PerereSTosT Die„Annener Zeitung“ erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Bezugspreis inkl.„Sonntagsblatt“. u.„Humoristische Blätter“ monatlich 40 Pfg. — Telephon=Nr. 334.— Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ertschaften. = A m t l i c h e s O r g a n. Anzeigegebührsfür die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg. Inserate finden bei der großen Auflage der Annener Zeitung weite und billige Verbreitung. — Telephon=Nr. 334.— Die ee iee eich in I. Shrn.— Die schwarzen Listen des rheinisch=wesfälschen Zechenverbandes Arbeiterny acht derant ausgenüßt werde, daß die bekanntlich in Berg=Abeiterkreisen so starke Ansechtungen zu finden, genommen werde dlichlichtet, Arbeit Zentrums im Reschelage. Hierbel zeigte sich der Staatsetkreiär antwortung der Bethmann=Hollweg ertlirt in Ve. v. Bethmann=Holweg wieder technisch als Meister der Rede, pelgrteg, doß Zutexelaton, irig sel die Annahme des Intersachlich aber als warm herziger Arbeiterfreund, mit vollm! Gewers a die dchwarzen Liten gegen S 113 Abs. 3 der Verständnis für die wirschaftlichen und sozialen Interessen und Augs ue u te“ dernn dg. panoele es sich nur um die Bestrebungen der Arbeiteischaft, ohne dabei in Ungerechtigkeit nat Jeugnisen. Alerdings würde man in der Aufgegen die andere Seite zu versalen und sich für die wirschaft= nohme in die schwarzen Listen unter Umständen eine Beleidigung lichen und sozialpoltschen Rotwendigteiten des den Arsei,=(erbicken Lömen. Auch habe ein Landseticht hertn einen Vergebern aufgedrungenen Abwehrkampfes blind zu zeigen. Ohnes die Ereißen die auten Sitten in dem Falle erbickt, wenn geradezu zu der Schuldftage eine bestimmre Stellung zu nehmen, erörterte gemeinen aber ge det dierge dodu 2. ssächrdet werde. Im Aler eine Reihe von Gründen, die es den Industriellen zur Pflichtsgelten. Tafache sei, daß von 2adnachme machen können, sich auch solcher Mittel zu bedienen, die den solche Einrichtungen Lie von dem zunden Acbeiterührern auch Betrofenen in schwererer Weise fühlbar werden. Aber seine um sich. ge unernehzmer getroffen waren, Barlegungen waren doch so sehr von Mitgefühl für die Be= sozialer an Stamm von Arbeitern zu sicherm, Einichtungen troffenen durchwärmt, seine Verurteilung vorgekommener Mmiß= teitulsr Fürforge, scharf bekämpft worden seien. Die Unsteriggrie so bestimmt und scharf und schließlich das, was er als imi Aubeigpengfe, setzegede namentich auch die Sicherheit Ergebnis seiner Verhandlungen mit dem Zechenverband mit=sertiche weat es aber der Fall sei, so seit es wirschaftlich teilen konnte, ein so wesentlicher Erfolg im Sinne der Inter=“ Speteneuu s das Unternehmertum so zu belsen suche und pelanten, daß man für die Behandlung, die er durch HerrnlGesetgebers. Kuse der Interpelaut verlange Einschreiten des Sachse zum Dank hierfür ersuhr, keine andere Erklärung finden dieser=partätsch einschreiten ggec dem Gesetgeber, lo misse kann, als daß seine weit= und warmherzige Teilnahme an dem Parität seien sa.(Sehrrichtgl rechts) Für die Wohlergehen der Arbeiter und zugleich seine auch heute bekundete eingetteten, inden sied die Abs. Bebel und Heine schon früher keundliche Stellungnahme zu den Organisationsbestrebungen derswolle uni e Peiches Zicht und,Sschatten, Vt, besde Telle Arbeiterschaft dem sozialdemokratschen Gewerkschaftsührer un=(Fro, sei eiuer Steik und Boykott leiden alle Teile. Die heimlich sind. Herr von Bethmann=Hollweg legte überzeugend zu einse m Gapse sespebung und Rechtprechung bisher etwas dar, weshalb ein Spezialgesetz auch gegen den Mißbrauch habe die Indikatur des.. sese Ntum das Spersgsten der Unternehner wende, dann mit zeichenlsihedet. Es Lönne alsao die Uue uid und seilne Erstenz ge. Maß auch den Bopkott der Arbeiter treffen müssen. Er führte sich nur auf einen kleiv= 22, leupt seinz, wenn sie die Gründe an, weshalb bei den besonderen Verhältnissen des lsig sei und gegen gonen Besick ertreche, während sie unzulchRuhrgebietes, das Sperrsigstem für die Unternehmer einstweilen Ausperrung deden due auten Sitten verstoßen, könne, wenn die noch unentbehrlich ist. Aber er verurteilte es entschieden als lgesetz wiede aus einem größeren Beztk erolge. Ein Spezialeinen Mißbrauch, wenn seine Handhabung in die Hände unter= wie die besteten gie in der. Lage seinz, i, Pepernper Vee geordneter Beamte gegeben sein solte und wenn, wie es lden Tatbesicn en wechemn, visger der Fall war, das Verfahren heimlich angewendetsan, ein u e PPetehließen. Es gehe doch auch unmöglich wird, so daß der auf die Liste gesetzte Arbeiter davon erst er= von den endeinen Arvetgeber unter Strase zu stellen. Zu dem fährt, wenn er von jeder Zeche, bei der er sich meldet, abge=lgelangen, Iuterpellanten gewünichten Ziel würde man also nur wiesen wid. Der Zechenverband ha, wie der Statsetreit von ihm gespernen Heazu eithe ei,debige, den anderen die allen meinen Freunden glaube ich daher, daß von einer lex specialis in diesem Falle nicht die Rede sein kann. Sitzung vom 30. Januar. Die Etatsüberschreitungen für die Kolonien. Der Reichstag erörterte am Sonnabend die Etatsüberschreitungen im Jahre 1904 für die Kolonien, mußte sich schließlich aber wegen Beschlußunfähigkeit vertagen. Vorwürfen des Abg. Erzberger(Ztr.) trat Staatssekretär Dernburg entgegen. Das Ergebnis der neuen Kolonialanleihe war günstiger als das der voraufgegangenen Staatsanleihe, obwohl sich das Publikum doch erst an den neuen Typ gewöhnen muß. Die Kolonialanleihe=Form wurde gewählt, um die Reichsund Staatsanleihen zu entlasten und zu einer gewissen Schuldentilgung seitens der Kolonien selbst zu kommen. Wenn mit den Aktiven der Otavigesellschaft an der Börse eine wahnsinnige Kurstreiberei verübt worden sei nach einer von ihm, dem Staatssekretär, gehaltenen Rede, so sei er daran nicht schuld. Danach ging es an die Etatsüberschreitungen, deren Genehmigung die Budgetkommission mit gleichzeitiger Gewährung der nachgesuchten Indemnität beantragt. Den Kommissionsantrag, über den namentliche Abstimmung beantragt wird, bekämpft Abg. Ulrich(Soz.), während ihn Abg. Görcke(ntl.) befürwortet. Staatssekretär Dernburg legt dar, daß sich die ganzen Etatsüberschreitungen in Ostasien auf 400000 Mk., d. h. auf 6% der Anschlagssumme beschränkte. Abg. Gamp(Rp.) tritt für Erteilung der Indemnität ein. Abg. Erzberger(Ztr.) beantragt nochmalige Verweisung der Sache an die Kommission. Abg. Graf Ortola(ntl) bezweiselt die Beschlußfähigkeit des Hauses. Da diese tatsächlich nicht vorhanden ist, so vertagt sich das Haus, um erst am Donnerstag zur Beratung des Etats des Reichsamts des Innern wieder zusammenzutreten. Preußisches Abgeoronetenhaus. Sitzung vom 29. Januar. Das preußische Abgeordnetenhaus hat am Freitag die Beamten von der Sorge wegen der ihnen zugesicherten Erhöhungen der Besoldungen befreit. Die ganze Vorlage ist nach den Kommissionsbeschlüssen auf Grund des zwischen den bürgerlichen wiesen wied. Der Zechenverband hot uie der Staatsekreiz=Prunzen, wenn man dem Arbeitgeber, verbitz, dem anderen die Kengsten dutgpbe, secbonnenez, Kompromises unveränder anerklärte ihm mitgetelt, daß die schwaren Listen von nun an Honhast, vetegicen ardener muzutellen. Aber dann misse der derommen. Die Redner aler Parteien gaben zu. daß füur enbekannt gegeben werden sollen. Im Grunde genommen seicht wiche der Abeter duch ebensg, behandet werden. Diel deine Peanten veleicht eine noch weiter Aubesenung witnschene. woar dies auch der Haupteingand, den Her Sache zu ertheben weshal se lich enpsehlen, den Albeitem stets mitzutelen, gereigewesen wär, abez es hite auch mit den Steuerzchtem hate Denn in gevetschaftlichen Iuterese dann es unmagichlarbseiter, haobe auch der uye ie Seieh seten. Edeng wie dersetchnt Borden uid Legen, das zweischneihige Schwer des Gesetzes gegen erlaubtel Gerestgkett deshalb gre sich u Pupinden füir sampfmaßregeln der Arbeitgeber zu Hilse rusen. e erlaubte erreiguggen, besgat wehr er na gegen die Kontratztbrüche. Der Zentrumsgewerkschafter Giesberts hate die Interpelation auf Zie n die sein, daß vorherz ehe ein Arbeiter begcindet. Für die Natonaliberalen sprach Dr. Stesemann. zwar nicht nur von untergeordnetch Veanten svie der Staatssekretär mahnte auch er zum Frieden und zur! Auf Vernundigung, und wie dieser erblickt er die zu erhoffende Ent=) Aut Autrgs Spagn erfolgt wickelung in dem mit der Stärke und Macht der Organisationen Besprechung der Interpellation. zunehmenden Verantwortlikeit der Führer. Auch er lehnte ein Abg. Stresemann(ntl.): Mit Recht hat der Staatsgesetzliches Einschreiten ab, das den Arbeitgebern des Ruhr=sekretär gesagt, daß die Geheimhaltung der Liste zu beanstanden gebietes für die Aufrechterhaltung ihres Betriebs unerläßliche(sei. Die Liste muß öffentlich sein, schon damit der Aufgenommene Abwehrmaßnahmen nehmen oder beschränken würde. Gegen vor Irrtümern behütet ist. Auch eine kürzere Dauer der Ausden Kontraktbruch, wenn er einen solchen Umfang annehme wie sperrung— nicht 6 Monate wie beim Zechenverband— würde im Ruhrgebiet, müsse der Unternehmer sich schützen können. Es der Sperre vieles von ihrer Schärfe nehmen. Befremdet hat die genüge die Beseitigung des Geheimhaltens der schwarzen Listen. außerordentlich große Zahl der von jenem Verband Gesperrten: Diese Forderung müsse aber erhoben werden. Der national=[5200 Mann. So sehr wir bereit sind, die Unternehmer gegen liberale Redner benutzte die Gelegenheit, um auch von der Kontraktbruch zu schützen, so müssen wir doch zugeben, daß dieses Tribüne des Hauses die Mißbilligung über den bekannten,[System der schwarzen Listen, wie es jetzt besteht, vor einer uninzwischen zurückgezogenen Erlaß des Verbandes bayerischer parteischen Prüsung nicht standhält. Das Borgehen der Metallindustrieller gegen ihre kaufmännischen und technischen bayerischen Metallindustriellen hat in der Industrie Deutschlands Angestellten zum Ausdruck zu bringen; er knüpfte daran die weiter kein Echo gefunden, ist vielmehr gemißbilligt worden. Mahnung an diese, ihrerseits die gemeinsamen Interessen Der bekannte Erlaß jenes Metallindustriellen=Verbandes ist ja zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nicht zu vergessen. auch zurückgezogen worden.(Ruf links: nur formell!) Rein, Heute kamen noch die beiden Parteien der Rechten zum Wort. sklipp und klar! Redner legt weiter dar: Auch den Angestellten Sowohl Dr. Wagner wie Herr von Dirksen sprachen in versöhn= dürfe das Recht der freien Meinungsäußerung nicht eingeschränkt lichem Geiste.(Siehe auch den ausführlichen Reichstagsbericht werden. Aber unmöglich kann man die Unternehmer unter ein vom 29. Januar.): Ausnahmegesetz stellen, indem man ihnen durch Gesetz die Sperre verbietet, während den Arbeitern der Boykott erlaubt bleibe. Den Weg der Gesetzgebung hier zu beschreiten, sei also verfehlt. Abg. Dr. Wagner(kons.): Meine Freunde sind bereit, in einer anderen Richtung für deu Ausbau des Koalitionswesens mitzuarbeiten; aber selbstverständlich nur in der Weise, wie das der Staatssekretär dargelegt hat, d. h. in der Weise, daß paritätisch vorgegangen wird. Unmöglich ist es, und darin stimmen wir mit dem Vorredner durchaus überein, etwa ein Ausnahmegesetz gegen die Unternehmer zu schaffen. Nur der Klassenkampf macht es, daß bei uns die Gegensätze zwischen Unternehmern und Arbeitern solche Schärfe annehmen. Abg. Sachse(Soz.): Die Rede des Staatssekretärs heute hat mich so recht an einen Ausspruch seines Vorgängers, von Bötticher, erinnert, der dahin ging:„Meine Herren, wir arbeiten ja nur für Sie!“ Rämlich für die Unternehmer! Abg. von Dirchsen(Rp.): Die Vorgänge im Ruhrrevier sollte man nicht zu sehr generalisieren. Die Verabredungen im Zechenverband sind mir nicht sympathifch, eine zu lange Aussperrung ist eine zu große Härte. Aber der Ausdruck Grubenterrorismus, wie ihn auch der Zentrumsredner gebraucht hat, Denüscher Bechesag, Sitzung vom 29. Januar. Die schwarzen Listen des rheinisch=westfälischen Zechen=Verbandes. Auf der Tagesordnung vom Freitag steht die Interpellation Graf Hompesch betr. Sicherung des Arbeitsvertrags und des Koalitionsrechts(schwarze Listen.) Staatssekretär von Bethmann=Hollweg erklärt sich zur sofortigen Beantwortung bereit. Abg. Giesberts(Ztr.) führt in Begründung der Interpellation aus: Die Methode der Arbeitssperre, der schwarzen Listen, sei schon früher wiederholt zur Sprache gekommen. Hier handele es sich gegenwärtig weniger um allgemeine ArbeitsKeeter, als um Sperre gegen einzelne, besonders mißliebige Ppeuguen:, Diese schwarzen Listen ständen im Widerspruch zu § 113 Abs. 3 der Gewerbeordnung. Arbeitsnachweise der Arbeitgeber in Verbindung mit schwarzen Listen seien auch eine schwere! Beschränkung der Freizügigkeit. Nach seinen, Redners, Erkundigungen beständen fast in allen Gegenden Deutschlands derartige Vereinbarungen, vor allem im rheinisch=westfälischen Gebiet. Redner geht dann auch auf die betreffenden Abmachungen Bieige Ae eg ie aden Betchihen anihag un dieses Systems habe dort ein enormer Wechsel in der erschaft der einzelnen Werbe stattgefunden. Das ganze Lohnzahlungswesen im Ruhrbergbau mit seinem Prämienwesen sei ungesund. Auf die Dauer könne der Gesetzgeber unmöglich gerechner werden mussen, denen größere Lasten nicht aufgebürdet werden könnten. Sitzung vom 30. Januar. Nach einer ganzen Reihe von lebhaften und bewegten Sitzungen kommen nun auch für das Abgeordnetenhaus ruhige Tage. Am Sonnabend wurde nach unwesentlicher Debatte der Antrag auf Aussetzung der Vollstreckung der gegen den Abg. Liebknecht(Soz.) erkannten Festungshast abgelehnt, und wurden ferner die freisinnig=sozialistischen Anträge auf Abänderung der Verfassung dahin, daß kein Mitglied des Landtages während einer Session zum Zwecke der Strafvollstreckung verhaftet werden darf, der Justizkommission überwiesen. Dann begann die zweite Lesung des Justizetats. Erörtert wurde u. a. der übergroße Andrang zur Justiz=Laufbahn, dessen Verminderung als sehr erwünscht bezeichnet wurde, ferner die Beschäftigung der Gefangenen, die jetzt mehr für die Landwirtschaft und für fiskalische Zwecke arbeiten. Abg. Böhmer(kons.) bittet, die Staatsanwälte möchten die kleinen Sachen nicht immer in die letzte Instanz treiben. Bell Gorz Vereinsachung in der Verwatung, ebenso Abg. Justizminister Beseler antwortet, er habe schon eine ganze Menge von Neuerungen eingeführt, und werde auch damit fortfahren. Uebereilungen seien aber bei der Justiz nicht angängig. Die Freilassung des Fürsten Eulenburg beruhe auf einem Beschluß des Kammergerichts in Berlin. Abg. Gottschalk(ntl.) hofft, die Qualität der Referendare würde unter der neuen Prüfungsordnung endlich besser werden. Rächste Sitzung Donnerstag.(3. Lesung der Besoldungsvorlage. Derusches Feich. — Vom Kaiserhof. Der Kaiser stattete am Sonnabend, dem Todestage des Kronprinzen Rudolf von Oesterreich, dem österreichischen Botschafter in Berlin einen einstündigen Besuch ab. Am Sonntag besuchten die Majestäten den Gottesdienst und unternahmen Nachmittags eine Ausfahrt. Am Mittwoch findet im Berliner Schlosse der erste der beiden Hofbälle statt, der zweite folgt am Fastnachtsabend.— Der Herrenmeister des Johanniter=Ordens, Prinz Eitel Friedrich von Preußen, hält am heutigen Montag in Berlin ein Kapitel ab. — Zum Besuche des englischen Königspaares in Berlin, dessen Ankunst dort am Dienstag Mittag kommender Woche erfolgt, weist die„R. A..“ nochmals darauf hin, daß man hoffen dürfte, von snun ab in beiden Ländern größere Reigung zum Verstehen und zur Verständigung zu finden.— Das Organ des Reichskanzlers schreibt:„Die überaus mitag urteilen wern in ihm etwas mehr Arbeitageber säzen, ie TeaidenPanadung pge duiet der Anktündigung dieses Ereignisse milber urtenten, wenn in ihm erwas mehr Arpengenet sußen. Uebersehen darf man auch nicht die systematische Bethetzung der Arbeiter im Grubenrevier. Wie ist auch hier heute von dem Abgeordneten Giesberts von den Grubenunternehmern, den Grubenbaronen, wie er sie nannte, gesprochen worden! Keineswegs kann es sich hier um ein einseitiges Vorgehen gegen die Unternehmer handeln, sondern nur um gleiches Recht für alle! Mit in beiden Ländern zu teil geworden ist, hat gezeigt, daß in Deutschland und England der Wunsch lebendig ist, die Berliner Monarchen=Begegnung zum Ausgangspunkte einer von gegenseitigem Verständnis getragenen Gestaltung und Pflege des Verhältnisses beider Völker zu einander zu machen.“ — Der Reichskanzler und die konservative Partei. Die„Kreuzztg.“ bespricht ausführlich das Verhältnis zwischen Kanzler und Konservativen und stellt fest, daß die Letzteren nicht vom Block los wollen, ebensowenig, wie sie gegen Fürst Bülow Partei zu nehmen gedenken. Unangehmbar bleibt für sie aber die Nachlaßsteuer, die durch etwas Anderes — Bis zum Krematorium. Die Leiche des verstorbenen Prinzen von Sachsen=Weimar ist, wie mitgeteilt, durch Feuer bestattet worden. Dazu wird noch berichtet, daß die Herzöge von Württemberg, unter ihnen der Thronfolger Herzog Albrecht, den Leichenzug verließ, als er sich dem Verbrennungs=Raum zu bewegte. Dagegen betraten der König von Württemberg und der Großherzog von Sachsen=Weimar als erste regierende Fürsten das Krematorium.(Das Verhalten der Herzöge erklärt sich daraus, daß dieselben der katholischen Kirche angehören, während dor Zie Fagezor dnung des am Montag in Verin begonnenen deutschen Bergarbeiter=Kongresses lautet: von Gruben=Kontrolleuren, welche von den Bergleuten aus ihrer Mitte gewählt und vom Staate bezahlt werden. 2. Einführung eines Reichsberggesetzes unter besonderer Beachtung des Berg= arbeiterschutzes und Regelung des Strafwesens, Einführung der achtstündigen Schichtzeit und einheitlichen Reform des Knappschaftswesens. 3. Verbot und Bestrafung der schwarzen Listensysteme und der dauernden Sperren. 0— Zur Reichs=Finanz=Reform. Einen Ersatz für die viel bekämpfte Gas= und Elektrizitätssteuer will man ja jetzt gefunden haben, in der betreffenden Reichstags=Kommission soll eine Kohlensteuer vorgeschlagen werden. Ob sie wird, untersteht freilich einem großen Fragezeichen. Bier= und Tabaksteuer werden, wie die Dinge nun einmal liegen, zweiffellos mehr, wie bisher, bluten müssen, für das Spiritus=Monopol kommt eine anderweitige Besteuerung, für die Inseratensteuer wird die zu reformierende Fahrkartensteuer beibehalten, bleibr also die kritische Rachlaßsteuer. Barüber steht der dunkle Himmel, aus dem bisher kein Verständigungsstern leuchtet. Ueberall in Deutschland finden Versammlungen von Landwirten statt, die etct basen weictern. Eoquelin hat auch die Teilnahme des deutschen Kaisers gefunden. Der deutsche Botschafter Fürst Radolin hat im Ramen der Monarchen einen Kranz auf dem Sarge des Minnen niedergelegt. Rußland. In Petersburg dauern die scharfen Kritiken der hohen Kommissionsgebühren fort, die sich die Pariser und Londoner hohe Finanz für die Vermittlung der letzten großen Anleihen bezahlen ließ. Der Betrag soll 19½ Millionen Rubel ausnachen. Das ist ein Geschäftl Die Balkan=Wirren. Die Balkan=Händel waren dadurch wieder komplizierter geworden, daß die Türkei neben einer ermäßigten Geldentschädigung von den Bulgaren die Anerkennung ihrer Souveränitätsrechte über die rumelische Ostbahn und eine Grenz=Regulierung verlangte. Die gesamten Großmächte sind aber sofort in Konstantinopel vorstellig geworden, den Bogen nicht zu überspannen und sich mit der Baarzahlung zu begnügen, und ebenso in Sofia, um die wieder auflodernde Kriegslust zu dämpfen. Wenn es auch an Pessimisten nicht fehlt, so kann man doch erwarten, daß dies energische Zureden helfen wird, und die direkten Verhandlungen zwischen beiden Parteien ihren Fortgang nehmen werden. Gut und schlecht Wetter kann aber immerhin noch eine Weile abwechseln. Eine serbische Forderung, den Bezirk Rovibazar zwischen Serbien und Montenegro zu teilen, findet in Wien wie in Konstantinopel den allerentschiedensten Widerspruch. Ebenso sind Meldungen von einer Verletzung der montenogrinischen Grenze durch vier österreichische Bataillone falsch.— Unter den Konstantinopeler Militärschülern war, wie mitgeteilt, eine offene Revolte ausgebrochen, die jetzt wieder gedämpft ist. 60 der jungen Leute find verhaftet. Nueland Lokale und provinzielle Nachrichten. Oesterreich=Angarn. In Prag waren am Sonntag große Vorbereitungen zur Unterdrückung von Tumulten getroffen. An Reibereien hat es aber doch nicht gefehlt, und das wird auch nicht eher anders werden, bis nicht von Reuem der Belagerungszustand kommt. Die Tschechen werden ja toll, wenn sie die Studenten mit den deutschen Farben sehen. Frankreich. Die Franzosen über Kaiser Wilhelms Geburtstag. Paris, 30. Jan. Der„Temps“ bringt einen sehr interessanten Artikel über den Geburtstag des Kaisers, in welchem es u. a. heißt: Des Kaisers einziger Fehler war, nicht einzusehen, daß seine rednerischen Leistungen und sein stetes Hervortreten für sein Volk ein Bruch aller Gewohnheiten bedeute und daß dieser Bruch sich gelegentlich rächen müsse. Das geschah bei den bekannten Ereignissen des November, und zwar mit einer Heftigkeit, die ungerecht war und deshalb eine Reaktion hervorrufen mußte. Die Feier des 50. Geburtstages hat Gelegenheit gegeben, diese Umkehr des Volksempfindens zu zeigen. Der„Tenzgözschließt: Wir haben nie gewünscht, daß der Riß zwischen Withelm 1I. und seinem Volke größer würde. Wilhelm II. hat beim Antritt seiner Regierung in Frankreich persönliche Sympathien gefunden, die erst durch die deutsche Politik der letzten Jahre gemindert wurde. Wir haben trotzdem jetzt den Eindruck, daß ihm für diese Politik die schwerste Verantwortung nicht zufällt. Wir haben vielmehr durch bürokratische Unverantwortlichkeit als durch kaiserlichen Absolutismus gelitten. Ein Deutschland in Erregung, konnte leicht ein kriegerisches Deutschland werden. Ist der Kaiser in Zukunft mehr Herr seiner Politik, als er es früher zu sein vermochte, so wird der materielle und moralische Frieden Europas Aufführungen aus dem Militärleben: Seine Majestät, Hurra und fidele Rekruten. Nach Beendigung des Konzertes machte die ganze Festgesellschaft eine Polonaise zum Kriegerdenkmal, woselbst Herr Dr. Hügemeyer in einer einen tiefen Eindruck machenden Rede unseres lieben deutschen Daterlandes gedachte. Nach der Rückkehr im Festlokale begann der Festball, dem Alt und Jung in schier unermüdlicher Weise bis zur Morgenstunde huldigte. Alles in Allem: Es war ein sehr schönes Fest! Annen, 1. Febr.(Aufblühender Bergbau.) Für die kleine Zeche„Bergmann“ im Kohlensiepen bei unserem Ort, die ihren Vorbesitzern manchmal Kopfschmerzen gemacht-hat und die jetzt im Besitze eines größeren Konsortiums istscheint nunmehr eine Blüteperiode kommen zu sollen. Sie soll zu einem größeren Bergwerksbetrieb umgewandelt„werden; zu diesem Behufe hat das Konsortium mehrere kleine Grubenfelder, die mit„Bergmann“ markscheidern angekauft. Die Vergrößerung des Betriebes wird in diesem Jahre inAngriff genommen. Zeche„Bergmann“ hat Bahnanschluß an die Blockstation Timmerbeil der Strecke WittenWetter Gtlckauf!„ 6342— Wtet Annen, 1. Februar.(Aus ben evangelischen Arbeitervereinen.) Im evangel. Gemeindehause zu Witten wurde heute morgen ein vom Gesamtverband evangel. Arbeiter=Vereine Deutschlands veranstalteter sozialer Kursus für evangel. Arbeitersekretäre eröffnet, zu welchem aus ganz Deutschland über 30 Sekretäre erschienen sind. Nach einer kleinen Begrüßungsfeier hielt der begeisterte Vorkämpfer der christlich=patriotischen Arbeiterbewegung, Herr Pfarrer Dr. Weber=.=Gladbach einen hochinteressanten Vortrag über die Bedeutung des Kapitalismus. Herr Generalsekretär Martin=Witten sprach über das aktuelle Thema:„Die innere Belebung der Vereine nach der sozialen Seite durch Vorträge, Besprechungen, Bücherei und praktischen Arbeiten, während Herr Arbeitssekretär Knebel=Elberfeld über„das Vertrauensmännersystem in den Vereinen referierte. Der bis zum 6. Februar dauernde Kursus sieht eine Reihe sozialer und apologetischer Dorträge und Diskussionsabende vor, die gewiß zum weiteren Ausbau und zur Ausbreitung der hochwichtigen Sache dienen ½ Annen, 1. Febr.(Zur Beachtung.) In nur geringem Maße dürfte es bekannt sein, daß Schüler von Maschinenbauund Baugewerkschulen aus Kreismitteln zum Schulbesuch Stipendien erlangen können. Wir weisen deshalb hierauf besonders hin und bemerken, daß etwaige Anträge auf Gewährung von Stipendien jetzt bei den Ortsbehörden des Wohnortes angebracht werden müssen. * Annen, 1. Febr.(Kaisersgeburtstag.) Einigkeit macht stark! dachten die hiesigen Spezialwaffenvereine und feierten dieses Mal den Kaisersgeburtstag in wirklich großartiger Weise zusammen. Auf den in jeder Art äußerst gelungenen Verlauf können, das sei schon vorweg bemerkt, die veranstaltenden Garde=, Artillerie=, Kavallerie= und Marineverein mit Recht stolz In stattlicher Beteiligung marschierten morgens 10 Uhr die Vereine zu den Gotteshäusern, um an den Festgottesdiensten in corelgunedwen. Dy der Teriesz Psalim 101 v. 6: Meinek hsl Wartenberg, I. Februar.(Eine Verhastung) mit Hindersehen nach den Treuen im Lande“ in von echtem Patrio=(tissen wurde hier obrgenommen. Der Bergmann J. von hier ganz„vergessen“, eine über ihn verhängte Gefängnisstrafe dort später von einem Beamten abgeholt werden sollte, verschwand er wieder und zwar unter fürsorglicher nur umso besser gesichert sein. Das Begrähnis des berühmten französischen Schauspielers die Kapelle nur zum Ausgang das innige:„Ich bete an die Macht der Liebe“ spielte. Rach Beendigung des Festgottesdienstes formierten sich die Vereine unter dem Kommando des Herrn Leutnants d. R. Schulte=Wullen und machten nun einen längeren Festzug durch den westlichen Teil unserer Gemeinde zum Festlokale. Bei den frischen Klängen der Musik blieben die Kameraden dann noch ein Stündchen im Frühschoppenkonzert zusammen. Um 5 Uhr begann im Westf. Hofe die eigentliche Festfeier. So besetzt wie kurz nach Beginn des Konzertes haben wir die geräumigen Säle selten gesehen, selbst das bescheidenste Plätzchen war in Anspruch genommen, da außer den vielen ehemaligen Soldaten mit ihren Angehörigen noch über 400 Gäste zur Stelle waren. Das Konzert, welches des Guten und Schönen recht viel bot, wurde in sehr exakter und beifälliger Weise von dem Trompetercorps des westf. Kürassier=Regiments von Driesen Nr. 4 aus Münster gegeben und konnte die sehr fleißig spielende Kapelle den stets zunehmenden Beifall nur durch eine Anzahl ansprechender Zugaben beschwichtigen. Die Festrede hatte Herr Dr. Reschop übernommen, welcher in kernigen Worten Se. Majestät Kaiser Wilhelm II. als Friedensheld feierte und ihm ein begeistert aufgenommenes Hoch darbrachte. Kraftvoll stimmte ein Fenster ins Freie. Jetzt wurde er aber verfolgt, eingeholt und in Nr. Sicher abgelisfer, e, Gehurtotag Gr. am.=stut 8 * Stockum, 1. Febr.(Der Gevurislag Sr. Majestal des Kaisers) wurde bereits am Mittwoch Morgen durch Reveille vom Trommler= und Pfeiferkorps der evang. Volksschule eingeleitet. Des Nachmittags fand eine Nachfeier der Kinder mit ihren Lehrern und Eltern im Kalthoff'schen Saale statt. Gestern Morgen zogen mit klingendem Spiele der Landwehr= und Kriegerverein und die Freiwillige Feuerwehr durch die Hauptstraßen der Gemeinde zum Festgottesdienste in der evang. bezw. kath. Kirche. Nach dem Gottesdienste wurde im Vereinslokale ein ordentlicher Frühschoppen genehmigt, und nach Absingen zweier patriotischer Lieder ging man dann auseinander, um mit frischer Kraft sich zu der um 5 Uhr nachmittags staufindenden Hauptfeier einzufinden, was denn auch vollauf getan wurde; der geräumige Saal war dicht besetzt. Eröffnet wurde die Feier mit dem Marsch„Unter dem Siegesbanner“ von der Merkert'schen Kapelle. Der 1. Vorsitzende, Herr Oberleutnant Schulze=Belling= hausen gedachte in echt patriotischen Worten des segensreichen Wirkens unseres Kaisers und brachte er unter begeisterter ZuDn im Stegertuang dn. Sechr nette ühmettietung wrachten Ren. Jg###### Sstecter Thte Die Juwelen des Barons. Kriminal=Erzählung von Fritz Reutter. (Nachdruck verboten.) 3. „Dann könnten Sie mir raten, wie ich die meinen am besten aufbewahre," versetzte er einen Augenblick später voll jugendlicher Vertrauensseligkeit.„Es ist ein Glück für mich, daß ich es Ihnen mitteilte. Einige der Steine haben einen beträchtlichen Wert— und ich weiß nicht recht, wohin ich sie tun soll, damit sie in Sicherheit sind; ich habe nie zuvor Ebeisteine mit mir geführt, und so werde ich zuletzt ganz nervös beim Gedanken, ich könnte sie verlieren. Sie verstehen mich schon.“ Und er nickte mir bedeutungsvoll zu.„Was würden Sie mir eigentlich raten? Wo soll ich sie aufbewahren?" „Auf Ihnen,“ erklärte ich entschieden. „Aber wo?“ Er war doch einfältiger, als ich geglaubt hätte. „Mein lieber Hobson,“ antwortete ich und konnte mich kaum enthalten zu lachen,„machen Sie es doch wie ich: stecken Sie die Steine in einen Beutel, den Sie mit Lederriemen verschließen können. Legen Sie die Riemen um Ihren Hals und tragen Sie den Beutel Tag und Racht unter Ihren Kleidern.“ „Auch bei Nacht?“ fragte er besorgt. „Natürlich. Sie können sie nachts ebensogut verlieren wie „Ich danke Ihnen sehr; erwiderte er.„Ich werde Ihren Rat noch heute abend befolgen. Hätten Sie nicht Lust,“ fügte er plötzlich hinzu,„meine Steine einmal anzusehen? Ich möchte ja nicht, daß sie sonst jemand zu Gesicht kämen, aber Ihnen könnte ich sie schon einmal zeigen. Alle Passagiere sind jetzt auf Deck, da könnten wir gerade in meine Kabine hinuntergehen und meine Steine mustern. Wollen Sie?“ Meine Kenntnis von Edelsteinen war nicht weit her, jedenfalls konnte ich einen Simili nicht von einem echten Diamanten unterscheiden; da es ihm aber gar so sehr am Herzen lag, mir seine Steine zeigen zu dürfen, wollte ich ihn auch nicht abweisen und versetzte einfach:„Ja, wenn Sie wollen.“ In Hobsons Kabine war es sehr dunkel, und nachdem er mich hatte eintreten lassen, schloßf er zuallererst die Türe und machte dann ert Lithzt.. gber==ai. une uien. „Ich möchte nicht, daß uns jemand überraschie und storte,“ sprach er in geheimnisvollem Flüsterton und wies nach der Türe. blieb er einen Augenblick wie unentschlossen stehen; plötzlich aber raffte er sich zusammen und zog energisch ein kleines Bündel aus der Tasche und begann es zu öffnen. Meines Erachtens waren diese Steine von keinem besonderen Wert; aber ich war ja kein Kenner und hätte ihm meine Meinung ums Leben nicht gesagt. In seiner Sammlung befanden sich einige wenige Saphire — einer derselben war allerdings von besonderer Größe, aber ungeschliffen— und einige hübsche Türkise, aber nicht von ganz reinem Wasser. Voll lebhafter Bewunderung hob er die Steine gegen das Licht empor und legte sie wieder auf den Tisch „Ich werde sie in Gold fassen lassen, und sie werden sich an ihrem Arm als Bracelette wunderschön ausnehmen.“ sprach er leise. Der arme Kerl war sehr verliebt. Dann fügte er bescheiden hinzu:„Aber jedenfalls sind sie nichts im Vergleich zu Ihren Steinen?“ Ich lächelte selbstzufrieden vor mich hin beim Gedanken an seine Verwunderung, wenn ich sie ihm vor Augen führen werde, ich sagte daher kurz:„Möchten Sie sie sehen? Und selbst urteilen?“ „O, wenn ich Ihnen nicht zu viel Mühe verursache, ganz gerne!“ rief er dankbaren Herzens und blitzenden Auges.„Ich hätte es nicht gewagt, Sie darum zu bitten. Haben Sie sie te bch Ich nickte und begann meinen Roc aufzunnopfen. Im gleichen Augenblick wurde an der Türe geklopft und eine Stimme ließ sich von draußen vernehmen:„Herr Hobson, Hobson! Kommen Sie! Man sucht Sie!" Hobson sprang auf und blickte wütend um sich. „Hobson!“ rief die Stimme von neuem. Kommen Sie, man braucht Sie!" „Knöpfen Sie Ihren Rock wieder zu,“ flüsterte er mir zu, empört über diese Störung, und mit einem Fluch auf den Lippen öffnete er die Türe. Armer Hobson! Ich sah wohl, wie ärgerlich er war über die Störung; doch beruhigte er sich wieder und eine Weile später ging er mit dem Herrn lachend davon, um an der Probe für eine kleine Theateraufführung teilzunehmen. Man hatte ihn gebeten, eine Rolle zu übernehmen, und den ganzen Abend über bekam ich ihn nicht mehr zu Gesicht. Als ich am folgenden Morgen in aller Frühe meinen Morgenspaziergang machte, gesellte er sich zu mir, legte seinen Arm in den meinen und sprach lächelnd: Ich war übel gelaunt gestern abend, nicht wahr!“ „Ja, aber nicht für lange,“ antwortete ich.„Ich bewunderte Sie, wie rasch sich Ihr Unwille legte; übrigens aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“... S4. Lämntmn u. 2i, „Ja,“ versetzte er lächelno.„Sie konnten sie mir ein anders Mal zeigen. Oder vielleicht ist's noch besser, wenn ich sie gar nicht sehe. Sie könnten meinem Dünkel einen Dämpfer aufsetzen; denn diese Steine, die ich für meine Braut gesammelt habe, sind alles, was ich vermasg.„. Ian Ste. Auf einmal schien er alles Interesse an den Steinen verloren zu haben, denn er begann von Deutschland und von Berlin szu reden, worüber er nur unbestimmte und unklare Kenntnisse besaß. Als er jedoch merkte, daß ich mit der deutschen Hauptstadt aufs genaueste bekannt war, befragte er mich über alles mögliche und nahm mir schließlich das Versprechen ab, mit ihm im Kaiserhof zu speisen, den er nur den Ramen nach kannte, und hernach ins Königliche Schauspielhaus zu gehen. Er wollte, daß ich ihn am Abend unserer Ankunft selbst begleite, was ich aber entschieden abschlug. Denn meine Schwester Käthe die mit ihrem Kanarienvogel Hansel(der nach mir benannt worden war) ein kleines Haus in Grunewald bewohnte, hätte es natürlich übel genommen, wenn ich sie nicht sofort nach meiner Ankunst aufgesucht hätte. Daß ich eine Schwester hatte, interessierte Hobson ganz sonders und er stellte allerlei Fragen über sie. War sie jung und hübsch? Lebte sie allein? Würde ich bei ihr Wohnung nehmen? War Grunewald eine Straße oder ein Dorort? Etwas abgelegen? usw. Das Interesse, das er für mich und meine Angehörigen an den Tag legte, gefiel mir ganz gut, denn alles, was er von mir erfuhr, schien ihm wirklich Freude zu bereiten, so daß ich ihn schließlich einlud, mich und meine Schwester besuchen zu wollen, zu welchem Zweck ich ihm auch ihre Adresse übergav...(16; Bastric, acer n Unsere Fahrt dauerte lange, verstrich aber auf ganz angenehme, wenn auch höchst ereignislose Art; außer einer gelegentlichen Tanzunterhaltung und jener Theatervorstellung unterbrach nichts das gleichförmige Leben an Bord des Dampfers. Jene Theatervorstellung indessen hatte großen Erfolg gehabt, besonders dank der Schauspielerkunst meines Freundes Hobson, der sich von da an noch mehr als bisher die Gunst aller an Bord erwarb. Es war bitterlich kalt, als wir zu Anfang Januar in Hamburg landeten, und mein Heimatland schien sich hinter einem dichten Rebelschleier versteckt zu haben. Auch die Reise nach Berlin war nichts weniger als angenehm, da wir im Expreß zu Hobsons großem Verdruß wie Heringe zusammengepreßt reisten; denn Hobson hatte es sich nicht nehmen lassen, mit mir direkt nach der Hauptstadt zu fahren, er hat auch, allerdings vergebens, sich bemüht, eine Wagenabteilung für uns zu reservieren. Als wir endlich in Berlin ankamen, bestand er darauf, für mich einen Wagen zu besorgen, ehe er sich um sein Gepäck kümmerte. Erst als ich dem Kutscher die Adresse meiner Schwester zugerufen hatte, nahm er Abschied von mir und verschwand im Gedränge. Merkwürdig! Als ich am Ziel meiner Reise ankam, Mauerstraße 23, Grunewald, eilte ich, ohne mich weiter umzusehen, auf das Häuschen zu und trat ins Zimmer. „Grüß Dich Gott, Käthe!“ rief ich. Eine blasse Dame in mittleren Jahren erhob sich bestürzt, wie ich eintrat, und ich blieb wie angenagelt stehen. Das war gar nicht meine Schwester. Die Sache klärte sich jedoch bald auf: meine Schwester hatte vor kurzem die Wohnung gewechselt und schon zu wiederholten Malen war diese blasse Dame kleinen Unannehmlichkeiten ausgesetzt worden, weil immer noch Leute vorsprachen, um meine Schwester zu besuchen. Ich entschuldigte mich, und sie gab mir Käthes neue Adresse und ich eilte der ganz in der Rähe liegenden neuen Wohnung zu. Daß ich ins falsche Haus geraten, war an und für sich ein Ereignis ohne jeden Belang, das ich sicherlich bald wieder vergessen hätte, wenn ich nicht durch etwas sehr Trauriges hemnach wieder erinnert worden wäre.(Fortsetzung folgt.) stimmung zun stehend sang n sondern Beifa Kommando de mit den Einal „Reteuten=Aus und anhaltend begann der B schmückung de halb der BüstInschrift:„Sverlief ohne je Heven, Zeche Helene 1 von denen 6 liegen, und de Witten zum Ausschluß des erstanden wur Hypothekenglä sparkasse Bock Zinseg. Löttring in der vergano ausgeführt. 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Besondern Beifall erzielten die Theateraufführungen unter dem Kommando des gestrengen Regisseurs Herrn Lehrer Zimmermann mit den Einaktern„Kaisers Geburtstag in der Mühle" und „Retruten=Aushebung in Kalau“ wobei die Lachmuskeln oftmals und anhaltend in Bewegung gesetzt wurden. Nach dem Konzert begann der Ball. Es ist noch zu erwähnen die schöne Ausschmückung des Saales, über der Theaterbühne z. B. war unterhalb der Büste Sr. Majestät ein Transparent mit der leuchtenden Inschrift:„Schier 50 Jahre bist du alt“, angebracht. Die Feier verlief ohne jeglichen Mißton. Heven, 30. Jan.(Oeffentlicher Verkauf.) Die ehemalige Zeche Helene mit dem dazugehörenden Grundbesitz, den Häusern, von denen 6 Doppelhäuser mit Arbeiterwohnungen in Witten liegen, und dem Eisenbahn=Anschluß kamen heute am Amtsgericht Witten zum öffentlichen Verkauf. Der ganze Besitz ist, mit Ausschluß des Bahnanschlusses, welcher von der Gemeinde Heven erstanden wurde, Eigentum des an zweiter Stelle stehenden Hypothekengläubigers geworden. An erster Stelle hat die Amtssparkasse Bochum die Belastung mit 140000 Mk. und den Zinsen. Löttringhausen, 31. Jan.(Ein Einbruchsdiebstahl) wurde in der vergangenen Nacht hier bei dem Wirt Wilhelm Meinberg ausgeführt. Der oder die Diebe haben an der Wirtschaftsstube eine Fensterscheibe eingedrückt und sind dann eingestiegen. In der Wirtsstube und den nebenan liegenden Zimmern haben dieselben versucht, einige Schränke zu öffnen, was ihnen aber nicht gelungen ist. Den Dieben sind nur mehrere Kisten Zigarren und Zigaretten sowie ein noch guter Kaisermantel in die Hände gefallen. Die Diebe müssen hauptsächlich nach Geld gesucht haben, denn Silbersachen wie Löffel und Kannen haben dieselben nicht mitgenommen. Don ihnen fehlt noch jede Spur. Holzen, b. Frödenberg, 29. Jan.(Schrecklicher Unglücksfall.) Auf der Eisenbahnstrecke Frödenberg bis Menden ereignete sich heute früh ein schrecklicher Unglücksfall. Das Gefährt eines Landwirtes wollte die offene Strecke passieren, aber im selben Augenblick kam der Zug 6,56 ab Menden und überfuhr das Gefährt. Der Wagen ist vollständig zertrümmert, der Begleiter des Fuhrwerks wurde überfahren und getötet. Wie wir noch heute weiter über den schrecklichen Unglücksfall hören, soll außer dem Knecht auch der Besitzer des Wagens verunglückt sein. Weitere Einzelheiten fehlen noch. Hagen, 30. Jan.(Mißglückter Kinderraub.) 3 Personen drangen in ein Haus ein, um einen Kinderraub auszuführen. Es galt die Entführung der gelegentlich einer Ehescheidung dem Dater zugesprochenen Kinder durch die Mutter und deren Helfershelfer. Die Tat mißlang jedoch, obwohl die verschlossenen Räume durch Nachschlüssel zugänglich gemacht wurden. Hagen, 1. Febr.(Vom Schnellzuge erfaßt) wurde Freitag Nachmittag der Lokomotivführer Schäfer aus Vorhalle des von Kupferdreh nach Hagen fahrenden Personenzuges. Da der Zug keine Einfahrt hatte, mußte er auf der Station Hagen halten. Hierbei verließ der Beamte den Lokomotivführerstand, um an der Maschine etwas zu untersuchen, wobei er von einem auf dem Rebengleise herankommenden Schnellzug erfaßt und zu Boden geworfen wurde. Schäfer starb auf dem Transport zum Josephshospital in Hagen. Hagen i.., 1. Februar.(Im Streit erstochen) wurde gestern der hier wohnende 51 Jahre alte italienische Arbeiter Debarba von dem 21 Jahre alten Italiener Zelli. Die beiden waren auf der Schützenstraße in einen Wortwechsel geraten, in dessen Verlauf Debarba einen Herzstich erhielt und kurz darauf starb. Der Täter wurde noch am Abend am Hagener Bahnhof verhaftet. Gelsenkirchen, 30. Jan.(3 Selbstmorde.) Wahrscheinlich infolge eines Schwermutsanfalles erhängte sich heute der Postbote Bals von hier. Im benachbarten Herten erhängte sich aus denselben Motiven die Ehefrau Dagert und in Hochlarmarck der Bergmann Schwabe. Mülheim(Ruhr), 30. Jan.(Wegen Kindesmord) wurde in Mülheim=Ruhr=Styrum die 25 Jahre alte Dienstmagd Anna Kohley verhaftet. Sie hatte das Kind gleich nach der Geburt in eine Düngergrube geworfen. Das Mädchen gestand die Tat ein, will aber aus Verzweiflung gehandelt haben. Das Kind hat nach der Geburt gelebt. Düsseldorf, 30. Jan.(Frecher Raubanfall.) Als gestern Abend der Angestellte eines hiesigen Geschäftes am Schalter des Postamtes in der Schadowstraße eine Summe von 800 Mark einzahlen wollte, entriß ein unbekannter nebenstehender Mensch dem Geschäftsangestellten das Geld und suchte das Weite. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, des Täters habhaft zu werden. Aachen, 29. Jan.(Neue Talsperre.) Der Kreistag des Landkreises Aachen beschloß endgültig, am Dreiläger=Bach bei Roetgen in der Eifel mit einem Kostenaufwande von 5,2 Millionen Mark eine Talsperre zu errichten, die zur Versorgung des Landkreises mit Trinkwasser dienen soll. Der Kreistag beteiligt sich mit einem Kapital von 1530000 Mark, während, den Rest der Bausumme 12 Gemeinden des Landkreises aufbringen. Simmern, 1. Febr.(Entladet die Gewehre.) Im benachbarten Orte Leideneck war der 15jährige Sohn des Händlers Hauck mit dem 17jährigen Sohn des Zimmermanns Lang in der Wohnung des Ackerers Theiß. Hier nahm der junge Lang ein Gewehr, das in der Ecke des Zimmers stand, und spielte damit, in der Meinung, daß es nicht geladen sei. Plötzlich krachte ein Schuß, und Hauck sank zu Tode getroffen zu Boden; nach einigen Minuten war er eine Leiche. Aus dem Gerichtssaal. Berlin, 30. Jan.(Ein ungetreuer Beamter.) Wegen schwerer Urkundenfälschung und Unterschlagung von 30 bis 40000 Mark stand heute der Registrator August Puteick vor der 3. Strafkammer des Landgericht I. Der Angeklagte war seinerzeit in der Hofhaltung des Prinzen Albrecht und später des Prinzen Friedrich Heinrich als Registrator angestellt. Zu seinen Obliegenheiten gehörte die Verwaltung der Hofkasse. Seine Tätigkeit benutzte er zu jahrelangen Unterschlagungen, indem er die zu bezahlenden Rechnungen mit höheren Beträgen versah und den Ueberschuß in seine Tasche steckte. Er wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Revolver=Spielerei hat wieder einmal ein Menschenleben gekostet. Ein junger Buchhalter in Berlin, erst 18 Jahre alt, kaufte sich einen schweren Browning=Revolver, um Hunde bei seinen Radfahrten zu verscheuchen, wozu doch irgend ein ungefährliches Knall=Ding genügt hätte. Stolz zeigte er einem Bekannten die geladene Waffe und hantierte damit so lange herum, bis der Schuß krachte und den Freund sofort tötete. Das Gehirn war durchbohrt. Das Gericht erkannte auf einen Monat Gefängnis. — Die Strafkammer in Düsseldorf verurteilte den Direktor Oskar Hänichen aus Denrath wegen raffinierter Unterschlagungen in Höhe von 113000 Mark zu einem Jahre Gefängnis. Verschjedenen. Konstanz, 30. Jan.(Wieder 5 Opfer des Eises.) Beim Eislaufen sind 5 Burschen eingebrochen. Bis jetzt konnten ihre Leichen noch nicht geborgen werden. — Tod in den Flammen. In der Ortschaft Wirschkowitz brannte anscheinend infolge von Brandstiftung die Besitzung des Eigentümers Jagel völlig nieder, wobei eine alte Frau und deren Enkelin ums Leben kamen. Jagel wurde unter dem Verdachte der Brandstiftung verhaftet. Rom, 30. Jan.(Italienisches Bauerndrama.) Ein Pächter des Fürsteu Borghese erschoß in Attigliano den Präsidenten des dortigen Bauernbundes, der mit mehreren Bauern in die Güter des Fürsten eingedrungen war. Die wütenden Bauern fingen den Pächter ein, banden ihn und hackten ihm beide Hände ab. Wolfsplage. Im Krajnaek=Bezirk bei Regotin(Serbien) ist meterhoher Schnee gefallen, wodurch der Verkehr völlig unmöglich geworden ist. Die Wölfe verursachen großen Schaden an Schafen und anderem Dieh. Auch Menschen wurden von von den Bestien angegriffen. Auf der Landstraße sieht man die Raubtiere in großen Rudeln. Standesamts-Nachrichten. Annen Geburten: 1 Sohn: Former Emil Bosselmann, Fabrikarb. Ricolaus Zintel, Schlosser Jean Heeger, Schreiner Carl Ruhnau, Former Rud. Markert, Magazinmeister Heinr. Eberhardt. 1 Tochter: Ingenieur Ernst Kettler, Maurer Josef Vogel, Schuhmachermeister Josef Höweken, Bergm. Josef Gambaini, Gasstocher Friedr. Scharein, Gärtner Heinr. Rübe, 1 uneheliche Geburt. Aufgebote: Redakteur Carl Jansen und Helene Schallenberg, Cöln u. Annen; Bürobeamter Emil Bärenfänger und Wwe. Anna Sicking geb. Bormann, Annen u. Witten; Hülfsarb. Dietrich Kühnemann und Wwe. Johanna Otte geb. Widerstein, beide Annen; Fabr. Caspar, Diedr. Basse und Emilie, Caroline Huckenbeck, Menden u. Annen; Bergm. Joh. Bruns und Wwe. Luise Kathagen geb. Hausberg, beide Annen. Eheschließungen: Bergm. Adalbert Barmettler, und Amanda Korn, beide Annen; Fabrikarb. Otto Reuhaus und Hulda Sommer, beide Annen; Fuhrunternehmer Eduard Pracht und Wwe. Auguste Thiemann geb. Hartwich, beide Annen; Fabrikarb. Herm. Radi und Henriette Koch, beide Annen; Bergm. Otto Wilm und Alma Wasserfuhr, beide Annen; Bergm. Ewald Hölken und Elisabeth Schulte, Annen u. Stockum. Sterbefälle: Ehefrau Anna Kremer geb. Leopold, 57 Jahre 234 Tage, Elisabeth Poniecki, 91 Tage, Invalide Heinr. Schwier, 61 Jahre 76 Tage, Walter Rothstein, 3 Jahre 74 Tage. Rakn. Técccaront übertreffen alle deutschen undfremden Fabrikate durch saubere Herstellung und appetitliches Trockenverfahren, welche hohen Wohlgeschmack und schönstes Aussehen gewährleisten. Jedes Paket enthält 1 Gutschein. für Knorr-Sos. KO * " und Empsehlung. X Den verehrten Bewohnern von Annen und Um# gegend zeige ich hiermit höflichst an, daß ich die seither X von Herrn Fritz Rose hier betriebene Spind- u. Schweinemetzgerei erworben und mit dem heutigen Tage übernommen habe. Indem ich bitte, das seither meinem Herrn Vorgänger bewiesene Wohlwollen auch auf mich zu übertragen, soll es mein Bestreben sein, stets Neueste Nachrichten. Frankfurt a.., 1. Febr.(Im Pistolenduell erschossen.) Im Stadtwalde bei Frankfurt auf dem Schießstande des 81. Infanterieregiments fand gestern ein Pistolenduell zwischen dem Hauptmann und Adjutanten der 4. Infanteriebrigade in Frankfurt Rudolf von Oertzen und dem Landwehrleutnant von Stuckrad in Kreuznach statt. Beim ersten Kugelwechsel erhielt Stuckrad einen Schuß in den Unterleib und starb nach wenigen Minuten. Posen, 1. Februar.(Kriegsübung bei Posen.) Eine Pionierübung großen Stiles, bei der es sich um den Uebergang über die Warte bei Posen handelt, wird im August hier abgehalten. Es werden sich an dieser Uebung fünf Pionierbataillone sowie die ganze Posener Garnison beteiligen. 1. Februar.(Ruhe in Prag.) Infolge der polizeilichen Maßnahmen ist der gestrige Sonntag ruhig verlaufen. Kopenhagen, 1. Februar.(Englische Flottenmanöver in der Ostsee.) Nach Meldung verschiedener dänischer Blätter wird die englische Flotte im Frühjahr große Flottenübungen in den dänischen Wassern und in der Ostsee abhalten. Die Flotte werde in Kriegsstärke manövrieren und eine Reihe dänischer, schwedischer und deutscher Ostseehäfen besuchen. Schiffskatastrophe. Melbourne, 1. Febr. Der Dampfer Chan Ranalde, mit Weizen nach Adelaide und Durban, ist bei Edith. burgh total wrack geworden. Von der Mannschaft sind 46 Personen, meist Asiaten, ertrunken. X 8 X X X X X Humor und Satire. Ein kostbarer Druckfehler. Wir lesen in der Doss. Ztg.: „In einem von dem badischen Ministerialrat Antoni herausgegebenen Bericht über das Hochbauwesen ist vom Meistertitel die Rede, und ein Satz darin soll lauten:„Der Meistertitel gibt keine Gewähr für Tüchtigkeit und Brauchbarkeit.“ Run hat ein fataler Druckfehler aus dem„Meister“ einen„Minister“ gemacht, und ein großherzoglicher Ministerialrat stellt also die kühne Behauptung auf:„Der Ministertitel gibt keine Gewähr für Tüchtigkeit und Brauchbarkeit.“ Spielplan des Dortmunder Stadttheaters. Mittwoch, 3. Februar. Anfang 7½ Uhr. Volkstümliche Preise. Zum 3. Male.„Die Liebe wacht." Lustspiel in 4 Aufzügen von G. A. de Caillavet und Robert de Flers. Donnerstag, 4. Febr. Anfang 7½ Uhr. Schauspielpreise. Zum 100jähr. Geburtstag Felix Mendelssohn=Bartholdys:„Antigone“. Tragödie von Sophokles. Musik von Felix MendelssohnBartholdy. ** ** ** ** nur prima :: Fleisch= und Wurstwaren.. in den Verkauf zu bringen, um mir dadurch die volle Zufriedenheit meiner werten Abnehmer zu erwerben. Hochachtungsvoll! Josel Nur 1 Tag Tournée 1909! Westfälischer Hof, Annen. Sonntag, den 7. Februar, abends 8 Uhr: grosss Zigeuner-Konzert mit Solo- u. Chorgesängen, gegeben vom Oesterreich-Ungarischen Damenund Herren-Orchester„RAKOCZI“ in verschiedenen Landestrachten. Grossartige Geigen- und Cymbal-Virtuosen. Neu! Im III. Teil Sensationell! Neu! Serpentin Feuer- und Flammentanz ausgeführt von den Damen Geschwister Cuscon.— Ein Märchen aus 1000 und eine Nacht mit wundervollen Lichteffekten und Verwandlungen. U. a. Fantasie, Ballkönigin, Meeressturm, Windsbraut u. s. w. 3 Scheinwerfer. Vorverkauf: Reserv. Platz 80 Pfg., II. Platz 50 Pfg. in der Buchhandlung Fritz Küching und im Cigarrengeschäft Fritz Grimberg. Kassenpreie: Reserv. Platz 1 Mk., II. Platz 60 Pfg., III. Pl. 80 Pfg. nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch enthaltend: 13 Paragraphen, Hausordnung. für 6 Jahre Quittungen, Miete=Berechnungs=Tabelle, Kündigungs-Formulare und Anweisung zur Räumungsklage oorrhct Pritn Essen, die Möbel-Stadt. Kaufen Sie aber nicht, ohne vorher den Katalog der Möbelfabrik Gebr. Schürmann, Essen-Ruhr 34 durchgesehen zu haben. Zusendung erfolgt franko. Lieferung der Möbel franko Haus. Durch eine Fahrt nach Essen sparen Sie viel Geld. Ständiges Lager 300 Zimmer-Einrichtungen. Verkauf nur gegen Bar. Bericht betr. Stenographen=Verein„Stolze“ in der Donnerstag=Rr. D. Staatspreis und Goldene Medaille. Auf der Kochkunst=Ausstellung in Dresden wurde der Maggi=Gesellschaft, Berlin die höchste Auszeichnung: Kgl. Sächsische Staatsmedaille sowie die Goldene Ausstellungsmedaille zuerkannt. Bei Wöchnerinnen und stillenden Frauen bildet„Kufeke"=Mehl eine sehr gut ernährende, leicht verdauliche Speise, die zu jeder Zeit gern genommen wird und eine angenehme Abwechselung gegenüber der beliebten Verabreichung von Hafergrütze darstellt. Annener Sargmagunin, 20 * * * Anton Lammerskötter, Empfehle in vorkommenden Fällen mein Lager in selbstangefertigten, dauerhaften Särgen aller Art, wie Tannen-, Eichen- u. Zinksärge zu billigsten Preisen. Auch sind alle anderen Trauersachen wie Kleider, Strämpfe, Handschuße, Hausen, große Kränze, Myrthen=Kränzchen, Hut= und Armllore etc. ete. bei mir preiswürdig zu haben. 140 Anion Lammerskötter. 1— K Wird der Lebensunterhalt teurer so ist man doppelt bedacht, vorteilhaft zu wirtschaften. Ein vorzügliches Hilfsmittel, besonders in solchen Zeiten, ist dasaltbekannte Liebig’s Fleisch-Extract, unerreicht in seiner Ausgiebigkeit und vielseitigen Verwendbarkeit in der Küche. Eine Serie von 6 Kärtchen der bekannten Liebigbilder erhält Jeder gratis und franko, der dieses Inserat komplet g. Bennert, Repräsentant der Liebig-Gesellschaft, Köln, Richmodstrasse 7 einsendet; am ausschneidet und es portofrei an Aug. Bennert, Repräsentant der Liebig-Gesellschaft, Kö. besten als offene Drucksache mit 3 Pfennig frankiert, wobei die genaue Adresse des Absenders aur die Rückseite des schlags zu schreiben ist. Um-### betreffend das Kost= und Quartiergängerwesen und die Unterbringung der in gewerblichen oder landwirtschaftlichen Betrieben, beim Bergbau oder bei Bauten beschäftigten Arbeiter. 7. 8. e) Auf Grund der§§ 6, 11 und 12 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850(.=S. S. 265) und der §§ 137 und 139 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883(.=S. S. 195) wird unter Zustimmung des Bezirksausschusses für den Umfang des Regierungsbezirks Arnsberg folgende Polizei=Verordnung erlassen: § 1. Niemand darf in der von ihm und seinen Familienangehörigen ganz oder teilweise benutzten Wohnung gegen Entgelt Personen unter Gewährung von Wohnung und Kost (Kostgänger) oder unter Gewährung von Wohnung und Bett (Quartiergänger) aufnehmen oder in besonderen Unterkunftsräumen(Arbeiterkasernen, Schlafhäusern usw.) beherbergen, wenn nicht die von ihm selbst, seinen Familienangehörigen und den untergebrachten Personen zu benutzenden Wohn= und Schlafräume folgenden Anforderungen entsprechen: a) Die Wohn= und Schlafräume der beherbergten Personen(Kostund Quartiergänger) dürfen mit den Schlafräumen des Kostund Quartiergebers, seiner Familienangehörigen oder seiner Dienstboten oder Angestellten weder in offener Verbindung stehen, noch durch eine aufschließbare Tür verbunden sein. b) Jeder Schlafraum muß gedielt, mit einer Tür verschließbar und mindestens mit einem ins Freie führenden, zum Oeffnen eingerichteten Fenster versehen sein. Statt der Dielung kann auch ein anderer, von der Ortspolizeibehörde anerkannter Belag gewählt werden. c) Mit einem Aborte dürfen die Schlafräume weder in offener noch in verschließbarer Verbindung stehen. d) Die Schlafräume müssen für jede der ihn benutzenden Personen mindestens 10 chm Luftraum enthalten. Für Kinder unter 10 Jahren genügt die Hälfte dieser Masse. Für jeden über 14 Jahre alten Schlafgast und für je zwei Kinder unter 14 Jahren muß ein Bett, ein Waschgeschirr und ein Handtuch vorhanden sein. Das Bett muß mindestens mit einem Strohsacke, einem Strohkopfkissen und einer wollenen Decke versehen sein und immer reinlich gehalten werden. An der Innenseite der Tür des Schlafraumes muß, wenn dieser von mehreren Personen benutzt wird, eine Tafel hängen, auf welcher die zulässige Zahl der den Schlafraum benutzenden Personen angegeben ist. Die Richtigkeit der Angabe wird auf der Tafel selbst von der Ortspolizeibehörde bescheinigt. § 2. Niemand darf ohne Erlaubnis der Ortspolizeibehörde gleichzeitig Kost= und Quartiergänger verschiedenen Geschlechts aufnehmen, außer wenn diese zu einer Familie gehören. Auch im Falle der erteilten Erlaubnis dürfen Kost= und Quartier= gänger verschiedenen Geschlechts, soweit nicht das Verhältnis von Eheleuten, von Eltern und Kindern oder Geschwistern unter 14 Jahren vorliegt, nicht in denselben Räumen zum Schlafen untergebracht werden. § 3. Wer Kost= oder Quartiergänger bei sich aufnimmt (§), muß dies unter Angabe der Zahl der aufzunehmenden Personen und der für sie bestimmten Räumlichkeiten der Ortspolizeibehörde binnen 6 Tagen nach der Aufnahme des ersten Gastes anzeigen. Eine Vermehrung der Kost= oder Quartiergänger, sowie jede Veränderung der Räumlichkeiten sind in gleicher Weise und in derselben Frist zur Anzeige zu bringen. Zusätzliche Bestimmungen für besondere Unterkunftsräume für mehr als 5 Personen(Massenquartiere). § 4. Für Arbeiter, die nur in der Zeit von Mitte März bis Mitte Oktober beschäftigt werden, genügen, soweit nicht baupolizeiliche oder anderweite Vorschriften entgegenstehen, hölzerne Baracken, wenn sie aus Brettern fest gefügt und wasserdicht gedeckt sind. § 5. Die Wohn= und Schlafräume müssen, sofern nicht die Bau=Polizeiverordnungen weitergehende Bestimmungen treffen, folgenden Anforderungen entsprechen: 0) Sie dürfen nicht über oder unmittelbar an einer Düngergrube oder anderen Aufnahmestätten für fäulnisfähige Stoffe oder über Räumen, worin eine außergewöhnliche Wärme herrscht, liegen. 2. Die Dielung muß mindestens 20 cm über dem Erdboden liegen. 3. Wände und Decken müssen glatt geputzt oder geweißt oder mit Holzbekleidung, Verschalung, Pliesterung oder dergleichen versehen sein. 4. Bei neu errichteten Unterkunftsräumen sollen die Haustür und die Türen der Schlafräume nach außen aufschlagen. Die Fenster der Schlafräume müssen eine lichtgebende Fläche von nicht weniger als 1/12 der Fußbodenfläche und eine öffnungsfähige Fläche von mindestens ½ am für jede untergebrachte Person besitzen. 5. Bestehende Gebäude, welche als besondere Unterkunftsräume eingerichtet werden sollen, dürfen nur benutzt werden, wenn die Schlafräume mindestens 2,5 m hoch sind. Bei schrägen Decken muß die mittlere Höhe 2,5 m betragen. In neu hergestellten Gebäuden muß die Höhe der Räume den baupolizeilichen Anforderungen entsprechen. Die Lagerstätten dürfen nicht von mehreren Personen hintereinander oder abwechselnd benutzt werden, sofern nicht das Bettzeug erneuert worden ist. An der auf der Innenseite der Tür des Schlafraumes anzubringenden Tafel muß außer der zulässigen Zahl der Personen auch die Länge, Breite und Höhe des Raumes angegeben sein. Wohnräume müssen mit einer ausreichenden Zahl von Tischen und Sitzen und, sofern sie auch in der Zeit von Mitte Oktober bis Mitte März benutzt werden sollen, mit einer Heizgelegenheit versehen sein. Das gleiche gilt von Schlafräumen, die zum Aufenthalt während des Tages oder zum Einnehmen der Mahlzeiten dienen. § 6. Die besonderen Unterkunftsräume sind mit Anschluß an eine Wasserleitung zu versehen, oder es ist sonstwie den Bewohnern einwandfreies Trinkwasser in nächster Nähe zur Verfügung zu stellen. § 7. In Unterkunftsräumen, die mit mehr als 10 Personen belegt sind, müssen für das Kochen von Speisen, das Reinigen und Trocknen von Wäsche und das Aufbewahren von Nahrungsmitteln besondere Räume zur Verfügung gestellt werden. § 8. Der Unternehmer, welcher besondere Unterkunftsräume anderen Personen zur Verfügung stellt, hat für angemessene Lüftung, Reinigung, Beleuchtung und Heizung der Räume Sorge zu tragen. Die Ortspolizeibehörde kann bestimmen, wann und in welcher Weise Wände und Decken der Räume zu reinigen oder aufzufrischen sind. § 9. Die Aborte müssen in ausreichender Zahl und in angemessener Lage nach ortspolizeilichen Vorschriften angelegt sein. Für Männer muß ein Pissoir vorhanden sein. Mindestens für je 15 männliche Arbeiter und für je 10 Arbeiterinnen muß ein Abortsitz vorhanden sein. Die Aborte sind nach Geschlechtern zu trennen und mit besonderen Zugängen und Aufschriften zu versehen, wenn beide Geschlechter beherbergt werden. § 10. 1. Arbeiter, die an einer ansteckenden Krankheit leiden, dürfen nicht in denselben Räumen mit anderen Arbeitern, welche nicht an derselben Krankheit leiden, untergebracht werden. 2. Zur Aufnahme und Verpflegung erkrankter Arbeiter ist im Falle hervortretenden Bedürfnisses, sofern nicht für eine ausreichende Unterbringung der Kranken anderweit Sorge getragen ist, für jedes Geschlecht ein besonderes gedieltes oder zementiertes, heizbares Krankenzimmer zur Verfügung zu stellen, das mit den Wohn= und Schlafräumen nicht in unmittelbarer Verbindung stehen und zu anderen Zwecken nicht benutzt werden darf. Auf jedes Bett müssen darin mindestens 6 qm Bodenfläche und 20 chm Luftraum kommen. Für die erforderliche Wartung und Pflege ist Sorge zu tragen. § 11. 1. Wird gleichzeitig mehr als 20 Arbeitern Unterkunft gewährt, so muß zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Reinlichkeit und zur Verhütung gesundheitsschädlicher Benutzung der Wohn= und Schlafräume eine das Verhalten der Arbeiter regelnde Hausordnung erlassen werden. Diese ist in jedem Wohn= und Schlafraume in deutlicher Schrift an einer in die Augen fallenden Stelle auszuhängen. 2. Zur Durchführung der vorstehend genannten Hausordnung ist eine Person(Aufseher, Aufseherin) zu bestellen, die von der ihr anzuweisenden Wohnung eine ausreichende Aufsicht zu üben vermag. Die aufsichtführende Person darf aus der Zahl der untergebrachten Personen entnommen werden. § 12. Aufs die Unterbringung von Arbeitern in sogenannten Kasernenschiffen finden die vorstehenden Bestimmungen keine Anwendung. § 13. Ausnahmen von den Bestimmungen des§ 5 Ziffer 2, 3, 4, 5, 6 können durch den Landrat, in den Stadtkreisen durch die Ortspolizeibehörde, von den übrigen Bestimmungen dieser Verordnung durch den Regierungs=Präsidenten zugelassen werden. § 14. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 60 Mark oder mit entsprechender Haft bestraft. § 15. Diese Polizei=Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft. Mit dem gleichen Zeitpunkte werden die Polizeiverordnungen vom 11. November 1891(.=Bl. S. 363) über das Kost= und Quartiergängerwesen und vom 3. Mai 1897(.=Bl. S. 342) über Arbeiterwohnungen auf Ziegeleien aufgehoben. Arnsberg, den 23. Dezember 1908. Der Regierungs=Präsident: gez. v. Bake. Vorstehende Polizei=Verordnung wird mit dem Bemerken veröffentlicht, daß in nächster Zeit eine polizeiliche Revision der Kost= und Quartiergängerräume pp. stattfindet und festgestellte Zuwiderhandlungen gegen die vorstehende Polizei=Verordnung bestraft werden. Annen, den 16. Januar 1909. Die Polizei=Verwaltung: Drees, Amtmann. Zahlung der Steuern pro 10 Quartal 1900 wird hier. mit erinnert. Annen, den 2. Februar 1909. Der Amtsrentmeister: van Kempen. Statt besonderer Anzeige. Nach schwerem Leiden verschied heute Morgen meine liebe Tochter, unsere gute Schwester Fräulein Luise Kurz im Alter von 45 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Annen, den 2. Februar 1909. Lisette Kurz geb. Schade. Carl Kurz. Elfriede Kurz. Wilhelm Kurz. Die Beerdigung findet am Freitag, den 5. Februar, nachmittags 3½ Uhr vom Trauerhause, Moltkestrasse 30, nach dem Familien-Friedhofe Kurz statt, die Trauerfeier ½ Stunde vorher. Todes-Anzeige. Samstag nachmittag 1½ Uhr starb sanft nach kurzer schwerer Krankbeit unser liebes Söhnchen Walter im zarten Alter von 13 Monaten. Dieses zeigen tiefbetrübt an Annen, 2. Febr. 1909. Aug. Brüggemann und Frau. 2 Statt besonderer Anzeige! " Die glückliche Geburt eines gesunden Jungen zeigen hocherfreut an se Walter Utermann, Landrichter Elisabeth Utermann, geb. Reschop. Dortmund, 31. Jan. 1909. Natur=Zeuig empfiehlt H. Cordes Eben eingetroffen: Frischer Bratschellüisch " per Pfd. 14 Allgem. Konsumanstalt, Bismarckstr. 20a. Die geschaft mit Inventar billig zu verkaufen. Dorfstraße 61. Im früher Wellerhof'schen Hause, Hellweg 8 sofort zu vermieten. Rüping& Co., Barop. zu vermieten. H. Cordes. Eine Kollung Samtliche O von heute ab mit 10% Rabatt. H. 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