P OUTUTTUT Die„Annener Zeitung" erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Bezugspreis inkl.„Sonntagsblatt“ u.„Humoristische Blätter“ — monatlich 40 Pfg.— — Telephon-Nr. 334.— Nr. 106. 1909. verbunden mit der„Annener Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ortschaften. Ailllliches Grgan.=— „— Anzeigegebühr für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg. Der Faller bei den österreichischen Manövern. Sogleich nach den Empfängen in Iglau und Gr.=Meseritsch, von denen der erstere seitens der Bevölkerung überaus herzlich, der letztere infolge der unhöflichen Haltung der Tschechen minder freundlich war, ließ sich Kaiser Wilhelm über die Manöverdispositionen Vortrag halten. Den Donnerstag brachte der Kaiser sogleich im Manövergelände zu. Es stehen sich 2 Parteien gegenüber, die sich in eine aus 4 Infanterie= und 1½ Kavalleriedivisionen bestehende Nordarmee und ein mit 3 Infanterie= und 1½ Kavalleriedivisionen auftretendes Südkorps gliedern. Die Nordpartei befehligt der Generaltruppeninspektor und Oberkommandant in Tirol, Erzherzog Eugen, ein militärisch kluger Prinz. Der Gegner, das Südkorps, steht unter dem Kommando des Wiener Korpskommandanten v. Dersbach, dem man großes GeDer Gadr Leitung und Führung starker Kräfte nachrühmt. Frieden wurde mit einer modernen Kavallerieschlacht eröffnet, der beide Kaiser persönlich beiwohnten. Dumpf erdröhnte der Erdboden unter den Hufen der dahinjagenden Reiterscharen, dazwischen mischte sich das nervenerschütternde Knattern der Maschinengewehre. Brachte der Donnerstag die Entscheidung zwischen den Aufklärungstruppen der beiden feindleitete der gestrige Freitag die Entscheidungskämpfe zwischen den Fußtruppen ein. Der Kaiser nimmt Gelegenheit, die Ausrüstung der österreichischen Truppen aufs genaueste zu inspizieren. Er zeigt besonderes Interesse für die neuen Schnellfeuergeschütze, die großen Radinstationen und den umfangreichen Trainapparat, der aus 22 hundertpferdigen Lastautomobilen mit je drei Anhängewagen besteht. Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand spielt bei allen Gelegenheiten den Zühler des Kaisers und weilt ständig in dessen Umgebung. .„Die, österreichischen Kaisermanöver sind vom besten Wetter begunstigt. Zur Teilnahme an den Manövern ist jetzt auch der Chef des preußischen Generalstabes eingetroffen. Bei dem großen Reiterkampfe am Donnerstag ereignete sich ein Unfall, wie er zwar sehr bedauerlich, bei Manövern aber fast unvermeidlich #Ein Lherleutgant wurde vom Pferde geschleudert und zu Tebe geschleift. Immerhin ist es sehr bewundernswert, daß nicht mehr Unfälle zu verzeichnen gewesen sind, die gerade bei der Schwierigkeit des hügeligen Terrains für Kavallerie=Attacken zu erwarten waren. in einer andern Welt fühlen sich die Bewohner des Städtchens Groß=Meseritsch, das bekanntlich zum Hauptquartier währeno der Luanöver gemacht worden ist. Abgesehen von der länzender Ramen, die im Harrachschen Schloß, dem Wohnsitz Kaiser Franz Josefs und Kaiser Wilhelms, versammelt sind, haben die Manöver den Groß=Meseritschern zwei KulturErrungenschaften gebracht, die sie bisher nur dem Ramen nach kannten: Elektrisches Licht und einen Sprengwagen. Die elektrischen Lampen, an hohen Holzstangen aufgehängt, sollen nur während der Manöver die Straßen und Wege zum kaiserlichen Hauptquartier beleuchten, der Sprengwagen aber ist von bleibendem Wert, er wurde extra zu den Manövern von den Gemeindekollegien angeschafft und soll neben seiner Tätigkeit im sanitären Dienst noch den Wohlstand von Groß=Meseritsch repräsentieren. Wenn sich nun noch die Groß=Meseritscher einen andern Bürgermeister angeschafft hätten und jenen hätten laufen aclseszisher muit Rücksicht auf die Tschechen den Kaiser nur in amüur Sprache begrüßen wolle, so wäre Groß=Meseritsch in 2uhten eine wirklich sympathische Stadt!“ Samstag, den 11. September. Inserate finden bei der großen Auflage der Annener Zeitung weite und billige Verbreitung. — Telephon=Nr. 334.— telegraphse ausgeristet, women.=Groß ur It uit Geichsas denn je erhebt die national=französische Agtaion gaem Peree, Sigß Lothringen ihr Haupt. Aus Metz wird gemeldet: Klerikule Turnvereine durchziehen in einer den französischen Brudervereinen ähnlichen Uniform die Straßen von Metz und blasen französische Signale, blau=weiß=rote Abzeichen werden angesteckt, die Plakate, die zu den Dorfkirchweihen einladen, werden auf blau=weiß=rot gestreiftes Papier gedruckt, der PronzstischenDe Priegergräbern werden beschädigt. Auch in der Sunst dczen Presse des Reichslandes wird nach allen Rezeln gegen, das Deutschtum gehetzt. So werden die Verhältnisse ves.keichslandes denen in der Ostmark immer ähnlicher. Hossentlich fuhren sie nicht zu gleichen Konsequenzen. der Hauptversammlung des Vereins deutscher und Kleinbahn=Verwaltungen wurde die leidige wieder einmal erörtert. Die Straßenbahnen weisen, daxauf hin, daß der überwiegende Teil aller Straßenbahneüihren int ds eigene Verschulden der Verunglückten zurückzuHakptlscht, oden dementsprechend eine Aenderung ihrer 25. Jahrgang. #„Meinkontrolleure. Rach dem am 1. Septbr. in Kruft gelrerenen Reichsweingesetz sind in den Orten, die am Weinbau oder Weinhandel erheblich beteiligt sind, zur Unterstützung der Rahrungsmittel=Polizei Weinkontrolleure im Hauptamt zu bestellen. Für das Moselweingebiet sind bereits 2 Kontrolleure, in Koblenz, und für die Nahe und den Rhein ein Kontrolleur in Kreuznach ernannt worden. Für das übrige preußische Staatsgebiet sollen noch 7 oder 8 Kontrolleure bestellt werden, deren Berufung Sache der Einzelstaaten ist. Deutsches Reich. .:„Der Kronprinz, den bekanntlich eine Wespe in die unne Wange gestochen hatte, sodaß ihm die Aerzte die Teilnahme an der Stuttgarter Kaiserparade untersagen mußten, ist wieder vollständig hergestellt. Der Kronprinz traf gestern Freitag Seschnschmene s an der Forchheimer Kaiserparade „Das Sports=Interesse des Kronprinzen zeigte sich wieder anläßlich der Wright=Flüge auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin. Donnerstag morgen erschien das Kronprinzenpaar auf dem Felde, um den Flugversuchen beizuwohnen. Der Wind wehte mit einer Stärke von etwa 5 Sekundenmetern aus Norden. Wright stieg in eine Höhe von ungefähr 40 Meter auf und führte mehrere Kreise und Wendungen aus. Bei seinem zweiten Aufstieg nahm Wright seinen ersten deutschen Schüler den Korvetten=Kapitän Engelhardt, mit. Bei diesem Flug, der etwa eine Viertelstunde dauerte, hielt sich Wright ziemlich dicht über dem Boden auf, über den der Aeroplan gleich einem Riesenvogel eilte. Der Kronprinz ließ sich die Einrichtung des Aeroplans genau, sckhläigen und stellte verschiedentlich Fragen, die auf eine mitnutische Verwendung der Flugmaschine Bezug hatten. der dieeizbe 2u chiff als militärische Waffe. Bei den viesjühligen Kaisermanövern, die nun in nächster Woche ihren Ansang raga ermandvern, die nun in nächter Woche Schis im Wui nehmen, wird bekanntlich auch das Militär=Lustschiff im aufklärungsdienst Verwendung finden. Ueber die Art uK eweise der interessanten areenbung nunden, Ueber die Art und Weist des interessanten Experimentes macht die„Tgl. Rdsch.“ folgende nähere Angaben:„Groß 1I“ muß, sobald er unter 1000 M. Höhe ist, am Heck die rote Fahne hissen und gilt dann als„außer Gefecht gesetzt.“ Von diesem Augenblicke ab darf er keine Meldungen mehr weitergeben. Die Höhenlage von 1o00 bis 1500., die„Groß II“ innehalten soll, wird zu interessanten Beobachtungen Gelegenheit geben. Man ist nun sehr gespannt, ob sich die technischen Einrichtungen des Luftschiffes während des fünftägigen Manöverierens in der befohlenen Ausland. Frankreich. Der neue sozialistische Ministerpräsident Briand will sich schon vor der parlamentarischen Session zum lieben Kinde machen, um während der Kammer=Tagung eine desto festere Position zu haben. Er hat die Sache beim rechten Ende angefaßt und Maßregeln zur Verkehrserleichterung in Paris und zur Verschönerung der Hauptstadt der Republik angeregt und damit tebhafte Zustimmung gefunden. Spanien. dem Umstande, daß sich einige Kabylenstämme ohne ersichtlichen Grund den Spaniern unterwarfen, schmiedet General Marinas eine ganze Kette von Siegesnachrichten, die tagtäglich in Madrid einlaufen. Positive kriegerische Erfolge hat der General bisher nicht errungen, in Erwartung der großen Verstärkung von einer ganzen Division auch keine rechten Anstrengungen nach dieser Richtung hin gemacht.— Der Sultan Mulay Hafid verpflichtete sich auf die Vorstellungen der Mächte hin zur Abschaffung der Folter. Der gefangene Prätendent Bu Hamara bleibt allerdings in seinem eisernen Käfig, wird aber nicht mehr öffentlich dem Gespött der Leute ausgesetzt. Griechenland. Die Mächte sind gewillt, die griechische Königsfamilie vor allen Möglichkeiten zu schützen. Im Hafen von Phaloron vor Athen trafen zwei russische Kanonenboote ein, ein zweites englisches sowie ein österreichisches Geschwader werden in dem Hafen erwartet. Es geht aus diesen Maßnahmen hervor, wie ernst die Lage in Griechenland bis auf den heutigen Tag ist. Des Kronprinzen Abreise. Dem Kronprinzen Konstantin wurden bei seiner Abreise aus Griechenland in der Hafenstadt Patres herzliche Ovationen dargebracht. Als der Kronprinz das Schiff verlassen und einen Wagen bestiegen hatte, spannte die begeisterte Menge die Pferde aus und zog den Wagen nach dem Palais. Von dessen Balkon hielt Kronprinz Konstantin eine Ansprache, in der er betonte: Einige der Staatsbehörden mögen mir unrecht getan haben. Dieser Empfang beweist aber, daß der König Vertrauen zu seinem Volke haben kann. Nach herzlichen Dankesworten schloß der Kronprinz mit dem Rufe: Lang lebe der König! in den die Menge begeistert einstimmte. Athen, 9. Sept.(Der Kronprinz von Griechenland in Korfu.) Der Kronprinz Georg, der nach Deutschland abgereist ist, hatte in Korfu mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Theorokis eine lange Unterredung. Er wurde bei seiner Ankunft von der Bevölkerung stürmisch begrüßt. Persien. Der Exschah Mohammed Ali Mirza hat nun endlich mit Ach und Rot zur Abreise nach Odessa, wo er dauernden Aufenthalt nimmt, bewogen werden können. Die Mutter des Thronnachfolgers und einige Getreue begleiten den Gestürzten in das halb freiwillige, halb notwendig gewordene Exil. Das kleine Schahchen hat beim Abschied bitterlich geweint und konnte sich namentlich von seiner Mutter garnicht trennen. Um jede politische Einflußnahme der Eltern auf den jungen Schah zu verhindern, wohnte der Regent dem Abschiedsbesuche bei. In eigener Sache. Seit einiger Zeit gefällt sich die Dortmunder Arbeiter=Zeitung darin, sich fortgesetzt mit uns zu beschäftigen, und es hat den Anschein, als ob wir diesem Blatte garnichts recht machen könnten. Auch in ihrer Rummer 207 vom 6. September leistete sich die Arbeiter=Zeitung wieder einen uns erst jetzt bekannt gewordenen Artikel gegen uns. Im Eingange desselben wird in recht höhnischer Weise die Uebernahme der Annener=Volkszeitung behandelt und dabei nicht unterlassen, unser Unternehmen, die Annener Zeitung, in den Augen des Publikums bloszustellen, und zum andern wird uns der Dorwurf gemacht, als hielten wir die Organisationen der Arbeiter zum Rarren. In beiden Fällen haut die Arbeiter=Zeitung auch diesmal wieder gründlich daneben. Was die Uebernahme der Annener Volkszeitung betrifft, so wurde uns die Erwerbung dieses Blattes wiederholt offeriert; der Besitzer desselben trug uns das Blatt anderweitiger Unternehmungen wegen an, und nachdem wir uns davon überzeugt hatten, akzeptierten wir die Offerte. In dem andern Falle liegt die Sache folgendermaßen: Zwei Herren der Ortsgruppe Witten des Deutschen Buchdruckerverbandes erschienen eines Tages in unserer Geschäftsstelle und baten um schriftliche Anerkennung des Deutschen Buchdruckertarifes. Da wir diesen Tarif aber schon Jahre vorher mündlich anerkannt hatten, lehnten wir die schriftliche Anerkennung als überflüssig ab, erklärten uns indes auf vieles Bitten und Drängen der beiden Herren endlich dazu bereit.— Kaum aber hatten wir den Tarif schriftlich anerkannt, als ein paar Tage darauf wieder jene Herren bei uns erschienen, um uns in der Art der Beschäftigung unserer Leute Vorschriften zu machen. Um nämlich den eigenen Sohn in die Kontorfächer einzuarbeiten, mußten wir unsern seitserigen Bürogehilfen solange, bis wir den eigenen Sohn im nächsten Jahre als Dolontär in die Welt schicken, in der Setzerei beschäftigen. Und hiergegen wurde von den beiden Herren protestiert, da der betreffende junge Mann kein gelernter Setzer sei. Da wir nun aber einerseits den Lehrgang des Sohnes nicht tören wollten, andererseits aber auch den jungen Mann nicht an die Luft setzen konnten, so erklärten wir den Herren sofort, daß wir uns in unserm Betriebe keine Vorschriften machen lassen könnten. Dieses terroristische Gebahren seitens jener beiden Herren hatte denn auch zur Folge, daß wir gleich andern Tages die schriftliche Anerkennung des Buchdruckertarifes und zwar unter Angabe der genannten Gründe per Einschreibebrief zurückzogen. Der an die Ortsgruppe Witten gerichtete Brief hatte folgenden Wortlaut: „Annen, den 18. August 1909. An die Ortsgruppe des Deutschen Buchdrucker=Verbandes zu Witten. ich auf Ihren dringlichen Wunsch mich zur schriftlichen Anerkennung des Buchdruckertarifs bereit erklärte und diese auch gegeben habe, erschienen auch schon am Montag abend zwei Ihrer Herren, dieselben, denen ich am Freitag abend meine schriftliche Erklärung abgab, um mir in der Art der Beschäftigung meiner Leute Vorschriften zu machen. Eine derartige Handlungsweise, kaum meine Bereitwilligkeit nach vielem Drängen gegeben, mir dann auch schon Zwang auferlegen zu wollen, kann ich nur rigorös nennen und veranlaßt mich dieselbe, hiermit meine schriftliche Erklärung in vollem Umfange zurückzuziehen. Ich bitte, hiervon gefl. Vormerkung zu nehmen und zeichne hochachtungsvoll Fritz Küching. N B. Den mir übergebenen Buchdrucker=Tarif sende ich Ihnen in der Anlage anbei zurück. D..“ .# Im übrigen braucht sich die Arbeiter=Zeitung um unsere EListenz keine Sorge zu machen, hat jeder in dieser Beziehung doch genug mit sich selbst zu tun; sollte jedoch wider Erwarten infolge des angedrohten Vorgehens der Arbeiter=Zeitung unsere Position in irgend einer Weise eine Gefährdung im Gefolge haben, so haftet selbstverständlich die Arbeiter=Zeitung für alle sich hieraus entwickelnden Konsequenzen.— Endlich erklären wir noch, daß wir gegen den Redakteur und Verleger der Dortmunder Arbeiter=Zeitung den Klageweg beschritten haben und auch nicht verfehlen werden, über den Ausgans.,„ dieser Angelegenheit unsern Lesern demnächst Bericht zu Redaktion und Verlag der Annener Zeitung Fritz Küching. Lokale und provinzielle Nachrichten. * Annen, 11. Sept.(Eine überaus schmerzliche Trauerkunde) durcheilte gestern Nachmittag unsern Ort: Herr Dr. Hügemeyer ist nicht mehr. Da schon im vergangenen Jahre hier eine ebensolche Nachricht über Herrn Dr. H. verbreitet war, wurde die erneute Mitteilung zuerst mit gewissem Mißtrauen aufgenommen. Bald aber war an der traurigen Wahrheit nicht mehr zu zweifeln und in allseitig tiefster Bewegung wurde die Kunde hier in der Gemeinde, wo er seit dem 15. Oktober 1891 in größter Treue und Aufopferung seinen schweren Beruf ausgeübt sat, aufgenommen. Frisch und munter trat der Verstorbene, der vorgestern am 9. Sept. seinen 47. Geburtstag feiern konnte, am vergangenen Samstag in Begleitung seiner Frau Gemahlin eine Dienstreise an, um an einer in Mainz stattfindenden Tagung der Eisenbahnärzte teilzunehmen und doch trug er in sich schon den Keim jener verhängnisvollen Krankheit, des Scharlaches, den er von einem Krankenbette hier in der Gemeinde aufgenommen hatte und dem er als Opfer seines Berufes zur Beute 94 — fallen sollte. Die Krankheit trat sofort ganz heftig auf. alle ärztliche Kunst und die aufopfernde Pflege seiner Gattin versagte und der heimtückische Scharlach entriß gestern morgen unserm Orte einen der Besten. Herr Dr.., welcher in Erlangen und Bonn studierte, dann beim 5. bayr. Ins. Regmt. Nr. 8 in Erlangen und beim Kürassier=Regmt. Graf Geßler in Deutz seiner militärischen Pflicht genügte, war jetzt Stabsarzt d. Res., Inhaber des Offizierkreuzes, seit dem 1. Oktober 1894 Armen=, Polizei= und Schularzt und seit dem 1. Januar 1908 als Vertreter der 2. Abteilung Mitglied des Gemeinderates. Er war ein echtdeutscher Mann mit offenem, ehrlichen Wesen und von altem Schrot und Korn, der für Jedermann ein gutes Wort und guten Rat hatte. Sein Andenken wird in unserer Gemeinde und weit darüber hinaus nach lange fortleben! —(Ein seltsames Zusammentreffen) ist es, daß an demselben Tage, an welchem Herr Dr. Hügemeyer verschieden ist, auch der Tod des Herrn Di. Jesse genau vor 15 Jahren zu verzeichnen war. —(Unfall.) Beim Transport einer Sandkarre stürzte der Arbeiter P. so unglücklich hin, daß er u. a. einen bösartigen Leistenbruch erlitt.— Aus Scherz bewarfen sich ein Maurer und ein Handlanger mit Steinen. Letzterer erlitt eine Armwunde und Aderverletzung, die vom Arzt zugenäht werden mußte. Der Täter wurde in Strafe genommen. —(A. M..) Der Annener Männer= Gesangverein beschloß, sein diesjähriges Herbstkränzchen am Samstag, den 23. Oktbr. kr. im Grethen'schen Saale durch Konzert, Theater und Tanz zu begehen. Die Dorbereitungen lassen ein schönes Fest erwarten. Gut Sang. § Annen, 11. September.(Zeppelin 3 kommt höchstwahrscheinlich doch nach Dortmund.) Wie wir schon in der vor. Nr. mitteilen konnten, unternimmt Zepperlin 3 in den Tagen vom 11.—19 ds. Mts. eine Fahrt ins Industriegebiet und wird hierbei die Städte Elberfeld, Barmen und Essen berühren. Der Magistrat der Stadt Dortmund hat nun an den Grafen die Bitte gerichtet, auf dieser Fahrt auch der Stadt Dortmund einen Besuch abzustatten und hat ihn gleichzeitig zu einem Imbiß eingeladen. Auf diese Einladung steht eine Antwort bisher noch aus. Ein Dortmunder Blatt hat nun am Donnerstag an die Luftschiffbaugesellschaft in Friedrichshafen eine telegraphische Anfrage gerichtet, des Inhaltes, ob Zeppelin 3 bei dem Besuche des Industriegebietes auch Dortmund berühren werde. Gestern mittag ist dem betr. Blatte darauf folgende Drahtantwort aus Friedrichshafen zugegangen: „Wenn möglich, soll„Z. 3“ am 19. September über Dortmund sein. Luftschiffbau.“ Hiemnach dürften wir uns also mit dem erfreulichen Gedanken vertraut machen, daß wir Zeppelin 3 doch am 19. ds. Mts. zu sehen kriegen! Wenn auch, wie es heißt, der greise Luftbezwinger und zurzeit wohl der populärste Mann in ganz Deutschland auf dieser Fahrt sein stolzes Schiff nicht selbst leiten wird, dann ist doch wohl anzunehmen, daß an dem gen. Tage der Graf selbst in Dortmund sein und die Ankunft seines Luftschiffes dort erwarten wird. Man darf sich in diesem Falle schon jetzt der Ueberzeugung hingeben, daß man ihm und seinem Luftschiffe einen derartigen Empfang bereiten würde, wie man ihn herzlicher und großartiger sich nicht wird denken können. Das Volk der im allgemeinen als kalt, schwer zugänglich und fest zugeknöpft eingeschätzten Westfalen würde dem genialen Bezwinger der Lüfte beweisen, daß es in der Bewertung seiner großartigen Erfindung um nichts gegen andere Völker zurück steht und ihn mit offenen Armen und lautem Jubel empfangen und begrüßen. Und das mit vollem Recht! Annen, 11. Sept.(Ein großes Preiskegeln) findet am kommenden Sonntag den 12, Montag den 13, Dienstag den 14. und Mittwoch den 15. September cr. in dem Krupp'schen Restaurant(O. Ellerkmann) Noonstraße 20 statt, wozu wir dem Wirt ein volles Haus wünschen.(Siehe auch Annonce.)— — Im„Erlenhof“(Wilhelm Günedler) morgen wieder großes Frei=Konzert.(Siehe Annonce.) § Annen, 11. September.(Die Verwaltungsbehörden des Deutschen Werkmeister=Verbandes) haben am letzten Sonntag eine wichtige Sitzung abgehalten, die neben einer Reihe von Verwaltungsangelegenheiten auch Fragen von öffentlichem Interesse behandelte. Gegenüber der Einladung des Hansabundes zum Beitritt wurde festgestellt, daß ein korporativer Beitritt durch die Satzungen ausgeschlossen sei und man jedem Mitgliede seine Stellungnahme überlassen müsse. Zur besseren Vertretung der Werkmeisterinteressen bei den neueingerichteten oder geplanten sozialen Anschüssen der Handelskammern in Bayern und Sachsen wurde eine Eingabe beschlossen, außerdem in einer Resolution die Erwartung betont, daß die durch den Schluß des Reichstags unerledigt gebliebenen Gesetzentwürfe, welche die Interessen der Werkmeister fördern sollten, sobald als möglich in verbesserter wieder eingebracht würden. Ende, 9. September.(Schwerer Unfall.) Der Gig eines schlächtermeisters kollidirte mit demr“ Gespann eines Landwirtes auf der Chaussee Wittbräuke=Herbecke, wobei der Metzgermeister und sein Begleiter aus dem Befährt geschleudert wurden. Während der Gehilfe äußere Verletzungen erhielt, hat der Meister eine schwere Gehirnerschütterung davongetragen. Zwar begab er sich noch zu Fuß nach seiner Wohnung, brach aber hier alsdann zusammen. Seitdem liegt er=fast ohne Besinnung darnieder, so daß sein Aufkommen in Frage steht. Kley, 10. Sept.(Personales). Engemann aus Westrich wurde die einer Schulstelle an der hiesigen evang. Volksschule übertragen. Hombruch, 10. Sept.(Ein schwerer Unglücksfall) ereignete sich gestern Nachmittag in der letzten Arbeitsstunde an der katholischen Kirche. Der mit dem Verputzen an der Kirche beschäftigte Maurer Schad aus Dortmund fiel vom Gerüst aus einer beträchtlichen Höhe und mußte in das Krankenhaus geschafft werden. Seine Verletzungen sind jedoch zum Glück nicht lebensgefährlich. -0 Hombruch, 11. Sept.(Diebstahl.) Dem Schuhwaren= händler Schilken wurden aus seinem Verkaufslokale bei dem Wirte Wiethoff hier in der Nacht zum 9. ds. Mts. 3 Paar Kinderschuhe im Werte von 12 Mk. gestohlen. ). Dem Schulamtsbewerher kommissarische Verwaltung Statt besonderer Anzeige. Tödes-Anzeige. Nach nur ztägigem Krankenlager starb an Scharlach auf dem Bahnärztetage in Mainz plötzlich und unerwartet mein innigstgeliebter Gatte, mein herzensgyfer Bruder, unser treuer Schwager und Onkel terr Dr. Neu. Uile Flagemeger prakt. Arzt, Stabsarzt d. Res. im besten Mannesalter von 46 Jahren. In tiefstem Schmerze Julie Hügemeyer geb. Wehlmann Ottilie Winterkamp geb. Hügemeyer Dr. med. H. Winterkamp Diedr. Wehlmann da Wehlmann geb. Pinninghof. Annen i.., Langendreer, Wickede-Asseln, ro. Sept. 1909. Die Beerdigung findet statt in Annen am Dienstag, den 14. d. Mts. nachmittags 4½ Uhr vom Hause ab. Trauerfeier imHause 4 Uhr. Am Mittwoch, den 8. September verschied zu Frankfurt a. M. sanft infolge Altersschwäche unsere liebe treue Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter und Urgrossmutter Frau Grabenmspenter Eina Sehafer aus Annen. geb. Rath Um stille Teilnahme bittet Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:: Familie Gymnasiallehrer D. Schmidt. Die Beerdigung findet Sonntag, den 12. Septbr., nachmittags um 4 Uhr in Annen statt. Zurückgekehrt. Dr. dbeig Peinberg Spezialarzt für Haut-,Harn- u. Blasenleiden. Dortmund, Königswall 46. 10 Pfd. Colli — M..50,— z. Probe ein 10 Pfd. Colli — M. 7,90.— ½ Butter ½ fl. Honig. Spitzer, Tluste D. 171 via Schlesien. Nachrul. Gestern Vormittag verschied nach kurzer Krankheit in Mainz # Landnent u. Rriegerverein,Kunen. Todes-Anzeige. Gestern morgen entriss uns der Tod unerwartet schnell unsern treuen Kameraden und allverehrten 2ten Hauptmann, Herrn Dr. med. Erts Nagemoyer Stabsarzt d. Res., Inhaber d. L. D. I. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen Kameraden, welcher, seit 1894 dem Vorstand angehörend, mit seltener Hingabe seinen kameradschaftlichen Verpflichtungen oblag. Sein Andenken bleibt bei uns in Ehren. Der Vorstand. Zur Beerdigung des verstorbenen Hauptmanns Dr. Flügemeyer tritt der Verein am Dienstag nachmittag 4 Uhr an. Der Hauptmann. Ansichts-Karten vorrätig bei Fritz Rüching, neben der Apotheke. Unerwartet erhalten wir die Trauerkunde von dem plötzlichen Hinscheiden unseres verehrten Herrn Kollegen Dr. med. Stie Ragemeger Wir betrauern seinen Verlust aufrichtig und werden ihm stets ein treues Gedenken bewahren. Dr. Reschop. Dr. Richter. In wenigen Minuten herstellbar sind in Würfeln zu 10 Pfg. für 3 Teller vorzüglicher Suppe. Ohne weitere Zutat, nur mit Wasser zuzubereiten. Bestens empfohlen von Kaufhaus für Lebensmittel, Richard Steffen. von hier. Der Hingeschiedene, seit 1894 Polizei-, Armenund Schularzt der Gemeinde, seit 1908 Mitglied der Gemeinde-Vertretung, hat stets mit warmem Herzen an der Lösung kommünaler und sozialer Fragen teilgenommen und Sitrig mitgewirkt, wo es galt, die Interessen der Gemeinde zu vertreten. „ 0 40 Den Armen und Kranken war er nicht nur Arzt, sondern immer“ ein freundlicher, wohlwollender Berater. Seine reichen Geistesgaben, seine Tatkraft und „* sein grosses Verständnis für alle kommunalen Fragen und Aufgaben machten ihn zu einer Persönlichkeit, deren Verlust die ganze Gemeinde schmerzlich empfindet und deren Andenken dauernd in Ehren bleiben wird. Annen, den 11. September 1909. Namens der Gemeinde Annen: Drees, Wollenweber, Amtmann. Gemeindevorsteher AausF Annener Männer besang-Verein. Todes-Anzeige. Gestern verschied unser langjäbriges Mitglied, Herr Dr. med. O. Hügemeger 19 791 bei Sein Andenken wird uns in Ehren bleiben. Zur Beerdigung tritt der Verein um 3 Uhr im Vereihslokal an. Montag ½9 Uhr Gesangprobe im Vereinslokal. Der Vorstand. Kavallerie-Verein Annen. Gestern Morgen starb unerwartet unser Ehrenmitglied Herr Dr. Augemeger Stabsarzt d. Res. Der Verstorbene war ein eifriger Förderer unserer Bestrebungen. Wir werden ihm ein bleibendes Andenken bewahren Der Vorstand. Zur Beerdigung tritt der Verein am Dienstag nachmittag Punkt 4 Uhr im Vereinslokal an. Der Rittmeister. Zléhung 29.—23. Sept. 63. ldliograldorir aun 2. und Liste 30 Pfg. zahle für alle 8943 Gew. Mk. #1 Parto und 9* 120000 Hauptgewinn Mk. 30000 29833 Sasc Turn Verein „Eintracht“ Deutsche Turnerschaft. Todes-Anzeige. Gestern starb unerwartet unser langjähriges Mitglied der Turnfreund Dr. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Der Vorstand. Zur Beerdigung treten die Mitglieder Dienstag nachmittag 4 Uhr im Vereinslokal an. Arkiuerie Verein Annen. Sonntag, den 11. September abends 6 Uhr Monats- versammlung Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. vers. geg. Kasse od. Nachn.2 Carl Seitz, Düsseldert, Postlach 291. Trinkt Beckhoffs Kanalperlen, Wachholderperlen, Alten, Klaren, Cognac, Rum, ff. Magenbittern, und sämtliche ab Likörebe gut und bekömmlich, fuselölfrei, überall zu haben.(3181 Magenleidenden 2 teile ich aus Dankbarkett gern und unentgeltlich mit, was mir von jahrelangen, qualvollen Magen. u VerWohnung zu vermieten. Die bisher von dem Spark.= Rend. a. d. Schleipen in meinem Hause Untere Rüdinghstr. Nr. 5 bewohnte Etage von 5 Zimmern und eine Mansarde nebst Zubehör ist vom 1. Januar 1910 ab evtl. auch früher zu vermieten. Annen, den 10. Septbr. 1909 Alb. Schramm. * K* von 2 auch 3 Zimmern per sofort oder später zu vermieteu. Näheres in d. Expedition d. Bl. Seumh Airicah-Terrkortes-Lid. London. Mitteilungen werde ich von jetzt an in den Besprechungen der Teilhaber(shares=Besitzer) zur Kenntnis bringen. Teilhaber sind diejenigen, die in den Büchern der Gesellschaft in London als solche eingetragen sind. Die Emission der shares der Kharas Exploration Company findet nicht statt, weil ein Unternehmen, das sich die Erforschung der Bodenschätze zum Ziele setzt, den öffentlichen Geldmarkt nicht in Anspruch nehmen soll. Die Kharas Exploration Company ist bereit, unbeschadet ihrer eigenen Tätigkeit, von anderen auf Territories=Gebiet bereits entdeckte Mineralien=Funde in Gemeinschaft mit ihnen auf Abbaufähigkeit zu untersuchen und zu diesem Zweck Gesellschaften zu bilden. Wie schon früher mitgeteilt, bin ich Besitzer von über 150.000 shares der South African Territories. Der Wert der shares dieser Gesellschaft hängt nicht von den Kursschwankungen an der Börse ab, wo der Verkauf oder Einkauf von wenigen hundert shares auf den Markt Einfluß ausübt, sondern von dem Vorhandensein der Bodenschätze, Land= und Geldbesitz und sonstigen Rechten. Die Kursschwankungen sind nicht die Folge meiner Veröffentlichungen, sondern die Folge von Blanko=Angebot und Blanko=Ankauf. Ich habe mich überzeugt, daß die englische Verwaltung der South African Territories den Glauben an die Richtigkeit der gemeldeten Diamantfunde haben mußte. Die Nichtbestätigung derselben hat die englische Verwaltung ebenso überrascht, wie die shares-Besitzer. Als zwei Stunden nach Unterzeichnung des Abkommens über die Abtretung der Minenrechte das Kabeltelegramm mit der Nichtbestätigung der Funde eintraf, stellte mir die englische Verwaltung frei, den Vertrag zu annullieren, was ich nicht tat. Die Repräsentanten in Deutschland für die South African Territories Ltd. London und die Kharas Exploration Company Ltd. London sind: Westdeutsche Thomasphosphat- Werke G. m. b. H. Berlin,., am Karlsbad 17. Weder die South African Territories noch die Kharas Exploration Company haben mit der Anglo-German Territories Ltd., London irgend etwas gemein. Man kann sich als guter Deutscher dem nicht entziehen, daß es ratsam ist, die Erfahrungen der Engländer zu benutzen, um unkultivierte Länder gewinnbringend zu erschließen, besonders wenn vertragliche Rechte ihnen zustehen. Notwendig ist ein Aktiengesetz, welches Teilhaber schafft und keine Gegensätze, Blanko=Angebot und Blanko=Ankauf ausschließt und dem Volke ermöglicht teilzunehmen an der Erzeugung von Werten durch Kapital. Die nationalen finanziellen Mittel können international vereinigt werden als Teilhaber an denselben Werken. Teilhaber sollten auch Frauen sein. Meine öffentlichen Mitteilungen bezweckten, das Vertrauen der shares-Besitzer in ihren Besitz herzustellen. Der dunkle Erdteil ist die mangelnde Erkenntnis. Johannes Schultius Karow Mecklenburg. Sanct Blasien, Schwarzwald, 2. September 1909. S 9 —6 Zimmern 1. Etage ab 1. Oktober preiswert zu vermieten. Elektrisches Licht vorhanden. Näheres Kirchstraße 20. Gesunde freundliche—4 Zimmer=Wohnungen mit allen Bequemlichkeiten preiswert zu vermieten. Näheres Steinstraße 33. 1 Wohnn von 2 Zimmern per 1. Oktober zu vermieten. Gerhard Richter, Wittenerstraße 1. Strickmaschinen 8p sind das beste Erwerbsmittel. Auch auf ##eck, Lehrerin, Teilzahlung. Illust. Pracht=Katalog geg. wugrenyausen bei Frankfurt a. M. 30 Pf. Briefmarken. P. Kirseb, Dödeln. „ für Zimmer, Küchen und Flure .„ Moderne schöne Muster Wihelm=Golaback, Möbelhandlung.— Herdeckerstr 3, liefert zu allerbilligsten Preisen: Englische und moderne SchlafModerne Rüchen, Wohn=Zimmer o in jeder Ausführung und Preislage. 9 Führe nur erstklassiges Fabrikat, 1885 daher langjährige Garantie. Eigene Polsterei. 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Der Kampf um den Nordpol. „Er hat ihn festgenagelt“, so sagt Mister Peary in einem Telegramm an seine Frau, indem er sie bittet, sich über die „Cook=Geschichte" nicht zu grämen. Demnach muß Peary sich seiner Sache sehr sicher sein und Cook direkt für einen Aufschneider halten, woraus er denn ja auch gar kein Hehl macht. Was er aber telegrammweise nach Newyork gelangen läßt, sind doch vorläufig nur Bruchstücke, ein abschließendes Urteil wird sich erst nach seiner Rückkehr fällen lassen, bis dahin will auch die Geographische Gesellschaft Newyorks sich jeder Parteinahme für einen der beiden Forscher enthalten. Cooks nächste Sensation soll also sein Buch über die Entdeckung des Nordpols werden, an dem er geradezu fieberhaft arbeitet, soll es doch in 14 Tagen bereits in Druck gegeben werden. Bevor er nach Brüssel ging, ließ Cook in Kopenhagen 4 Maschinenschreiber täglich zehn Stunden arbeiten, um das Manuskript fertig zu stellen. Nach Photographien Cooks fertigt der bekannte dänische Landschaftsmaler Graf Moltke die Illustrationen für das Werk. Man kann ja nun recht gespannt sein auf das Erscheinen dieses Werkes. Einer, der davon überzeugt ist, daß der Nordpol als entdeckt anzusehen ist, scheint Reklame=Welman zu sein, er ließ seine ganze Expeditions=Ausrüstung aus Spitzbergen ahholen, scheint also sein Lebensziel aufgeben zu wollen. Es ist auch wirklich das Beste für ihn! Jetzt beginnt ein regelrechter Kampf zwischen Cook und Peary. Letzterer ergriff bekanntlich die Offensive und beschuldigte Cook direkt des Schwindels. Cook schwieg erst, jetzt aber hat er die Angriffe seines Gegners aufs schärfste zurückgewiesen. Run kann Peary sich wieder äußern. Cook führte in seinem Verteidigungsschreiben, das in dem Pariser„Matin" erschienen ist, u. a. folgendes aus: Auf die Anklagen Pearys, daß ich ihm seine Eskimos weggenommen habe, muß ich erklären, daß das Unsinn ist. Ebenso lügenhaft ist seine Anklage, daß ich seine Lebensmittellager geplündert habe. Im Gegenteil, Peary war es, der sich meiner Lebensmittellager bediente; ich war übrigens überzeugt, daß er das in redlicher Absicht getan hat, da ich annahm, daß er wahrscheinlich eine Hilfsexpedition zu meinen Gunsten organisieren wollte. Peary behauptet weiter, daß ich mich der Zeugenschaft der beiden Eskimos und nur sehr wenig nach Norden vorgedrungen sei. Auf diese Anklage antworte ich damit, daß es jetzt der Kapitän Sverdrup unternommen hat, persönlich eine Expedition zu organisieren, um die beiden Eskimos ausfindig zu machen und nach Europa zu bringen; die Kosten dieser Expedition will ich tragen. Ich lehne es ab, einzelnen Personen meine Papiere oder Photographien zu zeigen, einzig den gelehrten Körperschaften will ich diese zur Verfügung stellen. Auf eine Weise ist Cook in Deutschland bereits populär geworden, wenn man ihm auch sonst noch skeptisch gegenübersteht. Sein Rame ist nämlich in deutschen Cognak=Fabrikation zur Verwendung gekommen, indem eine Firma ihren VerschnittCognak„Cook=Cognak“ getauft hat. Hoffentlich wird aus dem Verschnitt kein Aufschnitt! Mit welcher Zartheit sich die Anhänger Cooks und Pearys gegenübertreten, dafür ist die Ansicht des Kontreadmirals Orban über Peary ein geradezu klassischer Beweis. Orban sagte: Peary ist ein Lügner. Je mehr er versucht, Cook zu diskreditieren, nesto tiefer gräbt er sich sein Grab. Wenn er nach Newyork kommt, werden Bradley und ich beschworene Erklärungen veröffentlichen, die beweisen, daß Peary der kolossalste Schwindler ist, den Amerika jemals hervorgebracht hat.“ *„„„ Aus Pearys Reisebericht. London, 9. Sept. Eine Sonderausgabe der„Times“ veröffentlicht nachfolgenden kurzen Auszug aus dem Bericht Pearys Expedition, der von Peary aus Battle Harbour als Einleitung seines vollständigen Berichts telegraphiert wurde. Die Roosevelt verließ Newyork am 6. Juli 1908 und Sydney am 17. desselben Monats. An Kap York kam es auf Grönland am 1. August an, verließ Etah auf Grönland am 8. Aug. und traf an Kop Sheridan Grandland am 1. September ein und überwinterte daselbst. Peary verließ mit Schlitten die Roosevelt am 15. Februar 1909, brach in nördlicher Richtung von Kap Columbia am 1. März auf, schlug den englischen Rekord am 2. März und wurde durch offenes Wasser vom 2. bis 11. März aufgehalten, überschritt am 11. März den 84. Breitegrad und traf einen offenen Kanal im Eise am 15. März. Peary überschritt den 85. Breitegrad am 18. März, vier Tage später den 86. Breitegrad, traf einen offenen Kanal am 23. März, schlug den norwegischen Rekord am 23. März und am folgenden Tage den italienischen Rekord. Peary traf einen offenen Kanal am 26. März, überschritt den 87. Breitengrad am 27. März, schlug den amerikanischen Rekord am 28. März, traf einen offenen Kanal am 28. März und wurde durch offenes Wasser am 29. März aufgehalten. Er überschritt den 88. Breitengrad am 2. April und den 89. Breitengrad am 4. April und erreichte den Nordpol am 6. April. Am 7. April wurde der Pol verlassen und am 23. April Kap Columbia erreicht, wo am 27. April die Wiedereinschiffung an Bord der Roosevelt stattfand. Mit der Roosevelt wurde am 18. Juli Kap Sheridan verlassen, am 18. August Kap Sabine passiert und am 25. August Kap York verlassen. Alle Expeditionsmitglieder sind in Indian Harbour bei guter Gesundheit eingetroffen, mit Ausnahme von Professor Maruin, der am 10. April infolge eines Unglücksfalles 45 Meilen nördlich von Kap Columbia ertrank. grüßte— ein historischer Moment seltener Art! Und nach der Fahrt des Königs Friedrich August von Sachsen werden auch noch genug andere Fürstlichkeiten sich das deutsche Land von oben ansehen. Preist doch jeder, der einmal eine Fahrt im Luftschiff gemacht hat, diese als außerordentlich reizvoll. In Karlsruhe glaubt man, daß der„Z. III“ am heutigen Sonnabend bei seinem Flug zur Ila in Frankfurt längere Zeit über Karlsruhe verweilen und namentlich anläßlich der Forchheimer Kaiferparade sich zeigen wird. König Friedrich August von Sachsen gefiel sich übrigens so gut in der Gondel des„Z. III“, daß er nach dem ersten noch schnell einen zweiten Aufstieg machte, der noch etwas länger dauerte als der erste. Der König sprach Graf Zeppelin seine unverhohlene Bewunderung aus über alles, was er gesehen. Der Besuch war von gutem Wetter begünstigt. Der König in den Lüften. König Friedrich August von Sachsen, der tags zuvor, vom Grafen Zeppelin und den Spitzen der Behörden empfangen, in Friedrichshafen eingetroffen war, machte am Donnerstag vormittag einen Aufstieg mit dem vom Grafen geführten„Z, III“ König Friedrich August ist das dritte der gekrönten Häupter, die mit dem Grafen Zeppelin eine Luftreise unternommen haben. Im vorigen Sommer stieg der König von Württemberg an Bord des Luftschiffes auf und alle Welt staunte ob des persönlichen Mutes des Königs. Wie sicher muß Graf Zeppelin seiner Sache sein, sagte damals u. a. Präsident Fallieres von Frankreich, wenn er die Verantwortung für gekrönte Häupter übernimmt! Nun, der Graf vom Bodensee war seiner Sache allerdings sehr sicher. Richt lange nach dem Aufstieg des Königs von Württemberg führte Graf Zeppelin den Kronprinzen durch die Lust, der von der Gondel aus seinen kaiserlichen Vater beZum Bierkrieg. Bochum, 8. Sept.(Zum Bierkrieg.) Die Wirte kapitulieren! Das ist die neueste, für die Biertrinker hocherfreuliche Meldung vom Bochumer Bierkriegsschauplatz. Der Wirteverein hält zwar offiziell noch krampfhaft an seinen Beschlüssen fest, aber der Vorstand hat keine nennenswerte Gefolgschaft mehr. Gestern ist eine ganze Anzahl Wirte auf Grund einer unter der Hand getroffenen Abmachung zu den alten Preisen und Gemäßen zurückgekehrt, nachdem sie eingesehen hatten, daß der stille Boykott der Biertrinker doch mehr ist, als eine vorübergehende Erscheinung. Man hatte anfangs in Wirtekreisen gehofft, daß die Gäste nach Verlauf weniger Tage reumütig zu den verkleinerten Biertöpfen zurückkehren und das Versäumte nachholen würden. Darin hatte man sich aber gewaltig getäuscht. Die Konsumenten suchten die Lokale auf, deren Inhaber bei den alten Preisen geblieben waren, und gingen mit konstanter Bosheit an den Türen der anderen Wirte vorüber. Da bekanntermaßen der Trank aus Malz und Hopfen nur da erstklassig mundet, wo ein flotter Verschleiß stattfindet, so blieben den Wirten, bei denen infolge des Preisaufschlages der Absatz erheblich zurückgegangen war, schließlich auch noch die wenigen Gäste aus, die aus alter Anhänglichkeit an ihren Stammsitz oder an das Getränk sich anfangs dem Boykott nicht angeschlossen hatten. Nach kurzer Verständigung untereinander haben dann gestern abend zahlreiche Wirte die alten Preise— ½ Liter Bier 15 Pfennig— wieder eingeführt. Die Sache sprach sich schnell herum; heute konnte mancher Wirt, der in den letzten Wochen die Gäste mit der Laterne suchen mußte, kaum genug Platz für den Andrang schaffen. Im Hauptausschank einer hiesigen Ringbrauerei prangt an der Teke, an den Türen, an den Wänden, ja sogar an den Ofenschirmen die eilig hingepinselte Ankündigung, daß der Halbliterpott wieder wie früher nur 15 Pfennig kostet. In sinnfälliger Weise hatte übrigens einer von den Wirten, die sich dem Wirtevereinsbeschluß gegenüber von vornherein ablehnend verhalten haben, seinen Gästen den Rutzen vor Augen geführt, der ihren bierdurstigen Kehlen durch den Verkehr in seinem Lokal erwuchs. Er verabreichte Halblitergläser mit doppelter Eichung:.5 und.4 Liter. Die Gläser wurden bis zum Halbliter=Eichstrich gefüllt. Das Mehr gegenüber der Vierzehntelfüllung war auf diese Weise so anschaulich 10 Von G. Struder. (Nachdruck verboten.) „Allmächtiger Gott!“ stöhnte Reubert, indem er sich das Gesicht mit beiden Händen bedeckte und sich wie gebrochen auf einen Stuhl niederfallen ließ. Einige Minuten blieb er lautlos und in schmerzliche Gedanken versunken sitzen; mit einem Male aber erhob er sich und sagte in erregtem Tone: „Und können Sie die Wahrheit Ihrer Behauptung auch bewesen“..ptung auch .„ H i e r i s t d e r T o t e n s c h e i n,“ e n t g e g n e t e T h o m a s, i n d e m e r ihm ein zusammengefaltetes Blatt Papier überreichte. Reubert las dasselbe aufmerksam durch und gab es alsdann wieder zurück. „Die ausgemachte Belohnung haben Sie verdient, und Sie können das Geld jeden Augenblick haben. Doch noch eine Fragez., Hat meine Tochter keine Rachkommenschaft hinter„Ja, ein Kind.“ „Ein Junge oder ein Mädchen?“ „Ein Junge.“ „Und haben Sie sich nicht erkundigt, wo dieses Kind sich befindet?" Kmo „Auch das habe ich getan.“ versetzte Thomas mit einem impertinent höhnischen Lächeln.„Da wir jedoch hierüber noch keine Abmachungen getroffen hatten, so...“ „Ich verstehe, ich verstehe,“ fiel ihm Reubert in die Rede. „Was verlangen Sie für diese zweite Auskunft?“ „Hm! Sehen Sie, das ist so eine Sache, Herr Neubert. Ich kalkulierte nämlich folgendermaßen: Führe ich Ihnen Ihr Enkelkind nicht in die Arme, so verleben Sie nicht nur den Rest Ihres Daseins allein, sondern Sie sterben auch vielleicht mit der Angst, daß Ihr ganzes großes Vermögen in fremde Hände fallen könnte, und die Verhütung dieser beiden Uebelstände ist immerhin ein kleines Opfer wert. Daher halte ich es für sogar sehr bescheiden, wenn ich mich anheischig mache, Sie für 12,000 Dollars gleich 50,000 Mark mit dem gesuchten Kinde zusammenzubringen.“ „Ihre Forderung, Thomas, ist mehr als unverschämt, aber doch werde ich dieselbe erfüllen, wenn ich innerhalb eines Monats und zwar direkt durch Ihre Hilfe und Tätigkeit das Kind gefunden haben werde.“ „Aber Sie werden mir das schriftlich geben.“ „Rein, und tausendmal nein,“ versetzte Neubert erregt.„Mein Wort ist so gut wie meine Unterschrift, und wenn Sie meinem Worte kein Vertrauen schenken, so können Sie auch eben so gut annehmen, daß ich Sie trotz meiner Unterschrift betrügen wollte.“ Davon ist keine Rede. Aber Sie sind ein alter Mann und können jeden Tag sterben, und daher könnte es passieren, daß ich nach Auffindung des Gesuchten mich behufs Geltendmachung meiner Forderung auf Richts berufen könnte, als auf das angebliche Versprechen eines Toten.“ „Das ist allerdings sehr richtig. Und Sie haben also meinen Enkel noch nicht gefunden?“ „Rein, aber ich bin auf der Spur und weiß, daß ich ihn finden werde.“ „Und wann gedenken Sie abzureisen, um ihn zu suchen.“ „Ich reise gar nicht ab, ich werde vielmehr meine Rachforschungen von hier aus brieflich beginnen.“ „So, so! Aber in meinem Hause können Sie nicht logiren. Ich will allein wohnen.“ „O, ich denke auch gar nicht daran, Ihre Gastfreundschaft in Anspruch zu nehmen,“ lachte Thomas auf.„Ich habe bereits in einem Wirtshause im Dorfe zwei schöne Zimmer gemietet, die mir weit besser gefallen, als der melancholische Kasten, in dem Sie wohnen. Doch, nun denke ich, schreiten wir zur Abwicklung unserer Geschäfte, Erst bezahlen Sie mir die 20,000 Mark und dann stellen Sie mir den Schein aus, damit ich mit meiner Arbeit beginnen kann. „Sie sollen Beides sofort haben,“ versetzte Neubert, indem er sich erhob und auf seinen Geldschrank zuschritt. 5. Kapitel. Der Baron von Tiefenbach befand sich auf seinem Arbeitszimmer, emsig mit dem Schreiben eines Briefes beschäftigt, als der auch die Funktionen eines Bedienten versehende Kutscher eintrat und meldete, daß ein vornehmer Herr eingetroffen sei, der den Baron in einer dringenden Angelegenheit zu sprechen winsche. abe1 0 „Immer derartige Störungen, aber führen Sie den Herrn nur zu mir,“ erwiderte der Baron verdrießlich, und einige Augenblicke später trat ein hocheleganter Herr ins Zimmer, der sich dem Baron als Herr Richard Thomas aus New=York vorstellte und unter einer tiefen Verbeugung um Entschuldigung bat, daß er gewagt, den Herrn Baron zu belästigen. „Bitte, Sie belästigen mich durchaus nicht,“ erwiderte der Baron, wobei er dem Besucher einen Stuhl hinschob.„Rehmen Sie gefälligst Platz, und dann erzählen Sie, womit ich Ihnen dienen kann.“ „Ich komme zu Ihnen,“ begann Thomas mit einer ihm sehr wohl anstehenden Bescheidenheit,„in einer eigentümlichen Angelegenheit, Herr Baron. Gie werden sich gewiß erinnern, daß vor etwa 15 Jahren ein Verwandter von Ihnen, ein Herr v. Oehringen, Schulden halber Deutschland verließ und nach Amerika übersiedelte.“ „Gewiß erinnere ich mich dessen," versetzte offenbar recht unangenehm berührt, der Baron.„Aber mit diesem Herrn v. Oehringen hat unsere Familie absolut Richts mehr zu schaffen, verselbe ist verschollen und existirt für uns überhaupt nicht mehr.“ „Ich weiß das Alles, und ich hätte mir auch nicht erlaubt, an jenen Verwandten zu erinnern, wenn dies mit Rücksicht auf die Mitteilungen, die ich zu machen habe, nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Jener Herr v. Oehringen ist nämlich gestorben und hat Richts hinterlassen als einen öden Komplex Land von vielleicht 10 Hektaren Umfang. Diese Hinterlassenschaft könnte für Sie absolut gleichgültig sein, wenn es sich nicht herausgestellt hätte, daß jenes Grundstück ganz außerordentlich reiche Goldadern in sich verbirgt. Sie sind, wie ich ermittelt habe, der nächste Erbe des Herrn v. Oehringen, und es bedarf heute nur eines Winkes von Ihnen, um in den Besitz von unzähligen Millionen zu gelangen.“ „Was Sie sagen!“ entfuhr es dem Baron, der nicht im Stande war, seine gewaltige Aufregung ganz zu verbergen.„Das interessiert mich ja außerordentlich. Und was hätte ich zu tun, um zu jenem Gelde zu kommen?“ „Nur einen kleinen Kontrakt hätten Sie mit mir abzuschließen, daß Sie mir 20 Prozent des aus dem Grundstücke zu erzielenden Gewinnes abtreten. Dann werde ich alles Weitere selbst in die Hand nehmen, d. h. ich werde dafür sorgen, daß Sie von den amerikanischen Gerichten als der Eigentümer des Grundstückes erklärt werden, und ich werde auch den Betrieb der Goldminen leiten, so daß Ihnen jede persönliche Mühe oder Belästigung erspart bleibt.“ In seiner wachsenden Erregung war der Baron aufgesprungen und ging mit großen Schritten in dem Zimmer auf und ab. Zuletzt blieb er vor Thomas stehen und sagte nicht ohne Verlegenheit: „Ihnen die verlangten 20 Prozent zu bewilligen, würde ich ja nicht den geringsten Abstand nehmen, und in dieser Hinsicht wären wir also vollkommen einig. Dagegen hat die Sache einen anderen Haken, worüber ich Ihnen, der Sie so freimütig zu mir gesprochen haben, volle Aufklärung schuldig bin. Mein seliger Papa hat nämlich nicht unbeträchtliche Schulden hinterlassen, mit deren Tilgung ich augenblicklich noch ziemlich stark beschäftigt bin, und es würde mir daher sehr schwer, wenn nicht ganz unmöglich werden, für den Moment die zum Betriebe der Goldmine nötigen Kapitalien herbeizuschaffen.“ Herr Thomas lächelte bescheiden bei dieser Bemerkung. „Es wäre doch mehr wie dreist von mir, wenn ich von dem Herrn Baron verlangen wollte, daß derselbe mir auch das nötige Geld, um mir meine Provision verdienen zu können, vorstreckte. Rein, Herr Baron, an etwas Derartiges habe ich niemals gedacht. Das Kapital zum Betrieb der Mine gibt selbverständlich kein Anderer her als ich, was um so bereitwilliger von mir geschieht, als bei der Reichhaltigkeit der Golderze und der Leichtigkeit des Betriebes nur wenig Kapital nötig sein wird. Nach meiner Kalkulation werden hierzu höchstens—800,000 Mark nach hiesiigem Gelde erforderlich sein, und mit denen ich mir bei nur 20 Prozent Provision immerhin einige Millionen Dollars zu verdienen hoffe.“ Der Baron sah gerade so aus wie Jemand, dem der Kopf zu schwindeln beginnt. „Das wäre ja ein geradezu ungeheueres Vermögen für mich,“ murmelte er vor sich hin, und laut und freudig fügte er plötzlich hinzu:„Ich bin mit Allem einverstanden, Herr Thomas. Setzen Sie den Kontrakt auf und sagen Sie mir, was ich sonst tun soll, ich werde Alles sofort Ihren Anordnungen gemäß aussüchren: : F o r t s e t z u n g f o l g t. Zu viel verlangt. Professor(auf dem Spaziergang zu seinem Sohn): Ich will dich nicht vor deinen Schulkameraden beschämen; aber zu Hause bekommst du eine ordentliche Tracht Prügel; erinnere mich daran. Glosse.„Das neue Reichsluftschiff ist doch geradezu ein nationales Ideal.“ „Wieso?“ „Run, es gehorcht willig jedem Steuerdruck!“ wie möglich genacht. Rach dem num eingetetenen Unschwung Durch bese Ventisch gepoesek“ Zapdwerzte Banern, Knechte n der der Vierkrieg wohl endots1g,zugunsten des gutoben, wojste, Ezparnise gebracht worden. Auch die eigene vonsumierenden Bublikuns entsgiegen, venn diesuuggoe um ungetteien Rendanten st durch, dessen, Versehlung vengen Winte, de setzt noch die erhöhten Presenehmen, verden Homiy, Pauleihenschast gezogen worden; seine Frau wurde durch den Weitewerd bald gesbungen werden, dos hruühge chwer in Derdact der Mithzise verhaster und sein SchwiegerPesoverhchtuntg ebeniggtzikung st vuehien guacher v, Wior unge der Biergschoft für ihn gelesset hate, verlen insolgebesen bosdondeuen Pader uadh erzse den Bite genzen useh, Vernigen. Der Aiseantzalt des Spteingn Gr 16h.u. e Beschuye der Stoateg, ung n,„egege) Zeute sandlbekannt. Mhit den Anteischlagungen und arkundenfaugchungea Hertetern„ Essener Brauereiverbandes, des sol S schon vor zehn Jahren begonnen haben. Prscher,Witeverelng, der feien Gewer e sen und der hrise euum oy vo, Epgenber.(Deschitete Vergleute) lichen Gewerkschaften aus Anlaß der Vierpreiserhöhung eine Auf Schacht IV/V der Zeche„Zollverein“ wurden die verheirateten Versammlung statt. Die Versammelten waren sich darüber klar, Bergleute Zöllner und Lück infolge Pfeilerbruchs verschil daß es in den Brauereien zu umsangreichen Arbet= gontgstg Her Zölner konnte nach 14stündiger Rettungsarbeit aus seinerfurchtvommen würde wenn irfolge von östentichen Vi=Hie Vertretersbaren Lage besteit werden. Lück wurde bisher noch nicht geanmtungen die Wirschasfsäte zur Versgung gesell verden set elaigen Wochen in Staodt, u. Landkrese Mühzelk(Pahe) Die anwesenden Wirte erklärten, sie würden im Falle, daß es in Oberhausen und bis nach.=Gladbach und Hagen hin aufzu einer Einigung käme, eine diesbezigliche Verpflichtung ein= treiende Kinderlähmung scheint nachgerade einen epidemischen gehzen. Sie beabschtigen, das Vier in Zutunst zu folgenden Tharakter anzunehmen. Die Krankheit, auf einer Entzuzuts Preisen zu verabreichen: 1/o Liter zu 10 Big, 035 Liter, J. des Rüchenmarkes beruhend, befällt Kinder bis zu vier Zachrenz 15 Pis. und 1 Liter im Schaltervertag on 35 Plg. Die Au ste beginmt mit insiuenzarigen Erscheinungen, hohem. Fir— e. beisekretäre verlangten auch nach der Preiserhöhung noch das Zuckungen, in schweren Fälen treien Krämpse und Beirg. Wiate. 10 Ve. Ouete Hoven, Gzalgung wade noch, oskelt Hizu; nach etwa einer Woge gel., Posgrugge ge uiu Sick De dchadlagt de. uig uldhz unde ur schn habt Ber feohgiähehes gerigngz eis Lecat Kae Iu dem Veriner Kampe der Gostwoitte gegen die Brauerlen zguisch, doch bleiben imnmer noch genise Musteigebietz, Lelähgt. sen Predauschieg von 350 Mi Arde Hetalter ertangen sohe. de uost der Achzung biesterek. anun un en. begnügen sich jsetzt mit einem solchen von.50 Mk, den die Wachstum zurüickbleiben; es kommt zu uiumareschrurr—. a. Sestoir, Aeshten volen. De Veniyer Woidy gahgeg, veden den Zisten und Schaterg, guge hetezsFeile in. Keichasen trotz der Steuer wahrscheinlich, gagz, unverändert bleiben.. Krankheit ist in Müheim=Styrum ia sreuzg, Jällen, in Holthauser In Hortmund, wa sich der Vierkrieg verschärft hat, wirv in einem Fall, in Alt=Mücheim in drei Fäuen, im Landkreise in der übien Lage der Gastwinte der Unstand an=(mmusteim in Altaden in neun und in Dümpten in fünf Fälen, sollte die Fahne salutiert werden, als ein und Glied herausschrie:„Sie gehört in die Lumpen!" Er wurde sofort verhaftet. Humor. Der große Held mit dem größeren Maul und dem noch größeren Rucksack. im schwarzen Erdtell as Reier gedient halte, seinen folgt:„Do nohm sch mer su ne Kal mit, da di Rummel all erenl dann kuiß der Een vun mer on die Gese de auc bep ong e, g egone chaber und ier Tuelbendel ugenu, u. Phetgansen v Lizehn Filen seigeltelt wonden gesehen, daß dort der honzessiogs-Inyau; Auu der ausuvenve im Stadtkreise Oberhausen in achizehlt zuurg festgestellt worden. Wirt in der Regel 2 verschiedene Personen sind. Eine Aenderung Von den insgesamt 42 amtlich festgestellten Krankheitsfällen st die Gostolascheft seihsf ausich, ut beingend Jot lücher Gehaoheitesheanten st dia Teisiar sde eriologie in Gelsenkirchen bemüht, den Krankheitserreger Witern 10 Seg.(Siaoteat, Sade dte Vekämsuag dieser neten Seuche eselgeich ausehgnen u verodnetenstzung mache der Vortzeide Zustgrat Fausch bel vbn Hrigburg, a. Sept.(müt der Audektung einer msterisen Anregung, seitens der städtischen Verwaltung Schrite zu tun, Geschichte) ist zur Zeit die hief. Kriminalpolizei beschäftigt. Es damit Graf Zeppelin bei seinem bevorstehenden Besuche des handelt sich um einen Mann in Meiderich, der durch StellenIndustriebezitks auch unsere Stadt berühre. Bürgermeister Laue vermitlungsbureaus funge Mädchen suchte, die er zu engagi sagt solches zu die Einladungwerde nochheuteabgehen.— Sodann) heahsichtigte. Er gab sich mit den Mädchen Rendezvous und wurde beschlossen, der Verlängerung der Giltigheitsdauer der!“, ganze Art seines Gebahrens kam diesen so verdächtig vor Gemeinde Gewerbestener=Ordnung vom 6. Mai 1907 aufweitere haß sie der Polizei Anzeige machten. 2 Kriminalbeamte begle drei Jahre zuzustimmen.— Zur Kenntnis wurde genommen, teten eines der Mädchen zu dem verabredeten Redezvous, aber daß die Stadt Witten und mit ihr die Gemeinden Heven und Her Mann, der unter dem von ihm angegebenen Ramen in Langendrer den Prozeß wegen Aufhebung des Hammerrechtes Meiderich nicht aufzufinden ist, erschien nicht. Die Polizei veram Wannebache gegen die Erben Herdesgen am Oberlandesgericht mutet, daß der Unbekannte ein Mädchenhändler ist und forscht in Hamm verloren haben. Den Prozeß bis zum Veichezegseizrig nach velterzstsähen, wird aulgegeben. Die Stodt Hrkit.02.—) Solingen. 9. Sept.(Vom Löven schwer verletz.) In Mark beteiligt. Da in Eiat von 1908 8400 Tg, 28s=Leben Zzwenkäsg des hiesigen zoologschen, Gartens wurde der Dreswaren, so werden die sehienden 264129 Mt. und die ver-Hieseur Wich. Bodmar während der Dostellung von einem Löven zur Lost kellenden Foher mit 1200 mt. nechbentlig, Osesoetzeallen und durch Prankenhiebe am Kopf und an der Brust Gemeinde deven nuß 244187 Mt und die Geneinve Longen= schoer persetzt. Der Besitzer des zoologischen Gatens befteite drer 98867 mnt naczahen. Bemertzt)e, dop zeaucher galt den Mann mit Hie einer eisernen Gabel von dem witenden Tier Kleinen Hannerweites an Wannebache die Buhvezeu,„....Sept.(Vertaktung) Hier stein BuchdrucheretAuner Stadt und die beiden vorgenanzteg, Geneihdoeper Ve.) Ooatgosie, worden, der füit einen Hern 1200 mi einen domwe, und beine, ber= der gähze de, Kausprese erstand kasseren solle, aber den Vetag nicht abiefert, sondern in Veeashe de di. escenie enaie aste i, Geschelee den soabd, Last besgeichaet gasdenr De sigen dache se Von der Lausichsahrt.—— au dad mit belausen, werden genehmigt.„ Aaber die Erfolge Oroile Wwrights auf den, Fesspeigte Witen, 8. Sentender.(Kind totgesahzren, Auf beisgelde bei Verlin, vo er kürzich mi, Tellgeughen nichele neuen Bahrhostroße wurde henteabendosdreischaigeLöchterchen Hauptnonn Zidebrandt, eine kurvenzser geazseeierte gen Aestenr Aunege un be Bihigeg, Snedeuhy ig, Hasgnashalgns ais die zä ie Peastheu a. M. vrnesen Vortmund, 9. Sept.(Od er konmen witbd 7). Der Mo=werden. Der Valon, der se leider während seines Ausenhals Stadt den Grafen Zeppelin zu einem Imbiß im. Alten RatDortmund, 9. Sept.(Zeichen der Zeit) Zur Ableistung Sport. des Osenbanungsebes waren vor das köngt. Amisgericht Vve., Busland zau Baler gewam an 2o. Mugalk in 8o Alondte= Garaer für gestern nicht weniger als 184 Schuldner 9eladen, Der Nacht, hiuter Moiorscheitmachern auf der bewährten Marte Brennabor. Er Nacht auf seinem Rundgange, daß mehrere Personen, die in Prout u ebvrecheheen 6, Reposperschisse machte. Es gelang den Einbrechern(4 Mann) zu flüchten, doch mußten die ihr Handwerkszeug zurüiclasen. Dem Wächter r Eimn 11jähriger als zwefacher Lebensreiter! In Erfurt de Kgel nach erolgter Durchleuchztung gs, Aönts züngv iz gelitele der 1tjährige Schulktnabe Arna Qugetz, der schon einmal ader niche sebensgeschrlch. Eine vrdächige Peson silein Knd vor den Ertinten derwohzbartz uter Gie gie cbege. enadte de Houdte, Hodte guit her ar eschsgniger Wes hane) e. Gin verwogenter Postzezlatzt st in Geuf oribtwonden. ues der.d vuonihuhe, Gae gaziher Ungilaselh) ausigne Sie dieser Sadangen anseh sodan Fate, die an de den, abend gegen 61, Uhr in Dichendorfnühle. Das Schweizer, Bundesbank adressen waren. Der Täter ist unbeSsthr Sähchen der Bergnanns Echel Bung i9 Auner gesgant Koumdt-Zig zwpoeier Bostaus wude in der Nähe von Samane des weoes kommende Oroschte, weice wit„ Zelsachen veischen sin Südrußland veribt. Räuber überselen die Post eines Eisenvor. Plötzich gertet der Iyobe mit einem Flüchischen zahnauges und raubten den Wagen aus, wobel ihnen 80000 die Speichen des Buternose, ie bob den herazsgehechz, wurde. Kabel in de Zände selen. Es kan zu einen Butigen Kanok dos Sein buchübuch aus den Fsichefsesz„zwoischen die Speichen[Drei Schutzleute und ein Wächter wurden gelötet, zehn Luann Lynchjustiz in Spanien. Ein junger spanischer Student, welcher sosont zur Amputaton des Veines schi, doch bestehtlder in Vie Ahergen gnsel sun der Roswehe mit den Revoler nur geringe Hoffnung, den den besgn Spon und Dutchekaste, Jieh Snztnan, drshrich Lies Pasftech uiod wicher dunal ain veal buse der Sparbücher mit dem Hauptbuch auf über 100000 Mark. Di sziplinlosigkeit gemeldet. Bei einer Parade in der Bretagne Friedrichshafen, 10. September.(Zeppelins Fahrt ins Industriegebiet.) Auch bei der heutigen technischen Beratung wurde die Abfahrtsstunde und ebenso die Route für das heute Nacht in Friedrichshofen abgehegade Lusischt, 0 3 o6 gelassen. Es ist beabsichtigt, Karlsruhe nicht vor 1 Uhr und Frankfurt nicht vor 5 Uhr zu erreichen. Graf Zeppelin wird das Luftschiff nicht selbst führen, da er sich heute abend mit der Eisenbahn nach Frankfurt begibt, von wo er morgen 6 Uhr nach Hamburg und Kiel weiterreisen wird. Die Führung des Luftschiffes wird Ober=Ingenieur Dürr in Händen haben. Was die Fahrt über das rheinisch=westfälische Industriegebiet anbelangt, so wird dieselbe unter Teilnahme von Direktor Colsmann über den Westerwald, Siegen, das Lennetal, Lüdenscheid, Werdohl nach Elberfeld=Barmen stattfinden und Düsseldorf zum Ziel haben Tag dieser Fahrt steht noch nicht fest. Hamburg, 10. Sept.(Zur Affäre Schack.) Nach einer Mitteilung des Deutschnationalen Handlungsgehilfen=Verbandes hat der Reichstagsabgeordnete Schack den Vorsitz im Verband sowohl als auch sein Reichstagsmandat endgültig niedergelegt. Hamburg, 10. Septbr.(Der Staatsanwalt erhebt gegen Schack Beleidigungsklage.) In Sachen des Reichstagsabgeordneten Schack steht ein gerichtliches Einschreiten der Staat anwaltschaft bevor, die der Triole=Angelegenheit ein öffentliches Interesse beimißt und daher öffentliche Anklage erhoben hat. Die junge Dame ist als Rebenklägerin zugelassen. Innsbruck, 10. September.(Todessturz eines Baumeisters.) Der Baumeister Daerr aus Innsbruck ist in den Mieminger Bergen bei Telfs abgestürzt. Die Leiche konnte bisher nicht Pario, 10. Sept.(Für 21, Milionen Mark Zuveien schah, seine niche und sein Setreictr vethast. Sie worden une v„ Verliner Kriminalvolzel hat sestgestelt, daß die bolen., Die Veriuet Auuue.g. eutopäschen.“ Bande in den letzten sieben Monaten in den städten Juwelen und Schmucksachen im Werte von 2½ MilliMugnano, 10. September.(Tödliches Duell zweier Mädchen.) Zwischen 2 jungen Mädchen, die beide denselben Mann liebten, entspann sich ein förmliches Duell, bei dem die eine durch einen Stich in die Brust auf der Stelle getötet wurde. Der Mann wohnte dem Zweikampfe bei. Schwere Anklage gegen Peary. New=York, 10. Sept. Der Sekretär des amerikanischen Arktischen Klubs, Osbahn, erklärte, sobald eingetroffen sei, werde er, Osbahn, sowie andere hervorragende tlichkeiten unter Eid die Erklärung abgeben, daß Peary der größte Maulheld der Vereinigten Staaten ist. Osbahn wird eine amtliche Erklärung abgeben, aus der hervorgeht, daß Peary die Koffer Dr. Cooks geöffnet und daraus Berichte und Aufichnungen des Forschers an sich genommen habe. Ferner soll er einen Brief Dr. Cooks, der an seine Gattin gerichtet war, geöffnet, wieder versiegelt und dann weiterbefördert haben. Aust Saeches Paesehigie eg e ee. ee n Hast: Pastor Becker Ebersed.(Jozrgen, dr Gengzichgt) Nachmittags 3½ Uhr im Vereinslokale. Mittwoch Abend 8½ Uhr gop Der heutigen Nummer unseter Zeiing lest ein PrDie von ihr gespiellen Lose sind überall erlaubt und beten Prospekte versendet vorher die—. (Homburg 25. Konangebend) Soname Iinerreicht! 1 Vrissen-Schaltbogen Avonnam, bei alen Portanstslt u. Bachhand. Karbenprichtige felcte Gratis-Probenummern bei 9 John Heury Schwerin, Berlin W. M Schlappe Disziplin. Der Dichter: mehr hold.. Der Leutnant:„Dann ließ ich sie halt alle Neune antreten und ein paar Stunden nachexerzieren... dann parieren'!“ (Schmeichelhaft.) Fräulein:„Haben Sie dem armen, gelähmten Bettler etwas gegeben, Anna?“— Köchin:„Ja, aber lahm ist der nicht, das war nur Verstellung.“— Fräulein:„Wie können Sie das wissen?“— Köchin:„Als der Kerl draußen war, fingen Sie zu singen an... da hätten Sie ihn mal laufen sehen sollen!“ 9 95 ### 8. S S. 5 9 sehr satal. 593 9 S28 355 S. 5 S. FPE # S SS SSs S TE S" 2 S S 5 S SS 9 En S 8 8 60 — — 296— Im Seebad. „Ich habe keine guten Einfälle mehr... die Musen sind mir nicht (Kühner Vergleich.) Herr:„Was wollen Sie mir sagen... ich habe an zwei Universitäten studiert!“— Bauer:„Was will dös sage? I han a Kalb'hat, dös hat an zwoa Küah'soffa un is doch weiter nix’word'n als wie an Ochs!“ (Instruktion: Direktor(einer Schmiere, an dessen Bühne eine sehr alte„Liebhaberin“ engagiert ist, zum neuen Regisseur):„Wenn in einem Stück für die Liebhaberin eine Kußszene ist, die streichen Sie stets... denn das Publikum lacht zu viel!“ (Dumme Frage.) Ede: Nächstens eröffne ick'n Warenhaus!“— Fritze:„Quatsch nich, du?! Womit denn eisentlich?“— Ede:„Nu, mit'n Stemmeisen.. (Aeußerste Höflichkeit.)„Eben hier famosen Witz gehört... gestatten die Herren, daß ich mitlache?“ Gattin:„Ein imposanter Anblick ist doch dieses aufgeregte Meer... ich kann mich gar nicht satt sehen!“ Gatte:„Ich auch nicht... komm, laß uns zu Tisch gehen!“ (Sonderbar.) Dame:„Schade, gerade auf den ältesten Bildern sieht man am jüngsten aus!“ Erstes Ballgespräch. Junger Herr(zu seiner Auserwählten, der Tochter eines Schneidermeisters):„Fräulein Hulda, können Sie mir vielleicht sagen, ob Ihr Herr Vater meine Hosen schon bald fertig hat?“ Vexierbild. Radlerin:„Es ist doch schrecklich, wenn man kurzsichtig ist! Denke dir, wie ich heute mit dem Rad stürzte, falle ich unserem alten Briefträger um den Hals... ich dachte, es sei ein Leutnant!" (Galgenhumor.) Beamter(in Kamerun zu einem Delinquenten:„Sie können sich vor Ihrer Hinrichtung noch etwas zu essen wünschen. Was wollen Sie also als letzte Mahlzeit genießen?“— Delinquent:„Den Scharfrichter!? S 9 G 8 G• g 9 2SS2 GSEepegs GTTSRSRR S Gratisbeilage für unsere Abonnenten. Redaktion, Druck und Verlag der Kgl. Bayer. Hofbuchdruckerei von Gebrüder Reichel in Augsburg. Nora. Von Clelia André. (10. Fortsetzung.) Aus dem Italienischen übersetzt. —(Nachdruck verboten.) XXI. Der November war herangekommen und zeigte sich dieses Jahr höchst unfreundlich. Eine ganze Woche hindurch schlug der Regen eintönig auf den Kies der Gartenwege und hielt die Damen Roccabella an das Haus gebannt, wo sie vom Fenster aus die grauen, schweren Wolkenschichten am Himmel verfolgten und dem stürmischen Brausen des aufgeregten Meeres lauschten. Nora fühlte von Tag zu Tag ihren moralischen Mut mehr und mehr entschwinden. Sie wußte selbst nicht, was sie eigentlich wollte oder wünschte. Die Lust und Energie zum Arbeiten, Lesen oder Schreiben war einer gewissen Lethargie gewichen. Sie hatte es sich zur Pflicht gemacht, mit Maria Arnieri eine Korrespondenz zu unterhalten, und die Briefe der jungen Lehrerin, in einfachem, aber ernstem Tone gehalten, schienen Nora neue Horizonte voll des reinsten Friedens zu eröffnen. Die letzten Zeilen Mariens waren indes unbeantwortet geblieben. Die Freundin hatte in zartester Weise auf das Geheimnis angespielt, das Nora so sicher gewahrt und unbemerkt wähnte, und ihr törichter die fünfte Weichsel=Eisenbahnbrücke bei Marienwerder. Hochmut nahm daran so ernstlichen Anstoß, daß das ganze, von der Vernunft so klug aufgeführte Gebäude über den Haufen zu stürzen drohte. Sie wollte kein Glück um den Preis des Mitleids. Von diesem Augenblick an wurde sie launenhaft. Sie vergaß ihre guten Vorsätze, und ihre Beschäftigungen ruhten. Bald folgte sie der Stiefmutter, bald Miß Lucy, als ob sie sich vor sich selbst fürchtete, sie, die sonst so unabhängig gewesen und so gerne für sich allein geblieben war. Sie glich einem verwöhnten Kinde, das sich langsam von einer schweren Krankheit erholt. In der Tat war das Gleichgewicht zwischen ihren physischen und moralischen Kräfteninbedenkliches Schwanken geraten. Carola begann ernstlich besorgt zu werden. Eines Abends fragte sie das junge Mädchen mit ernster Eindringlichkeit:„Bist du krank, Nora?“ „Ich weiß es nicht," erwiderte diese. „Willst du von hier fort? Gewiß ist es dieses abscheuliche Wetter, das dich so nervös macht! Ich bringe dich in meine schöne Villa in Mentone oder, wenn es dir angenehm ist, wollen wir reisen. Es ist so töricht, sein Gemüt von schmerzlichen Gedanken zermartern zu lassen, wo eine Aussprache Erleichtetung bringen könnte.“ Die Gefragte schien auf diese liebevollen Worte kaum zu achten; sie hatte ein Buch in die Hand genommen und war angeblich gänzlich in seinen Inhalt vertieft. Die Gräfin ließ sich indes von dieser scheinbaren Gleichgültigkeit nicht irremachen und fuhr fort:„Vielleicht kann uns der Arzt einen geeigneten klimatischen Kurort vorschlagen... oder...“ Carola hielt einen Augenblick inne aus Furcht, ihre Einmischung könne die Sache am Ende nur verschlimmern; aber ihr Zögern war nur vorübergehend. Der Entschluß, zu einer bestimmten Lösung der Frage zu kommen, stand zu fest bei ihr. Dieser jetzige Zustand durfte nicht fortdauern; es war die höchste Zeit, das junge Mädchen seiner Apathie zu entreißen. 56rans „Oder, fragte Carola, wayrend ihre Stimme erbebte,„wäre es am Ende besser, wenn ich dich verließe? Vielleicht ist dir meine Gegenwart nicht mehr erwünscht? Du hast dir damit eine Pflicht auferlegt, deren Unerträglichkeit sich mir durch den Umstand offenbart, daß du mir auch nicht das geringste Vertrauen schenkst...“ Das Buch war Noras Händen entglitten; bleich, stolzer als je, mit blitzenden Augen und festgeschlossenen Lippen sprang sie von ihrem Sitze auf, mit ihrem hohen Wuchs die Stiefmutter noch überragend. Doch sprach sie kein Wort. Carola fuhr fort:„Nichtsdestoweniger danke ich dir für die Bereitwilligkeit, mit welcher du mich in deinem Heim aufnahmest. Meine Liebe und meine Person stehen der Tochter meines Gatten, des Grafen Roccabella, jederzeit zur Verfügung. Ich scheide, das Herz voll der bittersten Enttäuschung, daß es mir nicht gelang, dir etwas anderes als Widerwillen einzuflößen. Anstatt dich auf mich zu stützen und mir zu vertrauen, ziehst du es vor, deine Wege allein zu wandeln. Wohlan, laß uns scheiden!“ Die Gräfin befand sich in der Tat in der schmerzlichsten Erregung. Der Gedanke an eine Trennung erschien ihr plötzlich als eine traurige, aber unabweisbare Notwendigkeit, um so mehr, als sich das junge Mädchen ihren Worten gegenüber so stumm verhielt. Ohne sich weiter beherrschen zu können, brach sie in Tränen aus. Eleonora Roccabella wurde durch diese Tranen überwunden.„Nein, nein!“ rief sie aus,„Sie sollen nicht scheiden! Wenn Sie mich verlassen, muß ich vergehen... Denn ich leide... unsagbar!“ Mit diesem Schmerzensruf warf sie sich in heftigster Bewegung zu den Füßen der Stiefmutter nieder. Carola, ihres eigenen Kummers vergessend, liebkoste das auf ihrem Schoße ruhende Haupt des jungen Mädchens und erwiderte lächelnd:„Gewiß, mein Liebling; ich werde stets bei dir bleiben. Spare dein Geständnis. Du wirst von deinem Kummer geheilt werden. Das Leben bleibt nicht immer gleich traurig. Hinter den Wolken birgt sich die Sonne und der heitere Himmel...!“ Nora war indes nicht zu beruhigen. Sie weinte heiße Tränen, ab und zu die Worte wiederholend:„Ich kann nicht mehr... ich vermag es nicht mehr zu ertragen!“ Die abendlichen Schatten hatten bereits den Salon in Dunkel gehüllt, ohne daß die beiden Frauen sich dessen bewußt wurden. Noch schlug der Regen an die Fensterscheiben und sein Rauschen vermischte sich mit dem Getöse des Sturmes und dem Branden der aufgeregten Neereswogen.„,.— Tcmee seshmh Allmählich milderte sich der Schmerzensausoruch des jungen Mädchens, und die klangvolle Stimme der Gräfin Carola erhob sich tröstend in der Stille des Raumes:„Es lebte einst im schönen Märchenlande ein sanftes, frommes Weib, das unermüdet auf alle Menschenkinder den Trost seines Lächelns, die ganze Barmherzigkeit seiner Liebe ergoß. Auf die Bettchen der Kleinen zauberte es die heitersten Träume, den Schlaf der Jungfrauen durchwob es mit wonnigen Visionen künftigen Glückes. Vor der süßen Gewalt dieses Weibes beugten sich selbst die Elemente. Eines Tages jedoch erhob sich ein böser Zauberer, um die Macht jener gütigen Fee zu zerstören, die alle Geschöpfe glücklich und gut zu machen wünschte. Dieser schädliche Geist mischte Gift in alle Träume, in alles edle Streben, und neben der Liebe keimte der Schmerz, neben der Demut der Stolz empor. Ein Ritter und eine Dame, die unter dem Schutze der guten Fee standen, hatten sich durch alle diese Fährnisse hindurch die schönsten Eigenschaften des Leibes und der Seele zu bewahren gewußt. Eines Tages gelang es jedoch dem bösen Genius, sich ihnen zu nähern, und er träufelte einen Tropfen Hochmut in ihre jungen Herzen, der fortan ihre Tage vergiftete. Die schöne Dame weinte sich die Augen blind in Gedanken an den Ritter. Der Ritter kämpfte mit seinem Stolze, während er von den blonden Haarflechten seiner Dame träumte. Und so gingen die Tage traurig dahin sowohl in der Kemnate der Burg wie auf dem Kampfplatze...“ Nora hatte zu weinen aufgehört. Ihr schönes Antlitz war ruhig geworden und mit Wohlgefallen lauschte sie dem Märchen und der harmonischen Stimme, die es vortrug. Die Gräfin zögerte mit dem Schlusse der Erzählung, und Nora, einem Impulse stärker als ihr Wille folgend, nahm ihrerseits belebten Tones das Wort, indem sie sagte: „Ich kenne diese Geschichte. Sie wissen aber nicht, weshalb die Dame so schmerzlich litt und der Ritter so düstern Sinnes war. Eine schöne, sanfte und liebreiche Mädchengestalt taucht beständig vor den Augen des Burgfräuleins auf und flüstert ihm zu:„An mich denkt der Held deiner Träume. Weshalb sollte er mir nicht treu bleiben?“ Und die stolze Dame wird lernen, wieder stark und heiter zu sein; denn noch gibt es in der Welt gute Feen, barmherzige Geschöpfe, die zum Troste und Mitgefühl bereit sind.“— Carola betrachtete das junge Wesen vor ihr mit feuchten Augen, erfreut, mittelst dieses einfachen Märchens die Erregung Noras besänftigt und von ihr zugleich den Schlüssel zu dem geheimen Kummer erhalten zu haben, der das ihr so teure Mädchen folterte. Wie mochte Nora nur dazu gekommen sein, etwas von der Existenz dieser Cousine Roberto Arnieris zu erfahren? Für diesen Abend wollte Carola nicht weiter in Nora dringen, nahm sich aber vor, der Lösung dieses Rätsels nachzuspüren. Für den Augenblick war es das Wichtigste, Nora als Gefährtin und Freundin näher zu treten, um sie zum richtigen Genusse des Lebens, zur Heiterkeit und Seelenruhe zurückzuführen. Eleonora Roccabella schien äußerlich ihre Ruhe wiedererlangt zu haben; sie zeigte sich still und gleichmäßig. Als das Wetter sich aufgehellt hatte, begleitete Carola das junge Mädchen in den Garten und entdeckte, daß die Rosen dessen Hauptfreude bildeten. Sie suchte nun Nora näher zu treten, indem sie ihr den Ursprung der verschiedenen Rosen und deren Namen erklärte. Sie wanderte stundenlang mit ihr am Meeresstrande entlang und erzählte ihr fesselnde Geschichten und Legenden von Seeleuten und Schiffbrüchigen, wobei sie den ganzen Reichtum ihrer Phantasie entfaltete, ohne je in dem schwierigen Opfer der Selbstverleugnung, das sie zum Besten der Stieftochter auf sich genommen hatte, zu ermüden. Geraume Zeit hindurch war all ihr Bemühen vergebens, aber endlich siegte die Ausdauer der gütigen Frau. Das junge Mädchen schien nach langem Kämpfen mit sich selbst den Frieden gefunden zu haben. Gott segnete das Liebeswerk einer edlen Seele. Nora und Carola ließen es sich angelegen sein, ihre Zeit mit nützlichen Beschäftigungen auszufüllen. Sie besuchten die Armen und Kranken des Dorfes, und Nora hatte insbesondere die Waisenkinder unter ihre persönliche Obhut genommen. Um sich zu zerstreuen, suchten sie des Abends die elegante Gesellschast auf, die sich an der Riviera zusammenfand, woselbst Carola Gelegenheit hatte, manche frühere Bekannte wieder zu begrüßen. XXII. Als die Nichte des Obersten Arnieri die schlanke 1 Gestalt der jungen Gräfin Roccabella hinter der Türe — 295 Allerlei. Zu unseren Bildern. Die fünfte Eisenbahnbrücke über den Weichselstrom unweit der Stadt Marienwerder zwischen den Dörfern Münsterwalde und Kl. Grabau soll in nächster Zeit zugleich mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Schmentau=Marienwerder dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Ihr Bau begann im November 1905, hat demnach nicht ganz vier Jahre gedauert und einen Kostenaufwand von ca. zehn Millionen Mark verursacht. Die neue Weichselbrücke überspannt den Fluß ziemlich genau in der Mitte zwischen den 75 Kilometer voneinander entfernt liegenden Uebergängen bei Dirschau und Graudenz winkelrecht zu den Deichen und setzt sich zusammen aus fünf Stromöffnungen von je 130 Meter Spannweite und fünf Flutöffnungen (rechts 3, links 2) von je 78 Meter Spannweite. Die Gesamtlänge der Brücke beträgt demnach 1060 Meter. Die 11 Pfeiler sind in Granitquadern aufgeführt; ihre Fundierung wurde von der Firma Philipp Holzmann in Frankfurt a. M. mittelst pneumatischer Versenkung ausgeführt. Die Eisenkonstruktion der Stromöffnungen ist in Form von Halbparabeln durchgeführt und die Ueberspannung der Flutöffnungen mittelst Fachwerk=Trägerkonstruktion erfolgt. An der Ausführung der Eisenkonstruktion waren beteiligt die Brückenbauanstalten Harkort in Duisburg, Eisenhüttenwerke Königshütte in Oberschlesien und Hoffnungshütte zu Starkerode in Westfalen. Die beiden Brückenköpfe sind durch Portalbauten im Ordensstile gekrönt. Jeder derselben ist mit einem aus grünen und gelben Majolikakacheln bestehenden Fries geschmückt, unter dem sich rechts das Preußische Wappen und links der Adler befindet. Der neue feste Weichselübergang ist auch besonders aus strategischen Gründen geschaffen worden. Von der Feier der 300 jährigen Zugehörigkeit der Grafschaften Cleve und Mark zum Königreich Preußen. Wie am 9. August die Grafschaft Cleve, so beging am folgenden Tage die Grafschaft Mark in Gegenwart des Kaisers, der Kaiserin und des Prinzen Oskar die Feier ihrer 300 jährigen Zugehörigkeit zur Krone Preußens. Unsere Aufnahmen zeigen die Enthüllung des Reiterstandbildes des Großen Kurfürsten in Cleve und das deutsche Kaiserpaar auf der Hohensyburg. den Kämpfen der Spanier in Marokko. Nun sind die Spanier auch dazu übergegangen, gleich den Franzosen mit Waffengewalt ihre Ansprüche in Marokko zu verteidigen, und sie haben bis jetzt manchen Verlust dabei gehabt, ganz abgesehen davon, daß das marokkanische Abenteuer zum Teil den äußeren Anlaß zu dem Aufstand in Katalonien gab. Unsere Bilder zeigen den General Marina, den Oberbefehlshaber der spanischen Truppen in Marokko, im Felde, sowie einen Blick auf das Zeltlager der spanischen Truppen auf dem Kriegsschauplatz bei Melilla. Die Unglücksfahrt des„Parseval III“ in Frankfurt a. z. Bei einer Promenadenfahrt erlitt der auf der„Ila“ stationierte „Parseval III“ eine Havarie; widrige Luftströmungen zwangen den Aerostaten vorzeitig zur Erde nieder, wobei er gegen die Fassade eines Hauses gedrückt und beschädigt wurde. Glücklicherweise wurden die Gondelinsassen gerettet. Rätsel=Ecke. (Nachdruck verboten.) Scharade. Eins ist ein Fluß, zwei ist ein Schwein, Drei sagt in Dialektform nein. Das Ganze tönt laut und mit Macht Und hat schon Mauern zum Stürzen gebracht. Verschiebungsaufgabe. Derfflinger— Niederrhein— Gera— Gagenom— Warenzeichen— Mitstreiter— Citus— Hahnenkamm— Schraubenmutter— Mylius. Vorstehende Wörter sind untereinanderzustellen und dann seitlich so lange zu verschieben, bis zwei senkrechte Buchstabenreihen a) einen berühmten Komponisten und d) eine seiner bedeutendsten Musikschöpfungen nennen. Paul Rieckhoff. Rätsel. Sie schleicht auf unsichtbaren Wegen Zu euch, ihr Menschen, oft heran; Wär' sie nicht heuchlerisch verwegen, Hätt' sie euch noch kein Leids getan. Doch ihr, in der beliebten Schwäche, Zeigt selten Widerstand und Kraft; So gießt sie ihre Giftesbäche In eure Seel'— und ihr erschlafft. Und gleich tut ihr, was sie euch raunte Mit List und Falschheit tief ins Herz! Das ist's ja, was schon oft bestaunte Gar mancher Tor— im herben Schmerz. Friedr. Heumann. Somonben. Dem Seemann ist er wohlbekannt, Sie wird bei Tieren angewandt. Bilderrätsel. Logogriph. Von Zeichnerhänden kommt's mit p; Ein deutsches Flüßchen ist’s mit g: Und stellest du ein u voran, Dann ist's ein schmucker Reitersmann. Spiel=Ecke. Schachaufgabe. Von A. Stabenow in Weißensee. Schwarz. Bes Weiß zieht und setzt mit dem zweiten Zuge matt. Auflösungen der Aufgaben in der letzten Nummer: Auflösung des Leiterrätsels: E 1 R 1 B 0 T N 8 S A MAC T H R A TTE I L Auflösung des Homogramms: L L B L AURA L U K AS B R AUN A S N Auflösung des Rätsels: Wahr. Auflösung des Homonyms: Kamm. Auflösung des Bilderrätsels: Einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins Maul. Auflösung der rätselhaften Inschrift: Wer den Pot für antik hält, der is ang'führt. Auflösung der Skataufgabe: Im Skat lagen à 8 und§ 7. A hatte: eW, gW, gs, e0, eß. e7, r0,rS s10, 30; B hatte: rW, SW, g9, e 10, 69, r 10, r 9, s b, e K 99. Den Rest erhält der Spieler; die Gegner sind auf 15 Augen gekommen. 962— das Haupt mit dem silberweißen Haar, der Wand zugekehrt, zur Ruhe. Viola wagte kaum zu atmen. Schlief die Mamaika—? Gespannt und hochklopfenden Herzens horchte das Mädchen. Der Mond schien hell und beleuchtete gespenstisch die alten hundertjährigen Eichen, unter deren Schutz Cincilla Lurians Häuschen wohl geborgen war. Nun schlich sich Viola behutsam an das einzige große Fenster in der Wohnstube. Der Großmutter Spinnrad stand davor und ein großer Topf mit späten weißen Lilien, die stark dufteten. Mit bebenden Händen räumte Viola beides fort. Dort— täuschten ihre Augen sie nicht?— Dort am Saume des Waldes tauchte ein Reiter auf. Er kam näher, hielt endlich und verschwand im Unterholz. „Er versteckt das Pferd," dachte Viola—„Gott sei ihm gnädig, daß nicht ein Bär oder Wolf die gute Beute wittert! Soll ich bleiben? Jonny gehen? O, heilige Anna, hilf! Wie bebt mir das Herz!" Sie öffnete leise das Fenster. Die schwere Doppeltür pflegte die Großmutter stets zu verschließen, der Schlüssel lag unter ihrem Kopfpolster, aber Viola fehlte der Mut, ihn an sich zu nehmen. Jetzt ertönte das Zeichen— der Ruf des Uhus. Auf weichen Sohlen kam eine hohe Gestalt heran und hob mit kräftigen Armen das Mädchen aus dem Rahmen des Fensters. Jonny—“ flüsterte Viola, am ganzen Leibe bebend. In diesem Augenblicke erwachte die alte Cincilla. Sie hatte weniger als sonst von dem Branntwein genossen. Der Schreck machte sie nüchtern. Im grellen Mondlicht sah sie das ihr nur allzu bekannte Gesicht des Edelherrn von Sartalumino, der ihr Enkelkind in seinen Armen davontrug. Das Morphium im Branntwein lähmte ihre alten Füße, die ohnehin so schwer noch ihre Pflicht erfüllen wollten— ein heiserer Schrei entrang sich ihrer Kehle. Dann rief sie gellend:„Fluch des Himmels über dich, feiger Räuber! Es ist deine...“ Während das schwarze, feurige Pferd seine doppelte Last entführte, erstickte ein Herzschlag die weiteren Verwünschungen der alten Cincilla. ** Achtzehn Monate waren vergangen. Auf der Terrasse eines in maurischem Stil gehaltenen, über den keilen Bergabhang aufragenden Landhauses zu Novolskielsk, dicht an der russischen Grenze, bot sich dem Auge ein wahres Märchenbild: Breitfächerige hohe Palmen, Lorbeeren, weiß und purpurnblühende große Rosenbüsche, betäubend duftende Orangen= und Jasminsträucher bildeten die Wände. Dort, wo acht Stufen in den Park münden, springt eine große Fontäne, von einem mächtigen Kranze weißer und japanischer Bandkilien umsäumt. Um die das Tach stützenden Pfeiler haben sich, wie Lianen, breite Ranken gelber, dornenloser Röschen geschlungen, deren seiner Duft alles erfüllt. Den Boden der Terrasse bedeckt ein kostbarer Teppich und ein noch kostbarerer Djillim schmückt die weiche, schwellende Ottomane, neben der kleine orientalische Tischchen und Schemel in reichster Perlmutterverzierung Zigaretten und Nargilehs(Wasserpfeifen) tragen. Vier mattrosa Ampeln, die an feinen, vergoldeten Bronzeketten von der Decke herniederhängen, überstrahlen dieses Märchenbild. Die Luft ist heiß, schwer und drückend. Berauschende Düfte verschwenden die Blüten. Doch die, der zu Ehren dies kleine Paradies vor Jahr und Tag geschaffen wurde, hat keinen Blick für all diese Pracht. Viola, in weiße, schleppende Gewänder gekleidet, ruht auf der weichen Ottomane. Aus der„Waldhexe", der neckischen Enkelin Cincillas, ist ein wunderbar schönes Weib geworden, das die Zeit zu üppiger Blüte entfaltet. Das reiche, blauschwarze Haar, der dunkle Teint sind dieselben geblieben, aber über den großen flammenden Augen liegt seit Wochen ein feuchter Schleier. Tiese Traurigkeit hemmt wie ein Alp ihre sonst so elastischen Bewegungen. Ihr Herz bangt vor einem unbekannten Etwas. Droht ihr Gefahr? Droht sie Jonny, der seit einem Monat abwesend? Oder gar dem Kinde—? Das Kind— ihr Knabe— ach, mit welch leidenschaftlicher Zärtlichkeit hängt sie an dem Pfande von Jonnys Liebe.— Seiner Liebe—? Nein! Hatte er sie je geliebt? War Jonny Nubiliano überhaupt ein Mann, der tieferen Gefühlen Macht über sich gönnte? Nein— nun mußte sie sich selbst die Wahrheit gestehen— alle Liebe, alle Hingebung, alle Leidenschaft war auf ihrer Seite. Zeit Monden schon war er kalt gegen sie. Während ihre feuchten Augen unter den Myriaden glänzender Sterne am Firmament das Rätsel zu suchen schienen, grübelte sie über ihr Schicksal nach. Ach, was war in der kurzen Spanne Zeit alles geschehen! Nach der romantischen Flucht aus der Großmutter Häuschen— Jonny Rubiliano hatte eine besondere Vorliebe für extravagante Begebnisse— brachte er Viola nach Vordujeni, in das Haus einer alten vornehmen Dame. Der verarmten Baronin Zos Benvenitza gebrach es an Mitteln, um standesgemäß zu leben. De sie mit dem Gutsherrn von Sartalumino verwandt war, kam ihr Nubilianos„toller Streich“ und die Anwesenheit seiner„Braut" sehr gelegen. Sie versorgte Viola mit allem, was eine Dame von Rang und Stand beanspruchen konnte, und der Wahnwitzige, Verliebte gewährte dazu die eeichsten Mittel. 294— Zu Nubilianos Erstaunen aber hatte die„schöne Waldhexe", der von den Bauern verspottete„Schloßfindling“, moralische Grundsätze, die dem Besitzer von Sartalumino nur die Alternative ließen, Viola entweder zurückzuschicken, oder zu seinem Weibe zu machen. Der Wunsch nach ihrem heißersehnten Besitz ließ ihn das letztere wählen. Gegen ein hübsches Sümmchen blanker Dukaten und viel Basamak erklärte sich der Parinte(Pope) bereit, eine heimliche Trauung vorzunehmen. Drei Tage nach ihrer Ankunft in Bordujeni war Viola rechtmäßige Mitbesitzerin von drei Herrschaften, ansgedehnten Ländereien und Waldungen, einem großen Barvermögen und riesigen Schaf= und Schweineherden. Obwohl Jonny Nubiliano toll verliebt war, schämte er sich doch, sein junges Weib nach seiner Hauptbesitzung, nach Sartalumino, zu führen. „Es ist eine Unmöglichkeit— ein jeder kennt sie als„Schloßfindling—,“ als Cincilla Lurians Enkelkind! Und würde ich selbst mit Gewalt der öffentlichen Meinung ins Gesicht schlagen, ich könnte ihr doch den Respekt nicht verschaffen, den das Bauernvolk seiner Bojarin entgegenbringen muß!“ So sagte sich Jonny Nubiliano. Pah! Vorläufig gehörte Viola ihm— er liebte sie, er stand allein in der Welt, und nicht die Hölle— so meinte er scherzend— könnte ihm den Besitz seines jungen Weibes streitig machen. Nach den ersten Honigwochen begann er mit Viola zu reisen und wechselte unstet seinen Aufenthaltsort, wie seine bizarren Launen. Viola, die ihn liebte, und deren kühnste Märchenphantasien sich erfüllt hatten— Viola ließ ihn gewähren. Lächelnd fügte sie sich all seinen Anordnungen und sah zu ihm auf, wie eben nur ein liebendes, hingebungsvolles Weib zu ihrem Gatten aufschauen kann. Bald aber erschrak sie über Nubilianos grenzenlose Eifersucht. Es konnte nicht ausbleiben, daß die Schönheit, die im rumänischen Bauerngewand jedweden entzückt hatte, in kostbaren Toiletten geradezu Aufsehen erregen mußte. In allen Großstädten, die sie berührten, in Theatern, Basaren, beim Rennen, in allen Spielbanken, die Jonny Nubiliano mit Vorliebe besuchte, konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der guten und nicht guten Gesellschaft ausschließlich auf die„schöne Bojarin“. Eines Tages war es Jonny Nubiliano müde, sein junges Eheglück sich von Tausenden Neugieriger und in Viola Verliebten mißgönnen zu lassen. Er begann sie zu quälen. Obwohl er wußte, daß sie nicht das geringste tat, um jenen Schwarm Bewunderer und Schmachtender zu ermuntern, oder sich nachzuziehen— ja, es gab Närrische, die dem Ehepaar von Land Land folgten—, provozierte Nubiliano häufig die wildesten Eifersuchtsszenen. „Ich ertrage es nicht, dich von den Augen anderer profaniert zu sehen. Wir gehen nach Novolskielsk und leben nur für uns!“ Als Antwort lächelte Viola süß und küßte ihn. Das war vor nun einem Jahre. Jonny Nubiliano hatte den halbverfallenen Herrensitz an der Grenze, der seit Jahrzehnten von keinem der Gutsherren bewohnt gewesen, in alter Pracht erstehen lassen. Er umgab Viola mit dem raffiniertesten Luxus, und das ehemalige Naturkind besaß das Talent, sich in diese ungewohnte Welt wundersam schnell einzuleben. Nubiliano gab seinem Erstaunen darüber oftmals beredte Worte. Da seine Eisersucht auf diesem abgelegenen Herrensitz keine Nahrung fand, wurde Violas Glück, durch die Geburt eines Knaben erhöht, in nichts gestört. Aber seltsam—— Noch zählte der Kleine, den der Vater„Sascha“ getauft hatte, nicht ganz drei Monate, als Jonny Nubiliano einsilbig und zerstreut zu werden begann. Nicht der schönen Gattin Herzensgüte und Hingabe, nicht des Kleinen Lächeln vermochte in solchen Stunden die täglich sich mehrende trübende Stimmung zu bannen. Und Viola, selbst in Besorgnis um des Eheherrn Gesundheit, gab den Impuls zur ersten Trennung. Wie konnte sie ahnen, welch Unheil sie mit dem Gedanken, ein kurzer Aufenthalt in Petersburg oder Paris werde ihm die verlorene gute Laune ersetzen, heraufbeschwor. Jonny Nubiliano reiste. Er nahm zärtlich Abschied von Gattin und Sohn und schien sich schwer von beiden zu trennen. In erster Zeit kamen Depeschen und Briefe fast täglich, dann spärlicher. Plötzlich war er unverhofft da, um nach kurzer Ruhepause abermals hinaus zu eilen in die Welt, die er nicht missen konnte. Doch sprach er niemals mehr davon, Viola und das Kind mit sich zu nehmen. „Du bist an die Einsamkeit deiner Waldhütte gewöhnt— du verlierst nichts an dem Getriebe da draußen!" Das klang fast brüsk. Hatte ihre Bitte, bei ihm bleiben zu können, eine solche Antwort verdient? Und als ihr Gatte hinausging und bald darauf auf einem wilden Renner in die Steppe jagte, erschauerte sie zum erstenmal in dem Gedanken:„Er liebt dich nicht mehr!“ folgt.) +. W M e n gu WM h Wut uui ciflupb Ppizgobuv wai gi — 291— des Sprechzimmers verschwinden sah, blickte sie erstaunt um sich. Es deuchte ihr, als hätte sie geträumt oder als wäre ihr eine Vision erschienen. Welch einer seltsamen Verkettung von Umständen war es zuzuschreiben, daß dieses Mädchen ihren Lebensweg kreuzte mit der außerordentlichen Bitte, an ihren Reichtümern teilzunehmen? Weshalb schien es ihr so nahe zu gehen, daß Maria ein Anerbieten zurückgewiesen hatte, dessen Annahme nur die intimste Freundschaft oder die allernächste Verwandtschaft hätte rechtfertigen können? Von Natur aus ruhig und überlegt, war sie sich längst klar geworden über die Hoffnungslosigkeit ihrer Zukunftsträume. Sie war mittellos und hatte nichts zu erwarten. Ihre Liebe gehörte zu jenen stolzen, erhabenen Empfindungen, die vor gewöhnlichen Verzweiflungsausbrüchen schützen und den Entsagenden eine heitere Ruhe bewahren lassen. Ueber alles stellte sie die Pflicht. Roberto schuldete dem Onkel Unterwerfung, der ihn aufgezogen und ihm zu seiner Carriere verholfen hatte. Sie konnte ihm niemals angehören, ebensowenig als sie ihn zu vergessen vermochte. In den langen Stunden, die oft in eintöniger Erfüllung ihrer Pflichten vorübergingen, hatte sie sich mit dem Gedanken vertraut zu machen gesucht, daß Roberto sie mit der Zeit vergessen werde, daß er reiche, schöne Mädchen auf seinem Wege finden würde, unter denen er seine Lebensgefährtin wählen könne. Es schien ihr das eine so natürliche Sache, daß sie wähnte, ihr Herz würde nicht schneller schlagen, wenn sie davon erführe. Und doch zögerte sie unter dem Eindruck des Erlebten, wieder zu ihrer Arbeit zurückzukehren. Ein eigentümlich beklemmendes Gefühl erfüllte ihr Inneres, und die Sonne schien sich ihr zu verdunkeln. War es Schmerz oder nur Ueberraschung über die plötzliche Bewahrheitung ihrer Vermutung, was über die lange Reihe der kommenden gleichförmigen Tage ihres Lebens einen so trüben Schatten zu werfen schien? Es stand außer Zweifel, daß jenes schöne junge Mädchen mit der beredten Zunge, das so bereit schien, sich für das Glück Roberto Arnieris zu opfern, unter dem Antrieb eines sehr zärtlichen Gefühls gehandelt hatte... Die Sache lag klar vor ihr... Aber eines begriff sie nicht: Roberto sollte unglücklich sein? Unglücklich ihretwegen? Seitdem sie als Lehrerin in das Institut eingetreten, wo sie selbst erzogen worden war, hatte sie ihren Vetter nicht wieder gesehen, war sie nicht mehr im Hause des Onkels gewesen. Sie hatte sich mit den seltenen Besuchen begnügt, die der väterliche Freund ihr abstattete, und nichts weiter mehr vom Leben begehrt. Tausend Gedanken stürmten nun auf sie ein. Wußte wohl Roberto von diesem Schritt...? Hatte er eine Ahnung von dem Gefühl, das in dem Herzen der jungen Gräfin für ihn lebte? Wäre hier vielleicht eine Rücksprache mit dem Onkel am Platze...? Diese letzte Erwägung schien ihr zutreffend, und damit kehrte ihre gewohnte Seelenruhe zurück. Es kam ihr nicht einmal in den Sinn, die Möglichkeit der Verwirklichung von Eleonora Roccabellas Plänen zu prüfen; im Gegenteil setzte sich in ihrem Herzen die Absicht fest, das Glück senes großmütigen, liebenswerten Mädchens zu begründen. Gewiß hatte Robertos Liebe vor einigen Jahren ihr gehört. Allein dieses Gefühl glich mehr dem zarten Hauch einer auf Idealen aufgebauten Jünglingsschwärmerei, als einer starken, lebensfähigen Neigung. Was sie selbst betraf, war ihr die eigentliche Leidenschaft fremd geblieben. Sie fühlte sich überzeugt, daß das Herz ihres Vetters von jenem bevorzugten Geschöpfe unvermeidlich bezwungen werden müsse, das für die Freuden und für die großen Gefühle des Lebens geschaffen schien, während sie selbst nichts begehrte, als im Schatten zu wandeln und zu lieben. Dann liefen die versprochenen Briefe Noras ein, welche Maria erst aus Höflichkeit erwiderte. Nach und nach begann sie sich jedoch immer mehr für das reich begabte junge Mädchen zu erwärmen, das seine Gedanken in so origineller Art auszusprechen wußte, und ihre Liebe wuchs bis zu dem Punkte, daß sie ohne einen Schatten von Eifersucht sich der Freude hingab, diejenige zu kennen, die sie in Gedanken bereits an Robertos Seite sah. Seit mehreren Tagen harrte sie indes vergeblich auf eine Erwiderung ihrer letzten Zeilen, und als Woche um Woche verstrich, wurde sie von einer großen Unruhe erfaßt. Sollte ihre reizende Freundin krank sein, war sie verreist oder gar beleidigt? Aber nach welcher Richtung hin könnte ihr Brief sie wohl verletzt haben? In dem großen Saale wurde es allmählich dunkler; die Nacht brach herein. Vor ihrem Schreibtisch sitzend, überlas Maria nochmals, was sie damals geschrieben hatte in dem Glauben, sich das Recht erworben zu haben, wie eine ältere Schwester, fast wie eine Mutter, offen und ehrlich mit ihr zu reden. „Teures Mädchen,“ hatte sie geschrieben,„du scheinst dir das Leben mit Absicht bitter gestalten zu wollen. Wie kannst du dich der Vorstellung hingeben, als wandeltest du in einer endlosen dunklen Einöde...? Du schließest die Augen gegen das strahlende Licht, das dich umflutet, weil du fürchtest, es könnte dir entzogen werden. Eleonora, deine Furcht ist unbegründet! Ueberlaß dich deiner Liebe; es ist etwas Großes, Schönes um dieses Empfinden! Für dich wird es eine dauernde Glückseligkeit sein, wie es für mich... eine sanfte Erinnerung bleibt. Weshalb erneuerst du fortgesetzt dasselbe Anerbieten? Ich bin nicht in der Lage, es anzunehmen, weil bereits eine lange Zeit entschwunden ist, seitdem ich mit meinem Liebesidyll endgültig gebrochen habe. Ich wäre unfähig, die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, während du, teures Mädchen, Roberto mit deinem ganzen Sein, deinem vollen, reinen Herzen liebst. Ich sah es aus deinen Augen leuchten, hörte es aus dem Vibrieren deiner Stimme, als du um Robertos Glück willen zu mir kamst. Nichts soll dich hindern, die Freude einer wahren Herzensliebe zu kosten. Wenn du wüßtest, wie innig ich um die Erfüllung dieses meines sehnlichsten Wunsches bete! Wir werden immer Freundinnen bleiben unser ganzes Leben hindurch. Vertraue dem lieben Gott! Ueberlasse ihm die Verwirklichung deiner Träume. Blicke heiter in die Zukunft und tue deinem Herzen keine Gewalt an... nur... liebe mich weiter...!“ Bei diesem Abschnitte schloß Maria ihr Tagebuch, das ihren größten Schatz ausmachte. Sie kannte so wenige Freuden. Von ihrer Mutter war ihr kaum eine Erinnerung geblieben; sie besaß keine Freundinnen und mit niemand war sie je in schriftlichem Verkehr gestanden. Die Glocke gab eben das Zeichen zum Beginn der Aufsichtsstunde im Studiersaal, und während sie die Treppe hinunter eilte, hörte sie die Pförtnerin ihren Namen rufen:„Schnell, Fräulein Arnieri, Sie werden im Sprechzimmer erwartet!" Maria lenkte ihre Schritte dem betreffenden Saale zu, aufs höchste verwundert, wer ihr zu dieser Stunde einen Besuch machen könne. Es war die alte Haushälterin ihres Onkels, die Maria als kleines Kind in ihre treue Obhut genommen hatte. (Fortsetzung folgt.) Spruch. Rütze jede Stunde Deines Lebens Kraft, Eb' dir Glockenmunde Kündet— ausgeschafft! Freu' dich jeder Freude, Crage gern das Leid, Bald, vielleicht schon heute Endet deine Zeit! Und welch ernstes Fragen Folgt einst Freud' und Leid, Ob sie dir getragen Frucht zur Ewigkeit! * 5 5 F E S S 3US SSLSSE S55HSSSESESUTGEDEOSE CUGUEEEEE GUMSSENESEP DBEZSOOÄUDAERENSNGUBRESSBENRZAULUSTUUSDERAA S S. S * * #OSLUEGEESAL 99— S EU5G SS SSSGUNERE D a0190n. — — 292— verständlicher erschien, wie die erste: „Nun höret das Ende, ihr Mägdelein: Großmütterlein lachte, und Mütterlein lacht— Und Töchterlein wird einmal lachen! Das alte, ewige Liebeslied Handelt von komischen Sachen. Großmütterlein weinte, und Mütterlein weint— Und Töchterlein wird einmal weinen——., Mir will das alte Liebeslied Gar so traurig erscheinen.“ von der Feier der 300 jährigen Zugehörigkeit zum Konigreich Preusen: Enthüllung des Reiterstandbildes des Großen am 9. August 1909. Die Waldhere. Erzählung von M. v. Markowics. (Fort=(Nachdruck setzung.)— verboten.) Cincilla Lurian, die eines Küsters Weib gewesen und über siebzig Jahre zählte, hielt es in letzter Zeit sehr mit dem Basamak(süßem Kornbranntwein), sonst hätte sie das veränderte „ Wesen ihrer jungen Enkelin unbedingt bemerken müssen. Das kecke Lachen und die lustigen Spötteleien Violas waren ganz verschwunden. Ein" tönige, traurige Weisen waren seit Wochen von ihren roten Lippen gekommen, während das Schiffchen des primitiven Webstuhles hin und her flog. Da war besonders ein Liedchen, das Viola nicht aus dem Sinne kam. Die Mamaika hatte es oft gesungen, als Viola noch ein Kind war. Es hatte eine weiche, süße Melodie und lautete: „Ich kenne ein Lied, ihr Mägdelein, Großmütterchen sang's, und Mütterlein singt's, Und Töchterlein wird's einmal singen, Das alte, ewige Liebeslied— Es handelt von Liebesdingen. Großmütterlein weinte— und Mütterlein weint, Und Töchterlein wird einmal weinen— Das alte, ewige Liebeslied Will mir so traurig erscheinen.“ „Daß dich's nicht gelüstet, am Sonntag nach Sartalumino zum Tanz zu gehen! Sie feiern ein Fest im Schlosse, hüte dich, auch nur in die Nähe des Herrenhauses zu kommen! Der Bojar ist von langen Reisen heimgekehrt— der Erzengel möge ihn strafen!— Und dies Otterngezücht hat uns stets nur Unheil gebracht!“ So warnte die alte g6u., m Cincilla. General Marina, Violas Herz klopfte Oberbefehlshaber der spanischen Truppen in Marokko. wußte, daß er da war, der Edelherr Erst gestern hatte sie hinter dem der brafschaft Cleve morschen Madonnenbilde jenseits der Ortschaft an seinem Halse gehangen, seine heißen Lippen hatten ihre enzig, Hapenganszgte gestreist, Kurfürsten in Cleve und, als sie, einem schenen Reh gleich, endlich davemogzigztez r bsegen u e, v, Mahians uach;„Aibo. vergst mags von den, I, enen, iche Jonny chwptig... Halte dich beren morgen nuchzr, Dann riß Viola wohl beim Singen der Webfaden. Und während sie den Faden wieder anknüpfte, dachte sie über die zweite Strophe des Liedes nach, die ihr noch.tvon der feier der 300jährigen Zugehörigkeit der Grafschaft Mark zum Königreich Preußen: Das deutsche Kaiserpaar auf der hohenshburg am 10. August 1909. mein Leben! Ich hole dich gegen Mitternacht— und wehe der Alten, wenn sie dich mir streitig macht! Noch eins—“ Viola kam zurück. „Hier in dem Fläschchen ist ein milder Schlaftrunk; den mische in der Mamaika Branntwein!“ Und da das Mädchen ängstlich und fragend zu ihm aufschaute, ohne nach dem Fläschchen zu greifen, drängte er: „Es ist ein unschuldig Mittel! Man gibt es Kindern, die unruhig sind! Es wird ihr nichts schaden— nimm nur, Liebling!“ Er küßte sie und willenlos ließ es Viola geschehen... Die Nacht senkte ihren Schleier auf Wald und Flur. Fern am Horizont ballten sich„ schwarze Wolkenmassen zusammen; gelbrote Streifen und Flecken, die sie flankierten, verhießen Hagel. In Angst und Unruhe hatte Viola sich scheinbar zur Ruhe begeben. Wie schlug das Herz ihr so ungestüm in der Brust! Wie Jonny Nubiliano ihr geheißen, hatte sie den Inhalt des blauen Fläschchens, den der Edelmann ihr als„völlig unschädlich“ gepriesen, in der Großmutter Glas geschüttet. Warum doch zögerte die Mamaika heute gerade so mit dem Einschlafen? Sonst pflegte sie mit den Hühnern zu Bett zu gehen und mit dem Hahnenschrei, der den Morgen begrüßte, aufzustehen. Heute saß sie verdrossen seit Stunden auf ihrem Lager von frischem Kukuruzlaub, sprach nicht, und trank bedächtig den süßen Basamak, der mit Ingwer versetzt war. Endlich murmelte sie Unverständliches und legte von den Kämpfen der Spanier in Marokko: Zeltlager der spanischen Truppen auf dem Kriegsschauplatz bei Miclilla. von der Unglücksfahrt des„Parsepal IlI“ in frankfurt a..: Die Bergung des demontierten Luftschiffes auf offener Straße. S.500