Die„Annener Zeitung" erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Bezugspreis inkl.„Sonntagsblatt“ u.„Humoristische Blätter“ monatlich 40 Pfg. — Telephon=Nr. 334.— Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ortschaften. = A m t l i c h e s O r g a n. Anzeigegebühr für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg. Inserate finden bei der großen Auflage der Annener Zeitung weite und billige Verbreitung. — Telephon=Nr. 334.— Nr. 98. 1909. Dienstag, den 24. August. 25. Jahrgang. Deutsches Keich. — Das Kaiserpaar, das am Sonnabend auf der Saalburg geweilt hatte, ist am letzten Sonntag nach Wilhelmshöhe zurückgekehrt. Die Saalburg hatte der Kaiser unter Führung des Bauinspektors Jakobi eingehend besichtigt, da er hier seit Jahresfrist nicht mehr gewesen ist. Besonders gefielen dem Monarchen ein Säcullum nach alten Fundstücken, nachgebildete römische Kohortenszenen. Der Ausflug des Kaisers war von bestem Wetter begünstigt. — Ueber die Kosten der Hohensyburg=Feier waren übertriebene Angaben im Umlauf. Es hieß, für den einstündigen Besuch des Kaiserpaares auf der Hohensyburg seien 700000 Mk. aufgewendet worden. Dem gegenüber ist das Altenaer Kreisblatt in der Lage mitzuteilen, daß, selbst wenn man eine Rull von dem obigen Betrage streicht, die Unkosten auch diesen Betrag noch bei weitem nicht erreichen. Das klingt schon anders. Es kann auch garnicht oft und nachdrücklich genug betont werden, daß es dem Kaiser außerordentlich unangenehm ist, wenn sich Gemeinden wegen Veranstaltungen zum Empfange des Monarchen in große Geldunkosten stürzen. Je einfacher um so lieber; nur das Herz muß dabei sein. Die„Köln. Ztg.“ bestätigt, daß der Aufwand für die Hohensyburg=Feier noch nicht 70000 Mk. betragen hat.(Dergl. auch die Rotiz unter Lokalem.) — Sparsamkeit ist auch des neuen Kanzlers Grundsatz. Gleich dem Fürsten von Bülow ist auch der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg von der Ueberzeugung durchdrungen, daß angesichts der Finanzlage des Reiches die größte Sparsamkeit auf allen Gebieten erforderlich ist. Im Hinblick auf die in den verschiedenen Reichsämtern gegenwärtig stattfindenden Vorbereitungen zur Aufstellung des nächstjährigen Reichsetats hat er den ihm unterstellten Ressorts eindringlich eindringlich eingeschärft, jede mögliche Sparsamkeit bei den Ausgaben walten zu lassen. Insbesondere soll eine Vermehrung der Beamtenstellen überall da, wo sie nicht unbedingt geboten ist, unterlaffen werden. Trotz der bewilligten 500 Millionen neuer Steuern wird also im Reiche überall so haushälterisch wie möglich gewirtschaftet, so daß eine Gesundung der Reichsfinanzen wirklich erwartet werden kann. Die Befürchtung, es könnte nun mit vollen Händen gewirtschaftet werden; ist grundlos. — Die Lehrerbesoldung. Amtlich wird für Preußen bekannt gegeben, daß die Regierungen ermächtigt worden sind, den Lehrern bezw. Lehrerinnen, die sich den Bestimmungen des neuen Lehrerbesoldungsgesetzes unterwerfen, die erhöhten Alterszulagen auch für das Rechnungsjahr 1009 zu zahlen. Die Regierungen sind ferner angewiesen worden, so schreibt die„Nordd. Allg. Ztg.“, dahin zu wirken, daß den Lehrern und Lehrerinnen, die sich bereits für die neue Besoldungsordnung erklärt haben, die ihnen zustehenden erhöhten Bezüge an Grundgehalt, Amtszulage und Mietsentschädigung von den Schulverbänden, soweit diese nach ihrer finanziellen Lage dazu fähig sind, tunlichst bald gezahlt werden. — v. Einems Dank. Der frühere Kriegsminister und gegenwärtige kommandierende General v. Einem erwiderte auf ein Begrüßungsschreiben des Magistrats von Münster, der Stadt seiner neuen und seiner früheren Wirksamkeit: Herzlichen Dank für den freundlichen Willkommensgruß. Ich kehre gern und mit Vergnügen in die mir so liebe alte Stadt zurück und jetzt um so lieber, als ich sehe, daß ich nicht vergessen bin. Mit herzlichem Gruß usw. — Der Reichskanzler wird unentwegt an der bisher beobachteten Ostmarkenpolitik festhalten. In Culm an der Weichsel wurde kürzlich eine Bismarcksäule eingeweiht und die Teilnehmer sandten dem Reichskanzler ein Begrüßungstelegramm, in dem sie die Hoffnung aussprachen, daß sie bei dem Reichskanzler in ihrem Ringen um die Erhaltung des Deutschtums in der Ostmark Unterstützung finden werden. Sein Danktelegramm schloß der Reichskanzler mit den Worten:„Das Deutschtum in unsern Ostmarken zu erhalten und zu stärken, bleibt eine Aufgabe, an deren Erfüllung getreu den Traditionen des großen Staatsmannes, dem Sie soeben ein Denkmal geweiht haben, ohne Wanken fortgearbeitet werden wird.“— Die neue Parteikonstellation wird also keinen Einfluß auf Preußens Ostmarkenpolitik haben, was umsomehr beruhigt, als sich diese Politik bewährt hat. — Der 150. Todestag Ewald Christians v. Kleist, wird am heutigen Dienstag von der getreuen Gemeinde des Helden und Sängers, des klassischen Dichters des„Frühling“ in herzlicher Weise gedacht werden. Der Dichter, der nur ein Alter von 35 Jahren erreichte, verdient es, nicht nur um seiner poetischen Schöpfungen, sondern auch um seiner lauteren Persönlichkeit wegen, daß ihm eine dankbare Erinnerung geweiht wird. — Gute Beziehungen unterhält Deutschland zu dem aufstrebenden Argentinien. Diese haben auch ihren Ausdruck darin gefunden, daß dem deutschen Bildhauer Professor Gustav Eberlein ein großes Denkmal für die Armee der Revolutionszeit 1812, das in Buenos Aires errichtet werden soll, in Auftrag gegeben wurde. Professor Eberlein machte seine Studien an Ort und Stelle; er wurde mit ausgezeichneter Höflichkeit aufgenommen. — Eine amtliche Bekanntmachung des Reichsanzeigers bestätigt die Wahl des ordentlichen Professors in der philosophischen Fakultät, Geheimen Regierungsrats Dr. Erich Schmidt zum Rektor der Friedrich=Wilhelms=Universität in Berlin für das Studienjahr 1909/10. — Eröffnung des Prüfungsamtes für Tabakverwertung. Der Staatssekretär des Reichsschatzamtes Wermuth befindet sich mit einem Dezernenten am heutigen Montag in Bremen, um die Mitglieder des neu gegründeten Prüfungsamtes für Tabakverwertung in ihre Tätigkeit einzuführen. Die Eröffnungssitzung erfolgt im Senatshause im Beisein des regierenden Bürgermeisters. Die Einrichtung ist eine Folge der neuen Tabaksteuer. — Das Wesen der Zentrumspartei soll parteioffiziell festgestellt werden. Die„Germania“ veröffentlicht einen Aufruf der Abgeordneten Freiherr v. Hertling und Dr. Porsch an die Mitglieder der Zentrumspartei, den Streit bis zu dessen Erledigung durch den Landesausschuß ruhen zu lassen. In dem Aufrufe heißt es: Der Landesausschuß der preußischen Zentrumspartei, verstärkt durch die süddeutschen Vorstandsmitglieder der Reichstagsfraktion des Zentrums, werden sich sofort beim Wiederzusammentritt des Reichstags mit den neuerdings zur Diskussion gestellten Fragen zu beschäftigen haben, welches der eigentliche Charakter der seit 40 Jahren bestehenden Zentrumspartei ist. Mit Rücksicht hierauf richten wir an alle unsere Freunde im Lande die dringende Bitte, einstweilen und bis dahin von jeder Erörterung dieses Gegenstandes in der Presse und in Versammlungen absehen zu wollen. Man ersieht hieraus, welche Bedeutung die Parteileitung der vom Abgeordneten Rören ausgegangenen Bewegung beimißt. Marinas legt Wert auf die Erklärung, daß die Gerüchte, nach denen der marokkanische Sultan Mulay Hafid, den Frieden im Rifgebiete wiederherstellen werde, grundlos sind. Das wollen die Spanier selbst besorgen. Türkei. Zeppelins Fahrt nach Berlin. Berlin, 21. Aug.„Z. 3“ wird, wie jetzt endgültig feststeht, am Freitag, 27. August, abends, von Friedrichshafen abfahren. Die Ankunft in Bitterfeld soll am Samstag, 28. August, um 1 Uhr mittags erfolgen, wo Graf Zeppelin an Bord des Luftschiffes gehen wird. Die Abfahrt des Luftschiffes ist auf 2 Uhr festgesetzt. Gegen 4 Uhr wird Graf Zeppelin über dem Tempelhofer Felde erscheinen, wo er von dem Kaiser, der Kaiserin und der Familie des Kaisers erwartet wird. Der gesamte Hofstaat, sämtliche in Berlin anwesenden Fürstlichkeiten, Minister und Generale werden sich in der Suite des Kaisers befinden. Graf Zeppelin wird über dem Tempelhofer Felde dem Kaiser und seinen Gästen mehrere Manöver vorführen. Das Tempelhofer Feld wird nicht abgesperrt werden sondern steht für dus Publikum zur Verfügung. Sobald Graf Zeppelin seine Kreuzund Höhenfahrten auf dem Tempelhofer Felde beendet hat, erfolgt, wie schon bekannt, eine große Schleifenfahrt kreuz und quer über die Reichshauptstadt. Der Graf wird so niedrig als irgend möglich über Berlin segeln, damit die Bevölkerung das Luftschiff in möglichster Rähe beobachten kann. Die Landung auf dem Tegeler Militärübungsplatz erfolgt etwa um 5 Uhr. Der eigentliche Landungsplatz wird von mehreren Regimentern für das Publikum vollständig abgesperrt. Nur die diensthabenden Offiziere und die zur Landung bestimmten Soldaten haben Einlaß durch den dichten Militärkordon. An dem darauffolgenden Tage, dem 29. August, ist indessen die Sperre des Weges für Fuhrwerke allein zwangsweise. Die Fußgänger werden unter noch bekannt zu gebenden Bedingungen an dem verankerten Luftschiff entlang geführt. Hierüber schweben zurzeit Verhandlungen. Die städtischen Behörden beschäftigten sich heute wiederum mit den erforderlichen Maßnahmen. Es wurde im Prinzip beschlossen, daß die Kommune in irgend einer der Reichshauptstadt würdigen Form dem Grafen einen Willkommensgruß bieten solle. Eine Entscheidung über die Form selbst konnte noch nicht getroffen werden, weil man erst Kenntnis haben muß von der dem Grafen zur Verfügung stehenden Zeit. Auch das Rettungswesen für die Zeppelintage war heute Mittag im Rathause erneut Gegenstand der Beratungen. Es wurde beschlossen, fliegende Wachen auf dem Tempelhofer Felde sowohl, als auch in Tegel einzurichten. Das Tempelhofer Feld wird drei Wachen erhalten. In Tegel sollen von der Stadt Berlin zwei Sanitätswachen errichtet werden.— Bei dem Grafen Zeppelin sind, wie hiesige Blätter berichten, 107 Gesuche von städtischen Behörden eingelaufen, in denen diese den Wunsch aussprechen, daß das Luftschiff auf der Fahrt nach Berlin ihre Stadt berühren möge. Der größte Teil dieser Anträge stammt aus Bayern, Hessen und Sachsen. Der Graf hat in allen Fällen geantwortet, daß er eine bestimmte Zusage nicht machen könne, daß die dem„Z. 3“ zu gebende Fahrtrichtung vielmehr von verschiedenen, nicht vorauszusehenden Umständen abhängig sei. Kretastreit. Die Balkanwirren dürfen einstweilen als gelöst betrachtet werden. Die Kretafrage hat nach Beendigung der lächerlichen Flaggen=Farce dadurch ihre Erledigung gefunden, daß die Schutzmächte der Insel, unter Respektierung der Oberhoheits=Rechte der Türkei, eine neue Verfassung geben werden. Die schwierigere mazedonische Angelegenheit soll durch Heranziehung sämtlicher Signatarmächte des Berliner Vertrages beigelegt werden. Die Session des türkischen Parlaments wurde durch Verlesung einer Thronrede geschlossen. Die türkische Regierung macht kein Hehl daraus, daß ihr eine Regelung der mazedonischen Frage durch die Großmächte Europas unwillkommen ist. Schweden. Der Generalstreik. Der schwedische Generalstreik verdient als warnendes Menetekel die eingehendste Beachtung. Die Sozialdemokraten aller Länder kokettieren mit dem Gedanken des Generalstreiks und erblicken in ihm das Mittel, die gegenwärtige Gesellschaftsordnung über den Haufen zu rennen. Wenn sie sich Angesichts der Vorgänge in Schweden von der Irrtümlichkeit ihrer Annahme überzeugten, dann hätte der dortige allgemeine Ausstand wenigstens etwas Gutes. Im übrigen sind seine Wirkungen Zerstörung und Verderben. Die 285000 Streikenden haben während der beiden ersten Wochen des Ausstandes im Ganzen einen Lohnverlust von rund 12 Millionen Kronen erlitten. Der Rentenverlust an schwedischen Industriepapieren beträgt 50000 Kronen. Die Verluste durch ausgebliebene Produktionsgewinne und Bestellungen sind unberechenbar. Die Mobilhaltung von Truppen kostet dem Staate täglich eine halbe Million Kronen. Wenn sich die ausländischen Auftraggeber andern Staaten zuwenden, so verfällt der schwedische Warenapparat dem Ruin. Aus diesem Gesichtspunkt verspricht auch der Plan der Streikleitung, später einzulösende Bürgschaftsscheine auszugeben, gegen welche die Ausständigen Lebensmittel einkaufen können, keinen Erfolg. Trotz des Opfermutes der ausländischen Arbeitervereinigungen reichen die eingehenden Unterstützungs=Summen nicht hin und nicht her, so daß die 285000 Streikenden mit ihren Frauen und Kindern der Hungersnot anheimfallen. Die aufs äußerste gereizten Unternehmer lassen sich weder auf Vermittelungen noch auf Zugeständnisse ein, sondern fordern bedingungslose Unterwerfung der Arbeiter. Ein Ende mit Schrecken ist daher unabwendbar. Der schwedische Generalstreik wird voraussichtlich am heutigen Dienstag zu Ende gehen. Er hat dann gerade 3 volle Wochen angedauert. Von Gothenburg wird der„Doss. Ztg.“ berichtet: Der Textilarbeiterverein, dessen Mitglieder zur Arbeit zurückzukehren wünschten, wurde vom Landes=Sekretariat eindringlich gebeten, bis Dienstag auszuhalten, wo wahrscheinlich alles vorüber sein würde. Stadtnotar Trederborg, der amtliche Friedensvermittler äußerte, daß die Ausständigen nicht viele Tage mehr aushalten könnten. Infolge der Geringfügigkeit der AusstandsUnterstützung erlahmt der Ausstandseifer. So erhielt z. B. bei der Auszahlung der ersten Unterstützung am letzten Sonnabend ein Stockholmer Verein mit 992 Mitgliedern nur 500 Kronen. Eine Krone ist noch keine volle Mark. Als den Mitgliedern die Röten der Unterstützungssumme in einer Versammlung mitgeteilt wurden, brachen viele in Tränen aus. Wir können nicht länger hungern, rief einer aus, und wenn wir es könnten, unsere Kinder können es nicht! Wir brauchen Arbeit und Essen! Der schwedische Generalstreik wird, wie jetzt übereinstimmend von allen Seiten bestätigt wird, im Laufe dieser Woche bestimmt mit der totalen Erschöpfung der Arbeiter zu Ende gehen. „*„ Die Vorbereitungen der Reichshauptstadt für den Empfang des Grafen Zeppelin und seines„Z. 3“ schreiten rüstig vorwärts. Es ist die Anregung ergangen, Straßen und Häuser zu schmücken. Von Schulunterricht während des Besuches kann natürlich keine Rede sein; es heißt sogar, daß viele große Geschäfte und Betriebe während der Schleifenfahrt des Z. 3 über Berlin ihren Angestellten Gelegenheit geben werden, das Schauspiel in Augenschein zu nehmen. Das gleiche beabsichtigen auch die Behörden.— Dem Grafen Zeppelin folgt übrigens eine internationale Bande gewiegtester Taschendiebe. Die Berliner und namentlich auch die zahlreichen fremden Gäste der Reichshauptstadt während der Zeppelin=Tage werden also ein wachsames Auge haben müssen. Ausland. Frankreich. * F r a n k r e i c h r e o r g a n i s i e r t n i c h t n u r s e i n e F l o t t e, e s t e i l t s i e auch anders ein. So werden das Mittelmeer= und Nordgeschwader fortan die Bezeichnungen 1. und 2. Geschwader führen. Spanien. Zur Lage. Der Kampf gegen die Kabylen im Rifgebiet wird von den Spaniern fortgesetzt; mit welchem Erfolge läßt sich aus den mehr als knappen Berichten noch immer nicht erkennen. General Lokale und provinzielle Nachrichten. § Annen, 23. Aug.(Zur Kaiserfeier auf der Hohensyburg.) Eine fette Sommerente hat das Iserlohner Kreisblatt in die Welt gesetzt, des Inhalts nämlich, der einstündige Kaiserbesuch auf der Hohensyburg habe einen Kostenaufwand von 700000 M. verursacht! Daran werden sowohl von den Iserlohner wie auch von Berliner Blättern, die die Nachricht übernommen haben, allerhand Sparsamkeits=Betrachtungen mit mehr oder minder scharfen Seitenhieben geknüpft. Die ganze Meldung ist selbstverständlich erfunden. Wie wir schon früher mitteilten, haben die Kosten der Markanerfeier höchstens 70000 M. betragen und diese Summe ist ausschließlich durch freiwillige Spenden aus den Handelskammerbezirken Dortmund, Bochum, Hagen, Hamm und Iserlohn aufgebracht worden. * Annen, den 24. August.(Kirchliches.) Im Anschluß an den Hauptgottesdienst fand am Sonntag in der Kirche die Neuwahl der größeren Gemeindevertretung(Repräsentation) der hies. evang. Kirchengemeinde unter sehr starker Beteiligung der eingetragenen wahlberechtigten Gemeindeglieder statt. Die Wahlhandlung, welche unter der Leitung des Herrn Pfarrer Müller stand, erfolgte per Stimmzettel und hatte folgendes Ergebnis: Es wurden wiedergewählt die ausscheidenden Herren Betriebsführer Braß. Landwirt Bommert, Oreher Emil Markert, Betriebsleiter Schreiber, Landwirt Sudhaus und Retztor Trappmann. Neugewählt als Repräsentanten wurden die Herren Former W. Elias jun, Lehrer Obermann, Förster Fritz Sticht und Lehrer Teller. Einsprüche gegen die Wahl obiger Herren, die auf eine Funktionsperiode von 8 Jahren gewählt sind, müssen innerhalb 14 Tagen beim Vorsitzenden des Presbyteriums eingebracht werden. —(Schwerer Unfall.) Ein hiesiges Dienstmädchen stürzte gestern Abend aus dem Fenster eines im 2. Stockwerk belegenen Zimmers. Schwerverletzt blieb sie am Boden liegen und mußte per Wagen ins Krankenhaus gebracht werden. Ob der eigen artige Unfall auf selbstmörderische Absicht zurückzuführen ist, ist och nicht aufgeklärt. Annen, 23. Aug.(Industrielles.) Eine Gesellschaft noustrieller kaufte von dem Landwirt Beckhoff einen bedeutenden rundkomplex in Größe von über 300 Quadratruten, der hier im Rüdinghauser Felde belegen ist. Auf dem Grundstück soll eine Fabrik für Kleineisen= und Tempergußerzeugnisse erstehen. Glück auf! Dortmunder Ztg. c? Annen, 24. August.(Der große Feldwebel.) Ein höchst origineller Dorfall passierte am Samstag abend. In einer hiesigen Wirtschaft, die laut Anschlag die alten Bierpreise wieder eingeführt hatte, forderten mehrere Arbeiter ihren altgewohnten halben Liter. Der Wirt setzte seinen Gästen, um sich in etwa schadlos zu halten und möglichst auf seine Kosten zu kommen' die gewünschten Gläser mit einem recht ansehnlichen Feldwebel vor. Die Gäste aber, anscheinend hiermit nicht einverstanden, machten kurzerhand Kehrt und verließen das Lokal, das edle Raß dem verdutzt dreinschauenden Wirte überlassend. 191 · Ardey, 24. Aug.(Grober Unfug.) Kaum ist zur Freude der Bewohner des Ardeys usw. die neue, tadellos funktionierende Wasserleitung fertiggestellt, als auch schon rohe Bubenhände sich an den Einrichtungen vorgreifen, Man versuchte, den Abschlußdeckel gewaltsam hochzuheben und sprengte das Schloß, welches vollständig demoliert wurde. Glücklicherweise ist hierbei nicht die Hauptrohrleitung in Mitleidenschaft gezogen worden, was sehr leicht hätte passieren können. Hoffentlich unterstützt die einsichtige Bürgerschaft in eigenem Interesse die Bestrebungen der Polizei, daß solche Bubenstreiche sich nicht wiederholen. Es kann sonst leicht das Hauptrohr beschädigt werden, die Wassermassen zerstören Feld und Garten und der südliche Gemeindeteil würde auf einige Zeit aufs trockene gesetzt. Witten, 21. August.(Mit Ueberlegung) handelte ein Lehrling des Kaufmanns Ludw. M. Als er am Hauptpostamte. hierselbst die für seine Firma eingelaufenen Briefe usw. abholen wollte, kam er gerade zur rechten Zeit, um wahrnehmen zu können, wie sie der Postbeamte einem anderen jungen Manne aushändigen wollte. Dieses konnte er verhindern, worauf der Unbekannte schleunigst verduftete. Doch der Lehrling, nachdem er den Postbeamten informiert hatte, nahm die Verfolgung des Schwindlers auf. Als er in Wannen merkte, daß der Ausreißer die Landstraße nach Herdecke einschlug, setzte er telephonisch die Polizei von Herbede in Kenntnis und verfolgte dann per Fahrrad den Burschen. Letzterer ging richtig in die Falle; auf der Ruhrbrücke wurde er von der Herbeder Polizei verhaftet. An ihm hatte die Polizei einen guten Fang gemacht, denn er soll mehrere Schwindeleien auf dem Kerbholze haben. 6 Rüdinghausen, 24. Aug.(Bautätigkeit.) Der Bergmann Ewald Reckwitz hierselbst kaufte von dem Berginvaliden Wilhelm Brinkhoff 50 Ruten Land, die Rute für 30 Mk., zu einem Bauplatze. Wie wir erfahren, soll mit dem Bau in kurzer Zeit begonnen werden und wird dem Vernehmen nach der Rohbau bis zum Herbste fertiggestellt sein. §§ Kirchhörde, 23. Aug.(Verein der Haus= und Grundbesitzer.) Ueber die am 15. dss. Mts. stattgefundene Versammlung gen. Vereins schreibt die Zeitung„Der Haus= und Grundbesitzer“. Essen folgendes: Die drohende Wertzuwachssteuer in der Gemeinde Kirchhörde war die Veranlassung der stattgefundenen Versammlung vom 15. ds. Mts. In anerkennender Bereitwilligkeit hatte Herr Hagen=Wanne hierzu das Referat übernommen. Die Ausführungen und von praktischen Erfahrungen zeugenden Darlegungen fanden den ungeteilten Beifall der Mitglieder. Ramentlich der von den Bodenreformern hervorgehobene unverdiente Wertzuwachs der Immobilien wurde vom Das Enreltind. Von G. Struder. (Nachdruck verboten.) Vortragenden an mehreren Beispielen eingehend beleuchtet und beweisführend die Irrigkeit dieser Ansicht nachgewiesen. Mit dem Wunsche, daß es dem Verein gelingen möge, die drohende Steuer abzuwenden, schloß Redner seinen 1 ¼ Stunden lang dauernden Vortrag. Es wurde darnach in der Diskussion einem Herrn, der als Bodenreformer seine Weisheit leuchten ließ, von einigen Mitgliedern, sowie vom Referenten gründlich heimgeleuchtet. Es ist das übrigens eine recht charakteristische, viel beobachtete Erscheinung, daß gerade solche Leute, die von irgendwelcher Seite, sei es von Staat, Kommune, oder sonstwie in Bezug auf Wohnungsverhältnisse Zuwendungen erhalten, sich berufen fühlen, bodenreformerische Ansichten zu vertreten. Die Versammlung akzeptierte die auf dem Landesverbandstage zu Königsberg angenommene Resolution gegen die Wertzuwachssteuer und beauftragte den Vorstand, dieselbe nebst Begleitschreiben dem Gemeindevorstand zu übermitteln. Wegen vorgerückter Zeit wurden Punkt 2 und 3 flüchtig gestreift und der Wichtigkeit halber einer demnächst stattfindenden Versammlung zur Erledigung überwiesen. Dortmund, 23. Aug.(Selbstmord eines ungetreuen Buchhalters.) In der hiesigen Moritzschen Buchdruckerei wurden große Unterschlagungen und Bücherfälschungen entdeckt. Der Buchhalter, der deshalb verhaftet werden sollte, erhängte sich in seiner Wohnung. Bochum, 22. Aug.(Einer, der den Gerichtsvollzieher nicht leiden kann.) Vor der Strafkammer hatte sich der Bergmann Michael Moritz aus Hiltrop wegen Bedrohung zu verantworten. Als zu dem Angeklagten eines Tages der Gerichtsvollzieher kam, um eine Pfändung vorzunehmen, zog Moritz einen Revolver, richtete ihn auf den Beamten und rief:„Wenn du nicht machst, daß du hinauskommst, schieß ich dich tot!“ Diese Geschichte brachte ihm 6 Monate Gefängnis ein. Herne, 21. August.(Ein schweres Unglück) ereignete sich auf der Zeche„Shamrock=2“ der Bergwerksgesellschaft Hibernia. Durch einen gewaltigen Luftdruck, dessen Ursache noch nicht festgestellt werden konnte, wurde der Schlepper Böhm plötzlich in die Höhe gehoben und dann in den Schacht hinabgeschleudert, wo er auf der 6. Sohle tot liegen blieb. Der Dater des Unglücklichen, der in der Nähe arbeitete, war derart mitgenommen, daß er sich in den Schacht hinabstürzen wollte. Er mußte mit Gewalt zurückgehalten werden. Gelsenkirchen, 22. Aug.(Ein unaufgeklärtes Verbrechen.) Die völlig entkleidete Leiche eines unbekannten Mannes, der augenscheinlich ermordet worden ist, wurde hier vor einigen Wochen gefunden. Bisher war es nicht gelungen, der Täter habhaft zu werden. In den letzten Tagen wurden drei Personen in Haft genommen, von denen die Polizei bestimmt annimmt, daß sie mindestens Mitwisser der Tat sind. Bei ihrem Verhör verwickelten sie sich in Widersprüche. Oberhausen, 23. Aug.(Erstochen.) Im Verlauf eines Wortwechsels wurde der 25 Jahre alte Louis de Longeville von dem Gelegenheitsarbeiter Pannenbecker erstochen. Der Täter ist verhaftet. Düsseldorf, 23. Aug.(Regierungspräsident Schreiber zum Unterstaatssekretär ernannt.) Herr Regierungspräsident Schreiber in Düsseldorf ist, wie schon gemeldet, zum Unterstaatssekretär im Handelsministerium ernannt worden. Herr Regierungspräsident Schreiber, der jetzt im 60. Lebensjahre steht, war über sieben Jahre Präsident der hiesigen Regierung. Er trat im Jahre 1873 als Referendar in den Justizdienst. Rach kurzer Tätigkeit als Gerichtsassessor wurde er im Jahre 1879 zum Regierungsassessor und im November 1881 zum Landrat in Hadersleben ernannt. Im August 1892 wurde er als Oberregierungsrat an die Regierung in Arnsberg berufen, wo er als Dirigent der Kirchen= und Schulabteilung tätig war. Im 1896 kam er als Oberregierungsrat beim Präsidium zur Regierung in Düsseldorf, wo er in Behinderungsfällen des damaligen Regierungspräsidenten vielfach als dessen Stellvertreter fungierte. Im November 1899 erfolgte seine Ernennung zum Regierungspräsidenten in Minden, von wo aus er nach etwas über drei Jahren, am 1. April 1903— als Nachfolger des verstorbenen Regierungspräsidenten v. Holleuffer— auf den verantwortungsvollen Posten des Regierungspräsidenten von Düsseldorf berufen wurde. Das Scheiden des Herrn Regierungspräsidenten Schreiber, der sich hier der weitgehendsten Sympathien erfreute, wird sicher allgemein bedauert werden. Quisburg, 23. Aug.(Amerikanische Erbschaft.) Ein kürzlich in Amerika verstorbener Deutscher hat seinem einzigen hier lebenden Bruder, wie das amerikanische Konsulat mitteilt, mehrere 100000 Dollar Vermögen hinterlassen.„Die nicht in glänzenden Verhältnissen lebende Familie hat bereits die Reise nach Amerika angetreten.(Hoffentlich beruht die Nachricht auf Wahrheit. D. Red.) Münster, 22. August.(Erstochen.) Im Verlaufe eines Wortwechsels, der schließlich in Tätlichkeiten ausartete, stieß heute nacht kurz nach 12 Uhr, der Dachdecker Wilhelm Hoffmann seinem verheirateten Schwager, der ebenfalls Dachdecker ist, ein Küchenmesser in die Herzgegend. Der Schwerverletzte verschied alsbald. Der Täter, der schon mehrfach wegen Körperverletzung gerichtlich bestraft ist, wurde noch in derselben Nacht verhaftet. Er gab an, in Notwehr gehandelt zu haben. Er hatte im Streite ebenfalls eine Wunde an der Brust erhalten. j10 Haltern, 22. Aug.(Römische Funde.) Die hier unter Prof. Dragendorffs Leitung betriebenen römischen Ausgrabungen haben, laut der Frkf. Ztg., beim Prätorium des Feldlagers eine solche Menge von Funden ergeben wie in keinem Jahre vorher. Bis jetzt sind etwa 50 Münzen ans Tageslicht gekommen, ferner herrlich verzierte terra sigillata=Waren, darunter ein Kelchbecher mit Darstellungen aus dem bürgerlichen Leben in halberhabener Arbeit, dannn ein blaues und buntliniertes Glas, endlich Ringe, Radeln und Amulette von Bronze, Waffenstücke, eiserne Meißel und Brecheisen, und unter der Unmasse von Tonwaren gröberer Art eine große reichverzierte, fast unverletzte Lampe mit zwei Oeffnungen für die Dochte. Die Fundstücke werden sofort im hiesigen Museum zur Aufstellung kommen. Barmen, 23. Aug.(Gebt acht auf eure Kinder!) In Abwesenheit der Eltern hatte sich in der Steinstraße ein 4jähriges Kind mit einem Brotmesser zu schaffen gemacht. Schließlich ging die Kleine dazu über, an seinem jüngeren Schwesterchen in spielerischer Absicht Schneideversuche anzustellen. Als Nachbarn aus der Wohnung der allein gelassenen Kinder lautes Kindergeschrei vernahmen, verschafften sie sich Einlaß und sahen zu ihrem größten Entsetzen, daß das ältere Kind seinem Schwesterchen die Ferse zum Teil abgeschnitten hatte. Das schwer verletzte Kind wurde ins Krankenhaus gebracht. Köln, 21. Aug.(Bahnunfall.) Bei dei Station Flörath unweit Horrem ist gestern abend 10 Uhr ein Güterzug in einen Personenzug gefahren. Zwei Bahnbeamte wurden getötet, außerdem wurden einem Maschinisten beide Beine abgefahren und mehrere andere Personen schwer verletzt. Wesel, 21. Aug.(Kindesleichenfund im Eisenbahnzuge.) In einem leeren Abteil des gestern Nachmittag 3,53 Uhr von Oberhausen eingetroffenen Personenzuges wurde eine braune Pappschachtel vorgefunden und von dem den Zug begleitenden Schaffner hier als Fundsache abgeliefert. Beim Oeffnen der Schachtel fand man die Leiche eines neugeborenen, stark entwickelten Knaben. Anscheinend ist das Kind eines gewaltsamen Todes gestorben, denn die Schädeldecke der Leiche war eingedrückt. Auch zeigte die Leiche sonstige Druckflecken. Die Schachtel war bereits in Oberhausen, wo der Zug rangierte, von dem Schaffner bemerkt worden, indes hatte derselbe keine Ahnung von dem grausigen Inhalte. Wer die Schachtel in den Zug gelegt hat, konnte bisher noch nicht festgestelt werden. „O, ich habe Ihnen noch mehr zu sagen,“ fuhr Wendinger immer erregter fort.„Ich habe Ihnen vor Allem zu sagen, daß Sie weit höher zur Einkommensteuer veranlagt werden müssen, weil ich aus zuverlässiger Quelle erfahren habe, daß Sie ein ganz bedeutendes Vermögen besitzen, und in meiner Eigenschaft als oberster Polizeibeamter von Rübenheim ersuche ich Sie nunmehr, mir über Ihre Vermögensverhältnisse genaue und völlig wahrheitsgetreue Mitteilungen zu machen.“ „Auf eine solche Mitteilung werden Sie lange warten können, denn es fällt mir nicht ein, Ihnen dieselbe zu machen. „So! Wissen Sie auch, daß Ihr Ungehorsam Sie teuer zu stehen kommen kann? Man wird nötigenfalls Ihre Kassenschränke gewaltsam öffnen und alsdann den Betrag ihres Vermögens mit Leichtigkeit konstatieren. „Reden Sie keinen Unsinn.“ Ich habe keine Kassenschränke, und mein Vermögen ist im Auslande angelegt, wo Sie dasselbe schwerlich ausfindig machen werden, wären Sie auch noch klüger, als Sie mir zu sein scheinen.“ „Herr, Sie werden beleidigend," brauste Herr Wendinger auf, worauf Reübert erwiderte: „Und Sie werden langweilig. Die Polizei hat in meinem Hause nichts zu suchen, so lange ich mich als ruhiger Bürger benehme und sollten Sie es nochmals versuchen, behufs polizeilicher Ermittelungen in meine Wohnung einzudringen, so werde ich mich an höherer Stelle über Sie beschweren! Sonst noch was gefällig?“ Herr Reubert sah bei diesen Worten mit einem bezeichnenden Blick nach der Türe, daß der Bürgermeister denselben nicht wohl mißverstehen konnte. Blaß vor Zorn ergriff er seinen Hut und verließ mit einem kurzem Gruße das Zimmer. Herr Reubert aber rief Frau Reiz herbei und fragte dieselbe, wie sie dazu gekommen wäre, von seinen Kassenschränken allerlei unsinniges Zeug zu erzählen. Zwar beteuerte die gute Frau mit einem ungeheuren Wortschwalle ihre Unschuld, aber ihr Herr schien nun einmal sehr unglaublicher Ratur zu sein. „Nur von Ihnen kann das einfältige Geschwätz herrühren.“ sagte er barsch,„und höre ich noch einmal etwas Derartiges, so verlassen Sie auf der Stelle meinen Dienst. Ich erzähle ja niemand etwas von Ihnen, also reden Sie auch nichts über mich oder meine Angelegenheiten.“ Etwa eine Viertelstunde später rüstete sich Herr Neubert zu seinem alltäglichen Spaziergange. Er setzte seinen alten, verwitterten Schlapphut auf, ergriff einen mächtigen Knotenstock, und so wanderte er rüstigen Schrittes dem nahen Walde zu, in dem er nach seiner Gewohnheit die einsamen Wege aufsuchte. Das Gehen schien ihm wohl zu bekommen. Eine leichte Röte zeigte sich auf seinem bräunlich=gelben Gesichte, und der Ausdruck in seinen Augen wurde weniger hart und streng, und als er sich zuletzt auf einem am Wege liegenden Baumstamme niederließ und seine kurze Pfeife in Brand setzte, sah er beinahe so aus, als ob er sich in diesem Augenblicke ganz wohl und zufrieden fühle. Aber ganz plötzlich erschien wieder der gewöhnliche herbe Zug auf seinem Gesichte. Er hatte in der Nähe eine menschliche Stimme gehört, und finster schaute er nach der Richtung, von der aus jene Töne zu ihm gedrungen waren. Lange brauchte er auf das Erscheinen des Störenfriedes nicht zu warten. In einiger Entfernung tauchte ein kleiner Junge auf, der laut sprechend und rufend einem hübschen Schmetterling nachjagte, und einige Schritte hinter ihm kam ein junges Mädchen von zirka 20 Jahren zum Vorschein, welches allem Anscheine nach die Gouvernante des Knaben war. Das Mädchen war eine prächtig gewachsene Erscheinung mit einem schönen, von tiefschwarzen Haaren umtahmten Gesichte, aber der Anblick diefes schönen Geschöpfes schien bei Herrn Neubert nur Aerger und Unwillen hervorzurufen. Verdrießlich erhob er sich, ohne den beiden Personen nur einen weiteren Blick zu gönnen, setzte er seinen Weg fort. Er hatte indessen kaum 200 Schritte zurückgelegt, als er hinter sich gellende Hilferufe hörte, und nunmehr blieb er sofort stehen und horchte. Kein Zweifel, die Rufe kamen aus dem Dickicht des Waldes, und ohne sich einen Augenblick zu besinnen, packte Neubert seinen Stock fester und drang mit gewaltigen Schritten in den Wald ein. Bald sah er auch, was die Ursache eines verzweifelten Rufens um Hilfe war. Ein verkommen aussehender Kerl in total zerlumpter Kleidung hatte das oben erwähnte Mädchen am Handgelenk gefaßt und suchte dasselbe, wie es schien, durch Drohungen zur Herausgabe irgend eines Gegenstandes zu veranlassen, aber das Mädchen wehrte sich tapfer. Es machte sehr energische, wenn auch vergebliche Versuche, um sich aus den Händen des Unholdes zu befreien, und dabei stieß es fortwährend jene Hilfrufe aus, die der Knabe mit stillem Weinen begleitete. Kaum hatte der alte Reubert diese Scene bemerkt, als er mit einer Rüstigkeit, die man ihm nicht hätte zutrauen sollen, herbeisprang, und im nächsten Momente erhielt der Strolch von hinten mit dem wuchtigen Spazierstocke Neuberts einen so gewaltigen Schlag über den Rücken, daß er den Arm des Mädchens unter einem lauten Schmerzensschrei losließ. Wütend drehte er sich hierauf um, aber so wie er den großen Mann vor sich erblickte, der eben zu einem zweiten Schlag ausholen zu wollen schien, stieß er einen zweiten Ruf aus, in dem sich diesmal offenbar auch Erstaunen ausdrückte, und dann ergriff erschleunigst die Flucht. Gleich darauf war er zwischen den Bäumen verschwunden. Jetzt, wo die Gefahr beseitigt war, machte sich die Erregung des jungen Mädchens in einem heftigen Tränenstrome Luft, der indessen ohne jeden Eindruck auf Neubert blieb. „Der Kerl wird Sie nicht mehr belästigen, Sie können ruhig nach Hause marschieren,“ sagte er gleichültig, wobei er sich rasch zum Gehen wandte, da jedoch eilte das Mädchen mit einer raschen Bewegung auf ihn zu und erfaßte mit beiden Händen seine nicht mit dem Stocke bewaffnete Linke. „Sie dürfen sich nicht entfernen.“ sprach sie tief bewegt, „bevor Sie aus meinem Munde gehört haben wie außerordentlich dankbar ich Ihnen für Ihre großmütige Hilfe bin. Der Mensch wollte von mir Geld haben, aber ich konnte ihm keines geben, denn ich bin selbst nur eine arme Gouvernante und was wäre ohne Ihr Dazwischentreten aus mir und vielleicht auch aus diesem unglücklichen Knaben geworden? Er hätte uns vielleicht beide ermordet, und daß dies nicht geschehen ist, das haben wir allein Ihnen zu verdanken. Lassen Sie mich Ihnen daher nochmals meinen tiefgefühlten Dank aussprechen, ich werde ewig Ihre Schuldnerin bleiben und jeden Tag beten, daß Gott Sie für ihre edle Tat belohnen und Ihnen noch ein recht langes Leben gewähren möge.“ „Sie machen zu viel Aufhebens von der Geschichte,“ meinte Neubert, indem er ihr seine Hand entzog.„Es freut mich selbst, daß ich dem Lumpen einen kleinen Denkzettel gegeben habe, und mit dieser Freude bin ich vollständig belohnt. Einen Dank begehre ich nicht, zumal, da ich weiß, was es mit dem Danke der Menschen auf sich hat.“ Diesmal wartete er eine Antwort nicht ab; als hätte er bereits zu viel gesprochen, kehrte er sich plötzlich um und schritt, mit der Hand leicht seinen abgetragenen Hut berührend, rasch von dannen. Ersichtlich gekränkt durch sein abstoßendes Benehmen schaute ihm das schöne Mädchen noch eine geraume Weile nach, und dann erfaßte es den Knaben bei der Hand und sagte: „Komm, Oskar, wir wollen zur Mama zurückkehren und ihr erzählen, aus welcher Gefahr wir errettet worden sind.“ Auch Reubert hatte den Heimweg eingeschlagen. Seine Stimmung war ernst und nachdenklich, und während er gegen seine sonstige Gewohnheit den Kopf sinnend zu Boden gerichtet hielt, murmelte er vor sich hin: „Es war weiß Gott Zeit, daß ich mich von der Kleinen losriß, denn sie hätte mich am Ende wahrhaftig noch sentimental gemacht, und das soll mir jedenfalls nicht wieder passieren. Für Gefühlsduseleien ist und darf in meinem Herzen kein Raum mehr sein, und so sympathisch mir das Mädchen auch war, die Art und Weise, wie ich es von mir abschüttelte, war doch die einzig richtige. Aber wenn ich nur wüßte, wer eigentlich jener Kerl gewesen ist? Er schien mich zu kennen, und auch mir kam sein Gesicht bekannt vor, ohne daß ich mich jedoch zu entsinnen vermöchte, wo ich diese Physiognomie jemals gesehen habe. Run vielleicht fällt mir dies gelegentlich wieder ein, und daß ich mir weiter den Kopf darüber zerbreche, das ist ja der ganze Kerl nicht wert.“ 2. Kapitel. Am nächsten Morgen erhielt der Herr Bürgermeister Wendinger den Besuch eines hochgewachsenen Herrn von zirka 40 Jahren und von sehr vornehmen, aristokratischem Aussehen, der sich ihm als Baron Tiefenbach und Besitzer der Villa Drachenfels in der Nähe von Rübenheim dem Bürgermeister vorstellte und hierauf erklärte, daß er gekommen sei, um mit dem Bürgermeister wegen einer kleinen Privat=Angelegenheit Rücksprache zu nehmen. (Fortsetzung folgt.) Fatale Offenherzigkeit. Gast(im Restaurant gegenüber dem Gerichtsgebäude):„Bringen Sie mir'mal noch eine Flasche Champagner, Herr Wirt!“— Wirt(vertraulich): „Freigesprochen worden?“— Gast:„Rein— Offenbarungseid geleistet.“ 5f 90 Die Bil in Deutschland ist wird an weitere 5 Gesellschaft ergehe Rundfahrten mit ist von einer groß den Kreisen des Zeppelin=Baugesel teiligen.— Im Millionen M. au winn von%. S mit dem Luftschif sechsstündiger Da stündigen Fahrt i Aufstellungen sich abzuwarten und man den Berst rungenschaften au die lange Bank Das Ende „Nordpolfahrer“ mit seinen Tag Nordpol mittels auch in diesem um seinen Reklat stieg er wirklich Fahrt verlor er sich 1000 Pfund schiff seine Stab Versuch, zurückzi gehen. Er gelai Insel auf Eis, n dition Isacksons 11stündiger müh Beim Schleppen der Ballon so b neuer Aufstieg u gesund blieb, be Jahr vor. Bis mann Herrn W Witten, den Wirtschafte Finkennäpfchen. Dortmunder B werden 5 Zehr oder für 20 Pfe Ausschank des zu rechnen. Di besten hiesigen preisen die Fir schenbierhändler 15 bis 17 Pfg Hörde, im Flaschenbier Auf der Klein wöchentlich wo Woche nun ist Reckling schreiten die A Teil haben sie leistet, der die 20 Pfg. festges sen spuren abe Ueberforderung wenigstens ans die Einführung mein erfolgt wöhnt, sie wol für nur 3 Zeh durch in eine oder übel, wie es, daß in n anderen 4 Ze verschenkt wer das Publikum den Reiz der ist der Pfenni In Dortmund große Gläser Fortschritte. 2 Annen, Ka. und desse Donnerstag v fälschung zu die unter Hin erfolgten, wur Prozent Was dieserhalb mit bestraft, Diedi davon. Bochun kammer veru Bommern we einer Milchpt des Restes d gab 70 Proz Eine Infolge Reiches wied Schade entst wald, wo pl herde stürzte getötet werd Die Toll wald ist grö reits 70 Rin keit herauszi Herde der E llvertreter lung zum ich etwas des verden veron Düsselrungsprämpathien st.) 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In den nächsten Tagen wird an weitere Kreise eine Einladung zur Bildung einer salchen sehen die sich die Veranstaltung von Ziel= und Leute nicht. Stebden von bex,upaz, Ziation nach Berlin zur sStadt lenen begaben sich in die Touwussuuton nach Berin zur Schutzimpfung. Stadt herrscht große Aufregung. Alle Läden sind geschlossen. Antwerpen, 23. Aug.(Raubmord und Bra#dstiftung.) In einem benachbarten Dorfe sind gestern ein Gastwirt, ein 80jähriger Mann und seine Frau ermordet worden, während sie schliefen. Die Wohnung wurde ausgeraubt und das Haus wurde in Brand gesteckt, sodaß die Eheleute verbrannten. Von dem Mörder fehlt jede Spur. Sosia, 23. Aug.(Türkisch=bulgarischer Zwischenfall.) Die Blätter melden: Am Freitag wurde ein bulgarischer Grenzposten von türkischen Soldaten überfallen. In dem folgenden mehrstündigen Feuergefechte, an dem von beiden Seiten herangezogene Verstärkungen teilnahmen, wurden einige türkische Soldaten geKrementschug(Gouvernement Poltawa), 23. August.(Große Feuersbrunst.) Hier wütet seit gestern eine große Feuersbrunst, der 2 Sägemühlen und 10 große Bau= und Brennholzniederlagen, öbere Tpaahl Wohnhäuser zum Opfer fielen, gegen Verschsedenes. wiud en wustane Kreie, eine Einladung zur Bübung einer elchen gebeten Manne übersallen und um 10000 mn. veraubt. EGeselschast ergegerit, oire nug die Verannatung von Gret: unv gelang, den Räuber zu fassen, der sich hartnäckig weigert, seinen Pscuhen ur Aueene n g e bue bene, geseesehneneiehengnte ichguien Genuen den Kreisen des Handels und der Industrite Zusterseschziust. Die sund, Wöhrath. Ein Heizer wurde tödlich, ein Lokomotoführer Sepreti=Caugstelstalt bid i6 ui euer buiben Buen, v. vog,-gas Mlagut Hein-aschiens wrm Fu berihzlegeh invon Vir. Oiter Berchzung werden alshrüch li0 Sehziunsetmüsdg wosdten. toten Pesaven dul de un. mi demn Ltschs muit e 20 Vosaosteren und von burchsoniticg— Eine Reize von dr=zaef der Motghoswest insder 2 Sihemüitsen und 10 großeVaneund: ebeschudter Saur u. Spade geieg, de, Vodg, une, Hiete, Gruaig, dei Verin hrachseuer aus. dos an den dont lagerzstsowie eine guper Anaht Wohnhäüser um Oser seten, gegen bsbder Sohte vu beu en au, osagaichen Vansnondten nichsche Nezung god, Viesand Kaunldler suod eihaden. seue Bace Auniene euneie une n e gae elg ersch bante des beltiäche Vgtichan V. eine Turnter der Flagunschen.. esde ue uer ude bende ude un Auue. Aee Aee#e heähe de iun alns ar uauns a batuidh unhe un Gunteg u. uhe. une der Beude unr Aude Au e#e.# n e de. elgng sate ich ane. Wadte ashtet de uns Kadangatgen Gunihe ensd due ueue euis ue Adeudn ud udeen Aanun une ae ale ae eaehte ie checen ene Pateice en. uir ehne in. fuer Aure Bute u#ne ge ie ase Sasaes shad daen erasbe zeur heat ais eien en ie ashen eigeste us un iur Seichen e vela. amenkanschel— Iu Karlstrona wurden die Räumlichteten einer Bont bur H sterunge hervortagend. Es waren die berüihmiesten stanzschen ne be ue Budu uaae a uaue e alsen gengne an aen u ane aun ai ase, u aichanen aen. „Rordpolfahrer“„Wellmann, der die Welt schon ge,zucher Jahr“— Die gefürchteten australischen Regengüse sigd in diesem und englischen Outrgr.—.—. r e icherm funktionierte din mit seinen Tag für Tag in Aussicht gestellten Versgageg, den Zahre mit besonderer Heftakeit niedergegangen. Der gesamte Nordvot, mitele Lutschisse Lanter Zeisen, venorf, gersch, Var Eisenbahnverkehr zwischen Melbourne und Adelaide ist unterauch in diesem Jahre zu gewohnter Zeit in Hammerfest erschienen, hrge#. um seinen Reklameflug auszuführen. In der vergangenen Wochel browen. Ein seltsamer Unfall ereignete sich in der Budape steg er wirklich mit prachtvolem Südwinde auf. Nach, begzen; Hofburg. Ein großer Steinpfeller stürzte in dem Moment ein, Fahrt verlor er indessen den hinterten Schleppschlauch, in zuegz als eine größere Anzahl Privatpersonen die Hofburg besichtigten. sch nao Phand Posaut keignbeg, Ocduch büibe bos Lu, Der Pesonen wunden schwer geieht ,. uum und merte schiff seine Stabilität ein und ließ sich nicht mehr steuern. Ders“o— Eine Todeskahrt im Automobil machten zwei warner Versuch, zurückzukehren, mißlang und wellmann mußte herunter= Kausseute. Sie wollen vor einem heranbrausenden Zug einen Soiel S; Stonot 40 eratcg=Pheiten nbpzuh be,zshene Penz, Bahübergang gessereg, Juihren jedogch zu. huz und wunden von Inset auf Eis, wurde von der„Tram“ der norwegischen Expe= Zuge, erfaßt. Das Auto wurde buchstablich zermalmt. Die diton Jlachsons entdeckt, ins Schlepptau genommen und nach Körper der unglücklichen Insassen fand man bis zur UnkenntLishaobiger mithenaler Abeit in die Vroe= Bal uriähgeschton. sicheit enstel aul. 2 esteu waichten grr Srerniemt anes Beim Schleppen und beim Einbringen in das Ballonhaus erlit)“.——. Zwei Wiener Techniner machten von Klagenfurt aus der Ballon so bedentenden Schaden, daß in diesem Jahre ein einen Ausflug ins Gebirge. Vom Predigtstuhl stürzten sie ab neuer Austieg unmögich st. der Welnam, der bolläinbssand fanden beibe den Tod. Sstaund biekz, ereitet schon einen neuen Austeg für das tächste uie anter. Jahr vor. Bis dahin können wir glücklicherweise Herrn Well= mann Herrn Wellmann sein lassen. Spo und englischen Flieger mit Aeroplanen der verschiedensten Konstruktion erschienen. Von den Zweideckern junktionierte die Wrightmaschine geradezu staunenerregend, was Sicherheit und Lenkbarkeit betrifft. Einen wundervollen Eindruck machten die Eindecker, die wie Riesenvögel dahinschwebten. Dem unvergleichlichen Schauspiel, bei dem oft etwa 10 Flieger in der Lust schwebten, und teils hintereinander und teils übereinanher, dehin fuhren, wohnte ein nach vielen Tausenden zählendes publikum vei darunter zachlreiche Angehörge der vomeh geanz Hhaeshergegie Reimo, 23. Aug, Nach dem heutgen Aorschenegoriug füir den Wettbewerb der Aeroplane um den Gorhone. Becher sind Bleriot und Lefevre zum Wettfluge zugelussen worden, während Latham, der die Bedingungen nicht erfüllt hatte. nicht qualifiziert wurde. Zum Vierkrieg. Auf der Treptower Renubahn erzielte der bekannte Rennfahrer O. Vierhrieg.. ulsan Hasthtshrak Siser Kaste iz Auien dir Ggeie, Aeibensheästste Witten, 22. Aug.(An den Bierkrieg) erinnern hier in am. Erämienfohgen, Erster wurde und ausdem Kamp den Wirtschaften nur noch die 2 Zehntel Liter=Gläser, genannt als Finkennäpschen. In übrigen kommen 4 Zehntel Liter des besten Hurmor und Hortmunder Bieres für 15 Pfg. zum Ausschank, gleichfalls Hullter und Sat werden 5 Zehntel Liter hiesigen Bieres wieder für 15 Psg.]— Worum he sick verännern mutt. Ein oder für 20 Pfe, verzanst„Offenbar haben viele Wire mit demschichtchen erzählen Schlespiger Bläter. Kommt da kürzlich en zu rechnen. diers in den Kantnen der industjelen Werke alter Bauernknecht, auf denen treuherzigen Gesichtszügen ein dnen. Don etalten de Prheiter 4 Zehnter Luter vonlfzuüher Schaten legt die Westerlandzrage entang gu Satesng Auschank des Vieres in den Kantnen der industiegeg, Verte aste ezgernknecht, au Hegen, treuberzigen, Geschieäigen. ein zu, rechnen, Bog erggr..—.—.—. gaz fas““ vom kluber Echan..g.. g.#u# dam Rade ein Bekannter, der besten hienggr Biere fur 10 Pioz, haupten Zönnege ven Bier= zu. Unterwegs begegnet unm auf vem Augat's, wit did swer preisen die Siwnvergäzienen dan reie gur gz. hönnen.„Die Vlo, in der Stadt Stelung hatz,„Holt, Hans, Wot z.## Wer schendierzgnpser erhohten den Preis zur de', Literflasche auf heit di de Supp versolten““ u. zenchz, Jan.: Zu di verim Pde u ve... Ae Wg ana schlutghris, aic mit mi m. HCertgeße Gtel is Sat rnucnt Wer seaat Hans ganz Geigen der boden Vierprese) Auchlsörn Johr V du V,pezit gans„at ise u bel amters worn. Seblcshich hisce Die cheseih enshene en ssshene he oe vn o A ugt gunit dar Bapnalartschungsbochen.. bech ui e shachezun, gein harg, ven. panscheons aschurnd die adlen Bose Keltchalen hatch. Alau.., asce ceier. die Einführung der 2 Zehntel=Gläser(statt), die fast allge= Roueste mein eroigt st. haben sich die Viertrinder Verzgt,ry)gog8) z gaglen) Suschen wöhnt, sie wollen aber weder für 4 Zehntel Liter 20 Pfg., noch Hresden, 23. Aug.(Parteifehde in Sachsen.) Zwische für nur 2 Zehntel Liter 15 Pfg, bezahlen. Die Wirte sind da= ertei und den Konservativen ist es zum offenen Zahl der Veretzten ist sehr groß. Die Verletzten allen verfügbaren Wagen und in Hotelomnibussen in das Kontonswöhnt, sie wollen aber weder für 4 Zehntel Titerg.#0,#., no## Oresden, 23. Aug.(Parteifehd be vu, 9 Sehyurez, wisse Rollage geraten und haben sich, wohi der Reformparer und den Konservanven ist es zum offenen oder übel, wieder der Pfenntgrechnung dugewondt. 13 Bigx iu die Resormer, von der Abmachung, die Konservativen und Mitelanderen 4 Zehntel für 18, Pfg,(Zmal. 4 Zehntel für 35 Pfg.) ständler bei den kommenden Landtagswahlen zu unterstützen, verschenkt werden. Und gegen diese geringe Preiserhöhung hat zurückzutreten. das Publikum nichts einzuwenden, dem die Pfenniggegzgzigg Genf, 23. August.(Gasexplosion in Genf.) Heute abend den Teiz der Neutet bat. Auch iun einigen Buozeggmnen..30 Uhr hat in dem Gasreinigungsgebinde der Städt. Gas9 de Penz=perschenten zahreiche Wite und 18 Pr. Isabrik eine gewalige Gaserplosion statgefanden Im Unkreise Ivr. Dozmuno vernggt, zu Herne macht Fie 13 und 18 via.sobrik eine gigmeter sind sost alle Fensterscheiben in der große Gläser Bier. auch in verne, macht die Pfennigrechnung von fast einem Kilometer sind fast alled 9 Fortschritte. So hat die neue Biersteuer wenigstens ein Gutes. Stadt zertrümmert. Bis 5 Uhr waren 2 Tote geborgen. Die Zahl der Verletzten ist sehr groß. Die Verletzten werden auf dem Gerichtssaat. salen natsiahartr ong Annen, 21. Aug.(Milchpantscher.) Der Landwirt Diedrich Ka. und dessen Schwester Albertine Ka. von hier hatten sich am Donnerstag vor dem Schöffengericht in Witten wegen Milchfälschung zu verantworten. Durch polizeiliche Milchrevisionen, die unter Hinzuziehung des Chemikers Dr. Kühn aus Dortmund erfolgten, wurde festgestellt, daß die Kalsche Milch mit 30 bis 35 Prozent Wasser verfälscht worden war. Albertine Ka. wurde dieserhalb mit 200 Mk. Geldstrafe oder mit entsprechender Haft bestraft, Diedrich Ka. kam mit 10 Mark oder zwei Tagen Haft davon. Bochum, 21. Aug.(Noch ein Milchpantscher.) Die Strafkammer verurteilte den Milchhändler Friedrich Heckströter aus Bommern wegen Rahrungsmittelfälschung und Beiseiteschaffung einer Milchprobe zu 100 Mark Geldstrafe. Die Untersuchung des Restes der von dem Angeklagten ausgeschütteten Milch ergab 70 Prozent Wasserzusatz. Eeine Kasterte dunrch Laltut derichtet. Infolge der Hitze der letzten Tage sind aus allen Teilen des Reiches wieder Tollwutfälle gemeldet worden. Ein empfindlicher Schade entstand bei einem Gute bei Münchhausen im Westerwald, wo plötzlich ein Schäferhund toll wurde, sich auf die Kuhherde stürzte und gegen 40 Rinder biß. Die ganze Herde mußte getötet werden. Die Tollwutgefahr in der Gemeinde Münchhausen im Westerwald ist größer als bisher angenommen wurde. Nachdem bereits 70 Rinder getötet worden sind, scheint sich die Rotwendigkeit herauszustellen, die ganze aus 200 Stück Rindvieh bestehende rde der Gemeinde zu töten. Eine Entschädigung erhalten die Iummer! Ich weiß nicht was soll es bedeuten— daß gar so beort ich binl— Es gährt bei den friedlichsten Leuten— ill ihre Ruhe ist hin!— Sie reden am Stammtisch mit die gecht u. eianslsechanste dch alde elch nan den Buschios vro Hens gigstrich heraunter.— vetlenen das brauset und gährl!— Geht wieder vion u man meidet den goldenen Trank.— der Zecher bein Wepewuse er ie dimatiger Stuade. don oiamt wo dei manch ain sodetdanr Bid.—.— Er sicht, wie zum oie nur Mich noch nethst„Selters— den Durst fhut auf er. schem Von) zut gg, ersanut.— lscht wese mit Himber und Ahluner gal cbrasen D— Gaentanren. G dem put Sibts ein Wgegs„ u späilf aue um Frleden ist impet — seid einig, noch ey## zu spall— denn Frieven ist immer Sestet Ernst Heiter, Chronikt und Poetl.— Ratheer... ist nicht teurer geworden! Er wird nach wie vor in allen einschlägigen Geschäften zu den seitherigen Preisen abgegeben. Kathreiners Malzkaffee eignet sich wegen seines angenehmen aromatischen Geschmackes, seiner absoluten Bekömmlichkeit und seiner Billigkeit am besten als tägliches Familiengetränk. Man beachte die jedem Paket aufgedruckten Kochvorschriften.— In ganzen halben und viertel Paketen; das viertel Paket nur 10 Pfg. Cvang. Acbelter=Verein Jonnerntagslungeg, Suen dr gun se alh Taseie: uid Ais Aniste. Badae oihenen un bester, ven vo per daut und gest im Darm peniger leicht als Kohmüch v Gieung dboer.„Kuseke Verlett der Mlüc außeden ewen höseren Nährwert, wird von allen Kindern gern genommen und ermiglicht auch einen rationellen Rebergang zur fesen Rahrung. Rechnungsformulare: Fritz Küchigg. Trinkt Beckhofts Kanalperlen, Wachholderperlen, Alten, Klaren, Cognac, Rum, fl. 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