Die„Annener Zeitung" erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Bezugspreis inkl.„Sonntagsblatt“ u.„Humoristische Blätter“ monatlich 40 Pfg. — Telephon=Nr. 334.— Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ortschaften. = A m t l i c h e s O r g a n. Anzeigegebühr für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg. Inserate finden bei der großen Auflage der Annener Zeitung weite und billige Verbreitung. — Telephon=Nr. 334.— Nr. 93. 1909. Donnerstag, den 12. August. 25. Jahrgang. Die 300 Jahr=Feier der Grafschaft Mark auf Hohensyvurg. § Hohensyburg, 10. August. Ein Jubeltag für die Mark! Aus den stillen, weltabgeschiedenen Tälern des Sauerlandes, aus den fruchtbaren Ebenen des Hellwegs, aus dem Cyclopienlande zwischen Ruhr und Emscher bringen zahllose Sonderzüge unzählbare Scharen heran, die gekommen, um das Kaiserpaar zu sehen und zu begrüßen, die teilnehmen wollen an der 300jährigen Jubelfeier der Mark. Ein Fest= und Freudentag für die Grafschaft Mark, wie ihn nur selten dieses Land rastlosen Gewerbefleißes sah. Schon in aller Frühe pilgerten sie heran, die treuen Märker, um einen günstigen Platz zu gewinnen; je weiter der Zeiger der Uhr vorrückte, um so gewaltiger wurde der Menschenwall, der die alte Sachsenveste umgab, die Straßen nach Herdecke und Wetter, nach Westhofen und Schwerte säumte. Mit klingendem Spiele rückten die zahllosen militärischen Vereine an, um ihren Platz an der Feststraße einzunehmen; eine via triumphalis aus kernigen Westfalengestalten. Reben den alten Kriegern die Feuerwehr= leute, Soldaten im Bürgerrock, die Arbeiter= und Knappenvereine, und dazwischen und hinter ihnen das treue märkische Volk, Schüler und malerische Gruppen. Rahe der Denkmalsterrasse die geschmeidigen Gestalten der Turner, die dem Kaiser Proben ihres Könnens ablegen wollen. Die Sänger nehmen ihre Tribüne ein, die Posaunenchöre nehmen Aufstellung. Automobilen fauchen heran, Wagen rasseln herbei und nun finden sich ein die Spitzen der Behörden, die Vertreter der alten märkischen Geschlechter, die Geistlichkeit beider Konfessionen, die Vertreter der Industrie, die Honoratioren aus Stadt und Land; ein Blütenkranz von 200 reizenden Ehrenjungfrauen wartet des Augenblicks der Begrüßung. Ein Wald von Fahnen, getragen von ordengeschmückten Kriegsveteranen umgibt das imposante Denkmal; Deputationen von Arbeitervereinen nehmen Aufstellung. Dazwischen das geschäftige Völkchen der Zeitungsleute, denen nichts entgehen darf. Runnrückt die Ehrenkompagnie der 16er an, dieses altmärkischen Regiments der Hacketäuer, das auch bei dem Dortmunder Kaiserbesuch vor 10 Jahren Sr. Majestät militärische Ehren erwies. Und immer höher schwillt die Menschenmenge an. Im gleißenden Sonnenschein prangt Flur und Au, in den klaren Fluten von Ruhr und Lenne, die den Fuß des ragenden Bergstocks umspülen, spiegeln sich die Sonnenstrahlen wieder, die Wasser raunen von alten Zeiten, von den Heldentaten früherer Geschlechter, sie bringen die Grüße des idyllischen Dörfleins im verschwiegenen Waldeswinkel, aus den industriereichen Tälern der Mark; erzählen von dem Leben und Weben in Stadt und Land der roten Erde. Wohin das Auge blickt Jubel und Sonnenschein. Im leichten Zephirhauch säuseln die Blätter des Waldes, entfalten sich die Fahnen und Standarten. In Serpentinen windet sich die Feststraße vom Tal zur Höhe, wie ein schillernder, glitzernder, riesiger Schlangenleib hier von der Vogelperspektive aus anzusehen. Im Dorfe Syburg fast kein Durchkommen, in Herdecke und Wetter wimmelts wie in einem Ameisenhaufen. Richt anders ists in Westhofen, nach Schwerte zu und aus dem Lennetal von Kabel her, wälzt sich ein unabsehbarer Menschenstrom heran. Aber der gut organisierte Ordnungsdienst weiß dieses Chaos zu formen zu einer riesigen Spalierkette. Ein herrlicher Anblick bietet sich hier von der Denkmalsterrasse aus. Sonderzug auf Sonderzug schnaubt durch das Tal tief zu Füßen, von den turmgekrönten Bergen des mittleren Ruhrtals grüßen die wallenden Flaggen; von der Ruine Dolmarstein schweift der Blick zum Alten Stamm mit dem Turme, der dem Andenken des Volksmannes Fritz Harkort geweiht ist, hin zum Kaisberg, dessen steinerner Turm erinnert an Preußens große Staatsmänner Stein und Hardenberg, im West grüßt Schloß Mallinckord, Wittens Helenenturm, im Norden zeigt eine leichte Nauchwolke wo Dortmunds und Hördes Hochöfen glühen. Und über das Plateau der Hohensyburg hinweg mit seinen Zeugen einer ruhmreichen Geschichte der Blick in das gewerbereiche Tal der Volme, zu Füßen ein wunderschönes Tal, eingefaßt von dem Smaragd grünender Berge, wahrlich ein Festplatz, der auch das Herz eines Kaisers erheben kann. Und nun diese festlich gekleidete, festesfrohe, erwartungsvolle Menschenmenge, diese ungeheure, stundenlange herrlich geschmückte Feststraße und alles übergossen von flutendem Sonnenlicht— ein berückend schönes, großartiges Bild, wie man es nur selten schauen kann. Ein Kaisertag ist es, ein froher Jubeltag für die Grafschaft Mark. Da unten in Wetter, das bei seinen natürlichen Reizen nicht viel Rachhilfe bedarf, um sich würdig zu repräsentieren, harrt man des Augenblicks, wo der Kaiserzug eintreffen wird. Die Ankunft in Wetter.— Fahrt nach Das strahlendesTagesgestirn hat längst den Zenith überschritten, in der Mittagsglut dehnen sich die Wartestunden zu Ewigkeiten aus. Da: Kanonendonner, Glockenläuten und ein vieltausendstimmiger Jubelruf dringt viertel nach 2 Uhr von Wetter herauf: Der Hossonderzug ist, über Witten kommend, in Wetter eingelaufen. Der Bahnhof war streng abgesperrt; zur Begrüßung hatten sich eingefunden der Amtmann Winkelmann, Landrat Hartmann und die Spitzen der Provinzialbehörden. Bald darauf verließen die Majestäten den Wartesaal und bestiegen mit dem Prinzen Oskar und dem Gefolge die bereitgehaltenen Automobile. Im Gefolge befanden sich: Oberhofmarschall Graf zu Eulenburg, Generaloberst von Plessen, General Freiherr Marschall, Major von Reumann=Cosel, Leibarzt General= arzt Dr. von Ilberg, der Chef des Militärkabinetts General= leutnant Frhr. von Lyncker und der Chef des Zivilkabinetts von Valentini. Im Gefolge Ihrer Majestät der Kaiserin befanden sich noch: Bize=Oberzeremonienmeister Exzellenz von dem Knesebeck, Fräulein von Gersdorff sowie die Gräfin von Bassewitz. Ein ungeheurer Jubelruf pflanzte sich fort, als die Majestäten — die Kaiserin in hellgrüner Robe, der Kaiser in der Uniform des 1. Garderegiments zu Fuß— nun durch die Straßen des freundlichen Ruhrstädtchens fuhren, die von dichtem Spalier eingesäumt waren. Ueber eine prächtige Straße gings nun durchs Ruhrtal nach Herdecke, wo beim Rahen der Majestäten die Glocken läuteten. Auch hier derselbe warme, begeisterte Empfang durch ungezählte Menschenscharen. Und weiter gings, bergan, bald lag das liebliche Tal zu Füßen, über den Höhenrücken des Ardey windet sich die Chaussee, immer mehr ansteigend. Dann senkt sie sich, von fern grüßt Hohensyburgs gewaltiges Denkmal, grüßen die Ruinen der alten Wittekindsveste. Unaufhörlich jubeln Krieger und Feuerwehrleute, grüßt der Mark werktätiges, schaffensfrohes Volk dem Kaiserpaar zu, das freundlich, huldvoll diese von Herzen kommenden Hochrufe mit Dank erwidert. Des Kaisers Rechte winkt unablässig dem Märkischen Dolke zu, man sieht es dem sonst so ernsten, von der Seeluft gebräunten Antlitz, das sonniges Glücksgefühl umstrahlt, an, wie wohl ihm dieser Gruß eines aufrechten Volkes tut. Die Kaiserin gewinnt aller Herzen im Flug durch den Ausdruck der Güte. Am Kinderheim Wittbräucke, das an der Feststraße liegt, machte das kaiserliche Automobil kurz Halt, worauf die Majestäten von einem Mädchen, das einen Blumenstrauß überreichte, begrüßt wurden. Von dem Denkmale aus konnte man mit dem Glase beobachten, wie das kaiserliche Automobil sich in langsamer Fahrt zwischen die spalierbildende Bevölkerung dem Festorte Hohensyburg zu srtbewegte, und überall wurde diese Rücksichtnahme Ihrer Majestäten auf die vieltausendköpfige Zuschauermenge mit Freude aufgenommen. Kurz nach 2½ Uhr fuhren die Automobile durch das Dörfchen Syburg, vom Glockenturm erscholl der Gruß des ehernen Geläutes des Bochumer Vereins, ihr erster Gruß galt dem ersten Kaiserpaar aus dem Hause Hohenzollern, das diesen sagenumwobenen Boden betrat. Tausende von Brieftauben flatterten im gleichen Augenblick auf; ein entzückender Anblick, als sie nach allen Richtungen dahinflogen. Die Majestäten fuhren zunächst bei den Turnern vorbei, die exakte Uebungen— Pyramiden und Stabübungen— vorführten, für die der Kaiser seine volle Anerkennung aussprach. Dann schritt der Kaiser die Ehrenkompagnie ab, die unter den Klängen des Präsentiermarsches das Gewehr präsentierte. Hierauf empfingen die Majestäten die Spitzen der Behörden: den Oberpräsidenten Frhr. v. der Recke, den Landeshauptmann Dr. Hammerschmidt, den Regierungspräsident v. Bake, die Herren, welche die Einladung unterzeichnet haben, die Vorsitzenden des Ausschusses und der Kommissionen, die Landräte usw. Dann schritten Ihre Majestäten mit dem Prinzen Oskar und Gefolge bis dahin, wo die Presse Aufstellung genommen hatte, und hier trug dann Fräulein Rauk=Iserlohn, Tochter des Herrn Landrats Rauk, die dort mit 4 andern Ehrenjungfrauen die Majestäten erwarteten, unter Ueberreichung eines prächtvollen Blumenstraußes folgenden, von unserer westfälischen Dichterin Johanna BalzArnsberg gedichteten Prolog vor: Im Land der Mark zur Dreijahrhundertfeier Heiß ich, des Landes Tochter Euch willkommen Dich, Grafen von der Mark und Preußens König Des deutschen Reiches lieben großen Kaiser. Und Dich, Du milde Segenspenderin Geliebte, hehre, gütige Landesmutter. Habt heißen Dank, daß Ihr zu uns gekommen, Das Fest der Treue mit uns zu begehen. Ach, fühlet Ihr, wie unsere Herzen schlagen, Dann braucht es Worte nicht, die unvollkommen Von unserem Glück und unserer Freude stammeln. Blickt um Euch her, wie aller Augen leuchten Und lest darin, daß nimmer wird erlöschen Die Lieb und Treu zum Hohenzollernhause; Das wolle Gott, sein Segen über Euch! Die Sprecherin, die frei und ohne bemerkbare Befangenheit ihre Derse hersagte, küßte der Kaiserin nachdem die Hand. Die Kaiserin nahm den Blumenstrauß huldvoll und mit gewinnender Freundlichkeit entgegen und der Kaiser zeigte sich den Damen gegenüber von ritterlicher Courtoisie. Die Herrschaften begaben sich dann mit ihrem Gefolge zu dem vor dem Denkmal errichteten Pavillon. Herr Pastor Dr. Morgenstern=Hombruch ließ nun seine Posaunenchöre den Choral„Dater, kröne du mit Segen unsern König und sein Haus“ anstimmen; die weihevollen Töne hallten weithin ins Tal. Die Majestäten dankten sichtlich bewegt. Die ver. Sängerchöre der Mark trugen hierauf unter Leitung des Herrn Musikdirektors Laugs=Hagen die Beethoven'sche Hymne „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ mit Bravour vor; wiederholt gaben die Majestäten ihre Befriedigung zu erkennen. Die Begrüßung der Majestäten. Runmehr trat Dortmunds greiser Oberbürgermeister Geheimrat Dr. Schmieding, einem alten märkischen Geschlecht entstammend, vor, um das Kaiserpaar namens der Mark zu begrüßen. Herr Geheimrat Schmieding führte folgendes aus: Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster Kaiser und König! Allerdurchlauchtigste Kaiserin und Königin! Als ein Akt der Dankbarkeit gegen das Herrscherhaus, als eine Bestätigung und Befestigung der Treue, als eine Kundgebung des Willens der Markaner, auch in alle Zukunft festzuhalten an dem angestammten Hause Hohenzollern, wollen Eure Majestäten die Jubelfeier Allergnädigst entgegennehmen, welche angesehene Männer der ehemaligen Grafschaft Mark im Einvernehmen mit den Gemeindevertretungen und den staatlichen Behörden hier zu Füßen der alten Wittekindsburg und des Denkmals unseres großen Kaisers veranstaltet haben. Es entspringt nicht einer Reigung zur Absonderung von dem Einheitsstaate Preußen, wenn nach 300 Jahren der Verbindung mit dem preußischen Staate auch jetzt noch in unserem märkischen Lande die Einwohner innerhalb der alten Grenzen die Zusammengehörigkeit unter sich empfinden und diese in der Benennung als„Markaner“ mit einem gewissen Stolze zum Ausdruck bringen. Den Grund hierfür möchten wir vielmehr neben der noch nicht lange gehobenen örtlichen Abtrennung von den preußischen Stammlanden, in der dem Deutschen eigenen Treueneigung zu einem aus dem eigenen Stamme erwachsenen Fürsten und in. dem gerade hier schon vor einem Jahrtausend in Aemtern und Ständen verhältnismäßig frei und festgefügten Staatenbilde erblicken. Nur in wenigen deutschen Landen waren, zusammengedrängt auf ein kleines Territorium, die Verhältnisse so günstig für das Bestehen einer politischen Einheit, als in der Grafschaft Mark. Im südlichen Teile Erzlager, Steinkohlen, Waldbestände, Flüsse mit kraftgebendem Gefälle, eine arbeitsame, geschickte, betriebsame Bevölkerung, die das Eisen reckte, die Klingen schmiedete; im nördlichen Teile, zwischen Ruhr und Lippe, ein fruchtbarer Boden mit freien Bauernhöfen, durchsetzt von Rittersitzen und umwehrten Städten, in der Mitte, vom Rhein nach Osten laufend, die uralte Verkehrsstraße des Hellwegs. Betriebsame Städte vermitteln auf dieser, ehemals unter dem Schutze der Hansa, die mannigfaltigen Erzeugnisse der Eisen= und Stahlhämmer in die Niederlande, nach England, nach Lübeck, Danzig und weiter bis Rowgorod, zugleich die überschüssige Volkskraft der Besiedlung des Ostens zuführend. Dies von den Verhältnissen außerordentlich bevorzugte Ländchen war zusammen mit dem benachbarten Cleve und Ravensberg wohl geeignet, im Westen Deutschlands die Ausgangsstelle zu werden für das Anwachsen Preußens zu seinem jetzigen mächtigen Bestande. Seitdem im Juni des Jahres 1609 ein Brandenburgischer Prinz die Hand legte auf die Grafschaft Mark, weist diese dank der schützenden Fürsorge ihrer Landesherren, eine stetige Entwickelung auf. In der Landwirtschaft und in dem kulturellen Fortschreiten hat diese einen mit den übrigen Teilen Preußens gleichmäßigen, in den gewerblichen Betrieben dagegen einen geradezu glänzenden Verlauf genommen. Produkte der mannigfaltigsten Art, geschätzt und gesucht in allen Teilen der Welt, erzeugt die Kleineisenindustrie des märkischen Sauerlandes; aus den urwüchsigen Schmelzösen der alten Zeit sind flammende Hochöfen entstanden; die kleinen Reckhämmer haben den mächtigen Dampfhämmern und Walzenstraßen weichen müssen; dem Stollenbau zur Förderung der Steinkohle folgend, sind Schächte von niegeahnter Tiefe dem Erdinnern zugeführt. Der Verkehrsweg des Hellwegs ist zurückgetreten gegen ein verzweigtes Eisenbahnnetz und durch Eurer Majestät Eingreifen und Wegweisung haben die Wasserstraßen zur deutschen Nordsee und zum Rheinstrome dem Transport der Massengüter neue Bahnen gewiesen. In der Zeit dieser wirtschaftlichen Entwickelung und des Einwachsens der Mark in den preußischen Einheitsstaat haben die Bewohner der Mark ihren brandenburg=preußischen Landesherren Treue um Treue bewiesen, auch in den Zeiten der Rot; Treue haben sie auch gehalten unter der vorübergehenden französischen Herrschaft. Doch hat der damalige französische Gouverneur des Herzogtums Berg selbst von den Markanern berichtet, daß sie während der ganzen Fremdherrschaft den Staat Preußen nie als endgültig besiegt angesehen, und sich stets mehr als Preußen, denn als Deutsche gefühlt haben. Wie die Stände der Grafschaft Mark im Jahre 1666 nach einem halben Jahrhundert der Zugehörigkeit zu Brandenburg dem großen Kurfürsten zu Cleve huldigen durften, so wollen Eure Majestäten auch von den Söhnen der Mark bei der heutigen von begeisterter Freude getragenen Jubelfeier die Versicherung der Treue und Anhänglichkeit an den König und sein Haus huldvollst entgegennehmen. Im Anschluß daran sprach sofort namens der Ravensberger, welche mit den Markanern die 300jährige Zugehörigkeit zu Preußen auf Hohensyburg feiern, Graf Korf=Schmiesing= Halle, welcher die Uniform der Münsterschen Kürassiere trug. Er sagte folgendes: „Eurer Kaiserlich Königlichen Majestät, unserem Allergnädigsten Kaiser und König und Ihrer durchlauchtigsten Königlichen Majestät, unserer hochverehrten Kaiserin und Königin nahen wir Vertreter des Minden=Ravensberger Landes mit der alleruntertänigsten Bitte. Eure Majestäten mögen Allerhöchst geruhen, unsere alleruntertänigsten Huldigungen Allerhöchst entgegennehmen zu wollen. Es sind nunmehr 300 Jahre, seitdem wir das große Glück haben, daß unsere Grafschaft Ravensberg mit der Krone Preußen=Brandenburg vereint ist und wir haben voll und ganz die Vorzüge und Segnungen erkannt, welche uns durch diese Vereinigung und Zugehörigkeit erwachsen sind. Mit dankerfülltem Herzen nahen wir uns dem Throne Eurer Majestät, um unserem tiefgefühlten Dank alleruntertänigsten Ausdruck zu geben, gleichzeitig erneuern wir aber den Schwur unentwegter Treue, welche die damaligen Vertreter des Minden=Ravensberger Landes am 30. November 1609 in Söllenbeck dem Kurfürsten von Brandenburg Johann Sigismund geleistet haben und der vor Allem stets hoch und heilig gehalten worden ist. Wir Ravensberger halten bis in alle Zeiten mit unverbrüchlicher Treue fest zu König und Daterland, zu Kaiser und Reich.“ Jetzt brach sich die Begeisterung erneut Bahn. Hoch= und Hurrarufe pflanzten sich fort bis zu den spalierbildenden Vereinen unten im Tal. Aus vielen tausend Kehlen erscholl das„Heil dir im Siegerkranz“. Die Majestäten, die von der Terrasse des Denkmals eine herrliche Fernsicht in das Ruhr= und Lennetal hatten, waren offenbar entzückt von dem großartigen Panorama, das sich vor ihnen auftat. sewvgr, um Sr. Moiestt aus einern dunswol degrbeiteten. Jeben mit shren. die mürtische Helmnat und ihre Kaise,## um Ei. Ausesl### einem Kunstvon gearbentelen, eben mit ihren Wurzeln zurückreicht in die Gotteskräfte, welche von Herrn Kommerzienrat Fleitmann gestifteten Pokal, gefüllt mit edlem Rüdesheimer Zollernhaus, den Ehrentrunk zu überreichen. Der Kaiserbecher ist ein kleines Kunstwerk des märkischen Silberschmiedegewerbes. Der Kaiser nahm den Pokal, trank auf das Wohl der Markaner und antwortete auf die Ansprachen in folgender Rede: „Ramens Ihrer Majestät der Kaiserin und in Meinem Ramen spreche ich den Markanern, Minden=Ravensbergern und allen, die hierher gekommen sind, um heute die 300jährige Zugehörigkeit zur Krone zu feiern, den herzlichsten, innigsten und tiefgefühltesten Dank aus. Tief ergriffen von dem spontanen Ausbruch der Begeisterung der Bevölkerung bitte ich alle Anwesenden, Dolmetsch zu sein davon, wie tief uns das gerührt hat. Ich ersehe daraus, daß die 300 Jahre nicht vorüber gegangen sind, ohne die Zugehörigkeit Meiner Untertanen aus diesem Teile unseres Vaterlandes mit Meinem Hause fest zusammengefügt zu haben, so fest, daß ein Auseinandergehen unmöglich ist. Gerade der Umstand, daß Mein die Reformation durch die Erkenntnis der freien Gnade Gottes in Christo auslöste. Und mit Ew. Majestät wissen wir uns ehrerbietigst eins in der Ueberzeugung, daß die Bürgschaft für siegreichen Widerstand gegen sittliche Zersetzung zuletzt nur gegeben ist in den Lebensmächten des Evangeliums und in dem Einflusse, der ihnen im Leben unseres Volkes gegeben wird. Für jedes christliche Bekenntnis aus dem Munde der Fürsten und Fürstinnen des Hohenzollernhauses, für jeden starken Schutz in den Zeiten der Drangsal, nicht am wenigsten für das versöhnende Wirken zur Ausgleichung der konfessionellen Gegensätze innerhalb der evangelischen Kirche; sowie für den Schutz und Ausbau der kirchlichen Verfassung in der Gestalt der bei uns heimischen presbyterial=synodaleu Ordnungen bringen die evangelischen Gemeinden der Grafschaft Mark Gott dem Herrn den demütigsten Dank dar. Wir danken Gott, daß wir zu Ew. Majestät nicht nur als zu dem mächtigsten Schirmherrn der evangelischen Kirché und zu dem membrum praecipuum der evangelischen Christenheit anschauen dürfen, sondern auch als zu dem überzeugten Bekenner des Herren aller Herren,„dessen LichtgeEntwicklung im Laufe der Jahrhunderte. Die erste Ansprache hielt der Oberpräsident unserer Provinz Staatsminister v. d. Recke v. d. Horst. In kurzen, markigen Worten brachte er das Hoch auf den Kaiser aus, gedachte der dreihundert Jahre, welche die Mark in Freud und Leid mit der Krone Preußen verlebt habe und betonte insbesondere, welch ein gewaltiger Faktor die Mark im Leben der Provinz Westfalen und der ganzen Monarchie gewesen sei. Beharrlich und treu, keinem verständigen Fortschritt widerstrebend, habe der Kaiser die Entwickelung der Mark gefördert; der Wunsch sei deshalb naheliegend, daß es ihm vergönnt sein möge, noch lange mit seiner tatkräftigen, weisen und segensreichen Regierung für das Wohl der Provinz zu wirken. In das Kaiserhoch stimmte die Festversammlung begeistert ein und sang stehend eine Strophe der Nationalhymne. Herr Landrat Hartmann(Hagen) begrüßte die Ehrengäste. Das Beste, das die Mark habe, sei in dem Festzelte versammelt. Groß und weit werde das Herz bei dem Gedanken an den Besuch der Majestäten. Redner betonte sodann die Verdienste des Oberpräsidenten Dr. Studt um die Provinz. Exellenz weiser Ahne Johann Sigismund die Hand auf die hiesigen stalt tröstend, helfend, auch Widerspruch und Verfolgung weckend Studt und Gemahlin würden empfunden haben, wie die Marnaner Lande und auf die Clever legen mußte, war gewissermaßen durch die Jahrhunderte schreitet“. Eurer Majestzt unserer über mit echt westfälischer Zähigkeit am Altan kängen. RedLande und auf die Tleber legen mußle, war gewissermaßen ein Werk der Vorsehung, welches zum ersten Male das Haus Brandenburg darauf hinwies, daß seine Aufgaben nicht nur östlich der Elbe, sondern jenseits bis an den Rhein lagen, und dieser Schritt, den damals Mein Haus begonnen hat, hat dazu geführt, daß mit Gottes Hilfe trotz vieler schweren Kämpfe Preußens Königsthron und schließlich der Kaiserthron hat wieder aufgerichtet werden können. So wollen wir am heutigen Tage dankend aller derer gedenken, die für uns dahingegangen sind und an dem Werke mitgearbeitet haben, nicht zum geringsten dankend Kaiser Wilhelms des Großen gedenkend und seines siegreichen Heeres(Bravorufe), in dem durch die Jahrhunderte schreitet.“ Eurer Majestat, unserer über alles geliebten Kaiserin und Königin bringen wir den innigsten Dank dar für alle in der Liebe Christi unterommene Arbeit an der Wiederaufrichtung des christlichen Volkslebens. Ew. Majestät Aufruf an die christliche Frauenwelt zur Sammlung und Mitarbeit hat unter uns freudigen Wiederhall gefunden und viele Frauenherzen aufatmen lassen zu neuem Mut, zu neuer Hoffnuug und zu begeisterter Arbeit. Gott lasse es Eure Majestäten erleben, daß die hohen Friedensgedanken für unser Volk sich in der Neugestaltung unseres Volkslebens in den Palästen und Hütteu verwirklichen. Das ist unser innigstes Gebet. Gottes reiche Gnade walte über Euren Majestäten, über dem Kronrmit echl westsalischer Hühigkeit am Alten hängen. Redner gedachte weiter früherer verdienter Beamten, feierte die Zusammengehörigkeit mit dem Heer, begrüßte die Vertreter der Armee, der Geistlichkeit beider Kofessionen, die Ravensberger, denen die Mark die Bruderhand entgegenstreckte, und den gegenwärtigen Landeshauptmann Dr. Hammerschmidt, dem er nahelegte, der Mark zur Errichtung eines der Hohensyburg würdigen Versammlungsortes zu verhelfen. Sein Hoch galt den Ehrengästen. Die dritte Rede hielt der frühere Oberpräsident von Westfalen Staatsminister Exzellenz Studt. Er nahm Bezug auf die Ausführungen des Vorredners, dankte ihm für seine anerkennenden Worte, rühmte die in Westfalen verbrachten Jahre so viele Markaner mit haben fechten können(Brausende Bravos), prinzen, und der Kronprinzessin und über Ew. Königlichem Hause als die glücklichsten seiner amtlichen Tätigkeit und bestätigte, um so die Kaiserkrone und die Kaisermürde gus dem Rhein in allen Wegen und zu allen Zeiten! daß seine Kallagen nan demkelben Gefsihl haseelt feien a# um so die Kutselktöne und die Kuiserwalde aus dem Eihein wieder emporzuheben. Möge Gottes Segen über diesen schönen Ländern ruhen und möge es Mir vergönnt sein, auch weiter in Frieden zu regieren und dem Lande dadurch ermöglichen, in Frieden zu leben und zu schaffen. Das ist mein Gebet. Ich trinke auf das Wohl der Mark.“ Geheimrat Schmieding wurde sodann vom Kaiser durch eine fast zehnminütige Unterhaltung ganz besonders ausgezeichnet, während welcher der Kaiser längere Zeit die Hand des Herrn Oberbürgermeisters umspannt hielt. Se. Majestät erinnerte sich in seiner Unterhaltung freudigen Herzens jenes Tages, an dem er vor nunmehr 10 Jahren zur Einweihung des Hafens in Dortmund war. Der Kaiser erkundigte sich eingehend nach der Entwickelung des Verkehrs auf dem Kanal und gab seine Sympathie zu erkennen für Neuerungen auf dem Gebiete des Berkehrswesens. Herr Geheimrat antwortete Sr. Majestät, daß der Verkehr auf dem Kanal erfreulicherweise von Jahr zu Jahr zugenommen habe, und die Berechnungen, die seinerzeit von den Behörden aufgestellt seien, zuträfen. Der Kaiser lenkte dann das Gespräch auf die Teilstrecke des Kanals, die jetzt in Angriff genommen wird und die demnächst den Emskanal mit dem Rhein verbinden soll. Se. Majestät erkannte den Bau dieses Kanals als ein wichtiges Verkehrsglied zwischen Rhein und dem industriereichen Westfalen als notwendig an. Längere Zeit unterhielt sich der Kaiser auch mit Herrn Rechnungsrat ArensArnsberg, welcher den Pokal überreicht hatte. Die Majestäten besichtigten alsdann den großen Denkmalsbau, den die Mark dem Andenken an Deutschlands größte Zeit errichtet, und schritten alsdann die Gruppe der Fahnendeputationen der Kriegervereine ab. Professor Dr. Meister=Münster überreichte die Festschrift der Grafschaft Mark, Regierungspräsident Dr. Kruse=Minden die Festschrift der Grafschaft Ravensberg. Beide Herren sprachen dem Kaiser seinen Dank aus. Der Sängerchortrug noch Dürrners machtvollen Chor Sturmbeschwörung und das Volkslied„Ritters Abschied“ von J. Kinkel vor. Die evangl. Kirche der Mark, vertreten durch eine Abordnung von 200 evangl. Pfarrern und Kirchenältesten ließ dem Kaiserpaar durch den Präses Superintendent D. KönigWitten eine Die evangeAdresse der evangelischen Gemeinden überreichen. Sie hat folgenden Wortlaut: Allerdurchlauchtigster, großmächtigster Kaiser, Allergnädigster sofort auf den Schützenverein zu, der in sehr starker Zahl angeKaiser, König und Herr. Unsere evangelischen wemeinden sehen treten war. Er besichtigte in seiner leutseligen Weise eingehend es dankerfüllt als eine anädige Fügung Gottes von unberechenbar die mehrere hundert Jahre alte Fahne sind hmünfte mit allen Wegen und zu allen Heiten! Am Tage der dreihunderljährigen Jubelfeier. lischen Gemeinden der Grafschaft Mark.“ Der Kaiser nahm die Adresse entgegen, dankte dem Redner und unterhielt sich dann näher mit einzelnen Vertretern der Geistlichkeit. Es folgte nun der Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie vor dem Kaiserbaldachin, worauf der Posaunenchor die„Wacht am Rhein" blies. Das Kaiserpaar begab sich dann auf die Denkmalsterrasse vor dem Baldachin, worauf der Sängerchor„Lützows wilde verwegene Jagd“ von C. M. v. Weber zum Vortrag brachte. Wieder folgte ein Posaunenchor:„Westfalenlied", dessen Vortrag stürmischen Beifall erweckte. Die Majestäten begaben sich nunmehr zur Aufstellung der Kleineisenindustrie auf dem Platze neben dem Denkmal. Der Vorstand des Verbandes der Märkischen Kleineisen=Industrie hieß durch Herrn Kommerzienrat Funke=Hagen die Majestäten willkommen und die Ehrengabe überreichen. Der Kaiser sprach in anerkennenden Worten seinen Dank aus, die Industrie auch weiterhin seiner Fürsorge versichernd. Damit hatte der Festakt sein Ende erreicht und nach herzlicher Verabschiedung setzte unter vieltausendstimmigen Hochrufen das Kaiserpaar seine Fahrt fort. Es ging nach Westhofen zu und Schwerte. Westhofen und ganz besonders Schwerte waren prächtig geschmückt, die Straße Holzen=Schwerte, namentlich aber die Holzener Unterführung und die Dammstraße, war eine wirkliche Triumphstraße. Das Rickelwerk in den Rosen, prächtig geschmückt, hatte seine Arbeiter und Beamten aufgestellt; auf der Dammstraße bildeten die Schulen Spalier, in der Unterführung und am Bahnhof die Schwerter Vereine, an ihrer Spitze der Schwerter Schützenverein. Ueberall begrüßten Tausende und Abertausende das Kaiserpaar, wohl noch nie sah die alte Stadt Schwerte so viel Gäste in ihren Mauern. Um 4 Uhr fuhren die Majestäten vom Bahnhof Schwerte ab. Roch einmal brach sich der Jubel der Mardaner stürmisch Bahn und unter den Abschiedshochs der Menge rollte der Zug aus der Bahnhofshalle fort;— der Kaiserbesuch gehört der Geschichte an. Die Abfahrt des Raiserpaares von Schwerte. Um 4 Uhr 15 Min. traf das Kaiserpaar in Schwerte ein. Der Jubel der Schwerter Bevölkerung war unbeschreiblich. Am Bahnhof entstieg das Kaiserpaar dem Auto. Der Kaiser schritt gangersaut als ein gnadige, Zügung Golles von unberechenbar großer Bedeutung an, daß es das Herrscherhaus der Hohenzollern war, dem vor 300 Jahren neben anderen Landesteilen die evangelische Grafschaft Mark zufiel. Als eine Stärkung der evangelischen Sache, als eine Bewahrung vor unabsehbaren Schicksalen, als einen wirksamen Schutz gegen unerhörte Bedrückungen in den nachfolgenden schweren Zeiten haben unsere Vorfahren das empfunden und mit ihrer Bitte an den großen Kurfürsten kekundet, was ihnen die Zugehörigkeit zum Herrscherhause der Hohenzollern bedeute. Die gnädige Zusage des großen Kurfürsten vom 31. März 1647,„daß die Einwohner des märkischen Süderlandes von ihm und seinen Nachfolgern nun und zu ewigen Zeiten weder abtreten noch verwechselt, sondern immer und allezeit bei seinem Hause im Besitz ihrer Rechte und Freiheiten erhalten werden sollten“, sind von unseren Gemeinden als unverbrüchliche Fürstenworte hoch gehalten und von den Herrschern des Hohenzollernhauses eingelöst. Als kostbares Dokument bewahrt eine Gemeinde in ihrem Archiv die Zusicherung an die Evangelischen, „sie hätten sich nicht zu besorgen, sondern sich vielmehr versichert zu halten, daß sie zu jeder Zeit geschützt werden sollten.“ In ihrem Königsnamen bewahrt eine andere Gemeinde(Königssteele) als ein Zeugnis der christlichen und weltberühmten Elementz und Gewissenhaftigkeit der Hohenzollern“ die Hülfe welche der erste König ihr zur Ermöglichung ihrer Existenz und ihres Kirchenbaues gegenüber der Bedrückung durch die gefürstete Aebtissin zu Essen lieh. In den dunkelsten Zeiten unseres Volkes leuchtete das Zeugnis der gegenseitigen Treue, an dem wir uns noch heute erheben, in dem Abschiedsbrief Friedrich Wilhelm., vom 24. Juli 1807 und in der Antwort unserer Vorfahren, ge schrieben von der Hand des Pfarrers Möller=Elsey:“„Das Herz wollte uns brechen, als wir Deinen Abschied lasen.“ In Tagen sturmvoller Drangsal und in Tagen festlicher Freude trägt uns auf die Höhe betender Stimmung das Königslied unseres märkischen Pfarrers und Dichters Hülsemann in Elsey:„Vater kröne du mit Segen unsern König und sein Haus.“ Als eine bedeutungsvolle Tatsache verzeichnet es die Geschichtsschreibung, daß„die elevisch märkischen Lande unter der Herrschaft der Hohenzollern, besonders unter dem großen Kurfürsten die erste Freistatt religiöser Toleranz in Deutschland, ja in der ganzen Welt waren. Richts wollen unsere evangelischen Gemeinden sehnlicher als in Uebereinstimmung mit den hohen Worten Ew. Majestät, zu den Westfalen in Münster gesprochen, in einem Geiste des Friedens und der Treue zu König und Vaterland mit allen Dolksgenossen ohne Unterschied der Konfession zusammenstehen. Aber es bleibt auch geschichtliche Wahrheit, daß die stolze Höhe die mehrere hundert Jahre alte Fahne und knüpfte mit einigen Schützen ein Gespräch an. Unterdessen unterhielt sich die Kaiserin mit den Ehrendamen, die am Bahnhof bis zum Hofzuge Aufstellung genommen hatten. Die Kaiserin bedauerte lebhaft, daß die Damen solange hätten stehen müssen. Am Bahnhof hatte sich die Gattin des Anstreichermeisters Engelhardt mit ihrem fünfjährigen Söhnchen, bei dem der Kaiser Patenschaft übernommen hatte, eingefunden. Das Kaiserpaar unterhielt sich mit der Mutter auf die leutseligste Weise. Die Kaiserin schickte später dem kleinen Knaben aus dem Hofwagen einen Teller mit Zuckerplätzchen. Frl. Hildegard Haver, Tochter des Sanitätsrats Dr. Haver, überreichte der Kaiserin ein Bukett, wofür diese auf das liebenswürdigste dankte. Ebenso stattete sie den Damen für den herzlichsten Empfang auf dem Bahnhof ihren Dank ab. Auf dem Bahnsteig unterhielt sich der Kaiser in eingehender Weise mit dem Bürgermeister Herrn Rohrmann, dem er auch für den glänzenden Empfang seinen herzlichsten Dank abstattete. Dann verabschiedeten sich die kaiserlichen Herrschaften von den Oberpräsidenten und dem Regierungspräsidenten mit der Bitte, zu sagen, daß der Empfang sie sehr angenehm berührt habe. Aus Anlaß der Feier sind zahlreiche Ordensverleihungen erfolgt. Es haben u. a. erhalten: Oberbürgermeister Geheimrat Dr. Schmieding in Dortmund den Stern zum Kronenorden 2. Klasse, Stadtschulrat Dr. Schapler in Dortmund den roten Adlerorden 4. Klasse, Rektor Hertkens den Kronenorden 4. Klasse, Gemeindevorsteher Storck in Lütgenholthausen den Kronenorden 4. Klasse, Gemeindevorsteher Sehrbrock in Borning den Kronenorden 4. Klasse, Rentner Giesbert Storck, Barop das allgemeine Ehrenzeichen. Der Festplatz war, was die räumliche Ausdehnung anbetraf, sehr groß, der wuchtige Denkmalsbau erschwerte aber die Uebersicht. Kein Festteilnehmer war in der Lage, die ganzen Vorgänge zu überschauen, jeder gewahrte nur das, was in seiner unmittelbaren Umgebung vorging. Einzelne Gruppen der Teilnehmer mögen wohl etwas günstiger gestellt gewesen sein. Der Festplatz selbst und die Ausdehnung der Feier ließen allerdings ein anderes Arrangement kaum zu. Alles in allem war die Jubelfeier der Grafschaften Mark und Ravensberg ein wohlgelungener Beweis für die auf alter Tradition beruhende Anhänglichkeit der Markaner zu ihrem angestammten Herrscherhause. Nach der offiziellen Feier am Denkmal fand in dem herrlich dekorierten Festzelt ein Festessen statt. Festliche Stimmung herrschte von Anfang an; sie fand ihren Ausdruck in den zahlreichen Reden, die zu Ehren des Tages gehalten wurden. Alle atmeten den Geist inniger Befriedigung daß seine Kollegen von demselben Gefühl beseelt seien. Dank der unermüdlichen Rührigkeit der Einwohner auf allen Gebieten gedeihe die Landwirtschaft wie die Industrie in gleich erfreulicher Weise. Auch die Treue der Provinz habe sich in guten wie in bösen Tagen bewährt. Redner streifte darauf den Anteil der westfälischen Heeresangehörigen an den Kriegen gegen Däuemark, Oesterreich und Frankreich und trank zum Schluß auf das Blühen und Gedeihen der Provinz. Mit großer Wärme ließ sich als vierter Redner Bürgermeister Haarmann=Witten vernehmen. Jahrhunderte seien vergangen, seit die Mark anfing, ein größeres Staatswesen zu werden; trotzdem haben die Söhne der Mark nie vergessen, sich mit Stolz„Markaner“ zu nennen. Heute nennen sie sich erft recht so, da der mächtigste Herrscher Europas die Huldigung der Markaner entgegen genommen habe. Aber die Liebe zur Mark habe nicht Abbruch getan der Liebe zu dem Herrscherhause. In guten und bösen Tagen habe die Mark festgehalten an König, Kaiser und Reich, an dem Hause Brandenburg. In Frankreich verkündete der Donner der Kanonen, daß Deutschland aufgehört habe, nur ein geographischer Begriff zu sein. — Im weiteren Verlauf seiner Rede kam Herr Haarmann auf Bismarck zu sprechen, den Mann, dem wir es zu verdanken haben, daß alles so herrlich gekommen ist.= Dem Vaterlande galten die Schlußworte des Redners. Die weiteren Reden litten in noch höherem Maße, alsndie vorhergehenden, unter dem Stimmengewirr der Festversammlung. Ein Vertreter Ravensbergs sprach den Markanern den Dank. Ravensbergs aus; ein weiterer Redner rezitierte sehr hüdsche Berse, in denen er bis auf Armin zurückgriff, auch des Grafen Zeppelin gedachte und zum Ausgang die Herren des Festausschusses hochleben ließ. Auch ein Hoch auf die Frauen wurde ausgebracht, ging aber im allgemeinen Taumel der Begeisterung so wirkungslos vorüber, wie einige weitere Ansprachen. Spät erst löste sich die festlich heitere Versammlung auf; in allen Herzen wird aber die Erinnerung an die eindrucksvollen Stunden des 10. Aug. noch lange nachhallen und dazu dienen, die Liebe zur Heimatprovinz zu stärken und wenn möglich noch zu mehren. * „„„ Daß natürlich der Trubel auf der Hohensyburg nach dem Festakte ein ungeheuerer war, ist selbstverständlich. In der siebenten Stunde jedoch, und noch mehr in der neunten, dachten schon gar viele wieder ans Heimgehen. Von neuem begann eine wahre Völkerwanderung, diesmal aber vom Berg zum Tal. Die Straßenbahnlinien, die für die Hohensyburg in Betracht kamen, hatten einen gar schweren Tag. Auf dem Schwerter Markt standen zuweilen Hunderte von Menschen, die alle mit der Elektrischen fortwollten.— Von den geplanten Höhenfeuern konnte man abends nicht viel sehen. Erstens verhinderte der über der Gegend lagernde Rebel eine freie Aussicht und zweitens scheinen die Freudenfeuer nicht in dem umfangreichen Maße abgebrannt worden zu sein, als man überhaupt zuerst beabsichtigt hatte. Nur hin und wieder blinkte ein Feuer durch die neblige Nacht.—— Das Publikum aber, und vor allem die Wirte auf Hohensyburg, können mit dem heutigen Tage voll und ganz zufrieden sein. *„ * Die Jubelfeier in Cleve. In angenehmer Erinnerung wird auch der Besuch in Cleve bleiben, wo der Kaiser in längerer Rede Gelegenheit nahm, die geschichtlichen Ereignisse Cleves Revue passieren zu lassen. Cleve stellt ja einen besonderen Fleck deutscher Erde dar. Die Schwanenburg erinnert an die Sage von Lohengrin, dem Gralsritter, eine der herrlichsten Sagen, die das deutsche Gemüt schuf und die durch Richard Wagner ihre künstlerische Weihe erhielt. Auch die Sage von„Otto, dem Schütz“, der als gemeiner Knecht beim Landgraf von Cleve Heinrich dem Eisernen diente und schließlich Herz und Hand der Grafentochter eroberte, spielt suuf der Schwanenburg. Hier war es ferner, wo der alte Fritz einmal einen Rangstreit zwischen den Frauen der beiden höchsten Beamten mit den Worten entschied:„Die größte Rärrin geht voran.“ Im Archiv der Schwanenburg werden auch die Todesurkurden der elf Schill'schen Offiziere, die in Wesel erschossen wurden, aufbewahrt, ebenso die Todesurkunde von Johanna Sebus, jenem opferfreudigen Mädchen, dem Goethe ein unvergängliches Denkmal setzte. Heute dient die Landgericht und Gefängnis. Sollte man Marienburg oder Saalburg restaurieren und Sage und historischer Erinnerung erhalten? Schwanenburg als sie nicht wie die als Hort deutscher Deutsches Reich. — Die Zentrumsführer haben in Coblenz über Unstimmigkeiten in der Zentrumspartei beraten und den Beschluß gefaßt, an dem bewährten Parteiprogramm sestzuhalten. — Der Kaiser Wilhelm=Kanal gesperrt! Im Kaiser Wilhelm=Kanal stieß ein belgischer Frachtdampfer infolge Versagens der Maschine gegen die Böschung und sank. Der gesamte Verkehr ist für einige Zeit lahm gelegt. Sehr peinlich wäre es gewese sierens des russ eignet hätte. — Die Universität Mü nach der die S Auch dieses W — Das! tritt nach dessen Is. außer Kraf Ztg.“ hervorhet und es können sätze von Amer sätze und die s. in Kraft getreie — Rückt der Kavallerie als Kriegsmini urlaubten kom auftragt worde! Das Strei um Geldunterst ein Beweis de sondern auch d aufrecht zu erhe ausgeschlallen, Die gegenwärti auf die Arbeits zuführen, daß kehr gestellt wi holm und einig leuren und ur Tagesstunden mußte Abends Beleuchtung un die Streikender bittert. Ruhest Der für d angekündigte A Gouverneur Az jede Ruhestöru ganz Spanien In Marot verfügt jetzt ül aber gleich wol Mißerfolgen so Griechenlat Konstantinopel Lage jedoch un lehnk, Griechenle dessen Geschick schönen Worte. Weise zugetang züglich Kretas Hohn wirken. Blätter einen jedem Falle Ze schon viel, da geisterung, keine läßt.— Der fr. eine unmittelbai Genugtuung git die Zukunft ern anlaßt werden, satzungstruppen Türkei sofort ei herunterzuholen. bereit sind, mit einzutreten. En Oesterreich=Unga fordern, sich ihn frage glücklich gemeinsame Sch die Mahnung: ausgeübt. Der die Kriegsgefahl Jungtürkentum begnügen werd der„Köln. Ztg.“ Konstantinopels nachteiligen lasse verlangt, nachde Aufrechterhaltun Kriegs= wie der gefaßt und Sche türken gegen K. den Kriegsfall b Die griechi der deutschen Wilhelms zurück Lokale u I Annen, am Sonntag ab Amtmann Frieg' wollte eine auf dabei an der D Gewicht nicht z Metern zur Ei liegen und wurd führt, woselbst d bruch und inner kommen gezweif wäre es gewesen, wenn der Unfall sich etwa während des Passierens des russischen Geschwaders mit dem Zaren an Bord ereignet hätte. Die staatswissenschaftliche Fakultät an der Universität München gab eine neue Promotionsordnung heraus, nach der die Studienzeit von 6 auf 8 Semester verlängert wird. Auch dieses Wissensgebiet wird immer umfangreicher. — Das deutsch=amerikanische Handelsabkommen tritt nach dessen Kündigung durch die Union am 6. Februar k. Is. außer Kraft. Bis dahin bleiben, wie die„Nordd. Allgem. Ztg.“ hervorhebt, die Bestimmungen des Abkommens in Geltung, und es können höhere als in dem Abkommen vereinbarte Zollsätze von Amerika nicht erhoben werden, obwohl dort die Zollsätze und die sonstigen Bestimmungen des neuen Tarifs bereits in Kraft getreten sind. — Rücktritt des Kriegsministers. Generalleutnant der Kavallerie von Einem ist auf seinen Wunsch von der Stellung als Kriegsminister entbunden und mit der Vertretung des beurlaubten kommandierenden Generals des 7. Armeekorps beauftragt worden. K * A u s l a n d. Schweden. Generalstreik. Das Streik=Komitee hat sich zwar schon bis nach Amerika um Geldunterstützungen gewandt; das ist aber leider nicht nur ein Beweis dafür, daß es mit seinen Mitteln zu Ende geht, sondern auch dafür, daß man den Ausstand noch längere Zei aufrecht zu erhalten gedenkt. Es ist sogar die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß auch die Eisenbahner in den Streik eintreten. Die gegenwärtige Verminderung des Zugverkehrs ist noch nicht auf die Arbeits=Einstellung von Beamten, sondern darauf zurückzuführen, daß infolge Frachtmangels die Güterzüge außer Verkehr gestellt wurden.— Der Straßenbahnverkehr, der in Stockholm und einigen anderen Großstädten mit Hilfe von Kontrolleuren und unter dem Schutze von Polizisten während der Tagesstunden auf einigen Linien aufrecht erhalten worden war, mußte Abends wieder eingestellt werden.— Im Interesse der Beleuchtung und des Verkehrs hat die Regierung Partei gegen die Streikenden genommen und deren Stimmung dadurch verbittert. Ruhestörungen sind gleichwohl bisher unterblieben. Spanien. Zur Lage. Der für diese Woche in Katalonien und speziell in Barcelona angekündigte Ausstand ist total ins Wasser gefallen. Der neue Gouverneur Azoris übt ein straffes Regiment und verhindert jede Ruhestörung. Der Belagerungszustand, der noch immer in ganz Spanien besteht, gibt ihm eine große Machtvollkommenheit. In Marokko dauern die Scharmutzel fort. General Marinas verfügt jetzt über 24000 Mann Truppen, hat die Rifkabylen aber gleich wohl noch nicht klein gekriegt. An den bisherigen Mißerfolgen sollen die schlechten spanischen Geschütze schuld sein. Türkei. Die Kretafrage. Griechenland hat die Antwort auf die türkische Rote in Konstantinopel überreichen lassen. Durch diese Antwort ist die Lage jedoch um nichts gebessert worden. Verschmitzt wie immer, lehnt, Griechenland darin jede Verantwortlichkeit für Kreta ab, dessen Geschick in den Händen der Schutzmächte liege. Die schönen Worte, Griechenland sei der Türkei stets in herzlicher Weise zugetan gewesen und habe niemals Annections=Gelüste bezüglich Kretas gehegt, mußten in Konstantinopel wie bitterer Hohn wirken.— Frankreich hat nach den Meldungen Pariser Blätter einen Vermittelungs=Vorschlag gemacht, durch den in jedem Falle Zeit gewonnen werden würde. Und auch das wäre schon viel, da die Kriegsbegeisterung, wie jede andere Begeisterung, keine Heringsware ist, die sich auf Jahre einpökeln läßt.— Der französische Vorschlag umfaßt laut„Petit Parisien“ eine unmittelbare Aktion, iudem er der Türkei eine greifbare Genugtuung gibt und andrerseits den Einwohnern Kretas für die Zukunft ernsthafte Garantien bietet. Die Kreter sollen veranlaßt werden, die seit der Abberufung der internationalen Besatzungstruppen am 26. Juli begangenen Uebergriffe gegen die Türkei sofort einzustellen, und besonders die griechische Fahne herunterzuholen. Der Türkei soll erklärt werden, daß die Mächte bereit sind, mit ihr in Verhandlungen über die Zukunft Kretas einzutreten. Endlich sollen die Schutzmächte Deutschlaud und Oesterreich=Ungarn, deren Verhalten durchaus loyal war, auffordern, sich ihnen anzuschließen, um eine Regelung der Kretafrage glücklich herbeizuführen.— In Konstantinopel hat der gemeinsame Schritt der Mächte und augenscheinlich besonders die Mahnung Deutschlands zur Besonnenheit eine tiefe Wirkung ausgeübt. Der Großvesier versicherte einem Zeitungsvertreter, daß die Kriegsgefahr vorläufig abgewendet sei, und daß auch das Jungtürkentum mit der in Aussicht gestellten Genugtuung sich begnügen werde.— Damit steht allerdings die Meldung der„Köln. Ztg.“ im Widerspruch, wonach die leitenden Kreise Konstantinopels erklären, die Türkei dürfe sich nicht länger benachteiligen lassen; sie hätte volle Freiheit des Handels zurückverlangt, nachdem die Schutzmächte es unterlassen hätten, für die Aufrechterhaltung des status quo auf Kreta zu sorgen. Der Kriegs=„wie der Marine=Minister hätten schon alle Maßnahmen gefaßt und Schewket Pascha, der bekannte Führer der Jungtürken gegen Konstantinopel, sei bereits zum Generalissimus für den Ktiegsfall bestimmt worden. Die griechische Presse erkennt dankbar die Friedensaktion der deutschen Regierung an, die auf die Initiative Kaiser Wilhelms zurückgeführt wird. Lokale und provinzielle Nachrichten. * Annen, 10. Aug.(Ein schwerer Unfalt) ereignete sich am Sonntag abend hier in der Herdeckerstraße. Der in dem Amtmann Frieg'schen Hause wohnende Bergarbeiter Heinr Klein wollte eine auf dem Dache sitzende Taube einfangen.„Er kletterte dabei an der Dachrinne empor, stürzte aber, da die Rinne das Gewicht nicht zu halten vermochte, aus einer Höhe von 20 Metern zur Erde herab. Schwerverletztblieb K. bewußtlos iegen und wurde eiligst dem Diakonissenhause in Witten zugeführt, woselbst der Arzt eine bösartige Kopfverletzung, Rippenbruch und innere Verletzungen Ffeststellte, sodaß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Der bei dem Transport behülflich gewesene Bergarbeiter G. Schäffer stürzle bei der Ankunft des Wagens vor dem Krankenhause infolge plötzlichen Scheuens des Pferdes ebenfalls von dem Wagen und trüg dabei einen Bruch des rechten Handgelenkes davon. —(Ueberfahren) wurde hiek in der Wittenerstraße der Arbeiter Sch. von dem Wagen eines Colonialwarengeschäfts und dabei nicht unerheblich verletzt. Sch. mußte ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen und ist gegen den btr. Fuhrknecht Anzeige erstattet. —(Ausflug.) Der hies. evang. Arbeiterverein unternahm am vergangenen Sonntage seinen diesjährigen Familienausflug, der als Ziel das Böhle'sche Restaurant auf dem Schnee hatte. Trotz der zeitweise recht drückenden Wärme waren über 500 Personen inel. Kinder der Einladung des Vorstandes gefolgt und entwickelte sich nun im Hofe und auf der Wiese des Herrn B. ein recht frohes und ungezwungenes Leben und Treiben. Nach einer längeren Erquickungspause, in der u. a. die Kinder mit Schneckenhäuschen bewirtet wurden, ging es hinaus in den nahegelegenen Wald. Unter den hohen Bäumen sang die große Festversammlung unter Posaunenbegleitung den Choral: „Lobe den Herren den mächtigen König der Ehren", worauf nach Verlesung des 103. Psalm der Vereinssekretär Herr Jacobi eine erhebende Festansprache über die Symbole der evangelischen Arbeitervereine hielt und zur treuen Mitarbeit aufforderte. Ein weiterer Choralgesang beschloß die wirklich schöne Feier, worauf Kinderbelustigungen und sonstiges arrangiert wurden. Der hies. Posaunenchor verschönte das Zusammensein durch ansprechende Vorträge, sodaß erst nach 7 Uhr aufgebrochen und unter Trommel= und Pfeifenklang der Heimweg angetreten wurde. Es war ein sehr schöner Nachmittag für Alt und Jung und wird er sicherlich zur Belebung des Vereinsinteresses —(Auszeichnungen.) Aus Anlaß der Markanerfeier hat Se. Majestät Kaiser und König Wilhelm II. geruht, dem Fabrikobermeister Herrn Wilh. Rafflenbeul hierselbst, welcher seit dem Bestehen der Knap'mannschen Fabrik auf derselben tätig ist und sich im Feldzuge 1870/71 das eiserne Kreuz erkämpft hat, das Kreuz zum allgemeinen Ehrenzeichen und dem Fabrikinvaliden Herrn Herm. Rabe, welcher in den Feldzügen 1864,66,70 und 71 mitgekämpft hat und über 40 Jahre hier auf dem Annener Gußstahlwerke tätig war, das allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen. Herr Amtmann Drees überreichte im Beisein des Herrn Gemeindevorstehers Wollenweber beiden Herren unter anerkennenden Worten die wohlverdiente Auszeichnung. b Annen, 10. August.(Konzert.) Der vor nicht langer Zeit ins Leben getretene hiesige katholische Männergesangverein erfreute uns am vergangenen Sonntag mit seinem ersten Konzert, dessen Darbietungen die Zuhörer mit den Empfindungen eines hehren Kunstgenusses erquickte und dem Verein zur Zierde und zum Stolze gereichten. Den glänzenden Leistungen zufolge bedeutete diese Veranstaltung die Eröffnung einer hoffnungsreichen Zukunft für den Verein und man darf demnach wohl der Erwartung zuneigen, daß dieses erste Konzert für den Verein der Ausgangspunkt seiner ferneren Kräftigung und Erwartung wird. Es war in der Tat ein köstlicher Genuß, wie man wohl kaum erwartet hatte. Der Besuch war in Anbetracht der solchen Veranstaltungen gerade nicht holden Witterung sehr befriedigend. Zur Mitwirkung waren die Betzel'sche Solisten=Kapelle, Dortmund, sowie Herr Konzertsänger Emil Dietsch, Dortmund, gewonnen. Während die bekannte Tüchtigkeit genannter Kapelle uns eines näheren Eingehens auf dessen vollendete Leistungen, was sich übrigens bei dieser Gelegenheit aufs neue bestätigte, überlassen, waren die Solovorträge, mit denen uns Herr Dietsch beglückte, über alles erhaben, was besonders aus den ihm zuteil gewordenen reichen Beifallsspenden erhellte. Was die Zuhörer zweifellos wohl am meisten fesselte, waren die Gesangvorträge des zum erstenmale den Boden der Oeffentlichkeit betretenden jungen Vereins, dessen Leistungen, wie bereits erwähnt, über den Rahmen des Erwarteten hinausragten und gleichzeitig zu der Erkenntnis führte, daß der Verein über ein tadelloses Material verfügt. Brausender Beifall des Publikums durchdröhnte den Saal, der sich nur durch einige Zugaben beschwichtigen ließ. Möge der Verein entsprechend den Glanzleistungen dieses seines Eröffnungskonzertes seine Lebensbahn fortsetzen, und wir sind überzeugt, daß dieser Weg ihn den schönsten Hoffnungen entgegenführt. In diesem Sinne wünschen wir dem Verein ein ferneres Wachsen, Blühen und Gedeihen. Ein bis in die ersten Morgenstunden sich ausdehnendes Tanzkränzchen beendete die schöne Feier. (9 Annen, 12. Aug.(Volkslieder=Konzert.) Auf das heute Abend im Saale des„Westfälischen Hofes“, stattfindende Volkslieder=Konzert des Doppel=Quartetts„Die Acht“ sei hiermit nochmals empfehlend hingewiesen. Für dieses Konzert gibt sich schon seit langer Zeit in vielen Kreisen das lebhafteste Interesse kund. Hoffentlich wird der Besuch ein recht reger werden. Das ebenso reichhaltige als interessante Programm haben wir bereits veröffentlicht. Es steht unsern Musikfreunden somit ein seltener Kunstgenuß bevor und können wir den Besuch nur aufs wärmste empfehlen. ∆° Annen, 12. August.(S. G..) Laut Inserat in der heut. Nr. unternimmt am kommenden Sonntag, 15. August der Sauerländische Gebirgsverein Abt. Annen seinen schon seit längerer Zeit geplanten Ausflug nach Hasperbach. Die Abfahrt von hier ist auf 187 Uhr festgesetzt. Die Mitglieder werden gebeten, sich recht zahlreich an diesem Ausfluge zu beteiligen. Siehe Annonce. § Annen, 12. August.(Ziegenzuchtverein.) Die Mitglieder werden auf die am Sonntag, den 15. ds. Mis. nachmittags Uhr im Lokale des Wirtes Rob. Lenk stattfindende Versammlung besonders aufmerksam gemacht. —(Garde=Verein.) Die Mitglieder des Garde=Vereins statten am kommenden Sonntag ihrem Kameraden Gronemann in der Brunebeck einen Besuch ab und tritt der Verein dazu am Sonntag mittag 2 Uhr im Vereinslokal an.(Siehe auch die diesbezgl. Annoncen. § Annen, 11. Aug.(Die Tollwut) ist in verschiedenen Gegenden des Reiches wieder aufgetreten. Diele Personen wurden von tollwütigen Hunden gebissen und mußten sich zur Behandlung nach Berlin begeben. Das Auftreten der Tollwut ist umso eigentümlicher, als in den meisten Orten, wo die gefährliche Seuche festgestellt worden ist, keine eigentliche Sommerhitze geherrscht hat. * Vorbach, 12. August.(Endlich erwischt.) Aus der Waschkaue der Zeche Bergmann hierselbst wurden in letzter Zeit wiederholt Kleidungsstücke gestohlen. Vor einigen Tagen wurde nun ein arbeitsloser Bursche aus Langendreer bei einem solchen Diebstahl erwischt, festgenommen und dem Amtsgericht Witten zugeführt. Jedenfalls hat der Bursche auch die früheren Diebstähle auf dem Kerbholze. 6 Rüdinghausen, 9. Aug.(Ein Fest der Kinder.) Am gestrigen Tage wurde, wie alljährlich auf Zeche Wiendahlsbank das sog.„Schützenfest" unter Leitung des Herrn Stutzmann, vom herrlichsten Wetter begünstigt, gefeiert. Am Abend vorher erschallten Hörnerklänge, welche das Fest ankündigten. Der Sonnsag brach an.— Kurz nach Mittag begab sich der Zug zur Festwiese, wo dann allerlei Belustigungen und Spiele an den aufgestellten Geräten gemacht wurden, welches den Kindern besondere Freude bereitete. Zur Verschönerung des Festes trug eine kleine Kapelle bei, welche ihre Lieder und Märsche unter dem lustigen Völkchen erschallen ließ. Gegen 5 Uhr wurde unter dem größten Jubel ein Zeppelin=Luftballon aufgelassen, welchen Herr Eisenhuth im Moment des Steigens photographierte, dann hob er sich unter lautem Hurra=Rufen empor, aber nach kurzer Zeit wurde der hintere Teil defekt und der Ballon verbrannte vollständig. Run nahmen die Belustigungen ihren Fortgang, während Herr Fr. Ostholt eine Gesamtaufnahme machte.— Zur Löschung des Durstes hatte man ein Quantum Limonade, Bier und Squash auf Lager, das bei dem heißen Wetter vorzüglich schmeckte. So ging der Tag allmählich zur Reige und die Dämmerung begann; da mußte man bald an seine Ruhe denken und die Mehrzahl der Festteilnehmer kehrte gegen 10 Uhr vergnügt nach Hause. Also ist ein schöner Verlauf des Festes wohl zu verzeichnen. * Rüdinghausen, 12. August.(Einen guten Fang) machte vorgestern Abend der Förster Flottmann, welcher in einer Waldung hierselbst einen Wilderer antraf, welcher mit geladenem Gewehr auf dem Anstand war. Der btr. Mann wurde zur Anzeige gebracht. Stockum=Düren, 10. August.(Volksfest.) Unser Landwehr= und Kriegerverein beging am Samstag und Sonntag in der Waldung„Dorney“, das Fest seines 42jährigen Bestehens, verbunden mit einem Volksfeste und einer Markanerfeier unter Beteiligung von einer großen Anzahl Offizieren mit dem Bezirkskommandeur aus Bochum und Major Schüler=Langendreer an der Spitze und etwa 1000 auswärtigen Kameraden. Die Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Herrn Oberleutnants SchulzeDellinghausen klang in einem Hoch auf die Kameradschaft aus. Mit markigen Worten hielt Herr Major Schüler die Festrede. Sein Hurra galt dem allerhöchsten Kriegsherrn. Den drei noch lebenden Gründern des Vereins, Kleffmann, Schulte und Kosfeld, wurde unter Worten der Anerkennung ein wertvolles Angebinde überreicht. Die Männnerchöre„Freundschaft" und „Eintracht“ sangen einige mit Beifall aufgenommenen Lieder. Das Fest nahm weiterhin einen vorzüglichen Verlauf. Lütgendortmund, 9. August.(Verschwunden.) Der Invalide Johann Polkläsener von hier Oespelerstraße 24, ist seit dem 7. d. M. verschwunden. Es wird angenommen, daß er sich ein Leid angetan hat, zumal er sich schon mit Selbstmordgedanken getragen haben soll. Er ist 60 Jahre alt, hat dunkelblonden Schnurrbart, war bekleidet mit schwarzem Anzug, Schnallenschuhen, Hausmütze, schwarzem Vorhemd und hatte infolge Lähmung der linken Hüfte und des linken Knies etwas gebückten Gang. Jeder, der über den Verbleib des Mannes Auskunft geben kann, wird gebeten, es der Polizeiverwaltung in Lütgendortmund mitzuteilen. Witten, 9. Aug.(Jubelfeier und Gau=Schwimmfest.) Der Gau 5(Westfalen) der deutschen Schwimmerschaft hielt hierselbst gestern aus Anlaß der Jubelfeier des 25jährigen Bestehens des Schwimm=Klubs Witten ein großes Schwimmfest ab. Beide Veranstaltungen nahmen den schönsten Verlauf. Aus dem Vorstande der deutschen Schwimmerschaft wurde während des Festes die interessante Mitteilung gemacht, daß sich vom Gau in Westfalen nunmehr ein Gau 6 abgezweigt habe, dem die Vereine auf dem linken Ufer der Ruhr beigetreten seien. Es ist dieses der beste Beweis dafür, wie rege sich die edle Schwimmerei im Lande der roten Erde entwickelt. Die interessanten Wettkämpfe nahmen im Beisein einer großen Zuschauermenge an der Ruhrbadeanstalt ihren Verlauf. Bommern, 11. August.(Gefährliche Schächte.) Auf Veranlassung des Ober=Bergamts ist vor zwei Jahren ein unverschütteter Fahrschacht der ersoffenen Ruhrzeche„Luise" umgittert worden, um Unglücke zu verhüten. Jetzt ist durch den Zusammenbruch des Schachtes der ersoffenen Zeche„Luiseglück“ ein umfangreicher Tagesbruch entstanden, welcher sofort auf Veranlassung der Bergbehörde eingefriedigt worden ist. Geradezu Wunder muß es nehmen, daß das bewohnte Arbeiterhaus Nr. 296, welches nunmehr geräumt werden muß, nicht in Mitleidenschaft gezogen worden ist, ein größeres Unglück wäre sonst unvermeidlich gewesen. Das Dorkommnis beweist, wie notwendig es ist, daß außer Förderung gestellte Schächte zugeschüttet werden müssen, wie solches bei der stillgelgten Zeche„Bommerbänker Tiefbau“ geschehen mußte. Wetter(Ruhr), 11. Aug.(Stadt Wetter.) Folgende Kabinettsorder wird bekannt gemacht: Auf den Bericht vom 24. Juli d. J. will Ich auf Grund des§ 1 der Landgemeindeordnung für die Provinz Westfalen vom 19. März 1856 der Landgemeinde Wetter im Kreise Hagen, Provinz Westfalen, hierdurch die Städteordnung verleihen. Odde, an Bord Meiner Jacht Hohenzollern. den. 1. August 1909. Wilhelm. Hohensyburg, 10. August.(Unglücksfälle.) Bei den gestern Nachmittag vorgenommen letzten Uebungen der Turnvereine, die vor dem Kaiserpaare eine große Pyramide aufführten, ereignete sich ein sehr bedauerlicher Unfall. Als man den Aufbau der benötigten Leitern beendet hatte, sollte eine Probeaufführung stattfinden, als die beteiligten Turner den Aufbau bestiegen hatten. brachen die Leitern unter der Last zusammen, die Turner stürzten aus beträchtlicher Höhe herab auf die Erde, wobei mehrere Turner schwer verletzt wurden. Einem Turner aus Witten wurden mehrere Rippen gebrochen, ein anderer ebenfalls aus Witten erlitt eine schwere Gehirnerschütterung. An dem Aufkommen dieser beiden Schwerverletzten wird gezweifelt. — 11. August.(Zu den Unfällen auf Hohensyburg.) Wie von anderer Seite verlautet, sind die Unfälle der Turner glücklicherweise nur leichter Natur gewesen und haben die Verletzten an den turnerischen Aufführungen vor dem Kaiserpaar auf der Hohensyburg am Dienstag teilgenommen. Schwelm, 10. Aug.(Daß ein Sohn seiner Eltern Schwager wird.) dieser Fall dürfte sich nicht allzu oft im menschlichen Dasein ereignen und doch hat er sich kürzlich, laut„Schw. Tagebl.“, noch hier in Schwelm zugetragen. Zur Klarstellung des Sachverhalts, der an sich gar nicht so absonderlich ist, seien uns folgende Darlegungen gestattet. In Schwelm leben zwei Schwestern. Eine dieser Schwestern heiratete einen Witwer, der auch einen Sohn mit in die Ehe brachte. Inzwischen sind einige Jahre ins Land gegangen und der Sohn ist heiratsfähig geworden. Es findet sich auch alsbald eine Lebensgefährtin und zwar die Schwester seiner Stiefmutter(also die andere, der oben als in Schwelm lebend bezeichneten zwei Schwestern). Der Bund fürs Leben ward geschlossen und das eigenartige Verhältnis ist geschaffen: Der Sohn ist seines Daters und seiner Mutter Schwager, seiner Tante Mann und seiner Großeltern Schwiegersohn geworden! Die junge Frau ist nun die Schwiegertochter ihrer Schwester und ihres Schwagers und die Frau ihres Reffen. Wahrlich, es dürfte manchem schwer fallen, sich in diesem verwandtschaftlichen Verhältnisse zurechtzufinden. Sport. In Düsseldorf gewann A. Tetzlaff am Sonntag das Prämienfahren, während R. Aschhoff den zweiten Platz behauptete. Beide fahren Brennabor, wie auch das Tandempaar Peter=Kudela, welches im Tandemrennen siegte. Das Tandemfahren am 1. August in Zittau brachte dem BrennaborTandempaar Zschernig=Sonntag den ersten Preis, bei dem 50 Kilometer=Rennen um den Weinaupreis wurde R. Zschernig Zweiter auf Brennabor. Neueste Nachrichten. Wilhelmshöhe, 11. August.(Vom Kaiserhof.) Die Majestäten unternahmen heute morgen einen Spazierritt. Später hörte der Kaiser den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts. Generalleutnants Freiheern von Lyncker, und besichtigte dann das neue Theater in Kassel. Als Vertreter des Auswärtigen Amtes ist der Gesandte Freiherr von Jenisch hier eingetroffen. Zum Frühstück bei den Majestäten ist die Stiftsdame Fräulein von Heringen geladen. München, 11. Aug,(Ein Schlachthausskandal in Bayern.) Ein Schlachthausskandal wird aus der oberbayrischen Stadt Weilheim gemeldet. Der Schlachthausaufseher Danner und sein Sohn wurden plötzlich vom Dienst suspendiert. Sie sollen seit Jahren Fleisch von verendetem Dieh, das dem Abdecker verfallen war, an die Metzger und Gastwirte der Umgegend verkauft haben. Belgrad, 11. Aug.(Explosion im Prinzenpalast.) Im Hause des Prinzen Paul erfolgte gestern nachmittag eine heftige Detonation. Die Leute liefen vor Schreck auf die Straßen. Ueber die Ursache der Explosion sind verschiedene Gerüchte im Umlauf. Allgemein aber wird behauptet, daß der frühere Kronprinz Georg im Hofe des Hauses des Prinzen Paul einen neuen Explosivstoff ausprobiert hat, wobei der Knall entstand. Glücklicherweise hat die Explosion keinen Schaden angerichtet. Saloniki, 11. August.(Ein türkisch=montenegrinischer Grenzzwischenfall.) An der montenegrinischen Grenze hat zwischen Grenzposten ein mehrstündiges Gefecht stattgefunden. Herbeieilende türkische Verstärkungen haben die Montenegriner in die Flucht geschlagen. Hier ist das Gerücht verbreitet, daß Serbien mobilisiere und im Falle eines türkisch=hellnischen Krieges einen Einfall in den Saudschak plant. Rom, 11. Aug.(Ein Millionen=Schatz gefunden.) Ein Eisenbahnarbeiter in Benevent, der mit Ausbesserungen eines alten Waggons beschäftigt war, entdeckte darin einen Kasten, der bei näherer Besichtigung voll von tausend Lirescheinen, Wertpapieren und Goldstücken war. Der Stationsvorsteher stellte fest, daß der Kasten 1 Million 700000 Lire enthielt, über deren Herkunft bis jetzt nichts in Erfahrung gebracht werden konnte. Man vermutet, daß der Schatz aus den Trümmern von Messina gestohlen ist. 450 Fischer umgekommen. Nach schwerem Leiden verschied gestern unser langjähriges, treues Mitglied, Herr Dalter- Ruschberg im Alter von 61 Jahren. Wir werden sein Andenken in Ehren halten! Annen, den 10. August 1909. Deutscher Gruben- und FabrikbeamtenVerband, Zweigverein Annen. Statt jeder besonderen Anzeige! Meine Verlobung mit Fräulein Mia Graen aus Höxter, Tochter des verst. Amtsgerichtsrates Herrn Heinrich Graen und seiner Frau Gemahlin Klara geb. Meyerhoff beehre ich mich ergebenst anzuzeigen. Annen i.., im August 1909. Carl Versen, Apotheker. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 12. cr., 4 Uhr nachmittags vom Sterbebause Annenerberg 17 aus statt. Todes-Apzeige. Am Montag nachmittag um 5 Uhr starb nach langem, schweren Leiden mein lieber Sohn, unser lieber Bruder, Schwager und Oukel Heinrich Martmöller im Alter von 22½ Jahren. Dieses zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an Annen, den 10. August 1909. Die trauernden Hinterbliebenen. TTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTITN Kund E ro., G. m. b. H. Ainlienr i. N. Telephon No. 331 Amt Witten. Obere Rüdinghauserstr. 8a, Fertigen an: schmiedeeiserne Gitter und Dortale, Grabgitter, Eisenfachwande, Eisenkonstruktionen, Dachbinder usw. = Blechbehälter für chem. Fabriken.= Sämtliche Reparaturen an Maschinen u. Apparaten. Tager in+= und=Eisen und 144 Moniereisen. Billigste Preise! Prompte Bedienung! Verloren in Stockum(Festplatz) ein Armband. Der Finder wird gebeten, dasselbe abzugeben weil es ein Andenken ist. Vöckenberg Nr. 36. Die Beerdigung findet Preitag, den 13. ds. Mts., nachmittags 3½ Uhr vom Sterbehause, Annenerberg Nr. 2 aus statt. *) eines Rom, 11. Aug. Rack einer Oepesche aus Kobe in Japan]. Die glückan einen Korallenhändler in Livorno hat ein furchtbarer Sturm#### liche Geburte# in der Höhe der Posainseln die Flotte der Korallenfischer ver kräftigen nichtet. 450 Fischer sind umgekommen. Hundert mit Korallen## beladene Schiffe sind verloren. Kriegsschiffe zur Hilfeleistung sind nach der Unglücksstätte entsandt worden. Die Berichte„Kriegerverein" und Turnverein„Jahn" betr. in der Samstag=Rummer. 9. R. * Rechnungsformulare: Fritz Küching. 2. 2 2 zeigen hocherfreut an 9 E. Dassbeck u. Frau 2 6 8 8 Wntei=Golabach Möbelhandlung.= Herdeckerstr 3, liefert zu allerbilligsten Preisen: Englische und moderne SchlafZimmer. Moderne Rüchen, Wohn=Zimmer o in jeder Ausführung und Preislage. 5 Führe nur erstklassiges Fabrikat, daher langjährige Garantie. Eigene Polsterei. Bettfedern und Daunen = zu denkbar billigsten Preisen.= Clara geb. Buchholz. Bremen, 10. Aug. 09. #K K K K 2K K K K R 6 S. G. T. Abteilung Annen. Sonntag, den 15. August 1909 Ausflug nach Hasperbach. Abfahrt“7 Uhr nachm. Annen=Nd. Sonntags=Fahrkarten bis Hagen. Von Hagen Fußwanderung. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Habe diese Woche wieder Ia. dicke Pferde geschlachtet billigen Preisen. und verkaufe zu bek annt Rarl Gerling,(Roßschlachterei.) Bahnhofstrasse 32 a. Für Puddings und Cremes, Saucen und Schlagsahne, Cacao und Kuchen, Torten und Backwerk Dr. Oetker’s Vanillin-Zucker. Zum Backen nur das echte Dr. Oetker’s Backpulver. Zlegenzucht. Verein — Annen.— Versammlung! am 15. Aug., 5 Uhr nachmittags beim Wirt Robert Lenk. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder 2. Bockhaltung. NB. Die Aufnahme beträgt im August nur noch Mk..50, dagegen von September ab Mk..00. das Deckzeld für Mitglieder 50 Pfennig, dagegen für Nichtmitglieder 4 Mt. Alle Ziegenbesitzer werden hiermit eingeladen. Der Vorstand. Die Geburt ai eines krättigen Braune Segeltuchdecke verloren gegangen. Bitte abzugeben bei Wilh.Goldbach, Sattlerei. Habe noch einige Jungen zeigen hocherfreut an Fürstl. Revierförster H. Schmidt u. Frau Adele geb. Nölken. Försterei Sirksfeld bei 8 schmaschinen zu en gros Preisen abzugeben. A. Lammerskötter& Co. 1 Wohnung von 2 Zimmern mit Stall und Land zum November zu vermieten. Wo, sagt die Expedition d. Ztg. Coesfeld, 10. August 1909. Adler-Apotheke, Annen GardeVerein empfiehlt: Sämtliche Sorten Gummi-Sauger, Kinderflaschen, Mundwässer, Zahnpasten, Zahnbürsten. — Sämtliche Tier-Arzueimittel.— Annen. Sonntag, den 15. August nachmitt. punkt 2 Uhr Antreten u. Abmarsch zum Kameraden Gronemann (Brunebeck.) Anzug: Mütze. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen eiwartet bestimmt Der Hauptmann. Einmach-Töpfe, „ Gläser, Weinessig, Gewürze, Pergamentpapier, feinst. PlatSaiicilpulver etc. empfiehlt billigst H. Wienecke, Rüdinghausen. Miet-Pianos in grosser Auswahl, günstige Bedingungen bei späterem Kaufe Rud. Ibach Sohn, larmen, Neuerweg 40/42. Zwangsversteigerung. Morgen Mittag 12½ Uhr werde ich an meinem Pfandlokale beim Wirt Jüliger in Annen: 1 Plüschsofa, 1 Tisch mit Decke, 1 Kronleuchter, 1 Spiegel mit Schränkchen, 1 Harfenzither, 1 Sofatisch u. a. mehr öffentlich meistbietend gegen bar versteigern. Witten, den 12. August 1909. Hüper Gerichtsvollzieher. Zwangsversteigerung. Morgen Nachmittag 4 Uhr versteigere ich in meinem Pfandlokale bei Wirt Jüliger in Annen 4 neue Stühle 1 Nachtkonsole öffentlich meistbietend gegen Bar. Witten, den 12. August 1909. Hüper Gerichtsvollzieher Vielesetder Starke „echte Battig“ empfiehlt p. Pfd. 40 Ptg. bei 5 Pfd. 35 Pfg. Einn-Haurmann. Dada v. Bergmann& Co., Radebeul ist das beste Haarwasser, verhindert Haarausfall, beseitigt Kopfschuppen, stärkt die Kopfnerven, erzeugt einen kräftigen Haarwuchs u. erhält dem Haar die ursprüngliche Farbe. à Fl. 1¼ u. 2 M. bei: Otto Blumberg. I. Oite Blumberg. G. Muller, Weingrosshandlung (Inhaber A. Neuhaus) Winkel im Rheingau empfiehlt reelle Weiss- und Rotweine in Flaschen u. Gebinden von 25 Ltr. an. Proben gern.Dienst. Annen=Süd. Empfehle meine eGartenanlagen* a. Stade- Bier hell und dunkel auch in den beliebten Anton Lönne Bahnhofswirt. —(Telephon Nr. 902.) mit Brut vernichtet radikal Rademachers Goldgeist. Patentamtl. gesch. No. 75198. Geruch- u. farblos. Reinigt d. Kopfhaut von Schuppen, befördert den Haarwuchs, verhütet Zuzug von Parasiten. Wichtig für Schulkinder. Flasche 50 Pig. Drogerien: Otto Blumberg, E, Haarmann, H. Trost, H. Wilke. 47: 2 nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch enthaltend: 13 Paragraphen, Hausordnung, für 6 Jahre Quittungen, Miete=Berechnungs=Tabelle, Kündigungs=Formulare und Anweisung zur Räumungsklage vorrätig Frits Küching. Abbruchsunternehmer A. Paschen sen. Annen, Karlstraße 15, Dortmund, Lambachstr. 16 übernimmt und kauft als Fachmann in jeder Art(134 und verkauft die fehlerfreien Baumaterialien zu den billigsten Preisen. Fannen.s Reinecke, Redaktion, Druck und Verlag von Fritz Küching, Annen. Gg• gne Fguner Nr. 93. 1909. Donnerstag, den 12. August. 25. Jahrgang. Provinzielle Nachrichten. Wattenscheid, 10. Aug.(Blutiger Zusammenstoß.) Zwischen einer Polizeipatrouille und sechs jungen Burschen kam es heute zu einem schweren Zusammenstoß. Die Beamten machten von ihrer Waffe Gebrauch und verletzten zwei der Angreifer durch Revolverschüsse tödlich, die anderen vier wurden ebenfalls schwer verletzt. Auch die Polizeibeamten trugen erhebliche Verwundungen davon. Bochum, 11. Aug.(Mit abgebissener Rase) jammernd und wehklagend, stand gestern abend ½12 Uhr auf der Wittenerstraße eine junge Frau. Sie erregte das Aufsehen und das Mitleid der Passanten umsomehr, als ihr Galan sie mit weiteren Liebenswürdigkeiten traktierte. Schutz suchend, flüchtete sie sich in die sammelnde Menge. Tragikomisch wirkte die Klage des Weibes:„Was soll mein Mann sagen, wenn ich ohne Rase nach Hause komme!“ Mitleidige Leute brachten die laut Jammernde schließlich ins Krankenhaus. Herne, 10. August.(Schrecklicher Tod.) Im Stadtbezirk Baukau stürzte ein unverheirateter Arbeiter in eine Abortgrube. Als man ihn herauszog, war er bereits eine Leiche. Herne, 10. August.(Dom elektrischen Strom getötet.) Auf der Zeche„ver. Konstantin der Große“ kam der aus Württemberg stammende Elektrotechniker Franz Dreikhaus der elektrischen Hochspannungsleitung zu nahe. Er wurde vom Strom getroffen und auf der Stelle getötet. Der auf so schreckliche Weise ums Leben Gekommene war erst seit kurzem hier tätig. Gevelsberg, 10. Aug.(Selbstmord) durch Vergiftung beging der 32 Jahre alte Bierreisende Otto Fischer. Er wurde im Walde hilferufend aufgefunden und starb nach seiner Einlieferung im Krankenhause. Er war bis zum 1. August bei der Gevelsberger Aktien=Brauerei und seit dem 1. August stellungslos. Münster i.., 10. Aug.(Schwere Unwetter.) Im nördlichen Westfalen gingen gestern schwere Unwetter nieder, die besonders in den Ortschaften Emsdetten und Nordwalde großen Wasserschaden anrichteten. Durch die wolkenbruchartig niedergehenden Regen= und Hagelmassen wurde auf der Strecke Nordwalde—Borghorst der Bahndamm unterspült, so daß der Verkehr bis heute Abend unterbrochen werden mußte, da ein Umsteigen der Reisenden nicht möglich ist. Auch in der weiteren Umgebung Münsters entluden sich schwere Gewitter. Von den Schlag auf Schlag folgenden Entladungen, es wurden an einzelnen Orten 200—250 Blitzschläge gezählt, zündete, soweit bis jetzt bekannt, einer das Haus eines Eisenbahnrangierers in Rheine an. Die Frau und sechs Kinder konnten sich retten. Das Haus brannte nieder; ebenso das vom Blitz getroffene Haus eines Bergmanns in Ibbenbüren. In Datteln wurden drei Maurer durch Blitzschlag gelähmt. Münster selbst blieb verschont. Münster, 10. Aug.(Hitzschlag.) Ein mit dem hier garnisonierten Infanterie=Regiment Nr. 13 zur Senne ausgerückter Unteroffizier der Reserve wurde von einem Hitzschlag betroffen, dem er erlag. Beckum, 10. Aug.(Beim Fluchtversuch verunglückt.) Bei einem Fluchtversuch aus dem hiesigen Gerichtsgefängnis ist der hier verhaftete Fahrraddieb Herbsthoff verunglückt; er hatte sich aus einem Bettuch ein Seil gefertigt, um sich daran aus dem Fenster herabzulassen. Das Seil riß. Herbsthoff stürzte zu Boden und brach das Genick. Haver, 10. Aug.(Bahnhof.) Am Sonntag fand hier in Gegenwart von Beamten der Eisenbahndirektion Elberfeld die Grundsteinlegung zum Bahnhofsgebäude der im Bau begriffenen Linie Oberbrügge=Wipperfürth=Radevormwald statt. Homberg, 9. August.(Erstochen) wurde gestern Abend bei einer Schlägerei in der Kolonie Wiesche der Holländer Wittlich. Er blieb tot auf dem Platze. Bier der Täter wurden verhaftet. Köln, 10. Aug.(Der 33. Verbandstag des Bundes deutscher Perückenmacher=, Damen= und Theaterfriseur=Innungen) wurde heute hier durch den stellvertretenden Vorsitzenden Theodor KegelBerlin eröffnet. Es waren 70 Delegierte, die 1243 Stimmen vertraten, anwesend. Dem Bund gehören 17 Innungen, 404 Einzelmitglieder und 17 Ehrenmitglieder an. Zu Beginn der Verhandlungen entspann sich eine äußerst erregte Debatte. Obermeister Fontaine=Gera kritisierte scharf das Verhalten des Zentralvorstandes und beantragte, die Neuwahl des Vorstandes, die als 24. Punkt der Tagesordnung stand, sofort vorzunehmen. Die Innung Leipzig beantragte, eine Kommission zu wählen zur Prüfung der Vorwürfe. Der Vorstand wandte sich entschieden hiergegen, da er sich erst öffentlich rechtfertigen wolle. Köln, 10. Aug.(Massenunfälle.) Der gestrige gewaltige Menschenzusammenfluß gelegentlich des Eucharistischen Kongresses. hat eine große Zahl von Verletzungen von Personen im Gefolge gehabt. Am Dom, wo das Hauptgedränge stattfand, erlitten 400 Personen, am Reumarkt 93 Personen Ohnmachtsanfälle. Zehn Kinder wurden durch Fuhrwerke überfahren. Alle Verletzten suchten Zuflucht in Hospitälern und den zahlreichen Sanitätswachen, wo sie mehrere Stunden verbringen mußten. Zwei Personen erlitten Hitzschläge. Auf dem Hauptbahnhof war bei 550 ein= und ausfahrenden Zügen der Verkehr kaum zu bewältigen. Ueber dreißig Personen erlitten Verletzungen durch plötzliches Zuschlagen der Coupétüren. Köln, 10. August.(Mord.) Die Haushälterin eines Landwirtes in Otterleek, der Witwer ist, ermordete aus Rache darüber, sas de dien Dast utche alse dnr esice dad dhe Dienstherrn. Darauf erhängte sie sich. Aachen, 10. August.(Geldschrankknacker.) Unbekannte Diebe haben Nachts den Geldschrank des Fleischermeisters Fuchs in der Matthiashofstraße erbrochen und 1100 M. gestohlen. Vonn, 8. August.(Schnakenplage.) Seit einigen Tagen haben wir eine Schnakenplage zu konstatieren, wie sie schlimmer noch nicht dagewesen ist. Insbesondere in den Abendstunden ist es nicht möglich, sich in Gartenanlagen und in deren Rähe aufzuhalten. Bingen, 10. Aug.(Ein niedliches Mißverständnis) wird hier augenblicklich viel belacht. Als es am Dienstag morgen hieß, daß das Zeppelinsche Luftschiff nicht kommen könne, weil 1 ihm beim Aufstieg in Frankfurt ein Propeller heruntergefallen e sei, erklärte eine echte Bingerin ihren Bekannten den Unfall des Grafen Zeppelin wie folgt:„Hoschte's gehört, de Zeppelin kimmt doch widder nit, es is ihm ne Professor aus de Gondel gefalle und deshalb hott er in Frankfort bleiwe müsse.“ Neue Erfindungen. Es bildet ein Talent sich in der Stille. Ein junger Malergehilfe im rheinischen Oerichen Höhr, der sich in seinen Muße* stunden mit technischen Problemen befaßte, hat eine Flugmaschine konstruiert, die so sinnreiche Steuerungen aufweist, daß sie, falls im Fluge einmal der Motor versagen sollte, nicht zur Erde stürzt, sondern sich allmählich herabsenkt. Es wird auch berichtet, daß der junge Mann, da ihm das Geld zur Ausführung seines Projektes fehlte, sich an den König von Württemberg um Unterstützung gewandt haben soll. Der König, dem das Modell vorgelegt wurde, versprach seine Hilfe. Verschsedenes. — Kommerzienrat von Kupferberg, der Mitinhaber der bekannten Mainzer Sektfirma, ist im Alter von 60 Jahren in Bendorf am Rhein gestorben. — Ein Tunneleinsturz ereignete sich in dem Tunnel zwischen Stuttgart und Feuerbach. Eine Strecke von 20 m ist verschüttet. Während der Materialschaden sehr groß ist, sind Menschen glücklicherweise nicht verletzt worden. Gluthitze wird auch aus Frankreich, England und Amerika gemeldet. Viele Personen starben am Hitzschlag. In Newyork stellte man eine Hitze von 38 Grad Celsius fest. — Ein neues schweres Erdbeben suchte Mexiko heim, besonders die Stadt Acapulov. Die Wut des Naturereignisses fand hier nichts mehr zu zerstören. Acapulov war schon durch das vor 3 Wochen stattgehabte Erdbeben in einen Trümmerhausen verwandelt worden. Das schöne Mädchen von Bellemon. Roman von Wilhelm Kunde. 19„(Nachdruck verboten.) Die Verlesung des Telegrammes machte einen verschiedenartigen Eindruck. Am größten war die Wirkung auf die Zuschauer. Eine ganze Anzahl von ihnen hatte schon nach den wenigen Worten ihre Meinung geändert. Augen, die Erwin eben noch haßerfüllt angeblickt hatten, sahen jetzt freundlich grüßend zu ihm herüber. Anders war es am Richtertisch, wo man derartigen Zwischenfällen gegenüber eine größere Gemütsruhe bewahrte. „Wollen Sie uns eine nähere Erläuterung geben“, wandte sich der Präsident an Winter. „Gern“, erwiderte dieser.„Herr Schultze ist ein Detektiv und von mir beauftragt worden, die Fährte des nach meiner Meinung wirklichen Mörders aufzuspüren. Meine Herren, für die Anklage stand von vorneherein fest, daß auf Grund von— verzeihen Sie den harten Ausdruck— beinahe töpelhaften Indizien nur mein Klient die abscheuliche Tat begangen haben kann. Die Anklage hat sich nicht einmal die Mühe gegeben, zu prüfen, ob von den andern in Betracht kommenden Personen eine der Täter gewesen sein kann. Nach meiner Meinung kann es keinem Zweifel unterliegen, daß nur Molski und er einzig und allein die Tat begangen hat. Meine Herren, in der nächsten Verhandlung werde ich Ihnen mit einem Entlastungsmaterial kommen, daß sich jedermann wundern wird, wie überhaupt die Erhebung der Anklage möglich war. Jedenfalls erneuere ich meinen Antrag auf Vertagung. Run erhob sich Smet. Tiefe Blässe lag in seinen Zügen und mit erzwungener Ruhe sagte er: „Ich muß trotz der eben gehörten Mitteilungen einer Vertagung widersprechen. Die Schuld des Angeklagten liegt so sonnenklar, daß auch zu ihr der sogenannte Molski als Zeuge kaum neue Angaben wird machen können. Molski wird uns höchstens über das Vorleben des Angeklagten und sein Verhältnis zu diesem Auskunft geben können. Ob diese aber für die Beurteilung des Tatbestandes von solcher ausschlaggebenden Bedeutung sind, daß sich bei der Ueberlastung der Gerichte eine Vertagung rechtfertigen läßt, bezweifle ich sehr. Auf jeden Fall aber bitte ich bezüglich der beantragten Vertagung um einen Gerichtsbeschluß.“ Molski vor dem Untersuchungsrichter. Das Gericht beschloß aber doch die Vertagung der Verhandlung, denn die Anklage richtete sich ja auch wegen Beihülfe gegen Molski, der nur nicht zur rechten Zeit zur Stelle geschafft werden konnte. Runmehr war er aber, dank der unausgesetzten Bemühungen Winters und seines Detektives verhaftet, und es stand auf jeden Fall zu erwarten, daß bei seiner Vernehmung wichtige Ergebnisse herauskommen würden. Das Gericht vertagte die Verhandlung auf unbestimmte Zeit. Erwin wurde wieder in die Untersuchungshaft zurückgeführt. ". Maria konnte sich der Tränen nicht erwehren, als man den Gellevten gefesselt aus dem Gerichtssaal brachte. Eine Möglichkeit, mit ihm zu sprechen, war ihr nicht gegeben worden. Roch an demselben Tage wurden Winter und Molski von dem Untersuchungsrichter vernommen. Als Molski im Vorzimmer den Rechtsanwalt erblickte, sagte er, harmlos lächelnd: „Ich muß mich ja bei Ihnen für das Freiquartier bedanken, Herr Doktor, kann Ihnen aber verraten, daß Sie all die Mühe und Ausgaben umsonst aufgewendet haben, denn ich bin wirklich an der ganzen Geschichte unschuldig wie ein neugeborenes Kind.“ „Ra, das wird sich ja finden", anwortete Winter sarkastisch. Der Untersuchungsrichter nahm den Dicken gleich in ein scharfes Verhör. Vor allen Dingen wollte er herausbekommen, in welchem Verhältnis Molski zu Erwin Gruner stand. Das Verhörführte aber nach dieser Richtung hin zu keinem Resultat. Der Dicke wußte mit großer Geschicklichkeit jeder positiven Angabe auszuweichen. Er behauptete, Erwin zufällig in Ostende getroffen zu haben und mit ihm gewissermaßen als väterlicher Beschützer weitergewandert zu sein. Er hätte freilich nie geglaubt, daß der anscheinend harmlose junge Mann eines derartigen Verbrechens fähig war, dessen man ihn jetzt bezichtete. „Aber die Welt war ja so verdorben, und man kann keinem Menschen mehr trauen, fügte er mit scheinheiligem Augenaufschlag „Wir wollen keine Gefühlsergüsse von Ihnen hören“, fiel ihm der Untersuchungsrichter ins Wort,„teilen Sie uns nur kurz und klar mit, was Sie von der Sache selbst wissen. Nach Lage der Dinge scheint es mir, daß Sie an der traurigen Begebenheit nicht so unbeteiligt sind, wie Sie sich jetzt stellen möchten. Beantworten Sie mir nur einmal die Frage: Was wissen Sie von der Mordtat selbst“ „Sozusagen, gar nichts!“ „Was heißt: sozusagen?“ „Run, daß ich keinerlei direkte Beobachtungen gemacht habe.“ „Also, haben Sie indirekte Beobachtungen gemacht?“ „Ja, na, schließlich kann man das ja so nennen. Etwas sicheres weiß ich freilich nicht. Aber die Welt ist soschlecht, und man kann keinem Menschen trauen.“ „Ich muß Sie nochmals ersuchen“, sagte der Richter etwas erregt,„sich an die Tatsachen zu halten. Sie schaden sich andernfalls selbst am meisten". „Herr Richter“, sagte Molski, ganz gemütlich die Achseln zuckend,„wie kann man sich an Tatsachen halten, wenn man von keinen weiß. Ich bin doch so unschuldig wie nur etwas in diese Geschichte verwickelt worden". „Wir wollen sehen. Weshalb sind Sie denn aus Bellemon so plötzlich verschwunden, daß nicht einmal Ihr guter Bekannter, der Gastwirt Jan etwas von Ihrem Aufenthaltsort wußte?“ „Ja, Herr Richter, mein Beweggrund war reine Menschenliebe. Ich habe dem Gruner, wie gesagt, solche Tat nicht zugetraut und nahm nur an, er sei plötzlich auf und davon gegangen. Er hat nämlich Augenblicke, in denen er unzurechnungsfähig ist, und da ich wußte, daß er ohne Barmittel war, wollte ich ihm nach und ihn aufsuchen". „Hatten Sie denn eine Spur?“ fragte der Richter, als ob er den Angaben Glauben schenkte. „Allerdings! Das will ich Ihnen gern auseinandersetzen“ „Sie sind sehr gütig," versetzte der Richter nicht ohne Humor. „Aber wir wollen die Weitläufigkeiten mal vorläufig aus dem Wege lassen. Sagen Sie, haben Sie nun wirklich an dem Gruner kein außergewöhnliches Interesse gehabt?“ „Rein! Ich verspürte nur menschliches Mitleid mit ihm“ „Na, weshalb haben Sie sich denn nach seiner Verhaftung gar nicht mehr um ihn bekümmert, ihn sozusagen in der Patsche sitzen lassen?“ „Ja, Herr Untersuchungsrichter, da hätte es etwas mit den Gerichten zu tun gegeben. Ich bin ein ehrlicher Mann und bin noch ein unbescholtener Mann und habe es mir zum Prinzip gemacht, Prozessen so weit wie möglich aus dem Wege zu gehen. „Das spricht aber wenig“, sagte der Richter,„für Ihre so feurig betonte Menschenliebe. Sehen Sie, Gruner hat Sie nicht verraten, trotzdem er, davon bin ich jetzt fest überzeugt, der Verführte war und Sie der Verführer sind.“ „Aber, Herr Richter, wie können Sie mir so etwas zutrauen? Ich sage Ihnen, in den jungen Menschen haben sich alle versehen. „Was soll das bedeuten?“ „Herr Richter, ich will mich darüber lieber nicht näher auslassen. Es ist auch für Sie zum Vorteil, wenn Sie es nicht wissen. Ein so erstauntes Gesicht wie nach diesen Worten hatte der Untersuchungsrichter wohl in seinem Leben nicht gemacht. „Beschuldigter“, sagte er kurz und streng, ich verwarne Sie ernstlich, unterlassen sie alle überflüssigen Redensarten. Sie laufen um den Kern der Sache herum, wie die Katze um den heißen alles spricht sehr gegen Sie und verschlechtert nur Ihre Aussichten. Ein reumütiges Geständnis ist das einzige, was Sie retten kann. Beantworten Sie mir klipp und klar die Frage: Haben Sie den alten de Knocker ermordet, oder, sind Sie an der Mordtat sonst wie beteiligt gewesen?“ „Rein!“ „Was denn?“ „Ich habe auf die beiden Fragen nur ein entschiedenes Rein!“ „Angeklagter——“ „Herr Richter, und wenn Sie mich foltern und mir Daumenschrauben anlegen, ich kann nicht anders als„nein“ sagen.“ „Sie wissen sehr wohl, daß das moderne Gerichtsverfahren derartige Zwangsmittel nicht mehr kennt. Ich sage Ihnen aber, die Tatsachen werden so gegen Sie sprechen, daß Ihre Schuld sonnenklar zu Tage tritt.“ (Fortsetzung folgt.) (zum Korrespondenten): — an wen denken Sie „Sie denn Scharfsinnig. Prinzipal schreiben ja Juli mit einem„e“ schon wieder?“ Geldheirat. Standesbeamter:„Herr Bräutigam, entweder oder! Sie müssen sich schon zu einem deutlichen„Ja“ entschließen— mit einem bloßen Seufzer ist mir nicht gedient!“ „.— Mißverständnis. Hausfrau:„Ihr Bräutigam ist bei der Hedwigskirche angestellt; Küster?“ Mädchen:„Selbstverständlich küßt er, gnädige Frau!“ Eine Mißtrauische.„.... Ich fürchte immer, mein Mann ist mir nicht treu!... Der ist mir für einen Ehemann viel zu lustig!“ S Sümmt uuch! Dame:„Verstehen Sie die Blumensprache, Herr Doktor?" Arzt:„Nein, mein Fräulein!“ —„Sie wissen also nicht, daß Gelb Eifersucht bedeutet?“ Arzt:„Ach Unsinn! Gelb bedeutet Gallenstein!“ Gut versichert. Meyer:„Du meinst also, was Dir die Wahrsagerin gesagt hat, wäre Schwindel?" Isaak:„Nu gewiß, se hat mir doch gesagt, ich würde durch Feuer'n Verlust erleiden.“ „Das ist die junge Tochter vom Hause. Nettes Mädel, nicht!“—„Ja, die ist gerade mit Holdseligkeit gespickt!“ Na also! Auch eine Hilfe. .:„Als das Fräulein Schneider den Doktor Stern heiratete, war er ein armer Augenarzt; aber sie hat iym geholfen, vorwärtskommen." .:„Durch Sparsamkeit?" .:„Nein, aber sie hat immer ihren Regenschirm unterm Arm getragen. 946 Erklän. „Der Baron ist ja heute ausnehmend lustig.“ „Dafür sind die anderen auch gögenommen kraurig!“ 2 Baltenkrfchh. Ehemann (als seine nicht schöne Frau ihr neuestes Portraterhalt)„Na, Atelierwanze:„Sagen Sie mal, Fräulein, als Sie das erste Mal so ganz ohne da sieht man. wie Kleider Modell stehen mußten, schämten Sie sich da nicht so'n bischen?“ Du ausschauen Model!:„No, warum sollte ich mi' schama? De Herre hatte mer könntest!" vor de Auge gebunde.“ Märchen. Der kleine Karl:„Wenn Papa heute Abend nach Hause kommt, dann werde ich ihn bitten, er möchte mir ein paar Märchen erzählen.“ Mutter:„Ich glaube gar nicht, daß Papa welche kennt.“ Karlchen: „Oh doch, er kennt welche. Ich habe ihn erst neulich zu Herrn Schulze sagen hören: „Sie sollten nur ’mal hören, was ich meiner Frau für Märchen erzähle.“ Verschnappt. Mutter: „Einer von Euch Jungens hat wieder Rosinen genascht. Ich habe die Kerne in Eurer Stube an der Erde gefunden.“ Junge:„Das war ich aber nicht, Mama! doch a. gua, Ich habe die voch a Tuchle Kerne mit hinter geschluckt.“ Trittiger Grund. „Gehen Sie denn immer so spät nach Haus?“ „Ja, leider! Bis.11 Uhr schmeckt mir das Bier zu gut, und nach 11 Uhr trau' ich mich nimmer zu Haus.“ Pech. .:„Semler hat neulich furchtbares Pech gehabt und viel Geld verloren.“ .:„Wieviel denn?“ „Ungefähr 6000 Mark!" .:„Wie ist denn das geschehen?“ .:„Er fiel in ein dunkles Kellerloch, brach sich ein Bein und war nicht versichert.“ 6 Protzig. Besucher:„Man sieht Sie immer tätig: Sie können ohne Arbeit wohl auch nicht leben?" Hausherr:„Bitte sehr... ich kann von meinen Zinsen leben!“ Raip. Herr:„Wie, Sie wollen Ihre Hochzeitsreise nach Italien machen?... Da möchte ich mich anschließen!" Junge Braut:„Ach, das wäre reizend...“ Heiraten Sie doch meine Schwester!" Terstreut. Freund:„Na, Herr Professor, ist Ihr neuer Familienzuwachs ein Junge oder ein Mädchen?“ Professor:„Hm— wir haben ihn Karl genannt. Es muß also doch wohl ein Junge sein!“— Schön gesagt. Aus dem Examen. Professor:„Was ist das erste, was man bei einem Patienten herausfinden muß?" Kandidat:„Ob er geuug Geld hat, um die Rechnung zu bezahlen.“ Terannwortlicher Redalteur: Dr. Kari Schaumburg, Verin. Truck und Verlag von Georg C. Ragel in Verlin=Schöneberg (Alle Rechte für sämtliche Vilder und Texte vorbehalten. Abdruck verboten.) 0 diese Fremdwörter. Frau.:„Sie waren ja wohl gestern bei Frau Winkler zum Abendessen? Wie war's denn?" Frau.:„Ach, ganz großartig! Namentlich die HummerMagnesia war ganz famos!“ Stoßzseukzer. Junge Mutter:„Warum schreit denn das Kind so entsetzlich?“ Junger Vater:„Wahrscheinlich hat es gehört, wie ich sagte, ich wolle jetzt'n bischen schlafen.“ * Merci.— Offiziersbursche:„Na, war mei' Leutnant gestern bei Euch zu Tisch?“ Mädchen:„Na, weeßte, Du bist schon ibers Essen her, aber dei Leutnant doch noch viel mehr. Ich konnt' ihm noch so viel mal die Schüsseln hingäb’n, un immer sagte er: Mehr! Sie!" 30 s9g Surmzsogze *— E 6 B 6 8 S 6 s 8 3. 5 E K* + S. 3 9 5 90 ## 9 33 G 2 a. E S S SOOEEB SOEESGES S S S 9 D. W E SEEO S" UIRN SSSSL3M 888850S •*— G UEn BETETSO * mF E n SO SEFDE-5S OR.E S SETMOSL SATSATAE S TEERBESEEGS SS *BDE 5 S. 2. 6. 8 9: 33 ap; * 6 SS* OESEGS EEST S# SpSSSGSS SS-1. F Sa#-SxPEga. s SEBNESSBCNSEHSGMDBSoN: T. 9 SS.g BNR "—* S E— S 6 e0 35 - 2 0. B 555 9 E 95 2 S E S 3 *108 ###5 5 S g. E E5** 9. 3.. 3 EE S. # 363 — 9— — S S 8. •0 9 55 —.22 9D ### S. u SOEE B LPS = 50 S. s F S 550 S 2 * 2 9— 6 D S SSg HEZUES: #SEFU8 MaEE S S SSESS SOOSBETC # * *n 85GSS ** S SOgzg g * GGELESR n G S S. SE 5 5 ##P E5BLEES ### SSg BUTLBESSE a Rch s0. „Also unsere Freundin Ella hat Herrn Meyer einen Korb gegeben, weil sie dachte, er würde noch einen Antrag machen.“ —„Na, hat er es getan?“ „Oh gewiß, aber einem andern Mädchen.“ Vorsichtig. Vater(zu dem ungeratenen Sohn):„Also nach Amerika zu gehen hättest Du Lust?... Wie wär's z. B. mit Peru?“ Sohn:„Hm, da muß ich aber mal erst sehen, ob nach Peru Postanweisungen zulässig sind!" Dann! Junge Dame(in der Kirche, zu ihrer Freundin):„Ist der hübsche, junge Pastor, welcher so ergreifend predigt, noch unverheiratet?“ Freundin:„Jawohl." —„Dann weine ich.“ 944 Unvertroren. Madame(zu dem Bräutigam der Köchin, der eben in die Küche tritt):„Die Anna habe ich herausgeschmissen, sie zieht sich eben an!“ —„Schön... Dann könnte ich ja während der Zeit schon Abend essen!" Spruch. Der stille Denker im stillen Gemach, Kennt tiefer des Lebens Getreide, Als draussen der Weltling, der unstät und Sich aufzehrt an Geist und an Leibe(jach So hörst Du im Winkel am Bogengang Die heimlichsten Stimmen und Tritte— Was niemals zu Deinen Ohren drang, Warst Du in Gewölbes Mitte! Verierbild. 8 *"— Wo ist die dritte Badedame? Schüttelreim. Läßt du dich fesseln von Rosenketten, Kannst du dich bald nicht vor Kosen retten! ### Illustrierter Dolizeibericht.## Anzüglich. Altere Jungfer(häßlich): „Denken Sie sich, mein Ami ist plötzlich wütend geworden!" Herr:„Haben Sie ihn vielleicht abgeküßt?" 83 Frühreitig. Mutter:„Aber Linchen warum küßt Du denn immer fort den Schlüssel?" —„Ja Mama, der Schlüssel hat doch einen langen Bart.“ — Gamide. „Wie, Sie bringen Ihr Bett zum Pfandleiher?“ —„Ja, der Mann ist uns nämlich bekannt, und da wollen wir ihm auch mal etwas zu verdienen geben!" Ehrenrettung. Herr:„Was stieren Sie mich so an. Sie Bauer?“ Schlossermeister:„Gleich nehmen Sie den Ausdruck zurück, oder sagen Sie wenigstens: Herr Maschinenbauer." Alleruntertänigster Rapport des Gemeindevolizisten Knurrmanß vom 5. d. Ults. an das hochlöbliche Amtsgericht. Wegen ruhestbrenden Färmes notiert wurden die Studenten Rummel und Kuiff, nachdem sie noch versucht hatten, durch Bestechen des Unterzeichneten mit Zigarren ihrer Strafe u entgehen. Notiert wegen Tiergnälerei wurde der Kleinhändler Jochen, indem er sein Pferd so schlug, daß es umstel und sich darübrr noch halbtod lachen wollte. Wegen ungebührlicher Inanspruchnahme ihres Marktstandes wurde die Geschirrhändlerin Meyer aufgeschrieben, da sie sich vom Pathaus bis zum Marktbrunnen erstreckte. Sbendaselbst zerbrach der Schusterlehrling Peterlein der Eierfrau Müller einen Kord Eier, indem er noch versuchte, die zerbrochenen Eier einem gänzlich Unbeteiligten in die Schuhe zu schieben. Gleichfalls auf dem Markte geriet der Händler Hiesel mit einem Andern in Streit, wobei er denselben„Ochse“ nannte. Es gelang mir jedoch, denselben dadurch zu schlichten, daß der Hiesel dem „Ochsen“ Abbitte leistete. Illustrierter Polizeibericht.(Fortsetzung.) Edenfalls zur Bestrafung angemeldet wird der Milchhändler Schlipper. welcher versuchte, seiner Milch Wasser zuzusetzen, was nur dadurch verhindert wurde, daß sich der Unterzeichnete da hineinlegte. Notiort wurde der Schlächtermeißter Frummer, weit derselbe seinen als bissig bekannten Hund mit Hintenansetzung eines Maulkorbes und sonstiger Vorsichtsmaßregeln frei herumlaufen ließ. bei der Zefachus dreier verunftedender Buh. kanten, dis sich nicht durch Papiere ausweisen konnten, gelang es nur der großen Crommel habhaft zu werden, während die Blarineste und das siägelbern enthamer. Der Radfahrer Wadelhuhn wurde aufgeschrie. ben, weil sein Rad in gänzlich unbeleuchtetem Zustende und ohne ein Klingelzeichen zu geben, mitten durch die Passanten fuhr. iu gänzlich unzurechnungsfähigem Zustande wurde am Abend ein Obdachloser aufgegriffen. Ee gelang mir nur mit Mühe, die Persönlichkeit sestzustellen. Aberhaupt herrschte in den Räumen der Jöwenbrauerei anläßlich des Pockanstichs eine turdulente Stimmung und zum Schluß eine allgemeine Besechthelt,— seoutt ic verbleitbe enss bochmchliäbl. Autogerichts abergeversanster Anurrmauß, Gemeindepolizißt. Splitter. Die Fremdenbücher der Aussichtshäuschen sind die Probekaninchen der Lyrik. 9000 Neugierig. Fremder:(spät Abends ins Zimmer eintretend):„Keinen Lärm, wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist; ich bin der Mann, der vergangene Woche bei Ihnen eingebrochen hat!"— Dichter (zitternd):„Und was wollen Sie jetzt noch?" —„An dem betreffenden Abend habe ich ein Manuskript von Ihnen mitgenommen„Der blaue Heinrich oder die ausgelöschte Laterne," aber der Roman ist Kinaliche Auffallung. Wie sich der kleine Fritz den„Fliegenden Holländer“(Käse) vorstellt. nicht vollständig, und deshalb wollte ich mich mal erkundigen. ob sich die beiden Helden zum Schluß noch kriegen?" vorige Jahr meine Zigarren gekauft, Ende war, hatte ich doch keine 1000 Terstreut. Amtmann:„Wo haben Sie den betrunkenen Kerl gefunden?" Nachtwächter:„An der Post lagernd!" Amtmann:„Unter welchen Buchstaben?“ X Raibe Auschauung. A.(Zeitung lesend): „Höre mal, hier macht jemand durch Annonce folgendes bekannt: 1000 Mark können Sie in einem Jahre sparen, wenn Sie Ihre Zigarren nicht zu teuer einkaufen. Rauchen Sie nur meine beliebten———“ B.(unterbrechend): „Ach, das ist Schwindel: bei dem Kerl hab' ich das ganze und als das Jahr zu Mark ersgart. Frau.:„Sagen oft mit Ihrem Manne?“ Frau.:„Nein, niemals! oft mit mir!" Rch s0. Sie, liebe Freundin, zanken Sie sich aber leider zankt er sehr Höflich. Gefängnisdirektor(zum entlassenen Sträfling):„Und nun wunsche ich, daß Sie ein anständiger Mensch und ein nützliches Mitglied der Gesellschaft werden!" Sträfling(gerührt):„Danke, Herr Direktor, gleichfalls!