— 1000. Nr. 238. (1. Blatt.) Montag den 13. Oktober 1913. 45. Jahrgang. (General=Anzeiger.) Amtliches Blatt aller Behörden weziell für die Orte Wattenscheid, Gelsenkirchen=Aeckendorf, Leithe, Günnigfeld, Hordel, i Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet : inkl. Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet § 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche : Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig). gegröndet 1868 (Neueste Nachrichten.) in Stadt und Amt Wattenscheid, Gevinghausen, Westenfeld, Höutrop, Eppendorf, Munscheid, Eiberg, Freisenbruch u. a. o#eigep vio Ronpareilgele oder deren Raum 15 Pfo, agowäte 20 Pfg., Reklamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Termin=; zusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach 1 Sthalt der Rechung. — Die Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung“ erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Mk. 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Dem einen sieht man sofort eine beträchtliche Wohlbehäbigkeit an: der andere kann's nicht verbergen, daß er ein armer Teufel ist. Neben dem Stadtmenschen steht der junge Mann aus entlegener Dörflichkeit. Diesem Gesicht hängt viel Stubenluft an, und jenes verrät, daß sein Inhaber meistens im Freien zu tun hatte. Die verschiedensten Gestalten—, aber nun sollen sie alle unter einer gemeinsamen Losung lernen und handeln: Dienst= und Wehrpflicht für Kaiser und Reich, für König und Vaterland! Im großen Gedächtnisjahre wollen wir uns mit besonderem Danke daran erinnern, daß damals vor hundert Jahren auch der gewaltige, vaterländische Gedanke der allgemeinen Wehrpflicht einen tatkräftigsten Ausdruck fand. Scharnhorst, der kluge und schneidige Waffenschmied der deutschen Freiheit, hat ihn klar erkannt und wacker verfochten. Jeder Angehörige des Staates, so sprach es dieser prächtige Mann wiederholt aus, soll ohne Unterschied der Geburt kriegspflichtig sein; für alle gesunden Söhne des Vaterlandes ist der Heeresdienst eine einfache patriotische Pflicht!... Zunächst mögen die neuen Verhältnisse, in die der junge Rekrut auf einmal eintritt, manche harte Ruß mit sich bringen. Zumal für solche, die bisher ein bißchen Muttersöhnchen spielten. Aber allgemach wächst man doch in Straffheit und Kräftigkeit hinein. Man erkennt mehr und mehr die innere Notwendigkeit und den höheren Zweck von Drill und Disziplin. Man fühlt die Wahrheit des Bismarck=Wortes:„Die Opfer, welche die allgemeine Wehrpflicht fordert, treten weit zurück hinter dem Nutzen, den sie schafft!“ Wie im Fluge vergehen die ersten Tage und Wochen. Es kommt die feierliche Stunde der kruten=Vereidigung. Ein freudiges Stolzgefühl darf den Mann im Königsrock erfüllen. Es ist etwas Großes und Schönes, dem Volk in Waffen angehören zu können, als wehrhaftes Glied einer großen Gemeinsamkeit im besonderen Sinne mitwirken zu dürfen für des Vaterlandes und Ehre. Also Glück auf allen neuen Rekruten! Mögen sie sich bald als tüchtige, ehrliebende Soldaten fühlen, und möge ihnen dann noch in späteren Jahren die Erinnerung an diese Zeit das Herz warm machen und die Augen leuchten lassen! Ein Wattenscheider Veteranenbuch. * Die Anregung des Vorsitzenden des Wattenscheider Kriegerverbandes, Hauptmann d. R. Kampmann, nach dem Muster des Bochumer Veteranenbuches auch die Kriegserinnerungen der Veteranen von Stadt und Amt Wattenscheid zu sammeln und in einem Buche zusammen zustellen, hat bei allen unseren Kriegern freudige Begeisterung und weiter besonders auch in den Kreisen der ehemaligen Soldaten allgemeines Interesse hervorgerufen. Die KriegsveteranenVereinigung mit ehrem Vorsitzenden Joh. M kus an der Spitze hat sich der Sache mit Eiser und Freude angenommen und hatte zur Besprechung u. bereitung des Planes auf Samstag nachmittag eine Versammlung im Vereinslokal Walterscheid einberufen, wofür Hauptmann d. R. Kampmann das Referat übernommen hatte. Als Vorsitzender Mikus, kurz nach 5 Uhr die Versammlung eröffnete, hatten sich ca. 70 ergraute Krieger eingefunden, viele unter der Last der Jahre gebückt, andere jedoch noch mit strammer, soldatischer Haltung, welche die 7 Jahrzehnte noch beugen vermochte. Manchen Charakterkopf sah man und manches noch im zugendlichen Veugr,ensctgtenges„Auge. Unter größter, stets wachsender Aufmerksamkeit entwikkelte Hauptmann d. R. Kampmann nunmehr seinen Plan bezüglich des Veteranenbuches. Den Ausführungen, welche von der großen Vertrautheit des Redners mit der Geschichte unsrer letzten Kriege zeugten, entnehmen wir kurz folgendes: Die Absicht, die Kriegserinnerungen im Anschluß an die von jetzt ab jährlich erscheinenden Berichte des Kriegerverbandes zu veröffentlichen, hat man fallen gelassen, weil sich dann die Veröffentlichungen auf viele Jahre erstrecken und die Berichte in einzelnen Heften, die natürlich leicht verloren gehen, zer opt würvden nscghiuntg gekiommen, nach dem Muster des haut zu dem Entsczun#ccommen, nach dem Muster des Bochumer Veteranenbuches, von dem ein Exemplar der Versammlung vorlag, ein solches für die Stadt und Amt Wattenscheid herauszugeben, sodaß alle Erinnerungen in einem einzigen Bande gesammelt werden. Der Redner erbat zu Ausführungen dieses Planes, die Unterstützung sämtlicher Veteranen. Alle möchten die Erinnerungen aus den letzten Kriegen zu Papier bringen, ganz gleich in welcher Form, und das Schriftstück dem Redner zusenden. Etwa dem Gedächtnis entfallegg Zige men würden an Hand der vorhandenen kriegsgeschichti: chen Werke ergänzt. Persönliche Erlebnisse und Eindrücke sowie besondere Beobachtungen möchte man eingehend darstellen, damit jeder Bericht eine ausgesprochen versönliche Note erhalte. Falls dem einen oder anderen eine Niederschrift nicht möglich sei, so stehe der Redner zur Entgegennahme der mündlichen Erzählung stets gern zur Verfügung. Das Mitgeteilte werde stenographiert und dann bearbeitet. Großen Wert besäßen ferner die Feldbriefe für das Buch, also diejenigen Briese, welche von den im Felde stehenden Soldaten in die Heimat geschrieben wurden. Da das Buch illustriert werden soll, wird jedem Bericht das Bild des Veteranen beigefügt. Zu diesem Zwecke bat der Redner, ihm möglichst Bilder aus der Soldatenzeit einzusenden, falls diese jedoch nicht vorhanden seien, solche neueren Datums. Der mit lebhaftem Beifall ausgenommene Vortrag schloß mit der Aufforderung auf einmütige Unterstützung des Werkes. In der Diskussion wurde Hauptmann d. R. Kampmann von allen Seiten lebhafter Dank für das Unternehmen gezollt und eifrigste Mitwirkung zugesagt. Es wurden bereits einige Berichte überreicht, nachdem schon vorher mehrere bei dem Verbandsvorsitzenden eingegangen waren. Es ist also alle Gewähr geboten, daß das schöne, der Erinnerung an die große Zeit der letzten Kriege geweihte Heimatswerk zustande kommt. Daß es umfangreich und reichhaltig werden dürßte, beweist wohl am besten der Umstand, daß in Stadt und Amt Wattenscheid noch 199 Veteranen wohnen, davon 95 in der Stadt und 105 im Amte Wattenscheid. 128 sind Mitglieder der Veteranenvereinigung Sodann wurden von der Versammlung die geschäftlichen Angelegenheiten der Tagesordnung erledigt. Nachdem Kamerad Fuchs das Protokoll verlesen hatte, teilt Vorsitzender Mikus mit, daß die Versammlung am 19. d. M. ausfällt. Die Vereinigung beteiligt sich am nächsten Sonntag an den Veranstaltungen des Krieger=Verbandes aus Anlaß der Jahrhundertfeier der Völkerschlacht von Leipzig. Morgens ist Kirchgang und darauf Parade, an der auch die Veteranen teilnehmen werden. Nach Erledigung weiterer Vereinsangelegenheiten wurde die anregend verlaufene Versammlung geschlossen. Die Satzungsänderungen beim Allgemeinen Knappschaftsverein. * Die am Samstag stattgefundene Generalversammlung des Allgemeinen Knappschaftsvereins, der man in den Kreisen der Bergarbeiter mit besonderer Spannung entgegengesehen halte, hat mit. einem wohl nicht allgemein vorausgesehenen für die Bergarbeiterschaft jedenfalls erfreulichen Ausklang geendet. Zu der Versammlung, in die die Knappschaftsältesten mit ihrer vollen Stimmenzahl von 472 und die Werksbesitzer mit ihrer auf 136 Werke entfallenden Stimmenzahl von 3823 vertreten waren, hatte das Königliche Oberbergamt als seine Kommissare die Oberbergräte Kreisel und Kieserling entsandt. Nach Vorwegnahme einiger Wahlen wurde in die Behandlung des Hauptgegenstandes der Tagesordnung, die Satzungsänderung, eingetreten. Es lagen dazu eine ganze Reihe von Anfrägen vor: neben dem die Bestimmung der Reichsversicherungsordnung berücksichtigenden Entwurf der Verwaltung auch Verbesserungsanträge der 3 großen Bergarbeiterorganisationen, sowie des Steiger=Verbandes und des Deutschen Gruben= und Fabrikbeamtenverbandes. Gleich bei Eintritt in die Erörterung erklärte der Vorsitzende Geheimrat Weidtman, die Werksbesitzer hätten ihm misgeteilt, daß sie nach einstimmigem Beschluß die Anträge der 3 Bergarbeiterverbände ablehnen würden und zwar wegen zu hoher Mehrbelastung, die sie bedingten. Um diese Mehrbelastung im einzelnen vor Augen zu führen, hatte Geheimrat Weidtman den finanziellen Stand des Allgemeinen Knappschaftsvereins ermitteln, und versicherungstechnisch beleuchten lassen. Aus dem sehr reichhaltigen Zahlensce geägegen 155 zu: Zahre 1902 auf 282 nen Knappschaftsverein, vas im Jayre 1902 auf 282 Millionen Mark errechnet worden war, sich nach der Ausstellung auf 534 Millionen Mark beläuft. Es ist also in den 11 Jahren um 252 Millionen M. größer geworden. Etwas günstiger sieht sich die Sache an, wenn Defizit auf den Kopf der Mitglieder berechnet. Es ergibt sich dann eine Ermäßigung von 2100 M. auf 1700 Mark. Was die Anträge der Verbände angeht, so derjenige des christlichen Gewerkvereins eine jährliche Mehrbelafung von 21 Milionen Megig,heriezge sas ien ale. besen. d. disr. di. licl. Mark bedingen. Es haben nun Verhandlungen stattge sunden zwischen den Werksvertreiern und den Arbeitnehmervertreiern im Vorstande. Es sind dies die Aeltesten des alten Bergarbeiterverbandes. Das Ergebnis der Vorbesprechungen ist ein Kompromißentwurf, der eine ganze Reihe nicht unwesentlicher Verbesserungen für die Bergarbeiler bringt, wenn naturgemäß auch manche Wünsche haben zurückgestellt werden müssen. Dieser Entwurf erfordert nach Mitteilungen des Geheimrates Weidtman eine Mehrbelastung von jährlich 1 440 000 M. Der Knappschaftsälteste Linke erklärte als Vertreter der Verbandsältesten, daß man schon seit längerer Zeit bemüht gewesen sei, mit den Werkbesitzern Fühlung zu nehmen, um für die Bergarbeiter wenigstens etwas zu erreichen. Selbstredend halte man an dem größeren Resormprogramm nach wie vor fest, man have aber eine Reihe von Wünschen zurückstellen müssen, um nicht alles zu gefährden. Linke empfahl dringend die Annahme des Kompromißentwurss. Er meinte im übrigen, auf die Wünsche der Werksvertreter betreffend den Bau eigener Krankenhäuser und betressend die Krankenkassen=Konirolle könne man ruhig Konzessionen machen. Namens des Christlichen Gewerkvereins erklärte der Knappschaftsälteste Wegener, die Gewerkvereinsältesten würden selbstredend für die Verbesserungen im Kompromißentwurf eintreten. Ganz entschieden lehne man aber den Bau weiterer Krankenhäuser ab, ebenso die Erweiterung der Krankenhauskontrolle, sowie einige andere neue Bestimmungen, die nach ihrer Meinung Verschlechterungen darstellten. Die Polen gaben eine ähnliche Erklärung ab. Daraufhin wurde der Kompromißantrag sowohl von den Aeltesten sowie von den Werksvertretern einstimmig angenommen. Die Generalversammlung nahm das Ergebnis mit Beifallsäußerungen auf und Geheimra tWeidtman gab in einem Schlußwort der Hoffnung Ausdruck, daß die gefaßten Beschlüsse der Vergarbeiterschaft wie dem Bergbau überhaupt von Nutzen sein möchten. Die in den Kompromißbeschlüssen vorgesehenen Erhöhungen der Knappschaftsleistungen gelten vom 1. Jan. 1914 ab für alle an diesem Tage laufenden Unterstützungen. Die Kompromißbeschlüsse enthalten auch eine wesentliche Aenderung in der künftigen Zusammensetzung der Generalversammlung. Bisher wurde sie gebildet von sämtlichen Aeltesten. Nach den Kompromißbeschlüssen wird sie in Zukunft zusammengesetzt aus 80 Abgeordneten der Aeltestenschaft, die im Wege der Verhältniswahl gewählt werden. Die Unterführung auf Station Ueckendorf. * Man schreibt uns: Die Zustände auf dem Bahnhofe Ueckendorf schreien nach Abhilfe. Wenn 5,59 Uhr vormittags die Post aus Gelsenkirchen den Bahndamm überschreiten will, um mit der elektrischen Straßenbahn zum Postamte zu gelangen, so wird regelmäßig auf dem Bahnübergange rangiert und die Post kommt dann ½ Stunde zu spät in Wattenscheid an. So auch am gestrigen Sonntag wieder. Infolgedessen wurde die Bestellung ½ Stunde zu spät angetreten.. Dies ist umso bedauerlicher, als Sonntags früh die stärkste Post kommt. Herbst=Appell. * Der diesjährige Herbstappell, zu weichem sich sämtliche Reservisten und Dispositions=Urlauber, sowie diejenigen Landwehrleute zu stellen haben, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. Septbr. 1901 eingetreten sind, findet für die Gestellungspflichtigen von Stadt und Amt Wattenscheid am 11. und 12. Nov. wie bisher im Saale des Restaurants Ahlmann am Kaiserplatz statt. Die älteren Jahrgänge haben sich am 11. Nov., die jüngeren am 12. Nov. zu stellen.(Näheres siehe Bekanntmachung). Herbstfest des Kavallerie=Vereins. * Am Samstagabend beging der Kavallerie=Verein im Saale des Hotels„Kaiserhof“ sein Herbstfest. In recht stattlicher Zahl hatten sich die Vereinsmitglieer mit ihren Damen sowie zahlreiche Gäste eingefunden. Der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Küpper sowie mehrere Vorsitzende der übrigen Vereine des Stadt=Kriegerverbander waren erschienen. Das Programm war, wie das stets bei den Festen des Vereins der Fall ist, ein gewähltes. Die vom Kameraden Nauheimer gestellte Musikkapelle leitete mit einem flotten Kavallerie=Marsch das Fest ein. Der Vereinsvorsitzende Müller begrüßte die Erschienenen in kameradschaftlicher Weise. Er gedachte in einer groß angelegten Rede der Zeit vor 100 Jahren und forderte die erschienenen Reservisten auf, den Kriegervereinen beizutreten, in denen treue Kameradschaft und vaterländische Gesinnung gepflegt würden, I. In das Hoch auf Seine Majestät stimmte die Festversammlung begeistert ein. Der Humorist Leo Kämmerich(früher Dratwinski) hielt mit seinem reichen Repertoir in den Pausen durch seine Vorträge die Lachmuskeln in fortgesetzter Bewegung. Gemeinsam gesungene Kavalleristenlieder und vor allem der Festball ließen die Stunden nur zu schnell verflieK gen. Das Fest nahm in jeder Beziehung den schönsten Verlauf. Nicht unerwähnt seien gelassen die vorzügliche Küche und Getränke des Festwirtes Gregor, der es versteht, den alten Ruf des Kaiserhofes wieder herzustellen. Amtliche Personenstandsaufnahme. * Die diesjährige Personenstandsaufnahme findet in Stadt und Amt Wattenscheid am 15. Oktober statt. Jeder Besitzer eines bewohnten Grundstückes oder dessen Vertreter ist verpflichtet, der mit der Aufnahme des Personenstandes betrauten Behörde die auf dem Grundstücke wohnenden Personen anzugeben. Die Haushaltungsvorstände haben wiederum den Hausbesitzern oder deren Vertretern die erforderliche Auskunft über die zu ihrem Hausstande gehörigen Personen zu erteilen. Bei Arbeitern, Dienstboten und Gewerbegehilfen ist auch der Arbeitgeber und die Arbeitsstätte anzugeben. Auf die Beachtung dieser Vorschriften wird an dieser Stelle besonders hingewiesen, weil Zuwiderhandlungen mit Strafe bis zu 300 Mark bedroht sind. Ein Versuch, sich oder Bedienstete, Mieter usw. durch Nichteintragen in die Hausliste der Besteuerung zu entziehen, erscheint nicht ratsam, weil Uebergehungen bei der Prüfung des Aufnahmematerials der Behörde mit Rücksicht auf das bereits vorhandene Material nicht unbemerkt bleiben können und erhebliche Geldstrafen durch die Regierung nach sich ziehen. Die Ausfüllung der Spalten im Aufnahmeformular für freiwillige Angaben ist— besonders bei den seit dem 15. Oktober vorigen Jahres umgezogenen Steuerpflichtigen— besonders wichtig, weil es dadurch der Steuerbehörde möglich gemacht wird, die bei der vorjährigen Veranlagung bekannt gewordenen Familienverhältnisse zu berücksichtigen. Die große Zahl von Einsprüchen gegen die Veranlagung, welche alljährlich eingehen, ist nach Mitteilung der Steuerbehörde in sehr vielen Fällen auf die unvollständige Ausfüllung der Hausliste bei der Personenstandsaufnahme zurückzuführen gewesen. Die ordnungsmäßige Ausfüllung des Aufnahmebogens wird manchen Steuerpflichtigen daher Aerger und Zeitverlust ersparen und liegt somit im dringendsten Interesse des steuerzahlenden Bürgers. Lehrerversammlung in Dortmund. * Die Herbstversammlung des Hauptverbandes der Lehrervereine im westfälischen Industriebezirke tagte am Samstag nachmittag in Dortmund unter dem Vorsitz des Lehrers Pohlmann=Hagen. Auch von Stadt und Amt Wattenscheid hatte sich eine stattliche Zahl von Lehrern eingefunden. Zunächst handelt es sich um vorbereitende Beschlüsse für die Provinzialversammlung in Altena betr. Schaffung einer dem Vorstande zu unterstellenden Standespresse, die von jedem Mitgliede des Verbandes als Pflichtorgan gehalten werden muß. Der erste Redner, Spangenberg=Siegen sprach über die Notwendigkeit der Schaffung eines solchen Organs. Der 2. Berichterstatter, Brocksieper=Einsal, wünscht ebenfalls ein Organ mit Pflichtbezug für die westfälischen Lehrer, er spricht sich aber dafür aus, daß keines der beiden bestehenden Organe Pflichtorgan werden dürfe, da sie dadurch ihre Unabhängigkeit einbüßen müßten. An die beiden Vorträge schloß sich eine lebhafte Aussprache. Beschlüsse wurden nicht gefaßt, doch schien es, als habe der 2. Redner die Mehrheit nicht auf seiner Seite. Der 2. Beratungsgegenstand betraf die Ortszulagen. Das einleitende Referat hatte ebenfalls Pohlmann=Hagen übernommen. Die Ortszulagen in der Höhe, wie sie jetzt gewährt werden, reichen bei weitem nicht aus, um dem Lehrer ein auskömmliches Einkommen zu ermöglichen. Bei den Kommunalverwaltungen werden die Lehrer mit ihren Ansprüchen zurückgewiesen, indem man auf den hohen Stand der Ausgaben für die Volksschulen hinweist. Auch an diesen Vortrag schloß sich eine lebhafte Debatte. Der Vorsitzende des Lehrerverbandes, Djialoczinsky=Hamm, versprach, mit den übrigen Verbänden in alter Brüderlichkeit Schulter an Schulter zu kämpfen. Vergassessor Vietor. * Bergassessor Adolf Vietor von hier, ein Schüler unseres Gymnasiums, hat einen informatorischen Posten in der Direktion der Gewerkschaft Friedrich der Große in Herne erhalten, die dem Bergmeister a. D. Hoppstaedter unterstellt ist. Kirchbau=Verein St. Joseph. * Im Restaurant Mai fand gestern nachmittag eine sehr zahlreich besuchte Versammlung des Kirchbauvereins St. Joseph statt, welche um 5 Uhr von dem Vorsitzenden, Kaufmann Erlenkämpper eröffnet wurde. Es wurde abermals die bekannte Abpfarrungsangelegenheit erörtert und dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß man bald die Erfüllung dieses Wunsches erhofft. Zum Schluß hielt Pfarrvikar Platte einen Vortrag über die Völkerschlacht bei Leipzig, der lebhaften Anklang fand. Krieger= und Landwehr=Verein. * Der Krieger= und Landwehrverein(Vereinslokal Kronenburg, Ludger Sonnenschein) veranstaltete gestern auf dem Krieger=Verbands=Schießständen Alten Markt ein Preis=Scharfschießen. Es nahmen über 70 Kameraden teil. Während des Schießens wurden vom VereinsKassierer an Beiträgen 123,50 Mk. vereinnahmt. 3 Reservisten Jahrgang 1911 wurden aufgenommen. Der 1. Schriftführer des Vereins, Kamerad Buschmann, erstattete Bericht über die letzte, beim Kameraden Küpper stattgefundenen Krieger=Verbandssitzung. Besonders wurde auf die vom Stadt=Krieger=Verband zu veranstaltende Gedächtnisfeier der Völkerschlacht bei Leipzig hingewiesen. Der Verein versammelt sich hierzu vormittags 9 Uhr im Vereinslokal zum Abmarsch nach dem Kaiserplatz, wo der ganze Verband mit Fahnen und Musik Aufstellung nimmt. Die Kameraden marschieren von hier aus zu den feierlichen Gottesdiensten in den beiden Pfarrkirchen. Hiernach tritt der Verein auf dem Kaiserplatz an zur Parade. Abends um 6 Uhr beginnend findet im Restaurant Kaisersaal(Koch) Generalappell des gesamten Verbandes statt. Die Mitteilung, daß der Kriegerverband am 24. Mai n. Is. wieder eine Rheinfahrt unternimmt, fand in der Versammlung freudige Aufnahme. Diejenigen Kameraden, welche sich an dieser Fahrt, die bis Königswinter geht, dann über den Drachenfalls und das Siebengebirge führt, beteiligen wollen, haben dieses bis zur Januar=Versammlung dem Vorstande anzumelden. Der langjährige 1. Kassierer des Vereins, Kamerad Heinrich Wienecke=Leithe hat seinen Austritt aus dem Verein erklärt, da er sich in dem neu gegründeten Krieger=Verein in Leithe hat aufnehmen lassen, und zugleicher Zeit hier einen Vorstandsposten inne hat. Als sein Nachfolger im Vorstande wurde von der Versammlung der Vereinswirt, Kamerad Ludger Sonnenschein bestimmt. Bei dem Preisschießen erhielten folgende Kameraden Preise: 1. Preis Bertram Esser 60 Ringe, 2. Preis Wilhelm Nehring jun. 57 N., 3. Pr. Wilh. Rensmann 55 N., 4. Pr. Josef Buschmann 54 R., 5. Pr. Eduard Sondermeier 52 R., 6. Pr. Otto Knoblauch 51 R., 7. Pr. Johann Helftewes 50 R., 9. Pr. Herm. Middendorf 50 Ringe. Von den Kameraden über 50 Jahre erhielten Preise die Kameraden Anton Ehlert 49 R., Wilhelm Küpper 34 N., Anton Krigs 27 R. Das Schießen fand stehend freihändig auf 24er Ringscheibe statt. Wissenschaftliche Ballonfahrt. * Am Samstagnachmittag 12,30 Uhr stieg vom Füllplatz der Zeche„Rheinelbe“ der Ballon„Essen" des Vereins für Luftfahrt im Industriegebiet mit 2 Herren zu einer größeren wissenschaftlichen Fahrt auf, bei welcher es sich hauptsächlich um photographische Aufnahmen vom Ballan aus handelte. Der Mitfahrer war ein Oesterreicher, welcher einen von einem österreichischen Hauptmann eigens zu diesem Zwecke bestimmten Apparat mitgebracht hatte. Dieser ist so konstruiert, daß mit ihm 8 Aufnahmen auf einmal gemacht werden können. Die größte Höhe, aus der noch photographiert werden kann, beträgt 1000 Meter, die hierbei aufgenommen Bodenfläche 5 Klm. Durchmesser. Es handelt sich hauptsächlich um Herstellung von Landkarten, welche photographiert deutlicher und genauer werden, wie unsere gezeichneten. Die Fahrt gestaltete sich sehr günstig; wegen des klaren Wetters konnten vorzügliche Aufnahmen gemacht werden. Die Landung erfolgte nach wunderschöner Fahrt gegen 4 Uhr in der Nähe des Bahnhofs Dedemsvaart in Holland. Barnung * Zur Verhütung von Unfällen auf den Wegeübergängen der Eisenbahnen, namentlich auf den unbewachten Uebergängen der Nebenbahnen wird behördlicherseits den Führern von Fuhrwerken die größte Vorsicht bei Ueberschreiten der Gleise erneut angeraten, da sie durch Unachtsamkeit ihr eigenes Leben und das anderer gefährden, und sich gleichzeitig einer erheblichen Bestrafung auf Grund des§ 316 d. Reichsstrafgesetzbuchs aussetzen. Das Winterprogramm der Sodalität. * Die Marian. Sodalität an der Propsteikirche (Präsel Vikar Köster) hat folgendes, reichhaltiges Winterprogramm aufgestellt: Sonntag, 26. Oktober. 6 Uhr Versammlung(ält. Abtlg.) im Kolpinghause. Vortrag:„Die Völkerschlacht bei Leipzig.(Gymnasiallehrer Vogt=Wattenscheid.) Im November: 2. Nov. 5 Uhr Versammlung(jüng. Abteil.) im Vereinshause. Vortrag:„Die Begräbnisstätten des alten Rom.“(Vikar Hogrebe=Wattenscheid), 9. Nov. Nach der Andacht bis 7 Uhr: Unterhaltungs=Nachmittag. 16. Nov. 5 Uhr Versammlung des Gesamtvereins und der Ehrenmitglieder bei Schmidt in Westenfeld. Feier zu Ehren des Hauptlehrers Dormann, der 25 Jahre als Dirigent der GesangAbteilung segensreich im Verein wirkt. 23. Nov. 6 Uhr Versammlung(ält. Abtlg.) im Kolpinghause. Vortrag:„Durch den Weltenraum.“(Prof. Langenberg=Wattenscheid.) 30. Nov. Delegierten=Versammlung in Hordel; im Dezember: 8. Dez. Generalkommunion des Vereins in der 6 UhrMesse. 2½ Uhr: Festandacht mit Predigt und Aufnahme neuer Mitglieder. 6 Uhr Theaterabend bei Koch, Oststraße, 14. Dez. 5 Uhr: Versammlung(jüng. Abtlg.) im Vereinshause. Vortrag:„Aus fernen Landen.“ Reiseerlebnisse.(Lehrer Karges=Wattenscheid), 21. Dez. Nach der Andacht bis 7 Uhr Unterhaltungsnachmittag. 28. Dez. 5 Uhr Weihnachtsfeier in der Kronenburg; im Januar: 4. Jan. 5 Uhr Versammlung(j. Abtlg.) im Vereinshause. Vortrag:„Ludwig Uhland. Mit Gesang und Deklamation.(Hauptlehrer DormannWestenfeld.) 11. Jan. 5 Uhr General=Versammlung mit Vorstandswahl im Vereinshause. Jahres= und Kassenbericht. 18. Jan. 6 Uhr Versammlung(ält. Abtlg.) im Kolpinghause. Vortrag:„Ueber die deutsche Wehrpflicht.“(Lehrer Plantenberg= Wattenscheid) 25. Jan. 5 Uhr Kaisergeburtstagsfeier i nder Kronenburg, im Februar: 1. Febr. 5 Uhr: Versammlung beider Abteilungen im Vereinshause. Vortrag: „Der Spiritismus“(der Präses). 8. Febr. Generalkommunion in der 6 Uhr=Messe. 5 Uhr Versammlung(jüng. Abteil.) im Vereinshause. Vortrag:„Die Stadtgemeinde"(Gewerkschaftssekretär Budeus, Gelsenkirchen), 15 Febr. 6 Uhr: Versammlung(ält. Abtlg.) im Kolpinghause. Vortrag: „Ueber die Unfallversicherung nach der Reichsversich.=Ordnung(Stadtsekretär Bücken=Wattenscheid). 22. Febr. 5 Uhr: Karnevalsitzung mit Konzert im Vereinshause, im März: 1. März. Nach der Andacht Unterhaltung im Vereinshause. 8. März. 5 Uhr Versammlung(jüng. Abtlg.) im Vereinshause. Vortrag:„Interessantes aus Afrika.“(Rechtsanwalt Engels=Wattenscheid), 22. März, 6 Uhr Versammlung(ält. Abtlg.) im Kolpinghause. Vortrag:„Die erste Hilfe in Unglücksfällen(Dr. med. Butzon=Wattenscheid), 29. März. Generalkommunion des Vereins in der 6 Uhr=Messe. 5 Uhr gemeinsame Versammlung beider Abteilungen im Vereinshause. Vortrag:„Warum zahlt man als Staatsbürger Steuer?"(Arbeitersekretär Witt=Wattenscheid), im April: 5. April. 5 Uhr Versammlung (jüng. Abtlg.) im Vereinshause zur vorläufigen Aufnahme der Schulentlassenen. 1. Vortrag:„Was bietet mir der kath. Jünglingsverein?“ 2. Vortrag:„Das große internationale Jugendfest in Rom.“ Von einem Teilnehmer.(Bezirksturnwart Marx=Eickel) 26. April. 6 Uhr Versammlung(ält. Abteil.) im Kolpinghause. 1. Vortrag:„Was muß ich von der Reichsversicherungsordnung wissen?"(Arbeitersekretär Witt=Wattenscheid), 2. Vortrag:„Charakter.“(Hauptlehrer Dormann=Westenfeld). Interessantes Kriegsspiel. * Ein interessantes Kriegsspiel fand gestern in den Ruhrweiden bei Stiepel statt, an welchem auch der Jungdeutschlandbund=Wattenscheid unter Führung des Hauptmanns d. R. Kampmann teilnahm. Die allgemeine Kriegslage war ungefähr folgende: Die roten Truppen, welche von Wattenscheid gestellt wurden, waren bei Weitmar=Eppendorf geschlagen worden und zogen sich auf Haar zurück. Die siegreichen weißen Truppen(der Gelsenkirchener Jungdeutschlandbund) folgten, worauf es in den oben erwähnten Ruhrweiden zum Kampfe kam. Die roten Truppen wurden vom Hauptmann d. R. Kampmann und die weißen vom Oberleutnant von der Louchau(Bezirkskommando Gelsenkirchen) geführt. Die Oberleitung hatte der Bezirkskommandeur Oberstleutnant Grote von Gelsenkirchen, während Major Kämmerer von Gelsenkirchen als Schiedsrichter fungierte. An der Pumpstation wurde sodann das Biwak bezogen und der Kaffee gekocht. Oberstleutnant Grote brachte das Kaiserhoch aus, während Oberlehrer Leutnant d. R. Deike von Gelsenkirchen die Bedeutung der Leipziger Schlacht vor Augen führte. Dann traten die Teilnehmer unter klingendem Spiel den Rückweg nach Wattenscheid=Gelsenkirchen an. Erfolge des Turn=Vereins D. T. * Die Zöglingsabtéilung des hiesigen Turn=Vereins D. T. beteiligte sich gestern an dem Zöglingswetturnen in Mülheim=Ruhr. Kränze errangen die beiden Wattenscheider Turner W. Scheuerl in der 1. Abt. mit 78 Punkten und Jos. Kordt in der 2. Abt. mit 77 Punkten.— In der am Samstag bei Koch stattgefundenen Versammlung des Turnvereins wurden wiederum 4 neue Mitglieder aufgenommen. Ferner beschloß man u. a. die Beschaffung einer Siegertafel.— Bekanntlich beteiligt sich der Verein auch an dem Stafettenlauf zur Einweihung des Völkerschlachtdenkmals am 18. Okt. Diejenigen Turner, welche als Läufer mitwirken wollen, mögen sich morgen beim Turnen oder beim Turnwart Jerabeck melden. Sauerl. Gebirgsverein. * Die Mitglieder des Sauerländischen Gebirgs=Vereins seien nochmals auf die heute abend 8,30 Uhr im Restaurant Langensiepen stattfindende außerordentliche Generalversammlung hingewiesen. 7,30 Uhr Vorstandssitzung. Krieger=Verein 16. Armeekorps. * Der Kameradschaftliche Verein 16. Armeekorps hielt gestern in seinem Vereinslokal Drenhaus eine sehr gut besuchte General=Versammlung ab. Die Verhandlungen wurden vom 1. Vorsitzenden, Kameraden Grimm, eröffnet und geleitet. 1 neues Mitglied wurde ausgenommen. Der 1. Schriftführer, Kamerad Wellen, verlas das Protokoll der letzten Versammlung, welches genehmigt wurde. Der 1. Vorsitzende brachte sodann den einstimmigen Beschluß des Vorstandes zur Kenntnis, wonach Rechtsanwalt Beckmann zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt werden soll. Der Verein nahm Kenntnis, daß Rechtsanwalt Beckmann als der alte Freund und Gönner des Vereins den allseitigen Wunsch der Kameraden gefolgt sei und sich bereit erklärt habe, sich in die Reihen des Vereins aufnehmen zu lassen. Es wurde einstimmig beschlossen, von jetzt ab nur noch die Inserate in der Wattenscheider Zeitung zu veröffentlichen. Der Verein feiert seine Kaisersgeburtstagsfeier 1914 am Sonntag, 25 Januar im Saale des Restaurateurs Koch(Kaisersaal.) Die Festkommission wurde durch die beiden Kameraden Hülder und Steinbach verstärkt. Gelegentlich der nächsten Monats=Versammlung am 9. Nov. soll ein Preisschießen im Vereinslokal abgehalten werden, welches um 3 Uhr anfängt. Der Vorsitzende ermahnte die Kameraden, sich an den am Sonntag, den 19. Okt., zum Andenken an der Völkerschlacht bei Leipzig stattfindenden Veranstaltungen des Krieger=Verbandes vollzählig zu beteiligen. Zum Schluß berichtete der Vorsitzende noch über die letzte Stadtverbandssitzung. Besonders kam die im nächsten Jahre vom Verband zu veranstaltende Rheinfahrt zur Sprache. Hierauf schloß der 1. Vorsitzende mit einem Kaiserhoch die Versammlung. Nach Schluß der Versammlung erschien der neue Ehren=Vorsitzende, Rechtsanwalt Beckmann, in Begleitung des 2. Vorsitzenden des StadtkriegerVerbandes, Stadtverordneten Küpper. Beide Herren wurden mit allseitiger Herzlichkeit aufgenommen. Rechtsanwalt Beckmann begrüßte jeden einzelnen Kameraden durch Händedruck. Der Vorsitzende des Vereins, Restaurateur Grimm widmete dem neuen Ehren=Vorsitzenden Namens des Vereins sodann einige Worte freundlichen Willkommens und gab sich der Hoffnung hin, daß der Gefeierte recht lange in den Reihen des Vereins bleiben möge. Hierauf ergriff Rechtsanwalt Beckmann das Wort, gab seiner Freude über die einstimmige Ernennung Ausdruck, und widmete dem Verein eine mit Begeisterung aufgenommene Rede, Er schloß seine Ausführungen mit dem Kaiserhoch. Der 2. VerbandsVorsitzende, Kamerad Küpper, sprach noch dem Verein seinen Glückwunsch aus, zu der getätigten Ernennung und brachte ein Hoch auf den Verein aus. Die Kameraden blieben dann noch einige Zeit in froher Stimmung zusammen Die Mieter gegen die Hausbesitzer. * Unter zahlreicher Beteiligung von Belegierten aus allen Teilen des Reiches traten in Leipzig die deutschen Mietervereine zu ihrem 13. Verbandstag zusammen. Eingeleitet wurde die Tagung mit einem Vortrage des Verbandsvorsitzenden Meißgeier(Leipzig), der in einer öffentlichen Versammlung über das Thema:„Die Wohnungsfrage und die gemeinnützige Bautätigkeit" sprach. In der Hauptversammlung sprach an erster Stelle der Generalsekretär des Deutschen Vereins für Wohnungsreform Dr. K. v. Mangoldt(Frankfurt a, M.) über die Wohnungsgesetzgebung im Reich und in den Bundesstaaten. Redner kritisierte eingehend die bestehenden Verhältnisse und die für die Zukunft auf dem Boden der Gesetzgebung vorgesehenen Reformen, die zwar dankbar zu begrüßen seien, aber noch ausgebaut werden müßten. Der Kongreß nahm folgende Resolution an:„Der 13. Verbandstag deutscher Mietervereine erachtet eine umfassende gesetzgeberische Regelung der Wohnungsfrage für eine Aufgabe von allergrößter Wichtigkeit und Dringlichkeit und begrüßt deshalb trotz mancher Einwendungen den preußischen Wohnungsgesetzentwurf mit Freuden als einen Anfang des Notwendigen. Er verlangt, daß die jetzt vorliegenden gesetzgeberischen Absichten im Reiche sowohl als auch in Preußen nicht abgeschwächt, sondern im Gegenteil, verbessert und ergänzt, Wirklichkeit werden. Zur Verbesserung des preußischen Wohnungsgesetzentwurfs fordert der Verbandstag zunächst insbesondere eine einmalige große Revision der Bebauungsbestimmungen und eine weite durchgreifendere Sicherung einer billigen und leichten Baulandsaufschließung gegen übertriebene kommunale Lasten und Bestimmungen, als sie der preußische Entwurf vorsieht. Der Verbandstag protestiert ferner auf das Entschiedenste gegen jede weitere Verzögerung der schon seit vielen Jahren dringend notwendigen Reform des Grundstücksschätzungswesens in Preußen und erinnert an die Reform des Enteignungsrechtes und Enteignungsverfahrens sowie an die planmäßige Förderung einer großen Dezentralisation. Der Verbandstag fordert endlich auch die anderen Bundesstaaten außer Preußen auf, auf dem Felde der Wohnungsreform energisch vorzugehen. Ergänzt wurde diese Resolution durch folgenden Zusatz zur Frage der Einführung amtlicher Wohnungsnachweise, der gleichfalls zur Annahme gelangte:„Der Verbandstag erblickt in der Einführung amtlicher Wohnungsnachweise eine Einrichtung von wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung, die besonders geeignet ist, ein klares Bild vom Wohnungsmarkt zu schaffen. Es erscheint als dringende Notwendigkeit, daß an Orten, in denen Wohnungsaufsicht besteht, diese amtlichen Nachweise der Wohnungsaufsicht angegliedert werden, weil diese, wenn sie Räumungsbefehle aussprechen, die Pflicht haben, auch einwandfreie Wohnungen nachzuweisen. Die verschiedentlich bestehenden privaten Wohnungsnachweise können als Ersatz für amtliche Nachweise nicht angesehen werden, weil sie einerseits nicht in der Lage sind, einen Meldezwang einzuführen, und weil sie andererseits nach den gemachten Erfahrungen einseitigen Interessen dienen. Der Verbandstag beauftragt den Verbandsvorstand, eventuell die Landesorganisationen, mit Nachdruck für die Einführung amtlicher Wohnungsnachweise einzutreten.“ Pastor a. D. Kötschke(Berlin) begründete sodann eine Resolution, die sich für eine Ein schränkung der Hausbesitzerprivilegien aussprach. Auch diese Resolution gelangte zur Annahme.— An letzter Stelle sprach Rechtsanwalt Dr. Levinger(München) über die Reform des Mietsrechts, wobei der Referent eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen machte. Der Kongreß wurde mit nichtöffentlicher Vertreterversammlung abgeschlossen. Für Handwerker. * Die Uebergangszeit für den kleinen Befähigungsnach. weis im neuen Handwerkergesetz ist mit dem 1. Oktober d. I. abgelaufen. Nach dieser Zeit treten die vollen Bestimmungen in Kraft zur Erlangung des Meistertitels verbunden mit der Berechtigung zum Anlernen von Lehrlingen. Wer z. B. von jetzt ab nicht nachweisen kann, daß er eine vorschriftsmäßige Lehr= und Gesellenzeit durchgemacht hat, kann nie den Meistertitel bekommen. Sicherheitsmännerkonferenz für das Ruhrgebiet. * Der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands hatte auf gestern nachmittag eine Konferenz der bergbaulichen Sicherheitsmänner des gesamten Ruhrreviers nach Gelsenkirchen einberufen, die von mehreren 100 Sicherheitsmännern besucht war. Der Vorsitzende des Gewerkvereins, Bogelsang=Essen, betonte in seiner Eröffnungsrede, daß sich derartige Konferenzen als ein dringendes Bedürfnis herausgestellt hätten, da sich bei der Handhabung des Unfallverhütungsdienstes und in der Behandlung der Sicherheitsmänner mancherlei ergeben habe, was der Abstellung bedürfe. Landtagsabgeordneter Imbusch besprach in längerem Vortrage das Sicherheitsmännersystem Im Anschluß an den Imbuschschen Vortrag kamen eine ganze Reihe von Sicherheitsmännern aus allen Bezirken des Ruhrreviers zu Wort, um ihre Erfahrungen kundzugeben. Vorwiegend wurden die Verhältnisse auf den staatlichen Gruben, ferner bei einigen Privatzechen besprochen. Auf Vorschlag des Referenten wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, in der auf die Steigerung der Unfallziffern hingewiesen und ausgeführt wird: Es erscheint deshalb notwendig, daß durch einen Ministerial= erlaß die Bergbehörden auf die Bedeutung der Grubenkontrolle durch die Sicherheitsmänner hingewiesen werden. Die Konferenz ist ferner einstimmig der Meinung, daß ein weiterer Ausbau des Gesetzes im Sinne einer Erweiterung der Rechte der Sicherheitsmänner dringend geboten erscheint. Eine weitere Entschließung, der man ebenfalls einstimmig beipflichtete, betont in ihrem Schlußsatz erneut den Wunsch des christlichen Gewerkvereins nach einer Arbeitsgemeinschaft der Bergarbeiterorganisationen. Diese Resolution hat folgenden Wortlaut:„Die gewaltige Entwickelung des Ruhrbergbaus und die damit zusammenhängende starke Vermehrung der Arbeiterzahl hatte zur Folge, daß viele Tausende, mit den Eigentümlichkeiten und Gefahren des Bergbaues nicht vertraute Arbeiter angelegt wurden. Diese Arbeiter wurden vielfach, ohne vorher genügend aufgeklärt und unterrichtet zu sein, auch unterirdisch und nicht selten sogar mit gefährlichen Arbeiten beschäftigt. Dadurch wurden die Unfälle wesentlich gesteigert. Die Sicherheitsmänner haben auf diese Verhältnisse keinen Einfluß. Es ist deshalb falsch, aus der noch immer steigenden Unfallziffer zu schließen, die Gruben=Kontrolle durch die Arbeiter habe noch keine Erfolge gebracht. Trotzdem geschieht das aber seitens der Werkbesitzer und sogar noch von Vertretern der Bergbehörde. Letzteres ist um so bedauerlicher, weil die Bergbehörde eine ausreichende Aufklärung solcher Arbeiter veranlassen kann. Die Zahlung ausreichender Gedingesätze und die Beschränkung überlanger Arbeitszeit ist für die Unfallverhütung ebenfalls von großer Bedeutung. Die Sicherheitsmänner können auch in dieser Hinsicht keinen direkten Einfluß ausüben. Die Konferenz weist darauf hin, daß man nicht alles von den Sicherheitsmännern erwarten kann, vielmehr bleibt auf diesem Gebiete der Gesetzgebung, der Bergbehörde und den Organisationen der Bergleute ein reiches Tätigkeitsgebiet. Insbesondere können und müssen die Organisationen der Bergleute in der Förderung des Bergarbeiterschutzes zusammenarbeiten.“ In seinem Schlußwort betonte Gewerkvereinsvorsitzender Vogelsang, daß man die gewonnenen Eindrücke verwerten würde. Im übrigen beabsichtige der Gewerkverein dieser 1. Konferenz regelmäßige Zusammenkünfte der Sicherheitsmänner folgen zu lassen. Diese Ankündigung wurde allgemein beifällig aufgenommen. Das leidige Messer. * Gestern abend 9 Uhr hat sich auf der Bochumerstraße eine blutige Messerstecherei abgespielt. In einer Wirtschaft dortselbst war der Bergmann Friedrich Misterek, Günnigfelderstraße wohnhaft mit 4 Burschen in Streit geraten und wurde von diesen mit Biergläsern und Stühlen recht übel zugerichtet. Schließlich ergriff er die Flucht, verfolgt von seinen Gegnern. Bei der Plakatsäule wurde ex eingeholt, vermochte sich aber nochmals loszureißen und bis zum Hause Bochumerstraße 81 zu flüchten. Hier erhielt er einen wuchtigen Stich in den Rücken, worauf die Verfolger das Weite suchten. Der Verletzte, welcher stark blutete, wurde in das Haus getragen, wo ihm das in der Wunde steckengebliebene Messer erst nach erheblichen Mühen aus dem Rücken entfernt werden konnte, ein Zeichen dafür, mit welcher Wucht das Messer geführt wurde. Man brachte den Verletzten zum Arzte, der einen Notverband anlegte, und dann in seine Wohnung. Er ist 25 Jahre alt und verheiratet. Die Verletzung ist trotz des ca. 4 Zentimeter tiefen Stiches nicht lebensgefährlich. Der Täter, welcher von dem Verletzten nicht erkannt wurde, trug einen blauen Anzug und war ohne Vorhemd. Die Polizei ist dem Täter aber bereits auf der Spur. Herbst=Nebel. * Ein feuchter, undurchsichtiger Nebel lag heute Morgen auf der ganzen Landschaft. Man konnte kaum auf 6 Schritte Jemanden erkennen. Im Betriebe der Bahnen werden sich Stockungen und Verspätungen kaum vermeiden lassen. Unfälle sind bisher nicht zu unserer Kenntnts gekommen. Körungs=Termine. * Nach dem uns vorliegenden Geschäftsplan des Landstallmeisters Frhrn. von Schorlemer, dem Direktor des Landgestüts zu Warendorf sind für die Ankörung der Privatbeschäler für den hiesigen Bezirk folgende Termine festgesetzt, für Kreis Gelsenkirchen am 22. November, 9.40 Uhr morgens am Bahnhof zu Heßler, für Kreis Recklinghausen am 21. November morgens 10 Uhr an der Beschälstation zu Meckinghoven, für Kreis Lüding= haufen am 20. November mittags 1 Uhr an der Beschälstation zu Bork. Ein Nachkörungstermin ist für 10. Januar 1914 10 Uhr morgens zu Hamm auf dem großen Exerzierplatz daselbst angesetzt. Das Vormann=Jubiläum. * Westenfeld, 13. Okt. In geschlossener Weise beging gestern der Gesangchor der Wattenscheider Propsteisodalität das 25jährige Jubiläum seines Dirigenten, des Hauptlehrers Jos. Dormann=Westenfeld. Um 6 Uhr nachmittags war der Streier'sche Saal bereits dicht besetzt. Es waren nicht nur die jetzigen 30 Sänger des Chores mit ihren Angehörigen, sondern zur besonderen Freude des allseits beliebten Dirigenten auch die früheren Sänger der Gesangabteilung zur Festesteilnahme erschienen. Zu Beginn der Feier sprach das Mitglied Ulrich den von uns schon am Samstag veröffentlichten Prolog, den das ehemalige Mitglied Werner(jetzt in Gladbeck wohnhaft) verfaßt hat. Dann trug der Chor unter Leitung des Vorsitzenden Hr. Brennecke das herrliche Lied „Gott grüße Dich“ vor, das dem Dirigenten besondere Freude machte. Ebenso zeigte sich der Gefeierte sichtlich gerührt, als der Vorsitzende seine Verdienste um den guten Gesang innerhalb der Sodalität in einer herzlichen Ansprache hervorhob und dabei insbesondere das stets so zurückhaltende, schlichte Wesen des Hauptlehrers Dormann nicht unerwähnt ließ. Zum Schluß seiner Worte überreichte ihm der Redner das von der Gesangabteilung und den ehemaligen Sängern gestiftete große Bild, das in Form eines kunstvollen Kupferstiches eine Birkenallee stimmungsvoll darstellt. Dormann antwortete mit einigen Worten, indem er betonte, daß die Erfolge des Gesanges, die die Abteilung aufzuweisen habe, in erster Linie dem treuen Wirken jedes Einzelnen zur höheren Ehre Gottes zuzuschreiben sei. Er danke seinerseits jedem Mitgliede für die treue Mitarbeit zum Besten der Gesangabteilung und der Sodalität überhaupt. Bei schönen, gemeinsamen Liedern und heiteren Vorträgen blieb man noch einige Stunden fröhlich beisammen. Die öffentliche Feier der Gesamtsodalität findet am Sonntag, 16. Nov. bei Schmidt in Westenfeld statt. Tödlicher Unfall. * Westenfeld, 13. Okt. Auf einer benachbarten Zeche verunglückte Samstag nachmittag durch herabfallendes Gestein der Bergmann Wilhelm Strelewski von hier, Wilhelmstraße wohnhaft. Der Aermste konnte nur als Leiche geborgen werden. Seine Frau und ein Kind beweinen den Tod ihres Ernährers. Der Verunglückte ist erst 27 Jahre alt. Gemeinderat Westenfeld. * Westenfeld, 13. Okt. In der letzten, unter Vorsitz des Amtmanns Emisch stattgehabten Sitzung der Gemeindevertretung wurden wieder mehrere bedeutsame Beschlüsse gefaßt, die im Interesse unserer aufstrebenden Gemeinde liegen. Zunächst wurde an Stelle des Gutsbesitzers Wilh. Höhne gen. Baumann, der sein Amt als stellvertretender Ge meindevorsteher wegen Arbeitsüberbürdung niedergelegt hatte, Betriebsführer Hr. Wohlgemuth von Zeche Fröhl. Morgensonne zu dessen Nachfolger gewählt. Zum Ausdruck des besonderen Vertrauens erfolgte die Wahl einstimmig. Sodann wurde beschlossen, daß die Anwohner der jüngst ausgebauten Oststraße die Straßenparzellen nunmehr ans Amt auflassen müssen. Amtmann Emisch nimmt die diesbezüglichen Erklärungen gern entgegen. Gemeinsam mit der von Gutsbesitzer Vieting ausgebauten Vogel spothstraße und der Karlstraße bildete die Oststr. bekanntlich die direkte und kürzeste Verbindung von Schacht 1=3 der Zeche Centrum zur Provinzialchaussee Höntrop=Westenfeld; sie mündet in WattenscheidStadt bei Löbbert in die Bochumerstr. ein.— Endlich wurde noch beschlossen, die Hauptstraße vom Wattenscheider neuen ev. Friedhof aus bis zum Restaurant Hr. Schmidt neu zu pflastern und sie auch auf der Strecke von Bült mann bis zum Mühlenteich in Ordnung zu bringen. Zum Schluß wurden noch einige Armensachen erledigt. Haus= und Grundbesitzer=Verein Höntrop. * Höntrop, 13. Okt. Der Haus= und Grundbesitzerverein von Höntrop, Westenfeld und Umgegend hielt gestern nachmittag 5 Uhr im Lokale des Restaurateurs Erlenkämper in Westenfeld die gut besuchte General=Versammlung ab. Sie wurde, da der 1. Vorsitzende, Kaufmann Förder=Höntrop wegen Krankheit am Erscheinen verhindert war, vom 2. Vorsitzenden Lehrer Koch=Westenfeld geleitet. Zunächst wurde ein Schreiben des Amtmanns Emisch bekannt gegeben, wonach auf Bitten des Vereins die Kanalgebühren um 2 Prozent herabgesetzt worden sind, gewiß ein schöner Erfolg, von dem mit Dank gegen die Amtsversammlung Kenntnis genommen wurde. Auch das Schreiben des Vorstandes, die Autofahrten innerhalb der Gemeinden in Bezug auf ihr rasendes Tempo besser überwachen zu lassen, hat insofern Erfolg gehabt, als der Amtmann mitteilte, daß er die Polizeibeamten zur strengsten Durchführung der Kontrolle angewiesen habe. Immerhin beklagte es die Versammlung, daß die Behörden auf die Anzeige von Privatpersonen, die Uebertretungen der Schnelligkeitsvorschriften melden, nicht mehr reagieren. Es hat dies jedoch darin seinen Grund, daß wiederholt bei solchen Privatanzeigen Unjug getrieben worden ist. Um jedoch einem der Hauptgründe, die dem Verein bei seiner diesbezüglichen Eingabe maßgeblich gewesen sind, zu entsprechen, sollen die in Betracht kommenden Gemeindevertretungen gebeten werden, die von den Autos hauptsächlich frequentierten Straßen entweder regelmäßig sprengen oder aber mit einer bestimmten Teermengung bedecken zu lassen, um sich gegen das Staubaufwirbeln im Interesse der Gesundheit und besonders der der Schulkinder zu schützen. Die für diesen Punkt s. Zt. eingesetzte Kommission soll die Angelegenheit nochmals prüfen und erledigen und der Versammlung berichten. Bezüglich der Vereinsbeiträge wurde einstimmig beschlossen, für diejenigen Mitglieder, die mehrere Häuser besitzen, den Beitrag verart zu erhöhen, daß für das 1. Haus jährlich M. 3.— und für jedes weitere Haus je 50 Pfg. zu bezahlen ist. Man folgte hierbei dem Statut des Wattenscheider Vereins. Das vom Hausbesitzerverband(Vorsitzender Justizrat Greve=Gelsenkirchen) kostenlos zur Verfügung gestellte Werbezirkular soll im Vereinsbezirk denjenigen Hausbesitzern, die noch nicht Mitglieder sind, ehestens zugesandt werden. Sodann wurde 1 Mitglied neu aufgenommen, indessen 2 Mitglieder wegen Nichtzahlens der Beiträge gestrichen wurden. Nachdem die Häuser der Mitglieder nun seit 3 Jahren nicht mehr nivelliert worden sind, soll mit dem Landmesser Keuten=Wattenscheid ein neues Abkommen getroffen werden zur baldigen Vornahme der Nivellierungen. Während ein Einzelnivellement in der Regel 15 Mark kostet, erhofft man von Keuten wegen der gemeinsam auszuführenden Bearbeitung bei der jetzt 125 Mitglieder betragenden Größe des Vereins auf einen besonders günstigen Preis. Zahlreiche Mitglieder meldeten bereits das neue Nivellement an. Die Haftpflichtversicherung Stuttgart hat für die Vereinsmitglieder die Prämie wesentlich ermäßigt, nämlich auf M. 3.38 bei einem Mietswert bis zu M. 3000.— und auf M. 6.08 bei einem Mietswert bis zu 5000 Mark. Der Vorsitzende Förder nimmt Anmeldungen zur Haftpflicht zu diesen ermäßigten Sätzen entgegen. Von Vereinswegen soll ein Buch über die Beschaffung, 2. Hypotheken angeschafft werden zur Zirkulation bei den Mitgliedern, die sich in dieser geldknappen Zeit für diese Frage interessieren. Zum Schluß wurde noch der Punkt betr. Abhalhaltung von Vorträgen zur Belehrung der Mitglieder erörtert. Rechtsanwalt Engels=Wattenscheid und Verleger Schulte=Essen sollen gebeten werden, gemeinsam möglichst mit allen Hausbesitzer=Vereinen in Stadt und Amt Wattenscheid einen öffentlichen Vortrag in Höntrop halten zu wollen. Schlägerei in Eppendorf. *Eppendorf, 13. Okt. Auf der Eppendorfer Heide kam es vor einigen. Tagen zu einer Schlägerei, wobei verschiedene Personen erhebliche Verletzungen an Armen und Beinen und am Kopfe davontrugen. Mit Bierkrügen und sonstigen Gegenständen wurde„gearbeitet". Die Polizei mußte einschreiten und dem Treiben ein Ende machen. Anzeige ist erstattet. Von der Anklage des Diebstahls freigesprochen. * Hordel, 11. Okt. Der Brauer Wilhelm R. von Herne wurde von der Anklage des Diebstahls wegen mangelnder Beweise freigesprochen. R. sollte einem hiesigen Schutzmann einen Barbetrag von 200 Mark entwendet haben. * Wegen Stoffandranges mußten zahlreiche Lokalartikel für die nächste Nummer zurückgestellt werden. Eingesandt. Eine öffentliche Markthalle in Wattenscheid. * Wattenscheid, 13 Okt. Es sei mir verstattet, an dieser Stelle Anregung zu geben auf Errichtung einer Markthalle für die Stadt Wattenscheid. Gerade für mittlere Städte, die mit großen Nachbarstädten arg zu konkurrieren haben, ist der Bau einer Markthalle ein dringendes Bedürfnis. Man muß bedenken, daß die Märkte doch bei schlechtem Wetter nicht so gut besucht sind wie es bei Markthallen selbst bei stärkstem Regen der Fall ist. Die Hausfrau beliebt eben auf den offenen, aller Wetterunbill ausgesetzten Märkten nicht zu kaufen, indessen sie gern auch bei Regen eine Markthalle aufsucht. So hat z. B. auch die Stadt Buer eine wenn auch nur primitiv schützende Markthalle erbaut. Auch in gesundheitlicher Beziehung ist der Vorschlag m. E. nur gut zu heißen: Wir schützen in der Markthalle unsere lieben Frauen, Mütter und Töchter vor dem Sturm, der ihre Gesundheit doch sehr erheblich angreift. Teuer kann eine solche Halle nicht zu stehen kommen, sie würde sich durch die Standgelder rentieren, wenigstens keine Zuschüsse erfordern. Dann würde sie uns den Vorteil bringen, daß wir eine große Halle auch für öffentliche Feste besäßen, die wir doch vollständig noch entbehren. Sie wird leicht so gebaut werden können, daß sie zur Abhaltung großer Feste der gesamten Bürgerschaft geeignet ist. Wir würden die Gemeinden des Amtes Wattenschei d viel mehr an uns fesseln, wenn wir ihnen und ihren Frauen eine Markthalle bieten, in der sie oft und gern kaufen würden und die ihnen Gelegenheit zum Ausruhen unter schützendem Dache geben würde. Das Ansehen unseres Namens würde bedeutend gehoben werden. So ließen sich noch viele Vorteile hervorheben, die das Projekt mit sich brächte und die vielleicht von fleißiger Frauenhand mal in dieser Zeitung geschildert werden. Ein Wattenscheider. (Unsere Redaktion hat zwecks Herbeiführung einer allgemeinen Erörterung diese Zeilen gern ausgenommen, steht jedoch nach reiflicher Ueberlegung nicht auf dem Standpunkt, daß eine neue Markthalle für Wattenscheid ein Bedürfnis wäre. Zunächst ist die Platzfrage hier sehr schwer zu lösen. Wollte man die Halle bauen, so würden zweisellos die Märkte auf unseren Plätzen, dem Alten Markt, dem Kaiserplatz und dem Bismarckplatz, aufgehoben werden müssen, was für die Anwohner von zweien derjenigen Plätze, auf denen nun die Halle nicht erbaut würde, einen großen Schaden bedeutete. Bei der langgestreckten Lage der Stadt würde der übergroße Teil der Bevölkerung dadurch benachteiligt. Und die Halle erst für die Abhaltung von Festen zu benutzen, wäre die Schaffung einer neuen Konkurrenz für unsere Saalbesitzer. Unsere Stadtverwaltung, wie auch das Stadtbauamt u. einzelne Stadtverordnete haben wiederholt die Frage schon angeschnitten, sie sind aber alle zu negativem Resultat gekommen, und zwar aus den eben genannten Gründen. Auch die Kommunalwirtschaftliche Vereinigung hat sich in ihrer letzten Sitzung mit der Frage befaßt. Auch hier war die Mehrzahl der Anwesenden wohl gegen eine solche Halle. Die Kosten würden ca. 100 000 Mark betragen, eine Summe, die sich hier unmöglich rentieren kann, ganz abgesehen davon, daß eine solche Halle weit mehr an Unterhaltungskosten verschlingt, als unsere Marktplätze, die doch nun mal vorhanden sind. Was die Stadt Buer betrifft, so besitzt diese allerdings eine aus Holz bestehende Markthalle, welche aber derart unzureichend ist, daß sie demnächst abgebrochen werden soll. Im Allgemeinen sind ja die vom Einsender aufgeführten Vorteile bei Errichtung einer Markthalle vorhanden, bei der eigentümlichen Lage von Wattenscheid sind sie hier abernicht zu erzielen. DieRed.) Apuniunmmmmüüte. Statt Karten! Die Verlobung unserer Tochter Sophia mit Herrn n Geschäftsführer Karl * Kornbichler beehren wir * uns ergebenst anzuzeigen. „ Wattenscheid, 12. X. 18. * Karl Sjögren und Frau Anna, geb. Vienken, verwitwete Mittendort. „ Karl Kornbichler Straubing(Bayern) &a Sophia Mittendorf S Verlobte. Summmmmmmmmmmmmmmm „„*„* Am Dienstag 14. Ott. er. vormittags 10 Uhr, werde ich im Pfandlokale hier, Oststraße 38(Koch) 1 Regal, 1 Spiegel mit Konsole, 1 Tisch, 1 Regulateur. öffentlich meistbietend gegen bar versteigern. Grießmann, Gerichtsvollz., Wattenscheid. Hierdurch teile ich mit, daß das über mich im vorigen Jahre verbreitete Gerücht, ich hätte im Hause Bahnhofstraße 46, daß dort versteckt gewesene, aber verloren gegangene Geld, mir angeeignet, auf Unwahrheit beruht. Im gerichtlichen Termin ist festgestellt, daß sich das Geld wiedergefunden hat, und das ich unbeteiligt bin. Ludwig Studenski, Bahnhofstr. 46. Kennen Sie mein feines, schneeweißes lang geschnittenes Saterkrauf noch nicht, so machen Sie bitte einen Versuch, etwasseineres gibtes nicht. Pfund nur 10 Pig. H. Huismann. Bar Geld! gibt und beschafft Privatier reellen Leuten zu zeitgemäßen Bedingungen. Provision erst bei Auszahlung. Meldungen bei A. Zawadski, Bochum, Pieperstr. 37 Illd. 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Zum Zwecke der Berichtigung der Heberouen für den Bereich der Sektion des Landkreises Gelsenkirchen der westfälischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft müssen sämtliche vom 1. Oktober 1912 ab bei der Landund Forstwirtschaft im Landkreise Gelsenkirchen vorgekommenen Betriebsveränderungen angemeldet werden und zwar: l. Diejenigen, welche auf die Höhe der Beiträge von Einfluß sind, z. B. wenn ein Grundstück durch P.= bauung, Bergwerksanlagen usw. zum Teil den landwirtschaftlichen Zwecken entzogen ist und dadurch etwa der Betrieb beitragsfrei beziehungsweise mit einem geringeren Beitrage zu besteuern sein wird, oder solche, welche die fernere Zugehörigkeit zur Genossenschaft oder Sektion in Frage stellen, z. B. wenn der Betriebssitz in den Bezirk einer anderen Genossenschaft oder Sektion verlegt worden ist. U. Diejenigen, welche sich auf den Wechsel der Person des Betriebsunternehmers, Ankäufer, Erbe, Nutznießer usw. beziehen. III. Diejenigen, welche sich auf die Betriebs einstellung, die einem vollständigen Eingehen des landwirtschaftlichen Betriebes gleichkommt, beziehen, ein der z. B. bei gänzlicher Bebauung einer Betriebsfläche, bei gänzlicher Ausnutzung eines Ackeroder Gartengrundstückes als Ziegelsteinbruch usw. eintreten kann. Alle derartigen Veränderungen, namentlich aber die unter II. bezeichneten Personenwechsel sind dem unterzeichneten Sektionsvorstande schriftlich an zuzeigen. Unterlassungen können mit Strafe bis zu 300 Mk. geahndet werden. Betriebsunternehmer sind alle diejenigen welche die betreffenden Acker= oder Gartengrundstücke, mögen dieselben auch noch so klein sein und eingezäumt im freien Felde liegen, mit Getreide, Gemüse und Kartoffeln bestellen. Als landwirtschaftlicher Betrieb im Sinne des Gesetzes gilt auch der Betrieb der gewerblichen Gärtnerei(Kunst= und Handelsgärtnerei, Baumschule und Samengärtnerei) dagegen nicht die ausschließliche Bewirtschaftung von Haus= und Ziergärten. Die Mitgliedschaft für die Unternehmer neuer Betriebe beginnt mit dem Zeitpunkte der Eröffnung des Betriebes. Gelsenkirchen, den 10 Oktober 1913. Der Sektions=Vorstand der Westfälischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. I. V.: Stobbe, Regierungsassessor. Das beste für die Hautpflege ist: 18 .„ 25 Pfg. pro Stück. "— Nachahmungen weise man zurück.— Vereinigte Chemische Werke Aktiengesellsch. Charioneaturg, Saiptor 18. Abt. Lanolin-Fabrik Martinikentelde. Zentner von 2.00 Mark an R. veer ialns, Nordstr. 41. Kratze juckender Ausschlag wird in drei Tagen eicher durch die geruchlose Ausschlagselfe„Pura“ geheilt. Kur ohne Berufsstörung. Pack. für 1—2 Pers. 1.90 in veralteten Fällen stärkere Sorte 2.90. Pack. für 1—2 Kinder 1.00 Dazu Luna Blutreinigungstee Pack. 50 Pf. Erfolg garantiert. Alleinige Niederlage Central-Drogerie Otto Luenen, Wattenscheid. Nach auswärte per Nachn. Man hüte sich vor schlechten Nachahmungen. Frische Frankfurter. Knack" Wurstchen Paar 32 Pig. 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Beachtung und möglichst zeitige Uebermittelung der Aufträge. Geschäftsstelle der Wattenscheider Zeitung. Stadttheater Essen. Montag, 13. Okt., abds. 7½ Uhr: Minna von Barnhelm. Lustspiel von G. E. Lessing. Dienstag, 14. Okt., abds. 7½ Uhr: Othello. Oper von Guiseppe Verdi. Mittwoch, 15. Okt., abds. 7½ Uhr: Elga. Nocturnus von Gerhart Hauptmann. Donnerstag, 16. Okt., abds. 7½ Uhr: Gastspiel Helene Merviola vom neuen Operettentheater in Hamburg: Der Graf von Luxemburg. Operette von Franz Lehär. Freitag, 17. Okt., abds. 7½ Uhr: Opern=Neuheit. Zum 1. Male. Königskinder. Märchenoper von Engelbert Humperdinck. Samstag, 18. Okt. abds. 7½ Uhr: Fest=Vorstellung aus Anlaß der hundertsten Wiederkehr des Tages der Völkerschlacht bei Leipzig: Colberg. Historisches Schauspiel von Paul Heyse. Sonntag, 19. Okt., nachm. 3½ Uhr: Colberg. Historisches Schauspiel von Paul Heyse. Abends 7½ Uhr: Der Trompeter von Säkkingen. Oper von Viktor E. Neßler. 700 T Stadttheater Bortmund. Montag, 13. Okt., 7½—10¼ Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Trauerspiel von Franz Grillparzer. Dienstag, 14. Okt., 7½—10,45 Uhr: Die Afrikanerin. Gr. Oper von Meyerbeer. Text von E. Seribe. Deutsch von Ferdinand Gumbert. Mittwoch, 15. Okt., 8 Uhr: Majolika. Lustspiel von Leo Walther Stein und Ludwig Heller. Donnerstag, 16. Okt., 7½ bis 10½ Uhr: Der Bettelstudent. Operette. Musik von Carl Millöcker. Text von F. Zell und Richard Genée. Freitag, 17. Okt., 7½—11 Uhr: Festvorstellung zur Feier der Erinnerung der hundertjährigen Wiederkehr der Tage der Freiheitskriege und des Regierungsjubiläums Sr. Maj. Wilhelm 2.: „Festspruch“ verfaßt von Wilhelm Uhlmann=Bixterheide; hierauf: Colberg. Historisches Schauspiel in 5 Akten von Paul Heyse. Sonnabend, 18. Okt., 7½ bis 10 Uhr: Martha oder der Markt zu Richmond. Rom.= komische Oper von Fr. von Flotow, Text von W. Friedrich. Sonntag, 19. Okt., 3½—5,45. Uhr: So'n Windhund. Lustspiel von Kurt Kraatz und Arthur Hoffmann. 7½—10¼ Uhr: Die Jüdin. Große Oper mit Ballett, Musik von Jaques Francois Halévy. Text von E. Seribe. Deutsch v. Karl Lichtenstein. Hnalte-Piano biflig-sSckninge Bongardt. Gelsenkirchen Weststr.2 Buffetschrank, Aurichte, Tisch und 2 Stühle billig zu verkaufen. Weststraße 27, Hinterhaus. Modernes Ladenbaal in bester Lage Wattenscheids, sowie eine 1. Etage zu vermieten. Auskunft erteilt W. Nehring, Hüllerstraße. 2 schöne immer (Erdgeschoß) sosort zu vermieten. Gustav Koprek, Oststr. Umständehalber 3 Zimmerwöhnung zum 1. November zu vermieten. Weststraße 27. 14. Warm zu empfehlen ist Zucker’s Patent- Medizinal- Seife gegen unreine Haut, Mitesser, „Terker, u, Pusteln usw. Spez.=Arze St 60 Pf.(15 4/1g) u Dr. A.er. 0 Pf.(15 4/ig) und 1,50 M.(35 9/1g, stärkste Daz Zuckoch-Creme(2 50 u. 75 Pf z.) Bei: C. Berghaus, Nachf., H. Feldhoff. O. Luenen, Paul Schulte u. Gebr. Ullmane# 1 1 * Nr. 238. (2. Blatt.) Montag den 13. Oktober 1913. K00.c 45. Jahrgang. Pereral=Aneger) Amtliches Blatt aller Behörden weziell für die Orte Wattenscheid, Gelsenkirchen=Aeckendorf, Leithe, Günnigfeld, Hordel, gegröndet 1868 ssstsssossss : Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet ; lan. Worenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet § 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig).: (Neueste Nachrichten.) in Stadt und Amt Wattenscheid, bevinghausen, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheid, Eiverg, Freisenbruch u. a. * Anzeigen pro Nonpareillezeile oder deren Raum 15 Pfg., auswärts § 20 Pfg., Reklamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Terwin: zusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach ! Erhalt der Rechnung. 3 Se ene eee de m. ir...e e eeei L.usssenm Die Abonnennn der„Wattenscheider Zeitung“ erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Mk. Unfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungen Telegr.=Adr.: Zeitung. Teleson 181. Rotationsdruck und Verlag Carl Busch, verantw. Redakteur Bernhard Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln 8566. Zum Besuche Kaiser Wilhelms in Oesterreich. Wiener Blätter wissen zu melden, daß Kaiser Wilhelm während seines kurzen, bald nach der Enthüllung des Leipziger Völkerschlachtdenkmals stattfindenden Jagdbesuches beim österreichischen Thronfolger auch dem greisen Kaiser Franz Josef in dessen Schloß Schönbrunn einen Besuch abstatten werde. Die„Reichspost“ widmet diesem Besuche schon jetzt einen, seine politische Bedeutung hervorhebenden Artikel. Zwar finde die Zusammenkunft ohne die Anwesenheit leitender Staatsmänner statt, aber gerade diese familiäre Form beweise die Herzlichkeit der Beziehungen zwischen den Fürsten und ihren Staaten. Der Besuch werde ein neuer Beweis der Unerschütterlichkeit des Bundes beider Länder sein und manchen bösen Ränkeschmied verstummen lassen. Kaiser Wilhelm ist schon wiederholt der Jagdgast des österreichischen Thronfolgers gewesen und er hat erst recht schon häufig dem greisen Franz Josef, an dem er mit besonderer Herzlichkeit hängt, seinen Besuch abgestattet. Insofern also hätte der Besuch an sich keinerlei politische Bedeutung. Die Wiener „Reichspost“ aber, deren Auslassungen zu beachten sind, weil sie bekanntlich das Organ des österreichischen Thronfolgers ist, hat ganz recht, wenn sie den Besuch im Zusammenhang mit dem scharfen Worte von„bösen Ränkeschmieden“ eine politische Bedeutung beimißt. Man hat sich im Spätsommer in Frankreich und an anderen Stellen, wo man das enge Verhältnis zwischen Deutschland und Oesterreich mißgünstig ansieht, beeilt, einen Zerfall des nunmehr nahezu 37 Jahre bestehenden Bündnisses in die Welt hinauszuposaunen u. eine Anlehnung der Habsburgischen Monarchie nicht nur an Rußland, sondern sogar an Frantreich in sichere Aussicht zu stellen. Es läßt sich nicht bestreiten, daß ungeschickte Aeußerungen einiger österreichischer Zeitungsblätter sowie das tatsächliche Kokettieren mancher tschechischen Desperados und ungarischer Radikalen mit Frankreich dieser kühnen Behauptung einen gewissen Anschein einer Grundlage zu geben schienen. Allerdings nur einen Anschein! Denn jeder vernünftige Politiker nicht nur in den beiden verbündeten Ländern, sondern in ganz Europa mußte sich sagen, daß zwischen einer gelegentlichen Meinungsverschiedenheit zweier Freunde und zwischen dem Zerfall einer Freundschaft denn doch noch ein gewaltiger Unterschied besteht. Länder, die miteinander verbündet sind, verlieren doch noch nicht ihre Selbständigkeit und werden nicht zu siamesischen Zwillingen, die durch Naturgesetz keine Bewegung machen können, die nicht der andere Teil mitmachen muß. Zu keiner Zeit war Deutschland darauf eingeschworen, jeden Schritt der österreichischen Balkanpolitik mitzumachen, ebenso wie Oesterreich nicht darauf eingeschworen war, vor zwei Jahren jeden Schritt der deutschen Marokkopolitik mitzumachen. Im entscheidenden Momente haben sich aber die beiden Verbündeten immer zusammengefunden und einander wertvolle Dienste geleistet, so Oesterreich seinem deutschen Verbündeten in der Konferenz von Algeciras und Deutschland der alten habsburgischen Monarchie nach der Okkopation von Bosnien und bei den sich daraus ergebenden Schwierigkeiten. So klar es also auch für jeden denkenden Politiker war, daß den Divergenzen zwischen Deutschland und Oesterreich gelegentlich der Wirren zwischen den Balkanverbündeten keinerlei ernste Bedeutung beizumessen wäre, so ist es doch recht gut, daß der Besuch des Deutschen Kaisers in Oesterreich diese Tatsache aller Welt vor Augen führt. Denn die Franzosen werden leicht zu politischen Abenteuern verleitet, nicht, weil eine Sache so und so ist, sondern weil sie so und so zu sein scheint. Eins der Momente— und zwar keines der geringsten—, die Napoleon 3. dazu bewegten, den Krieg mit Preußen=Deutschland zu beginnen, war die Annahme, die Unterstützung Oesterreichs in der Tasche zu haben, eine Annahme, die sich dann als trügerisch erwies. Wenn die Franzosen jetzt wieder glauben könnten, Oesterreich von Deutschland abwendig machen oder sogar auf ihre eigene Seite# sehen zu können, so könnte diese wiederum bedenkliche Folhen zeitigen. Schon im Hochsommer haben ja manche französischen Blätter in einer etwas voreiligen Eskomtierung des Absalls Oesterreichs vom Bündnisse Kriegstänze aufgeführt und den Tomahawk geschwungen. Es ist gut, daß der Besuch Kaiser Wilhelms in Oesterreich diesem Spuk ein Ende bereitet. Kontrollversammlungen. Ein Offizier z. D. schreibt der„Köln. Ztg.“: Die Kontrollversammlungen stehen wieder vor der Tür. Da ist es wohl nicht unzeitgemäß, im Rückblick auf das bekannte Erfurter Urteil eine kurze Betrachtung darüber anzustellen, ob der Wiederholung solch trauriger Vorgänge nicht vorgebeugt werden kann. Es ist äußerst bequem, die ganze Schuld an dem Unglück den gesetzlichen Bestimmungen zuzuschreiben. Richtiger ist es jedoch, einmal nachzusehen, ob an allen Stellen, sowohl bei den Bezirkskommandos, als auch bei den Verwaltungsbehörden so verfahren wird, daß nach Möglichkeit derartige traurigen Ereignisse hätten vermieden werden können. Das scheint leider nicht der Fall gewesen zu sein. In der oberkriegsgerichtlichen Verhandlung am 3. Sept. sagte einer der Angeschuldigten aus:„Es ist bei uns Sitte, daß, wenn Kontrollversammlung gewesen ist, diejenigen, die das letzte Mal, und diejenigen, die das erste Mal dabei sind, Bier ausgeben. Wir haben auch an diesem Tage ordentlich getrunken und etwa 120 Liter Bier und viele Schnäpse zu uns genommen“.— Widersprochen worden ist dem nicht, es muß sich also um eine alte, eingewurzelte Unsitte handeln. Freibier und Schnäpse werden in beliebiger Menge verabfolgt zu einer Tageszeit, in der sonst kein einigermaßen verständiger Mensch dazu kommt, Alkohol zu sich zu nehmen. Außer dem Morgenkaffee haben die jungen Leute sicher weiter noch nichts verzehrt. Darauf wird nun— weil's einmal Sitte ist und es nichts kostet— in ganz unsinniger Weise Bier und Schnaps genossen! Die Folgen können gar nicht ausbleiben, und man muß sich wundern, daß es nicht schon früher zum Zusammenstoß gekommen ist. Und von dieser entsetzlichen Unsitte weiß anscheinend weder das Bezirkskommando noch das Landratsamt! Hat denn niemals der Bezirksoffizier den Gendarm gefragt:„Wie betragen sich die Leute nach der Kontrollversammlung?“ Bei dem Dienstverhältnis der Mannschaften an diesem Tage ist eine solche Frage doch ganz selbstverständlich! Hat es denn der Gendarm niemals für nötig gehalten, von dieser Unfitte Meldung zu erstatten, oder sollte er nichts davon gewußt haben? In beiden Fällen hat er dann dienstlich versagt.— Hier ist der wunde Punkt. und hier muß auch eingegriffen werden, wenn weiterm Unheil vorgebeugt werden soll. Der Vorgesetzte hat nicht nur das Recht, nötigenfalls strafend einzugreifen, er hat vielmehr die viel schönere Pflicht, den Untergebenen durch Belehrung vor Strafe zu schützen. Gegen diesen alten Grundsatz muß hier verstoßen sein, sonst hätte eine solche Unsitte nicht in dieser verhängnisvollen Weise einreißen können, wie sie durch die beiden kriegsgerichtlichen Feststellungen dargelegt wird. Hierbei möge noch eine andere verbesserungsbedürftige Bestimmung berührt werden. Man kann sehr wohl der Ueberzeugung sein, daß für die Dauer des Tages der Kontrollversammlung für den betreffenden Angehörigen des Beurlaubtenstandes das Militärgesetz Gültigkeit haben müsse und doch sehr bezweifeln, ob hierzu die Stellung des Gendarmen augenblicklich die richtige ist. Es ist ein alter Grundsatz in der Armee:„Der Vorgesetzte hat sich von angetrunkenen oder gar betrunkenen Untergebenen fernzuhalten, ihnen vor allen Dingen keine Befehle zu erteilen!“ Das wird schon dem jüngsten Unteroffizier beigebracht. Muß auf Betrunkene eingewirkt werden, so soll es geschehen durch gleichgestellte Kameraden. In vollen Gegensatz zu dieser sehr verständigen Anordnung wird plötzlich der Gendarm gestellt. In seiner Eigenschaft als Beamter, der für Ruhe und Ordnung zu sorgen hat, greift er ein in einen Wirtshausskandal und tritt plötzlich betrunkenen Mannschaften, entgegen jeder sonstigen Vorschrift, als Vorgesetzter gegenüber und erteilt Befehle. Diese Zwitterstellung muß zu Reibungen führen und bedarf unbedingt der Aenderung. Auch erscheint es zweifelhaft, ob es wünschenswert ist, daß an diesen Tagen die Mannschaften des Beurlaubtenstandes sämtliche Vorgesetzten der Armee und Marine als solche zu beachten haben. Auch diese Vorschrift führte zu Unzuträglichkeiten, z. B. bei Anbringung des militärischen Grußes und seiner Erwiderung. Es würde vollauf genügen und nur zur Stärkung des Ansehens beitragen, wenn dieses Verhältnis beschränkt bliebe auf den Bezirkskommandeur, den Bezirksoffizier und =feldwebel, sowie auf die übrigen in Uniform an der betr. Kontrollversammlung dienstlich beteiligten Vorgesetzten. Wer etwa hierin eine Gefährdung der Disziplin erblicken will, kennt nicht die einschlägigen Verhältnisse. Brieftasten der Redaktion. K., Wattenscheid: Wir können Ihre Frage hier nicht gut, beantworten. Wenden Sie sich an das hiesige Bauamt. Auswärtiger Abonneut: Frage: Ist ein Jagdanpächter berechtigt, ohne Erlaubnis des Grundeigentümers Hundefallen auf dessen Grundstück aufzustellen?— Antwortz Derartige Fangeisen darf allerdings der Jagdpächter in seinem Jagdbezirk legen. Wenn er an bewohnten oder von Menschen besuchten Orten dies tut, muß er sich die polizeiliche Erlaubnis einholen.§ 367 Ziffer 8 Strafgesetzbuch. Der Ublenhoff Roman von A. v. Limburg. 211:(Nachbruck verboten.) Es war eine lange Reihe, und manch liebliches, ceizendes Frauenporträt sah man darunter, das einen fesseln konnte, manch charakteristischen Männerkopf, welcher der Mühe wert war, ihn länger zu betrachten. Fast alle diese Gemälde aber hatten denselben Typus, dieselben blonden, regelmäßigen und vornehmen Gesichter, nur in dem jedesmaligen Ausdruck verschieden. Einige wenige Frauenköpfe machten allerdings eine Ausnahme von den übrigen, es waren wahrscheinlich Damen, welche in die Familie hineingeheiratet hatten; die meisten anderen dagegen zeigten dasselbe Genre, und es war augenscheinlich, daß sich in diesem Hause vielfach Verwandte untereinander geheiratet hatten, da der fortlaufende Familienzug so scharf ausgeprägt war. Leonie betrachtete die Bilder nach der Reihe mit dem tiefsten Interesse; diese, wenn man so sagen konnte, Variation und Vervielfältigung der von ihr so sehr geliebten Züge machte auf sie einen ganz eigenen Eindruck. Sie konnte es sich zum Beispiel lebhaft vorstellen, daß Alfred einstmals nach langen Jahren frappant jenem alten Herrn in dem braunen, pelzverbrämten Hofkleide mit der Spitzenkrause und der goldenen Kette gleichen würde, und sie vermochte sich gerade von diesem Bilde gar nicht loszureißen. „Nicht wahr, mein Fräulein, das sind berrliche Bilder?“ sagte da plötzlich neben ihr eine silberhelle Stimme, und sich umwendend, sah Leonie Frau von Ohling neben sich stehen, welche, unbemerkt von ihr, näher getreten war. „Eine lange Ahnenreihe dieses edlen Geschlechts“, fuhr die junge Frau fort,„auf das wir mit gutem Recht stolz sein dürfen!" Sie faßte den Arm des jungen Mädchens und zog dasselbe einige Schritte weiter vor ein Bild, das in der Mitte der einen Wand hing. Es war ein Ritter in Eisenüstung, in Lebensgröße dargestel't. Offenbar aus einer sehr fernen Zeit stammend, machte es den Eindruck des Blumpen und Starren, es glich einer großen, gemalten Holzpuppe. „Das ist unser Ahnherr Fulko“, sprach die Dame weiter,„und dieses ist das Schwert, mit dem er unter Kaiser Rotbart den unglücklichen Feldzug mitgemacht hat, welcher jenem das Leben kostete.“ Sie hatte mit ihren zarten, weißen Fingern das eiserne Kreuz gefaßt, welches den Griff des langen, geraden Schwertes bildete, das neben dem Bilde hing. Leonie glaubte zu träumen; wie war ihr denn nur plötzlich und wie seltsam klang das, was sie hörte! Sie blickte empor zu dem Ritter, vor dem sie vorhin nur flüchtig verweilt hatte, weil die Roheit der Ausführung ihr fast lächerlich vorgekommen war. Trotz der Plumpheit der Malerei zeigte auch dieser Kopf schon den unverkennbaren Familientypus— das starre Gesicht schien sich unter ihrem Blick zu beleben,— die großen stierer Augen sahen aus dem blassen Antlitz plötzlich so drohend auf sie herab. Sie schauerte leicht in sich zusammen. Frau von Ohling schien es nicht zu bemerken, sie zog das junge Mädchen weiter zu einem andern Ritterbilde und sagte, auf dasselbe deutend:„Dieses ist Claus Wulbrand, der um das Jahr 1500 in der Schlacht bei Hemmingstedt unter König Johann von Dänemark gegen die Dithmarschen fiel. Doch, was erzähle ich Ihnen da von Dingen, mein Fräulein, die Sie gar nicht im mindesten interessieren können. Menschen, die selbst keine Vergangenheit ihrer Familie haben, können sich auch nicht um diesenige anderer Geschlechter kümmern.“ Die junge Frau brachte diese Ungezogenheit mit der größten Unbefangenheit vor, gerade als ob es sich um eine der alltäglichsten Redensarten gehandelt hätte. „Doch sehen Sie hier!“ Dabei stellte sie sich vor ein Frauenporträt.„Für diese schöne Dame werden Sie schon eher Teilnahme gewinnen können. Es ist die Mutter meines Urgroßvaters, eine Französin aus altem, edlem Hause. Aber diese brünetten Schönheiten gehören nicht in unser blondes Geschlecht, und die Heirat mit einem der Unsern hat der Armsten wenig genug des erträumten Glückes eingebracht. Wie seltsam— ja wahrhaftig, je mehr ich Sie betrachte, je mehr fällt es mir auf, Sie haben ganz dasselbe schwarze Haar. und auch die duiklen Augen gleichen wunderbar den Ihren. Hüten Eie sich, mein Fräulein, daß Sie nicht auch so traurig zu blicken lernen als diese hier. Das Land der Marschen soll den Fremdlingen kein Glück bringen, heißt es hier nach einem alten Aberglauben!" Leonie kam sich vor, wie unter dem Banne eines bösen Zaubers, sie war wie gelähmt von den ihr mit der größten Impertinenz in das Gesicht geschleuderten Grobheiten. Was hinderte sie denn, die Ungezogenheiten dieser Frau in einer Weise zu beantworten, wie sie es verdiente? Sie machte es sich selbst nicht klar, daß sie sich wie vernichtet fühlte, weil unter den Worten, die sie soeben angehört hatte, unter dem ungemessenen Familienstolz, der dgraus hervorleuchtete, alle ihre Hoffnungen auf Glück in Trümmer zerbrachen. Was galten einer so ahnenstolzen Familie, die selbst wohlhabend genug war, =um sie verschmähen zu können, ihre Millionen, was ihr treues Herz voll grenzenloser Ergebenheit, das sie dem geliebten Manne zugebracht haben würde? Ihr ganzer Stolz bäumte sich auf bei dem Gedanken! Ihr schönes, edles Gesicht war so weiß geworden, wie das Morgenkleid von gesticktem weißen Battist, das sie trug; dennoch raffte sie sich zusammen.— Die konventionellen Formen unserer gesellschaftlichen Verhältnisse verlangen oftmals einen Aufwand von Kraft und Heldenmut, der einer besseren Sache würdig wäre. Es gibt Worte, die Wunden schlagen, scharf und schneidend wie Dolche, aber man sieht kein Blut fließen, und die getroffenen Opfer dürfen keinen Laut von sich geben— sie müssen lächelnd den Todesstoß empfangen. Ahnlich erging es Leonie: sie nahm sich mit äußerster Anstrengung zusammen und brachte ein schwaches Lächeln zustande.„Ich danke Ihnen, gnädige Frau“, sagte sie, „für die große Liebenswürdigkeit, mit der Sie Ihre interessanten Erläuterungen an eine Person verschwenden, bei der Sie, wie Sie selbst vorbin bemerkten, nicht einmal Verständnis dafür beanspruchen können.“(Forts, folgt.) Volksversicherung. Die öffentliche Volksversicherung, die seit April d. J. von der Lebensversicherungsanstalt der Ostpreußischen Landschaft, den Provinzial=Lebensversicherungsanstalten Westpreußen, Pommern, Posen, Schlesien und Brandenburg und dem Verband öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland, Sitz Berlin, betrieben wird, charakterisiert sich als ein gemeinnütziges, die Interessen der Versicherungsnehmer nach jeder Richtung hin wahrendes Unternehmen. Die gemeinnutzigen Tendenzen der öffentlichen Volksversicherung finden insbesondere in günstigen Versicherungsbedingungen und niedrigen Tarifen ihren Ausdruck. Bei der öffentlichen Volksversicherung werden Aufnahmegebühren nicht erhoben. Die Wartezeit ist äußerst kurz bemessen. Bereits vom zweiten Jahre ab wird im Todesfalle die volle Versicherungssumme ohne Rücksicht auf die Todesursache zahlbar. Stirbi der Versicherte infolge eines körperlichen Unfalles oder an einer akuten Infektionskrankheit oder wird die Versicherung auf Grund eines vertrauensärztlichen Attestes abgeschlossen, so wird die volle Versicherungssumme nach Maßgabe der Versicherungsbedingungen auch schon bei dem Ableben innerhalb des ersten Versicherungsjahres zahlbar. Sonst, wenn der Tod im ersten Drittel des Jahres erfolgt, werden die gezahlten Prämien nebst Zinsen erstattet; wenn der Versicherte im zweiten Drittel des ersten Jahres stirbt, wird ein Drittel, wenn er im dritten Drittel des ersten Jahres stirbt, werden zwei Drittel der Versicherungssumme gezahlt. Die Kriegsversicherung ist bei der Volksversicherung mit eingeschlossen. Es bedarf nur eines Antrages und der Entrichtung einer Vormerkungsgebühr von 50 Pfg. bei der Einlösung des Versicherungsscheines. Die Bestimmungen, die Anwendung finden, wenn der Versicherungsnehmer mit der Prämienzahlung im Rückstande bleibt, sind außerordentlich milde. Die Versicherung verfällt zwei Monate nach dem Fälligkeitstermine der rückständigen Pramien, wenn sich bei der Umwandlung am Fälligkeitstermine eine prämienfreie Versicherung nicht ergeben würde. In anderen Fällen kann der Versicherte ein Jahr lang im Verzug bleiben. Dann erst erfolgt die Herabsetzung der Versicherungssumme und die Umwandlung in eine prämienfreie Versicherung. Eine lückenlose Entrichtung der Prämien ist nicht erforderlich, vielmehr kann der Versicherungsnehmer die Prämienzahlung wieder aufnehmen, ohne die rückständigen Prämien nachzuzahlen. Die Versicherungssumme wird dann durchschnittlich nur um das ½ bis zweifache des ungezahlt gebliebenen Prämienbetrages herabgesetzt. Auf Antrag kann die Verpflichtung zur Prämienzahlung bis zu zwei Jahren ruhen. Die öffentliche Volksversicherung wird zwecks Anpassung an die verschiedensten Bedürfnisse der in Frage kommenden Personenkreise als Versicherung auf den Todesfall, auf den Todes= und Erlebensfall, als Versorgungs= und Kinderversicherung betrieben. Wenn beispielsweise ein Kleingewerbetreibender im Alter von 25 Jahren eine Todesfallversicherung bei den öffentlichen Anstalten abschließt und sich zur Zahlung einer Monatsprämie in Höhe von 2 Mark verpflichtet, so wird ihm eine Versicherungssumme von 1164 Mark garantiert; schließt er eine Todes= und Erlebensfall=Versicherung mit 40jähriger Dauer ab, so wird bei seinem Tode, spätestens aber im Alter von 65 Jahren bei einer gleich hohen Prämienleistung eine Versicherungssumme von 1022 Mk. fällig. Die Tarife der öffentlichen Volksversicherung sind die billigsten, die dem Versicherungsnehmer überhaupt bisher geboten wurden. Dieses günstige Ergebnis wird dadurch erreicht, daß der Betrieb keinen Gewinn abwerfen soll, daß keine Aktionärdividenden, Vorstands= und Aufsichtsratstantiemen gezahlt werden und daß die öffentliche Lebensversicherung durch Einfügung in die Behördenorganisation, durch Mitbenutzung anderer Verwaltungsstellen, durch eine zweckentsprechende Arbeitsteilung zwischen dem Verbande öffentlicher Lebensversicherungsanstalten und den angeschlossenen Einzelanstalten, nur mäßige Verwaltungskosten aufzuwenden hat. Insbesondere aber konnten diese niedrigen Tarifsätze dadurch erreicht werden, daß die öffentliche Lebensversicherung eine gegenüber den privaten Lebensversicherungsgesellschaften abweichende Tarifpolitik eingeschlagen hat, indem sie in die Tarif= oder Bruttoprämien keinerlei Zuschläge für etwa später auszuzahlende Dividenden hineinkalkulierte. Trotzdem ist nicht zu erwarten, daß die Dividenden der öffentlichen Volksversicherung in der Höhe hinter denen privater Gesellschaften zurückbleiben werden, weil der Dividendenzuschlag der privaten Lebensversicherungsgesellschaften durch die Ersparnis an Verwaltungskosten bei den öffentlichen Anstalten reichlich ausgeglichen werden dürfte. Mit Rücksicht auf die günstigen Versicherungsbedingungen und niedrigen Tarifsätze der öffentlichen Volksversicherung ist jedem der Abschluß eines Volksversicherungsvertrages bei der öffentlichen Lebensversicherung anzuraten. Deutschland. Berlin, 13. Okt. Der Eisenbahnminister ist gestern nach der Rheinprovinz abgereist. Berlin, 13. Okt. Nach einer bei dem Gouvernement in Kamerun eingetroffenen Meldung des Postenführers von Sembe sind im Sembebezirke Ende August Unruhen ausgebrochen. Sembe liegt in der östlichen Ecke des Gebiets, das durch das deutsch=französische Abkommen im November 1911 dem Schutzgebiete Kamerun im Süden zugewiesen ist, und 100 Kilometer westlich von französisch Wesso. Die Dörfer in der Umgebung des Postens verhalten sich ruhig, jedoch wurden in Les Rapides am Sembe und in Symbot am Majembe die Faktoreien der Konzessionsgesellschaft Ngoko=Sanga im Sept. geplündert und niedergebrannt. Die Warenverluste sollen erheblich sein. Eine Abteilung der französischen Grenzexpedition unter Führung des Oberleutnants Karchner wurde auf dem Marsche nach Ngoila am 19. Sept., 5 Stunden von Sembe entfernt, angegriffen. 2 Farbige wurden getötet und einer verwundet. Zwei Lasten gingen verloren. Karchner konnte jedoch mit 50 Trägern von Sembe und 15 Mann des Begleitkommandos nach Rgoila weitermarschieren. Für den Posten Sembe besteht keine Gefahr. Des Kaisers Reise zum Rheinland. T Berlin, 13. Okt. Der Kaiser wird heute seine Reise nach Trier, Lieser, Gerolstein, Bonn und Leipzig antreten. Im Gefolge befinden sich Oberhofmarschall Graf zu Eulenburg, Generaloberst von Plessen, Flügeladjutant Major Graf von Moltke und Oberst Graf von der Goltz, Leibarzt Dr. Niedner, Chef des Zivilkabinetts Wirklicher Geheimer Rat von Valentini, Chef des Militärkabinetts, Generaladjutant Freiherr von Lyncker, Vertreter des Auswärtigen Amtes Gesandter Graf von Wedel. Ausschluß Vorchardt's aus der sozialdemokratischen Partei? Berlin, 13. Okt. Gegen den ehemaligen sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Julian Borchardt, der nicht wieder als Kandidat aufgestellt wurde, weil er seine Wahlpflicht bei der Ersatzwahl versäumt hatte, ist das beantragte Ausschlußverfahren tatsächlich eröffnet worden. Borchardt dürfte sich bereits im Laufe der nächsten Woche vor dem Parteigericht zu verantworten haben. „.„„Dem Anbenken des Fürsten Katfura widmer die„Nordd. Allg. Ztg. in einer längeren Betrachtung aufrichtige Teilnahme und hebt besönders hervor, Deutschland habe in dem Verstorbenen einen seiner besten Freunde in Japan verloren. Fürst Katsura habe stets mit Vorliebe der Zeit gedacht, die er in Berlin auf der Kriegsakademie und später als Militärattachee verlebt habe. Deutsch habe er als seine zweite Muttersprache bezeichnet und stets Gelegenheit genommen, seine Sympathie für deutsche Kultur zu bekunden, z. B. als Mitbegründer der Schule des Vereins für deutsche Wissenschaft in Tokio und als Präsident der dort begründeten deutsch=japanischen Vereinigung. Im übrigen seien der Lebenslauf und die staatsmännischen Leistungen Katsuras mit der Entwickelung des modernen Japan so eng verknüpft, daß mit Recht gesagt worden sei, sein Leben erzählen, heißt die Geschichte Japans erzählen. Denkmalsenthüllung in Dresden. T Dresden, 13. Okt. Gestern mittag fand hier in Gegenwart des Königs, des Prinzen Johann Georg, der Prinzessin Mathilde, sowie der Spitzen der Zivil= und Militärbehörden die feierliche Enthüllung des Denkmals statt, das den in den Ueberseekämpfen gefallenen Soldaten der königlich=sächsischen Armee errichtet wurde. Oberbürgermeister Dr. Beutler übernahm das Denkmal namens der Stadt. Holland. Schiedsgericht. Haag, 13. Okt. Die Einsetzung eines Schiedsgerichts zwischen Frankreich, England und Spanien einerseits und Portugal andererseits wird vorbereitet, das sich mit der Frage der Konfiszierung von Eigentum der den obengenannten Staaten zugehörigen Kongregationen, die durch die vortugiesische Republik erfolgt ist, beschäftigen soll. Frankreich. Telegrammwechsel zwischen Poineare und König Alfons. Paris, 13. Okt. Präsident Poincare hat von Bord des„Diderot“ an den König von Spanien, der sich an Bord der„Espana“ befand, ein Funkentelegramm gesandt, in dem er dem Könige, der Königin und der Nation seinen Dank für den so aufrichtigen und freundschaftlichen Empfang und für die herzlichen Frankreich gegenüber gezeigten Gefühle ausspricht, und die herzlichsten Wünsche Frankreichs für den König, die Königin und Spanien zum Ausdruck bringt.— König Alfons sprach durch Funkspruch im Namen Spaniens, der Königin und seinem eigenen aufrichtigen Dank aus und übermittelte die besten Wünsche für die Größe und das Gedeihen Frankreichs, sowie für das Glück des Präsidenten Poincare und seiner Gemahlin. Poineares Rückkehr. T Marseille, 13. Okt. Präsident Poincare ist hier gestern vormittag an Bord des Panzerschiffes„Diderot“ eingetroffen. Zu seiner Begrüßung waren die Minister Baudin und Thierry sowie die Spitzen der Zivil-, Militär= und Marinebehörden erschienen. Schweden. Ein Attentat auf den Priuzen Wilhelm von Schweden. T Sala(Schweden), 13. Okt. An einer Wegbiegung der Straße von der Grönsinka=Staatsforst nach der Eisenbahnstation Horndal wurde eine Menge großer und kleinerer Steine entdeckt, die die Straße vollständig sperrten und anscheinend hingelegt worden waren, um ein Automobilunglück herbeizuführen. Prinz Wilhelm von Schweden, der 2. Sohn des Königs, nebst Jagdgefolge sollte kurz darauf den Weg auf der Fahrt nach dem Bahnhof im Automobil passieren. Eine Untersuchung ist eingeleitet. England. Der Durchstich des Panamakanals. London, 12. Okt. Eingehende Schilderungen des historischen Augenblicks, in dem durch einen Fingerdruck des Präsidenten Wilson über Tausende von Meilen hinweg die letzte Schranke zwischen Atlantischen und Stillen Ozean fiel, veröffentlichen die hiesigen Blätter. Eine Gesellschaft von Politikern, Gelehrten und Künstlern war im Weißen Hause in Washington versammelt, um Zeugen des großen Augenblicks zu sein. Es herrschte feierliche Stille als Präsident Wilson Punkt 2 auf den Knopf drückte. Der elektrische Funke durcheilte die 6400 Kilometer lange Strecke. Die Leitung ging teils überirdisch, teils unterirdisch bis Galverston in Texas, durch den Golf von Mexiko bis zu dem Hafen Salina Cruz im Staate Ooxaca am pazifischen Ozean, dann im Unterseekabel bis St. Juan del Sur in Nicaragua und von da weiter nach Gamboa. 40 Tonnen Dynamit waren zur Sprengung der Barriere nötig. Am Orte selbst waren umfassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden. Wenige Sekunden nachher erschütterte eine gewaltige Detonation die Luft, eine riesige Staubwolke wirbelte empor, das Erdreich geriet ins Wanken und die Wassermassen stüzten erst langsam und dann immer schneller in das Kanalbett. Das Ergebnis wurde sofort telegraphisch nach Washington übermittelt. Als die Nachricht im weißen Hause eintraf, wandte sich der Präsident vergnügt lächelnd zu seinen Gästen mit den Worten:„Also, die Sache ist erledigt!“ In den Vereinigten Staaten wurde der Tag überall festlich begangen. Besonders in San Franzisko, das ja an dem Zustandekommen des Riesenwerkes stärker als alle anderen Städte der Union interessiert ist, glich das Leben und Treiben der Stimmung am Unabhängigkeitstag. Der Gemeinderat war im Rathause versammelt, die Glocken fingen an zu läuten, und die Kriegsschiffe im Hafen feuerten Salut. Italien. Rom, 12. Okt. Papst Pius 10. empfing gestern den Bischof von Hldesheim Dr. Adolf Bertram in Privataudienz. Heute spendete der Hildesheimer Bischof den Pilgern aus Köln die h. Kommunion in der Animakirche. Abends reiste er wieder in die Heimat zurück. Amerika. Verhaftung mexikanischer Abgeordneter. Mexiko, 13. Okt. 110 Abgeordnete, die einen Beschluß unterzeichnet hatten, in dem sie erklärten, sie würden, falls das Verschwinden von Abgeordneten kein Ende nehme, die Kammer auflösen lassen und ihre Sitzungen irgendwo anders abhalten, sind verhaftet und gefangengesetzt. Die Annahme des Beschlusses war im Zusammenhang mit dem Verschwinden des Senators Dominguez erfolgt, der kürzlich eine Rede gehalten hatte, in der er Huerta angriff. — Alle Deputierten, die gefangen genommen wurden, sind wieder frigelassen worden. Balkan. Die Lage in Albanien. Valona, 13. Okt. Die Lage in Albanien soll nach Berichten aus Valona trostlos sein. Angeblich reicht der Einfluß der provisorischen Regierung nur einige Kilometer über Valona hinaus; im Innern des Landes herrscht völlige Anarchie. Jeder Häuptling eines Clans fühlt sich als souveräner Herrscher und treibt seine eigene Politik. Die Blutrache blüht und Kämpfe zwischen den einzelnen Stämmen sind an der Tagesordnung. Der Tod des Gouverneurs der provisorischen Geto Coku in Alessio ist gleichfalls ein Akt der Blutrache. Valona, 13. Oktbr. Hier eingetroffenen Nachrich. ten zufolge haben in der Gegend zwischen Ipek und Dia, kowa zwischen Montenegrinern, Serben und Albanesen Kämpfe stattgefunden, bei denen die Montenegriner und Serben geschlagen wurden. Die Albanesen besetzten Batuscha, einen wichtigen Punkt an der Verbindungslinie zwischen Ipek und Djakowa. Eine Proklamation des griechischen Königs. Saloniki, 13. Okt. König Konstantin nahm auf dem Marsfelde eine Parade über die Truppen ab. Bei dieser Gelegenheit verlas der König folgende Proklamation: Offiziere! Unteroffiziere! Soldaten! Ein Jahr ist verflossen, seid Ihr zu den Waffen gerufen worden seid, um die Rechte und die Ehre Griechenlands zu verteidigen. Während dieses Jahres habt Ihr in einem kurzen Zeitraume die Grenzen des hellenischen Staates in einem Maße erweitert, das alle Hoffnungen überstiegen hat, und auf dem Altar des Vaterlandes alles geopfert. Euer Leben, Euren Besitz und Eure Gesundheit. Nach so vielen Gefahren, Mühen und Leiden könntet Ihr Euch jetzt mit vollem Recht ausruhen, aber ich bedarf Eurer noch, um das zu sichern, was Ihr mit so viel Opfern erworben habt. Ihr werdet mich wohl verstehen, meine Waffengenossen, und deshalb bleibt Ihr, trotz der großen Sehnsucht, Eure heimatlichen Stätten wiederzusehen, die steten treuen und uner schütterlichen Wächter Eures Königs und Eures Vaterlandes. Ich freue misch wieder inmitten einer solchen Armee zu weilen.— Der König war Gegenstand begeisterter Ovationen. Der König begab sich in das Innere des Landes. Konstantinopel, 13. Okt. Der österreichische Botschafter Markgraf von Pallavicini ist vom Sultan in Audia### empfangen worden.— Enver Bey ist erkrankt. Der Sultan hat seinen Leibarzt mit der Behandlung Enver Beys beauftragt. T Konstantinopel, 13. Okt. Der Großwesir und der bulgarische Delegierte Tontschew haben gestern nachmittag die Auswechselung der Ratifikationen des türkisch=bulgarischen Friedensvertrages vollzogen. T Cetinje, 13. Okt. Die Albanesen haben gestern unversehens mit überlegenen Kräften die ganze montenegrinische Front von Gusinje bis Djakova angegriffen. Es entwickelten sich heftige Kämpfe, die noch andauern. Die Montenegriner erhalten beträchtliche Verstärkungen aus Gusinje. Man hält die Angreifer für Leute des Issa Boljetinaz, des Beiram Zur und Riza Beys, die von Serben bei Prizrend und Ochrida auseinandergesprenzt worden waren. Ein Passagierdampfer durch Flammen vernichtet. London, 12. Okt. Die Cunardlinie erhält aus Liverpool ein Telegramm, wonach der Dampfer„Volturno", der nach Rotterdam unterwegs ist und mehr als 500 Passagiere an Bord hat, am 10. Oktober auf offenem Meere in brand geriet. Auf Anruf durch drahtlose Telegraphie wurden von 10 Dampfern 521 Personen gerettet. Bei Namensaufruf sollen aber 236 gefehlt haben. Eine 2. Meldung besagt: Der Dampfer„Volturno“ der Uranium=Linie, der mit 569 Passagieren und 93 Mann Besatzung von Notterdam nach Newyork unterwegs war, ist in 48 Grad 25 Minuten Breite und 34 Grad 33 Minuten Länge in Brand geraten. Auf die drahtlosen Hilferufe eilten 10 Dampfer zur Hilfeleistung herbei. Deren Mannschaften gelang es, 521 Personen zu retten, 136 Personen werden aber noch vermißt. an dem Rettungsuerk beteiligten sich auch 2 deutsche Dampfer, der„Große Kurfürst" und„Seydlitz". Ueber das Ungluck erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Als der Dampfer„Carmania“ den drahtlosen Hilferuf vom„Volturno“ empfing, setzte er sich mit Volldampf in Bewegung; mit Einstellung von mehr Heizern machte er 20 Knoten gegen einen rasenden Sturm an. Er erreichte den „Volturno", um Mittag und fand ihn am Vorderteil in hellen Flammen. Das brennende Schiff rollte heftig. Seine Schrauben hatten sich in die Bootstaljen verwickelt, welche dazu hatten dienen sollen, sechs Boote zu Wasser zu bringen von denen jedoch nur 2 gut vom Schiff abkamen, während die übrigen vier durch furchtbare Geen zerschmettert worden waren. Alle Insassen waren ertrunken. Die„Car mania“ versuchte vergeblich, ein Boot zum„Volturno“ zu senden und manöverierte dann innerhalb 100 Fuß von dem brennenden Schiffe. Man sah die Passagiere eng zusammen. gedrängt, während die Besatzung versuchte, die Flammen zu bekämpfen. 8 große Dampfer erschienen im Laufe des Nachmittags. Als gegen Abend der Sturm sich gelegt hatte, wurden von allen Schiffen Boote ausgesetzt, die aber den„Vulturno“ nicht erreichen konnten. Als die Nacht hereinbrach, machte die„Carmania“ von ihren Scheinwerfern Gebrauch, um die mit den Wellen kämpfenden Schwimmer und Boote aufzufinden. Um 9 Uhr brachen die Flammen mittschiffs durch. Eine Explosion folgte darauf. Das Schiff war nunmehr dem Untergang geweiht. Es wird eine anschauliche Darstellung von dem Schauspiel gegeben, wie der„Volturno“ von mächtigen Dampfern im Kreise umgeben ist, auf denen sich Tausende von Passagieren auf Deck befinden und denen es infolge der berghohen Seen unmöglich ist, Hilfe zu bringen. Um 9,30 Uhr hört man im Wasser nahe der„Carmania“ Geschrei und sah Zwischendeckpassagiere mit Rettungsgürteln im Wasser, und ein Scheinwerfermann wurde an Bord geholt. Andere Schreie starben bald dahin. Bei Tagesanbruch schwamm der„Volturno“ noch und die Passagiere waren noch immer auf dem Wrack dicht gedrängt. Der Seegang hatte wesentlich abgenommen und eine Flottille von Booten umgab das Heck des„Volturno“. Das Rettungswerk des„Großen Kurfürsten“. Von dem, wie schon erwähnt bei den Rettungsarbeiten wesentlich beteiligten Dampfer„Großer Kurfürst“— seine Mannschaften retteten 105 Personen!— ist folgendes drahtlose Telegramm abgesandt worden: An Bord des„Großen Kurfürsten“, 10. Okt. Empfingen Hilferufe vom Dampfer „Volturno“ um 4 Uhr nachmittags. Auf 48 Grad 50 Minuten nördlicher Breite und 35 Grad 6 Minuten westlicher Länge wurde der„Volturno“ in total brennendem Zustande gefunden. Das Feuer entstand wahrscheinlich durch eine heftige Explosion im Vorderschiff, wobei verschiedene Passagiere und Mannschaften getötet wurden. 10 Dampfer befinden sich an der Unfallstelle. Es weht heftiger Nord=Nord=West=Sturm bei hoher See mit Dünnung. Zwei Boote vom„Großen Kurfürsten“ waren die ganze Nacht von 9 Uhr abends bis 3¼ Uhr früh unterwegs. Eine Annäherung an das Wrack ist fast unmöglich und die Rettung kann nur durch Ueberbordspringen geschehen. Wir retteten noch weitere 68 Personen, 2 Offiziere, einen Maschinisten und 66 Mannschaften. Insgesamt gerettet wurden 523 Personen. Etwa 100 Personen werden vermißt. Die„Carmania“ und„La Tourraine“ suchen die Unfallstelle nach zwei vollbesetzten„Volturno"=Booten ab. Anscheinend aber ohne Erfolg. Das Wrack bleibt für die Schiffahrt gefährlich. Die Schiffbrüchigen sind bei uns wohlversorgt und gut untergebracht. Wir haben die Reise fortgesetzt. Grauenvolle Stunden haben die Passagiere des Unglücksschiffes durchlebt„denn wie weiter drahtlos gemeldet wird, haben sich bei einigen der Geretteten Spuren von Irrsinn gezeigt. Eine junge Frau, die ihren Gatten und ihre beiden Kinder verloren hat, versuchte sich noch von Bord des„Kroonland“ aus ins Meer zu stürzen und mußte gewaltsam daran gehindert werden. Ein kleiner 4jähriger Junge hat beide Eltern eingebüßt und weiß nicht einmal seinen Namen anzugeben. Wie groß die Zahl der Verunglückten ist, läßt sich vorläufig noch nicht feststellen. Nach den letzten Zählungen werden 132 Personen vermißt. Es ist festgestellt worden, daß nicht alle der Verunglückten durch Ertrinken den Tod fanden, sondern daß auch eine ganze Reihe von Passagieren des brennenden Schiffes bei der Panik umkamen. Es heißt, daß eine ganze Anzahl von Frauen und Kindern bei dem fürchterlichen Kampf um die Rettungsboote erdrückt wurde. Hamburg, 13. Okt. Wie eine der Hamburg=AmerikaLinie zugegangene Radiomeldung besagt, hat ihr Passagier= dampfer„Graf Waldersee“ sich gleichfalls beim„Volturno“ en. Die Passagiere und die Mannschaften des„V#ll turno waren aber bis auf die in den vermißten Booten des „Volturno“ befindlichen Personen bereits von anderen Schiffen aufgenommen worden. Der„Graf Waldersee kreuzte bereits 10 Stunden lang an der Unfallstelle, um die vermißten Boote aufzufinden, leider erfolglos. T Bremen, 13. Okt. Vom Dampfer Seydlitz des Norddeutschen Lloyd ist folgendes drahtloses Telegramm eingelaufen: Haben 46 Personen vom brennenden Dampfer„Volturno“ gerettet. Hagemeyer. Newyork, 13. Okt. Das Unglück hat sich mitten im Atlantischen Ozean zugetragen. Die Stelle liegt in nordwestlicher Richtung von den Azoren auf der großen Schifffahrtsroute, auf der die Ozeandampfer zwischen Newyork und Europa verkehren. Daher erklärt es sich, daß dem brennenden Schiffe so viele Dampfer zu Hilfe eilen konnten. Das Meer ist an der Unglücksstätte 4000 Meter tief. Die erste Liste der Geretteten. Rotterdam, 13. Okt. Von dem bei dem Rettungswerk beteiligten Dampfer„Kroonland“ wird drahtlos depeschiert, daß sich unter den Geretteten des„Volturno" folgende deutsche Namen befinden: Stegmeyer, Feierhahn, Bielitz und Baller. In der dritten Klasse des„Volturno“ sollen sich 46 deutsche Passagiere befunden haben, von denen 24 Newyork als Reiseziel hatten. Ueber ihr Schicksal liegt noch keine Meldung vor. Gerichtssaal. Düsseldorf, 12. Okts Am 28. Juli wurden in dem Jagdbezirk des Geheimrats von Krüger in Gerresheim die Arbeiter Peter Fett, Johann Poersch, Jakob Breuer und Jakob Richartz von einem Förster abgefaßt, als sie einen Rehbock gewildert hatten. Es handelte sich um gewerbsmäßige Wilderer, die sämtlich wegen Jagdvergehens schon vorbestraft sind. Die Strafkammer verurteilte sich zu je 6 Mon. Gef. Koblenz, 13. Okt. Die Strafkammer verurteilte den Kraftwagenführer Splendak aus Warschau, der mit einem Kraftwagen in Brodenbach=Mosel einen 8jährigen Knaben totgefahren hatte, zu 1 Jahr, 6 Mon. und 2 Wochen Gef. Die Besitzerin des Kraftwagens, Frau Malinowska= die Gattin eines Warschauer Apothekers, wurde freigesprochen. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß dem Unfug des Menschenleben gefährdenden Rasens der Automobile auf den Landstraßen mit aller Strenge gegenüber getreten werden müsse. Der Staatsanwalt hatte gegen den Lenker 2 Jahre und gegen die Besitzerin des Kraftwagens 2 Monate Gef. beantragt. Bochum, 13. Okt. Der Beginn derl nächsten ordentlichen Schwurgerichtssitzung ist auf den 3. Nov. 1913 festgesetzt und Landgerichtsrat Krugmann hierselbst zum Vorsitzenden ernannt. Dortmund, 13. Okt. Das Schwurgericht verurteilte den Rechtskonsulenten Otto König von hier wegen Meineids zu 1 Jahr 4 Mon. und 15 Tagen Gefängnis. Frankfurt a. M., 13. Okt. 3 Böhmen, die einen umfangreichen Saccharinschmuggel verübten, hatten sich heute vor der Strafkammer zu verantworten. Sie waren seinerzeit unter dem Verdacht, internationale DZugdiebe zu sein, verhaftet worden. Dabei entdeckte man den Saccharinschmuggel. Das Gericht verurteilte Alois Runstuk, der schon eine Vorstrafe wegen Schmuggels hat, zu 15 Mon. Gef. und 6000 Mark Geldstrafe, dessen Bruder Johann zu 5. Mon. Gef. und 3000 Mk. Geldstrafe, und den Anton Bulion zu 10 Mon. Gef, und 6000 M. Geldstrafe. Leipzig, 13. Okt. Im Spionageprozeß Kreutner und Genossen aus Essen wurde das Urteil verkundet. Es erhielten Kreutner 4 Jahre, Dringenberg 4½ Jahre, Schäfers 1½ J. Zuchthaus, Sylvestre de Sacy 1 Jahr Gefängnis. Die Angeklagten sind der ihnen zur Last gelegten Handlungen für schuldig befunden worden. Kreutner sollte von Dringenberg und Schäfers bei Krupp gestohlene Zeichnungen nach dem Auslande verkaufen, insbesondere nach Frankreich. Sacy follte ihm auf der Reise nach Frankreich als Dolmetscher dienen und wußte, daß es sich um ein militärisches Geheimnis handelte. Ehe Kreutner und Sacy ihre auf den 23. April d. Is. festgesetzte Abreise antreten konnten, wurden sie verhaftet. Leipzig, 12. Okt. Der Ehrengerichtshof für deutsche Rechtsanwälte hat gestern nach 12stündiger Sitzung unter Vorsitz des Reichsgerichtspräsidenten Dr. Frhr. von Seckendorff das Urteil des Ehrengerichts der Berliner Anwaltskammer gegen Rechtsanwait Dr. Alsberg wegen Verletzung der anwaltlichen Standessitten aufgehoben u. Alsberg freigesprochen. Die Verurteilung des Rechtsanwalts Dr. Jaffe, die wegen eines Angriffs auf den Justizminister Dr. Beseler erfolgt war, zu einem Verweise und 1000 M. Geldstrafe hat der Ehrengerichtshof bestätigt und die Berufung Jaffes verworfen. Aus Westdeutschlaud. Köln, 13. Okt. Der Verband Kölner Frauenvereine und die Frauengruppe des Nationalliberalen Vereins veranstalten am Donnerstag, 16. d. M., abends 8,30 Uhr, in dem Isabellensaal des Gürzenichs eine Erinnerungsfeier an das Befreiungsjahr 1813. Frl. Anna Caspary wird die Festrede halten und der Frauenchor Meyenberg=Krause die Feier durch Gesangvorträge verschönen. Der Eintritt ist frei. — Vor der Kölner Handwerkskammer wurde die 3000. Meisterprüfung abgelegt. Es war ein Ochsen= und Schweinemetzger. Gestern abend ist, 69 J. alt, ein angesehener Bürger, der Generaldirektor der Kölnischen Unfall=Versicherung A.=G., Franz Korth, gestorben. #.K öln, 11. Okt. Der Verein Kölner Presse und die Mitglieder der stadtkölnischen Bühne beabsichtigen am 15. Nov. ein Kölner Presse= und Künstlerfest 1913 zu veranstalten, über das die Prinzessin Adolf zu SchaumburgLippe das Protektorat übernommen hat. Dem Ehrenausschuß gehören die höchsten Persönlichkeiten der Rheinprovinz an, und da die Mitwirkung großer Künstler wie Wagner, der Pianist Severin Eisenberger, der Kummersunger Walter Kirchhoff gewonnen ist, so dürfte der Erfolg des Festes, das als ständige Einrichtung in gewissen Zeiträumen wiederholt werden soll, garantiert sein. Köln, 13. Okt. Im St. Vinzenz=Krankenhause fand vor. Woche die Prüfung der Schülerinnen der Krankenpflegeschule statt, der sich weltliche Krankenpflegerinnen sowie Ordensschwestern(unter letzteren 2, die demnächst in unseren Kolonien die Krankenpflege ausüben werden) unterzogen haben. Sämtliche Schülerinnen bestanden die Prüfung mit Sehr gut. Am 13. Oktober beginnt im St. Vinzenz=Krankenhause wieder ein Kursus, an dem jedermann teilnehmen kann. Der Kursus dauert 2 Monate. Köln, 13. Okt. Zur Vorbereitung der 1914 vorzunehmenden Ergänzungswahlen von Mitgliedern der Handelskammer ist für jede der 3 Wahlabteilungen eine Liste der Wahlberechtigten aufgestellt. Dieselbe ist vom 13. Oktober d. J. ab eine Woche lang zur Einsicht im Kanzleizimmer der Handelskammer öffentlich aufgelegt. Köln, 13. Okt. Reichstags= und Land#agsabgeordneter Justizrat Trimborn hat wegen Ueberbürdung sonstiger Geschäfte um Entbindung von seinem Amt als Stadtverordneter ersuchtt In der Sitzung am Donnerstag wird über das Gesuch und über die Ersatzwahl Beschluß gefaßt werden. Koln, 13. Okt. Bei der Firma Stollwerck, die bisher 65 Jubilare zählte, die auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken, sind jetzt 9 weitere hinzugekommen. Aus diesem Anlaß fand ein Fest statt, das so recht Zeugnis von dem guten Verhältnis ablegt, das von jeher zwischen der Geschäftsleitung und dem Gesamtpersonal geherrscht hat. Euskirchen, 13. Okt. Die im Tivolisaal untergebrachte Obst=, Gemüse= und Gartenbau=Ausstellung wurde heute nachmittag eröffnet. Remschei d, 13. Okt. 2 Ziegeleiarbeiter bestiegen ein Lastauto. Die des Fahrens unkundigen Leute verloren die Herrschaft über das Auto und dieses prallte wider einen Baum. Der eine Arbeiter wurde so schwer verletzt, daß er auf der Stelle starb. Remschei d, 13. Okt. Die Werkzeugfabrik der Fa. Gebr. Zerrer in Reinhagen, in der sich auch die Kontorräume befinden, wurde durch ein großes Feuer vollständig zerstört. Das Wohnhaus des Besitzers konnte gerettet werden.— Ein Kraftwagen der Schierhoffschen Ziegelei, fuhr in der Strackderstraße gegen einen Baum. Die beiden Männer wurden aus dem Wagen geschleudert; der eine, der Ziegelmeister Hermann Seilemann wurde getötet. Solingen, 12. Okt. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahme die Leiche eines zum Skelett abgemagerten 3 Monate alten Knaben aus Wald. Das Kind wurde sterbend ins hiesige Krankenhaus eingeliefert; nach Ansicht der Aerzte ist der Knabe(ein uneheliches Kind) infolge Unterernährung und Vernachlässigung tatsächlich verhungert. Die Untersuchung wurde eingeleitet. Barmen, 13. Okt. Die Konferenz bergischer Seidenbandwirker beschloß, von den Fabrikanten den Abschluß eines neuen Tarifvertrags mit 10proz. Lohnerhöhung auf die seit 1. April außer Kraft getretene Lohnliste zu fordern und mit den Bandwirkermeistern ein gemeinsames Vorgehen anzustreben. Düsseldorf, 13. Okt. Gestern mittag wurde die Große Kunstausstellung Düsseldorf 1913 mit einer kleinen Feier geschlossen. Der Besuch der Ausstellung war stark, dagegen ist der Verkauf an Kunstwerken gegenüber der Ausstellung von 1911 etwas zurückgegangen. Hamborn, 12. Okt. Gestern mittag entstand hier eine furchtbare Schlägerei, bei der der Bergmann Gustav Wiesner sowie ein anderer Bergmann namens Kirtz durch Revolverschüsse lebensgefährlich verletzt wurden. Dem Bergmann Anthei wurde durch einen Schlag mit einem Stück Eisen der Schädel gespalten. Alle 3 Verletzten befinden sich in Lebensgefahr. Duisburg, 13. Okt. Der Rangierer S. Szmircek, Reichstraße 7 wohnhaft, geriet auf der Kupferhütte unter einen Rangierzug und wurde sofort getötet. Essen, 12. Okt. Die Eheleute Karl Meck, Berzeliusstraße 30, und Eheleute Heinrich Niermann, Kopstadtstraße 6, begingen gestern das Fest der gold. Hochzeit. Aus diesem Anlaß gingen den Jubelpaaren von dem Oberbürgermeister ein Glückwunschschreiben nebst Blumenstrauß und Ehrengeschenk zu. Bochum, 12. Okt. Der 8jährige Sohn einer auf der Bruchstraße wohnenden Familie fand auf der Straße eine Patrone. Während er mit ihr hantierte, explodierte das Geschoß und zerriß dem Jungen das Gesicht, wobei er ein Auge verlor. Der Zustand des Knaben ist bedenklich. Letmathe, 13. Okt. Auf der Straßenbahnlinie Hohenlimburg=Letmathe geriet ein Wagen der westfäl. Kleinbahn, der von Hohenlimburg kam, auf der abschüssigen Strecke über nasses Laub ins Gleiten und sauste die Straße hinab. Unterwegs stieß er auf einen von Letmathe entgegenkommenden Wagen und riß ihn mit. An einer Weiche sprang der vordere Wagen aus dem Geleise und stürzte um. Der andere Wagen fuhr hinein und zertrümmerte ihn vollständig. Beim Anprall wurden die 2 Führer und 1 Schaffner schwer verletzt und 2 Männer und 1 Frau anscheinend leichter verletzt. Die Sanitätskolonne sorgte für die 1. Hilfe und die Unterbringung der Verwundeten im Krankenhaus. Balve, 12. Okt. Der bei dem Gutsbesitzer Lübke bedienstete Knecht Schulte=Dielhof geriet unter die Räder seines eigenen Fuhrwerks und wurde so schwer verletzt, daß er bald nachher starb. Paderborn, 12. Okt. Der Direktor des Gymnastums, Geh. Regierungsrat Professor Dr. Hense, der am 1. Okt. sein 50jähriges Dienstjubiläum gefeiert hat, ist gestern, 75 Jahre alt, gestorben. Paderborn, 13. Okt. Die durch die Ernennung des Prälaten Dr. Woker zum Dompropst vakant gewordene Domkapttularstelle an der hiesigen Kathedrale, ist vom Kaiser und Könige dem Direktor des Collegium Leonium, Prälaten Prof. Dr. Bernhard Funke verliehen worden. Der neue Domkapitular ist geboren zu Soest am 19. Febr. 1863, er absolvierte das Archigymnasium dortselbst, studierte Theologie in Innsbruck und wurde zum Priester geweiht in Feldkirch am 4. Juli 1886. Nach kurzer seelsorgerischer Tätigkeit in Uznach, Diözese Chur, wurde er von 1887 bis 1888 Pfarrverweser in Meggen, dann bis 1895 Kaplan und Rektor in Witten, darauf Mai 1895 zum Repetenten am Leonium und am 1. April 1899 zu dessen Direktor ernannt. Im Jahre 1903 promovierte er in Breslau zum Doktor der Theologie mit der Dissertation:„Die Satisfaktionstheorie des hl. Anselm von Canterbury"; am 31. Dezember 1903 wurde er zum Professor der Philosophie an der hiesigen philosophisch=theologischen Fakultät und Prosynodal=Examinator ernannt und am 3. Mai 1911 verlieh ihm der hl. Vater die Würde eines Hausprälaten. Die neue Auszeichnung des hochverdienten und allbeliebten Herrn wird in der ganzen Diözese freudig begrüßt werden. Bei der Wahl des jetzigen Bischofs am 30. November 1909 wurde Dr. Funke neben Professor Dr. Linneborn als aussichtsreichster Bischofskandidat genannt. Ahaus, 13. Okt. Ein trauriger Gedenktag ist der 13. Oktober für unsere Stadt. 50 Jahre sind verflossen seit jenem denkwürdigen 13. Oktober 1863, an dem Ahaus durch ein verheerendes Großfeuer zerstört wurde. Nur das Schloß, das Kreisgericht, die Apotheke u. 5 Wohnhäuser blieben verschont. Haltern, 11. Okt. Auf der Dülmener Landstr. fuhr gestern ein Kraftwagen der Westfälischen Sprengstoffgesellschaft in den Graben und stürzte um. Ein Insasse, der Diplomingenieur Pauschen, erlitt erhebliche Verletzungen, außerdem wurde ihm ein Ohr ganz gespalten. Der Wagen wurde zertrümmert. Forbach, 13. Okt. Ein gräßlicher Unglücksfall ereignete sich auf Schacht 6 der Grube Spittel bei der Ausfahrt der Mittagsschicht. Der Steiger Deutsch war im Begriff, den Fahrstuhl zu besteigen, als dieser sich zur Ausfahrt in Bewegung setzte. Dabei wurde dem Bedauernswerten der Kopf und der rechte Arm vom Rumpf gerissen. Der Körper stürzte in den Schachtsumpf, während Kopf und Arm am Förderkorb hängen blieben. Der Verunglückte hinterläßt eine Witwe und 10 Kinder. Diesel verschuldet. Frankfurt a. M., 13. Okt. Der auf so rätselhafte Weise aus dem Leben geschiedene Dr. Rudolf Diesel hat, wie die„Münch. Neuest. Nachr.“ erfahren haben, seine Familie in den trübsten finanziellen Verhältnissen zurückgelassen. aller Welt. Halle a. d. S., 12. Okt. Der Rendant der Sparund Darlehenskasse in Schlieben, Amtssekretär Knese, flüchtete gestern nach Unterschlagung von 15000 Mark. Heute traf die Nachricht ein, daß Knese sich in Berlin gestern vergiftet habe. Kiel, 12. Okt. In Drage wurde gestern Nacht der 80jährige Landmann Wehden in seiner Wohnung von Einbrechern erschossen, die sodann eine größere Summe raubten. Ein Flug nach Dänemark. Johannisthal, 13. Okt. Gestern morgen 8,22 Uhr ist der Flieger Reiterer mit einem Passagier zu einem Fernflug nach Dänemark aufgestiegen. T Berlin, 13. Okt. Der Flug des Piloten Reiterer, der heute morgen 8,22 mit Hauptmann Neumann als Passagier zu einem Fernflug nach Kopenhagen gestartet war, war anfangs bei dem Fluge über die norddeutsche Tiefebene jegliche Orientierung wegen des dichten Nebels ausgeschlossen, sodaß mit einer Stundengeschwindigkeit von 90 Kilometer geflogen wurde. Auf die beabsichtigte Zwischenlandung in Rostock mußte wegen der ungünstigen Witterungsverhältnisse verzichtet werden. Auf dem Fluge über die Ostsee klärte sich das Wetter auf. Der Apparat flog in einer Höhe von 2000 Meter. Es wurde hierbei eine Stundengeschwindigkeit von 120 Kilometer erreicht. Mittags erreichten die Flieger Kopenhagen, das sie in 200 Meter Höhe überflogen. Sie wurden auf dem dortigen Flugplatz auf das herzlichste empfangen. Reiterer stieg später nochmals auf und führte über Kopenhagen einen längeren Flug aus. Bei seiner Landung überreichte ihm der Vorstand der dänischen aeronautischen Vereinigung einen Ehrenbecher. Der Flieger ist aufgefordert worden, seinen Apparat, eine Etrichtaube, dem Marine, ministerium vorzuführen. Aerzte und Krankenkassen. 2 Leipzig, 13. Okt. Die vereinigten Kassenverbände haben den vom Aerzteverein und Leipziger Aerzteverband gemeinsam gemachten Friedensvorschlag rundweg abgelehnt. Sie wollten weder mit Organisationen der Aerzte verhandeln noch zeigen sie hinsichtlich der freien Aerztewahl und bezügl. des Honorars irgendwelches Entgegenkommen. Die den beiden Aerzteverbänden angeschlossenen Unterorganisationen müssen hiernach den Abschluß von Verträgen mit Krankenkassen solange ablehnen, bis ein sofort einzuberufender Aerztetag endgültig Stellung genommen hat. Die Leiche im Koffer. X Chemnitz, 13. Okt. In der Ostvorstadt wurde die Leiche der 21 Jahre alten Handschuhnäherin Seyfert in der elterlichen Wohnung in einen Koffer hineingezwängt aufgefunden. Kurz darauf wurde der Bruder des Mädchens verhaftet, der eingestand, seine Schwester erwürgt und die Leiche in dem Koffer verborgen zu haben. Panik in Synagoge. Lemberg, 13. Okt. Bei dem vorgestrigen Abendgottesdienst in der Synagoge des Marktfleckens Cholojon entstand eine Panik. In dem furchtbaren Gedränge wurden 15 Frauen getötet und viele verletzt. Das Gordon=Bennett=Wettfliegen. T Paris 13. Okt. Gestern nachmittag erfolgte bei schönnem Wetter und Nordwestwind in den Tulerien der Aufstieg zur s. Gordon=Bennett=Wettfahrt für Freiballons. Der französische Ballon„Picardi“ stieg als Erster um 4 Uhr auf. Die Musik spielte die Marseillaise. Die anderen Wettbewerber stiegen darauf in Zwischenräumen von 5 Minuten auf, während die Musik die vetr. Nationalhymne spielte. Im ganzen stiegen 18 Ballons auf, darunter auch ein Deutscher. Der Schweizer Palmarini, der den Ballon Azurea führen sollte, hatte aufgegeben. Der letzte Ballon stieg um 5,35 Uhr auf. Eine halsbrecherische Fliegerleistung. X Paris, 13. Okt. Der französische Fliegeroffizier Antroche stieg gestern im Aerodrom zu Bue auf einem Farmanzweidecker 1000 Meter hoch auf, richtete dort den Apparat gegen den Wind und ließ ihn, nachdem er den Motor abgestellt hatte, in der normalen Lage senkrecht herabfallen. 60 Meter über dem Boden stellte er den Motor wieder an und landete nach einer Runde glatt im Aerodrom. Folgenschwere Explosion. TOdessa, 13. Okt, In der Gußeisenfabrik von Jekaterinoslaw wurden durch eine Explosion 12 Arbetter schwer verletzt, darunter zwei tödlich. 8 rbst=Kontroll=Versammlung 1913. „Plttztere,„Moring Ingenieure, Sanitäts= und Beterinärossiziere und oberen Militärbeamten der Reserve sowie sämtliche Reservisten und Disponnonsurtunger des Stadt= und Landkreises Gelsenkirchen, sowie diejenigen Landwehrleute, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1901 eingetreten sind, haben sich in der nuten bezeichneten für sie in Betracht kommenden Herbsi=Kontrollversammlung pünktlich einzufinden.— Die einzelnen Bemerkungen sind genau zu beachten. Datum Waffengattung 5 9 5 Mittwoch, den 12. Nov., nachmittags 1/45 Uhr: Donnerstag, 13. November, nachmittags 1,80 Uhr: Dienstag, 18. November, nachmittags 1,30 Uhr: Donnerstag, den 20. Nov, nachmittags 1/45 Uhr: welche auf der Zeche„Holland“, iftigt sin Für die Mannschaft Schacht 3=4, in Wattenscheid beschäftigt sind, auf dem Zechenplatze der Zeche„Holland“, Schacht 3=4, in Wattenscheid. Die Mannschaften sämtlicher Waffengattungen der nebenstehenden Jahresklassen. Für die Mannschaften, welche auf der Zeche„Hannibal“, Schacht 2, beschäftigt sind, auf dem Zechenplatze der Zeche „Haunibal“, Schacht 2 in Eickel. Die Mannschaften sämtlicher Waffengattungen der nebenstehenden Jahres lassen. Für die Mannschaften, welche auf der Zeche„Hannover“, Schacht 3=4, beschäftigt sind, auf dem Zechenplatze der Zeche „Hannover“, Schacht 3-4, in Günnigfeld. Die Mannschaften sämtlicher Waffengattungen der nebenstehenden Jahresklassen. Für die Mannschaften, welche auf der Zeche„Holland“, Schacht 1=2, in Gelsenkirchen beschäftigt sind, auf dem Zechenplatze der Zeche„Holland“,Schacht 1=2 in Gelsenkirchen. Die Mannschaften Jahresklassen. sämtlicher Waffengattungen der nebenstehenden 1900 bis 1913 1906 bis 1913 1906 bis 1913 1906 bis 1913 Bemerkungen. 1. Zur Referve gehören alle diejenigen Mannschaften, welch nach dem 30. September 1906 eingetreten sind. Hierbei wird bemerkt, daß diejenigen Mannschaften, welche wegen Kontroll entziehung bestraft worden sind und nachdienen müssen, nich dem Jahrgang, welchen sie ihrem Dienstantritt gemäß ange hören würden, sondern einem entsprechend jüngeren Jahr gang zugehören. Der Jahrgang ist auf dem Militärpaß vermerkt. Wer beim Appell in seinem Jahrgang nicht verlesen wird bleibt auf dem Kontrollplatz, bis sein Name aufgerufen wird. Sollte dies nicht erfolgen, so meldet er sich behufs Aufklärung des Sachverhaltes bei seinem Bezirksfeldwebel. Wer dies unterläßt wird als nicht erschienen betrachtet und bestraft. 2. Sämtliche Mannschaften haben zum Appell ihre Militärpässe und Führungszeugnisse mitzubringen. 3. Wer beim Appell ohne Entschuldigung fehlt oder zu spät kommt, oder zu einer anderen als der befohlenen Kontrollversammlung erscheint, wird bestraft. 4. Eine Befreiung vom Appell kann nue in dringenden Fällen erfolgen. Entsprechende Gesuche, deren Gründe von der Ortspolizeibehörde beglaubigt sein müssen, sind rechtzeitig an den Bezirksfeldwebel Gelsenkirchen zu richten. 5. Gesuche, die an das Bezirkskommando direkt gerichtet sind, werden abschlägig beschieden. 6. Als befreit ist nur derjenige anzusehen, der sein Gesuch mit einer Befreiungsbescheinigung zurückerhält. Wird keine Antwort auf ein solches Gesuch erteilt, so hat der Teilnehmer ur Kontrollversammlung zu erscheinen. 7. Wer durch Krankheit oder dringende Geschäfte, welche so unvorhergesehen eintreten, sodaß ein Befreiungsgesuch nicht mehr eingereicht werden kann, von der Teilnahme an der Kontrollversammlung abgehalten wird, muß vorher oder spätestens zur Stunde derselben durch eine Bescheinigung der Orts- oder Polizeibehörde entschuldigt werden. 8. Diejenigen Mannschaften, welche zur Kontrollversammlung auf der Arbeitsstelle(Zechenplatz usw.) erscheinen, haben vorher ihre Pässe an der Arbeitsstelle abzugeben. Von dieser werden die Pässe an das Hauptmeldeamt gesandt, das entsprechende Teilnehmerlisten aufstellt. Wer seinen Paß nicht ibgegeben hat, darf an dieser Kontrollversammlung nicht teilnehmen, sondern muß bei der allgemeinen Kontrollversammjung(Ortsappell) erscheinen. Wer durch Krankheit, längere Abwesenheit usw. an der Abgabe des Passes verhindert war, hat dies am Tage der Kontrollversammlung unter Vorzeigung einer beglaubigten Bescheinigung seiner Arbeitsstelle usw. zu melden. Die Mannschaften haben einige Minuten vor der angesetzten Zeit auf dem Kontrollplatze zu erscheinen. 9. Besondere Befehle werden niemand zum Appell zugehen, vorliegende Bekanntmachung vertritt deren Stelle. 10. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die zur Kontrollversammlung einberufenen Mannschaften des Beurlaubtenstandes für den ganzen Tag, zu welchem sie einberufen sind— also von Mitternacht 12 Uhr bis zur folgenden Mitternacht 12 Uhr—, zum aktiven Heere gehören und den Militärgesetzen unterworfen sind. 11. Trunkenheit beim Appell wird bestraft. 12. Das Mitbringen von geistigen Getränken, Schirmen und Stöcken, sowie brennenden Zigarren zu den Appells ist verboten. Die zu den Appells auf den Zechen erscheinenden Leute werden darauf hingewiesen, daß jeder in sauberem Zustande zu erscheinen hat und daß das Mitbringen von Kaffeekannen und Grubenlichtern auf das strengste verboten ist. Zuwiderhandlungen werden bestraft. 13. Sämtliche Mannschaften müssen im Besitze einer Kriegs. beorderung oder Paßnotiz für das Mobilmachungsjahr 1913= 1914 sein. Die Kriegsbeorderungen und Paßnotizen sind vorne in den Militärpaß einzukleben. Bei den Kontrollversammlungen werden die Pässe hieraufhin einer Prüfung unterzogen. Mannschaften, welche nicht im Besitze ihrer Militärpapiere mit eingeklebter Kriegsbeorderung oder Paßnotiz sind, werden streng bestraft, falls durch unterlassene Anmeldung die Kriegsbeorderung oder Paßnotiz nicht hat ausgehändigt werden können. 14. Bürgerlicher Anzug, Orden und Ehrenzeichen sind anzulegen. Kriegervereinsabzeichen gestattet. Gelsenkirchen, den 8. Oktober 1913. Bezirkskommando. Grote, Oberstleutnant z. D. und Bezirkskommandeur. Lebensversicherungsaktiengesellschaft zu Berlin. Policen=Aufgebot! Die Police Nr. E. 0812882 des Herrn Theodor Spielermann in Wattenscheid ist verloren gegangen. Falls sich ein Berechtigter nicht meldet, wird nach Ablauf von 3 Monaten die Police für krastlos erklärt und eine Police unter neuer Nummer ausgefertigt. Berlin, den 9. Oktober 1913. Die Direktion. Suche auf sofort einen zuverlässigen und soliden Felke-Verein Gelsenk. u. Umgegend. Lichtbilder-Vortrag des Herrn Peter Johann Thiel-Lebensheim-Witzhelden(Rheinland) über:„Die Augendlagnose““ am Dienstag, den 14. Oktober, abends 8.15 Uhr im Hotel Germania(Ww. Baumsister), Arminstr. 14-16 jedermau wird hierdurch freundlichst eingeladen. Eintritt für Nichtmitglieder 50 Pfg. Schluß 10,30 Uhr. Der Vorstand. Wilhelm Mannel, Vorstadtstr. 2. ACHTUNC Samrmeln Ne cie in Wöberl-Schachtel den ruuden. P#o##p der Abbilduto BONBONZ wer 2o dieser. Projoekte enlencet er#lt eine# teride Bonbonniere caälss Verlanden Ste überal W f.B C R.T RCKLAMS·MARKEN In allen Apolbeken e. Do rien sind Whbert-Ablet MkI-chältlich gebr. nen M 825, M 000. Brünings Vongardt. Gelsenkirchen, Weststr.2 Kräftiger sofort gesucht. Karl Busch. nicht Unger mit der Geifätterung von 6n. Zwerg=Marke. Gie werden überrascht sein von der lut Ualgemben Gietns idhe geandert eine! — Aberal zu haben, aber hüten Sie sich vor Falschungen! Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß von des Königs Majestät dem Steiger Wilhelm Preuß, den Hauern Heinrich Caspari, Heinrich Koritzius und Wilhelm Lomparski, dem Grubenschlosser Johann Münk, dem Sicherheitsmann Paul Lieberwirth in Brambauer, sowie den Hauern Heinrich Holtermann in Groppenbruch und Franz Bottke in Elmenhorst die Rettungsmedaille am Bande, dem Betriebsführer Friedrich Käufer in Brambauer das Königliche Preußische Verdienstkreuz in Silber und dem Bremser Gustav Sablotzki in Brambauer das Allgemeine Ehrenzeichen in Bronze verliehen worden ist in Anerkennung der Entschlossenheit und Selbstaufopferung, welche sie bei den Rettungs= und Bergungsarbeiten anläßlich der Schlagwetter= und Kohlenstaubexplosion auf Zeche Minister Achenbach 1/2 am 18. Dezember vor. Is. bewiesen haben. Dortmund, den 26. September 1913. Königliches Oberbergamt. Liebrecht. Arnsberg, den 1. Oktober 1913. Der Regierungs=Präsident. In Vertr.: Waldschmidt. T K — Theinieches Tochnikum Bingen Maschinenbau, Elektrotechnik, Automebibent, Prückenhen. Kindheit bis zum 24. Leb####. Von Ainshest bs zum 24. Lebens. jahre mit an den Beinen, Armen und im Gesicht behafter und durch Gebrauch von Obermeyer's Medizinal=Herba=Seife nunmehr geheilt, bestätigt W. Dost in Oberlungwitz, HerbaSeife à Sick. 50 Pf. 30os verstärktes Präparat Mark 1.—. Zur Nachbehandlg. Herba-Creme à Tube 75 Pf., Glasdose Mk. 1.50. Zu haben in den Apotheken und Drog= zum Kreuz Inh: Apoth. Gerhardt, Adler Drogerie, Jeldhoff. Central Drogerie H Luenen und Drog. P. Schulte, Apotheker.