Nr. 212. (1. Blatt.) Freitag, den 12. September 1913. 78 45. Jahrgang. genrö e 1888(Neueste Nachrichten.) in Stadt und Amt Wattenscheid, Sevinghausen, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheid, Eiberg, Freisenbruch u. a. * Anzeigen pro Nonpareillezeile oder deren Raum 15 Pfg., auswärts § 20 Pfg., Reklamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Termin 1 * zusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach Erhalt der Rechnung. eee esssensssensessenessenn Die Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung" erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Mk. Anfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungen Telegr.=Adr.: Zeitung. Telefon 181. Rotationsdruck und Verlag Carl Busch, verantw. Redakteur Bernhard Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln 8566. (General=Angeiger.) Amtliches Blatt aller Behörden weziell für die Orte Wattenscheid, welsenkrchen=Aeckendorf, Leithe, Günnigfeld, Hordel, * Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet : inkl. Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet : 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche ! Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig). Wetteraussichten. Wetter für Samstag. Heiter, windig, nachts Reif, Nebel. Niederrheinischen, Lustschiffervexein; von demselber Ver= Atmung ohne Nahrungsaufnahme verharrt, gibt “ ein startet„Continental 3“;„Braunschweig“ vom Braun=; Tiere, die im Wasser oder in Sümpfen leben, bei Staot, Amt und Kreis. Wattenscheid, 12. Sept. Totenglocke. * Die ehrwürdige Frau Oberin unseres MarienHospitals, Schwester Editha, hat gestern das Zeitliche gesegnet. Schwester Editha, deren bürgerlicher Name Josefine Balkenhol ist, wurde geboren am 9. Juni 1866 zu Assinghausen, Dekanat Medebach. Sie hat also nur ein Alter von 47 Jahren erreicht. Nach dem am 22. März 1901 erfolgten Tode der ehrwürdigen Frau Oberin Aniceta wurde Schwester Editha als Oberin unseres Marienhospitals berufen, welch hohes Amt sie am 1. April 1901 angetreten hat. Zu Anfang des Jahres 1890 trat sie als Novize in den Orden der barmherzigen Schwestern des hl. Vinzenz von Paul ein und legte am 4. Oktober 1893 die Gelübde ab. Sie hat mithin nahezu 20 Jahre dem Orden als Profeß angehört und davon volle 12 Jahre die schwere Bürde als Oberin des Marienhospitals auf ihren Schultern getragen. Während ihres Hierseins ist das Marien=Hospital nach gemeinsamen Plänen des Propstes und Ehrendomherrn Hausmann und des Stadtbaumeisters Wallraven bedeutend erweitert und vergrößert worden. Der Südflügel mit der Kapelle, sowie die Leichenhalle mit dem Obduktionsraum ist neu erbaut und die Anzahl der Betten ebenfalls erhöht worden. 1901 bei ihrem hiesigen Dienstantritt waren 175 Betten mit jährlich 880 Kranken, jetzt sind 200 Betten mit jährlich über 1000 Kranken vorhanden, obwohl das Krankenhaus durch das Knappschaftskrankenhaus in Ueckendorf entlastet wurde. Für das Krankenhaus und ihren Orden war die allzufrüh Entschlafene eine einfache, edle Persönlichkeit. Sie ging ganz in ihrem hohen Berufe auf, den leidenden und sterbenden Menschen zu dienen und ihnen das Los zu erleichtern. Persönlich war sie bei aller Liebenswürdigkeit und steten Hilfsbereitschaft zurückhaltend und selbstlos. Dank und Anerkennung hat sie immerdar abgelehnt, indem sie nur Gott pflichtgemäß zu dienen vermeinte. Ihre letzte Krankheit— eine böse Nierenentzündung— hatte sie seit dem 5. Sept. befallen; sie ertrug das schwere Leiden mit christlicher Geduld und Hingabe in Gottes hl. Willen. Ihren Verwandten, deren Besuch sie noch empfangen konnte, war sie trotz eigenen Leidens eine warmherzige Trösterin. Propstdechant und Ehrendomherr Hausmann, als Vorsitzender des Krankenhaus=Kuratoriums, widmet der lieben Toten in heutiger Nummer einen ehrenvollen Nachruf des Dankes und der treuen Anerkennung. Ihr Hintritt an Gottes Thron war ein stiller, friedlicher. Auf dem Antlitz der Verewigten ruht der Ausdruck der Verklärung und des Glückes. Wenn auch der große Andrang des Publikums zur Leiche vermieden werden soll, so wird doch den ganz besonderen Verehrern des Krankenhauses und ihrer ehrwürdigen Oberin, die an ihrer Bahre treten und sie noch einmal sehen wollen, gern gestattet, ihr den letzten stillen, kurzen Besuch zu weihen. Zu dem Zweck ist die Tote im unteren Hauptkorridor aufgebahrt. Die setzung durch Propst Hausmann findet Sonntag nachm. 3,30 Uhr vom Hospital aus auf der Schwesterngruft des kathol. Gottesackers an der Seite der verstorbenen Oberin Aniceta statt. Auch alle kathol. Vereine nehmen mit Fahne an dem Begräbnis teil, ebenso wird der Cäcilienchor mitwirken. Auch die Schüler und Schülerinnen sämtlicher kath. Oberklassen in Stadt und Amt Wattenscheid, ferner weißgekleidete Mädchen werden in dem Leichenzuge vertreten sein. Gott segne ihrer Hände Arbeit und belohne ihr reich alles Mühen und Walten in dem ihr so lieb gewordenen Krankenhaus R. i. p. s. : Pegen Diebfahls eines Regenschirms imn Verte von 5 Mark erhielt der Kellnerlehrling Johann S. von Weitmar 1. Tag Gefängnis. Der Bestrafte wurde wegen seiner Jugend der bedingten Begnadigung empfohlen.— Die anderen Sachen wurden vertagt. Zum Festungsbau=Hauptmann befördert. * F e s t u n g s b a u= O b e r l e u t n a n t W i l h. W a r d e n b a c h bei der Fortifikation der Feste Kaiser Wilhelm 2. zu Mutzig bei Straßburg im Elsaß, Sohn des Schichtmeisters Wardenbach von Zeche Centrum 2, wurde zum FestungsbauHauptmann befördert. Vom Virteverein.... g Galkemnfcheh umd * Der Wirte=Verein von Wattenscheid und Umgegend, welcher gestern im Restaurant Fischer(früher Wittkämper) in Westenfeld eine Versammlung abhielt, hat beschlossen, am Mittwoch, 17. d. M. einen Ausflug nach Bitter in Eppendorf zu unternehmen. Die Teilnehmer versammeln sich um 3 Uhr bei Knappmann in Höntrop. Ferner wurde in der gestrigen Versammlung vom Vorsitzenden H. Voortmann der hier stattgefundene Zonentag ausführlich erörtert. Ballon=Wettfahrt. * Samstag nachmittag 5 Uhr findet eine nationale Ballon=Wettfahrt vom Füllplatze der Zeche„Rheinelbe“ in Gelsenkirchen statt. Es werden folgende 14 Ballone starten:„Nieder=Schlesien“ vom Kaiserlichen Aeroklub; „Düsseldorf“ vom Luftfahrerklub;„Comtnental 2° vom ein startet„Continental 3“;„Braunschweig“ vom Braunschweiger Lustschifferverein;„Magdeburg“ vom Niederrheinischen Verein;„Walraf“ vom Kölner Verein;„Koblenz“ vom Niederrheinischen Verein:„Barmen“ vom Niederrheinischen Verein;„Prinz Adolf=Ballon“ vom Niederrheinischen Verein;„S. S.“ vom Berliner Verein;„Gladbeck“ vom Niederrheinischen Verein;„Otto Lilienthal" vom Berliner Verein;„Essen" vom Niederrheinischen Verein. Die Ballone werden wie folgt geführt: Niederschlesien von Dr. jur. Henoch=Berlin, Crefeld von Dr. Momme=Düsseldorf, Continental 2 von H. Schulz=Gelsenkirchen, Continental 3 von B. Dickmann=Gelsenkirchen, Braunschweig von Architekt E. Leimkugel=Essen, Magdeburg von O. Dieckmann=Dortmund, Wallraf von Gustav Peter=Cöln, Coblenz von Ed. Raven, Gelsenkirchen, Barmen von Bruno Schmitz=Gevelsberg, Prinz Adolf von Wassermeyer=Bonn, S. S. von H. v. Wilcken=Halle a. S., Gladbeck von H. Ruthemeyer=Duisburg, Otto Lilienthal von Dr. Erich Korn=Berlin und Essen von W. RavenMülheim. Der Aufstieg erfolgt auf dem Gasplatze der Zeche Rheinelbe in Leithe. Bei ungünstiger Witterung findet die Fahrt am Sonntag morgen 11 Uhr statt. sch=Westfälisches Kohlensyndikat. In der gestrigen Sitzung des Beirates wurde auf den Antrag des Preisausschusses mit großer Mehrheit beschlossen, die Richtpreise für Hochofenkoks und Kokskohlen unverändert bestehen zu lassen. Diese Preisfestsetzung gilt nur vom 1. Oktober bis 31. Dez., also für 3 Monate. Eine grundsätzliche Festlegung, auch in Zukunft die Richtpreise für Hochofenkoks und Kokskohlen vierteljährlich festzusetzen, soll mit dem heutigen Beschlusse nicht erfolgen. Es soll vielmehr Zeit damit gewonnen werden, die Entwickelung der Marktlage abzuwarten. Anfang Dezember wird sodann eine neue Preisfestsetzung für Hochofenkoks und Kokskohlen erfolgen, da dann eine Uebersicht über die Lage im nächsten Jahre besser möglich ist. Die im Anschluß daran abgehaltene Versammlung der Zechenbesitzer setzte die Beteiligungsziffer für Oktober in Kohlen auf 95%(wie bisher), in Koks auf 65%(bisher 75%) sowie in Briketts auf 85%(wie bisher) fest. Die Ermäßigung der Beteiligungsanteile in Koks, so führt der Syndikatsbericht aus, ist zum großen Teil auf die am 1. Oktober in Kraft tretende Erhöhung der Beteiligungsziffern verschiedener Zechen zurückzuführen. Ferner nahm die Versammlung von den Ersatzbenennungen zum Beirat Kenntnis. Unfall am rhein. Bahnhof. * Gestern vormittag entgleiste an dem provisorischen Ueberweg am rhein. Bahnhofe Gelsenkirchen=Wattenscheid ein Kolliwagen eines rangierenden Güterzuges. Der Wagen stürzte um und wurde zertrümmert. Das Gleise über die neue Brücke war für einige Zeit gestört, sodaß der 12.07 Uhr=Zug von Bochum über Wanne=Gelsenkirchen nach Kray geleitet werden mußte. Auch die übrigen Züge erlitten Verspätungen. Eigenartiger Unfall. * Heute vormittag erlitt auf der Zeche Holland der Bergmann Arn. Brandt, Weststr. 77, hier, einen eigenartigen Unfall. Ein großer Szölliger Nagel fiel aus bedeutender Höhe senkrecht herab und traf den Knappen an der linken Schulter. Die Wucht des Falles war so stark, buß der Nügel bis über die Halste ins Fleisch blung und Atmung ohne Nahrungsaufnahme verharrt, gibt es anvere Tiere, die im Wasser oder in Sumpfen leben, bei denen eine entsprechende Erscheinung in der heißen und trockenen Jahreszeit eintritt. Es ist dies im Gegensatz zu der ersteren Lebenserscheinung— dem Winterschlaf— der sogenannte Sommerschlaf. Manche Reptilien, Amphibien oder Lurche und Fische der Tropen würden, wenn die größte Hitze und Trockenheit sich einstellt, ohne Nahrung sein und auch, abgesehen davon, der Verkümmerung anheimfallen, wenn sie sich nicht tief in den Schlamm eingraben würden, dessen obere Schichten zu harten Krusten eintrocknen. Auch bei ihnen ist alsdann der Lebensprozeß herabgesetzt. vor allem die Atmung auf das geringste Maß beschränkt. Dadurch findet nur ein geringer Verbrauch der Lebenssubstanz statt, sodaß ein Ersatz derselben durch Nahrungsaufnahme überflüssig wird. Wenn dann wieder die Regenzeit sich einstellt und das Erdreich aufweicht, kommen die betreffenden Tiere aus dem Schlamm hervorgekrochen und nehmen ihre alte Lebensweise wieder auf. Nachrichten aus Westenfeld. Seatnammt * Westenfeld, 12. Sept. Der Schützenverein der Jung= und ehemaligen Junggesellen(Vereinslokal Heinr. Streier) veranstaltet am kommenden Sonntag ein Preisschießen, für welches mehrere Preise gestiftet sind. Gleichzeitig feiert der Verein am Abend den Rekruten=Abschied durch Konzert und Ball.— Der Vereinswirt des Bürgerschützenvereins, Erlenkämper, arrangierte für den kommenden Sonntag ein Preisschießen. Es sind namhafte Geldbeträge ausgesetzt. Das Probeschießen findet heute Abend(Freitag) statt.— Gestern abend fand unter Leitung des 1. Chefs Schmidt eine Uebung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr statt. Die Uebung nahm 6,30 Uhr ihren Anfang und dauerte bis 7,30 Uhr. Noch der Uebung fand gemütliches Beisammensein im Vereinslokal Schmidt statt. Volksbücherei in Höntrop. * Höntrop, 12. Sept. Auch unsere Gemeinde hat, wie schon berichtet, eine Volksbücherei eingerichtet, die im Gemeindehause, Heinrichstr. 7 untergebracht ist und am Sonntag, 21. d. M., vormittags 11 Uhr eröffnet werden soll. Die Ausgabe der Bücher erfolgt Sonntags von 11—12 Uhr und zwar durch Rektor Hoos und Lehrer Jütte. Wir verweisen auf die diesbezügliche amtliche Bekanntmachung in der heutigen Nummer. Neues aus Höntrop. * Höntrop, 12. Sept. Sonntag, 5. Oktober ds. Is. veranstaltet der Dilettantenverein„Concordia“ im Restaurant Knappmann einen Theaterabend.— Aus Anlaß des am Sonntag hier stattfindenden technischen Feuerwehrtages fand gestern abend am Steigerturm in der Heinrichstraße eine Uebung der Frekwilligen Feuerwehr unter Leitung des 1. Chefs Robert Voß statt. Es wurde in allen Abteilungen geübt. Um 7 Uhr fand die Uebung ihr Ende. Man marschierte nun unter Vorantritt der Feuerwehrkapelle zum Vereinslokal.— Der Gesangverein „Schlägel und Eisen“(Vorsitzender Korn) unternimmt am Sonntag einen Ausflug nach Witten. Die Abfahrt erfolgt 942 ab Station Höntrop. daß der Nagel bis sher die Hälfte ins Fleisch drang und Wegen Zechprellerei verurteilt. nur mit großerMühe aus der Wunde entfernt werden konnte.* Eppendorf. 12. Sept. Der Bautechniker Ernst ### 9 hawnte vammfung. K., welcher schon verschiedentlich wegen Zechprellerei mit Neue Knappschaftehauptversammingg. uni ghel * Der Vorstand des Allgemeinen Knappschaftsvereins beruft auf Samstag, 11. Oktober, vormittags 11 Uhr, eine Generalversammlung ein. Die Tagesordnung enthält Abänderung der Satzung vom 1. Juli 1908 mit den Aenderungen durch die Beschlüsse des Oberbergamtes zu Dortmund vom 16. Dezember 1911 und 16. Februar 1912 und des Handelsministers vom 13. Dezember 1912, Ergänzungswahl des Vorstandes, Wahl des Ausschusses zur Prüfung und Abnahme der Jahresrechnung, zur Ausübung der Befugnis, Ansprüche des Knappschaftsvereins gegen Vorstandsmitglieder und Beamte aus deren Geschäftsführung durch besondere Beauftragte zu verfolgen. Aus dem Vorstande scheiden auf Seiten der Werksverkreter und der Aeltesten je 5 ordentliche Mitglieder u. Ersatzmänner aus, ferner sind zu wählen, da die betreffenden Stellen durch Einberufung als ordentl. Mitglied erledigt sind, bei den Werksvertretern zwei Ersatzmänner, und bei den Aeltesten ein Ersatzmann. Sonderzug zum Sanerlande... B burt#.#. * Aus Anlaß der Einweihung des Robert Kolb=Turmes auf der Nordhelle im Ebbegebirge fährt am Sonntag, 21. September, vormittags 8.22 Uhr ein Sonderzug 2. Klasse nach Meinerzhagen. Der Zug hält in Bochum, Langendreer, Witten, Hagen und mehreren Stationen des Volmetales. Abends fährt der Sonderzug von Meinerzh agen wieder bis Essen. Der Fahrpreis ermäßigt sich für diesen Zug um ca. 40 Proz. Wegen der Manövertransporte war ein Sonderzug 3. Kl. nicht zu erlangen. Für ältere und nicht wanderkräftige Personen stehen in Meinerzhagen Automobile und Wagen gegen geringes Entgelt zur Verfügung. Sommerschlaf. * Sowie in unseren Gegenden eine Reihe von Veren, wenn die kalte Jahreszeit kommt und die Ernährungsmöglichkeit gering geworden ist, sich in geschützte Schlupfwinkel zurückzieht und hier bei völliger Ruhe und bei herabgemnoerter den Gerichten in Konflikt kam, wurde von dem Schöffengericht Dortmund wegen desselben Vergehens zu Monaten Gefängnis verurteilt. Neuer Rektor in Günnigfeld. * Günnigfeld, 12. Sept. Lehrer B. Tinkloh, der seit 10 Jahren an der kath. Stadtschule in Arnsberg tätig ist, wurde als Rektor nach hier versetzt. Der neue Rektor, welcher 35 Jahre alt ist, tritt seine Stelle in Günnigfeld am 1. Oktober an. Doppeltes Jubilkum.., geltuach Eierte Lur Gameirs. * Eiberg, 12. Sept. Mittwoch feierte der Gemeinde. vorsteher Beckmann hier ein doppeltes goldenes Jubelfest, nämlich seine 50jährige Zugehörigkeit zur, Eiberger Gemeindevertretung(davon 34 Jahre als Gemeindevorsteher), und gleichzeitig sein goldenes Ehejubiläum. Beide Ehegatten sind noch recht frisch und gesund. Als Vertreter des Landrats überbrachte der Kreisdeputierte Hill aus Hattingen die Glückwünsche des Kreises, und der Amtmann Bock von Wülfingen überreichte eine schöne Festgabe. Pfarrer Diedrichs überreichte dem Jubelpaare die vom Kaisen geschenkte Ehejubiläumsmedaille, der M.=G.=V. Liederkranz brachte einen Fackelzug und ein Ständchen. Tödlicher Unfall. Ueckendorf, 12. Sept. Der 25jährige Bergmann R. Müller kam auf der Zeche„Alma“ beim Aufdrehen einer Spule Leitungsdraht der elektrischen Oberleitung für Grubenlokomotiven zu nahe. Durch die starke Stromübertragung fand der Bedauernswerte auf der Stelle seinen Tod. Den Verletzungen erlegen. * Wanne, 12. Sept. Das Kind der Familie Bieler, das schwere Brandwunden erlitt, ist gestern morgen gestorben Weitere Lokalnachrichten siehe 2. Blatt. diesjährige Kaisermanöver. Beklin, 12. Die„Schlessche korns großen I.=Ueberzeugung gewonnen, daß das Armee. Wrpe gloßen aufgaben in ernster Zeit gewachsen sein wird. aub damstr sweinen tungen gezeigt sen Erfolg rienen Erwartungen voll entsprochen. Für die. e#g kriegsgemäßer Ausbildung spreche Ich Ihnen, soallen Generalen, Kommandeuren und Offizieren guche eineingeschränkte Anerkennung gern aus. Ich erDankes weiter hekaunt de Ausdruck Meines Köniaglichen schaften für ihre d.“ zu geben und zugleich die RannIch Meinen Dank und Meine Iu beiaden. Ihnen vil Fonten Ihnen befolgend zugehen. dteche, deren Iu Flieger gegen Zeppelinballone. hatte der Kit 3 dem rept. Während des Kaisermanövers halte der Kuiser den bekannten Fliegeroffizier Carganico zur Tafel geladen. Der Beobachtungsoffizier auf dem Flugzeug Carganicos, Oberleutnant Reinhold, schildert die Durchder Flieger im Manöver und den Empfang heim Kaiser in folgenden Ausführungen: Unter anberin halten wir, Carganico und ich, den Auftrag, das ühr unsen Stellungen iun großer Höhe, etwa 150 Meter über unsern Eildungen, kreuzte, anzugreifen. Wir Tennesine 1 asmählich, hoch, währenddesen suchte der vas Weite. Vermöge unserer größern Schnelgelang gaxzenz gher, ihn einzuholen und ihn(teilauch zu überflegen. Unsere Dter Dähe zur umftiegen und 2400 Meter Höhe. Oie hertsichen gpischme erteichte babei 2 h. Die hertlchen Eindrücke dieser Fahrten de ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen. Es war wunverschönes, wenn auch etwas böiges Wetter. Man sah au e Subeten, das Eulengebirge und in weiter Ferne u dus Riesengebirge mit der Schneekoppe. Ich hatte meine Fluezeugkamera mit, und es gelang mir, hoch in den Wolgelungene Aufnahmen von dem überslogenen Luftschiff zu machen. Schließlich entzog sich der Ballon Woltenschichet hrsctag. da er sich in emne dicke ersien###btlute. Ich meldete unsere Tätizkelt dem Obersten Schiedsrichter telephonisch. Um 5 Uhr erhielt ich von unserm Abteilungsführer den Befehl übermittelt, daß ich mich mit den Photographien um 7,30 Uhr in Neu=Salzbrunn bei Sr. Majestät zu melden hätte. Ich nahm Carganico mit, und wir fuhren die 40 Kilometer dorthin im Kraftwagen. Wir meldeten uns dort beim Flügeladzutanten wurden bald zum Kaiser geführt. Der Kaiser sprach 5 Minuten mit mir und ließ sich die Bilder erklären. Dann sprach er auch mit Carganico. Schließlich sagte Majestät: „Habt Iyr schon etwas gegessen?" Als ich erwiderte:„Rein, Euer Majestät,“ lache der Kaiser und lud uns zum Abendessen ein. So nahmen wir dann an der Abendtafel teil, zu der etwa 30 Personen geladen waren. Auch der König von Griechenland sprach einige Zeit mit mir. Ziemlich spät abends fuhren wir dann nach Reichenbach zurück. reich zahlreiche Bewunderer unter den militärischen Autoritäten zählt. Unsere Regierung hat vor 2 Monaten der Regierung der Republik für die wertvollen Dienste gedankt, welche die französische Militärmission Griechenland bei dem Werk der Heereswiederherstellung erwiesen hat, und verlangt, daß die am 21. Januar 1911 geschlossene Konvention um 2 Jahre verlängert werde. Dieses Verlangen erscheint aber als ein unleugbarer Beweis dankbarer unerkennung der Dienste des Generals Eydoux und seiner Mitarbeiter durch den König und seine Regierung. Der bevorstehende Besuch des Königs ist ein glänzender Beweis seiner Gefühle gegenüber ten, das das bedauers uu: die Hofnung auszubrik. den wird Patürsic ache Mißverständnis bald verschwin" Nalutlich erachtet der Matin diese Erklärung noch für ungenügend. Auch der griechische Minister des die Franzosen zu besänftigen und gibt folgende Erklärungen über die von König Konstantin in Berlin gehaltene Rede ab: Ich verstehe das Gefühl, das einen Teil der öffentlichen Meinung Franksicherlich infolge eines für uns betrüblichen Mißverständnisses. Es würde ein Trost für uns hören, daß das Mißverständnis beseitigt ist. Der hat inmitten von Generälen in einer besonderen Umgebung gesprochen und eine militärische Rede ohne jede Beziehung zur Politik gehalten. Eine gegen Frankviche Ssrichtete Absicht würde von der griechischen Nation S##viigt„werden, die einmütig der Großmacht Faltreich daubar ist für die Dienste, welche sie ihr insbesondere in der letzten Zeit geleistet hat. Deutschland. Generald. Ink. v. Strantz. Der Sieger im deutschen Kaisermanöver 1913. Wir bringen beistehend den Sieger im deutschen Kaisermanöver, den Kommandeur der blauen Armee, General der Infanterie von Strantz, im Bilde. Hermann von Strantz wurde am 13. Februar 1853 in Nakel(Posen) als Sohn eines Majors a. D. geboren, trat 2. August 1870 in das Leib=Grenadier=Regiment ein, machte den Feldzug gegen Frankreich mit, war dann 1882—83 im Generalstabe tätig und wurde 1886 Hauptmann und Kompagniechef im 1. Garde=Regiment zu Fuß, 1891 war er Major im Generalstabe, 1897 Oberstleutnant im 1. Garde=Reg. z. F., 1900 Oberst und Kommandeur des 2. Garde=Regt. z. F., 1903 Generalmajor und Kommandeur der 2. Garde=InfanterieBrigade, 1906 Generalleutnant und Kommandeur der großherzogl. Hess.(25.) Division und April 1911 Kommandieren= der General des 5. Armeekorps in Posen. Die Rede des Konigs Konstantin. Paris, 12. Sept. Der Matin setzt seine Angriffe gegen die Rede des Königs Konstantin von Griechenland über die Vorzüge der deutschen Armee mit solcher Hartnäckigkeit und Heftigkeit fort, daß man darin die Absicht erblicken muß, die öffentliche Meinung Frankreichs zu Kundgebungen bei der bevorstebenden Anwesenheit des Königs Konstantin in Paris aufzuwiegeln. Das Blatt bringt eine Erklärung des hiesigen griechischen Gesandten Athos Romanos, worin es heint: Es hat niemals die Absicht meines Souveräns sein können, die Gefühle dieses Landes zu verletzen, für das er tiefe Bewunderung und die lebhafteste Sympathie empfindet. Hat er nicht seine Absicht ausgesprochen, nach Paris zu kommen, um dem Präsidenten der Rlpublik seinen Besuch abzustatten bevor er noch vor Ablauf seiner Trauerzeit ihm seinen amtlichen machen kann? Indem König Konstantin bei den deutschen Manövern von militärischen Unternehmungen sprach, die er als siegreicher Feldherr geleitet hat wollte er vor allem der Tapferkeit seiner Truppen Anerkennung zollen. Er hat zu gleicher Zeit vor dem deutschen Kaiser seine Bewunderung für die deutsche Militärtaktik ausgesprochen, jener Taktik, die sogar in Frank##. Die nächstfährigen Kaisermanöver. Berlin, 12. Sept. Die nächstjährigen Kaisermanöver gerden nach Berliner Blättern dem Vernehmen nach in " üchessen und den angrenzenden Gebieten stattfinden. „ au. Allgemeine en=luth. Konferenz. vom 8 ku uhers, 16,Sept. Zu ihrer 14. Tagung trat vom 8. dis 11. Gept. hier die allgemeine evang.=luth. Konferenz zusammen, die sich die Aufgabe gestellt hat, die Lutheder ganzen Welt, soweit sie auf dem Boden evang.hacs Srnh eine engen. Am 8. Sept nachmit. Sitzung des engeren Ausschusses und der Vorstände statt, und später ein Begrüßungsabend, den Stadtpfarrer Engelhardt=Nürnberg mit einem herzlichen Willkommengruß eröffnete. Freiherr von Pechmann=München sprach test, das uuch ehr Laiendienst in der Kirchel Er uß auch in den Kreisen der evang.=luth. Kirche das Bedürjnis nach stärkerer Heranziehung der Lalen unWeiter sprach der anglikanische Bischof Dr. B ie ersctäfhn für. England, Konsistorialrnut Wiligerode=Dorpat .., 9 Kland und Professor Baucher=Paris für die evang.lütherische Kirche in Frankreich. Das Schlußwort sprach Dr. Ihmels=Leipzig. Am 2. Haupttage fand im Dom von St. Lorenz ein Festgottesdienst statt. Die Festpredigt hielt Professor Dr. Althaus über Johannis 7, 5, 37—39. Nach dem Festgottesdienst war der Rathaussaal der Sammelpunkt einer sehr zahlreichen Festeilnehmerschaft, Geheimrat Ihmels esn#te die Versammlung.“ Nach einem vom Redner gesprochenen Gebet wurde ein Huldigungstelegramm an den Prinzregenten abgesandt. Es folgten Begrüßungen durch Ver reter des protestantischen Oberkonsistoriums, der Stadt und der theologischen Fakultat der Universität Erlangen. Hierauf sprach Hofrat von Zahn=Erlangen über das Thema: „Warum müssen wir an dem Bekenntnis festhalten?“ Brausender Beifall lohnte den Redner. Die zweite Hauptversammlung fand im evang. Vereinshause statt. Reden hielten die Vertreter der lutherischen Kirche in Schweden. Hofprediger Norby=Stockholm erstattete das Referat:„Wie wird die Kirche fähig, die geistlichen Bewegungen in ihrer Mitte zum Siege des christlichen Volkes zu leiten.“ Redner führte oder Staatskirche, diese Frage ist zichtig. Die Kirche soll sich auf die Möglichkeit der Trennung von Kirche und Staat gefaßt machen, sie nicht beschleunigen, sich aber darauf einrichten. An der Besprechung beteiligten sich Generalsuperintendent Dr. Kaftan=Kiel, der die Ansicht u###s von der staatlicherseits so gehegten Jugendpflege ur on nirche nicht viel zu erwarten sei, sodann Bischof von Zeele(Schweden), der über die erfreuliche Entwickelung schwedischen Gemeinschaftsleute der Kreuzfahrer bericheug erner Oberlandesgerichtsrat Baring und Professor und Vereinsrecht für Elsaß=Lothringen. unter Zen K“ 12. Sept. Wie sicher verlautzt, befindet sich lagen für den Bundesrat der Antrag der elsässischen Regierung um Verschärfung des Preß= und VerSeserte, Frapn.." lande. Wahrscheinlich hat man eine womtt der ursprüngliche Zweck #. Die jungen Gäste des Kronprinzen. zig, 12. Sept. Die 100 Berliner Schüler, die als Gäste des Kronprinzen in Langfuhr weilen, begaben sich nachmittag mit der Bahn nach Marienburg, und beichtigten nach einem Marsch durch die Stadt unter fochkunerolste um 9 uche, Oedenacburg. Die Rückehr nach Donzite F Oetmals Eehwasl in Stppe. zu dinpischen Land; Sept, Lei der gestrigen Crsatwahl zum Lippisch stage in Detmold wurde Reichstagsabgeordneter Dr. Neumann=Hofer mit 1193 gegen 320 sozialdemokratische und 50 konservative Stimmen gewählt. Frankreich. Ein Gutschulbigungobesuch, dee griechischen Gesandten empfing am Donnerstagpormitog g. Romangg wescher Houuud den griechischen Gesandten Nomanes, weicher kenntnis von einem Telegramm seiner Regierung gab, wonach Griechenland zu sehr sich dessen bewas es Frankreich schuldet, um nicht alles zu G notwendig sei, um jedes Mißverständnis zwischen den beiven Ländern zu zerstreuen. Ministerpräsident Venivormitag dortbin aungbwesend war, solle am Donnerstag. rotiitlag deichin zurückkehren; man kann eine Erklärung seinerseits erwarten. Italien. o m. 19— Vom Papste. 14. Sep#. Papst Pius X. empfing gestern im dazu kamen 2200 Geistliche und der Suinzien"; Pilger. Heute wird er 4000 Mitglieder gepertns Staltene emptongen. Vom Balkan. Verhandlungen der Valkanstaaten. Konstantinopel, 12. Sept. Eine von den aus. gewanderten Muselmanen eingesetzte Kommission hat dem S#ist ein Memorandum überreicht, mit der Bitte, die ##echt der Muselmanen in Bulgarien zu wahren. Konstantinopel, 12. Sept. Reschid Bei ist aus Athen hier eingetroffen. Er hatte den türkischen Gegenvorschlag zu dem griechisch=türkischen Vertrage überreicht. In den Kreisen der Pforte wird versichert, daß eine Verständigung bevorstehe. Die Tagung des Kyffhäuser=Bundes der deutschen Landes=Kriegerverbande fand im Denkmalshotel auf dem Kyffhäuser statt. Der Bund ist in den 14 Jahren seines Bestehens von rund 21 000 Vereinen mit 1,7 Millionen Mitgliedern auf rund 32.000 Vereine mit 2,8 Millionen Mitgliedern gewachsen. Da der Präsident, Generaloberst und Generaladjutant von Lindequist, wegen seiner angegriffenen Gesundheit auf ärznichen Rat den Verhandlungen sernbleiben so führte der 2. Präsident, Generalleutnant z. D. von Winneberger, der Präsident des Bayerischen Veteranen= und Kriegerbundes, den Vorsitz. Am 2. Tage leitete der 3. Präsident des Kyffhäuser=Bundes, Geheim. Regierungsrat Westphal, die Vertreterversammlung. Geh. Regierungsrat Westphal erstattete den Geschäftsbericht des Vorstandes. Der Reichstag hat am 26. April das neue Gesetz über die Gewährung der Beihilfen an Kriegsteilnehmer angenommen. Trotzdem wird es nach wie vor eine der schönsten Aufgaben der Kriegervereine bleiben, den Helden der großen Kriege ihren Dank dadurch abzutragen, daß sie ihnen beistehen, wenn Bedürftigkeit an sie herantritt. Auch eine andere Eingabe des Kyffhäuser=Bundes zur Pflege des Schießwesens in den Kriegervereinen ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Das Kriegsministerium hat sich gern bereit erklärt, dem Umtausch der den Kriegervereinen überlassenen Gewehre 71 und 71=84 gegen Gewehr 88 näherzutreten, wenn eine für die Schießzwecke der Kriegervereine geeignete Patrone ertig ist. Der in der letzten Vertreterversammlung von der Hassia angeregte„Katechismus für den Krieger=Vereinler“ ist von dem Hauptmann d. L. a. D. Waldecker Darmstadt versaßt worden. Das Buch hat den Titel: Bürgerkunde für den deutschen Kriegervereinskameraden in Frage und Antwort erhalten; es ist den Landesverbänden zur Begutachtung zugegangen und wird demnächst herausgegeben werden. Außerdem sollen zur Ergänzung Sammlungen von Vorträgen über Bürgerkunde und solche kultur= und kriegsgeschichtlich vaterländischen Inhalts herausgegeben werden. Die Einnahmen für die Erhaltung und Schmückung der Kriegergräber sind zurückgegangen. Von den eingenommenen 10 841 Mark wurden für die Kriegergräber 8775 Mark ausgegeben. Die unlagen auf dem Kyffhäuser sind schuldenfrei. Die Kriegervereine haben sich seit mehreren Jahren der Jugendpflege, Rekrutenfürsorge und Reservistengewinnung befleißigt. Von dem Zentralblatt der deutschen Kriegerder Kyffhäuser=Korrespondenz, werden, nach dem Berichte des Revakteurs Dr. Röhrs, wöchentlich 6436 Stück verschickt, davon 3397 an Fortbildungsschulen. Auf an den Kaiser mit Erneuerung des Treugelöbnisses lief folgende Antwort ein:„Spreche dem Vertretertage des Kyffhäuser=Bundes der deutschen LandesKriegerverbände für die freundliche Begrüßung meinen Die freudige und begeisterte Teilnahme der deutschen kllegervereine an allen den vatergessiat, wesedentsetern dieses Jahres hat mir erneut #####che lebendige Erinnerung an die Heldentaten unserer Vuter in den Vereinen gepflegt wird. Mögen die erhabenen Beispiele jener großen Zeiten die alten und Jungen Kameraden immer von neuem anfeuern, ihnen n treuer Pflichterfüllung und in . und kameradschaftlicher Gesinnung nachzueifern! Wilh#lm a. Auch der Reichskanzler dankte warm. Der Unfall des Marineluftschiffes „T. 1. # Lor den vielen Beileidskundgebungen, die dem Staats Marinelutschifsen grngamtes anläßlich der Zersörung degsfiziss emztrer— 4 zugegangen sind, verdienen nach esschioser Milleilung besonders hervorgehoben zu werden die Telegramme des a la suite der Kaiserlichen Marine stehenden Herzogs der Abruzzen, sowie Telegramme des ita chen und schwedischen Marineministers und des Grafen Die englische Admiralität hat ihr Beileid durch druck büngen lassen, vei der englischen Botschaft zum Aus T Paris, 12. Sept. Präsident Poincaree hat ein Telegramm des deutschen Kaiser erhalten, in dem ihm dieser das aus Anlaß des Unterganges des Marine. uftschiffes L. 1 übersandte Beileidstelegramm ausspricht. Beileidskundgebungen. Berlin, 12. Sept. Der Präsident des Reichstags Dr. Kaempf, hat folgendes Beileidstelegramm an den Staatssekretär des Reichs=Marineamts, Exzellenz v. Tirpitz, ge richtet: Eurer Exzellenz spreche ich das schmerzlichste BeMorine Hetrasienicsfall aus, der die deutsche Eiarine belle in und bei dem so viele tapfere Offiziere und Sosdaten im Kampf gegen die Elemente den Tod in Reichstagen g=funden haben. Dr. Kaempf, Präsident der a. Kom, 12. Sept. Der König von Italien hat dem schiffes sein Belleid ausgebriüch. .. Die Bergung der Leichen. witcham=u. s, 12. Sept. Wie von zuständiger Stelle mannemge d Boots. Verumalig: Dansmer keine Leichen von den mit dem„A. 1“ Sirunglauten geborgen worden. 4 Personen durch ein Flugzeug getötet. uchenbeuren(Hunsrück), 12. Sept. Zu dem schmeren Unslück, das durch ein Flugzeug angerichtet wurde, Eils Wellit gemeldet: Als gestern morgen bei den Manö5 Ba dss#8. Armeekorps ein Fliegeroffizier mit einem Mili##Piireller aufsteigen wollte, versagte in 15 Meter Höhe die Steuerung. Der Offizier wollte zum Boden zurück; daFlugzeug in die Menschenmenge. Der Gendarm Schmidt wurde von dem Flugzeug sofort erschlagen, einer Frau und einem Knaben wurde von dem Propeller Mannen arient wie der eines anderen Infolge der Pani. Zie Hauer grlitten tödliche Verlezungen. tere 15 Pers. leicht d Lenge entstand, wurden weigeriaten...“ verletzt. vonderbarerweise ist der junger Leutnant, der in Longkamp steht, wenig beschädigt. ueug mur chur an besrh hwerverletzten ist bioher niemand gestorben, *##steht noch Ledensgefahr für den Vater des getöteten knaben Jost, der schwere Verletzungen am Unterleib erlitten hat und in seiner Wohnung unter ärztlicher Hilfe steht. Der die Untersuchung führende Kriegsgerichtsrat aus Koblenz ist dorthin zurückgekehrt und hat die Akten dem Kriegsgericht übergeben. Die Ursache des Unglücks ist wahrscheinlich in dem Versagen des Motors zu suchen. Das Unglück wäre aber lange nicht so schwer gewesen, wenn sich die Zuschauer nicht bis dicht an den herabstürzenden Apparat gedrängt hätten. Der Schachtmeister Schmidt wollte eben den Andrang des Publikums mit ausgebreiteten Armen zurauweisen, als er einen wuchtigen Schlag des Propellers erhielt, der ihm den Schädel bis zur Nasenwurzel spaltete. Viele Frauen fielen im Augenblick der Katastrophe in Ohnmacht. Aus dem amtlichen Bericht sei noch folgendes mitgeteilt: Infolge außerordentlich heftiger böiger Seitenwinde mißlang der Start des Flugzeuges. Es ging nicht hoch, sondern wurde mit dem linken Rad auf die Erde niedergedrückt. Durch diese Hemmung wurde der Apparat aus seiner ursprünglichen Richtung gerissen, machte eine scharfe Wendung und raste, auf der Erde entlang rollend, direkt in die Zuschauermenge, die hinter der durch Gendarmen gebildeten Absperrungslinie de mStart des Flugzeuges zusah. Die Wirkung war entsetzlich. Im nächsten Augenblick wälzten sich 6 Personen in ihrem Blute. Sofort tot waren der Gendarmerie=Wachtmeister Schmidt aus Blankenrath, der Landwirt Schneider aus Sohren, eine Frau Meurer aus Büchenbeuren und der Knabe Wilhelm Jost aus Hahn. Schwer verletzt sind der Vater des zuletzt genannten Knaben und ein kleiner Junge aus Sohren, dessen Name noch nicht festgestellt werden konnte. Die beiden Fliegeroffiziere kamen wie durch ein Wunder unverletzt davon. Der Apparat wurde erheblich beschädigt. Gerichtssaal. Düsseldorf, 12. Sept. Durch anonyme Anzeigen war die Kriminalpolizei verständigt worden, daß sich in einer auf der Charlottenstraße gelegenen Speisewirtschaft eine Spielhölle befinde, in der namentlich von kleinen Leuten dem Glücksspiele(„Meine Tante— deine Tante" und Mauscheln") bei hohen Einsätzen gefrönt werde. Kriminalbeamte faßten dann auch etwa 20 Personen beim Spiel ab. Wegen Duldens von Glücksspielen standen die beiden Inhaber der Wirtschaft vor der Strafkammer. Es wurde festgestellt, daß Einsätze bis zu 60 Mark gemacht wurden und daß Arbeiter ihre ganzen Wochenlöhne verspielt hatten. Die Schuldigen wurden zu je 200 Mark Geldstrafe verurteilt. Aachen, 13. Sept. Der Eisengießereibesitzer Vonderhecken, der im Juli 1912 anläßlich eines Streiks seiner Arbeiter beim Schutze von Arbeitswilligen einen unbeteiligten holländischen Arbeiter auf der Straße erschoß und zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden war, ist anläßlich des Regierungsjubiläums des Kaisers zu 3 Monaten Festungshaft begnadigt worden. Er hat sich jetzt zur Verbüßung der Strafe nach Wesel begeben. Essen, 12. Sept. Die Ferienstrafkammer verurteilte den schon 2mal wegen des gleichen Vergehens vorbestraften Anstreicher Albert Wilke wegen Wechselfälschung zu 6 Monaten Gefängnis. Dortmund, 12. Sept. Die Strafkammer verurteilte wegen Kautionsschwindels den Kaufmann Otto Oppermann und den Friseur Hugo Reinhardt von hier zu 1¼ bezw. 2 Jahren Gefängnis.— Der Bergpraktikant Willi Arent wurde von der Strafkammer wegen Betrugs zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte bei verschiedenen Leuten unter der Angabe, er werde demnächst sein Examen als Diplomingenieur in Clausthal machen, einlogiert und war dann, ohne seine Kostschuld zu bezahlen, verschwunden. Gnadengesuche der Erfurter Verurteilten. Berlin, 12. Sept. Das Militärkabinett hat im Auftrage des Kaisers die Akten über diejenigen Verurteilten des Erfurter Aufruhrprozesses eingefordert, die sich bei dem ersten Urteil des Kriegsgerichts beruhigt hatten. Wie verlautet, sind von den Familien aller Verurteilten Gnadengesuche an den Kaiser eingereicht worden. Aus Westdeutschland. Köln, 12. Sept. Die gestrige Stadtverordnetenversammlung beschloß den Bau einer Kunst=Gewerbe= und Handwerkerschule. Die Kosten betragen 1700000 Mark. Die Ausführung der Pläne wurden dem Architekten Brantchen übertragen. Die Eheleute Karl Schmidt haben der Stadt Köln 28700 Mark für Armenzwecke vermacht. Köln, 12. Sept. Die in der Bürgergesellschaft zu Köln unter dem Vorsitz des Domkapitulars Romunde abgehaltene Generalversammlung des St. EngelbertusVereins, welche von den Priestern der Erzdiözese Köln zahlreich besucht war, nahm einen schönen Verlauf. Die von dem Vorstande ausgearbeiteten neuen Statuten wurden einstimmig genehmigt. Bonn, 12. Sept. In der Buschstraße siel gestern ein verheirateter Stukkateur von einem Gerüst. Er erlitt einen Schädelbruch und starb nach 5 Minuten. Euskirchen, 12. Sept. Die gestrige Stadtverordnetenversammlung genehmigte den vom Landmesser Busenbender im Grundstückszusammenlegungsverfahren neu aufgestellten Stadtbebauungsplan. Koblenz, 12. Sept. Die 3. Generalversammlung des Vereins römisch=katholischer Küster Preußens, Sitz Düsseldorf, fand gestern hier im Görresbau statt. Ein Antrag, den dazu befähigten Küstern auch den Organistendienst zu übertragen, wurde den Diözesenvorständen zur Erledigung überwiesen. Domvikar Kutsche berichtete über die Frage der Kommunalsteuern. Kaplan Kaiser(Düsseldorf) hielt einen Vortrag über das Thema: Wie steht es mit dem Einkommen des Küsters? Kaplan Kaiser erteilte die Versammlung ein Vertrauensvotum und sprach ihm besonderen Dank aus für sein Eintreten für die Interessen der Küster. Der alte Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Als Ort der nächst. Generalversammlung wurde Münster gewählt. Altenkirchen, 12. Sept. In einem Haserfelde bei Niederhosen wurde der Maurer Giesel tot aufgefunden. Der Tote hatte eine Schußzwunde im Kopf. Es wird angenommen, daß es sich um einen Selbstmord handelt. Mayen, 12. Sept. In Ettringen hat eine Versammlung der Steinarbeiter=Berufsgruppe der in Mayen angenommenen Entschließung zugestimmt und sich einstimmig gegen den Ausstand erklärt, da für einen solchen keine stichhaltigen Gründe vorlägen. Aachen, 12. Sept. Die Stadtverordneten bewilligten 20000 A zur Beschaffung eines Zehntelgramms Mesothorium für Krebsheilung. Für die etwaigen Mehrkosten soll die öffentliche Wohltätigkeit angerufen und bis zur Erlangung des Betrages die leihweise Beschaffung dieses Heilmittels für die hies. Krankenhäuser in Frage gezogen werden. Nachen, 12. Sept. Die Bohrarbeiten auf dem Münstergelände sind jetzt wetter gefördert worden. Die Arbeiten haben sich hauptsächlich auf das Kapitelgelände im Garten südlich des Münsters beschränken müssen. Die große römische Thermenanlage, die schon im Herbst 1912 aufgedeckt war, ist in dieser Zeit weiter freigelegt worden. Dabei ist man auf ein 2. Badebassin gestoßen, das als ein Teil der großen Fundamente karolingischer und romanischer Bauanlagen anzusehen ist. Damit wäre dann der Hauptzweck der Ausgrabungen erreicht. Die Erforschung der karolingischen Pfalz, der Kaiserburg Karls des Großen und die Erforschung karolingischer Bautechnik überhaupt. Aachen, 12. Sept. Gestern vormittag fand hier in Anwesenheit des Regierungspräsidenten Dr. von Sandt und anderer Vertreter der Regierung, der Mitglieder der Stadtverwaltung, und Vertreter der Landkreise, der Hochschule und zahleicher sonstiger Geladener Gäste, die feierliche Eröffnung der städtischen Kläranlage an der Krefelderstraße statt. Sie hat eine Ausdehnung von 14 Hektar, und kostete 1½ Millionen; sie ist berechnet auf die Abwässer von 180000 Einwohnern und kann leicht auf 350000 ausgebaut werden. Mit dem Bau ist im Dezember 1910 begonnen worden. Im Anschluß an die Eröffnung der Kläranlage fand die Inbetriebsetzung der Anlagen der Müllverbrennungsanstalt in der Liebigstraße statt. Bergheim, 11. Sept. Der Kommerzienrat Fritz Langen zu Haus Tanneck bei Elsdorf hat zum Bau einer Festhalle, die auch den Zwecken der. Jugendpflege dienen soll, 30 000 M. geschenkt. Außer einem Zuschuß, der vom Staat erbeten wird, wird der Kreis Bergheim einen Betrag von 3000 M. stiften. M.=Gladbach, 12. Septbr Der Maurerpolier Wilhelm Urig geriet in der Wollindustrie=Ak=G. unter einen Baumwollballen und wurde so schwer verletzt, daß er starb. Ohligs, 12. Sept. Auf dem Bahnhof in Landwehr stürzte gestern nachmittag 6 Uhr aus einem Güterzuge der Arbeiter Bader. B. wurde überfahren und war sofort tot. Elberfeld, 12. Sept. Der 19jährige Schuhmacher Waldschmidt hat gestern abend die im selben Hause wohnende ledige Elsa Grün wegen verschmähter Liebe durch 4 Stiche in die Brust getötet. Düsseldorf, 12. Sept. Der Ausstand der hies. Dachdecker und Bauklempner mit 240 Arbeitern ist nach swöchiger Dauer durch einen neuen Tarifvertrag beendet worden. Der neue Vertrag sieht eine Erhöhung des Stundenlohnes von 65 auf 70 Pfennig vor. Wesel, 12. Sept. Der Mörder des Schutzmanns Nolle ist bisher trotz der von Staatsanwaltschaft und Behörde auf seinen Kopf gesetzten Belohnung von 2000 M. nicht ermittelt worden. Allerdings sind eine ganze Reihe von Personen verhaftet worden. Jetzt sind in Saarbrücken 2 Bergleute verhaftet, die der Tat dringend verdächtig sind, da sie in ähnlicher Weise in die Wohnung des Bürgermeisters von Trier eingebrochen sein sollen und man an ihren Kleidern Blutspuren fand Duisburg, 12. Sept. Auf der Niederheinischen Hütte stürzte gestern morgen der Elektromonteur Gustav Leister von einem Laufkran. Er zog sich einen Schädelbruch zu und starb mittags im Krankenhause. — Der Leichenfund im Duisburger Walde hat seine Aufklärung gefunden. Der Tote, der bereits 2 Monate in dem Dickicht gelegen hatte, hielt in der Hand noch einen geladenen Revolver. Er hatte sich selbst eine Kugel in die Brust geschossen. Um nicht erkannt zu werden, hatte der Selbstmördet sich vorher seiner Kleider entledigt. Meiderich, 12. Sept. Auf der Hütte Phönix geriet gestern morgen der Rangierer Karl Artmann unter eine umstürzende Lokomotive und wurde getötet.— Die 21jährige Ehefrau des Schiffers Noles stürzte beim Aufhängen der Wäsche vom Kahn„Robinson“ in den Hafenkanal und ertrank. Hamborn, 12. Sept. Als der Bahnwänter Dietrich Wellmann gestern morgen schlaftrunken aus seiner Bahnwärterbude trat, lief er gegen eine Lokomotive, die ihm beide Beine vom Rumpfe trennte. — Siies, 11. Sept. Gestern abend 10 Uhr wurde vor der Eitgüterabfertigung des Hauptbahnhofs der Arbeiter Karl Klinkenberg schwer verletzt aufgefunden. Ob er dort von dem Geländer gestürzt ist oder ob ein Verbrechen vorliegt, muß die Untersuchung ergeben. Dortmand, 12. Sept. Vergangene Nacht hat sich der Bergmann Teuchert im Kaiser=Wilhelm=Hain erhängt, nachdem er sich vorher die Pulsadern durchschnitten hatte. Werl, 12. Sept. Gestern stieg Se. Emminenz der Kardinal Netto, von Paderborn kommend, hier ab zum Besuche der hiesigen Wallfahrtsstätte. Unter feierlichem Geläute wurde er 10,30 Uhr am Portale der Wallfahrtskirche vom Convente der Franziskaner empfangen. Nach kurzer Andacht vor dem Gnadenbilde erteilte Ge. Emminenz der dichtgedrängten Menge den Segen. Kardinal Netto ist geboren am 8. Febr. 1844 zu Lagos in der Provinz Algarve. Bald nach seinem Eintritte in den Franziskanerorden zu Torres=Vedras, nahm er das Missionskreuz und zog in die Negermission nach Westafrika. Am 22. Nov. 1880 wurde er zum Missionsbischof von Angola konsekriert. Dann wurde er im Jahr 1882 zum Patriarchen von Lissabon ernannt. Erst 42 Jahre alt, trat er somit in das Kardinalskollegium. Als Patriarch genoß er die höchste Verehrung. Zum angestammten Königshause stand er in unverbrüchlicher Treue. Wegen dieser Gesinnung wurde er das Opfer der revolutionären Umtriebe. 1907 resignierte er und zog sich in das spanische Franziskanerkloster zu Vigo zurück. Des Exkönigs Manuel sehnlichster Wunsch war es, von Se. Emminenz in Sigmaringen getraut zu werden. Hatte doch Kardinal Netto seine Kgl. Hoheit getauft, zur 1. hl. Kommunion geführt und gefirmt. Noch in Sigmaringen nannte Exkönig Manuel Se. Emminenz„den Besten seiner Freunde.“ Lüdenschei d, 12. Sept. Im städtischen Waisenhause ist vom Sauerländischen Gebirgsverein eine Herberge für weibliche Jugendliche eingerichtet worden. Die Herberge ist mit 35 Betten u. mit Baderaum ausgestattet. Olpe, 12. Sept. Der Gasthof„Zum Schwanen“ ist gestern abend abgebrannt. 2 Feuerwehrleute erlitten schwere Brandwunden und konnten nur mit Mühe den Weg ins Freie zurückgewinnen. Gesecke, 12. Sept. Hier wurde gestern mittag der Schneider Müller von einem Lastautomobil gegen eine Wand gedrückt und totgequetscht. Soest, 12. Sept. Das 1500 Morgen große Rittergut Bockum, dem Grafen von Wedel=Potsdam gehörend, das Stammschloß derer von Bockum=Dolffs, ist an den Großindustriellen Hugo Stinnes=Essen verkauft worden. Oelde, 12. Sept. Sein 50jähriges JustizdienstJubiläum feierte hier Justizrat Middendorst Münster, 12. Sept. In Billerbeck erschlug der Sohn eines Kleinbauern in der Notwehr den eigenen Vater, der betrunken war. Der Täter wurde zuerst verhaftet, dann aber wieder freigelassen. Gütersloh, 12. Sept. In Avenwedde wollte der 75 Jahre alte Landwirt Rievenherm 2 zusammengekoppelte scheu gewordene Kühe aushalten. Der alte Mann konnte die Tiere aber nicht meistern, wurde mitgerissen und zu Tode geschleift. Bocholt, 12. Sept. Gestern hat sich der Arbeiter A. Kampshoff mit Lysol vergiftet. K., der arbeitslos und schwermütig war, starb kurz darauf. Recklinghausen, 12. Sept. In der vergangenen Nacht kam es in einer Wirtschaft auf der Brandstraße zwischen zahlreichen jungen Burschen zu einer furchtbaren Schlägerei, die sich bis auf den Herzogswall fortpflanzte. 4 Personen wurden schwer verletzt; das Wirtschaftslokal bildete einen wüsten Trümmerhaufen. Die Haupttäter sitzen bereits hinter Schloß und Riegel. T Mainz, 12. Sept. Auf der Rückkehr vom Fischfang hatte der Floßmeister Georg Jakob Wagner aus Mainz seinen Nachen an den Kahn eines flußaufwärts fahrenden Schleppzuges gehängt. In seiner Begleitung befanden sich sein 12jähriger Sohn Matthäus, ein anderer Knabe namens Drexler und der Flößer Kerz. Bei der Mainzer Straßenbrücke wollten sie anlegen, wurden aber vom Drahtseil eines Kahnes umgeworfen und alle 4 stürzten ins Wasser. Kerz rettete sich durch Schwimmen. Wagner rettete die 2 Knaben, versank dann aber in den Fluten. Er hinterläßt eine Frau und 2 Kinder. T Kassel, 12. Sept. Der 2. Direktor der hiesigen Sanitätsmolkerei, Brensler, wurde wegen Bilanzfälschung und Unterschlagung verhaftet. Kronberg i. Taunus, 11. Sept. Der König der Hellenen ist mit dem Kronprinz von Griechenland und dem Adjutanten Kapitän Levids heute nachmittag um 1 Uhr 46 Minuten von Frankfurt kommend auf Schloß Friedrichs. hof eingetroffen. Diez a. d. L., 11. Sept. Das Automobil des Fabrikanten Stamm aus Köln rannte bei Görgeshausen in den Straßengraben und überschlug sich. Die Insassen, Herr und Frau Stamm und 3 Kinder, wurden herausgeschleudert, wobei eins der Kinder eine schwere Verletzung erlitt. Der Chauffeur kam unter den Wagen zu liegen und wurde aus seiner unglücklichen Lage befreit. Er scheint lebensgefährliche Verletzungen erlitten zu haben. Das Automobil wurde zertrümmert. aller Welt. Ermittelte Mörder. Hamburg, 12. Sept. Als Mörder der erschossenen und beraubten Frau des Gemüsehändlers Eggers in Moorfleth sind gestern früh der Sohn und die Frau des im benachbarten Hause wohnenden Schlächters Albert mit Hilfe eines Polizeihundes verhaftet worden. Zwei deutsche Matrosen geflohen. Wilhelmshaven, 12. Sept. Von der Besatzung des Kriegsschiffes„Friedrich der Große“ sind seit einigen Tagen die beiden Matrosen Hermann Stammwedel und Bruno Wehner, beide aus Wilhelmshaven, flüchtig geworden. Beide standen in dringendem Verdacht, einen Zünder und andere Geschützteile gestohlen zu haben. Der 6. deutsche Anwaltstag. Breslau, 12. Sept. Der 6. deutsche Anwaltstag wurde gestern vormittag in Breslau mit einer Versammlung der Vertreter der deutschen Anwaltsvereine eröffnet. Insbesondere wird sich der Anwaltstag mit der Ueberfüllung des Anwaltsstandes beschäftigen. Es existieren in Deutsch land heute 14894 Anwälte, fast 4000 mehr als 1907! Seit dieser Zeit hat auch die Zahl der Orte ohne Anwälte um 321 abgenommen! Auf dem Felbberg. Karksruhe, 12. Sept. Der Flieger Faller aus Schönau=Wiesenthal stieg gestern morgen 6 Uhr in Freiburg zum Flug auf den Feldberg auf, wo er zwischen Seebuck und dem Feldberghotel in etwa 1400 Meter Höhe gegen 6,45 Uhr glücklich landete. T Karlsruhe, 12. Sept. Der Flieger Faller hat bei seinem Fluge auf den Feldberg die Briefpost von Mülhausen und Freiburg mit Genehmigung der Oberpostdirektion mitgenommen. Die Cholera in Oesterreich=Ungarn. Wien, 12. Sept. In der galizischen Gemeinde Wyzlow ist ein Cholerafall mit tödlichem Ausgange vorgekommen. Die Erkrankung ist aus dem ungarischen Grenzkomitat Bereg eingeschleppt worden.: pest, 12. Sept. Bei den hier erkrankten 7 Personen ist Cholera asiatica festgestellt worden. Eine der erkrankten Personen ist bereits gestorben. Den Kopf abgeschlagen. T Bern, 12. Sept. Bei der Furka=Straße(Kanton Wallis) wurde die Leiche eines Touristen, dem der Kopf abgeschlagen war, gefunden. Die blutbedeckte Waffe lag noch neben dem Opfer. Es handelt sich allem Anschein nach um etnen Raubmord. Der Ermordete scheint ein Engländer 800 000 Kronen unterschlagen. X Malmö(Schweden), 12. Sept. Wegen Unterschlagung von 800000 Kronen ist der Bureauchef Ekelund von der Staffantorp=Zuckerfabrik in Schonen verhaftet worden. Er stand seit 22 Jahren im Dienste der Zuckerfabrik und genoß das vollste Vertrauen. Das Geld hat er bei Börsenspekulationen verloren. Flüge des deutschen Fliegers Friedrich. T Issy les Moulineaux„12. Sept. Der deutsche Flieger Friedrich ist gestern nachmittag zweimal aufgestiegen, um Flüge über Paris auszuführen. Beim zweiten Male, um 6 Uhr abends, umkreiste er den Eifelturm. „.. Ausschreitungen gegen kath. Turner. x pisa, 12. Sept. Gestern abend traf hier der Sonder. zug mit den von Rom heimkehrenden Teilnehmern des katholischen Turnertages mit zertrümmerten Fensterscheiben ein, 21 Turner wurden verletzt. e Fliegerabsturz, r petersvucg, 12. Sept. Bei einem Fluge von Krasnoje Sselo nach Petersburg ist der Flieger Avinas abgestürzt. Nach einer Stunde erlag er seinen Verletzungen. Die Cholera. Bukarest, 12. Sept. Der Cholerastand ist seit dem Ausbruch der Epidemie folgender: 1555 Kranke, 661 Todesfälle, 159 Erkrankte sind genesen. Auf die Gesamtzahl der Todesfälle entfallen 79 Militärpersonen. Die Moldau ist cholerafrei. In Bukarest hat sich kein neuer Fall ereignet. Explosion auf einem Torpedoboot. Newyork, 12. Sept. Auf dem amerikanischen Torpedoboot„Craven“ platzte ein Kessel. 2 Mann wurden getötet und 3 verwundet. Synagogen-Gemeinde Wattenscheid. Freitag, den 12. Sept. er., abends 6,15 Uhr. Samstag, d. 13. Sept. er., morgens 8,30 Uhr, abends 7,30 Uhr. Zugelaufen ist in Höntrop ein Dobermannhund mit gelben Beinen und weißen Füßen. Eigentumsansprüche sind im hiesigen Amtshause, Zimmer 1, geltend zu machen. Wattenscheid, 10. Sept. 1913. Der Amtmann. In Vertretung, Der Beigeordnete: Heinr. Östermann gnt. Klettmann. anntmachung. Die Lieferung der Lebensmittel und Gebrauchszegenstände des städtischen Versorgungshauses für die Zeit vom 1. Oktober 1913 bis 31. März 1914 soll vergeben werden. Schriftliche Angebote sind bis zum 35. Septh. 1913 dem Bürgermeisteramt einzureichen. Angebotsformulare für Kolonial= und Fleischwaren sind im Zimmer 27 des Rathauses kostenfrei zu haben. Wattenscheid, den 11. September 1913. Der Bürgermeister. Wibberding. Deutscher K.-V. Kaiser Wilhelm Wattenscheid. Vereinslokal Georg Koch. Am Sonntag, den 14. d. Mts., nachmittag 3.30 Uhr beginnend, findet auf dem Schießstande ein Vereins=Preisschießen statt. Vor demselben 3 Uhr Vorstandssitzung und nach dem Preisschießen monatliche Versammlung eben daselbst. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen erwaitet Der Vorstand. Unlonerhsch Vereinslokal: H. Voor tmann (jägerhof.) Sonntag, den 14. Sept. 1913. nachmittags 6 Uhr Versammlung. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. ∆ Preldlinge Feuerwehr KA Wattenscheid. Am „Zugelaufen ist im hiesigen Stadtbezirk ein Hund; art deutscher Schäferhund, Rüde, dunkelgrau. 55 crn hoch. Der Eigentümer des Hundes kann sich im hiesigen Rathause, Zimmer Nr. 2, bis Donnerstag, den 18. Septbr. er. melden, andernfalls der Hund am Freitag, den 19. Septhr er. an genannter Stelle öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert wird. Wattenscheid, den 11. September 1813. Die Stadt=Polizei=Verwaltung: Der Bürgermeister Wibberding. Volksbucherei. Die Gemeinde Höntrop hat in dem an der Heinrichstraße 7 in Höntrop belegenen Gemeindehause eine Volksbücherei eingerichtet, die den Eingesessenen der Gemeinde Höntrop zur Benutzung bestens empfohlen wird. Die Eröffnung der Bücherei findet am „Sogntag, den 21. d. Mts., vormittags 11 Uhr start. Die Ausgabe der Bücher findet an jedem Sonntage vormittags von 11—12 Uhr statt. Eine Lesegebühr wird nicht erhoben. Wattenscheid, den 11. September 1913. Der Amtmann. I. V. Der Beigeordnete: Heinrich Ostermann gt. Klettmann. Trigonometrische Punkte. Die trigonometrischen Punkte der Landesaufnahme bilden die Grundlage der allgemeinen Landesvermessung, ihre Erhaltung ist daher von besonderem öffentlichen Interesse. Sicherung des den trigonometrischen Punkt kennzeichneuden Marksteines ist seitens des Staates eine kreisförmige Bodenfläche von zwei Quadratmeter Flächeninhalt, deren Umfangslinie nach allen Richtungen hin 79 Zentimeter vom Mittelpunkte des Marksteines entfernt ist, erworben worden. Bei der Beackerung usw. des angrenzenden, im Eigentum des betreffenden Grundeigentümers befindlichen Bodens darf die Umfangslinie dieser kreisförmigen Bodenfläche vom Pfluge nicht berührt werden. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen werden nach§ 370 R.=St.=G.=B. mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft. Die Beschädigung, Verrückung und Entfernung der Marksteine und der etwa darüber befindlichen Holzgerüste fällt unter§ 304 R.=St.= G.=B. und wird mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark oder mit Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft, außerdem trifft den Schuldigen die volle Ersatzpflicht des angerichteten Schadens. Die Orts= und Polizeibehörden, sowie das Feld= und Forstschutzpersonal sind angewiesen, die Marksteine und deren Schutzflächen zu überwachen und etwaige Zuwiderhandlungen gegen die obigen Bestimmungen sofort zur Anzeige zu bringen. Die Herren Lehrer werden ersucht, die Schulkinder auf die Bedeutung der Marksteine und auf die Folgen einer Beschädigung derselben hinzuweisen. Wattenscheid den 10. September 1913. s½ Der Amtmann. I. V.: Der Beigeordnete: Heinrich Ostermann gt. Klettmann. 103, Lat dem Allmächtigen hat es geiallen, heure vormitag die ehrwürdige Oberin unseres St. Marien-Hospitals, die Senwester Zuliha Josefine geb. Balkenhol aus der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern des hl. Vinzenz von Paul in Paderborn im Alter von 47 Jahren nach wiederholtem Empfang der hl. Sterbesakramente zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Mit ihr ist eine treue Schwester nach dem Herzen Gottes dahingegangen. Ueber 12 Jahre leitete sie unser Krankenhaus zum größten Segen der Pfarre, insbesondere der Kranken und Armen, die in ihr eine stets liebevolle Helferin und Beraterin fanden. Mit uns betrauern sie aufrichtig und tief die Schwestern und die Angestellten des St. Marien-Hospitals, denen sie immer ein Vorbild treuester Pflichterfüllung war. Ihr Andenken wird daher bei allen, die sie kannten, stets in Ehren bleiben, und wir dürfen zu Gott hoffen, daß er ihr selbstloses, unermüdliches Wirken mit ewigen Gütern belohnen wird. Wattenscheid, den 11. September 1913. Das Kuratorium des St. Marien-Hospitals Hausmann, Domkapitular. Die Beerdigung findet statt am Sonntag, den 14. Sept., nachmittags 3.30 Uhr vom St. Marien-Hospital aus. Die kath. Vereine werden freundlichst gebeten, mit ihren Fahnen an dem Begräbnis teilzunehmen. Soeben neu erschienen: 5 Sonntag, den 14. Sept. er., nachmittags 2,45 Uhr Antreten am Vereinslokal Ahlmann, zur Teilnahme an dem Kreisverbandsfest in Höntrop. Abmarsch punkt 3 Uhr. Paradeanzug. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Branddirektor. Deuische Sier Turnerschaft Turnverein Wattenscheid. Samstag, den 13. Sept.er., punkt 8.30 Uhr Im Vereinslokal Georg Koch Ver Sammiung. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. jeden Mittwoch abend 8,30 Uhr Turnen der Altereriege. Täglich frische Kaurhechten werden in allen Farben, voll, gerüffig und seidenweich, je nach Qualität und Preislage mit und ohne Kordel angefertigt. Auch werden Flechten von ausgekämmten Haaren voll und gerüffig angefertigt. Nur reelle und fachmännische Bedienung. Peter Bleser, Friseur und Perückenmachermeister, Wattenscheid, Weststr. 20. 187 vereinigten Haus= und Grundbesitzer=Vereine von Stadt und Amt Wattenscheid für und Mieter mit Quittungen für viele Jahre, Kündigungsformular und Räumungsklage, nebst einer allgemeinen Hausordnung, wie sie im Interesse der Mieter und Vermieter liegt. Zu haben im Verlag von Carl Busch, Wattenscheid und durch die Boten der Wattenscheider Zeitung. Preis: 1 Stück 10 Pfg., 6 Stück 50 Pfg., 12 Stück 1.00 Mk. 100 Stück 6 Mark. Freunde und Gönner des Gesanges lade ich hiermit am Sonntag, den 14. d. nachmittags 5 Uhr zu einer um den bisherigen Gesangverein wieder aufleben zu lassen Wirt Güttmann, Fröhliche Morgensonne. Ein gutes umständehalber sofort zu verkaufen. Johannesstraße 10. Vone Lorichen und uner getmäßen Bedingungen erhältlich. Vermittlung wird honoriert. Anfr. u K. R. 9678 an Rudolf Mosse Köln erb. Ei: Ine zu verkaufen Westenfeld, Hauptstraße 48. 2 schön empfiehlt Hestaurant Schlenkhost. Hiermit nehme ich das im März d. J. von mir verbreitete Gerücht zurück: Der zwischen Herrn Gemüsc= händler Heinrich Schneider und mir schwebende Prozeß sei auf Bitten des Herrn Schnelder durch Vergleich erledigt worden, als unwahr zurück Nicht Herr Schneider, sondern ich selbst habe die Veranlassung dazu gegeben. Gleichzeitig warne ich einen jeden, frugl. von mir durchgehende Gerücht, weiter zu verbreiten. Wattenscheid, den 9. Sept. 1913. Felix Krause, Genüsgchindler. . Fse Zadchlekal gegen hohe Miete an der Hochstraße gesucht. Offerten unter Nr. 5203 an die Expedition dieser Zeitung. Remper'S Ballien Wrister Salen Freiheitstraße 12. direkt neben dem Rathaus. Hochmoderne Frisuren. Prachtsclle Zöpie von 2 Mark an. Rotgewordene Zöpfe werden wie neu aufgefärbt. Ordentiches Halblagsmadchen sucht Frau N. Röttgen, Hüllerstraße 1. Selbständiges, braves, kathol. Mädchen ggefucht. Nordstraße 56. isch Vor. Zimmer mit oder ohne Pension sofort oder später zu vermieten. 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Amtliches Blatt aller Behörden weziell für die Orte Wattenscheid, Gelsenkirchen=Aeckendorf, Leithe, Günnigfeld, Hordel, (Neueste Nachrichten.) in Stadt und Amt Wattenscheid, Sevinghausen, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheid, Eiberg, Freisenbruch u. a. : Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet 1##########4//=3S] Anzeigen pro Nonpareilezeile oder deren Raum 15 Pfg., auswärts : inll. Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet i K½/69-17 929/S] 20 Pfg., Reklamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Terminz 2.20 Mt., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche:##### I zusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach : Gratis-Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig). 5 Erhalt der Rechnung.: Die Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung" erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Mk. Unfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungen Telegr.=Adr.: Zeitung. Telefon 181. Rotationsdruck und Verlag Carl Busch, verantw. Redakteur Bernhard Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln 8566. Jahresbericht des Bergbau=Vereins Esen füir 1912. Das reichhaltige Zahlenmaterial des soeben erschienenen statistischen Teils des Jahresberichts des Vereins für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund zu Essen für das Jahr 1912 bietet außer näheren Angaben über das letzte Jahr wieder ein Bild der Entwicklung unseres Bergbaues und des Bergbaues der übrigen wichtigeren Länder der Welt. Aus der großen Fülle der interessanten Zusammenstellungen seien folgende Angaben wiedergegeben: Die Kohlengewinnung der Welt wird für das letzte Jahr auf 1245 Mill. To. geschätzt und hat danach die Förderung von 1911 um 61 Mill. To. übertroffen. Die Hauptgewinnungsländer waren an der Weltförderung folgendermaßen beteiligt: Ver. Staaten von Amerika mit 39 Proz., Großbritannien und Deutschland mit je 21 Proz.; auf diese 3 Staaten zusammen entfielen über 80 Proz. der Kohlenförderung der Welt. Die Koksherstellung der Welt hat in 1912 107 Mill. To. betragen gegen 94 Mill. To. im Jahre vorher. Die Ver. Staaten von Amerika waren an dieser Produktion mit 40 Mill. To., Deutschland mit 29 Mill. To. beteiligt. Die Steinkohlengewinnung Deutschlands, zu der Preußen über 94,5 Proz. beitrug, stellte sich im letzten Jahr auf 177 Mill. To. gegen 160 drei Viertel Mill. To. im Vorjahr. Außer dem Oberbergamtsbezirk Clausthal, der gegen 1911 eine unbedeutende Abnahme der Förderung zu verzeichnen hat, sind alle Bezirke an der Zunahme beteiligt. Der Anteil des Ruhrkohlenbeckens(d. i. Oberbergamtsbezirk Dortmund zuzüglich der im niederrheinisch=westfälischen Bergbaubezirk gelegenen linksrheinischen Zechen) an der Kohlengewinnung Preußens stellte sich auf 61,60 Proz.; der Anteil der im RheinischWestfälischen Kohlensyndikat vereinigten Zechen machte 91 Proz. der Förderung des Ruhrbeckens aus, gegen um 3,7 Mill. To. auf. Der Dortmunder Bezirk war bei einer Steigerung seiner Produktion um rund 3,3 Mill. To. mit 22,1 Mill. To. an dem Gesamtergebnis beteiligt. An Briketts wurden in Deutschland 5 Mill. To. aus Steinkohle und 19,1 Mill. To. aus Braunkohle gewonnen. Auf den Oberbergamtsbezirk Dortmund, der nur Steinkohlenbriketts liefert, entfielen 4,5 Mill. To. Der Wert der gesamten deutschen Bergwerksproduktion stieg in 1911(für 1912 liegen die Angaben noch nicht vor) von 2009 Mill. auf 2086 Mill. Mk.; davon entfielen auf Steinkohle 1573 Mill., auf Braunkohle 183 Mill. und auf Eisenerz 115 Mill. Mark. Diese drei Mineralien zusammen waren an dem Gesamtwert mit 89,75 Prozent beteiligt. Die schlesischen Bezirk 3653, Proz. der Geas. Der Anteil des Saarbezirks be7,35 auf 9 Proz. gestiegen 24,82, auf den niederschlesi santförderung Preußens. lief sich im Berichtsjahr auf 7,45 Proz. Die Braunkohlengewinnung Deutschlands ist in 1912 um 11,6 Proz. auf 82,3 Mill. To. gestiegen. Preußen war an dieser Förderung mit 82,3 Proz. beteiligt, das Königreich Sachsen mit 6,5 Proz., Sachsen=Altenburg mit 5 und Braunschweig mit 2,1 Proz. Die Koksherstellung des Deutschen Reiches(29,1 Mill. To.) weist gegen 1911 eine Zunahme Zahl der in der deutsch. Bergwerksindustrie beschäftigten Personen stieg von 810 832 in 1910 auf 821 381 in 1911, von denen 628 307 im Steinkohlenbergbau und 72567 im Braunkohlenbergbau beschäftigt waren. An Eisenerz wurden im letzten Jahr u. a. gewonnen: 56 Mill. To. in den Ver. Staaten von Amerika, 18 drei Viertel Mill. To. in Frankreich und über 7 Mill. To. in Schweden. Für Deutschland stehen die Angaben noch aus. Die Roheisenerzeugung der Welt(75 Mill. To.), zeigt gegen 1911 eine Zunahme um 10 Mill. To. Die Ver. Staaten waren an der Weltproduktion mit 30 Mill., Deutschland mit 17,9 Mill. beteiligt. Für Großbritannien, das im Jahre 1911 eine Roheisengewinnung von 9,7 Mill. To. aufzuweisen hatte, liegen die Angaben für 1912 noch nicht vor. Die Stahl industrie zeigt in den einzelnen Staaten im allgemeinen eine Aufwärtsbewegung. In den Ver. Staaten wurden 32 Mill. To., im Deutschen Zollgebiet 17 Mill. To. hergestellt. In weitem Abstand folgt mit 4,4 Mill. To. Frankreich. Die Produktion der Welt schätzt der Verein für 1912 auf 72 Mill. To. Die Petroleumgewinnung stieg in den Ver. Staaten, dem Hauptgewinnungsland, von 29 Mill. auf 30 Mill. To.; dann folgt Rußland, das mit 9,2 Mill. To. eine Zunahme um 17·000 To. aufzuweisen hat. Die Gewinnung aller übrigen in Frage kommenden Länder verzeichnet wesentlich geringere Ergebnisse(z. B. Rumänien 1,8 Mill., Niederl. Indien 1,5 Mill., und Galizien 1,1 Mill. To.). Eine ganz außerordentliche Zunahme weist Mexiko auf, dessen Gewinnung von 1,6 Mill. auf 2,2 Mill. To. stieg. In einem weitern Abschnitt wird ausführlich über den Kohlenabsatz des Ruhrbezirks, der überwiegend durch das Rheinisch=Westfälische Kohlensyndikat erfolgt, berichtet. Von den durch das Snndikat ins Ausland versandten 21,3 Mill. To.(Koks und Briketts auf Kohle zurückgerechnet) wurden 6,3 Mill. To. oder 29,67 Proz. der Gesamtmenge nach Holland ausgeführt. Die nächstwichtigen ausländischen Absatzgebiete für die Ruhrkohle sind Frankreich und Belgien, die im letzten Jahre 5,4 Mill. To.(25,23 Proz. des gesamten Auslandsabsatzes) und 4,8 Mill. To.(22,43 Proz.) bezogen haben. Auch über den Kohlenverbrauch in den hauptsächlichsten Ländern macht der Bericht Angaben. Den größ. ten absoluten Verbrauch an Steinkohlen zeigen im letzten Jahre die Ver. Staaten mit 467 Mill. To., dann folgen Großbritannien mit 178 Mill. To. und Deutschland mit 148 Mill. To. Der Kohlenverbrauch auf den Kopf der Bevölkerung stieg in Amerika von 4,61 To. in 1911 auf 4.89 Tonnen. Am nächsten kommt ihm Großbritannien mit 3,93 To.; Deutschland hat einen Kopfanteil von 2,23 To. (2,10 To. im Vorjahr). In Zusammenstellungen über den Kohlenverkehr in Hamburg, Bremen und Berlin gibt der Bericht ein interessantes Bild über den Wettbewerb fremder und einheimischer Kohle auf dem innern Markt. Nach Hamburg gelangten(einschl. der nach Eröffnung des Harburger Seehafens dorthin versandten Mengen(8,8 Mill. To., von denen 38,3 Proz. auf rheinisch=westfälische, die restlichen 61,7 Proz. auf englische Kohle entfallen. Im Jahre 1911 war das entsprechende Verhältnis 40,6 und 59,4 Proz. Auf den Bremer Kohlenmarkt gelangten im Berichtsjahr 1,53 Mill. To. Kohle(gegen 1.35 Mill. To. in 1911), denen eine Ausfuhr von 754·000(675 000) To. gegenübersteht. Der Kohlenverbrauch Groß=Berlins stieg von 5,72 Mill. To. in 1911 auf 7,01 Mill. To. im Berichtsjahr; von diesen stammten u. a. 20,4 Proz. aus Großbritannien, 48,5 Proz. entfielen auf deutsche Steinkohle; die deutsche Braunkohle war mit 31,2 Proz. an dem Berliner Verbrauch beteiligt. Nachdem in einem weitern Kapitel über die Kohlen= und Eisenpreise an den hauptsächlichsten deutschen Plätzen berichtet worden ist, macht der Bericht eingehende Angaben über den deutschen auswärtigen Handel in mineralischen Brennstoffen. Die Einfuhr von Steinkohle, die 1911 10,9 Mill. To. betrug, ging im letzten Jahre auf 10,4 Mill. To. zurück. An der Einfuhr war Großbritannien mit 9 Mill. To. beteiligt; von dem Rest entfielen 0,48 Mill. To. auf Oesterreich und 0,38 Millionen To. auf Belgien. Die Ausfuhr von Steinkohle(ohne Koks und Briketts) ist um 3,7 Mill. To. auf 31,1 Mill. To. gestiegen. Zum größten Teil richtete sich die deutsche Steinkohlenausfuhr nach Oesterreich= Ungarn, wohin im Berichtsjahr 11 Mill. To. geliefert wurden. Die nächstgroßen Bezieher sind die Niederlande(6,5 Mill. To.), Belgien(5,4 Mill.), Frankreich(3,1 Mill.), die Schweiz und das europäische Rußland(je 1,5 Mill. To.). Der Ueberschuß der Steinkohlenausfuhr über die einfuhr Ww ut an Verung Rittergut Tressin Roman von Robert Misch. 30(Nachdruck verboten.) „Sie irren sich vollkommen... Ich werde auch nicht nach Follenhagen gehen... Ich will ganz fort aus dieser Gegend." „Aber warum denn, um Gottes willen? Wollen Sie sich selbständig machen?“ „Auch nicht!— Ich kann und darf es Ihnen nicht sagen, Herr Okonomierat. Aber es muß sein; es ist wirklich so am besten.“ Der Alte blickte ihn verständnislos an. Was nicht sein Gut oder Geldgeschäfte betraf, darin war er nicht gerade scharffinnig. Er zerbrach sich den Schädel, was den verrückten Menschen denn forttreiben könne. Natürlich log er ihn an. Er hatte irgendwo etwas Besseres in Aussicht und benutzte die gute Gelegenheit, um sich aus dem Staube zu machen. Aber plötzlich kam ihm eine Idee. Er blinzelte den Inspektor lächelnd an. „Hehe, mein Lieber... jetzt weiß ich!... Die Fransosen sagen: ou est la femme?— Sie haben einfach krgendwo was Liebes sitzen.“ Platen zuckte schweigend die Achseln. „Das ist mein Geheimnis.“ Na also, das scheint es jg zu sein, dachte der Alte; und plötzlich kam ihm wieder eine Idee. Maltenitz hatte jahrelang einen verheirateten Inspektor gehabt, der schließlich gestorben war. So einer war seßhaft. Und da es mit seinem Sohne nichts war, er immer älter wurde, die Arbeiten und Geschäfte immer größer, Platen aber wirklich ungewöhnlich tüchtig war, so konnte man den Inspektor vielleicht auf diese Weise dauernd fesseln. nu hören Sie mal zu, lieber Platen! Ein Vorhlag ar Güte! Mir ist da unter der Hand Beulwitz billig ngeboten worden... Graf Lettenbach braucht Geld... wahrscheinlich hat sein Altester bei den Gardebusaren Epielschulden gemacht... Heiraten Sie Ihre Bemt... Ich setze Sie dann auf Benlwitz hin... Frau— hoffentlich ist sie vom Lande— übernimmt die Milchwirtschaft und das Geflügel... ich bezahle Sie glänzend... Was meinen Sie zu der Idee?“ Platen schaute ihn groß an. Nun war er so deutlich geworden, und der Alte verstand ihn noch immer nicht. So mußte er ihn denn mit der Nase darauf stoßen. „Sie sind sehr gütig, Herr Okonomierat... Aber Sie irren sich— ich habe keine Braut irgendwo sitzen.“ „Aber ein Frauenzimmer steckt doch dahinter?" Platen tat sehr verlegen, dann sagte er leise: „Das will ich nicht leugnen. Aber gerade deshalb...“ „Das verstehe ich nicht! Oder, Herr... in drei Teufelsnamen— Sie... na, nu wird's Tag... Sie haben sich doch nicht etwa in— in meine Tochter—?“ „Herr Okonomierat, das... das ist mein Geheimnis!“ Die Phrase erschien ihm sehr passend, darum wiederholte er sie zum zweitenmal. Der Alte sprang wütend auf. Solche Frechheit! Das war doch stark! ###ich was— Ihr Geheimnis! Sie sind verrückt. Sie haben sich doch nicht etwa unterstanden, meiner Tochter zu sagen—? „Herr Okonomierat“, sagte Platen feierlich und blickte ihn dabei so offen und treuherzig an, als sei kein Falsch in ihm—„ich weiß, daß ich ein armer Teufel bin... d. h. einiges Vermögen habe ich ja... Aber wie würde ich mich unterstehen... Ich hätte dies Geheimnis still in mir vergraben, wäre still und ruhig meines Weges gegangen... Sie haben mich gezwungen, Ihnen— Ich bitte, sagen Sie kein Wort des Vorwurfs! Das verdiene ich nicht. Was kann der Mensch für die Liebe!— Ich werde gehen und damit ist die Sache abgetan, tot und begraben. Ihre Tochter wird nie erfahren—“ „Der Okonomierat sank beruhigt auf seinen Stuhl zurück. Dann paffte er nachdenklich und schweigsam vor sich hin. Eine ganz verfluchte Geschichte! Schon einmal hatte er einen Inspektor deshalb fortschicken müssen. „Gut, gut!... Ihre Gefühle gehen mich natürlich gar nichts an... da haben Sie recht!— Und Sie scheinen sich ja auch ganz vernünftig benommen zu haben... Nu will ich Ihnen mal was sagen... Haben Sie so lange ausgehalten, dann können Sie auch noch ein paar Tage oder Wochen hierbleiben, bis der Winter kommt, oder ich nen neuen Inspektor habe. Natürlich werde ich Sie dann nicht länger behalten... Aber das bitte ich mir aus... merken darf meine Tochter nichts. Sie können gehen, sobald ich Sie entbehren kann. Und jetzt reiten Sie, bitte, nach dem Vorwerk hinaus!“... Er gab ihm seine Aufträge, als ob nichts geschehen sei. Platen zog sich etwas verwirrt zurück. Hatte er nun klug oder dumm gehandelt? Er wußte es selbst nicht. Vom Schwager aus Berlin war die erwartete Antwort eingetroffen. Er sei mit seiner Frau ernstlich zu Rate gegangen, was in diesem Falle zu tun sei, ob er in die väterliche Gewalt eingreifen dürfe. Aber Fritz sei kein Knabe mehr und fest entschlossen, nicht mehr nach Tressin zurückzukehren, eher einen Gewaltstreich zu begehen. Er rate seinem Schwager dringend ab, dies erzwingen zu wollen. Er solle den Jungen ruhig unter seiner Obhut lassen, denn Fritz schiene wirklich sehr begabt, lernbegierig und willig. Seine Kenntnisse seien zwar lückenhaft, aber vielseitig— er müsse viel gelesen und gedacht haben. Bis Prima sei er ja übrigens gekommen. „In anderthalb bis zwei Jahren hoffe ich“, schrieb der Professor weiter,„ihn durch privaten Unterricht, den ich und einige Freunde ihm erteilen werden, zur Matura vorzubereiten. Wenn er dann mit 21 Jahren die Universität bezieht, so ist das früh genug. Was er studieren soll, wird sich finden. Er hat künstlerische, ästhetische Neigungen, aber auch Liebe zur Wissenschaft und zur Erkenntnis. Meines Erachtens nach kann er mal als Literar= oder Kunsthistoriker etwas Tüchtiges, vielleicht Bedeutendes werden. Und da er nicht auf den Broterwerb angewiesen ... denn ich nehme an, Du wirst Dich eines Tages mit dem Beruf Deines Sohnes aussöhnen, sobald er Dir gezeigt hat, daß es nicht nur kindische Laune ist, die ihn forttrieb. Nach meiner Meinung hast Du ihn viel zu streng behandelt. Lontsetzung folgt.) — 8 betrug im letzten Jahre 20,8 Mill. To. gegen 16,5 Mill. 1911. Unter Verkehrswesen sind die Betriebsergebnisse der vereinigten preußischen und hessischen Staatseisenbahnen wiedergegeben. Ferner wird eingehend über ests uns in den größeren Kohlenbezirken Deutschlands—het, die im ganzen von 16/2 Mill. D.=W. Poahrbez ats 18 Mill in 1912 gestiegen ist. Der Anteil des Deutschlande: 9=35.) an der Wagengestellung sielen 18 cr beträgt über 48 Proz. Auf Oberschlesien ent„. 20 proz.; der Saarbezirk war mit 5,5 Proz. und lieverschlesien mit 2,43 Proz. an der Gesamtgestellung beteiligt. Von den angeforderten Wagen haben im BerichtsGberschiessene heteng. 1681 Proz. geschlt, die Fehlaifser iederschlan####ug 541.38. Proz. der Anforderung, in Rieverschiesten fehlten 3,43 Proz., im Ruhrbezirk 14,80 und im Saarbezirk 8,02 Proz. des Bedarfs. Auch über den Kohröäen u dem Rhein, im besonderen in den Rheinen. sowie auf dem Dortmund—Emskanal macht der Ger c####enswerte Angaben. Im letzten Abschnitt des Lerichts wird ausführlich über die Lohn= und Arbeit##er hältzise in den preußischen Bergbaubezirken errichtet. Die Albeilerzahl(ohne Beamte) stieg im Oberbergamtsbezirk Dortmund von 341 716 in 1911 auf 359784 im Berichtsjahr, in Oberschlesien von 117 403 auf 119 863. im Aachener Bezirk von 23302 auf 25 467; im Saarbezirk sie von 51 736 auf 60 111, in Niederschlesien von 27 988 auf 2 918. Der Jahresarbeitsverdienst eines Arbeiters der Gesamtbelegschaft betrug in den letzten Jahren: 1908 1909 1910 1911 1912 M. M. M. M. M. 1494 1350 1382 1446 1586 1016 986 964 980 1053 1182 1136 1122 1168 1251 1000 975 974 998 1043 1409 1344 1375 1395 1530 unterirdisch beschäftigten eigentdie Hälfte der Gesamtbelegschaft) im O.=B.=Bez. Dortmund in Oberschlesien im Saarbezirk in Niederschlesien im Aachener Bezirk Die Jahreslöhne der lichen Bergarbeiter(etwa betrugen: Dortmund Oberschlesien Saarbezirk Niederschlesien Aachen 1908 M. 1766 1146 1333 1088 1532 1900 M. 1556 1100 1273 1045 1456 1910 M. 1589 1068 1248 1040 1502 1911 1912 M. M. 1666 1858 1094 1196 1298 1399 1069 1121 1524 1707 eine Schicht der Gesamtbelegschaft sowie der eigentlichen Vergarbeiter entfiel in den letzten drei Jahren folgender Verdienst: "„Gesamt. Unterirdisch beschäftigte on de schft eigentl. Vergarbeiter 1910 1911 1912 1010 1911 1912 M. 6,02 4,22 Dortmund Oberschlesien Saarbezirk Niederschlesien Aachen M. 4,54 3,44 3.97 3,23 4,49 —.— M. 4,69 3,48 4,06 3,30 4,59 * 1 M. 5,03 3,64 4,22 3,44 4,87 191U M. 5,37 3,91 4,50 3,46 5.09 M. 5.55 3,98 4,60 3,54 5,19 4,83 3,71 5,56 Ueber die gesamte Arbeiterversicherung werden ausführliche statistische Nachweise geboten, sowohl über den Allgemeinen Knappschaftsverein wie die Sektion 2 der Knappschafts=Berufsgenossenschaft. Es betrug die Mitgliederzahl des Knappschaftsvereins im Durchschnitt des Berichtsjahres 376710 gegen 357321 in 1911. Der Belegschaftswechsel betrug auf 100 der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Arbeiter 69 Zugänge und 61 Abgänge. Das Ver231.5 Mil. Mi' Von der Seition. Entschädigung aufgewandt. Insgesamt wurden für die Zwecke der Unfallversicherung innerhalb des Sektionsbezirks im letzten Jahre 15,71 Mill. Mk. umgelegt, von denen 99,6 Proz. allein auf den Steinkohlenbergbau entfielen. Am Schluß des Berichts wird noch über die Tätigkeit des Berggewerbegrichts Dortmund berichtet. Die Zahl der auf je 10000 Mann der Velegschafz. 68 Aus Stadt, Amt und Kreis. Wattenscheid, 12. Sept. Der 18. Oktober als deutscher Nationalfeiertag. S Anläßlich der Weihe des Völkerschlachtdenkmals bei Leipzig sinv jetzt von fast allen Bundesstaaten einheitliche Bestimmungen getroffen worden. Diese besagen, daß am 18. Oktober der Schulunterricht ausfällt und daß in sämtlichen Schulen durch Veranstaltung besonderer Gedenkfeiern der großen Zeit vor hundert Jahren gedacht werden soll. Mittags von 12—1 Uhr sind die Glocken sämtlicher Kirchen und Kapellen zu läuten, und am Sonntag, den 19. Oktober, ist in allen Gotteshäusern der Gottesdienst zu einem festlichen Gedächtnisgottesdienst auszugestalten. Heimgefühl. * Wieder zu Hause!... Ja, es war vielleicht recht hübsch in der Sommerfrische, und man bereut es keineswegs, so viel Geld darauf gewandt zu haben— aber daheim ist daheim. Man hat seine gewohnte Bequemlichkeit. Es ist die alte, traute Behaglichkeit. Doppelt lieb schaut sie einen an. Es ist, als wollte sie sagen:„Nun freut euch, daß ihr wieder dort seid, wohin ihr nach eurer ganzen Eigenart gehört! Freut euch des eigenen Heims! Gerade das deutsche Gemütsleben hat immer ein feines tiefes Verständnis fürs Eigen=Häusliche bekundet. Man sieht es den alten Häusern alter Städte an, daß sie mit Liebe gebaut und vor allem inwendig ausgestaltet wurden. Die anmutigsten Bilder eines Ludwig Richter erfreuen nicht zuletzt durch den stillen Zauber deutscher Häuslichkeit, deutschen Heimgefühls. Dabei macht es niemals das glänzend Aufgeputzte, sondern gerade das Einfache, das Natürliche. Schlichtheit des Empfindens, Herzlichkeit des ganzen Charakters, unmittelbare innige Betätigung des Familienhaften, das ist die Hauptsache. Sie kann selbstverständlich auch im reichen und vornehmen Milien zur Geltung kommen, aber sie hängt jedenfalls nimmer allein an Geld und Gut. Unsere Poeten sind nicht müde geworden, in klagvollen Tönen zu versichern, wie auch bei bescheidensten Verhältnissen ein glückliches Heimgefühl werden und wachsen kann. Mit Schillerschem Idealismus hat Wilhelm Baurmann es ausgesprochen:„Im kleinen Haus das große Glück kann mich mit hartem Los versöhnen, es fällt ins Herz wie Sonnenblick, wenn Feiertagsabendglocken tönen!“ Häusliche Zufriedenheit stärkt das Heimgefühl und macht das Haus zu einer rechten Trost= und Zufluchtsstätte gegenüber einem allzu rastlosen Jagen nach Geld und Rang und Stand da draußen in der komplizierten Welt. Viel, sehr viel kann die Frau beitragen, daß im Hause ein wirkliches Heimischsein zustande komme und zu einem unersetzlichen Lebens= und Persönlichkeitsgut werde.„Das ist der Frauen schönste Gottesgabe, daß sie das Kleinste selber uns nonon, den mit einem Lichtstrahl, einem herzensholden.“ Jawohl, manche Frauen verstehen es mit einer bewundernswerten Meisterschaft, auch den einfachsten Mietsräumen einen so persönlich=behaglichen Schmuck zu geben, daß auch der fremde Besucher sofort das liebe, freundliche Heimgefühl herausspürt. Wohl dem Menschen, der sich dann im eigenen Lebensstreben an ein Vaterhaus erinnern darf, wo wirklich ein starkes Gefühl des Heimatlichen war! Es ist wie eine freundlich bewahrende und geleitende Melodie, und man möchte sie bis in die spätesten Jahre nicht missen.... Die Städte und die neuen Wehrlasten. * Man schreibt uns: Die Durchführung der neuen Gesetze über den einmaligen außerordentlichen Wehrbeitrag und die Besitzsteuer wird auch den Stadtverwaltungen eine Menge Mehrarbeit bringen, denn in den Gesetzen heißt es, daß die Landesregierungen zu bestimmen haben, ob und inwieweit zur Mitwirkung und bei der Veranlagung und zur Erhebung der beiden Steuern Gemeinden und Gemeindeverbände heranzuziehen sind. Es ist sicher, daß die Landesregierungen von dieser Bestimmung Gebrauch machen werden. Das dürfte über allen Zweifel erhaben sein, soweit die Steuererhebung in Frage kommt, denn bequemer und billiger kann man es nach den Erfahrungen, die man— leider!— mit den Gemeinden bei anderen Staatssteuern und der Wertzuwachssteuer gemacht hat, kaum haben. Das Veranlagungsgeschäft allerdings wird man wohl nicht ohne weiteres den Gemeinden ganz überlassen. Dagegen wird man es nicht versäumen, den Gemeinden alle die mühsamen und kostspieligen Vor= und Nebenarbeiten zu ubertragen, insbesondere die Personenstandsaufnahme, die Anlegung der Verzeichnisse der Beitragspflichtigen, das Ausfertigen und Zustellen sowie Sammeln der Vermögens= und Besitzsteuererklärungen, der Veranlagungs= und Feststellungsbescheide usw. Es wird eine ganz gewaltige Arbeit sein, die hier der Gemeinden wartet, speziell der städtischen Steuerbehörden. Es ist bekannt, wie unzureichend die Formulierung der neuen Gesetze bei der schnellen Herstellung sind. Unübersehbar sind die Schwierigkeiten, die sich gerade bei der 1. Veranlagung ergeben werden. Die Gemeinden können sich darauf gesaßt machen, daß sie mit ihrem bisherigen Beamtenpersonal nicht auskommen werden. Sie werden schon vor Ablauf des gegenwärtigen Rechnungsjahres mit einer Vermehrung der betreffenden Beamtenstellen rechnen müssen, weil bekanntlich die Einschätzung zum Wehrbeitrag nach dem Stande vom 31. Dezember erfolgt. Den Städten wird eine solche Erweiterung ihres schon genügend komplizierten Aufgabenkreises höchst unangenehm sein. Sie werden umso unwilliger an die ihnen zugedachten neuen Aufgaben herbereits durchsickert, daß von einer Entschädigung für ihre Mühewaltung und Kosten kaum die Rede sein wird. Bei dem Zuwachssteuergesetz ist dafür gesorgt worden, daß die Gemeinden wenigstens eine teilweise Entschädigung zu bekommen hatten. In den Wehrgesetzen findet sich darüber nicht das Geringste. Dem Bundesrat soll allerdings nach§ 86 des Besitzsteuer=Gesetzes ein bestimmter Anteil für die 1. Veranlagung u. Erhebung der Besitzsteuer zufließen, aber erst ab 1917 wo die Besitzsteuer erst eigentlich in Kraft tritt. Von einer Entschädigung für die Beschaffung des Wehrbeitraaber nichts. Wenn der Bundesrat von der Entschädigung jur die Besitzsteuer den Gemeinden auch etwas zukommen lassen sollte, so ist doch die Frage offen: Was haben die Gemeinden an Entschädigung für die Veranlagung und Hebung des Wehrbeitrages zu erwarten? Stadtrat Dr. Redder, Dresden fragt besorgt an, ob man die eingehenden Strafgelder dazu benutzen Gs, din bemernben zu entschädigen, und weiter, wenn Aest Gelber nicht reichen, einen Griff in den Staatsmachen wird.„Oder werden auch die Gemeinden ihte Amlbsten aus eigener Tasche bezahlen und gewisserPürkene. als) Beiträgg zg„Pehrbeitrag aufwenden mial die Gemeinden.. ob wieder einReichssache sind, die Gemeindekasse in Anspruch nehmen daß es besser auf diesem Gebiet wird, den Gemeinden geholfen wird, ihre eigenen uner. träglichen Lasten zu mindern, bürdet man ihnen von Reichs= und Staatsseite immer mehr neue Aufgaben auf. je 3 wertvolle Bücherpreise für die besten Schülerzeichnungen und die besten Schilderungen von Sauerlandwanderungen durch Schüler höherer und Volksschulen bereit gestellt. Die Arbeiten sind bis zum 1. Dez. 1913 an Professor Freitag in Arnsberg einzusenden. Die verssentlicht werden,. en imn Sauerläindischen Gebirgsboten Von der Phoenix=A.=G. wozu auch die Fiesige.. für Veroban und Hättenbetrieh, in Köln eine Aufschtenat dkand gchört, hielt gestern 1219 erzibt einen gus. ab. Der Abschluß Mark(t. V. lungsunkosten einschl. S winn von 42084334(37234.996) Mu ergibt, der 796982(43 höht: Nach Abzug von 1615 700(1 820 136) dA für Beseitigung noch nicht abgeschriebener Werksanlagen, 2000000(0) Mark für Sonderabschreibungen auf das Berechtsamekonto 19 gan Laxdstern=Holland=Zechen und Abschreibungen von 32 193 433(29 027 225) JA. Der Generalversammlung wurde vorgeschlagen, hieraus eine Dividende von 18 Proz(wie im Vorjahre) mit 19 080000 A zu verteilen, 300 000(100000) Mark für den Dispositionsfonds, 1 000000(400 000) 4 für für Beamtenpensionszwecke, 805 000(0) A für die Talonsteuer und 225 000(0) 44 für die Wehrsteuer zurückzustellen. Nach Abzug der satzungs= und vertragsmäßigen Gewinnanteile von 2311 957(2134677) Mark sind noch 8 471 476(6 712 647) M auf neue Rechnung vorzutragen. Die Generalversammlung soll auf den 11. November einberufen werden. Der Abschluß bringt für die g. Der Bruttogewinn üb hrigen um 4,8 Millionen, hmen der Mehrüberschüsse wendet werden diese 4,8 Millionen zu 2 Mill. Sonderabschreibungen, 1,2 Mill. stärkeren Rückstellungen und 1,7 Mill. größerem Vortrag als im Vorjahr. Die Mäng der verschuldete Grundbesitz schwer zu kämpfen, und durch seine Lage wird auch das Bauwesen in Mitleidenschaft gezogen. Auf der Tagung kam nun zur Sprache, daß in der geplanten Aenderung der Hypothekengesetzgebung nicht der geeignete Weg zur Beseitigung der Uebelstände erblickt werden kann. Es soll vielmehr danach gestrebt werden, eine Aenderung des§ 44,1 des Zwangsversteigerungsgesetzes in dem Sinne herbeizuführen, daß bei allem Schutz der Rechte der Hypothekenglaubiger, der Eigentümer doch gegen eine Verschleuderung seines Besitzes durch Versteigerung geschützt wird. Ein Ausschuß wurde beauftragt, die nötigen Schritte zu tun, und im gesamten Publikum wird man diesen Bestrebungen aufrichtig den besten Erfolg wünschen, denn in dieser Beziehung liegt wirklich etwas im Argen, zumal unter den schwierigen Geldverhältnissen von jetzt. Fast bei jeder Subhastation ist nicht nur der ruinierte Besitzer der Leidtragende, sondern auch seine Gläubiger, soweit sie nicht durch Hypothekeneintragung gedeckt sind. Und diese Gläubiger sind meist sogenannte kleine Leute, die durch jeden solchen Fall schwer in Mitleidenschaft gezogen werden. Eben darum ist die erwähnte Agitation mit Dank zu begrüßen. Die Taubstummen in der westfälischen Bevölkerung. * Das Gesetz über die Beschulung der taubstummen Kinder lenkt die Aufmerksamkeit auf die Entwickelung der Taubstummheit als Volkskrankheit. Da ist es nun erfreulich, feststellen zu können, daß die Zahl dieser Unglücklichen nach den letzten Erhebungen in ganz Preußen gegenüber der vorletzten Zählung zurückgegangen ist. Allerdings hat die Zahl absolut zugenommen, sie stieg nämlich in ganz Preußen von 33 567 im Jahre 1905 auf 34 804 bei der letzten Volkszählung. Von den Taubstummen waren 18 659 männlichen und 16 145 weiblichen Geschlechts. Auf 10000 Einwohner kommen somit 8,7 Taubstumme gegen 9,0 im Jahre 1905 und 10,2 im Jahre 1880. Bei der Ermittelung der Taubstummenhäufigkeit in den einzelnen Provinzen zeigt sich, daß die beiden westlichen Provinzen Rheinland und Westfalen günstig abscheiden. In der Rheinprovinz entfallen z. B. auf 10000 Einwohner 6,2 Taubstumme, in Westfalen ebenfalls 6,2, in Hannover 6,0, in Schleswig=Holstein 5,5, dagegen in Ostpreußen 17,8, Westpreußen 16,3 und Posen 15,1. Das häufigere Vorkommen des Gebrechens bei männlichen Personen, das sich bei den für ganz Preußen geltenden Zahlen zeigt, ergibt sich auch für Westfalen, dann die Zahl der männlichen Taubstummen stellte sich in Westfalen auf 1459, die der weiblichen auf 1107. Weiter ergibt sich, daß die Alterszusammensetzung sich nach oben verschoben hat, 22 Prozent aller Taubstummen waren unter 15 Jahre alt, gegen 30,5 Prozent im Jahre 1880. Noch stärker war der Rückgang in der Altersstufe 15 bis 20 Jahre mit 8,8 vom Hundert der Taubstummen gegen 16,5 im Jahre 1880. Die niedrigen Verhältniszahlen für Taubstumme im Alter bis zu 5 Jahren erklären sich zum Teil dadurch, daß das Gebrechen häufig nicht immer in den ersten Lebensjahren erkannt wird. Endlich sei noch der Tatsache Erwähnung getan, daß Taubstummheit bei den Juden weit häufiger ist als bei den Christen. So wurden bei der letzten Zählung ermittelt 9,0 Taubstumme auf 10 000 Katholiken, 8,4 auf 10 000 Evangelische, dagegen 13,2 Taubstumme auf 10000 Juden. Diese Erscheinung wird auf die Häufigkeit der Verwandtenehen bei Juden zurückgeführt. Die Vernichtung der Wahlzettelumschläge. * Die Regierung hat eine Verfügung erlassen, nach der die Umschläge für die Wahlzettel der letzten Reichstagswahlen sofort an die zuständigen Stellen abzuliefern sind. Nach dem Wahlreglement des Reichstages sollen alle Umschläge, soweit sie nicht den Anlaß zur Ungültigkeitserklärung eines Stimmzettels bieten, vom Wahlvorsteher in Papier eingeschlagen, versiegelt und so lange aufbewahrt werden, bis der Reichstag die Wahl definitiv für gültig erklärt hat. Nach dem gegenwärtigen Stande der Wahlprüfungsverhandlungen im Reichstag sollen die bei der letzten allgemeinen Wahl benutzten Wahlzettelumschläge, die sich noch bei den einzelnen Wahlvorstehern in Verwahrung befinden, nunmehr von den zuständigen Verwaltungsbehörden eingezogen und vernichtet werden. Weitere Lokalnachrichten siehe 1. Blatt. Gerestslimmung. Ihr Matten, lebt wohl! Ihr sonnigen Weiden! Der Senner muß scheiden, Der Sommer ist hin. So singt der Hirte im Gebirge, wenn die Tage rürzer und kürzer werden und die Kraft der Sonnenstrahlen nach. zulassen beginnt. Dann ist für seine Herde in den Hochtälern und an den bisher grasbewachsenen Bergabhängen Si 15 hun war 2 Die bewährten tecer Ransor Sesheseh ee donanesene in Leipzig abgehaltene Verbandwerksmeister. Wie jeder Erwerbe heutzutage, so hat auch Backpailber #nher Pudding. Pulver die billige aber wohlbelom mircheNahrung. anmiezucker des edlle Süßgeseinz muss jede Nugg freurengeenenne Probiaren! 1 1 Konstantins Lobgesang. sfrance:, Der Undankbare lich habe so viel für ihn getan and nun bringt er der Anderen das Ständchen!“ des Herbstes. Mag tagsüber die Sonne auch noch wärmend geschienen und von der Oberfläche der Gewässer die verdunstenden Wasserteilchen gelockt haben: schnell kühlt sich nach ihrem Untergange Luft und Erde ab, und die Feuchtigkeit der Atmosphäre wird als Nebel sichtbar, mit dem ein rauher Wind oftmals sein Spiel treibt. Grau und düster blickt der Himmel auf die Erde herab, die ihr buntes Blumenkleid abstreift. Auch die letzte Aster senkt trauernd ihr Haupt, und nur Tanne und Kiefer sehen hoffnungsgrün der Winterszeit entgegen. Ehe diese aber eintritt, erfreut noch einmal der Laubwald durch die Verfärbung seiner Blätter das sinnende Auge. Gelb, braun und rot schimmern sie uns entgegen, als habe ein großer Meister der Natur alle seine Farbentöpfe verbraucht, um uns Schauende trunken zu machen. Aber doch ist Wehmut die Stimmung, die aus der ganzen Schöpfung spricht, und die unser Herz erfüllt. Weich und still legt sie sich um unsere Gedanken, und Tränen wollen unsere Wimpern umfloren. Still ist's geworden in Wald und Feld. Nach dem Süden enteilt sind die munteren Sänger, die unser Ohr noch vor kurzem entzückten. Nur Raben krächzen ihr melancholisches Lied.— Bisweilen aber lassen andere Töne sich vernehmen: sausend fährt die Windsbraut durch die Lüfte, brausend folgt ihr der Sturmgeselle und biegt die hohen Föhren nieder, schüttelte sie und hebt ihre Wurzeln aus dem Erdreich. Der Herbst brach an! Horch, wie der Sturm Braust über Hügel und Heide! Sieh, wie in finstrer Nacht der Reif Als Todesdecke Ueber die Flur sich gebreitet.— Aber unter dieser Decke ist das Leben nicht erstorben; es schlummert nur. Und wenn die Sonne wieder höher steigt, erwacht es von neuem: Blumen sprießen, Vögel singen, Und aus tiefem Herzen klingen Jubellieder neu hervor; Schweben auf des Geistes Schwingen, Aus des Raums Bereich und dringen Zu des Schöpfers Thron empor. Bei ihm liegt unser Hoffen und unser Trost für immer. Denn wenn auch der letzte Frühling von der alternden Erde gewichen, wenn Raum und Zeit aufgelöst sein sollten, so bleibt Gottes Geist, der unendlich und ewig ist, und nimmt uns in sich auf zu neuem Leben, von dessen Art wir jetzt keine Ahnung haben. So wird die Wehmut, die der Herbst Vermischtes. Der Geheimbund der Sträflinge. Aus London wird gemeldet: Eine aufsehenerregende Heschichte über einen Geheimbund von eingeborenen Sträflingen, der den Richtern und Polizeibehörden in Südafrika nicht unbekannt ist, ist im Laufe eines Mordprozesses in Kimberley in die Oeffentlichkeit gedrungen. 5 schwarze Sträflinge standen unter der Anklage, einen Mitgefangenen, Jacob Mkaba, ermordet zu haben, der sich mit den anderen zusammen auf der Gefängnisstation von Dutoitspan sich befand. Wie der Anklagevertreter ausführte, hatte Jacob beschlossen, sein Amt als Haupt der„Ninevite Society“ niederzulegen, und auch andere überredet, sich von der Gesellschaft loszusagen. Hierfür und auch weil er im Verdacht stand, dem Gefängnisverwalter über den Geheimbund Angaben gemacht zu haben, wurde er zum Tode verurteilt. Er wurde in eine bestimmte Zelle gelockt und dort durch Messerstiche getötet. Die 5 Angeklagten sind der„Arzt“ der Gesellschaft, der„Richter“, der Nachfolger Jacobs in der Führerschaft und zwei andere. Die Untersuchungen ergaben, daß dieser Geheimbund seinen eigenen König, seine Führer, Generale, Aerzte, Richter und andere Beamte hatte, daß sie geheime Versammlungen abhielten, Mitgefangene zum Tode verurteilten und Befehle für die Ausführung ihrer Urteile gaben. Die Verschworenen sind über das ganze Land verbreitet. Der König des Bundes sitzt im Pretoria=Gefängnis, und von dort soll auch der Befehl zur Tötung Jacobs ausgegangen sein. Einer der Angeklagten gab zu, daß er Jacobs erstochen hätte, daß ihm aber dasselbe geschehen wäre, wenn er den Befehl nicht ausgeführt hätte. 4 der Angeklagten wurden zum Tode verurteilt. Das gut bewachte Staatsgeheimnis. Im Londoner Kriegsministerium hat sich jüngst ein merkwürdiger Vorfall abgespielt. Der Chef einer Abteilung des Mintsteriums wollte sein Amtszimmer betreten, allein er fand es polizeilich abgesperrt und allen seinen Untergebenen hatte man ebenfalls den Zutritt verwehrt. Statt dessen waren die Bureauräume von Polizisten besetzt worden. Der Chef der Polizei erkannte natürlich sogleich den hohen Beamten und gab ihm folgende Aufklärung: er selber hätte am Vorabend in seinem Zimmer den Schlüssel im Stahlschranke stecken lassen; zum Schutze des Staatsgeheimnisses habe die Polizei alsbald die Wache vor dem Schranke bezogen, und aus demselben Grunde seien die Unterbeamten fern gehalten worden. Wohl oder übel mußte sich der hohe Beamte aus dem Kriegsministerium mit den getroffenen Anordnungen der Polizei einverstanden erklären. Es stiegen ihm nur Zweifel auf, ob nicht etwa einer der Wache haltenden Schutzleute aus Neugier den unverschlossenen Stahlschrank geöffnet und einen Blick hineingeworfen habe, aber das, so sagte der Polizeichef, sei unmöglich. Er erbot sich, sogleich mit ihm an den Stahlschrank zu gehen, um ihn von der Zuverlässigkeit der Polizei zu überzeugen. Der hohe Beamte wollte davon aber nichts wissen. Er entließ die Polizei mit bestem Danke, schloß sich dann in sein Zimmer ein und öffnete den Stahlschrank. Es war wirklich so, wie der Polizeichef gesagt hatte, alles lag unberührt da: die Krawatten, die Oberhemden, die Gesellschaftsanzüge und was der Herr Beamte alles sonst in dem Stahlschranke aufzuheben pflegte, um sich in seinem Bureau gesellschaftsfähig machen zu können, falls es nötig sei. Die Polizei hatte das Staatsgeheimnis gut bewacht. Ein humorvoller Komiker. Aus Niederbayern wird der„Tägl. Rundschau“ folgende Geschichte berichtet: In einem kleinen Ort dieser Provinz spielte während des Sommers eine wandernde Schauspielertruppe, die unter der Ungunst der Witterung mehr zu leiden hatte, als ihren Kassenverhältnissen gut war. Die Fremden, auf die man gerechnet hatte, waren weit weniger zahlreich erschienen, als es in sonstigen Jahren der Fall war, und auch der Besuch der Einwohner war außerordentlich gering. Infolgedessen waren die Gagezahlungen sehr unregelmäßig und blieben schließlich ganz aus. So kam es, daß der Komiker der Gesellschaft, der schon wochenlang auf Kosten seiner Hauswirtin gelebt hatte, sie bei ihren häufigen Mahnungen immer wieder auf bessere Zeiten vertrösten mußte. Endlich aber ging bei der Frau die Geduld zu Ende, und sie schrieb ihm in der kernigen und verständlichen Sprache der Niederbayern einen Brief, in dem sie ihn aufforderte, endlich seine Schulden zu bezahlen, da sie ihm, wenn er jetzt nicht zahle, keine Kost mehr geben werde. Da legte der humorvolle Komiker, der alles schon versetzt hatte, was er besaß, seine künstlichen Zähne auf den Tisch und schüttelte den Staub der Kleinstadt von den Füßen, nachdem er einen Zettel zurückgelassen hatte, auf dem es hieß: Was ich noch habe, leg' ich her Und weih' ihm meine letzte Träne. Du gabst mir nichts zum Beißen mehr, So hast du denn auch meine Zähne. Die Goldfunde im Ural. Es sind jetzt gerade 100 Jahre her, daß ein 14= jähriges Mädchen, namens Katja Bogdanoff, das an einem Nebenflusse der Tschussowaja im Ural spielte, ein glitzerndes Steinchen fand, das später als massives Gold erkannt wurde. Die Kleine, die durch ihren Zufallsfund dem Goldbergbau im Ural den Weg ebnete, erhielt als Lohn für ihre Entdeckung 25 Rutenhiebe, die ihr der Verwalter der dortigen Demidowschen Eisenwerke aufzählen ließ, nachdem er ihr das Goldstück weggenommen hatte. Der Mann fürchtete nämlich, daß die Regierung, der bekanntlich in Rußland alles in der Erde gefundene Gold gehört, sich durch den Fund bestimmen lassen würde, die Demidowschen Werke im Interesse des Goldberg= baues zu schließen. Er konnte indessen nicht verhindern, daß sich die Geschichte herumsprach, wenn auch die eigentliche Goldwäscherei am Ural erst 10 Jahre später ins Leben gerufen wurde. Heute produzieren die Goldbergwerke, die an jener Stelle stehen, wo Katja Bogdanoff vor 100 Jahren ihren Fund machte, jährlich weit über 100 Zentner Gold. Zum Gedächtnis des Mädchens, dem sein Fund seinerzeit so schlecht gelohnt wurde, beabsichtigen die Besitzer der dortigen Goldwäschereien, Katja Bogdanoff im Flußtal der Molkowka ein Denkmal zu errichten. Eingesandt. Mehr Interesse für die Krankenkassenwahlen in Wattenscheid. Laut Ministerialverfügung müssen in diesem Jahre überall die Wahlen zu den Ausschüssen für die Krankenkassen getätigt sein, da diese mit dem 1. Januar 1914 in ihr Amt treten. Die Krankenkassenvorstände haben fast durchweg im engeren Industriebezirk die Wahlen auf den Monat September gelegt. Diese Wahlen beanspruchen in diesem Jahre ein besonderes Interesse. Das zweite Buch der R.=V.=O. über die Krankenversicherung tritt mit dem 1. Januar 1914 in Kraft. Ungefähr 4 Millionen werden von diesem Tage ab von der Krankenversicherung mehr erfaßt als bisher. Es sei hier nur erinnert an die Einbeziehung der land= und forstwirtschaftlichen Arbeiter, der Dienstboten und Heimarbeiter. Auf diese kommt es bei der jetzigen Wahl besonders an, um diese dafür zu interessieren. Sie wurden bis jetzt von dem Segen der sozialen Versicherungs=Gesetzgebung nicht oder nur zum Teil bezw. nur indirekt erfaßt. Auch an sie tritt jetzt die Frage der sozialen Gesetzgebung und der mit ihr zusammenhängenden Fragen heran. Wenn früher diese Arbeiter wenig der Agitation durch andere ausgesetzt waren, so wird man an die,„„ im diese Arbeiter herankam, hat jetzt ein Mittel an der Hand, sich an diese zu wenden. Andererseits wird die christl.=natl. Arbeiterschaft dasselbe tun. Das ist schon bedingt durch den neuen Wahlmodus. Nach dem alten Gesetz bestand Mehrheitswahl, nach der R.=V.=O. ist Verhältniswahl vorgesehen. Diese ist zwar ein gerechteres Prinzip, da jede Richtung, welche sich an der Wahl beteiligt, nach dem Verhältnis der abgegebenen Stimmen auch die Mandate erhält. Da nun jede Partei bestrebt ist, möglichst viele Mandate zu erhalten, um die Mehrheit in den einzelnen Institutionen zu gewinnen, so werden die Kämpfe schärfer. Man sieht sich nach Reserve um und sucht neue Anhänger. Von wem diese Arbeiter, welche noch nicht oder nur wenig von den Umsturzideen der Sozialdemokratie erfaßt sind, gewonnen werden, kann dem gesamten Volke nicht gleichgültig sein. Die christlich=nationale Arbeiterschaft hat somit ein natürliches Recht auf diese Arbeiter. Wer deshalb bei diesen das Interesse für die sozialen Wahlen zurückhält, kann leicht die Wahrnehmung machen, daß diese später von der Sozialdemokratie leichter gewonnen werden. Und dieses steht zu befürchten. Deshalb soll jeder über diese Gefahr im Klaren sein und die“ Arbeiter nach dieser Hinsicht aufklären. Nach den bisherigen Erfahrungen scheint das leider nicht der Fall zu sein, sondern das Gegenteil. Als die Wahl amtlicherseits ausgeschrieben wurde, wurde auch auf die Verfügung des Reichskanzlers hingewiesen, daß diejenigen, welche mit dem 1. Januar 1914 versicherungspflichtig werden, bis zu einem bestimten Termine sich in die Wählerliste eintragen lassen müssen, sofern sie zur Wahl zugelassen werden sollen. Der Reichskanzler hat diese Verfügung erlassen mit der Begründung, daß gerade diese Arbeiter einen Einfluß auf die jetzige Wahl ausüben sollen. Die Anmeldung konnte durch den Versicherungspflichtigwerdenden selbst in Person oder durch den Arbeitgeber schriftlich erfolgen. Diese Verfügung und Aufforderung ist aber durchweg nicht beachtet worden. Die Arbeiter, Dienstboten ect., besonders die weiblichen, sind vielleicht noch zu entschuldigen, da sie die amtliche Bekanntmachung wohl in den seltensten Fällen zu Gesicht bekamen oder doch über die Bedeutung derselben weniger informiert waren. Hier haben zweifellos die Arbeitgeber gesündigt. Ihnen wäre es bei gutem Willen ein Leichtes gewesen, für die großjährigen Wahlberechtigten beiderlei Geschlechts schriftlich die Eintragung in die Wählerliste zu beantragen. Wie man öfter hörte, haben sie es aus Prinzip nicht getan, besonders nicht für die weiblichen Versicherungspflichtigen, da sie es nicht verstehen konnten, daß diese auch das Wahlrecht haben sollen. Man hat die Sache öfter damit abgetan, indem man sagte: die weiblichen haben nur ein Wahlrecht, wenn sie sich einen Mann wählen. Darüber zu streiten, hieße wohl bei manchen gegen Windmühlenflügel kämpfen, da viele die wirtschaftliche und soziale Struktur unseres heutigen Standes zum eigenen Schaden nicht kennen wollen. Das eine muß heute auch dem Stockkonservativsten bei den heutigen Kämpfen auf sozialem wie wirtschaftlichem Gebiete innerhalb der Arbeiterbewegung zum Bewußtsein gekommen sein, daß auch auf diesen Gebieten sich hier eine Scheidung der Geister vollzogen hat. Wer den Gedanken und das Interesse für die soziale Gesetzgebung heute noch unter Anwendung von kleinlichen Mitteln zurückzudrängen sucht, fördert, wenn direkt, so doch indirekt, den sozialdemokratischen Einfluß und erleichtert der Sozialdemokratie die Agitation in diesen Kreisen. Bezüglich der diesjährigen Krankenkassenwahl ist es für die nicht angemeldeten Arbeiter und Dienstboten ete. beiderlei Geschlechts, welche zum 1. Januar 1914 versicherungspflichtig werden, zwecks Abgabe ihrer Stimme noch nicht zu spät. Jeder, der eine Bescheinigung von seinem Arbeitgeber mitbringt, daß er zur Zeit im Anstellungs-, Arbeits= bezw. Dienstverhältnis steht, muß zur Wahl zugelassen werden, sofern er 21 Jahre alt ist. Das gilt auch für diejenigen, welche mit dem 1. Januar 1914 versicherungspflichtig werden, auch wenn sie nicht in die Wählerliste eingetragen sind. Darum am Tage der Wahl zur Stelle und überall die Liste der christlichen Gewerkschaften und konfessionellen Vereine gewählt, welche noch näher bezeichnet wird. Die Wahlen finden statt: Für die Allg. Ortskrankenkasse der Stadt Wattenscheid am 20. September im Restaurant Wilhelm Küpper, Freiheitstr. 11 von 8—10 Uhr abends; für die Allg. Ortskrankenkasse Wattenscheid Amt am 27. Sept. im Restaurant Heinrich Schmidt, Westenfeld, Hauptstraße, von 8—10 Uhr abends. Ein Krankenkassen=Wähler. se herantreten. Man braucht ihre Stimme bei den Wahlen. Die Sozialdemokratie, welche bisher weniger an Ichdenkenichtdran, zubestreiten, daß eine Autofahrt, eine Fahrt im Aeroplan, daß Bobsleigs, Ski und wie sie alle heißen, so etwas wie ein Nervenbad sind. Aber ich behaupte auch, daß alle diese Sportarten eine stark erhöhte Neigung zur Erkältung in sich schließen. Eben darum verwende ich stets Fays ächte Sodener. Im Auto, beim Wintersport— immer laß ich von Zeit zu Zeit eine Mineral=Pastille— Fays Sodener— im Munde zergehen, und nun erst hab ich den vollen Genuß, weil ich weiß, daß ich ohne Erkältung durchkommen werde. Fays Sodener kosten 85 Pfg, man hüte sich aber vor Rachahmungen. Besondere Kennzeichen: Der Name„Fay“ und weißer Kontrollstreifen mit amtl. Bescheinigung des Bürgermeister=Amtes Bad Soden a. T. Hein feines Frühstäck ohne MandelmilchPrlanzerduterAargerige Sanella (PEA 99 Pfg.) 1 Zahnersatz Ehns Piatts Kronen-und Brücken9 arbeiten in modernster, haltbarer Ausführung. □0 Porzellan- Zahmersatz. unsichtbar, natürlich. Porzellan-Plomben, genan wie Naturzähle. abeie Gemger, Dentist, — Wattenscheid, Velggeratis amserümat. 20jährige Fachtätigkelt. Echte Farner Charieh Städt. Gymnasium zu Wattenscheid. Beginn des Winterhalbjahres 16. September. Auf den mittleren Klassen nach Wahl Griechisch oder realgymnasialer Ersatzunterricht. Vormittagsunterricht 8—12,35 Uhr. Anmeldungen erbitte ich zunächst für alle Klassen schriftlich. Gymnasial=Direktor: Prof. Dr. Hellinghaus. St. Seifert Tagund Lichtsänger, 6 Tage Probezeit. Chin. Nachtigallen sowie alle anderen Sing- und Ziervögel. BelgischeBrieftauben. Käfige — in grosser Auswahl.— Aquariengläser Gold- und Zierfische. Ia. Vogelfutter dopp. gereinigt für sämtliche Tauben- und Hühnerfutter empfiehlt August Imenkamp, Preiheitstrasse Nr. 10. Landvirtsch. Masch., Fahrräder. photogr. Apparate, Watten- u. Musikinstrumente lief. in bester Ausführung zu billigsten Preisen gegen# Bar- und Teilzahlung. Man verlange Katalog. Roland-MaschinenGesellschaft in Cöin. aterländischer Frauen-Verein Waltenscheid. Nachstehend veröffentlichen wir die einzelnen Bezirke der inbetrachtkommenden Vorstandsdamen: 1. Bezirk, Vorstands=Damen: 1. Frau Assessor Althoff, 2. Frau Rechnungsführer Funke, 1. Wasserstraße, 5. Friedrich= und Wilhelmstr. 2. Bochumerstraße, 6. Heidestraße, 3. Centrumstraße, 7. Hammerstraße, 4. Georgstraße, 8. Pulorrstraße. 2. Bezirk, Vorstands=Damen: 1. Frau Pfarrer Engelbert, 2. Frau Justizrat Reers. 1. Sommerdellenstraße, 5. Moltkestraße, 2. Günnigfelderstraße, 6. Hofstraße, 3. Sedanstraße, 7. Elisabethstraße, 4. Johannesstraße, 8. Querstraße. 3. Bezirk, Vorstands=Damen: 1. Frau Postsekretär Lüning, 2. Frau Professor Hall, 3. Frau Amtsberichtsrat Naestrup. 1. Bismarckstraße, 6. Bernardstraße, 2. Albertstraße, 7. Kaiserplatz, 3. Schulstraße, 8. Hochstraße, 4. Kaiserstraße, 9. Parkstraße, 5. Karlstraße, 10. Vödestraße. 4. Bezirk, Vorstands=Damen: 1. Frau N. M. Röttgen, Hüllerstraße, 2. Frau Kaufmann Groß=Albenhausen. 1. Hüllerstraße, 6. Beisenkampstraße, 2. Marienstraße.. 7. Holzstraße, 3. Heinrichstraße, 8. Hordelerstraße, 4. Helenenstraße, 9. Buchenstraße. 5. Schlachthofsraße, 5. Bezirk, Vorstands=Damen: 1. Frau Bürgermeister Wibberding, 2. Frau Kaufmann Dyckerhoff, 3. Fräulein Lehrerin Brost. 1. Oststraße, 8. Lohrhaidestraße, 2. Berastraße, 9. Freiheitstraße, 3. Kampstraße, 10. Hagenstraße, 4. Katharinenstraße, 11. Rosenstraße, 5. Nordstraße, 12. Grabenstraße, 6. Hollandstraße, 13. Vorstadtstraße, 7. Chausseestraße,. 14. Bahnhofstraße. 6. Bezirk, Vorstands=Damen: 1. Fräulein Lehrerin Hovestadt, 2. Frau Kaufmann Schmidt, 3. Frau Kaufmann Hermann Schulte. 1. Weststraße, 7. Steelerstraße, 2. Südstraße, 8. Hermannstraße, 3. Brinkstraße, 9. Ottostraße, 4. Gerturdisstraße, 10. Feldstraße, 5. Hohensteinstraße, 11. Markstraße. 6. Leithestraße, Die Vorstandsdamen haben an jedem Werktage morgens von 9—10 Uhr Sprechstunden. Es wird ersucht, alle Anforderungen in dieser Zeit anzubringen, auch wird darauf aufnrrksam gemacht, daß Anträge nur von den vorgenannten Damen des Wohnbezirks der Antragsteller entgegengenommen verden können. Staanisches-Eyreunt- Wanenecheia. Das Wintersemester beginnt am 16. September. Anmeldungen werden schriftlich stets, mündlich Montag, den 15. Sept. von 4 bis 6 Uhr nachmittags entgegen genommen. Die Direktorin: M. Sasse. Städtische Konzerte und Thealergastspielt zu Gersennirchen. Im Winter 1913/14 finden auf Veranlassung der städtischen Verwaltung zu Gelsenkirchen folgende Konzerte und Theatergastspiele statt: 4 Kammermusik= und Solistenkonzerte in der Aula des Gymnasiums, Schalkerstraße, 8 Sinfoniekonzerte, ausgeführt durch das Philharmonische Orchester zu Dortmund(Leiter: Professor Hüttner) und das städtische Orchester zu Essen(Leiter: Musikdirektor Abendroth), in der Stadthalle, 18 Theatergastspiele, und zwar: 8 Gastspiele des Schauspielhauses zu Düsseldorf(Schauspiele) und 10 Gastspiele des Stadttheaters zu Essen(Opern und Operetten), in der Stadthalle. Für diese Konzerte und Theaterveranstaltungen sind Abonnements eingerichtet, für welche der Preis beträgt: a) 4 Kammermusik= und Solistenkonzerte: 1. Platz 8 Mk., 2. Platz und Tribüne 4 Mk. b) 8 Sinfoniekonzerte: Großer Saal 8 Mk., kleiner Saal und Tribüne 4.80 Mk. c) 18, 12 und 6 Theatergastspiele: 1. Parkett..... 45.— Mk., 36.— Mk. und 18.— Mk., 2.„ den kleinen Saal 21.60“„ 18.—„„ 9— und die Tribüne„ Parterre 14.40„ 12.—„„ 6.—„ Der Vorverkauf für die Konzert=Abonnements und die Theater=Abonnements auf 18 Vorstellungen beginnt Montag, den 15. September 1913, für die übrigen Theater=Abonnements Donnerstag, den 18. September 1913, jedesmal 8 Uhr morgens im städtischen Konzertund Theaterbüro(Rathaus, 2. Stock, Zimmer Nr. 51). Die Bezahlung der Abonnementskarten kann in 2 Raten, Anfang Oktober und Anfang Januar erfolgen. Die Abonnementskarten sind unpersönlich und daher übertragbar. Stadtheater Dortmund. Dienstag, 16. Sept., 7,80 Uhr: Eröffnungs=Vorstellung. „Die Hugenotten.“ Große Oper. Mittwoch, 17. Sept, 8 Uhr: Konzert.“ Lustspiel. Donnerstag, 18. Sept, 7,30 Uhr: „Der Postillon von Lonjumau.“ Komische Oper. Freitag, 19. Sept., 7,30 Uhr: „Götz von Berlichingen.“Schausp. Sonnabend, 20. Sept., 7,30 Uhr: „Der Waffenschmied.“ Komische Oper. Sonntag, 21. Sept, 7,30 Uhr: „Cavalleria rusticana.“ Oper. Hierauf:„Der Bajazzo.“ Oper. Der Vorverkauf zu obigen Vorstellungen beginnt am Sonnabend, 13. September 1918, vormittags von 10—1 Uhr und nachmittags von 5—7 Uhr. Am Sonntag, 14. September ist die Kasse von 10—1 Uhr geöffnet. Industrie=Kuriossemn hat rutenweise abzugeben. Wilhelm Neukämper, Westfeldmark 11 Schöne Zräumige K. urvenFriedrichstraße 18 sofort oder später zu vermieten. Tapetenhaus W. Roderjan. Zräumige Wohnung in der Elisabethstraße umständehalber sofort zu vermieten. Zu erfragen Vödestraße 45, I. Etage. Anständige Leute erhalten Kost und Logis. Näh. Bochumerstr. 128 I. Bedingungen über die von der Wattenscheider Zeitung gewährten Abonnenten=Vergünstigungen. A. Anfall-Vergünstigung(A.-P.) Der Verlag der„Wattenscheider Zeitung", Firma Carl Busch zu Wattenscheid, Hüllerstraße 4, gewährt den Hinterbliebenen von Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung" unter den nachstehenden Bedingungen kostenfrei eine Unfall=Vergünstigung in Höhe von 425 Mk. S 1. Wann soll ein Unfall zu dieser Begünstigung berechtigen? Wenn eine in Ausübung des Berufes erlittene, unfreiwillige, plötzlich eintretende Körperverletzung, wo auch immer und gleichviel ob über oder unter Tage erlitten, als die unmittelbare und ausschließliche Ursache des sofort oder innerhalb 30 Tagen nach dem Ereignisse eintretenden Todes bezeugt wird.— Nicht anspruchsberechtigt sind Unglücksfälle jeglicher Art, die außerhalb der Berufstätigkeit hereinbrechen, Todesfälle, herbeigeführt durch Mobilmachung und Krieg, Unruhen oder Aufruhr, hinterlistigen Ueberfall und Schlägerei, durch nicht berufsmäßige Schaustellungen; weiterhin Tod infolge Vergiftung, soige, Pricheden tampt. ud Elegtiche Antält, ir zuchleiden, Erfrieren und Sonnenstich, ferner Tod unsteckung, innerer Erkrankung u. zu deren Heilung notwendiger, mit einem Berufsunfalle nicht im Zusammenhange stehender Operationen. Ein Anspruch ist ausgeschlossen: a. wenn der Unfall in offenbarer Trunkenheit erlitten, durch eine ungehörige Handlung, durch grobe Fahrlässigkeit, durch Nichtachtung der für Leben und Gesundheit bestehenden gesetzlichen und polizeilichen Sicherheitsvorschriften selbst verschuldet ist, d. wenn ein anderer, dem die Schuld an dem Unglücke beizumessen ist, wegen dieser Schuld Unterstützung an die Hinterbliebenen zu zahlen verpflichtet ist. S 2. Welche Bedingungen zu erfüllen sind. Als Abonnent der Zeitung gilt nur diejenige Person, bezw. das Glied einer Familie, auf dessen Namen die Der Vorstand. Das Beste für die Hautpflege ist: für Grob- und Feinbäckerei sofort gesucht. Streier, Bäckermeister, Wattenscheid, Freiheitstraße. Knake-Piano bidligssckringc Vongardt, Gelsenkirchen Weststr. 2 EEnenn —— Fachahmungen v Stück. ie Shemiren., veise man zurück. Chemiscne Werke Aktiengesesch. Chartottenburg. Salzufer 16. Abt. Lanolin-Fabrik Martinikenfelde Bezugsquittung lautet. Wer sich für seine Hintervliebenen den Genuß der Unfallvergünstigung sichern will, hat 1, den von der Geschäftsstelle zu fordernden Anmeldezettel genau auszufüllen, mit der eigenhändigen Unterschrift zu versehen und der Geschäftsstelle zuzusterlen, worauf seitens des Verlags die Eintragung in die Nutznießer=Liste und die Zusendung des Nutznieß=Scheines erfolgt, der im Besitze des Abonnenten bleiben und bei Anmeldung des Unfalles vorgelegt werden muß. 2. die fällige Bezugsquittung, auch ohne etwa erwartete Aufforderung im voraus, spätestens aber dis zum 15 des Monats einzulösen und die reweils letzte aufzubewahren, 3. sich bei einem nicht sogleich tödlichen Unfalle sofort in Behandlung eines Arztes zu begeben und dessen Anordnungen zu befolgen. Wer diese Bedingungen nicht erfüllt, hat keinen Anspruch auf Zahlung des Unfallgeldes. S 3. Wie hoch beläuft sich das Unfallgeld? wemme Unfallgeld wird für die Hinterbliebenen des Vilunglaulen auf den Betrag von 425 Mk. festgesetzt. Leng aber von ein und demselben Unglücksereignisse mehr ###begünstigte Abonnenten betroffen werden, so wird als Hrchslbetrag die Summe von 1000 Mk. ausgezahlt und gleichmäßig unter die Berechtigten verteilt. S 4. Wann und wie der Unfall anzumelden ist. Jeder Unfall, für den Anspruch erhoben wird, ist von dem Beschädigten bezw. dem Rechtsnachfolger des tödlich Verunglückten spätestens innerhalb 3 Tagen, von dem Zeitpunkte erlangter Kenntnis ab gerechnet, dem Verlage anzuzeigen, wohin neben dem Nutznieß=Scheine und der letzten Bezugsquittung auch weitere auf den Unfall bezügliche Auskünfte und Belege, welche etwa für erfordererachtet werden, spätestens innerhalb 8 Tagen einzureichen sind. Insbesondere ist der Nachweis zu führen daß der Verunglückte, bis zum Augenblicke des Ereignisses gerechnet, seit mindestens einem vollen Monat unund guchi Bezieher der„Wattenscheider Zeitung“ war ae#: vie latfällige Bezugsguitung rechtzeitig einge, Wann und an wen wird gezahlt. Die Auszaylung des Unfallgeldes erfolgt sogleich nach Anerkenntnis des Anspruchs bei der Kasse des Geschäftes an den nächsten Erbberechtigten. Wenn eine Frau und auch Kinder nicht vorhanden sind, erfolgt die Auszahlung an die Eltern, und schließlich an die Geschwister des Verunglückten, jedoch nur in dem Falle, daß er zur Zeit des Unfalls der Ernährer der Eltern, bezw. der Geschwister war. Der Nachweis, daß ein Anrecht vorliegt, liegt dem Ansprucherhebenden ob; wer 8 Tage nach dem Todesfall seinen Anspruch nicht angemeldet hat, geht desselben verlustig.— Falls unter den Hinterbliebenen Streit hinsichtlich des Anrechtes entsteht, soll die Entscheidung unter Ausschluß des Rechtsweges durch einen von dem Verlage der„Wattenscheider Zeitung" zu bestimmenden hiesigen Rechtsanwalt erfolgen. Die Kosten dieser Entscheidung trägt der unterliegende Teil; sollten sie nicht beizutreiben sein, werden sie von dem Verlage vorgelegt und von dem Unfallgelde in Abzug gebracht. Für den Fall, daß das Anrecht auf das Unfallgeld vom Verlage abgelehnt und der Anspruch Erhebende im Rechte zu sein glaubt, soll zum Zwecke einer chleunigeund billigen Erledigung ein aus 2 Juristen bestehendeSchiedsgericht entscheiden, zu dem der Verlag und der Anspruch Erhebende je ein Mitglied zu bestimmen haben. Können diese beiden sich nicht einigen, so wählen sie einen Obmann und entscheiden mir diesem nach Stimmenmehrheit. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen; die Kosten fallen der unterliegenden Partei zur Last. § 6. Sofern Ergänzungen oder Aenderungen dieser Bestimmungen vorgenommen werden, wozu der Verlag berechtigt ist, treten diese in Kraft mit Beginn des Monats, der auf den Tag der Veröffentlichung in der„Wattenscheider Zeitung“ folgt. B. Anzeigen-Vergünstigung.(A.-P.) Vom 1. Oktober 1909 ab haben alle Abonnenten der „Wattenscheider Zeitung" bei kleineren Anzeigen(Wohnungsgesuchen und Vermietungen, Arbeitsmarkt) auf ein Inserat 3 Zeilen kostenfrei wenn bei Aufgabe die Quittung für den laufenden Monat eingereicht wird. Wattenschei d, den 30. Dezember 1911. „Verlag der Wattenscheider Zeitung“ Carl Busch.