schaft. SchwimmAugust von Badende geVorstand. uschaft. mfest 6. August, 1 Uhr: Loncerts. F: r Schwimmimmklubs u. fführungen. n Rückmarsch hof z. Adler). sorstand. Innung lmgegend. sammlung 4. August, Uhr, An demselben ammlung. r Statuten. Sache wegen heiligung der net. sorstand. eist. Sitche treter. permann. er, Ctr. 28 M. r, Ctr. 28 M. achnahme emBülck, ster i. Holst. spostkolli 3 M. der Poststation. wirthe. und Verlusten enau, Handbuch für Wirthe here klare Ausgend beim Beommenden gein, neben einer Lissenswerthem. . old& Co, itten. 4 elh seinigt, Zahnt er Art beseitigWitten. Zjährige dunaune din, gut dresMonate alter dunkelbraun, aufen. Exged getAce bote 10 Pfg. 63 ung in über mplaren e se e kann, auf soMüser, erweg. schleh Lohn und für in Hevev. lädchen ächsten Monats rstr. 21, Hagen. 15. September n Zweigen der hrenes ädchen tr. 50 Witten. von C o. in Witten. Kisel& Co. ger. rantwortlichkeit d in Witten. No. 181. FenspretzNtr. 46 fütr Witn. Witten, Mittwoch, den 6. August Fersprechz=str. 18 für Hagn. 1890. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Insertionen werden die 7gespaltene Petitzeile mit 10 Pfg. berechnet. * verbunden mit dem General-Anzeiger Abonnementspreis(inel. der Gratisbeilage „Märkisches Heim“): 1,80 Mark vierteljährlich, monatlich, 60 Pfg. bei Bestellung durch die Boten Bei Abnahme auf der Post inel. Bestellgeld 2.20 Mk. für Witten und Amgegend. 20 Die Religion und die Sozialdemokratie. In diesen Tagen ist eine Nachricht unwidersprochen durch die Zeitungen gegangen, in welcher es hieß, auf dem bevorstehenden Parteitage in Halle a. S. solle von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion der Satz in das Parteiprogramm aufgenommen werden, daß Christenthum und Sozialismus mit einander unvereinbar seien. Trotzdem kein Protest erfolgte, glauben wir doch nicht, daß diese Mittheilung sich bewahrheiten wird, denn sie würde die Sozialdemokratie ganz gewaltig schwächen. Die Sozialdemokratie ist unvereinbar mit dem deutschen Kaiserthum, wie überhaupt mit jeder Monarchie. Aber ausgesprochen wird das nur vor durchaus überzeugten Genossen, Die ungeheuer große Mehrahl der Personen, welche sozialistisch gewählt haben, denkt nicht im Traume daran, das Kaiserreich zu beseitigen, und erst recht nicht daran, gegen Kaiser Wilhelm II. persönlich Stellung zu nehmen. Aehnlich steht es mit dem Religionspunkte. Wenn offen in das sozialistische Parteiprogramm der Grundsatz aufgenommen würde, das Christenthum ist der Feind der Sozieldemokratie, dann würden Tausende und Aberte isenbe von Wählern nicht mehr mitmachen. Des deutsche Volk ist tiefreligiös, es hat seine Religion im Herzen, und nicht auf den Lippen, wie die frommen Fanatiker in Amerika und England, und es ist darum nicht gut, an dem zu zweifeln, wes Eigenthum der Nation ist. Wer wollte bestreiten, daß wir heute sehr betrübende Erscheinungen haben, welche den Wunsch laut werden lassen, daß auch für jene Kreise„mehr Religtösität“ am Platze sei? Dem ist so, aber wie der Deutsche kein geborener Revolutionär ist, so ist er auch kein geborener Atheist, und die Personen, die sich mit albernen Worten über religtöse Dinge hinwegsetzen zu können meinen, sind meist junge Burschen, die denken, anderen Leuten damit imponiren zu können. Christenthum ist der größte Gegner des Sozialismus weil es Uneigennützigkeit predigt, zur Selbstlosigkeit mahnt und zur Versöhnung und Bethätigung der Nächstenliebe auffordert. Wann aber trotzdem nicht ungenirt dagegen aufgetreten wird, so beweist das, es eine Grenze giebt auch für sozialistische Agikation. Das deutsche Volk wird um des Sozialisus willen, nie die Religion ausgeben. Die bedauerlichen Erscheinungen von Irreligiösiät, die sich da und dort zeigen, sind nicht erst die Folge der modernen Arbeiterbewegung, sie haben shren Grund zum viel größeren Theil in der mangelhaften C.ziehung. Wie die Pflanze gehegt wird, so wächst sie, und wenn ein Kind bis zum 14. Jahre, wie es heute nicht selten der Fall ist, im Elternhause nticht einmal gelernt hat, Vater und Mutter zu ehren, wie kann man dann später mit einem Schlage eine plötzliche Erkenntniß erwarten? Die mangelhafte Erziehung verschuldet unendlich viel. Schule und Kirche können beide nicht so wirken, wie sie sollen, wenn im Elternhause alles ins Gegentheil verdreht wird. Liegt aber etwa ein durchaus schlechter Charakter der Eltern diesen Verhältnisien zu Grunde? Sehr selten, aber um so mehr herrscht die Schwäche den Kindern gegenüber. Da haben wir mit einem Worte die wahre Ursache so vieler bedauerlicher Erscheinungen, und sollen diese schwinden, muß die Axt an die Wurzel gelegt und auf die Eltern selbst im er ligion rann viel thun, aber sie soll mit den Worten auch die That verbinden, sie muß die Jugend behandeln, wie es Recht ist, sie erziehen und nicht durch übermäßige Strenge abstoßen. Ein guter Kern sitzt u jedem deutschen Herzen, und leere Redereien schwinden bald vor dem vernünftigen Wort, wenn Dasselbe mit der That verbunden wird. Wir hatten Lingünstige Zeiten, und da wurde manches unwirsche Wort laut. Aber daraus ist keine reißende Verschlechterung des deutschen Volkscharakters abzuleiten. Die Leute haben oft selbst nicht gewußt, was sie sprechen, und sie sind schon von selbst einfach wieder zu anderen Ansichten gekommen. Rundschau. Die gesammte belgische Presse spricht sich äußerst befriedigt über den Kaiserbesuch in Ostende aus, der im ganzen Land den tiefsten und wohlthuendsten Eindruck heroorgebracht habe. Selbst die ausgesprochensten Franzosenfreunde, deren es in Belgien ja nicht penige giebt, sind von der Leutseligkeit und dem männlichen Auftreten des Kaisers freundlich berührt. Die Pariser Zeiiungen hingegen können nur mühsam Ihre schlechte Stimmung angesichts der herzlichen Fufnahme, welche der Kaiser in Oftende gefunden, verbergen. Einige Zeitungen erblicken in der Reise es Kaisers einen Versuch, Belgien zum Dreibunde heranzuziehen. Andere geben zu, daß der Kaiser in oyaler Weise an der Aufrechterhaltung des Friedens Glcich, udnen den dst üchcht in nichen buge leide, sei nicht durch Allianzen zu heilen. Es rühre von Elsaß=Lothringen her, welches neutralisirt werden müsse. Der Zug, welchen Dr. Schmidt, der stellvertretende Reichscommissar, in das Innere des deutschen Ostafrikas unternommen hat, sollte den Räubereien der Masitis entgegentreten. Es sind dies Stämme, welche, den Zulus verwandt, vom Süden verdrängt sind und ein nomadisirendes Räuberleben führen. Sie waren durch ihre Wildheit und die furchtbaren Verwüsingen, welche sie alljährlich anrichteten, bei den Einwohnern Ostafrikas sehr gefürchtet. Im vorigen Jahre hatte Buschiri einige dieser Stämme durch große Versprechungen bewogen, ihn gegen die Deutschen zu unterstützen. Sie rückten gegen Bagamoyo vor, indem sie an den Eingeborenen furchtbare Grausamkeiten verübten. Herr von Gravenreuth ging ihnen mit allen verfügbaren Truppen entgegen, und es gelang ihm, sie vollständig zu schlagen, in einem Kampf, der zu den erbittertsten gehört, welche die Schutztruppe durchzufechten gehabt hat. Diese Niederlage der gefürchteten Nomaden rief in dem Küstenstriche die größte Bewunderung für die deutschen Waffen hervor und hat zur Stärkung des Ansehens unserer Flagge wesentlich belgetragen. Jetzt hatten sich im Innern Deutsch=Ostafrikas wieder Masitis bemerklich gemacht. Dr. Schmidt ist ihnen entgegengezogen, hat jedoch keinen ernsten Widerstand getroffen und kehrt jetzt mit einem gefangenen Masitenhäuptling nach Zanzibar zurück. Auf der Karawanenstraße zwischen Tabora Mpuapua und der Küste herrscht, wie verschiedenen Blättern gemeldet wird, ein äußerst lebhafter Verkehr. Ganz außerordentliche Massen von Elfenbein sollen in der letzten Zeit an die Küste gebracht worden sein. In Bagamoho waren vor etlichen Wochen 13—14000 Waniamwesis versammelt, welche mit Waaren aus dem Hinterlande gekommen waren. Nach Mpuapua führt der Proviantmeister de la Fremoire augenblicklich die Ablösungsmannschaft, der Proviantmeister Janke wird die alte Besatzung nach Bagamoyo zurückbringen, während der Lieutenant v. Büloo die Leitung der Station noch behält. Emin Pascha hat, wie der Times gemeldet wird, schwere Kämpfe mit den Masai in Ugogo zu bestehen gehabt und sehr viele getödtet, wobei er sich einer Maxim=Kanone mit verheerender Wirkung bediente. Seine mit dem neuen dertsche. Gewehr bewaffneten Soldaten verbrauchten eine ungeheure Masse Munition, von welcher der Pascha jetzt eine neue Zufuhr braucht. Emin Pascha erbeutete 1200 Rinder. Daran, daß die Soldaten Emins mit dem„neuen“ deutschen Gewehr bewaffnet seien, darf man zweifeln. Es wird noch der bisherige Mehrlader gemeint sein. Oberst Lebel, der Erfinder des nach ihm benannten französischen Repetirgewehres, welcher das 120. Linienregiment in Sedan befehligt, hat seine Pensionirung verlangt. Oberst Lebel war vor einigen Monaten sehr schwer erkrankt, so daß man bereits das Schlimmste befürchtete. Seither befand sich Oberst Lebel in Arcachon zur Erholung, ohne jedoch eine vollständige Heilung erreichen zu können. Aus diesem Grunde tritt er in den Ruhestand, obwohl er die Altersgrenze von 60 Jahren erst in 8 Jahren erreicht hätte und in dieser Zeit gewiß zum General befördert zu werden hoffen durste. 1885 wurde Lebel zum Direktor der Ecole normale de tir im Lager von Chalons=sur Marne ernannt und hier stellte er das gegenwärtige Repetiergewehr der französischen Armee her. " Die englische Arbeiterbewegung hat nach den jüngsten Vorstöße in die Kreise der staatlichen Subalternbeamten wieder Gewehr bei Fuß genommen und beschäftigt sich mit Einheimsen und Aufspeichern der Früchte ihres agitatorischen Treibens. Das Experiment war einstweilen nicht von durschlagendem Erfolge gekrönt, auf einen solchen hatten die Führer und Schürer des Geistes der Unbotmäßigkeit im ersten Anlauf auch wohl kaum gerechnet. Indessen, der Boden ist bestellt, die Saat gestreut und wird, wenn der rechte Augenblick gekommen ist, auch schon aufgehen. Mittlerwelle glimmt das Feuer der sozialrevolutionären Propaganda unter der Asche fort und flackert bald hier bald da in Strike= und Boycottveranstaltungen auf. Tüchtige Arbeiter, die ihre Sache gelernt haben und ihrem Beruf mit Lust und pflichtmäßigem Eifer obliegen, bekommen einen immer schwierigeren Stand, da der Terrorismus der Trade= Unions die Bedingungen einer soliden Arbeiterexistenz planmäßig untergräbt und mit Erfolg darnach trachtet, durch Verdrängung der leistungsfähigen, selbstbewußten und eben deshalb der willenlosen Unterwerfung unter das Machtgebot einer ehrgeizigen, gewissenlosen Führerclique widerstrebenden Elemente und durch massenhafte Einschiebung von Leuten, die weniger arbeitsals gesinnungstüchtig sind, welche die Arbeit als einen lästigen Zwang verabscheuen, dafür aber als desto fanatischere Vorkämpfer des Krieges gegen die Autorität der Arbeitgeber sich geberden, die Zügel der Situation ganz und gar in die Hand zu bekommen. Englands Industrie= und Handelswelt steht dem immer mächtiger anschwellenden Wogensturm der sozialdemokratischen Hochfluth ziemlich machtlos gegenüber, sie sieht das Verhängniß herannahen, aber sie weiß nicht recht, wie ihm vorzubeugen. Es fehlt den bedrohten Interessentenkreisen an Einheit des Willens wie des Handelns, jeder wehrt sich auf seine eigene Faust, und wo das nicht angeht, macht er, so gut oder schlecht es gehen will, seinen Frieden mit dem Gegner— auf die Bedingung der Trade= Unions bin. Eine ganze Reihe von Arbeitervergewaltigungsfällen, mit denen sich die Gerichtshöfe Londons und anderer großstädtischen Industriezentren Englands in den letzten Wochen zu beschäftigen hatten, läßt die moralische Zwangslage, in welche die Arbeitgeber versetzt sind, klar erkennen. Es ist beinahe zur allgemein geltenden Regel geworden, daß Arbeiter, die keinen Erlaubnißschein seitens ihrer Trade Auion beibringen, auch keinen Arbeitsplatz erhalten, weil die Arbeitgeber wissen, daß sie andererseits dem Boykott verfallen. In Wahrheit sind also nicht die Geschäftsinhaber, sondern die Trade=Unions Herr im Geschäft, oder wie der Polizeimivister von Westminster sich unlängst ausdrückte, die Delegirten der Trade Unions nehmen die Stellung eines„Sultans mit autokratischer Gewalt“ ein. Dazu kommt der unaufhaltsame Niedergang der Arbeitsleistung. Auf der am Donnerstag stattgehabten Versammlung der Ost= und Westindischen Dockgesellschaft wies der Vorsitzende nach, daß das Konto der Arbeitskosten im letzten Halbejahre eine Mehrbelastung von 90000 Pfund Sterling erfahren hat. Dieselbe entfält zum Theil auf das Steigen der Arbeitslöhne, zum Theil auf Verschlechterung der Arbeitsleistung. Die Gutachten aller sachverständigen Autoritäten stimmen darin überein, daß in den Londoner Docks heute nicht annähernd mehr so nachhaltig und gewissenhaft gearbeitet wird, als bis zu dem Augenblick, wo Mr. Burns die Dockarbeiter„enthusiasmirte.“ Die Leute arbeiten langsamer, theurer und schlechter. Sie weigern sich, den Anordnungen der Werkführer zu folgen, und Schiffseigner wie Verfrachter entdecken, daß London von Woche zu Woche ein unbrauchbarer Entund Verladeplatz wird. Die Wirkung dieser Entdeckung zeigt sich in dem allmähligen, aber stetigen Rückgange des Londoner Hafenverkehrs. Der Handel wendet sich anderen Plätzen zu, die ihm bessere Bürgschaften reellrr und prompter Arbeitsleiftung gewähren. Zur Zeit findet er solche noch in den nalhäfen, aber mit schwerer Sorge fassen die englischen Wirthschaftspolitiker den Fall ins Auge, daß bei dem Umsichgreifen der Trade Unions=Tyrannei auch dort die Arbeiter zu ihrem Berufe untüchtig gemacht werden und alsdann England vor die Gefahr eines Massenexodus der Handels und Verkehrswelt noch kontinentalen Plätzen gestellt sein werde. Auf allen strategischen Eisenbahnlinien Rußlands, welche der Regierung unterstehen, sollen die Stellen der Maschinisten, Heizer, des Zugpersonals u. a. mit Militärpersonen aus den Eisenbahn=Bataillonen besetzt werden. Bei den Direktionen der EisenbahnBrigaden sollen besondere Spezialschulen zur Vorbereitung der Maschinisten eingerichtet, zur Vorbereitung kenntnißreicher Chefs der Lokomotiv=Depots aus den Offizieren der Sappeur=Truppen werden für die Letzteren besondere Curse bei dem St. Peersburger technologischen Justitut eröffnet werden. Aus Spanien in London eingelaufene Privatdepeschen sprechen sich über die Cholera sehr beunruhigend aus. Die Epidemie dehne sich schnell außerhalb der Provinz Valencia aus. Mehrere anstoßende Provinzen seien bereits von der Seuche ergriffen. Das Mißtrauen in die von der Regierung veröffentlichten Bulletins, sowie die außerordentliche Hitze verschlimmerten die Panik. Reich. Berlin, 4. August. Der Kaiser ist, begleitet von dem deutschen Geschwader angekommen. Der deutsche Botschafter Graf Hatfeldt begab sich mit dem deutschen Militärattachs an Bord der„Hohenzollern“, die heute früh mit dem Geschwader die Fahrt nach der Insel Wight fortsetzte. In Osborne traf der Kaiser so früh ein, daß der Prinz von Wales nicht, wie festgesetzt war, mit der Dacht„Osborne der„Hohenzollern“ begegnen kannte. Der Empfang des Kaisers durch seine erlauchte Großmutter war dußerst berzlich, ebenso die Begrüßung des Kaisers und der Prinzen des englischen Königshauses. — Einige Franzosen haben bei der Anwesenheit des deutschen Kaisers in Ostende in kleinlicher Weise zu demonstriren versacht. Die französische Harmoniegesellschaft, welche sich an den musikalischen Aufführungen im Kurhause betheiligte, blieb während der Anwesenbeit des deutschen Kaisers demselben fern. Ferner ist zu erwähnen, daß während der Fahrt des Kaisers eine Gruppe von Franzosen, die sich durch die begeisterten Kandgebungen der Meuge gereizt fühlte,„Vive la France“ rief, aber alsbald durch ihre Umgebung zum Schweigen vergvloßt wurde, und das verschiedene französische Billenbewohner mit ihrer Abreise gedroht hatten, falls die Häuser, in denen sie logirten, flaggen wörden. Diese kleinliche Bethätigung chauvinistischer Gesinnung fand indessen wenig Beachtung. — Fürst Bismarck ist am Montag Abend in Bad Kisingen angekommen und von einer zahlreichen Menschenmenge festlich empfangen worden.— Uebrigens ist der Fürst in Schöahausen wiederholt von fremden Berichterstattern um Unterredungen ersucht worden, lehnte aber jeden Empfang mit der Motivirung ab, er wolle sich erholen. — Von anscheinend unterrichteter Seite wird, wie ein Berliner Correspondent der„Frankf. Zeitung“ schreibt, verbreitet, daß Se. Majestät der Kaiser an der Abfassung der Devkschrift über das deutsch=britische Abkommen, namentlich an ihrem einleitenden allgemeinen Theil versönlichen Antheil habe. — Der Reichsanzeiger veröffentlicht die Ernennung des bisherigen deutschen Gesandten in Buenos Apres. Freiherrn von Rodenhau, zum Unterstaatssccretair im Auswärtigen Amte. — Die feierliche Eröffnung des 10. internationalen medtzinischen Kongresses in Berlin dat am Montag Vormittag 11 Uhr in dem zum Versammlungslokal uagewandelten Zirkus Reuz stattgefunden. Bar Begrüßung hatten sich auch die Minister von Bötticher und von Goßler eingefunden. Zahlreiche fremde Devutirte überbrachten Grüße aus ihren Ländern. Vorträge hielten Sir Joseph Lister aus London über din gege nwärtigen Stand der antiseptischen Chirurgie u.) Professar Robert Koch über bakteriologische Forschung. Heute Dienstag findet ein Bankett im Rathhause statt. — Die Magdeburger Sozialdemokraten haben an den Abg. Bedel die Anfrage gerichtet, od derselbe in nächster Zeit nach Magdeburg kommen köane, um in öffentlicher Volksversammlung seine Stellung zu den bekannten Differenzen darzulegen. Die Magdeburger„Bolksstimme“, welche Bebel ziemlich scharf angegriffen hatte, soll Gelegenheit erhalten, ihren Standpunkt zu vertreten — Auf Ersuchen lder deutschen Regierung sind die englischen Kriegsschisse in Baenos=Ayres von ihrer Regierung angewiesen worden, nöehigenfalls auch die dort ansässigen Reichsangehörigen unter ihren Schutz zu nehmen. — Hauptmann Kund, der bekannte Afrikareisende, ist wieder soweit bergestellt, daß er Wiesbaden verlassen konnte. Er befindet sich gegenwärtig in Berlin. — Eine direkte Kurierzug=Verdindung Paris=Berlin, die schon häufig in Auregung gebracht, aber nie zur Ausführung gelangt wor, ist jetzt definitiv gesichert und wird vom 1. Oktober ab Geltung erlangen. Die Strecke wird fortan in 20½ Stunden zurückgelegt, während der bisherige schaellste Zug 22½ Stunden gebrauchte. Die Route ist Berlin=Magdeburg=Hildesheim=Köln=NachenVerviers Lättich=Charleroi Jeumont=S'. Quentin=Paris. Die Vereindarung ist auch ein Zeichen dafür, daß ma. in Paris ruhiger zu denken beginnt. — Zur alsbaldigen Wiederberstellung der seit etwa vierzehn Tagen durch Kavelbruch gestörten Telegraphenverbindung zwischen Cuxhaven und Helgolano sind die umfassendsten Anordnungen getroffen worden. Bei der fortgesetzt stürmischen Witterung and dem hohen Seegange waren die Jastandsetzungsarbeiten indeß ungemein schwierig und in den meisten Fällen nicht ausführbar. Tekanntlich können Kabelarbeiten nur bei rubigen Mieresverhältnissen mit Erfolg vorgenommen werden. Seit gestern scheint sich bei nachlassendem Winde eine Abflachung der See vorzubereiten. Es wird angenommen, daß demzafolge die Kabelarbeiten sich leichter ausführen lassen werden und die Kabelverbindung nach Helgoland schon in den nächsten Tagen wieder benutzbar sein wird. — In greller Weise tritt der Gegensatz zwischen Lebensschilderung und Lebensführung der Socialdemokraten in den Ankündigungen der letzten Nummer des Berliner Volksblattes bervor. Der„Allzemeine MetalarbeiterVerein Berlins und Ungegend“ veranstaltet am künftigen Dienstag eine Versammlung, auf deren Tagesordnung als erster Pankt ein Vortrag steht über das Thema: „Das Elend und die Schäden der heutigen Gesellschaftsordnung“. Derselbe„Allgemeine Metallarbeiter=Verein Berlins und Umgegend“ veranstaltet am Sonntag in der Brauerei Friedrichshain ein großes Sommerfest mit Sommernachts=Ball, ein Garten=Kovzert(Kapelle 40 Mann stark), eine große Kinder=Polonaise(bei eintretender Dunkelheit) und„großer Bonbouregen“(um 12 Uhr Nachts). Ob der Vortragende am Dienstag auch dieses Bild des Elends im Friedrichshain beleuchten wird? — Das durch die abvorme Höhe der Fleischpreise stutzig gewordene Publikum fängt an, auf Selbsthilfe zu denken. Die Saganer Fleischerinnung wird im dortigen Wochenblatt aufgesordert, die von ihr beschlossene, unverhältnißmäßig hohe Preiserhöhung zu motiviren. Das Publikum sei nicht in der Lage, dieselbe als Folge eines theuren Bieheinkaufes ansehen zu können. Falls die Fleischer Innung eine befriedigende Erklärung nicht geben sollte, so würden die Uaterzeichner der Aufforderung alle Hebel in Bewegung setzen, daß die Einwohnerschaft in Massen sich dem Beschlus der Fleischer= Janung widersetze, und sollen durch Einberufung einer großen Volksversammlung die nöthigen Schritte zur Wiedereinführung gerechter Fleischpreise angebahnt werden. — Ja Thüringen, woselbst die politischen Grenzen der einzelnen Staaten oft so eng verschlungen sind, komat der gewis einzig dastehende Fall vor, daß ein Geistlicher die Sellorge in fünf verschiedenen Staaten ausübt. Pastor Kleindieß in dem sächsischen Orte Niebra bei Werdan ist gleichzeitig Prediger in Hilbersdorf, dessen eine Hälfte zum Herzogtzum Altenburg geböet, wäbrend die andere im Fürstenthom Reuß i. L. liegt; ferner wirkt er selsorgerisch in den beiden preußischen Dörfern Otticha und Lichtenberg; dann predigt er in dem weimecischen Dorse Rußdorf und zulegzt versiebt er das Bikariat in dem meigingischen Dorfe Mosen. Oesterreich=Ungarn. Wien, 4. Aug. Prinz Ferdinand von Cobura ist beute früh hier eingetroffen und begiebt sich der„Polit. Corresp.“ zufolge nach eintägigem Aufenthalte hierselbst zum Besuche seines Bruders, des Prinzen Philipp, nach Graz, 5. Aug. Heute Vormittag 11 Uhr eröffnete der Kaiser Franz Joseph die hiesige Landes=Ausstellung und wurde von dem Präsidenten des General=Comitees der Landes=Ausstellung Frhru. von Washington mit einer Ansprache herzlichst begrüßt. Nachdem der Kaiser in seiner Antwort für die Kundgebung loyaler Gefühle gedankt und die Ausstellung für eröffnet erklärt hatte, besichtigte er dieselbe eingehend. Am Nachmittag besuchte der Kaiser die Kirche zum Herzen Jesu, das landschaftliche Tanbstummen=Institut und das vom Schützenverein der Landeshauptstadt veranstaltete Festschießen, woselbst Se. Majestät auf den laufenden Hirsch zwei gelungene Schüsse abgab. In dem reich ausgestatteten Gabentempel befinden sich als Kaiserpreise zwei Kasseten im Werthe von je 100 Dukaten. Heute Abend 6 Uhr fand beim Kaiser ein Diner von 20 Gedecken statt, an welchem die hier anwesenden Minister Graf Taaffe und von Gautsch sowie der Statthalter und die Spitzen der Behörden theilnahmen. Innsbruck, 4. August. Beim Passiren der Innbrücke entgleiste gestern der Courierzug. Mehrere Wagoons sind in den Fluß gestürzt. Einige Passagiere sind schwer verwundet. Frankreich. Paris, 3. August.„Petit Paris" berichtet, daß ein Cholerakranker gestern während der Ueberführung aus seiner Wobnung im Krankenwagen gestorben sei. Der Polizei=Präfekt soll die sofortige sorgfältige Desinfizirung der Wohnung des Kranken angeordnet haben.— Eine gestern Abend hier eingetroffene Nachricht besagt, daß in einer kleinen Ortschaft des Departements Herault ein Cholerafall ausgetreten sei. Paris, 4. August. Morgen beginnt hier die auf eine 14tägige Dauer berechnete Beratbung der 15 amerikanischen Generalconsuln Europas über die die Mac Kinley=Bill betreffenden Zollfragen. In der heutigen Zusammenkunft waren unter Anderen die Generalconsuln von Berlin, Frankfurt, Wien, Stockholm, Kopenbagen, Paris, Rom, London und Petersburg anwesend. Dieselben wählten den Chef des Consulats= büreau's in Washington Saint Clair zum Präsidenten und den Delegirten des Washingtoner Schatzamts Tingle Gei einem gestern in Robez zu Ehren des Ministers des Innern Constaus veranstalteten Banket, an dem ungefähr 200 Personen theilnahmen, forderte derselbe in einer Rede die Republikaner zur Eintracht auf; die Republik sei stark genug, um versöhnlich zu sein; der Tag sei nicht mehr fern, wo die Feinde der Republik noch Generäle aber keinen Soldaten mehr haben würden. St. Etienne, 4. August. In den Gruben von Villeboeuf gerieth heute Vormittag die Gallerie in Brand; von den 120 Arbeitern, welche sich zur Zeit des Unfalles in der Grube befanden, wurden, soweit sich bisher sicher eststellen ließ, 5 verwundet, davon 2 sehr schwer. England. London, 4. August. Der„Stondard“ meldet aus Shanghai vom 3. cr., die Städte Peking, Tungchow und Tienstein stehen unter Wasser, die Geschäfte stocken. Bisher ist es den Behörden nicht gelungen, die Flutben zu bewältigen. B.-J. Kung d.s 8. Die Zollbehörde hat die sofortige Zuta##sang des Handelsverkehrs mit Ausländern in der Stadt Chunking ane: Der englische Kriegsminister bat im Unterhause des Parlamentes erklärt, daß er zur Einsicht gelangt sei, daß die Strafurtheile gegen die sechs, wegen Meuterei verurtheilten Garde=Grenadiere etwas hart seien. Wie verlautet, dürften vier der Grenadiere nach dreimonatlicher und die übrigen zwei nach 12monatlicher Haft entlassen werden. Petersburg, 4. Aug. Gegenüber der wiederholt auftretenden Nachricht, der deutsche Kaiser werde während seiner diesjährigen Anwesenheit in Rußland nicht nach Peterhof kommen, kann aus zuverlässiger Quelle versichert werden, daß dieselbe völlig unbegründet ist. Der Kaiser Wilhelm wird am 24. August im Schlosse Peterhof zum Besuche des Hofes eintreffen und nach den bisher getroffenen Bestimmungen daselbst drei Tage verweilen. Die Rückreise wird auf dem Seewege, voraussichtlich am 26. August erfolgen. Warschau, 3. Aug. Von hier wurden 51 Ausländer, darunter 14 Preußen, ausgewiesen. Italien. Barnes aus Rew-York. Von Archibald Clavering Gunter. Bearbeitet von M. S. 321— Nachdruck verdoten. Sind Sie wahnsinnig, fragte der Graf, der leichenblaß wurde. Jetzt nicht, aber ich bin es gewesen! Dem Himmel sei Dank, daß mir die Augen geöffnet wurden. Ich habe gebeichter und Absolution erhalten. Meine Sünde ist von mir genommen, Und Sie entsagen dem Gelübde, dem Sie Ihr Leben geweiht um eines Dogmas der Kirche willen, stammelte er. Um meines Glückes— um meiner Liebe willen. Ich haßte und war verflucht— ich liebe und bin selig! Bei diesen Worten trat ein Ausdruck in ihre Züge, den der Graf noch nie in ihnen gesehen. Es wurde ihm eiskalt ums Herz. Sie lieben? rang es sich von seinen Lippen. Ich vergöttere— ich bete an! Es kann nicht sein! Keiner kann Ihnen in Ihrem Gelübde beistehen, wie ich es vermag. Dieser— dieser Mann wird sich nicht zum Sklaven ihres Hasses machen, wie ich— dazu kann er Sie nicht geuug lieben. Gott sei Dank! Nein! Ab! Es ist irgend ein leichtfinniger Jüngling, der sich von Ihnen bedienen lassen,— der Sie nicht anbeten wird, wie Danella, der Sie hat auswachsen sehen— der Sie als das schönste, anmuthigste Geschöpf der Erde liebt! Erbarme Dich meiner— Du bis Alles, was ich habe! Er lag zu ihren Füßen, seine Thräuen benetzten ihre Hände, auf die er seine heißen Küsse drückte. Verlaß mich nicht um eines Fremden willen. Komm, ich will Dir sagen, wer es ist, den Du tödten mußt, und Du wirst mich lieben. Mit einem leisen Aufschrei stammelte Marina: Sagen Sie mir das nicht— um Gottes Barmherzigkeit willen nicht! Dann blickte sie ihn mit flammenden Augen an und rief: Ich verbiete er Ihnen! Wagen Sie nur, das zu sagen, so werde ich Sie hassen! Sehen Sie! Meines Bruders Bild ist von der Wand verschwunden. Wenn ich ihn um dieses Mannes willen vergessen habe, glauben Sie dann noch, daß ich Ihrer gedenken werde? Rom, 3. August. In den 84 Sektionen waren 27416 eingeschriebene Wähler, von denen 4018 ihre Stimmen abgaben; hiervon erbielt Antonelli 1735, Barzilai 1581, Ricciotti Garibaldi 614. Ungiltige oder zersplitterte Stimmen waren 88. Spauten. Madrid, 3. August. Die schwebende Schuld beträgt jetzt fast 270 Millionen Pesetas; dieselbe hat während des Monats Juli um beinahe 5 Millionen zugenommen. Amerika. — In Buenos Ayres spitzt sich die Lage fortdauernd zu. Eine Abordnung der Börse und der Handelskammern, begleitet von zahlreichen Bürgern, erschien bei dem Minister Noca und bat ihn Namens der Bürgerschaft, den allgemein verhaßten Präsidenten Celmau zum Rücktritt aufzufordern, da sonst keine Ruhe zu erwarten sei. Roca lehnte den Auftrag ab, versprach aber, nach Kräften vermittelnd auf Celman wirken zu wollen. Major Palma, bekannt als einer der thätigsten Führer des Aufstandes, ist plötzlich an Gift gestorben. — General Nocca und Eduard Costa, welche sich zuerst bereit erklärt hatten, in das Kabinet einzutreten, haben es jetzt abgelehnt, einen Ministerposten zu übernehmen. Lima, 3. August. Nach dem gestern Abend durch den Kongreß verkündeten Resultat der Präsidentenwahl wurde Bermudez mit 2900 St. gewählt; der Gegenkandidat Rosas erhielt 1300 St. Die bevorsteheuden englischen Flottenmanöver, denen die Vnwesenheit Kaiser Wilhelms ein erhöbtes Interesse verleiht, nehmen insofern eine über den Rahmen ihres nächsten taktischen Zweckes weit hinausgreifende Tragweite in Anspruch, als sie bestimmt sind, vor der ganzen Welt den überzeugenden Beweis zu erbringen, daß Großbritannien nach wie vor auf der Höhe seiner waritimen Suprematie steht. Die für die bevorstebenden Seemanöver ausgegebene Generalidee nimmt einen Kriegszustand zwischen England und einem in Irland etablirten Feinde an. Irland hat eine supponirte befestigte Seeposition zu Berehaven in der Bautry Bai, die durch einen weiteren Stützpunkt ergänzt wird, indem die irische Partei durch einen Handstreich sich des Punktes Klderney auf der Gruppe der Kaualinseln bemächtigt hat. Die irische Flotte, unter Viceadmiral Sir Michzel CulmeSeymbur, steht zu der englischen Flotte unter Vizeadmiral Sir George Tryon in demselben Stärkeverhältniß, wie die französische Flotte zu der britischen. Die englische Seekriegsmacht stützt sich auf die Stellungen von Plymouib, Portland und den Dowus. Anfangs nächster Woche gehen die Geschwader in die bestimmten Positionen und versorgen sich mit Kohle. Nachdem das geschehen, signalifirt die Admiralität den Flottenkommandirenden, daß der Ausbruch der Feindseligkeieen unmittelbar bevorsteht, worauf beiderseits die Schnellkrenzer in See gehen, um Stellung und Bewegung des Feindes zu erkunden. Einige Stunden später erfolgt das Siqual: Krieg ist erklärt, als Zeichen für das irische Geschwader, in voller Stärke abzudampfen. 24 Stunden später erhält das englische Geschwader die nämliche Weisung. Während aber in den vorhergegangenen Jahren der die englische Küste deckende Befehlsbaeer angewiesen war, sich defensiv zu verbalten und das Land vor den Angriffen und der Blockade des Gegners zu decken, ist dies Verfahren heute gänzlich aufgegeben. Man hat sich überzeugt, daß eine effektive Blockade mit den heutigen Fahrgeschwindigkeiten auf beiden Seiten vom Angreifer ebensowenig durch zu führen zist, als der Vertheidiger die gelegentliche Beschießung eines beliebigen Stranddorfes zu bindern vermag. Die von dem diesjährigen englischen Flottenmannöver zu beantwortenden Fragen sind: Kann ein unter: nehmender und mit starken Kräften auftretender Feind, der sich einer Haupthandels= und Schifffahrtsstraße, unweit seiner Operationsbasis gelegen, bemächtigen will, mit Erfolg an der Durchführung dieses Planes gehindert werden bezw. kann er während der Ausführung gedachten Planes noch rechtzeitig in die Flucht geschlagen und auf seine eigene Operationsbasis zurückgeworfen werden? Wie wichtig eine befriedigende Lösung dieser Aufgabe ist, geht daraus hervor, daß England in Kriegszeiten mit seiner Lebensmittelversorgung auf reichliche, ununterbrochene Zufuhren angewiesen ist. Die Abschneidung einer Hauptzufuhrstraße für auch nur acht oder vierzehn Tage würde das Gespenst einer Massenhungersnoth am englischen Horizont heraufsteigen lassen, daher es sich begreift, daß nicht nur englische Fachkreise, sondern die ganze Nation mit sieberhafter Spannung den Operationen entgegensieht. Langsam erhob sich Danella und fragte mit gebrochener Stimme: So sehr lieben Sie ihn? Ja, und in einer Woche werde ich die Seine! Sie vergessen, daß ich Ihr Vormund bin. Sie sind erst zwanzig Jahre und bedürfen nach den Gesetzen Frankreichs meiner Einwilligung zur Schließung einer Ehe. Ich verweigere sie Ihnen. Ich habe schon daran gedacht— mein Verlobter ist kein Franzose, wir werden unsere Hochzeit dort feiernwo kein französisches Gesetz gilt: Sie dürfen es nicht wagen, mich nach Frankreich zurückzuschleppen! Danella sah, daß sie entschlossen war— sein Gesicht war in den letzten Augenblicken alt und runzelig geworden— er schien in tiefes Sinnen verloren, dann fragte er: Ist der Mann, den Sie lieben, edel und rechtschaffen? Edel, wie ein Gott. Dann Mademoiselle, habe ich gewonnenes Spiel. Ich brauche nur zu diesem edlen Herrn zu gehen und ihm zu sagen, daß Sie seit einem Jahre wie ein blutdürstiges Raubthier ein menschliches Wesen verfolgen, und wenn er wirklich so edel und großherzig ist, wie Sie ihn schildern, wird er gewiß keine corfikanische Tigerin heirathen! Sagen Sie ihm das und er wird Sie der Lüge zeihen, rief Marina außer ssch. Ich werde ihm die Wahrheit beweisen und ihn dann für seine Beleidigung durchbohren, antwortete Danella mit einem Ausdruck, der den Zorn des stolzen Mädchens erregte. Sie wollen ihn durchbohren? Sie? rief sie hohnlachend. Er würde Ihre kleine Jammergestalt zermalmen, wie eine Mücke, welche ihn gestochen! Sie wollen ihm beweisen, daß in meinem Herzen Mordlust wohnt? Ich bin ihm ein Engel der Barmherzigkeit gewesen, wie eine Heilige bin ich ihm in Alexandrien an seinem Schmerzenslager erschienen! Gehen Sie ihm mit Ihrer Wahrheit! Er wird Sie tödten wie einen Hund! Hier ist seine Karte! Gehen Sie zu ihm!— Sie nahm eine Karte aus ihrem Korbe und reichte sie Danella. Am Anfang Ihrer Rede zuckte Musso vor Scham und Zorn zusammen, am Ende derselben stand er wie Man erwartet von dem Höchstkommandirenden der englischen Streitmocht, Sir George Tiyon, daß er die nach den Kanalbäfen führenden Seestraßen entweder gänzlich klar hält oder sie von etwaigen feindlichen Eindringlingen schleunigst und gründlichst säubert. Zu dem Behuse darf er natürlich nicht defensiv bleiben, sondern er muß im Gegentheil sich der umfassendsten Offensive befleißigen, um womöglich den Feind zu fassen und zu vernichten, ehe er die englischen Getreidezufahren abschneiden oder gar lahmlegen kann. Als Manöverobject ist eine imaginäre Schifffahrtsstraße angevommen, welche aus dem südatlantischen Ocean in nordöstlicher Richtung verläuft, Landesend berührt und, sich dort spaltend, eine Zweiglinie in den Irisch=Bristol=Kanal entsendet, während die andere längs der Südküste Englands bis Dover streicht. Längs dieser imag nären Straße würden alse die Manöver sich abspielen. Von dem Ergebviß derselben wird die künftige Entwickelung der englischen Flottentechnik wesentlich beeinflußt werden. Die Juden in Rußland. Aus Petersburg kommt die zuverlässige Meldung, daß Kaiser Alexander die neuen Ausnahmebestimmungen gegen die Inden unterzeichnet hat. Etwa 1½ Millionen Juden müssen ihren Besitz aufgeben, sämmtliche jüdische Gymnasiasten und Studenten werden mit Beginn des neuen Semesters entlassen. Den jetzigen Maßnahmen soll in einigen Jahren Ausweisung aller Juden aus Rußland in der Art erfolgen, daß die Zahl der Gouvernements, in welcher Juden die Niederlassung erlaubt ist, immer mehr vermindert wird.“ Die Juden der ganzen Welt thun sich wie berichtet wirb, nun zusammen um Rußland zu verbieten, gegen seine Juden vorzugehen. Die Börsen der einzelnen Kulturstaaten— es sind ja reine Judeninstitute— drohen, die russischen Papiere zu entwerthen, falls die Juden in Rußland in ihren Rechten beschränkt werden sollten. Allen voran die Berliner Börse. Dieselbe hat, wie die„Börsenztg.“ berichtet, über die Maßregel den„lebhaftesten Unwillen“ empfunden und diesem Unwillen durch ein Herabdrücken des Courswerthes der russischen Noten Ausdruck gegeben. Die„Börsenztg.“ fügt zugleich hinzu, daß die Nachricht sicher weiter wirken werde, wenn dieselbe sich bewahrheiten sollte.— Die Börse fühlt ihre Macht also bereits so gewaltig, daß sie es wagen kann, einen Druck auf die Gesetzgebung der Staaten auszuüben. Sollte ein derartiger Uebermuth nicht endlich den Regierungen die Augen öffnen?! Westfalen und Rheinland. &aac Witten, 5. August.(Strom=Besichtigung.) Heute findet von hier aus mittelst Bootsfahrt eine Besichtigung der Ruhr bis zu ihrer Mündung von der ständigen Commission, in der Witten durch den Herrn Stadtrath Foerst vertreten war, statt. 8 Witten, 5. August.(Besitzwechsel.) Das Haus Ruhrstraße 10 ist durch Kauf in den Besitz des Herrn Konditor Höner übergegangen. 8 Witten, 5. August.(Unfall) Auf einem hiesigen Werke gerieth gestern Nachmittag ein Dreher in die Transmissioswellen und erlitt nicht unbedeutende Verletzungen, die seine Ueberführung ins Krankenhaus nöthig machten. 8 Witten, 5. August.(Das internationale Panorama) wird, wie aus der Anzeige in der heutigen Nummer unseres Blattes hervorgeht, morgen früh Bahnhofstraße 56(im Trommer'schen Hause) eröffnet. Die erste Woche wird die Pariser Weltausstellung gezeigt; später folgen allwöchentlich andere Reisen. Wo das Panorama bisher gezeigt wurde, überall fand es die gleich günstige Aufnahme. ! W i t t e n, 5. A u g.( E i n g e b r a c h t) w u r d e d e r Langfiuger Fr. Sch., welcher in vergangener Nacht den Bergarbeiter R. auf einem Balle eine Bergmannsmütze gestohlen hatte.— In der Rosenstraße kam's in der Nacht von Sonntag auf Montag gegen 1 Uhr zu einem heftigen Auftritte, bei welchem eine Frau von ihrem Partner erfaßt und die Treppe hinutergeworfen wurde, wobei sie erhebliche Beschädigungen erlitt. ! Witen, 5. August.(Silberne Hochzeit.) In stiller Zurückgezogenheit in seiner Heimath feiert heute der Polizeisergeont Herr Mieles das Fest der silbernen Hochzeit. Eine Deputation, bestehend aus einigen Kollegen des Jubilars, gratulirten heute Morgen und übergaben ihm gleichzeitig ein Gedenkblatt. 8 Witten, 5. August.(Das Schwimmfest) des hiesigen Badeklubs findet morgen Nachmittag in der hiesigen Badeanstalt statt. Das Programm des Festes, das um 3½ Uhr mit dem Coniert beginnt, befindet sich in der gestrigen Nummer des„Märkischen Tageblatts“. Für Badende ist morgen Nöchmittag die Badeanstalt geschlossen. Witten, 4. Aug.(Einfluß des Regenwetters.) Wie sehr die ungewöhnlich anhaltende Regengüsse im Juni d. J. den allgemeinen Reiseverkehr beeinträchtigt haben, das ergiebt sich aus der sehr auffälligen Erscheinung, daß zum ersten Male seit längerer Zeit die Betriebstheilnahmen aus dem Personenverkehr der preußischen Staatsbahnen für Juni d. J. gegenüber dem gleichen Monat nicht unbeträchtlich zurückgegangen sind, während sonst beständig eine beträchtliche Steigerung dieser Einnahmen zu beobachten gewesen ist. Die bezüglichen Einnahmen pro Juni betrugen 20 150582 Mark, und zwar 1870 304 M. weniger als im Juni 1889. Uebrigens betrugen die Jatraden der Staatsbahnen für Juni aus Güterverkehr 46546550 M.(mehr 3967629 M“, gegen Juni des Vorjahres) und aus sonstigen Quellen 3371 908 M.(mehr 403948 M.) sodaß die Gesammteinnahme diejenige von Juni 1889 dennoch mit 2097325 M. übertreffen wird. Wannen bei Witten, 3. August.(Sonderbarer Ueberfall.) Vorgestern Abend gesellte sich zu einem Herrn aus Blankenstein, in dessen Bealeitung sich eine Dame besand, auf der Landstraße von hier nach Crengeldanz ein fremder Mann, der ein Gespräch mit dem Paare anknüpfte. Im Verlaufe desselben gab er sich als angeblicher Poltzei=Agent zu erkennen, griff jedoch unversehens den Begleiter Dame an, faßte ihn an die Kehle und suchte ihm die Uhr zu entreißen. Der Angefallene setzte sich jedoch energisch zur Wehr und stieß seinen Gegner die Straßenböschung hinunter. Schnell lief er darauf zu einem in der Nähe liegenden Hause und bat einen dort wohnenden Arbeiter un Hilfe, die ihm auch bereitwilligst gewährt wurde. An den Ort des Ueberfalls zurückgekebrt, sah man den sovderbaren Polizei=Agenten spornstreichs davonlaufen. Der Ueberfallene setzte noch an demselben Abende die Polizei von dem Vorfall in Kenntniß. Wie wir hören, ist es bereits gestern dem in Heven stationirten Gendarmen gelungen, den angeblichen Agenten in der Person eines dort wohnenden Arbeiters zu ermitteln und zu verhaften. Wannen, 2. Aug.(Wohnungslos.) Hier wurden gestern viele Familien, wie man hört 25 wohnungslos. Gestern Abend wußten mehrere noch nicht, wo sie für die Nacht ihre Betten aufschlagen sollten. Hattingen, 2. Aug.(Eine auf regende Scene) spielte sich gestern Abend in verschiedenen Straßen der Stadt ab und fast ein Wunder kann man es nennen, daß dabei Menschenleben nicht verunglückt sind. Von der Sprockhöveler Chaussee her kamen in rasenden Gatopp zwei Pserde mit einem Kutschwagen. Die Thiere carambolirten zunächst mit einem Metzgerwagen, rannten dann in einen Porzellanladen, wieder zurück an einer andern Straßenecke in ein Schaufenster hinein, das natürlich ganz zertrümmert wurde. Eins der Pferde wurde durch die Scherben so sehr verletzt, daß das Blut in Strömen floß; es wird infolgedessen abgestochen werden müssen. Der Kutscher ist mit heiler Haut davongekommen. * Dortmund, 1. August.(Neues Flötz.) Auf der Zeche„Friedrich Wilhelm“ wurde laut„Trem.“ ein neues Flötz mit 126 Centimeter reiner Kohle und gutem Nebengestein aufgeschlossen. Die Kohle ist von ausgezeichneter Beschaffenheit. 0 Lüdenscheid, 1. August.(Verschiedenes.) Heute Nacht um 12 Uhr passirte in Begleitung zweier Gendarmen ein Trupp Zigenner in Stärke von über 30 Köpfe unsere Stadt. Dieselben hatten sich in einem, eine Stunde von hier gelegenen Walde häuslich niedergelassen. Die die anwohnenden Bauern hatten schleunigst die Polizei benachrichtigt, weil sie die Spitzbübereien dieses Nomadenvölkchens zur Genüne kannten, und so wurde denn die Bande noch in der Nacht bis nach Altena trauspoctirt wo sie von der dortigen Polizei sogleich in Empfang genommen wurde.— Auf dem Bauplatze des Hru. Lenz und Gervand: ist gestern Nachmittag ein bedauerlicher Unglücksfall vorgekommen, indem ein Arbeiter so unglücklich in die Hobelmaschine gerieth, daß sämmtliche Finger mit Ausnahme des Daumens glott abgeschnitten wurden. Der Verunglückte, welcher noch unverheirathet ist, wurde ins Krankenhaus gebracht.— Auf Winkhausen wurde gestern ein Knecht von seinem eigenen Fuhrwerk so schwer überfahren daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. versteinert. Er warf einen Blick auf die Karte und ihm entfuhr fast ein Ausruf furchtbaren Triumphes, aber mit übermenschlicher Anstrengung bezwang er sich und murmelte, während ein unheimliches Feuer in seinen dunklen Augen aufglomm: Edwin Gerard Anstruther! Das ist Ihr Erwählter? Ja, sagte Marina, welche sich ihrer Grausamkeit gegen Einen, dessen einziges Verbrechen darin bestand, sie allzu sehr zu lieben, schämte. Sie haben ihn gesehen — Sie wissen, wie edel er ist. Zürnen Sie mir nicht, daß ich ihn liebe! Ich will mir die Sache überlegen, murmelte Danella, Sie sollen meine Antwort noch heute haben. Oh, mein Gott! Sie sollen jene grausamen Worte bereuen— Marina! Er stöhnte wie ein zum Tode Verwundeter und verließ taumelnd das Zimmer. Ich bereue sie schon jetzt! rief ihm Marina nach, denn bei all' ihrer Heftigkeit war sie gutherzig. Aber er hörte sie nicht mehr. Auch wenn der Klang ihrer Stimme zu ihm gedrungen, würde er den Sinn ihrer Worte nicht verstanden haben. Ein furchtbarer Schmerz lag auf seinen scharfen Zügen, die ein grausiges Lächeln verzerrte; seine weißen Zähne gruben sich tief in die Unterlippe, er stieß einen zischenden Laut aus und brach dann in ein Lachen aus, wie es in der Hölle ertönen mag, wenn irgend ein neues, entsetzliches Verbrechen von den Teufeln ersonnen ist, das die Erde veröden und den Himmel mit Wehklagen erfüllen wird. Kapitel XX. Der Handkoffer mit den Buchstaben G. A. Nach einigen Stunden brachte Tomasso Marina ein Schreiben des Grafen, in welchem er in aller Form, als ihr Vormund, seine Einwilligung zu ihrer Verbindung mit Herrn Edwin Gerard Anstruther ertheilte, und sie ersuchte, ihrem Verlobten seine aufrichtigen Glückwünsche auszusprechen und ihm zu sagen, daß er die Ehre haben würde, ihn am Abend des Tages aufzusuchen, um die nöthigen geschäftlichen Schritte mit ihm zu besprechen. Mit leuchtenden Augen zeigte sie Edwin den Brief, denn sie wähnte, ihrem Glücke stände jegt nichts mehr im Wege, und der Graf habe sich in seinen Verlust gefunden, da er eingesehen, daß ihr Herz unwiderruflich einem Anderen gehöre. Enid, die zugegen war, meinte, es sei eine große Ehre für Edwin, daß der Vormund den Vorschlag mache, ihn zu besuchen, anstatt, daß er ihm zuerst seine Aufwartung mache. Musso und ich sind in Gibraltar so gute Freunde geworden, und er will gewiß gern noch einen fröhlichen Abend mit mir verbringen, ehe ich dem lustigen Junggesellenleben Valet sagen muß— und ich habe ja nicht mehr viele Tage der goldenen Freiheit vor mir, sagte Anstruther mit einem drolligen Seufzer. Seine Braut schmiegte sich an ihn und flüsterte: Bedauerst Du das, mi adorato? Bedauern, daß mein großes Glück so nahe ist? Bitte mich auf der Stelle um Verzeihung für diesen Verdacht — oder besser noch, ich will Dir eine Buße auferlegen. Er zog sie an sich, aber Marina rief: Du vergißt Deine Schwester! Durchaus nicht, sagte Edwin lachend. Enid, würdest Du nicht Burton, mein Lieb, vor meinen Augen küssen? Welche Idee! Ich würde Herrn Barnes gar nicht küssen! Seit wann denn? Seitdem er mir diese abscheuliche Depesche geschickt hat rief Enid. Ich wollte ihn ein wenig neugierig machen und telegraphirte ihm: Marina wird die Braut sein und ich die Brautjungfer. Rathe weshalb? und er antwortete: Was soll Geheimschrift ohne Schlüssel? Schreibe mir auf der Stelle— Deine Depeschen haben mich sehr beunruhigt— Redest Du irre? So dictatorisch! Schreibe mir auf der Stelle! und so kurz angebunden: Redest Du irre? Ich will ihm zeigen, ob ich phantasir: wenn ich an ihn schreibe! Da liegt irgend ein Mißverständniß vor. Er erwähnt Depeschen— was hast Du ihm denn zuerst telegraphirt? fragte Edwin auf einmal. Als Du versprachest, am nächsten Toge mit mir nach England zu reisen, hatte ich natürlich keine Zeit zu schreiben, so telegraphirte ich ihm— steh hier in meinem Notizbuch steht es: Edwin ist hier. Morgen früh reisen wir nach London ab. Komm uns bis Dower entgegen“ — und als Du Dich darauf krank stelltest, depeschirte ich + Osterwiek, 4. Aug. hüten den Strick des Thier hat hier wieder einmal ein führt. Ein sechsjähriger K erwähnte Art befestigt, als durchging, den Kleinen, natürlich sofort zu Boden sich herschleifend. Der ar Körper geschunden, das Ge entstellt. Wahrscheinlich wi keit oder vielmehr Unerfahre müssen. * Dorsten, 4. Augu wurde die Besitzung eines eingeäschert. Der beträcht sicherung gedeckt. 9 Petershagen, 3 A Vorkommniß,) welches unsere sittlich= sozialen Bi „Mindener Zeitung“ aus u Wittwe, welche mit ihrem lebte, hat ihr neugeborene die Leiche des armen Wesen Barmen, 4 August. unglückten Postbeamt fand die Beisetzung des To verunglückten Postboten Ett Anzahl seiner Mitarbeiter Mittelbarmen versammelt, gesetzten und den dienstfreie# sgesevien und den virustsreiet der Heckinahauserstraße sich die nach der ärztlichen Unt Leiche bereits am Tage v Leichenbause hielt Pastor F frede. Zum Schluß ermahnt zuharren in ihrem Berufe; die Anwesenden könnten, in weise, in ihrem Berufe sterb von den jüngeren Collegen zu Pastor Frick die Leiche einge wartett des Sängerbunde gesänge vor, womit die er sand. Möge dem so jäb au Erde leicht sein!— Der neuem den Blick auf die Unzu unserem Bahnhof best durchaus nothwendig ist. T täglich über 180 Personenschinev, allein 75 Personen und der Sonntagsverkehr ka wobl auf 200 Züge geschätzt Verkehr ist es dringend erso se der Beamten, sonderne den Publikums, daß jede werde. Das ist leider nich ligen Ereignisse, wie dasje Postbeamte geworden ist. kör Die Bahn hat ein einfa Wiederkehr so beklagenswei ndem sie zum zweiten Per Möge mit der Herstellung begonnen werden! Sonnborn, 4. August. in 44 Jahre alter verhei Pater von 3 Kindern, der kommen war, um Arbeit zu satte, und nun vollständig rachte sich gestern Abend a it einem Rasirmesser ein Mitleidige Menschen us einem Milchwagen, den satte, nach Elberfeld ins iebt an, in dem Augenbli pesen zu sein. Leunep, 2. Aug. KEin äcksfall.) dem sein bl Opfer fiel, ereignete sich iesseitiger Gemeinde. Ein ksuchender junger Mann ir nit mehreren Schulgenossen leiche. Es muß ihm im porden sein, denn er war a biegel verschwunden, ohne hülfe bringen können. Ein en Leichman aus Land. Remscheid, 2. Aug.(B bier gestern Vormittag Schüler der hiesigen Jachsch nberen jungen Leuten in In der Hägenermühle. Plöt Basserspiegel, kam noch ein ann unter. Als Leiche wi Durch Krankheit an der A liu sehr enttäuscht.“ Der sich einen Brief für ihn m och nicht haben. Barnes Deveschen sind elegramme, Frsalein Sau Dein„durch Krankheit a einen Schatz auf den Ged st, und da er nichts davor fir verlobt hat, muß ihm rautjungfer sein wirst, wisanken vorkommen. Ich wi ##er in großer Sorge ist. Fortsetzt Kleine Mi Unachtsamkeit beim K gleicher Zeit hat einem indelnden Materialisten, klünftigen in Bälde selb n argen Streich gespielt. neben einer reellen Bra #rhältniß" besaß, passir lit berichtet, bei Erledigu lheur, die Briefe an seit chen. Die Folge davo# ienen Mädchen, die vor ie Ahnung hatten, sich br #so durch seine Zerstreu # bereits seine Stellung bte schon als Prinzipal. als„junger Mann“ wi inem Tächtelmächtel mi ihm gründlich verdorbe den und Trachten rich reellen Schatzes.“ Prinzipal(zum Lebelin mal auf der Leiter un Marrirte Stück Flauell 0):„Aber— es heißt do I:„Herr Lemberger!## auf der Leiter, so h ##der'n Gründe dafor!“ Eine große Verantwl ihren Beichtvater:„I Nich mich darüber freu ?“— Nein, meine R#utwortung für den Me + Osterwiek, 4. Aug.(Die Uusitte) beim Biebhüten den Strick des Thieres um den Leib zu binden, hat hier wieder einmal ein betrübendes Unglück herbeigeführt. Ein sechsjähriger Knabe hatte eine Kuh auf die erwähnte Art befestigt, als das Thier plötzlich scheute und durchging, den Kleinen, welcher bei dem ersten Ruck natürlich sofort zu Boden fiel, eine ganze Strecke hinter sich herschleifend. Der arme Junge war am ganzen Körper geschunden, das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Wahrscheinlich wird derselbe seine Unvorsichtigkeit oder vielmehr Unerfahrenheit mit dem Leben bezahlen müssen. a Dorsten, 4. August.(Durch den Blitz) wurde die Besitzung eines Wirths angezündet und total eingeäschert. Der beträchtliche Schaden ist durch Versicherung gedeckt. 9 Petershagen, 3 August.(Einentsetzliches Vorkommniß,) welches ein grelles Schlaglicht auf unsere sittlich= sozialen Verhältnisse wirft, wird der „Mindener Zeitung“ aus unserer Gegend berichtet. Eine Wittwe, welche mit ihrem Stiefsohne(!!) zusammenlebte, hat ihr neugeborenes Kind getödtet. Man fand die Leiche des armen Wesens in einem Schmutzeimer. Barmen, 4 August.(Beerdigung des verunglückten Postbeamten.) Am Samstag Mittag fand die Beisetzung des Tags vorher auf dem Bahnhofe verunglückten Postboten Ettemeyer statt. Eine stattliche Anzahl seiner Mitarbeiter hatte sich vor dem Postamte Mittelbarmen versammelt, um, gefolgt von den Vorgesetzten und den dienstfreien Beamten, zum Kirchhofe in der Heckinahauserstraße sich zu begeben. Dorthin war die nach der ärztlichen Untersuchung sogleich eingesarate Leiche bereits am Tage vorher gebracht worden. Im Leichenbause hielt Pastor Frick eine ergreifende Trauerfrede. Zum Schluß ermahgte der Pfarrer Alle, treu auszuharren in ihrem Berufe; nicht blos der Soldat, auch die Anwesenden könnten, wie der vorliegende Unfall beweise, in ihrem Berufe sterben. Hierauf wurde die Leiche von den jüngeren Collegen zum Grabe getragen. Nachdem Pastor Frick die Leiche eingesegnet hatte, trug ein Doppelhuartett des Sängerbundes zwei ergreifende Trauergesänge vor, womit die erhebende Feier ihren Abschluß sand. Möge dem so jäh aus dem Leben geschiedenen die Erde leicht sein!— Der trarige Unfall hat leider von neuem den Blick auf die Unzaträglichkeiten gelenkt, welche n unserem Bahnhof bestehen und deren Abstellung durchaus nothwendig ist. Den Bahnhof Barmen passiren täglich über 180 Personen= und Güterzüge sowie Maschinen, allein 75 Personenzüge halten auf der Station und der Sonntagsverkehr kann inclusive der Extratrains wobl auf 200 Züge geschätzt werden. Bei so gewaltigem Verkehr ist es dringend erforderlich, nicht nur im Intersse der Beamten, sondern ebenso des die Bahn benutzenden Publikums, daß jede Vorsichtsmaßsegel getroffen werde. Das ist leider nicht der Foll. Solche unglückseligen Ereignisse, wie dasjenige, dessen Opfer der brave Postbeamte geworden ist, können jeden Tag sich ereignen. Die Bahn hat ein einfaches Mittel zur Hand, die Wiederkehr so beklagenswerther Unfälle zu vermeiden, Indem sie zum zweiten Perron eine Unterführung baut. Möge mit der Herstellung derselben so rasch als möglich segonnen werden! Sonnborn, 4. August.(Selbstmord=Versuch.) Ein 44 Jahre alter verheiratheter Arbeiter, Ostpreuße, Pater von 3 Kindern, der in die biesige Gegend gesommen war, um Arbeit zu suchen, aber keine gefunden satte, und nun vollständig mittellos und hungrig war, rachte sich gestern Abend auf dem Hammersteiner Wege it einem Rasirmesser eine klaffende Wunde am Halse ei. Mitleidige Menschen schafften den stark Blutenden uf einem Milchwagen, den man zu dem Zwecke requirirt satte, nach Elberfeld ins Krankenhaus. Der Mann siebt an, in dem Augenblick der That sinnverwirrt gepesen zu sein. Leunep, 2. Ang. KEin bedauerlichter Unäcksfall,) dem kein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich gestern Mittag zu Oelmühle iesseitiger Gemeinde. Ein die Fachschule in Remscheid ksuchender junger Mann im Alter von 17 Jaren badete bit mehreren Schulgenossen in einem daselbst belegenen leiche. Es muß ihm im Wasser plötzlich unwohl geporden sein, denn er war aus einmal unter dem Wasserbiegel verschwunden, ohne das ihm seine Gefährten hätten hülfe bringen können. Einige Stunden später zog man en Leichman aus Land. Remscheid, 2. Aug.(Beim Baden ertrunken) hier gestern Vormittag der aus Dhünn gebürtige Schüler der hiesigen Fachschule; er badete mit einigen uberen jungen Leuten in dem sogenannten Teufelsteiche in der Hägenermühle. Plötzlich verschwand er unter dem Basserspiegel, kam noch einmal zum Vorschein und sank lann unter. Als Leiche wurde er aus dem Wasser geDurch Krankheit an der Abreise verhindert— sei nicht Uin sehr enttäuscht.“ Der Baronin Chartris habe ich sich einen Brief für ihn mitgegeben, aber den kann er och nicht haben. Barnes Deveschen sind sehr viel klarer als Deine elegramme, Fräalein Sausewind, rief Enid lachend. Dein„durch Krankheit an der Abreise verhindert“ hat einen Schatz auf den Gedanken gebracht, duß Du krank sst, und da er nichts davon weiß, daß Marina sich mit ir verlobt hat, muß ihm Deine Meldung, daß Du ihre rautjungfer sein wirst, wie die Phantasie einer Fiebersanken vorkommen. Ich wundere mich nicht, liebes Herz, ##er in großer Sorge ist. Fortsetzung folgt. Kleine Mittheilungen. Unachtsamkeit beim Kuvertiren mehrerer Briefe gleicher Zeit hat einem jungen, auf Heirathssüßen indelnden Materialisten, der sich vom Gelde seiner klünftigen in Bälde selbstständig zu machen gedachte, in argen Streich gespielt. Besagtem Jünger Merkurs, neben einer reellen Braut auch noch ein sogenanntes brhältniß" besaß, passirte nämlich, wie ein hiesiges lit berichtet, bei Erledigung seiner Korrespondenz das #beur, die Briefe an seine beiden„Flammen“ zu verchen. Die Folge davon war, daß die beiden beienen Mädchen, die von der Existenz einer Rivalin n Ahnung hatten, sich von dem Don Inan lossagten. # so durch seine Zerstreutheit in die Tinte Gerathene #le bereits seine Stellung aufgegeben und sah sich im bse schon als Prinzipal. Jetzt muß er nun wohl oder #als„junger Mann“ weiter konditioniren. Die Lust inem Tächtelmächtel mit einem neuen„Verhältnisse" ihm gründlich verdorben worden, und sein ganzes hnen und Trachten richtet sich lediglich auf„Ersatz reellen Schatzes.“ Prinzipal(zum Lebrling):„Sie, Lemberger, steigen ##al auf der Leiter und geben Se mer das schwarzMarrirte Stück Flauell'runter!“— Lehrling(hals):„Aber— es heißt doch: auf die Leiter!“— Prin:„Herr Lemberger! Wenn ich ihnen sag': Steigen auf der Leiter, so hab' ich wahrscheinlich meine ##der'a Gründe dafor!“ Eine große Verantwortung. Eine bäßliche Dame M ihren Beichtvater:„Ist es eine Sünde, Hochwürden, Aich mich darüber freue, daß ein Mann mich schön M?“— Nein, meine Tochter, aber eine schreckliche #utwortung für den Mann, welcher Ihnen das sagt.“ zogen. Der Verunglückte war, wie die„R. Z.“ meldet, ein guter Schwimmer, so daß man nur annehmen kann, er sei von einem Krampf befallen worden. Er hatte den Weg bis zum Teiche etwas schnell zurückgelegt und sich dabei wohl erhitzt, woraus sich der Krampfanfall erklären läßt.„„„„ Essen, 2. Aug.(Geh. Kommersteu rury Krupp) hat zur Erinnerung an den 20. Juni, den Tag des Besuches des Kaisers, ein Stipendium gestiftet, aus welchem die Söhne von Meistern und Arbeitern des Kruopschen Werkes, die durch Fleiß und Fähigkeit während des Schulbesuches sich ausgezeichnet haben, die Mittel zum Besuch einer technischen Hochschule erhalten köonen. Alljährlich am 20. Juni sollen zu diesem Zweck 12009 Mk. ausgezahlt werden. Homberg, 1. August.(Brennender Aschenberg.) Vor längerer Zeit entzündete sich der Aschenberg der Zeche„Rheinpreußen". Die Zechenbeamten ließen zuerst Wasser darauf schütten, aber da das Feuer dadurch vur noch mehr angefacht wurde, hat man die brennende Stelle abgegraben. Es ist ein ganz gewaltiger Kegel, der so abgezweigt wurde, und es erforderte nicht geringe Arbeit; aber es wurde verhindert, daß der ganze Aschenberg sich entzündete. Heute nun, nach zwei Monaten ist der abgegrabene Theil des Aschenwalles nock, nicht erloschen. Das Feuer glimmt immer noch fort, doch ist jede Besorgniß ausgeschlossen, daß sich der übrige Theil des Walles weiter entzünden könne. Wesel, 3. August.(Rettungsmedaille.) Dem Polizeikommissar Liehr hierselbst ist für die Errettung von Menschen bei dem in der Nacht vom 14. zum 15. Oktober v. J. hier stattgehabten Brande das Verdienstehrenzeichen für Rettung aus Gefahr verliehen worden. Der Herr Regierungspräsident macht hierzu noch bekannt, daß bei diesem Rettungswerke sich noch besonders der Wasserwerksbote Ludwig rühmlichst hervorgethan, außerdem sich auch die Feuerwehrleute Peters, Kosinsky und Renno, sowie der Bäckergeselle Labs durch Muth und Entschlossenheit ausgezeichnet haben. Das Verhalten derselben bei jenem Brande wird öffentlich lobend anerkannt. Düsseldorf, 2. August.(Der Mörder Kohlbecher), der im Arresthause in Einzelhaft saß, hat jetzt zwei Mitgesangeve zur Gesellschaft, welche mit Dütenkleben beschäftigt werden. Kohlbecher hat jede Arbeit abgelehnt, er siebt den anderen Arbeitern zu. Gleich nach seinem Geständnisse verlangte Kohlbecher nach dem Geistlichen, später wollte er nichts mehr von demselben wissen. * Aachen, 2. August.(Von San Remo.) Am Dienstag Morgen 4½ Uhr wurden in St. Remo die Tauben einer größeren Zahl hiesiger BrieftaubenGesellschaften aufgelassen, am Mittwoch Morgen um 12 Uhr 55 Min. langte, wie die„Rh.=W. Z.“ meldet, die erste Taube in ihrem Schlage an, sie hatte die in Luftlinie 852 Kilometer betragende Entfernung in 32½ St. zurückgelegt. Baal, 1. Aug.(Die Insassen des gestern hier niedergegangenen Luftballons) waren dem„Echo“ zufolge die Herren Capitän Julhés von Paris, Notar Halbart von Lüttich und Photograph L H. Zeyen, ebenfalls aus Lüttich. Der Ballon wies ein Volumen von 700 Chm. auf. Wie bereits mitgetheilt, wurde das Luftschiff um 11,40 Uhr in Lüttich in die Höhe gelassen, um hier der Bahnstation gegenüber um 2.20 Uhr zu landen. Die Fahrt erfolgte in einer Höhe von 2200 Meter. Gleich beim Riedergange wurde vom Photographen eine Momentaufnahme der Landungsscene ausgeführt. Vom Rhein, 31. Juli.(Poutonier=Uebung.) In der Zeit vom 5. bis 15. August findet durch das Pionier= Bataillen Nr. 11 in der Nähe von Erbach im Rheingau eine Poutonier=Uebung statt, bei welcher eine Ueberbrückung des rechtsseitigen Rheinstromes, der sogenannten „Kleinen Gieß" vorgenommen wird. Nach einer Bekanntmachung des Regierungs=Präsidenten von Wiesbaden ist während dieser Zeit gedachte Reinstrom für den allgemeinen Schiffsverkehr gesperrt und wird ein Durchlaß für Fahrzeuge und Flöße nur in besonders dringenden Fällen geöffnet werden. Vom Rhein, 2. August.(Reblaus.) In den Weinbergen an der Loreley wurde an verschiedenen Stellen die Reblaus entdeckt. Die amtliche Untersachung hat ergeben, daß die Verseuchung bereits einen großen Umfang angenommen hat. Die Gefahr ist um so größer, als die Reblaus bei der jetzigen Witterung besonders lebhaft und zur Weiterverbreitung geeignet ist. Im ganzen mittelrheinischen Weinbaubezirk herrscht große Besorgniß. Verhandlungen der Strafkammer zu Hagen am 2. August 1890. —(Rachdruck verdoten.) 1. Der fahrlässigen Körperverletzung beschuldigt war der 17jährige Fabrikarbeiter F. aus Altena. Am 9. Dezember v. J. kam der 15 Jahre alte Fabrikarbeiter J. in der Basse u. Selve'schen Fabrik einem Kammrade zu nahe, ward erfaßt und am Arm so erheblich beschädigt, daß dieser gepz amputirt werden mußte; der Verletzte hat über 4 Monale schwer krank gelegen. An der Verletzung soll nun der Verletzte die Schuld huben, weil er die Aufmerksamkeit außer Augen setzte, zu der er vermöge seiner Thätigkeit verpflichtet war. Der interessante Thatbestand ist folgender. In der genannten Fabrik sind mehrere Nickelschneidemaschinen einzelnen Meistern vergeben, die daran arbeiten lassen und ihre Arbeiter selbst anstellen. Eine solche Maschine beuutzte der Vater des Angeklagten und dieser arbeitete bei ihm als Fabrikarbeiter mit anderen Arbeitern. Am 9. Dezember stand die Maschine einige Zeit still und der Angeklagte sollte an dieser Maschine die Messer anders stellen. An der Maschine befinden sich Kammräder, die mit einer abnehmbaren Schutzvorrichtung— abnehmbar, weil man öfters an diese Räder herankommen muß,— versehen sind. Diese Schutzvorrichtung war eine Stunde vor Beginn der Arbeit des Angeklagten an der Maschine noch vorhanden, sie fehlte aber als das Anglück passirte; wer sie beseitigt, hat sich nicht feststellen lassen. Der Angeklagte war von der Maschine 15 Minuten lang weggegangen, nachdem er längere Zeit an ihr gearbeitet hatte. Als er zurückkehrte, wollte er das Stellen der Messer besorgen und um das in diesem Falle zu können, mußte er die Räder eine halbe Drehung machen lassen. Er sah nicht und konnte auch von seinem Standpunkte direkt aus nicht sehen, daß der Knabe I. in nächster Nähe der Kammräder mit der Wegnahme der geschnittenen Nickelstrrifen beschäftigt war; er sah auch nicht nach, ob die Schutzvorrichtung vor den Rädern hing, oder nicht. Während der halben Drehung der Räder ist nun der Knabe erfaßt worden. Der Angeklagte meinte, ihn treffe keine Schuld, da er den Knaden weder sah. noch sehen konnte und er annahm, daß die Schutz vorrichtung sich an ihrer Stelle befände. Er wurde zu 50 Mark Geldstrafe verurtheilt, da der Gerichtshof der Ansicht war, daß jeder Arbeiter, bevor er an seiner Maschine zu arbeiten beginne, verpflichtet sei, sich betreffs des Vorhandenseins der Schutzvorrichtung zu vergewissern, gleichviel ob er kürzere oder längere Zeit von seiner Maschive entfernt gewesen. 2. Der 19 Jahre alte Fuhrknecht H. J. zu Altena war beschuldigt, am 24. Februab d. J. zu Altena einen Eisenbahntransport fahrlässigerweise in Gefahr gesetzt zu haben, indem er die vermöge seines Amtes ihm zukömmliche Aufmerksamkeit außer Augen ließ. Am genannten Tage fuhr der Angeklagte einen vierspännigen Wagen mit schweren Fässern beladen in der Richtung nach Altena. Bei Bahvhof„Steinerne Brücke“ wollte der Angeklagte bei einem aaf der Chaussee haltenden anderen Fuhrwerk vorbei fahren und um dies zu können, mußte er auf das Geleis der Schmalspurbahn hinauf und wieder hinabfahren. In dem Augendlicke, da er das Geleis erreichte, kam der Zug heran und da der Fuhrknecht mit seinem schweren Gefährt nicht mehr zurückkonnte, fuhr er voran. Eine Carambolage zwischen Zug und Fahrwerk wurde nur dadurch vermieden, daß der Lokomotivführer die Maschine auf einen Meter Entfernung zum Stehen brachte. Der Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht darauf, daß unter den Fuhrleuten jener Gegend die Neigung herrsche, die„Schmalspur“ nicht für voll anzusehen und ihr Schwierigkeiten zu bereiten, 1 Jahr Gefängniß; es sei Pflicht des Fuhrmanns, wenn ee durch Terrainverhältnisse gezwungen werde, das Geleis zu befahren, sich vorher zu orientiren, ob ein Zug in der Nähe sei. Auch der hohe Eerichtshof war dieser Ansicht, hielt indessen eine Strafe von 3 Tagen für angemessen. 3. Die Sache gegen die 13jährige W. Emde aus Gevelsbera, die des Diebstahls und der Urkundenfälschung beschuldigt war, mußte vertagt werden um neue Zeugen zu laden, da die Angeklagte ihr anfängliches Geständniß beute widerrief.„„„ 99 gm. 4. Der Schmiedelehrling P. Weder hat ant 23. Mai d. Is. zu Heede in Folge Fahrlässigkeit einen Waldbrand verursacht. Der Knabe ging am genannten Tage durch den Wald, steckte sich am Eingang desselben eine Cigarre an und warf das brennende Streichholz weg. Den Brand hat der Knabe nicht bemerkt, wenigstens will er nichts bemerkt haben, während er dem Gendarmen gegenüber auch dieses zugestand Der entstandene Schaden betrug ca. 15 Mark. Der Herr Staasanwalt beantragte, auf einen Verweis zu erkennen, welchem Antrage sich der Herr Vertheidiger anschloß. Als der Angeklagte noch zum Schluß gefragt wurde, verwickelte er sich selbst so, daß weitere Feststellungen nöthig wurden, die beinahe eine vorsätzliche Brandstiftung vermuthen lassen; wenigsteas erscheint solche nicht ganz unmöglich. Immerhin erschien dem Gerichtshof die Sache, wennschon sie sehr verdächtig erscheine, doch nicht so aufgeklärt und auch nicht mehr aufklärungsfähig, daß eine vorsätzliche Brandstiftung anzunehmen sei; dagegen hielt der Gerichtshof die fahrlässige Brandstiftung mit Rücksicht darauf, daß wiederholt vom Angeklagten ein brennendes Streichholz weggeworfen worden, für schwerwiegender und verurtheilte den Angeklagten zu 14 Tagen Gefängniß. 5. Die Sache gegen den Tagelöhner F. S. aus Hagen, der des strafbaren Eigenuotzes beschuldigt war,— er soll seine eigenen beweglichen Sachen an denen dem Hauswirsh ein Retentionsrecht zustand, gegen den Willen des Wirthes aus der Wohnung geschafft haben,— wurde vertagt, um die Endscheidung in dem in selber Sache schwebenden Civilprozeß abzuwarten; der Angeklagte hat nämlich eine Gegenforderung geltend gemacht. 6. In ganz frivoler Weise hat sich der Fabrikarbeiter G. Sch., 16 Jahre alt, aus Altena einer Körperverletzung schuldig gemacht. Er war in der Fabrik von Basse und Selve in Altena beschäftigt, woselbst er sich am 4. April d. J. an der Nickelschneidemaschine, die oben bereits erwähnt worden, zu schaffen machte, obwohl er daran nichts zu thun hatte. Zu dem zufällig an diese Maschine herautretenden 15jährigen Fabrikarbeiter F. Pl. sagt nun der Angeklagte, er möge einmal seine Finger an das Messer der Maschine legen. Die Maschine stand still, dennoch aber antwortete Pl. das möge Sch. zuerst einmal than. Dieser thut das auch, zieht aber den Finger rasch zurück. Nun thut auch Pl. dasselbe, während dieser aber seine Finger an das Messer hält, setzt Sch. die Maschine im Gang, der Finger des Pl. wird fast abgeklemmt. Der junge Bursche hat den Zeigefinger der rechten Hand verloren. Die Anklage hatte zunächst nur auf fahrlässige Körperverletzung gelautet; die ganze Sachlage war aber derartig, daß der Staatsanwalt wegen vorsätzlicher Körperverletzung 6 Monate Gefängniß beantragt und der Gerichtshof ebenfolls vorsätzlicher Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeuges annahm und auf 4 Monate erkannte. 7. Die Dienstmagd L. M., zuletzt in Witten, ist vom Wittener Schöffengericht wegen Vettelns und Landstreichens zu 14 Tagen Haft und Ueberweisung an die Landespolizeibehörde verurtheilt worden. Die von der Angeklagten eingelegte Berufung wurde verworfen. Drei Sachen mußten vertagt werden, ehe in die Verhandlung eingetreten worden war. Industrie, Handel und Verkehr. Düsseldorf, Ende Juli.(Marktbericht.) Die allgemeine Lage auf dem Eisen= und Stahlmarkte ist unter dem Eindruck der besseren Nachrichten aus England und der Ver. Staaten insofern seit unserm letzten Bericht eine geänderte, als sich die Verhältnisse gestärkt haben und eine weitere Verschlechterung nicht eingetreten ist. Die bedrobliche Unsicherheit, in welcher der Kohlenmarkt verfallen war, hat einer ruhigen Stimmung Platz gemacht. Wenn die stattgehabten Vermittlungsversuche auch eine vollständige Verständigung nicht herbeizuführen vermochten, so haben sie doch immerhin das Gute gehabt, daß sie den vorhandenen Gegensätzen die schärften Spitzen benahmen und des Gefühl der Zusammengedörigkeit der aufeivander angewiesenen Kohlen und Eisen= Industrie wieder erweckten. Unter diesem Eindruck hat sich die Deckung des demnästigen Bedarfs einer Reihe von Werken vollzogen und es erübrigt nur das Aufarbeiten der angesammelten Vorräthe, um den thatsächlichen Tagesbedarf wieder klarer in die Erscheinung treten zu lassen. In Koks hatte der Andrang zum Verkaufe einen Grad erreicht, der alles Maß und Ziel zu überschreiten drohte; aber auch hier scheint Ruhe zurückgekehrt und das unsinnige Drängen beseitigt zu sein. Der heimische Erzmarkt ist im allgemeinen still und die Preise haben weiter nachgeben müssen. Auf dem Roheisen markte haben die Verhältnisse eine etwas zuversichtlichere Stimmung hervorgerufen. Hauptsache bleibt indessen, dem englischen Roheisen durch angemessene Preise den Wettbewerb auf dem deutschen Markte zu erschweren. In dieser Erkenntniß hat der rheinisch=westfälische Robeisenverband, in seiner jüngsten Hauptversammlung die Preise durchweg um 3 bis 5 M. ermäßigt und nur bei Gießereiroheisen Nr. 3, dem englischen Markte folgend, einen Aufschlag von 1 Mk. eintreten lassen. Die rheinisch=westfälische Verkaufsstelle für Qualitätspuddeleisen beschloß für das 3. Quartal die Erzeugung um 20 pCt. einzuschränken. Auf dem Stabeisenmarkte geht die allgemeine Wahrnehmung dahin, daß Aufträge wieder zahlreicher eingehen. Von dem Auslandbedarf läßt sich ein Gleiches noch nicht melden. Der Walzdrahtmarkt verharrt in der nun schon so lange andauernden Geschäftslosigkeit, wenngleich im Fertigerzeugniß ein leiser Hauch von Besserung zu verspüren sein soll. Auch auf dem Grobblechmarkte sind Anzeichen einer Verkehrsbelebung vorhanden, während im Feinblechgeschäft keine wesentliche Veränderung wahrzunehmen ist. Die Eisenbahnmaterial herstellenden Werke sind theilweise auf Grund früherer Abschlüsse noch gut beschäftigt; indessen macht sich die bei der StaatseisenbahnVerwaltung herrschende Zurückhaltung schon jetzt geltend. Auf die schweren Folgen, welche solche Zurückhaltung in früheren Jahren nach sich gezogen hat, haben wir oft hingewiesen und können nur bedauern, daß die Wünsche der Iodustrie, die Staatseisenbahn=Verwaltung möge ihre Bestellungen eleichmäßiger auf das ganze Jahr vertheilen, nicht mehr berücksichtigt werden. Die Eisengiebereien sind gut, die Maschinenfabriken durchweg sogar stark beschäftigt. Vermischte Nachrichten. Die eleetrischen Straßenbahnen werden in Amerika— wie die„Köln. Zta.“ schreibt— den Betrieb durch Pferde bald gänzlich verdrängt haben; eine Bostoner Straßenbahngesellschaft hot eben ihre sämmtlichen 5000 und etliche Pferde zum Verkauf ausgeschrieben und erklärt, sie hätte eine Million Dollars gespart, wenn sie es ein Jahr früher gethan hätte. In Amerika denkt man jetzt bereits an electrischen Betrieb der Vollbahnen. Im Electrical Engineer stellt John C. Heury einen kurzen Vergleich zwischen der Locomotive und dem Electrome= tor für Bahnbetried an; eine Locomotive verbraucht für die Stunde=Pferdekraft rund zehn Kilo Kohlen, die besten großen statiovären Maschinen nicht einmal den zehnten Theil, also wird sich trotz des Verlustes durch die Umwandlung in den Leitungen der electrische Betrieb voraussichtlich billiger stellen. Noch deutlicher hat sich eine der ersten Autoritäten auf diesem Felde, J. F. Sprague, in einer Versammlung ausgesprochen; er zeigt einen Plan, den er allerdings vorerst nur als eine Prophezeiung bezeichnet, wie der Betrieb an die besonderen Bedingungen der electrischen Bahnen anzupassen wäre, und beschäftigt sich schon mit der Frage der anzuwendenden Stromstärken und Spanungen. Als praktisches Beispiel wählt er die 144 Kilometer lange Strecke Jersev CityPhiladelphia, auf der täglich während 13 Stunden außer den Lokalzügen in jeder Richtung 21 dstrchgehende Züge mit durchschnittlich 5 Wagen verkehren, also im ganzen 105 durchgehende Wagen; anstatt dessen könnte man alle 15 Minuten zwei zusammengekoppelte Electromotorwagen abgeben und mit bedeutend größerer Geschwindigkeit fahren lassen. Mit drei Zwischenkraftstationen und Dreileitersystem wäre die nöthige Spannung nur 500 Volt, also von der jetzt auf Straßenbahnen verwendeten nicht mehr weit abweichend. Die Einführung eines solchen electrischen Fünfzehn=Minuten=Fahrplans auf Hauptlinien, dessen Annehmlichkeiten für die Eilbesörderung nicht weiter auseinanderzusetzen wären, wird also wohl nicht allzu lange auf sich warten lassen. Ein schwerer Unglücksfall hat sich Sonnabend Nachmittag im Grunewald bei Berlin ereignet. Ein zweispänniger Kremser fuhr an den Havelseen entlang, als die Pferde in Folge des Signals eines Dampfers scheu wurden und durchgingen. Die Pferde liefen von der Chaussee herunter, auf die Userböschung zu, stürzten hiaab und zogen den Wagen nach sich. Einige Augenblicke entsetzlicher Panik folgten. Mit lauten Hilferufen versuchten die Verunglückten den Kremser zu verlassen, was auch nach vieler Mühe gelang. Fünf Personen sind erheblich verletzt; ein Ciseleur brach den rechten Oberschenkel, zwei junge Mädchen bluteten am Kopf und Brust, der Kutscher hat einen Hafschlag gegen den Kopf bekommen und den rechten Arm gebrochen, endlich eklitt ein junges Mädchen schwere innere Verletzungen. Die so fidel angetretene Landparthie hatte damit ein Ende. Man schuffte die Verunglückten in ein Krankenhaus und ging selbst still nach Hause zurück. Landwirthschaftliches. Der Kleetenfel oder Kleewürger, eine äußerst gefährliche Schmarotzerpflanze, welche disher meistens nur in südlichen Gegenden vorkam, ist neuerdings auch im gemäßigten Klima beobachtet worden, weshalb einige Mitteilungen darüber gewiß dem praktischen Juteresse der Landwirthe entsprechen. Der eigentliche deutsche Name für die Pflanzengattung ist„Sommerwurz“; sie sucht außer dem Roth= und dem schwedischen Klee aoch die Luzerne, sowie den Hauf und Tabak und die Bohnen heim. Die Entwickelung der Pflanze ist zuerst eine langsame und leidet deshalb der erste Schnitt wenig vom Kleeteufel. Allein später entwickelt sich die Pflanze außerordentlich rasch. Hellbraun röthliche Schuppen begleiten an Stelle der fehlenden Blätter den stark behaarten Stengel und den rosafarbigen Blüthenschaft, der sich bis 1 Fuß Höhe erhebt und ohne weitere Verzweigung, mit zahlreichen röhrigen Blüthen besetzt ist, aus denen sich die Samenkapseln entwickeln. Die Zahl der Blüthen soll an einem einzigen Schafte 70 bis 80, die Zahl der Samenkörner in einer einzigen Kapsel aber bis 1500 betragen können! Der zweite Schnitt Klee und jede weitere Nutzung geht verloren; die Kleepflanze kann dem Schmarotzer keinen Widerstand leisten. Es kommt daher, wie Professor Dr. Blomeyer herverhebt, alles darauf an, die Pflanze gar nicht zum Samentragen kommen zu lassen, sonst muß man aber den Infektionsherden mit allen nur erdenklichen Mitteln(Ausreißen der Pflanzen 2c.) beizukommen suchen Telegraphische Depeschen. Berlin, 5. August. Aus Helgoland verlautet, daß der Gouverneur, die englischen Strandwächter und der Magistrat am Sonnabend die Insel verlassen werden. St. Etienne, 4. August. Anzer der heute Morgen erfolgten Entzündung schlagender Wetter, erfolgte um 11 Uhr eine erneute Explosion. Zwölf mit Ausbesserung der Eindämmungen beschäftigte Arbeiter wurden verwundet, davon mehrere sehr schwer. Markt= und Coursberichte * Essen, 28. Juli.(Getreidebörse.) Die Stimmung. an der heutigen Börse war matt. Bei sehr schwerfälligem Geschäfte konnten sich Preise nicht behaupten. Es notiren: Weizen, fremder Rm. 22 kbis 18, Weizen westfälischer Rm. 000 bis 000 Roagen, russischer Ru. 17 bis 17½. Hafer, Rm. 17 bis 18, Futtergerste 60/61 Rm. 14¼bis 14½. Mais, Rm. 11½2 bis 13. Weizenmehl 000 Rm. 29 bis 30. Roggenmehl 0/0 Rm. 24¾ bis 25. Kleien und Grand Rm. 10. Alles pr. 100 Ko. frei Essen. SBerlin, 4 August. 2 Uhr 30 Min. R. Fracht börse. Weizen Augus 193,00, Sept.=Okt. 183,25, Okt.=Novdr. 181,50, Nov.=Decbr. 180,00 Mark. Gek. 00000 Cir. Roggen August 164 50, Sept.=Okt. 156.,50, Okt.=Novbr. 152,00 Nov.=Dec. 149,75 Mark. Gek. 0000 Ctr Hafer August 151 00, Sept. Okt. 139,00 M. Gek. 0000 Ctr. Rüböl vorr. mit Faß 60,00, ohne Fai 59.00, Ang. 58.30, Sept=Okt 55,60 M. Gek. 0000 Eu Spiritus 70er vorr. 39.00, August=Sept. 37,80, Sept. Okt. 37.20, Nov.= Dec. 34,30 M. 50er vorr. 00,00. get. 50er 00000 l. 70er 30000 I Petroleum vorr. 23,00 M. Roggenmehl 0/1 Aug. 22.80, Sept. Okt. 21,65 M. Bremen, 4. August. Betroleum sehr fest, vorr. 6.65 Brief. Autwerpen, 4. Aug. Petroleum ruhig, nort äthig 17, Sept. 17, Sept.=Dez. 17⅛. Nov=Decdr. 17¼ fr. Glasgow. 4. Aug., 12 Uhr Mittags. Roseilen Warrants 46s. Verlag von B. Koetzold& Co. in Witten. Druck von H. Risel& Co. in Hagen. Redigirt unter Verantwortlichkeit von B. Koepzold in Witten. Buxkin=Stoff, genügend zu einem Anzuge, reine Wolle, nadelfertig, zu M. 5.85 Pf. für eine Hose allein blos Mk. 2.35 Pf., durch das Buxkin-Fabrik-Dépot Oettiuger& Co., Frankfurt a. A.— Muster=Auswahl umgehend francs. Vereinigter Garde=, Landwehr= u. KriegerVerein, Witten. Protektor: Se. Maj.Kaiser Wilhelm II. Todes=Anzeige. Heute verstarb unser Mitglied der Kamerad Heinrich Theod. Bitter. Derselbe machte den Feldzug von 1866 mit. Sein Andenken bleibt bei uns in Ehren. Witten, 3. August 1890. Der Vorstand. Zur Beerdigung des verstorbenen Kameraden tritt das Bataillon am Dienstag den 5. Aug. Nachm. 4½ Uhr an. Der Bataillons-Commandeur. Landwehr= u. Krieger=Verein, Heven. Todes=Anzeige. Gestern starb nach langem Leiden unser Mitglied, der Kamerad Wilhelm Storchmann. Sein Andenken bleibt bei uns in Ehren. Heven, den 4. August 1890. Der Vorstand. Bekanntmachung. Donnerstag den 7. August, Mittags 12 Uhr, werde ich an der Ruhrmühle, Ruhrstraße 94 hierselbst folgende zur Conkursmasse Husemeyer gehörenden Gegenstände als: 1 Eureka, 1 Cylinder, 1 Wannemühle, 1 Parthie leere Säcke öffentl. meistbietend gezen Baar versteigern. Witten, den 4. August 1880. Gberschltnode -eichtrrouzleher. Veranntmächung. Wegen vorzunehmender nothwendiger Reparaturen ist die hiesige Ruhrbrücke vom Montag, den 11. bis einschließlich Sonnabend, den 16. ds. Mts. für Fuhrwerke aller Art gesperrt, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Herbede, den 2. Aug. 1890. Der Ehren=Amtmann: Meesmann. Eine Wohnung von 3 kl. Zimmern an eine alleinstehende Person zu vermiethen. Wo, sagt die Exped. Bekanntmachung. Alle diejenigen Amtseingesessenen, welche für das Jahr 1890/91 einen Jagdschein wünschen, werden ersucht, solchen hier bis zum 12. k. Mts. zu beantragen. Herbede, 31. Juli 1890. Der Ehrenamtmann: Meesmann. Die Weinhandlung von P.Voss, Witten empfiehlt ihr reichhaltiges Lager guter, reingehaltener Weine. Flaschenweine von 60 Pf. an, Fatzweine von 65 Pf. an. Deutscher und franz. Champagner, echte franz. Cognacs, Portweine, Sherrys, Madeira. Am Mittwoch, den 6: August eröffne ich im Hause meines Vaters, des Schmiedemeisters Paul Kaasmann, Crengeldanzstr. 30, ein Flaschenbier= Geschäft. Ich werde feinstes Lagerbier der Brauerei Crengeldanz führen und bitte bei Zusicherung prompter und guter Bedienung um Aufträge. Wilh. Lindemann, Crengeldanzstraße 30. In allen durch Plakate kenntlichen Handlungen sind Loose à 1 Mark— 11 Loose für 10 M.— der Sroßen Ehiner Lotterte Ziehung 9. September 1890 zu haben. Loose à 1 Mk. empfiehlt und verfendet Kagust-Funse. 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Rechnungslegung. 2 Umwandlung des Vereins in einen Zweigverein der Gustav= Adolf=Stiftung. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Diejenigen Frauen und Jungfrauen der Gemeinde, welche sich für das Zustandekommen eines Gustav=Adolf=Frauen=Vereins interessiren, werden gebeten Dienstag den 5. August, Nachm. 5 Uhr sich im Saale des evangel. Vereinshauses einzufinden. Kellermann, Pfarrer. Rud. Ibach Sohn Kel. Hofpianofabrik: gegründet 1794. 4#02 BARMEN KöLN Neuerweg 40. Noumark 18. " Von Fachgrössen als das Beste der Jetztseit auerkannt. ""# Pianmos Absolnte Garantie" Firma, Adressen und Schutzmarke gefl. beachten. Absclute-Garantie..— Vor Tänschangen wint gewarnt— Sammtt, Harren trocken und in Oel gerieben, alle Sorten Pinsel, Kugel= u. Weißquaste, Mobellaa. Ia. Fußbodenlack mit und ohne Farbe! Ia. gek. und ungek. Leinöl, Leim, Terpentinöl, Bindfaden, Korke, Asphalt=Dachpappe 2c. empfiehlt billigst Gustav Leye, Witten, Ruhrstr. 26. Material=, Farb= und Colonialwaarenhandlung. 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August 1890, vormittags. e .. 43 175 91 300 6(1500) 71 413(500) 93 690(1500), 828 48(15001 1047 118 255 425 72 94 659 774 890 940 49 2013 35 234(300) 92 446 558(3001 635 48(300) 79 761 890, 3252 352 426 550 51 93 641 52 92 732(300) 824 952 4024 65 147 96 223 36 541 658(300) 744 58 76 89 808 86 5080 121 447 594 699(500) 804 64(30001 6016 145 208 373 527 71 604 708 91 810 59(5000) 80 93 923 85 7027 71 405 511 658 928 8249 53 452 511(1500) 716 26 880 9052 191 222 343 470 612 63 85 790 897 10043 93 96 279 319 459 589 855 68 988 11034 85 220 72 402 87 542 63(300) 691 736 49 64 70 828 12064 134 44 216 346 77 88 92 445 775 812 30(500) 964 72 13240(500) 93 333 57 400 64 98 508 63 661 840 14162 209 81 312(500) 493 518 629 749 924 70 15109 50 76 97 213(500] 62 363 682 85 741 44 806 975 96 16052 78 98 336 51 413 300) 61 674 728 87 17117 218 73 92 361 598 724 90 887(300) 98 18066(500) 123 220 48 54 359(300) 540 44 71 72 602 4 16 39 908 19171 72 324 494 552 679 92 95 710 846 52 957 20039 99 249 55 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Ziehung der 4. Klasse 182. Kgl. Preuß. Lotterie. Nur die Gewinne über 210 Mk. sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt.(Ohne Gewähr.) 4. August 1890, nachmittags. 139 252 530 54 612 18(3000) 732(500) 96 844(3001 1056 67 126 252 310 65(50 01 401 14 557 97 612 958 84 2468 95 765 887 920 3063 72 135 74 294 46(300] 51 459 92 514 625 4029 99 115 28 411 58 59 558 611 79 740 79 857 5224 30 484 616 731 96 971 6020 211 31 634 785 852 68 7159 208 3) 473 697 755 87 879 900 80 8117 255 341 430 58 502 696 744 844 609 05 9014 113 445 600 49 741 95 829 88 925(3000) 42 43 84 10242 411 11014 189 97 266(3000) 366 465 81 558 655 714 59 810 56 916 73 12)21 249 331 777 842 47(1500) 918 93 13134 75(5000) 376 400 61 558(1500) 660 817 27 14038 45 82 102 363 667 810 15029 46 111 35 53 553 63 624 713 864 91 927, 10003 27 149 88(300) 333 424 50 86 527 54 61 91 876 90 17210 29 320 24(500) 961 90 18011 171 235 45 86 405 42 768 94 885 19113 35(300) 55 200 98 326 61 689 773 803(300) 76°948 20153 71 81 231 80 709 92 825 99 910 84 21012 256 92 346 408 589 99 764 97 904 45; 22004 181 212 74 471 508 678 749 97 827 42 970 3001 23047 79 87 178 201(300) 65 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