— Ne. 2. Freitag, den 15. Dezember 1905. 37 Jahr ang. □+ O CT „ (General=Anzeiger.)(seuene Nachrichten.) Lublikations=Organ für Stadt und Amt Wattenscheid. Erscheint täglich mit Ausnahme der Lonn= und Feiattage und kostet ###l. Botenlohn monatlich 60 Ofg., vierteljährlich(,80 UU., im Dostgebiet 8 Ulk., wenn frei ins Haus 2.40 Uk. Wöchentliche illustrierte GratioVeilagen:„Wort und Bild“(sseitig) und„Lachpillon“(Geitig). Telegr.=Adr.: Zeitung. Druck und Verlag: Carl Busch; Schriftleitung: Jos. Weith, beide Wattenscheid. Anzeigen müssen am Cage vor dem für die Aufnahme bestimmten in unsern Händen sein und werden pro Oetitzeile oder deren Raum mit 15 Oso., für Auswärts mit 18 Ofg., Reklamen mit 60 Ofg. pro Zeile berechnet. Insagfür bevorzugte Stellung und für bestimmte Cage kann nicht gegeben Hierzu die Illustrierte Beilage. Seschiten. Berlin, 14. Dez. Nach kurzer Devatte, woran Abg. Schlumberger, Unterstaatssekretär Wermuth und Abg. Gothein sich beteiligten, wird das Handelsprovisorium mit England und der Handelsvertrag mit Bulgarien in 3. Lesung angenommen. Es folgt Fortsetzung der Etatsberatung. Graf Stolberg(k.) tritt den neulichen Ausführungen des Staatssekretärs Grafen Posadowsky über das Anwachsen der Sozialdemokratie entgegen. Bebel (Soz.): Gerade die Partei, gegen die sich die Diätenlosigkeit richtet, die Sozialdemokratie nämlich, hätte nicht den mindesten Nachteil davon, aber wohl die übrigen Parteien. Auf das entschiedenste muß ich mich verwahren, gegen die Angriffe des Reichskanzlers bei seiner Rede am 9. Dez. gegen meine Person und gegen meine Parteigenossen betr. die Kolonialfrage. Die Unzufriedenheit der Sozialdemokraten liegt größtenteils in der politischen Rechtslosigkeit, die besonders im Dreiklassenwahlrecht zum Ausdruck kommt. Wenn die sozialen Verhältnisse in England ungleich besser als bei uns sind, so liegt das darin, daß die englische Bourgeoisie den Wünschen der Arbeiterschaft viel vernünftiger gegenübersteht, als dies bei uns der Fall ist. Ein Bündnis zwischen Deutschland und England würde andauernden Frieden für Europa bedeuten. Die Vermehrung unserer Flotte wird als Spitze gegen England mit Recht angesehen. Ich protestiere gegen die Herabsetzung unserer russischen Genossen. Die russische Regierung muß aber scheinbar überall ihre Hand im Spiele haben. So war es bei der Ermordung Stambulows, bei den Boxerunruhen und vielen anderen Angelegenheiten der Fall. Demgegenüber verlangen wir Gerechtigkeit— nicht einseitige Stellungnahme zu dieser oder jener Frage des Auslandes.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Reichskanzler Fürst Bülow erklärt: Wenn der Abg. Bebel sagte, daß die deutsche Sozialdemokratie die besten Beziehungen zwischen Deutschland und England anstrebe, so frage ich, warum die Sozialdemokratie fortgesetzt bestrebt ist, gerade in England Mißtrauen gegen uns zu erregen. Ich bestreite auf das allerentlchiedenste: Wir haben niemals England gegenüber Aggressivpläne verfolgt. Ich habe schon hundertmal erklärt, daß das Unsinn ist. Der Gedanke, als ob wir jemals darauf ausgehen, Englands Seemacht zu zerstören, ist einfach lächerlich. Unsere Rüstungen halten sich in einem bescheidenen Umfang, als die mancher anderer Länder und als die englischen Rüstungen. Schon deshalb ist es absurd zu glauben, daß unsere Flotte sich gegen England richte. Wir wollen niemanden übertreffen, auch Rußland nicht. Aber wir wollen so stark sein, daß wir einen brutalen, ungerechten Angriff mit Ehren zurückweisen können.(Lebhafter Beifall.) Wenn es jemals unserer Sozialdemokratie gelänge, das Heft in die Hand zu bekommen, so würden wir bald ebenso dastehen, wie in den jämmerlichsten Zeiten unserer Geschichte. Wir würden die Opfer für Beiuegierige sein.(Lebh. Beifall bei der Mehrheit.) Ich will einen Vergleich ziehen zwischen den Jakobinern der französischen Revolution und unserer Sozialdemokratie. waren Patrioten durch und durch, sie wollten ein großes und starkes Frankreich. Unsere Jakobiner fangen damit an, überall vor den Ansprüchen des Auslandes zurückzuweichen und unsere Grenzposten aufzuheben. Sie wollen ein schwächeres Deutschland, Aber seien Sie überzeugt, wenn Sie versuchen, einen Bastillesturm zu unternehmen, so würde Ihnen das übel bekommen. Ich wiederhole Ihnen, gehen Sie von den Redensarten zu Taten über, so werden Sie sehen, was danach kommt.(Lebh. Beifall.) Erzberger(Ztr.): Hätte Fürst Bismarck voraus gesehen, was wir mit unseren Kolonien erreicht haben, so hätte er nicht die Kolonialpolitik begonnen. Der wirtschaftliche Unwert des größten Teils der deutschen Kolonien ist erwiesen. Auf die von mir erhobenen Anklagen gegen die Kolonialverwaltung werde ich in der 2. Lesung zurückkommen. Staatssekretbr Frhr. v. Richthofen: Wenn der Abg. Erzberger sich darüber beklagt, ich hätte ihm Unrichtigkeit bezüglich meiner Ausführungen über den Voranschlag der Beteiligungskosten und die Erträgnisse der Kameruner Bahn vorgeworfen, so ist er damit im Irrtum, da ich vielmehr seinen Ausführungen beigetreten bin. Bei der vorgerückten Stunde kann ich auf Einzelheiten der Angriffe seitens des Abg. Erzberger nicht eingehen, hehalte mir aber vor, später eingehend darauf zurückzukommen. Geheimrat Helferich widerlegt die Angriffe Erzbergers. Redner geht dann ausführlich auf die Beschuldigungen der Kolonialverwaltung ein und legt einzeln dar, daß die Vorwürfe auf Grund unzureichenden Materials erhoben und völlig unbegründet sind. Darauf wird die Weiterberatung auf Freitag vertagt. : Deutschland. Berlin, 14. Dez. Der Kaiser und die Kaiserin besuchten heute vormittag das Atelier des Bildhauers Tuaillon. Später hörte der Kaiser die Vorträge des Chefs des Generalstabes der Armee und des Chefs des Militärkabinetts und empfing den Generaldirektor Dr. Bode, sowie darauf die Gebrüder Goldschmidt zur Ueberreichung des Bibelpultes für die Kaiser=Wilhelm=Gedächtniskirche. Zur Frühstückstafel waren geladen Fürst und Fürstin Radolin, Gouverneur Dr. Solf, Generalkonsul von Hartmann und Exz. Schöne. — Die Kaiserin gewährte heute dem Generalstabsarzt der Armee, Dr. Schjerning im hiesigen Schlosse dienachgesuchte Audienz. — Ins Herrenhaus berufen wurde durch Allerhöchsten Erlaß vom 11. ds. aus besonderem königlichen Vertrauen und unter gleichzeitiger Bestellung zum Kronsyndikus der Staats= und Justizminister Dr Beseler. — Die Budgetkommission des Reichstags hat den Bau der Eisenbahn Lüderitzbucht=Kubub mit einem Antrage des Abg. Erzberger angenommen. Das Plenum wird am Freitag über die Vorlage beraten. — Im Abgeordnetenhause soll die Generaldebatte über den Etat am 13. Januar beginnen, sie dürfte 4—5 Tage dauern, so daß der Rest in der 3. Januarwoche der Kommission überwiesen werden wird und die Plenarsitzungen ausfallen. Der Etat soll bis zum 1. April bestimmt in beiden Häusern des Landtags durchberaten sein. — Der Reichstagsabgeordnete Krolik, der bekanntlich vor kurzem aus der Zentrumsfraktion ausgeschieden ist, wird, wie ein oberschlesisches Blatt aus parlamentarischen Zentrumskreisen erfährt, sein Mandat niederlegen. Braunschweig, 14. Dez. Der Kaiser trifft zum Besuch des Regenten Prinzen Albrecht am Samstag, mittags 12,40 Uhr, in Braunschweig ein und wird von den städt. Behörden am Bahnhofe begrüßt werden. Abends findet im Hoftheater eine Aufführung des Othello statt. Die Abreise des Kaisers erfolgt Sonntag, abends 11 Uhr. Dresden, 14. Dez.(Landtag.) In der 2. Kammer kam heute die sozialdemokratische Interpellation betr. die Straßendemonstrationen gegen das bestehende Wahlrecht in Dresden und Chemnitz zur Verhandlung. Nach der Begründung der Interpellation durch den Abg. Goldstein (Soz.) erklärte der Staatsminister v. Metzsch, die Regierung bedauere das polizeiliche Einschreiten, aber die Polizeibehörde hätte auf keinen Fall das Hinaustragen von Wahlrechtskundgebungen auf die Straße dulden dürfen. Die Regierung hat die zur Aufrechterhaltung der Ruhe u. Ordnung ergriffenen Polizeimaßnahmen durchaus gutgeheißen. Die Regierung und sonst an der Gesetzgebung beteiligte Faktoren können sich nie und nimmer die Aenderung eines zu Recht bestehenden Gesetzes durch Androhung von Gewaltmaßregeln abringen lassen.(Lebh. Bravo.) Telephon Nr. 191. treten müßten, wenn sie nicht entschiedene Maßregeln gegen die örtliche Verwaltung ergreife.— Es bestätigt sich, daß der Vorsitzende des Rates der Arbeiterdeputierten Chrustalew in der Peter=Pauls=Feste gefangen ist. — Der Reichsrat stimmte heute dem Gesetze betr. Ausstände zu.— Zur Beschränkung der Ausgaben ist der Vorschlag gemacht, aus dem Reichsrat 37, aus dem Kriegsrat 23 Mitglieder ausscheiden zu lassen. — Wie amtlich bekannt gegeben wird, entbehrt die Blättermeldung, wonach die Uebersiedelung des kaiser lichen Hoflagers nach Moskau für den 19. Dez. in Aussicht genommen ist, jedweder Begründung. Für die nächste Zeit beabsichtige der kaiserliche Hof überhaupt nicht, Zarskoje Sselo zu verlassen. Moskau, 14. Dez. In Kiew dauert die Gärung unter den Truppen fort. Auf den Straßen machen die Mannschaften mit den Studenten und Arbeitern gemeinsame Sache und bitten das Volk um Verzeihung, weil sie während der Unruhen auf die Menge gefeuert haben. 2 Regimenter hielten unter den Klängen von Militärmusik zusammen mit den Arbeitern ungehindert einen Umzug durch die Straßen. Sosnowice, 14. Dez. Wie schon kurz mitgeteilt, ist der Fabrikbesitzer Schön aus Sosnowice vor der Katharinenhütte durch einen Revolverschuß in die Brust tötlich verletzt worden. Er befand sich mit seiner Frau, die eine Tochter des Reichsbankpräsidenten Koch ist, auf der Heimfahrt von Myslowitz nach der Fabrik. Als er langsam an einem Arbeitswagen vorbeifuhr, fielen von diesem herab 3 Schüsse. Zu Hause ist Schön gestorben. Die Frau ist unversehrt. Der Grund zu der Tat ist Rache, weil Schön streikende Arbeiter aus der Fabrik durch die Kosaken hatte vertreiben lassen. Ein Bombenattentat gegen Schön ist früher schon vereitelt worden. Die Täter sind unerkannt. In Dombrowa ist ein Gendarm, in Tschenstochau ein Polizeiwachtmeister erschossen worden. In Fabrikantenkreisen herrscht die größte Aufregung. Kusland. Bern, 14. Dez. Die Bundesversammlung wählte zum Bundespräsidenten für 1906 den bisherigen Vizepräsidenten Forrer, zum Vizepräsidenten Müller. 15. Dez.(Kammer.) Die Verwerfung des Antrages auf öffentliche Stimmabgabe bei der Wahl des Kammerpräsidenten macht die Wiederwahl Doumers im Januar fast absolut sicher. Dadurch wird dieser ein gefährlicher Gegner für Fallieres bei der Wahl des Präsidenten der Republik.— Das Gelbbuch über Marokko wurde am Donnerstag in der Kammer verteilt. Es enthält 368 Schriftstücke, die vom 3. März 1901 bis 4. Dez. 1905 reichen. Viele betreffen verschiedene Verletzungen des algerischen Gebiets oder Anschläge von Marokkanern gegen Frankreich, Zwischesfälle, die Beschwerden oder Kundgebungen beim Maghzen nötig machten, wovon die fremden Botschafter unterrichtet wurden. Ein Schreiben Delcasses an den Botschafter Noailles in Berlin vom 23. Juni 1903 gibt diesem Nachricht von der 1. Unterredung mit Radolin, worin die besondere Lage Frankreichs in Bezug auf Marokko wegen der Nähe Algeriens anerkannt wird. Rom, 14. Dez. Der Papst hielt heute vormittag in der Sala regia des Vatikans ein öffentliches Konsistorium ab, worin er den neuernannten Kardinälen Arcoverde de Albuquerque, Erzbischof von Rio de Janeiro, und Lagiano de Azevedo, Majordomus des Vatikans, den Kardinalshut aufsetzte. Dem Konsistorium wohnten alle in Rom anwesenden Kardinäle, zahlreiche Bischöfe, Prälaten, diplomatische Corps, Maltheserritter, Mitglieder des Adels, des päpstlichen Hofes und zahlreiche Geladene bei. Nach der öffentlichen Feier hielt der Papst ein geheimes Konsistorium ab, dem nur Kardinäle beiwohnten. Revolution in Rußland. Petersburg, 14. Dez. 36000 Altgläubige von Reschiza und Umgegend sandten ihre Notabeln nach Petersburg, um bei der Regierung gegen die Verletzung des Manifestes vom 30. Oktober Einspruch zu erheben. Die altgläubigen Rekruten des Heeres seien gezwungen worden, den Fahneneid vor einem orthodoxen Priester zu leisten, während sogar die Israeliten den Eid vor dem Rabbiner abgelegt hätten. Die Abordnung soll die Regierung darauf aufmerksam machen, daß ernste Ordnungsstörungen einWeihnachtspflichten. Das herrlichste der christlichen Feste, Weihnachten, naht. Nur kurze Zeit noch, und der heilige Abend ist da, wo die Kerzen erstrahlen im dunklen Geäst des Tannenbaumes. Da ist es an der Zeit, sich der Pflichten zu erinnern, die das Weihnachtssest mit sich bringt. Weihnachten ist das Fest des Schenkens, des Wohltuns, der Nächstenliebe. Welche Gelegenheit für den Reichen, den Lichterglanz auch dorthin zu tragen, wo Jammer und Sorge, Hunger und Kälte herrschen, wo das Elternauge kummervoll auf den Lieblingen ruht, die vergebens auf das Erscheinen des gabenspendenden Weihnachtsmannes harren! Der, der wohlzutun und mitzuteilen nicht vergißt, wird keine reinere Freude haben, als wenn er das Zauverwort spricht, das die Dunkelheit am heiligen Abend erhellt. Wie kann der glücklich sein, der im prächtigen Hause am reichbedeckten Weihnachtstische steht, während er Arnie kennt, in deren Wohnung Elend herrscht. Aber wo eine Gabe gespendet wird, da muß sie nicht nur aus gutem Herzen geboten werden, sondern auch mit Takt. Wo der Dank gefordert wird, da ist er schon wertlos geworden, wo das Geschenk beschämt, wo die Art des Gebens sich mit der Herablassung paart, da wird die Herzlichkeit nicht zu Gaste sein. Nicht aus Sentimentalität soll man handeln, sondern aus sittlichem Drange, und man soll nicht Liebe ernten wollen, dort, wo man selbst nur Gaben, aber keine Liebe spendet. Gerade dort aber, wo sich das Elend nicht aufdrängt, wo es schamhaft seine Blößen verdeckt, ist die rechte Stätte für den, der das Weihnachtsfest zu einem Fest der Nächstenliebe gestalten will. Es ist lohnend, die Wohnungen derer zu suchen, die schweigend dulden als„verschämte Arme“. Geben, doch dabei dem Armen die Scham zu ersparen, daß er die Hand ausstrecken muß ist eine schwere, aber köstliche Kunst. Noch einer Weihnachtspflicht sei hier gedacht. Wie gedankenlos verfahren die meisten bei ihren Einkäufen! Wie wenig sind sie sich bewußt, daß die großen Fragen der Zeit nicht allein gelöst werden können durch den Staat und durch Gesetze, sondern daß jeder einzelne unter uns an seinem Teile mitarbeiten muß. Der bekannte Volkswirt Wilh. Roscher sagt einmal:„So lange noch zwischen arm und reich ein breiter Mittelstand liegt, werden die beiden Extreme selbst moralisch vom Zusammenstoß abgehalten. Nichts bewahrt sicherer vor dem Neide gegen die Höheren und vor der Verachtung gegen die Niederen, als eine ununterbrochene Stufenleiter der bürgerlichen Gesellschaft". Das Schwinden des selbständigen Mittelstandes ist ein Zeichen unserer Zeit; während einzelne Elemente in die Reihen der Kapitalisten treten, droht der großen Masse desselben die Aufsaugung durch das Proletariat. Die bürgerliche Gesellschaft muß trachten, der Veredelung zuvorzukommen, sie muß zweckbewußt den Mittelstand stützen und halten, sie muß ihn fördern in seinem Erwerb. Das Weihnachtsfest mahnt: Kauft bei Handwerkern und kleineren Kaufleuten! Geht in die Werkstätten der Kleinen, die vom frühen Morgen bis zum späten Abend tätig sind an der Werkbank, mit Hobel und Pfriemen oder hinter dem Ladentische, und deckt bei ihnen eure Bedürfnisse zum Feste! Geht nicht vorüber an den Läden und Werkstätten der Kleinen! Auch sie hoffen vom Weihnachtsfeste, daß es ihnen Einnahmen liefere, daß es ihnen Ersatz fur manche Enttäuschung gebe, die ihnen die Not der Zeit gebracht hat. Unser gewerblicher Mittelstand liefert dauerhafte, solide Arbeit, und unter der Ungunst des Lebens ringt er ehrlich und tapfer. Möge die Mahnung nicht verklingen, ihm für seinen Eristenzkampf neuen Mut und neue Mittel zu schaffen. Gerichtssaal. Esszu 14. Dez. Unter gewaltigem Andrange des Publikums begann heute vor dem Schwurgericht die Verhandlung gegen den Gergmann Wilh. Winter von Stoppenberg, der des Mordes geden den Zechenbahnwärter Mich. Krupp von Altenessen, angeklagt ist. Außer ihm hat sich die Ehefrau des Ermordeten, Witwe Gertrud Krupp geb. Altenrath, wegen Beihülfe und Begünstigung zu verant worten. Dortmund, 14. Dez. Der Prozeß gegen die Aufsichtsratsmitglieder der Haupt=Ein= und Verkaufsgenossenschaft für Westfalen, der auf heute festgesetzt war, wurde vertagt. Köln, 14. Dez. Wegen Zweikampfes hatten sich vor der Strafkammer 6 Studierende der Technischen Hochschule zu Aachen zu verantworten. Mitangeklagt wegen Beihülfe dazu war der Inhaber eines hiesigen Hotel=Restaurants. Die jungen Leute, Angehörige zweier Aachener Korps, hatten in einem Saale des betr. Hotels sogenannte Bestimmungsmensuren ausgefochten. Die Strafkammer erkannte gegen die Studenten auf je 3 Mon. Festung, gegen den Wirt auf 6 Wochen Festung. Bautzen, 14. Dez. Nach Ztägiger Verhandlung vor dem hiesigen Schwurgericht wurde der Glasmachermeister Linke aus Kamenz, der in der Nacht zum 31. Aug. seine Frau und seine Schwiegermutter ermordet hat, zum Tode und wegen Brandstiftung zu 5 J. Zuchth. verurteilt. Wetter-Aussichten auf Grund der Berichte der Deutschen Seewarte. (Unbefugter Nachdruck wird gerichtlich verfolgt.) 16. Dez. Meist bedeckt, Temperatur normal, Nachtfröste, Reif. 17. Dez. Feucht, Nebel, bedeckt. Niederschläge. Aus Stadt, Amt und Kreis. (Die verehrl. Vereinsvorstände bezw. Schriftführer der Vereine sind höflichst geberen, der Revaktion über stattgefundene Versammlungen und Feste kurz abgesaßte Berichte einzusenden, damit dieselben unter dieser Rubrik ausgenommen werden können.) *— Ein mahnendes Wort an die Eltern! In einigen Tagen hält das Christkind seinen Einzug mit der Freude des Gebens und des Beschenktwerdens. Wie überall heimlich gearbeitet wird! Wie manche Kindesseele ahnend den reichen Weihnachtstisch sieht! O selige Christenzeit!— Gerade jetzt ist es Zeit, ein mahnendes Wort an alle Eltern zu richten, die ihren Kindern Bücher schenken wollen. Bücher haben einen dauernden Wert und können git mithelfen an der Bildung der kkindlichen Seele! Darum— um mit der Tür ins Haus zu fallen— „Eltern, seid vorsichtig in der Wahl der Bücher, mit denen Ihr den Weihnachtstisch der Kinder schmücken wollt!“ Wie auf allen Gebieten ein steigendes Angebot zu sehen ist, so zeigt auch der Buchhandel eine solche Ueberproduttion, daß einem angst und bange wird. Gerade aber sind es die Jugendschriften, die am meisten angepriesen werden. Aber wie häufig ist es nichts als Geschäftsmache, die so viele sogen. Jugendbücher in die Welt setzt. Damim Vorsicht! Ich will gar nicht von den elenden 25 und 10 Pig.=Heft chen— Indianergeschichten rohester Art— reden. Das fieht selbst jedes harmlose Gemüt ein, daß es sich dabei um Schund handelt. Und doch: Wie verschlingt's die Jugend! Denkt Ihr nicht an Eure eigene Kindheit? Wie manche ersparte Groschen mußten herhalten, um wieder Neues von den Apachen, Sivur, Piraten zu hören! Fühlt Ihr nicht, Eltern, wenn Ihr daran zurückdenkt, wie Ihr mit dem phantastisch blödsinnigen Zeug zu kämpfen gehabt habt? Wie Eure Phantasie auf Abwege kam? Ich denke vor allen Dingen an die sogen. Jugendschriften in bessevem Gewande, die etliche Märker kosten, und die noch Ver teidiger unter den Gebildeten haben: Ich denke an solche Jugendschriften, die irgend einer Tendenz zuliebe geschrie ben sind, mag sie nun moralischen, patriotischen oder wissenschaftlichen Inhalts sein. Mir stehen die unange nehmen Vielschreiber vor Augen, die nicht glücklich gewesen sind, wenn sie nicht jedes Jahr als lieber Onkel oder liebe Tame ihren Neffen und Nichten ein neues Buch anbieten konnten, ich denk an die Blaustrümpfe beiderlei Geschlechts. Sie verdienen! Ist den Kindern aber damit gedient, die wir zu ganzen Menschen bilden wollen? Aus der großen Schar der Schriftsteller, die so gern gelesen werden, will ich nur einige herausgreifen: Wilh. Schmid, Schupp, Nieritz, Garlepp, P. May(!), Th. v. Gumpert usw. Kurz gesagt: Alle diese und noch andere müssen wir verwersen. Warum? Man lese einmal die Werke dieser Schriftsteller und dieser Schriftstellerinnen! Ein buntes Deckelbild lockt an— eine kleine Anpreisung des Buchhänd lers kommt noch hinzu.— Jugenderinnerungen sind oft ausschlaggebend— das Buch muß gut sein! Beim kritischen Durchlesen dieser Schriften wird man finden, daß eine solche Menge Unwahrheiten, Uebertreibungen, Lobhudeleien (besonders diese in„patriotischen“ Büchern), schauerlicher Abenteuer in den Büchern jener Männer und Frauen enthalten sind, daß man sie nicht so leicht als Geschenk benutzen wird. Oder laßt Ihr Eltern Euch täuschen, daß soviel von Moral, Religion, Vaterlandsliebe, Wissenschaft die Rede ist? Jedermann weiß, daß hinter dem, der gern „dick aufträgt“, nichts steckt. Aber hier fühlt Ihr es nicht? Wir wollen unsere Kinder zu wahrhaft frommen, sittlich reinen, patriotischen, wissenschaftsfrohen Kindern erziehen — gewiß— bringen wir es aber dadurch sertig, daß wir immer und immer wieder davon sprechen? Beileibe nicht! Wie leicht tritt da Ueberdruß ein. Sollte mancher nicht an seine Jugend denken? Glühender Patriotismus kommt von innen heraus! Wahrhafte Sittlichkeit und Frömmigkeit wird nicht eingepredigt! Wissenschaft kann nur durch hingebendes Studium erworben werden! Und wie leicht bringen es die dort oben fertig! Bei ihnen lernt man alles: Religion, Moral, Vaterlandsliebe, Naturkunde, Geschichte usw., noch dazu oft in einer Geschichte! Ob das aber in der kindlichen Seele sitzen bleibt? Oberflächlichkeit aber, die erzieht man! Die Kinder, die mit jenen Schrif ten großgefüttert werden, werden später die eifrigsten Leser des Kolportageromans!— Eine Jugendschrift muß von einem echten Dichter geschrieben sein. Nur der kann die menschliche Seele erfassen, daß sie begeistert wird für alles Schöne, Wahre und Gute! Jede Jugendschrift muß ein Kunstwerk sein! Nur dann helfen wir der kindlichen Seele zur harmonischen Ausbildung. Der wirkliche Dichter will zunächst nicht belehren. Er gibt den Eindruck wieder, den auf ihn ein Objekt gemacht hat. Wir sollen ihn genießen! Dadurch lehrt er, bildet er! Oder sollte nicht in einer Liliencronschen Kriegsnovelle mehr Vaterlandsliebe stecken, als im ganzen Tanera? Nicht mehr Religiosität sein in einer Roseggerschen Geschichte als in allen genannten zusammengenommen? Auf den Ton kommt's an! Und weiter: Was wirklich von Herzen kommt, geht wieder zu Herzen! Sucht aber einmal in den obengenannten einen Her zenston. Man sieht überall das Angequälte, das eine empfindliche Seele verletzen muß! Also: Schenkt, liebe Eltern, nur Werke wirklicher Dichter. Wo Ihr die f##e? Schon seit Jahren sind die„Prüfungsausschüsse für In gendschriften“ an der Arbeit. Jährlich erscheinen neue Verzeichnisse. Aus reinem Idealismus hat sich die deutsche Lehrerschaft dieser schweren Arbeit unterzogen. Verlang. in jeder Buchhandlung die Verzeichnisse! Gedenktage. 15. Dezember. 1745. Sieg der Preußen bei Kesselsdorf über die österreichisch= sächsische Armee. 1784. Schauspieler Ludwig Devrient in Berlin geboren. 1814. Bildhauer Ernst Rietschel in Pulsnitz geboren. 1810. Schauspieler Ludwig Dessoir in Posen geboren. 1815. Dramatischer Dichter Heinr. Krose in Stralsund geboren. 1842. Dichter Karl Stieler in München geboren 1852. Physiker Antonio Henry Becquerel in Paris geboren. 1854 Tier= und Jagdmaler Richard Friese in Gumbinnen geboren. Wattenscheid den 15. Dezember. * In gestriger Schöffensitzung wurden folgende Urteile gefällt: Der Maurer O. von hier wurde wegen Verübung groben Unfugs zu 6 M. Geldstrafe verurteilt; außerdem erhielt er wegen Ungebühr vor Gericht eine Haftstrafe von 1 Tg. zudiktiert.— Der Bgm. A. von hier hatte sich wegen Betrugs zu verantworten. Das Urteil lautete auf 2 Wochen Gef.— Wegen Diebstahls wurde der Arbeiter P. von hier mit 2 Mon. Gef. bestraft.— Der GemüseBewegtes Leben. Roman von Max von Weißenthurn. 22 „Der einzige, welcher vielleicht in der Lage gewesen wäre, näheres mitzuteilen, war der Sohn jenes Ehepaares, ein junger Bursche Namens Emil Sternau; der aber war mehrere Monate vor dem Tode seiner Eltern in die Fremde gezogen und man hat nie wieder von ihm gehört. Ein Polizeiwachmann, die Mutter eines Postbeamten und eine Wäscherin, welche ebenfalls in dem„Hühnerstalle“ gewohnt und bei dem Brande mit dem Leben davongekommen sind, sie alle sagten aus, daß die Kleine von ihren Pflegeeltern„Lori“ genannt worden sei; da aber alle Nachforschungen zu keinem Resultate führten und sich auch kein Taufschein fand, welcher darauf hingewiesen hätte, daß die Kleine in den Verband der heiligen Kirche aufgenommen worden, wir aber doch eine kleine Heidin nicht in unserer Mitte heranwachsen lassen konnten, bot sich Pater Andreas an, sie für alle Fälle zu taufen, nannten wir sie Eleonore, und fügte ich, als Familiennamen, da sie ja eines solchen, dem bürgerlichen Gesetzbuche entsprechend bedarf, den Namen Tronve hinzu. Ich weiß nicht, wozu ich Ihnen all das erzähle, Schwester Alfonsa, Sie wissen es ja ebenso gut wie ich. Aber ich gestehe ehrlich, daß es mir wohltut, mir die alten Erinnerungen vom Herzen zu reden und angesichts derselben mit Ihnen zu beraten, ob wir das Recht haben, die Kleine in das Haus. der Fürstin zu bringen, ob wir dieser die Tatsache offenbaren müssen, daß Lori ein Findelkind sei, und ob aus diesem Umstande dem Mädchen im Hause der ahnenstolzen Frau nicht Kouflikte erwachsen können, die geeignet sind, ihr in unnötiger Weise das junge Leben zu verbittern.“ Schwester Alfonsa hatte ernst den Worten der Oberin gelauscht und blickte ihr unn mit den klugen Augen gerade ins Gesicht.„Ich begreife Ihre Bedenken, hochwürdige Mutter, oder richtiger gesagt, ich würde sie begreifen, wenn das Kind auf dem Fuße gesellschaftlicher Gleichberechtigung in das Haus der Fürstin zu kommen, mit deren Familie, mit deren Gästen zu verkehren hätte; es könnten dadurch Wünsche, Hoffnungen, Träume in der jungen Seele erweckt werden, die durch den Schleier, der über ihre Herkunft gebreitet ist, von Haus aus erstickt werden müssen. So viel ich aber aus dem Briefe ersehe, den Sie die Güte hatten mich lesen zu lassen, ist Lori gewissermaßen nur ein Hilfsorgan, das der Fürstin die Stunden des Alleinseins erleichtern soll, gehört ihre Stellung so entschieden in den Kreis der Dienstbarkeit, daß sie absolut nicht auf den Einfall kommen kann, Träume und Hoffnungen zu hegen, welche diese enggezogene Grenze überschreiten. Ist die Fürstin überdies wirklich die ahnenstolze in sich abgeschlossene Frau, als welche sie im allgemeinen geschildert wird, so dürfte die Herkunft und die Familiengeschichte ihrer Vorleserin sie blutwenig interessieren; ich wüßte somit auch nicht, weshalb die Frau Oberin sich bemüßigt sehen sollte, Auskünfte zu erteilen, die nicht von ihr gefordert werden. Die Fürstin wünscht ein junges Geschöpf um sich zu haben, welches perfekt mehrere Sprachen spricht, vorliest und bereit ist, seine Nächte zu opfern. Als Gegenleistung dafür wird sie das Mädchen bezahlen und sich nicht weiter für dessen Herkunft interessieren. Lori aber besitzt einen eigenen Zauber, lassen Sie sie getrost ziehen; ich glaube, sie wird ihren Weg machen im Leben, wird ihn um so leichter machen, wenn sie das Gefühl hat, daß das Kloster ihre eigentliche Heimat sei, in welche sie jederzeit zurückzukehren in der Lage ist.“ „Sie haben recht, Alfonsa, wie gewöhnlich!“ sprach die Oberin, indem sie der Schwester freundlich die Hand bot, welche diese an die Lippen zog„Glauben Sie, daß das Kind sich je viel mit der Frage befaßt hat, wem es angehört, daß es dem ehrgeizigen Tranme so vieler Findelkinder buldigt, aus Fürstenblut zu stammen, sich für Höheres geboren zu fühlen, glauben Sie, daß sie tief unglücklich wäre, wenn sich, was ja wahrscheinlich ist, herausstellt, daß sie das Kind herabgekommener Arbeiter, oder gar ein Kind ist, welches von ihren Pflegeeltern aus Erbarmen ausgenommen wurde, gerade so, wie die Pforten des Klosters sich ihr aus Erbarmen geöffnet haben?" „Nein, das glaube ich nicht. Ich habe das Gefühl, daß Lori sich mit ihrer jetzigen Umgebung viel zu sehr verwachsen fühlt, um an eine fernabliegende Vergangenheit zu denken, die ihr fremd ist. Das Kind ist mit dem Herzen im Kloster; sie liebt uns alle, und so lange man liebt, jagt man keinen unklaren Phantomen nach, die uns nur Sorge und Schmerz bereiten können. Ihre Kindheit war eine sonnige. Die Adoleszeutenjahre sind froh und leicht für sie vergangen. Möge die heraureisende hät dler M. aus Rotthausen war wegen fahrlässiger Körperverletzung und Beleidigung angeklagt; er wurde zu 20 M. Geldstrase bezw. 4 Tg. Gef. verurteilt.— In der Privatklagesache J. gegen K. von hier kam ein Vergleich zustande.— In der Sache N. gegen T. erzielte letzterer Freisprechung.— Zu 9 M. Geldbuße evt. 3 Tg. Haft verurtellt wurde die Ehefrau R. aus Güanigfeld in der Privatklagesache N gegen R.— In Sachen M. gegen S. erhielt letzterer ebenfalls 9 M. Geldbuße evt. 3 Tg. Haft, und in die Privatklagesache G. gegen W. wurde letzterer zu 10 M. Geldbuße verurteilt.— 2 Sachen wurden vertagt. * Der Terminzettel für die heute vormittag am hiesigen Königl. Amtsgericht stattgehabte Zivilsitzung führte 39 Prozeßsachen auf. Den Vorsitz führte Assessor Kraft. * Die Weihnachtsferien an den höheren Lehranstalten der Provinz Westfalen beginnen am Samstag, den 23. ds., und dauern bis Montag, den 8. Jan. 1906. Der Unterricht beginnt also am Dienstag, den 9. Dez. An den Volksschulen mit städtischen Verhältnissen dauern die Ferien vom 23. Dez. bis zum 4. Jan. 1906 einschließlich. Der Unterricht beginnt also am Freitag, den 5. Jan. An den Volksschulen mit ländlichen Verhältnissen dauern die Weihnachtsferien vom 24. Dez. bis zum 2. Jan. 1906 einschließlich. An diesen Schulen beginnt demnach der Unterricht am Mittwoch, den 3. Jan. 1906. * Postpaket= und Briefbestellung am 24., 25. und 31. Dez. 1905. Am 24. Dez.(Sonntag) und am 1. Weihnachtsfeiertage werden die eingehenden Paketsendungen den Empfängern im Ortsbestellbezirk ebenso oft, wie an Werktagen zugestellt. Die Landbestellung wird am 24. Dez. wie an Werktagen ausgeführt, ruht aber am 25. Dez. Am 31. Dezi und am Neujahrstage findet die Briefbestel lung in den Orts= u. Landbezirken wie an Werktagen statt. * Postalisches. Vom 15. Dez. ab wird der bisher nur zur Briefbeförderung benutzte Zug ab Wattenscheid 1,14 Uhr nach Bochum auch zur Paketbeförderung benutzt. Vom gleichen Zeitpunkt ab wird die 4. Briefkastenleerung des gesamten Stadtbezirks einschl. Bochumer= und Hammerstraße von 5 Uhr auf 3 Uhr Nachm. verlegt. Hierdurch erhalten die Bochumer= und Hammerstraße eine viermal. Briefkastenleerung und die bis 3 Uhr Nachm. aufgelieferten Briefsendungen gelangen noch an demselben Tage unter Beförderung mit den Zügen ab Wattenscheid 4,39 Uhr und 4,52 Uhr in Bochum und Essen zur Bestellung. * In der am Mittwoch stattgehabten Vorstandssitzung des Vereins für die bergbaulichen Interessen im Ober, bergamtsbezirk Dortmund fand die Neuwahl des Vorsitzenden des Vereins statt, nachdem bekanntlich Bergrat Krabler und Geheimrat E. Kirdorf ihr Amt niedergelegt haben. Zum Vorsitzenden wurde Bergrat Ed. Kleine Dortmund und zum 1. Stellvertreter Bergwerksdirektor Rud. Bingel=Rhein Elbe gewählt. Kommerzienrat Karl Funke=Essen behielt auf seinen Wunsch das Amt des 2. Stellvertreters bei. * Der bisherige Gerichtsdiener und Kastellan des hiesigen Kgl. Amtsgerichts, Aug. Walter, wird mit 1. Jan. 1906 pensioniert. ) Der heutige Freitag war bisher der dunkelste Tag der ganzen Winterzeit. Der Himmel hing voller dunkler Wolken, welche grau in grau bis zur Erde herabhingen und zeitweife ihr unwillkommenes Naß herabrieseln ließen. Trotzdem hält der Barometer seinen hohen Standpunkt fest; der Wettermacher kümmert sich eben gar nicht um das Wetterglas, und wir armen Menschenkinder sind machtlos gegen den bösen Wettermacher. Wir müssen uns in Geduld ergeben, was wir auch bescheiden tun, wenn er nur für einen weißen Christtag sorgt, wie es von Alters her seine Pflicht ist. * Auf Schacht 3 der Zeche Zollverein sauste am Montag abend 10 Uhr infolge einer Unachtsamkeit der Förderkorb bis unter die Decke. Durch den plötzlichen Widerstand riß das Förderseil und beide Körbe gingen mit großer Vehemenz durch sämtliche Sohlen in die Tiefe bis in den Sumpf. Menschenleben sind Gottseidank nicht zu beklagen, dagegen wurden sämtliche Spurlatten durchgeschlagen. * Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß die Einlösung der Lose 1. Klasse 214. Königl. Preuß. Klassen=Lotterie bis zum 16. Dez. 1905 zu geschehen hat. * Von den Zechen und Koksbrennereien im Ruhrkohlenrevier waren gestern 20560 Wagen a 10 Tonnen angefordert, gestellt sind 20319, gefehlt haben 241 Wagen. * Ist Poussieren ein Entlassungsgrund? Diese seltsam anmutende Frage, die aber für einen jungen Mann im Jugend, in welche sie jetzt tritt, für sie ebenso günstig verlaufen. „Das walte Gott!“ sprach die Oberin mit großer Innigkeit. „Mir ist das Kind aus Herz gewachsen, als wäre ich dessen leibliche Mutter. Nun aber rufen Sie die Kleine, damit ich mit ihr sprechen kann, bevor mein Antwortschreiben an den Direktor abgeht.“ ** Kaum eine Viertelstunde später trat Schwester Alfonsa, die sich mit ehrerbietigem Gruße entfernt hatte, um die Weisungen der Oberin zu befolgen, wieder in das Gemach, gefolgt von einem schlanken, hochgewachsenen, jungen Geschöpf, dem trotz dem dunklen Pensionatsanzuge ein eigener Zauber anzuhaften schien. Die Blicke der Oberin ruhten mit sichtlichem Wohlgefallen auf der anmukigen Erscheinung. Nachdem das Mädchen mit der üblichen Begrüßungsformel an ihre Beschützerin herangetreten, setzte ihr diese in kurzen, klaren Worten die Ursache auseinander, weshalb sie gerufen worden sei und sprach endlich mit gütigem Lächeln, über die blonden Haarwellen des Mädchens streichend:„Es soll keinerlei Zwang ausgeübt werden, mein Kind, Du gehörst zu uns, das Kloster ist Deine Heimat und ich weiß auch, daß Du mehrmals den Wunsch geäußert, dasselbe nie zu verlassen. Aber solche Entschlüsse faßt man nicht, so lange man so jung ist, wie Du, so lange man nicht weiß und kennt, was außerhalb der Klostermauern liegt. Ich glaube nicht, daß Du in der Stellung, welche sich Dir bietet, Gelegenheit haben wirst, nur die Lichtseiten des Lebens kennen zu lernen, aber,“ fügte sie mit mildem Lächeln hinzu,„ich bin überzeugt, daß Dein Herz Dir immer den Weg weisen wird, den Du einzuschlagen hast, daß der Gedanke, menschliches Elend, das sich unter dem Fürstenmantel birgt, zu lindern, Dir Trost gewähren muß, denn ob arm, ob reich geboren, der Sehkraft beraubt zu sein, wie die Fürstin Lichtensels es ist, kann für eine Frau von der ihr angeborenen Tatkraft und geistigen Bedeutung nur das tiefste Elend sein. Laß das Mitleid zum Führer werden auf dem Lebenspfad, der vor Dir liegt, mein Kind, und sei überzeugt, daß es Dir der beste Lehrmeister sein wird, um auch Schweres zu ertragen. Die Fürstin Lichtensels ist eine einsame, verbitterte Frau, die mancher schwere Schicksalsschlag getroffen, es ist nicht anzunehmen, daß es Dir leicht werden wird, ihrem Herzen näherzutreten. 131,20 Arbeits= oder Geschästsverhältnisse unter Umständen sehr wichtig und ernst werden kann, hatte das Berliner Kaufmannsgericht in setner letzten Sitzung zu entscheiden. Ein Lagerist war entlassen worden, weil er mit dem Dienstmädchen des Arbeitgebers poussiert und auch mit anderen Mädchen geschäkert habe. Außerdem sollte er mehrmals dem Kutscher einige Stücke Eis für seinen, des Klägers kranken Vater gegeben haben. Das Gericht entschied zugunsten des Entlassenen. Poussieren an sich sei kein Entlassungsgrund. Es könne ein solcher werden, wenn z. B. der Angestellte vorher darauf aufmerksam gemacht worden wäre, daß der Prinzipal solches unvereinbar mit den Interessen des Geschäfts betrachte, Dies sei aber hier nicht geschehen. Was die Entnahme der Eisstückchen anlangt, so wurde hierbei nicht das Bewußtsein der Widerrechtlichkeit angenomien. * Bezahlt die Rechnungen an die Handwerker. Diese Mahnung richten wir jetzt, im Weihnachtsmonat, wieder an alle die, die lediglich aus Nachlässigkeit ihre Rechnungen anstehen lassen. Mancher Handwerksmann ist dadurch schon ungemein geschädigt worden, dag seine Kunden aus Vergeßlichkeit oder Bequemlich. keit ihre Rechnungen unbezahlt ließen. Nicht allein, daß der Gläubiger dadurch womöglich sel st Zahlungsschwierigkeiten hat, wird ihm auch das schöne Geschäft vor Weihnachten, das ihn für die ganze Geschäftsstille im Jahre entschädigen soll, verdorden. Er wagt es nicht, seine Kunden zu mahnen, weil er fürchtet, sie gar zu beleidigen und dann wohl ihre Kundschaft zu verlieren. Die Rücksicht hierauf zwingt ihn dann, manches Geschäft, zu dem er flüssiges Geld braucht, von der Hand zu weisen. Dem kleinen Handwerker wird ja nur selten Kredit geboten. Aber um so weniger soll man auch von ihm Kredit verlangen. Dem Handwerker den Lohn schuldig bleiben, heißt in vielen Fällen, ihn um den Lohn seiner Arbeit bringen. Alse: Bezahlt vor dem Beginn des Weihnachtsgeschäftes die Handwerkerrechnungen. * Der Bericht über die ansteckenden Krank heiten im Regierungsbezirk Arnsberg zeigt eine erhebliche Steigerung der Erkrankungen an Masern und Scharlach an. Die Gesamtzahl der Masernerkrankungen stieg von 73 auf 193, davon entfallen allein auf den Kreis Olpe 108 Fälle, auf die Gemeinde Lüdenscheid 26, auf Dortmund 18 und auf den Kreis Siegen 20 Fälle. Die Zahl der Scharlacherkrankungen ist um 43 auf 112 gestiegen. Die Erkrankungen verteilen sich ziemlich gleichmäßig au sämtliche Kreise. Eine wenn auch geringe Steigung zeigt die Zahl der Erkrankungen an Diphtherie mit 105(90 in der vorigen Woche), an Granulose 45(43), die Zahl der Todesfälle durch Magen= und Darmentzündung mit 19 (17), durch Lungenentzündung mit 62(58), durch Tuberkulose mit 43(37). Einen kleinen Rückgang zeigt die Zahl der Todesfälle durch Krämpfe mit 39(41), durch Krebs mit 9(18), der Erkrankungen an Wurmkrankheit mit 13 (31), an Kindbettfieber mit 5(8). Ferner wurde festgestellt ein Fall von Ruhrerkrankung in Brackel. * Günnigfeld, 15. Dez. Bei der gestrigen Wahl wurde der Kandidat des christl. Gewerkvereins Aug. Jenssen als Beisitzer des Berggewerbegerichts gewählt. Aus Westdeutschlaud. agen, 14. Dez. In geheimer Sitzung der Stadtverordneten wurde beschlossen, zur Silberhochzeit des Kaiserpaares einen Betrag von 25000 Mt. zur Errichtung eines Kindererholungsheimes zu bewilligen.— Bezüglich der Teilung des Regierungsbezirkes Arnsberg hat Erster Bürgermeister Cuno eine Unterredung mit dem Minister gehabt und diesem eine Einladung zum Besuche der Stadt Hagen übermittelt. Ibbenbüren, 14. Dez. Die Diphtheritis hat in den letzten Wochen so erheblich nachgelassen, daß der Unterricht an der kath. Volksschule sowie an der gewerblichen und der ländlichen Fortbildungsschule wieder aufgenommen werden konnte. Essen 15. Dez. Ein in der 8. Mechanischen Werkstatt der Kruppschen Fabrik erst 3 Wochen beschäftigter Dreherlehrling legte beim Bearbeiten einer Kurbelachse, ohne daß es sein Lehimeister sah, die linke Hand auf den Support, wobei ihm diese von dem herunterkommenden Kurbelblatt abgequetscht wurde. Bruckhausen, 14. Dez. Außer dem einen beim Hochofenunglück auf der Gewerkschaft Deu scher Kaiser getöteten Arbeiter sind nun noch zwei der Verletzten ihren Wunden erlegen. Von den übrigen 3 Arbeitern liegt einer hoffnungslos darnieder, die beiden andern werden wohl mit dem Leben davonkommen. Elberfeld, 14. Dez. Die 58jährige Witwe Rüther aus der Poststraße kam dem Ofen zu nahe, so daß ihre! Kleider Feuer fingen. Sie erlitt so schwere Verletzungen, daß der Arzt jede Hoffnung auf Erhaltung des Lebens aufgegeben hat. Solingen, 14. Dez. Ein sonderbares Brautpaar hat auf dem hiesigen Standesamt den Bund fürs Leben geschlossen. Der Bräutigam steht im würdigen Alter von 23 Jahren, während die Auserwählte seines Herzens 56 Leuze zählt. M.=Gladbach, 14. Dez. Bei der Firma Josef Michels u. Sohn wurde in der Nacht zum Dienstag ein Betrag von 1080 Mk. gestohlen. Wie sich herausgesteltt hat, hatte sich der Handlungsgehülfe Stappen abends einschließen lassen und dann den Einbruch verübt. Er ist noch in der Nacht nach Duisburg gefahren, wo er sich in einem Hotel daran gab, das Geld zu zählen. Da die Höhe der Summe dem Wirte auffiel, benachrichtigte er die Polizei, die den Verbrecher verhaftete. Rheydt, 14. Dez. Im Mischraum der Baumwollspinnerei von Daniels u. Strater in Odenkirchen brach Feuer aus, das rasch um sich griff und den ganzen Raum zerstörte. Der durch Versicherung gedeckte Schaden beträgt rund 50000 Mk. Dülken, 14. Dez. Der Bankdirektor Bäumges von der Düliener Gewerbebank ist gegen eine Kaution von 20000 Mt. aus der Hast entlassen worden. Aachen, 14. Dez. Der Kreistag des Landkreises Nachen hat die Aufnahme einer weitern Anleihe von rund 200000 Mt. bei der Landesversicherungsanstalt zum Bau von Arbeiterwohnungen chlossen. Der Kreistag ertlärte sich ferner mit allen gegen 3 St. gegen die Eingemeindung von Forst nach Aachen und beschloß eine Petition an Landtag um Ablehnung der bezügl. Regierungsvorlage. Aachen, 14. Bez. In seiner Wohnung in der Lothringerstraße erschoß sich der 23jähr. Student Willi Zo el aus Gerbstedt. Zobel soll stark verschuldet sein. Einen anderen Grund für die Tat fand man bisher nicht. Godesberg, 14. Dez. Die 19jährige Maria Küpper, Tochter des in Essen wohnenden Fabrikschlossers W. Küpper, war schon längere Zeit in Godesberg in Stellung. Am Sonntag nachmittag machte sie einen Spaziergang am Rhein, wurde in unmittelbarer Nähe einer Fähre plötzlich vom Schwindel befallen und stürzte, da sie ohne Begleitung war, in den Rhein. Hüife war sofort zur Hand: trotz alledem gelang es dem schnell herbeigeholten Arzte nicht, das Mädchen ins Leben zurückzurufen. Trier, 14. Dez. Auf der der Ruwer entlang führenden Straße stieß ein Aucomobil auf ein Fuhrwerk. 3 Insassen des Automobils wurden schwer verletzt. — Hiesige Metzger beabsichtigen den gemeinsamen Bezug von frischem Schweinefleisch aus Dänemark. Das waggonweise bezogene Fleisch müßte aber von dem Verkauf in hiesigem Schlachthofe tierärztlich untersucht werden. Der Preis soll sich bedeutend niedriger stellen, als der des einheimischen Schweinefleisches. Marburg, 14. Dez. Im Burgwalde, bei Roda, fanden Holzhauer in einer tiefen Schlucht im Fichtendickicht 2 Skelette, von einem Mann und einer Frau herrührend. Die Schuhe und sonstigen Sachen waren noch gut erhalten, sodaß man annimmt, daß die Fundobjekte noch nicht solange dort liegen. Bis jetzt fehlt jeder Anhaltspunke, was hier vorgegangen und um wen es sich handelt. StS Vermischtes. Schüttorf, 13. Dez. In einer hiesigen Fabrik gerieten 3 verheiratete Fabrikarbeiter beim Kesselreinigen in Wortwechsel. Plötzlich ergriff der eine eine Kohlenschausel voll glühender Asche und schleuderte sie seinem Gegner ins Gesicht. Ob dem Schwerverletzten das Augenlicht noch erhalten bleibt, scheint sehr fraglich. Kiel, 14. Dez. Die Versuche zur Hebung des gesunkenen Torpedoboots„S. 126“ sind heute eingeleitet worden. Ein Deckungsdampfer und der Hebekrahn„Unterelbe" sind an der Untergangsstelle eingetroffen. Elbing, 14. Dez. Auf dem Nachhausewege von der Schule sind 3 Kinder aus Honigfelde ertrunken. Sie hatten zur Aotürzung des Weges eine schwache Eisdecke betreten und waren eingebrochen. Breslau, 14. Dez. Der Fabrikbesitzer Schön wurde vorgestern abend auf der Heimfahrt in der Nähe von Sosnowice durch mehrere von streikenden Arbeitern abgegebene Revolverschüsse schwer verletzt. Ludwigshafen a. Rh., 14. Dez. Eine surchtbare Feuersbrunst vernichtete die Ludwigshafener Walzenmühle, die größte Mühle Deutschlands. Das gewaltige 4 Stockwerke hohe Gebäude mit den riesenhaften Nebengebäuden. wurde in einer Stunde vollständig in Asche gelegt. Alle Anstrengungen der Feuerwehren, dem rasenden Element Einhalt zu gebieten, blieben erfolglos. Ein Müllergeselle wurde getötet, mehrere Personen schwer verletzt. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Mill. Mk. Die Ursache des Feuers ist wahrscheinlich in einer Mühlstauberplosion zu suchen. Pest, 14. Dez. Ein Einbruch wurde auf dem Lindgute des Grafen Lonyay=Llarzbodroglu verübt. Die Einbrecher entwendeten den ganzen Schmuck der Gräfin, der früheren Kronprinzessin Stefanie. Teles ramme der Wattenscheider Zeitung. Berlin, 15. Dez. Die Budgetkommission des Reichstags stellte in der gestrigen Abendsitzung den Bericht über den 2. Nachtragsetat für 1915 Bau einer Bahn Lüderitzbucht=Kubub fest. Nächste Sitzung 10. Jan. 1906. 15. Dez. Eine Versammlung von 2000 Studenten beschloß nach Ansprachen des Prof. Lamprecht und eines Generals eine Eingabe an den Reichstag, worin die Verstärkung der Flotte über die jetzige Vorlage hinaus als unbedingt notwendig bezeichnet wird. 15 Dez. Die Südbahn machte den Angestellten neue Konzessionen, sodaß wahrscheinlich heute eine Einigung erfolgt. Die Konzessionen erfordern einen Mehraufwand von 1,5 Mill. Kronen. Paris, 15. Dez. Der Senat beriet das Gesetz, wodurch die Stadt Paris im Zusammenhang mit dem Gasmonopol zur Aufnahme einer Anleihe von 120 Mill. ermöglicht werden soll. Trotzdem der Ministe präsident für die Freiheit und Verantwortlichkeit der städtischen Verwaltung eintrat, wurde der von der Kammer genehmigte Wortlaut des Gesetzentwurses abgelehnt. Der Betrag der Anleihe wurde auf 100 Mill. Frcs. festgesetzt. Petersburg, 15. Dez. Der Ministerrat beendigte gestern die Beratungen über das Gesetz betr. die Arbeitervereine. Diese Vereine können nach dem von dem Ministerrate deschlossenen Gesetz fortan nur im gerichtlichen Verfahren, also nicht wie bisher auf administrativem Wege, durch den Minister des Innern, den Gouverneur, die Polizei usw. ausgelöst werden oder geschlossen werden. Das Gesetz hat zunächst einen provisorischen Charakter und wird in der nächsten Woche zugleich mit dem allgemeinen Gesetz über das Vereinsrecht zur Veröffentlichung gelangen.— Die Regierung erklärte auf eine an sie gerichtete Anfrage, daß in Riga Truppenverstärkungen in großem Umfange erfolgt wären und daß alles dies geschah, um den Schutz der deutschen Kolonie zu gewährleisten. Bukarest, 15. Dez. In Beantwortung einer Anfrage über den Konflikt zwischen Rumänien und Griechen and führte der Minister des Auswärtigen aus, er habe nicht unterlassen, dem rumänischen Gesandten im Auslande alle von Griechen an Rumänen in Mazedonien begangenen Verbrechen telegraphisch mirzuteilen, worauf von den Großmächten durch ihre Botschafter in Konstantinopel und durch ihre Vertreter in Athen Kollektivschritte zugunsten der Rumänen unternommen wurden. Die Pforte habe darauf Truppen aufgeboten und mehrere griechische Mörderbanden ausgehoben. Griechenland scheine sich jedoch nicht entschlieszeu zu fönnen, die Lage zu verbessern. Rumäniens Beziehungen zu Griechenland seien nicht offiziell abgebrochen. Der Höflichkeitsbesuch, der zwischen dem rumänischen Gesandten und dem König von Griechenland in Wien ausgetauscht sei, habe an der Lage nichts geändert. Solanggriechische Mörderbanden die Rumänen in der Türkei plünderten, werde es keinen Frieden zwischen Rumänien und Griechenland geben. Konstantinopel, 15. Dez. Die Pforte und die Botschafter sollen zu vollständigem Einvernehmen gelangt sein. Tientsin, 15. Dez. Auf der in Tolio zusammengetretenen japanisch chinesischen Konferenz wurde in den Hauptpunkten eine Einigung erzielt. Japan erhält die früheren russischen Zugeständnisse auf der Liaotunghalbinsel und einige Eisenbahnlinien in der Mandschurei. Washington. 15. Dez. Der Senat nahm das Gesetz, wodurch den 2prozentig. Panamakanalbonds die gleichen Vor eile verliehen werden, wie den übrigen 2prozentig. Obligationen, einschließlich der Fähigkeit als Sicherheit für die Ausgabe von Banknoten zu dienen. Fariennes(Frankreich), 15. Dez. Die Dampfmühle der Firma Crombrughe ist niedergebrannt 24 Speicher mit 12000 Säcken Mehl wurden vernichtet. Der Schaden beträgt 500000 Francs. Am roten Band wird Luhns erkannt! Das beachten Sie bitte beim Einkauf der echten Luhns=Fabrikate, dann sind Sie geschützt vor minderwertigen, auf Täuschung berechneten Nachahmungen. Der Name Luhns in Verbindung mit den Rotbandmeifen soll jedem Käufer die Garantie bietev, das Beste an Waschmitteln zu erhalten, was überhaupt geliefert werden kann. Ab, Ab, Ah, der Winter der ist dal So sirgen die Kinder und wer nicht aus dem lender wüßte, daß sie recht haiben, der müßte an der Unmenge der Erkältungen, der Katarrhe und Husten merken, daß des Jahres schlimmste Zeit gekommen ist. 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Dez., 7,30.„Carmen“, Oper Samstag, 16. Dez. 8 Uhr,„Goldener“ oder„Unterm Schutz der Tannenfee“, ein Weihnachtsspiel. 730 Uhr,„Heimat“, Schauspiel. Sonntag, 17. Dez., 3.30 Uhr. „Charley's Tante“, Schwank. 7,30 Uh,„Der Schwur der Treue“, Lustspiel Montag, den 18. Dez., 7.30 Uhr: „Jakrmarkt in Pulénitz Schw. Dienstag, den 19 Dez., 7,80 Uhr: „Der Freischütz“, Oper. Max: Anton Bürget=München a. G. Hierauf: Balletdivertissement. Muttwoch, 10. Dez, 3 Uhr. dener“ oder„Unterm Schutz der Tannenfee“, ein Weihnachtsspiel. 7,30 Uhr„Hasemanns Töchter", Volksstück Donnerstag, 21. Dez. 7.30 Uhr. „Der Waffenschmied". Oper. Hierauf: Vallet. Freitag, den 22 Dezbr. 7.30 Uhr: „Tannhäuser“, Oper. Samstag, den 23. Dez., 3 Uhr: „Hänsel und Gretel". Märchenwiel 8 Uhr:„Der Raub der Sabinerinnen“. Schwank. Sonntag, 24. Dezember, 4 Uhr: „Aschenbrödel", Weihnachtswärchenkomödie. Montag, 25. Dezbr., 3,80 Uhr: „Alt=Heidelberg“, Schauspiel. 7.40 Uhr:„Mignon“, Opec. Dienstag, den 26. 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