Tag für die dagegen einbefragen. An gedacht. Die der Eltern: ische zu er5 S S 2 #5 * S 6 5 8 8 55 83 TeSPosS Die„Annener Zeitung“ erscheint jeden Wienstag, Donnerstag und Samstag. Bezigspreis inkl.„Sonntagsblatt“ u.„Humoristische Blätter“. monatlich 40 Pfg. — Telephon-Nr. 334.— Nr. 49. 1909. Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ortschaften. Amlliches Hrgan. Dienstag, den 27. April. aus, diesen Veweis zu schenel.dten den Verdacht Ibs: Kaßbender(IZtr.) fordert verstärkten Kinderschutz. „.g. Ernscher(frs. Vg.) sieht in der Vorlage eine Konzession an liberale Anschauungen, bemängelt jedoch die BeMimguge u iger dos Streitrche der Aboeter. einen kulturellen Forscheit.(“ Ded ertsicht in der Stagtsetreisr Rrhepenys des Abg. Frank(Soz) hin betont leidigunggs fir..s; daß die Abänderung des VeVeweggrund zu dieser Vorlage wan. Montag 1 Uhr: Zivilprozeßnovelle. Schluß 5 Uhr. Anzeigegebühr für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg. Inserate finden bei der großen Auflage der Annener Zeitung weite und billige Verbreitung. — Telephon=Nr. 334.— Deuuschlande Jalbläum als Keionialmacht. den 35 Jahre waren am 24. April verflossen, seit Deutschland #olichen Teil von Südwestafrika, der sich bisher im Besitze des deutschen Kaufmanns Lüderitz befunden hatte, unter deutschen Schutz stellte und dadurch den ersten Schritt auf dem Wege zur Rotonialmacht tat. An diese Erwerbung schlossen sich in den olgenden Jahren weitere Erwerbungen in Afrika und in der der Frmaeh“ dann noch Ende des 19. Jahrhunderts inseln binzutrat Samoa und den Karolinenn#rgut„Jadurch ist Deutschland eine Kolonialmacht völher weit zurüichstehz. swar hinter dem der alten Kolonialdeutschen Pionierarbeit oder dennoch dank der dort geleisteten wertoole Früchte tagen wic. as Mutertand im 19. Jahrhundert zunächst unter großen Opfern in„Europa wieder erobern mußte, die es im 17. Jahrhundert unter den Stürmen des 30jährigen Krieges verloren hatte. Man wird es daher verstehen, daß Bismarck, dessen Lebenswerk gerade darin bestanden hat, uns diese verloren gegangene Stellung einer Fraglichen holonigs.au hatte, sein Lebenswerk wegen einer früglichen notonlaten Zukunft aufs Spiel zu setzen. Roch im Jahre 1889 hat er im Reichstage klar bekannt, daß er seinerzeit gegen die Gründung deutscher Kolonien gewesen sei und sich, der Meheheit seiner Gerdskeutg und I nahm, nur dem Drängen das Geshett geiner Lanosteute und dem Drängen der Mehrheit Sacha sgstages gefügt habe, in der Meinung, daß es nicht seine strang einmal gewählt hat, Steine in wenn se den Bahzu25. Jahrgang. Aus den Kommissionen. .I der Finanzkommission des Reichstages wurden am Granutmeint Paragraphen des Sranntweinsteuergesetzes angenommen, und dann gab es eine erregte Auseinandersetzung über einen konservativen Antrag, die Beratung der Branntweinsteuer jetzt abzubrechen und zunächst den neu ausgearbeiteten konservativen Gesetzentwurf über eine für Immobilien und Wertpapiere zu Erthehungen ssner.e e i die Lage komme, Antrag wied anger. a. usstelen. Der konservatve ewartämget. 4u#enommen, Dienstag Vormittag wird also die Wellzuwachssteuer erörtert werden. Preußisches Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 21. April. Perndesz Peis It. honden den Latendbtrage und den iun die entsprungen inten ut duseatschen Geise des deuschen Voltes —„Daßz dieser Geist, vor dem selbst Bismarck die Segel streichen Tarscheiten Pei Nichtige getroffen hat, das beweisen die vie wir trotz mancher Zeiten kolonialer Verdrossen, a n d a u e r n d a u f k o i o n i a l e m G e b i e t e g e m a c h t h a b e n. G a n z besonoers in den letzten Jahren hat sich die Einfuhr wie die Ausfuhr nach unseren Kolonien im Laufe von 12 Jahren rund Anderseits waren wir durch die andauernde Bevölkerungszunahme Deutschlands und seinen damit gewaltig an„Außenhandel geradezu auf diese Bahn gedrängt. Besonders stark war dabei die Steigerung der Einfuhr, die sich fast verdreifacht hatte, da Deutschland große Mengen von Rohstoffen einführen mußte, um seine gewaltig angewachsene Industrieseite dieses Pigende Eiasuhres eine seils biese steigende Einfuhr ein günstiges Zeugnis ab für den wachsenden Wohlstand, der es Deutschland ermöglichte, seine Einfuhr verart zu steigern, so durfte man anderseits nicht übersehen, daß wir durch diesen Bedarf an Rohstoffen vom Auslande abGengis puden und unter Umständen in die Gefahr gerieten, die eür une zu teueren Preisen vom Auslande zu kaufen und dafür unter umständen unsere Industrieerzeugnisse billig zu verbesit derart u entwicheln, daß winr geden, unseren KolonialTesig veratt zu entwichein, duß wir von ihm unsere Rohstoffe Jadustriterzeugnsse schaosen. d n Mat für unsere Sind wir von diesem Es folgte Beratung der Anträge von Böhlendorf schieberer Fetimpmupart Zv. Pau. t) auf Aenderung verschiebener Bestimmungen der Kreisotonung. Die letzteren Anträge fordern, daß die verschiedenen Bevölkerungsklassen(Stadt angemesteng3udustrie und Großgrundbesitz) auf den Kreistagen angemessener vertreten werden, als bisher. Die Antragsteller behaupten, der Großgrundbesitz überwiege auf den Kreistagen, was von der gegnerischen Seite in Abrede gestellt wird. Alle 3. Anträge werden der verstärkten Gemeindekommission überEin Antrag Graf Praschma(Ztr.) betreffend die zeitweise Herabsetzung der Eisenbahntarife für Streu und Futterstroh in Schlesien wird mit der Maßgabe angenommen, daß er für alle Rotstandsgebiete, nicht blos für Schlesien, gelten soll. bei Landags, und Kommunalwahsen wird nach einem seidie für die weitere Gestaltung des deutschen Reiches Wesentliches und Großes getan haben; gelingt es ihm nicht, so werden die Abgeordneten ihren Wählern gegenüber einen schweren Stand haben, denn immer mehr verbreitet sich die Meinung, daß vor seinen Wählern der Abgeordnete am besten bestehen wird, der die besten Steuern bewilligt hat, nicht aber der, der die wenigsten Steuern bewilligt.“— In der„Krzztg.“ macht jemand den Vorschlag, von allem Privat= und Staatsbesitz statt dauernder Lasten Sirastamgs Abgabe von 2 Milliarden, zahlbar eventuell in icher# 5 zu Gunsten des Reiches zu erheben. Wo soll aber jeoer Besitzer das Geld im Ru herkriegen? Denn auch die Ratenzahlung müßte ihre bestimmten Unterlagen haben. — Ueber die von liberaler Seite abfällig kritisierten Steuervorschläge zur Reichsfinanzreform bringt die„Krzztg.“, das leitende konservative Organ, nochmals eine Auseinandersetzung, indem sie schreibt:„Eine neue Möglichkeit zur Verständigung hat,#s konservative Reichstagsfraktion mit dem Antrage für eine Werkzuwachssteuer geboten. Die Reichsregierung scheint lche Steuer für später vorzubereiten, aber nur für Immobilien, wobei sie der Zustimmung der Freisinnigen sicher ist; diese Erweiterung der Erbanfallsteuer will sie außerdem noch und zwar vorher. Die Konservativen wollen die Wertzuwachssteuer schon jetzt, und zwar auch für Dividenden=Papiere. Die Durchführbarkeit dieser Steuer läßt die konservative Fraktion zunächnt noch offen und bietet eventuell als Ersatz eine Reichssüir ioidenden=Rapiete die verbündeten Regierungen aus, diels, Vorschläge jetzt noch eingehen werden, ist freilich nicht wührscheinlich. Die Konservativen aber haben einen erneuten Beweis dafür gegeben, daß sie einer Besitzsteuer von der erforderlichen Höhe nicht abgeneigt sind.... Es würde uns übrigens am besten gefallen, wenn die Wertzuwachssteuer lediglich zur Tilgung der Reichsschuld verwendet würde.“ Die Berliner Sezessionsausstellung ist mit einer Rede von Profeffor Max Liebermann eröffnet. Die Krisis in der Türkei. Stambul in den Händen der Jungtürken. Deusches Veich. .„Aus Korfu. Die Mitteilungen, das Kaiserpaar wolle seinen Aufenthalt bis Mitte Mai verlängern, sind schon um deswillen unzutreffend, weil Mitte Mai, Himmelfahrt, der große Sängerwettstreit in Frankfurt am Main beginnt, dem das Kaiserragrmnache eine are n.... dem Aufenthalt in Korfu unmdalich allo zr e... d Melsing folgen, es ist ganz unmöglich alsb, in Korfu länger zu bleiben, wie von vornherein eusernt, da der deutsche Bedarf an Rohtosen sährlich sost 3 Am Sonntag wohne eatosleng unserer Kolonien, Hesenden, Pnele wirscheftliche Gelteadent bei und belachte die Stadt Kort. seitdem wir uns ent= andrang ist erhehlich stäcker, wie im vergangenen Jahre. Auch aenente uns eieanger und en Banaie Breduen Aütr eiden un Gruhunen guuun un t un Rotonlatvölker Ealch Eisenbahnen zu erschließen, daß wir aufs.— Der deutsche Kronprinz hat nach herzlicht dem richtigen Wege sind und in absehbarer Zeit imstande sein weiden, den gloßten Ten unseles Erouises an Rohnlossen aus unserem eigenen kolonialen Besitz zu decken. Deutscher Reichstag. Sitzung vom 23. April. entwaurse betr, die Phändenz solen Arest= und Hausfriedensbruch und Debstähle wrenge Hestest weizenesepungen und Kudemißhandungen schauungen Rechnung trägt. Als der Reichskanzler vor 2 Jahren Sie düsen ihn getrost annehmenl en Hause Belal, Abg. Engelen(Ztr.) ist der Ansicht, bei dem Entwurf habe weiterten Knderschutz, u0 mitzestrochen stenlichen Forscheit, ebenso die Abg Barrenhorst(stkonf), während Abg. Frohme(Soz.) Ausstellungen zu Sitzung vom 24. April. Situng Zieicstas erledigte am Sonnabend in knapp Istündiger ## die erste Lesung der Rovelle zur Strafprozeßordnung und verwies die Vorlage an die Justiz=Kommission. mit der Vorlage einverstanden, beder Staserozehordnung erginat werden misse. Died— schlossen haben, unsere Schutzgebiete nach dem Vorbilde der alten werden, den größten Teil unseres Bedarfes an Rahstoffen gu# und sich nach Wien zum Besuch des Kaisers Franz Joseph zum Gesuch des Rassels„glunz Jvseph, seines,„Pateg, begeben, wo er bis zum gestrigen Montag Abend verweitte. Wie in der rumänischen Hauptstadt, ist der liebensBaroicheeite de e Kaiserkrone auch in Wien mit großer Serscingen begrüßt worden.— Französische Zeitungen behaupten, ronprnz have den Auftrag gehabt, in Bukarest dahin zu wirken, daß Rumänien in deutsches Fahrwasser gerate. Selbstverständlich war mit der Mission des Kronprinzen eine politische überhaupt nicht verbunden.— Ein deutscher Literat Fritz Faustner warf in Bukarest dem Kronprinzen bei einer Ausfahrt ein von ihm verfaßtes Buch in den Wagen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Die Polizei ließ den harmlosen Menschen auf mit der Hand aufgesangen. der Stonpringz bate dos ut in odienr inz in Wien. Der deutsche Kronprinz Franz Joserh. Eiuladung seines hohen Paten, des Kaisers Trung Joseph, gemäß, angekommen und mit außerordentlicher Herzlichkeit von den Wienern empfangen worden. Der alte Kaiser küßte den Prinzen herzlich und wiederholt. Ganz Wien war für die cössrechugg. a. den Beinen. Der Kronprinz, wohnte dem großen Wettrennen in der Freudenau bei, abends war Galatheater. Erst am gestrigen Montag Abend ward die Weiterreise nach angetreten.— Die Nachricht, während seines Aufenthaltes in Bukarest habe ein deutscher Literat dem Kronprinzen ein Buch in den Wagen geworsen, ist unbegründet. wird doch gespart. Für die Wohnung des Regierungspräsidenten in Allenstein Ostpreußen waren 21 Zimmer vorgeschlagen, worden. Oavon sind im Ministerium in immer 155000 Mark.“ die Wohnung kostet freilich noch „.— Zur Reichsfinanzreform schreibt die„N. A. an zühren 1o. z... die Reichsfinanzreform setzt zu enddu fühlen, so wird er unter die Parlamente gerechnet werd iun wasthelsereises eree eiten uge xe Bcteitgungs. Helng en der Meshtalg, Jtesein Gust de. u..3“ —enensbeweises bei Veleidigungsklagen zei für den Vesau zugten, vo wird gr unter di. Riaelau ot om bedt uu Eende agen sei für den Be=Izu führen, so wilb er unter dir Pultumenir greechnet werden, die zäehische auge erwartete Einmarsch der Komitetruppen in Hauptstadt ist in der Nacht zum Sonnabend erfolgt. der Stadt ging nicht ohne Kämpfe von statten, doch lassen die einlaufenden Depeschen erkennen, daß seitens der Resisrung ein,ernstlicher Widerstand nicht beabsichtigt war, und oaß es sich bei den Straßengefechten nur um vereinzelte, nicht organisierte Versuche handelte, den Vormarsch der Jungtürken aufzuhalten. Nach wenigen Stunden hatten die Komiteetruppen e wichtigsten Punkte der Stadt, nämlich die den Jildis beherrschenden Kasernen, besetzt. Die Jildistruppen ergaben sich, während der größte Teil der übrigen Garnison sich; auf Pera inovel, wie sie ihre Herschastu de sca die nächten Tage lehren. in aussmtzen gedenten, Greianisge. folgende Drahtmeldungen über die füngsten Die Komiteetruppen in Konstantinopel. Konstantinopel, 24. April. Die mazedonischen Truppen sind heute nacht einmarschiert. Trotz des seit 5½ Uhr morgens hörbaren starken Gewehrfeuers und des etwas schwächeren Geschützfeuers glaubt man, daß dies keinen ernstlichen Widerstand bedeutet, sondern daß die überraschten Garnisontruppen aus Furcht vor Bestrafung sich nur schwach verteidigen. Der frühere Berliner Militärattachs Major Enver Bey hat zum Schutze jeder diplomatischen Mission eine Kompagnie Infanterie bestimmt. In der Stadt herrscht Panik. Pera, 24. April. In den ersten Morgenstunden war aus Norden, vermutlich aus der Umgebung des Jildis, heftiges Geschütz= und Gewehrfeuer vernehmbar. Um 6 Uhr morgens ist die Armee nördlich von Pera eingedrungen. Sämtliche Botschaften sind durch Wachen gesichert. In der großen Perastraße gehen fortwährend Patrouillen auf und ab. Gegen 8 Uhr war die türkische Kriegsschule in Pankaldi genommen, und es entspann sich ein heftiger Kampf um die benachbarten, nach Taksim zu gelegenen großen Kasernen, namentlich um die größte derselben, die am Taksim=Platze gelegene Artilleriekaserne Toptschi Kischleni. In den Gefechten, die sich zwischen Komitee= und Regierungstruppen entspannen, gab es Verluste auf beiden Seiten: aber auch einige unbeteiligte Zuschauer sollen ihr Leben eingebüßt haben. In Pera herrscht Panik; die wildesten Gerüchte sind im Umlauf. Man spricht von Hunderten von Toten auf seiten der Konstantinopeler Garnison. Konstantinopel, 24. April, Seit dem frühen Morgen wird um die dicht bei der deutschen Botschaft liegende Taschklissar=Kaserne gekämpft, in der sich die Salonikier Jäger befinden. Die Angreifer werden von Enver Bey kommandiert. Es wird ununterbrochen, auch mit Geschützen und Maschinengewehren geschossen. Der Widerstand scheint hartnäckig zu sein. Die große Artillerie=Kaserne in Pera hat sich ergeben. Der Oberkommandierende der mazedonischen Armee Mahmud Schefket ließ im Laufe der Nacht den Botschafter Freiherr von Marschall bitten, die Botschaft nicht zu verlassen. Die Botschaft ist außer Gefahr. Zu ihrem Schutz sind 40 Soldaten unter einem Offizier von der Operationsarmee zur Verfügung gestellt worden. Kapitulation der Jildistruppen. Konstantinopel, 24. April. Die Besatzung des Jildis hat sich der Belagerungsarmee ergeben. Konstantinopel, 24. April. Die Garnisontruppen ziehen sich in der Richtung auf Pera zurück. Sämtliche den Jildis beherrschende Kasernen sind in den Händen der mazedonischen Truppen. Einige Soldaten, die in das französische Hospital flüchten wollten, wurden dicht vor den Toren niedergeschossen. Es heißt, daß die Kanonen des Jildis auf die mazedonischen Truppen gefeuert haben. Frankfurt u.., 24. Mai. In Pera gab es im Palasthotel heftiges Infanteriefeuer, dazwischen hörte man Kanonendonner. Die Straßen sind orrlassen. Der Jildiskiosk ist von zwölf Bataillonen Infanterie und von Kavallerie eingeschlossen, die unter dem Oberbefehl Mahmud Mukhtar Paschas stehen. Eine Beschießung der Jildiskiosk hat bisher nicht stattgefunden. Die vorgestern ausgelaufene Flotte ist wieder zurückgekehrt und hat gegenüber dem Kiosk Anker geworfen, sie wird mit den übrigen Truppen zusammen unter Mahmud Mukhtars Oberbefehl agieren. Alle Straßenkreuzungen, wichtigen Gebäude, wie Botschaften, Hotels der Gesandtschaften, sind mit Detachements bis zu 200 Mann besetzt. In der Innenstadt von Pera ist alles ruhig. Mit den jungtürkischen Landtruppen in Konstantinopel hat sich die nach dem Bosporus zurückgekehrte Kriegsflotte vereinigt. Das Komitee verfügt also über die Streitmacht zu Wasser und zu Lande. Bei der gewaltigen Gärung und Erregung in und um Konstantinopel kann es nicht wundernehmen, wenn sich die Nachrichten im einzelnen vielfach widersprechen. Aber trotzdem die Lage heute schon verhältnismäßig geklärt ist, bietet ein Rückblick auf den historischen Einzugstag noch immer Interesse. Obwohl die Straßenkämpfe gegen die Kasernen wesentlich blutiger verliefen als der Handstreich gegen den Jildiz Kiosk, ist doch auf diesen von vornherein das hauptsächlichste Interesse gerichtet gewesen. Hier hieß es, dem Sultan sei eine Frist bis 1 Uhr zur Uebergabe gesetzt gewesen. Rach einer anderen Meldung hatte sich der Jildiz überhaupt nicht sofort ergeben, sondern nur die weiße Fahne gehißt und damit das Zeichen gegeben, daß der Sultan mit den Truppenführern verhandeln wolle. Von letzteren war die Bedingung gestellt worden, daß die Jildiz=Truppen sich unbewaffnet ergeben, widrigenfalls der Sultans=Palast in Trümmer geschossen werden würde. Ueber ganz Konstantinopel wurde der Belagerungszustand verhängt. Die in unmittelbarer Nähe des Jildiz gelegene deutsche Botschaft, sowie das in der Schußlinie gelegene Haus des deutschen Generalkonsuls wurden durch Gewehrschüsse beschädigt. Verletzt wurde niemand. Es braucht nicht gesagt zu werden, daß diese Beschädigungen ohne Absicht der jungtürkischen Truppen erfolgten. Sehr heftig war der Kampf um die Taxim=Kaserne, deren Truppen energischen Widerstand leisteten. Hier feuerte man auf beiden Seiten auch mit Kanonen, während die Behauptung, auch die Besatzung des Jildiz habe Kanonenschüsse ; die jungtürkischen Truppen abgefeuert, unzutreffend zu sein scheint. 400 Mann der Taxim=Kaserne flüchteten sich auf ven der deutschen Botschaft gegenüber gelegenen Friedhof und suchten sich dort zu verteidigen, gingen jedoch da sie führerlos waren, schließlich zu den Jungtürken über. Bei diesen Kämpfen hatten es die aus den geschützten Kasernen feuernden GardeTruppen besser als die Jungtürken, die ohne Deckung auf offener Straße kämpften. Sehr schlimm erging es auch dem an den Taxim=Garten anstoßenden französischen Hospital. Der Kommandierende der jungtürkischen Truppen verhandelte mit dem Sultan. Am Sonnabend Nachmittag herrschte Ruhe in Konstantinopel. Ausland. Holland. In Holland hat man auch die vergangene Woche vergebens auf die Geburt des Thronfolgers, die anfänglich schon vor Ostern erwartet wurde, geharrt. Heute oder morgen soll das freudige Ereignis aber nun„ganz gewiß“ stattfinden. Die Königin ist im Uebrigen wohlauf, macht die ihr vorgeschriebenen Spaziergänge und erledigt alle Staatsgeschäfte. Angenehm ist es ihr gerade nicht, daß sie im Schloßgarten von den Dächern der umliegenden Häuser beobachtet werden kann. Ein Korrespondent des Berl. Tgbl. meldet, daß die Herrscherin täglich eine lilafarbige Robe, weiße Handschuhe, einen türkisfarbenen Federhut und einen dunkelgefärbten Sommerschirm trägt.— Die aufgefahrene SalutBatterie hält im Haag unentwegt auf ihrem Posten aus. Bulgarien. London, 23. April.(Die Anerkennung als Königreich.) Großbritannien hat heute die Unabhängigkeit als Königreich anerkannt. Lokale und provinzielle Nachrichten. In Kampf und Not. Annen, 27. April.(Ausflug der konfirmierten Mädchen mit ihrem Pastor nach dem Harkort.) Am Morgen der Himmel grau in grau; ein Regen„wie Bindfäden“: fürwahr, eine nette Aussicht für den Ausflug. Das Barometer stieg aber, und merkwürdig!— das Wetter richtete sich diesmal nach ihm. Leider hatte sich das Gerücht verbreitet, der Ausflug fände nicht statt, und manches Mägdlein glaubte es. Hätten sie nur den kleinen Weg zur Borbach=Schule gemacht, so würden sie gesehen haben, daß sich dort trotz des Aprilwetters eine große Schar von Mädchen eingefunden hatte. Es wurde noch auf einige Rachbummler gewartet, die mit Sturmschritten auf der— sagen wir mal nicht ganz sauberen Borbachstraße einhertrabten. Endlich setzte sich der Zug in Bewegung durch die„Büsche". Es wanderte sich schön in diesem Teile der Annener„Schweiz". Das erste größere Halt wurde am Pötei gemacht, wo man eine herrliche Aussicht hat weit in die Lande. Die Sonne brannte doch ein wenig auf den Weg. Bald aber nahm uns der Wald mit seinem kühlen, erquickenden Schatten auf. Mit Gesang ging es dem Ziele zu: „Geh aus, mein Herz und suche Freud' in dieser schönen Frühlingszeit“ wurde gesungen, natürlich auch„Das Wandern““ ist des Müllers Lust“, das die Mädel wohl auch darum anstimmten, weil ihr Pastor den alten, ehrlichen deutschen Ramen „Müller“ trägt. Am Ziele wurden im Ru die Tische und Stühle an der Mauer erstürmt. Vor unseren Augen lag das Ruhrtal in seinem eigenartigen Reiz ausgebreitet, über ihm der Himmel so klar=blau, der helle Sonnenschein so licht und strahlend, darüber ausgegossen. Welch' ein herrliches Frühlingsbild im Lenzesglanz!— Aber nicht nur die Augen, sondern auch der Magen wollte was Reelles haben. Unter der Halle waren zwei lange Tafeln aufgestellt; riesige Kannen mit„Kinder=Kaffee“ paradierten da, und auf den Tellern lagen außer Neujahrskuchen u. a. Kuchen ungeheuere(sonst nur in der Mark übliche)„Klappstullen", zu deren Dertilgung schon ein großer Mut und— Hunger gehörte. Die Mädel hatten beides: im Umsehen war alles verschwunden.„Wenn gute### Reden sie begleiten, dann fließt die Arbeit munter fort.“ Nach##t# Wittenrestraße stehende e den Fhosttern“ wpache gecgfest ost den scoihnen weichen Rolenetut plätzen in der Rähe des Denkmals. Ein lustiges fröhliches Treiben entwickelte sich da; die Jugendlust kam auch hier zu ihrem vollen Recht. Leider mußten wir schon früh aufbrechen, damit wir für den„Massenverkehr“ auch die„Massen=Fahrkarten“ bekämen. Die Wartezeit auf dem Bahnhof Wetter verging schnell. Der Zug lief ein; alle Mädchen fanden Platz. Wir rollten der Heimat zu. Endlich am Ziel: wir stiegen alle aus; nur einer reiste weiter: der Sommerhut eines Mädchens, der Großstadtgelüste zu haben schien. Wen wird er dort zieren? — Da merkwürdigerweise keine ihre Fahrkarte verloren hatte, kamen wir durchaus friedlich durch die Sperre. Draußen vor dem Bahnhofsgebäude folgte das große Auseinandergehen. An den Worten und den Händedrücken und den fröhlichen Gesichtern merkte Pastor., daß der Ausflug auch „seinen“ Mädchen gut gefallen hatte. Hoffentlich sind sie alle gut„nach Muttern“ gekommen. Es war ein herrlicher Tag gewesen, den der Herr uns in seiner Freundlichkeit gemacht hatte: voll Licht und Sonnenschein, voll Freude und Frieden. Wir haben durch Gottes Güte die Wahrheit jenes Liedes wieder erlebt:„Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt; dem will er seine Wunder weisen in Berg und Tal, in Flur und Feld.“— ∆° Annen, 27. April.(Das diesjährige Frühjahrs=Kränzchen des Turnvereins„Eintracht"), das am vergangenen Samstag abend im Saale des„Westfälischen Hofes“ hier stattfand, hat einen schönen Verlauf genommen. Das Programm zergliederte sich in Konzert, turnerische Aufführungen und Ball und war wie immer sehr ansprechend. Der musikalische Teil wurde von der Merkert'schen Solistenkapelle=Dortmund unter Leitung ihres Dirigenten ausgeführt, die ein abwechslungsreiches Konzert absolvierte, das die Zuhörer wiederholt zu stürmischer Beifallsbezeugung hinriß. An die musikalischen Darbietungen reihten sich die turnerischen ebenbürtig an, die in jeder Beziehung in exakter und mustergültiger Weise ausgeführt worden. Die Leistungen der einzelnen Riegen legten vollwertigen Beweis dafür ab, daß fleißig geübt worden war und daß Zucht und Disziplin in unserem Turnverein steckt. Lebhafter Beifall wurde den wackeren Turnern gezollt. Im weiteren Verlauf des Festes hieß der 1. Vorsitzende des Vereins, Herr Lehrer Jäckel, in einer Ansprache die erschienenen Damen und Herren herzlich will— kommen. Er charakterisierte in kurzen Zügen den hohen Wert der Turnerei, gedachte der schönen Erfolge der hiesigen Damenriege, deren Leistungen stets allgemeine Sympathie und Anerkennung gefunden hätten und sprach dann zum Schluß noch den Wunsch aus, daß alle bis jetzt noch Fernstehenden sich anschließen möchten. Sein Hoch galt dem deutschen Vaterlande. Die von den Damen aufgeführten Reigen fanden vielen Beifall. Der übliche Ball hielt die Festteilnehmer noch einige Stunden zuermen. F Annen, 27. April.(Einen großen Menschenauflauf) versachten hier am Sonntag morgen, als die Kirchenglocken läuteten, mehrere auswärtige junge Leute, welche, von einer Hochzeitsfeier heimkehrend, noch einen Zug durch den Ort machten. Den„Elou“ des ganzen bildete ein weiblicher Soldat, der unter den schneidigen Marschklängen eines Bandoniums, nach allen Seiten hin freundlich grüßend, graziös einhermarschierte. Ein Sicherheitsbeamter machte dem Treiben ein Ende und sperrte 2 Teilnehmer, die—sich auch noch fingierte Ramen beigelegt haben sollen, im Polizeigewahrsam für 24 Stunden ein. —(Silberne Hochzeit.) Die hier in der Sedanstraße 14b wohnenden Eheleute Modellschreiner Jakob Reese und Frau, Johanna geb. Struwe begingen am gestrigen Tage im trauten Familien= und Freundeskreise das schöne Fest ihrer Silberhochzeit. Dem beliebten Jubelpaare erblühe nach ferneren 25 Jahren auch der goldene Hochzeitskranz. —(Umzefahren) wunde von einem Lastkuhewerke die an der Ecke BergEonnnersruße sehende Easlaterne. Für den nicht unerheblichen Schaden Roman von Richard Donovan. Autorisierte Uebersetzung. 18(Nachdruck verboten.) Dagegen aber protestierte Bovingdon lebhaft: er wollte nichts davon hören, daß sein Sekretär bei der Hochzeitsfeier fehle. Eine zeitlang beharrte Palmer darauf, doch endlich wurde sein Entschluß wankend. Er sehnte sich so sehr, Frieda noch einmal zu sehen und da die einzige Möglichkeit dazu darin bestand, daß er in der Kirche anwesend war, so teilte er endlich Bovingdon seine Absicht mit, bei der Hochzeitsfeier zugegen zu sein. Aber Bovingdon verlangte noch mehr. Er bestand darauf, daß Palmer nach der Trauung mit den Hochzeitsgästen auch am Frühstück in Maifair teilnehmen müsse, und wieder war Palmer genötigt nachzugeben. Wenn das alte Wort die Wahrheit sagt, wenn es behauptet, „Glücklich ist die Braut, die die Sonne bescheint“, so mußte Frieda eine der glücklichsten Frauen werden, denn der Hochzeitsmorgen war wundervoll, und als die lange Reihe der Wagen im Portal der Kirche vorfuhr, schien die Sonne vom wolkenlosen Himmel strahlend hernieder. Es war eine großartige Feier. Die reichgeschmückte Kirche war erfüllt von einer festlich gekleideten Menge, die in fröhlicher Laune sich befand. Palmer blieb der einzige Gast, dessen Stimmung düster und melancholisch war, weniger seinetwegen, denn er hatte keineswegs einen selbstsüchtigen Charakter; aber er empfand gegen Thalberg ein solches Mißtrauen, daß es ihm erschien, als ob er Zeuge eines Menschenopfers wäre, der Opferung der Einzigen, die er jemals geliebt hatte. Das Frühstück in Bovingdons Villa war ebenso großartig wie die kirchliche Feier. Man hatte die Tafel im Ballsaal gedeckt und mit Früchten und Blumen köstlich geschmückt. Palmer hielt sich fern von der geräuschvollen Gesellschaft und zog sich bei der ersten Gelegenheit in den Wintergarten zurück, und bald stand er in bittere Gedanken versunken, wieder an derselben Stelle, wo er vor wenigen Wochen Frieda seine Liebe erklärt hatte. Plötzlich hörte er seinen Ramen rufen, sah sich rasch um und erblickte zu seinem Erstaunen Frieda vor sich. Sie war im Reisekostüm und sah reizend aus, obgleich sie etwas ermüdet zu sein schien. „Herr Palmer,“ sagte sie,„ich bin jetzt verheiratet, und es kann daher kein Unrecht sein, wenn ich komme, um Ihnen Lebewohl zu sagen, denn vielleicht habe ich vor meiner kurzen Abreise keine Zeit mehr dazu.“ „Gnädige Frau,“ erwiderte er,„ich bin Ihnen außerordentlich dankbar für diese Rücksicht.“ "„Ich hielt es für meine Pflicht gegen Sie als meinem alten greund! „Es ist mir eine große Genugtuung, so von Ihnen genannt zu werden,“ erwiderte er, mit einem Seufzer.„Ihrer Freundschaft werde ich mich immer würdig zu erweisen suchen. Seien Sie versichert, daß meine innigsten Wünsche für Ihr Glück Sie begleiten. Nur erlauben Sie mir, Sie noch einmal an das Versprechen zu erinnern, das Sie mir in Paris gegeben haben.“ „Ich werde es nicht vergessen“, erwiderte sie.„Aber ich fürchte, wir werden uns nicht wiedersehen, wenn es nur in dem Fall geschehen soll, daß etwas sich ereignet, was mich veranlaßt, an Sie zu schreiben.“ „Dielleicht,“ erwiderte er traurig,„und es scheint auch mir eher wahrscheinlich, daß wir für immer scheiden. Ich unternehme eine lange Reise und habe so wenig Verbindungen in England, daß sie mich nicht mehr zur Rückkehr veranlassen werden. London ist mir verhaßt geworden, und könnte sogar sagen, auch das Leben. Frieda empfand wirkliches Bedauern für ihn, aber sie sagte mit gezwungenem Lachen: „Sie sollten die Dinge nicht so düster ansehen, Herr Palmer! Sie sind noch jung und werden bald eine Frau nach Ihrem Geschmack finden, mit der Sie ein glückliches Heim gründen können.“ „Niemals, niemals!" rief er entschieden.„Sie sind die Einzige, die jemals mein Herz gewonnen hat. Und da es mir nicht gelang, das Ihrige zu erobern, so bleibe ich, wie ich jetzt bin, einsam und allein! Verzeihen Sie diesen Ausbruch meiner Gefühle! Der Schmerz ist noch zu heftig und die Wunde noch zu frisch. Indes, ich muß mich eben in das Unvermeidliche fügen und werde mich mit der Zeit an meine Einsamkeit gewöhnen!“ Sie hatte die Augen gesenkt, aber als er schwieg, blickte sie auf und reichte ihm die Hand. „Gott gebe Ihnen Glück, Herr Palmer! Das ist mein aufrichtiger Wunsch! Leben Sie wohl! Ehe er antworten konnte, wurden sie durch das Erscheinen Thalbergs überrascht, der leise auf der anderen Seite des Wintergartens herangeschlichen war. „Frieda, wie kommt es, daß ich Dich hier mit diesem Mann allein finde?" fragte Thalberg streng während er sie am Arm wegzog.„Und Sie mein Herr?“ wandte er sich an Palmer, „wenn Sie ein Ehrenmann wären, würde ich Sie mit der Peitsche zurechtweisen, aber da Sie das nicht sind, so stehe ich nicht an, Sie einen Schurken zu nennen!“ „In Gegenwart der gnädigen Frau dürfen Sie ungestraft mich schimpfen,“ erwiderte Palmer kalt,„aber einst wird der Tag der Vergeltung kommen.“ Mit höhnischem Lachen erwiderte Thalberg: „Ihre Chance ist bereits vorüber, jetzt ist die meinige gekommen!“ Dann legte er den Arm seiner Frau in den seinigen und ging. Palmer verließ den Wintergarten, eben als die Gesellschaft sich zum Frühstück niedersetzte, aber es war ihm unmöglich, an demselben Tisch mit Thalberg zu bleiben, und so ging er unbemerkt aus dem Saal heraus. Doch nicht ganz unbemerkt, denn als Palmer in dem Hausflur trat, folgte ihm ein Diener und sagte: „Herr Palmer, Sie werden gesucht.“ „Wer sucht mich?“ „Herr Bovingdon. Er ist in seinem Zimmer!“ Der Diener öffnete eine Seitentür und Palmer trat ein. In dem Zimmer befand sich ein Fremder zusammen mit Bovingdon. Sobald sich die Tür geschlossen hatte, sagte der Fremde: „Herr Palmer, ich habe Sie hierher bitten lassen, um eine Szene zu vermeiden, denn es ist meine Pflicht Ihnen mitzuteilen, daß ich einen Verhaftsbefehl gegen Sie habe.“ „Einen Verhaftsbefehl?" wiederholte Palmer verwundert. „Wessen beschuldigt man mich?“ „Die Anklage lautet auf Mord!“ XV. Es ist notwendig, zu dem Morgen zurückzukehren, wo Esther, von Krankheit befallen und dadurch abgehalten wurde, Bovingdon aufzusuchen, denn sie fühlte sich so schwach, daß sie das Bett nicht verlassen konnte. An demselben Tage wurde von einem Lieferanten Frau Wilding's eine Rechnung von ziemlich bedeutendem Betrage überreicht mit der Drohung, daß, wenn nicht sofort Zahlung erfolge, unverzüglich gerichtliche Schritte eingeleitet werden würden. Frau Wilding geriet darüber in sehr schlechte Stimmung und wie gewöhnlich suchte sie Trost bei der Flasche. „Was tun?“ fragte sie, schon ziemlich angetrunken, die alte Lina:„Wir werden noch alles verlieren und aus dem Hause gejagt werden.“ „Warum das?“ erwiderte die Dienerin:„Schreiben Sie an Herrn Bovingdon, und lassen Sie sich etwas Geld von ihm senden.“ Daran hatte Frau Wilding bereits gedacht. Sie ließ sich Papier und Tinte bringen und richtete unter dem Einfluß des Branntweins einen bitteren und herrischen Brief an Bovingdon, in welchem sie sofortige Uebersendung einer größeren Summe verlangte. Als der Brief fertig war, sandte sie Lina damit zur Post. Am folgenden Morgen wollte Esther nach der City gehen, aber es erfolgte ein neuer Anfall der seltsamen Krankheit, sodaß sie genötigt war, auch an diesem Tage zu Bett zu bleiben. Nachmittags kam Palmer. Er war von Bovingdon beauftragt worden, sich nach Frau Wildings Lage zu erkundigen. Aber Frau Wilding hatte etwas mehr Spirituosen genossen als gewöhnlich, und deshalb hielt es Lina für klüger, Palmer zu sagen, ihre Herrin sei ausgegangen und Esther sei krank und liege zu Bett. Palmers Besuch war daher fruchtlos, aber als er ging, versprach er, am folgenden Tage wiederzukommen. Er erschien auch zur bestimmten Stunde und fand Frau Wilding sowie ihre Tochter Esther und eine Dritte, ihm fremde Frau in dem Salon vor, in den er von Lina geführt worden war. Die Fremde war eine Nachbarin namens Bittleston, eine Witwe, welche zuweilen mit Lina schwatzte. An diesem Tage aber war sie zu ihrem Erstaunen von Lina nach Nr. 13 eingeladen worden, nicht um der Dienerin, sondern um Frau Wilding Gesellschaft zu leisten. Die Witwe folgte mit Vergnügen der Aufforderung, und so kam es, daß Palmer drei Frauen im Salon vor sich sah. (Fortsetzung folgt.) — Schlüge * größere Bierreise Freunde ernstlich Beteiligten wurd Kopfe zugefügt, sa einträchtig an G. 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Die Tagesordnung war eine reichhaltige und sei folgendes erwähnt: Es wurde einstimmig beschlossen, am 8. August ds. Is. im Westfälischen Hof ein großes Konzert mit nachfolgendem Tanz zu veranstalten und wurde der Vorstand mit den nötigen Vorarbeiten betraut. An der weltlichen Frohnleichnamsfeier der hiesigen kath. Gemeinde nimmt der Verein geschlossen Anteilund wird es sich angelegen sein lassen, dieselbe durch Vortrag einiger Lieder zu verschönern. Am Tage Christi=Himmelfahrt wird der Verein einen Familienausflug nach dem reizend gelegenen Lokale der Witwe Heimann auf dem Schnee unternehnen. Da selbiger Ausflug voraussichtlich schön zu werden(verspricht, so seien hiermit die passiven Mitglieder ganz besopders darauf hingewiesen und zu demselben freundlichst eingeladen. Der Verein konnte wieder die Aufnahme einiger Mitgliedex verzeichnen, sodaß jetzt schon dem Verein die stattliche Anzahk von 120 Herren angehört. Rach Erledigung sonstiger kleinerer Angelegenheiten wurde die Versammlung geschlossen, Jédoch blieben die Mitglieder noch einige Zeit in zwangloser Unterhaltung beisammen. Gut Sang! Auf dem Schnee, 26. April.(Selbstmord.) Die Ehefrau eines Bergmanns erhängte sich hier in ihrer Wohnung. Das Motiv der unseligen Tat ist unbekannt. Barop, 26. April.(Fuß abgefahren.) Beim Ueberschreiten der Gleise geriet der 35jährige Weichenschmierer Beyna aus Menglinghausen auf dem hiesigen Bahnhose unter eine Rangiermaschine. Ihm wurde das rechte Bein am Unterschenkel glatt abgefahren. Außerdem erlitt B. am Kopfe Verletzungen. Er wurde ins Krankenhaus nach Hombruch übergeführt. Kirchhörde, 25. April.(Ein Einbruchsdiebstahl) wurde in der vergangenen Nacht zwischen 3 und 4 Uhr auf der hiesigen Ziegelei Maiweg ausgeführt. Der Dieb ist in das Zimmer der Arbeiter eingedrungen, hat die Schränke geöffnet und sämtliche Eßwaren und sonstige Sachen gestohlen. Menglinghausen, 26. April.(Bestätigt.) Die Wahl des Direktors der Zeche„Kaiser Friedrich“, Heinrich Diebacher, zum stellvertretenden Schiedsmann der Gemeinde Menglinghausen hat die Bestätigung durch den Herrn Landgerichtspräsidenten in Dortmund gefunden. Hattingen, 24. April.(Die Flucht eines einbeinigen Arrestanten.) Der Landwirt Wagner aus Elfringhausen hat sich bekanntlich selbst bezichtet, sein Anwesen angesteckt zu haben, um die Versicherungssumme zu gewinnen. Als er daraufhin verhaftet wurde und von einem Polizeibeamten in das Gerichtsgefängnis gebracht werden sollte, machte er einen Fluchtversuch. Mit einer Behendigkeit, die keiner dem alten Stelzfuß zugetraut hätte, hüpfte er am Restaurant Böttcher von der Seite des Beamten weg und die Treppe hinauf. Weit würde er ja so wie so nicht gekommen sein; in diesem Falle hatte er aber noch das Mißgeschick, einem Gendarmen in die Finger zu laufen, der aus Anlaß des Musterungsgeschäftes in das Lokal kommandiert war und den Flüchtling schon im nächsten Augenblick an die richtige Adresse zurückgab. Heißen, 23. April.(Vergrabenes Diebesgut.) Vor einiger Zeit wurde mittels Einbruchs dem Wirt Erbach in Haarzopf unter andern die Geldkassette mit 530 Mk. Bargeld nebst Sparkassenbüchern und Wertpapieren im Betrage von rund 5000 Mk. gestohlen. Von dem Täter war bisher nichts zu ermitteln. Runmehr ist die erbrochene Geldkassette auf einem Grund stücke in Fulerum eingegraben aufgefunden worden. In der Kassette befanden sich noch das Sparkassenbuch und eine Anzahl Geschäftspapiere, die dem Eigentümer übergeben wurden. Essen, 22. April.(Schnellbahn Düsseldorf=Dortmund.) Die Kommunale Vereinigung für den Bau einer rheinisch=westfälischen Städtebahn trat heute Mittag hier unter Vorsitz des Oberbürgermeisters Dr. Holle zu einer Sitzung zusammen und faßte einstimmig den Beschluß, an dem Bau der elektrischen Schnellbahn von Dortmund durch das Industriegebiet festzuhalten und das Projekt sofort in Auftrag zu geben. Mit den Interessenten des nördlichen Teiles des Industriebezirks soll ferner wegen gleichzeitigen Baues einer nördlichen Linie und Aufbringung der Kosten für die Vorarbeiten verhandelt werden. Düsseldorf, 24. April.(Kampf mit einem Verbrecher.) Der schon wiederholt wegen Eigentumsvergehen vorbestrafte Gelegenheitsarbeiter Selbach, der heute Vormittag dem Untersuchungsrichter wegen schweren Diebstahls vorgeführt werden sollte, fiel in der Arrestzelle über den ihn transportierenden Gerichtsbeamten mit einem Knüttel her. Nur mit Hilfe von 5 weiteren Personen gelang es, den sich wie rasend geberdenden Menschen vor weiteren Ausschreitungen zu bewahren. .=Gladbach, 23. April.(Konkurs beantragt.) Das Buchdruckereipersonal der Firma Gladbacher Drukerei= und Verlagsgesellschaft(Merkur) hatte vor einigen Tagen wegen rückständigen Lohnes die Arbeit eingestellt und Pfändung eingeleitet. Diese letztere war sozusagen erfolglos; es lag nur eine Pfändungsmasse von etwa 100 Mk. vor. Da die Lohnforderung der Setzer und Drucker etwa 1250 Mk. beträgt, so wurde auf Betreiben derselben heute der Konkurs beantragt, um auf diese Weise durch die Außenforderungen und die Masse gedeckt zu werden. Der Merkur ist seit Montag nicht mehr erschienen. Köln, 26. April.(Von Zigeunern ermordet.) Gestern abend wurde hier der Maurer Stubig aus Wiesbaden von einem Zigeuner durch zwei Messerstiche getötet. Der Getötete wurde von Zigeunern angerempelt, und als er sich dies verbat und mit ihnen in Streit geriet, angegriffen. Die Zigeuner flohen, sie wurden aber, trotzdem zwei von ihnen ihre Verfolger mit Revolvern bedrohten, alle vier festgenommen. Aachen, 24. April.(Feuer in der Jesuitenkirche.) Im Dachstuhl der Jesuitenkirche brach heute Nachmittag Feuer aus, das einen großen Teil des Daches zerstörte. Es scheint entstanden zu sein bei den Dachdeckerarbeiten, die am unteren Rande der Westseite des Daches bis gegen 3 Uhr ausgeführt worden waren. Von dieser Stelle verbreitete sich das Feuer zum Dachfirst und ergriff ihn in seiner ganzen Länge. Bonn, 21. April.(Der serbische Kronprinz Alexander) wird, wie der„B..=.“ erneut mitteilt, demnächst an der hiesigen Universität den Studien obliegen. Diese Nachricht wird neuerdings aus Belgrad bestätigt. Der König hat nämlich auf Antrag einer besonderen Kommission beschlossen, daß der Kronprinz Alexander bis zum Herbste ds. Is. in Belgrad bleiben und von September ab die Universität Bonn besuchen solle. Koblenz, 24. April.(Wunderbare Rettung.) Das Schwurgericht hat die Arbeiterin König, die ihr neugeborenes Kind aus dem Mansardenfenster auf das Dach des Hauses geworfen hatte, acht Monaten Gefängnis verurteilt. Man nahm an, daß sie im Augenblick der Tat in ihrer freien Willensbestimmung beeinträchtigt war. Merkwürdigerweise ist das Kind, das, nur in eine dünne Decke gehüllt 5½ Meter tief auf das Dach gefallen war. und dort in bitterer Kälte gelegen hatte, bis Hausbewohner auf sein Schreien aufmerksam wurden, am Leben erhalten worden. K Erdveven, welches in ganz Portugal und Spanien vermerkt worden ist, hat eine Wiederholung gefunden, bei der der Schade und leider auch der Menschenverlust erheblich größer gewesen ist, wie bei den ersten Stößen. Man rechnet, daß nicht viel an hundert Toten und Verwundeten fehlen wird. Die portugiesischen Ortschaften Benavonda, Salvaterra und Alvarca, die von dem jungen Könige Manuel aufgesucht worden sind, sind fast ganz zerstört worden. Diele Leute sprangen in ihrer Angst aus den Fenstern heraus, die Scharen blieben stehen und die Kirchenglocken fingen an zu läuten. Eine große Zahl von Häusern hat Risse erhalten, auch in verschiedenen Kirchtürmen ist das Mauerwerk geborsten. Das Meer richtete während der Erdstöße auf weite Strecken hin Ueberschwemmungen an. Die wissenschaftlichen Autoritäten sagten nach der Zerstörung von Messina sofort, es würden noch Monate hindurch Erdbewegungen im nahen und ferneren Gebiet erfolgen, bis sich die inneren Erdschichten wieder vollständig gesetzt haben würden. Aus dem Gerichtssaal. Wegen Zeugnis=Verweigerung in der Radbod=Affäire wurde der Vorsitzende des Steigerverbandes Werner in Essen vom Untersuchungsrichter mit 300 M. Geldbuße belegt. Werner hatte sich an den Handelsminister Delbrück mit der Bitte gewandt, Steiger, welche Zeugenaussagen machen, auf Staatsgruben zu beschäftigen, damit er die Ramen ohne Gefahr für die Betreffenden nennen könne. Da der Minister, nach der Berl. Morgenpost, dies ablehnte, verweigerte Werner das Zeugnis. Unwetter-Nachrichten. Starke Gewitter haben in den letzten Tagen und Rächten in Deutschland gehaust. In Berlin herrschte in der Nacht zum Sonntag eine regelrechte Ueberschwemmung, so daß Droschken und Straßenbahnen im Ru überfüllt waren und das aus den Theatern heimkehrende Publikum einen schweren Stand hatte. Ein nichtsnutziger Bengel. Unter den Berliner Parlamentsboten der dortigen Zeitungen steckt manches Früchtchen, das an den Humor der einst so berühmten Schusterjungen erinnert. Daß jetzt ein Bengel des Guten doch etwas zu viel getan hat und von Schelmenstreichen zu Richtsnutzigkeiten gekommen ist, ward schon berichtet. Kennzeichnend ist, daß der Bengel sich sogar herausgenommen, als Fürst Bülow den Berliner Oberbürgermeister Kirschner mittels Telephon anzurufen und sich nach dessen Gesundheit zu erkundigen. Das mag nun gerade nicht strafbar sein, aber wegen absichtlich falscher Alarmierung der Feuerwehr und anderer Taten hat sich der Junge noch zu verantworten. Verschiedenes. Berlin, 26. April.(Die Beamten.) Die beiden Vorsitzenden des Verbandes mittlerer Post= und Telegraphen=Beamten, Zollitsch und Britz in Berlin, sind unter Einleitung des DisziplinarVerfahrens ihrer Aemter einstweilig enthoben worden. Es handelt sich um einige Artikel in der Verbandszeitung wegen der PersonalReform bei der Reichspost. Auch gegen verschiedene Redner vom letzten Berliner deutschen Beamtentage, auf dem es bekanntlich sehr lebhaft zuging, soll ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden sein. — Doppelmord und Selbstmord. In Rixdorf bei Berlin hat ein Rendant König seine Frau, seine Tochter und sich selbst erschossen Man nahm an, daß eine Krankheit der Frau, die von einem Blutsturz befallen wurde, das Motiv der Tat war. Rach dem„Berl. Tgbl.“ ist aber noch festgestellt worden, daß in der von dem Rendanten verwalteten Kasse ein Fehlbetrag von 300 M. vorhanden ist. — Die Bluttaten haben in Berlin einen unheimlich hohen Stand erreicht, beinahe jeden Tag werden—3 Menschen mit Absicht getötet. — In der letzten Generalversammlung des Berliner MonopolHotels machte nach den dortigen Zeitungen der Vorsitzende die Mitteilung, daß mehr als die Hälfte des.5 Millionen betragenden Aktienkapitals verloren ist. Prunkhotels und nur Prunkhotels, dafür fehlen schließlich doch die Gäste, die bezahlen können. — Im Pionierbataillon in Magdeburg sind eine größere Zahl von Diphtheritisfällen vorgekommen. Neueste Nachrichten. Steele, 26. April.(Bier Vergleute verschüttet.) Auf Zeche„Eintracht Tiefbau“ wurden heute nachmittag durch Kohlenfall vier Bergleute verschüttet. An Rettungsarbeiten wird eifrig gearbeitet. Ob die Verschütteten noch leben, läßt sich nicht feststellen. Saarbrüchen, 26. April.(Einsturz einer Mauer.) Auf einem hiesigen Schulgrundstück spielten Kinder an einer neu aufgeführten Umfassungsmauer, die plötzlich einstürzte. Drei Kinder wurden unter den Trümmern begraben. Zwei davon konnten gerettet werden; sie hatten keine bedenklichen Verletzungen erlitten, das dritte jedoch wurde als Leiche aus den Trümmern hervorgezogen. Ein schwerer Stein hatte ihm die Schädeldecke zertrümmert, so daß der Tod auf der Stelle eingetreten war. Breslau, 26. April.(Mord.) In Böhmisch=Liptitz erstach der Arbeiter Jahnel seine 28jährige Wirtin. Man fand den Täter blutbefleckt im Bette schlasend vor. Er bestreitet die Tat Breslau, 26. April.(Abg. Graf Ballestrem.) Der bei dem gemeldeten Automobilunglück Getötete ist Graf Gustav, nicht Franz Ballestrem, der dritte Sohn des früheren Reichstagspräsidenten und Landtagsabgeordneten für Kreuzburg=Rosenberg. Er kam nach einer Meldung der„Schlesischen,Volkszeitung“ mit Frau Baronin Fürstenberg=Kopania und deren Kinder mit seinem Automobil von Friedrichswille, alsskurz vor Neu=Repten, infolge Versagens der Steuerung, der Wagen in voller Fahrt gegen einen Chausseebaum fuhr. Die Insassen wurden herausgeschleudert. Die Baronin und ihre Kinder sowie der Chauffeur sind unverletzt geblieben. Fraustadt, in Posen, 27. April.(Pistolenduell). Im Storchnesterwalde fand ein Pistolenduell zwichen dem Oberleutnant von Trotha und dem Amtsrichter Dr. Willigmann aus Lisso statt. Der Richter wurde durch einen Schuß in den Unterleib schwer verletzt. Die Krisis in der Türkei. Die Eroberung Konstantinopels. Am Sonnabend abends um 7 Uhr war Konstantinopel völlig in den Händen der Jungtürken. Sämtliche Kasernen erobert — zum Teil nach erbitterter Gegenwehr— ihre Besatzung, soweit sie nicht dem Bombardement der Okkupationsarmee zum Opfer gefallen, zu Gefangenen gemacht und der Jildiskiosk vollständig umzingelt. Am längsten hatte sich die Taschkischla= Kaserne gehalten, die von fünf Bataillonen Infanterie verteidigt wurde, darunter die Saloniker Jäger, von denen seinerzeit der Konstantinopeler Putsch ausgegangen war. Sie ergab sich gegen Abend, als die Hälfte der Besatzung gefallen war. Ohne jeden Kampf wurde die Pforte genommen und um die Kasernen sind zusammen etwa 1200 Soldaten getötet worden. Die JildisBesatzung ergab sich noch im Laufe des Abends, ohne wesentlichen Kampf. unter Kriegsrecht. Konstantinopel, 26. April. Man erwartet jeden Augenblick den Thronwechsel und den Donner der diese Tatsache anzeigenden 101 Kanonenschüsse. Die Pforte ist völlig ausgeschaltet, Mahmud Schewket Pascha führt die unbeschränkte Militärdiktatur. Die diplomatischen Missionen wurden benachrichtigt, daß der Belagerungszustand über die Stadt verhängt sei. Präsident des Kriegsgerichts ist der Chef der Artillerie Churschid Pascha. In der offiziellen Ankündigung des Belagerungszustandes wird zunächst darauf hingewiesen, das alles vermieden werden müsse, was die Bevölkerung in Erregung versetzen könne, aufrührerische Rufe und Reden sowie das Laufen in den Straßen seien zu unterlassen. Da die Aufrechterhaltung der Ordnung den Salonikier Truppen, der Gendarmerie und der Polizei anvertraut ist, haben sich alle ihren Befehlen zu fügen. Untersagt ist es, nach 8 Uhr abends sich ohne Laterne auf der Straße aufzuhalten. Das Waffentragen ist verboten. Die an den Unruhen beteiligten Soldaten haben die Waffen abzugeben. Die Geschäfte dürfen offen gehalten werden, und jedermann kann seinem Berufe nachgehen. Massaker in Kleinasien. Eine armenische Ortschaft in Flammen. Konstantinopel, 26. April. Einer Beiruter Konsularde= pesche zufolge wird aus Latakiéh in Syrien telegraphiert, daß die armenische Ortschaft Kessab seit gestern in Flammen stehe. Die Einwohner seien zum Teil massakriert, für die Umgebung von Latakiéh bestehe große Gefahr. Französische und englische Kriegsschiffe seien in Beirut eingetroffen. Rom, 25. April. Nach einer Meldung des Kommandanten des italienischen Kriegsschiffes Ferruccio aus Alexandrette herrscht dort zurzeit Ruhe, dagegen dauert das Morden in der Umgegend noch fort. In dem Orte Dortyol 15 Kilometer von Alexandrette, werden die Armenier von den Aufrührern belagert, sollen aber jetzt auf Veranlassung der Kommandanten der fremden Kriegsschiffe durch ottomanische Truppen, die zur Verstärkung in Alexandrette eingetroffen sind, entsetzt werden. Konstantinopel, 26. April. Die Turquie veröffentlicht eine Unterredung mit dem 1. Sekretär des Sultans, Dschewad, der erklärte, die Jildiskasernen seien geräumt worden, weil der Sultan kein Blutvergießen wollte. Die Jildistruppen hätten alle gegen die mazedonische Armee kämpfen wollen. Der Sultan habe ihnen aber befohlen, den mazedonischen Truppen, ihren Brüdern, keinen Widerstand zu leisten. Der Sultan sei über die Thronfolge vollkommen beruhigt. Konstantinopel, 26. April. Die National=Versammlung ist heute früh unter militärischer Bedeckung aus San Stefano zurückgekehrt und wird hier eine streng geheime Sitzung abhalten, in der sie, wie man sagt, die Entscheidung über den Sultan treffen wird. Standesamts-Nachrichten. Annen. Geburten: 1 Sohn: Former Emil Krächter, Bergmann August Wagner, Bäcker Herm. Prünte, Bergarb. Anton Kaider, Tagelöhner Aug. Stoltenberg, Bergm. Wild. Kuhlmann. 1 Tochter: Berzm. Heinr. Meier, Bergm. Herm. Röhr, Bergm. Carl Krummnack, Metzger Cornelius Beinkmann, Bergm. Artur Möller. Aufgebote: Kunstgewerbezeichner Heiar. Dieckmann und Helene Hoppe, Dortmund und Annen; Hobeler Heinr. Drücker und Autonie Feldmann, Witten und Annen; Fabrikarb. Aug. Toczek und Sophia Stachowiak, Annen und Dortmund; Schlosser Gust. Schulte und Emma Dickhörner, Annen und Ende; Bergm. Heinr. Schnell und=Elfriede Neuhaus, Annen; Steinhauer Otto Wellershoff und Emma Stratmann, Annen und Witten; Schmied Aloysius Surrey und Anna Vonrüden, Annen; Arbeiter Valentin Liß und Michalina Gezek, Annen und Stroczewo; Dreher Emil Freisen und Sophie Piepenbreier, Witten und Annen. Eheschließungen: Schuhmacher Werner Pfass und Elise Hoffmann, Annen; Bergm. Feitz Schulte und Johanna Friedrich, Annen; Büroassistent Friede. Mell und Maria Käoper, Asseln und Annen; Schlosser Emil Küper und Paula Hoffmann, Annen; Bergm. Heinr. Lachtrup und Johanna Korte, Annen; Bergm. Otto Winkelmann und Lina Jakods, Persebeck und Annen; Bergm Martin Ploszajczyk und Berta Rabe, Annen. Sterbefälle: „Alfred van Dieken, 201 Tage; Rolf Vahle, 30 Tage. ### Landwehr= und Kriegerverein, sowie andere Notizen Donnerstag Nr. verschsedene 9. R. Der heutigen Rummer liegt ein Lotterle=Prospekt der Firma August Rettig, Hamburg 24 bei, aus den wir hiermit aufmerksam machen. MANOLI W W K2 Waaen K K Spielplan des Dortmunder Stadttheater. Mittwoch, 28. April. Anfang 7½ Uhr. Volkstümliche Preise Zum.„Male.„2X2—“. Satyrspiel in 4 Aufzügen von Gustad Wied. Donnerstag, 29. April. Anfang 6½ Uhr. Opernpreise. Vierte Vorstellung im 1. Ribelungen=Zyklus.„Götterdämmerung.“ Oritter Tag aus dem Bühnenfestspiel Der Ring der Ribelungen. Handlung in 3 Aufzügen von Richard Wagner. Trräunimachung. Der„Große Frühjahrspreis von Treptow“(Stundenrennen hinter Motorschrittmachern) wurde von Hermann Przyrembel als Erster und Richard Scheuermann als Zweiter auf Brennabor vor dem Sieger im Sechs=Tage=Rennen Jimmy Moran errungen. Im Hauptfahren war Fritz Kurzmeier auf Brennabor Erster vor Lucien Jaquelin; der Brennaborfahrer Willi Dogt sicherte sich den dritten Platz. Aus Montaban i. Frankreich meldet der Draht den Sieg im Rennen hinter Motorschrittmachern(Grand prix ouverture), den E. Simar auf Brennabor, der auch im Auslande bewährtesten und beliebtesten deutschen Marke davontrug. In wenigen Minuten herstellbar sind Kai in Würfeln zu 10 Pfg. für 8 Teller vorzüglicher Suppe. Ohne weitere! Zutat, nur mit Wasser zuzubereiten. Bestens empfohlen von Theodor Wilke, Inh. Robert Maassen, Colonlalwaren, Bismarckstrasse 25. Hierdurch bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß die Liste der Handwerker, welche an der Abstimmung über die Ausdehnung der Zwanasinnung für das Malerund Anstreicherhandwerk hierselbst auf den Bezirk der Gemeinde Annen teilgenommen haben, vom 1. Mai d. Is. ab 2 Wochen lang, werktäglich vormittags von 9 bis 12½ Uhr und nachmittags von —5½ Uhr im Zimmer Nr. 12 des Rathauses zu Witten zur Einsicht und Erhebung etwaiger Einsprüche der Beteiligten offen gelegt werden wird. Etwa nach Ablauf der vorbezeichneten Frist angebrachte Einsprüche bleiben unberücksichtigt. Witten, den 23. April 1909. Der Kommissar: Pfeiffer, Oberbürgermeister i. V. Einer sagtes dem andern. Sprechstunden bis 10 Uhr abends im Restaurant Jüliger. Sonntags keine Sprechstunden. Staat. Sparkatr! Witten. Wird hiermit veröffentlicht. Annen, den 26. April 1909. Der Amtmann: empfehle ich: Kükenfutter Geflügelfutter Fischmehl Knochenmehl 2c. Em. Haarmann Die Geschäftsräume befinden sich jetzt im neuen Sparkassen=Gebäude, Ruhrstrasse 46, neben Hotel Doß. Die Sparkassen-Verwaltung. Korsetinaus B. Zischberg, Bahnhofstr. 61 Witten, b. d. Post. Wir suchen per sofort einen kräft Steuer Retiamation! Drees. Gebr. Rosenthal Stockum Jedermann sein eigener SteuerReklamant. Vorschriftsmäßige Formulare zur Steuer=Reklamation nebst Belehrung und Anweisung zum Ausfüllen sind stets zu haben bei "— zitz Kuching, neben der Apotheke. 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Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, spätestens im Versteigerungstermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungs. erlöses dem Anspruche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. "„ Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendee Necht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Serketeransterlös an die Stele des verseigerten GegenWitten, den 8. April 1909. Königliches Amtsgericht. von—5 Zimmern nebst Vorratskammer zum 1. Oktober oder November zu vermieten. Näheres in der Exped. d. 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