Nr. 297.(1. Blatt.) Mittwoch, den 24. Dezember 1913. 45. Jahrgang. HFeirrefN gegründet 1868 (General=Anzeiger.) Amtliches Blatt aller Behörden weziell für die Orte Wattenscheid, Gessenkirchen=Aeckendorf, Leithe, Günnigfeld, Hordel, * Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet# i inkl. Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet : 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche: : Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig).: (Neueste Nachrichten.) in Stadt und Amt Watenscheid, Gevinghausen, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheid, Eiberg, Freisenbruch u. a. : Anzeigen vro Nonpareillezeile oder deren Raum 15 Pfg., auswärts 20 Pfg., Reklamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Termin=; zusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach: Erhalt der Rechnung. eesseesesseeneesenenssech Toososseneresssennen Die Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung" erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Mk. Unfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungen Telegr.=Adr.: Zeitung. Telefon 181. Rotationsdruck und Verlag Carl Busch, verantw. Redakteur Bernhard Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln 8566. Diese Nummer umfaßt 12 Seiten. Werteraussichten. Wetter für Weihnachten: Unfreundlich, Regen mit Schnee, trüb. Aud Staodt. Ant und Kreck. * Wattenscheid, 24. Dez 1913. * Allen unseren verehrten Lesern und Leserinnen wünschen wir von ganzem Herzen frohe und gesegnete Feiertage. Der Geschäftsverkehr an den Weihnachtstagen. * Am 1. Weihnachtstage ist in offenen Verkaufsstellen ein Geschästsbetrieb wie folgt gestattet: a) der Handel mit Back= und Konditorwaren, mit Fleisch und Wurst, mit Vorkostartikeln und mit Milch in der Zeit von 5 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags. jedoch ausschließlich der für den Hauptgottesdienst festgesetzten Unterbrechung; b) der Handel mit Kolonialwaren, mit Blumen, mit Tabak und Zigarren, sowie mit Bier und Wein von 6,30 bis 8,30 Uhr morgens. Am 2. Weih. nachtstage sind die Geschäfte wie sonst an den Sonntagen geöffnet. Von den Standesämtern. * Das Standesamt der Stadt Wattenscheid ist füt die Anmeldung von Totgeburten u. Sterbefällen an beiden Feiertagen von vorm. 11—12 Uhr, das Standesamt des Amtes von 9—10 Uhr vorm. an beiden Tagen geöffnet. Von der Post. * Das Postamt Wattenscheid ist an den beiden Weihnachtskagen in der üblichen Weise wie an Sonntagen geöffnet. Die Paketbestellungen finden je nach Bedarf evtl. an beiden Weihnachtstagen statt. Die Bochum=Gelsenkirchener Bahngesellschaft m. b. H. * Die Bochum=Gelsenkirchener Bahngesellschaft mit beschränkter Haftung ist gestern nachmittag, vor dem Königlichen Notar Justizrat Di. Römer aus Bochum im Hotel Kaiserhof in Essen errichtei worden. Gründer der Gesellschaft sind die Städte Gelsenkirchen und Bochum, der Provinzialverband von Westfalen und das Rheinisch=Westfälische Eleiwizitätswerk. Die Gesellschafter waren duuch Oberbürgermeister Machens(Gelsenkirchen), Oberbürgermeister Graff und Stadtrat Hackert aus Bochum, Landeshauptmann Dr. Hammerschmidt. Kommerzienrat von Tippelskirch und Gerichtsassessor Henke vertreten. Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb der Mehrheit der Aktien der Bochum=Gelsenlirchener Straßenbahnen, Erwerb von Konzessionen für den Bau und Betrieb anderer elektrischer Bahnen, der Bau und Betrieb solcher Bahnen, die Beteiligung an Bahnunternehmungen und der Betrieb aller hiermit zusammenh'n genden Geschäfte. Das 1. Geschäftsjahr läust bis zum 1. Juli 1914. Am Stammkapital der Gesellschaft mit 1 700 000 Mark sind die Stadt Gelsenkirchen mit 37 Prozent, die Stadt Bochum mit 37 Proz., die Provinz Westfalen mit 1 Proz. und das Elektvizitätswerk mit 25 Proz. beteiligt. In den Aufsichtsrat wurden gewählt Oberbürgermeister Machens, Bankier Dr. Wilhelms und Landtagsabgeordneter Regierungsassessor Hasenclever aus Gelsenkirchen für die Stadt Gelsenkirchen, Oberbürgermeister Graff und Stadtrat Lenze aus Bochum für die Stadt Bochum, Landeshauptmann Dr. Hammerschmidt für die Provinz Westfalen. Hugo Stinnes und Gerichtsassessor Henke für das Elekrizitätswerk. Die Stadt Bochum wird noch ein 3. Mitglied nachbenennen. Der Aussichtsrat hat Hugo Stinnes zum Voritzenden, Oberbürgermeister„Grass zu dessen Stellvertreter gewählt. Als Geschäftsführer sind Bürgermeister v. Wedelstaedt(Gelsenkirchen), Stadtrat Hackert(Bochum) und Kommerzienrat v. Tippelskirch(Düsseldorf) bestellt worden. Hafenbetriebsgesellschaft Wanne=Herne G. u. b. H. * Unter dieser Firma ist kürzlich ein neu.s Unternehmen in das Handelsregister eingetragen worden. Zweck des Unternehmens ist der Bau und Betrieb eines Hasens in Wanne für den Umschlag von Kohlen, Koks, sowie anderen von Bergwerksgesellschaften erzeugten oder verlangten Massengütern und von Erz, sowte Bau und Betrieb der erforderlichen Zubringerbahnen, ferner die Uebernahme der Verwallung und des Betriebes von Häfen am Rhein=Herne=Kanal. Gesellschafter sind bisher der Landkreis Gelsenkirchen mit Ausschluß von Stadt und Amt Wattenscheid mit 50 Proz., die Stadz derne mit 30 Proz. und die Gemeinde Wanne mit 20 Prozent. was Gesellschaftslapital betrügt 20 000 Mark. Dieser Berag stellt indes nur den Beteiligungsmaßstab dar. Die Besitzerin des ehemaligen Rittergutes Crange, die als Stammgesellschaft der neuen Bildung zu betrachtende Kanalhafengesellschaft Wanne=Gelsenkirchen(Land), bestehend aus dem Landkreise Gelsenkirchen und der Gemeinde Wanne, stellt pachtweise denjenigen Teil des Gutsgeländes zur Verfügung, welcher zur Anlage eines Kohlen= und Erzhafens benötigt wird. Die 3. Gesellschafterin, die Stadt Herne, gibt ein Darlehen von 1,5 Mill. M. her. Weitere Mittel wird die Gesellschaft nach ihrem Vertrage durch Darlehen bis zur Höhe von 7 Mill. Mark unter Bürgschaft der Gesellschafter beschaffen. Auch ist an die Ausgabe von Obligationen durch die genannte Gesellschaft gedacht. Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Landrat Polizeipräsident Dr. zur Nieden, stellverrretender Vorsitzender 1. Bötrgermeister Dr. Spo leder, Geschäftsführer Direktor Meyer. Sitz der Gesellschaft ist Wanne. Der Gesellschaft ist durch die Minister der öffentlichen Arbeiten und für Handel und Gewerbe 2 Häsen in Wanne, sowie Anschlußbahnen von da in der Richtung auf Herten, Herne und Wattenscheid konzessioniert. An Hafen= und Industriegelinde stehen ihr etwa 500 Morgen Land zur Verfügung. Bisher ist an Uferstrecken ettva 1 Klm. hafenmäßig fertiggestellt. Eisenbahnanschluß ist am Bahnhof Wanne vorgesehen. Irsamrmensioß. * Heute früh kurz nach 7 Uhr kam es auf der Chausseestraße zu einem Zusammenstoß zwischen einem Wagen der kommunalen Straßenbahn und einem Gemüsewagen. Der letztere gehörte dem Obst= und Gemüsehändler Wortmann und wollte die Gleise der Straßenbahn überqueren, um in die Toreinjahrt des Wortmannschen Geschäftes zu gelangen. Infolge des Schnees und der Glätte blieb aber das Gefährt zwischen den Schienen stecken und wurde bald darauf von einem Straßenbahnwagen mit großer Wucht angefahren. Der Gemüsewagen wurde zur Seite geschleudert und beschädigt, während das Obst und Gemüse in erheblichen Mengen auf die Straße in den Schmutz flog. Der entstandene Schaden beziffert sich auf rund 150 Mark. Ein Sohn des Gemüsehändlers Wortmann erlitt einige geringfügige Verletzungen an den Händen. Aus den kath. Vereinen. * In der letzten Generalversammlung des christlichsozialen Arbeitervereins, welche unter dem Vorsitze des Kaplans Geerken stattfand, wurde die Vorstandswahl vorgenommen. Gewählt wurden: Ant. Winter zum 2. Schriftführer, Wilhelm Meißner und Josef Schier als Beisitzer, Viktor Leister als Bote, als Vertrauensmänner August Adams, Viktor Leister, Josef Mönk, Joh. Klawicher, Joh. Bänsch, Aug. Marienfeld Franz Kriegs, Ant. Bernsdorf, Ludwig Prältuk, Joh. Flor. Gerh. Breitenbach, Ant. Winter, Joh. Strotkämper, Cickula Maw, als Fähnriche und Fahnenoffiziere: Joh. Klawuhn, Ferd. Klawuhn und Adolf Karla, als Fähnriche und Fahnenoffiziere der Frauenfahne: Franz V Wieschnefski, Rudolf Grundmann. August Mertel, als RechAnungsprüfer: Heinr. Meißner, Franz Schmitz und Heinr. Winter. Als Vereinslokal wurde das Kolpinghaus gewählt. — Ferner hat am Sonntag eine Versammlung des St. Joseph= Arbeiter=Vereins stattgefunden, welche vom Vizepräses Feldmann geleitet wurde. Zunächst widmete der Vorsitzende dem Mitgliede Jakob Schneider aus Anlaß seiner silbernen Hochzeit die herzlichsten Glückwünsche. 2 neue Mitglieder wurden aufgenommen. Für die Exerzitien in Werl, welche vom Pfarrvikar Platte warm empfohlen wurden, meldeten sich 8 Mitglieder als Teilnehmer an. Der Verein dürfte in nächster Zeit in den Besitz einer Fahn gelangen. Sie wurde bereits der Firma Richter in Köln in Auftrag gegeben. Für das Fahnenweihfest wurde eine 5gliederige Komission gewählt. Weihnochtsfeiern. * In die lange Kette der Weihnachtsfeiern reihte sich gestern nachmittag die Sonntagsschule des ep. Vereinshauses, Hochstr. 51. Die Leitung' der Feier lag in Händen des Stadtmissionars Döhl. Zahlreich waren auch die Eltern der Sonntagsschüler vertreten, um im Strahle des Weihnachtshaumes an der Freude ihrer Kinder teilzunehmen. Der Weihnachts=GeWeihnachtsgebäck— mit Hefe! Hese macht das Gebäck locker, schmackhaft und wohlbekömmlich. Hese ist täglich frisch in allen Häckereten erhältlich. Backanlettung mit 199 Rezepten gratis und franko durch den Verband Deutscher Preszhefefabrikanten S. m. d. H., Berlin Sw. 11. danke wurde durch Gesang und Gedichte und insbesondere durch ein Deklamatorium,„die Weisen aus dem Morgenlande", lebhaft zum Ausdruck gebracht. Die Katechese über die Gevur: Jesu hielt der Leiter der SonnJ. Zielke mit den Kindern ab. Pastor Bonue hatte die Festansprache übernommen u. redete m überaus herzlicher Weise zu Jung und Alt. Zum Schlusse sprach Stadtmissionar Döhl ein Gebet, worauf die Schar wieder der Heimat zustrebte, um weiteren Weihnachtsfreuden entgegenzusehen. Im Anschluß hieran sei noch mitgeteilt, daß die allgemeine Weihnachtsfeier des Zweigvereins der ev. Gesellschaft am 2. Weihnachtstag, nachmittags 5 Uhr im VereinsHochstr. 51, stattfindet. Ebendaselbst findet am 31. d. Mts. abend 9 Uhr eine Silvesterfeier statt. Die Silvesterfeier ist mit Kafseetrinken verbunden. Aehnliche veranstaltet der evang. Männer= und Junglingsverein im Gemeindehaus und der schule Centrum. an e in in beiuen Zur Wetterlage. * Die Witterung hat sich genau so gestaltet, wie wir es vorausgesagt haben: Tauwetter mit Schnee. Schnee und Regen fallen durcheinander vom grauen Gewölk hernieder und bilden auf Straßen und Wegen einen Mischmasch, welcher niemand zum Gehen veranlaßt und ein durchaus unfreundliches Weihnachtswetter im Gefolge haben wird. Streut Asche! Gedenket der Vögel! * Unsere gefiederten Sänger gehen jetzt bei Frost und Eis einer harten Fastenzeit entgegen und es zieht sie schon näher zu unseren Wohnstätten hin. Da ist an uns Menschenkindern, ihnen den Kampf ums Dasein zu erleichtern. Mit dem Einrichten geeigneter Aptätze soll man nicht länger zögern. Auch für Trink. gelegenheit muß gesorgt werden. Dem Nauurfreund wied „Treiben an diesen Futterstellen genügend Totenglocke richtsassessor Rünker, der seit 2 Jahren dem Kgl. Amtsgericht Nahier als Richter überwiesen ist, hat einen schweren Verlust erlitten. Sein Vater, der Kaufmann Ernst Müner in Bochum, ist Montag nachmittag nach längerer Krankhen fast 62 Jahre alt gestorben. Die Bochumer Blätter widmen dem Entschlafenen, welcher 22 Jahre lang dem Stadtverordneten=Kollegium angehörte, ehrenvolle Nachrufe. Die Beisetzung findet Freitag, 26. Dez., nachmittags 3 Uhr„vom Trauerhause Humboldstraße 46 in Bochum statt. Von unseren Kinos. * Im Central=Kinematograph(A. Bienbeso Hochstraße) wird an den Weihnachtstagen en besonders schones und interessantes Programm geboten.— Auch im Apollo=Kino werden prächtige und gehaltreiche Vorführungen stattfinden. S. A. Kleine lokale Nachrichten. * Der Hessen=Verein veranstaltet am 2. Weihnachtstage im Restaurant Recke seine Weihnachtsfeier, verbunden mit Kinderbescherung. Die Feier beginnt 5 Uhr. Im Restaurant Rörig findet am 2. Weihnachtstage großer Festball statt. * Im Bierstall finden an beiden Weihnachtstagen Elite=Konzerte mit Matinee statt. Im Hotel Kaiserhof findet am 2. Weihnachtstage Künstler=Konzert statt. * Im Restaurant Best=Hochstraße wird laut Anzeige in der heutigen Nummer ein Mädchen mit 2 Köpfen zu sehen sein. Weihnachtsfeier. Westenfeld, 24. Dez. Der Krieger= und Landwehr=Verein hat am 2. Weihnachtstage im Restaurant Schmidt Westenfeld seine Weihnachtsfeier durch Kinderbescherung und Theater=Aufführungen. Neue kath. Kirche in Höntrop. * Höntrop, 24. Dez. Der Oberpräsident der Provinz Westfalen hat unterm 22. November die Abhaltung einer Kollekte für den Neubaueiner katholischen Kirche in Höntrov genehmigt. Kriegerverein Leithe. * Leithe, 24. Dez. Der neu gegründete Krie. ger=Verein in Leithe hielt am Sonntag bei Kamp mann unter Leitung des 1. Vorsitzenden Dreesen eine Versammlung ab und veranstaltete sodann ein Preisschießen, welches folgendes Resultat hatte: 1. Preis Kamerad Sonnenschein(35 Ringe), 2. Wildenhues(33), 3. Wienecke(33), 4. Lemmler(32), 5. Lang(32), 6. Dreesen(30), 7. Freimuth(30), 8. Koste (29), 9. Cillessen(28). Die erzielten Schießresultate waren im allgemeinen sehr zufriedenstellend, es wurde bei den Preisträgern im Durchschnitt über zehn Ringe auf den Schuß erzielt. In der Versammlung konnten wieder 8 neue Mitglieder ausgenommen werden. Neues aus Günnigfeld. * Günnigfeld, 24. Dez. Am vergangenen Sonntag vereinigten sich mehrere theaterliebende junge Leute, um einen Theater=Verein zu gründen. Nach genügender Erwägung wurde dem Verein der Name„Theater=Gesellschaft schaft Moderne Bühne Günnigfeld“ gegeben. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Vorsitzender Hans Störr, Schriftführer Jos. Mohrmann, Kassierer Heinrich Flanz, Beisitzer Otto Nolting, Regisseur Adolf Roth. Als Vereinslokal wurde das Restaurant H. Flanz gewählt. Der Verein verfügt schon über mehrere gute Kräfte und ist bemüht, gute und zugkräftige Theaterabende zu geben. Die nächste Versammlung ist Samstag abend 8 Uhr im Vereinslokal H. Flanz. * Günnigfeld, 24. Dez. Ein Bergmann drang bei einer allein zu Hause weilenden Frau in der Aschenbruchstraße in die Wohnung ein und versuchte die Frau zu erschießen. Von den drei abgegebenen Schüssen traf glücklicherweise nur einer; die Frau wurde unerheblich an der Schulter verletzt. Der Täter ist hierauf geflohen. Wie hierzu weiter mitgeteilt wird, ist der Täter der Polizei bekannt; es handelt sich um den Arbeiter P. aus Ueckendorf. Dieser soll früher Beziehungen zu der von ihm verletzten Frau unterhalten und durch das Revolverattentat versucht haben, sich lästiger Veroflichtungen zu entledigen. Selbstmordversuch. * Gelfenkirchen, 24. Dez. Eine wegen Diebstahls eingelieferte Frauensperson versuchte sich in der Zelle des 5. Reviers zu erhängen. Die sofort von 2 Schutzmännern angestellten Wiederbelebungsversuche waren von Erfola. Katholischer Donnerstag, 25. Dezember 1913(Hochhl. Weihnachtofest). St. Gertrudis=Propsteipfarre. 5 Uhr: Christmesse; Hochamt mit sakramentalem Segen und Predigt. 7 Uhr: Hirtenamt; Hochamt mit Predigt. 10 Levitenamt. Zwischen den drei Hochämtern sind stets stille hl. Messen. 11½ Uhr: hl. Messe mi tPredigt. Taufe findet am zweiten Weihnachtstage statt. 2½ Uhr: Vesper. . Jm. 5l, Weihnachtsfeste ist ein vollkommener Ablaß für vie Mitalieder des Vereins der hl. Familie zu gewinnen,— die die hl. Sakramente empfangen.— Am ersten Weihnachtsfesttage ist des Nachmittags von der Vesper an bis abends 5 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte; danach an diesem Abend nicht mehr. Freitag, den 26. Dezember 1913.(Fest des hl. Stephanus.) „ 6 Uhr: hl. Messe. 7 Uhr: hl. Messe. 8 Uhr: hl. Messe mit Predigt. 9 Uhr: hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 11½ Uhr: hl. Messe mit Predigt. 12½ Uhr: Taufe. 2½ Uhr: Vesper. St. Joseph=Filialgemeinde Wattenscheid. Donnerstag, 25. Dezember 1913(Hochhl. Weihnachtsfest). Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 6 Uhr: Christmesse mit Segen und Predigt; danach Austeilung der hl. Kommunion und zweite hl. Messe. 7½, 8 und 8½ Uhr: stille hl. Messen. 10 Uhr Hochamt mit Segen und Predigt. 2½ Uhr: Andacht; danach bis 5 Uhr Gelegenheit zum Beichten. Freitag, den 26. Dezember 1913.(Fest des hl. Stephanus.) 6,45 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 7 Uhr: stille hl. Messe. 8½ Uhr: Kindermesse. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2½ Uhr: Andacht. 8½ Uhr: Taufe. Herz Jesu=Filialgemeinde Sevinghausen. Donnerstag, den 25. Dezember 1913(1. Weihnachtstag). 6 Uhr: Christmesse. Hochamt mit Segen und Predigt und gemeinschaftl. hl. Kommunion des Kirchbauvereins. ½8 Uhr: stille hl. Messe. ½10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Außerdem sind voraussichtlich noch drei hl. Messen, weil sich ein fremder Geistlicher angemeldet hat. ½3 Uhr: Vesper. Von der Vesper ab ist Gelegenheit zum Beichten. Freitag, den 26. Dezember 1913(2. Weihnachtstag). (Fest des hl. Stephanus.) 6 und 7½ Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 7¼ Uhr: stille hl. Messe mit Predigt und gemeinschaftlicher hl. Kommunion des St. Joseph=Arbeitervereins. ½10 Uhr: Hochamt. ½3 Uhr: Vesper. Gels.=Ueckendorf— St. Josefs=Pfarrkirche. Beichte: Mittwoch von 4 bis 7 Uhr, ½8 bis ½9 Uhr, Donnerstag von 5½ bis ½7 Uhr. Donnerstag, 25. Dezember 1913.(1. Weihnachtstag.) 5 Uhr: Tedeum und Hochamt mit Predigt. 6 Uhr und 7 Uhr: hl. Messen. ½9 Uhr: hl. Messe mit Predigt. 9,55 Uhr: Weihnachtslied. 10 Uhr: Levitenhochamt und Predigt. ½12 Uhr: Spätmesse mit Predigt. ½3 Uhr: feierliche Vesper. 6 Uhr: Andacht zur hl. Famiie. Freitog, 26. Dezember 1913.(2. Weihnachtstag.) 6 Uhr: hl. Messe. 7 Uhr: Frühmesse mit Predigt. ½9 Uhr: hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr: Levitenhochamt und Predigt. ¼12 Uhr: Spätmesse mit Predigt. ½3 Uhr: Vesper. 6 Uhr: Rosenkranzandacht. Pfarrkirche in Höntrop. Donnerstag, 25. Dezember 1913.(1. Weihnachtstag.) 6 Uhr: feierliches Christamt mit Predigt und Segen, im Anschluß daran stille hl. Messe. 8 Uhr: Frühmesse, danach stille hl. Messe. 10 Uhr: feierliches Hochamt mit Predigt und Segen. ½3 Uhr: feierliche Vesper. Nach der Vesper ist Gelegenheit zum Beichten. Freitag, 26. Dezember 1913.(2. Weihnachtstag.) 7 Uhr: stille hl. Messe. 8¼ Uhr: Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. ½3 Uhr: Andacht zu Ehren der hl. Familie. Herz Mariä=Pfarrkirche in Günnigfeld. Donnerstag, 25. Dezember 1913.(1. Weihnachtstag.) 5 Uhr: Christmesse mit Predigt. 6 und ½7 Uhr: hl. Messen. 8 und ½9 Uhr: hl. Messen. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 21 Uhr: Vesper; nach dieser und um 5 Uhr Beichtgelegenheit. Freitag, 26. Dezember 1913.(2. Weihnachtstag.) 6½ Uhr: stille hl. Messe. 8 Uhr: Frühmesse und Predigt. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2½ Uhr: Vesper.— Gemeinsame hl. Kommunion des St. Josef=Arbeitervereins. Evangel. Gottesdienst. Donnerstag, 25. Dezember 1913.(1. Weihnachtstag.) Friedenskirche. Vorm. 6 Uhr: Christfeier, Pastor Engelbert. Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienst, Pastor Bonne. Hauptgottesdienst vorm. 10 Uhr: Pastor Kuhlmann. Nachm. ½4 Uhr: Weihnachtsfeier im Kindergottesdienst, Pastor Bonne. Freitag, 26. Dezember 1913.(2. Weihnachtstag.) Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienst, Pastor Engelbert. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienst, Pastor Geck. Nachm. 3 Uhr: Taufstunde, Pastor Kuhlmann. Alte Kirche. Donnerstag, 25. Dezember 1913.(1. Weihnachtstag.) Vorm. ½5 Uhr: Christfeier Pastor Mückeley. Vorm. 10 Uhr: deutscher Hauptgottesdienst, Pastor Bonne. Freitag, 26. Dezember 1913.(2. Weihnachtstag.) Vorm. 9 Uhr: masurischer Gottesdienst, Pastor Mückeley. Kapelle zu Höntrop. Donueretag, 25. Dezember 1913.(1. Weihnachtstag.) Vorm. 6½ Uhr: Christfeier. Vorm. ½10 Uhr: Hauptgottesdienst, Pastor Geck. Christfeier im Kindergottesdienst nachm. 2 Uhr. Freitag, 26. Dezember 1913.(2. Weihnachtstag.) Vorm. ½10 Uhr: Hauptgottesdienst, Pastor Engelbert Krankenhaus. Dienstag, 5 Uhr: Weihnachtsfeier. Freitag, 26. Dezember 1913.(2. Weihnachtstag.) Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienst, Pastor Bonne. Gemeindehaus. Nachm. 2½ Uhr: Gottesdienst für Holländer. Ueckendorf. Mittwoch, 24. Dezember 1913.(Heil. Abend) ihr Weihnacht“ Lesdienst, P. Hiermit zur gefl. Kenntnis, dass unsere Geschäftsstelle am 1. Feiertage vollständig geschlossen. am 2. Feiertage dagegen zur Entgegennahme von Aufträgen(Inserate, Drucksachen etc.) von vorm. 11,30 bis 12,30 Uhr geöffnet ist. verlag- und Restaurant W. Best, Hochstr. 9. Ab 25. Dezember bis 1. Januar 1913. Grödte Schaustellung der Gepenwart. Das Zweikepiige Mausnen Lebend zu sehen! Lebend zu sehen! Rosalia und Julia 20 Jahre alt. Attraktion ersten Ranges hat in den bedeutendsten Städten des Kontinents den größten Beitall gefunden. Die ersten Zeitungen und Tagesblätter bezeichneten diese Ausstellung als eine hervorragende Sehenswürdigkeit. Rosalia und Julia halten in jeder vorstellung Vorträge, singen und werden sich mit dem verehrten Pubtikum unterhalten. Es ladet ergebenst ein ie Direktion. Beindorfs achtung! Tanz-Institut Gelsenkirchen Kampstraße 43 Tel. 2388 Privatunterricht im eigen Saal. Moderne Tänze: One-Steep-,„Engl. „Boston“,„Tango“. Overben mit 2. Kissen für 25 M. zu verkaufen. Mittelstraße 8. Schtung! Mannborp-Karmonlums, wenie gebr. billig Brüning& Bongardt. Gelsenk., Weststr. 2. Schwarz Piano, gebr. neu M 825, M 600. BrüningK. Bongardt Gelsenkirchen, Weitstr. 2 Saiten aus Stahl und Seide, Mandolinund Violin=Saiten, sowie Bestandteile aller Art empfiehlt Kuhnen. Die Kartohenlandlung Moltkestr. 10 olieriert: Ia. 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Weihnachtstag.) 7 Uhr: Christmette. 9,30 Uhr: Gottesdienst. Freitag. 26. Dezember 1913.(2. Weihnachtstag.) 9,30 Uhr: Gottesdienst. gesucht, das auch(alle 4—5 Wochen) an der Wäsche helfen muß. Frau Direktor Hellinghaus (Gymnasium.) Pleins Kaldenlotal. mit geräumigem Keller u Lagerräumen zum 1. April 1914 zu mieten gesucht. Am liebsten an der Ost= und Hochstraße. Offerten erbeten unter A. H 7297. Siniges Hühnersalter Kleinweizen, Gerstenabfall u. Mais gemischt vers. zu Mk. 11.—, Buchweizen, Gerste u. Mais zu M. 13.— per 150 Pfund franko Käufers Bahnstation gegen Nachnahme. Stein& Kimmel, Neuß. Ttreine. Hau. zu vermieten, im ganzen oder geteilt Ottostr. 32, Hohenstein. Wer Betriebskapital braucht und Teilhaber aufnehmen oder aber sein Geschäft, Fabrik, Landwirtschaft, Gasthof 2c. verkaufen will, verl. meinen kostenl. Besuch. Conrad Otto(fr. E. Kommen Nchf.,) Kön a. Rh., Kreuzg. 8. „Millionen gebranchens sie gegen Heiserkeit, Verschleimung. 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Dez. 1913 Die Stadt=Polizei=Verwaltung. Der Bürgermeister. Wibberding. Gefunden ist im hiesigen Stadtbezirk eine Damenmit Geldinhalt. Der Eigentümer kann sich im hiesigen Rathause, Zimmer Nr. 2, melden. Wattenscheid, 22. Dez. 1913. Die Stadt=Polizei=Verwaltung Der Bürgermeister. Wibberding. An einer vor kurzem errichteten, sehr aussichtsreichen Obst und Gar enbangesellschaft (amtsgerichtl. eingetr. Genossenschaft m. b. H.) nahe Industriegebiet, dicht bei mehreren Großstädten mit besten Absatzmärkten, können noch einige Mitglieder mit Anteilen à 1000 Mk. (eintausend) als stille Teilhaber beitreten. Die Genossenschaft ist grundbuchliche Eigentümerin ausgedehnter Ländereien von hoher Bonitierungsklasse, welche durch die in unmittelbarer Nähe der Großstadt sich vollziehende erhebliche Steigerung der Bodenpreise auch als Bau= und Industrieterrain noch einen bedeutenden Gewinn aus Landverkauf erwarten lassen. Ausfürl. Prospekt mit Referenzen kostenlos zur Verfügung. Anfr. unter 7307 an die Exp. d. Ztg. Aumeldung zur Stammrolle in der Stadt Wattenscheid. „Alle in der Stadt Wattenscheid sich aufhaltenden Militärpflichligen des deutschen Reiches, die im Jahre 1894 und früher, namentlich in den Jahren 1893, 1892, 1891 usw. geboren sind und ihrer Diensipflicht im stehenden Heere oder in der Marine noch nicht genügt haben, oder über die eine endgültige Entscheidung einer Oberersatzkommission noch nicht getroffen ist, haben sich in der Zeit vom 2. bis 15. Januar 1914 im hiesigen Rathause, Zimmer Nr. 2, in der Zeit zwischen 9 und 12 Uhr vormittags und 3 bis 5 Uhr nachmittags persönlich anzumelden, oder bei bescheinigter Krankheit, zeitiger Abwesenheit durch ihre Eltern, Vormünder, Verwandten oder Dienstherrschaften anmelden zu lassen. Die nicht in der Stadt Wattenscheid geborenen Militärpflichtigen des Jahrganges 1894 haber bei der Meldung ihren Geburtsschein, die Militärpflichtigen der älteren Jahrgänge den Losungsschein vorzulegen. Die Geburtsscheine für die im Jahre 1894 geborenen Militärpflichtigen müssen von den Standesämtern der Geburtsorte, nicht von den Pfarrämtern, ausgestellt sein. Die Ausstellung erfolgt kostenfrei. Militärpflichtige, welche dauernden Aufenthalt oder Wohnsitz verle zur Berichtigung der Stammrolle sowohl beim Abgange am alten, als auch bei der Anmeldung am neuen Orte, dem zuständigen Stammrollenführer spätestens innerhalb 3 Tagen zu melden. Auch die im Besitze des Berechtigungsscheines zum einjährig=freiwilligen Dienste befindlichen Militärpflichtigen haben sich unter Vorlegung des Scheines anzumelden. Wer die vorgeschriebenen Meldungen unterläßt, wird nach der deutschen Wehrordnung mit Geldstrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen bestraft. Die Militärpflichtigen, die ein Handwerk erlernt haben und im Besitze eines Zeugnisses über die abgelegte Gesellenprüfung sind, wollen dieses Zeugnis vorlegen. Wattenscheid, den 23. Dezember 1913. Der Bürgermeister: Wibberding. Rostaurant Herig. 2. Weihnachtstag: " ser Fest Ball. Anfang 5 Uhr. Karten Im Vorverkauf 50 Pfg. an der Kasse 75 Pfennig. Gott dem Allmächtigen hat es nach seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute Nacht 12.30 Uhr meine treuliebende Gattin, unsere gute Mutter, meine liebe Tochter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin, Großmutter und Tante, die Ehefrau Johann Kropp geborene Maris Thlemann, im Alter von 50 jahren und 8 Monaten zu sich zu nehmen. Sie starb im kath. Krankenhause zu Wattenscheid nach jahrelangem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, wohlvorbereitet durch den öfteren Empfang der hl. Sterbesakramente. Um ein stilles Gebet für die liebe Verstorbene bitten im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Johann Kropp. Höntrop, Wattenscheid, Linden, Ueberruhr und Styrum, den 25. Dezember 1913. Die Beerdigung findet am Samstag, den 27. Dezember, vormittags um 9,80 Uhr vom Trauerhause, Bismarckstr. Nr. 11, aus zum kath. Friedhofe in Höntrop statt, hieran anschließend das feierliche Seelenamt in der Pfarrkirche dortselbst. Stadttheater Bochum in evangel. Vereinshause. Montag, 29. Dez. 1913, abends 8 Uhr. Drittes Gastspiel der Rheinisch: Westfälischen Verbandsbühne: Assebat. Lustspiel in 8 Akten von Leo Stein und Ludwig Heller. Kassenöffnung: 7,30 Uhr; Ende 10,80 Uhr. Preise der Plätze: Spereiitz 1.25 Mk., 1. Platz 1.00 Mk., 2. Platz 0,50 Mk., Gallerie 0.30 Mk. Vorverkauf bis abends 6 Uhr in der Geschäftsstelle des Verkehrsvereins Friedrich= straße 2(Ohlig& Montz), Fernsprecher 572. Dauerkarten haben keine Geltung. Eygl. Arbeiterverein Taschen Ahren 8 56 reec Silber mit echten Goldrändern von— an. 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Amtliches Blatt aller Behörden weziell für die Orte Wattenscheid, Gelsenkirchen=Ueckendorf, Leithe, Günnigfeld, Hordel, : Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet inkl. Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet! § 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche: Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig). (Neueste Nachrichten.) in Stadt und Amt Wattenscheid, Gevinghausen, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Municheid, Eiberg, Freisenbruch u. a. Anzeigen pro Nonpareillezeile oder deren Raum 15 Pfg., auswärts; § 20 Pfg., Reklamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Termin=; : zusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Jahlung sofort nach; Erhalt der Rechnung. ssen Die Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung" erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Mk. Unfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungen Telegr.=Adr.: Zeitung. Telefon 181. Rotationsdruck und Verlag Carl Busch, verantw. Redakteur Bernhard Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln 8566. Aus Stadt, Amt und Kreis. * Wattenscheid, 24. Dez 1913. Kath. Vereins=Nachrichten. * Christlich=sozialer Arbeiterverein: Am ersten Weihnachtsfeiertage, nachmittags 5 Uhr, veranstaltet der Verein seine Weihnachtsfeier im Saale der Kronenburg(Ww. Sonnenschein). Es gelangen zur Aufführung mehrere schöne Theaterstücke, dazwischen Deklamationen und Vorträge. St. Joseph=Filialgemeinde: St. Joseph=Arbeiterverein: Die Weihnachtsfeier findet am ersten Weihnachtsfeiertage bei Wirt Walter statt. Beginn 4,30 Uhr.— St. Josephkirchenchor: Der Kirchenchor veranstaltet am 2. Feiertage, nachmittags 5 Uhr beginnend, eine Weihnachtsfeier in der Wirtschaft Löbbert.— Jünglingssodalität: Die Sodalität ladet die Mitglieder und Ehrenmitglieder recht freundlich ein zu einer Weihnachtsfeier mit reichhaltigem Programm, die sie am Sonntag nach Weihnachten um 5 Uhr beim Wirt Walter eröffnet.— Jungfrauenkongregation: Am Feste des hl. Stephanus findet nach der Nachmittagsandacht die kirchliche Aufnahme neu eintretender Mitglieder statt. Von unseren Volksschulen. * Fräulein Erna Schwizgäbele, Lehrerin an der Kochschule des Hohenzollern=Systems, trat aus ihrem Amte und wurde von Rektor Harde in Beisein des gesamten Kollegiums feierlichst entlassen.— Kreisschulinspektor Himstedt revidierte, nachdem er die Reoision der Neustadt= und Hohenzollernschule beendet hat, auch die Klassen der ev. Altstadtschuile. Auch Schulrat Rodenstock revidierte sämtliche Klassen der kathol. Volksschule hierselbst.— Neue Textgestaltung in den en. biblischen Geschichtsbüchern. * Von dem Deutschen ev. Kirchenausschuß ist eine Revision des Bibeltertes vorgenommen worden. Nun soll der revidierte Text auch den biblischen Lesebüchern und biblischen Geschichtsbüchern, die für den Gebrauch im ev. Religionsunterricht bes.i umt sind, zuzounde gelegt werden. In diesen Büchern werden die vorgenommenen Abänderungen des bisherigen Bideitertes berücksichtigt werden. Für die Durchführung der Abänderungen ist— von Ostern f. Is. ab gerechnet— eine 3jährige Frist gewährt und werden somit die neuen Auflagen der ev. Religionsbücher mit Ostern 1917 spätestens eingeführt sein.— Vom Umgang mit Armen. * Ist schon der„Umgang mit Menschen", wie ihn Knigge uns lehrte, eine Kunst, so noch mehr der spezielle umgang mit Armen. Wer ihn zu pflegen hat, der muß, wie es in den Leipziger Armenblättern treffend heißt, Spezialist sein in einem Wirkungskreis, der einen Teil des großen Gebietes der sozialen Arbeit ausmacht und der neben allgemeinen sozialen Kenntnissen und umfassendem sozialem Verständnis ganz besonders scharf ausgeprägte Eigenschaften und Fähigkeiten verlangt, die ihn auf einen solchen ethischen Standpunkk stellen, wie er allein erfolgreiches segensreiches Tun ermöglicht. Der Umgang mit Armen llegt in erster Linie allen denen ob, die freiwillig oder im Ehrenamte oder in dienstlicher Eigenschaft ärmenpflegerisch sich betätigen. Ihnen tritt das Bild der Armut täglich in unzähligen Abstufungen, Arten und Formen entgegen; offenkundig oder noch im Verborgenen, verschuldet und unverschuldet, verschämt oder ohne Scham, und in allen Ständen und Gesellschaftsklassen. Schon hieraus ergibt sich als 1. Gebot beim Umgang mit Armen, daß man sich davor hüten soll, zu generalisieren. Jeder Arme will durchaus individuell behandelt sein, und es müssen alle Umstände und Einflüsse in Rechnung gezogen werden, die für den Einzelfall maßgebend sind. Es ist wenigen die Gabe verliehen, fast auf den ersten Blick schon zu erkennen, oder doch instinktiv herauszufühlen, auf welche Weise am besten Hand anzulegen ist; auch liegt die Gefahr der Selbsttäuschung oder des Getäuschtwerdens vor. In keinem Falle soll man also unterlassen, sich über alle Verhältnisse des Armen genau unterrichten, sodaß man mit ihm so gut Bescheid weiß, wie im eigenen Hause. Nur dann vermag man richtig zu disponieren und zweckmäßig zu raten und zu taten. Freilich wird man bei solchem Eindringen in die Familienverhältnisse anderer mancher Opposition begegnen und sich wohl auch selber indiskret vorkommen. Die Scheu vor einem Einmischen in fremde Angelegenheiten muß jedoch überwunden werden um der Sache willen, und Zartgefühl und Taktgefühl— Eigenschaften, die jeder besitzen muß, der Armenpflege treiben will— werden der dem Armen gegenüber aufzuwendenden Energie unschwer die verletzende Spitze nehmen. Geduld und Beharrlichkeit ist auch vonnöten; denn nur zu oft stößt man auf Eigensinn, Unverstand, aus Mißtrauen ober gar bösen Willen. Man sieht, es wird ein bischen viel auf einmal vom Armenpfleger und Armenberater verlangt. Es soll ein ganzer Mensch sein, ein fester Charakter mit Lebenserfahrung, mit klarem Kepf und warmem Herzen— kurz ein tüchtiger, harmonisch enwickelter Führer. Es ist ganz falsch, an solche Stellen den ersten Besten zu plazieren; weder der Arme noch die Verwaltung wird daran gewinnen. Wann haben die Friseure geöffnet? * Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Friseurgeschäfte in Stadt und Amt Wattenscheid am 1. Feiertage bis 2 Uhr geöffnet sind, am 2. Feiertage aber dagegen kein Gewerbebetrieb in= sowie außer dem Hause stattfinden darf. Nur den Damenfriseusen ist eine Arbeitszeit von 3 Stunden gestattet, aber nicht über 11 Uhr vormittags. Friedensklänge. * Was ist das für ein wundersames Wort: Friede auf Erden! Zur Weihnachtszeit klingt es mit alter, ewig neuer Kraft über die Erde hin, und es möchte keine bloße flüchtige Augenblicksstimmung sein; nein, tief im Innersten der Menschenbrust, da will es starken, bleibenden Widerhall wecken, — eine bestimmte, christliche Grundsätzlichkeit soll es bedeuten. Ist's nicht fast ein zu hohes Ideal? Man schaut in die Auf fremdem Boden Ein Roman aus Ostpreußen von Dr. Fritz Skowronnek. 423 (Nachdruck verboten.) Schon nach dem ersten Gang hatte der Hausherr mit kurzen Worten seine Gäste begrüßt. Nach dem zweiten schlug der alte Adam an sein Glas und erhob sich. Mit schalkhaftem Augenaufschlag begann er: „Verehrte Jagdgenossen! Meine Damen und Herren! Der Pudelkönig pflegt sonst der Tat das Wort folgen zu lassen, indem er auch hier beim Schüsseltreiben die Hasen leben läßt. Ich möchte gern höher hinaus. Ich möchte die Frau des Hauses leben lassen. Da aber unser verehrter Jagdherr es augenblicklich noch zu keiner Jagdherrin gebracht hat und er mich unmöglich in dieser Verlegenheit stecken lassen kann, so möchte ich ihm mit Ihrer Einwilligung vorschlagen, seine liebe Nachbarin zur Rechten, Fräulein Dora von Dernburg, jetzt gleich zu seiner Jagdkönigin zu erheben.“ Er machte eine wohl berechnete Kunstpause. Die meisten Gäste sahen sich verblüfft an und nach dem jungen Paar hinüber. Einige begannen zu ahnen, was bevorstand. „Mein Freund, der Assessor Burmeister, verbeugt sich mstimmend. Er hat bis jetzt der Sonntagsjäger geheißen. dem Resultat des heutigen Tages darf ich wohl den Namen en Sonntagskind abändern, denn er hat sich eine Jagskönigin errungen, die selbst ein Sonntagskind ist. er var mir die hohe Freude gemacht, der geehrten Gesellschaft seine Verlobung mit Dora von Dernburg bekanntzugeben. Das Brautpaar: Es lebe hoch!“ Jahr und Tag ist vergangen. Auf Isnoten schafft räftig in glücklichster Harmonie das junge Paar. Die Pforten des gastlichen Hauses sind stets für jeden lieben Bekannten geöffnet. Am häufigsten kommt, außer dem alten Adam, der neue Landrat Erich von Braun. Er ist noch immer auf der Suche nach einer Frau, die seiner Jugendfreundin wenigstens im Wesen etwas äb-zeln soll. Sehr oft kommt auch Lotte. Sie ist wieder schweigsam und sehr ernst geworden. Die spärlichen Nachrichten. die ihr der Vater über den noch immer heißgeliebten Mann zukommen ließ, sind schon seit Monaten versiegt. Es hieß, daß er seine gute Stellung in Hamburg aufgegeben und in die weite Welt gezogen sei. Auch Paul konnte ihr keine Auskunft geben. Er war auch ohne jede Nachricht von Ernst von Riesa. Sie trug still das schwere Herzeleid. Eines Tages kam sie zu ungewöhnlicher Stunde nach Isnoten. Man sah ihr deutlich eine große seelische Erregung an. Wortlos fiel sie der Freundin um den Hals und brach in Tränen aus. Und doch hatte Dora dabei das Gefühl, daß es nicht Schmerz war, sondern daß der Schmerz sich löste durch eine große Freude. Als Lotte sich satt geweint, holte sie ein Zeitungsblatt hervor und reichte es der Freundin. Da stand die Nachricht, die sie so sehr erregt, vom Kriegsschauplatz in China: „Der mit schlichtem Abschied entlassene frühere Reserveoffizier Ernst v. Riesa, dem durch die Gnade des obersten Kriegsherrn der Eintritt in das Expeditionskorps gestattet worden war, ist auf dem Schlachtfelde wegen seiner Tapferkeit vor dem Feinde wieder zum Offizier ernannt worden. Er ist ziemlich schwer verwundet, befindet sich aber schon auf dem Wege der Besserung.“ Mit feuchten Augen legte Dora das Blatt weg und schloß die Schwergeprüfte in ihre Arme.„Lolle, jetzt kommt auch zu dir das Glück.“ — Ende. Nützliches und Draktischee. Verwendbarkeit des KKochsalzes. Gras, das zwischen den Pflastersteinen spkießt, wird durch Überstreuen mit einer nicht zu knappen Gabe Viehsalz dauernd entfernt. In Spiritus oder Salmiakgeist aufgelöst, ist Kochtals ein gutes Bleckenmittel. Sale mit Zitronensaft entWelt, und sieht so viel Friedlosigkeit, Friedhässigkeit. Das moderne Leben ist tausendfach bewegt. Im Wirtschaftlichen, im Politischen, im Beruflichen, ja oft auch im Häuslichen geht eine Unruhe, ein Hasten, eine Nervosität, die für den einzelnen etwas geradezu Aufreibendes haben kann. Dazu so mancher unmittelbare Streit. Die Geister platzen nicht immer freundschaftlich aufeinander. Es rumort ein feinerer und ein gröberer Egoismus. Man schlägt drauf los, und auch, wenn das nur im bildlichen Sinne geschieht, kann es sehr wehe tun. Nur zu begreiflich ist, wenn immer wieder eine lebhafte Sehnsucht nach Frieden auftaucht. In allen möglichen Tönen ist dieses Friedensverlangen besungen worden— und manche meinen, es sei überhaupt nur eben eine idealistische Poesie und Phentasie; denn das Leid des Lebens mache sich in immer neuen Formen bemerkbar, und wirklicher Friede darum nur mit dem Totsein anheben. Der Pessimismus in allen seinen Schatierungen verzweifelt schließlich an einem wirklichen, lebendigen„Friede auf Erden". Das Christentum spricht ein gewaltiges, freudiges Dennoch! Freilich ,nicht so, als ob es mit einem Zauberschlage alles Leidensvolle der unzähigen Hemmungen und Hindernisse im Erdenleben beseitigen wollte. Aber es redet von einer Stille im Sturm, von der Möglichkeit und Gewißheit einer innersten Harmonie— trotz aller Dissonanzen des Alltagsebens. Ein Glaube hat hier das letzte Wort, der manchem Fernstehenden widerspruchsvoll erscheinen mag, der aber für den, der ihn will und hat, eine höchste und klarste Weisheit und Wahrheit ist. Es handelt sich um einen Erlösungsglauben, der seinen Grund und sein Ziel in dem Mann von Nazareth hat, in der einzigartigen Persönlichkeit, die wunderbaren Frieden hatte und an die Menschheit weitergeben wollte. Man Jesus immer gern als den Friedensfürsten bezeichnet. Und als solcher ist er in der Tat durch die Weltgeschichte gegangen, und hat in allem Weltwirrwesen einen versöhnenden und vertiefenden Geisteston zu bedenken gegeben. Ja, das Versöhnliche, das Ausgleichende, es erscheint zuweilen wie etwas völlig Unmögliches, und es ist dann doch wie eine selbstverständliche Tatsache im Lichte jenes Christus=Friedensgeistes, der zu allen Zeiten und bei den verschiedentlichsten Kulturlagen seine stille, starke Nacht entfalten kann. Es gibt hin und her Friedensklänge, die eigentlich gar keine sind, sondern nur unbeholfene Beschwichtigungsversuche. Aber es lebt und webt auch ein echter und wahrer Frieden, der einem christlichen Gemüte ein bleibender Trost ist. Und so möge es denn gerade zur Weihnachtszeit reichlich erkannt und gewürdigt werden,— daß„Friede auf Erden!".... Geburtstagsfeier und Polizeistunde. * Eine zur Feier eines Geburtstages vereinigte Gesellschaft hatte am gewohnten Stammtisch im öffentlichen Schankzimmer zunächst unter anderen Schankgästen Platz genommen. Dort wurde die Geburtstagsfeier auch über die Polizeistunde hinaus fortgesetzt. Die Polizei blickte hierin eine Uebertretung der Polizeistunde und bestrafte den Wirt. Dieser beantragte auf Betreiben der Stammgäste gerichtliche Entscheidung und brachte die Streitfrage zum höchstinstanzlichen Austrage, um für wiederkehrende Fälle solcher Art Klarheit zu erhalten. Das Kammergericht erkannte auf Freisprechung, denn der Schankraum war nach Eintritt fernt Rost= und Tintenflecke aus Geweben, wenn man die mit der Mischung bedeckten Stellen den Strahlen der Sonne aussetzt. Feines Salz mit Olivenöl gemischt, entfernt Flecken aus gebeizten, potierten Möbeln, auch wenn sie durch darauf gestellte heiße Schüsseln usw. entstanden sind. Teppiche behalten, wenn man sie vor dem Abfegen mit Salz bestreut, ihre ursprüngliche Färbung, schwarze Stoffe waschen sich sehr schön in Salzwasser und laufen nicht ein; weiße Steppdecken, in Salzwasser gespült, werden beim Trocknen nicht gelbfleckig: Kattune, gleich behandelt, büßen nicht ihre lebhafte Färbung ein. Wachsleinwand zu reinigen. Man taucht ein Stück reinen Flanell in lauwarmes Wasser und reibt die Wachsleinwand recht gründlich damit ab. Nachher träufelt man einige Löffel voll Milch darauf und reibt die Wachsleinwand mit einem trockenen Tuch so lange ab, bis sie wieder schön glänzend aussieht. Nasse Stiefel oder Schuhe, wenn sie auch noch so sorgfältig getrocknet werden, schrumpfen doch zusammen und bekommen eine höchst unbequeme Steife. Man kann dem leicht abhelfen, wenn man die nassen Schuhe so fest als möglich mit Papier ausstopft; nicht nur, daß sie rascher trocknen, sondern sie erhalten auch ihre vorige gute Form wieder. Marmorplatten kann man tadellos erhalten, wenn man sie nur mit heißem Wasser— ohne Seife— reinigt und darauf achtet, daß keine Flüssigkeit eintrocknet. Flecke entfernt man aus Marmor am besten mit Zitronensaft oder Salzsäure, doch darf der Marmor vorher nicht mit Seife abgewaschen werden. Weinflecke hingegen entferne man mit Salmiakgeist oder mit Ather. Ein einfaches Mittel, um die Farben eines Teppichs wieder schön zu machen, besteht darin, daß man ihn mi“ einem Besen fegt, der zuvor in Salzwasser getaucht, aber gut ausgeschüttelt ist, um das überflüssige Wasser zu ent fernen. Der Besen darf nur feucht und nicht nas sein. der Polizeistunde nur noch der Geburtstagsgesellschaft zum ausschließlichen Gebrauche überlassen gewesen, indem die fremden Schankgäste das Lokal verlassen hatten. Der Schankraum sei mit Eintritt der Polizeistunde nicht mehr öffentlich zugänglich gewesen, und infolgedessen der Polizeistunde nicht unterworfen. Für Ladeninhaber. Nach§ 15a der Reichsgewerbeordnung sind Gewerbetreibende, die einen offenen Laden haben, oder Gast= oder Schankwirtschaft betreiben, verpflichtet, ihren Familiennamen mit mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen an der Außenseite oder am Eingang des Ladens oder der Wirtschaft in deutlich lesbarer Schrift anzubringen. Gegen diese gesetzliche Vorschrift sollte nach Ansicht seiner Polizeibehörde ein Ladeninhaber verstoßen haben. Er hatte seinen Namen am Eingange des Ladens derart angebracht, daß der Name bei niedergelassenen Rolläden nach Geschäftsschluß nicht mehr von der Straße aus sichtbar war. Die Polizeibehörde letitete das Strafverfahren ein, der Ladeninhaber wurde aber in höchster Instanz freigesprochen. Das Kammergericht erklärte, das Gesetz verlange nicht, daß der Name des Gewerbetreibenden jederzeit von der Straße aus sichtbar sein müsse. Es gäbe auch Läden, die nur vom Flure aus betreten werdenkön nten. Außerhalb der Geschäftsstunden, nach Schluß des Ladens, brauche es nicht bekannt zu sein, wer Geschäftsinhaber ist. 26. Dezember 1813. * An diesem Tage kapituliert Torgau vor Tauentzien. Blücher gib seinen Korpsbefehlshabern Befehl wegen des Rheinüberganges.„Den 1. Januar mit Anbruch des Tages geht die schlesische Armee über den Rhein, und zwar die Korps von Langeron und Yorck zwischen Mainz und Koblenz, das Korps von Sacken zwischen Mannheim und Mainz. Am 4. Januar vereinigen sich die Korps dergestalt, daß das Korps von Sacken bei Alzey eintrifft und Neustadt, Dürckheim und Speyer mit Abteilungen besetzt, auch gegen Mainz Kavallerie vorstößt. Die Korps von Langeron und Yorck treffen bei Kreuznach ein und schicken ebenfalls Kavallerie gegen Mainz vor. Wenn der Uebergang und die Vereinigung glücklich bewerkstelligt worden sind, so werden zwar die Umstände die weiteren Operationen erst geben, im Allgemeinen geht jedoch die Absicht dahin: Der General Langeron schließt mit seinem Korps Mainz auf beiden Seiten ein. Der General Sacken läßt bei Mannheim einen Brückenkopf errichten und eine Schiffbrücke schlagen. Eine Brücke aus Pontons, soweit sie reichen, und aus Rheinschiffen wird den Rhein abwärts bis Oppenheim gebracht und dem General Langeron zur Disposition übergeben, um damit seine Verbindung mit dem rechten Rheinufer und dem Blockadekorps von Rastatt zu haben. Nachdem die Rheinübergänge auf diese Art gesichert sind, werden die Korps von Yorck und Sacken gegen die Saar operieren. Die Verbindung der schlesischen Armee mit den rückwärts liegenden Provinzen geht fürs erste über Frankfurt und die Rheinbrücke, welche der General Langeron bei Oppenheim oder in der dortigen Gegend schlagen wird.“ Hauptquartier Höchst, den 26. Dezember 1813. Blücher. Dummheiten. * Die Menschen von heute sind in vielen Stücken viel klüger als die Leute der sogenannten guten alten Zeit. Das ist recht erfreulich, und es zeugt von einem bedeutsamen kulturgeschichtlichen Fortschritt. Aber— Dummheiten werden deshalb auch noch gemacht. Und immer noch gilt das berühmte Wort der Jungfrau von Orleans, daß mit der Dummheit selbst Götter vergebens kämpfen möchten. Bismarck hat das einmal geistreich dahin ausgedeutet, daß man in notgedrungener Gemeinschaft mit dummen Menschen nichts Ordentliches zustande bringen könne. Für gewöhnlich denkt man beim Kampfe„mit“ der Dummheit kurzweg an den schweren Streit „gegen“ die Dummheit, und im Grunde genommen kommt ja auch jene Sonderauslegung auf diesen Hauptgedanken hinaus. Dummheit ist in ihrem Wesenskern vielfach eine gewisse Kleingeisterei, eine Engigkeit des Denkens und Wollens, für die e sauch die Bezeichnungen Philistria und Banausia gibt. Der Stockphilister kann es nicht begreifen, warum es auch einmal anders sein möchte und müßte, als es das liebe Herkommen aufweist; er hemmt und räsoniert gegenüber jedem kräftigen Vorwärts, und das ist eben— dumm. Dann gibt es ein ganzes Heer von Dummheiten, die aus leidenschaftlichem Temperament, aus plötzlicher Gedankenlosigkeit oder Unüberlegtheit kommen, und über die man sich hinterher vielleicht bitter schwer ärgert. Es ist ein Bild aus dem wirkichen Leben: Da steht einer da, greift sich an den Kopf und seufzt und ächzt: O ich(es folgen jetzt die gröbsten Injurien wider das eigene Selbst, oft mit Zuhilfenahme von bekannten Haustiernamen)— wie konnte ich nur so furchtbar dumm sein! Doch auch die längste und tiefsinnigste Ueberlegung ist kein absolut zureichender Schutz gegen das Machen von Dummheiten. Mancher glaubt, es tatsächlich extra schlau angefangen zu haben, und auf einmal ist doch ein regelrechter Reinsall da. Zuweilen kann ja eine Dummheit wieder gutgemacht werden, aber in vielen Fällen hängt sie dem Betreffenden bleiern an, vielleicht das ganze liebe Leben lang. Ueber das, was dumm ist und was nicht, gehen die Meinungen freilich oft weit auseinander. Ein gewissenhafter Mensch mit festem Pflichtgefühl macht sich manche Sorge und Arbeit; die Leichtsinnigen und weniger Gewissenhaften nennen es dumm u. können es kaum begreifen, wie sich einer das Leben so schwer machen kann. Es ist aber schließlich besser, ob seiner Charakterlosigkeit als dumm verschrien zu werden und dabei seinen inneren persönlichen Frieden zu haben, als im Nimbus einer Klugheit zu stehen, die mit einem bösen Stachel für das seelische Leben verbunden ist. Niemand von uns unvollkommenen Menschenkindern hat noch keine Dummhei tgemacht, und jeder wird sicherlich noch manche anstellen; aber diese oder jene bestimmte Dummheit wird man doch kaum noch einmal begehen,— es müßte denn sein, daß man zu den ganz Dummen gehört, denen überhaupt nicht zu helfen ist...... (Weitere Lokalnachrichten siehe 1. Blatt.) Briefkasten der Redaktion. Abonnent in Gronau: Die Termine werden von jetzt ab regelmäßig und pünktlich in der Zeitung mitgeteilt. E. Günnigfeld: Frage 1: Sie müssen die Miete bis 1. April zahlen. Frage 2: War der Vertrag rechtsgültig abgeschlossen, so ist er auch verbindlich. M. Wattenscheid: Die Verlagsanstalt M. Poppelaner befinder sich in Berlin C 2, Neue Friedrichstraße 59. An mehrere: Wie oft müssen wir wiederholen, daß anonyme Anfragen auf keinen Fall berücksichtigt werden? Wettende Günnigfeld: Es werden in Wattenscheid 210 75 Einkommen= und 2305 Gewerbesteuer erhoben. Hausfrau in Gevinghausen: Die Tannen= und Mistelzweige können längere Zeit frisch erhalten werden, wenn man 1 Teil Glyzerin und 2 Teile Wasser tüchtig durcheinanderschüttelt, die Zweige 2—3 Stunden hineinlegt, sie abtropfen läßt und dann in Gläser und Vasen ordnet.—Bei kleinen Bränden im Hause ist Alaunpulver ein gutes Feuerlösch= mittel. Ebenso Alaunwasser; beides wird einfach ins Feuer gestreut oder gespritzt und löscht sofort die Flammen. G. Westenfeld: Wir können Ihnen im Briefkasten unmöglich das ganze Wesen des Enteignungsgesetzes auseinandersetzen. Es sind allerdings schon viele Millionen zum Erwerb von Land in der Ostmark ausgegeben worden. Allerdings können polnische Ländereien enteignet werden, aber nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen. F. B. 48: Frage: Kann eine Frau ein in die Ehe mitgebrachtes Grundstück ohne Genehmigung des Ehemannes verkaufen, wenn beide in Gütergemeinschaft leben. Ist ein solcher Kaufvertrag ohne die Unterschrift des Ehemannes rechtskräftig?— Antwort: Rein. Der Ehemann kann sogar jeder Zeit verlangen, daß er als Miteigentümer im Grundbuche eingetragen wird. Stammtisch Bochumerstraße: Sie finden Näheres im Bürgerbuche der Stadt Wattenscheid. K. H. Günnigfeld: Frage: Ist ein Meister oder eine Meisterin berechtigt, einem Gesellen bezw. einer Gehülfin ¼ des Monatsgehaltes abzuziehen, wenn der Geselle oder die Gehülfin 8 Tage nach Hause geht?— Antwort: Wenn er ohne Erlaubnis des Meisters geht, ja! Wenn er mit Erlaubnis des Meisters geht, nein! R. S. 13: Frage: Dürfen im Verein bei einer Auslosung auch an Nichtmitglieder Lose verkauft werden, ohne Genehmigung. Der ganze Wert der Lose beträgt Mk. 50.— Antwort: Nem. Eine Weihnachtsfahrt. (Nachdruck verboten.) Heinz Schüll war seit seinem Militärjahr immer im Ausland gewesen. Das mochten jetzt so an die vier Jahre sein. Jedesmal zu Weihnachten hatte er sich vorgenommen, nach Haus zu den Eltern und Geschwistern zu fahren, aber immer war nichts daraus geworden. Für diesmal hatte er aber das unwiderrufliche Versprechen gegeben, daß er kommen würde; erst vor ein paar Tagen noch hatte er den letzten Brief der Eltern erhalten, daß er diesmal ja kommen müßte, und auch die beiden jüngeren Schwestern hatten sich unterschrieben und hinzugefügt, daß es so„süß“ wäre, wenn Heinz komme. Er müßte kommen! So hatte er sich denn aus weiter Ferne aufgemacht. Als er an der Grenzstation ausstieg, um sein Gepäck im Zollhaus revidieren zu lassen, hatte er schon eine lange Tagereise hinter sich. Er hatte viel„mit". Besonders für die Schwestern. hatte er allerhand eingekauft, um ihnen mit den fremd erscheinenden Sachen eine Freude zu machen. Was freute er sich doch auf die„Mädels“! Als er sie zuletzt gesehen, war Elly 16 und Maria 14 Jahre alt; das mußten ja jetzt richtige große Fräuleins geworden sein. Wie er sich freute und wie er sie necken wollte.... 6 Er hatte aber noch einiges mit, das fur junge Damen geeignet war und dennoch nicht für die lieben Schwestern bestimmt. Eventuell! In seiner Brieftasche befand sich nämlich ein Etui mit einer Anzahl Photographien junger Damen....“ Er hatte durch ein Annoncenbüro in deutschen Zeitungen„auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege“ inseriert. Na, Sie wissen schon. Zwischen Weihnachten und Neujahr wollte er au fdie Brautschau. Kein Wunder, daß die„Zollbehandlung“ seines Gepäcks am längsten dauerte, er war der Letzte, der in den Zug einstieg, der dann auch gleich zu pfeifen und zu pusten Als er wieder in sein Abteil trat, meinte er, sich versehen zu haben. Da saß ja jemand anders auf seinem Platze, eine junge Dame. Er trat einen Schritt näher, holte seine Platzkarte hervor, verglich die Nummer und sagte leise zu sich:„Es stimmt doch.“... 82 1.5 Die Dame war aufmerksam geworden.„Ich halde wohl gar Ihren Platz eingenommen,“ sagte sie, sich erhebend und verlegen.„Da bitte ich sehr um Entschuldigung.“ „Bitte sehr, bitte sehr, meine Dame,“ beeilte sich Heinz zu entgegnen.„Ihr Platz ist vermutlich der Sitz neben mir, da dieser bis jetzt leer war. Aber bitte, bleiben Sie ruhig, ich lasse mich dann hier nieder.“ „Aber nein, mein Herr, ich will nicht....“ „Im Gegenteil bitte ich recht sehr, gnädiges Fräulein. Es wird mir ein Vergnügen sein...“ Er stand so artig vor ihr, daß sie gar nicht anders konnte, als sein Anerbieten anzu„Gnädiges Fräulein sind vermutlich soeben erst zuge stiegen," nahm er den Faden wieder auf, den er nicht fallen lassen wollte, denn ein so hübsches blondes Wesen hatte er ja noch gar nicht gesehen. Sie sah ihn an, als wollte sie taxieren, wen sie ihr Reiseziel sagen sollte. Heinz jubelte von Entzücken über den Blick, der ihn aus ihren großen blauen Augen traf. Im Nu genoß er ihre ganze Figur, ein Prachtmädel. Nun sagte sie ja; zögernd fügte sie hinzu:„Vielleicht sind wir aber noch ein Weilchen Reisegefährten. „Das wäre ja herrlich,“ gab er schnell zurück.„Ich fahre nach F. und komme aus fernen Landen.“ „Nach F. will ich auch, oder vielmehr, noch darüber hinaus, werde aber in F. abgeholt.“ Sie sagte das lächelnd, ihn aber durchfuhr„Abgeholt“ wie ein kalter Schlag. Er war davon so unvorbereitet getroffen, daß er nicht sogleich die passende Entgegnung fand, zumal er merken zu müssen glaubte, daß sie dabei errötete.„„ Schon bedauerte er, ihr vorhin den Fensterplag üverlassen zu haben. Doch, wer würde so egoistisch sein. Er hatte ja an die 20 Photographien=„auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege“ erhalten, in der Tasche.„Doch nicht eine, eine...“ summte es ihm durch den Sinn. Unaufhörlich raste der Zug weiter. Schon ging der kurze Tag zur Neige, die Lampen wurden hell, das Pauderstündchen im Bahnzuge war da. Und Heinz wollte die Gelegenheit, endlich mal wieder mit einem lieebn deutschen Mädel sich unterhalten zu können, trotz seiner momentanen Enttäuschung von vorhin sogleich wieder fahren Rundschirm ganz oder nur zur Hälfte über die Lampenglocke ziehen sollte? „Nur ganz, wie Sie wünschen,“ bemerkte sie mit schalk haften Lächeln.„Ich bin hier nur Eindringling, weil in keinem Damenabteil ein Platz frei war. Zudem haben Sie anscheinend eine weitere Reise hinter sich als ich. Heinz bebte vor Vergnügen. Wie angenehm sie sprach, wie ungezwungen und dabei mit welcher vornehmen Einfach heit sie sich überhaupt benahm. Schon hatte er die 20 Photographien in der Brusttasche vergessen. „So,“ machte Heinz, nachdem er de Schrirm zurechtgeschoben hatte. Er zog auch den Fenstervorhang zu und gab der Freude Ausdruck, sich um eine junge Landsmännin bemühen zu dürfen. Diese Einleitung benutzte er als Vorwand, um sich vorzustellen, wobei er erwähnte, daß er vier Jahre lang als Uebersee=Reisender für ein südfranzösisches Haus tätig gewesen sei. „Da können Sie sicher mehr erzählen als ich von der Insel Wight.“ Sie hatte das so ungewollt gesprochen, daß sie sich fragte, ob sie nicht zu viel von sich gesagt hätte. Nun aber war die Anknüpfung vollzogen, an Gesprächsstoff gab es die Hülle und Fülle. Heinz erzählte, daß er das Inselchen auch kenne, habe sich dort vorübergehend aufgehalten, und kam von da aus wie von selbst auf seine überseeischen Reisen, immer wieder versichernd, wie wohl er sich in Deutschland fühle, und zumal auf der gegenwärtigen Heimreise. Das Fräulein hörte seinen Erzählungen aufmerksam zu, und wenn er wieder eine Episode, Wahrheit und Dichtung der Abrundung wegen geschickt verwertend, abgeschlossen hatte, hat sie, nur weiter zu berichten. Es sei so sehr interessant. Als es vollig dunke geworden war, waren sie„gute Reisebekannte“, er wußte nunmehr auch, daß sie die Tochter eines Pastors in der Nähe von F. war, daß ihre Mutter Engländerin sei, die auf der Insel Wight, in Newport, eine Schwester habe. Diese sei vorigen Sommer bei ihnen, Pastors, zu Besuch gewesen, und diesen Besuch habe sie, Maria Almers, jetzt erwidert, um nun heim zu fahren. Nie hätte sich Heinz die Heimreise so schön vorgestellt, auch angesichts der 20 Photographien nicht. Er sprach geistert und begeisternd vom Elternhaus. O, wie die sich reuen würden!. 1. 8 Eerstahl. Maria mußte in sich lacheln. Sie freute si chverstehlen an der stattlichen Figur des sympathischen Herrn, von dem sie ja nun wußte, da ßer noch nicht zu den Männern gehörte, die alles Interesse für ein Fräulein verloren haben. Sie mußte lächeln, weil sie sich darüber im klaren war, er hingegen hinsichtlich ihrer noch gar nicht. In Köln angekommen mußte man den Zug wechseln. Heinz bemühte sich um die schöne Reisegefährtin wie ein vollendeter Kavalier, und sie nahm diese Art Huldigung mit sichtbarer Freude entgegen. Als er sie und sich in dem neuen Zug untergebracht hatte, entfernte er sich für einige Augenblicke und kam dann mit einer inhaltreichen Tüte wieder zum Vorschein. Ob er ihr etwas davon anbieten dürfte? Von da an wurde fast nur noch über Heimatliches gesprochen. Sie merkte wohl, daß es Heinz daran lag, über sie persönlich etwas Gewisses zu erfahren, aber belustigt wich sie stets aus. Schon begann Heinz die Wahrnehmung zu machen, daß er mit dieser jungen Dame am liebsten den Weg gegangen wäre, den die Eigentümerinnen der 20 Bilder in seiner Tasche mit ihm anzutreten willens waren. Aber seinen mit diplomatischem Geschick gestellten, teils in direkten, teils ganz versteckten Fragen stellte sie lächelnden Widerstand entgegen, so daß er schließlich wirklich irre an ihr wurde. Es könnte doch sein. Resigniert dachte er nun doch wieder an die Bilder. Endich war man in Frankfurt angekommen, beiderseits ermüdet. Brausend fuhr der Zug ein, Hunderte von Augen suchten nach lieben Ankömmlingen. Ob sie nicht ab und zu nach Frankfurt käme, fragte Heinz noch, indem er sie erwartungsvoll anschaute; von dieser Antwort mußte es ab„Doch,“ entgegenete sie lachend.„Mama schrieb mir, daß wir am ersten Feiertage unbedingt zu Schülls kommen müß. ten.“ Sie sah ihn lachend an; er schaute sie ungläubig an, während der Zug eben abgebremst wurde.„Ja, Elly Schüll ist doch meine Freundin, sie war bei uns in Pension... Ach, da steht sie ja selbst.“ Uebermütig lachend rief sie der Freundin vom Wagen aus zu.„ Nun rief es durcheinander:„Mein Golojunge: Herzensheinz!“„Vater!"„Mutter!"„Elly!“ Maria!“ Ein freudiges Durcheinander, wie man es nur bei dieser Veranlassung kennt. 35 Im ersten Augenblick hatte man ganz den Zufall übersehen, daß die zwei sich unbekannt Gewesenen mit einander ankamen.„Wie war denn die Fahrt, Herzensjunge?“ fragte „Ach, einzig, sag' ich Euch!“. Und dabei sah er sich nach der Gefährtin um. Diese hatte sich währenddessen aber aus dem Knäuel geschält und schaute nach den Eltern, die sie hier abholen sollten zur ferneren Heimfahrt. Sieh da, da waren teiten e Nun begann er strecht ein frohliches Darchemanverfragen und Antworten. Die beiden waren, unbekannt miteinander, zusammen gefahren,— war das ein glücklicher Zufall! Ja, richtig, Almers sollten zum Fest ja zu Schülls kommen. Und nun wurden die beiden, Heinz und Maria, einander in aller Form vorgestellt; beide ließen es huldvoll geschehen und reichten sich die Hand. Sie kannten sich schon besser. Bald darauf schickte Heinz die Bilder zurück. Hatte doch am Christbaume auf Heinzens Platz ein riesiges, schön geziertes Lebkuchenherz gestanden, mit dem Namen Maria! Lächelnd hatte Heinz de jüngere Schwester angeschaut, und dese hatte geantwortet:„Es war eigentlich für mich bestimmt, Heinz. Aber da meine künftige Schwägerin auch so heißt wie ich, habe ich es dir beschert. Gelt, Heinz, es ist doch ganz richtig?“— Heinz ließ der Schwestern Neckereien gern über sich ergehen. Als er„sie“ dann wieder sah, beglückend und beglückt, gestand er, daß kein Mensch auf der ganzen Erde eine so unverhoffte Weihnachtsfreude habe wie er. Damit waren alle einverstanden, vor allem Maria, seine Braut. Literarisches. „Von de olle Järsse". Vertellsels in Mönsterlänsk Platt von A. Vollmer, Verlag von August Greve, Münster. Preis brosch. 1,80 Mk. geb. 2,50 Mk. Ein Erstlingswerk liegt in diesem Buche vor, doch ganz auch schon ein Meisterwerk, aus dem die gereifte Kraft, der ganze überlegene Humor, aber auch schöner, voller Ernst eines lebensklugen Mannes spricht. Es ist ein bunter, wunderschöner Kranz, der hier Zeugnis ablegt von der„ollen Järsse“, der hier des Lebens vielgestaltige Form verbindet zu einem mannigfachen, doch immer abgerundeten Ganzen. Der kraftvoll plastische nationale Zug, der, ohne Hurratöne anzustimmen, die„Franssosenfrönde" durchweht, läßt in„Beßmoor up Reise" um so klarer die ganze Gemütlichkeit und gediegene Tüchtigkeit der Zeit von anno Dazumal in fast bildmäßiger, genrehafter Ausmalung hervortreten als wir im„Vikarges Buoterkoken“ und„Oehm an de Mure“ wiederum zwei tiefgehende, psychologisch prächtig gelungene kleine Erzählungen haben, die, das eine in heiterernster Stille, das andere in herber, tragischgroßer Ruhe ausklingen. Eine kleine, wirklich wundervolle, pädagogische Skizze und ein märchenhaftes Poggenvertellsels, von fröhlich=gretesker Liebenswürdigkeit buden den Schluß und lassen weiterhin erkennen, daß Verfasser, ohne Zweifel ein echtes Dichtergemüt von wahrster niederdeutscher Sinnigkeit und Art, alle Töne zu erheben weiß und alle Farben aufzu. tragen, die Sage und Bild„von de olle Järsse" benötigen. Der rühmlichst bekannte Verlag sorgte für eine gute Ausstattung; den Einbande ntwarf A. Heumann, sodaß der äußere Rahmen dem Inhalt an Güte und Gediegenheit in nichts nachsteht Ein Buch, das auf münsterländischen Weihnachtstischen viel gefunden werden sollte. * 1 -3.- Herm. Hengstenberg, Wattenecheid--... Brillen.:: Uhren, Gold- und Silberwaren.:: Pincenez. Größtes und schönstes Lager am Platze. 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Die Bilder werden bis 8 Tage vor = Weihnachten zur Ausführung angenommen. = Grosses Lager in Bestecken in echt Silber und schwer versilbert = Servietten-Ringen, Damentaschen, Gigaretten-Etuis und = Eigarrenspitzen. = Grosses Lager in Brillen- und Pincenez. empfehle mein sehr grosses Lager in rore ohne Löttuge/1000, 1000;—/100 Gold. Die Waren werden, wenn Jetzt ausgesucht bis Welhnachten auf Wunsch zurückgestellt. Beachten Sie meine Schaufenster, bevor Sie Ihren Weihnachtsbedarf decken. Umtausch bis 8 Tage nach Weihnachten gestattet. Polizei=Verordnung. Auf Grund der§§ 137, 139 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883(G.=S. S. 195) sowie der Allerhöchsten Kabinettsorder vom 7. Februar 1837(G.=S. S. 19) und der§§ 6, 12 und 15 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850(G.=S. S. 265) verordne ich nach Zustimmung des Bezirksausschusses was folgt:.„ 1 Die Regierungspolizeiverordnung vom 2. Mai 1878 (Amtsblatt S. 125) wird aufgehoben. An deren Stelle tritt folgende Polizeiverordnung: § 1. An folgenden kirchlichen Festtagen und zwar: Karfreitag, Heilige 3 Könige, Fronleichnam, Peter und Paul, Allerheiligen, Mariä Empfängnis, sind alle den Gottesdienst der einen oder der andern der beiden christ lichen Religionsgesellschaften störende Handlungen untersagt. Es dürfen daher während des Gottesdienstes in der Nähe der Kirchen oder auf den Straßen und Plätzen, auf denen gottesdienstliche Feier stattfindet, während der Dauer derselben öffentlich bemerkbare, insbesondere aber geräuschvolle Arbeiten nicht verrichtet werden, auch sind der Marktverkehr und Hausierhandel, Schaustellungen, Musikmachen, schnelles Fahren, Schreien, Lärmen usw. während dieser Zeit in der Nähe der Kirchen und gottesdienstlichen Versammlungsorte verboten. Im übrigen bewendet es wegen äußere Heilighaltung der Sonn= und Feiertage bei der Polizeiverordnung für die Provinz Weitfalen vom 24. Juli 1897, Extrabeilage zu Stück 35 des Amtsblattes(siehe Aenderungen: Verordnung vom 7. Juli 1898, Amtsblatt Seite 435, 17. März 1903, Amtsblatt S. 174, 8. September 1906, Amtsblatt Seite 531 und 23. März 1907, Amtsblatt Seite 177).„„„„„„ 61 § 2. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieser Polizeiverordnung werden nach Maßgabe des§ 366 Ziffer 1 des Reichsstrafgesetzbuches mit Geldstrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft. Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündigung in Kraft. Arnsberg, den 7. Dezember 1913. Der Regierungs=Präsident: v. Bake. Rechtsauskunfts-Bureau akob Prangenberg, Vödestraße 10. ant und Auslunft in allen gerichtüchen Angelegenhelten. Eintreibungen von Forderungen, Anfertigung von Verträgen, Erb- u. Testaments-Angelegenheiten, Kranken-, Versicherungs- und Knappschafts-Wesen, Steuer: Reklamationen. sprechstunden: Wochentags von 8—10 Uhr vormittage von 6—8 Uhr nachmittags. Sonntage von 10—12 Uhr: 800 In Abänderung meiner Verfügung vom 14. Oktober dieses Jahres, I. 19 Nr. 1889, betreffend die Errichtung einer Zwangsinnung für das Stukkateur= und Fassadenputzer=Gewerbe in Gelsenkirchen(Amtsblatt Seite 602), erhält diese Innung hiermit die Bezeichnung„Zwangsinnung für das Stukkateur- und Verputzergewerbe“. Arnsberg, den 12. Dezember 1913. Der Regierungs=Präsident. In Vertr: Pfeffer. Stadttheater Mittwoch, 24. Dez., 3—5 Uhr: Weihnachtsvorstellung für arme und Waisenkinder. Das böse Prinzeßchen. Märchenspiel für Kinder von Gabriele Reuter. Zu dieser Vorstellung werden die Karten durch die Armen=Verwaltung abgegeben. Donnerstag, 25. Dez., 3½—6 Uhr: Der Postillon von Lonjumean. Komische Oper von Adolphe Adam. 7½—11 Uhr: Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Handlung von Richard Wagner. Freitag, 26. Dez., 3½—6¼ Uhr: Der Trompeter von Säkkingen. Oper von Viktor E. Neßler. 7½—10¼ Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Phantastische Oper von Jacques Offenbach. Samstag, 27. Dez., 3½—5½ Uhr: Ermäßigte Preise! Das böse Prinzeßchen. Märchenspiel für Kinder von Gabriele Reuter.. 48511 Smihl. 7½—11 Uhr: Der Rosentavalter. Komödie für Musik von Hugo von Hofmannsthal. Musik von Richard Strauß. Sonntag, 28. Dez., 3½—5,45: Die fünf Frankfurter. Lustspiel von Carl Rößler. Franz Lehá. Stadttheater Dortmund. Mittwoch, 24. Dez.: Geschlossen. Donnerstag, 25. Dez. 1. Weihnachts=Feiertag. 3½—6¼ Uhr: Belinde. Ein Liebesstück von Herbert Eulenberg. 7½—10,45 Uhr: Faust und Margarethe. Große Oper mit Ballett von Michel Carré und Jules Barbier. Freitag, 26. Dez., 3½—6¼ Uhr: Der Registrator auf Reisen. Posse mit Gesang von A. L'Arronge und G. von Moser. 7½—10% Uhr: Undine. Große romantische Zauberoper mit Ballett von Albert Lortzing. Sonnabend, 27. Dez., 3½—5,45 Uhr: Goldener, das Sonntagskind oder Im Reiche der Tannenfee. Märchenspiel von Klara Siegen=Schenk. Musik von J. H. Matthey. 7½—10½ Uhr: Der liebe Augustin. Operette von Leo Fall. Text von Rudolf Bernauer und Ernst Welisch. Sonntag, 28. Dez., 3½—6 Uhr: Der Bettelstudent. Operette Musik von Karl Millöcker. Text von F. Zell und Richard Genée. 7½—10½ Uhr: Die Jüdin. Große Oper mit Ballett. Text von E. Scribe. Deutsch von Karl Lichtenstein. Musik von I. Fr. Halévy. Der Aligem. Bergm. Unterst.-Verein Kranken- und Sterbekasse von Wattenscheid und Umgegend feiert am Sonntag, den 28. Dezember seine diesjährige Wolnnaehts-Peter im Saale des Herrn Georg Koch durch Kinderbescherung. Theater u. nachfolg. Tanzkränzeben. Es gelangt zur Aufführung: Nucetoten preisgekrönte Valerunser. — Anfang 5 Uhr— Hierzu werden die Ehrenmitglieder, Mitglieder und Freunde herzlichst eingeladen. Karten im Vorverkauf 0.50 Mk., an der Kasse 0,75 Mk. zur Selbstbereitung von WiCognag, Rum, Ukören eic. i kaufen Sie sehr preiswert in der Central-droperie Otto Luenen. : 1i5 Uel Mmmmmmmmmm empfehle ich: Haarschmuck, Haar-Flechten, Parfümerien, Toilette Artikel in schönster Auswahl. Billigste Preise. Parfümerie Hoinrien Buhr, Nordstr. 3. Nordstr. 3. ###404540-404010154#15101 544401410 101010101#101-#1#-##4101019 Ein neues Heim für Wolinungskunst. Eine neue Verkaufsart mit ermäßigten Preisen. * 1 Um August beziehen wir obigen Neubau an der Kettwiger Straße beim Hauptbahnhof. Das jetzige Geschäftshaus Gildehof, an der Cildehof-, Teich- und Mühlenstraße wird dann ganz für den vergrößerten Betrieb als Werkstätten und Lager eingerichtet. Das neue Haus soll neben den Erzeugnissen der ersten süddeutschen Hofmöbelfabriken mit neuen Wohnungseinrichtungen ausgestattet werden die von den Professoren Metzendorf u. Körner, dem Direktor der Kunstgewerbeschule Alfred Fischer, dem Wiener Raumkünstler A. O. Holub und den Zeichnern unseres eigenen Ateliers besonders entworfen sind. Diese Wohnungseinrichtungen werden in den stets gleichen Preislagen von 2500, 3500, 4500 u. 6000 Mk. gehalten. Dadurch wird die Auswahl bedeutend erleichtert und der Käufer hat zugleich die Gewähr, daß die von ihm für die Aussteuer vorgesehene Summe nicht überschritten wird. Um die Vorteile dieser Verkaufsart dem Publikum auch schon jetzt zu bieten, haben wir von den Beständen im Werte von vielen Hunderttausend Mark den größten Teil in Gruppen geteilt und zu Wohnungs-Einrichtungen von 6000, 4500, 3200 u. 2200 Mk. zusammengestellt. Dabei haben wir alle zu einer Gruppe gehörenden Zimmer auf einen Einheitspreis herabgesetzt. Jeder Käufer kann daher ohne Rücksicht auf die bisherigen Preise die seinem Geschmack entsprechenden Zimmer für den festgesetzten Gruppenpreis auswählen. Wir bieten damit dem Publikum eine besonders vorteilhafte Kaufgelegenheit. Dabei werden allerdings die besten Muster zuerst verkauft sein und nicht immer rechtzeitig nachgeliefert werden können. Es empfiehlt sich daher, die Auswahl recht bald zu treffen. AI EIEN SÖTHTE ESSEN Gild.hof und Kettwiger Strasse beim Theater 3 4 5 Nr. 297.(3. Blatt.) Mittwoch, den 24. Dezember 1913. 45. Jahrgang. „ gegründet 1868 4„„ G (Kamanas, Vuzes.„.. gpände4 1839 ut. 9.e crich am (General=Anzeiger.) Amtliches Blatt aller Behörden weziell für die Orte Wattenscheid, Gelsenkirchen=Ueckendorf, Leithe, Günnigfeld, Hordel Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet i inkl. Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche Pr,#g, e,„#, et t, Samtaasblatt“(8 Gratis=Bellage:„Iklustriertes Somntagsk (8seitig). (Neueste Nachrichten.) in Stadt und Amt Wattenscheid, Gevinghausen, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheid, Eiberg, Freisenbruch u. a. Anzeigen pro Nonpareillezeile oder deren Raum 15 Pfg., auswärts i 20 Pfg., Reklamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Termin; z zusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach: Erhalt der Rechnung. Die Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung" erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Mk. Unfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungen. Telegr.=Adr.: Zeitung. Teleson 181. Rotationsdruck und Verlag Carl Busch, verantw. Redakteur Bernhard Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln 8566. Das süstenlge Wbesenan. Man schreibt uns: Die„Norddeutsche Allgem. Ztg.“ hat in einer klaren und entschiedenen Erklärung festgestellt, daß die kürzlich von dem welfischen Führer Freiherin von Schelem getane Aeußerung, der Herzog von Eumberland wünsche die Fortsetzung des Kampfes um die Wiederherstellung des Königreichs Hannover durch die welfischen Parteien, im Widerspruch stehe zu den Erklärungen, die der Herzog wiederholt dem gegenwärtigen Reichskanzler abgegeben habe. Will der welfische Führer sich nicht dem Verdachte aussetzen, geflunkert zu haben, so wird er wohl seine Unterredung mit dem Herzog veröffentlichen müssen. Stehen dann diese Erklärungen des Herzogs im Widerspruch zu denen vom Herzoge dem Reichskanzler abgegebenen Erklärungen, so würde die preußische Regierung nich umhin können, den Wortlaut der vom Herzoge dem Reichskanzler abgegebenen Erklärungen bekanntzugeben. Alsdann wäre nur zweierlei möglich: entweder würde Freiherr v. Schele die Unwahrheit gesagt haben, und dann müßte ihn der Herzog im Interesse seines eigenen guten Namens öffentlich abschütteln, oder der Herzog würde als einMann dastehen, der seinen Anhängern das eine und der preußischen Regierung das andere gesagt hätte. Dann aber wäre das politische Ansehen des Herzogs vollkommen dahin, und das Welfentum hätte an ihm keine Stütze mehr. Und hat er nicht gesagt, was Freiherr v. Schele behauptet, so kann sich das Welfentum, soweit es Kampfpartei ist, ebenfalls nicht auf ihn stützen. Geht dem Wel fentume die Stütze nach oben verloren, so hat es ebenso auch nach unten hin, d. h. im Volke, längst keinen festen Halt mehr. Dafür sprechen die Ziffern der letzten allgemeinen Reichstagswahlen. Die hannoversche Bevölkerung gehört zu den kulturell bestentwickelten Stämmen Deutschlands, und der kleine Handwerler oder Bauer in der Gegend von Hildesheim oder Osnabrück besitzt unzweifelhaft ein größeres Maß politischer Einsicht, als sein Berufsgenosse in der Ostmark oder in Niederbayern. Bei seinem ruhigen und besonnenen Wesen ist er auch durchaus nicht ein Spielball in der Hand redefertiger Agitatoren. Deshalb können die Wahlen in Hannover mehr als anderwärts als Beweis für die Volksstimmung angesehen werden, was ja noch ganz besonders von den geheimen und dire'ten Reichstagswahlen gist. Dies vorausgeschickt, ist folgendes Ergebnis festzustellen. An der Spitze aller Parteien standen die Sozialdemokraten mit 31,8 Proz. aller abgegebenen Stimmen. Es folgten die Nationalliberalen mit 25 Proz. und darauf erst die Welsen mit 13,5 Proz. Ferner wurden abgegeben für die Konservativen 6,1 Proz., für die Reichspartei 4,3 Proz. und für die Wir shaftliche Vereinigung 3,3 Proz., für die rechtsstehenden Parteien zusammen also 13,7 Proz. Die Fortschriktler erhielten 7,7, das Zentrum 6,4, und für unbestimmte Gruppen wurden 1,7 Proz. abgegeben. Die Sozialdemokraten kann man nun bei der Frare zu der Stellung der Bevölkerung gegenüber dem Welfentume ganz aus dem Spiel lassen, denn ihnen als einer republikanischen Portei wäre eine welsische Herrschaft ebenso inerwünscht wie die des Hauses Hohenzollern. Von den rund 68 Proz., die auf die bürgerlichen Parteien gefallen sind, haben die Welfen mit 13,5 Proz. knapp ein Fünftel erhalten. Will man ihnen aber noch das in Hannover allerdings welfenfreundliche Zentrum — hinzurechnen und ebenso auch die 1,7 Proz., die auf anbestimmte Parteien gefallen sind, so haben die Welfen und die Welsensreunde in Hannover zusammen 21,6 Proz. Stimmen aufgebracht, gegen 46,4 Proz., die auf die ausgesprochen preußischen Parteien(Nationalli erale, Fortschrittler und konservative Gruppen) gefallen sind. Danach also haben die Welfen und ihre Freunde noch nicht halb soviel Stimmen aufgebracht wie ihre bürgerlichen Gegner. Faßt man andererseits die gesamte Wählerschaft einschließlich der sozialistischen zusammen, so haben die Welfen noch nicht ein Siebentel aller Stimmen in der Provinz Hannover erhalten. Danach also haben die Welsen keine erhebliche Stütze im hannoversche Völk. Können sie sich num, wie wir oben dargelegt haben, auch nicht auf das Fürstengeschlecht stützen, so schweben sie vollkommen in der Luft. Sie sind demnach in Wirklichkeit keine Gefahr für das Deutsche Reich. Wenn ihre Existenz trotzdem sehr bedauerlich ist, so ist dies darum, weil ihre Agitation im Auslande einen für das Ansehen Deutschlands peinl chin und lächerlichen Eindruck machen muß. Schicksal deutscher Forschungsreisender Berlin, 24. Dez. Nach einer Meldung aus der australischen Hafenstadt Brisbane ist bekanntsich auf Neumechenburg der Forschungsreisende Deininger und ein anderer deutscher Gelehrter, die Proben wertvoller Hölzer sammelten, von den Kannivalen getötet worden. Wie hierzu ausführlicher mitgeteilt wird, handelt es sich hier nicht um eine wissenschaftliche Erpedition, sondern um eine Ersorschung zum Zwecke der Forstvirtschaft. Deininger war Oberserster im Dienste der Kolonialverwaltung. Er stammt aus Franken und war urspeiinglich baverischer Forstmeister, trat 1905 in die Kosonial=Verwalnng über und wurde um die Wende 1906=07 zur Das neukonstruierte Torpedo-Fahrrad, welches eine enorme Geschwindigheit gestaltet. 0 Der Konstrukteur BunauVarilla 2) Rennfahrer Berthet. Aufsehenerregende Leistungen sind mit einem neuartigen Fahrzeuge, dem Torpedo=Fahrrad, in Paris vollbracht worden. Das neue Rad, das wir beistehend im Bilde bringen, ist eine Erfindung des bekannten Piloten Etienne Bunau=Varilla; die Leistungen der Maschine erschienen so vorzüglich, daß der Fahrradbau durch diese Erfindung möglicherweise eine ganz neue Richtung erhält. Der aus Aluminium und Rohr gebaute Windschutzapparat bietet auch gleichzeitig Schutz gegen die Unbilden der Witterung. sekannte Rennfahrer Berthet an ersten Ta Nachdem der bekannte Rennfahrec Bertyer am ersten Tage seine Versuche mit dem Torpedo=Fahrrad in der Winterbahn unternommen hatte, ging er am nächsten Tage auf die Prinzenparkbahn, deren lange Geraden den Versuchen weit günstiger waren, als die Kurven der Winterbahn; er erzielte hier noch günstigere Resultate; so fuhr er u. a. 5 Kilometer in 5 Min. 46,4 Sekunden. Forstverwaltung nach Deutsch=Ostafrika geschickt, wo er zuletzt den Posten eines etatsmäßig angestellten Oberfürsters bekleidete. Vor einiger Zeit wurde Deininger kommissarisch auf ein Jahr nach Neuquienea en sandt, um dort an der Organisation der Forstverwaltung mitzuwirken. Deininger genoß trotz seiner jungen Jahre(er stand erst Mitte der 30er) den Ruf eines unserer besten Forstsachverständigen, und die Kolonialverwaltung würde seinen Tod, vorausgesetzt, daß die Meldung sich bestätigt, auf das tiefste zu beklagen haben. Wer der andere deutsche Gelehrte ist, der mit Deininger hingemeizelt worden ist, ist dem Kolonialamt noch nicht bekannt. Die Insel Neumecklenburg steht seit dem 13. Nov. 1884 unter dem Schutze des deutschen Reiches. Neumecklenburg galt bisher als die ruhigste Insel des ganzen Deutsch=Guinea=Archipels. Man hat seit Jahren von dorther nichts über Mordtaten an Europäern vernommen. Der Leiter der ozeanographischen Abteilung des Völlerkundenmuseums in Berlin, Direktorial=Assistent Dr. Eichhorn, äußerte sich über den Fall wie folgt: In der ganzen Südsee herrscht noch der Kannibalismus. Die Bevölkerung dieser Inseln ist sehr heimtückisch. Mon kann einen dieser Leute 3 Jahre lang als Bediensteten haben und ihn für den treuesten Untergebenen h###ten Plötzlich ermordet er seinen Herrn aus manchmal unberechenbaren Gründen. Jedenfalls handelt es sich hier um einen Nacheakt. Die Bevölkerumg wird sich durch ir. gendeinen Weiten irgendwie beleidigt fühlen; es braucht durchaus nicht ein Mitglied der Expedition zu sein. Es genügt, daß ein Weißer vor Monaten die Bevölkerung und zwar meist ohne es zu wollen, irgendwie bele digt hat und an dem nächsten ankommenden„weißen Beuder“ wird Nache genommen. An der Spitze der Verwaltung von Neumecklendurg steht zurzeit Bezirksamtmann Stübel, ein Verwandier des ehemaligen Kolonialdirektors Dr. Stübel. Humoristisches. Englischer Humor. Trübe Ahnung. Die Mutter:„Warum weinst Du denn so schrecklich, Bill?“, Bill, der eben mit seinem älteren Bruder gespielt hat:„Ach, Georges hat die Bluse zerrissen, die ich dann tragen muß, wenn sie für ihn zu klein ist.“— Die Anerkennung. Der alte Buchhalter wird von dem Chef in ein freundliches Gespräch gezogen, von dem er hofft, daß es die Einleitung zu einer Extragratifikation sei.„Ja, ja, Herr Chef.“ sagt er,„es sind nun schon 20 Jahre, daß ich bei Ihnen in Stellung bin, und meine Haare sind in Ihrem Dienst weiß geworden...“ Darauf der Chef:„Na, dem ist doch abzuhelfen. Da, haben Sie fünf Schilling, kaufen sie sich ein Färbemittet.“— Der kleine Kapitalist. Der kleine Bob geht an den Schalter der Sparkasse, zu dem er noch nicht einmal heraufreicht, und sagt:„Entschuldigen Sie, mein Herr, ich habe hier vorige Woche ein Goldstück eingelegt. Bitte zeigen Sie mir's doch mal einen Augenblick.“— Die neue Wintermode. Ein kleines Mädchen, das auf der Straße eine nach dem neuesten Stil mit Pelzen über und über behangene Dame sieht, ruft eifrig ihrer Mama zu:„Sieh mal, Mutti, die Dame dort, die hat Pelze zu verkaufen!...“— Der Schlaf der Gerechten. Eine alte schottische Dame fällt dem Pfarrer dadurch auf, daß sie immer schläft, wenn er predigt, dagegen, wenn junge Geistliche von der St Andrews=Universität ihn vertreten, eifrig aufpaßt. Eines Tages stellt er sie deswegen zur Rede, und die würdige Greisin erwidert:„Wissen Sie, Herr Pfarrer, wenn Sie predigen, dann weiß ich, ist Gottes Wort gut aufgehoben: aber wenn die jungen Leute von St. Andrews kommen, dann muß man scharf aufpassen, ob's auch in den rechten Händen ist.“ Erleichtert. Ein Naturforscher hielt kürzlich in einer größeren englischen Stadt einen Vortrag, bei dem sich nach der Schilderung einer Londoner Wochenschrift folgendes amüsantes kleines Intermezzo abspielte. Der Vortragende führte aus:„Es ist eine erwiesene Tatsache, daß die Sonne allmählich ihre Hitze einbüßt und daß diese Kraft im Verlaufe von rund 70 Millionen Jahren erschöpft sein wird, so daß dann unser Erdball nach menschlicher Berechnung kein Leben mehr erhalten oder aufweisen wird.“ Nach diesem Satze sah man plötzlich in den hinteren Reihen einen biederen britischer Bürger mit allen Zeichen sichtbarer Erregung aufspringen „Verzeihung,“ unterbrach er den Vortragenden,„aber wieviele Jahre, sagten Sie, würden verstreichen, ehe dieses Unglück über uns hereinbricht?“—„70 Millionen etwa“, erwiederte lächend der Vortragende.— Mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung sank der wißbegierige Zuhörer in seinen Stuhl zurück.„Gott sei Dank!“ hörte man ihn sagen.„Ich glaubte, 7 Millionen verstanden zu haben...!“ Ein Erfolg der christl. Gewerkschaften. Unter dieser Ueberschrift schreibt die„Köln. Ztg.“ u. a.: Den Verlauf und den Ausgang des dreitägigen Prozesses, den die Führer der christlichen Gewerkschaften vor dem Kölner Schössengericht gegen eine Reihe von Redakteuren sozialdemokratischer Blätter und gegen den Leiter der ev. Wochenschrift„Die Wartburg“ geführt haben, dürfen die Kläger als einen Erfolg ihrer Sache buchen. E swar ja von vornherein klar, daß sie eine Verurteilung der Angeklagten wegen formaler Beleidigungen erzielen würden. Aber nicht in dieser Sühne für unbewiesene Behauptungen kränkender Art liegt die politische Bedeutung dieses Prozesses. Die liegt vielmehr darin, daß hier die Führer der christlichen Gewerkschaften einmal vor Gericht gezwungen wurden, ihre grundsätzliche Stellung zu dem Eingreifen des Papstes in die Gewerkschaftsbewegung in mündlichem Verhör und im Angesicht ihrer Gegner scharf zu formulieren, und daß sie hierbei den interkonfessionellen Gewerkschaftsgedanken in nichts preisgegeben haben. Unter Eid sagten sie einer nach dem andern aus, daß sie den Vertretern der kath. Kirche keinerlei Unterwerfung heimlich gelobt hätten, und diese Vertreter der Kirche, der Bischof Schulte von Paderborn und der Domkapitular Kreutzwald von Köln, bestätigten unter Eid diese Erklärung. Auf der andern Seite wußten ihre Gegner ihre Behauptungen mit nichts anderm zu stützen als der„innern Wahrscheinlichkeit", und sie verrieten durch den Mund des Rechtsanwalts Heine des öftern, daß nur eine irrtümliche Auffassung der katholischen Lehren sie zu dieser Konstruktion einer inneren Wahrscheinlichkeit veranlaßt habe. Sie glaubten eine Abhängigkeit der christlichen Gewerkschaften vom Papste aus dem Aufsichtsrecht herleiten zu können, das Papst und Bischöfe seelsorgerlich über jeden einzelnen Katholiken beanspruchen, während das Beweisthema doch hätte heißen müssen, ob Papst und Kirche über die christlichen Gewerkschaften als solche ein Aufsichtsrecht gefordert und gewährt erhalten haben. Das wurde, wie gesagt, unter Eid bestritten und von der Gegnerseite nicht bewiesen; selbst der intimste Gegner der Kölner Richtung, Dr. Kaufmann, hatte nur subjektive Schlußfolgerungen, aber keine sachlichen Unterlagen hierfür ins Feld zu führen. Aber mehr noch: Die Häuptlinge der christlichen Gewerkschaften zeigten vor Gericht auch durch die Tat, daß sie zwischen dem Katholiken in sich, soweit sie Katholiken sind, und dem Gewerkschaftler einen scharfen Stri chzu ziehen wissen. Sie leugnet jede Unterwerfung ihrer Bewegung unter die Kontrolle des Oberhauptes der katholischen Kirche nicht nur; sie wiesen sie entschieden, ja schroff zurück. Was Herr Stegerwald in Essen dem Papste zugerufen hatte: Unsere Bewegung beansprucht rückhaltlos genau dieselbe Achtung und Bewegungsfreiheit, wie sämtliche gleichartigen Organisationen der übrigen Stände", das kam gestern noch viel schärfer aus seinem Munde:„Wenn die Bischöfe einmal wagen sollten, sich in unsere Angelegenheiten zu mischen, so werden wir uns zu wehren wissen. Vor allem lassen wir uns das Streikrecht nicht nehmen. In Kevelar haben jüngst die christlichen Arbeiter in einer Gebetbuchfabri kgestreikt und über die Gebetbücher den Boykott verhängt. Kann man von katholischen Arbeitern mehr verlangen? Gewiß, der Papst hat uns nicht gelobt. Aber wir kommen im Gegensatz zu den Fachabteilern ohne päpstliches Lob aus, wir sind stark genug. Nur katholische Einrichtungen können unter katholisch=kanonistischem Gesichtspunkt gelobt werden, und wir sind keine katholische Einrichtung. Das war scharf in der Form, entsprach aber sachlich nur dem Standpunkt, den auch auf seiten der Kirche Bischof Schulte einnahm, wenn er zu Protokoll erklärte:„Ob Stegerwald mich ausdrückli chgefragt hat, ob die Kirche nunmehr bei etwaigen Streiks ein Mitbestimmungsrecht beanspruche, weiß ich nicht. Sicher aber lag die Verneinung in meinem Sinne. Die katholische Moraltheologie verbietet nicht unter allen Umständen den Streik. Die Beobachtungspflicht der Bischöfe, wie sie gegenüber den Gewerkschaften durch die Enzyklika vorgeschrieben ist, besteht ebenso gegenüber allen übrigen Erscheinungen des öffentlichen Lebens.“ Hält man zu dieser deutlichen Selbständigkeitserklärung der christlichen Gewerkschaften die Kundgebung, mit der vor wenigen Tagen der Erzbischof von Köln für sie eingetreten ist in dem jubelnd begrüßten Satze:„Gegenüber der Tatsache, daß 800 000 katholische Arbeiter den sozialdemokratischen Organisationen angehören, haben wir die Pflicht, unter unsern Verhältnissen die christlichen Gewerkschaften zu fördern und zu pflegen,“ so muß man sagen, daß gegenwärtig die christlichen Gewerkschaften gegenüber ihren Gegnern, den Berliner Fachabteilungen, die Oberhand gewonnen haben; sie haben ihre Art beibehalten und doch die Gunst des deutschen Episkopats nicht verloren. Das ändert freilich nichts daran, daß„der Papst sie nicht lobt“, und daß die klaren Worte der päpstlichen Enzyklika vom November vorigen Jahres die Fachabteilungen fordern, die Gewerkschaften aber nur dulden und gestatten. Doch auch in Rom soll ja inzwischen ein milderer Geist seinen Einzug gehalten haben, und vielleicht scheint den Gewerkschaften auch von dorther noch einmal die Sonne.“ Aus der Urteisbegründung sei noch folgendes mitgeteilt: Die Christlichen Gewerkschaftsführer sollen einmal nach den Behauptungen der Angeklagten ein abgekartetes Doppelspiel getrieben haben, indem sie in Widerspruch zu ihren Erklärungen auf dem Essener Gewerkschaftskongreß den Bischöfen vorher eine Erklärung abgegeben hätten, die mit ihrem Standpunkte in Essen nicht vereinbar gewesen sei. In dieser Beziehung ist keinerlei Beweis erbracht worden. Von dieser Beschuldigung ist in der ganzen Verhandlung nichts übriggeblieben. Ein solcher Vorwurf ist nicht nur ehrenrührig für Stegerwald und die Mitglieder der Christlichen Gewerkschaften, sondern er richtet sich auch gegen die evangelischen Mitglieder; denn es wird von den Giesberts, Schiffer, Stegerwald und Behrens und Konsorten gesprochen. Es war nicht die Aufgabe des Gerichtes, festzustellen, was der Papst mit der Enzyklika tatsächlich gewollt oder beabsichtigt hat. Es mag den Angeklagten zugegeben werden, daß die Auslegung, die sie der Enzyklika geben, eine größere Wahrscheinlichkeit hat als die anderen Auslegungen. Es mag auch sein, daß andere Leute, insbesondere der Bischof Korum von Trier, die Enzyklika anders auslegen und andere Anweisungen an ihre Untergebenen erlassen haben als die Christlichen Gewerkschaftsführer. Darauf kommt es aber nicht an, denn von einem unerlaubten Doppelspiel ist nur dann gesprochen worden, wenn Stegerwald bewußt für die Unerlaubtheit seiner Interpretation überzeugt war. Für die Annahme aber, daß dies der Fall war, ist keinerlei Beweis erbracht worden. Stegerwald war beunruhigt durch die Angriffe, die wegen der Enzyklika auf die Christlichen Gewerkschaften erfolgt waren, und der Bischof Dr. Schulte(Paderborn) hat ihn, weil er auch davon erfuhr, zu sich gebeten. Bischof Dr. Schulte hat als Zeuge bekundet, daß Stegerwald ehrlich bestrebt war, bei seinem Versuche, aus diesen Schwierigkeiten herauszukommen. Im übrigen hat das Gericht nicht für nötig gehalten, auf alle die Erörterungen einzugehen, die im Anschluß an die Enzyklika entstanden sind. Es hatte sich lediglich mit dem Vorwurf des Doppelspiels zu beschäftigen. Dann ist den Christlichen Gewerkschaftsführern nachgesagt worden, sie hätten sich verkauft, indem sie um eine Geldspende der rheinischen Industriellen an den Papst ihre Haltung geändert hätten, daß sie Streikbruch getrieben hätten, und doß sie gegen das Wohl der Arbeiter Abmachungen getroffen hätten. Auch für die anderen ehrenrührigen Behauptungen ist hier kein Beweis erbracht worden. Auch hier haben die Angeklagten versucht, den Beweis für die Wahrscheinlichkeit ihrer Behauptungen zu führen. Es mag den Angeklagten zugegeben werden, daß sie von ihrem Standpunkte aus und insbesondere Hue, an dessen Ehrlichkeit zu zweifeln, das Gericht nicht den geringsten Anlaß hat, geglaubt haben und noch glauben, daß die Haltung der Christlichen Gewerkschaftsführer nicht aus rein gewerkschaftlichen Gründen eingenommen sei. Aber auch das Gegenteil ist in der Verhandlung nicht erwiesen worden. Der dritte und schwerste Vorwurf ist det ausgesprochene Verdacht, daß die Christlichen Gewerkschaftsführer selbst den Judaslohn genommen hätten. Die Angeklagten haben gesagt, der Vorwurf sei nicht persönlich gemeint. Man habe sagen wollen, das Geld sei in die Kasse der Christlichen Gewerkschaften geflossen. Von jedem unbefangenen Leser können aber die Artikel gar nicht anders verstanden werden, als daß dieser schmähliche Vorwurf gegen die Christlichen Gewerkschaften erhoben wird. Ein Beweis dafür ist aber nicht erbracht. Das Gericht hat sich gefragt, ob es nicht bei diesem Vorwurf verleumderische Beleidigungen annehmen sollte. Es hat dies verneint, weil eine scharfe Feindschaft zwischen beiden Lagern besteht und dann, weil eine Reihe von Artikeln vorliege, aus denen die Angeklagten den Schluß haben ziehen können, daß so etwas möglich sei. Das Gericht hat also nicht angenommen, daß der Angeklagte auch diese Behauptung direkt aus den Fingern gesogen hat. Die Angeklagten haben den Schutz des§ 193 für sich in Anspruch genommen. Das Gericht hat ihn lediglich dem Angeklagten Wagner in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied des Deutschen Bergarbeiterverbandes zugebilligt. Im übrigen geht aus der Form des Artikels hervor, daß es den Angeklagten nicht darauf ankam, berechtigte Interessen wahrzunehmen, sondern den Gegnern eins auszuwischen. Daß der Streik nicht absolut von der Enzyklika verboten ist, ergibt sich schon aus der Enzyklika selbst. Es ist selbstverständlich, daß die Bischöfe den Papst über die Stellung der Christlichen Gewerkschaften zum Streik unterrichtet haben. Es wäre ein Nonsens, falls der Papst die christlichen Gewerkschaften erlaubt und den Streik verboten haben sollte. Es mag aber zugegeben werden, daß die Kirche und vor allem der Papst dem Streik nicht günstig gesinnt sind. Dies ist aber für die Frage, inwieweit ein Doppelspiel nachgewiesen ist, gleichgültig. Für das Strafmaß ist wesentlich, daß die Angeklagten die Artikel nicht selbst aufgestellt, sondern daß diese in anderen reputierlichen Blättern gestanden haben, und man daher annehmen durfte, daß solche positiven Nachrichten von reputierlichen Blättern nicht ohne jede Unterlage aufgenommen würden. Deshalb ist den Angeklagten, so merkwürdig es klingen mag, der gute Glaube zugebilligt worden. Aber die Angeklagten haben sich nicht damit begnügt, diese Nachrichten weiterzugeben, sondern sie haben mit derben Keulenschlägen auf ihre Gegner los geschlagen. Das Gericht hat andererseits in Betracht gezogen, daß die Ausdrücke bei dem in Frage kommenden Leserkreise nicht so schlimm waren, der an derbe Ausdrücke gewöhnt ist, und eshat berücksichtigt, daß die Angeklagten scharfen Gegnern gegenüberstanden und des. halb Zartheit nicht notwendig war. Die Urteilsgründe sind mit dem Urteil zu publizieren und ebenso fettgedruckt wiederzu geben, wie die Beleidigungen den Lesern aufgetischt wurden. Zur Braunschweigischen Frage. Berlin, 24. Dez. Nach einer Meldung aus Gmunden erhielten sämtliche leitende Kabinettsbeamte des Herzogs von Cumberland den schriftlichen Befehl, weitere Auslassungen zur hannoverschen Frage weder zu veranlassen noch Auskünfte hierüber in Zukunft an Zeitungen oder Personen zu geben. Eine Erklärung des Herzogs zu der antipreußischen Rede des hannoverschen Welfenführers in Nienburg wird nicht erfolgen. Die Verhandlungen im Krankenkassenstreit. Berlin, 24. Dez. Wie schon gemeldet, haben im Reichsamt des Innern in der Frage des Aerztestreites Einigungsverhandlungen zwischen den streitenden Parteien und den Vertretern der Regierung stattgefunden, die sich von vormittags bis in den späten Nachmittag hinzogen. Die Regierung verhandelte mit den Parteien gesondert, zuerst mit den Vertretern der Aerzteschaft und der medizinischen Fakultät, sodann mit den Kassenvertretern. Zu einem Ergebnis kam es noch nicht, doch hofft man, daß die diesmaligen Einigungsversuche von Erfolg gekrönt sein werden. Die Besprechungen werden heute fortgesetzt. — Weiter wird berichtet: Die Verhandungen im Reichsamt des Innern zur Beilegung des Streites zwischen den Aerzten und den Krankenkassen nahmen gestern unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Dr. Delbrück ihren Fortgang. Es nahmen zum ersten Male beide Parteien gemeinsam an diesen Verhandlungen teil. Von der Medizinalabteilung des Ministeriums wohnte niemand heute den Verhandlungen bei, ein Umstand, der von den Vertretern der Aerzte lebhaft kommentiert wurde. Als Vertreter der Kassen waren anwesend Justizrat Wandel(Essen), die Abgg. Fräßdorf(Dresden) und Becker(Arnsberg), der Geschäftsführer Heinemann u. a. Von Seiten der Aerzte nahmen wieder die Vertreter der medizinischen Fatultät, die Geheimräte Kraus, Orth und Passow, teil, ferner Dr. Hartmann und Dr. Mugdan vom Leipziger Verband, Dr. Munter und Dr. Dippe vom Deutschen AerzteVereinsbund. Die größten Schwierigkeiten bereitet die Regelung der Frage der arbeitswilligen Aerzte. Mit solchen außerhalb der Organisation stehenden Aerzten haben bereits verschiedene Krankenkassen langfristige Verträge abgeschlossen. Die Aerzteorganisationen verlangen unbedingt sofortige Aufhebung dieser Verträge und Abfindung der betreffenden Aerzte durch die Kassen. In der Hauptsache handelt es sich um die Städte Düsseldorf, Breslau u. Stettin. Das Ergebnis wird erst in später Abendstunde bekannt werden. Am Sonntag treten in Leipzig der geschäftsführende Ausschuß, die Vertrauensmänner und der Beirat des Leipziger Verbandes zusammen, und nach dessen Zustimmung soll allen Aerzten der Vertragsabschluß mit den Krankenkassen freigegeben werden. Friede zwischen den Aerzten und Krankenkassen. In später Nachtstunde wird gemeldet, daß es den Bemühungen der Regierung gelungen ist, den drohenden Kampf zwischen Aerzten und Krankenkassen zu vermeiden und zwischen beiden eine Verständigung zu erzielen, eine Nachricht, die wohl überall mit Genugtuung aufgenommen werden wird. Berlin, 24. Dez. In den Verhandlungen zwischen den Vertretern der Organisationen der Aerzte und der Krankenkassen, die im Reichsamt des Innern unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Dr. Delbrück und im Beisein des Handelsministers Dr. Sydow stattgefunden haben, ist eine Verständigung erzielt worden. Kinderzulagen und Kinderreichtum der Beamtenfamilien. Berlin, 24. Dez. Bekanntlich wird jetzt die Frage ernstlich erwogen, ob man den Beamten im allgemeinen Kinderzulagen gewähren solle. Zunächst hat man beschlossen, Erhebungen über den Kinderreichtum der Beamtenfamilien zu veranstalten. Die Reichspostverwaltung hat schon früher derartige Erhebungen veranstaltet. Daraus hat sich ergeben, daß die höheren Beamten durchschnittlich 1,7, die mittleren 1,9 und die unteren 2,4 Kinder haben. Die Erhebungen erstreckten sich auch auf die Feststellung, wieviel Postbeamte drei oder mehr Kinder haben. Bei den höheren Beamten ergab sich hier die Zahl 21 v. H., bei mittleren 23 v. H., bei Unterbeamten 39 v. H. Ausschlußverfahren gegen den Genossen Witti. München, 24. Dez. Gegen den 2. Vorsteher des Gemeindekollegiums München, den Sozialdemokraten Witti, ist bei dem Vorstande des sozialdemokratischen Vereins für den Reichstagswahlkreis München das Parteiverfahren beantragt worden wegen der Teilnahme des Genossen Witti am Empfang des Deutschen Kaisers im Münchener Rathause. Die dem Vorstand des sozialdemokratischen Vereins zugegangenen Anträge fordern die Ausschließung des Genossen Witti aus der sozialdemokratischen Parteiorganisation. Amerika. Abermals ein amerikanischer Staatsmann im Zirkus. Washington, 24. Dez. Trotzdem der Staatssekretär Bryan wegen seines Auftretens im Zirkus von der amerikanischen Presse heftig angegriffen worden ist, hat er einen noch bedeutenderen Nachahmer gefunden. Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Marshall, hat nämlich einen Vertrag abgeschlossen, in dem er sich verpflichtet, nach Schluß der Parlaments=Session eine vierwöchige Vorstellungsreise durch die Vereinigten Staaten zu unternehmen. Er wird im ganzen 26 Mal auftreten und für jeden Vortrag 300 Dollars erhalten. Die Amerikaner werden also das erbauliche Schauspiel genießen, den Vizepräsidenten des Landes zwischen Schlangenbeschwörern und Bauchtänzerinnen in einem Zirkus sprechen zu hören. Marshall hat jedoch die Bedingung gestellt, daß sein Litel nicht auf den Reklamezetteln erwähnt wird. Persönliches von Rampolla. Wer den Kardinal Rampolla zur Zeit des Pontifikates Leos 13. gesehen hatte und ihn zur Zeit Pius 10. wiedersah, konnte sich nicht verhehlen, daß er zwei verschiedenen Männern gegenüberstand. Beide Male stellte er, so schreiben die„Leipz. R. Nachr., dem fremden Forscher seine Hilfe bei Benutzung des vatikanischen Archivs gern zur Verfügung, aber den freundlichen Worten des alternden Rampolla war deutlich zu entnehmen, daß er selbst seine Macht unter dem neuen Papste als eine bedeutend geschmälerte betrachtete, und daß die Männer des Vatikans dem Erzpriester der Peterskirche nicht mehr so zu Diensten waren, als einst dem machtvoll gebietenden Kardinal=Staatssekretär Leos 13. In seiner äußeren Erscheinung war Rampolla der geborene Herrscher, und unwillkürlich verband sich mit dem hochragenden Manne die Vorstellung von den Kirchenfürsten, die im 17. Jahrhundert die Geschicke Frankreichs gelenkt und geleitet hatten. Wenn er dem Besucher einige Schritte entgegenging und in die Tür seines nicht übermäßig großen Arbeitskabinetts trat, so füllte seine Gestalt den Rahmen der Tür völlig aus, und mit der Höflichkeit eines vollendeten Weltmannes, der er allezeit gewesen ist, lud der Kardinal, in geschickter Weise die lange Schleppe des Purpurgewandes meisternd, auf dem Diwan, zur Seite des mit peinlichster Sorgfalt geordneten Schreibtisches, zum Sitzen ein. Wie Leo 13., so ließ auch er jedem die Wahl, sich der französischen oder italienischen Sprache in der Unterhaltung zu bedienen; wenn er italienisch sprach, so klang der sizilianische Dialekt seiner Heimat leise durch, und er pflegie stets eine Wendung zu wiederholen, wenn er annehmen zu können glaubte, daß er nicht verstanden worden sei. Im Gegensatz zu seiner prunkvollen Erscheinung in den Räumen des Vatikans— mochte er nun in rotem Seidengewande im Armstuhl vor seinem Schreibtisch sitzen oder in edelsteingeschmückter Mitra zum Hochaltar von St. Peter emporsteigen, um dort eine geistliche Handlung zu verrichten — erschien er in der Oeffentlichkeit, in den Straßen der Stadt im bescheidenen Priesterkleide. Er liebte es nicht, gesehen und bemerkt zu werden, und hielt sich auf seinen seltenen Spazierfahrten meist tief im Wagen zurückgelehnt, sodaß er nur schwer zu erkennen war. Auch an ihm, dem„roten Papste, wie der Kardinal=Staatssekretär im Gegensatz zum „weißen“ Papste, dem Träger der Tiara, und dem„schwarzen“ Papste, dem Jesuitengeneral, genannt wird, hat sich das alte römische Wort bewahrheitet, daß niemals einer zweimal Papst wird, womit gesagt sein soll, daß man im Vatikan einen ohnehin machtvollen Mann, wie es ein Kardinal=Staatssekretär ist, nicht durch seine Wahl zum Papste zur Uebermacht emporwachsen lassen will. Seit 1667, der Wahl von Giulio Rospigliosi zum Papste(Clemens 9.), hat kein KardinalStaatssekretär mehr die höchste Würde der kathol. Kirche bekleidet. Die Fehler seiner franzosenfreundlichen Politik haben Rampolla schwer getroffen, ihm war es nicht vergönnt, nach dem Tode Pius' 10. als Leo 14. den päpstlichen Stuhl zu besteigen. Rampolla wurde dann älter und müder, und in dem letzten Briefe, den der Schreiber dieser Zeilen im September des Jahres von ihm erhielt, spricht er ernst und resigniert von dem Rest seiner Tage, den er in Arbeit und Ruhe verbringen wolle. Das österreichische Veto. Ueber die Vorgeschihte des österreichischen Vetos im letzten Konklave veröffenslicht eine Persönlichkeit, die bis in die jüngste Zeit oft Gelegenheit hatte, mit dem Verewigten zu verkehren, in der„Reichspost“ folgende Mitteilungen von zuverlässiger Seite:„Graf Nigra, ehemals italienischer Botschafter in Wien, war der eigentliche Urheber der ganzen Affäre. Die kirchenseindlichen Kreise Jialiens hatten große Angst vor einem Pontifikate Rampollas und wußten die maßgebendsten offiziellen Kreise Italiens und mit ihnen auch den Botchafter in Wien zu überzeugen, daß Kardinal Ramvolla nicht nur„ein abgesagter Feind des Dreibundes", ondern auch ein erbitterter Gegner der königlichen Familie sei, der gewiß alles daransetzen würde, um die Wiederherstellung des Kirchenstaates oder doch die Herausgabe Roms zu erzwingen. Graf Nigra wandte sich daraufhin sofort— gerade damals waren die Beziehungen zwischen dem Berliner Kaiserhose und dem Quirinal besonders rege— hilfesuchend nach Berlin, wo man den Gedanken eines Vetos nach Wien weitergab. In Wien sträubte man sich ansangs gewaltig gegen die Zumutung, aber schließlich wurde man vom Hochdruck, den Graf Nigra ausibte, überrumpelt und Graf Goluchowski, der damalige Minister des Aeußern und des kaiserlichen Hauses, wandte sich nach erhaltener Erlaubnis der Krone zunächst an den verewigten Wiener Fürsterzbischof Kardinal Gruscha mit der Bitte, im Konklave 9 1 das Beto vorzubringen. Der Wiener Oberhirte aber schützte sein hohes Alter vor und lehnte mit der Motivierung ab, daß er bald vor Gottes Thron stehe und einen Schritt von solcher Tragweite nicht übernehmen könne. Ein andeter österreichischer Kardinal, der um seine Mitwirkung angegangen wurde, berief sich auf seine Jugend, die es ihm nicht gestatte, das Odium einer so veran iwortungsvollen Tat auf sich zu nehmen. Schließlich vermochte Graf Goluchowski seinen Landsmann, den verstorbenen Kardinal Puzyna von Krakau, zur Ueber. nahme der Mission zu bewegen. Ein Augenzeuge der Szene, die der Einspruch Puzynas im Konklave heworrief, berichtete, daß er noch niemals einen vornehmeren und großartigeren Eindruck erhalten habe, als in dem Augenblicke, da Kardinal Rampolla die Worte aussprach: „Er erhebe dagegen Protest, aber er hätte niemals gedacht, einer so großen Ehre würdig zu sein.“ Wie bitter unrecht ihm mit dem Veto geschah, wissen alle zu würdigen, die sein weiteres Leben, sein würdiges bescheidenes Benehmen nach der Papstwahl bis zu seinem Lebensende verfolgten.“ Vor der Leiche Rampollas. Man schreibt aus Rom: Mit einem eigentümlichen Gefühl überschritt ich die Schwelle, die zu dem kleinen Gemach führte, in dem die irdische Hülle Marino Rampollas friedlich zuschlummern schien. Ein armenischer Priester zelebrierte an dem eigens dazu hergerichteten Altar die Messe. Ein nicht übermäßig zahlreiches Publikum umstand in tiefer Ehrfurcht die leblose Verkörperung des unergründlichen Rätsels, das der Wechselgang von Leben und Tod für uns darstellt. Die starre Figur, die mit ihren unbeweglichen Gesichtszügen und ihrer violetten Purpurgewandung aus Wachs gegossen schien, war alles, was von der großen Persönlichkeit übrig blieb, die in der vatikanischen Politik einst eine so große Rolle gespielt hatte. Oftmals hatte ich den hohen Würdentrüger in feierlicher Prozession vor mir vorüberschreiten sehen, die Augen halb geschlossen, die Lippen zu inbrünstigem Gebet verzogen, ohne die umstehende Menge der Neugierigen auch nur eines Blickes zu würdigen. Doch niemals kam er mir so erhaben und doch so jugendlich vor, wie in dem unvergeßlichen Moment, in dem ich die für immer erkalteten Hände, die sich über der Brust falteten, berührte. Viele neigten sich über die hehre Gestalt, die sich auf dem blumenlosen Lager ruhevoll ausstreckte und küßten mit ehrwürdigem Schweigen den am rechten Goldfinger prangenden Bischofsring, das äußerliche Erkennungszeichen des hohen Amtes, das der Verstorbene auf Erden bekleidet hatte. Alle bekreuzten sich vor der Heiligkeit seiner Majestät des Todes, der sich vor unseren Augen eines neuen Sieges erfreute. Gerichtssaal. Köln, 24. Dez. Die Strafkammer verurteilte den spanischen Artisten Antonio Monos aus Granada wegen Taschendiebstahls zu 2 Jahren Gef.. Er ist in Frankreich verschiedentlich wegen desselben Vergehens vorbestraft. Auf der Strecke Köln=Herbesthal stahl er einem Fabrikanten aus Wetzlar die Brieftasche mit einem größeren Geldbetrage und Uhr und Kette im Werte von 600 Mark. Der Gauner„arbeitete“ meist in Gesellschaft eines anderen spanischen Taschendiebes namens Martinow. Düsseldorf, 24.Dez.(Strafkammer.) Der wiederholt aus der Fürsorge entwichene 19jähr. Otto Feyschmidt war am 21. Sept. infolge seines ungehörigen Benehmens aus einer Wirtschaft auf der Bergerstraße gewaltsam an die frische Luft befördert worden. Der Bursche zog draußen einen Revolver und feuerte blindlings in die Menge hinein, wobei ein Monteur durch einen Schuß in den Kopf lebensgefährlich verletzt wurde. Das Gericht bestrafte den Revolverhelden mit 5 Jahren Gefängnis. Essen, 24. Dez.(Strafkammer.) Wegen der Rettung eines Selbstmordkandidaten kam es am 13. Sept. d. J. in Gelsenkirchen zu einer wüsten Messerstecherei. Ein gewisser Oskar Traub hatte sich quer über die Straßenbahnschienen gelegt, in der Absicht, sich überfahren zu lassen. Passanten zogen ihn auf die Seite; der Selbstmordkandidat warf sich aber darauf erneut auf das Straßenbahngeleise. Nun wurde er von einer Anzahl Burschen in recht unsanfter Weise an seinem Vorhaben zu hindern gesucht, was den Unwillen einiger Leute hervorrief. Es bildeten sich bald 2 Parteien, die mit Messern auseinander eindrangen. Dabei wurde der Bergmann Fritz Brauckmann durch 4 Messerstiche verletzt. Nun zog dessen Bruder Karl ebenfalls das Messer. Er verletzte dabei den Arbeiter Hennebeck durch 4 Messerstiche so, daß H. 4 Wochen lang im Krankenhause behandelt werden mußte. Eine weitere Anzahl Personen wurde gleichfalls durch Messerstiche verletzt. Die einzelnen Täter konnten nicht alle festgestellt werden und wurde nur gegen Karl Brauckmann Anklage erhoben. Die Strafkammer verurteilte ihn zu 1 Jahr Gesängnis. Dortmund, 24. Dez. Wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz hatten sich vor der Strafkammer der Metzger Karl Hager aus Horstmar, seine Frau und der Lehrling Rodella zu verantworten. Die Behörde ist der Ansicht, Hager habe Fleisch von gefallenen Tieren in der Wurst verarbeitet. Die Beweisaufnahme ergab das allerdings nicht. Es wurde festgestellt, daß aus dem Geschäft. Wurst= und Fleischwaren verkauft sind, die als gesundheitsschädlich bezeichnet werden müssen. Hager wurde freigesprochen, während seine Frau zu 14 Tagen Gef. und der Lehrling zu 3 Tagen Gef. verurteilt wurden. Straßburg, 24. Dez. Die Verhandlung gegen Oberst von Neuter vom Infanterie=Regiment Nr. 99 wird vor dem Gericht der 30. Division voraussichtlich am 5. Januar kommenden Jahres stattfinden. Straßburg, 24. Dez. Vor der Strafkammer sollte gestern auf Antrag des Kriegsministers v. Falkenhayn die Klage gegen das Journal d'Alsace Lorraine bezw. gegen die Redakteure Lucien Mink und Eugen Jung wegen Beleidigung der Offiziere und Kommandobehörden des preußischen Heeres verhandelt werden. Zu Beginn der Verhandlung gab Redakteur Mink die Erklärung ab, daß er die gesamte Strafkammer wegen Besorgnis der Befangenheit ablehne, da die Richter Reserve= und Landwehroffiziere seien und als solche der preußischen Heeresverwaltung unterständen. Sämtliche Richter gaben einzeln die Erklärung ab, daß sie sich nicht befangen fühlten. Der Vorsitzende drückte sein Erstaunen darüber aus, daß durch den Angeklagten Mink die Zaberner Affäre in die Strafkammersitzung hineingetragen werde. Der Staatsanwalt beantragte Vertagung. Das Gericht verkündete nach kurzer Beratung, daß die Verhandlung um 6 Uhr abends stattfinden solle. Aus Köln, 24. Dez. In Kalscheuren wurde ein Arbeiter oon einem Zuge erfaßt und sofort getötet.— Als gestern mittag der Bote einer Firma in Bergisch=Gladbach beim Bankhause Simon 7500 A abhob, überfielen ihn an der Bank herumlungernde Gauner und entrissen ihm das Geld. Der Vorfall geschah auf belebter Straße. Die Gauner sind unerkannt entkommen. Köln, 24. Dez. Der 50 Jahre alte in der Schaasenstraße wohnende Postsekretär Rudolf Eppert legte sich gestern zum Fenster der 3. Etage hinaus, um frische Luft zu schöpfen. Er verlor das Gleichgewicht u. stürzte in den Hof, wo er starb.— Dem Arbeiter van der Zypen drang gestern abend eine glühende Eisenstange in den Hals und kam an den Schulterblättern wieder heraus. Er war sofort tot. Mülheim=Rhein, 24. Dez. 2 Kürassiere, denen der Einlaß in den Saal des Restaurateurs„Magdeburger Hof“, wo ein Verein ein Tanzkränzchen abhielt, verweigert wurde, drangen mit Gewalt ein und zogen ihre Säbel, so daß die Teilnehmer auf die Straße stüchteten. Ein Schutzmann war den Soldaten gegenüber machtlos. Es wurde eine Militärpatrouille herbeigeholt, welche den Haupttäter zur Wache brachte. Bergheim, 24. Dez. Eine Frau, die mit ihren 2 Kindern bei ihrer Mutter auf Besuch weilte, hatte ihr 3 Monat altes Kind auf eine Bank zum Schlafen niedergelegt. Die Großmutter, die das Kind nicht gesehen hatte, setzte sich in der Dämmerstunde auf das Köpfchen des schlafenden Kindes, sodaß es erstickte. Bonn, 24. Dez. Von dem Personenzug 176 Euskirchen=Bonn entgleisten gestern nachmittag bei Duisdorf die Lokomotive und der Packwagen. Personen wurden nicht verletzt. Der Materialschaden ist gering. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Aachen, 24. Dez. Der Architekten= und Ingenieurverein und die Ortsgruppe Aachen des Bundes deutscher Architekten erließ gestern ebenfalls eine Kundgebung gegen die Umgestaltung des Bades Aachen. Sie erheben, wie der Aerzteverein, Einspruch gegen die Ausführung der verfehlten Entwürfe für die Kurhausneubauten. Wipperfürth, 24. Dez. Die Stadtverordneten beschlossen die vom Kreis Wipperfürth für den Bahnbau B.=Gladbach=Wipperfürth zu tragenden Grunderwerbskosten anteilig zu übernehmen. Remscheid, 24. Dez. Unter den Arbeitern der Bergischen Stahlindustrie befinden sich schon über 100 Jubilare. Jetzt konnten wieder 10 Arbeiter ihr silbernes Arbeitsjubiläum begehen. Barmen, 24. Dez. Auf ein 25jähriges Bestehen kann das hiesige städtische Elektrizitätswerk zurückblicken. Die gewaltige Entwickelung des Werkes spiegelt sich in den erzeugten Strommengen wieder. Im ersten Jahre des Bestehens sind 157000 Kilowattstunden elektrischer Energie erzeugt worden, im Jahre 1913 24 Millionen. Düsseldorf, 24. Dez. Wegen der Umgestaltung der Grafenberger Eisenbahnstrecke ist wieder zwischen der Eisenbahn und der Stadt verhandelt worden. Die Stadt hält die Verlegung der dem Güterverkehr dienenden Strecke Rath=Eller für notwendig, weil durch die jetzige Linienführung die Entwicklung der Stadt nach dem Stadtwalde hin unterbunden ist. Die Stadtverordnetenversammlung hat sich auch schon bereit erklärt, zu den Kosten dieser Verlegung einen Zuschuß von 2,7 Millionen Mark zu leisten, wenn die alte Grafenberger Strecke verschwindet und durch einen Tunnel unter dem Stadtwald hergeführt wird. Hierzu konnten sich jedoch die Stadtverordneten nicht bereit finden, sie halten einen Zuschuß von 1 Million Mark für genügend. Eine Einigung nach dieser Richtung ist bisher nicht erzielt worden. Düsseldorf, 24. Dez. Gestern nacht 3 Uhr brach in der Düsseldorfer Farbenfabrik von Ant. Driesch in der Bruchstraße Feuer aus, das großen Umfang= anzunehmen drohte. Als die Feuerwehr mit 2 Zügen heranrückte, stand schon die Fabrik und das große Farbenlager in Flammen. Der Feuerwehr gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Während der Löscharbeiten wurden 4 Feuerwehrleute verletzt. Kempen, 24. Dez. Ein tollwütiger Hund hat mehrere Hunde und Menschen gebissen. Die Hunde wenrden getötet. Die 11 Personen, die mit dem Tiere in Berührung kamen, befinden sich sämtlich in Berlin, wo sie eine Schutzimpsung erfahren. Duisburg, 24. Dez. Auf Zeche Westende wurde der Bergmann Karl Müller von einem Stein aus dem Hangenden getroffen. Er erlitt einen Wirbelsäulenbruch und starb im Elisabeth=Hospital. Essen, 24. Dez. Der in der vergangenen Woche angeblich wegen Spionage in Diedenhofen Verhaftete ist ein Kruppscher Beamter Vogelbeck aus Essen. Er soll auf dem Kruppschen Schießplatz einem Offizier der rumänischen Armee einen Geschützkonstruktionsplan verkauft haben. Die Veräußerung des Planes wurde entdeckt. Vogelbeck konnte kurz vor Ueberschreiten der Grenze verhaftet werden. Essen, 24. Dez. Die 12 Jahre alte Tochter der Eheleute Josef Sch. in der Segerothstraße kam im Keller einem offenen Licht zu nahe, wobei die Kleider Feuer fingen. Da das Mädchen zu lange im Keller blieb, sah der Vater nach seiner Tochter und fand sie bewußtlos am Boden liegen. Die Kleider waren zum Teil verbrannt, und der ganze Körper wies schreckliche Brandwunden auf. Als die Mutter das Kind sah, bekam sie einen Schlaganfall. Ein herbeigerufener Arzt ordnete die Ueberführung von Mutter und Tochter zum Krankenhause an. An dem Aufkommen des Kindes wird gezweifelt. Steele, 24. Dez. Auf den gestern mittag 12,08 Uhr von Bochum kommenden Personenzug wurde in der Nähe des Maschinenschuppens geschossen. An einem Wagen der 4. Klasse wurde die Scheibe zertrümmert. Verletzt wurde niemand. Auf die Ermittelung des Täters sind 300 Mark Belohnung ausgesetzt. Kupferdreh, 24. Dez. Die Stadt beschloß, das kommunale Gaswerk stillzulegen und vom Rheinisch=Westfälischen Elektrizitätswerk Koksofengas zu beziehen. Der Preis beträgt für die Stadt pro Kubikmeter 3,7 Pfg., solange die Gesamtjahresabnahme unter 7 Millionen Kubikmeter bleibt. Als Vertragsdauer wurden 24 Jahre festgesetzt. Dortmund, 24. Dez. In der Presse wird die Frage aufgeworfen, ob Ohm in der Zeit, wo er seine Strafhaft verbüßt, Sträflingskleider anzuziehen hat oder nicht. Die Ansicht, daß dies von Ohms Willen abhinge, ist unzutreffend. Ueber die Kleider der Gefangenen entscheidet allein der Strafanstaltsleiter auf Grund der Gefängnis=Hausordnung und ebenso darüber, ob einem Strafgefangenen Selbstbeschäftigung gestattet wird. Ueber die Frage der Selbstbeköstigung hat der Anstaltsarzt zu befinden. Ohm befindet sich zur Zeit noch hier in Untersuchungshaft. Seine Strafhaft wird er in Lingen zu verbüßen haben. Hamm, 24. Dez. Eine beispiellose Frivolität verübte das Kindermädchen einer hiesigen Herrschaft. Um abends mit ihrem Liebhaber im Hause ungestört schalten und walten zu können, kam das Mäd. chen auf die Idee, ins Schlafzimmer der Herrschaft Chloroform zu streuen, worauf diese dann jedesmal in einen so tiesen Schlaf versiel, daß sie nichts hörten u. sahen. Diese Gelegenheit benutzte dann das leichtinnige Mädchen, um mit dem Schatz sich in Küche und Keller gütlich zu tun. Aber nicht nur das, sie gingen noch weiter, revidierten auch die Geschäftskasse und stahlen Waren. Durch einen Zufall kam die Sache aus Licht. Wie festgestellt, hat das Mädchen ihrem Schatz Geldbeträge und Waren im Gesamtwerte von über 1000 Mk. zugesteckt. Beide kamen in Haft. Iserlohn, 24. Dez. Der vor kurzem verstorbene Rentner D. Kayser von hier hat dem hiesigen Kranken. haus in seinem Testament 20000 Mark zur beliebigen Verwendung vermacht. Altena, 24. Dez. Die hiesigen Ortskrankenkassen haben beschlossen, nachdem eine Einigung mit den Aerzten nicht erzielt werden konnte, die Abmachungen nicht mehr als bindend anzusehen und vom 1. Januar ab, statt der ärztlichen Behandlung eine Barleistung gemäß § 376 R.=V.=O. einzuführen. Ferner wurde beschlossen, auf die Forderungen der Aerzte späterhin auch nicht mehr einzugehen. Siegen, 24. Dez. Auf der Bremerhütte in Geisweid gerieten 2 jugendliche Arbeiter unter eine Walzenwippe; der eine war sofort tot, der andere wurde tödlich verletzt.— Auf der Grube Storch und Schöneberg in Niederschelden sind durch vorzeitiges Losgehen eines Sprengschusses zwei Bergleute verunglückt, einer war sofort tot, der zweite hat das Augenlicht verloren. Bielefeld, 24. Dez. Kommerzienrat Oetker stiftete 100 000 Mark für das Institut für experimentelle Therapie in Dahlem. T Hameln, 24. Dez. In der Wohnung eines Leutnants erschien ein junges Mädchen, mit dem der Offizier Beziehungen angeknüpft hatte, und erklärte ihm, daß es Lysol getrunken habe. Hierüber geriet der Offizier in solche Erregung, daß er zum Revolver griff und sich erschoß. Das Mädchen, das nur eine schwache Lysollösung getrunken hatte, befindet sich außer Lebensgefahr. Metz, 24. Dez. Als Schlußfeier des Metzer Katholikentages fand gestern abend in der Liebfrauenkirche der statutenmäßige Dankgottesdienst statt. Bischof Benzler hielt eine Ansprache in deutscher und französischen Sprache. T Metz. 24. Dez. Der Vater des mit dem Dienstmädchen Färber geflüchteten und später wieder gefundenen Claude Tiement hat auf die Wiederbeschaffung der von dem Dienstmädchen gestohlenen Schmucksachen 1000 Mark Belohnung und außerdem 5% des Wertes der Schmucksachen ausgesetzt. Der Wert der Beute beträgt 50000 Mark. Außerdem hat das Mädchen auch einen Zobelpelt, im Werte von 3000 Mar. mitgenommen. 7* Metz, 24. Dez. Bei Chateau=Saline hat sich ein AutoUnglück ereignet, bei dem die 19jährige Tochter des Hotelbesitzers Woizard sofort getötet und die 3 übrigen Insassen, ein Bruder der Getöteten und die Eheleute Brozk schwer verletzt wurden. aller Welt. Der Graf als Urkundenfälscher. T Berlin, 24. Dez. Das Amtsgericht Berlin=Tempelhof hat hinter den Rittergutsbesitzer Grafen Leopold v. Klinkowström bei Gerdauen in Ostpreußen einen Steckbrief erlassen. Der Graf, der im Alter von 34 Jahren steht, und Leutnant d. R. des Gardegrenadierregiments zu Fuß ist, wird wegen Urkundenfälschung und wegen Betruges verfolgt. Doppelselbstmord. Spandau, 24. Dez. In dem Hause Hotelstraße 15 verübten in der vergangenen Nacht der Hausbesitzer Nordmann aus Charlottenburg und die Witwe Urba, welche früher bei Nordmann im Dienst stand, Selbstmord durch Vergiftung. Nordmann hatte mit der Urba ein Liebesverhältnis unterhalten und in letzter Zeit schwere finanzielle Verluste erlitten. Rettungsmedaille für 2 Studenten. T Halle=Saale, 24. Dez. Den Studenten Hermann Lins und Bernhard Thormann ist die Rettungsmedaille am Bande verliehen worden. Die Opfer des letzten Nordseesturmes. T Kurhaven, 24. Dez. Die letzte Sturmperiode, die am 14. Dez. ihren Höhepunkt erreichte, hat eine ungewöhnlich große Zahl von Menschenopfern gefordert. Es haben soweit das diesseitige Seegebiet, bezw. die auf der Elbe fah. renden Dampfer in Frage kömmen, 52 Seeleute den Tod in den Fluten gefunden. Dabei können diese Zahlen auf Vollständigkeit leider noch immer keinen Anspruch machen. So ist z. B. das Schiffsunglück noch nicht aufgeklärt, das sich in voriger Woche in der Elbmündung ereignete, bei dem zwei Schiffbrüchige bei Büsum ans Land geworfen wurden. Einer dieser beiden war kurz vorher gestorben, der andere lebte noch, starb aber, bevor er vernommen werden konnte Beisetzung der ermordeten Gräfin Mielzynski. Posen, 24. Dez. Gestern wurde die Leiche der Gräfin Mielzynski aus der Ortskirche von Dakowymokra nach dem Kloster Woznik zur Beisetzung in der Familiengruft übergeführt. Anwesend waren der Bruder des Täters, Graf Ignaz Mielzynski, seine Gattin und seine Schwester. Den Kindern der Erschossenen wurde auf Wunsch des Vaters die Todesursache der Mutter verschwiegen. Deshalb wurde auch bei der Beisetzung, der eine große Menschenmenge beiwohnte, keine Ansprache gehalten. Der Erreger der Maul= und Klauenseuche gefunden? Zürich, 24. Dez. Unlängst wurde berichtet, der Prof. Dr. Stauffacher in Frauenfeld( Thurgau) habe den Erreger der Maul= und Klauenseuche festgestellt Nach den eigenen Mitteilungen des Professors ergaben seine Untersuchungen, daß es sich dabei nicht um ein Bakterium, sondern um ein tierisches Wesen handelt, das zu den Cocciden gehört. Die Jugendzustände des Schmarotzers sind sehr kleine Sporen; daraus erkläre sich auch die Beobachtung, daß der Infektionsstoff teilweise selbst durch Bakterienfilter hindurchgeht; die tierische Natur des Parasiten dagegen mache die Mißerfolge erklärlich, die andere Forscher und er selbst mit der Kultur des Schmarotzers auf Nährboden bis jetzt zu verzeichnen hatten. Feuer in ostsibirischen Kohlengruben. Wladiwostok, 24. Dez. Schon seit 8 Tagen wütet Feuer in den Steinkohlengruben von Argt. Der Besitzer vermutet Brandstiftung. In den Gruben sind 200 Arbeiter beschäftigt. Bei dem Ausbruch des Feuers befanden sich 50 Arbeiter darin. Es steigen hohe Feuersäulen empor. Pest. Sao Paulo(Brasilien), 24. Dez. In Guaratingueta herrscht seit 14 Tagen die Beulenpest. In 3—4 Tagen erfolgt meistens der Tod. Nach 24 Stunden der Erkrankung schon tritt die Besinnungslosigkeit ein. SeSChCSESELELELELPELPHESSHCES Schtrar-Ainematsgraph Anton Bien, gegenüber der erang. Eirche. Programm für Dienstag 23., Mittwoch 24., Donnerstag 25. und Freitag, den 26. Dezember. 1. Pollidor u. die Flieger.(Humoristisch.) Weltschlager! Weltschlager! B. Protea, der weibliche Detektiv. Großes Verbrecher- und Detektivdrama in 5 Akten. Eine gefahrvolle Szene aus diesem Film bildet den Höhepunkt alles bisher Gebotenen B. Proteas Höllenfahrt. Die verblüffendste Attraktion, die je getilmt wurde. 4. Blümchen als Naturforscher. Tolle Humoreske. 5. Das Waisenkind. Spannendes Drama. 6. Sonnenschein-Lotti. Humoreske. 7. Bei nicht zu starkem Andrang Extra-Einlage: Triumph der Kraft. Spannendes Zirkus-Drama in zwei Abteilungen. Preise der Plätze: 1. Platz 40, 2. Platz 30, 3. 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