S S0 589 9 S 5 1 E S 83%— S#98 R S535 Des- 9— .a S 8 S E S.#. 95* S ..9 9FSES * 5 * 5 S S#-8n 8 850 S 9. 2 83 ** 55 9 9 65 8 # A S S. S 8 ### Ds 2 ** 9— S 50 2 2 S S 6 6 —— 95 2 9 S E P S 10 S 58 *2 # 2 S# Fr 9 825 * □ 2 2 G2 5 S 0 13 S 55# R.6 S..2 B9 8 8 95 6 95 2 9 E. 2 9 G S 2 5 * 3 * 3 * 8 * #2 8 * 8 S. 9 2 8 * 2 8 8 □ * ** 9 K 5 Gesetzbuch isordnung, Atungen poele. 81v, und Anungsklage ching enden Die„Annener Zeitung" erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Bezugspreis inkl.„Sonntagsblatt“ u.„Humoristische Blätter". monatlich 40 Pfg. Anzeigeblatt für Annen und die benachbarten 14 Ortschaften. Amtliches Grgan. Anzeigegebühr für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg. Inserate finden bei der großen Auflage der Annener Zeitung weite und billige Verbreitung. — Telephon-Nr. 334.— — Telephon=Nr. 334.— Nr. 95. 1908. Samstag, den 15. August. 24. Jahrgang. Oen und pel mir von leta gen= u. Brt geholfen da: voiedene) Beutsches Neich. — Zu den Monarchen=Begegnungen. König Eduard hat durch seine Begegnungen mit Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Joseph die Kosten der politischen Erörterungen während dieser Woche zu einem sehr bedeutenden Teile getragen. Jetzt weilt der Herrscher in dem böhmischen Marienbad, wo er jedoch mit dem französischen Ministerpräsidenten Clemenceau und nach diesem mit anderen Staatsmännern konferieren wird. Die in Ischel zwischen dem Könige und Kaiser Franz Joseph gewechselten Trinksprüche entbehren jeden politischen Charakters und betonen lediglich die langjährigen herzlichen Beziehungen der beiden Monarchen und ihrer Häuser, die dem freundschaftlichen Verhältnis zwischen beiden Ländern entsprächen. Der hochbetagte Kaiser Franz Joseph, der sich bisher noch nie eines Automobils bedient hat, bestieg dem König Eduard zu Liebe, der das moderne Fahrzeug bevorzugt, ein Töff=Töff und unternahm darin mit seinem königlichen Gaste eine Spazierfahrt. Dem Rate seiner Tochter, der Prinzessin Gisela, zum Schutze vor einer Crkältung während der ungewohnten Autofahrt etwas Watte in die Ohren zu stecken, begegnete der Kaiser mit einem entschiedenen:„Rein, das gibts nicht, das tue ich nicht! Politische Erörterungen wurden wie in Kronberg so auch in Ischel zwischen den Monarchen gepflogen, während gleichzeitig die Minister eingehende Beratungen abhielten. Auch in Ischel soll dabei volles Einvernehmen konstatiert worden sein. Zur Ischler Monarchenbegegnung will die„Rat. Ztg.“ erfahren haben, daß es zwischen England und Oesterreich zu positiven Vorschlägen im Verhalten gegenüber der Türkei nicht gekommen ist. Vorläufig wollen beide Mächte mit wohlwollender Teilnahme die weitere Entwicklung der innerpolitischen Lage am goldenen Horn abwarten. Deutschland steht wohlwollend immer hinter Oesterreich und würde auch durch etwaige besondere österreichisch=ungarische Abmachungen in dieser Frage, zu denen aber kein Grund vorliegt, nicht sonderlich alteriert werden. Auch eine deutschfeindliche Politik der englischen Diplomatie in Sachen des „kranken“ Mannes ist in das Reich der Fabel zu verweisen. Der Besuch des englischen Königspaares in Berlin im kommenden Frühjahr soll tatsächlich fest beschlossene Sache sein. Der Besuch des Königs und der Königin war laut„Frankf. Ztg.“ schon seit längerer Zeit nicht mehr fraglich. Als der König vor einigen Jahren den Kaiser in Kiel besuchte, wollte er damals schon nach Berlin kommen: aber auf Anregung des Kaisers wurde Kiel während der Kieler Woche gewählt. Auch daß die Königin Alexandra den Besuch unserer Kaiserin in Berlin erwidern würde, stand schon lange fest. — Der Kaiser ist am Donnerstag auf Schloß Wilhelms= höhe bei Kassel eingetroffen und von der Kaiserin empfangen worden. Bei den Kavallerieübungen im Sennelager in Westfalen hat der Kaiser zeitweise selbst geführt, u. a. die beiden vereinigten Divisionen. Am Mittwoch abend fand großer Zapfenstreich statt. Nach Beendigungen der Uebungen reiste der Kaiser am Donnerstag ab. — Die Gerüchte von dem unmitttelbar bevorstehenden Rücktritt des preußischen Krirgsministers v. Einem sind unbegründet. Herr v. Einem, der fünfte Kriegsminister unseres Kaisers, steht im 55. Lebensjahre und ist seit fünf Jahren Minister. Er erfreut sich, wie allgemein bekannt, des besonderen Vertrauens des obersten Kriegsherrn. Herr v. Einem hat zwar nach seiner Rückkehr aus Aegypten noch einen längeren Erholungsurlaub genommen, den er auf dem ihm vom Kaiser zu diesem Zweck zur Verfügung gestellten Jagdschloß Hubertusstock verlebt, er hat auch den Dienst bis auf den heutigen Tag noch nicht angetreten; nach allem aber, was darüber bekannt geworden ist, erfreut sich der Minister eines durchaus befriedigenden Gesundheitszustandes, so daß er im Amte verbleiben kann. Die Dersion, Herr v. Einem werde zum kommandierenden General des 10. Armeekorps ernannt werden, da er den Anstrengungen eines Ministers nicht mehr gewachsen sei, ist ganz ungereimt. Die Posten der kommandierenden Generäle im preußischen Heere sind wahrhaftig keine beschaulichen Altersversorgungsstellen. liebt, aber höher Freiheit, und an und vnn einer jungen Frau, die den Offizier steht beiden die Liebe zum Daterlande, zur dieser Liebe sterben sie. In Fortsetzung des Reformwerks fährt die Regierung fort, ungetreuef frühre Beamten zu verhaften und ihr Vermögen zur Begleichung der rückständigen Soldzahlungen einzuziehen.— Die alte Flotte der Dardanellen soll zu Gelde gemacht werden, gleichfalls im Interesse der auf Löhnung wartenden Beamten und Soldaten. Die Gewährung der Verfhssung hat in den Köpfen der Türken doch eine gewaltige Rebellion hervorgerufen. Das zeigen die zahlreichen Streiks der Konstantinopeler Arbeiter, die eine Verdoppelung ihrer Löhne fordern, das beweist auch der in seiner Grundlosigkeit etwas provokatorische Protest des jungtürkischen Komitees gegen eine Einmischung fremder Mächte in die türkischen Angelegenheiten. Hoffentlich gelingt es einer besonnenen Regierung. aller dieser Kinderkrankheiten Herr zu werden. Persien. Zur Lage. Der Schah von Persien weiß nun, was er zu tun hat. Das Parlament in der von seinem Dater hergestellten Form ist für Persien nichts. Das Volk ist noch zu dumm, die Abgeordneten wählten sich selbst und trieben im Parlament allen möglichen Unfug, indem sie selbst die Minister absetzen und wählen wollten und dgl. mehr. Das Studium der russischen Wahlgesetze hat dem Schah den richtigen Weg gewiesen. Er wird hinfort die Abgeordneten ernennen und, um jeder Gefahr vorzubeugen, ihnen nur eine beratende, nicht aber eine beschließende Stimmen verleihen. Wird's da ruhig bleiben in Persien? Afrika. Zur Lage in Marokko. Die jüngsten Siege des früheren Sultans Abdul Aziz über seinen Bruder und gegenwärtigen Inhaber des Thrones Mulay Hafid sind nicht so glänzend gewesen, wie sie von sranzösischer Seite dargestellt wurden. Abdul Aziz tritt trotz des französischen Schutzes aus seiner Reserve nur wenig heraus, weil er eben im eigenen Lande keinen Hinterhalt findet. Die Führung hat bereits Mulay Hafid wieder übernommen. Er brach mit einem 8000 Mann starken Heere aus Feez nach dem Schaujagebiete auf. Ein englischer Arzt, der in den Kämpfen am letzten Montag zwischen Truppen von Abdul Aziz und solchen Mulay Hafids für die ersteren Partei ergriffen und sie angeführt hatte, wurde von Anhängern Mulay Hafids gefangen genommen, angespien, mißhandelt und schließlich getötet. geisterung und Opferfreudigkeit mich mit Mitteln ausgerüstet hat, das zerstörte Luftschiff durch ein neues, nach den gemachten Erfahrungen verbessertes wieder zu ersetzen. Bewegten Herzens spreche ich dem ganzen deutschen Volke meinen innigen Dank aus. Ich betrachte es als meine heilige Ehrenpflicht, mich des mir bewiesenen Vertrauens würdig zu erweisen, und fasse die herrliche nationale Kundgebung auf als Auftrag meines Vaterlandes, in der bisherigen Weise weiterzuarbeiten. Ich weiß, daß ich damit eine schwere Verantwortlichkeit übernehme, aber der Wille des deutschen Volkes, Luftschiffe meines Systems als auserwählte Streiter in den Kampf zur Erprobung der Luft zu senden, gibt mir Mut und Kraft, unbeirrt die eingeschlagenen Wege fortzuschreiten.“ An das Schultheißamt Echterdingen richtete Graf Zeppelin ein Schreiben, in dem er für die Hilfeleistung bei dem Unfall und für das Anerbieten dankt, den entstandenen großen Feuerschaden zu decken. Die Stadt Ulm, wo der Graf Kommandeur des Reiterregiments war, will dem Grafen Zeppelin das seinerzeit von ihm erbaute„Haus am Berge“(eine Billa in fremdartigem Stil) zum Ehrengeschenk machen. Das deutsche Offizierblatt veröffrntlicht einen Aufruf zur Sammlung einer Spende von Angehörigen der gesamten deutschen Wehrmacht für den Grafen Zeppelin. Die Bewegung für den Grafen Zeppelin Ausland. Türkei. Bilder aus dem jüngsten Verfassungslande, der Türkei, bringt der Konstantinopeler Berichterstatter der Köln. Ztg. Er schildert die Begeisterung des Volkes im Stadtgarten von Pera beim Spielen einer Artilleriemusikkapelle, was seit Jahren nicht der Fall sein durfte.„Run hebt die Musik an, es ist eine seltsame, schwermütige Weise, durch die sich Zuckungen gewaltiger umstürzender Kraft brechen, um dann wieder sich in leise Klage aufzulösen und mit furchtbarer, dröhnender Drohung zu schließen. So kann Simson gesungen haben, der blinde geknebelte Riese am Drehrade, der seine Kraft wieder wachsen fühlt. Gebannt steht das Volk. Was sind das das für Klänge? Wer kennt sie? Da tönen Rufe: Kemal! Watan!(Daterland!) Silistria!, und nun bricht es los, ein Hallo und Bravo, ein„jaschassya“ hält an, die Hunderttausende von Mark werden immer mehr zu Millionen, und kräftig melden sich die Stimmen namentlich aus Süddeutschland, die von keiner Kontrolle über die Verwendung der Gelder, svon keiner Zentralisierung und Reglementierung wissen wollen. Aus Berlin wird denn auch bereits versichert, die bei dem deutschen Reichskomitee zahlreich eingehenden Beiträge nur im Sinne der Geber und des Grafen Zeppelin verwandt und an diesen überwiesen werden sollen. In einem Pariser Blatte wird ein Vergleich gezogen zwischen dem Verhalten der Franzosen bei dem Verlust der„Patrie“ und der elementaren Bewegung in Deutschland nach der Zerstörung des„Zeppelin". Die flammende deutsche Bewegung trägt den Sieg davon. Um sie den Franzosen recht eindringlich vor Augen zu führen, greift der Verfasser auch zu Uebertreibungen, wie:„Die Häupter entblößen sich wie vor einem berühmten Toten, die Frauen bekreuzen sich und alten Soldaten rinnen Tränen in den weißen Bart. Die Fahnen sind halbmast gehißt und die Zeitungen erscheinen in Trauerrand. Durch ganz Deutschland geht es wie ein Schauer des Todes!“ Rein, Derehrtester! Leben ist's, warmes, blühendes Leben! Und solches Leben hat Mark und Kraft zur Voraussetzung. Der Eigendünkel der Franzosen macht sich auch bei dieser Gelegenheit geltend. Der Berliner Mitarbeiter des„Echo de Paris“ fand, daß die Familie Zeppelin französisches Blut in den Adern habe, und versichert, daß ohne diese Macaire(der Rame der französischen Verwandten) die Zeppelin=Luftschiffe niemals existiert hätten. Ratürlich wird auch trotz der unerreichten Erfolge des Grafen Zeppelin erklärt, daß der Vorsprung der Franzosen in der Luftschiffahrt über die Deutschen unbestreitbar sei und gar nicht eingeholt werden könne. Lassen wir ihnen das kindliche Vergnügen, für uns sprechen die Tatsachen, wenn wir uns auch noch nicht, wie es ein Mitarbeiter der Zeitschrift „Der Standesbeamte" tut, den Kopf über— Geburten in Luftschiffen und ihre Beurkundungen zu zerbrechen brauchen. Erfreulicherweise befinden sich die bei der Echterdinger Katastrophe schwer verunglückten Monteure Schwarz(Brandwunden) und Laburda(Schädelbruch) auf dem Wege der Besserung und Genesung. (es lebe), ein Klatschen, wie es der Garten mit seinen früher müden oder furchtsamen Menschenkindern noch niemals gehört hat. Es übertönt die Musik, kaum dringt die Baßtuba des dicksten Artilleristen durch, der mit prallen Backen sein riesiges Instrument verwaltet. Kemal! Watan! Silistria! Wieder klingt die Weise in ihrer ergreifenden und gewaltigen Art. Ein Fieber ist ausgebrochen; dort umarmen sich Offiziere, man stürzt auf Tische und Stühle. Kemal! Watan! Silistria! Dieser Marsch war die verpönteste Musik, die es in der Zeit der Alleinherr= schaft geben konnte. In dem Liede von Kemal ist die Rede von einem jungen Offizier, der bei Silistria gegen die Russen kämpft, Graf Zeppelins Dank. Graf Zeppelin dankt dem deutschen Volke für die zahlreichen Beweise der Teilnahme und des unerschütterlichen Vertrauens. Er werde versuchen, sich des Vertrauens würdig zu erweisen. Er sagt u..: „Ich bitte auf diesem Wege eine Versicherung aussprechen zu dürfen, daß neben meinem eigenen festen Glauben in die Richtigkeit meiner Idee nichts so sehr geeignet ist, mich nach dem großen Unglück wieder aufzurichten und zu ungesäumter Wiederaufnahme meiner Arbeit anzuspornen, als der Gedanke, daß das ganze deutsche Dolk, dem mein Werk von Anfang an gewidmet, sich hinter mich gestellt und in beispielloser BeLokale.provinzielle Nachrichten. * Annen, 15. August.(Verhaftung.) Heute morgen traf hier zu Besuch eine junge, in Frankreich verheiratete Frau ein und kaum eine Stunde später war sie schon in Haft genommen worden. Die Frau war seit dem Jahre 1905 wegen Diebstahls usw. steckbrieflich verfolgt worden, hatte sich aber s. Z. durch die Flucht ins Ausland der Bestrafung entzogen. Sie glaubte jetzt wohl, die Sache sei verjährt, wurde aber durch ihre Verhaftung eines andern belehrt. Nachdem sie dem zuständigen Amtsrichter in Witten zugeführt worden war, wurde sie ihres erkrankten Kindes wegen noch auf einige Tage auf freien Fuß gelassen. —(Kirchliches.) Unter dem Vorsitz des Praes. presb. Herrn Pastor Müller fand heute Abend eine gemeinsame Sitzung des Presbyteriums und der Repräsentation der hiesigen ev. Kirchengemeinde statt. Es wurde die Reparatur der Orgel, sowie die Neuanlage des elektrischen Antriebes derselben beschlossen und die Arbeiten dem Kirchenorgelmeister Faust in Barmen übertragen. Ebenso wurde die Anlage eines neuen Daches auf dem Vereinshause beschlossen. Als Ersatzrepräsentanten wurden für die verstorbenen Herren H. Schulte und Aug. Krächter die Herren Fr. Distelkamp und Gust. Sprave sen. gewählt. —(Eine wilde Schlägerei), bei der es auf beiden Seiten blutige Köpfe und sonstige Verletzungen gab, spielte sich in vorvergangener Nacht in der Bismarckstraße bis zum Ardey hin zwischen mehreren Bergarbeitern ab. Die Sache wird noch ein gerichtliches Rachspiel haben. —(Auszeichnung.) Dem auch hier so wohlbekannten Gendarmerie=Wachtmeister Faust in Hörde wurde von Sr. Maj. dem Kaiser und König das allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Wir gratulieren dem beliebten Beamten zu dieser Auszeichnung. —(Personales.) Herr Gensdarmerie=Wachtmeister Dümmel von hier ist für die Zeit vom 18. August. bis 18. Septbr. zum Sicherheitsdienst usw. auf der Neubaustrecke der Eisenbahn von Schwerte nach Iserlohn mit dem Wohnsitz in Wandhofen abkommandiert. —(16er.) Unter Bezugnahme auf das in heutiger Nr. enthaltene Inserat der alten Hacketauer werden alle ehem. 16er auf die um 11 Uhr im Hoppe'schen Lokale stattfindende Versammlung mit anschließendem Abmarsch zum Regimentsappell in Dortmund aufmerksam gemacht.(Siehe Inserat.) —(Beim Diabolospiel) flog ein Kreisel einem jungen Mädchen so heftig auf den Kopf, daß eine blutige Verletzung entstand, die ärztliche Hülfeleistung erforderte. —(Ein Verkehrshindernis) entstand heute Morgen in der Herdeckerstraße dadurch, daß ein hochbeladener Strohwagen umkippte und sich seiner Ladung an unrechter Stelle entledigte. —(A..=.=.) Der Annener Männer=Gesangverein beschloß in seiner gestrigen Versammlung, seinen diesjährigen Familien=Ausflug am Sonntag, den 13. Sept. cr. zum Johannisberg bei Kruckel zu machen. In den Anlagen des Herrn A. Wittich finden dann Kinderspiele und andere Veranstaltungen statt. Näheres wird s. Zt. durch Inserat bekanntgegeben. (2 Annen, 15. Aug.(Der Stenographen=Verein„Stolze") (Vereinslokal Eberhardt) beschloß in seiner letzten Monatsversammlung, am Mittwoch, den 19. August kr., abends 8½ Uhr einen neuen Lehrkursus für Damen und Herren zu eröffnen. Als Kursusleiter wurde Herr E. Bärenfänger gewählt. Näheres ersiehe aus dem Inserat in der heutigen Rummer. ∆ Annen, 15. August.(Der Turnverein„Jahn") nahm an dem am vergangenen Sonntage stattgefundenen Turner=Wettstreite des Turnvereins Crone=Witten teil. Unter einer sehr starken Konkurrenz errangen dort folgende Turner Preise: 1. Klasse: Wilhelm Küch 1. Preis im Ringen, August Putsch 2. Preis im Stabhochspringen, Joseph Pape 3. Preis im Stabhochspringen, Gustav Schulte 3. Preis im Trambolinspringen, August Jüdemann 3. Preis am Barren, Georg Ortwein 3. Preis im Reckspringen, Emil Müller Hauptehrenpreis am Reck, Joseph Pape 2. Preis am Reck; 2. Klasse: Otto Koch 2. Preis im Ringen, Georg Ortwein 3. Preis am Reck. Wir gratulieren. Gut Heil! § Annen, 14. August.(Schnee im August.) Die „Hundstage“ sind zu„Eistagen“ geworden; der Wettersturz ist gewaltig und macht sich besonders in den Bergen bemerkbar. Im Fichtelgebirge z. B. ist Schnee gefallen. Die Schneehöhe beträgt 4 Ztm. Aus Spanien wird dagegen über große Hitze gemeldet. Inzwischen steigt auch bei uns die Temperatur wiede langsam. § Annen, 15. August.(Konzerte) finden morgen statt in den Lokalitäten zur„Kronenburg“(Ernst Deutsch) und im Restaurant H. Ochel, gegenüber dem Bahnhof Annen Nord; im Ha Saale des„Deutschen Taufes“(Th. Grethen) großer Ball. Räheres besagen die in heutiger Nr. enthaltenen diesbezgi. Inserate. § Annen, 15. August.(Zur Frage der staatlichen Pensionsversicherung der Privatangestellten) ist bekanntlich von der Reichsregierung in der am 11. Juni dies. Jahres. erschienenen zweiten amtlichen Denkschrift zu den am 16.—17. November 1907 in Frankfurt a. M. vom deutschen Hauptausschusse— der Vereinigung aller deutschen Privatangestellten— aufgestellten Forderungen Stellung genommen worden. Es ist in derselben auf alle Punkte eingegangen und die Möglichkeit der Durchführung mit statistischem Material und einwandfreien versicherungstechnischen Berechnungen nachgewiesen worden bezw. mit neuen Vorschlägen von Seiten der Regierung erörtert. Die Berufsorganisationen und Pensionsverbände haben allenthalben sofort ihre Arbeit energisch aufgenommen, um die neuen Gesichtspunkte, welche die zweite Denkschrift bringt, zu prüfen. Auch der westfälische Pensionsverband, der in 25 der größeren Städte Westfalens Vereine besitzt, hielt am Sonntag in Hagen— Hotel Kaisersaal— zu diesem Zwecke eine Verbandsvorstandssitzung ab. Es wurde zu verschiedenen Punkten der Denkschrift Stellung genommen, insbesondere der auf 8 Prozent des Gehaltes festgesetzte Beitrag und die sich hieraus ergebenden Invalidenrenten, Hinterbliebenenversicherung usw., zur freiwilligen Versicherung und Höherversicherung, welche die Denkschrift verwirft, zum Invaliditätsbegriff, der für die spätere Gewährung von Renten den Angelpunkt bilden wird, Anerkennung der bestehenden Pensionskassen als Ersatzinstitute, die Uebergangsbestimmungen, daß beim Inkrafttreten des Pensionsgesetzes alle Angestellten ohne Unterschied des Alters in dasselbe einbezogen werden müssen, während die Denkschrift nur das 60. Lebensjahr zulassen will, und schließlich die vorgeschlagenen Organisationsbestimmungen, welche einen nicht unerheblichen Einfluß auf die Verwaltungsunkosten später zu unserm Schaden ausüben könnten. Zur Beschlußfassung über diese einzelnen Punkte wird der am kommenden Sonntag, den 16. er. in Hagen— Restaurant Zum Brauhaus— stattfindende westfälische Delegiertentag beschließen und dementsprechend in der im Herbst stattfindenden Hauptausschußsitzung bei den Beratungen über die Vorschläge der Regierung abstimmen. Für den ganzen Stand der Privatangestellten ist die zu behandelnde Frage der Pensionsversicherung eine Lebensfrage, und es muß an dieser Stelle nochmals von uns darauf hingewiesen werden, die Agitation durch Beitritt zu unterstützen, damit die gesamte Masse der Privatangestellten hinter den Führern steht. Dann wird auch der Reichstag und die Regierung bald unsere Forderungen zum Gesetz erheben zum Rutzen eines ganzen Standes und damit zur nationalen Wohlfahrt. Persebeck, 13. August.(Zu einem wüsten Auftritt) kam es auf dem Hofe des Gutsbesitzers Portmann. Zwischen dem Besitzer und einem Knecht war es infolge Lohndifferenzen zu Streitigkeiten gekommen, in deren Verlauf der Knecht schließlich eine Heugabel nahm und mit dieser auf Herrn P. eindrang. Dieser griff in der Rotwehr zu einem Gewehr und gab aus demselben, um den Knecht zur Flucht zu veranlassen, einen Schreckschuß ab. Der Knecht wurde nachher festgenommen, nach dem polizeilichen Verhör aber wieder in Freiheit gesetzt. Dortmund, 14. August.(Zweihunderttausend Einwohner.) Unsere Stadt ist nunmehr in die Reihe der Städte mit mehr als 200000 Einwohnern getreten. Die auf Grund der polizeilichen Meldungen über Zu= und Abzüge unter Berücksichtigung des Ueberschusses der Geburten über die Zahl der Sterbefälle fortgeschriebene Einwohnerzahl stellt sich auf 201032. Bei der am 1. Dezember 1905 stattgehabten Volkszählung wurden für unsere Stadt 175577 Einwohner gezählt, die Zunahme seit der Zählung beträgt somit mehr als 25000. Ende 1893 zählte Dortmund rund 98000 Einwohner; in kaum 15 Jahren hat sich die Einwohnerzahl demnach verdoppelt. Auf Eingemeindungen entfällt nur der am 1. April 1905 eingetretene Zuwachs aus der früheren Landgemeinde Körne, welche zum angegebenen Zeitpunkte 2700 Einwohner zählte. Dortmunds Bevölkerungszunahme ist demnach eine relativ hohe. Der jährliche Zuwachs stellte sich in den letzten Jahren auf etwa 8000 bis 9000. Lünen, 14. August.(Dom Zuge erfaßt.) Auf Zeche „Preußen“ wurde Mittwoch nachmittag ein Fuhrwerk von einem Zechenzug erfaßt und überfahren. Zwei Personen wurden dabei schwer verletzt. Milspe, 12. August.(Kirchenraub.) In verflossener Nacht ist in der hiesigen ev. Kirche ein Einbruch verübt worden. Die silbernen Altargeräte, 2 Kelche, 1 Hostiendose, 1 dto. Teller, 1 Weinkanne, 1 Löffel sind gestohlen. Die vorgefundenen Hostien waren auf dem Boden zerstreut, während die vorhandenen Flaschen Wein mitgenommen wurden. Von den Dieben— deren es anscheinend 2 gewesen sind— fehlt laut„Schw. Ztg.“ bisher jede Spur. Entdeckt wurde der Diebstahl durch Kinder, die gestern morgen zum Konfirmanden=Unterricht gehen wollten und die das zerbrochene Fenster sahen. Hagen, 14. August.(Franz Hesse,) der Mörder der Hedwig Hartmann, hat sich, wie dies voraus zu sehen war, in der Stille der Gefängniszelle einen ganz neuen Verteidigungsplan für die nächste Schwurgerichtsverhandlung ausgedacht. Er hat die sämtlichen Angaben, die er während der ersten Verhandlung gemacht hat, über den Haufen geworfen und für unrichtig erklärt. Ramentlich will er am Mordtage nicht, wie er bisher immer behauptet hatte, in Hagen gewesen und von hier um 4 Uhr abends abgefahren sein. Er sei vielmehr, wie er jetzt sagt, bereits kurz nach 2 Uhr mittags nach Elberfeld gefahren. Man hat, um auch diesen offenbar auf Erfindung beruhenden Angaben gerecht zu werden, entsprechende Verhandlungen eingeleitet und die angegebenen Spuren verfolgt. Gummersbach, 14. August.(Unfälle.) Zu Dümmkling= hausen fiel ein Mann, der seinen Kindern Kirschen pflücken wollte, so unglücklich vom Baume, daß er einen doppelten Genickbruch davontrug und sofort tot war, wodurch die Frau und 7 unversorgte Kinder ihren Ernährer verloren. In Calsbach, ebenfalls einem Orte unserer Bürgermeisterei, stieß einem Knaben beim Kirschenpflücken ein dünnes Stück Holz so unglücklich in ein Auge, daß es ausgenommen werden mußte. Unna, 13. August.(Ein schwerer Unglücksfall) hat sich in vergangener Nacht auf Zeche„Massen“ ereignet, wo 3 Bergleute zu Tode gekommen sind. Beim Sprengen hatte ein Schuß versagt, weshalb die Leute nach längerem Warten sich wieder vor Ort begaben. Plötzlich ging der Schuß los, durch die losgesprengten Massen kamen die Arbeiter zu Tode. Warendorf, 14. August.(Ein böser Hengst.) Als der Gestütwärter Siems den 22jährigen Hengst Apollo aus dem Laufgraben des Landgestüts holen wollte, wurde er von dem Pferde angegriffen. Der Hengst versuchte, den Wärter in den Kopf zu beißen, wurde jedoch daran gehindert, da sich der Wärter mit dem Arm schützte. Das Tier biß nunmehr in den Arm und schleppte den Wärter mit sich fort. Schließlich ließ es ihn fallen und bearbeitete den Bedauernswerten mit den Hufen. Auf sein Hilferufen kamen die anwesenden Wärter und in der Rähe beschäftigte Maurer herbei, die mit Latten und sonstigen Gegenständen auf das sich wie rasend gebärdende Tier, das vor Wut heulte, einschlugen, worauf es von seinem Wärter abließ. Die Verletzungen, die der Wärter erhalten hat, sind schwer, jedoch nicht lebensgefährlich. Da der Hengst früher schon in ähnlicher Weise Wärter angriff, wird sein Schicksal nunmehr besiegelt sein. Essen, 13. August.(Eine neue Bluttat in Essen.) Ohne jede Veranlassung wurde der frühere Fleischermeister Wilhelm Wortmann von hier gestern Nacht auf der Huyssenallee, unweit des Bahnhofes, von einem unbekannten Täter erstochen. Der Täter ist entkommen.— Nach einer anderen Meldung geriet ., der Verwandte zur Bahn geleitet hatte, gestern Racht auf dem Rachhausewege vor dem Huyssenstift, unweit des Hauptbahnhofes, mit einem Weibe und deren Zuhälter in Streit, der in Tätlichkeiten ausartete. W. kam unten zu liegen und wurde aufs grausamste mißhandelt, worauf die beiden ihn liegen ließen und verschwanden. W. wurde sofort ins Huyssenstift gebracht, wo er bald darauf seinen Wunden erlag. Von den Tätern schit bis sett sede Spur. Standesamt Audinghausen. Vom Monat Juli. Geburten: 1 Sohn: Maschinenwärter Fr. Wilh. Bösebeck, Rüdinghausen, Bergmann Heinr. Finkensiep, Schnee, Bergmann Johann Lischewski, Rüdinghauseu, Bergmann Alfred Schäfer, Rüding= hausen, Bergmann Friedrich Lange, Schnee, Bergmann Heinrich Schroer, Schnee, Bergmann Heinrich Langohr, Schnee, Landwirt Wilhelm Wibbeling, Brunebeck, Bergmann Ewald Schormann, Schnee, Berginvalide Ludwig Günedler, Schnee, Steiger Wilhelm Bandmann, Brunebeck, Bergmann Emil Raumann, Brunebeck, Bergmann Christoph Oelbüttel, Rüdinghausen. 1 Tochter: Berginvalide Johann Reuhaus, Schnee, Bergmann Konrad Demtröder, Brunebeck, Bergmann Gustav Frahne, Rüdinghausen. Eheschließungen: Bergmann Gustav Rüßmann und Lina Brakmann, Annen und Rüdinghausen; Bergmann Jakob Wagener und Ida line Leismann, beide Schnee. Sterbefälle: Ehefrau Elise Korfmann geb. Schönhals, 51 Jahre, 8 Mon., 17 Tage, Rüdinghausen; Erna Wortmann, 7 Mon., 9 Tage, Brunebeck; Witwe Sophie Kortenbach geb. Liesenhoff, 62 Jahre, 7 Mon., 16 Tage, Rüdinghausen. London, 14. August. Der Ballon war in einer Halle für die auf morgen festgesetzte erste Probefahrt mit Wasserstoffgas gefüllt worden. Kapitän Lovestace hatte die Gondel und den Ballon aus der Halle genommen, um etwas daran zu prüfen. Kurz vorher bemerkte er einen Fehler an der äußeren Hülle und bat Miß Hill ihn zuzunähen. Er selber verließ dann die Ballonhalle. Nach den Berichten von Augenzeugen sah die mit der Flickarbeit beschäftigte Miß Hill plötzlich Funken von der Hülle aufsteigen. Sie schrie laut auf und wandte sich zur Flucht. Im nächsten Augenblick erfolgte eine fürchterliche Explosion. Der Knall glich dem beim Abfeuern eines schweren Geschützes. Die Halle war sofort von Flammen angefüllt und die Unglücklichen, die sich darin befanden, rannten verzweifelt brennend umher, Leute eilten von allen Teilen der Ausstellung zur Rettung herbei. Den Eindringenden bot sich ein erschütterndes Bild. Die Verletzten lagen halbverkohlt und zuckend vor Schmerzen am Boden. Miß Hill fand man als Leiche unter der verbrannten Hülle liegend. Die Arme war augenscheinlich sofort getötet worden. Einer der Angestellten in der Halle hatte, obgleich seine Kleider brannten, heroische Versuche gemacht, sie unter der brennenden Hülle hervorzuziehen, dabei trug er schreckliche Verletzungen davon. Man schaffte die Verletzten ins Spital. Mehrere liegen hoffnungslos darnieder. Kapitän Lovestace, der sich außerhalb der Halle befand, erlitt nur leichte Verletzungen. Die Katastrophe wurde wahrscheinlich durch Kurzschluß herbeigeführt, da die Halle mit elektrischen Lampions geschmückt war. Die Halle war 75 Fuß lang und hatte 16 Fuß im Durchmesser. Ihr Kubikinhalt betrug 10000 Kubikfuß. Sie ist vollständig verbrannt. Ebenso der Inhalt der Ballonhalle. Firchliche Nachrichten. Sonntag Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst, Pastor Müller. Feier des heil. Avendmahls. Beichte Vorm. 9 Uhr(Anmeldung eine halbe Stunde vorher in der Sakristei.) Sonntag nachm. 2 Uhr: Kindersottesdienst. Sonntag Abend 8½ Uhr: Gemeinschaftsstunde. Mittwoch Abend 8½ Uhr: Gemeinschaftsstunde im Vereinshause. Donnerstag Nachm. 8 Uhr: Frauer=Missions=Nähverein im Vereinshause. Die kleinen Zehlendorfer und Treptower Radrennbahnen boten am letzten Sonntag ihrem Stammpublikum interne Fliegerrennen. Der Berliner Rennfahrer Willy Dogt belegte in dem Treptower Hauptfahren auf seinen Brennaborrade den ersten Platz; wohingegen das Zehlendorfer Hauptfahren durch einen der bekanntesten Herrenfahrer auf derselben Marke gewonnen wurde. Tein underen Procuht erreicht die gichemührte Nieueste Tachrichten. Werdohl,, 14. August.(Der neue Direktor des ZeppelinBallons.) Der Fabrikant Alfred Colsmann von Kleinhammer bei Werdohl, der Schwiegersohn des verstorbenen Kommerzienrats Berg, des bisherigen Lieferanten des Aluminiums für Zeppelin, ist vom Grafen Zeppelin zum Direktor der von ihm ins Leben gerufenen Luftschiffahrtsgesellschaft ernannt und vorgestern vom Kronprinzen in Friedrichshafen empfangen worden. Mühlheim(Ruhr), 15. August.(75000 Mark unterschlagen.) Der Kassenbote Bras von der Mühlheimer Filiale der NationalBank in Bremen ist seit gestern morgen mit 75000 Mk. flüchtig, die er bei der Reichsbank abgehoben hatte. Saarbrücken, 14. August.(Zeppelin=Spenden.) Die Burbacher Hütte,.=G. Burbach, die Reunkirchener Eisenwerke Gebr. Stumm in Neunkirchen, die Röchlingschen Eisen= und Stahlwerke, G. m. b. H. in Röchlingen, die Dillinger Hüttenwerke Dillingen und die Hallberger Hütte Rudolf Böcking& Co. in Brebach haben gestern beschlossen, je 3000 Mark, zusammen 15000 Mark als Beitrag zur Zeppelin=Spende an die allgemeine Rentenanstalt in Stuttgart zu überweisen. Magdeburg, 14. August.(30 Personen erkrankt.) In den Vororten Groß=Ottersleben und Lemdorf erkrankten infolge des Genusses von verdorbenem Fleisch über 30 Personen, darunter einige schwer. Beuthen, 14. August.(Verbrechen in Oberschlesien.) In einem Getreidefelde bei Raßberg wurde eine männliche Leiche aufgefunden. Nach den äußeren Merkmalen zu schließen liegt Raubmord vor. Die Leiche ist vermutlich identisch mit dem vor einigen Wochen verschwundenen Juwelier Rapstein. Ischl, 14. August.(Der deutsche Kronprinz in Ischl.) Der deutsche Kronprinz trifft heute hier ein, um dem Kaiser Joseph einen kurzen Besuch abzustatten. Von hier begibt sich der Kronprinz nach dem Jagdrevier in Grünau. Madrid, 15. August.(32 Häuser eingeäschert.) Im Dorfe Castineirs, Provinz Drenfe, sind durch Feuersbrunst 32 Häuser zerstört. Bei dem Brande sind mehrere Personen zum Teil schwer verletzt worden. Der Materialschaden ist sehr bedeutend. Explosion eines Luftschiffes in London. Eine schwere Explosionskatastrophe hat den Lenkballon eines englischen Luftschiffunternehmers in der Londoner französisch=englischen Ausstellung betroffen, kurz nachdem der Ballonkörper für eine Probefahrt gefüllt worden war. Dabei verlor eine Angestellte des Besitzers ihr Leben und 5 andere Personen trugen gefährliche Verletzungen davon. Ueber das Unglück gibt ein Spezialdrahtbericht folgende Schilderung: EE Kolonialw., Bismarckstrasse 25. Würze. Bestens empfohlen von Theodor Wilke, Inh. Robert Maassen, Gett dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern Nacht 11¼ Uhr unsere liebe herzensgute Mutter, Schwester und Tante, Schwieger- und Grossmutter, Frau Wir. Jun. Piedler Auguste geb. Plümer nach kurzem aber schwerem, mit grosser Geduld ertragenen Leiden, vorher gestärkt durch die hl. Sterbesakramente der römisch-kath. Kirche, im beinahe vollendeten 63. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten Annen, Hagen, Steele, Delmenhorst, Düsseldorf, Gevelsberg, den 14. August 1908. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. d. Mts., nachmittags 4 Uhr vom Sterbehause, Roonstr 4, aus statt. Das hl. Seelenamt für die Verstorbene findet Montag morgen 7 Uhr in der hies. Pfarrkirche statt. NB. 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Anzahl Haus maßregeln get Solinge Bank) sind So hat der Mittel verfüc 1730 Mk in Wasserwerke und die Kreis die im vorige Bank hinterle haben im Bei ältere Herren, Depositen bei alten Tagen Prozent herat den großen F Firmen hat, he Oberhaf in der Stöckn Bürgermeistere angefahren; im ev. KrankBonn, Heorge) begin sein goldenes Universität, so Zubilar persöt Das Ueber da amtlichen Bei Strecke, in de setzt wird. A auf den in drungen und Lampe eines fahrt begriffen ohne etwas 2 durch Organe Schlagwetter täten und rt werden ergrößer O O 0 Nr. 95. 1908. Samstag, den 15. August. 24. Jahrgang. CautVorrat jinal-Weck chtungen aur geller fchrungeniche verkauf bei: Blumberg. blingumn ist die allein en Lilienmilch=Seit m& Co., Radedeh eugt ein dartes rein sugendfrisches un ammetweiche Haut den Zeind. O. Blumberg, und Provinzielle Nlachrichten. Quisburg, 14. August.(Schwarze Pocken.) Wie die „Rhein= und Ruhrzeitung meldet, sind in 4 Häusern am Sternbuschweg 4 Personen an den echten Pocken erkrankt. Eine weitere Person ist unter pockenverdächtigen Erscheinnngeu ebenfalls erkrankt. Ein 12jähriges Kind ist bereits gestorben. Eine Anzahl Hausbewohner wurde isoliert.“ Es sind alle Vorsichtsmaßregeln getroffen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Solingen, 14. Algust.(Bei dem Konkurs der Solinger Bank) sind auch einige hiesige Vereine in Mitleidenschaft gezogen. So hat der Verschönerungsverein, der sowieso über bescheidene Mittel verfügt, 562 Mk., der Männergesangverein„Össian“ 1730 Mk in der Masse, ferner sind die städtischen Gas= und Wasserwerke mit 7500 Mk., die Stadtbahn mit 15000 Mark und die Kreisbahn mit 63335 Mk. beteiligt. Die Stadtkasse, die im vorigen Jahre einmal 200000 Mk. bei der Solinger Bank hinterlegt hatte, hat noch im letzten Augenblick ihr Guthaben im Betrage von 23000 Mark erheben können. Einige ältere Herren, die ihr ganzes Vermögen teils in Aktien, teils in Depositen bei der Bank hatten, werden arm und müssen in ihren alten Tagen wieder arbeiten. Man hofft ja aus der Masse 50 Prozent herauszuschlagen, wenn man aber hört, wie wenig von den großen Forderungen, die die Solinger Bank an einzelne Firmen hat, herauskommt, dann bezweifelt man dies stark. Oberhausen, 14. August.(Durch eigene Schuld) wurde in der Stöckmannstr. der 15jähr. Schreiberlehrling Schmal vom Bürgermeisteramt in Alstaden von der elektrischen Straßenbahn angefahren; er erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und liegt im ev. Krankenhaus bewußtlos darnieder. Bonn, 13. August.(Geheimrat Professor la Valette St. George) beging heute auf seinem Landgut Auel an der Agger sein goldenes Dozentenjubiläum. Der akademische Senat der Universität, sowie Rektor Geheimrat Erdmann überbrachten dem Zubilar persönlich die Glückwünsche der Universität. Das Dudweiler Grubenunglück. Ueber das Dudweiler Grubenunglück wird in einem neuen amtlichen Bericht gesagt: Die Untersuchung ergab, daß die Strecke, in der sich die Explosion ereignete, von Sprung durchsetzt wird. Anscheinend sind die Schlagwetter durch Sprungluft auf den in der Rähe gelegenen Flözen in die Vorstrecke gedrungen und haben sich an einer möglicherweise beschädigten Lampe eines Bergmanns entzündet. Ein Teil der auf der Ausfahrt begriffenen Leute hatte die Strecke bereits durchfahren, ohne etwas Auffälliges bemerkt zu haben. Bei der Befahrung durch Organe der Bergbehörden wurden in der Strecke weder Schlagwetter noch Kohlenstaub gefunden. Die Mitwirkung von asestele aui e Geaese ese erege. a e. Bewetterung der Strecke für gewöhnlich ausreichend gewesen ist, beweist der Umstand, daß bereits wenige Minuten nach der Explosion die Rettungsmannschaften auch ohne Benutzung von Rettungsapparaten an der Unglücksstelle vordringen und die Verletzten fortscho Verschiedenes. Vier Matrosen ertrunken. Sonderburg, 12. August. Als der kleine Kreuzer„Undine“ gestern Abend von einer Schießübung hierher zurückkehrte, wurde bei der Einfahrt in die Sonderburger Bucht das Manöver „Mann über Bord“ ausgeführt. Dabei ging der Kreuzer infolge eines Versehens des Postens am Maschinentelegraphen vorwärts anstatt rückwärts und überrannte einen mit 11 Matrosen besetzten Kutter. 7 Mann wurden gerettet, 4 ertranken. Die Ramen der Verunglückten sind: Heinrich Klippe aus Ueckendors bei Gelsenkirchen, Johann Rickmers aus Finkenwärder bei Hamburg, Gerhard Weber aus Bollingen und Johann Zöller aus Seligenstadt. **„ 1908 bleibt das schwarze Jahr für Luftschiffe, Ballons und Flugmaschinen. Der Amerikaner Wright flog am Donnerstag in Le Mans in Frankreich mit seinem Flugapparat 8 Minuten, 13 Sekunden und landete leicht. Bei einem zweiten Versuch stand der Motor in einer Höhe von 25 Mtr. still. Wright versuchte in einer Kurvenlinie herabzukommen. Infolge eines falschen Manövers berührte der linke Flügel die Erde und brach ab. Der Schaden soll leicht auszubessern sein. — Beabsichtigtes Attentat eines Geisteskranken. In Berlin wurde ein 40jähriger Schuhmacher verhaftet, dessen Frau wegen gewisser Eingriffe angeklagt ist und der den Gerichtshof in die Luft sprengen wollte. Der Mann ist als geisteskrank erkannt und der Irrenanstalt überwiesen worden. Er hatte sich eine Blechweste anfertigen lassen, die er mit Sprengstoffen füllen wollte, um sie im Gerichtssaal zur Explosion zu bringen. Der Klempner, dem das sonderbare Wesen des Kunden aufgefallen war, benarichtigte die Polizei. Die Beamten konnten den Kranken auf der Straße überwältigen, ehe er eine Pistole aus der Tasche zu ziehen vermochte. —„Bankier“ Friedberg ist krank nach Berlin zurückgekehrt und am Donnerstag vom Untersuchungsrichter vernommen worden. Der Zusammenbruch des Bankgeschäfts dürfte bald das Gericht beschäftigen. — Tragödie in Donaueschingen. In Donaueschingen besuchte eine Frau mit ihren 6 Kindern ihre ausgebrannte Wohnschte das den deuch sechen Seame dier de aihie, Mauerteile los und begruben 2 Knaben. Der ältere wurde getötet, sein jüngerer Bruder unerheblich verletzt. — Frau Gräfin. Großes Aufsehen erregt in Reapel die Verhaftung der Marchesa de Curtis, 63 Jahre alt. Der Sohn überraschte dem„Berl. Tgbl.“ zufolge die Mutter in einer verfänglichen Lage mit dem 18jährigen Diener. Der Marchese veranlaßte die Verhaftung beider Ehebrecher. — Ein Bauerngut versunken. In Annaberg im Salzburgischen ist das Bauerngut zum Pfannhauser versunken. Bergingenieure stellten in der Gegend große Salzlager fest, die nun ausgebeutet werden sollen. Die Nationalspende. Schlafmützen hat man uns immer gescholten Und Träumer hat man uns oft genannt, Doch jetzt, da es einmal die Tat gegolten, Erwachte plötzlich das deutsche Land; Im Osten und Westen, Süden und Norden, Wo Herzen schlagen im deutschen Takt, Sind wir auf einmal zu Brüdern geworden, Hat uns deutsches Empfinden gepackt. Wir haben den Völkern der Welt aufs neue Gezeigt in ernster, bewegter Zeit, Daß die deutschvölkische, herrliche Treue Immer noch kräftig bei uns gedeiht. Einmütig erhob man sich rings im Lande, Gedanke ward Wort und Wort ward Tat, Da ist der Mann im schlichten Gewande Reben dem reichen Bürger genaht, Da kam die Jugend mit offnen Händen Und gab, was zu geben sie nur vermocht, Und als unendlich wuchsen die Spenden Da hat das Herz der Erde gepocht! Da haben der Welt wir auf's Neue bewiesen: Ein Wort nur ist nötig, das zündend traf, Und wo man Zwerge gewähnt, steh'n Riesen!! Dies lehrte ein einfacher deutscher Graf! Das war eine Probe auf das Exempel: Wir hüten den heimischen Herd und Tempel Und halten heilige Fahnenwacht, Sei's zu friedlicher Tat, sei's zu ernster Schlacht! Und brachten wir diesmal blanke Millionen, Wir haben, wenn's not tut, auch blaue Bohnen. Zu schützen den Kaiser, zu schirmen das Reich, Drum: Völker Europas, hütet Euch! und roen. ößert Gefuhnk. 40 Roman von B. Corony. (Nachdruck verboten.) ..„Ich hab's getan, weil meine totkranke Mutter und die kleinen Geschwister so sehr in Rot waren und weil ich kein Geld herbeischaffen konnte.“ „Der Entschuldigungsgrund würde Dir aber vor dem Stuhlrichter wenig geholfen haben. Graf Arpad wollte, wie es auch in der Ordnung gewesen wäre, die Sache zur Anzeige bringen. Ich trat jedoch für den verzweifelten armen Sünder ein, indem ich meinem Freund erklärte, es mache mir Spaß zu versuchen, ob der Dieb und Fälscher vielleicht doch noch in einen ordentlichen Menschen zu verwandeln sei. Arpad meinte, das Experiment könne mir unter Umständen teuer zu stehen kommen, war indes höflich genug, dem Gaste keine Bitte abzuschlagen und so nahm ich Dich mit mir und das Wenigste, was ich verlangen durfte, war blinder Gehorsam und wankellose Ergebenheit. Du mußt wohl nicht bei Sinnen sein, daß Du es wagst, den Erpresser zu spielen und mich, der sich nicht gerade in nachsichtsvollster Stimmung befindet, zu reizen. Ich hätte Lust; Dich niederzuschmettern wie den ersten besten Wegelagerer, wenn ich nicht wüßte, daß Du in diesem Augenblick unzurechnungsfähig „Dafür halten Sie mich nicht, gnädiger Herr. Sie im Gegenteil sehr gut, daß mein Kopf klar ist,“ wandte Vertan mit finsterem Trotz ein,„und ich wiederhole: jetzt ist's vorbei mit Ihrer Herrschaft über mich, jetzt lasse ich mich nicht mehr treten und unterdrücken, denn nun gilt es meine Sicherheit und ich muß mich wehren, so gut ich kann. Also.—“ Lanos Pga, Flößlich, inne und horchte auf das Knaren der Tute. Jever Eislkopfen wich aus seinem Gesicht. „Man kommt, man kommt, man sucht mich!“ ächzte er. „Roch ist's möglich, über die Hintertreppe zu entfliehen.— Aber ich habe ja nichts— keinen Pfennig. Geben Sie mir Geld Geld— Geld!“ „Feiger Bursche! Der alte Jakob schleicht durch das Haus, je allabendlich nach Dieben und Einbrechern zu spähen. Lächerliche Memme! Keinen Groschen erhälst Du von mir.“ „Sie müssen mir helfen und mich unterstützen,“ rief Bertan, der nun wieder Mut gewann. e Ich muß?— Unterstehe Dich nicht, das noch einmal zu „Roch einmal und noch hundertmal! Sie müssen!“ Wie ein eiserner Hammer'traf Hagens Faust seine Schulter und mit einem gurgelnden, halberstickten Wutgeschrei wollte sich der Ungar auf ihn stürzen, hatte aber die Kraft seines Gegners unterschätzt. Dieser packte ihn bei beiden Armen, daß De Die Weigen Schraubstock gepreßt waren und drückte ihn „Nur gemach, nur ruhig Blut getreuer Diener,“ höhnte er. „Das, ist nicht der Weg, mich nachgibig zu stimmen. Hübsch bemung, wie es sich gehört!“ tr i# 3 bin lange genug wie ein Wurm am Boden gekrochen,“ indem er ohnmächtige Versuche machte, sich zu befreien.„Sie spielen mit der Gefahr, wenn Sie mir nicht fortmir vielleicht erklären, was ich zu befürchten habe? Das ist ja wirkuch ein köstlicher Spaß, der mir vorläufig die Langweile vertreibt.“ Wie einen Baum schüttelte Hagen den Diener, die grauenvolle Lust verwegener Tierbändiger empfindend. . Jede Muskel im Gesicht des Ungarn zuckte und die schwarzen stechenden Augen schienen aus ihren Höhlen treten zu wollen. Ihr brennender Blick bohrte sich förmlich in den des Gebieters und verriet, was eine menschliche Natur an verzehrendem Haß in sich bergen kann. „Nun also: was? Möchtest Du nicht reden, getreuer Diener?“ „Sie wissen ja bereits, daß ich sagen werde, wer mich gezwungen hat, die Briefe zu schreiben, klang es dumpf zurück.“ „Und meinst Du wirklich, daß man Deinen boshaften Verleumdungen Glauben schenken wird, erbärmlicher Wicht? Bist Du einfältig genug, das zu hoffen? Wage nicht den Mund zu öffnen, wenn ich Dir raten soll. Die freche Anklage eines Bedienten zu entkräften, den ich, wie Graf Arpad bezeugen kann, bei einer Fälschung überraschte und nur aus Mitleid, und um ihn zu bessern, in meinen Dienst nahm, dürfte nicht eben schwer halten. Und weil Du feiger, undankbarer Bursche Dich nicht verbiete sch ir öberbguper su beschimpfen und zu verleumden, Vil, übethaus: dieses Haus zu verlassen. Du bleibst und sollst gefunden werden, wenn man Dich sucht. Wie käme ich dazu, die Flucht eines Verbrechers zu begünstigen? Was weiß ich von Christoph Bögens und Deinen Betrügereien? Wer einmal bei Fälschungen ertappt wurde, wird das Talent auch fernerhin fruchtbringend ausgenutzt haben. Der Förster erkannte Deine Schrift und klagte Dich mir gegenüber an; ob er noch Zeit hatte, auch zu anderen darüber zu sprechen, ist mir unbekannt und ebenso, ob er bei dem Amte in W... Bericht estattete. Du wirst ja am Ende wissen, wie lange er schon schwer getroffen im Walde lag. #s ist nicht wahr! Ich habe ihn nicht erschossen!“ stöhnte hammen; wie sollte ich denn auch zu einer geladenen Pistole Schlechtere gist noch „Still, Bursche, oder ich klingle und Jakob muß selbst nach hinüber und die Polizei holen.— Das wäre wohl am Ende voch noch das Klügste, was ich veranlassen könnte.“ .„Lassen Sie mich fort, Herr! Ich will kein Geld, aber lussen Sie mich fort,“ ächzte der Ungar. „Damit Du dann sagen könntest, ich hätte meine Gründe au bleibt daaus dem Wege zu schaffen? Rein, mein Freund, ###### vu— und wenn Du es noch einmal wagst, mir zu dann zermalme ich Dich. Du verdienst überhaupt, daß ich Dir jetzt die Gurgel zudrückte, denn Du hast mich ja hier überfallen und Geld zu erpressen versucht. Ich wäre durchaus in meinem Rechte und würde nur Rotwehr üben.“ er weißen Finger Hagens umspannten des Dieners Kehle. Es wur, als zöge man einen eisernen Reif immer fester zu. machtlos bin; stammelte Zanos. „Erkennst Du das?“ „Ja „Und wirst Du Dich nicht mehr unterstehen, zu bübischen Verleumdungen Deine Zuflucht zu nehmen?“ „Rein—“ wersiche Pmnteedee aud Betrügerei, die wider Christoph Bögen „Rein— wie gesagt, die Macht ist in Ihren Händen. 9. kann mir nicht helfen— aber jetzt, nachdem ich das eingestanden habe, lassen Sie mich fort.“ zwar schr aufmetsom.: Du beist und bedienst nich und #. Hagen war nicht trunken, er wurde es überhaupt nicht mehr, mitiag gteu1. denuß des Weines hatte ihn in die überMige Slilmung versetzt. „O Gott, Herr, wenn man mich sucht—“ „Run?“ „Wenn man mich verhaften will!—“ abgeschiasen. andern? Jakob hat das Haustor bereits mesitet sen und wurde sich wundern, wenn Du jetzt noch fort st.(Fortsetzung folgt.) □ # "„Du wirst sie mir vermutlich gestohlen haben,“ erwiderte Gagen kalt.„Gelegenheit macht Diebe und ich kann mich ja Gauracsiig die derau hnen, immer wie ein Kleinkrämer Isältig die Schlugsel von allen Schränken abzuziehen.— Was „Sie wollen mich verderben, weil Sie sich selber auf keine andere Axt mehr retten können,“ stieß Janos mit rauhen, halbehjunten Tonen hervor.„Herr Gott— ich habe mich nie für sche er— Eine schnurrige Geschichte steht im„Berl. Tageb in Eisenbrod in Böhmen starb dieser Tage der fürstlich Rohan Lischka. Er verfügte letztwillig, daß 352 Spazi stöcke, die er im Laufe vieler Jahre zu seinem Vergnügen selbst angefertigt hatte, den Teilnehmern an seinem Leichenbegängnis geschenkt werden sollten, und zwar bevor sich der Trauerzug in Bewegung setzte. Dg nur 278 Personen zu dem Begräbnis erschienen, erhielten viele Leidtragende mehrere Spazierstöcke. „Ledankenlesen. Her(auf der Straße einen FremMeidendamme Br au— Derr Müler, wo ist denn die daß ich mmüser guce—.Großartig, woher wissen Sie denn, ve..##auler heiße.—„Ra, das hab' ich geraten!“— „Nu, Jann raten Sie auch mal, wo die Weidendammer Brücke ist.“ — 59•9 * 37 *907 „.TGT 2 O p S S5SSG•: S 2 5 S 9 S: 2 S• 9— v 2. □ 2 63 S: * —: 2 ∆ S n Sg * 998298 • S 8 S 9. □. — 264— Humoristisches. Im Zoologischen Garten. euch mal dieses Tier etwas genauer an! Das ist nämlich ein Gutes Zeichen. Dams:„Warum folgen Sie, mir denn immer auf Schritt Herr:„Damit Sie sehen, was für ein folgsamer Mensch möchte gern eine fette Gans kammt gleich Handlungslehrling:,„Einen Augenblick, die Frau (Auch eine Unterhaltung.)„Du, Sepp, geh, hau dem Spreizer dort oane eini, daß ma a bißl a Unterhaltung kriag'.“ (Zweifelhaftes Glück.,„Sie sehen ja aber heut so vergnügt aus, was ist denn passiert?“—„Ja, denken Sie sich, S 12 S mein Sohn hat heute ein Jahr Gefängnis erhalten und ich büchle, er bekäme mindestens fünf Jahre Zuchthaus.“ #.VVorschriftsmäßig.) Unteroffizier zu einem Rekruten am Wachtseuer:„Ungefähr um zwölf Uhr abends wird der Herr Hauptmann der Garnison=Inspektion den Posten visitieren, halten Sie ihn vorschriftsmäßig an; aus der Instruktionsstunde müssen Sie ohnedem wissen, was Sie zu tun haben.“— Hauptmann kommt um zwei Uhr früh, den Posten zu visitieren. Der Rekrut rührt sich nicht.„Weiß der Mann nicht, was er zu tun hat? He!“— Rekrut: Ochähsee Weten zum Unterofsizier ins Wachtzimmer, der wird dir um zwölfi hätt'st kumma soll'n, und „LLeidenschaftlich.) Herr(einem Touristen in Lodenkostüm begegnendf:„Wieder in die Berge und auf die Gipfel? Sie sind wirklich ein leidenschaftlicher Tourist!“— Tourist:„Jawohl! Ich habe sogar nachts Alpendricken..:.0g ..(Unerwünschte Jagdbeute.) Frau:„Hast du denn nichts auf der Jagd geschossen?“— Mann:„O doch!“— Frau: „Nun, weshalb hast du es mir denn nicht mitgebracht?“— Mann: „Ja, Kind, eine Ziege ißt du ja doch nicht!“ denn die Frau, die uns füttern wollte? Vexierbild. * Gratisbeilage für unsere Abonnenten. Redaktion, Druck und Verlag der Kgl. Bayer. Hofbuchdruckerei von Gebrüder Das Möppele. Humoristischer Heiratsroman von A. Wilcken (6. Fortsetzung.)— (Nachdruck verboten.) r m. Fünftes Lapitel. ." Der Major war wieder wohlauf, und er sah ordentlch jung aus, als er in der ersten Garnitur, gestriegelt Größe eines Wagenrades, sorgfältig mit Papier verhüllt. Ss pippte auf, dezn schmalen Bänkchen hin und her, und der Major halle Nuhr, mit seinen Knien dem Riesenbukett einigermaßen Halt zu geben, daß es die Balance nicht verlor. fuhr sich mit dem Tuche ein paarmal über die Stirn; ihn beengte der hohe Uniformkragen heute, an ven*; sonst doch gewöhnt war. Schnitter. Von Max Koch. Nach einer farbigen Reproduktion aus dem Verlage von Otto Baumgärtel, Berlin. und gebügelt, von Hein aufs sorgfältigste hergerichtet, im Taxameter bei Fräulein Hartmann vorfuhr. Auf dem kleinen Sitz ihm gegenüber lag ein Etwas, fast von der Nun ja, es ist kein so leichtes Ding, einen Heiratsantrag herzusagen. Er hatte ihn freilich wohl einstudiert, was half das aber alles? „„6 1 c uobeg n9 aöpg ug u prggnt M gun Lsphmh n ungftag uuidg K ai vi Mit und i#ih zh ng Wiii M unct g it unc — 693— Je näher er dem Hause kam, um so schwüler wurde ihm zu Sinn. Nicht, daß er einen Korb befürchtet hätte; darüber war er ja zu sicher. Fräulein Isabella hatte ihm in der letzten Zeit derartige Avancen gemacht, daß ein Zweifel von vornherein ausgeschlossen schien. Brrr: der Wagen hielt. Isabella stand am Fenster; sie hatte schon Ausschau gehalten, denn sie wußte ja, der Major wollte kommen; sie wußte auch, was die Folge seines Kommens sein würde. Als sie das ungefüge, in Seidenpapier gehüllte Etwas Psnng au derumwippen sah, packte sie die # gute, liebe Major! Er wollte ihr doch eine ##schen; ach, und jede Blume würde ihr von seiner Liebe reden. Major Schröter zahlte, nahm seinen Strauß und steuerte in das Haus hinein. Mike öffnete. Erst kam, das Riesenbukett, dann, halb dahinter versteut, der Major. Da wußte Mike genug. Isabella stand klopfenden Herzens mitten im Zimmer. Sie hatte ein hellgraues Kleid gewählt; es stand ihr gut, sie wußte es. Der weiche Stoff fiel anmutig an ihrer junonischen Gestalt hernieder, die halben Aermel ließen den wundervollen Arm voll zur Geltung kommen. sah sie dem Major, mit einem verklärten Lächeln um den Mund, entgegen. Der Major schlug die Hacken zusammen. „Mein verehrtes, gnädiges Fräulein, darf ich Ihnen mit dieser kleinen Blumenspende den Ausdruck meiner Verehrung, hm, hm, meiner innigen Gefühle für Sie, hm, zu Füßen legen,“ hub er an.„Isabella— Sie werden mir das Vorrecht einräumen, Sie bei Ihrem Taufnamen anzureden—, liebe Isabella, Ihnen kann es nicht verborgen geblieben sein, hm, hm, welche Gründe mich seit Wochen immer wieder in Ihr Haus zogen. Sie, liebe Freundin, hm, sind der Magnet Isabella Hartmann hatte mit stiller Resignation dieser langatmigen Auseinandersetzung gelauscht. Ihrer resoluten Natur widersprach die herangezogene lange Rede; unfehlbar hatte das Ganze einen Stich ins Lächerliche. Der Major hielt noch krampfhaft seine„kleine Blumenspende“ mit der Rechten umspannt, die Linke hielt ebenso krampfhaft den Helm. .. Da aber die Rede noch nicht zu Ende war, mußte Isabella schon ein wenig Geduld haben. Wie alles auf dieser Erde schließlich doch ein Ende erreicht, so machte auch der Major endlich Schluß. Und der Schluß war befriedigend. Isabella erhielt den Verlobungskuß, dani. saß das Brautpaar auf dem Sofa nebeneinander und trank auf sein gegenseitiges Wohl und eine schöne, helle Zukunft. Die kleine„Blumenspende“ prangte in einer krugartigen hohen Vase, es war alles so, wie es sein mußte. Isabella war auch in der Tat sehr glücklich. Konnten die Umarmungen ihres Verlobten und seine Küsse auch feuriger sein, so lag doch etwas ungemein Zartes und Ehrerbietiges in dem Benehmen des Majors. Vor allen Dingen ging alles sehr korrekt zu. guten Major hatten die Vorbereitungen für biese wichtige Stunde etwas mitgenommen und auch die Verlobung selbst war für ihn immerhin aufregend gewesen. Er sehnte sich daher nach der Stille seines Zimmers, und nachdem man alles, was die Veröffentlichung der Verlobung anbelangte, sorgsam durchsprochen hatte, empfahl sich der Major bis auf weiteres. Isabella, schritt, nachdem Schröter sie verlassen, an ihren Schreibtisch und warf schnell einige Worte auf ein Papier.— auf Trugen auch in wenigen Tagen bereits Anzeigen „ande von ihrer Verlobung mit dem Major a. D. Schroter in alle Welt hinaus, so hielt es Isabella doch 258— 1 für angemessen, wenigstens die Pastorin Kosegarten vorher ins Vertrauen zu ziehen. Fräulein Hartmann ging mit dem Billett in die Küche. Frau Rassor Hoste sie,„du bringst diesen Brief gleich zu Pastor Kosegarten. Kannst die Elektrische benutzen, Aver du hast, wenn du gefragt wirst, nichts zu berichten.“ Vorläufig konnte Mike ja auch noch nichts erzählen, hatte man sie doch nicht eingeweiht. Kosegarten war in der Tat überrascht, einen Eilbrief von ihrer Schwägerin zu erhalten. Denn ein Schreiben, durch Extrapost gebracht, konnte natürlich nur etwas Wichtiges enthalten. kragte sie. Fräulein Hartmann nichts zugestoßen?“ Mike aber wußte von nichts. u„Dumme Pute,“ schalt die Pastorin.„Muß doch wissen, wenn Tante Bella krank ist.“ . Gottlob, krank war sie nicht, aber beruhigend waren die wenigen Worte auch nicht. liebe Jete. Jsabella.“ Empflang dieser Zeilen ..„Da will ich nur gleich hin,“ entschied die Pastorin, neß alles stehen und liegen und stürmte davon. „Mike hatte sich nicht so beeilt, daher die Pastorin noch vor verselven bei ihrer Schwägerin anlangte. .„Gott, Bella, wie bin ich über deine Zeilen erschrocken!“ Mit diesen Worten trat die Pastorin über die Schwelle, nachdem Fräulein Hartmann ihr geöffnet. ##Pun, lächelte diese,„solche Eile hätte es gerade nicht gehabt. Und zu erschrecken brauchtest du auch nicht. Komm herein, nimm Platz, ich wollte dir vor allem eine wichtige Neuigkeit persönlich mitteilen.“ bemerkte die Pastorin, daß ihre Schwägerin gemacht und daß ihr Aussehen ein äußerst feierliches Gepräge trug. Auf dem japanischen Tisch in der kleinen Nische prangte ein Strauß von solcher Ausdehnung, daß ein gewisses Angstgefühl am Ende berechtigt war. Doch kam, wenn der Pastorin auch allerlei MutPashipe nicht..... sogen, der richtige Sachver„Hast du eine Feier, Bella,“ fragte sie. sochen verlobichete Jlabella.„Ich habe mich nämlich „Wa——s, verlobt?“ „ Der guten Pastorin blieb tatsächlich der Mund offen stehen. Hatte man am Ende auch nur in ganz desperater Stimmung den Tod Tante Bellas in Erwägung gezogen, Erbtante war sie doch gewesen. Und da schließlich jeder mensch sterben muß, so konnte Bella auch nicht sgig, leben,„ Dieser Gedanke hatte immer, ohne der 2l.# den zod direkt zu wünschen, etwas Beruhigendes ch gehabr. Und nun dachte diese Erbtante überhaupt ihhe, sterben; nun wollte sie heiraten— hatte „Es scheint dich zu überraschen, liebe Jette,“ bemerkte Fräzlein Isabella mit einem kleinen malitiösen Zug um ucherrascher. Es wird vielleicht auch in weiteren Kreisen Uebeklaschung hervorrufen. Dich wird es aber ganz besonders interessieren, ich meine eigentlich besonders wenn du den Namen meines Verlobten erfährst. Ja, liebe Jette, es war eben wieder mal eine ganz falsche Voraussetzung von dir, zu glauben, der Major habe auch nur die geringsten Absichten auf Josepha. Denn wir mistteitest. d“ schon lange den Hof, bevor du dich der Wahrbeit mn freilich nicht ganz „Der Major Schröter?" lallte die Pastorin mit trockenen Lippen. „Jawohl, Schröter. Sieh mal, darum regten mich deine Worte damals eigentlich auch ein bißchen auf. Wenn einer mich heiraten wollte und deiner Josepha die u emnaugig un uogog uetbungsbzng unusl spuuz vou Hwpupps U g gu u Wi W W t M Hn gun h Sür n zuszanch noa W tugt zui — 397— — 263— . Fiefbewegt verlassen wir die Stätte des Kampfes und des Ruhmes . 46. und 18. August 1870. Die Abendschatten senken sich bereits hernieder. Schweigend und jeder mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, wandern wir auf der großen Straße von Metz=Verdun an St. Hubert goshsi gen Metz, Dunkel und unheimlich ragt links neben uns das höchstgelegene Fort von Metz, St. Quentin, das während der Belagerung auch manch Wörtchen mitgesprochen, empor. Nur spärlich beleuchtet, erkennen wir auf der nun abwärts führenden Straße das im Tal gelegene ### der velagerung her bekannte Rezerieulles. Nach etwa 1½stünoigem Marsch erreichen wir Moulin les Metz, von wo die elektrische Straßenbahn nach Metz hinein beginnt. Diese besteigend, beschließen wir die eindrucksvolle und unvergeßliche Pilgerfahrt nach dem deutschen Mekka— Metz. Zu unseren Bildern. Herzogin Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin f. öifentlschen Jehens. s seit langer Zeit im Vordergrunde des Johann aubrechtd Deutschen Reichs stehenden Herzogregenten Seine Gemahlim Elisaberh en schwerer Schlag betroffen. herzogs Karl Alerander. eine Tochter des verstorbenen Groß1886 Jangetrauteimar Eisenach, die dem Herzog Die Verstorbene, die am 2a“ wude ihm durch den Tod entrissen. dottor der Universität Rostoc, Jebdrnar 1854 geboren war, war EhrenBessischen Landes-Ausstellung in Darmstadt. Grasherzg. in Darmstadt die unter dem Protektorat des Stoßherzogs stehende und vom Staate subventionierte„Hessische Landesausstellung für freie und angewandte Kunst 1908“ gröffnet.„Sie umfaßt ein einheitliches Programm, nämlich einen Ueberihren Semwpahren über die hessischen Kunstleistungen der Gegenwart; es von entweder in Hessen ganzen find 480 aufgenommen— Darmiadt zur zweiten Vermählung den g0 aiue Vimung der Stadt Seistiren. 11 des Großherzogs. Mit dem Hochfür freie Sumnbund u des gleichen Künstlers Ausstellungsgebäude schlichen ga; dessen drei Säle Werke der Malerei und Plastik umlis bieshender uu nicht mit der Ausstellung verschwinden, sondern ist „ bleideiner hau gedacht, und zwar als Festhalle für die Stadt. wanz im Gegensatz zu diesem hochstrebenden Olvrichschen Bau ist das Freitgelageiser errschteig und P essor Albin Müller erlichtele, und viel besprochen ward auch das niedrig andschofich nit seinen masigen schweren Pfeilern. 3. äußerst reizvolle Ausstellung liefert ein interessantes Bild moverner Kunst= und Kunstgewerbeleistungen; von sozialem Interesse wos Wohsteicheta gagen a u Zweifamlienhäuser; sie bedeuten, groten Fortscheit,uerwertung und Einrichtung anbetrifft, einen Das neueröffnete Sanatorium für 4ungenkranke am Haustein bei Deggendorf. beit des Panzen ein bei Deggendorf in Bayem fand in AnwesenSanatoriums up gie Ferdigand von Bayemn die Einweihung eines Sanatoriums für Lungeniranke aus dem Mittelstande statt Die gemeinnützige Heilanstalt ist mit den neuesten Errungenschaften der Wissenschaft versehen und zeigt in ihrem architektonischen Aufbau schöne Formen, die sich hoch über den Krankenhausstil erheben, der einige Jahrzehnte lang in Deutschland grasserte. beben der Der neue deutsche Marinestützpunkt Sonderburg. Sonderburg in Schleswig=Holstein ist ein Stützpunkt von größter Bedeutung für die deutsche Kriegsmarine geworden, und die gesamte Warineartillerie, ist nach dort verlegt. Am 1. Juli wurde der neue Hafen von der Marine-Inspektion übemommen. Sonderburg gilt gleichzeitig als Hauptliegehafen der Artillerie=Kriegsschiffe. Die großen Marinegebäude befinden sich zum großen Teil auf dem Festlande am Wenningbunde und auch auf den Insel selbst. Der Kreuzer „Prinz Heinrich“ mit 700 Mann Besatzung, den unsere Abbildung Vordergrunde zeigt, bleibt ständig in Sonderburg stationiert. Allerlei. Rätsel=Ecke. Rebus. (Nachdruck verboten.) E. Ch. Tundre. Ch.— tin R. atu. N. dt. A. T. Logogriph. Der mit dem r ist immer klein, Mit i hat's Baum und Blümelein. Homonym. Man öffnet, man verschließt mit mir, Dem Mann gereiche ich zur Zier. Sophte Kühn. Tauschrätsel. Dahn— Elle— Kuna— Kern— Bier— Bote— Jand— Jlias— Nachen— Leder— Salm— Ihering. vie Die Anfangsbuchstaben obiger Wörter sind durch andere zu ersepen, weiche, aneinandergefügt, einen Vogel nennen. Rösselsprung. Su Stacten. Spiel=Ecke. Damespiel=Aufgabe. Sschmatt ab d* A 8 Weich Weiß zieht an und gewinnt. A. St. Auflösungen der Aufgaben in der letzten Nummer: Auflösung der Scharade. legenbart(Pilz). Grasilien— Aug“lösung des Silbenrätselt. Frusitien— amor— Vonau— Glisa— Nathangel: Baden Saolbet— ahe Autlösung des Arithmogriphe. Salbei— Abel— Lissa— Bai— Elbe— Isai(Vater des David). Logogriphs. Ressel— Fessel— Keisel. Auflösung der Verschiebungsaufgabe. Weser— Fackel— Rehkrone— Eibsee— Hofhund— Gefahr— Bernhard— Waldung: Scheffel, Ekkehard. S ee Pct aig n M uckt Wun in s Mcm ptig Huvm(onv cin e eW W W gu usi MSi i Me Mtcugn#ic#0281 Anbngg 8r gun#f uoa Su g u u e 893— — 262— Eine Wanderung über die Schlachtfelder von Gravelotte und Mars=la=Tour. Von E. Zimmer. (Nachdruck verboten.) etz ist des Deutschen Mekta geworden. Von Tausenden, nicht nur ehemanger Mitkämpfer, sondern auch von deutsch=national *“ G e s i n n t e n w e r d e n d i e S c h l a c h t f e l d e r u m M e t z a u f g e s u c h t, u m in stummer und dankbarer Verehrung an den Gräbern derer zu verweilen, ingoeben u Stcte Dlut und Leben sie zur ewigen Rube gebetter. Wesser genug sein um gedensenlan ehzente demut möchte wohl hartgesoten Denkmälern überiäte Hochebene von Gravelotte hinwegzuschreiten. von Wer von dem siebisch in aus. Du geht dann denselben Tatesel geberteten Städtchen Gorze am 16. und 18. Augus isng: Beze den faft alle Truppenteile, welche eeun dir####e##to die Hochebene von Gravelotte erstrebten. is ri##r die Erzählung„Die Rose von Gorze“ bekannt ist, so Brss an don Strap der Stadt einen Blick auf das Haus abiwielte und der soäter sehr besiege n sic sener bistorische Roment schriftsteller F vor Wald=Zedtwit,u gewordene Romanschriftsteuer E. von Luto=Zedrwitz, schwerverwundet, dem vorüberLeusmenden König Wilhelm I. eine Rose überreichen ließ. Eine kleine elche am Hause angebracht ist, macht uns auf jene Episode aufsicher Fichtung san ade in nördlicher und nordwestGeis ie ztrry auf das Schlachteto vom 16. August. Die erstere, den pe Sr. Arnould durchschneidend, direkt auf Rezonville; die letztere. erwas weiter links gelegen, auf Vionville, Mars=la=Tour. Wir wählten die erstere. Von Gorze aus steigt zunächst die Chaussee ziemlich steil an, keinen Seon F3s pon Si. Frnaush den Wald von Si. urnould erreicht. Wenn du diesen Weg benützt, so haft du es noch immer bequemer, als die Truppen es damals hatten, musten. Zum Tei Furch posiert, guerselbein marschieren zu durchdringende Waldungen, die in dieser Gegend überall mit dichtem Unterholz bestanden sind. rich Algose hier nicht über Hitze, Durst oder Müdigkeit, es geziemt sich Beiamile#einer unwürdig, es sind ja höchstens—6 Kilometer bis Rezonvinle und wenn du dieses erreicht, kannst du dich zum mindesten mit einem Trunk frischen Wassers erguicken. de7 . 15 Die begpen Kämpfer vom 16. August erwartete aber statt dessen Fescgm Austritt aus dem Vois de St. Arnould das tödliche Blei, der Hier ist der Waldrand garniert mit Gräbern. Hier sind die Stellen, Sedie grüteg. Jäger, die achter und vierziger des dritten brandenburgischen reaiment Nr. 72. Zaun eröffnezen, wo später das thüringische Iusanterie. Sesiere gaven dt sier des I1. Grenadierregiments und die bedeckten, verbluteten. 40, welche sich schon bei Saarbrücken mit Hier befinden sich die Denkmäler der verschiedenen dort gestandenen Regimenter, von denen dicht an der Straße, etwas vorgeschoben gen urzonville, das des 72. Regiments besonders in die Augen fällt. Den ersten Spuren des Kampfes begegnen wir aber schon beim Austritt aus Gorze. Viele fanden hier ihre letzte Ruhestätte im Chausseegraben. Links und rechts der Straße häufen sich die Gräber mehr und mehr, je mehr man sich dem Schlachtfeld nähert. Es sind jedenfalls die Gräber derer, welche schwerverwundet sich vom Schlachtfeld bis hierher schleppten und aus Entkräftung hier versader und vrhateten. etestung 6 Bei der Masse der Verwundeten und der Nähe des Kampfplatzes war es unmöglich, allen rechtzeitig die notwendige Hilfe zu bringen. Auf dieser Hochebene gibt es kein Wasser; hier fand sich niemand, der weder den Kämpfenden und Verwundeten, noch den im Feuer Liegenden Stärkung und Erfrischung zutrug. Hier feierte der Tod seine Orgien. Wenn wir den Blick beim Austritt vom Bois de St. Arnould halb links in nordwestlicher Richtung hinüberschweifen lassen, so erblicken wir die den Horizont begrenzende und mit Pappeln dicht bestandene Straße Metz=Verdun, auf welcher die Franzosen am 16. August ihren Abmarsch fortzusetzen gedachten. Dort drüben liegt Flavigny und Vionville, wo das 3. brandenburgische Armeekorps sich dem Abmarsch der Franzosen hindernd in den Weg legte. Ueber jene Straße hinüber erbrauste in den ersten Nachmittagstunden die so berühmt gewordene Attacke der Bredowschen Brigade, der 7. Kürassiere und 16. Ulanen, der sog. Todesritt. An den Tronviller Büschen drüben an der alten Römerstraße befindet sich ihr Gedenkstein und zahlreiche Grabhügel bestätigen die Wahrheit des Liedes von Freiligrath: „Von allem aber, was ritt und was stritt, Unser zweiter Mann ist geblieben.“ Von Rezonville führt uns unser Marsch über Vionville und kurz hinter diesem über die französische Grenze und überzeugen uns nach einem etwa ¼ stündigem Marsch von der„Wahrheit über Mars=la=Tour“. Bald stehen wir vor der Schlucht von Fond de la Cuve, in welche die Brigade Vedell, die tapferen Westfalen des 16. und 57. Regiments, hinabstiegen und als Fragmente zurückkamen. So hell jubilierend die Lerche auch hier ihr Lied in die Luft schmettert, uns vermag sie zum Miteinstimmen nicht zu bewegen. Hier versagt die Stimme, hier vergeht dir, lieber Leser, die Lust zum Singen. Wir befinden uns ja hier auf einem meilenweiten Friedhof, und alle, die hier ruhen, starben, ob Freund ob Feind, für ihr Vaterland. Wir sehen uns noch die Attackenfelder der in dieser Gegend aufeinander geprallten großen Kavalleriemassen an und begegnen auf dem Rückmarsch noch einmal jenem blutgedüngten Boden um Vionville, wo seines Bestandes verisen.n zwei guug Der folgende Tag galt dem Besuche der Schlachtfelder von Grave" nn. um 17. August 1870 ruhten die Armeen nicht aus, wie es entgegengesetzt in manchen Geschichtsbüchern zu lesen ist, sondern die Gegner je des 17. August und während der Nacht zum 18. zog sich die fanzösische Armee näher an Metz auf die Höhen zwischen Gravelotte, antio berss, Reucourt, Front nach Westen, zurück. In zum Teil festungs„ ürtig hergerichteren Verteidigungsstellungen erwarteten sie so den Gegner am 18. August. Wir beginnen unsere Wanderung deshalb vom rechten Flügel der deutschen Stellung, von Gravelotte beginnend, nordwärts hinauf bis zum äußersten linken Flügel derselben bei Roncourt. Von Gravelotte aus benutzen wir dieselbe Straße, auf welcher Napoleon III. am 17. August seinen persönlichen Rückzug antrat und die Armee verließ. Gleich rechts am Anfang dieser Straße befindet sich das Haus, in welchem Napoleon vom 16. zum 17. August sein Hauptquartier aufschlug. Gleich hinter Gravelotte, etwa gegenüber der Ferme Mogadur, sehen wir etwas abseits der Straße, mitten im Feld, einen großen, unbehauenen Felsblock liegen. Er bezeichnet die Stelle, von welcher aus König Wilhelm I. am 18. August die Schlacht leitete. Der Weg führt uns alsdann weiter nordwärts über Malmaison nach Verneville immer in der deutschen Schlachtstellung entlang. Gräber und andere Erinnerungszeichen bestätigen auf Schritt und Tritt, was wir in Kriegsgeschichtsbuchern gelesen. Dicht hinter Verneville überschreiten wir nochmals die französische Grenze und passieren dieselbe wieder unbehelligt, kurz hinter Habonville, um von hier nach einer kleinen Wanderung von etwa einer halben Stunde St. Marie aux Chenes zu erreichen. In letzterem Ort, den das Garde=Füsilierregiment damals nahm und vom Feinde säuberte, wenden wir uns rechtsum und betreten die Straße, auf der die preußische Garde den Weg zu unvergänglichem Ruhme antrat. Die Straße zieht sich hier sanft ansteigend fast schnurgerade über ebenes Feld bis St. Privat. Wanderer, hier entblöße dein Haupt, denn hier hielt der Tod die reichste Ernte, bewiesen die Garden, daß sie den preußischen Wahlspruch, der das Symbol ihrer Fahnen bildet, imstande waren, in die Tat umzusetzen:„Pro gloria et patria!“ Am dichtesten liegen die sehr langen Grabhügel links der Chaussee, etwa in der Mitte zwischen St. Marie aux Chenes und St. Privat. Hier ging das erste und zweite, weiter drüben bei Renconit das dritte und vierte Garde=Regiment zum Sturme vor. Rechts der Straße das Kaiser Franzund Königin Augusta=Regiment. Die Denkmäler aller dieser tapferen Regimenter ersetzen dem Schlachtfeldbesucher den Führer. Man muß zum Besuch der Schlachtfelder nicht den Hochsommer, sondern den Herbst wählen, wenn die Felder kahl und die zahllosen Grabhügel dem Auge sichtbar sind. Sie sind alle in pietätvoller Weise gehütet und gepflegt. Der Metzer Kriegerverband hat es sich zur Ehrenaufgabe gemacht, alljährlich an den Gedenktagen hinauszuziehen und die Gräber zu schmücken mit frischem grünen Eichenlaub und schwarz=weiß=roten Bändern. Bei einem kurzen, zwei= bis dreitägigen Besuch der Schlacht felder ist es unmöglich, jedes Grab in Augenschein zu nehmen. Viele kann man nur im Vorübergehen von ferne grüßen. St., Privat hat sich wenig verändert. Die niedrigen Mauern, welche vor den Gehöften liegen und den Franzosen so vorzügliche Deckung boten, sind noch vorhanden. Dicht vor denselben ragt das Denkmal des ersten Garderegiments empor. Kurz vor dem nördlichen Dorfeingang, auf dem Wege nach Roncourt, erhebt sich das eindrucksvolle Denkmal der Sachsen, die von Roncourt her im Verein mit der preußischen Garde St. Privat erstürmten, den rechten Flügel des Feindes warfen und so an diesem Tage der Wendung der Dinge den Ausschlag gaben. Von St. Privat wenden wir uns rechts an der Ferme Jerusalem vorbei nach Amanvillers und befinden uns nunmehr in der Mitte der französischen Schlachtstellung. Ihr gegenüber focht außer der preußischen Garde die großherzoglich hessische Division und dicht hinter Amanvillers steht das Denkmal derselben, sowie das der Gardeschützen Kaiser Alexander=, Königin Elisabeth= und Königin Augusta=Regiments. Das ist alles Erde gedüngt mit dem edelsten Saft. „ Von hier über La Folie, Ferme Leipzig, Moskau, St. Hubert und Poni du jour erreichen wir nach mehrstündigem Marsch den linken Flügel der französischen Stellung. Diesen zu werfen, mußten unsere Truppen die nunmehr vor uns liegende tiefe und mit Büschen dicht bestandene Manceschlucht durchschreiten.— Oben lagen die Franzosen, durch Büsche, Steinbrüche und Gehöfte auf das vorzüglichste gedeckt, und vermochten alles, was sich über dem Talrand zeigte, mit ihren weittragenden Gewehren und Mitrailleusen einfach wegzurasieren. Dennoch erstiegen hier unter den Augen des Königs nach und nach etwa 43 Kompagnien das Hochplateau zwischen St. Hubert und Moskau, um zum größten Teile dort zu zerschellen. Hier ist der Waldrand, der die Schlucht umsäumt, gerade so garniert, wie das Bois de St. Arnould. Zwei volle Armeekorps, das 7. und., vermochten an dieser Stelle keinen sichtbaren Erfolg zu erringen. Auch das am Abend noch eintreffende 2. pommersche Armeekorps, das, um Mittemacht von Pont--Mousson aufbrechend, gegen 7 Uhr abends das Schlachtfeld erreichte, vermochte der Sachlage keine wesentliche Veränderung zu bringen. Hier fanden im Laufe des Nachmittags sogar Paniken statt, von welchen nur wenige Truppenteile verschont blieben. Wie ein Fels im Meer hielten allein die achten rheinischen Jäger, vermischt mit Infanteristen verschiedener Regimenter, das den Franzosen weggenommene St. Hubert sest, bis die Nacht dem Würgen ein Ende Mn t M M i uct on 0— u19 ne u Mch in i iet ud 13 Johpu 3 — 893— 259— Cour machte, das konnte mir nicht einerlei sein. Aber in den Männern.“ Jete. Man täuscht sich ja so redselig, ganz gegen ihre Gewohnheit. Die Pastorin fand Zeit, sich zu sammeln. du hast recht, dann habe ich mich eben geirrt,“ sagte sie, sich zusammenraffend.„Und ich wünsche dir von ganzem Herzen Glück, liebe Bella. Von ganzem die ganz zerknirschte Frau bekräftigend hinzu, obgleich das auch der Wahrheit keineswegs entsprach. " Sie dachte an ihr armes Kind und wie dieses die Nüchricht treffen mußte. wirklich ausgezeichnete Wein, den ihr die Schwägerin kredenzte, konnte ihre trübe Stimmung nicht verscheuchen. Jch veggaß ganz das dicke Ungeheuer in der Sofaecke. .— ging sie das kleine Scheusal denn noch fernern an. Die Erbtante war für sie verloren; allein nicht nur das, sie hatte ihrer ältesten Tochter noch in letzter Stunde mit ihrem Gelde den Freier weggeschnappt. Nicht einmal der Gedanke, daß wenigstens Marga eine Versorgung hatte, konnte die Pastorin beruhigen. Isabella brillierte mit einer ausgezeichneten Laune. #„Ich möchte Sonntag die Verlobung im Verwandtenfeiern,“ erklärte sie.„Nur streng im VerwandtenWir werden Rasor ist größeren Geseligkeiten abhold. Wie wichen der Verlobung baldmöglichst die Hochzeit folgen lassen, worauf sollten wir warten. Und wenn die Hochzeit auch nur klein ausfallen wird, einen Polterabend bin ich doch gezwungen zu geben. Man hat eben seinen großen Bekanntenkreis.“ Isabella darauf los, fast wie ein junges Mädchen, sich die Zukunft in den rosigsten Farben ausmalend. ja, es war alles gut. Die Pastorin machte keine Einwendungen, sie nickte zu allem ein stereotypes a.— e. Die Föchter harrten zu Hause ungeduldig der Wiederder Mutter. Man war doch neugierig, was Tante Bella so eiliges hatte. Gewiß sollten sie ihr eine Gefälligwie gern, wie gern. War doch Tante Bella seit gestern sehr in ihrer Gunst gestiegen. „Paßt auf.“ sagte gerade Nora,„wenn Tantes Großmut mit rechten Dingen zugeht, dann lebt sie nicht mehr sie Regungen.: To# tommen häufig dem Menschen Gute Nora, du hast’ne Ahnung! der Pastorin at deschte Totelsille im Hause Josepha begrub ihren schönen Traum von Glück und Eye. Und ein Begräbnis stimmt die Umgebung traurig. Sechstes Kapitel. Die Verlobung war veröffentlicht worden. Sie rief begreiflicherweise, namentlich in dem weitläufigen Verwandtenkreise, große Sensation hervor. Man hielt untereinander geheime Zusammenkünfte ab; man urteilte scharf, spöttisch, mitleidig, erbost, je nach der Naturanlage, über diese skandalöse Affäre. Und ein Skandal war's doch, darüber waren sich die lieben Verwandten einig, ob sie die Verlobung nun belachten oder beschimpften. Die jüngere Generation konnte sich in Späßen nicht genug tun. Tante Bella mit ihrem dicken Möppele sich als Braut vorzustellen— einfach ulkig! Den Major kannten die meisten nicht, oder doch nur sehr oberflächlich. Und die ihn kannten, äußerten sich wenig günstig. Der Major sollte ein peinlicher, eigener err sein, streng, wortkarg und kleinlich, ein rechter Pedant. Außerdem war er an das Kommandieren gewöhnt und ferner an blinden Gehorsam. Und daß Tante Bella bei einem Wunsche ihres künftigen Gatten stets:„Zu Befehl, Herr Major!“ sagen würde, dünkte die jüngere Generation doch etwas zweifelhaft. Das war nun aber schließlich Tante Bellas Angelegenheit. Für sie, die Verwandten, war es Pflicht, sich zu Verlobungstage zu schmücken und den sonnigsten Ausdrun in die Zuge zu legen. . Tante Bella hatte den Gratulanten einen Empfangstag fengesetzt gehabt, ihre Verwandten waren jedoch gebeten worden, sich erst zu der Verlobungsfeier einzustellen, um den Andrang etwas abzuschwächen. entgegen, apen diese dem großen Tage mit Spannung Die Gesellschaft war schon vollzählig versammelt— man wollte nicht warten lassen—, als der glückliche Bräutigam eintrat. .. Er„küßte seiner Braut respektvoll die Hand, was viese mit huldvollem Lächeln quittierte, verbeugte sich nach rechts, nach links, als er den Verwandten vorgestellt wurde, und man konnte wirklich an dem ganzen Gehabe nichts finden, was etwa den Spott hätte herausfordern können. Auch das Mahl verlief heiter und ohne Störung. Fräulein Isabella als kluge Frau hatte die Tischordnung so eingerichtet, daß dem Major der Anblick Josephas soviel wie möglich erspart blieb. Große Blumenarrangements, die die Tafel schmückten, türmten sich zwischen den beiden auf; dazu trennte sie die ganze Länge des Speisezimmers. Josepha war sehr blaß; aber wie sie bereits im Leben Enttäuschungen hatte einstecken müssen, so mußte sie selbstverstanduch auch dieses Mal drüber wegkommen, obgleich es sie bedünken wollte, als sei ihr eine Entsagung niemals so schwer geworden, wie gerade dieses Mal. Man konnte es nicht leugnen, der Major war eine sehr sympathische Erscheinung, und sein Ernst und seine Männlichkeit, sowie sein vornehmes Auftreten mußte zu seinen Gunsten sprechen. Tante Bella war geradezu eine strahlende Braut. Sie sah in ihrem bräutlichen Glück so verjüngt aus, daß sie manche weit jüngere Verwandte in den Schatten stellte. Das alles sah der Major sehr wohl, dessen Augen ruhig und vornehm den Verwandtenkreis überflogen. Doch konnte er ein unangenehmes Gefühl nicht los werden, das sich wie ein tiefes Bedauern über etwas Verlorenes in ihm breit machte. Josepha hatte ihm, als ihrem künftigen Onkel, die Hand gereicht gehabt und diese Hand hatte gezittert. Major Schröter fühlte dieses Zittern von Gang zu Gang. Wie gern hätte er einen Blick aus den sanften Augensternen erhascht; ob sie ihm wohl zürnte, ob sie nun wohl ihr ganzes Leben ihm nachtrauern würde? Er hatte ja recht, er war nicht gebunden gewesen, als er sich zurückzog— oder war er es am Ende doch? Wenn er ganz aufrichtig sein sollte, so hätte er lieber Josepha an seiner Seite gehabt. Eine große Zärtlichkeit gegen sie wallte in ihm auf. Das Essen war vorzüglich, die Weine von der auserlesensten Sorte, seine Stimmung wurde allmählich eine bessere. Das andere da, diese jungenhafte Gefühlsduselei, würde vergehen— am Golde hängt, nach Golde drängt doch alles! (Fortsetzung folgt.) Ein Gottesgericht. Skizze aus dem sibirischen Soldatenleben von Erhard Zimmer. —(Nachdruck verboten.) akar Koptewa befand sich heute das erstemal auf Posten. Er war mit seiner Kompagnie zur Bewachung der Sträflinge in dem Bergwerke von Irkutsk nach Kar=Okinsky, einem kleinen sibirischen Dorfe, gesandt worden. Es war heute ein kalter, trüber Wintertag; der Sturm heulte durch die dichten Föhrenwaldungen, die das Dorf Kar=Okinsky umgaben. Makar Koptewa hüllte sich fest in seinen dicken, grauen Mantel und zog den Baschlik tief über die Pelzmütze, während er hastig vor dem kleinen Wachthause auf und nieder schritt. — 260— Erst vor zwei Tagen war die Schützenkompagnie unter Fügrung des Leutnants Afanasi Pietrowitch in dem Dorfe teung in gebeimten dises Schensal, wie ihn Loper diesen Menschen haßte; sein Herz krampfte sich in stummer Wut zusammen, wenn er an seinen Peiniger dachte. Erst neulich, als die Kompagnie Parademarsch übte, hatte ihn der Leutnant mit der Säbelscheide geschlagen und dazu gesagt: „Drück die Knie durch, du steifer Bauer!" Und Pietrowitsch hatte doch am wenigsten Grund gegen diesen Soldaten, der einst sein Jugendgespiele gewesen war, so hart und unmenschlich zu sein. Früher, vor etlichen Jahren, als Pjetrowitsch noch auf dem Gute seines Vaters weilte, da war er geradeso wie Koptewa, welcher der Sohn eines Knechtes des alten Pjetrowitsch war, barfuß und in Hemdärmeln auf die Wiese vor das Dorf hinausgegangen und hatte sich dort mit der Dorfjugend belustigt. Freilich, als Afanassij später nach Irkutsk auf die Schule kam, da war es mit der alten Freundschaft vorbei; der junge Pjetrowitsch verkehrte von da an nur mit feinen Leuten und vergaß darüber seinen alten Jugendfreund Loptewa. Dieser war darüber nalatlch sehr betrübt, denn er hatte den jungen Gutsherrn aufrichtig lieb gemonmen. später zu den Soldaten eingezogen wurde, da traf er seinen einstigen Zugendfreund. Bietrowitsch als Leutnant wieder. Dieser sedoch nichts merten gasen; m gesrenger Offzier aufgespelt und über war matrich Socdatenlebens kosten kasen. Dande Prschis eaer eiden Sanrnder u. Bind durch die Dorstraßen, awads fersetten, tieb der In dieser Nacht sollte Koptewa den Leutnant Pjetrowitsch auf einem Patrouillengange auf den Botugolskisberg begleiten. Das Sträflingsbergwerklagnämlich in einem Seitentale des Botugolskijs; um nun ein Entweichen ser Sträflinge zu verhindern, hatte eine lange Postenkette den ganzen Berg umstellt. Allnächtlich mußte diese Postenkette revidiert werden, wozu immer zwei kommandiert wurden, die die ganze Ronde um Botugolskij machen mußten. Meistens war dies ein Unteroffizier und ein Soldat; heute aber traf dieser Dienst den Leutnant und die Begleitung Koptewa.— Es war schon ziemlich dunkel geur Soe. d Leutnant ankam, abauhosen zum Patrouillengange Pietrowitsch war eine schöne, Erscheinung; sein Gesicht, das nicht unschön zu nennen war, trug einen Zug von abschreckender Strenge in sich. Er war geradeso wie Koptewa in einen dicken, grauen Mantel gelleidet, dessen hochgeschlagener Kragen su#t das ganze Gesicht bedeckte. „Ah, du, Koptewa?“ Koptewa sehr erbost; er empfand einen gerechten Zorn gegen diesen Undank. Daß Koptewa Pjetrowitsch eines Tages mit eigener Lebensgefahr aus dem Wasser gezogen hatte, das schien dieser auch schon vergessen zu haben, und das war, was den jungen Soldaten so gegen seinen einstigen Freund aufgebracht hatte. Mit Freuden wäre er Soldat gewesen, doch Pietrowitsch, das Scheusal, hatte ihm durch seine Strenge dos Soldatenleben gründlich verleidet. erregt, schritt Makar Koptewa hastig auf und „ Alsbald schallten lustige Soldatenlieder zu dem Posten .uer. 2 schalten lustige So... gu erm Ausen von der bessischen landes-Ausstellung in Darmstadt: Blick auf die Ausstellung. Wachtstubenlicht Koptewas Gesicht Jugendfreund eranmte. der Leutnant seinen „Also komm, marsch!“ sagte der Offizier, seine Erregung gewaltsam niederzwingend. Er war ganz sonderbar davon berührt, daß gerade Koptewa, seinen Feind, die Begleitung traf. Stumm watete Koptewa auf der Landstraße in dem tiefen Schnee voraus, während Pjetrowitsch einige Schritte ihm folgte. Zuerst führte der Weg auf einer ziemlich guten Landstraße vorwärts; allmählich jedoch, als man sich der Puade vorwärt, Viertelstunde Wegs führte derselbe in einen hohen FöhrenFelsregion. Hier bies der Wind empfindlich sogar die dicken Mäntel der Soldaten durchdrang. In dichten S S 2 ** E * S □ 1: E iS 0 9 S 8 SERSE F•E01 S S.58• 9 R5.2 — 00 9—— —— 63 5 2 5.# S 9 * E B 2 4" —4 SPTeg SP.-SGEASSEE e%og OgeSgagSS SSEEg#E S ESSg" S OSESESSg" F: H S GaSS S SS-CSESDGSEEES" — 261— Weg, auf dem die beiden Soldaten Grunde schwarz entgegengähnte. dieder Schlucht kosse. und brauste der wilde Gebirgsbach— die Oka— über die Felsen. Koptewa mußte jetzt eine Laterne anzünden; ohne dieselbe wären die beiden Wanderer unfehlbar in den Abgrund gestürzt. Unwillkürlich stieg in Koptewa der Gedanke auf:„Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, räche dich an deinem Peiniger!“ Ja, dortunten, in den Fluten der wilden Oka, wäre das richtige Grab für das Scheusal gewesen... Nur ein Stoß mit dem Gewehrkolben und Pjetrowitsch— mußte in die Tiefe sach'es; der Leutmant war einfach Das neueröffnete Sanatorium für lungenkranke aus dem Mittelstande am haustein bei Deggendorf(Baßern). „Dann waren alle Plagen und Strafen, der Offigr iym auferlegt hate, gerächt! Mörder gewesen war— daß Koptewa der Rächer, der Sinnlos vor Wut holte Koptewa mit dem Gewehrkolben die Felswand in die grausige sehee engte uegen in Aach erlingen wak Ur ichtbare Mächte zogen##ult— weit vornübergebeugt starrte er regungslos in die Schlucht... Schwer hob und senkte sich seine erregte Brust, dicke Schweißtropfenperlten auf seiner Stirne. Das Gewehr war seiner Hand entsunken, schwarze, undurchdringliche Finsternis umgab ihn; nur einige Schritte, und er mußte in die Tiefe stürzen. Trotz des Schweißes fror er, er zitterte, wie mit tausend Hämmern klopfte es in seinen Schläfen, unruhig jagte das Blut durch seine Adern. Mit zitternden Händen sich an der Felswand forttastend, taumelte er einige Schritte, da— da— er verlor den Boden unter den Füßon ihm schwarz vor den Augen—..— Pusrn— 8 wure erschütternder Schreiburchschallte die g. eun veltender, martTatezele—.—. bt dum kerichte W esug anosamer Sedanten verfunken ging Koptewa einige Schrite „Etwas schneller, Kerl!“ wetterte Pjetrowitsch. mit glühenden Augen an. uddam um und sah den Leutnant nieder wie einen tollen Hundts donnerte Das war zuviel! wilde Dia gestüirzt.— er war Gbeich seinem Opfer in die Gebirgsbaches, der wilden Oka.uenden beiden vonusgegangen war.de Drana dem Tode der 5 Spimmp W uu