solf=Frauenverein Witten. Nachm. 3 Uhr Vereinshause. No. 210 Nr. 46 für Wbitten. Witten, Hbursten Fabrikat, in ser Auswahl, Ibürsten, idbürsten en Qualitäten. ttermann, nhofstr. 56. s, den 7. Jeptenber, 18 für 189 * 11. rn., garantirt rein ttermann, Erscheint täglich mit Ausnahme der Som= und Feiertage Piotiore woden die7 gsreitene Zeithelle ui 10 Pf. berechnet. verbunden mit dem — Farben, fümerien. Thüringer Tersust Die zweite deutsche SteuerKonferenz Fr. Frese, Röhrchenstraße 6. „lesser, fassern geeignet, à sennig, sowie eine erer Fässer werden seben. Wegermann, Bachstraße 5. eische Wbeeren, nco 3 Mk. 50 Pf. en 40 Pfd.=Körbe, —24 Pfg., gegen iefert tiger, Höxter: rmangelung eines s konnte der in der Versammheinen, und mußte e in der Küche uuses abgehalten Rererbiges Geint lutrirten Hammern s 12, Ktatt bieher 9 ebst 12 greßen for* Hanoramen Imit en und 14 Beilagen Schnittmustern. M. 25 9f.— 75 Ur. Alle Buchhandlungen assetunnesSetate: lumme Ratalog: lummern in den Suchs, wie auch bei den ditionen Wien I, Operng. 5. det 1865. Feine Gutsbutter in täglich frischer, Waare versende netto 9 Pfd. zu ne Süßrahmbutter nco gegen Nachn. n). G. Mundle. irstemper andel und Gesauberster Ausold& Co., Sapierhandlung Breddeschule. mern, Küche u. Kov. zu miethen 1. K. 8264 an Spez.=Arzt für sart=Geschlechtsenleiden. der Mercatorgsstraße. fleißiges nochen e. rfr. i. d. Exp. Don so. in Witten #isel& Co. sen. rantwortlichtett d in Witten. eles wird jetzt in Berlin ihren Anfang nehmen. Aufgabe derselben ist die Durchführung der auf der ersten Konferenz in Frankfurt a. Main gefaßten Beschlüsse, und im Speziellen die Ausarbeitung der Gesetzentwürfe, welche die Einführung einer Tabakfabrikatsteuer und einer Weinsteuer bezwecken. Da hierüber die prinzipiellen Entscheidungen schon in Frankfurt gefaßt worden sind, wird diesmal die Konferenz auch nicht von den leitenden Finanzministern der deutschen Bundesstaaten, sondern nur von Kommissaren der verbündeten Regierungen beschickt werden. An Stelle des inzwischen aus seinem Amte geschiedenen Reichsschatzsekretärs von Maltzahn=Gültz wird dessen Nachfolger, Graf Posadowsky=Wehner, den Konferenz=Vorsitz führen. Da die neuen Steuergesetze dem Reichstage sofort bei dessen Zusammentritt im November zugehen sollen, erfolgt die Spezial=Ausarbeitung in der That nicht zu früh, denn bis zur schließlichen Genehmigung durch den Bundesrath ist es doch noch ein gutes Stück Weges. Warten lassen kann man aber schließlich den Reichstag nicht, denn die Debatte wird jedenfalls sehr umfangreich werden, und die Fertigstellung der neuen Steuergesetze wäre gar nicht abzusehen, wenn man nicht bei Zeiten mit der Arbeit beginnt. Es wird nöthig sein, daß, ebenso wie der Reichstag, auch die verbündeten Regierungen sich von vornherein darüber schlüssig machen, ob dem Reichstage nur die Aufbringung der Kosten für die neue Heeresorganisation angesonnen werden soll, oder aber ob gleich umfangreichere Mittel für späteren Bedarf flüssig gemacht werden sollen. Ist letzteres der Fall, so würde auch anzugeben sein, für welche speziellen Zwecke die Ausgaben gemacht werden sollen, und zu erwägen sein, ob diese Ausgaben unumgänglich nothwendig, oder aber nur nützlich sind. Das deutsche Reich steht so da, daß es sich nicht gerade knickerig zu zeigen braucht; ein solches Verhalten würde auch recht wenig seiner Würde entsprechen; aber bei den Mitgliedern des Reichstages dürfte doch nur recht wenig Neigung vorhanden sein, für diesmal mehr zu bewilligen, als ganz unbedingt erforderlich ist. Höchstens könnte die Frage einer Reichsschuldentilgung noch ernstlich in Betracht kommen, deren Dringlichkeit in der That nichts zu wünschen übrig läßt. Die Summe, welche die neue Militärvorlage erfordert, ist bekanntermaßen schon groß genug, so groß, daß man weit eher daran denken könnte, etwas fortzunehmen, statt etwas zuzulegen. Die neue Konferenz wird ihre Arbeiten mit der Fertigstellung der Gesetze über die Tabakfabrikatsteuer und die Weinsteuer beginnen. Es ist selbstverständlich, daß aus diesen beiden Entwürfen nicht die ganze Summe gewonnen werden kann, welche für die Armeeverstärkung gebraucht wird, und darum ist es auch in der That gleichgiltig, mit welchem Steuergesetze schließlich der Anfang in der definitiven Ausarbeitung gemacht wird. Man kann aber doch nicht umhin, zu sagen, daß es vielleicht besser gewesen wäre und auf Tausende einen günstigeren Eindruck gemacht hätte, wenn die verbündeten Regierungen es mit der Tabakfabrikatsteuer nicht so eilig gehabt, sondern lieber erst die Verschärfung der Börsensteuer, die Einführung einer Emissionssteuer für Aktien und Werthpapiere sich gründlich angesehen hätten. Steuern sind nothwendig, aber selten populär; indessen von einer scharfen Börsensteuer kann man wirklich mit Recht sagen, daß sie heute in Deutschland zu den populärsten Projekten gehört. Ein schuelles Herantreten an die Verschärfung der Börsensteuer erscheint auch schon deshalb wünschenswerth, weil die Reichskommission für die zeitgemäße Abänderung und Verbesserung unserer Börsengesetzgebung blutwenig Anstrengungen macht, um mit ihren Arbeiten zum Abschluß zu kommen. Die Dinge sind dort ja noch so weit zurück, daß nicht einmal im Verlauf der nächsten Reichstagssession ein bestimmtes Gesetz für das Parlament zu erwarten ist. Als es sich um die Einführung der für Manchen recht unbequemen Bestimmungen der Alters= und Invalidenversicherung, sowie der neuen Sonntagsordnung handelte, da wurde vom Bundesrathstische im Reichstage fortwährend gesagt: Nur Muth, die Sache wird schon gehen! Damals kamen weite Kreise der Bevölkerung in Betracht, die eine jede MarkAusgabe sich genau ansehen mußten. Hier beim Börsenwesen kommen nur engbegrenzte Kreise, die mit großen Geldmitteln arbeiten und anerkanntermaßen einen weit über das Löbliche hinausgehenden Luxus betreiben, in Rechnung, bei denen ein kräftiges Anziehen der Steuerschraube gar nichts ausmacht. Bei Handwerkern und Arbeitern walteten keine Bedenken ob, daß es jenen zu viel werden könnte; bei den Börsenleuten wird nun General-Anzeiger Abonnamentspreis(wol, der Gratisbellage gBleithes Heiust:. 120 mon=sbich 60 Pfg. bei Bestellung dmrch die Bohm. Bel Abnahme auf der Post indl. Bestellgeld 2.20#5. für Witten und mit einem Male befürchtet, oder es scheint doch so, daß sie aus Maßnahmen, welche ausgleichende Gerechtigkeit üben sollen, Nachtheil haben könnten. Das heißt die Vorsicht doch wohl etwas zu weit treiben. Hält die Reichsregierung die Erzielung einer solchen moralischen Rückwirkung nicht für so bedeutend, nun, dann mag man auch mit der Tabakfabrikatsteuer den Anfang machen; prinzipiell ist es, wie schon gesagt, nicht belangreich. Recht sehr zu wünschen ist aber doch, daß hierbei nicht des Guten zu viel, bei der späteren Börsensteuer aber zu wenig gethan wird. Dabei würde ein schwerer Schade herauskommen und die Steuergesetzmacherei arg in Mißkredit gerathen. In der Bevölkerung walten bestimmte Empfindungen vor, welchen unbedingt Rechnung zu tragen ist; denn die Tragung von solchen materiellen und persönlichen Lasten, wie die Militärvorlage eine ist, zwingt immerhin zur thunlichsten Rücksichtnahme. Es ist recht zu wünschen, daß die neue Steuerkonferenz nicht blos die fiskalischen Interessen im Auge hat, sondern auch diejenigen des Steuerzahlers. Rundschau. * Die sozialdemokratische Presse ergeht sich wieder in den unfläthigsten Ausdrücken über die Sedanfeier. Man ist das gewohnt und hat es nicht anders erwartet. Nur daß man ihr die Klugheit zugetraut hätte, diesmal nicht die „inter nationale Sozialdemokratie" als Trägerin des Gedankens friedlicher Aufhebung von Gegensätzen gegenüber den„Mordspatrioten“ zu verherrlichen. Die Sozialdemokratie sieht zur Zeit auf eine recht stattliche Reihe sehr körperlicher Zusammenstöße zurück, und wenn in Berlin noch kein Blut und in Zürich weniger von diesem besonderen Safte geflossen ist, als in der vom„Vorwärts" als„nothwendiges geschichtliches Ergebniß"„begriffenen Schlacht von AiquesMortes, so hat hieran die berliner und züricher Polizei ein größeres Verdienst, als der sozialistische Abscheu gegen das Blutvergießen. Auch in dem glorreichen Gefechte bei Nancy ist der Gendarmerie die Rolle des Friedensengels gegenüber dem französischen„Mordssocialismus" zugefallen. Die offizielle Sozialdemokratie hat wahrlich in keinem Betracht Ursache. Vergleiche zwischen den herrschenden Ideen und Regierungsgrundsätzen und ihr selbst herauszufinden. Von dem in berliner sozialistischen Versammlungen geltendes Recht gewordenen„Holzcomment“ ganz ubgesehen, arbeitet das deutschsozialdemokratische Direktorium mit allen Mitteln eines nur sich achtenden Cliquendespotismus. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Aechtung trifft den, der nicht Ordre parirt, und auch ohne den in der Geschichte ohne Gleichen dastehenden Aechtungsapparat, wie ec unter dem Sozialistengesetz zur Unschädlichmachung unbequemer Köpfe und— Concurrenten durch die Eiserne Maske“ gehandhabt wurde, weiß man, Lästigen die Existenz zu untergraben. Daher auch die tiefe Erbitterung der Oppositionellen, die, mögen sie sich selbst wie immer nennen, viel weniger grundsätzliche Dissidenten, als Gegner(und zum Theil Opfer) des herrschenden Systems sind. Sehr charakteristisch findet man in diesen Kreisen nicht mit Unrecht das hübsche Detail, daß in der letzten Sozialistenversammlung in Berlin— vor Ausbruch der eigentlichen Feindseligkeiten— ein Führer einem Oppositionellen zuries, er solle erst seine Schulden bezahlen, ehe er„hier“ mitrede. Es ist gewiß ein sehr ehrenwerther Standpunkt, den diese gesättigte Existenz einnimmt, aber Leuten, die gelehrt worden sind, das Privateigenthum als das Grundübel zu betrachten, darf man es nicht verargen, wenn sie es „rückständig“ finden, daß ein„Collectivist“ die Ausübung politischer Rechte von einem entsprechenden Besitz quittirter Rechnungen abhängig machen will. * Der rusische Kriegsminister Wannowski, der für die Neugestaltung des russischen Heerwesens schon so viel gethan hat, wie keinrr seiner Vorgänger, ist seit Jahren bemüht, in den entferntesten Theilen des russischen Reiches selbstständige Heere zu schaffen, um dadurch der europäisch=russischen Armee es zu ermöglichen, daß sie möglichst nur auf dem europäischen Kriegsschauplatz Verwendung findet. Im Kaukasus z. B. bildet sich, seitdem dort die allgemeine Dienstpflicht eingeführt, mehr und mehr eine selbstständige kaukasische Armee heran, und die aus eingeborenen Truppen geschaffenen Neubildungen geben sogar die Möglichkeit, russische Truppen aus dem Kaukasus ins europäische Gebiet, und zwar in dessen Westen zu verlegen. Auch Turkestan verfügt bereits über ein ansehnliches selbstständiges Heer, und jetzt geht man auch zur Bildung eines solchen in dem weiten transkaspischen Geviet über, das 1881 im turkmenischen Feldzuge durch Skobelew erobert und durch die Besitznahme von Merw vergrößert wurde. Längs der afghanischen Grenze liegen bereits zahlreiche Schützenbataillone, wie irreguläre Reitertruppen, und jetzt geht man auch dazu über, dort eine selbstständige transkaspische Artillerie zu schaffen an Stelle der bisher aus dem Kaukasus entlehnten, die dorthin zurückkehrt. Abgesehen von dem Kraftzuwachs für die gesammten russischen Heere, hat Wannowski richtig erkannt, daß es kein besseres Mittel giebt, jene wilden Stämme mit dem russischen Mutterlande zu vereinen, als durch das Band gemeinsamen Waffendienstes. Der Kriegsminister hält auch streng auf die seit Jahren angestrebte und bereits mit Erfolg durchgeführte Verjüngung des Offizierkorps und hat erst kürzlich wieder mit einem sehr scharfen Erlaß die Truppenbefehlshaber aufgefordert, Offiziere, welche die Altersgrenze überschritten hätten und nicht freiwillig gingen, sofort zur Verabschiedung einzugeben. Von der Kaiserreise. 4. Sept. Nachdem der Kaiser im Laufe des Nachmittags mit dem Kronprinzen von Italien auf einer 1½ stündigen Ausfahrt die Veste Friedrich Karl und die Forts Mannstein und Alvensleben besucht hatte, folgte um 8 Uhr die Paradetafel, an welche sich der Zapfenstreich anschloß. Nach 9 Uhr begab sich der Katser unter jubelnden Zurufen der Bevölkerung nach Urville zurück. Metz, 5. Sept. Bei dem gestrigen Paradediner toastete der Kaiser auf das 16. Armeekorps und ernannte sich, um seiner Allerhöchsten Zufriedenheit mit den Leistungen des Corps Ausdruck zu geben, zum Chef des Infanterie=Regiments No. 145. Der kommandirende General des 16. Armeekorps, Graf von Haeseler, dankte im Namen des Corps. Metz, 5. Sept. Dem heutigen Manöver der beiden Divisionen des XVI. Armeek rps unter Leitung des Corps=Kommandeur General der Karallerie Grafen von Haeseler zwischen Metz und Urville wohnte der Kaiser mit den fürstlichen Gästen bei. Der Kaiser hielt auf der Höhe westlich von dem Dorfe Coliany. Dieser Ort wurde um 10 Uhr Vormittags nach heftigem Gefecht vom Westkorps genommen und das Ostkorps gegen Urville zurückgedrängt. Hierauf erfolgte der Schluß des heutigen Manövers. Der Kaiser kehrte sodann nach Urville zuruck, die Fürstlichkeiten begaben sich nach Metz. Die Kaisertage verlaufen prächtig und bringen dem Oberhaupte des deutschen Reiches Ovationen, wie sie dort in der That noch nicht dagewesen sind. Was ganz besonders auffällt, das ist der Umstand, daß auch die vielfach noch französisch sprechende Landbevölkerung in Masse zur Begrüßung des Kaisers erschienen ist und ihn mit ungeheucheltem Jubel empfangen hat. Die Abnahme der Parade über das metzer Armeekorps gab der Bevölkerung besonders Gelegenheit zu Sympathiekundgebungen, und pariser Zeitungen müssen, wenn auch widerwillig genug. einräumen, daß die Moselveste solches Schauspiel noch nicht gesehen hat. Metz, 6. Sept.(Telegramm.) In seinem Trinkspruche bei der Festtafel für die Civilbehörden sprach der Kaiser den Lothringern wärmsten, herzlichsten Dank für die warme freundliche Aufnahme aus. Aus den Ovationen der metzer und der Landbevölkerung ersehe Er, daß sich Lothringen bei dem Reiche wohlfühlt, und daß es ein Verständniß für die Größe des Reiches und Lothringens Stellung im Reiche gewonnen habe. Ihm sei aus all diesen Ovationen entgegengeklungen: wir Lothringer sind loyal, konservativ, erstreben den Frieden um unserer friedlichen Arbeiten wegen, um unser Feld zu bebauen und unseren Verdienst ungestört zu genießen. Zum Beweise dessen, daß auch Ihm dies Alles am Herzen liege, Er sich unter ihnen ein Heim gegründet. Die habe Lothringer mögen daraus die Versicherung entnehmen, daß sie ungestört ihrem Erwerbe nachgehen können. Das geeinte deutsche Reich sichert Ihnen den Frieden, Deutsche sind Sie, Deutsche werden Sie bleiben, dazu helfe uns Gott und unser deutsches Schwert! Ich trinke auf das Wohl der Reichslande und der treuen Lothringer insbesondere. Sie leben dreimal hoch! * Eine interessante Meldung von den Kaisertagen wird jetzt noch bekannt: Der Besuch des Kaisers in den Kellereien der weltberühmten Weinfirma Deinhard u. Co. in Coblenz. Der Kaiser kum am 2. September Nachmittags mit großem Gefolge angefahren und wurde im Hofe von Commerztenrath Wegeler begrüßt. Alsdann wurde das großartige Etablissement besichtigt. Für Alles bekundete der Kaiser das größte Interesse, namentlich ließ er sich das neue Walfard'sche Degoratrverfahren zeigen. Darnach stieg der Kaiser in die ladyrinthisch verzweigten unterirdischen Räume, wo in Fässern riesiggroß und Flaschen ohne Zahl die blumigen und würzigen Produkte unseres Rebenlandes paradiren und neckische Kobolde ihr Spiel treiben. Die weiten, domartigen Kellerhallen waren mit Lampions wundervoll beleuchtet. Zunächst ging die Reise in jenes Revier, wo die Pfropfentreider in schräger Ordnung, der bekannten Operation des geschickten Arbeiters harrend, aufgeschichtet sind; dann gings in die Lagerkeller und in die Schatzkammer der Firma, den Cabinetskeller, wo die hochseinen Marken lagern. Schließlich wurden auch noch die beiden Riesen=Cementfässer mit Glaswandungen von je 100,000 Ltter Inhalt besichtigt. Der Monarch war sichtlich erfreut und gab diesem Gefühle in manch anerkennenden Worten dem Chef des Hauses gegenüber Ausdruck. Nach Besichtigung des Packraumes wurde das einladende Probirstubchen aufgesucht. Geh. Rath Wegeler kredenzte hier dem Kaiser und seinen Beglettern eine Flasche Wein, Rüdesheimer=Schloßberg= Beeren=Auslese, welche nicht ohne historische Bedeutung war. Die Flasche war 20 Monate lang an Bord Sr. Maj. Schiff„Leipzig“, dessen Kommandant Admiral Deinhard gewesen, und zwar in Afrika, am Cap der guten Hoffnung, im Mittelmeer, zuletzt in Hongkong und kam dann, nachdem sie die Reise um die Erde gemacht, mit der Bestimmung des verstorbenen Admirals hierher zurück, daß ihr goldenes Naß dem Kaiser kredenzt werde, wenn Allerhöchstderselbe das Haus Deinhard mit seinem Besuche beehre. Gebeimrath I. Wegeler zitirte, indem er dem Kaiser den Römer edelsten Rheinweines hinreichte, folgende Strophe aus einem von Karl Wegeler verfaßten Gedichte: „Dem Kaisee Heil, der Deutschlands edle Reben Mit starker Hand an Rhein und Mosel schützt, Der deutschen Fleiß und deutsche Arbeit stützt: Ihm sind in Lieb' und Treue wir ergeben". und verfehlte nicht, dem Kaiser die Bilder der Kollektiv= Ausstellung deutscher Weine in Chikago zu zeigen, welche das höchste Interesse in hohem Maaße fesselten. Außer Stillwein wurde auch eine feine Marke Schaumwein, Kabinetssekt, herumgereicht. Dann trugen der Kaiser, Prinz Albrecht und die anderen Herren des Gefolges ihre Namen in das Besuchsbuch ein, in welches sich auch einst die hochselige Kaiserin Angusta eingezeichnet hatte, worauf der Kaiser sich von dem liebenswürdigen Hausherrn unter wiederholten Dankesbezeugungen verabschiedete. Als der Kaiser den Wagen bestieg, stimmte das im Hof versammelte Arbeiterpersonal in das von einem Arbeiter bei der Abfahrt des Kaisers ausgebrachte Hoch dreimal kräftig ein. Deutsches Reich. Berlin, 5. Sept. Zu den Landtagswablen schreibt die„Krenzzta.“: Nach der bevorstehenden Rückkehr des Ministerpräsidenten Grafen zu Eulenburg werden die für die Landtagswahlen erforderlichen Verfugungen, wie Auslegung der Wählerlisten u. s. f., unmittelbar ersehen Die Wahlen selbst erfolgen dem Vernehmen nach nde October oder Anfang November. — Bei der Wiedereinführung der Berufung im Strafverfahren machen die Kostenfrage und manche Punkte der Organisation ziemliche Schwierigkeiten. Es heißt, daß sich der Staatssekretär im Reichsjustizamt mit besonderer Theilnahme dieser Angelegenheit zuwendet. Wenn nur endlich mal etwas aus der Sache würde! — Der 22. deutsche Juristentag, der vom 6. bis 9. d. M. in Augsburg stattfindet, soll sich auch mit einer Frage beschäftigen, deren gesetzgeberische Lösung unmittelbar bevorsteht. Auf seiner Tagesordnung befindet sich das Thema:„Empfiehlt sich eine besondere gesetzgeberische Regelung der sogenannten Bankdepotgeschäfte und eine Sonderung ihrer verschiedenen Arten?“ Hierzu haben zwei tüchtige praktische Juristen, Justizrath Lesse=Berlin und Rechtsanwalt Dr. Julian Goldschmidt=Verlin, umfangreiche Gutachten geliefert. Während der letztere in Uebeinstimmung mit einer längeren Arbeit des bekannten Rechtsgelehrten Professor Goldschmidt in den„Preuß. Jahrbüchern“(Dezember 1891, „Börsen und Banken“) die Nothwendigkeit eines gesetzgeberischen Einzriffs in der Richtung des bürgerlichen und des Strafrechts unbedingt verneint, erkennt der erstere sie ebenso entschieden an. Er beruft sich darauf. daß auch die Aeltesten der berliner Kaufmannschaft zugegeben haben, daß das Rechtsverhältnis der Parteien in betreff des Depots bei demjenigen Bankker, der gleichzeitig als Vermittler des Kunden den Einkauf der Werthe besorgt und als Bankler die gekauften Werthe aufbewahrt, nach der Richtung der erforderlichen Klarheit ermangelt, von welchem Momente an die im Auftrage eingekauften Werthe die Natur eines Depots annehmen, bezw. in das Eigentbum des Auftraggebers übergehen und damit dem Verfügungsrechte des Aufbewahrers entzogen werden. Justizrath Lesse macht bestimmt formulierte Vorschläge, die auf dem Juristentage voraussichtlich zu sehr eingehenden Erörterungen Anlaß geben und dem Bundesrath, wie dem Reichstage ein werthvolles Material für deren Beschlußfassung über ein Bankdepotgesetz liefern werden. — In Betreff der Berathungen der Reichskommission für die Reform des Börsenwesens verlautet, daß in diesen Tagen eine Subkommission zusammentreten wird, bestehend aus dem Vorsitzenden Dr. Koch, dem Geh. Ober=Reg.=Rath Dr. Hoffmann vom ReichsJustizamt und den Referenten, welche sich mit dem bereits ausgearbeiteten Generalbericht für den Reichskanzler beschäftigen, bezw. etwaige redaktionelle Aenderungen vornehmen soll. Nachdem dies geschehen, soll die Gesammtkommission erst noch zur endgültigen Genehmigung des Generalberichts zusammenberufen werden. — Die„Kreuzztg.“ schreibt: Ueber die Wiederbesetzung der beiden internationalen Aemter auf Samoa sind die Verhandlungen unter den Vertragsmächten abgeschlossen. Zunächst erfolgt die Besetzung der Stelle des Präsidenten der Munizipalität von Apia, da der bisherige Inhaber des Postens, von SenfftPlsach, bereits den Insel=Archipel verlassen hat und nach ##utschland zurückgekehrt ist. Wie schon früher mitgetheilt ist, wird dafur wieder ein Deutscher bestimmt, und zwar soll der bisherige Vizekonsal auf Samoa, Schmidt, das Amt erhalten; er wird schon in kürzester Zeit nach der Südsee abreisen. Das ist jedenfalls eine aussichtsreiche Wahl, denn Vizekonsul Schmidt war schon von Anfang 1888 bis 1892 auf Samoa thätig(seitdem wurde er von der Kolonialabtheilung des Auswärtigen Amtes beschäftigt); er hat wiederholt den Konsul vertreten und ist mit den Leuten, den Verhältnissen und der Sprache dort vertraut; er selbst erscheint dort als Bekannter. Hinzu kommt noch, daß er früher den Consulaten angehörte, die im Namen der Möchte nach dem Vertrage von 1889 eine Art Aufsicht über die Verwaltung dort führten. Daher scheint es ausgeschlossen, daß der neue Munizipalitäts=Präsident mit den Konsuln der drei Vertragsmächte wieder gleich von Anfang an oder später in einen scharfen Gegensatz kommt, wie er bekanntlich in verschiedenen Berichten der Konsuln an ihre Regierungen seit 1891 zum Ausdrucke gelangte. Auch ist nicht zu überseben, daß der zum Oberrichter ausersehene NordAmertkaner Ide schon als nordamerikanischer LandKommissar auf Samoa thätig war, und daß die beiden Beamten mithin dort persönlich bekannt geworden sind, während die beiden früheren Oberbearten allen Personen und Verhältnissen fremd gegenüberstanden. „Berlix, 4 Sept. Der Kaufmamn Karl Paasch ist gestern Morgen 8¼ Uhr im hiesigen Westendhotel durch zwei Beamte der politischen Polizei von Neuem verhaftet und nach dem Poltzeigefängniß gebracht worden. Dort erfolgte sodann eine Untersuchung seines Geisteszustandes und seine Ueberführung nach der Irrenanstalt in Dalldorf. „sicden Sachen der Kriegervereine haben die preugischen Minister des Innern und des Kriegs beschlossen, die Sorge dafür, daß die Vereinsabzeichen zu einer Verwechslung mit staatlichen Orden und Ehrenzeichen keine Veranlassung bieten, den Provinzialbehörden zu überlassen. Von besonderen Bestimmungen, wie der des Tragens am einfarbigen— grünen oder weißen— Bande soll in Zukunft abgesehen werden, und auch auf die Durchführung der in dieser Beziehung früher gemachten Vorschriften nicht gedrungen werden, sofern der Verwechslung des Vereinsabzeichens mit staatlichen Orden und Ehrenzeichen in anderer Weise genügend vorgebeugt ist. Solche Vereinsabzeichen indessen, bei welchen durch die Form des Abzeichens in Verbindung mit dem Bande oder durch Zusammenlegung des letzteren eine unverkennbare Aehnlichkeit mit bestehenden Orden und Ehrenzeichen hervorcerufen wird, sind auch fernerhin zu beanstanden. Die Generalkommandos und Oberpräsidenten sind aufgefordert, die ihnen unterstellten Behörden mit entsprechender Anweisung zu versehen. #. Die„Berl. Volks=Ztg.“ schreibt: Postkarten jur orei Pfennig— endlich einmal eine Neuerung auf postalischem Gebiete, auf dem sonst nach vielverbreiteten Meinungen eine völlige Stagnation eingetreten ist. Aber die Konkurrenz, welche gut geleitete Privatbeförderungsanstalten der staatlichen Post in immer größerem Umfange machen, zwingt den geheimen Posträten mit Gewalt einmal ein kleines Zugeständnis an die berechtigten Anforderungen des Publikums ab. Fast können wir es nicht glauben, aber die amtliche Postkarte, die vor uns liegt, belehrt uns eines Besseren. Allerdings steht unter der Aufschrift„Postkarte“ gedruckt.„Gültig nur im Aufgabeort und im zugehörigen Landbestellbezirke"; also eine Preisherabsetzung für die Postkarte im Lokalverkehr. Aber wer wollte nicht diesen Fortschritt dankbar anerkennen? Oben rechts ist die— bayerische Dreipfennigmarke eingedruckt. Denn in Bayern greift diese bemerkenswerthe Neuerung platz, nicht etwa im Reiche des Herrn v. Stephan. Nun ereifere sich noch jemand über das postalische Reservatrecht Bayerns und über die bayerischen Postmarken! Wenn die bayerische Pestverwaltung noch mehrere Neuerungen dieser Art einführt, so wird bald jeder Deutsche wünschen, daß die deutsche Reichspost bajuvarisirt werde! — Von Seiten des Bundes der Landwirthe werden dessen Mitglieder aufgefordert, bei den heutigen billigen Getreidepreisen kein Korn zu verkaufen, sondern mit dem Angebot ihrer Produkte, wenn auch nur für kürzere Zeit, zurückzuhalten. Es wird behauptet, daß eine künstliche Börsenspekulation die Getreidepreise drücke, um billig einkaufen zu können, worauf dann die Preise sofort in die Höhe geben würden. Wie sich die Dinge in dieser Beziehung entwickeln, bleibt selbstverständlich abzuwarten. Thatsache ist aber, daß der Zollkrieg mit Rußland bisher keinerlei Einfluß auf die Steigerung des Kornpreises ausgeübt hat. Rußlond kommt also bei erträglicher Ernte für uns gar nicht in Betracht. Kiel, 5. Sept. Reichsanwalt Treplin ist in der Angelegenheit der französischen Spione hier angekommen. Zur Verhaftung der beiden Franzosen in Kiel kommen jetzt neue, doch etwas anders lautende Mittheilungen. So wird der„Franks. Ztg.“ berichtet: „Zur Sache der beiden wegen Verdachts der Spionage verhafteten Franzosen Dubois und Daguet wird bekannt, daß das vom Staatsanwalt angestellte längere Verhör ergab, Dubois sei der Sohn des berühmten Astronomen und Herausgebers der besten Kartenwerke, Dubois, und setze das Werk seines Vaters fort. Dieser Umstand läßt vielleicht die ganze Affaire in verändertem Lichte erscheinen.“ Der„Magdeb. Ztg.“ wird mitgetheilt daß die Durchsuchung der Kajüten und Reiseeffekten der Verdächtigen keineswegs das belastende Material ergeben habe, welches ohne Weiteres die Schuld der Verhafteten derart darthue, daß eine erfolgreiche gerichtliche Procedur außer Frage stände. Photograpdische Platten mit Aufnahmen beispielsweise seien nicht gesunden worden, sondern nur photographische Apparate zur Herstellung von Negativaufnahmen. Sodann beschränke sich der„reiche Fund der findigen Poltzei“ auf eine einzige, überall im deutschen Buchhandel erhältliche Karte von Helgoland, die allerdings deshalb als belastendes Material gelten könnte, weil eine flüchtige Bleisttftskizze die Befestigungsanlagen auf Helgoland andeute. Ferner seien kleine Papierabrisse gefunden, die ebenfalls äußerst flüchtige Bleistiftskizzen aufweisen, die anscheinend Befestigungslinien darstellen und von französischen, bislang unaufgeklärten Notizen begleitet sind. Das sei Alles, was man als belastendes Aktenmaterial besitze, und es werde jedenfalls, wenn es überhaupt zur Erhebung einer Anklage komme, seine juristischen Schwierigkeiten haben, eine Verurtheilung herbeizuführen. Ob sich die Sache wirklich so harmlos gestaltet, bleibt abzuwarten. Bremen, 5. Sept. Die Stadt ist anläßlich der heute hier eröffneten bis zum 8. September dauernden 46. Hauptversammlung des Gustav Adolf=Vereins reich beflaggt. Nachmittags findet die Begrüßung der Abgeordneten im großen Saale des Künstlervereins und sodann ein Festgottesdienst im Dom statt. Abends wird eine nichtöffentliche Versammlung im Conventsaale des Künstlervereins die Theilnehmer an der Festversammlung vereinigen. Bremen, 6. Sept. Die 46. Generalversammlungdes Gustav=Adolf=Vereins wurde vor ihrer Eröffnung durch den Vorsitzenden des Bremer Hauptvereins, Konsul Adami, sowie im Namen des Senats der freien Stadt Bremen durch Bürgermeister Luermann herzlichen Ansprachen begrüßt, die der Vorsitzende. Geh. Rath Fricke=Leipzig, mit warmen begeisterten Worten erwiderte. Bei dem darauf folgenden EröffnungsGottesdienste im Dom hielr Stadtvfarrer Dr. Hasenklever aus Freiburg i. B. die Predigt. Die Theilnahme an der Versammlung ist eine überaus zahlreiche. Oldeuburg 5. Sept. Der Landtag lehnte in namentlicher Abstimmung mit 29 gegen 4 Stimmen die Regierungsvorlage ab, nach welcher ein engerer Landtag des Herzogthums Oldenburg errichtet werden sollte; ebenso wurden sämmtliche Kommissionsanträge abgelehnt. „Matin“ ist der Auficht, daß die Bevölkerung in ElsaßLothringen sich in ihrer Gesinnung zu Gunsten Deutschlands geändert habe. Paris, 5. Sept. Der Minister des Innern hat an den Gouverneur Algeriens und an sämmtliche Präfekten ein Telegram gerichtet, in welchem in Hinblick auf die von gewissen Zeitungen und Agenturen verbreiteten allarmtrenden Gerüchte über den Gesundheitszustand des Präsidenten Carnot konstattrt wird, daß das Befinden desselben ein ausgezeichnetes ist. Wie der„Temps“ meldet, ist eine Untersuchung über die Urbeber der heute verbreiteten Nachricht betreffend den Tod des Präsidenten Carnot vom Polizeipräfekten eingeleitet worden. England. London, 4. Sept. Oberhaus. Der Staatssekretär des Auswärtigen, Lord Rosebery, erkärte, daß der großbritannische Botschafter in Paris, Lord Dufferin, mit den ausführlichsten Wetsungen nach Paris zurückgekehrt 5. Sept. Es wird bier versichert, daß in der Irrenanstalt zu Skutart bei Konstantinopel 2 Cholerafälle vorgekommen seien, welche die nerzte für cholers aostras erklärten, während hier angenommen wird, daß cholersasiatica vorliege. Im hiesigen französischen Hospital ist eine Person unter choleraverdäcktigen Erscheinungen gestorden. Petersburg, 5. Sept. Vom 31. August bis 2. Sept. kumen in Petersburg vor 26 Erkrankungen an Cholera 0g###efälle. in Moskau vom 27. bis 30. August Bodollen vann D fe, in den Goubernements 26. August 1229 Erkrankungen und 604 Todesfälle. Orel vom 20. bis 26 August 689 Eckrankungen und 243 Todesfälle, in demselben Zeitraum Tobesfalle. Miner 232 Erkrankungen und 101 Todesfälle, Mannheim, gestellt worden if astatischer C Hotion für Rbein ei umn die Frsister-Satesen I— a—, renegeuge 162 Ersrans Grtianungen und 127 Todesfälle, Ehgrton fei, um die britischen Interrssen in Sam, soweit sie von 1#.#u#c rankungen und 87 Todesfälle, Grodno 18, Erder jetzigen französisch=siamesischen Schwierigkeit berührt tunungen und.59 Todesfälle, Kolisch 114 Erkrankungen Oesterreich-Ungarn. Krakau. 5. Sept. Der erste Tag des Marövers brachte einen Zusammenstoß der von beiden Seiten vorgeschobenen Kavallerie. Trotz der schwierigen TerrainVerhältnisse wurde die Retterattacke vorzüglich ausgeführt. Der Kaiser, welche die Bewegungen der Kavallerie mit lebhaftem Interesse verfolgt hatte, kehrte um 1 Uhr Nachmittags nach Jaroslau zurück. Das Wetter ist ungeachtet des starken und kalten Westwindes günstig, der Gesundheitszustand der Truppen vorzüglich. Schweiz. Bern, 5. Sept. Der Bundesrath bezeichnete den Gesandten und bevollmächtigten Minister in Paris, Dr. Lardy, sowie den Nationalrath Cramer als schweizerische Delegirte tür die in Paris demnächst stattfindende Konferenz der Staaten der lateinischen Münzunion behufs Berathung des Ausschlusses der italienischen Silberscheidemünzen aus den übrigen Staaten. Ob die Konferenz bereits am 15. September zusammentritt, ist zweifelhaft, da Frankreich diesem Zeitpunkt noch nicht zugestimmt hat. Bern, 5. Sept. Der Bundesrath hat die zwischen der Schweiz, Deutschland, den Niederlanden und Oesterreich= Ungarn abgeschlossene Vereinbarung erleichternder Vorschritten für den wechselseitigen Eisenbahnverkehr genehmigt, ebenso das Abkommen mit Deutschland, betreffend Verkehrserleichterungen für einzelne Güter, und endlich auch das Schlußprotokoll der internationalen fachmännischen Konferenz fur den Eisenbahnfrachtverkehr. Letzteres wird auf der zum 18. September einberufenen diplomatischen Konferenz unterzeichnet werden. Frankreich. Paris, 5. Sept. Der Ministerrath beschloß heute, sich unverzüglich mit dem Budgetvoranschlage für 1895 zu beschäftigen. Der Präsident Carnot unterzechnete heute die Dekrete, durch welche der Admiral Roissoudy zum Kommandanten des westlichen Mittelmeergeschwaders, der Admiral de La Jaille zu dem des ReserveGeschwaders für das westliche Mittelmeer urd der Admiral Brown de Colston zu dem des Nordgeschwaders ernonnt wird. Paris, 5. Sept. Der Präsident Carnot, der sich vollkommen guter Gesundheit erfreut, hat heute Vormittag dem Ministerrath in Fontainebleau präsidirt. Paris, 5. Sept. Es bestätigt sich, daß in gleicher Weise, wie während des Besuches der französischen Flotte in Kronstadt der Generalstab des Admirals Gervais nach Moskau eingeladen wurde, der Generalstab der russischen Flotte nach Paris eingeladen wird. Paris, 5. Sepl. Floquet erhielt von seinen Freunden den Rath, im Senate um den Sitz Goblets zu werben, welcher frei wird. nachdem Goblet in die Kammer gewählt worden ist. Paris, 5. Sept. Die ganze pariser Presse bespricht die deutschen Kaisermanöver in Lothringen. Das„Journal des Debats" bringt beftige Angriffe gegen die Theilnahme des italienischen Kronprinzen an den Manövern. Der werden, zu schützen. London, 5. Sept. Unterhaus. Der Staatssetretär des Krieges, Campbell=Bannermann, erklärte auf eine Anfrage, die Absicht, in Eaypten ein Linienbataillon durch ein Bataillon Garde abzulösen, werde in der gegenwärtigen Saison nicht ausgeführt werden. 5. Sept. Infolge Kohlenmangels hat die Midland=Eisenbahngesellschaft bekannt gegeben, daß ihre großen Werkstätten und Maschinenfabriken in Derby künftighin von Mittwoch bis Montag jeder Woche geschlossen werden. Hiervon werden 6000 bis 7000 Arbeiter betroffen. London, 5. Sept. In dem Bezirke Alfreton(Grafschaft Derty), woselbst gegen 1000 Bergarbeiter be schäftigt werden, sind heute ernstliche Ruhestörungen vor gekommen. Ausständige Arbeiter griffen die Gebäude, die zu den Kohlengruben Toadhole und Oakethorpe gehören, an und zerbrachen alles, was sie fanden. Hierauf zogen die Meuterer nach den Kohlengruben von Shirland. Da die Polizei dem Vorgehen der Meuterer nicht Einhalt ihun konnte, wurde eine Abtheilung Infanterie aus Sheffteld herbeigerufen. Auch an anderen Orten sind Unruhen von Ausständigen erregt worden. London, 5 Sept. Sir Henry Norman, der Gouverneur Queenslands ist an Stelle des Lord Landsdowne zum Vicekönig Indiens ernannt worden. London, 5. Sept. Aus Bangkok wird den „Times“ berichtet. England habe viel von seinem Ansehen im Orient eingebüßt, wie Briefe aus China und Japan bewiesen. Die in Siam geplanten britischen Unternehmungen seien aufgegeben, weil die Sicherheit im Lande nicht garantirt sei. Die Chinesen rüsteten sich in SüdYünnan und Kwangsi, ihre Interessen am linken MekongUfer zu wahren. Der Kommandant der französischen Truppen in der Stadt Chantabon habe von Saigon Verstärkungen gefordert, da er seine Position für zu schwach halte. Länemark. Kopenhagen, 5. Sept. Nachdem die Vieheinfuhr nach Deutschland freigegeben ist, gehen nunmehr täglich 30 bis 60 Wagenladungen Rinder und Schweine aus Jütland über die schleswigsche Landzollarenze nach Deutschland. Fredeusborg, 5. Sept. Der Bruder des Königs Prinz Wilhelm ist heute Abend gestorben. Der König und die Königin, sowie der Kaiser und die Kaiserin von Rußland waren am Sterbelager anwesend. Schweden-Norwegen. Upsala, 5. Sept. Die schwedische Kirche und die Universität Upsala begingen heute den dreihundertjährigen Gedenktag der Versammlung von Upsala. Der König nebst seinen drei Söhnen, der Großherzog von SachsenWeimar Prinz Leopold von Preußen und der Kronprinz von Dänemark trafen um 10 Uhr Vormittaas hier ein. Aus ganz Schweden war eine große Zahl Personen zu der Feier zusammen gekommen. Ein aus den Ministern, den Professoren und Studenten der Universität, Geistlichen, Beamten und Reichstagsabgeordneten bestehender Zug begab sich um 11½ Uhr in die Chathedrale, woselbst der Erzbischof die Predigt hielt. Morgen und am Donnerstag werden die Universitäts=Festlichkeiten ihren Fortgang nehmen. Petersburg, 5. Sept. Das Projekt der Getreidekäufe durch die Regierung. zur Hebung der Getreidepreise gilt als aufgehoben. Charkow, 5. Sept. Russische Grubenbesitzer haben in einem Kongreß den Beschluß gefaßt, die Regierung um Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Einfuhrzolle auf Steinkohle und Eisen bei den bevorstehenden Handelsvertragsverhandlungen mit Deutschland anzugehen. rranrungen und 59 Todesfälle, Kollsch 114 Erkrankungen und 61 Todesfälle und im Dongebiet vom 27. bis 29. 132 Erkrankungen und 66 Todesfälle. Belgrad, 5. Sept. Aus Mustafa Pascha werden 2 cholgxaverdächtige Erkrankungen gemeldet. Galizien erkrankten gestern in 8 Ertechaften 15 Personen, von denen 9 an der Cholera Wien, 5. Sept. Gestern erkrankten hier zwei Personen unter choleraverdächtigen Erscheinungen; dieselben wurden zur Beobachtung in das Cholerahospital gebracht. Nom, 4. Sept. Die„Tribuna“ meldet 4 Choleravon gestern und 5 von heute, sowie 3 Todesfälle aus Sulmona, wo seit Auftreten der Epidemie 106 Erkrankungen und 70 Todessälle vorgekommen sind. In Cassino erkrankten in den letzten 24 Stunden 2 Personen an Cholera, 1 starb. In Palermo starben vom u. d. M. Mitternachts bis 3. d. M. Mitternachts 11 an Cholera, von neuem erkrankten 17 Personen. In Neapel starben von gestern Mittag bis heute Mittag 9 Personen an Cholera; seit dem Auftreten der Krankheit kamen 424 Erkrankungen und 360 Todesfälle vor. In Salerno fanden während der letzten 24 Stunden 3 Neuerkrankungen In Scafati starb eine Person. Hier in Rom sind die Gesundheitsverhältnisse ausgezeichnet; zwei in Fiumicino bei Rom gemeldete choleraverdächtige Erkrankungen, haben sich als gewöhnliche Darmkatarrhe herausHull, 5. September. Ein junger Munn, der in dem Hause wohnt, wo die zwei gemeldeten Cholerafälle vorkamen, ist gleichfalls an asiatischer Cholera gestorben. Die gestern von hier abgegangenen Schiffe haben noch reine Patente erhalten. London, 5. Sept. In Grimsby sind seit gestern drei weitexe Todesfälle infolge Cholera, sowie ein verdächtiger srancheitsfall vorgekommen. Amsterdam, 4. Sept. Hier sind 2 choleraverdächtige Erkrankungsfälle vorgekommen; in Rotterdam 2 Todesfälle und eine Erkrankung; in Behandlung verbleiben drei Erkrankte. In Leerdam sind vom 1.—4. September 3 Personen an Cholera erkrankt, 3 gestorben; 2 Personen wurden geheilt und 9 verbleiben in Behandlung. In Utrecht und Hansweert kam je 1 Todesfall, in Elden und Elst je 1 Erkrankungsfall vor. Autwerpen, 5. Sept. Es befinden sich nur noch 15 Cholerakranke in ärztlicher Behandlung. Während der ist kein Fall zur Anmeldung gekommen. Drei Personen sind als genesen entlassen worden. 5ae P#x 7 5., Fept.„Der Bestand an Cholerakranken Gar ficn sen gestern ois heute Mittag nicht geändert. Neu eingeliefert wurde ins Krankenhaus in Moabit eine männliche Person zur Beobachtung, dagegen sind von den bisher beobachteten Personen vier als unverdächtig entlassen worden. Aus dem Krankenhaus am Friedrichshain ist ebenfalls eine als verdächtig eingeliefert gewesene Person entlassen worden; eine Neueinlieferung hat nicht stattgefunden. Köln, 5. Sept. Ein hier zugereister und gestern wegen verdächtiger Erkrankung in das Augusta=Hospital gebrachter Italiener ist heute an astiatischer Cholera geDuisburg, 5. Sept. Die dulsburger städtische Hafenverwaltung läßt seit gestern durch das Hafenboot keine Schiffe mehr von Ruhrort zum hiesigen Hafen holen, unter der aus drücklichen Begründung, daß der Ruhrorter Hafen verseucht sei. Solingen, 5. Sept. Mit einer Ladung antwerpener Schiffstaue, die für eine Papierfabrik bestimmt waren, wurde hier die Cholera eingeschleppt. Bis jetzt ein Todter und 3 Kranke. Solingen, 4. Sept. Bei dem gestorbenen Arbeiter zu Papiermühle ist die Cholera festgestellt worden. 4 Fluch des Mammons. Novelle von Leo Werner. Nach drei Tagen erschien der Baron von Blankenfeld wiederum im Contor des Bankhauses Zacharus und fragte den Kassirer, wie es mit dem Verkaufe seiner Obligationen stände. „Ein Theil ihrer Obligationen sind verkauft, Herr Baron," berichtete pflichteifrig der Kassirer. Herr Zacharus hat die Sache selbst in die Hand genommen und wünscht mit Ihnen zu sprechen. Bitte, treten Sie in das Privatcontor!“ Der Baron trat ein und wurde von dem durchtriebenen Banquier Zacharus zuvorkommend empfangen. „Ah. Sie kommen wegen des Verkaufes Ihrer Obligationen, Herr Baron,“ redete er den Eintretenden freundlichst an.„Der Verkauf ist bis jetzt nur zum Theil vorgenommen worden, um Sie vor Schaden zu bewahrenDie Obligationen werden jetzt wegen des stillen Geschäftsganges nur wenig gehandelt und dann meist unter ihrem früheren Course verkauft, das wollte ich aber verhüten. Sehen Sie, Herr Baron, nach den beiden letzten Courszetteln wurden die Obligationen mit 102½ notirt, ich habe Ihnen aber an einen auswärtigen Kunden den vierten Theil davon zu 103½ verkauft, und hoffe den Rest auch zu gutem Preise loszuwerden, denn dann bleiben Sie von einem empfindlichen Verluste verschont.“ Der Banquier hielt dem Baron einen Courszettel hin und dieser konnte sich überzeugen, daß die Obligationen allerdings nur zu 101½ notirt waren. Aber die Verkaufsnote von 75,000 Mark Obligationen, welche Zacharus dem Baron ebenfalls präsentirte, wies einen Verkaufspreis von 103½ auf. „Besten Dank dafür, Herr Zacharus, daß Sie sich so viele Mühe mit dem Verkause der Obligationen geben,“ bemerkte der Baron vergnügt lächelnd,„Zwei Prozent mehr von 75000 M. Nennwerth macht doch ein hübsches Sümmchen aus.“ „Und bei dem Gesammtbetrage Ihrer Obligationen ist der Gewinn leicht noch viermal größer,“ erwiderte der Banquier.„Es soll mich außerordentlich freuen, für Sie als meinen werthen alten Kunden einen möglichst hohen Preis zu erzielen, und wenn es keine Eile mit dem Versilbern der Obligationen hat, möchte ich Ihnen nochmals rathen, mir die Wahl der günstigsten Verkaufsgelegenheiten zu überlassen.“ „Ich nehme Ihren gütigen Vorschlag sehr dankbar an,“ antworte Herr von Blankenfeld,„denn es hat durchaus keine solche dringende Eile mit dem Verkaufe der Papiere. Den größten Theil der Kaufsumme für das von mir erworbene Rittergut Gundersdorf habe ich bereits bezahlt, und die Restkaufsumme kann ich nach Belieben begleichen oder als Hypothek dem Verkäufer verschreiben lassen. Heute wäre es mir nun allerdings sehr angenehm, den Betrag für die verkauften Obligationen zu erhalten, da ich einige andere Zahlungen zu leisten habe.“ „Diesen Betrag können Sie selbstverständlich sofort ausbezahlt erhalten, Herr Baron,“ antwortete Zacharus zuvorkommend und schrieb die Anweisung dazu sofort: Sehr befriedigt ging der Baron von dannen, denn nach seiner Meinung hatte er mit seinen Obligationen ein gutes Geschäft gemacht, und noch ein viel besseres stand ihm nach den Versicherungen des Herrn Zacharus bei dem beabsichtigten Verkaufe der übrigen Obligationen bevor. Auch Zacharus war froh, daß der Baron fort war und nur den Betrag für den angeblich verkauften vierten Theil seiner Obligationen jetzt beansprucht hatte. Soviel befand sich noch in der Kasse des Banquiers und auch noch etwas mehr, denn dieser geschickte Finanzkünstler hatte in den letzten Tagen mancherlei Mittel mit Erfolg angewandt, baares Geld zu bekommen oder in seiner Kasse festzuhalten. Es gab ja auch gewisse Bankhäufer, welche gegen Austausch ihr Accept gaben, und davon machte auch Zacharus Gebrauch, obwohl er dabei Gefahr lief, daß durch diese auf Wechselreiterei hinauslaufende Manipulation sein Credit in der Finanzwelt leicht schwer geschädigt werden konnte, und dann mußte der Zusammenbruch seines sehr schwankend gewordenen Bankhauses rasch erfolgen. Zacharus war aber fest entschlossen, so lange es nur irgend mözlich war, sein Bankgeschäft zu halten, und er baute bei dieser Bemühung nicht nur auf seine große Geschicklichkeit, durch Anwendung neuer Mittel immer wieder Geld und Credit zu schaffen, sondern er verließ sich dabei auch auf sein Glück, welches bei vielen Spekulationen an der Börse sprichwörtlich geworden war. Außecdem rechnete er darauf, daß er durch einen neuen reichen Privatspeculanten, der vielleicht ein großes Depot an Werthpapieren bei ihm niedeclegen würde, aus seiner jetzigen Verlegenheit gerettet werden könnte. In den letzten Tagen war diese Hoffnung allerdings nicht in Erfüllung gegangen und auch heute waren keine Aussichten vorhanden, aber vielleicht war dem Bankhause Gustav Zacharus morgen das Glück in dieser Hin“ sicht hold. Aber auch der andere und die beiden darauffolgenden Tage verflossen und kein neuer Spekulant zeigte sich im Kontor des Bankhauses. Es war eben jetzt stille Geschäftszeit und die Börse meldete täglich lustlose und flaue Tendenz. Auch mit den neuen Börsenspekulationen konnte deshalb Zacharus nichts verdienen, und da auch der Baron von Blankenfeld jeden Tag wiederkommen und sein bedeutendes Restguthaben in barem Gelde oder in den deponirten Obligationen zurückverlangen konnte, so eröffneten sich für Zacharus die trübsten Aussichten. Seit dem Tage nach dem feenhaften italienischen Feste, welches er in voriger Woche noch in der prunkvollsten Weise seinen Freunden und solchen, die es werden sollten, gegeben, hatte Zacharus keine Nacht mehr ruhig schlasen können, denn gerade in der Nacht quälte ihn sein böses Gewissen und seine lebhafte Phantasie malte ihm all die Schrecken des schimpflichen Bankerottes, der Verhaftung, der Anklage, der Veructheilung und des Zuchthauses vor. Wenn der unglückselige Mann am andern Morgen nach einem unruhigen Halbschlummer erwachte, und die Sonne so freundlich scheinen sah und die Vögel so lustig singen hörte, dann faßte er allerdings wieder neue Hoffnung und beschloß, welter zu kämpfen und an ein blindes. ganz unwahrscheinliches Glück zu seiver Rettung zu glauben. Aber es hatte ihn wohl ganz und gar verlassen, dieses trügerische, gleißende Glück, denn abgesehen davon, daß es Zacharus gelungen war, einige seiner Gläubiger, darunter den Baron v. Blankenfeld, durch raffinirte Manipulationen mit ihren Forderungen hinzuhalten, hatte sich in der letzten Woche keine seiner Berechnungen erfüllt. In sehr trüber Laune saß er deshalb heute Vormittag wieder in seinem Privatkontor und die Schrecken, jeden Tag für bankerott erklärt werden zu können, spukten wie Gespenster vor seinem geistigen Auge. Zum gänzlich verstockten, raubthierartigen Verbrecher war Zacharus allerdings noch nicht geworden, er fühlte sich schuldig und bereute sein frevelhaftes geschäftliches Thun und Treiben, welches bereits seit einem Jahre von den Bahnen des ehrenwerthen Banquiers abgewichen war und zu keinem guten Ende führen konnte. Da die waghalsigen Spekulationen des Banquiers Zacharus nicht immer glücken konnten, und er auch mit seiner eiteln und genußsüchtigen Frau ein verschwenderisches Leben führte. bei welchem Unsummen verwüstet wurden, so war Zacharus chon vor Jahr und Tag einmal in eine schwere Zahlungsverlegenheit gekommen. Die große Versuchung war nun damals an ihn heraugetreten, sich mit Hülfe der von einigen seiner besten Kunden deponirten Werthpapiere, also durch eine zweifel lose Unterschlagung Geld zu verschaffen, und wenn er auch einige Zeit geschwankt hatte, die Bahn des Verbrechens zu beschreiten, so hatte er schließlich doch im blinden Vertrauen auf sein Glück in der schändlichsten Weise sich at den Depots seiner Kunden, die ihm das größte Vertrauen entgegenbrachten, versündigt. Einige Male hatte Zacharus dann allerdings wieder Glück mit seinen Spekulationen und er hoffte, sich herauszuarbeiten, aber seine verschwenderischen Ausgaben verschlangen bald wieder den größten Theil der Gewinne, und in den letzten Wochen hatte er auch wieder große Verluste, so daß er vollständig ruinirt war und jeden Tag einer der schändlichsten Bankrotte im Bankhause von Gustav Zacharus ausbrechen konnte. Bis morgen wollte er noch ausharren, und falls sich bis dahin kein Ausweg zeigte, so sollte Gift seinem ehrlosen Leben ein Ende bereiten. (Fortsetzung folgt.): w Witten. 6. wegung.) Der Verläßt einen mit 1 ebgesatzten Aufruf #mit vieler Muhe von sog. Fachgene Aufruf heißt es u. Unsere Rich soll künftighin n betreiben, der hat und seine B vor Fachleuten, stimmen, die ir sind, zur Uebert des Gemeingeist der Zöglinge del Standes Ehre. Zum Schluß wird 1. Der Vorstar gegen die n regierung in Vereinigung" dieselbe für schritt, sonder zur Unselbstst 2. Verlangen w der Innunge schem Befähi, tragspflichten. 3. Bitten wir u Macht gegen und zu stimm einzubringen uns von Got Fändigkeit get Handwerk der 4. Sprechen wir Nichthandwer inhabern das Angelegenheit Werden wir wieder aufneh Verbindungen erhalten und bände zu stärl bei Seite zu zu schützen ge 8 Witten, 6. S er wittener Kirm Sept. nachfolgend P#ren: Von Barn Minuten, Hagen Von Langendreer B# Mittags. 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Sept.(Zur Handwerker=Bewegung.) Der Vorstand des Provinzialbundes=Amtes erläßt einen mit 14 Unterschriften versehenen sehr energisch abgefaßten Aufruf, in welchem gegen die Auflösung der mit vieler Mühe erreichten Innungen und Einführung von sog. Fachgenossenschaften protestirt wird. In dem Aufruf heißt es u. A.: Unsere Richtschnur lautet kurz und bündig: Es soll künftighin nur derjenige ein Handwerk selbständig betreiben, der es theoretisch und praktisch gelernt hat und seine Befählgung hierfür nachweist, und zwar vor Fachleuten, welche wiederum Fachleute bestimmen, die in Korporationen durch Gesetz vereint sind, zur Ueberwachung der Prüfungen und Förderung des Gemeingeistes, Heranbildung und Ueberwachung der Zöglinge des Handwerks und zur Erhaltung der Standes Ehre. Zum Schluß wird folgende Resolution aufgestellt: 1. Der Vorstand des Provinzial=Bundes=Amtes legt gegen die neue Vorlage der Königlichen Staatsregierung in betreff der„Fachgenossenschaftlichen Vereinigung“ hiermit feierlich Protest ein, indem dieselbe für das selbstständige Handwerk keinen Fortschritt, sondern einen Rückschritt bedeutet und uns zur Unselbstständigkeit verurtheilt. 2. Verlangen wir eine Handwerkerkammer als Spitze der Innungen und letztere ausgestattet mit obligatorischem Befähigungsnachweis, mit Beitlitts=und Beitragspflichten. 3. Bitten wir unsere Freunde im Reichstag, mit aller Macht gegen eine derartige Vorlage zu arbeiten und zu stimmen, von Neuem unsere alten Anträge einzubringen und zum Siege zu verhelfen, damit die uns von Gott und Rechtswegen zustehende Selbstfändtgkeit gewahrt und beschützt bleibe und das Handwerk dem Handwerker zurückgegeben werde. 4. Sprechen wir allen außer unseren Kreisen stehenden Nichtbandwerkern, Geschäftsleitern und Geschäftsinhavern das Recht ab, ein Gutachten über unsere Angelegenheiten abzugeben. 5. Werden wir jetzt erst recht von Neuem den Kampf wieder aufnehmen und bitten alle Handwerker, ihre Verbindungen(Vereine und Innungen) aufrecht zu erhalten und vor allem nicht aufzulösen, die Verbände zu stärken, allen uns schwer belastenden Ballast bei Seite zu werfen und uns durch rege Agitation zu schützen gegen alle Mehrbelastungen. 8 Witten, 6. Sept.(Sonderzüge.) Aus Anlaß der wittener Kirmeß werden am Freitag, den 8. Sept. nachfolgende Sonderzüge nach und von Witten fahren: Von Barmen=Rittershausen Abf. früh 6 Uhr 52 Minuten, Hagen 7 U. 46 M., in Witten 8 U. 15 M. Von Langendreer B. M. 1 U. 56 M. und 2 U. 16 M. Mittags, Ank. in Witten 2 U. 06 M. und 2 U. 26 M. Von Witten Abfahrt in der Richtung Hagen 3 U. 05 M. und 5 U. 55 M. Nachm., in Hagen 3 U. 35 M. u. 6 U. 66 M., in Barmen=R. 7 U. 34 M. Am Sonntag, t. zwischen Witten=Bochum: Bochum Abf. 2 U. 31 M. Mittags, ab Langendreer B. M. 1 U. M., 2 U. 47 M. und 8 U. 59 M. Nachm. Ankunft An Witten 2 U. 06 M., 3 U. und 9 U. 12 M. Witten Abfahrt: 2 U. 16 M., 8 U. 11 M. und 9 U. 55 M. Hoschenstationen. Scmmt Zuse belten auf allen 8 Witten, 6. Sept.(Kirmes.) Heute ist's schon techt lebhaft in unserer Stadt: die Vorboten der heranhabenden Kirmes machen sich bemerkbar. Auf dem Cemüseund Kornmarkt wird gehämmert und gerichtet, Karoussels und Schießbuden werden aufgestellt, auch die üblichen liegenden photograpbischen Ateliers fehlen nicht. Bei Brabänder in der Tonhalle werden auch dies mal wieder ie lustigen Weisen der beliebten Steinbüchel'schen Gesellchaft erklingen, während im Adler bei Rocker das iternationale Künstler=Ensemble Booth aus Köln uns lie ersten Kunstkapacitäten des In= und Auslandes vorihrt. (Deutscher=Verein.) In er letzten Versammlung am Montag wurde beschlossen, das diesjährige zehnte Stiftungsfest am Sonntag, den Oktober im großen Borgmann'schen Saale in besonders länzender Weise zu feiern. Voraussichtlich dürfte der Reichstagsabgeordnete Liebermann von Sonnenberg als Ehrengast zu erwarten sein. 1 Witten, 6. Sept.(Berggewerbegericht.) er Wahlausschuß für den dritten Wahlbezirk(Stadt Witten) besteht, aus den Herren: Betriebsführer Bitter #ls Vorsitzender, Steiger Christ als Stellvertreter, kaschinenwärter Ludwig Behle, Hauer Wilh. Krefting, Paschinenwärter Hermann Schmidt und Hauer Gustav präfe als Beisitzer. 6. Sept.(Die neue Thurmuhr für Kirche) ist angekommen und wird in den sächsten Tagen aufgestellt werden. Settz,(Strenger Winter in ichtz.„ Ein strenger domnier steht uns bevor, wenn die phol daß man Büschel Die Rüssetragen nämlich von 3 bis 5 Stück wahrnehmen kann, die Schlehen sitzen übervoll, im Hochwald beugen sie Eichen haben soviel Echelne dre Jruchlast, und A#berall zwischen den Blättern hervorlugen. Ein solcher Kleichthur, von Waldfrüchten soll aber bei der weisen und Mtsbrunchen Mutter Natur einen strengen Winter aneuten. Witten, 5. Sept.(Für Nimrods.) Da wir unmehr bald in die Hasenbratensaison einreten und hoffentlich dieses Jahr die Hasen billig werden, rurste Folgendes von doppeltem Interesse sein: Schon erältesten Zeiten ist der Hase ein sehr verates Thier, das dem Mensgen wohlschmeckendes, ge„ und sehr nahrwerthiges Fleisch liefert. Schon alten Römer schätzten den Hasen boch und liebten ihn Goar-seretateste Speise auf ihren Tafeln. Ja, man war wies Soferb:“icht, daß man, um recht schön zu werden, wei Hasenoraten essen müsse. Der etwa 100 n. Chr. geebene erar c. hogze, daß dem Hasen unter allen Vierhaiser Alerander Sero gebühre. Von dem römischen lager Sieilsg: Sverns, der im Jahre 235 n. Chr. im dem heutigen Bretzenheim, ermordet sorden ist, wurde gesagt:„Der Kaiser liebt die Jagd ind darum ist er schön,— Weil wir ihn täglich auch ein säslein essen seh'n.“ Da darf es freilich nicht wundern, özliche Wesse. deu D“, vnachsteste. au alle uunr Penischen gee erm Betgenoelte. Aber nicht blos keusiren stellen dem Hasen nach; auch andere und Preichs, chitmmgere, Feinde hat Freund Lampe. Schreibt " Sicheegung der bekinnte Altmeister der gen gseseden Hunde, Wöse, Lüchse 5502# Marder, Wleseh, Füchse— Adler, Raben, ####b, Kruyn— Irvet Habicht, den wir seh'n— istern gar nicht zu vergessen— Alles, Alles will ihn „dieser gefährlichen und zahllichen Feinde bleibt der###se fortgesetzt fast über die öt in unserer nächsten Umgebung Jaaderg) Frühjahre„selbander“(allein) zu Felde zieht, er zu Herbst gegen sechzehn zurückkehre, weil nämlich der erste Satz auch noch vor September Junge wirft. Dortmund, 5. Sept.(Loosschwindler abgesaßt.) Kürzlich wurde hier ein Agent festgenommen, welcher bei leichtgläubigen Personen seine„staatlich erlaubten“, Prämien=Anlehens=Loose der„Allgemeinen Prämien= und Rentenbank in Rotterdam" in Menge unter den schwindelhaftesten Angaben abgesetzt hatte und sich auf dieselben Zahlungen hat geben lassen. Der Agent hat Anlehens=Loose über Oesterreichische=, Kurbessische=, Braunschweiger=, Finnländer=, Pappenheimer=, Augsburger=, Venediger-, Mailänder= rc. Lotterien. Jedes Loos„gewinnt“ selbstverständlich garantirtermaßen." Der Schwindler hat hier und in der Umgegend sein Geschäft im großen Maßstabe betrieben. Derselbe ließ sich von seinen Kunden eine Aczahlung von 3 Mt. geben. Die Mehrzahl der„glücklichen" Loosbesitzer wird der Arsicht sein, daß mit der Zahlung der 3 Mark das Loos vollständig erworben sei. Dem ist aber laut der„Trem.“ nicht so. Die an den Agenten bei Einhändigung des Prämienlooses gezahlten drei Mark bilden nur die erste Rathe und wandern als Verdienst des Agenten in dessen Tasche. Die meisten Loosbesitzer haben sich also eine keineswegs zu unterschätzende Last auf den Hals geladen. Andererseits sieht man aber, welches Rafftnement die im Auslande wohnenden und somit nur selten zu fassenden Collectenbesitzer an den Tag legen. Da die„Hereingefallenen" ihr Einverständniß mit den stipulirten Bedingungen durch Namer suuterschrift auf dem abgetrennten, zugehörisen Abschnitt gegeben haben, so dürfte die Rechtsgültigkeit des eingegangenen Vertrages kaum zu bezweifeln sein. Lütgendortmund, 4. Sept.(Eine sehr hektere Geschichte mit traurigem Ende) hat sich nach der„Dortm. Ztg.“ gestern hir vollzogen.„Ich will nach Amerika, hier ist doch nichts mehr los“, so spricht der kier wohnende Bergmann K., gesagt, gethan: das ganze Modiliar, alles was drum und dran hängt, u. a. auch ein Paar fette Schwelne, wird versilbert. Doch ehe er abreist, gedenkt er noch mit einigen Freunden, die sich auch bald eingefunden hatten, eine Bierreise zu machen. Auch dieser Gedanke wurde zur Auführung gebracht, o Jammer, all das schöle Geld ging dahin, theils wurde es verloren, theils vertrunken und theils von den guten Frennden mitgenommen. Unserem Auswanderungslustigen blieb nichts anderes übrig, als wieder in seine kahle Wohnung zurückzugehen. Nan klagt der Duvirte jedem sein Leid, u. a. auch der Polizeibehörde. Der Gendarm Hermbecker und Pollzeisergeant Loose ermittelten denn auch bald die„guten Freunde", fanden etwa 39 Mt. Geld wieder und schritten nun bei einem Polen, welcher ebenfalls Geld„gefunden“ hatte, zur Haussuchung. Alles Suchen nützte nichts, die Frau beteuerte, kein Geld im Hause zu haben. Schließlich nachdem der betreffende Mann von der Zeche geholt war und den Fiind von 40 Mk. eingestand und er seiner Frau auf polnisch zuredete, das Geld herauszugeben, bequemte sich diese, dasselbe, zwei 20.Markstücke, von einem Theil ihres eigenen Körpers fortzunehmen wo die Polizei zu suchen kein Recht bat. Das dicke E. de wird nun folgen. Beckinghausen, 5. Sept.(Blutige Schlägerei) Im Saale des Wirts Küpper hierscibst fanp nach der „Dortm. Ztg. am Samstag=Aberd zu Ehren des Sedan= toges ein Tanzkränzchen statt, das bis gegen 3 Uhr morgens in schönster Weise verllef, dann aber in eine blutige Schlägerei ausartete, bei der auch das leidige Messer eine große Rolle spielte. Als ein Festtheilnehmer gegen 3½ Uhr den Saal verließ, wurde er ohne irgend welchen Anlaß überfallen und mit Messern traktirt. Blutüberströmt eilte der Mann in den Saal zurück, wo ihm die erste Hülse zuteil wurde; der Mann hatte mehrere Messerstiche in den Kopf erhalten. Bekannte Raufbolde aus Horstmar, darunter Kieseier und Kuhlmeier, vermuteten, die Thäter könnten Lünenser sein, die in einem Nebenzimmer dem Kartenspiel oblagen; diese Leute wurden von den Horstmarern überfallen und im Augenblick war eine Schlägerei im gange. Ein beckinghauser Einwohner der mit der ganzen Sache nichts zu schaffen hatte, wurde, als es das Lokal verließ, derart mit Messern zugerichtet, daß er schwerverletzt darniederliegt.— Die Thäter zu ermitteln, dürfte nicht schwer halten. Polizei war übrigens nicht zurstelle. Iserlohn, 5. Sept.(Unfall.) Als am Samstag Abend der Zapfenstreich durch den Hohlenweg zog, beugte sich das 5jährige Kind eines dortigen Anwohners zu welt aus dem Fenster des zweiten Stockes und stürzte auf die Straße. Während das Kind, abgesehen von einigen Beulen, unverletzt blieb, trug einer der anfportung dafür zu tragen hat, war noch nicht festzu* Velbert, 5. Septhr.(Zum Fall Idel.) Von Anbängern des Herrn Pastor Idel hier wird zur Unterzeichnung eines Bittgesuchs an den Kaiser aufgefordert, in welchem um Wiedereinsetzung des genannten Pastors in sein hiesiges Pfarramt gebeten wird. Essen, 5. Sept.(Ein Feinschmecker.) Folgendes Vorcommnts verdient, in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Zwei Arbeiter der Kruppschen Fabrik, den östlichsten Fluren unseres Vaterlandes entstammend, sind damit beschäftigt, eine Kippkarre voll Lehm zu laden. Dabei wird ein Regenwurm bloß geworfen, ein schönes rundes, wohlgenährtes Exemplar. Einer der Arbetter bückt sich, ergreift den Wurm und spricht zum Kollegen: „Was wirst du mir geben, wenn ich werde fressen den Wucm?“„Nanu, August, du wirst doch nicht—“ du geben?“„4 Mark".„Ich werde.“ Sprachs, köpfte den Wurm, rollte den Leichnam zu einem Kügelchen zusammen und— verschlang ihn. Also geschehen im Jahre des Heils 1893 am 31. August. Düsseldorf, 5. Sept.(Ehrlicher Finder.) Ein auswärtiger Herr lief in aller Eile über die Bismarckstraße dem Bahnhofe zu, seinen Ueberzieher über dem Arme tragend. Plötzlich entglitt ihm eine Brieftasche, ohne daß er es bemerkt hätte. Ein des Weges kommender Junge fand die Tasche, lief dem Herrn nach und stellte iom sein Elgenthum wieder zu. Das erste Entsetzen und dann die Freude des Eigenthümers kann man sich leicht ausmalen, denn die Tasche enthielt über 1000 M. in Papiergeld. In seiner Freude ließ er jetzt den Zuz abdampfen, nahm den Jungen mit sich in die nächste Restauration, wo dieser nach Herzenslust esser und trie ken konnte. Außerdem gab er ihm noch ein Zwanzigmarkstück als Finderlohn. Düsseldorf, 5. Sept.(Ungeschickte Jäger.) Am vorigen Samstag wurde in einem in der Nähe Düsseldorfs gelegenen Jagdbezirk durch sogenannte„waidgerechte Jäger" das Pferd eines Gutspächters angeschossen, in Folge dessen dasselbe durchging. Der Führer des Thieres kam zum Glück mit dem bloßen Schreck davon. Angesichts solcher Thatsachen wäre es wohl angebracht. wenn derartige Schützen, die mit ihren Waffen nicht besser umzugehen wissen, zu Hause blieben, damit größeres Unglück vermieden wird. Köln, 5. Sept.(Unglück auf dem Rhein.) Die Unbesonnenheit mancher jugendlicher Freunde des Rudersports, mit kleinen Nachen in das Fahrwasser der großen Rhein=Dampfer oder Schleppschiffe sich zu begeben, um von den durch diese Schiffe verursachten Wellen sich schaukeln zu lassen, hat schon manches Menschenleben gekostet. Diese Unsitte war auch am Sonntag Nachmittag hier die Ursache eines bedauernswerthen Unglücksfalles. Vier junge Leute, je zwei Brüder, machten in einer kleinen Schaluppe eine Spazierfahrt auf dem Rhein. An dem Schiffe eines rheinaufwärts fahrenden Schleppzuges der Tauerei Gesellschaft versuchten sie, die Schaluppe fest zu binden, obgleich die Mannschaft des Tauers, sowie wir Geschwister erben, aufgehängt wird?“— erwiderte der Advokat, „Wieso nicht? Einen durch Warnungsrufe von diesem suchte. Durch die Wellen wurde Passanten, auf dessen Kopf es Wunde davon. fiel, eine heftig blutende Die P##od, ##t doch eine alte Jägerregel, daß der Hase, wenn er im Siegen, 6. Sept.(Zur Mordaffaire Dietrich.) Die Frau des Wilddiebs Dietrich, welche s. Z. in einer Nacht, als ihr Mann verfolgt wurde, zwei ihrer Kinder getödtet und sich selbst mit Beilhieben schwer verwundet bat, ist wiederhergestellt und soll demnächst unter der Anklage des Mordes vor das Schwurgericht gestellt werden. Die Frau begegnet allgemeiner Theilnahme, da sie offenbar unter dem Zwange schwerer seelischer Erschütterungen gehandelt hat. Nienberge, 4. Sept.(Ueberfall.) Gestern Abend fand man einen jungen Mann, Telegraphenboten aus Münster, an der Chaussee schrecklich verwundet vor; war ohne jede Veranlassung von einem rohen Burschen überfallen und derartig mit dem Messer zugerichtet, daß die Eingeweide aus dem Leibe hingen. Der Messerheld wurde noch gestern Abend verhaftet. kamntich istr Fn em. 5., Stpt.(Stadt=Theater.) BeT#st in bem visbetigen gemeinsamen barmer=elberjeider Theater eine Trennung eingetreten, sodaß jetz! jede der beiden Schwesterstädte eine eigene Bühne besitzt. Das barmer Stadttheater hat Herr Direktor Theodor Brandt übernommen. Unter seiner Leitung tst der Beginn der Vorstellungen auf Donnerstag, den 21. September festgesetzt. Außer Aufführungen der besten Neuheiten in Schauspiel, Lustspiel, Posse werden auch Ensemble=Gastris'e lonite Gastspiele von Künflern allerersten Ranges und Theater=Corcerte stattfinden. Den classischen Werken Soetbes. Schinlerig en neben Shakespeare's Dramen Stücke von Grillparzer, Calderon, Mollere 2c. zur Darstellung geFur eine selbst den weitgehendsten Anforderungen entsprechende wurdige glanzvolle Ausstattung(auch des Conversations Stückes) ist durch umfangreiche Neuanschaffungen an Decorationen, Möbel, Costümen, Waffen und Requisiten reichlich gesorgt. Der des Abonnements ist gegen die Vorjahre herabgesetzt. Sämmt'i he Gastspiele, sowie alle Neuaufführungen, Abendvorstellungen finden im Abonnement statt, mit alleiniger Ausnahme der jährlichen Vorstellung zum Besten der barmer Stadt Theater A.=G., sowie stwaiger zu häufiger Wiederholungen bei Ensemble= Gastw Bespiel wird 5 mal wöchentlich, und zwar in der bend Sonuas Dienstag, Mittwoch, Donnerstag. Sonnund Seierter De gun der Vorstellungen ist für die Sonnor versegt worden. Udor, für die Wochentage auf 1/8 An künstlerischen Kräften weist das Srsesscesie####e#ekannter Namen auf, und auch für die Gustspiele sind vervorragende Darsteller und Darstellerinnen gewonnen worden, sodaß also die Auspicten, unter denen die neue Saison eröffnet wird, als recht günstige zu bezeichnen sind. Luttringhausen, 5. Septhr.(Ein ziemlicher dem Eisenbahnfiscus infolge eines eines“ Gaterlugeg biesigen Bahnhof. Beim Einfahren collidirten aus bisher unbekannten Gründen mihrere Waggons und wurden theilweise vollständig zerstört, thei's stark beschädigt. Wer die Verder anderen Schiffe sit Vorhaben abzubringen Fihrzeug gegen das Schiff geworfen, schlug um, und sämmtliche Insassen des Nachens fielen ins Wasser. Während es einem gelang, sich selbst zu retten, verdankte ein zweiter den sofort angestellten Rettungsversuchen der Schiffsmannschaft des Schleppzuges, welcher augenblicklich die Fahrt einstellte, die Erhaltung seines Lebens. Die beiden andern, ein Anstreicher=Lehrling und der Sohn eines Vollziehungs Beamten, fanden den Tod in den Wellen. Bonn, 3 Sept.(Wies auf Gesang=Wettstreiten zugeht.) Wer den beiden letzten, in der Gegend von Bonn stattgefundenen Wttstreiten beigewohnt hat, konnte beobachten, daß auf einem derselben Sänger in drei oder vier Vereinen mitgewirkt haben, und daß auf dem andern ein Dorf=Verein, der ca. 20 active Sänger zählt, in einer Stärke von 65 Mann auftrat und mit Hülfe der städtischen Sänger und einiger Sänger vom Konservatorium der Musik zu Köln die drei ersten Preise errang Während auf solche Art Vereinen, welchen keine gefüllte Kasse zur Seite steht, die Möglichkeit genommen ist, einen Preis zu erringen, werden die so beliebten Sängerfeste nicht nur wehr und mehr an Werth und Interesse verlieren, sondera mit der Zeit sogar ganz verschwinden, wenn nicht bald Hülfe geschaffen wird. Zu welch' unangenehmen Auftritten eine solche Selbsthülfe, genannt„Klüngel", eventuell führen kann, davon wissen die beiden Vereine genug zu erzählen, welche die zwei in der Bonner Gegend letzthin stattgefundenen GesangWettstreite veranstaltet haben. Dieselben hätten gewiß berechtigte Klagen und Streitigkeiten vermeiden können, wenn sie entsprechende Bedingungen den am Wettstreite theilnehmenden Vereinen vorgeschrieben hätten. Es mögen daher alle Veranstalter solcher Wettstreit: eine Lehre hieraus ziehen. Die armen Inden. „Jüdische Leiden" betttelt sich eine Schrift, die soeben von Dr. W. Pohlmann herausgegeben ist. Der Verfasser entrollt darin— so schreidt das„Berliner Tageblatt"— „ein wirklich erschütterndes Bild von den mannigfachen Peinigungen, denen der Jude gegenwärtig in Deutschland von der Wiege bis zum Grabe ausgesetzt ist und wie ihm sein Leben, sein Fortkommen auf jede nur erdenkliche Weise erschwert wird.“ Nun sehe man sich doch aber nur die thatsächlichen Verhältnisse an! Auf den hauptsächlichsten Erwerbsgebieten ist der Jude der Tonangebende. Das Zeitungswesen, die Litteratur, das Theater ist meist in jüdischen Händen. Die höheren Schulen wimmeln vom jüdischen Nachwuchs. Was wollen denn die deutschen Juden noch mehr? Das„Berliner Tageblatt" freut sich der erwähnten Broschüre; es lobt den Verfasser ob seines „edlen Rechtsgefühls". Wir sind der Ansicht, daß solche Publikationen, die dem deutschen Rechtsgefühle geradezu ins Gesicht schlagen, nichts weniger, als vorteildaft für die Judenschaft sind. Die Juden sollten statt immer anmaßender zu werden, mehr Bescheidenheit zeigen und für den Schutz und die Freiheiten, die sie im deutschen Reiche genießen, dankbar sein, anstatt in unersättlicher Weise immer mehr Ansprüche an die deutsche Langmut zu stellen, Bochum, 5. Sept.(Ein Pleitegeyer.) Von der hiesigen Strafkammer wurde der früher hier, jetzt in Essen wohnhafte Kaufmann Ludwig Boitmann wegen einfachen Bankrotts zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt. Der Concursifex hat seit dem Jahre 1879 schon dreimal fallirt, das erste Mal erhielten die Gläubiger 50, das zweite Mal 20 Procent, und dieses Mal werden sie keinesfalls mehr, vielleicht aber auch gar nichts erhalten, falls seine Mutter ihre ziemlich erhebliche Forderung an ihn geltend macht. Das Gericht war der Ansicht, er habe durch verschwenderische Ledensweise die Katastrophe herbeig. führt, so hat er u. A. für seinen Haushalt jährlich nicht weniger, als 5000 Mark verbraucht. Ist das Gesellschafts=Kartenspiel„101“ als ein Glücksspiel anzusehen? Diese für Gastwirthe hochwichtige Frage ist vom Ober=Landesgericht zu Naumburg a. S. dieser Tage bejaht worden. Der Gastwirth Z. in Halle hatte in seiner Gastwirthschaft von einer Anzahl Personen das gedachte Spiel spielen lassen, ohne zu abnen, daß dasselbe als Glücksspiel könnte angesehen werden. Der jedesmalige Verlierer, das heißt Derjenige, welcher beim Zugeben der Karten die Zahl 101 oder darüber erreicht, hat ein vorher bestimmtes Geldstück zu opfern; das eingekommene Geld wird dann im Nutzen der Mitspielenden(Bier 2c.) verwendet. Sache wurde durch einen Mitspielenden, einem früheren stauttschen Beamten, der Polizei angezeigt, und diese nahm den Wirth wegen Duldens von Glücksspielen in seinem Local in Strafe. Derselbe trug auf richterliche Entscheidung an, doch half ihm dies nichts, denn das Schöffengericht trat der Ansicht der Polizeiverwaltung bei und verurtheilte ihn zu einer Geldstrafe. Gegen dieses Erkenntniß legte der Verurtheilte die Berusung ein, das Landgericht verwarf dieselbe und legte dem Wirth auch noch die Kosten auf. Der Einwand des Wirtdes, daß der Gastwirth P. in ganz gleichem Falle vom Landgericht hier freigesprochen worden sei, half ihm nichts, auch nicht der Einwand, daß das gedachte Spiel ein Spiel der Unterhaltung sei, bei dem um ein ganz Geringes gespielt werde. Die Strafkammer führte aus, daß das Spiel vom Glück abhänge und es ganz gleichgültig sei, um was und wie hoch gespielt werde. Das Ober=Landesgericht Naumburg verwarf die eingelegte Revision des Wirthes, indem es Ansicht des Landgerichts Halle gänzlich beitrat. Die Strafe war für jeden Fall auf 5 Mk., für 5 nachgewiesene Fälle auf 25 Mt. oder 7 Tage Gefängniß festgesetzt worden. Ein liebenswürdiger Oheim. Es wurde in unserm Blatte bereits von dem Masseamörder Dioszegt in Hold=Mezö=Vasatbely(Ungarn) berichtet, der seine Familie auf das Gräßlichste hinschlachtete. Nun wird bekannt, daß in der Bauernfamllie Dioszegi die Habgier so erblich, daß diese schon durch mehrere Generationen in theils versuchtem, theils vollbrachtem Vatermord sich äußerte. Auch der jetzt von seinem Sohne erschlagene alte Dioszegi wollte als junger Butsche seinen Vater umbringen, um früher das Erbe zu erlangen, und auch der Onkel des heutigen Mörders scheint nicht wen'a von dieser Habgier wegbekommen zu haben. Dieser Onkel, Joseph Dloszegi, hatte kaum davo: gehört, daß sein Neffe Florian als Mörder der gesammten Familie Dioszegi verhaftet wurde, als er sich spornstreichs zu einem Advokaten in Visarbely begab, wo sich folgendes Gespräch entspann:„Also, Herr Advokat“, sagte der Bruder des ermordeten Dioszegt,„jetzt werden doch wohl da ja der Bursche unzweifelhaft „Den wird man nicht aufhängen“. „das Gesetz läßt es nicht zu.— Smen, solchen vorbedachten, achtfachen Mörder?“—„Man kann ihn doch nicht aufzängen, weil er noch nicht zwanzig Jahre alt ist.“—„Aber, Herr Advokat", forschte der brave Onkel schier ängstlich, „könnte man denn den Burschen nicht— großjährig erklären?" Mord und Selbstmord. Berlia, 5. Sept. Heute Morgen hat die in der Großbeerenstraße wohnhafte Frau Lück in Abwesenheit ihres Ehemannes ihr sechs Monate altes Töchterchen mit einer dünnen Schnur erdrosselt und sich darauf an einem Spiegelhaken aufgehängt. Als die Leichen gegen 8 Uhr gefunden wurden, war die Leichenstarre bereits eingetreten. Die Leichen sind nach dem Schauhaus gebracht worden. Wahrscheinlich war die Frau getstig gestört, als sie die schreckliche That verübte. Gräulicher Mord. Leipztg, 5. Sept. In der Nähe von Meuselwitz wurde eine Frauensperson ermordet in einem Wasserloche aufgefunden. Die Leiche war völlig entkleidet, der Schädel ist wahrscheinlich durch Hammerschläge zertrümmert. Der Mörder, welcher in Begleitung der Ermordeten gesehen wurde, ist noch nicht ermittelt. Mord. Leisnig, 5. Sept. Der Bremser Weißig wurde vergangene Nacht auf einem Wagen des letzten dresdener Abendzuges mit einer Stirnwunde todt ausgefundeg. Es liegt augenscheinlich kein Unglücksfall, sondern eine wcordthat vor, da am Halse noch eine Stichwunde gefunden wurde. Die Sache erregt großes Aufseden. Explosion. Freiberg(Sachsen), 5. September. In dem Keller des Kaufmanns Liesack ist heute ein Naphtafaß explodirt. Vier Personen wurden schwer verletzt. Litteratur. Eine interessante Schilderung aus dem modernen Studentenleben wird jedermann im Hindlick auf die engen Beziehungen, die zwlschen unseren Hochschulen und dem öffentlichen, wie privaten Leden bestehen, willkommen sein. Die„Moderne Kunst"(Berlin W. 57, Verlag von Rich. Bong), welche schon öfter fesselnde Bilder aus dem Leben der Waffenstudenten gebracht hat, veröffentlicht in ihrem neuesten Hefte eine Darstellung gewisser Festtage des studentischen Daseins, so schildert ein Bild die Doktorpromotion, ein anderes den Festzug der Blofessoren an dem Ehrentage des neuen Rektors u. s. w. Aber es fehlt auch nicht launigen Bildern; der das Testat ertheilende Professor fragt einen Studenten, den er nie im Kolleg gesehen, wo er denn eigentlich gesessen, und erhält als Antwort:„Hinter jener Säule!“—„Was muß das für eine riesige Säule sein,“ bemerkt darauf der Professor.„Sie sind ja schon der zwanzigste, der dahinter gesessen haben will.“ Der die Bilder begleitende von Adaldert von Hinstein zeichnet sich durch fesselnde Darstellung aus. Im weiteren enthält das Heft den Schluß der Neapel=Schilderungen, die von originellen Illustrationen begleitet sino. Sehr reich ist ferner der den aktuellen Ereignissen gewidmete Theil. In Vorbereitung ist die stets sehr glanzvoll ausgestattete SommerNummer, die den Abonneten trotz der prächtigen Ausstattung zum gewöhnlichen Preise geliefert wird. Wir können ein Abonnement auf die vornehme und gehaltreiche. Zeitschrift unsern Lesern auf's wärmste empfehlen. Markt- und Coursberichte. „Neuß, 5. Septbr. Fruchtmarkt. Weizen neuer uemer 10,00 Mk. engl. 15.00, 2 14,50 Mk. Roggen neuer 1. Qual. 13.50, 2. 125) Mk Hafer 18,80 Mt. Raps 1. Qual. 24,50, 2. 00,00 Mk. Aveel (Rübsen) 23.50 Mk. Kartoffeln 4,00 Mk. Rüböl 65%9 saßweise 51.50, gereint, stroh 1000 kg. Kleien 5.40 Mk. für 50 kg. Neuer Hafer wurde bis zu 15.50 Mk. bezahlt. Berlin, 5. Septhr.(Fruchtbörse.) Weizen September= Oktober 151,00 Oktober=Novembei 153 25, November= Dezember 155.50. Mai 16200 Mark. Roager Sepiember=Oktober 131,50, Oktoder=November 134,00, November=Dezember 136.25, Mai 14100 Mk. Haser September=Oktober 155.75, Oktober=November 151,50, November=Dezember 150,00, Mai 147.50 Mark. May, Sept.=Okt. 109,00, Mai 114,00 Mart. Rüdöl vorräthig mtt Faß 47,30, vorrätig ohne Fas 46.50. September= Oktober 47,10 April=Mai 486. Mark. Spirttus 70r vorräthtt 34.80, September 33.20, Septemde Oktober 33 20 Oktober=November 33,30 November=De zember 33.30, Mai 89.20 50er vorräthig 00,00 Mark. Petroleun vorräthig 19,30 Mark. Roggenmeyl 0/1 September=Oktober 17,10, Oktober=November 17.40 Mark. Wetzenmehl 0 19,00, dis 17.00, 00 21.25 bis 19.25 Mark Ueberzieherstoffe für Herbst u. Winter# Ml. 4.45 pr. Mtr. Buxkin, Cheviot und Loden à Mk. 1.75 pr. Mtr. nadelfertig ca. 140 cm breit, versenden in einzelnen Metern direct an Jedermann Erstes Deutsches Tuchversandgeschäft Oettinger& Ce., Frankfurt a. M. Fabrik-Dépot. Nächste Woche Ziehung Baden-Baden Loos 1 Haupttreffer 20000 Mk. 10000 Mk. u. s. w. zu haben in allen Lotteriegeschäften und in den durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen, gewigne.w. v.—.„300 — 11 Loose für 10 Mark— 28 Loose für 25 Mark— versendet noch F. A. Schrader, Hannover, Gr. Packhofstrasse 29. 3000 180,000 Mark. Zwangsversteigerung. Donnerstag, den 7. 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Darüber Gegen Bleichsucht Blutarmuth A aber vieler Andere giebt vollkommenen Aufschinss Payne’s Illustrirter Familien-Kalender 1894 mit seinen Sieben Extra-Beilagen: #9 Oeldruckbild: Ein Mittagesschläfchen, 2) Pertemonnale-Kalender in Geldblech-Etul, 2) Wandkalender, 4) Damenbret- und Mählenspiel, 5) Karte der deutschen Melonien, 6) Theater-Bilder, fempfehle ich: Malzextract von Schröder in Lackhausen(Fl. 65 Pf.) Malzextract mit Eisen, Eisenchocolade, kräftige Weine etc. etc. F. Bottermann, Bahnhofstr. 56. *) Beridirte Eisenbahnkarte von Deutechland.# Preis 50 Pfennig. Man sehe genau darauf, dass man Payne’s Illustrirten Famflien-Kalender kauft, da es gewissenlose Colporteure giebt, die unter ähnlichem Titel, zwar billigere, aber untergeordnete Erseugnisse anbieten. Payne’s Illustrirter Faullien-Kalender ist u de Arge darch die Expedition dieses Blattes und deren Boten un bezichen. Butter! 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