11 II. Feuerwehr Witten. ch, 9. Mai er. nds 8½ Uhr, lokale bei Herrn F. rabänder: versammlung es= Ordnung: der Delegirten zu dem Juni cr. in Bochum denden Rhein.=Westn Feuerwehrverbandschung über den Bes Rhein.=Westf. Verestes. edenes. Der Vorstand. Al erein Heven. g, den 10. Mai er., ittags 2½ Uhr: HauptWversammlung. es= Ordnung: g der monatlichen ickständigen Beiträge. elegenheiten. denenes. Der Vorstand. No. 110. Witten, Samstag, den 12. Mai. 1888. ngs-Verein, Witten. woch Abend 8¼ Uhr herwechsel. r=Gesangverein ohsinné hen=Witten. g, den 13. Mai, hmittag 2 Uhr, h zum Gesangfest ach Herbede. Der Vorstand. stliche Zähne schmerzlos ein. Zähnbirt, reinigt, Zahnerz jeder Art beseitigt euer Witten. ster agen, Bierwagen benutzt, erkaufen. agen in der Exped. al mit Wohnung Nov. zu vermiethen. hannesstraße 29. Zimmer, hne Pension, zu vergen in d. Exp. d. Z. ersicherung nädchen im evangel. ise von Mai bis Mai umelden. Schönebeck. engesuche und gebote eile 10 Pfg. rbreitung in über Exemplaren. für eine ik ein mit den Calseieen vertrauter hniter! orgt die Exped. entliche seitsfrau Tage(Vormittags) dauernde Stellung. Exped zes, freundliches sendlochen so, sagt die Exped. und Verlag inn Risell& Co., Witten. er Verantwortlichkett atzsch in Hagen. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Insertionen werden die 7gespaltene Petitzeile mit 10 Pfg. berechnet. in Frankreich. Vor etwa einem Jahre erließ das damalige französische Ministerium Rouvier einen allgemeinen Circularbefehl an alle Präfekten, genau darauf zu achten, daß Ausländer in Frankreich in keiner Weise von der Bevölkerung belästigt würden, auch in solchen Fällen, in welchen der Verdacht der Spionage auftauche, Verhaftungen erst dann vorzunehmen, wenn der Verdacht wirkliche Begründung habe. Dieser Erlaß war hervorgerufen durch die Ausschreitungen gegen harmlose deutsche Kaufleute, die seit geraumer Zeit in französischen Städten Anstellungen inne hatten, sowie durch die wahnsinnige Spionenhetze während des berühmten Mobilisirungszaubers, wo alle Tage fast ein Spion aufgegriffen wurde, der sich hinterher als der harmloseste Tourist von der Welt herausstellte. Dieser Befehl ist heute noch in Kraft, wird aber, wie die Ereignisse zeigen, so gut wie gar nicht mehr beachtet. Im Gegentheil ist die politische Verrohung, welche sich in der Ausländerhetze ausdrückt, gewaltig gestiegen, und seitdem Boulanger zum Apostel der Republik proklamirt ist, denken große Massen des französischen Volkes, der Patriotismus werde am besten zur Schau getragen nurch Skandalmachen, Fenstereinwerfen und Prügeln. Mit Knüppelhieben traktiren sich gegenseitig schon die verschiedenen republikanischen Parteien, und wenn sich der offizielle Pariser Telegraph auch bemüht, über widerliche Scenen nach Möglichkeit einen Schleier zu ziehen, so erfährt man doch genug, was die Franzosen sehr wenig als das gesitteste Volk von Europa erscheinen läßt. Es giebt noch zahlreiche gebildete und höfliche Leute im Lande, aber diese wagen es nicht, den zügellosen Haufen der Gasse in den Weg zu treten, denen von jeher Alles nachgesehen ist und auch in Zukunft wohl nachgesehen werden wird. Bei den Gemeindewahlen am letzten Sonntag ist es an vielen Orten zu Scenen gekommen, wie sie sonst nur in Serbien oder Bulgarien bei Wahlen stattzufinden pflegen. Die eine Partei hat der anderen den Zutritt zum Wahllokal versperrt; um den Eingang zu demselben ist es zu blutigen Schlägereien gekommen, die Wahlurnen sind zertrümmert, die Protokolle zerrissen und was dergleichen Geschichten mehr sind. Und in Paris stehen die Parteihelden, Boulanger voran, und sagen mit gefalteten Stirnen, aber vergnügtem Händereiben, das Volk sei etwas zu weit gegangen. Aber daß es das gethan, sei bei der Unzufriedenheit über die herrschenden Verhältnisse nicht wunderbar. Es müsse also anders werden, und nur ein Mann könne es anders machen, Boulanger! Damit wird den Boulangisten ganz trocken gesagt: Nur immer so weiter, und je toller, desto besser! Bei Allem das Schlimmste ist die wahnsinnige Verfolgung der Ausländer, das heißt der Deutschen und Italiener. Die Letzteren sind gerade ebenso schlimm daran, wie die Deutschen, und in Südfrankreich, wo zahlreiche Italiener thätig sind, sind Messeraffairen zwischen Angehörigen beider Nationen sehr häufig. Die Franzosen sind außerordentlich erbittert auf ihre südlichen Nachbarn, sie können es nicht verwinden, daß der„Knirps“ Italien dieselbe Stelle in der Reihe der europäischen Mächte einnimmt, wie Frankreich, daß Italien sich mit Deutschland verbündet hat. Läge Alles das nicht vor, der Zwiespalt wegen Erneuerung des beiderseitigen Handelsvertrages wäre auch nicht entfernt so weit gediehen, wie er jetzt gediehen ist. Aber wenn die Deutschen in Frankreich ruhig schweigen zu den Beschimpfungen, die ihnen oft genug zu theil werden, so sind die heißblütigen Italiener nicht so ruhig,- und dem Schlag folgt der Schlag. Am — bedauerlichsten vor Allem ist es, daß selbst Offiziere das Treiben der Menge unterstützen, wie es bei den bekannten Ausschreitungen in Belfort vorgekommen ist, wo die von der Menge und gemeinen Soldaten insultirten deutschen Studenten von einem französischen Kapitän, den sie um Schutz baten, mit der Bemerkung abgewiesen wurden:„Sie sind Preußen, und haben hier nichts zu suchen!“ Die französische Justiz hat die Hauptführer der Volksmenge mit ein paar Wochen Haft bedacht, aus denen sich die Verurtheilten natürlich eine Ehre machen werden, aber für den noblen Offizier hat Niemand ein Wort des Tadels gehabt, seine Handlungsweise wird vielmehr gebilligt. Und dies geschieht, während Seitens der Pariser Regierung immer erneute Anstrengung gemacht werden, die deutschen Industriellen zur Beschickung der nächstjährigen Pariser Weltausstellung zu bewegen. Das deutsche Geld ist auch für die Franzosen kein Blei, das nehmen sie recht gern, aber der unerfahrene deutsche Reisende muß wohl Acht haben, daß er nicht hinterher als Spion gründlich verhauen wird. Auf deutsche Spione wird Jagd gemacht, als ob es das liebe Leben gelte, trotzdem man noch keinen einzigen erwischt hat. Und dabei proklamirt die französische Regierung selbst die Nothwendigkeit der Spionage verbunden mit dem General-Anzeiger für Witten und Amgegend. Abonnementspreis(inel. der Gratisbeilage „Märkisches Heim“): 1,80 Mark vierteljährlich, monatlich 60 Pfg. bei Bestellung durch die Boten. Bei Abnahme auf der Post incl. Bestellgeld 2,20 Mk. gegen Deutschland. Der jetzige Minister des Auswärtigen, Herr Goblet, hat das im vorigen Jayre offen in der Kammer erklärt und damit selbst in Franzesen ein Gefühl der Beschämung hervorgerufen. Unter dem letzten Kaiserthum verwilderte Frankreich urg, aber das Kaiserthum ist doch noch ein elender Stümper gegen die Republik geblieben. Rundschau. Ueber den Empfang des amerikanischen Senators Karl Schurz beim deutschen Kronpcinzen und beim Reichskanzler theilt eine Frankfurter Korrespondenz einige Einzelheiten mit. Von dem Kronprinzen seien lediglich amerikanische Fragen berührt worden. Kronprinz Wilhelm habe Herrn Schurz schließlich gebeten, nach der Rückkehr in die Heimath allen DeutschAmerikanern und Amerikanern seinen(des Kronprinzen) innigsten Dank für die demselben bei dem Tode des Kaisers Wilhelm und während der jetzigen schweren Leidenszeit Kaiser Friedrichs bezeugte, seinem wie seines Vaters Herzen wohlthuende Sympathie auszudrücken.— Vom Fürsten Reichskanzler ist der amerikanische Gast bekanntlich zu Tafel gezogen worden. Dieselbe fand im engsten Familienkreise und in der unzeremoniellsten Weise statt. Nach aufgehobener Tafel seien— so berichtet jene Korrespondenz— auch die Enkelkinder des Fürsten dem Gaste vorgestellt worden, der Reichskanzler habe sich seine lange Pfeife angezündet und sich dann behaglich auf das Sopha hingestreckt, die ganze Familie sich um ihn gruppirt. Die Unterhaltung, welche sich uamentlich um amerikanisches Leben und amerikanische Probleme gedreht, habe über zwei Stunden gewährt, nach deren Verlauf sich unser berühmter Landsmann von seinem liebenswürdigen Gastgeber, von der Frau Fürstin und der Frau Gräfin Rantzau, sowie dem Grafen Herbert verabschiedet habe. Unter der Ueberschrift„die Maske fällt“ hatte vor einigen Tagen die Staatsbürger=Zeitung mit scharfen Worten die gegen die Kungebungen zu Ehren des Kronprinzen gerichteten Auslassungen freisinniger Blätter angegriffen. Sie führt heute an, daß ihr Artikel viele zustimmende Erklärungen aus dem Kreise ihrer Leser hervorgerufen, und daß das Berliner Fremdenblatt ihn mit folgenden Worten einleitet: „Die Natter kann nicht in größerem Maße ihr Opfer mit Gift bespritzen, wie die Blätter des Deutsch=Freisinns den Mann, der ihnen nun einmal ein Dorn im Auge ist und den sie hassen, weil sie ihn fürchten: die jugendliche Gestalt unseres Kronprinzen. Noch ist die Zeit nicht vergessen, wo alle des Byzantinismus bezichtigt wurden, welche das Zollernhaus liebten und die historischen Stätten,.wo die Edelsten der Edlen geweilt haben, mit Begeisterung betraten. Da änderte sich das Bild, und die jenigen, welche dagegen geeifert hatten mit der Hartnäckigkeit des Zeloten, umdrängten den kranken Kaiser Friedrich, um ihm auf ihre Weise zu buldigen. Die berufenen und unberufenen Vertreter des Deutschfreisinns nehmen die Pflege des Byzantinismus in Kolportage und wühlen— alles aus Ueberzeugung und Ehrlichkeit— im Schlamm der Loyalität Dämpfe auf, welche das Krankenbett Kaiser Friedrichs wie Weihrauch umzogen. Denen aber, welche die Verehrung vom Vater auch auf den Sohn übertrugen, wurde ihre Gesinnungstreue wieder verdächtigt, und als die schamlosen Hetzen gegen die von Begeisterung getragenen Menschenmassen ihre Wirkung verfehlten, spritzten die Hofdemagogen vom Freisinn ihr Gift gegen den, dem die Huldigungen galten.. Den Männern, die in den breiten Schichten des Volkes von Mund zu Mund getragen werden darf keine Verehrung gezollt werden, sie könnten zu populär werden. Das ist der wahre Grund! Die Schaaren derer, welche in aufrichtiger Treue zu den jeweiligen künftigen Trägern der Krone Preußens stehen sind, Gottlob! in den letzten Jahren wie eine wuchtige Lawine angewachsen, die von der Höhe der Zollernburg im Schwabenlande hinab bis zur Wacht im Norden rollt und mit ihrer Wucht die Wegelagerer zu zerschmettern droht.„Furchtlos und treu“ ist eine stolze Divise, die den Deutschen vorleuchtet,„furchtsam und frech“ ist die Loosung der Männer vom Freisinn.“ In herbem, aber nur zu gerechtem Tadel ergeht sich die„Nordd. Allg. Ztg.“ heute an leitender Stelle über den Thatbestand der neulichen Vorgänge in Belfort, wo vier zu ihrem Vergnügen reisende deutsche Studenten angehalten und insultirt wurden, und schließt ihre Ausführung:„Das Verhalten der drei französischen Polizisten wollen wir keiner Kritik unterziehen, da sie immerhin bemüht waren, die tobende Menge zurückzuhalten. Ob es ihnen, wenn sie gleich von vornherein mehr Energie bewiesen hätten, nicht möglich gewesen wäre, den Ausschreitungen vorzubeugen, lassen wir dahingestellt. Gewöhnt sind wir auch an Rohheiten französischer Pöbelhaufen. Ebensowenig wundert es uns, daß es den Organen der öffentlichen Sicherheit in Frankreich nicht mehr gelingt, wehrlose Fremde zu schützen. Diese Zustände bedauern wir, aber nehmen sie als eine Thatsache hin, mit welcher jeder rechnen muß, der sich nach Frankreich begiebt. Was uns veranlaßt hat, auf den vorliegenden Fall etwas ausführlicher einzugehen, ist das Verhalten, welches die französischen Offiziere bei den Exzessen beobachtet haben. In Deutschland würde es unmöglich sein, daß ein Offizier S so gehandelt hätte, wie der von den Studenten um Schutz angegangene französische, in welchem diese in ihrer deutschen Auffassung ihren Retter zu sehen geglaubt hatten. Das Benehmen dieses Offiziers läßt einen traurigen Schluß auf den Bildungsgrad und den Geist zu, welcher unter den französischen Offizieren herrschen muß. Jeder preußische Sergeant würde nicht nur als ehrliebender Mann, sonvern schon aus Achtung vor der Uniform, welche er trägt, seine Autorität benutzt haben, um die wehrlos Angegriffenen in seinen Schutz zu nehmen oder doch wenigstens die Soldaten von der Betheiligung an dem wüsten Treiben abzuhalten. Vom deutschen Standpunkt können wir nur wünschen, daß solche Offiziere, wie die in Belfort, dem französischen Offizierstande erhalten bleiben. Jedenfalls aber wird man angesichts der geschilderten Vorgänge nicht erwarten können, daß Deutsche sich bei Ausstellungen in Frankreich betheiligen und ihr Eigenthum ähnlicher Behandlung aussetzen, wie sie dort Personen erfahren.“ Ueber die internationale Lage schreibt, der Abg. Csernatony, der als intimster Kenner der Gedanken des ungarischen Kabinetschefs gilt, im offiziösen Pester Nemzet:„Die gegenwärtige Lage legt ganz Europa unerträgliche Lasten auf. Ich bin ein Mann des Friedens und bereit, für dessen Erhaltung innerhalb der Grenzen unserer Staatsinteressen bis zu den äußersten Konzessionen zu gehen. Allein ich muß gestehen, daß auch ich den Krieg nicht für lange aufschiebbar erachte. Für gewiß bitrachte ich es, daß ein Augenblick kommen wird, da Deutschland, Oesterreich und Italien bei Rußland anfragen wegen Natur und Zweck seiner den europäischen Frieden bedrohenden Rüstungen. Auf diese Frage muß dann irgend eine Antwort erfolgen. Wahrscheinlich wird jene Antwort der casus belli sein. Allein das ist der günstigste Fall, in so fern derselbe sich bis zum nächsten Jahre hinziehen kann. Es kann aber auch geschehen, daß Rußland den Ausbruch beschleunigt und dazu irgend einen Vorwand schafft, noch ehe die Friedensliga formell ihre Anfrage gestellt hat. Alle Zeichen auf dem Balkan deuten darauf hin, daß diese Beschleunigung derzeit in Vorbereitung ist und daß der Sommer nicht so ruhig verlaufen wird, wie es die Diplomaten hoffen.“ Im Verlauf derselben Ausführungen wird die Bemerkung gemacht: „Alle Balkanstaaten seien in Bewegung, ruhig sei nur das sonst friedlose Montenegro, weil die panslavistische Propaganda Montenegros unter allen Umständen sicher sei.“ Deutsches Reich. Berlin, 10. Mai. Kaiser Friedrich hat sich von den ersten wenig befriedigenden Tagen dieser Woche wieder erholt, aber die Besserung ist doch noch nicht so groß, wie sie zu wünschen wäre. Das rauhe Wetter beeinflußt den Kaiser ungemein; immerhin sind aber die Kräfte etwas gehoben und der Mittwoch verlief so befriedigend, daß die Aerzte es nicht für nöthig fanden, ein Bulletin auszugeben. Die„Nordd. Allg. Ztg. bringt zum Ersatz folgende halboffizielle Mittheilung:„Se. Maj. der Kaiser befand sich am Mittwoch verhältnißmäßig gut. War die letzte Nacht auch mehrfach durch Auswurf gestört, so brachte sie doch hinreichend erquickenden Schlaf. Die Körpertemperatur, welche Dienstag 38,3 zeigte, betrug am Mittwoch früh 37,5, war also normal. Auch Puls und Athmung waren befriedigend, etwas ruhiger und der Norm näher, als in den letzten Tagen. Bei dem am Mittwoch stattgehabten Wechsel der Kanüle zeigte sich als erfreuliches Resultat der jüngst veränderten Form derselben, daß die äußere Umgebung des Wundkanals, welche stark entzündlich gewuchert war, abgeschwollen, benarbt und fast gänzlich frei von entzündlicher Reaktion ist. So durften die Aerzte den augenblicklichen Zustand des hohen Patienten als günstig genug betrachten, um die Erlaubniß zum Verlassen des Bettes und ruhiger Lage auf dem Sopha zu ertheilen, ven welchem aus Se. Majestät einen freien Blick in den grünen Park hat. Privatnachrichten entnehmen wir noch: Die Nacht war mehrfach gestört, brachte aber doch befriedigenden Schlaf. Der Kaiser wurde wiederholt vom Durst gequält und trank zur Stillung desselben ziemliche Portionen Milch, die er überhaupt in großen Quantitäten zu sich nimmt. Am Mittwoch Vormittag wurde der Wechsel der Kanüle leicht und ohne Schwierigkeiten vollzogen. Recht freudig gestimmt wurde der Kaiser durch die ärztliche Erlaubniß, das Bett verlassen zu dürfen. Der Appetit war besser, die Mahlzeiten in Folge dessen reichlicher. Die Eiterabsonderung ist noch ziemlich stark, aber doch geringer, als Montag, wo es schlimm damit stand. Nach Ansicht der Aerzte sind die Konstitution des hohen Kranken und seine große Widerstandsfähigkeit gegen die Krankheit noch so stark, daß er den vielen Schwankungen Stand halten kann und ernstliche Komplikationen, für die auch kein Anzeichen vorliegt, für die nächste Zeit somit nicht zu erwarten sind. Gegen 10 Uhr verließ der Kaiser das Bett und begab sich nach dem Arbeitszimmer, wo er mehrere Vorträge hörte, auch die Besuche der Kronprinzessin und ihres ältesten Sohnes, des Prinzen Heinrich und der erbprinzlichen meiningenschen Herrschaften erhielt. Am Nachmittag schlief der Kaiser mehrere Stunden, erhob sich später nochmals wieder und empfing einen kurzen Besuch des Reichskanzler. Vortrag hielt derselbe aber nicht. Am Abend war der Kaiser ziemlich müde, aber sonst nicht erheblich angegriffen. Eine wesentliche Aenderung war im Befinden nicht eingetreten. Die neue Kanüle ist übrigens, wie hier noch bemerkt sein mag, einen halben Centimeter länger, als die zuletzt benutzte. Mit lebhaftem Interesse verfolgt der Kaiser die Arbeiten an dem auf seine Veranlassung herausgegebenen, bis jetzt auf elf Bände angewachsenen Werk über den Großen Kurfürsten. Er ließ sich dieser Tage über die Vorarbeiten zu den noch ausstehenden Bänden Vortrag halten. Die Nachrichten vom Donnerstag über das Befinden des Kaiser Friedrichs lauten recht erfreulich, wenn auch die volle Körperkraft noch nicht ganz wieder hergestellt ist. Die Aerzte bestehen in Folge der wiederholten Schwankungen der letzten beiden Wochen streng darauf, daß der Kaiser sich schone und nur ganz vorsichtig Gehtritte und Bewegungen im Zimmer wieder aufnimmt. Die Wiedergewinnung der Kräfte würde zweifellos schneller vor sich gehen, wenn das Wetter besser wäre. Am Himmelfahrtstage war es regendrohend, kühl und windig, zeitweise fast rauh. Trotzdem hatten Tausende den Weg nach Charlottenburg angetreten und vernahmen freudig die besseren Nachrichten über den Zustand des Kaisers. Die Nacht zum Donnerstag war eine entschieden gute. der Kaiser schlief ununterbrochen mehrere Stunden. Husten, Auswurf, sowie der Eiterausfluß haben gegen Beginn der Woche bedeutend nachgelassen, Appetit und Kräfte nehmen mehr zu. Donnerstag Vormittag nahm der Kaiser Cacao zu sich, Mittags etwas leichte Speisen, die Hauptnahrung besteht aber in Milch. Der Kaiser verließ um 10½ Uhr das Bett, wurde ans Fenster getragen und sprach seine große Freude über das ihm von der Kaiserin geschenkte, im Parke aufgeschlagene Erhohlungszelt aus. Ueber die kalte Witterung äußerte der Kaiser seine Betrübniß. Auch die Aerzte sind nicht erfreut darüber, da sie es gerne sehen würden, wenn der Kaiser im Garten frische Luft genießen könnte. Dem Gottesdienst in der Schloßkapelle wohnte die kaiserliche Familie bei. In sichtlich heiterer Stimmung empfing der Kaiser Mittags, Nachmittags Familienbesuche, erledigte auch einige dringende Staatssachen. Fieber war Nachmittags nicht vorhanden, das Gesammtbefinden dann sowohl, wie am Abend günstig. Eine kleine Fiebersteigerung besagt nicht viel. Der Kaiser schläft zur Stärkung mehrfach am Tage. Ginge es freilich nach ihm, würde er nnunterbrochen arbeiten, aber das ist in keinem Falle zulässig. Hoffentlich tritt nun bis Pfingsten kein weiterer Rückschlag ein, vor dem man allerdings nie ganz sicher ist. — Die Uebersiedlung des Kaisers nach Potsdam ist bisher nicht aufgegeben, wenn natürlich durch die letzten Tage auch der Zeitpunkt hinausgeschoben ist. Aus demselben Grunde ist auch der Hochzeitstag des Prinzen Heinrich noch nicht festgesetzt. Die Mittheilungen mebrerer Berliner Blätter, die Vermählung werde am 24. Mai stattfinden, ist ebenso unrichtig, wie vieles Andere was von diesen Zeitungen aus Charlottenburg berichte. wird. — Kaiserin Victoria wird ihre Reise in das Ueber: schwemmungsgebiet der Weichsel erst dann antreten, sobald eine zuverlässige Besserung im Befinden ihres Gemahls eingetreten ist. Diese Vorsicht ist geboten, weil die Kaiserin eine Nacht und einen ganzen Tag von Charlottenburg abwesend sein müßte.— Kronprinz Wilhelm wohnte am Mittwoch einer Militärbesichtigung bei Spandau bei und sprach auf der Rückkehr im Charlottenburger Schloß vor. — Der Herrenmeister des Johanniterordens, Prinz Albrecht von Preußen, Regent von Braunschweig, hatte an den Kaiser zu dessen Thronbesteigung eine Huldigungsadresse gerichtet, auf welche, wie nachträglich bekannt wird, folgende Antwort eingegangen ist:„Ew. Königliche Hoheit und Liebden haben Mir, nach dem schmerzlichen Heimgange Meines theuren Herrn Vaters, die Huldigung der Balley Brandenburg, des ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem, als Ihrem gegenwärtigen Landesherrn und Protektorat, in so erhebenden Worten dargebracht, daß ich tief bewegt, von diesen Beweisen der Treue und Anhänglichkeit Meinen aufrichtigsten Dank ausspreche. Ew. Königliche Hoheit und Liebden dürfen sich überzeugt halten, daß Ich, gleich Meinem nun in Gott ruhenden Herrn Vater, dem verdienstvollen Orden, dessen Werke selbstloser und aufopfernder Nächstenliebe sich selbst rühmen, stets ein warmes Interesse zuwenden werde.“„. gp. 166. Srihrich. Charlottenburg, den 31. März 1883. Friebrich. Die Nordd. Allgem. Ztg. schreibt zu den Mittheilungen über den Inhalt einer Unterhaltung des Fürsten Bismarck mit hervorragenden Pirsönlichkeiten an hervorragender Stelle: „In den Zeitungen macht augenblicklich eine Notiz des Frankfurter General=Anzeigers die Runde, welche über eine angebliche Unterhaltung des Fürsten Bismarck mit zwei hervorragenden Persönlichkeiten des Auslandes“ Bericht erstattet. Es werden dabei dem Reichskanzler verschiedene Aeußerungen über die politische Lage in den Mund gelangt, die vollständig aus der Luft gegriffen sind. Die Autorität der ungenannten Hintermänner, welche das genannte süddeutsche Lokalblatt inspirirt haben sollen, hat aber einigen Zeitungen, unter denen sich namentlich die Organe der Börse und des Fortschritts hervorthun, genügt, um die von einer Anzahl gemäßigter, national gesinnter Blätter in wirthschaftlichen Fragen eingenommene Haltung zu beschimpfen. Gewissenhafte Menschen werden unverbürgte anonyme Mittheilungen niemals zu Verdächtigungen benutzen. Die oben angeführten oppositionellen Zeitungen sind aber von jeher nicht wählerisch gewesen, wenn es sich darum handelte, Waffen zu finden, um ihre Gegner auf politischem und wirthschaftlichem Gebiete anzugreifen, und so beuten sie jetzt eine von Anfang bis zu Ende erfundene Reporternotiz aus, um gegen sie mißliebige Kundgebungen zu hetzen. Eines jener Blätter schreibt, wenn die bezügliche Reporternotiz nicht wahr sei, so sei sie immerhin gut erfunden. Nicht einmal diese Stütze bleibt der Verleumdung: die Erfindung ist in dem vorliegenden Falle für jeden Anderen als den Unwissenden widersinnig und schlecht; und somit werden auch die frivolen Schlüsse hinfällig, die aus jener Erfindung gezogen worden sind. Es ist nicht die Art des Fürsten Bismarck, seine Meinung auf Schleichwegen zum Markte der Oeffentlichkeit zu tragen. Wem ehrlich daran liegt, die Ansichten des deutschen Reichskanzlers über die heutige Lage kennen zu lernen, der suche sie in seiner Rede vom 6. Februar, aber nicht in unverbürgten, zu unlauteren Zwecken ausgebeuteten Zeitungsnotizen.“ Berlin, 10. Mai. In der am 9.d. unter dem Vorsitz des Staatsministers, Staatssekretärs des Innern v. Bötlicher abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths wurde seitens des Ausschusses für Rechnungswesen die Uebersicht der Reichs Ausgaben und Einnahmen für das Etatsjahr 1886/87 vorgelegt und erläutert. Nach dem Antrage des Ausschusses wurden die in dem bezeichneten Etatsjahr erfolgten Etatsüberschreitungen, die außeretatsmäßigen Ausgaben, sowie die den Etat überschreitenden und die anßeretatsmäßigen Einnahmen genehmigt. Von Seiten der Ausschüsse für Zoll= und Steuerwesen und für Rechnungswesen wurde über die gemeinschaftlichen Einnahmen an Zöllen, Verbrauchssteuern p. p. und die bei denselben in Anrechnung zu bringenden Verwaltungsausgaben Bericht erstattet. Die Nachricht, daß Herr Geh. Regierungsrath Dr. Werner Siemens die ihm zu Theil gewordene Auszeichnung der Verleihung des Adels=Prädikats abgelehnt habe, bestätigt sich nicht: allerdings ist bei Herrn Dr. Siemens, der sonstigen Gepflogenheit entgegen, vor Vollziehung des kaiserlichen Gnadenbeweises eine bezügliche Anfrage nicht gehalten worden. — Der„Kreuzztg.“ wird aus Paris geschrieben: Es gehen uns Berichte zu, nach welchen man auch in Kreisen, in denen man bisher der boulangistischen Bewegung keine übermäßige Bedeutung beizumessen geneigt war, nun von ernsten Besorgnissen erfüllt ist. In der That wächst die boulangistische Strömung mit jedem Tage mehr an, wie sich dies jetzt bei den Gemeindewahlen zeigt. Die Reise Boulangers nach dem Nord=Departement, die förmlich den Charakter einer Gegendemostration gegen die Reise des Präsidenten annimmt, veranlaßt die Regierung zu umfassenden Vorsichtsmaßnahmen, verspricht aber, sich zu einem förmlichen Triumphzuge zu gestalten. — Die Richtkanoniere der Feld= und Fuß=Artillerie sollen einer kaiserlichen Kabinetsordre zufolge ein besonderes Abzeichen erhalten, welches auf dem linken Unterärmel des Waffenrockes getragen wird. Dasselbe besteht für die Feldartillerie in einer Granate mit drei Flammen, und für die Fußartillerie in einer Granate mit einer Flamme. Die Auszeichnung darf von den Regimentskommandeuren alljährlich nur an 4 Richtkanoniere jeder Batterie resp. am Ende ihres ersten Dienstjahres verliehen werden. derte lang verehrt wurden: heut zu Tage wird Niemand Götzen verehren wollen, die nur nach Wochen zählen. Paris, 9. April. Nach den dem Ministerium des Innern bis jetzt zugegangenen Mittheilungen über die Resultate der Munizipalwahlen in 361 ArrondissementsHauptorten haben in 206 Orten die Republikaner, in 16 die Konservativen die Majorität: in den übrigen ist das Resultat wegen der ausstehenden Stichwahlen noch nicht sicher. Ueber das Gesammtresultat der Munizipalwahlen msgich Lande ist noch keinerlei genaue Paris, 9. Mai. Montag abreisen, zurückzukehren. Grenoble, 10. Mai. In dem ganzen Departement Isère ist eine von Boulanger gutgeheißene Aufforderung an die Wähler angeschlagen, bei der heutigen Deputirtenwahl für Boulanger zu stimmen, welcher der Kandidat des nationalen Protestes sei. Die Auflösung der Kammer und die Revision der Verfassung seien unerläßlich. würde, nach welchem die Zuckerprämien sbarschafft, werden. Morgen oder Sonnabend solle dieser Vertrag von den Vertretern aller Mächte unterzeichnet alsdann die Konferenz bis zum 5. Juli vertagt und werden. Der Botschafter Herbette wird am um auf seinen Posten nach Berlin Mai. Deputirtenkammer. Solimbergo richdie Anfrage an die Regierung, wann der Finanzminister Magliani seine Interpellation beantworten werde. In Anwesenheit Maglianis erklärte der Ministerpräsident Kabinet sehe nicht ein, weshalb Magliani anläßlich des letzten Votums der Kammer über die Lokalungehinderte Gehenlassen, die volle Freiheit der Bewegung auf wirthschaftlichem Gebiet, die angeblich alle Heilmittel gegen Schäden in sich selber tragen soll, ist der Grundstein Zieser Lehre. Für die Herren Bamberger, Rickert ## Larth ist jeder„Eingriff der Staatsgewalt in die Arbeitsverhältnisse eine Thorheit und Sünde. Und sie haben nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis diesen Grundsatz stets verfochten. Nur eine kleine Gruppe der Fortschrittspartei hat in früheren Jahren den manchesterlichen Standpunkt in diesen Fragen zurückdie Mehrheit hat allen auf Erweiterung des Arbeiterschutzes gerichteten Bestrebungen mit etlichen fadensteuern demissioniren solle, um so mehr, als die Kammer, s scheinigen Freiheitsphrasen widersprochen. Erst in neuster nachdem sie den Entwurf im Laufe der Debatten wesent Zeit ist zögernd und widerwillig in der deutschfreisinnigen bgeändert, nicht den ministeriellen Eutwurf, sondern Hartei in diesen Fragen bis zu einem gewissen Grad eine Belgien. Der„Neuen Freien Presse“ wird aus Brüssel gemeldet, daß ein als nicht besonders bemittelt geltender belgischer Unternehmer im Namen eines französischen Syndikate eine Offerte überreichte, wonach alle Arbeiten der projectirten Befestigung der Maaslinie für einen auffallend niedrigen Preis ausgeführt werden sollen. In der Kammer meinte ein ehemaliger liberaler Minister, dies wundere ihn keineswegs, da es sich immerhin für die französische Regierung lohne, für einige Millionen eine genaue Kenntniß auszuführender Befestigungen zu erlangen. Holland. * Aus Amsterdam wird berichtet: Man trifft Vorbereitungen zur Uebersiedelung des Königs Wilhelm nach Schloß Loo. Die Aerzte wissen jedoch nicht, ob der Zustand des Kranken dies gestatten wird. Der König genießt nur noch Milch, es steht thatsächlich sehr schlecht mit ihm, wenn auch die offiziellen Depeschen dies bestreiten. ihren eigenen abgelehnt habe. Die Kammer habe Gelegenheit, die Finanzpolitik des Kabinets ausführlich zu berathen und diesbezüglich ein klares und bestimmtes Votum zu formuliren, nach welchem das Kabinet sich richten und Magliani alsdann die Anfrage Solimbergos beantworten würde.— Die Kammer beschloß hierauf, morgen das Budget des Arbeitsministeriums, den Antrag Baccarinis und Mussis über die afrikanische Politik und sodann das Finanzbudget zu berathen. Wandlung vor sich gegangen, nicht aus innerer Ueberzeugung, sondern lediglich aus Wahlspekulation. Die letzten, die ein Recht haben, sich ihrer Thätigkeit auf diesem wie auf andern Gebieten einer fortschreitenden Sozialreform zu rühmen, sind die Deutschfreisinnigen. Von ihnen niemals etwas anders zu erwarten als hohle freisinnige Redensarten. 950# Pzm: 9. Mai. Der zweite deutsche Pilgerzug, etwa Theilnehmer, unter Führung des Fürsten Löwenstein, traf heute Avend, von Asisi kommend, hier ein. Die Pilger werden am Sonntag einer Messe der Papst celebrirt. Nachmittags wird die Pilger empfangen. Westfalen und Rheinland. ein. beiwohnen, die dann der Papst Rußland. England. Hamburg, 9. Mai. Die Hamburger Bürgerschaft nahm debattelos den Antrag des Senats betreffend die definitive Ausdehnung des nördlichen Freihafenbezirks an. Der Senat wird demnach auf Grund des Ausschlußvertrages dem Reiche gegenüber die Erklärung abgeben, daß s in das Eigenthum des Staates übergegangene Areal zwischen Kleinfleeth und St. Anna einerseits, St. Annenfleeth und Neuwandrahm andererseits, einschließlich letztgenannter Straße zu dem Freihafenbezirk zugezogen werde, daß aber hinsichtlich weiterer Zuziehung des im Anschlußvertrage bezeichneten Stadttheiles nung des Freihafens eine Frist auf folgtem Anschlusse beim zur Ausdehdrei Jahre nach erBundesrathe beantragen werde. * Karlsruhe, 9. Mai. Ueber das Befinden Sr. K. Hoheit des Großherzogs wird mitgetheilt, daß die starke katarrhalische Affektion der Luftröhren einen zwar langsamen, aber regelmäßigen Verlauf nimmt. Fieber ist nicht vorhanden, doch muß der Großherzog das Zimmer hüten. * München, 10. Mai. Der heute stattgefundenen * London, 8. Mai. Das Oberhaus nahm in zweiter Lesung die Bill über das Einnahmebudget an. Im Laufe der Dehatte erklärte Lord Salisbury, Frankreich habe den neuen Weinzoll für Schaumweine aus dem Loire=Thal beanstandet. Der Kanzler der Schatzkammer, Goschen, sei mit der Frage beschäftigt, ob diese Weine von der Steuer zu befreien seien, es sei noch unbestimmt, ob dies möglich sei. London, 9. Mai. Der Staatssekretär des Krieges, Lord Stanhope, empfing heute Nachmittag eine Deputation einflußreicher Porlamentsmitglieder und legte vor denselben die neuerdings gemachten Fortschritte zur Verstärkung der Vertheidigungsmittel des Landes dar. Einer der Hauptziele sei es, unmöglich zu machen, London von der Themse aus anzugreifen. Da aber Befestigungen allein dazu nicht genügten, so bedürfe man einer hinreichenden Armee, um England und vor Allem London zu vertheidigen. Das Kriegsministerium sei damit beschäftigt, möglichst rasch einen Entwurf betreffend die Errichtung eines neuen Armeekorps auszuarbeiten, welches aus regulären und Miliz=Truppen gebildet werden solle, während die Frei* Petersburg, 10. Mai. Der„Regierungsbote“ wendet sich gegen die jüngst in der„Nowje Wremja“ erschienenen Artikel Tatistschews über die bulgarische Frage und sagt, die Ereignisse seit dem Kriege von 1877/78 seien noch zu frisch, um sie einer unparteiischen allseitigen interziehen zu können, was für eine gewissenhafte geschichtliche Forschung unerläßlich sei. Dieselbe wäre gegenwärtig um so weniger möglich, als die von der kaiserlichen Regierung veröffentlichten Dokumente nicht zahlreich seien und die Zeit für die Veröffentlichung der übrigen noch nicht gekommen scheine, weil der wahre Werth der Dokumente augenblicklich noch nicht völlig gewürdigt werden könne. Solches verbindere insbesondere der Umstand, daß die aus dem Kriege resultirenden Ereignisse eng mit der gegenwärtigen Lage der Politik verknüpft seien. Der„Regierungsbote“ schließt: Indem die kaiserliche Regierung darauf rechnet, daß die Zeit und die Erfahrung die Leiter der bulgarischen Politik endlich zur 10. Mai.(Großes Konzert.) Am ten Sonntag, den 13. Mai cr., findet im Lokale bezw. Garten des Herrn G. pooshoff(Hotel zum Adler) e in, Monstre=Konzert statt, ausgeführt von der ganzen Giesenrirchen'schen und von Arnhem'schen Kapelle aus Dortmund, unter persönlicher Leitung der genannten Herren. Unter den Mitwirkenden befinden sich die Hrn. Drässel und Dämig. Ersterer ist ein bedeutender PistonVirtuose, während letzterer ein anerkannt tüchtiger Flötist ist. Aus dem sehr reichhaltigen Programm erwähnen nur das große Tongemälde„Das Leben Kaiser von Wipprecht. Dieser kurze Hinweis genügt hoffentlich, um das Publikum zu einem zahlreichen Besuch des in Aussicht gestellten Konzerts zu veranlassen. Zudem ist der Pooshoff'sche Garten jetzt wieder aufs beste renovirt und mit allen möglichen Comforts ausgestattet. Für gute Speisen und Getränk sowie flotte Bedienung wird bestens Sorge getragen. Das Nähere besagt die Annonce. X Witten, 3. Mai. sicht ihrer Gerchen vornn endlich zur Einsicht ihrer Verirrungen bringen werde, that dieselbe Alles, um ihnen die Rückkehr auf den Weg der Gesetzlichkeit und die Wiederherstellung normaler Beziehungen zu Rußland zu erleichtern. Im Regierungsboten sei seiner Zeit das Programm publizirt worden, an welchem die kaiserliche Regierung in Bezug auf Bulgarien festzuhalten beabsichtige, dieses Programm bleibe unverändert. Wenn die jetzigen unnatürtichen Beziehungen Bulgariens zu Frußland sick, bisher nicht gebessert hätten, so liege dies ausschließlich an den Machthabern in Bulgarien. Rumänien. a 4 3, Mai.(Freiwillige Feuerwehr.) Ju der gestrigen, im Wachtlokale(Brabender) abgehaltenen Hauptversammlung der hiesigen„Freiw. Feuerwehr“ wurden zunachst zwei Delegirte für den am 10. Juni cr. in Bochum stattfindenden Rheinisch=Westfälischen Feuerwehr= Verbandstag, verbunden mit dem 25 jährigen Stiftungsfeste der Bochumer freiw. Feuerwehr gewählt. Es wurden einstimmig gewählt die beiden Chefs F. W. Albert und übrigen wurde noch beschlossen, an dem Verbandsfeste in corpore theilzunehmen. Da die Tagesordnung für den Verbandstag bis jetzt noch nicht versandt worden ist, so kann dieselbe erst in einer der nächsten Sitzungen vorberathen werden. Hochwürdenträger, das gesammte Ministerinm, die Generalität, die Reichsräthe, zahlreiche Beamte von Civil= und Militärbehörden und sonstige hervorragende Persönlichkeiten bei. lligen so schnell wie mialig zuo s;, während die Frei u#ukagest, 9. Mai. Nach ofiziellen Mittheilungen wie„Möglich zu konzentriren wären, um 1 üder das Individuum, welches die Schüsse gegen das Pazu unterstützen. Bei diesem Entwurf werde lais abgab, heißt derselbe Preda Fontanareano. Derselbe zuversichtlich auf den Patriatismes der Freiwilligen ge= ist ein ehemaliger Militär mit sehr schlechten Antezedentien, Oesterreich=Ungarn. zubersichtlich auf den Patriolismus der rechnet. Lord Stanhope drückte sein vollkommenes Vertrauen auf deren Mitwirkung aus, wenn das Land in Gefahr sei und theilte ferner mit, daß das Ministerium die Absicht hat, den Freiwilligen Artillerie zu geben, bestehend aus 250 Feldgeschützen und 80 Geschützen größeren Kalibers. war wegen Mordes verurtheilt, später begnadigt und bei der Stadtpolizei und bei der Zollerhebung beschäftigt. Bulgarten. Wien, 9. Mai. Die„Politische Korrespondenz, erfährt aus authentischer Quelle, daß die von den Zeitungen verbreiteten Gerüchte über die bevorstehenden bedeutenden Veränderungen im österreichischen diplomatischen Korps vollständig unbegründet sind. Richtig sei nur, daß der diesseitige Botschafter in London, Graf Karolyi, im Laufe des Jahres in den Ruhestand treten werde, und daß über den Nachfolger desselben noch keine Entscheidung getroffen sei. Frankreich. Paris, 9. Mai. Der Ministerpräsident Floquet eröffnete heute die Ausstellung zur Erinnerung an die Erstürmung der Bastille. In seiner Eröffnungsrede sagte derselbe, es werde Niemand jemals mächtig genug sein, um in dem freien Frankreich das Gefängniß wieder aufzurichten, das es im Jahre 1789 zerstört habe.— Wir sind allen Wiederherstellungen feind und wollen Nichts von dem wieder aufrichten, was unsere Väter zerstört haben. Sie haben Götzenbilder umgestürzt, die JahrhunN London, 9. Mai. Der liberale s. g. Achtziger=Klub hielt gestern Abend ein Festessen zu Ehren Parnell's ab, wobei Parnell über die päpstliche Bulle gegen den irischen „Feldzugsplan“ u. A. äußerte, die irischen Katholiken würden sich ihre politischen Pflichten gegen ihr Land von einem Prälaten nicht diktiren lassen. Die Intriguen der englischen Regierung mit Rom gegen Irland wären stets mißlungen und würden auch diesmal kläglich scheitern. Die Nationalliga und die irische Partei hätten übrigens mit dem„Feldzugsplan“ nichts gemein. Indeß wolle er dem Verfahren nicht entgegentreten, welches O'Brien, Dillon und die anderen irischen Katholiken gegen das päpstliche Dekret einzuschlagen für angezeigt halten sollten. London, 10. Mai. Das Unterhaus nahm ohne Abstimmung in dritter Lesung die Regierungsbill betreffend die Registrirung der Wähler für die neu zu errichtende Grafschaftsräthe an. * G eine Rustschuk, 9. Mai. Prinz Ferdinand nahm heute Parade über die hiesige Garnison ab. Der„freisinnige" Arbeiterschutz. Die deutschfreisinnige Agitation pflegt neuerdings mit Vorliebe auch die Arbeiterschutzfrage gegen die Regierung und die„Kartellparteien“ auszuspielen; bei der Wahl in Altena=Iserlohn ist auch in dieser Richtung viel geleistet worden. Es ist unglaublich, was man Alles den Wählern bieten zu können glaubt! Die Dinge werden nachgerade so auf den Kopf gestellt, daß man meinen könnte, die Bestrebungen für erhöhten Arbeiterschutz hätten von jeher in der deutschfreisinnigen Partei wärmste Unterstützung gefunden, während doch das gerade Gegentheil wahr ist. Die deutschfreisinnige Wirthschaftspolitik, die man mit dem Krieg rondon, 10. Mai. Wie die„Times“ erfährt, sei die Zuckerprämien=Konferenz zu der thatsächlichen Uebere e e ii eistanft gelongt, das in dem Schlubprotokol ein Vortag landläufigen Namen des Manchesterthums zu bezeichnen pflegt, muß ihrem ganzen Wesen und Prinzip nach jedem gesetzgeberischen Eingreifen in die Freiheit der Arbeitsbedingungen Wiederstand leisten. Thut sie das nicht, so fällt ihr ganzes Wirthschaftsgebäude zusammen. Das Witten, 10. Mai.(Gerichtliche Entscheidung) betresseno die Einfriedigung von Grundstücken durch Stacheldraht an öffentlichen Wegen. Ueber eine Entdes Oberverwaltungsgerichts berichtet das„Berl. Volksbl.“: Ein größerer Grundbesitzer in der Umgegend von Berlin hatte Theile seines Terrains durch Stacheldrahtzäune eingefriedigt und war von der Polizei zur Beseitigung derselben, soweit sie den öffentlichen Weg entlangliefen, durch Strafmandat aufgefordert. Das Oberverwaltungsgericht hat zu Ungunsten des Gutsbesitzers entschieden, indem es ausführte daß die Befugniß des Eigenthümers eines an einen öffentlichen Weg grenzeuden Grundstücks zum Schutze des letzteren gegen das Betreten der Passanten bezüglich der Wahl der Schutzmittel nicht lediglich dadurch bedingt sei, daß diese den Verkehr auf dem Wege selbst nicht gefährden, vielmehr reiche diese Beschränkung soweit, daß diese Schutzmittel nicht auch Leben, Gesundheit und Eigenthum derer in Gefahr bringen dürfen, welche nam Wege abkammen, ahne diese Gefe bewußt weiche vom Wege abtommen, ohne diese Gefahr Stech#er leichtsinnig herauszufordern. Daß diese Stüchelorahtzäune geeignet sind, erhebliche, körperliche Beschädigungen herbeizuführen sei zweifellos und darum könne ihr Anbringen polizeilich aus dem gleichen Grunde verboten werden, wie das Auslegen von mit Nägeln beschlagenen Brettern, von Schlageisen oder Fußangeln zur Verhütung und unbefugten Betretens eines Privatplatzes. * Hagen, 11. Mai.(Ballon hatte die gestrige Auffahrt des nach Hagen ahrt.) Wiederum Herrn Securius Tausende nach Hagen gezogen und war die Betheiligung an diesem interessanten Schauspiele abermals eine recht rege. Unser Mitbürger, der Cigarrenhändler Herr Wilb Hommel Benburger, der Eissarrelhandter Herr With. Hommersheim hatte den Muth, den bewährten Luftschiffer auf seiner Fahrt zu begleiten; es handelte sich hierbei um eine Wette, welche verschiedene Herren gemacht und verloren hatten, sodaß Herr Hommelsheim die Reise kostenlos unternehmen konnte. Präcise 5 Uhr erhob sich der Ballon und Frieden. Von Ferd. Groß. (Schluß.) Charlotte rief unter Thränen:„Ich bin die unglücklichste Frau auf Erden. Ach, warum bin ich nicht bei meiner Mutter geblieben! Die hatte mich wirklich lieb!“ Die Arme that mir leid. Ich küßte ihr die Thränen aus den Augen, beschwichtigte sie: sie kam nach und nach zur Ruhe, der Abend jedoch war uns Beiden verdorben. Ich las meiner Frau den ersten Gesang von„Hermann und Dorothea“ vor; es fehlte uns die rechte Aufmerksamkeit, ich legte deshalb das Buch weg, und wir spielten eine Stunde Piquet.— Durch zwei Wochen zog sich die Diskussion über die Wiege hin. Des Kampfes müde, sagte ich meiner Frau endlich:„Na, Du sollst meinetwegen Recht behalten! Stelle die Wiege hin, wo Du willst. Der Kleine mag unser Schlafzimmer theilen, wenn es Dir Freude macht.“ „Der Kleine?“ meinte meine Frau erstaunt.„Ja, woher weißt Du denn, daß es ein Knabe sein wird?“ „Ich hoffe es.“ „Hoffen?" Und wenn es ein Mädchen ist? Was dann? Doch warum frage ich? Ihr Männer seid Ungeheuer. Ein Sohn wäre Dir recht, um ihn für Dich zu erziehen, als zukünftigen Freund und Kameraden. Die arme Mutter soll Niemanden haben auf der weiten Welt. Ist's ein Mädchen, so wirst Du es es mißachten, verstoßen, als unwillkommenen Eindringling behandeln— ich sehe das Alles voraus. Ich hätte Dich nie heirathen sollen.“ Charlotte besaß damals eine merkwürdige Fertigkeit im Weinen. Sie konnte zu jeder Stunde und über jedes Thema weinen.... Eine Woche hatte ich damit zu thun, sie zu vergewissern, daß ich eine Tochter gerade so zärtlich begrüßen werde, wie einen Sohn; ich mußte um Charlottens willen dem noch ungebornen Mädchen mit allem Aufwande von Galanterie den Hof machen. Wir hatten uns dahin verständigt, mit Ruhe und Fassung abzuwarten, ob ein Junge oder ein Mädchen käme. Bevor jener oder dieses da war, mußten wir beschließen, wie der Familienzuwachs heißen werde. Ich plaidirte für Friedrich, respektive Friederike, meine Frau für Hans, respektive Johanna: ich dachte dabei an meinem Vater, Charlotte an ihre Mutter. Da gab es arge Stürme. Ich war entschlossen, mich nicht erweichen zu lassen. Aut aut! Es kamen lange, heftige Erörterungen, dramatische Szenen, Vorwürfe und Liebkosungen schließlich blieb mir, wenn ich Charlotte nicht einer Krankheit verfallen sehen wollte, nichts Anderes übrig, als ihr eine Concession zu machen: Hans respektive Johanna. Sie hatte auf der ganzen Linie gesiegt. Das sollte, ich schwor es mir zu, das letzte Zugeständniß sein, mit welchem ich dem weiblichen Starrsinn entgegenkam. Zunächst wendeten wir uns den Fragen der Erziehung zu. Damit waren wir bei den größten Schwierigkeiten angelangt. Am leichtesten hatten wir uns über Johanna zu verständigen vermocht. An einer modernen Mädchenerziehung läßt sich nicht viel Eigenartiges als Experimeat durchführen. Wir kamen überein: möglichst viel Unterricht in praktischen Dingen, eine Erziehung, welche sie in den Stand setzen sollte, sich nöthigenfalls ihr Brod zu erwerben, möglichstes Ankämpfen gegen eine allzu stark entwickelte Eitelkeit, Einimpfung des Behagens an stillen geistigen Genüssen im Gegensatze zu den lärmenden hohlen Freuden des Salonlebens. So ruhig liefen die Verhandlungen nicht ab, wie die Worte hier sich lesen, aber genug daran: wir kamen mit Plänkeleien durch, mit kleinen Gefechten; über die Hauptsache entstand eine Schlacht. Wie anders dagegen die Erörterungen über Haus! Mit seinem siebenten Jahre fingen unsere Zwiestigkeiten an und dauerten fort bis zu seiner Verheirathung. Einige Monate der Erwartung vergingen damit, daß wir Krieg führten, ohne zu einem Friedensschlusse zu gelangen. Ich beantragte: öffentlichen Schulbesuch. Charlotte: Unterricht zu Hause durch tüchtige Lehrer. Ich: den höchsten Grad körperlicher Abhärtung. Charlotte: Schonung des jungen Wesens. Ich wollte aus Hans einen Ingenieur oder etwas Aehnliches machen, Charlotte erhoffte sich einen Künstler. Ich beugte mich dem Zwange, der jeden Staatsbürger zum Soldaten macht. Charlotte wendete ihre ganze Beredtsamkeit— und sie hatte welche — gegen das abscheuliche Institut der allgemeinen Wehrpflicht auf. Ich sah ihn im Geiste dem Mädchen seiner freien Wahl folgen. Charlotte wünschte sich eine Schwiegermutter, welche durch Rang oder Vermögen dazu beitragen könne, Hans eine glänzende Laufbahn zu erleichtern. Es gab in puncto Hans kaum einen einzigen Punkt, über welcher wir gemeinsamer Ansicht waren. Und dazu blieb Charlotte nicht immer consequent. Einen Tag freute sie sich darauf, Hans würde ihr als Jüngliug Ritterdienste leisten; sie promenirte an seinem Arm, er ein verteufelt hübscher junger Mensch mit einem koketten Anflug von Schnurrbart, sie noch immer anziehend— die Leute halten Beide für ein Geschwisterpaar— ach, es wird zu nett werden! Am nächsten Tage erklärte sie, sie wisse recht wohl, daß Söhne ihre Mütter vernachlässigen, daß sie das Haus verlassen, unter Fremden herumflattern und sich nicht sonderlich viel um die alte Frau bekümmern, die sich daheim in einsamer Stube kranz sehne nach ihnen. Eine Tochter sei doch etwas Anderes: der Mutter eine Stütze, eine Freundin.=. Es fehtte nicht viel und zwischen uns hätte sich ein Conflikt darüber entsponnen, wie Hans hienieden seine Kinder erziehen oder nicht erziehen solle. Was meinen Sohn betraf, so blieb ich bei meinen einmal geäußerten Grundsätzen und Plänen. Charlotte konnte nicht glauben, daß mir auf diesem Gebiete nichts abzuringen sei.... Der Krieg hatte schon ziemlich lange gewährt, als die Zeit der Erfüllung herankam. Wir ließen bis auf Weiteres die Waffen ruhen, es war die Ruhe vor dem Sturme. Wir warteten Beide nur das entscheidende Ereigniß ab, um dann unsere befestigten Bollwerke zu vertheidigen, zu behaupten. Tage erfüllte sich diese traurige VerMeine Frau zeigte sich als die Klügere, aber nicht— nach dem erwähnten Recepte— durch Nachgeben. Sie wählte in frauenhafter Schlauheit einen besseren Ausweg: Hans kam gar nicht zur Welt. Um Mitternacht machte eine hierzu competente Frau mir die Mittheilung:„Es ist ein Mädchen.“ Charlotte hatte wieder einmal Recht behalten, ich war unterlegen. „Bist Du mir böse?“ fragte die Schelmin. Ein Händedruck versicherte ihr, daß Fräulein Johanna auf freundliche Aufnahme rechnen dürfe. Für den Augenblick bedurfte meine Frau der Ruhe. Wir sprachen nicht viel miteinander. Es war ein stummes Glück, aber ach! ein kurzes Glück. Am dritten Tage nahm der Arzt mich bei Seite:„Wir müssen Ihre Frau langsam vorbereiten. Das Kind wird nicht leben.“ Am siebenten heißung. Das kleine Ding wurde begraben, in einem Sarge wie für eine Puppe. Wie durch eine stillschweigende Uebereinkunft erwähnten wir des verlornen Kindes mit keinem Worte. Wir hötten es nicht einmal zu benennen gewußt— es hatte noch keinen Namen getragen. Wir verriethen keine Hoffnung, aber gehegt haben wohl wir Beide sie, Hans oder Johanna, sie konnten noch immer kommen, aber sie kamen nicht.... Gewartet haben wir Jahr um Jahr, es war vergebens. Wir liehen weder der Sehnsucht, noch der Enttäuschung Ausdruck. An's Kriegführen dachten wir nicht wieder. Je mehr Zeit vergangen war, desto gefügiger wußte ich mich— Johanna hätte mir so viel gegolten wie Hans, ich wäre nicht auf meinen Principien bestanden, und auf Wunsch meiner Frau hatte ich sogar darein gewilligt, Hans privatim unterrichten zu lassen. Seitdem die Projekte, welche sich auf das Kind bezogen, ins Wasser gefallen waren, hatten wir keinen Anlaß mehr zu Scharmützeln oder gar zu Bataillen. Wir haben Frieden geschlossen, Frieden nach dem Kriege, und dabei wird es wohl fortan bleiben. Eine Dämmerstunde ist's. Der Tag liegt hinter mir, der Abend übt noch nicht seine Herrschaft, die Sonne leuchtet nicht mehr, die Lampe brennt noch nicht. Ich lehne im Schaukelstuhle und wiege mich auf und nieder, und denke einen Augenblick an die Zeit, da Andere mich gewiegt.... Treffende Antwort.„Fräulein Wolf ist mit ihrem Anbeter auf der Sommerfrische. Bei einem Spaziergang durch die Wiesen bemerkt der Freund, daß eine Schafheerde vor seiner Dame die Flucht ergreift.„Man sieht doch gleich, was ein Wolf ist,“ sagte der Begleiter. —. Jetzt kommt eine zweite Schafherde. Auf den vorangeschickten Verliebten kommen die Schafe vertraulich zu und begrüßen ihn mit ihrem familiären„Mäh“, so daß Fri Pag se ausrief:„Man sieht doch gleich, was * Auch eine goldene Hochzeit.„Weißt Du schon, 95„ Julius morgen seine goldene Hochzeit feiert?“— geh, er ist ja noch gar nicht verheirathet.“— „Macht nichts, er heirathet aber die Tochter des Banquiers Meier.“ mit seinen bei Passagier sein Mal nach ein von 4790 Fuß von der schöne seine Kaliblit dem Dorfe Be Weise vor sie durchfroren 1 K. Schw Nachmittag w hier eingebrach rathete im vor scheint es mit weit her zus Stiefkind soll Rohheit und 2 haben. Es n Abend einen in Gegenwart ausgraben mu bleiben, wird werden. * Gelsen! Gauner!) Bischof hiersel Rappen bespa kurze Zeit ohn entführt. Gef * Recklin Ueberrasch Haushesitzer, Wohnung ein die von dem einer Frau, wohners. 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Ich und nieder, Andere mich solf ist mit einem Spaid, daß eine zeift.„Man er Begleiter. den voranrtraulich zu 1h“, so daß gleich, was t Du schon, feiert?“— irathet.“— Banquiers mit seinen beiden Insassen, und ohne Zagen schwenkte der Passagier seinen Hut. Der Wind trieb den Ballon dies Mal nach einer andern Richtung, nachdem er eine Höhe von 4790 Fuß erreicht hatte. Der Passagier war entzückt von der schönen Aussicht und hat auch bei der Landung seine Kaltblütigkeit bewahrt. Die Ankerung ging bei dem Dorfe Bergfeld 20 Minuten hinter Halver in guter Weise vor sich und kehrten die beiden Herren tüchtig durchfroren 1 Uhr Nachts nach Hagen zurück. K. Schwelm, 9. Mai.(Verhaftung.) Heute Nachmittag wurde ein Bürger aus Gevelsberg gefänglich hier eingebracht. Derselbe(ein noch junger Mann) heirathete im vorigen Jahre eine schon ältere Wittwe, und scheint es mit dem häuslichen Glück und Frieden nicht weit her zu sein. Außer Mißhandlungen an Frau und Stiefkind soll sich der Verhaftete einer kaum glaublichen Rohheit und Thierquälerei zu Schulden kommen gelassen haben. Es wird uns verbürgt, daß er am Dienstag Abend einen Hund lebendig begraben habe, den er heute in Gegenwart der Gevelsberger Ortspolizeibehörde selbst ausgraben mußte. Daß solche Vergehen nicht ungeahndet bleiben, wird dem Unmenschen wohl begreiflich gemacht * Gelsenkirchen, 9. Mai.(Es giebt freche Gauner!) Gestern Abend wurde vom Hofe des Herrn Bischof hierselbst ein ihm gehörender, mit einem großen Rappen bespannter Kutschwagen(Haldverdeck), der für kurze Zeit ohne Aufsicht war, von einem Unberufenen entführt. Gefähr und Pferd sind spurlos verschwunden. * Recklinghausen, 9. Mai.(Eine seltsame Ueberraschung) bot sich dieser Tage einem hiesigen Haushesitzer, als er die von einem Miether verlassene Wohnung einer Besichtigung unterzog. Er fand nämlich die von dem bisherigen Einwohner zurückgelassene Leiche einer Frau, der Schwiegermutter des bisherigen BeHörde, 8. Mai.(Todt gefunden.) Den Beigarheiter Heinrich Middelmann von Höchsten, im Alter von 17 Jahren stehend, welcher diesen Morgen wie gewöhnlich seine Schicht auf der Zeche„Crone" verfuhr, fand man in einem Hauptquerschlage daselbst todt vor. * Hamm, 6. Mai.(Ueber die gräßliche That in Wiescherhöfen) entnehmen wir dem„Westf. Anzeiger“ noch folgendes: Eine grauenvolle That, die nur infolge geistiger Störung geschehen kann und welche die Erinnerung an die von Muckelmann am 23. Dezember 1885 begangene Unglücksthat wachruft, ist am 4. d. M. in dem benachbarten Wiescherhöfen verübt worden. Die Frau des auf der Hammer Bierbrauerei„Mark“ arbeitenden Schreiners W. wurde mit ihren 4 Kindern in einem nahe bei ihrer Wohnung liegenden Teiche ertränkt aufgefunden. Die Frau W. war Ende Februar 1888 als angeblich geheilt aus der Irrenanstalt Lengerich entlassen worden. Sie litt augenscheinlich schon vor ihrem Aufenthalte in Lengerich an Verfolgungswahnsinn. Hatte sie doch den GemeindeVorsteher von Wiescherhöfen wiederholentlich gebeten, ihr eine andere Wohnung zu verschaffen, da sie es in der bisherigen nicht mehr aushalten könne. Die arme Frau wurde infolge ihrer Bitten nach Lengerich gebracht und Ende Februar dieses Jahres wieder in ihre Wohnung zurückgeschickt, ihrer Niederkunft entgegensehend. Sie war nicht geheilt, vielmehr nahm ihre Aufgeregtheit zu und wurde ihr der Aufenthalt im Hause unerträglich. Sowohl ihr durchaus braver Mann, wie ihr mehr als 60 jähriger Vater hatten furchtbar zu leiden. Mißhandlungen und Schimpfreden regneten auf beide öfters herab, noch in verflossener Woche hatte sie ihrem leiblichen Vater mehrere Verletzungen am Kopfe beigebracht. Am 4. Mai dieses Jahres, als ihr Vater und ihr Ehemann auf Arbeit waren, und ihr ältestes Kind von ungefähr 7 Jahren sich in der Schule befand, führte sie— wahrscheinlich Morgens gegen 9½ Uhr— die unglückselige That an ihrem vierwöchigen, ihren 2 Zwillingskindern von 2 bis 3 Jahren und ihrem 5 jährigem Kinde aus. Um die gedachte Zeit vernahmen mehrere Feldarbeiter ein mehrmaliges markerschütterndes Geschrei des 5jährigen Kindes der Eheleute W. Mit Hülfe mehrerer herbeigeholter Männer wurden die fünf Leichen ihrem nassen Grabe entzogen. Nur die Schreckensnacht des Wahnsinns, welche noch immer die arme Frau umfangen hielt, macht die schreckliche That in etwa erklärlich. Aus Westfalen, 8. Mai.(Dreihundertjährige Feier.) Am 14. August d. I. beabsichtigt das Gymnasium Arnoldinum zu Burgsteinfurt das 300. Jahr seines Bestehens festlich zu begehen. Die bezüglichen Vorbereitungen sollen in den nächsten Tagen getroffen und namentlich die früheren Schüler der Anstalt um Einsendung ihrer Adressen ersucht werden. Die seltene Feier verspricht eine großartige zu werden. Münster, 8. Mai.(Das lichtscheue Treiben einer Falschmünzergesellschaft), welche seit längerer Zeit ihre Erzeugnisse sowohl in Münster als in Bochum, Wattenscheid, Witten und anderen Orten des industriellen Westfalens in den Verkehr zu bringen wußte, ist jetzt durch die eifrigen Bemühungen der hiesigen Polizeibebörde zum Theil aufgedeckt worden. Zwei Fremde, angeblich Arbeiter, die sich im Kirchspiel Delstrup einquartiert hatten, sind verhaftet worden. Der eine wurde auch von einer auswärtigen Behörde wegen Münzverbrechens verfolgt. Man fand in der Wohnung der Menschen Apparate zur Herstellung von Thaler=, sowie von 1= und 2 Markstücken. * Rotthausen, 8. Mai.(Ein sonderbarer Unglücksfall) hat sich am vergangenem Samstag hier zugetragen. Ein Schneider wurde plötzlich von Irrsinn befallen und versuchte, seinem Leben durch Erhängen ein Ende zu machen. Als man ihn daran gehindert hatte, sprang er in einem unbewachten Augenblicke aus dem Fenster des dritten Stockwerks eines Hauses auf die Straße und blied sofort todt. * Barmen, 7. Mai.(Herr Alfred Rittershaus,) der Sohn unseres heimischen Dichters, trat am Mittwoch zum ersten Male im Berliner Opernhause, und zwar als Lyonel in Flotows„Martha" auf. Das „B. T.“ schreibt über dieses Auftreten: Herr Rittershaus besitzt in seiner Gestalt wie in seiner Stimme gute Bühnenrequisiten, aber was er augenblicklich noch als Darsteller und Sänger bietet, das sind die Ansünge der Kunst, allerdings, wie wir glauben, verheißungsvolle. Noch hat der Ton zu wenig Körper, um schon ausdrucksfähig zu sein, das Spiel ist noch unfrei, um sich der jeweiligen Situation harmonisch anzupassen. Und so kann man das neue Opernmitglied nur als einen„Zukunftssänger" freundlich begrüßen. Elberfeld, 8. Mai(Schwer mißhandelt) wurde am Samstagabend am Osterbaum ein 11jähriger Knabe, welcher Zeitungen austrug. Der Knabe wies das Ansinnen mehrerer halbwüchsiger Burschen, ihnen eine Zeitung zu geben, zurück, und darüber erbittert, fielen die nichtswürdigen Burschen über ihn her und mißhandelten ihn. Einer versetzte dem Jungen dabei einen so wuchtigen Schlag ins Auge, daß leider der Verlust desselben sehr zu befürchten ist. * Küppersteg, 7. Mai.(Ein recht betrübender Pa#f all) ereignete sich diesen Morgen und setzte eine „„ide Familie in tiefe Trauer. Die älteste Tochter derselben, die am nächsten Donnerstag zur ersten hl. Kommunion gehen sollte, hatte in der Frühe ein Bündel Gras abgemäht und ließ sich von einem anderen Mädchen dasselbe auf den Kopf heben. Letzteres hielt in der Hand ein Messer und hatte bei dieser Gelegenheit das Unglück, ihrer Lenossin, damit das Auge auszustechen. Friedrich 7=2a; Mai,(Verunglückt.) Auf Schacht *. FPeich Ivuchim in Schonnebeck verunglückte vergangene Nacht der Pumpensteiger Schwartmann, indem derselbe zurch, einen Maschinentheil beim Einbau eines neuen Drucksatzes erfaßt und gegen die Schachtzimmerung geDer Körper wurde, wie die„Essener Volks Ztg.“ berichtet, dadurch derartig gequetscht, daß der se Tod bereits nach einer halben Stunde eintrat. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau mit sieben Kindern. Borbeck, 8. Mai.(Wieder eine Mahnung zur Vorsicht.) Im benachbarten Fintrop legte ein junger Bursche, welcher mit der Vogelflinte seines Meisters in in dessen Abwesenheit herumhantirte, im Scherze auf die grade vorübergehende Dienstmagd des Hauses an. Gleich darauf krachte der Schuß und die Schrotladung fuhr dem Mädchen dicht unter dem linken Auge in die Wange. Der erschrockene Schütze leistete der Aermsten mit dem innigsten Bedauern die erste Hülfe und stellte sich dann der Polizei. Meiderich, 6. Mai.(Seltenes Ereigniß.) Von einem für die hiesige Gegend gewiß sehr seltenen Ereigniß können wir heute berichten. Gegen Abend wurden nämlich drei Störche in den Weiden bemerkt, die in nordwestlicher Richtung über unseren Ort dahinflogen. Die stattlichen Vögel flogen so niedrig, daß sie leicht als Störche zu erkennen waren. Die Zuschauer folgten ihrem Zuge mit großem Interesse.(Da wird es ja in Meiderich bald wieder Kindtaufen geben.) Wesel, 7. Mai.(Achtzehn junge Löwen) krafen am Samstag aus Holland hier ein. Dieselben waren für den Zoologischen Garten in Hamburg bestimmt. Beyenburg, 7. Mai(Dank der Geistesgegenwart) eines hiesigen Lehrers wurde gestern Morgen ein Mädchen, dessen Kopfschmuck(Kranz) bei Gelegenheit der 1. h. Kommunion in der Kirche in hellen Flammen stand, aus großer Gefahr errettet, indem erwähnter Lehrer— der Schmerzen nicht achtend— durch Auflegen beider Hände die auflodernden Flammen erstickte. * Lechenich, 7. Mai.(Ertrunken.) Heute Morgen waren verschiedene Arbeiter eines hiesigen Gutsbesitzers an der Erft mit dem Scheren der Schafe beschäftigt. Bei dem Waschen derselben fiel einer in den jetzt zwar nicht großen, aber an manchen Stellen sehr tiefen Fluß und und kam nicht mehr zum Vorschein. Ein anderer, der ihm zu Hülfe eilen wollte, konnte nur mit genauer Noth gerettet werden. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und acht Kinder. * Koblenz, 5. Mai.(Recht so.) Die Strafkammer verurtheilte zwei junge Leute, welche in öffentlichen Anlagen Pflanzen muthwillig zerstört hatten, zu 6 Monaten, bezw. 14 Tagen Gefängniß. * Oberwinter, 6. Mai.(Zwei Kinder gerettet.) Gestern gegen 2 Uhr fielen zwei spielende Kinder, ein Mädchen und ein Junge von 5—6 Jahren, in den Rhein und wurden von dem starken Strome bei dem jetzigen ziemlich hohen Wasserstand weiter getrieben. Ein in der Nähe wohnender Kaufmann wurde aufmerksam, stürzte sich in das Wasser, erreichte bald den Knaben, welcher schon bewußtlos war, und schwamm mit ihm ans Land. Das Kind zeigte bald wieder Leben. Das Mädchen wurde durch die Kleider so lange über Wasser gehalten, bis es mit einem Nachen gerettet werden konnte. Verhandlungen der Strafkammer zu Hagen am 9. Mai. 1. Der Pfannenschmied Ferd. F. aus Loh steht unter Anklage, am 26. November 1887 seine eigenen beweglichen Sachen, an denen der Vermiether Math. L. ein Retentionsrecht hatte, bei Seite geschafft und der Landwirth W. H. und der Wiesenbauer E. K. von dort dem ersteren Angeklagten dabei Hilfe geleistet zu haben. F wird wegen strafbaren Eigennutzes zu 30 Mark event, für je 10 Mk. 1 Tag Gefängniß bestraft, während die anderen beiden Angeklagten kostenlos freigesprochen werden. 2. Die Ehefrau des Fabrikarbeiters Fr. K. aus Altena hat sich wegen Diebstahls zu verantworten. Die Anklagebank ist ihr nichts Neues, denn sie ist bereits zweimal wegen Diebstahls vorbestraft. Am 20. November v J. kam sie in Begleitung ihres Söhnchens und eines kleinen Hundes in den Laden des Metzgers Sch. zu Altena und kaufte dort ein halbes Pfündchen Fleisch. Sch. war selbst anwesend, ebenso noch ein Fräulein E. Als die Frau K. sich eben entfernt hatte, vermißte Sch. eine dicke ca. dreipfündige Zungenwurst resp. Schwartenmagen im Werthe von 3—4 Mt., was ihn veranlaßte, die Frau K. zurückzurufen. Dieselbe zögerte anfangs, kam aber, nachdem sie die Wurst heimlich ihrem Sohn zugesteckt hatte. Als sie nun des Diebstahls bezichtigt wurde, schob sie die Schuld auf den kleinen Affenpinscher, der die Wurst mit weggeschleppt haben sollte. Auch heute war sie zu einem Geständniß nicht zu bewegen, wenngleich solches bei der Strafzumessung für sie strafmildernd ins Gewicht fiel, und mußte zur Zeugenvernehmung geschritten werden, die denn zu ihrem Nachtheil ausfiel. Die königl. Staatsanwaltschaft betonte, daß hier von Entwendung von Genußmitteln zum alsbaldigen Gebrauch, also zur Befriedigung eines momentanen Bedürfnisses, absolut keine Rede sein könne und beantragte dieselbe eine 5monatliche Gefängnißstrafe. Das Urtheil erkannte auf 4 Monate. 3. Der Fabrikarbeiter M. L. und der Faktor Fr. Th., Beide von Lüdenscheid, sind angeklagt, am 2. Februar c. sich gegenseitig körperliche Verletzungen zugefügt zu haben und zwar mittelst gefährlicher Instrumente, nämlich Bierseidel. Dieselben geriethen, nachdem sie gemeinschaftlich eine Vergnügungstour nach Halver gemacht hatten, auf dem Heimwege in der Sch'schen Wirthschaft in Wortwechsel, der in Thätlichkeiten ausartete. Sie warfen sich gegenseitig die Bierseidel ins Gesicht und zogen sich so Verletzungen zu. L., der am meisten mitbekommen hatte, machte Anzeige, da Th. von ihm zur Zahlung einer Geldbuße, angeblich für die Armen, nicht zu bewegen gewesen war. Hätte er den Ausfall der Sache vorhersehen können, so hätte er gewiß den Mund gehalten, denn beiden Angeklagten wurde durch Urtheil je 1 Monat Gefängniß zuerkannt. 4. Ein Mensch, der sich wenig aus der Anklagebank zu machen scheint, ist der Ackerknecht F. Pl. aus Vogelberg bei Lüdenscheid, der bereits mehrfach wegen Diebstahls, Betruges und Unterschlagung, sowohl während seines Civil= als auch Militärlebens vorbestraft und in die 2. Klasse des Soldatenstandes versetzt wurde. Heute hat dieser Gewohnheitsschwindler sich wegen 7 Betrugsfällen und eines Diebstahls zu verantworten. Die Betrügereien wußte der schlaue Patron stets unter falschen Namen und für in der Geschäftswelt wohl bekannte und geachtete Personen auszuführen. Im November 1887 prellte er den Schuhmachermeister St. in Lüdenscheid um ein Paar neue Schuhe unter Zurücklassung seiner alten, die er zu besohlen bat, um sie jedoch nicht abzuholen. Am 23. Dezember 1887 beschwindelte er den Kaufmann F. W. daselbst um einen Paletot und eine Jacke im Werthe von 38 Mk. 50 Pfg. und im Februar er. den Uhrmacher B. daselbst um eine Uhrkette und 2 goldene Ringe, welch letztere er seiner Braut verehrte. Am 26. Februar c. entnahm er dem Geschäfte der Wittwe L. zu Lüdenscheid den Stoff zu einem Anzug für sich und ein Casimirkleid für seine Braut und ferner beim Kaufmann S. daselbst ein Kleid für die zukünftige Schwiegermama, gab aber auch gleich für sich noch einen Anzug in Auftrag. Am selbigen Tage gab er aber auch dem Schuhmachermstr. B. daselbst ein Paar Schnürstiefel in Auftrag, die er bereits am 28. Febr. pünktlich abholte, um einige Tage Kredit bat, aber das Bezahlen überhaupt vergaß. Den letzten Betrug führte er am 11. März bei dem Händler N. daselbst aus. Hier entnahm er aber, vielleicht weil er mit der Equipirung so ziemlich fertig war, nur 2 Hemden, 2 Vorhemden und 1 Shlips im Werthe von 8 Mk. Schließlich wird dem Angeklagten zur Last gelegt, im Jahre 1885 bei Gelegenheit einer Festlichkeit beim Wirth B. zu Brink bei Lüdenscheid dem Fabrikarbeiter W. B. einen Ueberzieher im Werthe von 40 Mk. entwendet zu haben. Die sämmtlichen Betrugsfälle räumt Pl. unumwunden ein, den qu. Ueberzieher will er sich jedoch mal einer Kirmes zugelegt haben. Es wird daher nur wegen des Diebstahlsfalls Beweis angetreten, der aber auch zu Ungunsten des Angeklagten ausfällt. Die königl. Staatsanwaltschaft beantragt mit Rücksicht auf die vielen Vorstrafen und die Raffinirtheit des Pl. gegen denselben eine Gesammt=Zuchthausstrafe von 4 Jahren, 300; Mk. Geldbuße, event. für je 10 Mk. einen weiteren Tag Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 4 Jahren. Das Urtheil legt ihm 3 Jahre Zuchthaus, 300 Mk. Geldbuße ev. 20 Tage Zuchthaus und Ehrverlust auf 4 Jahre auf, spricht auch die Zulässigkeit der Polizeiaussicht aus. Pl. gedachte bald in die Ebe zu treten; nun wird sich die Braut aber noch etwas gedulden müssen, wenn sie nicht vorzieht, ihrem Geliebten Valet zu agen. 5. Der Bahnarbeiter C. R. von Ruhr und der Knecht W. St. aus Brenscheid, die am 29. Januar er. den Arbeiter K. vor der D'schen Wirthschaft zu Halver vorsätzlich körperlich mißhandelt haben, werden mit Rücksicht auf die wenige bedeutende Verletzung in je 60 Mt. ev. für je 5 Mi. 1 Tag Gefängniß verurtheilt. 6. Dem Tagelöhner H. M. aus L. ist zur Last gelegt, am 7. Januar cr. dem Unternehmer S. daselbst mittelst Einbruchs in eine Bretterhütte eine englische Lederhose entwendet zu haben. M. giebt zu, die Hose geholt, sich aber nur vergriffen zu haben, da auch er seine Hose in der Hütte hängen hatte und diese habe holen wollen. Der hohe Gerichtshof kann nach dem Ergebniß der Beweisaufnahme denn auch nicht die Ansicht von der Schuld des Angeklagten gewinnen und erkennt auf Freisprechung. Seit der Berathung des diesjährigen Eisenbahn=Etats im Abgeordnetenhause wurde hier in Witten das Gerücht verbreitet, von Wittener Hausbesitzern sei gegen die Forderung der Königl. Staatsregierung betr. die Erbauung von Wohnhäusern für die Arbeiter der Centralmaschinen= werkstätte in Witten ein Widerspruch erhoben worden.— In nicht mißzuverstehender Weise wurde dabei angedeutet, daß dieser Widerspruch selbstverständlich von dem Verein Wittener Haus= und Grundbesitzer oder einzelnen oder einem Mitgliede desselben ausgegangen sei. Trotzdem von mehreren Vorstandsmitgliedern die bestimmte Erklärung abgegeben wurde, daß der Vorstand sich niemals mit dieser Angelegenheit beschäftigt habe und folglich auch keinen Widerspruch gegen das Projekt erhoben haben könne, wurde das Gerücht wieder kolportirt und den Vorstandsmitgliedern immer wieder entweder offen oder versteckt in der bittersten Weise zum Vorwurfe gemacht, so daß, wie man zu sagen pflegt, der Spaß aufhörte. — Es schien fast, als wenn einige Personen eine besondere(!) Freude darüber empfunden hätten, endlich etwas gefunden zu haben, womit man dem Verein„Wittener Haus= und Grundbesitzer“ am Zeuge flicken könne. Was helfen da Erklärungen, daß das Gerücht auf Unwahrheit beruht, und wenn sie auch von den ehrenwerthesten Männern abgegeben werden? Der Vorstand sah sich deshalb nothgedrungen veranlaßt, der Sache auf den Grund zu gehen und nachzuforschen, wodurch dies Gerücht entstanden sei, was sich als ziemlich schwierig erwies. Die Herren Abgeordneten Louis Berger und Dr. Natorp waren so freundlich, persönliche Nachforschungen anzustellen, die zunächst nur das Resultat hatten, daß in der Budgetcommission der Referent„von einem Widerspruch der Vermiether der Stadt Witten, die sich benachtheiligt halten, wenn das Projekt ausgeführt würde" gesprochen habe. Nach dem Protokolle der Budgetcommission schien eine Debatte nicht eröffnet worden zu sein; die Position wurde anstandslos bewilligt. Von wem jener „Widerspruch der Vermiether“ ausgegangen, ließ sich aus den Acten befremdlicher Weise nicht ermitteln. Mit diesem Resultate konnte sich der Vorstand natürlich nicht zufrieden geben; wenn den Verdächtigungen ein Ende bereitet werden sollte, dann mußte der Sachverhalt unbedingt vollständig klar gestellt werden. Herr Louis Berger nahm die Sache nochmals in die Hand und diesmal gelang es ihm, die gewünschte Klarheit herbeizuführen. Sein Schreiben gibt die beste Auskunft: Berlin, den 3. Mai 1888. An den Vorstand des Vereins Wittener Hausund Grundbesitzer in Witten. Ihr gefl. Schreiben vom 30. v. M. habe ich gestern erhalten und alsbald dem Tags vorher in das Haus zurückgekehrten Abgeordneten von Tiedemann(Bomst) vorgelegt. Der Genannte erklärte mir darauf, daß— wie ich bereits ermittelte— beim Abgeordneten=Hause selbst eine Petition aus Witten gegen die Erbauung von Wohnhäusern für die Arbeiter der dortigen EisenbahnWerkstätte nicht eingegangen und ihm auch privatim keine solche zugestellt worden sei. Wie er sich nach längerem Nachsinnen erinnere, hätte einer der Regierungs=Commissarien aus dem Eisenbahn=Ministerium vor Beginn der damaligen Commissionsberathung ihm mündlich gesagt, es werde muthmaßlich ein Widerspruch von Seiten Wittener Hausbesitzer gegen den Regierungsvorschlag eingehen. Dies habe ihm, dem Referenten, Anlaß gegeben, die Angelegenheit in der Commission vorgreifend zu erwähnen. Hiernach erscheint die Entstehung des seither unerklärlichen Vorfalls hinreichend erläutert. Hochachtungsvoll Berger,(Witten). Eines Commentars bedarf dieser Brief nicht. Jeder Bürger Wittens wird jetzt wissen, was er von diesem Vorfalle zu halten hat, wir enthalten uns jeder Kritik. Da wir bei dieser Gelegenheit die überraschende Wahrnehmung gemacht haben, daß mon im hohen Ministerium für öffentliche Arbeiten sogar die muthmaßlichen Absichten der Wittener Hausbesitzer in Betracht zieht, so nehmen wir an, daß die wirklichen Absichten derselben an jener hohen Stelle ein noch größeres Interesse in Anspruch nehmen und dies veranlaßt uns, unsere wirklichen Absichten zur hochgeneigten Berücksichtigung hier näher darzulegen, soweit dieselben jene hohe Stelle berühren. 1. Der früheren Bergisch=Märkischen Eisenbahngesellschaft ist bei Ertheilung der Concession zur Anlage der mittleren Ruhrthalbahn vom Staate die Verpflichtung auferlegt worden, eine Eisenbahnverbindung zwischen Witten und Bommern herzustellen. Diese Verpflichtung hat die Berg.=Märk. Eisenbahngesellschaft bekanntlich nicht erfüllt, indem sie auf das Drängen von Witten erklärte, daß die finanzielle Lage ihres Unternehmens es nicht gestatte, diese Verbindung herzustellen. Seitdem ist nun das Berg.=Märk. Eisenbahnunternehmen auf den Preuß. Staat und damit auch passiv die Verpflichtung übergegangen, jene vom Staate selbst nicht geforderte Eisenbahn=Verbindung zwischen Witten und Bommern zur Ausführung zu bringen. Da das Preuß. Staats=Eisenbahnwesen sich gegenwärtig in einer finanziell so außerordentlich günstigen Lage befindet, so wird es gerecht und billig erscheinen, daß nicht bloß die Wittener Haus= und Grundbesitzer, sondern sämmtliche Wittener Bürger, welche auf diesen Namen einen Anspruch erheben, das hohe Ministerium für öffentliche Arbeiten daran erinnern, daß diese Verpflichtung heute noch ihrer Erfüllung harrt. 2. Die städtischen Behörden von Witten und viele einzelne Bürger, insbesondere auch der Verein Wittener Haus= und Grundbesitzer, führen seit Jahren Klage darüber, daß der Berg.=Märk. Bahnhof zu Witten mit seinem abscheulichen doppelten Niveau=Uebergange sich in einem Zustande befindet, wie es der Größe, der industriellen und commerciellen Bedeutung der Stadt Witten nicht würdig ist. Dazu liegt das Stationsgebäude auf lebensgefährlichem Inselbahnhof. Viele Städte, die nicht die Hälfte der Bedeutung Wittens haben, haben gegenüber dem Wittener Bahnhof wahre Paläste und bequeme und sichere Anlagen auf ihren Bahnhöfen. Es dürfte endlich an der Zeit sein, auch itten in dieser Beziehung zu bedenken. 3. Nachdem die Eisenbahnstrecke Hattingen=ScheeRittershausen mit der Zweigbahn von Schee über Rennebaum nach Silschede gebaut worden resp. in Bau begriffen ist, erscheint es zweckmäßig, die verhältnißmäßig kleine Strecke von Rennebaum bis Bommern ebenfalls zur Ausführung zu bringen. Es würde dann unter Voraussetzung der unter 1 gedachten Verbindung zwischen Witten und Bommern ein directer Schienenweg von Dortmund über Witten=Bommern=Schee=Rittershausen nach dem industriereichen Bergischen Lande und Köln geschaffen, welcher um ½/3 kürzer wäre, als der bisherige Weg über Hagen, und welcher bisher vom Verkehr abgeschnittene Gemeinden und große Lagerstätten von Eisenstein, Kohlen, Bruchsteinen und Kohlensandsteinen für Bauzwecke dem Verkehre erschlösse und die Strecke Hattingen=Schee=Rittershausen erst zur vollen Prosperität gelangen lassen würde. 4. Das Projekt der Kanalisirung der Ruhr von Ruhrort bis oberhalb Wetter als Fortsetzung der Rheinschifffahrtsstraße ist freudig zu begrüßen und wird der Zechen und Fabriken des Ruhrkohlengebietes der vernachlässigte Wasserweg der Ruhr mit seinen billigen Frachten wieder zugänglich und namentlich diesen Zechen gegenüber die durch die Mainkanalisirung jetzt bevorzugten Zechen des unteren Ruhrgebiets, sowie der unteren Emscher=Zechen, welche in der Nähe des Ruhrorter Hafen liegen, nach dem Süden wieder concurrenzfähig machen. Der Verein Wittener Haus= und Grundbesitzer wird dies Projekt stets mit Interesse verfolgen und so viel er kann zu fördern suchen. Derselbe hält es aber auch. 5. für sehr zweckmäßig, daß ein Schifffahrtskanal von Witten nach Dortmund als Fortsetzung des Kanals Dortmund=Emshafen hergestellt wird, um für unsere Gegend und insbesondere das hinter uns liegende industriereiche Sauer= Sieger= und Bergische Land 2c. mit Umgehung der holländischen Häfen eine directe Verbindung mit den deutschen Nordseehäfen und der OstSee zu gewinnen. Diese Verbindung wird eine noch größere Bedeutung durch den im Bau begriffenen NordOstsee= und den projectirten Rhein=Elbe=Kanal erhalten. Gleichzeitig wird durch einen Schifffahrts=Kanal von Witten nach Dortmund die Möglichkeit gegeben, der obersten Haltung des Dortmund=Ems=Kanals, von Dortmund bis Henrichenburg, und namentlich dem Dortmunder Hafen genügendes Wasser aus der Ruhr zuzuführen, was die Emscher für einen nur einigermaßen gesteigerten Verkehr nicht liefern kann. Das sind hauptsächlich die Fragen, für welche der Verein Wittener Haus= und Grundbesitzer sich seit Jahren und gegenwärtig noch interessirt und welche er nach Kräften zu fördern bestrebt ist. Witten, den 7. Mai 1888. Der Vorstand des Vereins Wittener Hausund Grundbesitzer. Industrie, Handel und Verkehr. * Hamburg, 8. Mai. Bei der Konkurrenz um die noch in diesem Jahre zur Ausführung kommende städtische elektrische Centratstation hat unter etwa 2 Dutzend Bewerbern die Firma S. Schuckert in Nürnberg den Zuschlag erhalten. Diese Anlage soll für eine Leistungsfähigkeit von etwa 20000 Glühlampen gebaut werden und wird für Rechnung des Staates errichtet. Den Betrieb übernimmt Herr Generalkonsul Haase, Pächter und Leiter der städtischen Gasanstalt. Noch in diesem Jahre sollen die Installationsarbeiten für 10000 Lampen beendet werden. Vermischte Nachrichten. Das zum Aufenthalt im Freien für den Kaiser bestimmte Zelt, welches schon am Sonnabend nach Charlottenburg gebracht worden ist, hat jetzt im Schloßpark Aufstellung gefunden. Die Kaiserin hat selbst den Platz dafür ausgesucht. Direkt hinter dem Kuppelbau des Schlosses zieht sich in der Breite des Vestibules ein ovales Blumenbeet hin, welches nach dem Schlosse zu abgekanntet ist. Links führt der Weg direkt nach dem Mausoleum, rechts gelangt man an das nach der Spree zu gelegene kleine Gartenthor. Die beiden Wege gehen bogenförmig wie zwei Arme auseinander. Der Platz zwischen denselben wird namentlich nach links hin durch niedriges Gebüsch von Fliedersträuchern, Hollunderstauden und sonstigen Gewächsen ausgefüllt. Ein wenig weiter zurück werfen hohe prächtige Bäume ihren Schatten nach der Spree zu. Dieses Gebüsch zur linken Hand ist zu einem lauschigen Plätzchen umgestaltet worden. Zwischen die Natursträucher hat man köstlich duftende Blumen gestellt und mit Orangebäumen und Palwen die Lücken ausgefüllt, um für das Erholungsplätzchen des hohen Rekonvaleszenten zweckentsprechende Hinterwände zu erhalten, welche den Wind abzuhalten im Stande sind. Inmitten des Kreises ist das große Zelt auf einem, aus zweizölligem Bohlenbelag bestehenden Untergestell errichtet worden. Der Boden ist achteckig und an jeder Ecke ist ein starker, eiserner Stab in die Erde gerammt. Die acht Eisenstäbe treffen sich etwa zwölf Fuß über dem Boden und werden daselbst durch eine eiserne Hauptverzierung gebunden. Der Bohlenbelag ruht nicht direkt auf dem Erdboden, sondern wird von starken, etwa einen Fuß hohen Klötzen getragen. Blauweiß gestreiftes, seines und doch dichtes Segeltuch umspannt die eisernen Halter und läßt nach dem Schlosse zu einen mäßig breiten Eingang. Dieser, sowie das ganze Zelt ist dann noch dicht mit Orangenbäumen und sonstigen Gewächsen bestellt, so daß der lauschige Plaß einem reichen Blüthenhain gleicht. Auch der Weg vom Mittelportal nach dem Zelt hin wird bei eventuellem Gebrauch noch mit Orangenbäume aus der Orangerie und Blumen geschmückt werden. Markt= und * Dortmund, 9. Mai.(Städtischer Viehhof.) Zum heutigen Zucht= und Faselviehmarkt waren aufgetrieben: 1079 tragende und frischmilchende Kühe und Rinder, ca. 520 Schweine incl. Ferkel und 41 Pferde. In Hornvieh wurden gute tragende Thiere lebhaft begehrt und gut bezahlt, in Mansen war das Geschäft ziemlich befriedigend. Per 100 Pfund wurde gezahlt 21—30 Mk. Von der großen Zufuhr verblieb nur ein geringer Ueberstand. Am Schweinemarkt war der Handel lebhaft, und blieb auch hier nur einer kleiner Rest unverkauft. 6 Wochen=Ferkel wurden bezahlt mit 1,50—2,25 Mark per Alterswoche, ¼ jähr. Faselschweine kosteten 20—27 Mark, ½jähr 30—38 Mark per Stück. Pferdehandel unbedeutend. Nächster Markt am Dienstag, den 15. Mai er. * Berlin, 9. Mai. 2½ Nachm.(Fruchtbörse) Weizen Mai Juni 175,—, Juni=Juli 176,25, Sept.=Okt. 178,75 M. Gek. 8000Ctr. Roggen Mai Juni 123,75, Juni=Juli 125,50, Sept=Okt. 130,50 M. Gek. 24000 Ctr pafer Mai=Juni 119.50, Sept.=Okt. 121,75, Ml. #er. 4000 Ctr. Rüböl vorräthig mit Faß 45,00, ohne Faß 45,—. Mai=Juni 45,50, September=Oktober 45,60, M. Gek. 000Ctr. Spiritus versteuert vorr. 99 50, Mai=Juni 98.60, Mk., 70er vorr. 33.80, Mai=Juni 33.50, Juli=Aug. 34,70, Aug=Sept. 35,40 Sept.=Okt. 35,50 M., 50er vorr. 53 20, Mai=Juni 53.10, Juli=Aug. 54,10, Aug.=Sept. 54,60 Sept.=Okt. 54,70, M. Gek. 170000 L. Petroleum vorr. 22.50, Mai—.— M. Gek. 000 Cir Glasgow, 9. Mai. Roheisen. Warrants 388 11/2d. Kirchliche Nachrichten. Sonntag Morgen ½29 Uhr: Kreisvikar Ronte: ½11 Uhr: Past. Kellermann; Kollekte für die Rettungsanstalten zu Düsselthal und Overeyk; im Krankenhause 10 Uhr: Past. Leesemann: Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst. Freitag Abend 8 Uhr: Vorbereitung für die Helfer und Helferinnen im Küstereisaale. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß höheren Orts die Bestimmung getroffen ist, im Interesse der Mannschaften des Beurlaubtenstandes zur Erleichterung in der Ausübung ihrer Meldepflichten 2c. die Bezirks=Feldwebel in ihre früheren Convagnte Stations=Orte zu ensenden.— u Die Bezirks=Feldwebel des unterzeichneten Bezirks=Kommandos!(rösstos Lager'# Rh werden sich daher, pom 7. Mai 1888 ab alwöchentlich einmal und und saar Reie. zwar in den nachstehend aufgeführten Orten und an den dabeilwelge der gesetzten Tagen und Stunden bebufs persönlicher Entgegennahmelabgelagerte Bordaux u. Sanlütz[enoniun Gut sHeil! 8 Fr. Wenker-Paxmann, Dortmund. (Gasthof zum rünischen Kalser.) Grösstes Lager in Rhein-, MoselDe Goschshere Kunst- Ausstellus Gastesdtert. Herte in Balale des Wihe Venhosf de I seur: aster Kadhgriel. d in den Bauag cte si: Liselbal u. Sdrdethschasen der 3. Comeags. Ziumer Nr. 1. Jans bis 12 Uhr in L. Ttester Ger.—,. Heseriauner) w.g, An lden Mitwoch Vernitags von 7 bös 12 Uhr ig Saumtas Heanigen Aldie Ho Britse Fr. Wolters Mlchct, üir be. Schulzeleumamgsten der 7. Compagnie(Bulmke, Hüllen, Braubauerensten. Fr. Wenker-Paxmann. feiert am Sonntag, den 13. Rai im Lokal des Herrn L. Schneider hierselbst, sein esce rie e ce bei Pastor Landgrebe. Lütgendortmund. Nergen 93, Uhr: Post. Schuzeischeft, Wonnre, Gläkel Erunge Kchtsfr O.s= Hastes Praubauer: Roelle. 5. An jebem Mitwoch Vormittag von 9.3 Uhr ab bis 6 uhe)e e den derbede, Somntgg. A.st152; Böhestraße Haselbst, für die Mannschaften der 2.( agenschilder von Zinkguß zu den billigsten tung Concert, Schau-, Preis-- und 5 eeuunganeh Die Musik wird ausgeführt durch die Kapelle des 56. Jus.= von F. A. Gillen au Münster. 3000 prächtige Ansichtg Geöffnet von Mittags 1 11 Uhr Abends. Entree 50 Pf., 3 Karten nur 1 Kinder 20 Pfg. Pastor Kienecker. Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst: Past. von Hoefen. Regiments aus Wesel. Erscheint 15 nsertionen ae ie aeg, Seuiteg Ggrnidiag unr Sus C., uise Racs- auheein a reilcr, Hlh,(6m Buc-a ee e e entt Die Achisten Feiate Petsen ued baigeu, Sun r u.##., ic Di. zungeen Grt- mittags in Hatingen im Lokale des Wittbs Rallauff daf. und“: 110416& C0, 0 „An die geehrte Bürgerschaft richten wir hiermit die □) rre, uns durch zahlreichen Besuch zu erfreuen und Schweine-Versicherunge Kass Tischstene(einbe s 7. An jedem Samstag Voxmittags, von 8½ bis 1 der üerperlichen Geiandhet Kads S an Vien Soansiag Nadho i Velau kaltes, anhaltendes Regenwetter, Königsstele im Lokale des Wirths W.:aus f. Kr. 3. Unsere Turfteunde freien Zutritt. haben zu allen Festlichkeiten Das Fest-Comitee. des Vom #eiand in Freisenbruch, für Hoflieferanien J. Majd. Kaiserin S18202000000000000 esen, Gauacd Glerite, auesl„ Kanr en de brgen Tage aie Rleuag, de asnr dr age. Flauost. Griag. ur.e erzeugen schneu Ealarthe derr Lustwege, Heiserkeit, VerschleiTtanku-, Krirb- Und Decken=Fabrik. Mannschaften der 4. Compagnie. webel an dem bezeichneten Orte nicht ein. in der Feiduas Esten in. Helse Picsesagte sarts ca. its geches nicit in. Bch dr eshsberenig Pe adten Tabrih. Ueder undemerr einen nang=ssichrngeuen Popiere, befngen,— namentlich nicht der neuen Be=soerlim, Mohrensr. 22/23, V. wierigen und bedrohlichen Cha= des Reichs=Milisär=Gesetzes aertd Vetmeidung der im s 67sempfehlen in reichster Auswahl: eelhse Schasheslenmuscg. lheheiker ssagse iV Astalich an dr uslähdsigern Vezik(Pherdte, Shlot u. Rasetrcke. Sviche Schablichrerten mir Er=sfelowevel avzugeven bezw. einzusenden.9[Moltongs, Kirseys, Coatings, solg ahzuwenden, bediene manszenchfsigeden die auf Grund des neun Meikrgesehzes piedersFilztuhe, Porterenfrirse, Fla. des hillasten und wiesamstenl Bochum, den 30. April 15s. stoffe Königliches Bezirks=Kommando.(und Unterröcke, Kinderconfection Zwangsversteigerung. i Kanel. u. Sonnabend, den 12. Mai Nachmittags 2½ Uhr Sc an der dedengunge Lenigeaug wit g“3 Uhr zu berichten immerhin daß neue, burger Hauptstr. 20. *: Pussw Baarmann“ 20. Stadtbezirks Witten rm Sonntag, den 13. d. Mi#burger S# Nachmittags 4 Uhr,#möchten, de im Vereinslokale bei Wittt Tuschhoff, Röhrchen. Absonderun NB. Von Kindern un Seelenstimn 14 Jahren wird keine Zahlu aufnahme, angenommen. Tteuckers von 3 G.Maaß des billigsten und wirrsamsten Volks= und Linderungsmittels. Derselbe ist in mit GebrauchsAnweisung versehenen Tafeln à 15 und 30 Pf., sowie Kraftein Lager in Herren= u. Kinderwasch=Anzügen, ebenso echtsarbigen Kleider= und SchürzenSiamosen, Cattunen, blauen und weißen Leinen, sowie auch Bettdrellen, Atlasparchend, Feder=Leinen, Bettedergan, Laugen bringe inempfehlende Erinnerung. blig bergestentlseue werden in aller Kürze dußerst nissen mith Der Vorstand Beide die Nothsta Tsorgen, daß Werk der zu weichem Scnweine- VersicherurMaße beige à 15 und 30 Pf., sowie Kraft, mag, Spumupn den 12. Mai Nachmittags 2½ Uhr zucternPgahens, in Pag, à 40/Herbederstraße 6 Witthstische, 2 Dutzend Stühle. 1 Mantelofen, 6 Bette Pf. zu haben bei Wigge, Witten, Conrad Kemper, Annen, A. Bahrenberg, Herbede. 30 Sack ahehl, 3 gwyr Ciagr: Mausselosen; 6 Betten, 39 Sack Mehl, 3 Mille Cigarren, 1 Parthie Taback, Zuckerearrrch Sec Scsans, 1 Tonne Corinthen, 1 Faß Butter. Mein und dite engne..“ 300 Liter Vier, eg. 40 Flaschen Do. Naur damn ish man verlgeben und Saurcht ir. Fäuschung gesichert, wenn diel Phister, 9 an, J838 Baar versteigern. Täuschung gesichert, wenn die Verpackung den Namen des Er! finders I. G. Maaß in Vonn trägt. Butter: Witten, 9. Mai 1888. Pransmann, Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung. „onsenteristen der Veueient. A erwirkt, besorgt u. verwertet, sowie von FabrikHarken- u. Musterschutz im Inund Auslande veranlasst Kirchrath's Patent- u. tech. Bureau, Zittau. Patente Registrirung w.: Crone. Außerordentliche General-Versammlun, am Sonntag, den 13. Mai# Nachm. 4 Uhr. Tagesordnung: en A P Setlegung. ergedene Aneige, daß ich meingitte und Ungegend 1, Eingag, ber eine schrfih Zahlung der Beiträge. Der Vorstand. Feine Gutsbutter in täglich und g.ie Communaltstenerlisten der Gemeinden Durchholz frischer, garantirt reiner Waare und Vormholz sowie der Communal=Einkommensteuerlisten Sessends Pestzacete ven„getiosder Gemeinden Heven, Ostherbede und Westherbede gegen Nachnahme.— Vi. Kant) hah die Schziggggst, der katzolschen Schulgeneinde HerLeipneim ald. Donau. G. Mundle. 7 ve pro 1888/89 liegen vom 10. Mai er. an 14 Tage Flechtenkranke(lang in dem Geschäftslokale des Herrn Rendanten Wünnentrockene, nässende, Schuppen-[berg in Blankenstein während der Büreaustunden zur EinHechten u. dus mit diesen Uebelsicht der Vetheligten osen.nden die ergebene Anzeige, vaß ich meine Stahlwaaren-Handlung“ u. Optisches Geschäft,## Wohnungsvermiethung verbundene so unerträglichlästige „Hautjucken“ heilt selbst denen, die nirgends Heilung fanden Dr. Hebra's Flechtentod. 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