Nr. 227. (1. Blatt.) Dienstag, den 30. September 1913. 45. Jahrgang. Ponktenscheieer=Zentnug Massnla gegröndet 1868 (General=Anzeiger.) Amtliches Blatt aller Behörden weziell für die Orte Wattenscheid, Gelsenkirchen=Ueckendorf, Leithe, Günnigfeld, Hordel, Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet inkl. Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet; 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche; Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig).: (Neueste Nachrichten.) in Stadt und Amt Wattenscheid, Gevinghausen, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheid, Eiberg, Freisenbruch u. a. moossenesecneneneneneeeneneennenen: : Anzeigen pro Nonpareillezeile oder deren Raum 15 Pfg., auswärts 4 20 Pfg., Reklamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Termink zusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach : Erhalt der Rechnung. 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Ferner nahmen an der Sitzung teil Stadtbaumeister Wallraven als beratendes Mitglied und Oberstadtsekretär Krengel als Protokollführer. Nachdem das Protokoll der letzten, am 28. Juli stattgefundenen Sitzung verlesen und genehmigt ist, wird in die Tagesordnung eingetreten, die wie folgt ihre Erledigung findet. 1. Kanalisierung der Freiheitstraße auf der Strecke zwischen Nord= und Hagenstraße. Vorsitzender: Bäckermeister Kartenberg hatte beantragt, die Kanalisierung der Freiheitstraße von seinem Hause bis zur Nordstraße noch vor dem 1. Oktober fertigzustellen, da er sie zu der Entwässerung seines Anwesens gebrauchen will. Die Baukommission hat dem Gesuch zugestimmt, worauf die Arbeiten sofort in Angriff genommen wurden. Die Kosten von 4000 Mk. waren bereits in der aufgenommenen Anleihe vorgesehen. Das Kollegium erklärt sich ohne weitere Diskussion mit der Vornahme der Arbeiten einverstanden. 2. Benutzung städtischen Terrains zur Durchlegung eines Kanals der Zeche Holland 3=4. Vorsitzender: Die Verwaltung der Zeche Holland hat den Antrag gestellt, von den Schachtanlagen 3=4 aus einen Entwässerungskanal durch die projektierte Straße am alten Markt zum Schwarzbach zu legen. Die Baukommission hat sich einverstanden erklärt unter der Bedingung, daß auch die Abwässer der Holland= und Marktstraße kostenlos in den Kanal abgeleitet werden dürfen. Auch zu diesem Punkte erfolgt die Zustimmung des Kollegiums. 3. Bau eines Gewächshauses im Stadtgarten. Vorsitzender: Es ist für die Zukunft vorgesehen, an den Schulen und den übrigen öffentlichen Gebäuden mehr wie bisher Blumenschmuck anzubringen. Dieser Beschluß macht es notwendig, daß das projektierte neue Gewächshaus im Stadtgarten größer als vorgesehen ausgeführt wird, wodurch sich die Kosten von 7500 Mk., die bereits in der Anleihe vorsehen waren, auf 10000 Mk. erhöhen. Die Baukommission hat in ihrer Sitzung vom 19. d. Mts. den Plan, die Konstruktion und die Heizungsanlagen des neuen Gewächshauses geprüft und die Mehrkosten bewilligt. Auf Vorschlag des Vorsitzenden treten auch die Stadtverordneten diesem Beschluß bei. 4. Uebernahme von Aktien des Elektrizitätswerkes Westfalen. Vorsitzender: In der letzten Stadtverordnetensitzung vom 28. Juli wurde bekanntlich der Uebernahme neuer Aktien von dem Elektrizitätswerk Westfalen A.=G. in Bochum zugestimmt, ferner auch derjenigen Aktien, welche dem Kreise zufallen und von diesem auf die einzelnen Gemeinden verteilt werden. So sind auf die Stadt Wattenscheid weitere 6 Aktien zum Kurse von 160% mit Stückzinsen vom 1. April 1913 entfallen, wodurch sich die Zahl unserer Aktien auf 90 erhöht. Das Elektrizitätswerk Westfalen will eine weitere Anleihe von 2 Millionen Mark aufnehmen, aber keine neuen Aktien ausgeben, dafür aber eine Bürgschaftsprovision von ¼% gewähren. Der Landkreis Gelsenkirchen erzielt dadurch eine Einnahme von 800 Mk. und beantragt, diese Summe dem Kreise zu überlassen und nicht weiter auf die Gemeinden zu verteilen. Da die Summe natürlich indirekt den beteiligten Gemeinden wird zu gute kommen, kann dem Antrage nur stattgegeben Das Kollegium stimmt den Ausführungen des Vorsitzenden ohne Debatte zu. 5. Uebernahme der anteilmäßigen Kosten für die Projektarbeiten der geplanten Verkehrsstraße. Vorsitzender: Wie Ihnen bekannt ist, soll von Essen aus eine breite Verkehrsstraße über Bochum nach Dortmund gelegt werden, welche auch die Stadt Wattenscheid berühren wird. Nach der vorgenommenen Besichtigung und der Begehung der projektierten Straße wurde der Landeshauptmann der Provinz Westfalen gebeten, die Kosten für den Vorentwurf mitzuteilen. Der Regierungspräsident von Arnsberg macht nunmehr die Mitteilung, daß sich die Kosten dieses Vorentwurfs von der Provinzialgrenze bis nach Dortmund auf 6800 Mk. stellen werden, davon 2000 Mk. für die 6.5 Kilometer lange Strecke von der Provinzialgrenze über Wattenscheid bis Bochum. Es wird der Vorschlag gemacht, die Kosten auf die beteiligten 6 Kreise nach Maßgabe der Einwohnerzahl zu verteilen. Der Landrat des Landkreises Gelsenkirchen hat uns diesen Antrag zur Beschlußfassung zugesandt, wobei zu bemerken ist, daß vom Kreise bisher eine Unterverteilung an die Gemeinden nicht vorgenommen wurde. Da man mit dem VerWir schwören 2s Ailten * dass die, Wattenscheider Zeitung' mit ihrem reichhaltigen Inhalt Ihren vollen Beifall finden wird. Darum bestellen Sie sofort die „Wattenscheider Zeitung“. teilungsmodus bei den nicht sehr erheblichen Kosten nur einverstanden sein kann, bitte ich, dem Antrage stattzugeben. Stadtv. Rechtsanwalt Engels: Ich bitte um Mitteilung, ob die Sicherheit geboten ist, daß die Straße durch Wattenscheid gelegt wird. Es könnte sonst die Möglichkeit eintreten, daß wir Beiträge für das Projekt zahlen, ohne schließlich die Straße durch unsere Stadt zu erhalten. Vorsitzender: Die Linie ist bisher noch nicht festgestellt und auch die Unterverteilung der Kosten an die Gemeinden, wie schon mitgeteilt, nicht erfolgt, sodaß die genauen auf die Stadt Watetnscheid entfallenden Kosten noch nicht bekannt sind. Selbstverständlich braucht Wattenscheid nur dann zu den Kosten zu zahlen, wenn die Straße durch unser Gebiet gelegt wird. Hierauf wird dem Antrage des Vorsitzenden zugestimmt. 6. Anträge von Kaninchenzuchtvereinen auf Beihülfen. Vorsitzender: Der Kaninchenzuchtverein„Edle Rasse“ bittet für seine am 1. und 2. November im Recke'schen Saale stattfindende Kaninchenausstellung um eine städtische Beihülfe, ebenso der Kaninchen zucht verein von Wattenscheid und Umgegend für eine Ausstellung, welche am 11. und 12. Oktober im Vereinslokal Floren stattfindet. Beide Vereine weisen in ihren Gesuchen auf die hohe wirtschaftliche Bedeutung der Kaninchenzucht hin. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wird jedem Verein ein Beitrag von 25 Mk. bewilligt. 7. Verschiedene Mitteilungen. a) Vorsitzender: Es hat bereits ein Ausbildungskursus für Leiter in der Jugendpflege stattgefunden, welcher gemeinschaftlich von Stadt und Amt Wattenscheid veranstaltet wurde und wofür die Kosten ratierlich verteilt werden. Es ist nun beabsichtigt, auch einen Jugendpflegerinnenkursus, ebenso für Stadt und Amt Wattenscheid einzurichten, wofür der Staat bereits einen Zuschuß von 100 Mk. gezahlt hat. Ich bitte, die Kosten, welche nur sehr gering sind, und sich früher auf 35 und 40 Mark beliefen, zu bewilligen. Dies geschicht, 5.5 Li. Gamikums im S. 11. b) Vorsitzenver: Ueber die Benutzung des KaiserJilhelm=Bades kann ich Ihnen folgendes mitteilen: Seit der Eröffnung der Badeanstalt am 6. August bis zum 26. d. Mts. wurden verabreicht: Brausebäder 2033, Wannebäder 1. Klasse 161, Wannebäder 2. Klasse 1404, Dampfbäder 35, Massagen 26, zusammen 3659 oder seit der Eröffnung am 6. August zirka durchschnittlich täglich 70. An Abonnements sind ausgegeben: Wannebäder 1. Klasse 3, Wannebäder 2. Klasse 69, Dampfbäder 3, Massagen 4, Massagen mit Douchen 1, zusammen 80. An Zubehören sind verabfolgt: Handtücher 503 Stück, Badetücher 135 Stück, Seife 504 Stück, Salz 262 Kilo. Die Gesamteinnahme bis 26. September 1913 beträgt 1111,80 Mk. Die tägliche Einnahme beziffert sich mithin auf rund 21 Mark. Die aus den vorstehenden Ziffern hervorgehende erfreuliche rege Benutzung der Badeanstalt beweist, ein wie großes Bedürfnis hierfür vorhanden war. Die Frequenz wird zwar im Winter zurückgehen, sich aber auch im Sommer sicher wieder heben. Auf eine Anfrage des Stadto. Sanitätsrats Dr. Vonnin teilt Vorsitzender noch mit, daß in den bekanntgegebenen Ziffern nicht diejenigen Bäder enthalten sind, welche auf Veranlassung des Vaterländischen Frauenvereins unentgeltlich längere Zeit an schwache Kinder verabreicht wurden. Sodann fährt der Vorsitzende fort: Demnächst werden auch die Tage und Stunden für die Benutzung der neuen Turnhalle festgestellt, welche bekanntlich in den Dienst der Jugendpflege gestellt werden soll. Bisher haben sich um die Ueberlassung der Turnhalle beworben: Die Fortbildungsschule für den Sonntag und Donnerstagnachmittag, die Sodalität„St. Josepf“, für Dienstags= und Donnerstags, Abends von 7—9 Uhr, der TurnVerein D. T. für Dienstags= und Freitags abends, der ev. Männer= und Jünglingsverein für 2mal in der Woche und der jüdische Jugendverein für einen Abend in der Woche. Es wird zweckmäßig sein, die Turnhalle unter die Aufsicht eines mit dem Turnwesen vertrauten Herrn zu stellen. Diesbezügliche Verhandlungen schweben. Im übrigen wird es zweckmäßig sein, alles Weitere, so auch die Zuteilung der Turnhalle an die einzelnen Vereine der Stadtverwaltung zu überlassen. Das Kollegium stimmt zu. c) Vorsitzender: Die Verteilung der Veteranenspende ist, nachdem die hierfür eingesetzte Kommission gehört war, erfolgt. Es wurden im ganzen 1880 Mark an Veteranen ausgezahlt. Da jetzt noch nachträglich Meldungen eingehen, bitte ich um die Ermächtigung, auch diesen Veteranen je 20 Mk. auszahlen zu dürfen, da es doch hart wäre, diese Leute zurückzuweisen. Das Kollegium erklärt sich einverstanden. d) Vorsitzender: Die Bewohner des Hohensteins haben ein Gesuch an das Stadtvexordnetenkollegium gerichtet, als Fortsetzung der Hohensteinstraße einen Fußgängerweg über die bergisch=märkische Bahn zu dem gegenüberliegenden Gelände, welches auch noch zur Stadt Wattenscheid gehört, zu schaffen. Eine solche Ueberführung, so heißt es in dem Gesuch, sei um so notwendiger, als sich jetzt auf der gegenüberliegenden Seite das Werk der Firma Reinhard u. Breuer befinde, welches gegen 40 Arbeiter beschäftige. Wolle man jetzt von der Hohensteinstraße aus zu dem Werk gelangen, so müsse man die Ottostraße entlang gehen, dann durch die Unterführung und schließlich der Ottostraße parallel wieder zurück. Dies sei ein Umweg, der ungefähr 10 Minuten in Anspruch nähme. Dies sei insbesondere für die Arbeiter der Firma Reinhard u. Breuer zeitraubend, da sie zumeist auf dem Hohenstein wohnten und den Umweg im Tage 4mal zurücklegen müßten. Dann sei die Fußgänger=Ueberführung auch schon deshalb sehr wichtig, um eine bessere Verbindung mit Sevinghausen zu erzielen. Zudem könne der Uebergang leicht und ohne große Kosten geschaffen werden, wenn man hierfür die Brücke benutzt, über welche jetzt die Bahn der Zeche Fröhliche Morgensonne führt. Man könne in Anlehnung an diese Brücke zu beiden Seiten Treppen hinaufführen und einen Teil der Brücke für die Fußgünger abteilen. Dieser letzte Abschnitt, so fährt der Vorsitzende fort, hat mich veranlaßt, das Gesuch der Eisen. bahndirektion zu unterbreiten. Diese teilt mit, daß die Benutzung der Brücke auf keinen Fall stattfinden könne, weil dann noch mehr wie bisher ein mißbräuchliche Benutzung des Bahnkörpers erfolge. Im übrigen sei der Umweg nicht sehr bedeutend. Eine Ueberbrückung der Bahn könne nur in Km. 8,65 im Zuge der Hohensteinstraße erfolgen. Diese Stellungsnahme der Eisenbahndirektion hat die Baukommission veranlaßt, ebenfalls ein Bedürfnis für die Eisenbahnunterführung als nicht dringend anzusehen. Stadtv. Sanitätsrat Dr. Vonnin: Die Entscheidung der Eisenbahndirektion war vorauszusehen, denn ein Fußgängerweg an die Eisenbahnbrücke würde mancherlei Gefahren, namentlich für Kinder, in sich bergen. Hierauf tritt das Kollegium dem Beschlusse der Baukommission bei. e) Vorsitzender: Mit der Nachmittagspost ist ein Schreiben des Amtes Meinerzhagen eingegangen, mit der Bitte um Bewilligung einer Beihülfe für die durch den großen Brand von Freitag geschädigten Bewohner, die nahezu ihre gesamte Habe verloren haben. Es sind 31 Häuser eingeäschert und 34 Familien obdachlos. Da die Stadt Wattenscheid schon früher bei ähnlichen Anlässen seine Mildtätigkeit bekundet hat, beantrage ich mit Rücksicht auf die Schwere des Unglücks 300 Mk. als Spende zu bewilligen. Evtl. stelle ich auch anheim, eine Sammlung einzuleiten. Stadtv. Hackert: Ich halte den Betrag durchaus nicht für zu hoch, da es sich, wie aus den Zeitungsmeldungen hervorgeht, meistens um Arbeiter handeln soll. Stadtv. Sanitätsrat Dr. Vonnin: Die Summe ist nach meiner Ansicht anständig und es erübrigt sich deshalb wohl, weitere Sammlungen in die Wege zu leiten. Stadtv. Rechtsanwalt Engels: Auch ich bin der Ansicht des Vorredners, dies um so mehr, als bekanntlich bei einzelnen Unglücksfällen, welche für die Betroffenen nicht minder schwer sind, meistens nichts getan wird. Die beantragte Spende von 300 Mk. wird bewilligt mit dem Zusatze, von weitere Sammlungen abzusehen. Studt Am 5. Oktober feiert der Staatsminister a. D. Dr. Konrad v. Studt seinen 75. Geburtstag. In Schweidnitz geboren, studierte er 1856—59 in Breslau und Bonn die Staats- und Rechtswissenschaft. Er nahm an den Feldzügen 1864, 1866 und 1870=71 teil, wurde 1868 Landrat in Obernik, 1876 Hilfsarbeiter im Ministerium des Innern, 1880 Vortragender Rat und 1882 Regierungspräsident in Königsberg. 1885 wurde er Mitglied des Staatsrats, 1887 Unterstaatssekretär Wirkl. Geh. Rat und 1899 preußischer Kultusminister. 1906 erhielt er durch Verleihung des Schwarzen Adlerordens den erblichen Adel, trat 1907 von seinem Amte zurück und wurde aus allerhöchstem Vertrauen in das preußische Herrenhaus berufen. Konrad von Studt ist Dr. honoris cansa der philosophischen und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster, Ehrendoktor der Rechte, Ehrendoktor=Ingenieur der technischen Hochschule Charlottenburg, Ehrenbürger der Stadt Münster und Ehrenmitglied mehrerer Akedemien. f) Vorsitzender: Polizeisergeant Kamlage ist in Westerholt angestellt und bittet um Entlassung aus dem Dienste unserer Stadt zum 1. Oktober. g) Vorsitzender: Der Abschluß der Stadtkasse stellte sich wie folgt: am 31. Juli 32542 Mk., am 30. Aug. 155 932,72 Mk. Kleine Anfragen. Stadtv. Voortmann macht auf den schlechten Zustand des Schlachthofweges aufmerksam, worauf der Vorsitzende erwidert, daß eine Ausbesserung in allernächster Zeit vorgenommen werde. Stadtv. Oeben bittet um Beschleunigung der Arbeiten auf der Südstraße. Dies wird vom Vorsitzenden zugesagt. Stadtv. Bomers frägt an, wann endlich die beschlossene neue Beleuchtung der Oststraße erfolgen solle. Der Vorsitzende teilt hierauf mit, daß die neuen Gaskandelaber demnächst aufgestellt würden. Stadtv. Hackert nimmt Veranlassung, auf Grund der vorstehenden Anfrage auch für eine bessere Beleuchtung der übrigen Straßen einzutreten, die oft durchaus nicht ausreichend sei. Es würde sich vielleicht empfehlen, eine besondere Kommission zu diesem Zwecke zu wählen, da die Angelegenheit dann vielleicht in schnellerer Weise abgewickelt würde. Stadtbaumeister Wallraven teilt hierzu mit, daß u. a. auch für die Hoch= und Bochumerstraße neue Laternen vorgesehen seien. Der Vorsitzende hält die Wahl einer besonderen Kommission nicht für erforderlich, weil man schon eine Gaskommission besitze. Daß die Ausführung nicht in der wünschenswerten Schnelligkeit erfolgen könnte, hänge mit der Beschaffung der Anleihe zusammen. Hierauf wird die öffentliche Sitzung geschlossen, und es erfolgt Eintritt in die geheime Sitzung. Wetteraussichten. Wetter für Mittwoch: Bisheriges schönes Herbstwetter, zunehmende Bewölkung, Stadt, Amt und Kreis. Wattenscheid, 30. Sept. Vom Amtmann Emisch. * Amtmann Emisch ist von seinem Urlaub zurückgekehrt und hat seinen Dienst wieder angetreten. Postalisches. * Morgen beginnt auch für das Postamt das Wintersemester, d. h. die Postschalter werden morgens erst um 8 Uhr (statt wie im Sommer um 7 Uhr) für das Publikum eröffnet. Die übrigen Schalterzeiten bleiben bestehen. Stiftung einer Wattenscheider Familie. * Wie wir heute unter Westdeutschland aus Barmen berichten, haben dort der Geh. Regierungsrat Prof. Dr. ing. Duisberg, Direktor der Beyer'schen Farbenfabrik, Bruder des früheren Direktors Assessors Duisberg von Zeche Holland(nachmaligen Dezernenten im Kohlensyndikat) und seine Gattin geb. Johanna Seebohm aus Wattenscheid für Wohltätigkeitszwecke der Stadt Barmen 10000 Mark zugewendet. Schöffensitzung. Am hiesigen Kgl. Amtsgericht fand heute vormittag eine Schöffensitzung statt, in welcher 6 Strafsachen zur Verhandlung standen. Den Vorsitz führte Amtsrichter Dr. Kißler. Als Schöffen fungierten Anstreichermeister Ludwig Hölscher und Restaurateur W. Küpper von hier. Die Amtsanwaltschaft vertrat Polizeikommissar Poguntke. Obduktion des Erstochenen. * Gestern nachmittag fand im hiesigen kath. Krankenhaus die Obduktion des von dem Bergmann Paul Steinert am Freitag, 26. d. Mts. erstochenen Bergmanns Albert Unterhalt statt. Geleitet wurde die Obduktion vom Amtsrichter Dr. Kißler. Anwesend war Kreisarzt Dr. Schneider, der unter Assistenz des Kreisassistenzarztes Dr. Lorentz von Gelsenkirchen die Sektion vornahm. Als Protokollführer amtierte Referendar Müßig. Der Tod des Unterhalt ist nach dem Ergebnis der Leichenöffnung durch einen 4½ cm langen und 2 em breiten Stich erfolgt, der eine Durchtrennung der linken Unterschlüsselbeinschlagader und eine Verletzung der Lunge verbunden mit Verblutung zur Folge hatte. Der Obduktion wohnte auch der geschlossen vorgeführte Täter bei, der angesichts des Toten eine tiefe Neue bekundete. Die Beerdigung des Unterhalt fand heute morgen auf dem kath. Friedhof in aller Stille statt, nachdem Amtsrichter Dr. Kißler die Leiche freigegeben Rheinländer=Verein. * Der Rheinländer=Verein für Wattenscheid und Umgegend(Vorsitzender Klein, Vereinslokal Kesten, Centralhof), veranstaltete Sonntag im Lokale des Restaurateurs Heinrich Voortmann(Jägerhof), sein diesjähriges Stiftungsfest durch Konzert und großen Festball. Der Besuch war ein sehr zahlreicher. Aus allen Kreisen der Bürgerschaft hatten sich die Freunde und Gönner des Vereins eingefunden, um im Kreise der ewig gemütlichen Rheinländer einige fröhliche Stunden zu verleben. Die Musik wurde gestellt von Kapellmeister Scheele. Das Konzert wurde durch mehrere vorzügliche Konzertstücke der Kapelle eingeleitet. Bald ging man zum Tanz über. Die Tanzpausen wurden durch Vorträge usw. ausgefüllt. Besonders gut geftel ein Duett, vorgetragen von den Geschwistern Werner, Hohenstein. Auch die Baritonsolivon Schollenbruch fanden allseitigen Beifall. So verlief das Fest in der schönsten Weise, sodaß die Festteilnehmer erst in vorgerückter Stunde das Festlokal verließen, mit dem Bewußtsein, einen schönen Abend verlebt zu haben. Schützenverein„Kaiser Wilhelm“. * Der Schützen=Verein„Kaiser Wilhelm“ hielt Sonntag nachmittag im Vereinslokale Meier seine JahresGeneralversammlung ab, welche gut besucht war. Geleitet wurde die Versammlung vom Vorsitzenden Wilhelm Kampmann. Nach der Zahlung der Beiträge wurde zur Lokalwahl geschritten und das alte Lokal einstimmig wiedergewählt. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: H. Brück Oberst, Wilhelm Kampmann, Hauptmann, H. Kettemer 1., H. Eskes 2. Schriftführer, Karl Meier 1., Wilh. Wilmsmann 2. Kassierer, Emil Wolf Major, Ernst Kampmann Feldwebel, Kruck, Hoffmann u. Guttonski Fahnenoffiziere, Kassenrevisoren Höhmann und weiteren Verlaufe der Versammlung wurde beschlossen, im Monat November ein Preisschießen zu veranstalten, und zwar sollen dabei Hasen ausgeschossen werden. Nach Erstattung des Kassenberichts seitens des o Meier wurde ihm von der Versammlung EntTuftung erteilt. Zum Schlusse ermahnte der neue Vorsitzende H. Brück noch die Versammlung, recht eifrige Anglieber zu werden und dafür zu sorgen, daß immer mehr neue Mitglieder dem Verein zugeführt würden. Gaut Schuß; geschlosen. i einem 3 sachen Vom Kavallerie=Verein. * Der Vorstand des Kavallerie=Vereins hielt gestern abend eine Sitzung ab behufs Aufstellung des Programms zu dem Se r##### berg 11. Otober, im„Kaiserhof“ stattfindenden Herestfeste. Dus Programm sieht u. a. Konzert, humor. Vorträge, gemeinschaftliche Lieder und zum Schluß Ball vor. Den Besuchern dieses Festes stehen mithin recht genußreiche Stunden brdor; die bisher seitens des Kavallerie=Vereins ae isistichkeiten, hatten sich stets eines überaus zahlreichen—u.,„zu erfreuen. Eintrittskarten sind im Vereinslokal Moritz Wiesmann, im Festlokal„Kaiserhof" sowie bei sämtlichen Mitgliedern zu haben. Faminierzshend und Abschiedefest des en. Männer= und Jäng* Bei vollbesetztem Saal veranstaltete Sonntag der ev. und Jünglingsverein im Gemeindehause eine Familienfeier, verbunden mit Abschiedsfeier für 2 scheidende Mitglieder. Gemeindehelfer Schneider leitete die Feier reich besetzt mit munzgu; Apostelgeschichte 20. Der Abend war reich resetzt mit masitalischen Vorträgen, indem der PosaunenWeisen erschallen ließ, auch ein Streichchor sorgte afür wieder zu bestätigen, daß Musik berufen ist, des Menzu erfreuen. Der Männer= und gemischte Chor brachte glaubensermunternde Lieder zum Vortrag. Die gesamten Musik= und Gesangchöre standen unter Leitung des elter bepährten Dirigenten Hellmich, dessen unermüdsiche Tuligleit wohl verdient, auch an dieser Stelle besonders zu werden. Die 2. Ansprache hielt das Mitglied Otto Wegener über Offenbarung 4, 13:„Wer sind diese mit weißen Kleidern angetan? Und woher sind sie kommen?" Der Redner schloß: Abschiedsfest bedeutet für die Beteiligten kein Freudenfest, indem man nicht weiß, ob es ein Wiedersehen in diesem Leben gibt. Für beide Scheidenden die Wege gleich und doch wieder verschieden. Einer geht, dem irdischen König zu dienen, der andere zur Ausbildung also für den Dienst für den himmlischen König. Beider Wege erfordern Selbstverleugnung und Demut. Hierauf kam Kaufmann Kocks zum Wort. Er hob hexpor, daß beim Scheiden immer Lücken zurückblieben, beide Müglever hätten dem Verein nach Kräften gedient, jedoch müßte auch jedes Mitglied vom Verein wieder schöpfen, insbesondere würde den jungen Leuten ein Licht für den Weg des Lebens gezeigt. Redner führte hierfür ein treffliches Beispiel vom Norden unseres Vaterlandes an. Das Mitglied Sassenroth warf noch einen Rückblick auf das Gehörte, worauf Gemeindehelfer Schneider die Schlußansprache Pesben Seit. 1. u.s von trefflichen Beispielen aus dem mmüi gett dankte das zur inneren Mission abgehende Mitglies Tovalla in seinem und des zu den Soldaten Gehenden Namen für alle empfangene Liebe. Er erzählte noch einiges aus seinem Leben, insbesondere, wie er dazu gekommen ist, ein bewußter Christ zu werden und sich der inneren Mission zu widmen. Im ganzen kann das Fest sowohl bezeichnet werden. au als Abschiedsseier als wohlgelungen der sich in erster Linie der Torwart durch ein äußerst flottes Spiel auszeichnete und oft die schwierigsten Bälle hielt, wofür er beim Publikum reichen Beifall erntete. Die übrigen Spieler der Mannschaft taten ihr Beste. Aber auch der Wattenscheider Mannschaft gegenüber darf man sich des Lobes nicht enthalten, da von ihnen ein Spiel gezeigt wurde, wie man es seit langem nicht mehr gesehen hat und welches lebhaft an die Saison 1911—12 erinnert. Gut eingeführt haben sich in der Mannschaft der neue Linksaußen und der Torwart. Der bisherige Linksaußen war zur Mitte anvanciert und zeigte, daß er auch an diesem Posten auf dem Platze ist. Verschiedene schwache Momente zeigten in der Mannschaft des Ballspielvereins nur der Rechtsaußen, welcher mit dem Ball zu weit vorlief. Bei seiner Jugend verspricht dieser jedoch noch ein guter Spieler zu werden." Der beste Mann auf dem Platze war unzweifelhaft der Mittelläufer der Wattenscheider, welcher eine bewundernswerte Technik in der Ballbehandlung besitzt und durch sein gutes Spiel den gegnerischen Sturm des öfteren zum Stillstand brachte. Der Halblinke und linke Verteidiger waren entgegen ihren frühheren Spielen etwas unsicher. Das Wettfliegen von Flugzeugmodellen. * Auf dem Flugplatz Gelsenkirchen=Essen=Rotthausen fand Sonntag nachmittag das im Rahmen der Flugzeug=Modellausstellung vorbereitete Wettfliegen der Modelle statt. Wenn die Veranstaltung auch einen mehr unterhaltenden Charakter hatte, so brachten einige der Konstruktionen ganz hübsche Flüge zuwege. Das Ergebnis der Konkurrenz unterliegt noch einer Nachprüfung. Wissenschaftliche Ballonaufstiege. * Am Donnerstag, 2. Oktober 1913, finden in den Morgenstunden internationale wissenschaftliche Ballonaufstiege statt. Es steigen Drachen, bemannte oder unbemannte Ballons in den meisten Hauptstädten Europas auf. Der Finder eines jeden unbemannten Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der jedem Ballon beigegebenen Instruktion gemäß den Ballon und die Instrumente sorgfältig birgt und an die angegebene Adresse sofort telegraphisch Nachricht sendet. Geschworenenauslosung. * F ü r d i e g e g e n w ä r t i g e B o c h u m e r S c h w u r g e r i c h t s p e r i o d e, die erste nach dem Inkrafttreten des Gesetzes betreffend die Entschädigung der Schöffen und Geschworenen, sind aus unserem Leserkreis folgende Herren als Geschworene ausgelost worden: Brückenkontrolleur Heinrich Brinkmeyer, Hordel, Maschinensteiger Heinrich Tübben, Leithe; Brennereibesitzer Otto Kalle, Wattenscheid; Bäckermeister August Reinke, Hön trop; Schneidermeister Karl Borberg, Höntrop; Buchhalter Otto Maßkow, Wattenscheid und Steiger Johann Beermann Leithe. Diebstahl im strafverschärfenden Rückfalle. * Wegen schweren Diebstahls im strafschärfenden Rückfalle hatte sich der Arbeiter Sch. von hier vor der Bochumer Strafkammer zu verantworten. Dem Angeklagte, der erst kürzlich wegen fahrlässiger Tötung zu 6 Mon. Gef. verurteilt worden ist, wurde gestern zur Last gelegt, am 13. Juli auf der Zeche Centrum 80 Zentner Blei entwendet zu haben. Sch. war geständig; er will den Diebstahl begangen haben, damit er für seine Kinder Brot kaufen konnte. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte in den denkbar ärmlichsten Verhältnissen lebt. Es wurde aber auch festgestellt, daß er unregelmäßig arbeitet. In Anbetracht der Sachlage ließ es die Strafkammer bei der geringsten gesetzlich zulässigen Strafe von 3 Monaten Gefängnis bewenden. Der Bergmann P., der das entwendete Blei eine Strecke weit getragen hatte, obwohl er von dem Diebstahl Kenntnis hatte, wurde in eine Geldstrafe von 6 Mar) genommen. Gasleitung in der Hohensteinstraße fertiggestellt. * Gestern wurde die nunmehr fertiggestellte Gasleitung in der Hohenstein= und Ottostraße angeschlossen und in, Betrieb gesetzt. Im Anschluß daran sollen die Hausanschlüsse gelegt, sowie die Laternen aufge. stellt werden. Sicherem Vernehmen nach hat ein Tei) der Hausbesitzer die Gasanschlüsse bestellt, in dem Bestreben, ihre Wohnungen mit dieser zeitgemäßen Einrichtung zu versehen und die Annehmlichkeiten des Gases ihren Mietern zugänglich zu machen. Auch die=Straßen, beleuchtung dürfte allgemeine Befriedigung erwecken. Spielverein Gelsenkirchen gegen Ballspielverein Wattenscheid. m vergangenen Sonntag standen sich, wie schon kurz mitgeteilt, obige beide Mannschaften in einem Gesellschaftsspiel gegenüber. Das wunderschöne Wetter hatte wieder eine große Menschenmenge zum Fußballplatz hinausgelockt und alle, die hinausgepilgert waren, warteten mit Spannung auf den Ausgang des Kampfes. Punkt 3,30 Uhr stellten sich die beiden Mannschaften dem Schiedsrichter zur Verfügung und schon kurz darauf ertönte der Anfangspfiff. Gelsenkirchen hatte sich den Wind zum Bundesgenossen gewählt und stattete manchen gefährlichen Besuch dem Wattenscheider Toxe ab, doch wurden alle Angriffe energisch zurückgewiesen. Endlich gelang es dem Linksaußen=Stürmer von Wattenscheid, vor das gegnerische Tor zu gelangen und das 1. Tor für Wattenscheid zu erzielen. Kurz darauf glich jedoch Gelsenkirchen nach einem schönen Kombinationsspiel aus. Der Kampf wurde jetzt immer spannender, bis kurz vor Halbzeit der Halbrechte der Wattenscheider das 2. und schönste Tor des Tages für seine Farben buchen konnte. Halbzeit 2:1 für Wattenscheid. In der zweiten Halbzeit spielte Wattenscheid mit dem Winde und war von Anfang bis Ende vollständig überlegen. Nur noch vereinzelt kam Gelsenkirchen vor Wattenscheids Tor, während der B.=V. W. noch 2 weitere Tore bis zum Schluß erzielen konnte. Endresultat 4:1 für Wattenscheid gewonnen. Sehr zufrieden konnte die Wattenscheider Fußballgemeinde den Heimweg antreten, denn es war wirklich ein sehr schönes und faires Spiel geliefert worden, und nur selten brauchte der Schiedsrichter einzugreifen. Beide Vereine sind Vertreter der B=Klasse des Westdeutschen Spielverbandes im Bezirk Gelsenkirchen=Bochum. Die Gelsenkirchener traten mit einer äußerst sympathischen Mannschaft an. Besonderes Lob gebührt der Verteidigung, in 30. September 1813. * Cernitscheff nimmt Kassel. In der Frühe des 28. war er in der Gegend von Oberkaufungen erschienen. Jerôme der„König Lustick" und mit ihm seine Getreuen, reisten Halüber Kopf nach Marburg ab, und zahlten vorher noch sämt liche Beamtengehälter, rückständige und zukünftige bis De zember aus, um die Staatskassen zu entleeren. Währen Cernitscheff ein Detachement unter Tettenborn bei der neue: Mühle über die Fulda schickte, ging er selbst gegen Betten hausen vor. Zahlreiche Gefangene und 6 Geschütze fielen ihm hier bald in die Hände. Am Wahlebach verzögerte sich das Vordringen der Russen etwas, doch bald waren sie bis zum Leipziger Tor in Kassel vorgedrungen. Mit Hilfe der Einwohner wurde das Tor gesprengt und zahlreiche Gefangene gemacht. Am Mittag des 28. sah sich Cernitscheff veran laßt, das Gefecht abzubrechen, da er Nachricht erhielt, das General Bartinella von Heiligenstadt her im Anzuge sei. Des halb ging er mit seinen paar hundert Gefangenen und 8 er beuteten Geschützen auf Melsungen zurück. Dort erfuhr er daß Bartinellas Abteilung infolge Desertionen sehr geschwächt sei. Einer Abteilung von 100 Kosaken gelang es auch, bei Altmorschen dies Detachement völlig zu zersprengen. Nack einem Ruhetag ging Cernitscheff am 30., jetzt verstärkt durch 300 übergetretene Infanteristen, wieder gegen Kassel vor Mittags um 1 Uhr begann er die Beschießung aus 13 Geschützen. Die Einwohner begnügten sich diesmal nicht mit einer bloß drohenden Haltung gegen die Besatzung. Sie be teiligten sich am Kampfe, entwaffneten die französischen Truppen und zogen selbst zwei Geschütze zum Tore hinaus zu den Russen hin. General Alix wurde durch den Volksaufstand 1— gezwungen, am Abend in eine Kapitulation zu willigen, in der die westfälischen und französischen Truppen freien Abzug mit Waffen und Gepäck, jedoch ohne Geschütze erhielten. Fast sämtliche französischen Beamten schlossen sich ihnen an. König Jerome war unterdessen, in Todesangst vom Süden und Westen abgeschnitten zu werden, nach Marburg und von da in einem Zuge nach Wetzlar entflohen. Die ihm zur Bedeckung folgenden Truppen verminderten sich zusehends. Nach Marburg brachte er nur noch 180 Mann mit. Die letzten 110 Gardegrenadiere, die ihm bis Wetzlar folgten, zerstreuten sich hier fast völlig.— Vom Schloß Montabour aus wies er seine Gemahlin, Königin Katharina an, bei Paris ein ländl. Besitztum anzukaufen. Er sorgte also für die Zukunft. Knappschafts=Verein zu Bochum. * Aus der letzten Vorstandssitzung berichten wir folgendes: Anstelle des zum Beisitzer des Oberschiedsgerichts ernannten Bergrat Mehner ist Landtagsabgeordneter Bergassessor Althoff in den Vorstand eingelretem Zu Beisitzern des Knappschafts=Oberversicherungsamtes werden neugewählt Berginspektor Dr. Westermann, Bergassessor Brandes und Bergassessor Ritter und wiedergewahlt Bergassessor Lindenberg=Gelsenkirchen. Die Zahnärzte Kirchner in Dinslaken und Bigge in Altenessen werden zur Knappschaftspraxis zugelassen. Die Aeltestengeschäfte sind nach vorheriger Prüfung und Verpflichtung durch den Geschäftsausschuß übertragen worden: 1) Stanislaus Kubiak, Bottrop, für den Sprengel 153 a, 2) Otto Wengenroth, Dortmund, für den Sprengel 61, 3) Heinrich Sohns, Eickel, für den Sprengel 15. Im übrigen werden die Anträge auf Wiederverleihung der verlorenen Anwartschaft, nachträgliche Annahme von Anerkennungsgebühren, Abstandnahme von dem Einwande der Verjährung, Niederschlagung überhobener Beträge entsprechend den Vorschlägen der Geschäftsausschüsse erledigt. Amerikafahrt deutscher Lehrer. * Zu einer Amerikafahrt deutscher Lehrer hat der deutsch=amerikanische Lehrerbund eine Einladung an die offiziellen Standesorganisationen der deutschen Lehrerschaft gerichtet. Schwerer Einbruchsdiebstahl. * In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde der Lagerplatz der Firma Breuer am Hohenstein von Dieben heimgesucht, welche das Meisterbureau erbrachen und daraus 2 Schneidemaschinen im Wert von 1500 Mark entwendeten. Diese Maschinen, welche nur von geringem Gewicht sind und bequem fortgetragen werden können, dienen zum Durchschneiden von Eisenteilen mittels Sauerstoff und Gas. Es liegt deshalb die Vermutung nahe, daß es sich bei den Tätern um„schwere Jungen“ handelt, welche die Apparate für ihre diebischen Zwecke gestohlen haben. Obwohl bereits eine Verhaftung vorgenommen wurde, konnten bisher die Diebe und die Apparate nicht ermittelt werden. Die Maschinen sind vermutlich nach Essen gebracht worden, da Bergleute am Sonntag morgen auf der Krayerstraße einen Mann, der einen solchen Apparat trug, gesehen haben wollen. Auch wurden in der Nähe dieser Straße mehrere von den Maschinen stammende Schläuche gefunden. Die bestohlene Firma Breuer hat auf die Ermittelung der Täter eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt. Die hiesige Polizeiverwaltung hat folgendes Ausschreiben erlassen: In der Nacht vom 27. zum 28. Sept. cr. ist der Lagerschuppen der Firma Breuer hierselbst erbrochen worden. Die Diebe entwendeten 2 Sauerstoff=Schneidapparate(Handmaschine Modell D) im Werte von 1500 Mark, nebst 4 dazu gehörigen Manometern. Die Apparate tragen die Nummer 741 und 872. Am 28. d. M. ist in den Morgenstunden auf dem Wege Kray=Essen von heimkehrenden Bergleuten eine Person gesehen worden, welche die Apparate bei sich führte und wie folgt beschrieben wird: etwa 1,70 Meter groß, ziemlich gesetzt. Eine weitere Beschreibung konnten die Personen nicht angeben. Die Apparate können nur zum Zerschneiden von größeren Eisenstücken Verwendung finden. Um Anstelling eingehender Nachforschungen wird gebeten. Für die Wiederbeschaffung der Apparate ist eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt. Durch elektrischen Strom getötet. * Im nahen Stoppenberg kam der Koksarbeiter Hermann Koch auf seiner Arbeitsstelle der elektrischen Leitung zu nahe und wurde durch den Strom getötet. Eine Razzia. * In der verflossenen Nacht wurde von unserer Polizei eine Razzia vorgenommen, wobei auf der Vietingschen Ziegelei an der Bochumerstraße 2 Obdachlose festgenommen wurden. Man gab ihnen für eine Nacht Obdach im Polizeigewahrsam. Wem gehört das Auto? * In verflossener Nacht wurde auf der Krayer Straße im benachbarten Rotthausen ein total zertrümmertes Automobil Nr. I. Z. 0539 im Straßengraben gefunden. Personen scheinen bei dem Unfall nicht verletzt worden zu sein. Das Automobil scheint aus einer schwarzen Fahrt oder aus einem Diebstahl zu stammen. Der Eigentümer wird ersucht, sich zu melden. Erinnerungsmünzen. * Dem Vernehmen nach werden die vom Bundesrat auf Antrag Sachsens anläßlich der Hundertjahrfeier der Völkerschlacht von Leipzig von der Königlich Sächsischen Münze ausgeprägten Erinnerungsmünzen in etwa 14 Tagen zur Ausgabe gelangen. Es sind Dreimarkstücke im Betrage von zwei Millionen Mark. Zur Tariffrage im Malergewerbe von Rheinland und Westfalen. * Der Gau II(Rheinland und Westfalen) des Hauptverbandes deutscher Arbeitgeberverbände im Malergewerbe hat es bisher abgelehnt, den Reichstarifvertrag einzuführen. In den Versammlungen der Gehilfen(der freien und christlichen) wurde dementsprechend die Stellungnahme des rheinisch=westfälischen Arbeitgeberverbandes in der Tariffrage verurteilt. Das Ansinnen, Zugeständnisse zu machen, weist man entschieden zurück. Zur gegebenen Zeit soll mit allen gesetzlich zulässigen Mitteln für die Ein= und Durchführung des Tarifvertrages gekämpft werden. Eisenbahn=Töchterhort. * Nach dem soeben erschienenen Jahresbericht betrugen die Einnahmen des verflossenen Jahres 295 136 M. (78 373 M. mehr als im Vorjahre). An Waisen=Unterstützungen wurden im Berichtsjahre gezahlt 121 435 M. und an Beihülfen für die Ferienkolonie 37 508 M. ausgegeben. Seit dem 10jährigen Bestehen wurden an Einnahmen erzielt 1 532 490 M., davon wurden für wohltätige Zwecke verausgabt 813 624 M. Der Rest wurde dem Stiftungsfond zugeführt. Das Christianenbeim in Erfurt, das für 80 Personen eingerichtet ist, soll erweitert werden. Hierfür sind einschließlich Inneneinrichtung 492000 M. zur Verfügung gestellt worden. Der Neubau soll am 1. April nächsten Jahres in Betrieb genommen werden. Die Stiftung kommt vor allem den verwaisten Töchtern der unteren Beamten zu gute. Evgl. Blaukrenz=Verein Höntrop. * Höntrop, 30. Sept. Sonntag feierte der hiesige evangel. kirchl. Blaukreuzverein sein erstes Jahresfest. Im Festgottesdienst führte Pfarrer Demandt aus Bünde an der Hand von Ev. Luc. 14 V. 16—24 der Gemeinde die Notwendigkeit und Herrlichkeit der Blaukreuzarbeit vor Augen. Die Nachfeier mit Kaffeetrinken fand im Gahmannschen Saale statt und nahm bei guter Beteiligung einen sehr ansprechenden Verlauf. Die gemischten Chöre der Blaukreuzvereine Wattenscheid und Wanne sowie Zithervorträge und Deklamationen belebten und verschönten die Feier. Der Vorsitzende Herlekowski eröffneke mit Schriftverlesung und Gebet. Gemeindehelfer Schneider überbrachte Gruß und Segenswunsch des Wattenscheider Vereins und beleuchtete auf Grund von Ev. Luc. 19 V. 10 die suchende und seligmachende Arbeit der Liebe Christi. Pfarrer Demandt berichtete unter Zugrundelegung von Psalm 98 V. 1 aus der Blaukreuzarbeit in seiner früheren Gemeinde. Pfarrer Geck begrüßte den Verein namens der ev. Kirchengemeinde, gab seiner Freude über die Gründung des Vereins Ausdruck und wünschte ihm fröhliches Wachstum zum Segen für viele. Mit Gebet und Segen wurde die Feier geschlossen.— In der Deputierten=Versammlung des Kreisverbandes, welche sich an den Festgottesdienst anschloß, wurde Pfarrer Erdmann aus Eickel zum Kreispräses gewählt. Möge die so wichtige und segensreiche Arbeit hierselbst immer zahlreichere Freunde gewinnen. 800 Mark verloren. * Sevinghausen, 30. Sept. Am Samstag nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr verlor der Lehrling des Bauunternehmers H. aus der Nachbargemeinde Freisenbruch auf Bochumerstraße dortselbst einen Geldbetrag von rund 800 Mk. Bisher ist das Geld noch nicht abgeliefert worden. 25jähriges Dienstjubiläum. * Leithe, 30. Sept. Gestern feierte der Telephonist Hermann Claßen bei der Gelsenkirchener Bergwerks=Aktien=Gesellschaft sein 25jähriges Dienstjubiläum. Seit 14 Jahren versieht er auf„Rheinelbe“ in der Hauptverwaltung den Telephondienst. Kriegerverein Günnigfeld. * Günnigfeld, 30. Sept. Mit dem vergangenen Sonntag fand die Rekrutenpflege ihren Abschluß. Recht zahlreich waren die Rekruten Günnigfelds der Einladung des Kriegervereins zum Preisschießen gefolgt. Es waren 23 an der Zahl. Nach einer kurzen Erläuterung des Gewehrmodells gings zum Schießen. Es wurden durchweg mit 5 Schuß befriedigende Ergebnisse erzielt. Die besten Schützen waren: 1. Krämer mit 39 Ringen, 2. Glattgowski mit 35 Ringen, 3. Wilh. Simon und Melis mit 32 Ringen, 4. Schütte mit 29 Ringen. Die Preisverteilung wurde durch den Vorsitzenden Betriebsführer Schulze vorgenommen. Während des gemütlichen Teiles hielt letzterer eine packende Abschiedsansprache, in der er die Rekruten ermahnte zu Vaterlandsliebe, Königstreue, Gehorsam und Dienstfreudigkeit. Begeistert stimmte alles in das auf den obersten Kriegsherrn ausgebrachte Hoch ein. Der von Leutnant d. R. Jansen angesetzte Vortrag konnte wegen plötzlicher Verhinderung des letzteren nicht gehalten werden. Eine stattliche Reihe Reservisten, die neu in den Verein eintraten, wohnte der Veranstaltung bei. M.=G.=V. Günnigfeld. * Günnigfeld, 30. Sept. Der Männergesangverein Günnigfeld hielt am Sonntag im Parkrestaurant seine Jahresversammlung ab. Es wurden folgende Mitglieder in den Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender: Friedr. Riemann, 2. C. Höller, 1. Schriftführer Wilh. Freese, 2. P. Eisenberg, 1. Kassierer F. Siepmann, 2. O. Rempe. Als Vereinslokal wurde das Restaurant Aug. Zimmermann gewählt. Ueberfall. * Günnigfeld, 30. Sept. Ueberfallen wurde ein Bergmann aus Günnigfeld in der Dessauerstraße in Gelsenkirchen und durch einen Messerstich im Rücken verletzt. Er wurde zum Krankenhause gebracht. Der Prozeß gegen den Einbrecher Nachtigall. * Gelsenkirchen, 30. Sept. In allernächster Zeit kommt die Affäre des Einbrecherkönigs Nachtigall, der, wie bekannt ist, 75 Einbruchsdiebstähle verübt hat, zur Verhandlung. Die Untersuchung ist vollständig abgeschlossen. Es läßt sich denken, daß bei dem großen Umfange der Straftaten dieses Menschen die Untersuchung sich lange Zeit hinziehen mußte, um so mehr, als außer diesem verwegenen Burschen noch weitere 18 Personen in der Angelegenheit verwickelt sind. Der Prozeß dürfte 3—4 Tage in Anspruch nehmen. In den Schacht gestürzt. Eickel, 30. Sept. In den Schacht gestürzt ist am Samstagabend auf der Zeche„Shamrock 3=4“ der Bergmann Bikowski. Seine Kameraden fanden ihn mit zerschmetterten Gliedern tot vor. Zu Tode gequetscht. * Wanne, 30. Sept. Gestern morgen geriet im Gepäckaufzug des Bahnhofs der Eilgutarbeiter Lies, als er mit einem Wagen in dem Aufzuge in die Höhe fuhr, infolge Festklemmens der Wagendeichsel zwischen Wand und Wagen und wurde zu Tode gequetscht. Der Eine wahre Begebenheit aus Wattenscheid. „Nun aber schnell, es wird jetzt Zeit, Die Straßenbahn steht schon bereit.“ Luischen ruft's dem Gatten zu Und läuft nun schnell in einem Ru Sehr lustig gar und flink und munter Herab.— Doch ach: Sie fällthinunter. Der Fritz, ein bied'rer Ehemann, Saust hinterher, so schnell er kann. Gehorsam überschlägt er vier Der Stufen und ist schnell bei ihr.— Da liegen sie am Boden gar, Zu weinen und zu lachen zwar. Sie hak den Kopf sich sehr verletzt, Indessen er noch munter jetzt. Das Bild ist komisch anzuseh'n, Die Leute auf der Straße steh'n. „Luischen“, ruft er,„Du, mein Kind, Ich glaub, ich lauf' zum Arzt geschwind, Was ist Dir denn am Kopf passiert?“ „Ach“, sagt sie leis’,„hab mich geirrt, Statt einer Stufe nahm ich zwei, Nun ist's mit meinem Kopf vorbei.“ „So zeig“, spricht Fritz,„doch einmal her, Fielst Du auf Deinen Kopf so schwer?“ „O ja“, sagt sie,„mein Kopf,— mein Haar, Mein Kleid ist auch entzwei fürwahr, Ach nein, hier fehlt sogar ein Knopf, O Fritz, der Knopf, o Fritz, der Kopfl“—— Fritz faßt sich leichten Herzens Mut, Setzt auf den Kopf sich fest den Hut, Hebt seine Frau behutsam auf Und klettert mit ihr wieder'nauf.— Noch weinend geht sie schnell hinein, Besorgt folgt er dann hinterdrein. „Nun setz Dich— tut Dir's denn noch weh? Hierhin auf dieses Kanapee". „Ach Fritz, mein Kopf, mein armer Kopf! Auch fehlt der teure Blusenknopf!“— Die Träne auf die Bluse fällt, Die Hand den wehen Kopf nur hält. Sie weint so laut, daß Gott erbarm, Und stützt den Kopf auf seinen Arm. „Wie bist Du doch am Kopf so heiß?! Ich hol’ am besten etwas Eis“. „Ja, Fritz, hol' Eis, ich bitte Dich, Auch was zur Stärkung möchte ich“.— „Mein Lieb, nur einen Augenblick, Dann bin ich mit dem Eis zurück.“ Sie sitzt im Sofa noch und stöhnt, Und Fritz, der's Weinen schon gewöhnt, Geht eil'gen Schritt's und holt herbei Das Eis aus der Konditorei.— Als er das„Eis" zu Haus enthüllt, Ist just sein Zweck verkehrt erfüllt, Mit Mißmut er das„Eis" besieht, Er merkt, daß ihm'ne Predigt blüht. Statt Eis aus Wasser ist's— wer weiß— Das rosigrote Erdbeereis. Zurück geht's nun zu dem Café. „Verzeih'n Sie, bitte, mir, Monsieur, Ich möchte nicht das Erdbeereis", Sagt er zu dem Monsieur ganz leis, „Am liebsten von der Torte hier Erbitte ich der Stücke vier. Und hier das Eis— ja warten Sie— Es hängt verpackt am Parapluie. Er löst es ab von einer Schnur Und gibt das Erdbeereis retour.— „Statt Speiseeis bitt' ich Sie schön Um Krankeneis für Kopfesweh'n". Das Eis wie ein Kristall so rein Packt man dann zu den Torten ein. „So, nun bezahlt,— und rasch hinaus, Im Augenblick bin ich zu Haus.“—„Hier, lieb Luischen, sieh mal her, Hast Eis Du für das grand Malheur. Komm schnell, Du armes, süßes Kind, Leg' auf den Kopf das Eis geschwind“.—— „So hol nur erst ein Tuch vom Topf, Ach Fritz, mein Kopf, mein armer Kopf. Wie gut Du bist, wie'n Kavalier, Du thronst allein im Herzen mir". So spricht sie ihrem Gatten zu, Und Fritz nickt ihr bejahend zu. Und immer spricht der arme Tropf: Mein Kopf, mein armer, kranker Kopf. Fritz preßt das Eis mit Manneskraft Auf ihren Kopf, auf daß es schafft Der Kühlung und der Lind'rung viel, Er hat fürwahr kein leichtes Spiel. Indessen ißt sie mit Plaisier Der Kuchenstücke alle vier. Dann weint sie weiter wie ein Kind, Und klug sie nur auf„Rettung“ sinnt. „Sieh, lieber Mann, Du bist ja gut, Doch Eis allein kein Wunder tut, Und auch die Torte nur allein Kann heilen nicht die böse Pein. Um warm und stark zu sein im Leid, Brauch ich fürwahr ein—— neues Kleid! Der Knopf am alten ist schon fort, Kauf mir ein neues schnell im Ort, Sei lieb und gut zu Deiner Frau, Ich bin ja krank, o weh, au, au!“ Und Fritz in seiner lieben Not, Küßt seine Frau— sonst ist's ihr Tod. Er füllt mit Geld das Portemonnaie, Eilt flugs zur Stadt just wie ein Reh, Er kauft Luischen schnell das Kleid, So stillt er Tränen nur und Leid, Was Eis und Kuchen nicht gekonnt, Das hat das Kleid getan!— Er sonnt Sich jetzt an dem gesunden Kopf, Der gute, treue, brave Tropf! Wattenscheid, den 30. September 1913. K. daß eine Autofahrt, eine Fahrt im Aeroplan, daß Bobsleigs, Ski und wie sie alle heißen, so etwas wie ein Nervenbad sind. Aber ich behaupte auch, daß alle diese Sportarten eine stark erhöhte Neigung zur Erkältung in sich schließen. Eben darum verwende ich stets Fays ächte Sodener. Im Auto, beim Wintersport— immer laß ich von Zeit zu Zeit eine Mineral=Pastille— Fays Sodener— im Munde zergehen, und nun erst hab ich den vollen Genuß, weil ich weiß, daß ich ohne Erkältung durchkommen werde. Fays Sodener kosten 85 Pfg., man hüte sich aber vor Nachahmungen. Besondere Kennzeichen: Der Name„Fay" und weißer Kontrollstreifen mit amtl. Bescheinigung des Bürgermeister=Amtes Bad Soden a. T. Wirte-Verein Wattenscheid. Donnerstag, den 2. Oktbr., nachmittags 4.30 Uhr Versammlung beim Kollegen Harras-Hohenstein. Zahlung der Vereins-und Sterbekassen- Beiträge.— Weitere Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben Um pünktliches u. zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Zum baldigen Eintritt alterer Mann zum Schweinefuttern gesucht. Derselbe muß mähen können. Invalide bevorzugt Landwirt Beckmann. Tüchtiger solider Fuhrknecht per 1. Oktober gesucht. Ricken, Baugeschäft, Wattenscheid. Ein tüchtiger Romatbeiter in oder außer dem Hause sofort gesucht. Fr. Knieß, Vödestraße 82 2 Herren 24—22 Jahre alt, evgl, wünschen zwecks Heirat mit 2 Damen in Verbindung zu treten Offerten mit Bild unter H. B. 255 postlagernd Wattenscheid erbeten. Witwe sucht Beschäftigung zum Ausbessern außer dem Hause. Eltsabethstr. 5 part. Mädchen erhalten sofort Stellung durch Frau Przybilski, gewerbsmäßige Stellenvermittlerin Bahnhofstraße 1. Ein Halblagsmädchen sofort gesucht Friedrichstraße 5. 1 Et. Junges Ehepaar sucht per 15. Oktober eine Gefl. Offerte u. K. K. 5479 an die Expedition dieser Zeitung. Wegzugshalber eine schöne Fräumige Wöhnung per 1. Oktover zu vermieten. Hüllerstr. 102, I. Etage. mit 6 Zimmern zu vermieten. Hagenstraße 7. à 2, 3 und 4 Zimmer vermietet H. Schmidt, Nordstraße 7 Tabenloral mit Wohnung an der Kaiserstraße neben der Hohenzollernschule per 1. April 1914 zu vermieten. W. 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Ohlober.# Nachmittags 2 Uhr. O unter andern Weil-Handicap, 2 Ehrengreis und0 . 10000 Mk. 7 Rennen. 4 Ehrenpreise und 37000 Mark Bar. Totalisator auf allen Plätzen. " Wettannahme bei allen größeren Rennvereinen. 000000000000000000 Homper'8 Galllen Prister Salen Freiheitstraße 12. direkt neben dem Rathaus. Hochmoderne Frisuren. Prachtvolle Zöpte von 2 Mark an. Anlertigung aller Rotgewordene Zöpfe werden wie neu aufgefärbt. Eisenbahn=Fahrplan. vom 1. Oktober 1913 ab. „Stadtheater Essen. Dienstag, 30. Sept., 7½ 10¼ Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Phantastische Oper von Jacques Offenbach. Mittwoch, 1. Okt., 7½—9½ Uhr: Elga. Nocturnus, 6 Szenen, von Gerhart Hauptmann. Donnerstag, 2. Okt., 7½—10½ Uhr: Der Graf von Luxemburg. Operette von Franz Lehar. Freitag, 3. Okt., 7½—10 Uhr: 3. Vorstellung bei bedeutend ermäßigten Preisen: Hasemanns Töchter. Volksstück von L’Arronge. Samstag, 4. Okt., 7½—10½ Uhr: Der Graf von Luxemburg. Operette von Franz Lehär. Sonntag, 5. Okt., 3½—6 Uhr: Hasemanns Töchter. Volksstück von L’Arronge. 7½—11 Uhr: Alda. Große Oper von Giuseppe Verdi. Von Gelsenk.=Wattenscheid nach Bochum=N. 4.54, 6.27, 7.48, 8.57, 10.07, 10.54%, 12 31, 1.23, 2.00, 3.18, 5.11, 6.29, 7.14, 9.40, 11.48, 2.16“. Von Bochum N. nach Gelsenk.= Wattenscheid. 3.54, 5.03, 6.27, 657, 8.24, 8.53* 11.55, 1.04*, 1.55, 2.23, 3,13, 6.12 7.53, 9.36, 10.19, 11.09. Von Gelsenk-Wattenscheid über Kray=N. nach Essen=N. 4.07, 5.17, 6.42, 7.128, 8.36, 9.038 12.07,1.148, 2.08, 2.86, 3.26, 6.26 8.04, 9.48S 10.80, 11.208. Von Essen=N. über Kray=N. nach Gelsenk.=Wattenscheid. 4.88, 7.81, 9.51, 12.16, 1.08, 3.03, 4.55, 5.418, 6.58, 9.25, 11.18, 2.01. Von Gelsenk.=Wattenscheid nach Krav=N. 4.07, 5.17, 6.42, 7.12, 8.36, 9.03, 12,07, 1.14, 2.08, 2.36, 8.26, 6.26, 8.04, 948, 10.30, 11.20. Von Kray=N. nach Gelsenk. Wattenscheid 4.46, 6.19, 7.41, 8.50, 9.59, 10.47, 12.24, 1.16, 1.53, 3.11, 5.04, 6.21, 7.07, 9.33, 11.36, 2.09. Von Essen H.=B. über Kray=Nord nach Gelsenkirchen=Wattenscheid. 6.08, 8.40, 10,87, 1.48, 6.10. Von Gelsenkirchen=Watrenscheid über Kray=Nord nach Essen 7.12, 9.08, 1.14, 9 48, 11.20. Von Wattenscheid über Kray=S. nach Essen=H. 6.15, 7.01, 8.19, 9.38, 10.08, 12.16, 1.20, 1.52, 3.49, 4.44, 6.47,8.25, 9.13,9.56, 11.89f, 11.50 f, 12.19, 1.34. Von Kray=S. nach Essen=H. 6.28, 7.09, 8.26, 9.46, 10.11, 12.24, 1.28, 2.11, 3.57, 4.52, 6.56, 8.83, 9.21, 10.04, 11.471, 11.581, 12.27, 1.42. Von Bochum=S. nach Langendreer. 5.44, 6.86, 6,46D, 6,53E, 7.38, 7.48, 8.20, 8.52, 9.05 E, 9.51, 10.41, 10.48E, 10.55, 12.05, 12.58E, 1.80, 1.35, 1.57E. 2.220, 2.46, 2.49“, 2.57, 3.00 D, 4.09, 4.211, 4.800, 5.14, 5.18, 5.59f, 6.10, 6.40E, 6.49, 7.06D, 7.34, 7.40, 8.10 E, 8.38, 8.54f, 9.01 E, 9.20, 9.59E, 10.08D, 10.26, 10.36E, 10.53f,11.10,11.45/12.021 12.281), 12.46, 1.43 Ef(2), 1.57. (?) Verkehrt in der Nacht von Sonntag zu Montag, vom 25. zum 26. und 26. zum 27. Dez. 1913, 1. zum 2. Jan., 13. zum 14. April 1914. Von Gelsenkirchen nach Wanne. 5.18,6.16 R, 6.41, 7.29E, 8.07,8.141. 8.22, 8.31 E, 8.47E, 8.520, 9.20, 10.24,10.30 E, 11.18, 11.20,11.82D, 11.880, 12.44, 12.59, 1.89R, 1.51, 2.08, 2.14E, 2.230, 2.59, 3,25 E. 4.16 E, 4 38, verkehrt Sonntags sowie am 1., 2., 14., 15. und 5.50,642,7.10,7 42, 8.05, 8.29, 9.03, 9.39f, 10.02, 1041, 10.53, 11.32, 12.30. Von Essen=H. über Kray=S. nach Wattenscheid. 6.10, 7.28, 8.26, 10.15, 11 55, 1.08. 231, 2.49, 3.44, 4.46, 5.45, 6.55, 8.05, 10.00, 10.271, 11.21, 1.12. Von Kray=S. nach Wattenscheid 6.18, 7.81, 8.34, 10.23, 12.03, 1.11, 2.89 256, 8.52, 4.54, 5.53, 7.09 8.13, 10.08, 10.35f, 11.29, 1.20 Von Wattenscheid nach Bochum=E 6.26, 7.89, 8,42, 10.81, 12.11, 1.19, 2.47, 3.04, 4.00, 5.02, 6.00. 7.12 8.22 10.16, 10.481, 11.36. Von Bochum=S. nach Wattenscheid 6.06, 6.52,8.10, 9.29, 9.54 12.07 11, 1.43, 8.40, 4.35, 6.38, 8.16, 9.04, 9.47, 11.807, 11.411, 12,10. Von Höntrop nach Bochum=S. 5.34, 7.24, 8.12, 8.34, 9.42, 10.07 10.87, 11.40, 1.22, 2.24, 2.40, 3.26. 4.12f, 5.04, 5.521, 7.22, 8.47; 9.12, 9.24,10.40, 11.01, 11.54f 1.46, Von Bochum=S. nach Höntrop. 5.41, 6.13, 6.54, 7.55, 8.22, 9.26, 10.51 11.56, 12.23, 1.40, 1.471,2.06, 2.481, 4.87, 5.53, 6,83, 7.16 f, 7.88, 8.45f, 8.57, 10.24, 11.19, 1.48. Von Höntrop nach Steele=Nord. 5.48, 6.20, 7.02, 8.01, 8.30, 9.33 10.58, 12.08, 12.80, 1.47, 1.531; 2.13, 2.55f, 4.44, 6.00, 6.40, 7.241 7.45, 8.54 f, 9.05, 10.82, 11.26, 1.55 Von Steele=Nord nach Höntrop 5.24, 7.14, 8.02, 8.24, 9.82, 9.57, 10.27, 11.80, 1.12, 2.14, 2.30, 3.16, 4.03f, 4.54, 5.421, 7.12, 8.881, 9.08,9. 14,10.80, 10.51, 11.441,, 1.36. Von Langendreer nach Bochum=S. 5.29, 6.01, 6.31, 7.13E, 7.42, 7.47, 7.540, 8.54 E, 9.14 943, 10.03E, 10.39, 11.25D, 11.55, 12. 00E, 12.10, 12.49D, 12.59, 1.10 E, 1.231, 1.28, 1.460, 1.54, 2.36f, 2.430, 3.48E, 4.080, 4.20, 4.24, 4.47E, 5.141,5.40, 6.11, 6.19E, 6.40 f, 7. 26, 8.11E, 8.821, 8.48, 8.51, 9.31E, 9.86, 10.12, 10.46, 10.530, 11.08“ 11.191, 11.291, 11.49E, 11.59, 12.30, 12.59 E, 1.35. Von Wanne nach Gelsenkirchen. 5.20D, 5.50, 6.29, 6.55E, 7.300, 7.57, 8.22E, 8.50, 8.56, 9.03E, 9.30E, 9.42, 9.57, 10.20 E, 10.34, 10.55 E, 11.00, 11.24E,11.81, 12.16, 12.46, 1.05 E, 1.19D, 1.46f, 2.06, 2.14, 2.52,2.57D, 3.01, 3.28, 3.54E, 4.19E, 4.51, 5.38, 5.58E, 6.02, 6.141, 6.18, 6.83, 6.51 E, 7.15, 7.820, 7.48, 8.120, 8.17, 8.38, 9.120, 9.16, 9.39, 9.471, 10.00D, letzten Tage jeden Monats, 4,54,10.30, 11.30, 11.54 E, 12.15, 1.23. 5.05, 5.171), 5.22R.5.37, 6.04, 6. 28, 6.34D, 6.400, 6.54, 7.04E, 7.39E, 8.06, 8.13 E, 8. 18, 8.35, 8.40, 9.28E, 9.34E, 9.59f, 10.00f, 10.08, 10.30 f, 11.00, 11.09E, 11.13 R, 11.47, 12.15 D, 12.44, 1.160, 2.14. Von Gelsenkirchen über Kray.=N. nach Essen=H. .00, 5.18, 6/07, 6.48, 7.17, 8.06, 9.12E“, 9.27, 9.51“, 10.05, 10.46, 11 08E, 11.08,11. 48, 12.80, 1.17, 1.46%,1.56 f, 2.15,2.824%, 3.10, 3.40, 4.06, 4.40, 5.08, 5.47, 6.118, 6.31D“, 6.45, 7.25, 8.22“, 8.29, 9.06, 9.24, 9.50, 10.08%, 10.40, 11.51, 12.26. Von Kray=N. nach Gelsenkirchen Von Essen=H.= über Kray=N. nach Gelsenkirchen. 4.50, 5.25, 6085, 6.14, 6.47, 7.22, 7.57, 8.320“, 8.405, 8.55, 10.00 10.875, 10.55, 11.11“ 12.080“ 12.10, 1.19, 1.811“, 1.438, 1.50 2.86, 2.56, 8.10, 3.81, 4.30, 4.47, 5.17,6.10s 6.21p“, 6.81, 6.58 7.32, 7.40*, 7.55, 8.19, 8.53, 9.15E“ 9.86f, 9.52, 10.30, 10.43, 11.23, 12.20. Von Kray=N. nach Essen=H. 4.21, 5.28, 6.18, 6.59, 7.21, 7.28. 3.17,9.10, 9.88, 10.16, 10.58, 11.19“ 11.54, 12.41, 1.21, 1.28, 2.08,f 2.26 5.00, 5.85, 6.25, 6.57,/7.48, 8.07,9.06, 3.21, 3.51, 4.17, 4.51, 5.20, 5.58 10.10, 11.07,12.80, 1.29, 1.59 2.46, 6.56 7.36, 8.42, 9.17, 9.35, 9.55 3.08, 8. 20, 8.42, 4.40, 5.09, 5.2610.01, 10.51, 11.27, 12.03, 12.36, Die mit bezeichneten Züge fahren nur Sonntags; die mit? halten nicht in Kray resp. Präsident. Die mit s fahren nur bis Kray=Nord bezw. nach Essen H=B. E Eilzüge ohne Preisaufschlag Schnellzüge(fett) mit Preisaufschlag. Die mit K fahren durch nach Reclinghausen. Makulatur in schönen, großen Bogen zu haben bei Carl Busch Stadttheater Dortmund. Dienstag, 30. Sept., 7½—10 Uhr: Cavalleria rusticana. Oper von Pietro Mascagni. Text von Targioni=Tozzetti und G. Menasci. Hierauf: Der Bajazzo. Oper, Dichtung und Musik von R. Leoncavallo. Mittwoch, 1. Okt., 7½—11 Uhr: von Berlichingen. Schauspiel von W. v. Goethe. Donnerstag, 2. Okt., 7½—10 Uhr: Fidelio. Oper von L. von Beethoven. Text v. J. Sonnleithner u. F. Freischke. Freitag, 3. Okt., 7½ bis 10¼ Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Trauerspiel v. Franz Grillparzer. Sonnabend, 4. Okt., 7½—10¼ Uhr: Zar und Zimmermann. Komische Oper von Albert Lortzing. Sonntag, 5. Okt., 3½—6 Uhr: Hasemanns Töchter. Volksstück von Adolf L’Arronge. 7½—11¼ Uhr: Die Hugenotten. Große Oper. Text von E. Seribe und E. Deschamps. Musik von G. Meyerbeer. Ich warne hiermit Jedermann meiner Frau etwas zu borgen, oder von ihr Gegenstände zu kaufen, da ich für nichts aufkomme. E. Laugensiepen, Johannesstr. 12. Täglich frische Sbchuscherk 100 Stück 30 Pfg. Restaurant Drenhaus. Gebrauchte Möbel ganze Einrichtungen Herde, Oefen kauft fortwährend an. Rosenthal, Hüllerstraße 10 vis a vis Wattenscheider Zeitung Knaks-Pianobirigssseärinea Bongardt, Gelsenkirchen Weststr. 2 zu verkaufen. Voedestraße 73. Seit Jahren war ich müde u. matt, hatte häufig wahnsinnige Kopfschmerzen und jede Lust zum Arbeiten und zum Leben verloren. Der Arzt sagte, es sei ein veraltetes Kierens u. Blasenleiden, vaneben Darmträgheit infolge sitzender Lebensweise. Auf arztl. Rat trank ich Altbuchhorster Marksprudel Starkguele(Jod= Eisen=Mangan#chsalzquelle). Schon nach einigen Flaschen fühlte ich mich als ganz anderer Mensch. Die Urinabsonderung wurde lebhaft und schmerzlos und blieb es seitdem. Ich trinke den Markprudel täglich, habe mich nie o wohl u. gesund gefühlt wie heute. H. B.“ Aerztl. warm mpf. Fl. 65 u. 95 Pf. bei sarl Berghaus Nachf., H. feldhoff, O. Luenen u. Gebr. Imann, Orogerten. — 8 Nr. 227. (2. Blatt.) Dienstag, den 30. September 1913. 45. Jahrgang. (General=Anzeiger.) Amtliches Blatt aller Behörden weziell für die Orte Wattenscheid, Gelsenkirchen=Ueckendorf, Leithe, Günnigfeld, Hordel, gegröndet 1868 cheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet z inkl. Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet : 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche : Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig). (Neueste Nachrichten.) in Stadt und Amt Wattenscheid, Sevinghausen, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheid, Eiberg, Freisenbruch u. a. Anzeigen pro Nonpareillezeile oder deren Raum 15 Pfg., auswärts 20 Pfg., Reklamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Terminzusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach Erhalt der Rechnung. Die Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung" erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Mk. Unfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungen Telegr.=Adr.: Zeitung. Telefon 181. Rotationsdruck und Verlag Carl Busch, verantw. Redakteur Bernhard Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln 8566. Albanien. Die Kämpfe an der serbisch=albanischen Grenze lassen sich aus der örtlichen Lage an sich hinreichend erklären. Zwischen Albanesen und Serben besteht alter Haß. Die an Serbien gefallenen Stämme werden sich schwer an den neuen Herrn gewöhnen. Die zuAlbanien kommenden Grenzstämme fühlen sich schwer beeinträchtigt durch die Zuweisung ihrer alten Märkte, Libra, Prizrend, Gakowe, an Serbien und Montenegro. Dazu kommen die Grausamkeiten, die während des Krieges und wohl auch nachher noch an Albanesen begangen worden sind. In Belgrad wird zwar energisch dementiert, daß solche Grausamkeiten vorgekommen sind, aber viel ist von diesen Dementis nicht zu halten. Die Erbitterung ist jedenfalls nicht grundlos, und sie macht sich jetzt in dem begonnenen Bandenkrieg Luft. In Belgrad soll man der Meinung sein, daß man mit den Albanesenbanden leicht wird fertig werden können. Immerhin hat man die Drin=Division mobilisiert, die auf 50000 Mann gebracht werden soll, während die Montenegriner mit 10 bis 12 000Mann eingreifen sollen. Bleibt die Bewegung isoliert, so wird sie trotz der Schwierigkeiten, die in Serbien bei der Einziehung der Reservisten sich bemerkbar machen, wohl ohne allzu große Mühe niedergeschlagen werden. Es erheben sich nun aber Stimmen, die in dem Vorstoß der Albanesen nur den Beginn einer größeren Unternehmung sehen wollen und bedeutungsvoll bereits vom 3. Balkankriege sprechen. In Serbien will man feststellen können, daß die Albanesen von bulgarischen Offizieren geführt werden und daß die provisorische Regierung Albaniens beteiligt ist. Man glaubt auch in der Art des Vormarsches einen alten bulgarischen Feldzugsplan zu erkennen. Daß die Bulgaren nach der Vereinigung ihres Streites mit der Türkei wieder aktionslustig werden könnten, ist nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Es liegen ja eine ganze Anzahl von grimmigen bulgarischen Aeußerungen vor, daß die Abrechnung mit den Serben und Griechen nicht aufgegeben, sondern nur vertagt sei. Es begreift sich daher schon, daß die Serben in den albanischen Vorgängen die bulgarische Hand vermuten. Auf der anderen Seite wird auch Griechenland wegen der Türkei unruhig. Nach anfänglich eifrigen Friedens=Verhandlungen haben die Türken sich in den letzten Wochen ganz still verhatten. Erst jetzt, wo sie mit den Bulgaren unmittelbar vor dem Abschluß stehen, sind sie wieder an Griechenland herangetreten, und zwar anscheinend mit Forderungen, die Griechenland nicht bewilligen kann. Die festere Haltung der Türkei würde erklärlich werden, wenn sie mit Bulgarien zu Abmachungen auch für einen Kriegsfall gelangt wäre. Ob dies tatsächlich zutrifst, ist heute noch unbekannt. Jedenfalls kann man noch keineswegs sagen, daß der Balkan zur Ruhe gekommen ist. Möglichkeiten zu neuen Zusammenstößen liegen noch in verschiedenen Richtungen vor. Ein Moment, das einigermaßen beruhigend wirkt, ist die finanzielle Notlage sämtlicher Balkanstaaten. Für einen Krieg bekommt keiner von ihnen Geld. Allerdings, sie haben schon bewiesen, daß sich zur Not auch ohne Geld Krieg führen läßt: Vermischtes. Die deutschen Prinzen. Ueber die gegenwärtige Tätigkeit der preußischen Prinzen, die in letzter Zeit mehrfach eine Veränderung erfahren hat, wird wie folgt berichtet: Der Kronprinz befehligt als Oberst das 1. Leibhusarenregiment Nr. 1 in Danzig=Langfuhr. Major Prinz Eitel=Friedrich ist Kommandeur des 1. Bataillons 1. Garde=Regiments z. F. Prinz Adalbert ist Kapitänleutnant und Navigations=Offizier an Bord des geschützten Kreuzers„Cöln". Prinz August Wilhelm, der als Hauptmann à l. s. des 1. Garde=Regiments geführt wird, ist bei der Potsdamer Regierung beschäftigt. Prinz Oskar befehligt seit kurzem unter seinem Bruder Eitel=Friedrich die 4. Kompagnie im 1. Garde=Regiments z. F. und Prinz Joachim, der zurzeit eine kurze Dienstleistung beim 14. Husaren=Regiment in Kassel ableistet, tritt am 1. Oktober als Oberleutnant in das 1. Garde=Regiment z. F. ein. Soweit die Kaisersöhne. Von den Söhnen des Prinzen Heinrich von Preußen, der als Großadmiral und Generalinspekteur der Marine im Kieler Schlosse wohnt, ist der ältere, Prinz Waldemar, der als Oberleutnant beim 1. Garde=Regiment z. F. und als Oberleutnant z. S. à l. s. der Marine geführt wird, als Referendar bei der Negierung in Hannover tätig. Der jüngere, Prinz Sigismund, Leutnant im 1. Garde=Regiment z. F. und Leutnant z. S. à l. s. der Marine, liegt noch wissenschaftlichen Studien ob. Von den Söhnen des Generalobersten Prinzen Friedrich Leopold, der seine Stellung als General=Inspekteur der 1. Armee-Inspektion niedergelegt hat, ist der älteste, Prinz Friedrich Sigismund, Oberleutnant im 2. Leibhusaren=Regiment Nr. 2, der zweite, Prinz Friedrich Karl, Leutnant im 1. Leibhusaren=Regiment Nr. 1, während der jüngste, Prinz Friedrich Leopold, sich auf die Reifeprüfung vorbereitet. Von den 3 Söhnen des verstorbenen Prinzen Albrecht(Sohn) leben die beiden ältesten im Auslande, Prinz Friedrich Heinrich bei Florenz, Prinz Joachim Albrecht in Strobb am St. Wolfgangsee, während der jüngste, Prinz Friedrich Wilhelm, Oberstleutnant à l. s. des 1. Garde=Regiments z. F. in Kanenz in Schlesien, Landrat des Kreises Frankenstein ist. Das Inserat in der Herbstsaison. Die Sommermonate sind vorüber und die kühlere Jahreszeit beginnt. Die letzten Sommerfrischler sind zurückgekehrt, die Tage werden kürzer und der Herbstwind jagt die gelb gewordenen Blätter von den Bäumen. Kein Zweifel besteht mehr, daß der Sommer vorüber ist und der Herbst seinen Einzug gehalten hat. Damit hat aber auch die stillere Geschäftszeit aufgehört; galt der Sommer dazu, die Lager der Geschäftsleute zu ergänzen, die Neuheiten und Schlager für Herbst und Winter einzukaufen oder zu bestellen, so sind die nächsten Wochen und Monate dazu bestimmt, diese Waren mit gutem Verdienst wieder abzusetzen.— Die Herbstzeit hierzu ist günstig, die Konjunktur und damit der Verdienst auch verhältnismäßig gut. So sind die Aussichten. für den Kaufmann, der auch ein tüchtiger Verkaufmann ist, — außerordentlich erfreuliche. Er darf nur in einer solchen Zeit, in der alle Kräfte angestrengt sind, das höchste und vollendetste bieten, nicht warten, bis die Käufer in seinen Laden kommen. Als der Berg nicht zu Mohammed kam, ging Mohammed zu dem Berge. So muß auch der Kaufmann zu dem Käufer gehen, sich in Erinnerung bringen und einladen, bei ihm zu kaufen. Der Mittel dazu gibt es vielerlei, man kann schriftlich und mündlich einladen. Ein großes ins Weite gehende Einladungsmittel ist aber in der Herbstzeit das Zeitungsinserat. Das gesprochene und geschriebene Wort hat nur einen beschränkten Hörerkreis, erst wenn es durch die Zeitung verhundertfacht und vertausendfacht wird, erweckt es ein Echo. Denn das Zeitungsinserat wendet sich an alle diejenigen Kreise, die für ein Angebot in Betracht kommen. In der Herbstzeit sollte deshalb jeder Geschäftsmann inserieren, selbst wenn er glaubt, noch so gut eingeführt zu sein und alle für ihn in Betracht kommenden Käufer auf seiner Seite zu haben. Auch der treueste Kunde läßt sich durch geschickte Anzeigen verleiten, einmal anderswo zu kaufen, wenn sein bisheriger Lieferant nicht inseriert. Wer nicht ständig auf dem Plan ist, wird eben in unserer heutigen schnellebenden Zeit vergessen. Der Zug der Zeit verlangt eine moderne Geschäftsführung von dem Kaufmann, der auf der Höhe der Zeit stehen will. Der kluge Mannr geht seiner Zeit voraus, sagt der Dichter Bauernfeld. Auch der Geschäftsmann sollte seiner Zeit vorausgehen und sollte mit seiner Herbstreklame zeitig beginnen und ständig inserieren, denn nur die beständige Kundenwerbung führt zum Ziel. Wer jetzt in der Herbstzeit die Inseratreklame verschmäht, wird nie ein gutes Herbstgeschäft machen. Das Telephon als Scheidungsgrund. Daß der Telephondraht nicht nur willig die zärtlichsten Botschaften weitergibt, sondern auch— bei übermäßiger Ausnutzung— rachedurstig die Grundlagen der Liebe und des Eheglücks erschüttern kann, beweist die Scheidungsklage, die Mr. Elmer Mittler jetzt in St. Louis gegen seine junge Frau angestrengt hat. Denn ihre telephonische Zärtlichkeit hat ihm seine Existenz gekostet. 20—30 Mal am Tage rief die erst seit wenigen Wochen ihm angetraute junge Frau den Gemahl in seinem Bureau an, bis schließlich der Chef eines Tages die Geduld verlor und ohne viel Umstände Mr. Mittler aus seiner Stellung entließ, die er seit Jahren innehatte und die ihm ein gutes, sicheres Einkommen gewährte. Nun hat der Mann auf Grund dieses Vorfalles die Scheidungsklage eingeleitet, und die trostlose Gattin schwört, nie wieder zu telephonieren. Kasse Hag ist wirklicher Bohnenkaffee, der alle GeschmacksAromavorzüge besten Kaffees, aber dessen Nachteile hat. Er ist unschädlich für Herz=, Nerven=, Magenleidende und andere Kranke. 1— Der Ablenhoff Roman von A. v. Limburg. 111(Nachdruck verboten.) Und sich zusammenraffend, so daß die Pause, welche er gemacht hatte, kaum bemerkbar war, sprach er in leichtem Ton weiter:„Ich werde dich dafür bestrafen, wie du es verdienst." Damit umwickelte er beide Hänbe der schönen Frau mit den Seidenfäden, welche er gehalten hatte, und sprang auf.. 49 44. 7A2t Eige 4amit 15 „Und nun komm“, fügte er lachend hinzu,„damit ich meine hübsche Gefangene den andern zeigen kann.“ Sie war ebenfalls aufgestanden— momentan aller Fassung beraubt. Was war es denn, das diesen jähen Wechsel in seinem Benehmen herbeigeführt hatte? Ach!— Das war’s! Sie löste langsam, an seiner Seite den Weg zum Hause einschlagend, die Fäden von ihren Händen, ohne aufzusehen, und als ob es eine Zeit erfordernde Arbeit gewesen wäre. Und er ließ es geschehen, wie achtlos, den Blick nach innen gekehrt. Die kleine, verhängnisvolle Blume hatte er in seinem Knopfloch befestigt. Sie streifte ihn von der Seite mit einem schnellen Blick— ganz genau glaubte sie doch dieses hübsche Gesicht zu kennen, oder hatte sie es nie so scharf im Profil gesehen, um, wie eben jetzt, zu bemerken, daß die Regelmäßigkeit seiner Züge ihm einen fast strengen Ausdruck verleihen konnte!„„ 144978 2 8 „Alfred“, sagte sie plötzlich, mit den Fingerspitzen leicht seinen Arm berührend,„du hast es mir übel genommen, daß ich die Lieblingsblume deiner Mama abgepflückt habe; ich dachte wirklich in dem Augenblick nicht daran, daß sie es nicht gern sieht...“ Es war etwas Demütiges in ihrer Haltung und in ihrem Ausdruck, das ihr überaus reizend stand. Er sah sie verständnislos an...6 88 M.. „Die Mama! Ach ja— aber, Cousine, wie kommst du überhaupt auf die Idee, daß ich irgend etwas übel genommen habe? Im Gegenteil, ich selbst bedarf beiner Entschuldigung— das unleidlichste Kopfweh macht mich ganz verwirrt...“ Er strich mit der Hand sein volles Haar von der Stirn zurück. Sie biß die Zähne in ihre Unterlippe, daß sie blutete: sie hatte sich geirrt und erlebte nun eine unerhörte Niederlage— aber sie gewann es doch über sich, ihn mit ihrem sanftesten Lächeln anzusehen. „Armer Alfred! Da bleibt dir allerdings nichts anderes übrig, als auf dein Zimmer zu gehen und dich ruhig aufs Sofa zu legen. Nichts verschlimmert Kopfweh so sehr, als greller Sonnenschein und starker Blumenduft." „Ich sehe ein, daß du recht hast, und bedaure nur, dich verlassen zu müssen.“ Er nahm ihre Hand mit gewohnheitsmäßiger Galanterie und hauchte einen Kuß auf ihre Fingerspitzen.„Auf Wiedersehen, Ina!“ Sie sah ihm nach, bis er in der Veranda verschwunden war. Plötzlich fühlte sie sich von zwei kleinen Armen umfangen, und ein rofiges Gesichtchen blickte lächend zu ihr auf. „Süße Mama!“ rief das Kind zärtlich. Die junge Frau beugte sich zu der Kleinen hinab und strich ihr das Haar aus der Stirn. „Wie wild du wieder bist, liebe Ada! Läßt Mathilde dich denn nur immer allein umherlaufen?“ Und mit einer hastigen Bewegung, die vielleicht eine Folge ihrer Aufregung war, löste sie die Hände des Kindes von ihrem Kleide. Hätte die schöne Frau einen Blick in die dunkeln, melancholischen Augen ihrer Tochter geworfen, so würde sie darin gelesen haben, daß dem Kinde die Gleichgültigkeit, mit welcher seine gärtliche Liebkosung entgegengenommen wurde, wehe tat. „Gehe jetzt zu Mathilde, mein Herzchen, und laß dir die Händchen waschen und das Haar hübsch glatt kämmen.“ Damit drückte die junge Frau einen flüchtigen Kuß auf die Stirn der Kleinen. Das Kind machte ein trauriges Gesicht, es betrachtete seine kleinen Hände, die ganz sauber waren, sah hinter der Mutter her, welche in den Garten zurückging, und trippekte langsam wieder dem Hause zu. Frau von Ohling verschwand hinter einem dichten Gebüsch, sie suchte flüchtigen Fußes den entlegensten Teil des Gartens auf, um allein und ungestört zu sein. Es war ein wenig betretener Weg, der an der Ligusterhecke entlang führte, welche den breiten Graben an dieser Seite begrenzte. Endlich wußte sie sich sicher vor jedem beobachtenden Auge; endlich konnte sie die Maske abwerfen. Wie eine Löwin ihren Käfig, so unaufhaltsam auf und ab durchmaß sie den Weg; das herabwallende lose Gewand fegte hinter ihr drein, wie eine gelblich=fahle Gewitterwolke; die Hände krampfhaft geballt, deren eine ihr Battisttaschentuch knüllte, das längst in Stücke gerissen war. Wer ihr hätte sagen können, was jene plötzliche Veränderung in dem Benehmen ihres Vetters hervorgerufen hatte! Die wichtigsten Ereignisse unseres Lebens hängen oft von Kleinigkeiten ab, eine Stunde früher oder später entscheidet bisweilen über ein ganzes Leben. Hier hatte es sich um Minuten gehandelt: sie wußte so genau, wie sie lebte, daß er auf dem Punkt gewesen war, ihr eine Erklärung zu machen. Wenige Augenblicke noch, und sie hätte ihr Ziel erreicht gehabt— jetzt war sie weiter als jemals davon entfernt. Sie fragte sich nicht, ob sie die Überzeugung hegen dürfe, von ihm geliebt zu sein, sie grübelte nur darüber nach, welches geheimnisvolle Etwas wohl ihren Weg durchkreuzt habe. Daß nicht der Verdruß über die Rücksichtslosigkeit, mit der sie seiner Mutter Lieblingsblumen zu einem flüchtigen Schmuck verbraucht hatte, ihn verstimmte, lag jetzt klar auf der Hand. Und doch war es der Anblick jenes Alpenveilchens gewesen, der— Alpenveilchen— Schweiz— die damalige Reise— ja, endlich! Das war's! Es mußte eine Erinnerung sein, die sich von jener Reise her an die Blumen knüpfte, sie wußte nur zu genau noch, daß er damals längere Zeit nach seiner Rückkunfk wie umgewandelt gewesen und erst nach und nach wieder dahin gekommen war, ihr in der früheren Weise den Hof zu machen.(Fortsetzung folgt.) 1 Vom Balkan. Der türkisch=bulgarische Friedensvertrag unterzeichnet. Konstantinopel, 30. Sept. Der türkisch=bulgarische Friedensvertrag ist unterzeichnet worden. Erkrankung des Sultans. „ Konstantinopel, 30. Sept. Sultan Muhamed 5. ist schwer erkrankt. Bereits vor einigen Tagen hieß es, daß der Sultan an einer leichten Indisposition leide, aber sein Zustand stellt sich jetzt als viel ernster heraus, als zuerst angenommen wurde und gibt zu den schlimmsten Befürchtungen Anlaß. Ueber die Krankheit sind verschiedene Gerüchte im umlauf. Muhamed 5. soll bereits vor einigen Tagen einen Schlaganfall erlitten haben, von de mer sich nicht wieder erholt hat. Bei dem Alter des Sultans, er wir dim nächsten Monat 68 Jahre alt, wird kaum noch mit der Möglichkeit einer vollständigen Genesung gerechnet. Es soll sich bei der Erkrankung um ein schweres Harnleiden handeln. Die Cholera in Serbien. T Belgrad, 30. Sept. Bis zum 27. Sept. sind in Servien 922 Cholerafälle vorgekommen. Von den Kranken sind 58 geheilt, 46 gestorben; 824 sind noch in ärztlicher Behandlung. 3163 „rucic 10 *sarins. Ge. Oakanim Fen. K O ggig emdin,„Lljekowa Premen IIe Lammg Argyrokastro# belgron F. 8## rih P P#MSthaes cn R 1 Siatista 9 7 Gusst E— P 50 Karte zu den serbisch=albanischen Grenzkämpfen. Die Lage in den albanischen Grenzgebieten ist infolge des von den Albanesen in sehr großen Massen auf serbischem Gebiete unternommenen Angriffes sehr ernst. Die Albanesen setzen= ihre Einfälle an verschiedenen Punkten fort. Militärische Verstärkungen von Belgrad und Nisch werden ununterbrochen abgesandt. Der Aufmarsch der serbischen Expeditionskorps in Monastir=Dibra dürfte in Kürze vollzogen sein. Der Vormarsch der Albanier erstreckt sich auf 5 Linien, nämlich gegen Tetove, Ochrida, Tusi, Djakova und Gostiva. Ochrida haben die Bewohner geräumt, denn weder in Struga noch in Ochrida befindet sich eine genügende militärische Besatzung, welche den Ansturm der Albanier aushalten könnte. Die Zahl der kämpfenden Albanier wurde anfangs gar zu gering geschätzt, man rechnet jetzt aus, daß diese 80 000 Mann beträgt. Albanische Kämpfe. Valona, 30. Sept. Nach heftigem Kampfe wurde Djakowa von den Albanesen eingenommen, und große Mengen von Waffen und Munition sind erbeutet worden. Desgleichen nahmen die Albanesen Ochrida ein, wo sie viele Geschütze und Lebensmittel erbeuteten. Prizren ist umzingelt, sein Fall wird stündlich erwartet. Die dortige serbische Garnison ist 4000 Mann stark. Die telegraphische Verbindung zwischen Ochrida und Valona ist wiederhergestellt. Deutschland. Ministerkouferenz über das Schulwesen. Berlin, 30. Sept. Eine Konferenz von Vertretern aller deutschen Kultusministerien, die untersuchen will, ob sich nicht in einer Reihe von Fragen und Bestimmungen des Schulwesens eine größere Einheitlichkeit in den Bundesstaaten sich erzielen lasse, wird demnächst stattfinden. Gegen die ausländischen Studierenden. Berlin, 30. Sept. Da berechtigte Klagen über das übermäßige Anwachsen der Zahl der ausländischen Studierenden geführt werden, die die Inländer an einer zweckentsprechenden Benutzung der Universitätseinrichtungen hindern, so sah sich der Kultusminister veranlaßt, eine bestimmte Höchstziffer festzusetzen, die von Studierenden keiner fremden Nation überschritten werden darf. Die Maßregel erstreckt sich nicht auf bereits zugelassene Studierende, sondern nur auf künftige Immatrikulationen. T Berlin, 30. Sept. Der Schritt des Kultusministers zur Beschräntung der Zulassung ausländischer Studenten wird von einer Reihe von Blättern begrüßt. Der Lokalanzeiger schreibt: Offenbar ist für das Ministerium der Streik der Hallenser Kliniker im vergangenen Wintersemester bestimmend gewesen. Ueber die Normierung der Höchstziffern sind an die Universitätskuratoren besondere Anweisungen ergangen. Keine Verlobung Schaumburg=Cumberland. Hannover, 30. Sept. Von dem von den Blättern verbreiteten Gerüchte, daß die Verlobung der Prinzessin Olga von Cumberland mit dem Prinzen Moritz von Schaumburg=Lippe bevorstehe, ist an zuständiger Stelle in Bückeburg nichts bekannt. Vom Fürsten Bülow. Brandenburg, 30. Sept. Fürst und Fürstin von Bülow sind aus Norderney hier eingetroffen und haben für einige Tage beim Oberpräsidenten a. D. von Loebell auf dem vom Quartier genommen. Gestern wohnte der Fürst einer Sitzung des Domkapitels bei, worin der neue Dechant, Admiral von Knorr, in sein Amt eingeführt wurde. Die Erkrankung der Gemahlin des Exkönigs Manuel. V München, 30. Sept. Die Gemahlin des Exkönigs Manuel wird, falls die Besserung in ihrem Befinden anhält, Ende Oktober das Münchener Krankenhaus verlassen können und in Begleitung eines Arztes nach Sigmaringen übersiedeln. König Manuel wird sie dorthin begleiten und sich darauf nach England begeben. Nach dem Aufenthalt in England wird er wieder in Sigmaringen eintreffen. Aus dem bayerischen Landtage. .„München, 30. Sept. In der gestrigen ersten Sitzung der 2. Gession der 36. Legislaturperiode des Landtages legte der Finanzminister Breunig das Budget für 1914 und 1915 vor, das in Einnahme und Ausgabe jedes Jahr im ordentlichen Budget mit 745 333899 M, im außerordentlichen Budget mit 39 734 861 MA, zus. mit 785 068 760 M balanziert. England. Die englische Flotte im Mittelmeer. " London, 30. Sept. Das 4. Schlachtschiffgeschwader ging am Samstagnachmittag vor Gibraltar vor Anker und fuhr am Sonntag nach Tetuan zu Flottenübungen aus. Die Flotte des Admirals Sir Milnes traf dort gestern von Osten kommend ein. Damit beginnt die Konzentrierung von 27 englischen Schlachtschiffen und Kreuzern, die im Mittelmeer kreuzen werden. Die Abreise des griechischen Königs aus England. T London, 30. Sept. Die heute erfolgte Abreise des Königs von Griechenland ist kein Zeichen einer Verschärfung der türkisch=griechischen Zwistigkeiten. Die Lage ist aber unsicher und wird es bleiben, bis die Forderungen der türkischen Delegierten, die gegenwärtig auf dem Wege nach Athen sind, bekannt sind. Italien. Das Befinden des Papstes. Rom, 30. Sept. Durch die zahlreichen Pilgerempfänge der letzten Tage sind die Kräfte des Heiligen Vaters sehr stark in Anspruch genommen worden. Auf Anraten der Aerzte sind daher einstweilen alle Audienzen abgesagt worden. Zu irgend welchen Befürchtungen gibt der Zustand des Papstes jedoch keinen Anlaß. Amerika. Die Tarifbill in Nordamerika. T Washington, 30. Sept. Die Tarifbill wurde gestern von dem vollzählich versammelten Konferenzkomitee in der von ihm gegebenen Fassung angenommen. Die Tarifsätze sind durchschnittlich niedriger als diejenigen, welche das Repräsentantenhaus und der Senat ursprünglich festsetzten. Die Bill wird vom Repräsentantenhaus heute und morgen vom Senat ratifiziert werden. Rexiko: Kämpse in Rezita. ten fielen in. Sept. 400 Bundessoldaten und Insur. Terras statanzun des chen Gefecht, das gestern bei Barre m(and. Beide zeite wurden durch Mangel an Munition und Wasser gezwungen, das Schlachtfeld zu versie die Eisenbahnbrüche Habinas zurück, wo der Bundestruppen zu verhindern. Die Niederdeutsche Bank. Dortmund, 30. Sept. Im Ohmprozeß wurde am zeitrigen, S7. Tage in die Besprechung des Kontos„Pyrophoruich vermrt: getreten. Die Syndikat G. m. b. H. in Köln hatte tet, das Patent des Ritter Auer von Welsbach in Wien über die Herstellung von Pyrophor=Metall=Legierung ber G. m. b. H. abzukaufen und der G.ufen, und zwar zum Höchstkostenpreis von höchstens 600000 Kronen. Das war Juni 1908. Im Juli desselben Jahres wurde ein Vertrag geschlossen, wonach die N. B. der Syndikat G. m. b. H. ihre Rechte zurückübertrug und diese die Zahlung sowie die Verpflichtung überuhm, dus deutsche Patent für 700000 A bei der Grundung einzubringen, für die Rückübertragung N. B. 190 Aktien zu gewähren und ihr weitere 110 Aktien zuzuwenden, die von # B. bereits bezahlt waren. Obschon die N. B. die 200 aktien erst am 23. November 1909 erhalten hat, sind im Eifestattsute für die Bilanz per 31. Dez. 1908 bereits Mark 110000 ullien aufgefuhrt, im Memorial 90000 Ml der Pyrophor=A.=G. gebucht und die 90000 A dem Gewinnkonto voll zugeführt. Die Anklage erblickt hierin eine BilanzverDer Angeklagte bezeichnet das als Fundamental= irrtum und meint, der Staatsanwalt würde diesen Anklagepunkt wohl fallen lassen, da er keinen Gutachter für seinen Standpunkt finde. Darauf wandte sich die Besprechung den 1935 Pin den Jahren 1905—1909 zu. Im Jahre Teo0., Lus nupiln der N. B. von 3 auf 4 Mill. A erhöht und ein Konsortium gebildet worden, in dem außer den besensvermaltungsstellen Zitmann; Ohm auch die Vernö. Sc Ifur Offziere und Beamte in Berlin erscheint, aac ven Buchern der N. B. ist Barzahlung nicht F## 0 Konsartium ist nur geschaffen, um die 500 jungen ullen kombarvieren zu konnen, da die N. B. auf ihre ten Aktien kaum Kredit erhalten haben würde. Im Jahre 1906 wurde eine Erhöhung des Grundkapitals von 4 auf 5 Millionen Mark beschlossen und abermals ein Konsortium gee4Pstge urg guber den üblichen Namen diesmal auch A. # die Schwiegermutter Ohms, Frau Böminghausen, erscheint. auch dieses Konsortium wurde als Strohmann benutzt, um der N. B. Geld zu verschaffen. 1908 wurde um 3 Millionen Mk. auf 8 Millionen Mark zu erhöhen. Diesmal wurden die neuen men, Ea handest schsortium von 24 Mitgliedern dbernome— handelt sah hier wieder um eine Scheinzeichnung. wandte sich die Verhandlung dem Vergehen gegen die Kontursordnung zu, ein Anklagepunkt, der Ohm allein der Anklage sollen am 31. Dezember 1909 die Schulden der n.— ihr Vermögen sehr erheblich überstiegen „Aven. Oym behauptet vemgegenüber, das sei irrig, das Suhrmann grsse. ccht, verloren gewesen. Staatsanwalt Hührmann erktart. Wenn hierüber in eine Erörterung eingetreten werden solle, müsse man mit einer ganz erheblichen Verzögerung des Prozesses rechnen. Er habe an der Erörtelung kein Interesse. In Verbindung mit diesem Anklagepunkt steht die unuversichtliche Buchführung. Ohm behauptet, alles sei in Ordnung gewesen. Jedenfalls sei er Direktor der Bank gewesen und habe sich um die Buchhaltung nicht kümmern können. Zum Schluß erörtert der Vorsitzende die Projekte über die Einführung der Aktien an der Börse. Nachdem ä#### über seine Beziehungen zur Verliner Handelsgesellchaft verbreitet hatte, erklärte er, er übernähme die Verantwortung für die Projekte, soweit das Gesetz sie ihm zuschreibe. Die Verhandlung wurde um 2 Uhr nachmittags vertagt. Gerichtssaal. Düsseldorf, 30. Sept. Die Kaufleute Mathias Heinen aus Köln und Armand Lysetti aus Ofenpest hatten in einer hiesigen Wirtschaft ein Wettbüro eingerichtet, in dem auf französische Pferderennen bereits Einsätze von 10 Pfg. angenommen wurden. Das Büro hatte infolgedessen großen Zulauf, besonders aus den unteren Bevölkerungskreisen und es erzielte Tageseinnahmen bis zu 150 Mark. Die beiden Inhaber wurden am 2. Juli festgenommen und bei ihnen 500 A Wettgelder beschlagnahmt. Die Strafkammer erkannte gegen sie wegen Buchmacherei auf je 4 Monate Gefängnis. Duisburg, 30. Sept. Vor den Geschworenen stand gestern der bekannte Ein= und Ausbrecher Hermann Töller von hier unter der Anklage wegen Verbrechens gegen§ 177 St.=G.=B. Am Pfingstmontag hat er an dem Dienstmädchen Klaus ein Verbrechen begangen. Der Staatsanwalt beantragte, nachdem die Geschworenen die Schuldfrage unter Versagung mildernder Umstände bejaht hatten, 12 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust. Das Gericht erkannte auf 8 Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverlust und Polizeiaufsicht. Essen, 30. Sept.(Schwurgericht.) Wegen Münzverbrechens verhandelte das Schwurgericht gegen die Bergleute Adolf Neumann, Friedrich Hackert und Eduard Neumann, sowie die Fuhrleute Wilh. Rieth u. Matthias Münster aus Essen. Es handelt sich wieder einmal um die bekannten Hundertmarkscheinblüten, welche die Angeklagten verausgabten. Die Angeklagten wurden des Münzverbrechens unter Zubilligung mildernder Umstände für schuldig befunden und verurteilt: Adolf Neumann zu 10 Monaten, Hackert zu 1 Jahr, Eduard Neumann zu 10 Monaten und Münster zu 5 Monaten Gefängnis. Bei Rieth wurde unter Einbeziehung von 9 Monaten, die anderweit erkannt sind, auf eine Gesamtstrafe von 1 Jahr Gefängnis erkannt. Bochum, 30. Sept. Am hiesigen Landgericht begann gestern unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Minde die 5. diesjährige ordentliche Schwurgerichtsperiode. Die 1. Verhandlung richtete sich gegen den Galizier Kasimir Cimborski und den russischen Arbeiter Wasily Lekinski aus Gerthe, die beschuldigt wurden, am 20. Juli d. J. in Gerthe den Tischlergesellen Andreas Skunietzki überfallen und vollständig ausgeplündert zu haben. Die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführte Verhandlung gestaltete sich außerordentlich schwierig, da die Angeschuldigten des Deutschen überhaupt nicht mächtig waren. Das Urteil lautete auf je 1½ Jahre Gef. Siegen, 28. Sept. Am 30. April wurde auf der Rolandshütte in Weidenau unter Aufsicht des Werkstättenvorstehers Wilhelm Daub der Hochofengasreiniger von Schlamm gereinigt. Hierbei wurden der Schlosser Stracker und der 16jährige Hilfsarbeiter Steuber von ausströmenden Gasen betäubt. Steuber stürzte in die Schlammassen und erstickte, während Stracke noch rechtzeitig bemerkt und ins Leben zurückgerufen werden konte. Wegen dieses Unfalles hatten sich der Hüttendirektor Dr. Liebrich und der Werkstättenvorsteher Daub wegen fahrlässiger Tötung vor der Siegener Strafkammer zu veranworten. Das Gericht sprach die Angeklagten frei, da es eine Schuld nicht als erbracht ansah. T Darmstadt, 30. Sept. Das Schwurgericht verhandelte gestern gegen den Rendanten Philipp Adam, der im Niedermodauer Prozeß zu 5 Jahr. 6 Mon. Zuchthaus verurteilt war, nochmals wegen des Verbrechens der Unterschlagung von Gemeindegeldern und Fälschung öffentlicher Urkunden. Die Unterschlagungen betragen 16 600 Mark. Adam hat diese Unterschlagungen durch falsche Quittungen zu verdecken gesucht. Das Urteil lautete auf insgesamt 6 Jahre 9 Monate Zuchthaus. Berlin, 30. Sept. Von der Strafkammer des Landgerichts Berlin 1 wurden wegen Urkundenfälschung und Betrugs bei der Dresdener Bank, an deren Kasse sie sich auf eine gefälschte Quittung und entwendete Kontrollmarken 30 500 Mark auszahlen ließen, der Kaufmann Wreschner zu 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis und der Kassenbote Thiel, dem auch der Diebstahl der Kontroll= marken zur Last fällt, zu 2 Jahren Gef. verurteilt. Die gestohlenen Geheimdokumente des Expräsidenten Castro. Hamburg, 29. Sept. Wegen Diebstahls von Geheimdokumenten, die dem früheren Präsidenten Castro von ##ehörten, hatten sich vor der Strafkammer der ehemätige Privatdetektiv Mohr und der Lehrling Michaelis zu verantworten. Michaelis war bei dem Kaufmann Melitta, dem Vertrauensmann Castros, angestellt. Er erfuhr, daß sein Chef wichtige Papiere Castros in Verwahrung hatte. Michaelis erzählte dies dem Privatdetektiv Mohr, und beide faßten nun den Plan, sich der Papiere zu bemächtigen. Sie erbrachen in Abwesenheit Melitas dessen Schreibtisch und nahmen die Papiere an sich. Diese enthielten den Plan zu einem Putschversuch Castros. Die beiden Diebe machten den Versuch, die Dokumente an die Gegner Castros um den Betrag von 20 000 Mark zu verkaufen. Melitta kam jedoch durch einen Zufall dem Diebstahl auf die Spur, und es gelang ihm, den Dieben ihre Beute wieder zu entreißen. Die Anklage lautete auf schweren Diebstahl. Die Strafkammer verurteilte Mohr und Michaelis zu je 4 Mon. Gef. Das Revolverattentat auf Geheimrat Cludius. Münster, 30. Sept. Ueber das Revolverattentat auf Geheimrat Cludius, das Samstag der Arzt Dr. Arndts aus Paderborn nach einer Sitzung vor dem ärzt= lichen Ehrengerichtshof im Oberpräsidialgebäude hierselbst verübte, erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Dr. Arndts war vor den Ehrengerichtshof geladen wegen verschiedener Verstöße gegen die Kollegialität und ärztliche S# Es stand folgender Fall zur Verhandlung: In vor. Jahre übernahm Dr. Arndts, der seit 7 Jahsen#u. Paderborn weilt(im Handbuch der Aerztekammer We##ns Westsalen aber nicht aufgeführt ist) in GroßVerken bei Berlin eine Vertretung. Als er eintraf, for# ex von dem Arzt, den er vertreten sollte, einen höheren Gebuhrensatz als schriftlich abgemacht war. Der gezwungen, weil er zur Abreise fertig gerüstet stand, die Forderung zu bewilligen. Während der Ausübung der Praxis erging sich Dr. Arndts mehreren Patienten gegenüber in wegwerfenden Aeußerungen über seinen abwesenden Kollegen; namentlich einem Arbeiter gegenüber, der von dem Arzt wegen einer Schulterverordnungsgemäß in Behandlung genommen war. Diesem Patienten gegenüber behauptete Dr. Arndts, daß er falsch behandelt sei und er verordnete ihm eine nochmalige Behandlung in einem Krankenhaus zu Berlin. Tort stellte jedoch der leitende Arzt Dr. Körte durch Röntgenbeleuchtung fest, daß der Mann absolut richtig behandelt und auch geheilt war. Als der Arbeiter wieder zu Hause ankam, fand er dort einen eingeschriebenen Brief vor an den Arzt, den Dr. Arndts vertrat. In diesem, von Dr. Arndts selbst geschriebenen Briefe fordert Namen des Patienten von dem Arzt eine Entschädigung von 12000 Mark; in einem beigelegten Schreiben an den Arbeiter, weilt Dr. Arndts diesen noch da rauf hin, daß er diese Summe eventl. kostenlos auf Armenschein einklagen könne. Wegen dieses Vorfalls hatte der betreffende Arzt Klage beim Ehrengerichtshof gestellt. In der Verhandlung blieb Dr. Arndts nach wie vor bei der Behauptung, daß der Mann unrichtig behandelt, und er berechtigt gewesen sei, dem Mann in seiner sozialen mißlichen Lage beizustehen. Er verteidigte sich mit hochtönenden Phrasen und machte einen eraltierten Eindruck. Als der Referent, Geheimer Sanitätsrat Dr. Bäumer=Münster, ihm die Frage vorlegte, wie er seine Behauptung, daß der Mann falsch behandelt gewesen sei beweisen wolle, blieb er die Antwort schuldig. Nach der Beweisaufnahme beantragte der Vertreter der Anklage, Geheimrat Cludius eine Geldstrafe von 300 Mark. Darauf machte Dr. Arndts in aufregenden Worten die Aeußerung, daß es besser sei, man verurteile ihn nicht und fügte noch hinzu, es hätten schon andere Richter Fehlurteile gesprochen. Aus diesem Verhalten schloß ein Mitglied des Ehrengerichtshofes schon auf einen eventuellen Angriff des Dr. A. und machte die Mitglieder des Gerichtshofes darauf aufmerksam. Als daher das Urteil verkündet wurde und der Verurteilte jetzt in die Tasche griff, waren die Herren vorbereitet, auf das was kommen würde. Geheimrat Cludius, auf den der Attentäter zielte, bückte sich sofort unter den Tisch und rettete dadurch sein Leben. Die anderen Herren folgten diesem Beispiele oder wichen zur Seite, während Geheimrat Bäumer ins Nebenzimmer eilte und von dort aus die Polizei benachrichtigte. Inzwischen hatte der Attentäter 6 Schüsse abgeseuert und war dann von einem Herrn (Geheimrat Huchzermeier), der sich ihm entgegengestellt hatte, und den herbeigeeilten Dienern und dem Bruder des Dr. Arndts, der im Flure den Ausgang der Verhandlung abwartete, überwältigt. Der Bruder war es auch, der ihm den Revolver abnahm und durch das Fenster in den Schloßgarten warf: er gab an, daß er zum Schutze seines Bruders diesen begleitet habe. Welche Bedeutung einer gestern morgen bei dem Referenten der Anklage eingetroffene Drohkarte beizumessen ist, muß ebenfalls noch die Untersuchung ergeben. Auf der Drohkarte heißt es:„Wenn Sie nochmal vor dem Ehrengericht erscheinen, wird Sie die Kugel aus meinem Browning sicher treffen, dieses Mal hat's nicht geklappt.“ Da die Karte keine Unterschrift trägt, weiß man noch nicht, ob sie von dem Attentäter oder von ihm nahestehender Seite geschrieben ist, oder ob sich ein Unberufener einen„dummen Streich“ hat leisten wollen. Dr. Arendts ist Sonntag morgen in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Wie uns aus Paderborn gemeldet wird, ist Dr. Arendts in Paderborn nur wenig bekannt. Eine Praxis hat er in Paderborn nicht ausgeübt, wohl soll er ab und zu Untersuchungen vorgenommen haben. Wie verlautet, hat er ein absonderliches Leben geführt. Westdeutschland. Düsseldorf, 30. Sept. Der kath. Gesellenverein feierte gestern mit dem 64. Stiftungsfest den 100. Geburtstag des Gesellenvaters Kolping. An dieser Feier im Kaisersaal der Tonhalle nahmen als Vertreter der Behörden teil Oberbürgermeister Dr. Oehler, Landesrat Adams, Generalmajor Dieffenbach, Landesrat Schmittmann, Oberregierungsrat von Werner und Baron v. Alix. Als Vertreter der evang. Jünglingsvereine war der Vorsitzende Pastor Nebau erschienen. Nach der Begrüßungsansprache des Generalpräses der deutschen Gesellen=Vereine, Msgr. Schweitzer, gab P. Dionysius=(Köln) in glänzender Rede ein anschauliches Bild von dem Leben und Wirken Kolpings. Oberbürgermeister Dr. Oehler bat die Teilnehmer an der Festversammlung, das Andenken Kolpings dadurch zu ehren, daß sie die Schöpfungen Kolpings unterstützten. Generalmajor Dieffenbach wandte sich besonders an die jetzt in das Heer eintretenden Gesellen, er ermahnte sie, nicht zu vergessen, daß nur ein guter Christ ein guter Soldat sein könne. Düsseldorf, 30. Sept. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich hier auf der Pestalozzistraße. Das 2 Jahre alte Kind des Kernmachers Bach geriet unter ein Karrenfuhrwerk. Die Räder des schweren Wagens gingen dem unglücklichen Geschöpf über den Kopf, der vollständig zerquetscht wurde. Das Kind war auf der Stelle tot. Wesel, 30. Sept. In der letzten Stadtverordnetensitzung wurde der Beigeordnete Kaufmann Karl Kühler, dessen Wahlperiode am 21. Februar nächsten Jahres abläuft, wiedergewählt. Ein Vermächtnis von 5000 M. an das städtische Krankenhaus von einer verstorbenen Dame für hülfsbedürftige evang. Armen wurde mit Dank angenommen. Ferner wurde beschlossen, am 18. Oktbr. d. I. eine Gedenkfeier der Völkerschlacht bei Leipzig durch Fackelzug und Festkommers unter Beteiligung sämtlicher Vereine zu begehen und einen Teil der Kosten aus der Stadtkasse zu bestreiten. Uerdingen, 30. Sept. Sobald das neue Kruppsche Krankenhaus in Friemersheim in Benutzung genommen sein wird, werden die alten Krankenbaracken überflüssig. An deren Stelle beabsichtigt die Kruppsche Leitung, ein neues, modernes Verwaltungsgebäude zu errichten. Uerdingen, 30. Sept. Gestern nacht wurden im benachbarten Strasum ein Mann und eine Frau, die sich, von der Strasumer Kirmes kommend, zum Heimweg der Strecke der Kleinbahn Düsseldorf=Uerdingen bedienten, von der Kleinbahn erfaßt, und eine Strecke mitgeschleift. Sie erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Duisburg, 30. Sept. Ein blutiges Liebesdrama ereignete sich in der Mittelstraße 82. Dort wohnte die mi tihrem Manne in Scheidung liegende Ehefrau Anna Muschnick mit ihren 3 Kindern, von denen das älteste erst 14 Jahre zählt. Seit 4 Jahren unterhielt die Frau mit dem bedeutend jüngeren Maschinisten Alex Steiner ein Verhältnis. Steiner gab die Frau für seine Kusine aus. Er war vor 2 Monaten von Marxloh hier zugezogen und die Frau war ihm gefolgt. Gestern morgen tötete er die Frau in ihrer Wohnung durch einen Revolverschuß. Der Täter stellte sich dann selbst der Polizei unter der Angabe, die Frau auf ihr ausdrückliches Verlangen getötet zu haben. Steele, 30. Sept. Dem Bergmann Johann Wolf, Ruhrau 20, der am 16. Juni unter eigener Lebensgefahr den Schüler Johann Düwell vom Tode des Ertrinkens rettete, ist seitens des Regierungspräsidenten in Anerkennung dieser opferwilligen Tat eine Belohnung von 30 A zuerkannt. Rheydt, 30. Sept. Gestern nachmittag begann hier die Jahresversammlung der Rheinischen Frauenhilfe mit einem Festgottesdienst in der ev. Hauptkirche, wobei der Generalsuperintendent der Rheinprovinz Klingemann aus Koblenz, die Festrede hielt. Im Anschluß daran fand im Saal des Kaiserparks eine öffentliche Versammlung statt, in der u. a. von Lehrerinnen und Schülerinnen der Fortbildungsschule der Rbendter Frauenhilfe eine Unterrichtsstunde vorgeführt wurde. T Rheydt, 30. Sept. Seit gestern ist der Stadtbaumeister Fischer, der erst vor kurzem pensioniert ist, verschwunden; es dürfte keinem Zweisel unterliegen, daß er die Flucht ergriffen hat. Mit ihm ist die jungverheiratete Frau eines Tierarztes verschwunden, die ihr kleines Kind mit auf die Flucht genommen hat. Fischer, der Vater von 4 kleinen Kindern ist, soll mit seiner Frau nicht sehr glücklich gelebt haben. Vor kurzem lernte Fischer die Frau des Tierarztes kennen und trat bald in ein freundschaftliches Verhältnis zu ihr. Wegen privater Dinge geriet Fischer mit seiner Behörde in Konflikt, der zu seiner Pensionierung führte. Er bezog eine Pension von 3500 M. jährlich und begann ein Baugeschäft. Vor 3 Wochen trat er mit dem Ersuchen an die Stadt, seine Pension in eine einmalige Abfindung umzuwandeln, da er sich an einem größeren Unternehmen beteiligen wolle. Die Stadt zahlte ihm 25000 M. aus. Unmittelbar darauf ist er geflüchtet. Seine Frau ist mit ihren Kindern zu ihren Eltern gereist. Elberfeld, 29. Sept. In Gegenwart des Oberbürgermeisters Funck und zahlreicher Ehrengäste wurde das neue jüdische Altersheim zu Elberfeld auf der Königstraße mit einer würdigen Feier seiner Bestimmung übergeben. Barmen, 30. Sept. Geheimrat Prof. Dr. Duisberg in Leverkusen hat der Stadt Barmen eine Stiftung von 10 000 Mark zugewendet, deren Annahme in der Sitzung der Stadtverordneten=Versammlung heute erfolgte. Köln, 30. Septbr. Nachdem die Polizei gestern 2 gefährliche Straßeneäuber in der Sternengasse verhaften und nach Festnahme des einen Verbrechers in das Zimmer des anderen Verbrechers eintreten wollten, ergriff dieser einen Revolver und drohte hiermit, den Polizisten niederzuschießen. Es kam zu einem heitigen Ringen zwischen dem Verbrecher und den Beamten, denen es nach großen Anstrengungen gelang, den gefährlichen Menschen zu überwältigen und ihm die Waffe zu entreißen. Köln, 30. Sept. Die bei der Explosion in der Porzer Dynamitfabrik getötete Arbeiterin Mombauer und der Werkmeister Linke wurden gestern unter großer Teilnahme zur letzten Ruhe bestattet. Das Befinden mehrerer schwerverletzter Personen im Krankenhaus ist besorgniserregend. Bei der Katharina Ihnenfeld wird der Verlust beider Augen befürchtet, außerdem hat sie einen doppelten Schädelbruch davongetragen. Die Arbeiterin Schnell verlor das rechte Auge und erlitt schwere Brandwunden am ganzen Körper. Das Befinden weiterer Personen ist sehr ernst. 2 jugendliche Arbeiterinnen haben gleichfalls schwere Verletzungen davongetragen, doch gibt ihr Zustand zu keinen Besorgnissen Anlaß. Köln, 30. Sept. Im Anschluß an das Vorgehen des Kölner Automobilklubs hat der Kaiserliche Automobilklub auf die Ergreifung der Täter, welche durch Sperrung der Landstraßen Köln=Worringen und Bonn=Mehlem Anschläge auf Automobilisten verübt haben, gle falls eine Belohnung von je 500 M. ausgesetzt. Weitere Belohnungen haben andere Automobilklubs, sowie auch der Regierungspräsident von Köln in Aussicht gestellt. Oberpleis, 30. Sept. In dem Steinbruchbetrieb der Basaltwerke Franz Meys am Hühnerberg wurde bei dem Aufsetzen eines Steinbrechers ein Arbeiter getötet und 4 schwer verletzt. Die Kette des Aufzuges war gerissen, wodurch der Brecher zurückschlug und die Arbeiter getroffen wurden. Wetzlar, 30. Sept. August Bebel, der hier seine Lehrzeit als Drechsler verbrachte, hat der Stadt Wetzlar 6000 Mark vermacht. Koblenz, 29. Sept. 2 junge Franzosen, im Alter von 16 bis 17 Jahren, die sich zur Ausbildung im Deutschen längere Zeit hier aufgehalten hatten und in ihre Heimat zurückkehren wollten, machten sich gestern nachmittag mit einem Revolver zu schaffen. Der eine hatte ihn entladen. Während er auf einige Zeit das Zimmer verlassen hatte, steckte der 2. die Patronen aus Spielerei wieder in den Revolver. Als dann der erste die Waffe, ohne zu ahnen, daß sie geladen war, wieder zur Hand nahm, entlud sie sich, und die Kugel traf den Freund, der bald darauf an der Verwundung starb. Koblenz, 30. Sept. Gestern nachmittag 4 Uhr stießen die Güterzüge 6384 und 6513 infolge falscher Weichenstellung am Bahnhof Vallendar zusammen. Ein Schaffner und ein Heizer wurden leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht. 18 Wagen sind teils entgleist, teils schwer beschädigt. Beide Gleise der rechtsrhein. Strecke Köln=Frankfurt sind gesperrt. Volklingen, 29. Sept. Am Samstag abend wurden 2 junge Arbeiter von der Grube Hostenbach, die sich auf dem Heimwege befanden, von einer Rangierabteilung auf dem Anschlußgleise der Hüttenbahn erfaßt und getötet. Bochum, 30. Sept. Auf eigenartige Weise ist das 2jährige Kind der Eheleute Maastjosthusmann zu Tode gekommen. Es hatte die Puppe zerbrochen u. die Augen in den Mund genommen. Diese gerieten in den Schlund und setzten sich hier fest. Trotz einer sofortigen Operation entwickelte sich eine Geschwulst, welche die Erstickung des Kindes zur Folge hatte. Herne, 30. Sept. Bei dem 12. Sohne des Bergmanns B. Pennekamp, hier, hat Prinz Adalbert von Preußen Patenstelle übernommen und dabei 20 Mark gesandt mit den besten Wünschen für den kleinen Dutzendsprößling. Dortmund, 30. Sept. Beim Radrennen stürzte der franz. Fahrer Le Biennois schwer.— Auf dem Hauptbahnhof wurde gestern abend 9 Uhr von einem Zuge der 30 Jahre alte Reisende Josef Rewitz aus Bövinghausen überfahren und schwer verletzt. Dortmund, 30. Sept. Der 5jährige Sohn des Fabrikarbeiters Johann Kiries wurde von einem Automobil überfahren und derartig verletzt, daß er bald darauf starb. Unna, 30. Sept. Am Scheibenstand auf dem Schützenhofe hat sich gestern nachmittag der Verginvalde F. von hier erhängt. Minden, 30. Sept. Eine zahlreich besuchte Versammlung von Gewerbetreibenden beschloß, im Jahre 1914 eine Gewerbe= und Industrie=Ausstellung hier abzuhalten. Rheine, 30. Sept. Die 1. Kleintierausstellung wurde hier gestern abgehalten. Es waren 400 Tiere ausgestellt. An Geldpreisen komen 1100 M. zur Verteilung, außerdem 30 Ehrenpreise. Bocholt, 30. Sept. Ein Krüppel, der in einer Wirtschaft ein 20=Markstück hatte wechseln lassen, wurde von mehreren Burschen, die dies gesehen hatten, überfallen und seines Geldes beraubt. An den Räubern bewahrheitete sich das Sprichwort:„Unrecht Gut gedeihet nicht", denn sie gerieten über die Teilung der Beute in Streit, wobei sie sich mit Messern bearbeiteten. Der Haupttäter, ein entflohener Sträfling, wurde verhaftet, die übrigen entflohen. Das Geld wurde später auf der Straße in einem abgerissenen Teil einer Weste wiedergefunden. Bocholt, 30. Sept. Im Schützenhause fand eine Ausstellung der durch Schulkinder gepflegten Blumen statt. Die Ausstellung war vom Verein für Heimatpflege vorbereitet worden, der auch in diesem Jahre wiederum eine große Anzahl Stecklinge zur Pflege an die Schulkinder verteilt hatte. Diedenhofen, 29. Sept. Gestern abend erklangen aus der Wohnung des Leutnants Tieges vom FußartillerieRegt. 16, mehrere Revolverschüsse. Als Nachbarn in die Wohnung eindrangen, sahen sie, wie der Fahnenjunker Förster von demselben Regiment ohne Waffenrock in Hemdsärmel blutüberströmt aus dem Zimmer auf den Korridor eilte und dort zusammensank, während Tieges in seinem Zimmer stehend im Begriffe war, die Waffe gegen sich selbst zu richten, was aber durch die Dazwischenkunft der Leute verhindert wurde. Förster war von 3 Kugeln getroffen, sein Zustand ist sehr ernst, der Leutnant wurde verhaftet. Ueber den Beweggrund der Tat ist vorläufig nichts bekannt. Der Fahnenjunker Förster ist gestern abend seinen Verletzungen erlegen— Weiter wird noch gemeldet: Leutnant Tieges, der den Fahnenjunker Förster durch Schüsse tödlich verwundete, hat vermutlich in der Betrunkenheit gehandelt. Irgendeine Absicht hat nicht vorgelegen. Es handelt sich vielmehr lediglich um einen unglücklichen Zufall. Beide Herren waren schwer betrunken und befanden sich in der Privatwohnung des Leutnants, wo sie auf Biergläser und Flaschen eine Schießerei veranstalteten. Dabei traf der Leutnant den Fähnrich 3 Mal. Der erste Schuß streifte die Lunge, der zweite drang in die Leber, und der dritte streifte den rechten Oberschenkel. Der Fähnrich, der schon für tot gehalten wurde, liegt schwer verletzt im Lazarett. Er wurde operiert. Sein Zustand recht bedenklich. T' Diedenhofen, 30. Sept. Der von vem Leutnant Tiegs durch Revolverschüsse schwerverletzte Fahnenjunker Förster ist gestern nachmittag seinen Verletzungen erlegen. Aus aller Welt. Doppelselbstmord. Berlin, 29. Sept. In seiner Wohnung Kniprooestraße Nr. 5 wurde der 33jährige Zuschneider Hermann Pitzke zusammen mit dem 30jährigen Schneider Otto Ledin tot aufgefunden. Die Leichen lagen auf dem Sofa, während die ganze Stube mit Gas angefüllt war. Pitzke hatte seinen Freund als Zuschneider eines großen Herrenkleidergeschäftes kennen gelernt und setzte den Verkehr mit ihm auch, nachdem er sich selbständig gemacht hatte, fort. In einem hinterlassenen Briefe teilen die beiden mit, daß sie wegen unheilbarer Krankheit in den Tod gegangen seien. Ein hartnäckiger Selbstmörder. Berlin, 29. Sept. Der wegen versuchter Erpressung verhaftete Kaufmann Eisenträger, der kürzlich Selbstmord versuchte, indem er sich in der Untersuchungshaft einen langen Nagel in den Kopf zu treiben versuchte, der indessen in der Schädeldecke stecken blieb und mit einer Zange entfernt wurde, der einige Zeit darauf sich einen spitzen Gegenstand durch das Auge stieß, um ihn in das Gehirn zu drücken, verübte gestern dadurch Selbstmord, daß er 3 Nägel verschluckte und sich die inneren Organe völlig zerriß. Ertrunken. T Kolberg, 30. Sept. Beim Fischerdorf=Gribow kenterte ein Fischerkutter. Dabei ertranken die Gebrüder Hensel und Ziese. Teile vom Wrack L. 1. T' Helgoland, 30. Sept. Der aus Ymuiden eingelau. fene holländische Fischdampfer Katharina fischte bei Helgoland einige Eisenteile und Drähte auf, die wahrscheinlich von dem Wrack des Luftschiffes L. 1 herrühren. Eine Stadt in Flammen. T Aschaffenburg, 30. Sept. Seit 4 Uhr nachmittags steht das Städtchen Oberndorf a. M. in Flammen. Bisher sind 16 Gebäude eingeäschert worden. Tagung der Bodenreformer. T Straßburg, 30. Sept. Die 23. Tagung der Deutschen Bodenreformer fand gestern abend mit einer Sitzung in der Aula der Universität ihren Abschluß. Unterminierung einer Stadt durch Wasser. Pest, 29. Sept. Aus Marosujvar wird gemeldet: D# das Hochwasser im Sommer die hiesigen Salzbergwerke und einen großen Teil der Stadt unterminiert hat, drohen in Innern der Stadt viele Häuser einzustürzen und zu ver sinken. Daher wurden die Bewohner von 200 Häusern aus. quartiert. Sie bekommen demnächst unentgeltlich Baugründe und eine zinsfreie staatliche Anleihe für den Bau von Wohnhäusern an nichtgefährdeten Stellen. Ein deutscher Flug Berlin=London. T Brüssel, 30. Sept. Der deutsche Militärflieger Leut nant Steffen, der gestern in Döberitz aufstieg, ging nachm 2½ Uhr auf dem Flugplatze Berchem bei Brüssel wegen Nebelnieder und flog um 3 Uhr nach London weiter. Straßenbahn=Zusammenstoß. T Charleroi, 30. Sept. Bei einem Straßenbahnzusammenstoß gestern abend in Marchunelle wurden 12 Personen schwer verletzt. Furchtbares Eisenbahnunglück. T Rostow am Don, 30. Sept. Bei Sosyka der Wladikawbahn ist der Personenzug Baku=Batum entgleist. 6 Wagen wurden zertrüfmmert. 40 Personen wurden getötet und über 100 verletzt. Die Ursache des Unfalles ist darauf zurückzuführen, daß Uebeltäter die Schienen lockerten, um den Zug zu plündern. Pest. T Astrachan, 30. Sept. In Tabaskul bei Talowka, Gouvernement Saratow, sind 2 Pestfälle mit tötlichem Ausgange vorgekommen. 13 Kinder im Schneesturm umgekommen. Tokio, 30. Sept. Die Blätter bringen erschütternde Einzelheiten über ein schreckliches Unglück, das sich in Japan am Berge Komagatate zugetragen hat. Es sind dort bei einem Schulausflug 13 Kinder vom Wege abgewichen und in einen Schneesturm geraten. 2 Kinder, ein Brüderpaar, wurden eng umschlungen tot aufgefunden. Die übrigen Kleinen lagen weit zerstreut von ihnen entfernt. Augenblicklich werden noch 3 Kinder vermißt, und eine große Anzahl von Bergbewohnern suchen die Schluchten und Gletscherspalten nach den Vermißten ab. Ein guter Rat. Vor einigen Tagen erscheint ein Ire bei der städt. Rechtsschutzstelle in Liverpool, um Rat zu erbitten.„Ja“ sagt er,„denken Sie, ich halte Hühner in meinem Keller und nun kam ein Rohrbruch und alle meine ner sind dadurch ertränkt worden.“„Zunächst wenden Sie sich an die Wasserleitungsgesellschaft.“ 2 Tage später kommt der Ire traurig wieder.„Nak“ fragt der Beamte,„was hat man Ihnen gesagt?“„Ja, man sagte mir, ich müsse mir eben Enten halten.. * Gesucht per sofort 2 Onstauateute für Gas= und Wasseranlagen, sowie Gußrohrverlegungen Gelernte Schlosser und solche mit Gasanstaltspraxis werden bevorzugt. Wattenscheid, 29. Sept. 1913. Städt. Gaswerk Wattenscheid: gez. Wibberding, Bürgermeister. Prältiges, graperei enang, mädchen gessacht. Drogerie zum Kreuz. Properer, stadtkundiger, evang. Tausbursche gesucht. Drogerie zum Krenz. Hochs. u. Piano m. prachtv Ausst. u. herrl. Ton w. v. einer Dame billig geg. Bar verk. Aufr. u D. 5553 a. d. Exp d. Ztg. Dem Schleßmeister Jakob Kallen und Frau zu ihrer silbernen Hochzeitfeier die herzl. Glück- u. : Segenswünsche Gewidmet von mehreren Freunden und Bekannten. Frrm Schutz In der Möbliertes Zimmer mit voller Pension zu vermieten. Parkstraße 37 Junger Kaufmann sucht per 1. Oktober gute „•* 9 2 in nachster Nahe der Post. Offerten unter A. Z. 5554 an die Exp. d. Ztg. beachtenswerter Bäume und Alleen. En##n letzten Jahren ist beobachtet worden, daß der Sinn und die Liebe für die Eigenart und Schönheit alter und schmückender Bäume weiten Kreisen abhanden gekommen ist. Die Erhaltung derartiger Bäume und Alleen ist aber für die Schönheit des Landschaftsbildes unbedingt notwendig. Ganz besonders beseitigt man die für das Landschaftsbild so charakteristischen Pyramidenpappeln, sowohl die in den Alleen, als auch die einzelstehenden. Häufig werden zu Einfriedigungen statt der schönen lebenden Hecken unschön wirkende Drahtzäune gewählt. In der hiesigen, an landschaftlichen Schönheiten nicht reichen Gegend muß daher vor allem darauf gesehen werden, das Vorhandene zu erhalten und geeignetenfalls zu ergänzen und zu vermehren. Ich richte daher an die Eingesessenen die dringende Bitte nicht nur um Erhaltung der vorhandenen Bäume, Alleen, Hecken usw., sondern auch um Ergänzung des Bestandes durch Anpflanzung weiterer einzelner Bäume und Alleen. Wattenscheid, den 29. September 1913. Der Amtmann: Emisch. Auf Grund des§ 2 Abs. 3 des Reichsvereinsgesetzes vom 19. April 1908 mache ich hierdurch bekannt, daß der Polnische Jugendbildungsverein„Mloda Polonia“ in Röhlinghausen durch Verfügung vom 16. August 1913 IVa 3031 endgültig aufgelöst ist, weil der Zweck dieses Vereins einem Strafgesetze, nämlich den§§ 17 und 18 Ziffer 5 des Reichsvereinsgesetzes zuwiderläuft. Gelsenkirchen, den 24. September 1913. Der Polizei=Präsident. F eten. Wer Getreide mit kräftigem Halm ohne Lagerschaden auch bei schwerem Regen und gutes backfähiges Korn bei reichlicher Ernte erzielen will, der dünge mit Peru=Guano. Um vollwertige Ware zu erhalten, verlange man beim Einkauf ausdrücklich Ihleubstsss„Fünhornmarke.“ Die beste für komplette und billigste Bezugsquelle Ausstederi und Einzelmöbel nur in dem aus circa 150 Musterzimmern bestehenden Fabriklager von Carl Abe. Wittenerstrasse 12. Siets günslige Gelegenhelt für Wiederverkäufer. Das beste für die Hautpflege ist: „Fiedring“ Lanolin-Seile 25 Pfg. pro Stück. — Nachahmungen weise man zurück.— Vereinigte Chemische Werke Aktiengesellsch. Charlettendurg, Salzuter 16. Abt. Lanolin-Fabrik Martinikenfelde 90 An die Inserenten der PVehlleitlelteider richten mir hiermit wiederholt das höfl. Ersuchen, grössere Hnzeigen oder solche mit kompliziertem Satz, die für die nächste Hummer bestimmt sind, bis spätestens 3 Uhr nachmittags bei uns aufzugeben. Wir bitten alle unsere Geschäftsfreunde um dies bezgl. Beachtung und möglichst zeitige Uebermittelun. der Aufträge. Geschäftsstelle der Wattenscheider Zeitung. lsa bendimel Fau'' ächte Sodener Miineral-Pastillen werden aus den Beilquellen in u. XVIII der Gemelnde Bad Soden am Taunus bergeltellt, die sich seil Jahrbunderten: K bei Bulten, Beilerkeit, Bronchialkatarrh e vorsüglich bewährt haben. Nachchmungen weise man surtick. Preis 85 Pfg. per Schachtel, überall erhälitlich. Produktenmärkte. Essen, 30. Sept. Weizen, inländ. 18,90—19,65 Mk., Weizen fremder 22,25—23,25 Mk. Roggen, inländ. 15,75—16,25 Mk. Roggen, fremder 18,25—19,75 Mk. Hafer, inländ. 00,00—. 00 00 Mk. Haser, fremder 17,75—19,75 Mk. Buchweizen 21,90—22,50 Mk. Futtergerste 13,50—14,50 Mk. Mais 15,50—19,50 Mk. Weizenvorschuß 28,25—31,50 Mk. Roggenvorschuß 23,50—24,50 Mk. Weizenkleie 8,90— 9,50 Mk. Rüböl inkl. Faß 00,00—00,00 Mk. Alles per 100 Kilogr. frachtparität Essen ohne Sack bei Abnahme von Doppelladungen mit Ausnahme von Kleie, die mit Sack gehandelt wird. Duisburg, 30. Sept. Weizen, inländischer 18,70 bis 19,00 Mk., Donau 22,00—22,50 Mk., 21,50—22,75 Mk., Azow 21,50—22,75 Mk., Amerikaner 22,00—22,50 Mk. Roggen, inländischer 16,00—16,30 Mk., Donau 17,50 bis 18,50 Mk., Schwarzmeer 17,50—18,50 Mk., Azow 17,50 bis 18,50 Mk., Amerikaner 00,00—00,00 Mk. Hafer inländischer 16,50—17,00 Mk., Donau 17,50—19,00 Mk. russischer 17,50—19,00 Mk. Futtergerste, russische 13,50 bis 14,00 Mk., rumänische 13,50—14,00 Mk., Amerikaner 00,00—00,00 Mk. Mais, Amerikaner 15,00—15,30 Mk. Donau 15,00—15,30 Mk., Cinquant. 18,50—19,00 Mk., russischer 00,00—00,00 Mk. Buchweizen 21,50—22,00 Mk. Weizenmehl Nr. 000 28,25—29,00 Mk., Nr. 00, 27,50—28,00 Mk. Roggenmehl Nr. 0 23,25—24,00 Mk., Nr. 0.1 22,50—23,00 Mk. Vollmehl 13,50—14,00 Mk., Grand 8,50—9,00 Mk. Kleie 8,50—9,00 Mk. 30. Sept. Rüböl 66,00, faßweise 68,00, gereinigtes 69,00 M. für 100 kg. Rübkuchen 112,00, in kleineren Partien 116 Mk. für 1000 kg. Weizen 1. 19,00, 2. 18,00, 3. 00,00 Mk. Roggen alter 1. 00,00, 2. 00,00 M. Roggen neuer 1. Qual. 15,90, 2. 14,90 Mk. Hafer 1. 17,80, 2. 16,50, 3.00,00 M. Hafer neuer 1. 15,70, 2. 14,70 Mk. Wintergerste 14,20—15,20 Mk. für 100 kg. Kartoffeln 2,00—2,50 Mk., Heu 2,40—2,60 Luzerner=Heu 3,00—3,50 Mk. für 50 kg. Krummstroh 10,00 Mk. Rogzenrichtstroh 11,00 Mk. Breitdruschstroh 12,00 Mk. für 500 kg. Raps 1. Qual. 00,00 Mk. Kleien 5,50 Mk. für 50 kg. Butter Kilo 2,80 Mk. Hiesige Landeier 1 Stück 10—11 Pfg. Gelsenkirchen, 29. Sept. Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder 147 Stück; darunter: Bullen 22 Stück, 151 Sund Kühe 122, Kälber 20, Schafe 0 Schweine I. Rinder, Bullen: vollfleischige, ausgewachsene hochsten Schlachtwerts Lebendgewicht 43—45 Mk. Schlachtgewicht(82—84 Mk.) Färsen und Kühe: vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 45—48 Mk.(87—92 Mk.) Aeltere, ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 38—40 Mk.(80 86 Mk.). Mäßig genährte Kühe und Färsen Lebendgewicht 00—00 Mk Schlachtgewicht 00—00 Mk. II. Kälber: Doppelender feinster Mast Lebendgewicht 00 Mk., Schlachtgewich t 000 Mk Feinste Mastkälber Lebendgewicht 67—74 Mk., Schlacht(ülber Lebendgewicht sitlere Rast= und beste Saug, 90—66 Mk., Schlachtgewicht 100— O 00 me Schafe: Geringere Lämmer und Schafe (00—00 Mk.), IV. Schweine: Fettschweine der 100 kg(3 Zentner) Lebendgewicht 62—00 Mk. 78— 00 Mk. Vollfleischige Schweine von Volksbücherei der Stadt Wattenscheid, am Kaiserplatz Nr. 8. Die Ausleihezeiten sind von jetzt ab, wie folgt festgesetzt: Sonntag: vormittags von 11 bis 12,30 Uhr Mittwoch: nachmittags von 5 bis 6,30 Uhr, außerdem nur für Jugendliche: Mittwoch: nachmittags von 4 bis 5 Uhr. Die Bücherei enthält Bücher und Schriften aus allen Gebieten der Literatur und wird den hiesigen Eingesessenen zur unentgeltlichen, fleißigen Benutzung empfohlen. Wattenscheid, den 15. September 1913. Bürgermeister. Wibberding. Viehmarkt. Essen, den 29. Sept. 1913. Auftrieb: Großvieh 989, hiervon 142 Ochsen, 380 Bullen, 467 Färsen und Kühe, 000 gering genährtes Jungvieh(Fresser), 396 Kälber, 89 Schafe, 4573 Schweine. I. Rinder. A. Ochsen: a) Vollfleischige, ausgemästete Ochsen höchsten Schlachtwerts, die noch nicht gezogen haben(ungejocht b) Vollfleischige, ausgemästete, im Alter von 4—7 Jahren.. c) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete d) Mäßig genährte junge, gut genährte ältere B. Bullen: a) Vollfleischige, ausgewachsene Bullen höchsten Schlachtwerts b) Vollfleischige, jüngere Bullen a) Mäßig genährte junge und gut genährte ältere C. Färsen und Kühe: a) Vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts b) Vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren c) Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen d) Mäßig genährte Kühe und Färsen.. e) Gering genährte Kühe und Färsen.. D. Jungvieh: a) Gering genährtes Jungvieh(Fresser) II. Kälber. a) Doppelender, feinster Mast b) Feinste Mastkälber c) Mittlere Mastkälber und beste Saugkälber d) geringere Mast= und gute Saugkälber, geringe Saugkälber III. Schafe. A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel b) Aeltere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe c) Mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) B. Weidemastschafe a) Mastlämmer b) Geringere Lämmer und Preise für 100 Pfund 120.—150kg(240—300 Pfund) Lebendgewicht 62—00Mi odeceig... Velfleischige Schweine von (200—240 Pfund), Lebendgewicht 62— 78—79 Mk. Vollfleischige Schwein s we Schachtgerwicht 71. Tg P) Lebendgevicht 61. 5 Nn., Sch achigrlricht 77—19 Mk. Sauen 00— 00M: 00—00 Mk.) Marktverlauf: flott. Dänen standen zun Verkauf: 1 Bullen, Lebendgewicht 00—00 M. Schlach gewicht C0 00 M. 82 Küse Lebendgewicht 40—46 M Schluchztgewicht 79 88 M. Schafe IV. Schweine(mit 20% Tara). a) Fettschweine über 150 kg (300 Pfd.) Lebendgewicht b) vollfleischige von 120— 150 kg(240—300 Pfd.) Lebendgewicht c) Vollfleischige von 100— 120 kg(200—240 Pfd.) Lebendgewicht d) Vollfleischige von 80— 100 kg(160 bis 200 Pfd.) Lebendgewicht e) Vollfleischige unter 80 kg (160 Pfd.) Lebendgewicht 0) Unreine Sauen und geschnittene Eber...„ Schl achtgew. Mk. 94—00 90—93 90—93 82—88 88—90 80—85 72—78 91—92 88—90 82—86 75—80 75—80 00—00 117—125 112—116 110—114 110—118 00—95 80—90 00—00 00—00 90—00 90—00 78—79 78—79 76—78 72—75 89—16 Lebendgew Mk. 54—00 48—50 48—50 41—44 51—52 42-44 34—36 50—51 46—47 40—43 32—34 32—34 00—00 84—90 71—74 66—70 58—65 00—47 36—40 00—00 90—00 90—00 90—00 62—63 63—68 80—60 57—60 54—60 Tendenz: mittel, 38 Großvieh Ueberstand. Kleinvieh Es wurden Schweine verkauft: 798 Stück zu 79 Pfg., zu 78 Pfg., 569 Stück zu 77 Pfg., 435 Stück 76 Pfg. 150 Stück zu 75 Pfg., 85 Stück zu 73 Pfg., 1 Stück zu 00 Pfg., 00 Stück zu 00 Pfg., 39 Stück zu 5/65 pfg. das Pfund.