren, sehr beachtenswerthen Bericht über diese Alterküimer bringt der soeben erschienene 48. Band für Gegichte und Alterthumskunde Westfalens. Paderborn, 28. Dezbr.(Werthvolle Funde.) Bei dem Umbau des hiesigen Gymnasiums wurde in dem giedergerissenen alten Gemäuer, zum Theil in unterirdichen, kunstvoll versteckten Gängen und Schächten, eine Anzahl werthvoller Funde gemacht. So entdeckte man in einem früher wahrscheinlich als Todtenkammer benutzten Verließe schöne Tropfsteingebilde. Ein alter Schrank in einem früheren Archivraum enthielt verschiedene Kupferstiche aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts mit sehr getreuen Abbildungen des damaligen Paderborn. Außerdem fand man allerlei theatralische Costüme, die vermuthlich von den Zöglingen der Jesuiten, den früheren Herren des Gebäudes, zu Schauspielaufführungen benutzt wurden. Barmen, 30. Dezember.(Schlecht angebracht) ist die kameradschaftliche Opferwilligkeit jener Reservisten, welche vom Bezirks=Commando Barmen am 8. d. Mts. zu einer zehntägigen Uebung nach Metz einberufen wurden. Wie an dieser Stelle mitgetheilt, stürzte auf dem Transport dorthin in der Nähe von Merzig der Reservist Berger von Elberfeld aus dem Coupee und wurde von dem Zuge überfahren. Berger ist nun nicht, wie s. Z. mitgetheilt worden, infolge der Verletzung gestorben, sondern befindet sich verhältnißmäßig wohl im Krankenhaus, woselbst ihm allerdings beide Beine amputirt worden sind. Die anderen Reservisten hatten für die Wittwe ihres Kameraden eine Sammlung unter sich veranstaltet und das Geld der Frau zugesandt. Anstatt nun mit dieser Liebesgabe hübsch Haus zu halten, werden in dem Hause der Schwiegermutter des Berger, woselbst sich die Frau des Verletzten aufhält, große Zechgelage veranstaltet und das Geld durchaebracht, eine Handlungsweise, welche gewiß nicht im Sinne der Geschenkgeber Gelegen vot 20 Saramter(randmeusr 9. Solingen, 29. Dezember.(Brandwunden.) Zu Mangenberg wurde heute Mittag der Deckel des Destillirkessels in einer Branntweinbrennerei durch aufsteigende Dämpfe gegen die Decke des Zimmers geschleudert. Einer der Inhaber erlitt schwere Brandwunden im Gesicht. Durch sofortiges Einschreiten der Feuerwehr konnte der entstandene Brand rasch gelöscht werden. Essen, 29. Dez.(Falschmünzer.) Der Kriminalpolizei ist es nach langen Bemühungen gelungen, den Falschmünzer zu ermitteln, welcher wahrscheinlich verschiedenes in der letzten Zeit vorgekommenes falsches Geld angefertigt hat. Mehrere derartige Stücke wurden in der Wohnung desselben vorgefunden und beschlagnahmt, wogegen die Formen nicht mehr vorhanden waren. Ruhrort, 29. Dez.(Rheintrajekt.) Die„Rh.= und Rz.“ meldet: Auf Veranlassung des kgl. Eisenbahn=Betriebs=Amts zu Essen wurde von einer Anzahl Arbeiter am Samstag Nachmittag und gestern die starke Eisdecke im hiesigen Eisenbahn=Bassin losgehackt und die schweren Eisschollen in den Rhein gedrückt. Im hiesigen Bassin ist die Fahrstraße für das Trajektboot jetzt offen und sollte der Dampfer„Emscher“ heute morgen seine planmäßigen Fahrten wieder aufnehmen. Das Boot hat bis heute Mittag jedoch noch keine Tour gemacht, da dasselbe noch nicht aus dem Homberger Bassin herauskommen konnte; man ist jedoch auch dort mit dem Loseisen beschäftigt, mit welcher Arbeit man heute fertig zu werden hofft, so daß das Boot alsdann morgen seine Fahrten wohl wird aufnehmen können. Uerdingen, 27. Dez.(Unsere evang. Kirche) wäre am ersten Weihnachtstage fast ein Raub der Flammen geworden. Die Kirche wird durch zwei große Oefen geheizt und Morgens war in der erwärmten Kirche der Weihnachtsgottesdienst gehalten worden. Gleich nach Tische begab sich Herr Lehrer H. in die Kirche, um mit einigen Schülern und Erwachsenen den für den Abend bestimmten Weihnachtsbaum zu schmücken. Gegen 3 Uhr bemerkte ein junger Mann, daß oben am Dach der Balken neben dem Kamine kohle und glühe, auch hatte sich schon ein Theil des Bretterdaches mit entzündet. Einem herbeigerufenen Dachdecker gelang es miit Hülfe einiger anderen Leute das Feuer zu löschen, doch ist schon ein ziemliches Loch in die Tafelung gebrannt, Zum Glück wurde das Feuer beim Entstehen bemerkt, ebe die helle Flamme hervorbrach, sonst wäre unsere schöne Kirche wohl nicht mehr. Düsseldorf, 29. Dezember.(Großfeuer.) Seit heute Morgen 4 Uhr steht die Herrmannsche Porzellanfabrik in Flammen. Unsere Feuerwehr ist gegen halb 6 Uhr nach Obercassel ausgerückt. Das umfangreiche Etablissement ist total ausgebrannt und mehr als hundert Arbeiter sind beschäftigungslos. Das Feuer brach, wie die„D. Z.“ meldet, gleichzeitig an mehreren Stellen aus. so daß die Annahme einer böswilligen Brandstistung voll berechtigt erscheint. Der gegen halb 5 Uhr durch Rufe von der Straße geweckte Eigenthümer fand beide Stiegenhäuser bereits unpassirbar und konnte sein Leben nur dadurch retten, daß er sich mittelst Tüchern auf eine Leiter hinunterließ; seine Familie weilt zur Zeit in Davos und ist hierdurch einem sicheren Tode entgangen, da deren Schlafzimmer noch eher als das des Besitzers vom Feuer verzehrt wurden. Die Baulichkeiten und zum Theil auch das Lager sind versichert; die Geschäftsbücher konnten in Sicherheit gebracht werden. Bereits früher ist einmal eine Brandstiftung versucht, aber glücklich vereitelt worden. Eine wirksame Bekämpfuug war von den tapfer arbeitenden Löschmannschaften von hier und Obercassel nicht möglich, weil bei dem scharfen Fost trotz der Näh: des Rheines die Zubringung des Wassers große Schwierigkeiten machte. Hätte nicht die gestern Mittag dem Verkehr übergebene Brücke bereits am Abend wieder abgefahren werden müssen, so wäre eine sofortige Action der hiesigen Feuerwehr und dadurch wahrscheinlich fast gänzliche Rettung des Etablissements möglich gewesen. Wiederum eine Mahnung, doch endlich mit dem Bau einer stehenden Brücke vorzugehen. Cöln, 30. Dezember.(Frost.) Im Laufe des Nachmittags hat sich auf dem Oberrhein das Eis an mehreren Stellen setzgesetzt. Der Verkehr und die Ueberfahrten über denselben bei Oppenheim sind eingestellt. Die Mosel ist größtentheils zugefroren. Aachen, 27. Dezember.(Feuer.) In der Brauerei von Paulssen hierselbst brach heute Morgen Feuer aus, welches das in der Malzdarre befindliche Malz vollständig vernichtete. Der Schaden ist nicht unbeträchtlich. Die übrigen Gebäude der Brauerei blieben von den Flammen verschont. Ahrweiler, 29. Dezember.(Erdstoß.) In der vorigen Nacht gegen 4 Uhr 40 Min. erfolgte hier ein starker Erdstoß, durch den z. B. im zweitten Stocke eines Hauses eine Schelle anschlug. Von der Saar 28. Dezember.(Vom Spiel mit Schußwaffen.) In Niederlosbeim bei Merzig wurde gestern eine Familie in tiefe Trauer gesetzt. Ein junger Mann spielte in einem Zimmer, in dem seine Eltern und Geschwister anwesend waren, mit einem geladenen Revolver. Plötzlich geht ein Schuß los, und die Kugel fährt der eigenen Mutter in den Unterleib, dieselbe schwer verletzend. An dem Aufkommen der Frau wird gezweifelt. Saargemünd, 28. Dezember.(Lehrerjubiläen.) Gestern wurde laut der„Metzer Ztg.“ in unserer Stadt ein seltenes Fest begangen. Drei Lehrer der Elementarschule, die Herren Mörschbacher, Wirtz und Eyles. alle drei aus der Rheinprovinz gebürtig, feierten ihr 50jähriges Amtsjubiläum. * Mainz, 26. Dezember.(Gegen die beabsichtigte Zollerhöhung auf Cognac, Arrac, Rum) u. s. w. wird seitens der hiesigen Handelskammer eine Eingabe an den Reichstag gerichtet werden. Infolge der bedeutenden Schaumweinfabriken, die sich hier befinden, ist der hiesige Platz bei der Sache sehr interessirt, daher ist auch in den betreffenden Kreisen eine sehr lebhafte Agitation im Gange. Wiesbaden, 30. Dez.(Das Eis des Rheins) ist heute am Loreley=Felsen zum Stehen gekommen. Frankfurt a. M. 29, Dez.(Erfroren.) Im Laufe der letzten kalten Wochen wurden der„F. Z.“ zu Folge hier und in der Umgegend 7 Menschen erfroren aufgefunden Kassel, 29, Dez.(Vergrößerung der Kriegsschule.) Die Kasseler Kriegsschule wird im Anfang des kommenden Jahres vergrößert werden, damit sie mehr Zöglinge als bisher aufnehmen kann. Es wird ein Zuwachs von mindestens einem Drittel gegen den bisherigen Stand erwartet, weshalb auch bereits Schritte gethan sind, um ein in der Nähe befindliches Privatgebäude zu mietben. Eine sehr dankenswerthe Verfügung über gesundheitliche Maßnahmen in den Schulen hat die Regierung in Bceslau erlassen. Darin wurde auch mit Rücksicht auf die Gesundheit der Augen eine möglichste Beschränkung der Schiefertafeln empfohlen. Die Schiefertafeln schädigen die Augen aber nur vorübergehend, schlimmer ist es noch immer trotz wiederholter Hinweis: mit der kleinen Schrift der Bücher, zum größten Theile wenigstens, bestellt.„Als ich in die Schnle geschickt wurde, schreibt ein Lehrer, und das ist gar nicht allzulange her, lernte man noch das ABC und gar das Lesen aus der Fibel. Obwohl wir Kinder alle recht gute Augen hatten, waren die Buchstaben in der Fibel hübsch groß und standen nicht sehr eng bei einander, man konnte sie, so zu sagen, mit dem Stock fühlen. Auch in den später benutzten Schulbüchern waren noch, obgleich schon etwas kleinere, aber doch noch ganz leserliche Buchstaben enthalten; ich führe nur an: Den Kinderfreund, das Gesangbuch Großmutters, die Familienbibel, selbst der Zumpt u. A. Jetzt ist das ganz anders. Die Kinder lernen nicht mehr das ABC stammeln, sondern bekommen, da sie ja sofort lesen müssen, ein Lesebuch mit möglichst feinem Druck in die Hand, und da sie bald flott lesen können, genügt ihnen das nicht, sie lesen auch andere Bücher, Zeitschriften u. s. w., die noch feineren Druck haben. Diese feinen Druckschriften bilden die Hauptgrundlage für die beginnende Kurzsichtigkeit der Kinder und die Weiterentwickelung der Kurzsichtigkeit bei den Erwachsenen. Man sehe sich nur einmal einen Band fein eingebundener Gedichte an oder selbst ein feines Gesangbuch, ein Neues Testament; es ist Alles Augenpulver! Selbst die Glücklichen mit gesunden Augen können diese Bücher ohne Brille kaum lesen. Das Schlimmste aber sind die juristischen oder wissenschaftlichen Bücher mit den Anmerkungen. Wenn schon der Text Augenpulver, so sind die Anmerkungen in ihrem Perldruck der Augenmord. 6 A zt Mmr Verschwunden ist in Berlin seit nunmehr sechs Wochen der erste Buchhalter der Hauptlotteriekollekte von Möser in der Stallschreiberstraße, Namens Blumberg. Derselbe steht Ausgangs der dreißiger Jahre, ist unverheirathet und hatte seine Wohnung in der Inselstraße. Da seine Bucher gleichwie die ihm unterstellte Kasse vollständig in Ordnung befunden wurden, hat die Firma bisher über sein Fortbleiben geschwiegen in der Hoffnung, der Vermißte werde noch zurückfehren. Jetzt hegt man diese Hoffnung jedoch nicht mehr. Wo Blumberg geblieben ist, darüber fehlt jeder Anhalt. Als lebensfroher Mensch mit hohem Einkommen, huldigte er allerlei Sport und Vergnügen, vornehmlich dem Wassersport. Hinrichtung. Beuthen in Oberschl. 29. Dez. Die Hinrichtung des Lustmörders Johann Muschiol wurde heute Morgen 8 Uhr durch den Scharfrichter Reindel aus Magdeburg mit Raschheit und Sicherheit hierselbst vollzogen. Hasenfülle. Von allen Seiten wird berichtet, und zwar aus Hessen, Thüringen, Waldeck und Südhannover, daß es selten so viele Hasen gegeben hat, als in diesem Jahr. Auf einer großen Treibjagd, welche vor einigen Tagen vor den Thoren Kassels abgehalten wurde, kamen nicht weniger als 812 Hasen zur Strecke. Früher hat man kaum 50 auf derselben Jagd geschossen. Auch Dachse und Füchse giebt es in diesem Jahre in Menge. So hat ein Förster bei Marburg an einem Tage 3 Dachse ud 2 Füchse ereot Markt= und Coursberichte. Berlin, 30. Dez. 2 Uhr 30 Min. Fruchtbörse. Weizen Dez. 186.00, Dez.=Jan. 000,00, April=Mai 192,50 Mai=Juni 000,00 Mark. Gek. 2000 Ctr. Roggen Dez. 179.50, Dez.=Jan. 175.25, April= Mai 169.75 Mai=Juni 000.00. Mark. Gek. 20000 Ctr. Hafer Dez. 145.00, April=Mai 000.00, Mai=Juni 139.75 Mark. Gek. 15000 Ctr. Rüböl vorr. mit Faß 59.00, ohne Faß 58.00, Dez. 58,80, April=Mai 58.70, Mai=Juui 00.00 M. Gek. 1500 Ctr. Spiritus 70er vorr. 47,10, Dez. 47.10, April=Mai 47.30, Mai=Juni 47,.50, Juni=Juli 47,90 Mt. 50er vorr. 66,60 Mk. Gek. 130.000 Ltr. Petroleum vorr. 23.80 Mk. Roggenmehl 0/1 Dezember 24,70, April=Mai 23.50 Mt. Bremen, 30. Dezmeber. Petroleum vorr. sehr fest, 6.40 Br. Antwerpen, 30. Dezbr. Petroleum flau vorr. 17, Dez. 00, Jan. 17, Jan.=April 165 fr. Glasgow, 30. Dez. Warrants 468 50. Freie Zusendung Haus und an die Bahn Streng reelle Bedienung. G JOUUTEINZ Bammötotr! Co, FPanie Ruchen— Wenig Nuhen— Großer Umsatz. 6T Grosse Auswahl in Haushaltungsgegenständen, als: Porzellan=, Glas=, Blech= u. Emaillewaaren,— Seifen, Parfümerien, U sowie Galanterie=, Kurz= und Spielwaaren. 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