itten. ch den 5. Novbr, ds 8 Uhr. rwechsel. maligen Entnahme ind die Mitgliedsigen. No. 261. Funspretz=Nr. 46 für Witen. Dasur bend, den 8. öffnet werden. daher die für deniten Arbeiten und ldigst an Herrn nann einzuschicken behufs Abholung zu mochen. er Vorstand. Witten, Freitag, den 7. Rovember Herstrectz=Nr. 13 für Hagen. 1890. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Insertionen werden die 7gespaktene Petttzeile mit 10 Pfg. berechnet. verbunden mit dem 9 für Witten und Amgegend. Abonnementspreis(inel. der Gratisbeilage „Märkisches Heim“): 1,80 Mark vierteljährlich monatlich 60 Pfg. bei Bestellung durch die Boten. Bei Abnahme auf der Post inel. Bestellgeld 2.90 Mt. D Der Getreidepreis. Ueber kein Produkt ist in den deutschen Zeitungen seit Jahren so viel geschrieben, in den Versammlungen so viel gesprochen worden, wie über das Getreide, den Getreidepreis und damit den Brodpreis. Eine Einigung der Ansichten der verschiedenen Interessenten ist über diesen Punkt nicht zu erzielen, jede Richtung bleibt bei ihren Anschauungen stehen und kommen unbequeme Zwischenfälle, so schiebt sie die Schuld davon auf den anderen Theil. Für denjenigen, welcher unbeinflußt die Dinge mit ruhigem Augen betrachtet, liegen die Dinge aber durchaus nicht so komplizirt, daß es unmöglich wäre, ungefähr das Richtige zu treffen. Der Getreidepreis ist in aller erster Linie abhängig von der Gesammtproduktion der Landwirthschaft in allen Getreideländern. Deutschland untersteht ebenfalls dem Weltmarkte, es Zwei neu wäre unabhängig von ihm nur dann, wenn es selbst Sofas billig so viel Brodkorn produzirte, wie seine Bewohner geabzugeben. seltbekannte Waldwoll=Watte nd das nuadel=Oel aturprodukt), gichtischerheumaLeiden seit einem schenalter unüberich bewährt von ichen Autoritäten ohlen und verordnet, Medaillen u. Ehplome,(Silber=MeBarcelona 1888 a. 1830 u. Stuttgars seichnet, flr d für echt zu bab n bei Karl Fipo. brauchten, und davon kann bis heute keine Rede sein. hringemeins Wir können also in Deutschland eine weniger gute ∆ sämmtlichen Ernte haben, und der Getreidepreis kann doch bei und vuruns gefe —.H temischen günstiger Ernte im Auslande, sich noch in gewissen Geschütze in der belgischen Artillerie, wegen der InSettm Halten#nn ir nicht Hänßlich zmpargesckraubt seriortät des deutschen Materials, gezählt seien. Konjunkturen ausnutzt, ist nicht zu verdammen, das thut schließlich Jeder, aber Alles muß seine Grenzen haben, und der Verdienst darf nicht gleich in die Miltonen gehen. Rundschau. * Die Anfeindungen der deutschen Industrie, welche in Belgien unter der Maske patriotischer Sorge um die Beschaffung eines tadellosen Geschützmaterials ihre Spitze gegen die Versorgung der belgischen Artillerie mit Krupp'schen Gußstahlgeschützen kehrten und dort während des verflossenen Winters bekanntlich in mehrfachen parlamentarischen Auseinandersetzungen zwischen dem Kriegsminister und den Lobrednern der belgischen Geschützfabrikation hervortraten, haben zu einem für die Gegner der Kruppschen Gußstahlgeschötze nicht wenig beschämenden Ergebnisse geführt. Letztere hatten gewaltigen Lärm derüber geschlagen, daß bei den jüngsten Herbstmanövern ein Krupp'sches Gußstahlgeschütz der 34. Feldbatterie erhebliche Rohrbeschädigungen aufwies, und daraus gefolgert, daß die Tage der Krupp'schen gmann's prossen- Seife ändigen Entfernung nersprossen besten z. Verhütung d. s0 Einwirkung d. Son uf den Teint. à St W. Reuter. samilie finden ge a guten nd Abendtisch sie Exped. d. Ztg. bl. Zimmer des Bahnhofs an Herrn zu vermiethen res in der Exped. bl. Zimmer zu miethen gesucht unter Nr. 2472 an Ztg. Polsterwaaren in Grenze halten, wenn er nicht rünstlich emporgeschraubt Erinnerung. wird. Auf der anderen Seite können wir bei uns lius Potthoff, eine brillante Ernte haben, und der Preis kann doch Hauptstr. 13. hoch sein, wenn im Auslande eine Mißernte herrschte, Nun sind allerdings der Kornländer auf der Erde so ville, daß eine allgemeine Mißernte nicht zu erwarten ist. Der deutsche Kornzoll setzt naturgemäß die deutschen Getreidepreise um seinen Betrag höher; der Preis im Auslande ist bei ergiebiger Ernte um so viel niedriger. Die Preisdifferenz schwindet aber zum Theil bei schlechterer Ernte in einzelnen Getreideländern. Nun kommt aber noch eine Thatsache in Betracht, die heute viel zu wenig gewürdigt wir: der offizielle Marktpreis des Getreides ist nicht selten sehr verschieden von dem, welchen die Landwirthschaft erzielt. Wenn der Zoll den deutschen Getreidepreis erhöht gegenüber dem des Auslandes, so setzt doch eine Reihe von Thatsachen, unter denen die Spekulation obenan, darauf noch einen neuenTrumpf. Getreide ist heute zum Spekulationsartikel geworden, gerade wie Papier=Werthe, und daß es an der Börse nie an Mitteln und Mittelchen fehlt, die Preise hinaufund hinabzutreiben, ist ja bekannt. Niemand wird verlangen, daß die Personen, die das Getreide dem Landmanne abkaufen, ohne Verdienst arbeiten sollen. Aber der Verdienst erhöht sich bei den vielen Händen, durch welche das Getreide wandert, ganz erheblich, und damit steigt der Preis, und weil das Gtreide zu den nothwendigsten Produkten gehört, so ist die Zahl derer, welche sich dem Getreidehandel widmen, nicht gering. Nicht immer glücken Getreidespekulationen, die Preisschrauber erhalten ganz empfindliche Ohrfeigen, aber besser wäre es schon, wenn solche Produkte überhaupt nicht zum Gegenstand der Spekulation gemacht würden. Vor wenigen Wochen erst ist festgestellt, daß in Berlin mehrere großen Getreidefirmen sich kontraktlich verpflichtet hatten, ihre gewaltigen Vorräthe nicht vor einem bestimmten Termin zu verkaufen. Den Grund hierfür kann sich Jeder leicht sagen, der mit dem Geschäftsleben einigermaßen nur vertraut ist: Der Preis einer jeden nöthigen Waare steigt um so höher, in je geringeren Quantitäten sie zum Markt gebracht wird, und beim Getreide liegen die Dinge genau ebenso. Nun kann ja der Landwirth auch verkaufen, wenn der Getreidepreis einen hohen Stand erreicht hat, aber dieser Rath entspricht nicht den Verhältnissen der Landwirthschaft. Auf die Ernte rechnet jeder Landmann und auf das baare Geld erst recht. Es ist unmöglich für die Meisten, einen guten Preisstand abzuwarten, man muß verkaufen, wenn die Verhältnisse dazu nöthigen. Wie gesagt, wird ja nun auch manche solche Spekulation zu Ungunsten des großen Publikums durch unvorhergesehene Zwischenfälle vereitelt, aber es ist und bleibt ein Nachtheil, wenn als Spekulationsobjekt das Brodkorn dient. Sind die Zölle von Uebel für das Publikum, so ist es die Spekulation nicht weniger, und gäbe es ein kräftiges Mittel, diesem Unwesen ein Ende zu machen, es wäre ein unberechenbarer Vortheil. Zur Ermäßigung der Kornpreise soll im Reichstage von Neuem der Antrag auf Aufhebung der Kornzölle eingebracht werden. Da Konservative, Centrum und auch ein erheblicher Theil der Nationalliberalen im Hinblick auf die Landwirthschaft dagegen sind, ist an eine Annahme nicht zu denken; es könnte auch nur im langsamen Fortschreiten ein Ausgleich ermöglicht werden. Eine plötzliche Aufhebung aller Zölle würde den Grundwerth kolossal sinken lassen, wir hätten nicht Tausende, sondern Hunderttausende von bankerotten Landwirthen. Hier kann also nur Schritt für Schritt vorgegangen werden. Dringend zu wünschen ist, daß die Landwirthe sich selbst immer fester verbinden, um gegen alle übertriebene Spekulation zusammenzustehen. Wer Zeitverhältnisse und enlokal. lai nächsten Jahres em Hause, Hauptdas bisher von Klempner Haar egehabte Laden Wohnung frei. Reflektirende wollen melden. . Noobr. 1890. H. Haarmann. engesuche und gebote eile 10 ebreitung in über Exemplaren. ger nachergeselle Stelle bei Brodt, Annen. sienstmädchen ugnissen zum 1. Dez. sitten, Ruhrstr. 36. age sofort gesucht s d. Exped. d. Ztg. es einfaches ädchen hat die bürgerliche ernen, baldigst ohne Vergütung nach sucht. Näheres in Verlag von d& Co in Witten. H. Risel& Co. n Hagen er Verantwortlichkei sepold in Witten. Nunmehr aber kommt das Resultat der angestellten fachmännischen Untersuchung des Falles zu Tage und gestaltet sich zu einer für die Ehre der deutschen Industrie in doppelter Hinsicht glänzenden Genugthuung. Einmal hat sich nämlich herausgestellt, daß der Gußstahl völlig intakt aus der Affaire hervorgeht und zweitens, daß die in dem beschädigten Rohre konstatirten Risse von einem in den Geschützlauf eingeführten harten Körper herrühren. Wie das Fachblatt„La Belgique militaire“ meldet, ist eine Untersuchung eröffnet, wo und auf welche Weise diese Manipulation hat vorgenommen werden können. Eines Kommentars bedarf dieses, für die Art und Weise, und mit welchen Mitteln der Konkurrenzkampf gegen die deutsche Industrie mitunter geführt wird, recht lehrreiche Vorkommniß wohl nicht. * Dem neuen englischen Magazingewehr scheint es recht eigenartig zu ergehen. Nachdem wir schon neulich mittheilen konnten, daß diese Waffe den zum indischen Dienst bestimmten Truppentheilen wieder abgenommen war, weil sie bei den Mannschaften „zu unbeliebt“ wäre und aus dieser Art der Motivirung schlossen, daß es mit dem Magazingewehr irgend einen Hacken haben müsse, wurde die Zurückziehung des Gewehrs dann damit zu erklären versucht, daß die indische Militärbehörde sich blos im Interesse der einheitlichen Bewaffnung gegen die theilweise Ausgabe des neuen Modells erklärt habe. Jetzt nun rücken ministerielle Londoner Blätter mit dem Geständniß heraus, daß zuständigen Orts die völlige Einziehung des Magazingewehres beschlossen sei. Nur wollen sie einstweilen noch nicht zugeben, daß dieser Beschluß in der Unbrauchbarkeit des Gewehres seinen Grund habe. Gleichwohl steht es fest, daß die Waffe vor ihrer definitiven Annahme durch eine Sachverständigenkommission gründlichst untersucht, begutachtet und für kriegsbrauchbar erklärt worden ist. Der anscheinende Widerspruch zwischen Theorie und Praxis würde eine pikante Erklärung finden, wenn die Behauptung konservativer, regierungsfreundlicher Preßorgane sich bestätigte, daß jedes einzelne Mitglied der Gewehr=Prüfungskommission eine„konstruktive Lieblingsidee“ hatte, von deren Berücksichtigung bei endgiltiger Feststellung des Mechanismus der neuen Waffe es seine Zustimmung abhängig machte. Auf diese Art mußte dann freilich ein mixtum compositum herauskommen, welches das Gegentheil der ursprünglichen Einheitlichkeit des Gewehrmechanismus bildete und zur Erklärung des angeblichen Fiaskos der neuen Waffe vollauf genügen würde. Die Londoner Blätter widmen der Angelegenheit eingehende Besprechungen. Als im Jahre 1878 die Insel Cypern aus türkischem Besitz in die Hände der Engländer überging, glaubte man allgemein, daß für das so fruchtbare Eiland nunmehr eine neue Periode des früheren Wohlstandes eintreten werde. Diese Hoffnungen haben sich nicht nur nicht erfüllt, im Gegentheil, so unglaublich es auch klingt, der Wohlstand und die wirthschaftlichen Verhältnisse haben in den letzten 12 Jahren geradezu Rücksckritte gemacht. Allerdings wäre es ein Trugschluß, wenn man hieraus die Annähme herleiten wollte, die türkische Regierung sei eine bessere und segensreichere gewesen, als die englische. Die Ursache der sonderbaren Erscheinung liegt vielmehr darin, daß den Engländern an dem Besitze der Insel nicht viel mehr liegt. Der Tribut, den Cypern an die hohe Pforte zu zahlen hat, beträgt pro Kopf der Bevölkerung 10 Schilling jährlich. Wollte Großbritanneen den Cyprioten helfen, so würde es diesen sündhaft hohen Tribut ablösen; so läßt es den Dingen seinen Lauf und die Folge davon ist, daß Alles zurückgeht. Die Ernteerträge nehmen an Werth und Umfang ab, die Besteuerung hat zugenommen und der Grundbesitz sinkt im Preise. So tritt denn hier die sonderbare Erscheinung ein, daß die Bewohner Cyperns die Herrschaft des Halbmonds — als die für siepekuniär vortheilhaftere— zurücksehnen. * Seit zehn Jahren suchen zwei europäische Staaten, Frankreich und England, eine bequeme Straße, die ihnen den Zugang zum Innern des chinesischen Reiches eröffnen würde. Das erste Land, dem die Lösung dieser Aufgabe obliegt, sichert sich damit, wenigstens für einige Zeit, ziemlich ausschließlich alle Vortheile des ungeheuren Handelsverkehrs mit 300, vielleicht 400 Millionen bedürfnißreicher Chinesen. Aks Frankreich sich entschloß, Tonkin zu nehmen, that es dies nicht am wenigsten in der Absicht, von dort aus sich eine Handelsstraße nach China zu erschließen. Den Engländern entging dieser Hintergedanke keineswegs, und sie beeilten sich, Birmanien zu besetzen. Sie fanden aber, daß von diesem Lande aus China nur mit Schwierigkeiten zu erreichen sei. Sie versuchten es, dieses Hinderniß zu umgehen und planten eine Eisenbahn von Rangoon über Tschieng=Mai nach Pe=Se. Aber auch die Ausführung dieses Planes ist vorerst unthunlich. Frankreich ist mittlerweile in Tonkin nicht müßig geblieben. Hier betrachtete man von vornherein den Rothen Fluß oder Song=Koi als den Weg nach Yünnan, und war darauf bedacht, sich im Vertrage mit China Zugeständnisse zur Erleichterung des Handelsverkehrs öber die chinefisch=tonkinesische Grenze auszubedingon. Unglücklicherweise entdeckte man bei den ersten Erforschungsfahrten im Oberlaufe des Song=Koi Stromschnellen, die man für unüberwindlich erklärte. Die Anwohner des Flusses bestärkten den Eindruck der ersten Europäer. Man gab den Gedanken der Einrichtung regelmäßiger Schifffahrten auf und dachte daran, am Ufer des Rothen eine Eisenbahn zu bauen, doch kam es auch dazu nicht. Jetzt aber hat die Angelegenheit eine neue Wendung genommen. Nachdem es schon früher dem Dampfer„Lao=Kai“ gelungen war, bis zur Stadt dieses Namens am oberen Rothen Flusse vorzudringen, ist neuerdings, wie der„Voss. Ztg.“ geschrieben wird, der Dampfer„Yünnan“ von Hanoi nach Lao=Kai gefahren. Es ist somit bewiesen, daß der Rothe Fluß mit geeigneten Dampfern regelmäßig befahren werden kann, und die Regierung bereitet die Einrichtung einer Dampferlinie auf dem SongKoi vor. Wenn der große Waarenverkehr der Welt nach China von nun an diesen Weg nimmt, so kann sich Herrn Jules Ferry's Wort, daß Tonkin eine Mündelgeldanlage sei, schließlich doch noch veruirtlicher. Zur bevorstehenden Gession des preußischen Landtages. Die„Kons. Koresp.“ schreibt: Diejenigen Stimmen, welche bereits vor geraumer Zeit zu melden wußten, der preußische Landtag werde diesmal zu einem besonderen frühen Termin einberufen werden, haben recht behalten. Die Einberufung der Landesvertretung ist von Sr. Majestät dem König zu dem 12. November erfolgt, also zu einem so frühzeitigen Termin, wei er seit 8 Jahren nicht üblich war. Ein bedeutender Scharfblick, um diese Abweichung von der in den letzten Sessionen üblichen Regel, die Berathangen gegen Mitte des Januar beginnen zu lassen, voraussagen zu können, war freilich nicht erforderlich; die seit Monaten in der Presse angekündigten Reformvorlagen betreffend die direkten Steuern, die Landgemeindeordnung und das Volksschulwesen versprechen dem Landtage ein so reichliches und dazu so dringliches Arbeitspensum, daß eine frühzeitige Einberufung des gesammten Parlamentes unbedingt geboten war. Ueber die erwähnten Vorlagen selbst ist noch wenig Authentisches in die Oeffentlichkeit gelangt. Jusbesondere bat über die Absichten der Regierung hinsichtlich der Landgemeindeordnung und des Schulgesetzes wenig verlautet; doch sind von Seiten der Parteien, namentlich auch von der deutschkonservativen Partei, die Meinungen und Wünsche in Bezug auf die in Rede slehenden Materien bereits ziemlich umfassend dargelegt worden. Was die Steuerreformvorlage betrifft, so haden die bisher in der Presse— besonders in den Berliner Fachblättern„Confektionär“ und„Aktionär“— gelegentlich erfolgten Veröffentlichungen, die anscheinend auf sicheren Informationen beruhten und demgemäß auch bis jett noch nicht vom„Staatsanzeiger“ dementirt worden sind, eine gewisse Grundlage zu Preßerörterungen gegeben, durch welche auch hinsichtlich dieser Vorlagen Klarheit über die Ansichten in den verschiedenen politischen Parteien entstanden ist. Es muß daber als nicht recht verständlich erscheinen, daß in diesen Tagen verlangt wurde, die königliche Regierung solle den Wortlaut der sämmtlichen Vorlagen publiziren, damit die„öffentliche Meinung“ darüber, noch bevor im Landtage die Begründung der Entwürfe erfolgt ist, zu Gericht sitzen könne. Wie bereits erwähnt, hat keine Partei mit ihrer Ansicht über die zu erwarten den„Reformen“ zurückgehalten, die„öffentliche Meinung“ ist über die Tragweite derselben nach jeder Richtung informitt— wozu also durch Bröffentlichung der würfe selbst eine Neuerung einführen, die doch nur den E folg haben könnte, der grundsätzlichen Opposition Ge legenheit zur Bekämpfung und Verdächtigung der Absichten der Regierung zu bieten und dies zu einer Zeit, wo dergleichen Agitationen ohre Widerspruch von autoritativer Seite erfolgen können? Eine solche vorzeitige Publikation würde der Regierung wie den positiv arbei tenden Parteien ihre Aufgabe nur erschweren und dies umsomehr, als bisher die Pläne für das„Reformwerk" im großen und ganzen geheim gebalten worden sind. Daß freilich ein absolutes Geheimhalten in Vorbereitung befindlicher Gesetzentwürfe kaum durchführbar ist, hat das gelegentliche Ausplandern über die Steuerreformpläne gezeigt. Es hat sich aber angesichts dieser Veröffentlichungen im„Confektionär“ 2c. und der daran von demokratischer Seite geknüpften Entstellungen noch ergeben, daß es für die Staatsregierung wünschenswerth sein muß, außer dem vorzugsweise nur zu Dementis benutzten„Reichs= und Staatsanzeiger“, auch Organe nichtamtlichen Charakters zur Verfügung zu haben, in denen sie ihre Absichten und Ziele dorlegen und vertheidigen kann. Was die zu erwartenden Gesetzentwürfe selbst betrifft, so haben wir bereits früher nachgewiesen, daß insbesondere die Steuerreformvorlagen in ihren bis jetzt bekannt gewordenen Grundzügen den Wünschen entsprechen, welche von der Fraktion der Deutschkonservativen in den Landtagssessionen der Jahre 1883/84 und 1887 sowie in dem Wahlaufruf im Jahre 1888 zum Ausdruck gebracht sind. Hinsichtlich der Reform der Landgemeindeordnung glauben wir ebenfalls annehmen zu dürfen, daß dieselbe sich im großen und ganzen in der Richtung, wie sie kürzlich von hervorragender konservativer Seite angedeutet worden ist, bewegen wird. Wenn nun die nationalliberalen Ocaane die Anschaffung verfechten, der Grundcharakter der Reformvorlagen sei liberaler Natur, so stehen diese Aeußerungen mit unserer obigen Darlegung nur mehr scheinbar im Gegensatz; das Wohlwollen, mit welchem die Nationalliberalen an die Besprechung der erwähnten Entwärfe herantreten, läßt uns vielmehr hoffen, daß man seitens der genannten Partei zu Kompromissen— ohne die einmal eine gedeihliche Gesetzgebung nicht zu Stande kommen kann — geneigt ist, und daß man sich gegebenenfalls auf jener Seite nicht durch doktrinäre Bedenken in grundsätzlichen Widerstand drängen lassen wird. Die abwartende Haltung des Centrums, welche, sobald die Regierung auf seine Mithülfe angewiesen wäre, die in der Tasche bereit gehaltene Gegenrechnung ohne Zögern präsentiren würde, wird, wie wir annehmen, auch auf die Haltung der nationalliberalen Partei von Einfluß sein. Der Deutschfreisinn kommt im preußischen Landtag nicht sehr in Betracht; Verwirrung kann nur dessen immer noch weit verbreitete und viel arößern Einflaß, als dieser Partei zukommt, besitzende Presse anrichten. Stellten diese Organe sich anfangs ziemlich wohlwollend der angeblich„neuen Aera“ gegenüber, so war dies im Großen und Ganzen wohl mehr tacktisches Manöver; denn gegenwärtig ist die deutschfreifinnige Anhängerschoft von ihrem Vorsatz, eine positiv arbeitende Partei zu werden, völlig zurückgekommen. Wenn auch einzelne frühere Sezessionisten, wie die Abgeordneten Bartb und Haenel noch auf dem erwähnten Standpunkt verbarren, so ist das für das Verhalten der Partei selbst ohne jede Bedeutung, seitdem Herr Eugen Richter dem gegenüber vor„Illusionspolitik“ gewarnt und den Standpunkt der Negation als den auch der neuen Regierung gegenüber allein berechtigten erklärt hat. Die Erfabrung hat geuugsan gelehrt, daß die Parole des Begründers der „Freisinnigen Zeitung" bei der Gesammtheit seiner Partei noch immer maßgebend ist; wir werden also von jener Seite vur Hindernisse für das Zastandekommen der augekündigten Vorlagen zu erwarten haben. Die Stellung der deutschkonservativen Partei zu den Reformvorlagen braucht nach vorstehenden Auseinandersetzungen nicht des Weiteren festgestellt zu werden; es genügt wenn wir annehmen, daß konservativerseits den in Rede stehenden Gesetzentwürfen vollstes Wohlwollen entgegengebracht wird, und daß die Partei, sobald die Borlagen publizirt sein werden, ohne Voreiggenommenheit an die Prüfung derselben herantreten wird. * Berlin, 5. November. Kaiser Wilhelm unternahm deute Morgen zunächst einen längeren Spazierritt in die Umgebung Potsdams und erledigte sodann die laufenden Regierungsgeschäfte, ertheilte auch mehrere Audienzen. Für die nächsten Tage begiebt sich der narch nach Liebenberg zur Jagd. Ueber das Malheur, welches unseren Kaiser bei der Hubertusjagd in Grunewald fast betroffer, berichtet ein Augenzeuge: Die rothbefrakte Kavalkade, in ihrer Mitte die Gräfia Hohenau, stand im Begrift, nahe bei Zedleudorf über eine Grabenbrücke zu reiten, und der Kaiser, in ledhafter Unterhaltung mit der Gräfig, achtete nicht genau auf die alte, morsche Brücke, in deren Mitte sich eine größere schadhafte Stelle befand. Reckts auf dieselbe zureitend, wäre des Kaisers Pferd sicher dort gestürzt, wenn nicht ein Herr Schwanke aus Berlin warnend gerufen hätte:„Majestät, hier ist ein Loch auf der Brücke!“ In gleichen Moment griff er auch in die Zügel des Pferdes und leitete dasselbe seitwärts um die gefährliche Stelle. Einer der Huren des Gefolges rief dem Berliner zwar zu, die Zügel des Pferdes loszulassen, aber der Kaiser wandte sich und bedeutete ihn, daß es so schon richtig wäre, lürtete, als die schadhafte Stelle passirt war, seinen Hut und dankte Herrn Schwanke in verdindlichen Worten für seine Aufmerksamkeit. Daß das Loch in der Brücke dem Kaiser hätte sehr gefährlich werden können, beweist der Umstand, daß an derselden Stelle zwei Herren eine halbe Stunde früher mit ihren Pferden gestürzt waren und sich erhedliche Verletzungen zugezogen — Aus Neußerungen, welche der Präsident des Richstages heute den Mitgliedern der Arbeerschutzkommission machte, ist zu schließen, daß das Plenum des Reichstages auf den 27. November einberufen werden wird.. SEuerd — Der Reichsgerichts Prandent Dr. Eduard von Sim'oa in Le pug vollendet am 10. Nvormder sein 80. Lebensjahr. Bei der Bedeutung des veronnten Mannes nicht nur als Rechtslehrer und als P#ä#s#sent des odersten deutschen Gerichtshofes, sondern bei seiner innigen Vrwebung mit der parlam ntarischen Gschch Druischlands seit 1878 erscheigt es begreiflch, dau weite Kreise Aalaß nehmen, an diesem Tage dem Präsidenten Simson den Ausdruck ihrer Berebrung zu weihen. — Die Arbeiterschutzkommission des Reichstages nahm heute die am Anfang Juli brochenen Sitzungen wieder auf und begann ihre Berathungen mit der ersten Lesung des Artikels 5 der###ewerbeordnungsnovelle, welcher den§ 154 umgestaltet. Der letztere will in seiner neuen Fassung bekanntlich die Bestimmungen über die Abeitsordnungen, über die Kinderarbeit, die Arbeit der jugendlichen Arbeiter und der Arbeiteringen, sowie über die Fabrikaussicht außer wie bisher auf Hüttenwerke und Werften, auch auf Zimmerplätze und andere Bauhöfe, sowie auf solche Ziegeleien, über Tage betriebene Brüche und Gruben, welche nicht blos vorübergehend oder in geringerem Umfange betrieben werden, ausgedehnt wissen. Des Weiteren sollen die genannten Vorschriften mit Ausnahme derjenigen über die Arbeitsordnungen auch auf Werkstätten erstreckt werden, in welchen durch elementare Kraft bewegte Triebwerke nicht bloß vorübergehend zur Anwendung gelangen, jedoch soll der Bundesrath für gewisse Arten von Betrieben Ausnahmen von den Vorschriften über die tägliche Beschäftigungszeit der Kinder und jugendlichen Arbeiter, über die Regelung der Beschäftigungszeit der letzteren sowie über die Maximalarbeitszeit der Arbeiterinnen zulassen können. Auf andere Werkstätten sollen die Arbeiterschutzvorschriften im Wege der Kaiserlichen Verordnung ganz oder theilweise ausgedehnt werden können. Nach einer längeren Erörterung wurde der Artikel 5 der Novelle ohve prinzivielle Aenderung angenommen. Auf den Antrag des Abg. Freiherrn v. Stumm wurde nur die dem Bundesrathe gewährte Ausnahmebefugniß für gewisse Arten von elementarer Kraft brauchenden Werkstätten auf die Vorschrift über die Mittagspause für Arbeiterinnen über 16 Jahre, welche ein Hauswesen zu ausgedehnt und auf den Antrag des Abg. Möller (Brackwede) desgleichen auf die Vorschriften über die schriftliche Anzeige der Arbeitgeber an die Ortspolizeibehörde bezüglich der Beschäftigung von Arbeiterinnen oder jugendlichen Arbeiter. Ferner wurde ein Antrag des Abg. Hitze angenommen, nach welchem die Verordnungen, die auf Grund des 5 154 erlassen werden, dem Reichstage zur Kenntnißnahme mitgetheilt werden sollen. Weitere Aenderungen wurden am§ 154 nicht vorgenommen. Es war zwar eine große Zahl von Anträgen auch seitens anderer Abgeordneten gestellt. So wollte der Abg. Hirsch eine Erquete veranstaltet sehen über die Frage der Ausdehnung der. Arbeiterschutzbestimmungen auf das Handwerk und die Hausindustrie und nach Beendigung derselben ein hierauf bezügliches Spezialgesetz vorgelegt haben. Der Abg. Wöllmer wünschte, daß dem Reichstage das Recht zur Korrektur der auf Grund der Aufnahmebefugniß vom Bundesrathe getroffenen Anordnungen gewährt würde. Die Sozialdemokraten wünschten, daß alle Ausnahmebefugnisse des Bundesraths gestrichen und Kaiserlicher Verordnung im Allgemeinen die Ausdehnung einzelner Bestimmungen der Gewerbeordnung auf das Handwerk vorbehalten würde. Der Aba. v. KleistRetzow wollte den Innungen bestimmte Rechte gewährt wissen. Alle diese Anträge wurden jedoch abgelehnt. Schließlich vereinigten sich bei der Annahme des durch die oben erwähnten Aenderungen umgestalteten§ 154 bis auf die Sozialdemokraten und Freisinnigen sämmtliche Parteien. — Im preußischen Etat für 1890|91 ist bekanntlich eine beträchtliche Summe zu Versuchen über die Fortbewegung von Schiffen auf Kanälen durch am Ufer in Thätigkeit gesetzte Maschinenkräfte, insbesondere im Interesse des Dortmund=Ems=Kanals, ausgeworfen. Die Versuche sind inzwischen auf dem bereits im Betriebe befindlichen Theile des Oder=Spree=Kanals zwischen dem Seddinsee und Finsterwalde und zwar nach zwei Richtungen angestellt, einmal mit einem Seil ohne Ende, welches an den Ufern des Kanals durch Maschinenkraft in Bewegung gesetzt wird und den Schiffen Gelenen#ent giebt, sich daran anzuhängen und hierdurch fortziehen zu lassen und sodann mit kleinen Lokomotiven, welche, auf Schienen an den Ufern entlang laufend, die Schiffe unmittelbar ziehen. Die Versuche sind vor Kurzem zum Abschluß gelangt und haben ergeben, daß die Schleppung der Fahrzeuge mittels Lokomotiven vor dem Seilbetrieb den Vorzug verdient. — Am Schlusse eines Artikels über die russischen Verhältnisse schreibt die Nordd. Allg. Zig.:„Wir möchten darauf aufmerksam machen, daß Rußland, im Begriff, eine Umwandlung seiner Armirung vorzunehmen, sich augenblicklich und auch noch auf längere Zeit gewissermaßen in einem Zustande der Unbewaffnung befinbet, der Rußland mehr als jedem anderen Lande die vorläufige Aufrechterbaltung des Friedens wünschenswerth machen muß.“(Das glauben wir auch.) — Der neue Reichs=Marine=Etat wird Forderungen für neue Schiffe nicht enthalten. Es handelt sich ausschließlich um die im Prinzip schon früher bewilligten Schiffe, fürwelche die ferneren Bauraten gefordert werden. — Der Reichskommissar von Wißmann, der zum Besuche seiner Mutter nach Lauterberg im Harz gereist war, ist von dort wieder in Berlin eingetroffev. Am 12. d. M. tritt er von Marseille bekanntlich die Reise nach Ba6 2406— von Marie Ronggy., „Sie kennen die Notabilitäten der Stadt“, meinte der Polizeirath. „Das versteht sich.“ „Ist Ihnen auch eine Baronin von Wildenau bekannt?“ fragte er leichthin, nachdem er, immer in anscheinendem Gleichmuth, die Schmucksachen ein poar Sekunden lang betrachtete. Der Goldschmied nickte. „Eine flotte Käuferin.—“ „Das nicht. Die Baronin scheint mit Juwelen versehen zu sein.“ „Nicht wahr?“ machte der Polizeirath eifrig.„Man bewundert ihre Brillanten; haben Sie jemals den Schmuck gesehen, von den—“ „O gewiß“, fiel der Juwelier lebhaft ein.„Ich hatte einmal, ich glaube vor zwei Jahren das Kollier in Händen, ein kleiner Schatz, in dem allein ein Kapital von hunderttausend Francs und vielleicht mehr noch, an Edelsteinen enthalten war" „In der That!“ „Ich war entzückt von dem Halsband; antike Arbeit—“ „Herr Farmann“, meinte der Polizeirath, sich vertrauensvoll zu dem Goldschmied hinüberneigend,„erlauben Sie mir eine Frage, die natürlich unser Geheimniß bleiben wird.“ „Und das wäre?“ „Ist dieser Schmuck der Baronin echt?“ „Echt?“ rief der Inwilier erstannt aus. „Man erzählt sich— en diercetion natürlich— in der Gesellschaft, daß falsche Steine darin sind.“ „Aber ich bitte Sie,“ rief der Juwelier eifrig.„Glauben Sie, daß eine Baronin von Wildenau sich herbeilassen Bürde, falsche Steine zu tragen?“ Der Polizeirath zuckte mit den Achseln.„Man sagt so.“ Dann ist es Bosheit“, versicherte der Juwelier.„Ich kann bezeugen, da ich das Kollier in Händen gehabt habe, daß jeder, auch der allerkleinste Edelstein darin vom allerbesten Wasser gewesen ist.“ gamoio an. Brannschweig, 5. November. Heute tagte hier unter dem Vorsitz des Oberjägermeisters von Veltbeim=Destedt eine Versommlung von über 100 angesehenen Personen aus allen Theilen des Herzogthums behufs Bildung eines konservativen Vereins für das Herzogthum Braunschweia. Gymnasialdirektor Müller aus Blankenburg legte das Parteiprogramm dar. Nach erfolgter Konstitnirung wurde Oberjägermeister v. Veltheim=Destedt zum Vorsitzenden und Landrichter Schömers Braunschweig zum Stellvertreter desselben gewählt. Braunschweig, 5. Nevember. Bei den heute stattgehabten Stadtverordnetenwahlen der dritten Klasse wurden die Sozialdemokraten in allen Bezirken geschlagen, sie haben danach alle Sitze bis auf einen in der Versammlung verloren. München, 5. Novemb. Der Prinzregent machte dem Reichskanzler General v. Caprivi um 1½ Uhr im Palais der preußischen Gesandtschaft einen Gegenbesuch. Der Reichskanzler begab sich um 2 Uhr zu den Prinzen Ludwig, Rupprecht und Arnulf im Wittelsbacher Polais und demnächst zum Prinzen Leopold und der Prinzessin Gisela. An dem Diner beim Prinzregenten nahmen die Mitglieder der preußischen Gesandtschaft und das gesammte Ministerium theil. Oesterreich=Ungarn. Wien, 5. November. Die halbamtliche„Wiener Abendpost" begrüßt die morzige Ankunft des GroßfürstenThronfolaers und bemerkt, gleich dem Kaiser begrüßen auch die Völker Oesterreich Ungarns den erlauchten Gast in Wien mit herzlicher Sympathie, Pest, 5. November. Abgeordnetenhaus. In der Debatte über das Budget erklärt der Finanzminister Weckerle unter lebhafter Zustimmung des Hauses, daß Zolleinnahmen kein geeignetes Mittel zur Regelung der Staatsfinanzen seien, da Ungarn mehr oder weniger auf eine freihändlerische Politik angewiesen sei. Ein selbstständiges ungarisches Zollgebiet dürfe nur als ein im äußersten Falle anzuwendendes Kampfmittel angesehen werden. Ungarn müsse bestrebt sein, seine Interessen durch Zollbündnisse auf möglichst breiter Basis zu sichern. Frankreich. Paris, 5. Novbr. Wie das„Journal des Debats“ meldet. telegraphirte der Agent Mizon dem Syndikate vom Ober=Benito, die Roval Niger=Company wolle ihm eine Reise für rein wissenschaftliche Zwecke möglichst erleichtern, falls er für dieselbe eine offizielle Autorisation nachsuche. Die Erreichung der kommerziellen Ziele seiner Reise sei ihm durch das Verbot unwöglich gemacht, zum Zwecke der Erneuerung der Lebensmittel und des Brennmaterials für die Expedition an Land zu gehen. Aehnliche Schwierigkeiten seien anderen Reisenden in den Jahren 1887 und 1888 bereitet worden. Miton ist von den Verwundungen, die er an der Nigermündung bei einem Ueberfall durch die Eingeborenen erhielt, wieder hergestellt.. Pehmti — Die französische Bepunrtenkammer sieht ganz genau, wohin die Vereinigten Staaten von Nordamerika mit ihrem übertrieben hoben Schutzzöllen kommer, aber die Nutzanwendung daraus wird nicht gezogen. Im Gegentheil, die Sunahme des neuen, wesentlich höheren Zolltarifs ist völlig gesichert, und im nächsten Jahre wird das Zollgesetz in Kraft treten. Die französischen Kornzölle werden noch höher werden, als es heute die deutschen sind, außerdem werden die Vieh= und Fleischzölle ganz erheblich böher normirt.... — Aus Anlaß der Feier des 90. Geourtstages des Grafen Moltke berichten Pariser Blätter, daß der älteste General des französischen Heeres der Brigade=General Manduit ist. Er wird am 7. November 100 Jahre alt. Mauduit trat 1807 in den Dienst, wurde 1808 Lieutenant und 1812 Hauptmann. Er hat nie seine Versetzung in den Rubestand nachgesucht und wird in Folge dessen seit 1852 in der Reserve geführt. Manduit besitzt selbstverständlich die von Nopoleon III. bei seiner Thronbesteigung für die alten Soldaten der Republik und des ersten Kaiserreiches gestiftete Helena=Denkmünze. Außer Manduit gibt es noch drei andere Generale, die Ritter von Sancr Helena sind, nämlich der Divisions=General Mellinet(geb. 1798), der in der Schlacht von Magenta eine Divistov der Kaiserlichen Garde befehligte, den BrigadeGeneral Richard(geb. 1795) und d’Authonard=Braincourt (geb. 1798). Alle drei traten 1813 in das Heer ein. Luxemburg. Luxemburg, 5. Nov. Der Herzog Adolph von Nassau ist mit dem Erbherzog hier eingetroffen. Am Bahnhof war eine Ehrenkompagnie ausgestellt, deren Front der Herzog abschritt. Auf dem ganzen Weg vom Bahnhofsplatz bis zum Palais war eine zahlreiche Menschenmenge versammelt, welche den Herzog achtungsvell und sympathisch begrüßte. Js dem Wagen beim Herzos und Erbherzog hatte auch der Staatsminister von Eyschen Platz genemmen. Nach der Begrüßung durch den Staatsrath und den Vorstand der Kammer trat der Herzog auf den Balkor, um die Truppen vorüberziehen zu lassen, denen sich die verschiedenen Gesellschaften mit ihren Musikkorps angeschlossen hatten. Unter den lauten Hochrufen der versammelten Meuge zog sich der Herzog sodann in seine Gemächer zurück. Der sozialdemokratische Zukunftsstaat. III. London, 5. Nov. Dem„Standard“ wird aus NewDork vom 4. d. M. gemeldet, die Zollbehörde habe gestern entschieden, daß Unterkleider und Strumpswaaren nicht als Strickwaaren, sondern als Kleidungsstücke und daher mit 49½ Cents pro Pfand und 60 pCt. des Werthes zu verzol— Tausend Dockarbeiter in London haben plötzlich die Arbeit eingestellt. Einem Umsichgreifen des Streiks hofft man vorzubeugen. Rußland. Petersburg, 5. November. Der Großfürst Thron“ folger wurde bei seiner gestrigen Abreise vom Kaiserpaar bis zur Station Ssiverskaja begleitet. Im Gefolge des Großfürsten=Thronfolzers befindet sich der Generalmajer a la suite Fürst Barjatinsky, die Stabsrittmeister Fürst Kotschubei und Wulkow und der Flügeladjutant Lieutenant Fürst Obolensky. Die„Nowoje Wremja“ sagt, man könne dem beabsichtigten festlichen Empfang des Großfürsten=Thronfolgers in Wien nicht eine gewisse politische Bedeutung absprechen. Die Berührung Wiens durch den Großfürsten=Thron= folger ändere nichts an der gegenwärtigen Richtung der internationalen Politik, welche bereits als eine den Frieden garantirende anerkannt sei. Es sei trotzdem bezeichnend, daß sich gegen den Weg über Wien keinerlei Bedenken erhoben hälten. 4 d., Framten. Der Gehilfe des Kommanotrenden der Truppen des Warschauer Militärbezirks, General der Kavollerie, Graf Mussin=Putchkin, ist zum Kommandirenden der Truppen des Odessaer Militärbezirkes ernannt worden. Petersburg, 5. November. Der„Nowoje Wremja“ zufolge ist eine Kommission zur Prüfung des Entwurfs des neuen finnländischen Gesetzbuches auf seine Conformität mit dem russischen eingesetzt worden. — General Gurko ist nach Petersburg berufen, um sich wegen der Füsilirung dreier Soldaten zu verantworten, die, obgleich unschuldig, zum Tode verurtheilt und vor der Genehmigung des Czaren erschossen wurden. Gurko hat in dieser Sache mehr als eigenmächtig gehandelt. — Die Sorge Rußlands für Bulgarien wird immer rührender. Ein Blatt, der„Warschauer Bote“, hat einen böchst geeigneten Kandidaten für den bulgarischen Fürsteuthron entdeckt in der Person des Herzogs von Zete, zweiten Sohves des Fürsten von Montenegro. Math, Talent und Energie des Prinzen sollen ans Wunderbare grenzen; daß er erst 11 Jahre alt ist, thut seiner Würdigkeit offenbar keinen Abbruch. Hoffentlich fühlt sich Rußlund nicht verpflichtet, den bulgarischen Thron für das Wunderkind der Schwarzen Berge frei zu machen, sondern läßt den Plan des„Warschauer Boten“ noch etwas ausreifen und den kleinen Pcätendenten ebenfalls. Athen, 5. Nov. Das neue Kabinet ist nunmehr endgiltig wie folgt zusammengesetzt: Delyannis Inneres und Krieg, Deligeorgis Auswärtiges, Kumonduros Marine, Karapanos Finanzen, Gerocostopulo Unterricht und Zaimis Justiz. Die Minister werden heate noch den Eid leisten und sofort ihre Funktionen antreten. Amerika. New York, 5. Novbr. Nach bis jetzt eingegangenen Nachrichten scheint die demokratische Partei im ganzen Lande siegreich gewesen zu sein. Nach einer Depesche aus Columbus im Staate Ohio von gestern Abend 7 Uhr sollen die Demokraten einräumen, daß Me Kivley mit einer kleinen Majorität gewählt sei, während Depesche aus Masillon in demselben Staate von 2 Uhr Morgens, derselbe eine Niederlage erlitten habe. Es erscheint sicher, daß sämmtliche demokratischen Kandidaten in Virgivia und Maryland den Sieg davon getragen haben. Die voraussichtliche demokratische Majorität im nächsten Kongreß in Washington wird auf 35—60 St. veranschlagt. Bei den Wahlen zum Repräsentantenhause des Staates New=York hat die demokratische Partei eine Majorität gewonnen. „Das freut mich sehr,“ entgegnete Herr Martinel ruhig. „Uebrigens“, meinte Herr Farmann,„wenn es Ihnen angenehm ist, sich über den Werth der Pretiosen, welche die Baronin verschenkt, Gewißheit zu verschaffen, so betrachten Sie den Ring und die Nadel hier. Beide Stücke wurden mir erst gestern von der jungen Dame, um deren Erziehung sich die Baronin bemühte, hierhergebracht. „Zur Reparatur?“ fragte der Polizeirath anscheinend gleichgiltig, indem er die Gegenstände betrachtete. Der Juwelier runzelte die Stirn. „Geschäft „Ich verstehe.— Und Fräulein Delorme verkauft Aehnliches häufiger?“ Der Goldschmied stutzte einen Moment. „Herr Polizeirath“, sagte er dann ruhig,„es ist nicht im Interesse des Geschäfts, über derlei Angelegenheiten mehr als nöthig Berichte zu geben; die Damen der Gesellschaft haben ihren Bedarf in verschiedener Art. Vielleicht ging ich zu weit, indim ich Ihnen die beiden Stücke hier zeigte.— Das Uebel ist geheilt,“ fügte er scheull hinzu, indem er die Uhrkette, die längst fertig war, ihrem Eigenthümer entgegenhielt. Herr Martinel befestigte die Kette langsam zwischen Knopfloch und Uhr. „Wie viel bin ich Ihnen schuldig?“ Der Juwelier nannte eine Bagatelle, die der Polizeirath erlegte. Dann nahm er den Stock zur Hand und griff nach seinem Hut. „Die Saison hat ihren Einzug gehalten“, meinte er artig, indem er dem Ausgang zuschritt;„ich wünsche Ihnen die besten Geschäfte.“ Herr Formann dankte und öffnete die Ladenthür: er geleitete auch den Polizeirath, weil er den Staatsdiener in ihm respektirte, über den Hausflur bis zur Straße, dann trat er zurück in sein Geschäftslokal. Mißvergnügt schritt Herr Martinel über den Boulevard; er war nicht zufrieden mit dem Erfolg, welchen seine Visite bei dem Goldschmied erzielte. Zwar hatte er die Versicherung, daß vor zwei Jahren noch der Schmuck vollständig echt war und wußte auch, daß Fräulein Delorme Juwelen verkaufte, die einen— für die junge Dame wenigstens— beträchtlichen Werth repräsentirten, doch hatte er nicht den entferntesten Anhalt für das Thema gefunden, welches ihn hingeführt. Er ging nach seiner Wohnung, wo seine Chaise auf ihn wartete, die ihn nach St. Clond in seine Villa trugMißlaunig, wie er den Laden des Juweliers verlassen hatte verbrachte er den Rest des Abends; es verdroß ihn mehr, als er sich sekbst zugestehen mochte, daß jeder Versuch, das Faktum im Verborgenen zu ergründen, bis jetzt fehlgeschlagen war. Als er am nächsten Morgen wieder in sein Bureau kam, fand er ein Schreiben des Taxators vom Königlichen Lombard in Brüssel vor. „Werthaeschätzter Herr!“ so hieß es darin wörtlich— „Ich entsinne mich des Kolliers, über welches Sie Auskunft wünschten; genau. Die Steine, welche für die Dame, die das Schmuckstück präsentirte, von unermeßlichen Werth zu sein scheinen, waren mit Ausnahme einiger kleinen, die fast nicht in Betracht kommen, Imitation. Meinem Gutachten zufolge muß sich das Kollier vor nicht langer Zeit in Umarbeitung befunden haben; die Fassung einiger großen Steine trägt nicht zu verkennende Spuren davon. Genehmigen Sie 2c. 2c. Ihres ergebenen Plaimboir.“ Dem Polizeirath boten diese Zeilen eine gewisse Geungthnung. „Es wird mir gelingen, der Soche auf die Fährte zu kommen,“ lächelte er vor sich hin. Dann heftete er das Schreiben seinen Notizen an. Herr Martnel, wie schon früher erwähnt, war, sein Amt betreffend, ein bis ins Kleinste difficiler, gewissenhafter Mann. Er hatte wiederholt den Versuch gemacht, die Baronin zu einer nochmaligen, vielleicht eingehenderen Ecklärung zu bewegen, doch Frau von Wildenau hatte ihren kétes zu Liebe seinen Aufforderungen keine Beachtung gegeben; so bahnte er nun, ohne einen Tag länger zu verlieren, seine Wege an. Während Frau von Wildenan ihren Ruin vergaß, während sie im Rausch der Lustbarkeiten schwelgte, durchwanderte das Memorandum ihrer Brillantenaffaire die Polizeibureaus; nach ein paar Tagen schon waren— in discreter Weise natürlich Recherchen in der Angelegenheit bei allen Juwelieren der Stadt und der umliegenden Städte veranlaßt; leider Die Marxsche Lehre vom„Mehrwerth.“ Es giebt kaum einen anderen Schriftsteller der neueren Zeit, der so viel genannt und so wenig gelesen wird, als Maix. Für die große Menge sind seine Schriften gänzlich unverständlich und selbst die sozialdemokratischen Führer haben ihn in manchen Punkten mißverstanden. Gleich der erste Satz im sozialdemokratischen Programm: „Die Arbeit ist die Quelle alles Reichthums“ steht in Widerspruch mit den Anschauungen von Maix. Marx wußte, daß es keinen Reichthum giebt, der durch die menschliche Arbeit allein entstanden wäre, und daß es andererseits Reichthum giebt, der nur von der Natur geliefert ist. Er selbst citirte das Wort eines Engländers: Die Arbeit ist der Vater des Reichthums, die Erde seine Mutter. Marx hat sich theoretisch, in seinem Buche:„Das Kopital“, nur mit der Kritik der herrschenden Produktions= weise beschäftigt und dabei unläugbar ein außerordentliches Maß von Scharssinn aufgewendet. An Geist allen seinen Nachbetern weit überlegen, verdankt er sein Ansehen in der Sozialdemokratie viel weniger seinen Schriften als seiner revolutionären Thätigkeit, die er über ein Menschenalter in London ausäbte und in der Gründung der rothen Internationale, eines Bundes aller communistischen, aufsässigen Elemente in Europa und Amerika, gipfelte. Aus seinen kritischen Lehren hat sich die Sozialdemokratie namentlich die Lehre vom Mehrwerth angeeignet. Was ist damit gemeint? Nehmen wir zwei Waaren, Weizen und Eisen. Eine Waare ist ein Arbeitsprodukt, das nicht zum eigenen Gebrauche des Erzeugern, sondern zum Zweck des Austausches mit auderen Produkten erzeugt ist. Als Gebrauchswerthe sind Weizen und Eisen verschieden, wer Brod backen will kann Weizen aber kein Eisen brauchen. Er kann sich aber, wenn er Eisen hat, Weizen verschaffen, durch Austausch. So verschieden der Gebrauchswerth dieser Waaren ist, so haben sie doch etwas Gemeinsames, das ist der Waarenwerth, welcher sich darstellt in der Menge von Arbeit, die zur Herstellung der Waare erforderlich ist. Die Menge der Arbeit wird nach der Zeit gemessen, nicht nach der Zeit, die ein einzelner Arbeiter beliebig zur Herstellung braucht— sonst würde jo die Arbeit des Faulen und Langsamen mehr werth sein als die des Fleißen— sondern nach der in der menschlichen Gesellschaft darchschnittlich nothwendigen Arbeitszeit. Beim Austausch von Waaren gilt nun nicht die Arbeitszeit als Werthmesser— man sagt nicht 1 Centner Eisen ist= 2 Arbeitsstunden— sondern eine dritte Waare, die Gebrauchswerth für Jedermann hat, nämlich Edelmetall in der Foria von Geld. In der Waarenproduktion, die nicht die Befriedigung eigener Bedürfnisse des Erzeugers, sondern den Verkauf bezweckt, tritt die Erscheinung auf, daß Arbeitskraft gekauft wird. Der Werth der Arbeitskraft bestimmt sich nach der für die Herstellung der Arbeitskraft nothwendigen Zeit, oder, da die Existenz des Arbeiters von einer gewissen Summe von Lebensmitteln abhängt, nach der Zeit, welche gesellschaftlich nothwendig ist, um die gewisse Summe von Lebensmitteln herzustellen. Der Kapitalist, der die Arbeitskraft kauft, vergütet zwar den Werth der Arbeitskraft; um aber nicht zwecklos und ohne Vortheil Waaren herzustellen, läßt er den Produktionsprozeß länger dauern, d. b. mehr Wertbe schaffen, als er der Arbeitskraft vergütet. Zam Beispiel der Werth eines Stuhles ist= 1 Meter Eichenbolz(50 Pf.) + Werth der Arbeitskraft des Holzfällers, Fuhrmannes, Sägemüllers 2c., Abnutzung der Pferde, der Säge 2c. (30 Pf.)+ Wertb der Abnutzung der Werkzeuge des Tischlers(5 Pf.)+ 6 Arbeitsstunden des Tisalergesellen (2 Mk), im Ganzen= 2,85 Mk. Nehmen wir an, daß 6 Arbeitsstunden dem Werth der Arbeitskraft des Tischler= gesellen entsprechen. Um mit Vortheil zu produciren, läßt nun der Besitzer der Tischlerei den Gesellen nicht bloß 6, sondern 12 Stunden am Tage arbeiten, ohne ihm mehr als 2 Mk. Tagelohn zu zahlen. Am Abend macht er folgende Rechnung: 2 Meter Eichenholz(1 Mark) + Werth der Vorkosten des Rohmateriols(60 Pf.) + Abnutzung der Werkzeuge(10 Pf.) Arbeitskraft des Tischlergesellen(2 Mk.) im Ganzen= 370 Mk. Die beiden gefertigten Stühle sind aber 5,70 Mk. werth, d. b. die gekaufte Arbeitskraft hat einen Mehrwerth von 2 Mk. geliefert, welcher dem Kapitalisten, dem Besitzer der Tischlerei, zu Gute kommt. Nicht jeder wird sich in diesen spitzfineigen Gedantengang leicht zurecht finden. Eine eingehende Kritik dieser Auschauungen würde uns zu weit führen. Auf den ersten Blick fällt auf, daß hier die Arbeitskraft, welche zur Beschaffung der Produktionsmittel, zur Leitung der Werkstatt, zur Vermittelung des Waarenverkehrs erforderlich ist, gar keine Stelle fiodet. Die sozialdemokratischen Agitatoren, welche mit der Marx'schen Mehrwerthskehre keinen Hund hinterm Ofen vorlocken werden, haben den Mehrhatten sie keinen maßgebenden Erfolg zu Wege gebracht. Doch Herrn Martinels Vertrauen auf das Gelingen seiner Sache erschütterte das nicht. Acht Tage waren vergangen, ohne daß die Nachforschungen ein Ergebniß gehabt hätten; er traf seine Vorkehrungen nunmehr nach einem andern Plan; um, wie er sich in selbsttrügerischer Weise erzählte, der Baronin vielleicht noch einen Theil ihrer Pretiosen zurückzuverschaffen, ordnete er die umfassendsten Maßregeln an. Das Schicksal änderte seinen Plan. Ein Ereigniß, ebenso verhängnißreich wie unerwartet, faßte das Verhältniß im von Wildenau'schen Hause von anderer Seite an. IV. Ein entzückender Oktobertag neigte sich seinem Ende zu. Es war einer jener milden, sonnenhellen, berauschenden Spätherbsttage gewesen, wie man sie in der Umgebung von Paris die Ringeltauben zu nennen gewohnt ist; kein Lüftchen regte sich, der Himmel, so weit das Aage reichte, strablte in lichter Bläue, nichts im weiten Kreise der Schöpfung ließ ahnen, daß nach einer halben Woche schon diese Pracht der Natur einem regnerischen, trübseligen, fröstelnden November verfallen war. Auch die Lust der Bevölkerung war durch ein so paradiesisches Behagen in der Schöpfung mehr denn jemals rege gemacht. Hoch und Niedrig, Greise und Kinderalles, was nicht durch das harte Muß gebunden war und Lebenslust in sich fühlte, war hinausgeeilt, um die Wonne der Natur in ihrer Fülle zu genießen; mit glückseligen Mienen sah man die jeunesse dorée auf den Boulevards und im Boulogner Hölzchen spazieren gehen, ein unübersehbares Durcheinander von Karossen und Equipagen bedeckte die Elyseeischen Felder, kolonnenweise waren die Arbeiter dem Park von Vincennes oder über diesen hinaus ihren Vergnügungsplätzen am Ufer der Marne zugeströmt. Jetzt sank die Sonne zur Rahe. Jenes räthselhafte, unbeschreibliche Wonnegefühl, das nach sonnigen Frühlings= und Herbsttagen in Paris dem Hereinbrechen der Nächte vorangeht, lag über der Natur. Auf den Boulebards, in den Gehölzen— so wenigstens schien es— wertb in die„Prosit arbeit des Arbeiters. Waarenwerthe erzeu Immer werden dem vor Augen gestellt, i seinen Besitzer reich in denen der Besitz arbeiten lassen muß, mittelv, in Maschiv steckende Kapital ver! rücksichtigt, daß die schlossene Kaste ist, in Schlemmerei lebt, Lebensmitteln, jedes Albeiter zum Kapi schlemmende Besitzer, Wirklichkeit vur als muß geradezu slind Kapitalisten, die nur lich sind, was oft Seite und den hung und jedes Emporkon anderen zur Regel; Freilich wissen di mit einem Schlage 1 Unternehmer an de reichern, sondern aus Arbeitern und Unt Dieses Mittel beißt: Gemeingut der Gesel der Gesammtarbeit gerechter Vertheilung munistische Gesellsch politiiche und sozia und den versprochen ob nicht vielmehr unerträglicher Zwa berrschen würde, dat Westfal X Witten, 6. und hinfährt, überal 8. d. M., Nachmitte des Bazars gespro Schätze aller Art ar stimmt sind. 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Plätzchen, wo eir kredenzt werden. ditoreien reizen den des reich ausgeste Auswahl zu treffer wurde das Leben Lust hin, nur wer Tischzeit zur Hein ahnen, daß ein A aus nicht zu erwa rung auf die Flur den Boulevards und Bewirthen a kaum denkbar war schon Grau die E Die Dunkelbe der Purpurschein loren; der Mond sandte ein Sterue# die Erde herab. Die allgemeine erstarb allmählich wordenen Alleeen Straßen jener B Bevölkerung bewe tiers schien man halt in der so auf den Bouler und bunter un Triumphbogen, d Wäldchens zu. Natürlich lag plätzen entfernten man hin und u es waren veröde Herrschaften, hatten, vergaßen die Rückkehr. Auch die Co geraume Zeit Wesen die klein mand bemerken, Funken sprühten des oberen Stol den Rauch über die Häuser warf brang. stsstaat. brwerth.“ ler der neueren lesen wird, als eine Schriften ldemokratischen mißverstanden. en Programm: ums“, steht in Maix. 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Immer werden dem kleinen Mann nur diejenigen Fälle vor Augen gestellt, in denen ein Großbetrieb blüht und seinen Besitzer reich macht, nicht aber auch die anderen, in denen der Besitzer mit eigenen Verlusten weiter arbeiten lassen muß, soll nicht das in den Produktionsmittelv, in Maschiven, Robmaterialiev. Grubenarlagen steckende Kapital verloren gehen. Ebenso wird nicht berücksichtigt, daß die„Kapitalistenklasse" nicht eine abgeschlossene Kaste ist, welche lediglich vom Müßigang und in Schlemmerei lebt, sondern daß schon jeder Vorrath an Lebensmitteln, jedes Sparkassenbuch, jedes dverkzeug den Arbeiter zum Kapitalisten macht. Die Extreme: schlemmende Besitzer, der darbende Lohnorbeiter Wirklichkeit nur als Ausnahmen vorhanden, muß geradezu slind sein, um die Drohnen Kapitalisten, die nur Coupons abschneiden und sehr glücklich sind, was oft gar nicht der Fall ist, auf der einen Seite und den hungernden, um den Ertrog seiner arbei und jedes Emporkommen betrogenen Lo####rbeiter auf der anderen zur Regel zu machen. Mlzl Freilich wissen die Sozialdemorraten ein Millel, um mit einem Schlage nicht blos die Ungerechtigkeit, daß die Unternehmer an dem sogenannten Mehrwerth sich bereichern, sondern auch die Absatzkrisen zu beseitigen, welche Arbeitern und Unternehmern zum Nachtheil gereichen. Dieses Mittel beißt:„Verwandlung der Arbeitsmittel in Gemeingut der Gesellschaft und gemeinschaftliche Regelung der Gesammtarbeit mit gemeinnütziger Verwendung und gerechter Vertheilung des Arbeitsertrages.“ Ob die communistische Gesellschaft möglich ist, ob sie wirklich alle politiiche und soziale Ungleichheit aus der Welt schaffen und den versprochenen Himmel auf Erden bereiten oder ob nicht vielmehr in ihm fortschreitende Verarmung, unerträglicher Zwang und schreiende„Ungerechtigkett berrschen würde, darüber in den nächsten Actikein. X Witten, 6. Nov.(Bazar.) Wo man hinkommt und hinfährt, überall wird von der am Samstag. den 8. d. M., Nachmittags 3 Uhr bevorstehenden Eröffnung des Bazars gesprochen. In allen Häusern sieht man Schätze aller Art aufgespeichert, die für den Bazar bestimmt sind. Wir haben Gelegenheit gehabt, viele der für den Bazar bestimmten Gegevstände in Augenschein nehmen zu können. Wir waren wirklich erstannt, außer einer Uamenge praktischer Haushaltungsgegenstände jeder Art so viele zum Theil sehr werthvolle Kunstartikel, reizende Nippsachen und Galanteriewaaren, Oelgemälde und sonstige Malereien auf Porzellan und Holz, Schnitzereien, Knetarbeiten, Stickereien und sonstige Handarbeiten vorzufinden. Karz, es wird eine so reichhaltige Ausstellung geboten, daß jeder, arm und reich, für mäßige oft zu mäßige Preise alles finden kann, was das Herz nur begehrt. Als Verlen der Austeg Besgenägen wir ein von einer hiesigen Dame gemaltes Brigemalde, Wassermühle mit Landschaft, welches keinem Maler von Beruf zur Unehre gereichen würde, bezeichnen, ferner einen Studierkopf(Kreidezeichnung) des rühml hst bekannten Düsseldorfer Malers W. Petersen, der zu den besten Portraitmalern Deutschlaods gezählt wird une schon mehrfach durch oroße Eyrenpreise ausgezeichnet ist. Bielleicht wird mancher achtlos an diesem Kopfe eines Mädchens aus Bellagie vorübergehen, Kenner aber werden sich um denselben reißen. Gefesselt wurde unser Blick in der Abtheilung für Galanteriewaaren noch ganz besonders durch herrliche japanische Bronzen, das dochherzige Geschenk eines vorübergehend hier weilenden Deutschen aus Pcking. Daß diese Bronzen, wie die übrigen von ihm geschenken javanischen Arbeiten wirklich echt sind, sieht man auch ohne den Vergleich mit den so viel in Handel kommenden unechten Artikeln dieser Art doch, wir wollin nicht zu viel verrathen, möge jeder selbst prüfen. Nicht unerwähnt wollen wir lassen, daß auch für die Unterhaltung durch Evgagement einer Kapelle, sowie durch Errichtung eines großen„kulturhistorischen, ethnographischen Museums“, in welchem bisher nie gesehene Raritäten von jungen Damen gezeigt und erklärt werden,(auch Extrakabinets„nur für Herren" und„nur für Damen“ werden nicht fehlen) bestens gesorgt ist. Hat man alles besehen und bewundert, ohne dabei das Einkaufen zu vergessen,— wer könnte den reizenden Verkäuferinnen wohl einen Korb geben!— so braucht man drum noch lange nicht den prachtvoll dekorirten und gemüthlich eingerichteten Saal des Hotel Voy zu verlassen, im Gegentheil, da winken verschiedene lauschige Plätzchen, wo einem von zarter Hand Erfrischungen kredenzt werden. Wein= und Bierstuben, Kaffee,8, Konditoreien reizen den Gaumen, unter den solideren Gerichten des reich ausgestatteten Büffet's je nach dem Geschmack Auswahl zu treffen. Zur Einleitung oder zum Schlu# wurde das Leben um so bewegter; Ieder gab sich der Lust hin, nur wenigen kam in die Erinnerung, daß die Tischzeit zur Heimkehr mahnte; man schin allseits zu ahnen, daß ein Abend wie der heutige auf Monate hinaus nicht zu erwarten war. So neigte sich die Dämmerung auf die Flur. Vor den Cafees und Lesehallen auf den Boulevards gab es ein Gewirre, daß ein Uebersehen und Bewirthen aller der sich herzudrärgenden Gäste kaum denkbar war; bei der Cascade wogte es, obgleich schon Grau die Erde bedeckte, als sei ein Jubeltag. Die Dunkelheit kam gemach. Langsam hatte sich der Purpurschein des Abendalühens am Himmel verloren; der Mond stand im Osten, freundlich alitzernd sandte ein Sternchen nach dem andern seinen Gruß auf die Erde herab. Die allgemeine Lust jedoch nahm nicht ab. Freilich erstarb allmählich das bunte Treiben in den dunkel gewordenen Alleeen des Vincenner Parks und auf den Straßen jener Viertel, welche die niederen Klassen der Bevölkerung bewohnen, aber in den vornehmeren Quartiers schien man jetzt erst den richtigen Genuß am Anfenthalt in der so wonnebelebten Natur zu haben, denn auf den Boulevards drängten sich die Promenirenden und bunter und lustiger eilten die Karossen dem Triumphbogen, den illuminirten Aventen des Boulogner Wäldchens zu. 9un Natürlich lagen die von den modeublichen Reunionplätzen entfernten Quartiers jetzt verödet da. Wohl sah man hin und wieder Jemaaden auf der Straße, aber es waren verödete Spaziergänger oder Domestiken; die Herrschaften, die ihren Nachmittag im Freien verbracht hatten, vergaßen ob der Glückseligkeit, in der sie schwelgten, die Rückkehr. Auch die Cordilletstraße war wie ausgekehrt. Eine geraume Zeit war vorüber, seitdem ein menschliches Wesen die kleine Gasse passirte; also konnte auch Niemand bemerken, wie aus den Kaminen einer Billa die Funken sprühten, wie dicke Rauchwolken den Fenstern des oberen Stockwerks entströmten, wie helle Flammen den Rauch übereilten, wie der Feuerschein sich über die Häuser warf und bald siegesbewußt bis zum Himmel en(Fortsetzung folgst.) wird Niemand versäumen, sich einen vorzüglichen Ligneur, Cognac oder auch einen echten„Alpen=Kräuer=Gagen= bitter" einschenken und eine direkt Cigarre anbrennen zu lassen. Schade, daß die Herrlichkeit nur drei Tage, Samstag, Sonntag und Montag dauert. Deu liebenswürdigen jungen Damen, welche das ganze Arrangement in die Hand genommen haben, wünschen wir von Herzen, daß sie am Montag Abend auf ein ausverkauftes Haus“ zurückblickblicken können, dann wird der schöne Zweck, für die Ausschmückung der neuen Kirche durch freiwillige Liebesthätigkeit ein häbsches Sümmchen darbriagen zu können, sicherlich erreicht werden. * Witten, 6. Nov.(Stadtverordneten Wahl.) Von der zweiten Abtheilung wurden gestern zu Stadtverordneten gewäblt resp. wiedergewählt die Herren mann(197 St.), Th. Gerlino((191 St) Klutmayn(129 St.) lund C. Schluck(125 St.) Außerdem erhielten die Herren X. Rademacher 98, Felsch : Witten, b. November.(Zum' Den kmal. Projekt.) Der Regierungspräsident Schwarzenberg von Münster hat on das Comitee zur Errichtung des Kaiser Wilhelm=Denkmals auf Hohensyburg folgende Zuschrift gerichtet:„Münster, den 24. Okt. Dem Comitee beehre ich mich den Empfang der geschätzten Zuschrift vom 15. l. M. ergebenst anzuzeigen. Mit den besten Wünschen für das Gelingen des geplanten Unternehmens, auf Hohensyburg ein Kaiser Wilhelw=Denkmal zu errichten, verbiude ich gern die Versicherung, daß ich gern bereit bin, wo sich mir die Gelegenheit dazu bieten sollte, den Bestrebungen des geehrten Comitees förderlich zu sein. Hochachtungsvoll und ergebeust(gez) Schwarzenberg, Regierungsprästdent. An das Comitee zur Errichtung eines Kaiser Wilhelm=Denkmals auf Hohensydurg zu Hohensydurg.“ K Hagen, 5. November.(Frecher Diebstahl.) Im Zuhörerraum des heutigen Schwurgerichts war ein junger Mann nicht wenig überrascht, daß, als er zusehen wollte, wie spät es sei, seine Uhr verschwunden war und nur noch die Kette an der Weste bing. Bochum, 4. November.(Eine sozialdemo kratische Versammlung), welche am Sonntag Vormittag im großen Saale des Schützenhofes tagte, war nur von etwa 100 Personen besucht. Jeup referirte über den Parteitag in Halle. Der Vorsitzende Böhm hielt zum Schluß eine pathetische Ansprache, in welcher er die Mittbeilung machte, daß unsere Industrie=Centren nach Aussage Bebels jetzt energisch„bearbeitet“ werden sollen und in der nächsten Zeit Frau Apotheker Ihrer aus Beilin mit einem Bartrage den Reigen eröffnen Münster, 4. Nov.(Zum Eisenbabnunglück) Ueber das gestrige bei Rinkerode vorgekommene Eisenbahnunglück erfährt die„Rb. W. Ztg. von einem Augenzeugen folgende nähere Einzelheiten. Der Münker=Hammer Schvellzug Nr. 90 hat die Station Rinkerode mit vollem Dampfe zu durchfahren. Der an der Einfahrt dienstthuende Weichensteller legte, aus welchem Grunde ist bis jetzt noch unaufgeklärt, die Weiche um, welche der Zug passiren mußte, so daß derselbe auf einen Güterzug stoßen mußte, der gerade auf dem Bahnhofe Rinkerode rangirte. Glücklicherweise bemerkte im selben Augenblicke der Lokomotivführer des Schnellzuges das Versehen des Weichenstellers, und die Lage erfassend, ließ er die Corpeuterbremse wirken, wodurch der Zug sofort von der vollen Fahrgeschwindigkeit abließ. In diesem Falle hat also die in letzter Zeit so viel geschmäbte Carpenterbremse ein namenloses Unglück verhütet. Dem Lokomotiofährer, der gewissermaßen schon den Tod vor Augen sah und durch dessen Geistesgegenwart in der kritischen Lage das Leben vieler Menschen gerettet wurde, gebührt döchstes Lob. Dem Vernehwen nach ist der Weichensteller, welcher die Katastrophe herbeigeführt, gefänglich eingezogen. Münster, 4. Nov.(Braudstiftungsversuch.) Das biesige königtiche Filialgefängniß schwebte, wie die Rh.=W. Z.“ hört, vor einigen Tagen in Feuersgefahr, indem ein Insasse der Anstalt diese in Brand zu setzen versucht hat. Von einer aus 7 Persogen bestehenden Sträflingsabtheilung soll ein bisher nicht ermittelter Gefangener eine drennende Kohle in einen mit Hobelspänen bochgefüllten Behälter geworfen haben, so daß die Hobelspäne bald hoch aufflackerten. Indessen wurde zum großen Glück für die etwa 500 bis 600 Iusassen des Gefängnisses das Feuer bald bemerkt, so daß durch die sofort angestestellten Löschungsversuche dem weiteren Unsichareifen Einhalt geboten werden konnte. Hohenholte bei Münster, 3. Nov.(Ein Diebstabl) wurde in der Nacht zum Allerheiligenfeste hier verübt. In die Wohnung der katholischen Lehrerin drangen gegen 3 Uhr zwei Diebe durch das Fenster und plünderten das ganze Haus aus. Alles, was sich au: Werthsachen im Hause befand, wurde mitgenommer. Die frechen Burschen hielten in der Küche ein Gelage und betraten dann mit der größten Unverfrorenheit das Schlafzimmer des Fräuleins. Auf die Frage der jäh Erwachenden:„Wer ist da?“ gaben die Kunden einen fiagirten Namen an und setzten gemüthlich hinzu:„Seien Sie nur ruhig und unbesorat, was wir haben wollten, haben wir bereus: Ihnen selbst geschieht kein Leid, Adien!“ Als die zu Tode erschrockene Dame sich zu Hilferufen aufraffte, waren die Spitzbuben längst über Northheim, 4. November.(Einempfindlicher Arbeitermangel) hat sich bei der Legung ges zweiten Eisenbahngeleises auf der Strecke Notheim Ottbergen eingestellt, obgleich den Arbeitern ein Akkord=Tageslohn von 3 Mk. bis 3 Mk. 60 Pfg. zugesichert wird. Hervorgerufen wird dieser Arbeitermangel durch mehrere größere Fabriken und Anstalten, die augenblicklich im Betriebe sind und dem Arbeiter eine stetig wiederkehrende Beschäftigung für die Wintermonate gewähren, während die Geleislegung nur diesen Winter über andauern wird. Elberfeld, 5. November.(Verbrannt.) Ein 10 Monate alter Knabe eines an der Feldstraße wohnenden Kassenboten fand einen qualvollen Tod. Das Kind saß in einem Stühlchen am Tische, als unvorsichtigerweise von einem 13jährigen Bruder desselben eine Kavne mit heißem Kassee so nahe dem Kinde gestellt wurde, daß das letztere die Kanne an sich zog und sich den Inhalt über den Köiper goß. Die Verletzungen waren so schwerer Art, daß das arme Wesen— der Vorfall geschab am Samstag— gestern verschied..„ Elberfeld, 5. Nov.(Juwelenoreostast.) Der bei H rru Dr. Abr. Frowein am Montag Nachmittag ausgeführte große Juwelendiebstahl war dem Spitzbuben, Fensterputzer Aug. Lieferkus, der dort allwöchentlich die Fensterscheiben reiniete, leicht gemacht worden, da er die Schlüssel zu den betr. Schränken vorgefunden hatte. Es wurde konstatirt, daß der Dieb außer 250—300 Mark baarem Gelde eine große Anzahl goldene Münzen im Werthe von mehreren tausend Mark, mehrere Armbänder und verschiedene höchst werthvolle Schmucksachen, goldene Uhren, Ketten 2c. gestoblen hatte. Nachdem die Polizei sofort in Kenntniß gesetzt worden, wurde Montaz Abend festgestellt, daß der Spitzbube in einer Droschke nach Barmen gefahren und vom dortigen Bahnhof abgefahren sei Die weiteren Nachforschungen ergaben, daß L von Barmen aus nach Rotterdam gefahren sei und einen kleinen Koffer als Passagiergut aufgegeben hatte. Sosort wurde unnmehr der Herr Erste Staatsavwal! Fiebig hiervon in Kenntniß gesetzt, dieser ließ nach Rotterdam telegraphiren und auch die Nummer des Gepäckscheines mit angeben. Außerdem mußte gestern früh der Polizeicommissar Pieper dem Spitzbuben nachfahren. Gegen Mittag schon lief ein Telegramm von Rotterdam ein, daß man daselbst den Spitzbuben, als derselbe seinen Koffer habe in Empfang nehmen wollen, verhaftet habe. Soliugen, 4. November.(Unfall.) Auf einem Neubau fiel gestern Nachmittag beim Abnehmen des Gerüstes ein Maurer von einem Balkeen in Folge eines Fehltrittes zur Erde auf einen Haufen Ziegelsteine und zog sich derartige Verletzungen am Arme, Rücken und Kopfe zu, daß er ärzliche Hülfe in Anspruch nehmen mußte. Oberhausen, 4. November.(Sprachgebrechen.) Eine von der Behörde angeordnete-Untersuchung hat ergeben, daß sich in den hiesigen Volksschulen 70 Kinder befinden, die mit Sprachgebrechen behaftet sind. Drei Elementarleher sind beauftragt wordev, nachdem sie einen diesbezüglichen Kursus in Mülheim a. d. Ruhr durchgemacht, den genannten Kindern einen besonderen Unterrcht zu ertbeilen.„„„ * Nachen, 4. November.(Der 1000. gadril“ chornstein.) Die Firma J. Ferbeck u. Co. in LintersAachen, deren Specialität die Erichtung von Fabrikschorn= steinen aus ganz besonderem, selbst hergestellten Material ist, baut gegenwärtig(bei Schöller in Düren) den 1000. solcher Kamine. Unter den bisher ausgeführten befinden sich, wie das„Echo“ meldet, ganz colossale Exemplare, von 65 Meter Höhe und 4 Meter oberer lichter Weite. Hinter einander gelegt würden die 1000 Komine eine Linie von 22 bis 23 Kilometer Länge ergeben. Sämmtliche Bauten dieser Art sind aus Radial Thonformsteinen errichtet, welche die Firma aus dem besten, aus eigenen Gruben gewonnenen Material herstellt. Die von ihr ausgeführten Arbeiten fioden wir nicht nur in Aachea und in unserer Pervinz, sondern in ganz Deutschland, ja in ganz Europa; an den Ufern des schwarzen Meeres, in Petersburg, in Holland, in Belgien und in allen Theilen Frankreichs sind die Kaminbauten der größten Etablissements von J. Ferbeck u. Co. ausgeführt, ein Beweis des Könnens und der Leistungsfähigkeit, der nicht nur der Firma selbst, sondern der ganzeu deutschen In* Alachen, 5. Nov.(Anleihe.) Die Stadt bischlos zur Deckung der Kosten für die Aglagen zur Entwässerurg und Reinisung der Absallwässer eine Anleihe im Betrage von drei Millionen Mark auf=unehmen. Aus der Eifel, 4. November.(Feuerseste Schränkefürdie Civilstandstegister.) Seitens des ersten Staatsanwaltes in Aachen sind die Standesämter aufgefordert worden, auf die Beschaffung von feuerfesten Schränken behafs Aufbewahrung der Civilstandsregister hinzuwirken. Es wär: gewiß erwünscht, wenn man allerorts dieser Aufforderung nachkäme, indem viele von den alten Registern gar nicht und die neueren nur mit großen Unkosten ersetzt werden können. So hat, wie das„Echo“ meldet, beispielsweise die Bürgermeisterei Schmidtheim, deren Civilstandsregister vor einigen Jahren verbrannt fied, ungefälr 5000 M. anlegen müssen, um die beim Landacrichte in Auchen beruhenden Duplicate von 1799 bis 1884 abschreiben zu lassen. * Montabaur, 3. November.(Verschwunden) ist seit einiger Zeit der Religionslehrer des hiefigen Kaiser Wilhelm=Gymnasium2. Er hat in einem zurückgelassenen Briefe einen hiefigen Staatsbeamten um die Verwaltung seines Vermögens gebeten. Man will das Verschwioden des Herrn E. mit einer Verladung vor den bischöflichen Stuhl in Limburg in Zasammenhang brirgen, doch fehlt für diese Annahme begreiflicherweise jeder Anhalt. Herr E. ist Ryeinländer und war seit länger als 15 Jahren in seiner hiesigen Stellung thätis. Frankfurt a. M., 4. November.(12 Millionen= Anleibe.) Die Aufnahme einer Anleibe Seitens der Stadt Frankfurt a. M. in Höhe von 12 Millionen Mark ist vom Bezirksausschuß zu Wiesbaden gestern genehmigt worden. Der Magistrat unserer Stadt hatte seinem Antrag eine Begründung beigefügt. Von der Summe sollen 2½ Millionen zur elektrischen Beleuchtung der Stadt, 1½ Millionen zur Erweiterung des Schlacht= und Viehhofs, 2¼ Millionen zur Wasserleitung aus dem Vogelsberg, 1¾ Millionen zum Flügelanbau der Irrenanstalt. 300000 Mk. für elektrische Beleuchtung des Oppernhauses 2c. verwendet werden.— Die Anleihe wird in nächster Zeit zur Ausgabe gelangen. &a Hagen, 5. November. Die beutige Aaklagesache richtete sich gegen den Fabrikarbeiter Emil Mohr aus Stuchtey, der der vorsätzlichen Tödtung angeklagt war. Der 20 Jahre alte Angeklagte wohnte in Sommerfeld bei Weßlinghoven, das anweit von Hörde gelegen. Dem Vater des Mohr verschuldete der Arbeiter Anton Betmann noch Kostgeld, und als derselbe nicht zahlen konnte oder wollte, drohte Mohr wiederholt, er werde ihm das anstreichen, ihn toot machen. Das wurde jedoch von den Leuten nicht ernstlich genommen. Am 7. September d. Is. begegnete der Angeklagte mit einen Bekannten dem Betmann. Er ging diesem nach und in der Näbe eines Hauses auf einem Feldwege kam es zum ersten Treffen. Mohr ergriff eine Mistgabel und drang auf den Betmann ein. Dieser wehrte sich und war so glücklich, dem Angreifer die Mistgabel zu entreißen, die zu Boden fiel und nun rasch von einem Kinde weggeholt wurde. Die Beiden rangen hierauf noch eine Weile mit einander, wobei Mohr einen Schlag erhielt, daß ihm die Nase blutete. Er begab sich in das unweit gelegene Scheuersche Haus und wusch sich. In dieser Zeit bewaffnete sich Betmann mit einem Besenstiel und ging querfeldein. Das sah der Angeklagte. Im Nu ergriff er ein in der Scheuerschen Wohnung auf dem Tische liegendes Brotmesser— die Femilie befand sich eben am Kaffeetisch— und eilte dem Betmann nach, auf die Zurufe, keinen Unsion zu machen, nicht hörend. An einem Vitzebohnenstück konnte Betmann nicht mehr ausweichen. Er suchte sich den Angreifer vom Leibe zu halten, was ihm auch eine Weile gelang, indem er mit dem Besenstiel hin und her fuchtette. Betmann stand tieser als Mohr und war hierdurch bedeutend im Nachtheil. Mohr ersab nun einen Augenblick, in welchem Betmann den Stock sinken ließ und stach von oden herab den Beimann mit dem Brodmesser in den Hals. Dieser brach sofort zusammen und war binnen wenigen Minuten eine Leiche. Auch nach der That hat sich Mohr noch sehr roh und überhaupt nicht reurzüthig gezeigt. Er fragte, ob der Kerl kaput sei und schien damit ganz zufrieden, daß er Betmann erstochen Seinem Vater, der ihm den Vorwurf machte, daß er nun zum Mörder geworden sei, antwortete er, er möge nur still sein, so schlimm hätte es nicht kommen sollen.— Der Aneklagte war im Ganzen ge ständig, nur leugnet er die That mit Ueberlegung ausgeführt zu haben. Er habe dem Betmann wohl Eins versetzen wollen, er habe aber nicht beabsichtigt, den Mann Die Zeugenaussagen bestätigten im Wesevtlichen den geschilderten Thatbestand. Die Zeugin Frau Berkensträte schildert das erste Recontre mit der Mistgabel. Sie stellt dem Erstochenen das Zeugniß eines friedliebenden Menschen aus, während Mohr streit= und händelsüchtiger Natur und man im Doife vor ihm bange gewesen sei. Die Zeugin Frau Wirtz hat gekört, wie Mohr dem Betmann zurief:„Warum läufst Du denn so?“ und wie Letzterer dem Mohr antwortete:„Warum verfolgst Du mich? Sie hat feiner gehört, wie Mohr sagte, als Leute zu dem Gestochenen liefen:„No, ist der Kerl kapn#. mehrere andere Zeugen bekunden, daß Mohr als Vonwicht bekannt gewesen. Zeuge Brünger, der mit Mohr vor der That daherkam, bekundet, daß Mohr bereits etwas getrunken hatte. Der Landwirth Scheuer bat, als Mohr das Messer wegnahm, den Versuch gemacht, den Patron zurückzurufen, allein das war vergeblich. Dem Zeuzen hat Mohr's Vater geklagt, er werde von seinem Sohn schwer mißhandelt und er hat auch die brann und elau geschlagenen Stellen vorgewieser. Zeuge Wirt jr. hat dem Angeklagten zugerufen, er solle es nur nicht zu arg machen, worauf Mohr antwortete, er werde es schon sehen, was geschehe. Auch dieser Zeuge schildert den Mohr als sehr streitsüchtig. Endlich giebt der Polizeisergeant der Familie Mohr kein gutes Zeugniß; Vater und Sohn seien dem Truske ergeben. Die ärztlichen Gulachten stellten fest, daß der Erstochene an der rechten Halsseite eine 9 Centimeter lange und 4 Cim. breite Wunde hatte. Der Stich hatte die Hauptschlagader getroffen und die Luftröhre durchschnitten. Der Tod ist durch Verblutung erfolgt. Der Stich muß, um diese Verletzungen zu bewirken, mit großer Wucht geführt sein. Den Herren Geschworenen wurden drei Fragen vorgelegt. 1. Ist der Angeklagte schuldig, am 7. September zu Sauerberg bei Holzen den Arbeiter A. Betmann vorsätzlich getödtet und Tödtung mit Ueberlegung ausgeführt zu haben? Im Falle der Vereinung der ersten Frage: Ist der Angeklagte schuldig, den Arbeiter A. Betmann vorsätzlich derart körperlich mißhondelt zu haben, daß durch diese Körperverletzung der Tod des Betmann berbeigeführt ist? Sind mildernde Umstände vorhanden? Der Herr Staatsanwalt Duesbera beantragte die Bejahung der ersten Frage in vollem Umfange, eventuell die Verneinung der Ueberlegung; der Vertheidiger Herr Rechtsanwalt Dr. Lohmann plaidirte auf Körperverletzung mit Todeserfolg, die Bejahung der mildernden Umstände den Geschworenen anheim gebend. Die Herren Geschworenen bejahten die erste Frage, verneigten jedoch die Ueberlegung und ebenso mildernde Umstände. Der Herr Staatsanwalt beantragte 7 Jahre Zuchthaus; der bohe Gerichtshof ging jedoch über diesen Antrag hinaus und verurtheilte den Angeklagten zu 8 Jahre Zuchthaus und 8 Jahre Ehrverlust. Industrie, Handel und Verkehr. Die Reichsbank hat die Zahl der englischen und holländischen Plätz=, auf welche sie Wechsel ankauft, erheblich erweitert. Sie kauft fortan: 1. England: Wechsel auf London, Birmingham, Bradford, Bristol, Glasgow, Hull, Leeds, Liverpool und Manschester. 2. Holland: Wechsel auf Amsterdam, Rotterdar, Aikmaar, Almelo, Arpheim, Breda, Delft, Dordrecht, Enschede, Grovingen, Haag, Haetlem, Harlingen, Herzogenbusch, Leenwarden, Leiden, Mastricht, Middelburg, Nymwegen, Schiedam, Tilburg, Utrecht. Benlo, Blissingen und Zwolle. Eine mysteriöse Geschichte. Die Baronin Alfonse Rotyschild ist bekanntlich vor einiger Zeit auf der Reise von Köln nach Paris um Juwelen im Werthe von 60 000 Francs bestohlen worden. Londoner Meldungen zu Folge wurde der Dieb dort aufgegriffen. Er ist ein Amerikaner, Namevs Thomas Pitt, kaum 25 Jahre alt und einer der schönsten, elegantesten Männer. Pitt, ein Mediziner, der vor dem letzten Examen steht, legte ein umfassendes Geständniß ab. Schon seit längerer Zeit beschäftigt er sich mit Hyonotismus und hat darüber in New.Yock ein Buch erscheinen lassev. Er giebt den Diebstrhl zu, aber— er habe denselben nur verübt, weil er die Baronin bypnotisiren und als Medium studiren wollte. Es sei absolut nicht seine Absicht gewesen, die Juwelen zu behalten. Zum Beweise. daß er keinerlei Ursache zum Diebstable hatte, zog er eine gutgefüllte Brieftasche hervor. Er erzählte weiter, daß er sich auf der Reise furchtbar gelangweilt und die Zeit mit kypsnotischen Experimenten vertreiben wollte. Er hätte das Experiment, um auch die Baronin zu unterhalten, gern mit einer dritten Person gewacht;„zum Unglücke“ war außer ihm und der Baronin Niemand im Coapé. Die Baconin war mit Leichtigkeit bypnotifirt und in einen Zustand gebracht, in welchem sie jeden seiner Befehle unbedingt gehorchte. Er habe dies aus dem Grunde gethon, weil die Baronin, mit welcher er kurz vorher über den Hyprotismus sich unterhalten hatte, seine Worte mit Zweifel aufgenommen hatte. Er habe der Baronin ad oculos demoastriren wollen, daß der Hypnotismus kein leeres Wort sei. Die Juvelen habe er deshalb nicht bei der Baronin gelasser, um sie für ihre Zweifel zu bestrafen, das heißt, sie einen, zwei Tage in Angst zu lassen. Er erzählte sodann, daß die Baronin nach ihrer Oyprotifirung auf seinen Befehl:„Geben Sie mir Ihr Juwelenkästchen!“ sofort gehorchte und ihm dasselbe übergad. Thomas Pitt, dessen Vater aus Boston telegraphisch mehrere tausend Dollars Kaution schickte, wurde nach eintägigem Aufenthalte im Gefäagnisse auf freien Fuß Wernung. Der„Reichsanz. warnt das deutsche Pablikum vor dem schon in den 80er Jahren von deutschen Bebörden wegen Betrügereien und Erpressungen verfolgten berüchtigten Schwindler Julian Isidor Kavser, der jetzt von Paris aus sein früheres Geschäft sortsetzt. Vorsichl. Seit einiger Zeit kurfiren in Deutschland bolländische Zehn=Guldenstücke in Gold, die den deutschen Doppelkronen sehr ähnlich sind, aber keinen Werth von 20 Mark, sondern nur einen solchen von 77 Mark besitzen. Es wird gut sein, sich die Zvanzigmarkstücke genan anzuseben.. 464, 4 K.etz. Eine schwere Expiosion dal in der Fuzvinderei der Actienbrauerei in Pilsen stattgefunden. Das siedende Pech ergoß sich aus den Kesseln auf die umstehenden Arbeiter. Vier derselben wälzten sich in dem brennenden Pech, das über ihre Körper floß. In schrecklichem Zustande wurden sich in das Spital gebracht. Literatur. Musikalischer Hausfreund. Blätter für ausgerählte Salovmusik. C. A. Koch's Berlag(J. Sengbusch) in Leipzig.— Billig und ant, diese zwei Eigenschaften haben dem„Musikalischen Hausfreund“ in einem Jahre so viel Gönner verschafft, daß er in der periodischen Mafik Literatur eine geachtete Stellung einnimmt. Und das mit Recht, denn die Zeitschrift, welche pro Quartal in 6 Nummerv, à 8 Oaartseiter, Preis 1 Mk., erscheint, hat sich die Aufgabe gestellt, jungen Komponisten den Weg in die O.ffentlichkeit zu bahnen, Familien gute und nicht schwierige Hausmusik zu liefern und mit ausgewähltem Lesestoff in unterhaltender Form zu versehen. Möge die Zahl derer, die sich davon überzeugen wollen, wie diese dreifache Aufgabe perfekt gelöst wird, immer größer werden. Depeschen. * New York, 6. Nov. Die Ereningpost schätzt die Majorität der Demokraten in der neuen Kammer auf 80 Sitze. Das Resultat der Wahl Mac Kinlevs ist nuch ungewiß, aber es verlautet, daß er mit kleiner Majorität geschlagen sei. Markt= und Coursberichte. Berlin, 5. Nov. 2 Uhr 30 Min. Fruchtbörse Weizen Nov. 189.00, Nov.=Dez. 188,00, Dez.=Jan. 000,00 April=Mai 189.75, Mark. Gek. 00000 Ctr. Roggen Nov. 177,50, Nov.=Dez. 173.75 Dez.=Jan. 000,00, April Mai 168 75 Mark. Gek. 00000 Ctr. Hafer Nov. 139,75, Nov.=Dez. 139.00, April=Mai 139,50 Mark Gek. 7000 Ctr. Rüböl vorr. mit Faß 66.00, ohne Faß 65,00, Nov. 62,70, Nov.=Dez. 61,00, April= Mai 59,00, Mk. Gek. 0000 Ctr. Spiritus 70er vorr. 39,40. Nov. 38,20, Nov.=Dez. 88 20, April=Mai 39,30 MaiJuni 89,50 50er vorr. 59,00 Mk. Gek. 300000 Liter. Petroleum vorr. 23.40 Mark. Roggeumehl#/1 24,45, April=Mai 23.35 Mk. ! Autwerpen, 5. Novdr. Petroleum, flau, 16 1/8, Dez. 16 3/8, Jan. 16⅝. Jan.=März 17 fr. Glasgow, 5 Novbr. Warrants 523 8d. Redaktions=Briefkasten. Herrn P. Stockum. Ihr Bericht über die Feier ist veraltet. Sie hätten umgehend, und dann auch kürzer berichten müssen. Nov. vorr. S — Die Weinhandlung von P.Vess, Witten empfiehlt ihr reichhaltiges Lager guter, reingehaltener Weine. Flaschenweine von 60 Pf. an, Faßzweine von 65 Pf. an. Deutscher und franz. Champagner, echte franz. Cognaes, Portweine, Sherrys, Madeira. Der alte Hartol. Nächste 20. November 1890. Laut Reichsgesetz vom 8. Juvi 1871 im ganzen deutschen Reiche gesetzlich zu spielen gestattete Stadt Barletta Loose Jährlich 4 Ziehungen mit Haupttreffer von 2 Millionen. 1 Million, 500000, 400000, 200000, 100 000, 50000, 30000 25 000, 20 000, 10000, 5000, 2000 1000 Fr. 2c. Gewinne, die„baar" in Gold wie vom Staate garantirt ausgezahlt werden und wie sie keine einzige Lottetie aufzuweisen hat. Jedes Loos gewinnt. Monats=Einlage auf ein ganzes Loos 4 Mark. Agentur: G. Westeroth. Waldshut Baden. Preisabschlag. Garantirt reine, täglich frische Naturbutter, 4 M. 9.50 Süstrahmbutter„„ 10,50 Kokosnnßbutter„„ 6.50 versende in Kisten à ca. 10 N) ranko gegen Nachnahme. Prima geräuch, westf. Schinken per Pfd. 1,05 Pfg. A. A. Ursell in Attendorn. Junge fette Gäuse0, 70 M. d. Pf G aue Bettfedern 1,30„ G dekräftige Gänsefedern 2.—„ „ Halbdaunen 2.50„ Extra prima Halbdaunen 8.—„ Frima Daunen 3.50.„„ versende in doppeltgere zigter, sandfreier Waare frco. gegen Nachn. Nicht conven. F. u. Daunen nehme frco. zurück. 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November, Tanzkränzchen. Hierzu ladet freundlichst ein Georg Wegermann. * 4 im großen Saale des Hotel Hiermit laden wir freundlichst zum Besuch des zum Besten der Ausschmückung unserer neuen evangelischen Kirche errichteten Bazars ein. Derselbe wird Samstag, den 8. dss. Mts. eröffnet und an diesem Tage und den beiden folgenden, von 3 Uhr Nachmittags bis 10 Uhr Abends, geöffnet sein. Die ausgestellten Gegenstände sind zu billigen Preisen zu kaufen und bestehen aus Haushaltungs= u. Kunstgegenständen, Weiß=, Kurz= und Galanteriewaaren, Stickereien, Spielsachen u. s. w. u. s. w. Für Unterhaltung und Erfrischungen ist reichlich gesorgt. Der Vorstand. mer fiel in der issen=Lotterie ein 300000 Mark. Auf obige Numner si.t i der Nachmittagsziehung vom 23. Juli der Preuß. Klassen=Lotterie ein Hauptgewian von Das Loos wurde in vielen kleinen Antheilen bei dem Bankhause August Fuhse, Berlin W. gespielt. Kgl. Preuss, Staatslotterie, Hauptgew. 600000 Mk. In Witten zu beziehen durch B. 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Dieses Gewürz verleiht dim Getränk, auch wenn es nur von einer billigeren Sorte Bohnen=Kaffee bereitet ist, den feinen pikanten Geschmack und die wundervolle Farbe des in Carlsbad credenzten, in der ganzen Welt berühmten Kaffee's. Weber's Carlsbader Kaffee=Gewurz ist in Golonialw.=, Drog= u. Delikateß=Hdl. zu haben. Schweine-VersicherungsKass. des Stadtbezirks Witten. Erscheint täglich mit Zahlungs=Termin Sonntag, den 9. d. M., Nachm. von 4—6 Uhr, im Vereinslokale bei Wwe. Tuschhoff im Röhrchen. Der Vorstand. Insertionen werden 10 9 Kamerad= schaftl. # Der E Sänger= bund. Laut Beschluß der General= versammlung vom 12. Oktbr. finden von jetzt ab die General=Versammlungen alle Vierteljahre, die nächste demnach am zweiten Sonntage im Januar statt. Der Vorstand. Der Buzar soll Sonnabend, den 8. d. Mts. eröffnet werden. Wir bitten daher die für denselben bestimmten Arbeiten und Geschenke baldigst an Herrn Pastor Leesemann einzuschicken oder demselben behufs Abholung Mittheilung zu machen. Der Vorstand. J. Oestreich, Schuhmachermeister, Wiesenstraße Nr. 17, empfiehlt sich den geehrten Bewohnern von Witten und Umgegend in sämmtlichen vorkommenden Arbeiten zu reellen, billigen Preisen und bittet um geneigte Aufträge. Zeichnungen verloren von der mittleren Bahnhofstraße durch die Wiesenstr. nach Hotel Voß. Wiederbringer Belohnung. Bahnhofstr. 15. Surrogat von Gebrüder Lefeldt in Hamburg ist durch erste Fachblätter u. Autoritäten auf diesem Gebiete“) als der wirklich rationellste Zusatz zu geröstetem Kaffee, um diesen auch noch erheblich billiger zu machen, auf das Wärmste empfohlen. Zu haben à Pfd. 50 Pfg. in Witten allein bei Fritz Brodt, Crengeldanzstr. 24. *) Die Gartenlaube(Red. E. Keil in Leipzig) schrieb u. a.: „Der Name Sacca Kaffee stammt aus Arabien, dem ursprünglichen Heimathlande des Kaffeebaumes Bekanntlich wächst die Kaffeebohne(oder richtiger der Kaffeekern) nicht so, wie wir sie hier in Deutschland zu Gesicht bekommen. Die Kaffeebohnen, von denen je zwei fest auf einander liegen, sind vielmehr zunächst mit einer zähen, pergamentartigen Haut, der sogenannten Umhüllungs Membram umkleidet, dann aber auch noch von einer dicken, fleischigen, kirschenfruchtähnlichen Masse umschlossen. Diese äußere Umhüllung wird nun, nachdem die reife Frucht an der Sonne getrocknet ist, von den Kernen oder Bohnen getrennt, besonders präparirt, geröstet und pulverisirt, um so bereitet unter dem Namen Sultan= oder Sacca=Kaffee als Zusatz zu den gerösteten Kaffeebohnen von den Arabern consumirt zu werden. Diese alte Gewohnheit der Araber hat wohl darin ihren Grund, daß ein mäßiger Zusatz davon dem Kaffeegetränk einen noch schöneren Geschmack verleibt. Doch nun zur Bereitung des Kaffee=Getrankes unter unwendung des in den deutschen Handel gebrachten Sacca=Kaffee (unseres Wissens bis jetzt nur durch ein Handlungshaus in Ham burg, Firma Gebrüder Lefeldt, geliefert)“. NB. Jedem Packete ist eine Gebrauchsanweisung und gesundheitliches Attest beigegeben. Ein möbl. Zimmer in der Nähe des Bahnhofs an einen soliden Herrn zu vermiethen. Näheres in der Exped. Schmiede= und FormerLlasebalge, in allen Dimensionen, fabrizirt und liefert billigst die Ledertreibriemen=Fabrik von Hermann Rott, Witten, 68 Bahnhofstrasse 68. Gleichzeitig mache ich die geehrten Schuhmachermeister auf mein reichhaltiges Lager in prima Sohlenund Oberleder aufmerksam. Schurzfelle für Schmiede und Schlosser billigst. Eine Wohnung von 3 Zimmern von einer stillen, kleineren Familie für Mitte Nov. zu miethen gesucht. Von wem, sagt d. Exp. d. Bl. 2 junge Leute erhalten Kost und Logis. Wo, s. d. Exped. ges In einer Familie finden bildete Herren guten Mittag= und Abendtisch. Wo sagt die Exped. d. Zig. Stellengesuche und Angebote an pro Zeile 10 sinden Verbreitung in über 6000 Exemplaren. Ein tüchtiger mt sämmtlichen Büreauarbeiten vertrauter Schreiber gestützt auf gute Zeugnisse, sucht baldigst Stellung. Näheres in der Exped. Schuhmachergesellen gesucht. Ferd. Hill, Wit en, Bergstraße 6. Ein tüchtiges Dienstmädchen vom Lande bei hohem Lohn auf sofort gesucht. Wo, sagt die Expedition. Ein Dienstmädchen vom Lande zu zwei Kühen auf sofort oder zum 15. Nov. gesucht. Wo sagt die Exp Verlag von B. Koetzold& Co in Witten. Druck von H. Risel& Co. in Hagen Redigirt unter Verantwortlichkei von B. Koetzold in Witten. ist in jüngster Zeit örterungen gemacht eisrige Verfechter Dr. Engel aus Be in Vorträgen näher eines großen Beifal Neuerungen, zumal berühren und so Prinzipien brechen zahlreiche Gegner, gegen die Sache## Zunächst wird daß er nicht der des Zonentarifes se erklärt in einer Journal vom 4. schiedenen Arbeiten die Sache bereits a zu haben, er wirft Ideen und Gedanke — einfach annektir gemacht habe. W eingehen zu sollen, ist, sein Eigenthum aber davon, daß H nannten hätte bezi Miterfinder hätte n hin ein verdienstvol schlafene Sache ene zu beleben. Daß! lichkeit und großer bestreiten sein. Die angestrebten die Beförderung v# einem sehr billigen 25, 50, 100 und wird. Neben der fachung des Verk wünschenswerth ers befindlichen Sätze Ausfall soll durch nutzung des vorho man erwartet soga Die Eisenbahn größten Feinde des Ideen desselben bez Perrot nicht accept en bloc und es urtheilung nur wün Aeußerungen anzuf Richtig ist Eisenbahnen per nahmen gebracht h Resormer erklären übertrieben hohen England, wo auf viermal so viel Deutschland. Dem gegen die frühere wesentlich verbesser ferner jetzt nicht nu anlege, sondern a schließungen armer Rücksichten zahlreid nur nicht rentiren, so mindere selbstreden pro Kilometer. I allerdings weit bit in Folge billigerer preise sogar höher. in den grundverst Länder, hauptsäch völkerung. Auf Deutschland 84, ir 187, in London 1 Die Reformer der Sitzplätze, höch reform sollen die bewegten Plätze ge daß der Personen: Jahreszeiten ver daß z. B bei fe Orte Vormittags Züge gehen. Ziel besonders bei läng mit Recht beanspr daß die höchste fahrenen Wagen Perrot und ähnlich wie das gedachte Pennyder Werthb messut men. Dem halt u letzteren Grunde! rentire, sondern u die Briefe bei ei Pfennig zu beför eer bche unüich A und un tr