1 G— Die„Annener Zeitung" erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Bezugspreis inkl.„Sonntagsblatt“ u.„Humoristische Blätter“. monatlich 40 Pfg. — Telephon-Nr. 334.— Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ortschaften. Amtliches Organ. Anzeigegebühr für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg. Inserate finden bei der großen Auflage der Annener Zeitung weite und billige Verbreitung. — Telephon=Nr. 334.— Nr. 53. 1909. Donnerstag, den 6. Mai. 25. Jahrgang. Der Geburtstag des deutschen Kronprinzen. Der Kronprinz des deutschen Reiches und von Preußen wird am heutigen 6. Mai 27 Jahre alt. Er ist geboren 1882 im Marmor=Palais bei Potsdam, in dem er auch mit seiner jungen Frau in Frühlings= und Sommerzeiten noch manchen Monat geweilt hat. Ein Thronerbe ist ein versiegeltes Buch, was er einmal als Herrscher leisten wird, steht dahin. Aber ihm sind mehr, wie jedem anderen Menschen, für seine sorgenlosen Jugendjahre Frohsinn und Freude zu wünschen, denn mit dem Antritt der Regierung sind heute für die Monarchen die Tage ungetrübter Heiterkeit vorüber. Nach menschlichem Ermessen winken dem Kronprinzen Wilhelm noch manche Jahre freier Verantwortungslosigkeit, die er seiner Familie und seiner ununterbrochenen Ausbildung widmen kann. Denn wie unser Kaiser denkt auch sein ältester Sohn: Das Lernen hat kein Ende Der deutsche Kronprinz gleicht im Aeußeren seinem Dater, hat aber in seiner humorvollen und liebenswürdigen Ratur mehr von seiner Mutter. Man kann auch beinahe sagen, er ist in seinem persönlichen Wesen ein Abbild seines Großvaters in etwas modernerem Auftreten. Außerordentlich populär hat den Kronprinzen seine Freundlichkeit gegenüber Kindern gemacht, die Berliner Jungens gehen für ihn durchs Feuer. Zahlreiche bekannte Geschichten sind auf diesem Gebiet erzählt worden. Seine Reigung zum Sport erwirbt ihm in der heutigen SportGeneration viele Freunde, die sich häufig mit Anliegen an ihn wandten. Große Aufmerksamkeit widmet der Prinz der Technik und dem Maschinenbau, und er, der in Bonn Staatswissenschaft studiert hatte, wurde vor anderthalb Jahren noch einmal Hörer in der Technischen Hochschule zu Charlottenburg. Mehrere Jahre hindurch hat der Kronprinz in allen Verwaltungen des Reiches und des Staates gearbeitet und sich dabei als ein entschiedener Gegner alles überflüssigen Aktenwesens erwiesen. Seine Lieb#lings=Erholung ist, gerade wie bei seinem kaiserlichen Vater, die Pürschjagd. Seinen aufrechten, schlichten und geraden Stand. hat er schon bei mehr als einer Gelegenheit betätigt. Das Familienleben des künftigen deutschen Kaiser Wilhelm III. ist das glücklichste, die Vermählung mit der Prinzessin Cäcilie von Mecklenburg ist reine Reigungsheirat gewesen. Mag sie die Politik empfohlen haben, die Herzen fügten sich freudig darein. Zwei Knaben sind diesem Bunde bisher entsprossen, die die „Freude der Eltern erhöhen. So steht der deutsche Kronprinz Theute mitten in einem frohen und frischen Leben, es fehlt ihm nie an Tätigkeit, weil nie der Wunsch zum Lernen erlischt. Herzliche Wünsche strömen ihm von allen Seiten zu, in die wir die unsrigen einfügen! Reichskanzlers Fürsten Bülow und von der Nachgiebigkeit der konservativen Partei erhofft werden. Dielleicht ist auch durch ein Steuerkompromiß die Finanzreform noch zu retten. Wenn aber die erwähnten Mittel und Wege keine Erlösung in der politischen und finanziellen Rot bringen sollten, dann gehen wir einer sehr schweren inneren Krisis entgegen. Politische Krisis im deutschen Reiche. Zum schweren Verdruß aller wahren Vaterlandsfreunde hat das Problem der Reichsfinanzreform das deutsche Reich in eine innere Krisis getrieben, denn die Reichspolitik steht im Inneren vor gefährlichen Gegensätzen. Der Reichskanzler Fürst Bülow hat wiederholt erklärt, daß die Reichsfinanzreform mit der Reichserbschaftssteuer gemacht werden müsse. Für diese Steuer ist im Reichstage aber keine Mehrheit zu finden, da die KonVservativen die Erbschaftssteuer ablehnen, wenn auch einzelne KonVservative sich für die Annahme dieser Steuer erklärt haben. Es Itritt daher an den Reichskanzler die Frage der Reichstagsauflösung heran. Aber in dieser Richtung ist der Entschluß sehr schwierig. Die Parole für die Erbschaftssteuer ist für die Neugwahl des Reichstages nicht besonders glücklich, denn jede neue Steuer wird im Volke immer als ein Uebel und nicht als ein Dorteil und Fortschritt empfunden. Auch hat es seine großen Bedenken, wenn die Regierung durch die Auflösung des Reichstages und die Neuwahlen im Kampfe für die Reichsfinanzreform die konservative Partei in die Opposition treibt. Es kann nicht geleugnet werden, daß die Regierung in den konservativen Parteien für ihre nationale Politik immer eine starke Stütze gefunden hat, und man kann sich zunächst gar keine günstige Vorstellung von den Folgen einer Auflösung des Reichstages und den Neuwahlen machen, die Parteien dürften fast in derselben Stärke wie bisher in den Reichstag zurückkehren, wenn nicht ganz unerwartete Verhältnisse auf dem politischen Gebiete eintreten. So befindet sich denn die Reichsfinanzpolitik in einer Sackgasse, aus der man noch keinen Ausweg gefunden hat. Wenn dieser Zustand aber längere Zeit andauern sollte, so würde das politische Ansehen Deutschlands schwer geschädigt werden und außerdem das wirtschaftliche Leben und die Finanzen des Reiches und der Bundesstaaten sehr großen Schaden erleiden. Die deutsche Industrie hat ohnedies eine Krisis zu bestehen, und die Schwierigkeit der politischen und finanziellen Lage des Reiches verschlimmert die Lage der deutschen Industrie in vielen Zweigen noch ganz bedeutend. Man kann daher tätsächlich jetzt von einergroßen Krisis im deutschen Reiche sprechen, und da die Reichstagsauflösung wenig Hoffnung auf eine Besserung der Lage bietet, so muß es als eine patriotische Pflicht für alle Parteien erscheinen, Mittel zu suchen, um aus der Krisis herauszukommen. Daß das deutsche Reich an einer Leldfrage schweren Schaden erleiden sol, ist doch gegenüber der ntwickelung des deutschen wirtschaftlichen Lebens eine im hohen Grade ärgerliche Sache. Abgesehen von den Sozialdemokraten, wünschen ja auch alle Parteien und alle Patrioten die schleunige Fertigstellung der Reichsfinanzreform, die natürlich nur unter Bewilligung neuer Steuern möglich ist. Die Erlösung aus der Kalamität kann daher nur von der Staatskunst des Deutscher Reichstag. Sitzung vom 4. Mai. Die Besprechung der sozialdemokratischen Interpellation wegen gesetzlicher Regelung der Rechtsverhältnisse der von Arbeitgebern für ihre Arbeiter errichteten Wohlfahrtskassen (Pensions=, Witwen= und Waisenkassen) wird fortgesetzt. Abg. Arendt(Rp.): In einer so ernsten Zeit, wo ganz Deutschland mit Spannung auf den Reichstag blickt, beschäftigen wir uns nun schon den 2. Tag mit dieser Interpellation, von der auch der Interpellant selbst wohl kaum annimmt, daß sie Erfolg haben kann. Es ist ausgeschlossen, daß die Gesetzgebung Einfluß nehmen kann auf die Werkskassen der Unternehmer. Aber freilich, die Interpellationen und Anträge der Sozialdemokroten haben ja niemals einen sachlichen Zweck, sondern immer nur einen agitatorischen. Mit den Kranken= und Versicherungskassen können diese Werkskassen nicht verglichen werden. Greift die Gesetzgebung in letztere ein, so entsteht die Gefahr, die schon der Staatssekretär mit Recht hervorhob, daß die Unternehmer ihre Werks= und Wohlfahrtskassen eingehen lassen. Daß bei diesen einige Härten bestehen, mag ja sein. Aber nach dem Eindruck der neuesten Debatte glaube ich, daß Abhilfe der Uebelstände auch möglich ist ohne zwangsmäßiges Eingreifen. Wenn z. B. die Beiträge erst vom zweiten Jahre ab erhoben werden, so warden manche Klagen aufhören. Abg. Brejski(Pole): Rutzen von den WohlfahrtsEinrichtungen haben nur die Werksbesitzer. Die vielen Mißstände sind unerträglich. Abg. Behrens(Wirtsch. Vg.): Von den Krupp'schen Wohlfahrtseinrichtungen muß man geradezu begeistert sein. Und doch haften ihnen manche Mängel an. Die Kassen müssen einen gesetzlichen Unterbau bekommen. Auch die Werksbesitzer haben ein Interesse an den Kassen, denn sie ziehen sich durch sie einen Stamm seßhafter Arbeiter heran. Selbst bei einer gesetzlichen Regelung der Verhältnisse werden daher die Unternehmer die Kassen nicht aufgeben. Wir kommen um eine gesetzliche Regelung nicht herum. Abg. Hengsbach(Soz.) bekämpft die Kassen als arbeiterfeindlich. Die Regierungen zeigen sich auch in der vorliegenden Frage als die getreuen Handlanger des Unternehmertums. Abg. Werner(Otsch. Refp.): Die Sozialdemokraten suchen nur aus Agitationsgründen unsere Zustände herunterzureißen. Die Kassen sind gut, wenn auch kleine Mißstände bestehen. Abg. Hue(Soz.) bespricht die historische Entwickelung der Werk=Pensionskassen. Sie müssen den Anforderungen des modernen Lebens angepaßt werden. Staatssekretär von Bethmann=Hollweg: Wozu die Uebertreibungen des Vorredners! Der ethische Gehalt der Wohlfahrtskassen liegt in der Heranziehung der Arbeiter zu Trägern der Wohlfahrts=Einrichtungen seitens der Unternehmer. Die Debatte hat jedenfalls zur Klärung beigetragen. Dabei bleibe ich, daß ein Eingreifen der Gesetzgebung in diese Wohlfahrtskassen ihren Fortbestand gefährden könne. Man konnte das bei den Knappschaftskassen tun, aber nicht bei diesen freiwilligen Einrichtungen. Daß wir diese Kassen obligatorisch machen können, ist ausgeschlossen. Damit schließt die Debatte. Mittwoch 3 Uhr: Vorlage über Haftung für Versehen von Beamten. Schluß ½7 Uhr. „„* Aus den Kommissionen. Die Finanzkommission, die in ihrer Dienstags=Sitzung die von dem Durchschnitts=Brande handelnden Bestimmungen des Branntwein=Steuergesetzes erledigte, soll Gelegenheit zu noch weiterer Ausdehnung ihrer Beratungen erhalten. Zu diesem Zweck werden nach einem Beschluß des Senioren=Konvents mehrere Plenarsitzungen ausfallen. Laut„Tägl. Rundsch.“ wird der Plan erwogen, an Stelle der Erbanfallsteuer 100 Millionen Mk. Matrikularbeiträge während eines Provisioriums von drei Jahren zu erheben. In dieser Zeit sollen andere Steuervorschläge, die lediglich den Besitz treffen, ausgearbeitet werden. Da ein solcher Plan mit den bündigen Erklärungen der Regierungsvertreter im Widerspruch steht und auch den linken Flügel des Blocks ausschalten würde, so besitzt die Angabe wenig Wert. Die Obg. Rachr.“ hoffen, die Konservativen werden bei der zweiten Kommissions=Lesung bereits für die Erbanfallsteuer eintreten, die nach Aufnahme der Wertzuwachssteuer für Immobilien sehr milde gestalten werden könnte. Die kommunale Biersteuer: Die Finanzkommission des Reichstags beschloß kürzlich, daß künftig von den Gemeinden keine höhere Biersteuer, als 65 bezw. 30 Pfg. pro Hektoliter untergäriges und obergäriges Bier erhoben, auch die Malzabgabe entsprechend festgesetzt werden soll. Die thüringischen Städte haben nun, weil durch diese Beschränkung die Gemeinde=Finanzen beeinträchtigt werden würden, an den Reichstag, die thüringischen Abgeordneten und Bundesrats=Bevollmächtigten die Bitte gerichtet, es bei dem bisherigen Zustande zu lassen. Die Besoldungsordnung in der Budgetkommission. Die Budgetkommission des Reichstages begann heute mit der Beratung der Besoldungsordnung, zu der ein Kompromißantrag sämtlicher Parteien vorliegt, der gegenüber der Regierungsvorlage Verschiebungen einzelner Besoldungsklassen bringt und namentlich bei einer Reihe von Unterbeamtenstellen Aufbesserungen vorsieht. Schatzsekretär Sydocb gab hierzu die Erklärung ab, daß es ausgeschlossen sei, daß die Regierung sich auf diesen Antrag einlassen werde, worüber die Redner sämtlicher Parteien ihr Bedauern ausdrückten. Die Weiterberatung findet Mittwoch nachmittag 3 Uhr statt. Im einzelnen führte Schatzsekretär Sydow aus, daß durch den Kompromißantrag außerordentliche Mehrausgaben entstehen würden, die 16 Millionen bei den Unterbeamten und 10 ½ Millonen bei den mittleren Beamten betragen würden. Die Kommission des Abgeordnetenhauses zur Vorberatung des Stempelsteuergesetzes beendete heute die 2. Lesung der Vorlage. Alle Parteien erklärten ihre Zustimmung zu dem von den Freisinnigen bei der ersten Beratung eingebrachten Antrag, die unterste Grenze der Verstempelung des Mietbetrages von 300 auf 400 Mk. heraufzusetzen, doch wurde die Abstimmung bis zur dritten Beratung zurück gestellt, weil erst Mittel zur Deckung des dadurch verursachten Ausfalles von 400000 Mk. beschafft werden sollen. Im übrigen verblieb es im wesentlichen bei den Beschlüisen der ersten Veratung. Preußisches Abgeoronetenhaus. Sitzung vom 4. Mai. Das Haus setzte am Dienstag die Beratung des Kultusetats fort. Abg. Eickhoff(frs. Dp.) bezeichnete die Ausführung des Erlasses über die Anrechnung der Wartezeit der Oberlehrer als unbefriedigend und trat dann für eine größere Bewegungsfreiheit für die Schüler an den höheren Schulen ein. Geheimrat Köpke führte aus, daß der Umwandlung von Gymnasien in Realanstalten von den kleineren und mittleren Städten Widerstand entgegengesetzt würde wegen der Aussichten für das spätere Studium. Die sexuelle Aufklärung der Jugend sollte den Eltern vorbehalten bleiben. Abg. Ströbe!(Soz.) forderte eine Einheitsschule und bezeichnete den Unterricht der Schulen in Geschichte als Geschichtsfälschung. Abg. Cassel(frs. Vg.): Verschiedene Gemeinden haben die Pflichtstundenzahl namentlich für ältere Lehrer unter das staatlich festgesetzte Maß herabgesetzt. Das Gymnasium soll bleiben was es ist. Ströbels Krittk ist ganz verfehlt. Was würde herauskommen, wenn die Sozialdemokraten Geschichtsunterricht geben würden? Auch Abg. Dr. Maurer(ntl.) wendet sich gegen Ströbel und verurteilt das Berechtigungswesen. Weiterberatung Mittwoch 11 Uhr. Deutsches Reich. — Aus Korfu. Der Kaiser und Kaiserin, die am kommenden Sonntag die Insel verlassen und nach der Zusammenkunft mit dem König von Italien sich nach Wien begeben, hatten in der vergangenen Woche ein schweres Gewitter zu bestehen; heute ist das Wetter kühl und unbeständig. Die Kaiserin machte heute Vormittag einen Spaziergang. Fürst Fürstenberg hat Korsu verlassen. — Angeblicher Briefwechsel Kaiser Wilhelms mit Exsultan Abdul Hamid. Dem italienischen Blatte„Tribuna“ wird aus Konstantinopel gedrahtet, im Jildis habe man unter den Papieren des Exsultans Abdul Hamid auch einen Brief an den deutschen Kaiser gefunden, in dem der Sultan dem deutschen Reiche große finanzpolitische Vorteile in Aussicht stellt, wenn der Kaiser seine Autorität zu seinen Gunsten einsetzen wolle. Auch eine Antwort des deutschen Kaisers will man gefunden haben, doch verdient dieses Gerücht keinen Glauben. Jedenfalls habe Freiherr von Marschall nichts getan, um das alte Regime zu schützen.— Englische Zeitungen bringen diese Lügenmeldungen, die offenbar nur darauf bedacht sind, die deutsche Regierung zu mißkreditieren. — Der Direktor der Berliner Rational=Galerie Geheimrat von Tschudi, der wegen seiner Geschäftsleitung in jüngster Zeit vielen Angriffen ausgesetzt war, wird die Direktion der berühmten Zentral=Gemälde=Galerie in München übernehmen. — Der Erzbischof von München, Dr. Franz Joseph von Stein, der vor einigen Tagen einen Gehirnschlag erlitt, aber bereits auf dem Wege der Besserung zu sein schien, ist nun doch den Folgen des Anfalles erlegen. Der Verstorbene, der hochbetagt aus dem Leben schied, hatte viel Liebe geerntet. — Freiherr von Mittnacht+. Mit dem langjährigen württembergischen Ministerpräsidenten Freiherrn von Mittnacht ist wieder einer aus dem immer enger werdenden Kreise derer geschieden, denen es vergönnt war, in Deutschlands großer Zeit an der Gründung des geeinten Reiches mitzuwirken. Er nahm noch an den Verhandlungen über die Gründung des Reiches teil und ist als letzter von denen aus dem Leben geschieden, die den Vertrag über den Beitritt Würktembergs zur Verfassung des Deutschen Bundes unterzeichneten.— Hermann Freiherr von Mittnacht wurde im Jahre 1825 in Stuttgart geboren, war eine Zeit lang Führer der konservativen Partei in der württembergischen Abgeordnetenkammer und trat 1867 als Justizminister in die Regierung ein, deren Leiter er 1870 wurde. Volle 30 Jahre wirkte der Verstorbene als Ministerpräsident, bis ihn im Jahre 1900 ein Augenleiden nötigte, sich in den Ruhestand zurückzuziehen. Für seine vielfachen Verdienste wurde er von seinem König durch den Freiherrn=Titel, vom Kaiser mit dem Schwarzen Adlerorden ausgezeichnet. Die Trauer um den im 85. Lebensjahre verstorbenen langjährigen früheren Ministerpräsidenten von Mittnacht ist eine ebenso tiefe wie allgemeine in ganz Württemberg. Die Blätter, an ihrer Spitze der Staatsanzeiger, widmen dem Verblichenen, einem der letzten von denjenigen, die noch den Versailler Vertrag unterzeichneten, herzliche Rachrufe. Die vor einigen Jahren von dem Verstorbenen veröffentlichten„Erinnerungen an Bismarck“ bieten eine Fülle interessantester Mitteilungen über den großen Kanzler und seine Zeit. Wegen Beteiligung an der sozialdemokratischen Maiseier wurden in Groß=Berlin im ganzen rund 5500 Arbeiter ausgesperrt, die fast ausschließlich der Holzbearbeitungs=Branche angehören. Die Arbeiter aller übrigen Erwerbszweige waren einsichtig genug, sich vor Kontrakts=Verletzungen zu hüten. Das ist doch schon viel wert. Lokale und provinzielle Nachrichten. § Annen, 5. Mai.(Wohlauf, die Luft geht frisch und rein), wer lange sitzt muß rosten.— Der nun schon seit einigen Jahren brach gelegene„Sauerländische Gebirgs=Verein“ will sich nun endlich aus seinem jahrelangen lethargischen Zustande wieder erheben und zu neuem Leben erwachen, er will nicht mehr sitzen und rosten, sondern zur„guten Sommerzeit ins Land der Franken fahren". — Das ist der allgemeine und ungeteilte Wunsch vieler ehemaliger Sauerländer, die sich noch gern und oft der ergötzlichen Stunden erinnern, die sie s. Z. in den ungezwungenen frohen Kreisen des S. G. D. verlebt und gekostet haben. Was war das doch damals ein Leben im S. G.., welch ein inniges herzliches Band hielt alle so fest umschlungen. So soll es wieder werden, Menschen wollen sich wieder zu Menschen finden, fröhliche Geselligkeit soll anstelle triester Einsamkeit und Griesgrämigkeit treten und der Bürgersmann will Herz und Gemüt erquicken in der schönen freien Gottesnatur. Hoffen wollen wir, daß die Zeit des Wiedererstehens nun auch nicht mehr lange auf sich warten läßt und schließen in diesem Sinne mit den folgenden herrlichen Dichterworten: Im Garten der Geselligkeit Erblüht die Blume holder Freuden, Von ihren Bäumen träuft selbst Balsam für die Leiden Und himmlische Zufriedenheit Bestrahlet den, der gut und weise An ihrem Arm vollbringt des Lebens kurze Reise. y Annen, 6. Mai.(Waldbrand.) Gestern Nachmittag wurde plötzlich unsere-fkeiw. Feuerwehr„alarmiert, da das im Ardey belegene Gehölz des Herrn Gutsbesitzers Düren zu in Flammen=stand. Der mehrere Jahre alte schöne Tannenbestand ist ein Raub der Flammen geworden. Gläcklicherweise jagte der scharfe Nordostwind das Flammenmeer auf weniger kultiviertes Gebiet wo es den Wehrleuten dann gelang, die Flammen zu Lämpfen. Wäre derWind aus einer anderen Richtung gekommen, würde unfehlbar das Herrenholz von dem Feuer ergriffen worden sein. —(Flaggenschmuck) haben heute zum Geburtstage unseres Kronprinzen die öffentlichen Gebäude angelegt. —(Turnerisches.) In der am Samstag Abend abgehaltenen Generalversammlung des Turnvereins„Eintracht", welche sich eines guten Besuches zu erfreuen hatte und unter der Leitung seines 1. Vorsitzenden Herrn Lehrer Jäckel stand, wurden zunächst mehrere neue Mitglieder aufgenommen und über das kürzlich geseierte Frühjahrsfest berichtet. Es wurde beschlossen, am Sonntag, den 16 Mai er. eine größere Turnfahrt über Hagen, Dahl, Breckerfeld zu machen. Für die jüngeren Turngenossen wird dieselbe eine Tagestour bilden, da die Abfahrt schon morgens um 6 Uhr erfolgt. Die Altersriege und älteren Turngenossen fahren erst nachmittogs ab und treffen mit den Uebrigen in Börde zusammen. woselbst der dortige Turnverein die Annener in Empfang nimmt. Alles Nähere soll durch besonderes Inserat bekannt gegeben werden. Et wurden mehrere turnerische Fragen usw. erledigt, worauf die Versammlung mit einem Gut Heil auf die deutsche Turnerschaft und ihren Protektor, Se. Majestät Kaiser Wilhelm durch den 1. Vorsitzenden geschlossen wurde. Gut Heil! —(Ein bedauerlicher Unfall) ereignete sich hier in der Herdeckerstraße, wo in einem unbewachten Augenblicke ein 5jähr. Mädchen eine Treppe herabstürzte und außer sonstigen Verletzungen einen bösartigen Handgelenkbruch des linken Armes davontrug. —(Einen guten Fang) machte gestern ein Sicherheitsbeamter, welcher einen Hausierer aufgriff, der keinen Wandergewerbeschein besaß und der, wie es sich herausstellte, von dem Staatsanwalt in Coblenz steckbrieflich verfolgt wurde. Der Verhaftete wurde dem Amtsgericht Witten zugeführt. —(Abgefaßt) wurde hier gestern morgen in einer Wirtschaft an der Wittenerstraße ein Fechtbruder, der sich zuerst derart benommen hatte, daß er von dem Wirte an die frische Luft befördert wurde. Draußen geriet der Held in eine rechte Wut. Er tobte umher, er müsse heute noch Blut sehen usw., belästigte mehrere vorübergehende Leute, sodaß er in Haft genommen werden mußte. § Annen, 6. Mai.(Wieder ein Waldbkand.) Soeben rz vor Redaktionsschluß=wird wieder ein Waldbrand gemeldet und zwar brennt es-diesmal in den Waldungen der Großen Vorbach. Die hies. freiw. Feuerwehr ist unterwegs. * Annen, 4. Mai.(Neue Erfolge in der Stenographie.) Trotzdem die Kurzschrift in den letzten Jahren eine immer größere Verbreitung erlangt hat, wenden doch viele Tausende, die sich ihrer mit Nutzen bedienen können, sie noch nicht an, weil sie die Vorteile des Gebrauchs der Kurzschrift nicht kennen oder weil sie die Mühe der Erlernung und Einübung scheuen. Die Zeit, die beim Systeme Stolze=Schrey zur Erlaugung von Gewandtheit im Lesen und Schreiben erfordert wird, ist im Verhältnisse zu dem Zeitgewinne, der durch die Kurzschrift erzielt wird, ungemein gering, und jedem, der häufiger Schreibarbeiten zu erledigen hat, ist zu seinem eigenen Besten zu raten, möglichst frühzeitig stenographieren zu lernen. Sowohl bei der Vorbereitung für den Beruf, wie auch im Berufe selbst verdanken viele der Kurzschrift erhebliche Erleichterung und Förderung ihrer Arbeit. Mit ihrer Hilfe ist es ihnen möglich, ihre schriftlichen Arbeiten weit schneller und besser zu erledigen, als es sonst hätte geschehen. können, und Zeit für anderweitige nutzbringende Beschäftigung oder für die Erholung zu gewinnen. Aus voller Ueberzeugung empfiehlt die stenographische Vereinigung das beste aller heutigen Stenographie=Systeme, das Einigungssystem Stolze=Schrey. Es ist leicht erlernbar, vorzüglich lesbar und befähigt zu den höchsten Leistungen, wie solches wiederholt in glänzendster Weise bewiesen worden ist. Die letzten Erfolge der Schule Stolze=Schrey sind so in die Augen springend, daß es fast keinem Zweifel unterliegt, daß dieses vorzügliche System in Kürze als das Einheitssystem anerkannt werden wird. Allen denen, die ein Stenographie=System zu erlernen beabsichtigen, oder die sich schnell zu brauchbaren Stenographen fortbilden wollen, können wir nur raten, sich an die oben erwähnte stenographische Vereinigung zu wenden, welche wöchentlich einmal (Donnerstags Abends) im Westfälischen Hofe(.van Pluer) ihre Uebungsstunden abhält. Die Erfolge, die dieser Verein in der letzten Zeit sowohl im Unterricht als auch in der Fortbildung der Mitglieder erreicht hat, stehen einzig da. — So wurden dem Verein erst jetzt wieder vom RheinischWestfälischen Stenographen=Bunde Stolze=Schrey 2 Preise für Schön= und Richtigschrift zuerkannt und zwar erhielt Herr Otto Bergmann den 2. Preis und Herr Joseph Kaes den 3. Preis. Ferner wurde Herrn Heinrich Düsterwald kürzlich vom Deutschen Stenographenverbande für Schön= und Richtigschrift das Verbands=Diplom zuerkannt. Ebenso hatte der Verein auf der am Sonntag, den 2. Mai in Hörde stattgefundenen Kreisversammlung des Hellweg=Märkischen Kreises vom RheinischWestfälischen Stenographenbunde einen sehr guten Erfolg. Es wurde hier prämiiert in Schön= und Richtigschrift Herr Otto Bergmann mit dem 1. Preise. Lobende Anerkennungen erhielten in dieser Abteilung die Herren Joseph Kaes, Heinrich Düsterwald und Paul Marzi. Ferner lieferte Herr Heinrich Düsterwald in der schnellschriftlichen Abteilung 60 Silben pro Minute die beste Arbeit. Lobende Anerkennung in dieser Abteilung erhielten die Herren Joseph Kaes und Otto Bergmann. Außerdem erhielt Herr Joseph Kaes in der schnellschriftlichen Abteilung 90 Silben pro Minute den 1. Preis. Eine lobende Anerkennung in dieser Abteilung erhielt Herr Heinrich Düsterwald. Diese Erfolge lassen erkennen, wie vorzüglich die Unterrichts= und Fortbildungs=Methoden des genannten Vereins sind und wie vorteilhaft für seine Mitglieder der Verein geleitet wird. § Annen, 6. Mai.(Ein Feuerwehrorden.) In ganz Deutschland ist es Sitte, den wackeren Männern, die als ihren Wahlspruch das schöne Wort„Gott zur Ehr, dem Rächsten zur Wehr" erwählt haben, nach einer bestimmten Reihe von Dienstjahren in einer Pflicht= oder freiwilligen Feuerwehr eine Erinnerungs=Medaille von Stadt wegen zu verleihen. Davon hat der Kaiser gewiß vernommen und er hat daraus die Anregung geholt, ein preußisches Erinnerungszeichen für Verdienste um das Feuerlöschwesen zu stiften, das von Staatswegen verliehen wird. Es wäre erfreulich, wenn eine Ergänzung durch eine glückliche Einrichtung in den übrigen deutschen Bundesstaaten erfolgte, denn diese Kreise haben die Würdigung, die ihnen zu teil werden soll, vollauf verdient, und man kann da in keiner Weise von neuen„Ordensgründungen“, die nicht erforderlich sind, reden. Was bei diesem aus Bronze herzustellenden Feuerwehrorden am meisten gefallen muß, ist, daß er in gleicher Weise an alle um das Feuerlöschwesen verdienten Personen verliehen wird, gleichviel, ob sie hochstehende Prsönlichkeiten oder schlichte Feuerwehrmänner sind. Insbesondere soll sie gewährt werden für vorwurfsfreie und verdienstvolle Betätigung im Feuerlöschdienste, vornehmlich an solche Personen, die während eines Zeitraumes von wenigstens fünfundzwanzig Jahren einer organisierten Feuerwehr als diensttuende Mitglieder angehört und durch treue und eifrige Teilnahme sich ausgezeichnet haben. Der Kaiser selbst hat den Entwurf skizziert, der von dem Professor Hans Schadow ausgearbeitet wurde. Mit der Medaille gibt es auch ein von demselben Meister entworfenes Diplom. Der Feuerwehrdienst beruht auch bei den freiwilligen Wehren auf persönlicher: Tüchtigkeit und unausgesetzter Pflichttreue. Und Alles aus eigenem Antrieb, oft der ernsten Gefahr oder gar dem Tode ins Auge blickend. In der Feuerwehrvereins=Uniform sind Alle gleich, Niemand weiß, wer in dem Ehrenrock steckt, im Kriege mit einem der wohltätigsten, aber auch unheimlichsten Elemente. So darf der Feuerwehr=Orden als eine gerechte Anerkennung freudig willkommen geheißen werden. Gut Schlauch! * Annen, 4. Mai.(Berggewerbegericht.) Ohne Kündigung„will der Bergmann Schoppe von der Zeche „Wiendahlsbank“ entlassen sein, weshalb er für 6 Schichten Entschädigung verlangt. Da das Gericht durch die Zeugenvernehmung die Ueberzeugung gewann, daß Kläger des öfteren willkürlich gefeiert hat, erfolgte Abweisung der Klage.— Sieben Jahre war der Lehrhauer Söring auf der Zeche„Glückaufsegen“ beschäftigt und ließ sich, wie der Betriebsführer bekundete, fast gar nichts zu Schulden kommen. Im vorigen Monat blieb nun Söring drei Tage ohne Entschuldigung aus, weshalb er vom Steiger Kellermann zur Rede gestellt wurde. Statt eine begründete Entschuldigung vorzubringen, beleidigte Söring den Steiger in grober Weise, was seine sofortige Entlassung zur Folge hatte. Söring verlangt nun von der Zeche wegen kündigungsloser Entlassung eine Entschädigung von 30 Mk. Es erfolgte jedoch Abweisung der Klage.— Eine Einbuße von 113,80 Mk. haben die Bergleute Heinrich Bolte, August Rungas, Anton Boschmann, Andreas Witt und Anton Klaas im Monat Februar auf Zeche „Wiendahlsbank“ erlitten, weil das im Januar vereinbarte Gedinge am 5. Februar reduziert wurde. Die genanten Bergleute waren hiermit nicht einverstanden, weshalb sie im Klagewege Schadloshaltung verlangten. Das Gericht erkannte die Klage als berechtigt an und verurteilte die Zeche zur Zahlung der 113,80 Mk.— Eine interessante Sache beschäftigte noch das Gericht. Am., 4. und 5. März blieb der Bergmann August Kreß von Zeche„Glückauf Tiefbau“ wegen einer Erkältung zu Hause. Als er am 6. März wieder anfahren wollte, wurde ihm aufgegeben, da er wegen Krankheit ausgeblieben sei, ein Gesundheitsattest beizubringen, was aber Kreß verweigerte, weil er, wie er heute angab, kein Geld hatte, um den Arzt bezahlen zu können. Kreß erschien dann am 8. 9. und 10. März auf der Zeche, um anzufahren. Da ihm dies aber aus den angef. Gründen verweigert wurde, verlangte er seine Abkehr, die ihm auch gegeben wurde. Die Zeche erblickte in der Handlungsweise des Kreß Kontraktbruch, weshalb sie ihm für sechs Schichten 26,76 Mk. vom Lohn einhielt. Kreß verlangt nun im Klagewege nicht nur die 26,76 Mk. zurück, sondern beansprucht für 6 weitere Schichten Entschädigung, da ihm die Antwort verweigert worden sei. Der Vertreter der Beklagten erklärte, daß Beklagte nur im Sinne des Knappschaftsstatuts gehandelt habe, welches vorschreibe, daß Arbeiter nach einer Kranheit ein Gesundheitsattest beibringen müßten. Das Gericht war der Meinung, die Zeche habe den Kläger zu Unrecht vier Tage ohne Beschäftigung gelassen, sie habe dem Kläger gleich am 6. März definitiveu Bescheid geben müssen. Dem Kläger wurde ein Betrag von 44,56 Mk. zugesprochen. § Annen, 6. Mai.(Anmeldepflicht beim Umzuge.) Jedes Jahr versäumen viele Mieter, die ihre Wohnung wechseln, der Feuerversicherungsgesellschaft— bei welcher sie ihr Mobilar versichert haben— hiervon Mitteilung zu machen: nach den allgemeinen Versicherungsbedingungen ruht aber in solchem Falle jede Entschädigungsverpflichtung der Gesellschaft— auch wenn die Prämie bezahlt ist— so lange, bis die Ummeldung erfolgt ist. Im eigenen Interesse möge also jeder einige Tage vor dem Umzuge demjenigen Vertreter, an welchen er seine Prämie bezahlt, per Postkarte mitteilen, an welchem Tage er seine Wohnung wechselt und wohin er sie verlegt: nur dadurch bleibt seine Versicherung in Kraft. Witten, 5. Mai.(Ankäufe.) Die evangelische Gemeinde kaufte für die notwendig gewordene Vergrößerung des großen Kirchhofes am Wege nach Wullen ein ca. 10 Morgen großes Gelände von dem Rentner Kaakmann zu Bommern zum Preise von 15 000 M.— Die dem neuen Bahnhof gegenüberliegende Spennemannsche Besitzung wurde der Stadt für 105 000 M. zum Kanf angeboten. Der Ankauf wurde städtischerseits wie wir hören, nicht beliebt, wenigstens vor der Hand nicht. Wetter, 5. Mai.(Das diesjährige Harkortbergfest) soll auf Beschluß des Gesamtausschusses am Sonntag, 1. August, stattfinden. Als Wettübungen für den Fünfkampf sind bestimmt: Hochspringen, Weitspringen, Kugelstoßen, Schnellhangeln und Laufen über 100 Meter. Kruckel, 4. Mai.(Diebstahl.) Ein verschlossener Glasschrank, gefüllt mit Schokolade usw., wurde bei dem Wirt August Brinkhoff in vergangener Nacht von Einbrechern gestohlen. Der Schrank wurde heute Morgen ca. 200 Meter vom Tatort, seines Inhalts beraubt, aufgefunden. Eichlinghofen, 2. Mai.(Der hies. ev. Jünglingsverein) beging heute unter Mitwirkung des Annener Posaunenchors, des hies. Männervereins, Jungfrauenvereins und des Kirchenchors sein Stiftungsfest. Des Morgens fand unter Vorantritt des Posaunenchors gemeinsamer Kirchgang statt. Die Begrüßungsansprache hatte Herr Pastor Niemeyer übernommen, die Festrede hielt Herr Pastor Middendorf. Das Fest nahm einen prächtigen Verlauf; möge es den Teilnehmern zum Segen gereichen. Löttringhausen, 3. Mai.(Eine sehr erfreuliche Besserung) zeigte sich vorgestern in dem Sonntagsfahrplan auf der hiesigen Station. Verschiedene Sonntagszüge sind eingelegt. Aber um so unerfreulicher ist nach wie vor hier die Beleuchtung. Vor Tagen war hier auf dem Bahnhof doch wenigstens Spiritusglühlicht. Jetzt sieht man die Freileitungsdrähte zur Lieferung elektrischer Energie auf beiden Seiten des Bahndammes, und auf dem Bahnhof Löttringhausen brennt man Petroleumglühlicht mit ausgesucht schlechten Brennern. Das ganze Dorf erstrahlt abends in elektrischem Licht; nur soweit die Wege der Bahn gehören, ist alles dunkel. Allerdings steht am Aufgange zum Bahnhof eine Petroleumlampe, aber was für eine Funsel? Wann wird hier Abhilfe geschaffen? Dortmund, 5. Mai.(Bismarckfeier.) In der letzten Vorstandssitzung des westfälischen Bismarckbundes wurde beschlossen, die diesjärige Bismarckfeier am 12. Juni auf Hohensyburg zu begehen. Hamm, 5. Mai.(Auf das aus Anlaß der Dreihundertjahrfeier der Grafschaft Mark an den Kaiser gerichtete Telegramm) ist folgendes Antwort=Telegramm eingegangen:„Achilleion (Korfu), 3. Mai. Seine Majestät der Kaiser und König haben den freundlichen Huldigungsgruß der zur Feier der dreihundertjährigen Zugehörigkeit der Grafschaft Mark zu Preußen versammelten Bürger der Stadt Hamm gern entgegengenommen und lassen für den Ausdruck treuer Anhänglichkeit bestens danken. Auf Allerhöchsten Befehl. Der geheime Kabinettsrat. I..: v. Eisenhardt=Rothe. Soest, 5. Mai.(Leichenfund.) Der seit 3 Wochen von hier verschwundene Schreinergeselle, Kassierer der Ortsgruppe des Holzarbeiterverbandes, ist in der Nähe von Hannover als Leiche aus der Leine gezogen worden. Werne, 4. Mai.(Kaum glaublicher Leichtsinn.) Durch den sträflichen Leichtsinn eines erwachsenen Mannes sind hier mehrere Kinder erheblich zu Schaden gekommen. Der Mann schenkte den Kindern eine Sprengkapsel und veranlaßte sie, mit Steinen danach zu werfen. Die Kinder folgten der Weisung und die Kapsel explodierte. Durch die umhergeschleuderten Sprengstücke wurden zwei Kinder verletzt. Der schuldige Mann wurde in Haft genommen. Hagen, 4. Mai.(Verschwunden) sind von hier 2 Mädchen. Das 18jährige Dienstmädchen Selma Dreyer, welches bei einer Herrschaft in der Bergstraße bedienstet ist, stammt aus Vorhalle und hielt sich dort während des 24. April bei ihren in der Lindenstraße wohnenden Eltern auf. Abends verließ sie das elterliche Haus, kam aber nicht bei ihrer Herrschaft an. Alle Recherchen waren bisher erfolglos.— Ebenfalls vermißt wird seit dem 28. vor. Mts. die 16jährige Lina Kruse aus Boele Schwerterstraße. Das Mädchen ging am Mittwoch morgen wie gewöhnlich zu seiner Arbeitsstelle, der Textil=Industrie, wo es bis 7 Uhr abends arbeitete. Seit dieser Zeit ist es nicht mehr gesehen worden. Iserlohn, 5. Mai.(Von der kaum glaublichen Frechheit des Mädchenmörders Schulte) legt die Tatsache Zeugnis ab, daß er, wie er jetzt noch eingestand, der Beerdigung der ermordeten Lina Schweitzer vom Dache des an den Friedhof angrenzenden Hauses des Spediteurs Scherer in aller Seelenruhe zugesehen hatte. Schulte legte das Geständnis erst ab, als man ihm bedeutet hatte, es werde ihn wegen seiner Jugend den Kopf nicht kosten. Bochum, 4. Mai.(Zu Tode gequetscht.) Auf der Zeche ver. Karolinenglück im Stadtteil Hamme geriet ein Koksarbeiter unter die Räder der Koksauspreßmaschine. Er war fast augenblicklich eine Leiche. Herne, 5. Mai.(Tod auf den Schienen.) Auf dem hiesigen Bahnhofe wurde der Rottenarbeiter Prieber beim Ueberschreiten der Geleise von der Lokomotive eines aus der Richtung Kastrop kommenden Güterzuges erfaßt, zu Boden geworfen und durch den Maschinenkasten totgedrückt. Steele, 4. Mai(Verbandstag der Haus= und Grundbesitzer.) Auf dem gestrigen Verbandstage des Verbandes der Haus= und Grundbesitzervereine im rheinisch=westfälischen Kohlenrevier wurde folgende Resolution zur Finanzreform angenommen In Erwägung, daß das Einkommen aus dem Immobilienbesitz durch Gemeindesteuern in übergroßer Weise belastet ist, in Erwägung ferner, daß der Immobilienbesitz beim Verkauf eine weit höhere Stempelsteuer zu tragen hat, als der Besitz mobiler Werte, richtet der Verbandstag des Verbandes der Haus= und Grundbesitzer an den hohen Reichstag die Bitte, bei der Reform der Reichsfinanzen zunächst den Besitz mobiler Werte insoweit zu belasten, daß dieser gegenüber dem Immobilienbesitz steuerliche Vorteile nicht mehr genießt und weithin beide Besitzarten, soweit dies notwendig, in gleicher Weise zur Reichssteuer heranzuziehen. Köln, 5. Mai.(Verschwundene Mädchen.) Seit Freitag wird ein 14jähriges gutentwickeltes Mädchen vermißt, daß Nachmittags Verwandte besuchte und alsdann den Heimweg angetreten hatte, aber zu Hause nicht eingetroffen ist. Der Vorfall weckt die Erinnerung an das Verschwinden einer gleichaltrigen Tochter eines Kölner Journalisten, die vor Jahresfrist auf dem Wege zur Ringstraße verschwand und bisher trotz eifrigster Bemühungen seitens der Eltern und Behörden nicht gefunden worden ist. Augenscheinlich liegt gewaltsames Entführen durch Mädchenhändler vor, die in der letzten Zeit wieder Westdeutschland unsicher machen. Aachen, 4. Mai.(Ermordet aufgefunden.) Freitag nachmittag ist eine 50jährige Witwe aus Verlautenheide, die auf einem Handkarren Arbeitern in Stolberg das Mittagessen bringen wollte, mit durchschnittenem Halse ermordet aufgefunden worden. Anscheinend handelt es sich um einen Lustmord. Es liegen Anzeichen dafür vor, daß zwischen dem Täter und seinem Opfer ein harter Kampf stattgefunden hat. Kirn, 5. Mai.(Der Frost) im ganzen Rahetal hat einen erheblichen Schaden angerichtet. Als vernichtet betrachtet wird die Frühobsternte, desgleichen ist der angerichtete Schaden in den Weinbergen nicht unerheblich. sind bestimmt: Uhangeln und lossener Glasm Wirt August gestohlen. Der Tatort, seines inglingsverein) unenchors, des Kirchenchors Vorantritt des Begrüßungsm. die Festrede inen prächtigen ereichen. iche Besserung) uf der hiesigen egt. Aber um uchtung. Vor stens Spiritus= zur Lieferung ndammes, und roleumglühlicht Dorf erstrahlt ege der Bahn Aufgange zum eine Funsel? In der letzten es wurde beni auf Hohenr Dreihundertite Telegramm) :„Achilleion König haben r dreihundertPreußen veregengenommen bestens danken. stsrat. J..: Wochen von er Ortsgruppe Hannover als htsinn.) Durch nes sind hier " Der Mann nlaßte sie, mit der Weisung derten SprengMann wurde hier 2 Mäder, welches bei immt aus Vorbei ihren in verließ sie das haft an. 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Nach Ausführungen, die Oberingenieur Kober aus Friedrichshafen und Graf Zeppelin jun. im Württembergischen Luftflottenverein machten, will eine Betriebsgesellschaft einen fahrplanmäßigen Luftschiffverkehr von Luzern oder Friedrichshafen über Frankfurt nach dem Rorden einrichten. Es bleibt abzuwarten, ob diese Idee, die ja etwas Bestechendes hat, realisierbar sein wird. Prinz Heinrich hatte seinerzeit, nachdem er mit Zeppelin gefahren war, sich nur sehr skeptisch zur Möglichkeit eines fahrplanmäßigen Luftschiffverkehrs ausgesprochen. Die Luftschiffverkehrslinie wird Tatsache. Tatsache wird die Errichtung der ersten Luftschiffverkehrslinie. Man denkt an eine Nord=Süd=Verbindung von Luzern über Friedrichshafen, Straßburg, Frankfurt, Köln nach Hamburg. Die Luftschiffe für die Betriebsgesellschaft baut die„Luftschiffbaugesellschaft Zeppelin G. m. b..“ „ * Weiteres von der Luftschifferei. Die Wrigtschen Flugmaschinenpatente will die Gesellschaft Loewe für 600000 Mark für Deutschland erwerben. Wind und Wetter sind nach wie vor die letzten ausschlaggebenden Faktoren für den Luftschiffbetrieb. Auch der jüngste Unfall des Militärluftschiffs„Groß 11“, von dem wir meldeten, ist darauf zurückzuführen, daß das Luftschiff in einen Wirbelwind geriet, dem es nicht entgegen konnte. Einen neuen Aufstieg hat heute morgen das Militärluftschiff „Groß II“ unternommen. Die Fahrt verlief glatt und zur Zufriedenheit des Führers Majors Sperling. Ein Abenteuer in den Lüften bestand der französische Luftschiffer de la Baulx. Er geriet in einen Sturm. Beim Landen wurde Daulx so heftig herausgeschleudert, daß er ein Bein brach. Einen Sperrtarif für ausländische Luftschiffe hat die französiche Regsenung eingerichtet. Neueste Nachrichten. Der Kaiser an Mohammed V Konstantinopel, 5. Mai. Das Glückwunschtelegramm des Deutschen Kaisers an den Sultan hat folgenden Wortlaut: Aus Anlaß der Thronbesteigung Eurer Majestät bringe ich meine aufrichtigen Glückwünsche für Ihre Regierung und das Glück des osmanischen Volkes dar. Der Sultan antwortete mit folgendem Telegramm: Für die Glückwünsche, die Eure Majestät aus Anlaß der Besteigung des Thrones meiner Däter mir zu senden geruht haben, und für die edlen Gefühle, welche Eure Majestät geäußert haben, bitte ich, meinen aufrichtigsten Dank entgegennehmen zu wollen. Ich. flehe zum Himmel für die glückliche Regierung Eurer Majestät sowie für das Glück und die Zufriedenheit Eurer Majestät Untertanen. Im Ramen der deutschen Regierung drückte Frhr. von Marschall der türkischen Regierung die Glückwünsche aus Anlaß des Thronwechsels aus. Recklinghausen, 6. Mai.(Waldbrand.) Ein umfangreicher Waldbrand, dem bereits 1000 Morgen Holz zum Opfer gefallen sind, wütet an der Bahnstrecke Haltern=Recklinghausen. Der Wald gehört zum größten Teile dem Herzog von Arenberg. Der Brand soll durch Funken einer Schnellzugslokomotive entstanden sein. Leipzig, 5. Mai.(Eine Kindertragödie.) In einem Gehölz der Stadt fand man auf einer Bank liegend den 17jähr. Agentensohn Kurt Robert Mechold und die 13jähr. Ida Berta Lehmann bewußtlos auf. Beide hatten Gift genommen. Bei ihnen lag ein Zettel mit der Aufschrift:„¼4 Uhr früh freiwillig aus dem Leben geschieden, weil wir uns liebten.“ Sie wurden nach dem Krankenhaus geschafft. Dort ist Mechold gestorben. Das Mädchen liegt im Sterben. Stuttgart, 5. Mai.(Mit dem„Zeppelin“ nach Berlin.) Der„Schwäbische Anzeiger“ meldet, Graf Zeppelin werde mit dem Ballon„Zeppelin 11“ zwischen dem 15. und 20. Mai eine Dauerfahrt nach Berlin antreten. Das neue Luftschiff soll noch vor Pfingsten nach Köln gebracht werden. Paris, 5. Mai.(Besuch des Zarenpaares in Brest.) „Echo de Paris“ meldet: Der russische Marineattaché in Paris habe dem Seepräfekten von Brest mitgeteilt, daß die Jacht „Polarstern“ mit dem russischen Kaiserpaar an Bord im Juli im Hafen von Brest einlaufen werde. Christenverfolgungen in der Türkei. Konstantinopel, 5. Mai. Die Armenierverfolgungen durch muselmanische Fanatiker griffen auch auf das Wilajet Konia über, von wo deutsche Familien nach Konstantinopel geflüchtet sind. Saloniki, 5. Mai. Der griechische Patriarch ist angeblich verhaftet worden und soll heute oder morgen hierher gebracht werden.— Im Match Jacquelin=Hoffmann=Kurzmeier siegte Fritz Kurzmeier am letzten Sonntag auf der Berlin=Treptower Rennbahn. Der Sieger fährt Brennabor. Dieselbe Marke wird auch von Willi Bogt und Georg Sterba benutzt, die den ersten bezw. dritten Preis im Haupfahren davontrugen. S MARAS UNON ese LORDS CASFLEUR Weltrekordmann Hauptmann ging am letzten Sonntag auf der Zehlendorfer Rennbahn im Verfolgungsrennen über 5 Klm. als Erster durchs Ziel. Der Sieger bestritt das Rennen auf der bewährten und bekannten Marke Brennabor. Nur kurze Kochzeit erfordern K in Würteln zu 10 Pig. für 3 Teller Suppe. Nur mit Wasser zuzubereiten. Bestens empfohlen von Gebrüder Wolff. Annen, Filiale in Rüdinghausen und Stockum. Perar-Schamwaren-Ausverkauf! 70 Wegen vollständiger Aufgebe des Geschäfts werden die noch vorrätigen und abzunehmenden Schuhwaren im Werte von ca. 80000 Mark unter Preis, teilweise zur Hälfte des Herstellungswertes ausverkauft. Es versäume niemand, diese günstige Einkaufsgelegenheit wahrzunehmen.— Da von dem großen Warenlager wegen Platzmangel hier nicht alles angeführt werden kann, greife ich folgende Artikel heraus: moderne Sonntagsstiefel) Hechelegante Herren-Schnür- u. 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Zwangsversteigerung. Am Freitag, den 7. Mai, nachmittags 4 Uhr werde ich an meinem Pfandlokale beim Wirt Stahn(früher Hegemann) an der Provinzialstraße 2 Bände Meyers Lexikon, Gechestrien, diverse Bilder und Bowlen, Liköre und 1 Kinderkaroussel öffentlich meistbietend gegen bar versteigern. Witten, den 6. Mai 1909. Hüper, Gerichtsvollzieher. Spielkarten zu haben bei Fritz Küching. Unserm lieben Onkel und Tante, Herrn Bahnsteigschaffner Heinr. Nähle u. Frau Auguste geb. Bierhoff hierselbst zu ihrer am Samstag, den 8. Mai stattfindenden Silber=Hochzeit die herzlichsten Glück= u. Segenswünsche. Gewidmet von ihren dankbaren Nichten und Neffen Alma Sch., Lina Sch., Johanna Sch., Alma G. und Willy G. Annen, den 6. Mai 1909. Dem trauten Paar im Silberkranze, Das treu verblieb in Freud und Leid, Sei heut' mit allen Segenswünschen Ein jubelnd Lebehoch geweiht! in jeder Höhe, auch ohne Bürgen, vom Selbstgeber Heide, Dortmund, Münsterstrasse No. 1117. Rückporto. 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Der Kossuth=Partei allein will der Monarch die Regierung nicht übertragen, sondern lieber den Reichstag auflösen, wenn sich die Bildung eines Koalitions=Ministeriums als unmöglich erweisen sollte. Serbien. Die Skupschtina=Verhandlung über den mysteriösen Tod des kronprinzlichen Kammerdieners Kolakowitsch hat den Verdacht, daß der ehemalige Kronprinz Georg das Unglück verschuldete, nicht zu zerstreuen vermocht, ihn im Gegenteil noch befestigt. Die Erklärung des Ministers, man müsse sich an das von Kolakowitsch hinterlassene Protokoll stützen, ging mit keiner Silbe auf den Einwand ein, daß die Unterzeichnung dieses Protokolls von dem zu einer historischen Persönlichkeit gewordenen Kammerdiener erzwungen worden sei. Dagegen war sich die Kammer, deren Session gleich darauf geschlossen wurde, darüber einig, daß die Abdankung des Kronprinzen Georg in jedem Falle dem Ansehen Serbiens dienlich sei. Türkei. Zur Lage. Eine gewisse Zerfahrenheit macht sich nicht nur in den Berichten über die Konstantinopeler Vorgänge, sondern auch in der Reformtätigkeit der Jungtürken selbst bemerkbar. So wäre es ein an Selbstmord grenzender Beschluß, wenn der Ministerrat wirklich der Provinz Yemen an der arabischen Küste Selbständigkeit gewähren wollte. Dann würden auch sofort verschiedene andere Provinzen die Autonomie beanspruchen, und die ohnehin schon so stark zusammengeschrumpfte Türkei liefe Gefahr, gänzlich von der Landkarte zu verschwinden. Die öffentlichen Hinrichtungen der Rädelsführer bei dem Aufstande des Oster=Dienstags beginnen auch bereits, in weiten Kreisen des Volkes Berstimmung zu erregen. Ebenso herrscht wegen der Behandlung des Exsultans Abdul Hamid im Lande vielfach Unzutfriedenheit. Die Albanesen sollen bereits ganz offen für den Entthronten eintreten, der auch seinerseits von der Billa Allatini bei Saloniki aus bereits mit seinen Freunden geheime Verbindungen angeknüpft haben soll. Der neue Sultan wird gleich nach der Zeremonie der feierlichen Schwertumgürtung vor dem Parlament den Eid auf die Verfassung ablegen. Was über die Reubildung des Kabinetts verlautet, besteht zum Teil in den tollsten Phantasien, so besonders, wenn es Donnerstag, den 6. Mai. heißt, daß unser Generaloberst v. d. Goltz Großwesir werden und nach den Vorschriften des Schewiatgesetzes regieren solle. Abdul Hamid, der übrigens als Sultan im Jildiz nicht nur eine mit echt orientalischem Reichtum ausgestattete Schatzkammer, sondern auch ein ganz erstaunlich großes Arsenal von Waffen verbarg, wird nur dann in einen strengeren Gewahrsam übergeführt werden, wenn seine immer noch zahlreichen Freunde für hn asiern.e Fraunde Mohammed V. ermäßigte seine„von der Kammer auf 25000 Pfund herabgesetzte Zivilliste freiwillig auf 20000 Pfd. Das Ministerium Tewsik Pascha hat nun doch demissioniert. Zum Großwesir wurde Hilmi Pascha, der bekannte JungtürkenFührer berufen, der schon einmal vor dem Aufstand vom 13. April kurze Zeit den türkischen Reichskanzlerposten bekleidet hatte. Ueber den Inhält der beschlagnahmten Briefe des Exsultans werden sensationelle Andeutungen gemacht. Man darf getrost annehmen, daß keiner von den Sensationsmachern die Briefe gesehen hat. König Eduard von England, der am gestrigen Mittwoch in Paris eintraf um dort bis Sonnabend zu bleiben, soll gemeinsam mit Italien und Frankreich eine neue Balkan=Politik inaugurieren wollen, der sich auch Rußland anschließen würde. Afrika. Den marokkanischen Sultan Muley Hafid bemühen sich Londoner und einige Pariser Blätter in möglichst schlechtem Lichte darzustellen, ihm Uebergriffe gegen die Fremden und Machtlosigkeit gegenüber den Eingeborenen zu unterstellen und das baldige Ende seiner Herrscherlaufbahn zu prophezeien. Das sind fast alles Uebertreibungen und Verdächtigungen. Muley Hafid rechtfertigt im Allgemeinen das Vertrauen, das auch Deutschland auf ihn setzte. 25. Jahrgang. Volkswirtschaft, Handel und Industrie. Ein Zeugnis deutschen Gewerbefleißes ist das Modell einer Lokomobil=Zentrale, das von der Maschinenfabrik Heinr. Lanz in Mannheim für das Deutsche Museum in München gestiftet worden ist. Seine Herstellung währte drei Jahre und kostete 40000 Mark. — Wegen häuslichen Streits verübte eine 96jährige Greisin in Budapest Selbstmord, indem sie sich aus dem Fenster stürzte. — Verschwunden ist seit Sonntag abend die vierköpfige Familie des Berliner Schablonenschneiders Mertens. Wahrscheinlich haben alle vier den Tod gesucht. — Durch Kohlenoxydgas vergiftet und getötet sind drei Berliner Arbeiter, die in einer Baubude die Nacht zugebracht hatten. — Größere Bernsteinfunde sind bei Seebad Breege auf der Halbinsel Wittow auf den Rügen gemacht worden. In dieser Gegend war der Bernstein bis jetzt nur selten. — Mit Schußwunden im Kopf wurde in Ballenstedt im Personenzug die Leiche des Gärtnergehilfen Hellmann gefunden. Ob Mord oder Selbstmord vorliegt, steht noch nicht fest. — Eine furchtbare Feuersbrunst wütete in Sander=Eaza, einer ungarischen Ortschaft. 200 Wohnhäuser wurden eingeäschert. ..—„Selbst die Leichenträger in Frankreich wollen streiken. Ein Millionär in Paris hat testamentarisch verfügt, daß bei seinem pompösen Leichenbegängnis alle Leichenträger, Kutscher, Diener etc. seines Konduktes die Schnurrbärte sich abnehmen lassen, darüber aber ist man empört und will gegebenenfalls streiken. nu win gegebenenfa — Ein gefährlicher Fund wurde in Grasse bei Rizza in Gestalt von 350 Dynamitpatronen und sonstigen Sprengstoffen gemacht. Die Sprengstoffe waren aus einem Magazin entwendet worden. Der mysteriöse Vorfall ereignete sich gerade während der Durchreise des Präsidenten Fallieres durch Rizza. — Seinen„Hauptmann von Köpenick“ hat jetzt auch Frankreich. Es ist der 23jährige Gabriel Boquet, der sich eine Marine=Uniform beschaffte und sich in dieser der Mannschaft des Torpedobootes Nr. 228 als ihr neuer Kommandant vorstellte und als solcher auch respektiert wurde. Kaum glaublich klingt es, wenn gemeldet wird, daß er zwei volle Monate hindurch im Kanal und in den Nordseegewässern kreuzte und auf Staatskosten herrliche Tage lebte. Das wirft auch ein bezeichnendes Licht auf französische Marineverhältnisse. Verschsedenes. ..„Weibliche Krimminalpolizisten, das ist das neueste, was sich Berlin leisten will. Der Mangel an geeigneten männlichen Beamien hat sich derart fühlbar gemacht, daß das Polizeipräsidium beim Ministerium des Innern beantragte, zunächst 15 Rechnung sto mulare: Fritz Küching. Spielplan des Dortmunder Stadttheater. Freitag, den 7. Mai. Anfang 7¼ Uhr. Schauspielpreise. Vierte Vorstellung im 1. Königsdramen=Zyklus.„König Heinr..“ Historisches Schauspiel in 4 Aufzügen von William Shakespeare. Prsce i. Kesieteher. eenien Zpeck mu engageren. Den Prise. Zum 1. Male.„Der Lebestank“. Konsche Oor in antag in stattgegeben worden. 2 Auszügen von G. Donizett. In Kampf und Not. Aulonstene Uebersetzung, Roman von Richard Donovan. 22 e galdig st. aber meine Pfülcht nöigt nich dn zu verW ch Gelne en un Aai en au i ee es Aiche bel. is use Aaschn elseshen, Palmer senden Vonzuge ver WDie bendhy gas der Mon sean hoten, be be Aauns lis ben die Kealiche Bateng g. ies Auedt ae, als ale ehn. Bale. anieg an an. Ladt es a biecdiachk und desl edemn deg= heauesegugt hinunter. Dann endich erlangte er seine Fasung wieder Dos ue. epneiger Tocher, ud mein Haus s ce ue. ucht tgsen Gie unr ace Paick- Celir des Perniche eihes han ke. dur a un Bosiosdon Pegheis hoate ae, Kelger aie ucd de 4c be tat er auf perhaften) lagte bisc eier ulche ier gug, Madie u usten. es S Re-e un ute Dds de Schehe danl das beich achr Ladher an, dor Kalaek d. ain ics sauen us er. Gulg, en aen a ae a e De eceche Ve, züir nuoch aine Sthunde Zeil hoben. An zuel Ube Jehze der Mestan e a.. Ns Hue e ue ue a a andu au. s ie aie an e e. beeu u. Aues Aasehae, aseehe ete ashanle un. u. i. a.. e. be aeae, en aaram an aame ue Aun. a u u gu a aa a an a e ae es-e--bue un. u ur ech e eune un un esa e te e bes eoe se oae e e ae a au e. u au. eae. ae e oe n uu u a eg ebe D. e e uee ee de sine Blck. don reger esch et e b ergei e. ease anb e ae. Ner ber Guse. eudun un euhr urgaunh „Dos eAhcherich vogxwizernte Walter. Hier eshe dane ais ate li e eee nicht, und er nahm es Disce herche Seiten Boastad aisear: andate Paine. S Gas 2—.* S 8 S.5 Seiltstanggesüon. Wen Willensschwäche hindert am Entschluß, Der suggeriere sich den Zwang:„Ich muß!“ Vernunft gibt stets die beste Suggestion, Wenn wir im Zweifel nahen ihrem Thron. P5chrlik. 89* Sie:„Ihr Männer schätzt auch wirklich nichts an uns Frauen.“ Er:„O ja, die Toiletten, denn die kosten unser Geld.“ Von der Schmiere. Souffleuse:„Wie stets mir vor dem Kloster graut!“— Schauspielerin:„Wie steht's hier mit dem Kloß mit Kraut?“ Ein Aufrichtiger. Was er an Dir zu tadeln hat, Das rügt er laut und frei, Doch, wenn er nimmt vor’n Mund kein Blatt, Bist— niemals du dabei. Unbegreiflich. „Also das„Voneinandergehen wäre häßlich eingerichtet, singt der Dichter? Na, der hätte mit meiner Alten 10 Jahre verheiratet sein sollen!“ Ger Frommer Wunsch. Studio(am Morgen nach dem Kommers): „Uih jesses— der Kater— ich wollt', meine Tante hätt' diesen Brummschädel— ich glaube, die gäb' mir ihr ganzes Vermögen für eine Flasche Selterwasser.“ Übertrumpft. Erste Köchin(die in Chikago war):„Drüben in Amerika haben es die Köchinnen gut, da hat jede ihren eigenen Stiefelputzer.“ Zweite Köchin:„Das ist noch lange nichts, und bei uns in Berlin hat jede Köchin ihr eigenes Militär.“ Modernes Dienstmädch:n. „Singen Sie dem Kleinen, wenn er nicht einschläft, ein wenig vor.“ Aus weicher Oper?“ Gedankensplitter. Humor ist ein Reichtum, von welchem sich nur wenige etwas anzueignen wissen. * Bücoerstanden. Erster Freund:„Was mir nicht an Dir gefällt, lieber Franz, das ist Dein planloses Dahinleben. Sieh' mal mich an, ich habe meinem Leben ein Ziel gesetzt.“ Zweiter Freund:„Nanu, warum willst Du Dich denn umbringen?“ Zurückweisung. Herr:„Sie haben für Jugenderinnerungen ein scharfes Gedächtnis.“ Altes Fräulein:„Es ist ja auchnoch nicht solangeher.“ Das Leben desjenigen Menschen ist wahrhaft bitter, der sich nicht nach seiner Jugend Orienialische Allegorie. zurücksehnen kann! Recht schlechte Menschen sind oft in gewisser Beziehung von bewundernswerter Gutmütigkeit— um ihr pochendes Gewissen zu beruhigen. Man kann ein beherzter und doch herzloser Menschsein. * Durch Neigungen kam schon mancher zu Falle. * Wer das Leben als Spielerei auffaßt, der verliert immer. Die Erzählung. Ich hab' den Sommergarten ausgeplücht. And aus den Rosenkräuchern Ktarren dunkle sücken, Und hundert weiße Rosen trag' ich heim, An meinen toten Schatz damit zu schnücken. —.— Dem toten Mädchen.— Ich ätren' die bleichen Flumen über sie. Und zier’ mit ihnen meiner lieben Loten Haare, Mir war, als ob im Rosendust erstand Ein lichtes Lächeln auf der schwarzen Bahre. Dotz da, aus al dem blassen Klumensler Glüht einsam eine rote Kose, und die Kerze Verlöscht mein Zauch.— Ich aber lege kil Die rote Kose auf der Loten Herze... #### Von der Zukunfts-Universität. K## „Wie bist Du denn mit Deiner Braut, der Studentin, bekannt geworden?" Studiosus:„Wir sind nach einem Festkommers in denselben Rinnstein gefallen.“ Veranswortlicher Rebalteur: Dr. Harl Schaumburg, Berlin. Druc und Verlag bon Geere C. Ragel in Berlin-Schbneberg. 17 54 6 S• ESS.gu S gT9TD- SEUSGTSUgBEEUSS „-eSSPTEEES S a 99* 91 1 •E um, PEETDETNOEEgESGEEE E SSSSOE„ÖEESG5 VGu OE —— 5 8 7 . SEUAGENA = S•gESN. E TFOETEE Pa,g Wo. Bu „—OZEES •* GOSSEOERS SS SOMRSNNE A EE OSA S SS.9 .50 E Zart. Freundin:„Du, was hat doch Dein Verehrer für eine unschöne Stumpfnase!" „Sagen wir besser, er hat einen etwas abgestumpften Geruchssinn!" Im Konzert. —„Sehen Sie mal, wie andächtig Fräulein Irma dem Sänger zuhört. Sie scheint eine große Freundin des Gesanges zu sein.“ „Ich glaube, mehr eine Freundin des Sängers." Sonntagsvergnügen. Dorfarzt(zu den Bauern, die zum Verbinden kommen):„Na, ihr schaut ja schön aus; wie ist die Streitigkeit denn wieder entstanden?" Bauer(harmlos): „Streit haben wir nit gehabt!“ — Gerechte Folge. Ein deutscher Prinz wählte für alle wichtigen Hof= und Staatsämter Franzosen. Als er eines Tages bei Tafel saß und seine Beamten= Geseschaft um sich hatte, sagte einer zu ihm:„Es ist doch merkwürdig, daß Ew. Durchlaucht der einzige Ausländer sind.“ Illustrierte Redensart. Frau.:„Nun, wie vertragen Sie sich denn mit Ihrem Herrn Gemahl?“ Frau.:„Leider nicht gut, er ist so jähzornig und dann auch bald wieder verträglich, heute möchte er mir den Kopf abschlagen und morgen wieder aufsetzen!" Wie der kleine Hans, der zuhörte, sich dies nun vorstellte. Ausgeschlossen. Bürgermeister(ins Wirtshaus tretend):„'n Abend, meine Herren!" (Zum jungen Burschen, der wie die anderen zurückgrüßt):„Du bist nicht mitgemeint, Lausbub!“ die Verrchnaheer. Braut(zum Bräutigam, der in seinen Liebkosungen etwas zu kühn werden will):„Ach, nicht doch, Arthur, fang' Du nicht auch noch so an!“ Der letzte Schritt. .:„Ich trage mich mit Heiratsgedanken!“ B.(mitleidig):„Geht's Ihnen denn so schlecht?“ Die Welt will betrogen sein oder: Wie sich der starke Mister Flitz mit diesem Grundsatz seiner Peiniger entledigte. 1. 2. Hier steht der starke Mister Flitz, Die Diener schleppen wucht'gen Schritts Gewicht' und Hanteln schwer herbei Und schwitzen mörderisch dabei. Da naht das Schicksal kalt und rauh; Gerichtsvollzieh'r und Schmulchen Blau, Zu pfänden ihm sein Handwerkszeug— herr Flitz wird einen Moment bleich. herr Flitz mit Eleganz jongliert, Die Zentnerschwer' ihn nicht geniert; Der kleine Finger ihm genügt: Die Hantel leicht er darauf wiegt. 4. Doch schnell faßt er sich und die Stücke, Stülpt sie den Beiden auf's Genicke, Daß die— o weh!— von Dappe sind Das merkt nun leider jedes Rind. SOSE,EEGSgE" SEG S ögS S E S3E5S LEn• CBEOR * S• EEE SEEE S„.— SDE TOR T Se OSNR BaNE S U GESSGFE S 22 S• S., S—EE 8 St— Die Welt will betrogen sein.(Fortsetzung). 5. Drauf packt in seinem heil'gen Zorn Er auch die Hanteln stramm von vorn; Und— schlüg damit die Kerls zu Brei, Bräch' nicht das morsche Holz entzwei. Wortwitz. „Du, denk Dir doch nur, was der Karl für einen sonderbaren Geschmack hat, der sagt, er finde die Bertha nicht einmal passabel, geschweige denn wie ich, poussabel!" Stumme Kritik. Erstes Dienstmädchen:„Na, wie stehst Du jetzt mit Deiner Herrschaft?“ Zweites Dienstmädchen:„Immer noch auf dem Kriegsfuße! Aber sagen tu' ich nischt mehr! Ich setze ihnen bloß jeden Tag die größten Kartoffeln auf'n Tisch, die ich kriegen kann. Nun werden sie wohl merken, wie ich über sie derte! Festtag. „Das war wohl ein großes Fest, als der Förster neulich sein Jubiläum feierte?" „Na, ich sage Ihnen, was der an dem Tag zusammengelogen hat!“ Falsch verstanden. Schultzes sind seit kurzer Zeit in Berlin verheiratet. Da kommt der Vater der jungen Frau, der seit langen, langen Jahren nicht in der Reichshauptstadt war, zu Besuch. Die Metropole gefällt ihm so gut, daß er von Woche zu Woche seinen Aufenthalt verlängert. Dem jungen Ehemann ist das gar nicht recht, denn in den Flitterwochen ist ein Schwiegervater ebenso überflüssig, wie eine Schwiegermutter. Er macht deshalb dem Gast zarte Andeutungen,„von wegen“ seiner baldigen Abreise. Der Schwiegervater versteht nicht oder will nicht begreifen und— bleibt. Nunmehr steckt sich der junge Gatte hinter sein Weibchen: es wäre ihr Vater, und sie müsse sehen, wie sie ihn in vornehmer Weise zur Abreise bringe. Darum spricht das Töchterlein eines Tages zum Vater:„Na, lieber Papa, Du bist nun schon über vier Wochen in Berlin. Wir freuen uns ja sehr, daß es Dir hier — unberufen— so wohlgefällt, aber ich muß doch über eins staunen:„Hast Du denn gar keine Sehnsucht nach Mama?“ — Und leuchtenden Auges sagt der Angeredete:„Hübsch mein Kind, sehr hübsch, daß Du auch daran denkst. Gestern hab' ich an Mama geschrieben: Morgen kommt sie.“ Druckfehler. Bevor der Leutnant den Saal betrat, fuhr er sich mit ein Paar Würstchen über die Oberlippe. Den Korso eröffnete der Graf Schönborn mit seinen beiden Limmeln. * Nach der Prüfung sprach der Rektor mit belegter Stimme den Lehrern seine Anerkennung aus. Das Wichtigste. Richter:„Sie haben den Parkaufseher beleidigt, warum taten Sie das?“ Angeklagter:„Ich konnte doch nicht wissen, daß er ein Beamter ist. Die Mütze mit dem Blechschild hielt er in der Hand, und ohne Blech vor dem Kopfe erkannte ich ihn nicht. Uexierbild. Wo ist Ziethen? Gar jämmerlich stehn sie nun hier, Der Jud' und der Gerichtsvollzieh'r.— Wenn man die Welt beschwindeln tut, Wie Flitz—'s ist öfter's doch ganz gut! Schwerenöter. Kellnerin:„Was nehmen der Herr als Kompott?“ Gast:„Am liebsten einen Kuß von Ihnen: Um zekehrt. Einst lebt' ein Heinrich Heine Und sang— voll klang es wieder: „Aus meinen großen Schmerzen Mach' ich die kleinen Lieder.“ Heut zwitschern nach ihm andre Im grauen Spatzgesieder: „Aus meinen kleinen Schmerzen Mach' ich die großen Lieder.“ " Nusverkauf. „Warum ist der Kaufmann drüben wohl heute so aufgeräumt?“—„Na, hat er doch mit seinem Warenbestande aufgeräumt!“ Grüngliche Wandlung. „Der Müller soll mit seiner Frau ja auch so glücklich leben, wie ehemals.“ —„Ja, seine ehemalige Angebetete ist jetzt seine Angefluchte.“ Immer derseide. Herr(zu einem Hausicrer, der sehr aufdringlich seine Waren anpreist):„Mensch, wenn Sie jetzt nicht gehen, reißt mir die Geduld!" "„Da hab ich zum Beispiel sehr starken Bindfaden...“