Nr. 153. 1 20 *9 (1. Blatt.) Samstag, den 5. Juli 1913. 45. Jahrgang. g (Gonopal A gegrunver 1868 (Generat=Anzeiger.) Amtliches Blatt aller Behörden weziell für die Orte Wattenscheid, Gelsenkirchen=Aeckendorf, Leithe, Günnigfeld, Hordel, Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet: 1 inkl. Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet; 2 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche s Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig).: Die Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung" erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Telegr.=Adr.: Zeitung. Telefon 181. Rotationsdruck und Verlag Carl (Neueste Nachrichten.) in Stadt und Amt Wattenscheid, Gevinghausen, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheid, Eiberg, Freisenbruch u. a. : Anzeigen pro Nonpareillezeile oder deren Raum 15 Pfg., auswärts# : 20 Pfg., Reklamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Termin* zusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach : Erhalt der Rechnung. Mk. Unfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungen. Busch, verantw. Redakteur Bernhard Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln 8566. Diese Nummer umfaßt 10 Seiten. Wetteraussichten. Wetter für Sonntag: Veränderlich, strichweise Regen, kühl, vielleicht Gewitter. Stadt, Amt und Kreis. * Wattenscheid, 5. Juli 1913. Ein gräßlicher Selbstmord. * Auf schreckliche Weise hat heute vormittag 9,30 Uhr die im Hause Steelerstr. 83(Hohenstein) wohnende Ehefrau Anton Schwitalla ihrem Leben ein Ende gemacht. Sie übergoß sich mit Petroleum und zündete sich dann an. Bevor Hilfe kam, war sie bereits bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. und tot. Die Bedauernswerte hat die Tat in geistiger Umnachtung ausgeführt. Zu dieser entsetzlichen und beklagenswerten Tat wird uns weiter gemeldet: Um 9,30 Uhr hörte man in der Wohnung der Ehefrau Schwitalla plötzlich gellendes Jammergeschrei, auch machte sich ein intensiver Petroleumgeruch bemerkbar. Als die Hausbewohner sofort in die Wohnung eindrangen, bot sich dort ein Anblick, der ihnen das Blut in den Adern erstarren machte. Die Ehefrau Schwitalla stand in hellen Flammen und glich einer lodernden Feuersäule, während sich die Unglückliche in fürchterlichen Schmerzen wand und schrie. Sofort versuchten die Hausbewohner, die Flammen zu löschen, indem man das Feuer mit Tüchern erstickte. Es war aber bereits zu spät. Die Unglückliche war bis zur Unkenntlichkeit verkohlt. Sie hatte, wie die in der Nähe liegende Petroleumkannne und der mit Petroleum getränkte Fußboden bewies, sich selbst mit diesem Brennöl begossen und dann angezündet. Die Wirkung war eine furchtbare. Alle Fleischteile von Kopf, Brust und Leib waren verbrannt und die angeschwärzten Knochen bloßgelegt, während die Eingeweide heraushingen. Die Füße, welche vom Petroleum scheinbar nicht so sehr getroffen waren, wiesen dagegen nur geringere Brandwunden auf. Die Unglückliche litt schon lange an nervöser Gereiztheit, welche in letzter Zeit zu einer geistigen Ummachtung geführt hatte. Schon wiederholt äußerte sie Selbstmordgedanken, jedoch dachte niemand daran, daß die Frau, welche sonst ganz vernünftig schien und in grücklicher Ehe lebte, diese ausführen würde. Der Ehemann befand sich auf der Zeche, als er die niederschmetternde Nachricht erhielt. Die Frau, welche 30 J. alt ist, hinterläßt 4 Kinder, von denen heute morgen 3 in der Schule waren. Das jüngste Kind, einen 4jährigen Knaben, hatte sie vorher zu Nachbarn geschickt. Mit der hartgeprüften Familie macht sich allgemeine Teilnahme geltend. Von unserem Gymnasium. * Oberlehrer Heinrichs, der seit einer Reihe von Jahren an unserem Gymnasium sehr erfolgreich tätig ist, wurde der Charakter als Professor verliehen. * Am morgigen Sonntag werden 21, von Professor Langenberg vorbereitete Schüler unseres Gymna' siums in der Josephkirche zum 1. Male zum Tisch des Herrn gehen. Der feierliche Gottesdienst, an dem auch sämtliche kath. Lehrpersonen und Schüller des Gymnasiums teilnehmen, beginnt um 8.30 Uhr. Militärkonzert. * In den Gartenanlagen des Restaurants Ed. Voortmann wird am 10. Juli das 2. und letzte Militärkonzert für diesen Sommer stattfinden. Der Vorverkauf der Karten hat begonnen. Die Musik wird ausgeführt von dem hier bestens bekannten Trompeterkorps des Schlesw.=Holstein. Ulanen=Regiments Nu. 15 aus Saarburg i. L. unter persönl. Leitung des Musikmeisters R. Wolkin. Wattenscheid als Tagungsort. * Die Stadt Wattenscheid entwickelt sich, wozu es auch durch ihre zentrale Lage im Herzen des Industrie= gebietes und durch ihre guten Verbindungen in hervorragender Weise geeignet ist, mehr und mehr zu einem von den großen Verbänden gewählten Tagungs= ort. Nachdem schon vor einigen Wochen der Rhein.= Westf. Haus= und Grundbesötzertag hier stattgefunden hat und noch kürzlich der Westf. Kriegerbund den Beschluß faßte, seinen nächstjähr. Provinzialtag in Wattenscheid abzuhalten, wirdEnde August auch der Zonentag des Westfäl.=Lippischen Gastwirteverbandes hier tagen. Der hiesige Wirteverein hat dieserhalb im Restaurant Erlenkämper zu Westenfeld unter dem Vorsitze des Restaurateurs H. Voortmann eine Versammlung abgebalten und beschlossen, aus Anlaß des Zonentages verschiedene Feierlichkeiten zu veranstalten. U. a. ist ein Festessen und später eine Nachfeier vorgesehen. Für die Festsetzung des Programms wurde eine Kommission gewählt, welche gemeinsam mit dem Vorstande die Vorarbeiten erledigen wird. Für das Putzmacher= und Schneiderinnengewerbe. * Im Kaisersaal(Koch) fand gestern abend unter dem Vorsitz des Obermeisters Maas eine von zirka 50 Damen besuchte Versammlung für das Putz= und Schneiderinnengewerbe statt. Besprochen wurde die Einrichtung eines praktischen und theoretischen Kursus zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung, welche bis zum 1. Oktober dieses Jahres abgelegt werden muß. Es meldeten sich zur Teilnahme an dem Kursus etwa 20 Damen. Weitere Anmeldungen werden noch entgegengenommen von Frl. Lehrerin Biederbeck, Frl. Bretz und Obermeister Josef Maas. Statistisches über die kathol. Gesellenvereine. * Auf der Diözesankonferenz der kath. Gesellenpräsides der Diözese Paderborn, die kürzlich in Rheda unter dem Vorsitz des Diözesanpräses Pfarrer Grüne=Schalke tagte, gab der Diözesanpräses einen Bericht über den Stand und die Tätigkeit der Gesellenvereine. Danach hat die Diözese in ihrem westfälischen Anteil zurzeit 74 Vereine mit 6800 ordentlichen und 12100 außerordentlichen Mitgliedern. Von den ersteren sind 1291 Nichthandwerker. Neu aufgenommen wurden 1912:1987 Mitglieder, von denen 660 aus Jugendvereinen überwiesen wurden. Die 30 eigenen Häuser, in denen ständig 496 Gesellen wohnen, haben einen Wert von 3 418 000M. Wandernden Mitgliedern wurden in 3519 Fällen freies Nachtquartier bzw. Verpflegung gewährt. 2049 Mitglieder gehören den christlichen Gewerkschaften an, 6 den Fachabteilungen Sitz Berlin. Eine Sparkasse haben 55 Vereine mit 254·000 M. Jahreseinlage und einem Bestande von 881 759 M. Hiernach galt es noch die sämtlichen 18 Anträge durchzuberaten, welche die am 21. bis 23. Juli d. J. in Köln tagende Generalversammlung beschäftigen werden. Die einzelnen Anträge wurden von verschiedenen Referenten kurz vertreten und fanden durchweg allseitige Zustimmung. Die Versammlung, auf der auch Wattenscheid vertreten war, stimmte freudig dem tätigten Ankauf der Geburtsstätte Adolf Kolpings und der benachbarten Grundstücke zu Kerpen zu, wünscht aber, daß das auf dem Grundstück zu erbauende Exerzitienhaus eventuell zugleich als Erholungsheim für Verbandsmitglieder eingerichtet werde. Nach Erledigung der Tagesordnung teilte der Vorsitzende noch den Wunsch des Generalpräsidiu ms mit, die Vereine möchten ihre Kolpingsfeier möglichst auf den 14. Dezember ansetzen. Sodann wurde Bad Driburg als Ort der nächstjährigen Tagung bestimmt. Feierschichten. * Das Kohlensyndikat in Essen hat infolge der zurückgegangenen Nachfrage nach Kohlen eine Einschränkung der Kohlenförderung angeordnet. Demen tsprechend haben viele Zechen eine Feierschicht für jede Woche eingelegt, wodurch die Knappen einen erheblichen Ausfall am Lohn erleiden. Auf den hiesigen Zechen hört man noch nichts von derartigen Feierschichten. Im Gegenteil lassen einige Zechen, speziell Zeche Holland jede Woche sogar noch 1 Ueberschicht einlegen, welche von der Belegschaft gern verfahren wird. Kleine lokale Nachrichten. * Unsere Freiwillige Feuerwehr hat heute Abend 8.30 Uhr ihre General=Versammlung im Restaurant Schlenkhoff. * Zwecks Gründung eines ev. Arbeiter= Vereins für die Gemeinde Leithe findet morgen vormittag 11 Uhr eine Besprechung im Restaurant ChristLohrheide statt, wozu besondere Einladungen ergangen sind. * Versammlung haben folgendeVereine: Turnverein„Deutsche Turnerschaft“ heute abend 8,30 Uhr im Restaurant Koch; Krieger=Verein Kaiser Wilhelm 5 Uhr im Restaurant Koch; Kriegerbund(Rörig) morgen nachmittag 5 Uhr; Kam. Kriegerbund 5 Uhr im Restaurant Ahlmann; Evgl. Arbeiterverein 3 Uhr im Restaurant Ahlmann, 2 Uhr Uebung des Trommlerkorps; Montag abend 7 Uhr die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz. * Der Evgl. Gesellenverein tritt morgen vormittag 6 Uhr am Bahnho fWattenscheid(Berg.=Märk.) zur Teilnahme am Verbandsfeste in Düsseldorf an. Abfahrt 6,15 Uhr. * Das Festzelt, in welchem auf dem alten Marktplatz das Kriegerverbandsfest stattfand, ist jetzt vollständig abgebrochen. Es wird nach Steele transportiert, um dort für eine große Festlichkeit wieder aufgebaut zu werden. Verhafteter Dieb. * Gestern wurde der Gelegenheitsarbeiter Joh. Sch. festgenommen, weil er bei Gelegenheit der Kirmes eine Hose gestohlen hatte. Es hat sich jetzt herausgestellt, daß er auch von der Polizei des Amtes Wattenscheid wegen gefährlicher Körververletzung und Diebstahls gesucht wird. Sch. wurde dem hiesigen Gerichtsgefängnis zugeführt. Neues aus Höntrop. * Höntrop, 5. Juli. Der hiesige Cäcilienchor unternimmt am morgigen Sonntag eine Sängerfahrt nach Rheda. Die Abfahrt erfolgt morgens 5,34 Uhr ab Staretion Höntrop. In Rheda werden mehrere gewerbliche Anlagen und auch das Schloß und der Tierpark des Fürsten von Bentheim=Steinfurt besichtigt. Auch ein Picknick im Walde ist vorgesehen. Abends treten die Sänger die Heimfahrt an. — Das Doppelquartett„Caecilia“(Dirigent Lehrer Plugge) wird sich im Monat August 2mal am Sängerwettstreit beteiligen, und zwar am 3. in Hattingen und am 10. Aug. in Dümpten. * Höntrop, 5. Juli. Morgen nachmittag 5 Uhr beginnend findet im Restaurant Fritz Springob, Kaiserstr. 1. großes Gartenkonzert statt. Krieger=Verein Sevinghausen. * Sevinghausen, 5. Juli. Der Krieger= und Landwehr=Verein hat morgen nachm. 5 Uhr seine monatl. Versammlung im Restaurant Kopp. Die Tagesordnung ist eine reichhaltige. Einbruch— Straßensperrung. * Eppendorf, 5. Juli. Einbrecher stahlen aus dem Weiß= und Kurzwarengeschäft von Klara Rose in Weitmar an der Essener Straße für 1000 M. Waren. Die 3 Täter wurden morgens 5 Uhr von einer großen Zahl Bergleute, die zur Zeche„Engelsburg“ gingen, beobachtet, wie sie die in gelben Kartons verpackten Waren aus einem direkt an der Essener Straße liegenden Roggenfelde holten und auf einen kleinen Flachwagen mit kleinem Aufsatz luden und über die Aleestraße nach Bochum zu fuhren.— Die Kaiserstraße hierselbst, vom Restaurant Keller bis zur Holzstr. wird für 10 Tage wegen der Straßenbahnarbeiten gesperrt. Verschiedene Nachrichten aus Günnigfeld. * Günnigfeld, 5. Juli. Bei der Polizei lagert ein Posten Wäsche, welche in einem Hausflur gefunden und wahrscheinlich von einem Diebstahl herrührt.: Der Eigentümer wolle sich melden.— Der Bürgerschützenverein veranstaltet morgen einen Ausflug, wozu sich die Mitglieder morgens um 6 Uhr im Vereinslokale Riesmeier versammeln. Die Abfahrt nach Hagen erfolgt von der Station Hordel=Eickel. Unfall auf dem Wanner Flugplatz. * Wanne, 5. Juli. Auf dem Flugplatz stieg gestern morgen der Pilot Bramhoff auf, infolge falscher Steuerungsmanöver stürzte er aus 10 Meter Höhe ab. Der Apparat wurde vollständig zertrümmert. Der Flieger erlitt keinen Schaden.— Das Maschinenpersonal des Luftkreuzers„Charlotte" wird in den nächsten Tagen durch neues Personal aus Bitterfeld abgelöst werden. Es wird sich alsdann nach England begeben, um den an England verkauften Parsevalkreuzer„Die Dame der Luft“ einzufliegen. Weitere Lokalnachrichten siehe 2. Blatt. Sanitäts-Kolonne vom roten Kreuz Wattenscheid. Montag, den 7. Juli sabends 7 Uhr Versammlung im Vereinslokal Ahlmann. Es wird um vollzähliges Erscheinen gebeten. Vorstand. 1 und 1 Kinderbettstelle sehr billig zu verkaufen. Bahnhofstr. 4, I. Etage. Möbliertes Zimmer mit Kaffee zu mieten gesucht. Off. u. X 3895 miti Preisangabe an die Expedition deser Zeitung. Vertreter bei hohem Verdiens gesucht. Offert. an J. 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Im französischen Feldzuge bei Wörth schwer verwundet und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet, wurde er 1875 zum Oberleutnant befördert. Als Hauptmann wurde er 1880 in den Groß.n Generalstab versetzt, in dem er, nach kurzer Wirksamkeit als Kompagniechef, auch als Major wieder tätig war, 1892 als Abteilungschef. 1895 übernahm v. Heeringen als Oberst das Kommando über das 117. Insanterieregiment, 1898 wurde er mit dem Range eines Brigadekommandeurs in das Kriegsministerium versetzt und mit den Geschäften des Direktors des Armeeverwaltungs=Departements beauftragt, 1901 zum Generalleutnant befördert, wurde er 1903 Kommandeur der 22. Division 1906 General der Infanterie und Kommandeur des 2. Armeekorps und im August 1909 Staats= und Kriegsminister.— Generalfeldmarschail Frhr. von der Goltz steht im 70. Lebensjahre. Er trat 1861 in die Armee, kommandierte 1902=07 das 1. Armeekorps, wurde dann Generalinspektor und 1908 Mitglied des preuß. Herrenhauses. Als Reorganisator der türkischen Armee hat Frhr. von der Goltz sich ebenfalls einen Namen gemacht. Handschreiben des Kaisers. Berlin, 5. Juli. Der Reichskanzler meldet die Enthebung des Kriegsministers von Heeringen vom Amte des Staats= und Kriegsministers behufs anderweitiger dienstlicher Verwendung. v. Heeringen ging folgendes Handschreiben des Kaisers zu: Nachdem ich Sie durch anderweite Order am heutigen Tage vom Amte des Staats= und Kriegsministers enthoben habe, ernenne ich Sie hierdurch unter Belassung ala suite des Füsilierregiments Gersdorff(Kurhessisches) Nr. 80, zum Generalinspekteur der zweiten Armeeinspektion. (Standort Berlin). Sie haben in dieser Bestimmung erneut einen Beweis meines Vertrauens und ein Zeichen meiner hohen Anerkennung für Ihre ausgezeichneten Dienste zu erblicken, welche Sie in den verschiedensten Stellungen, insonderheit in der bisherigen schweren und verantwortungsvollen Stellung als Kriegsminister, mir und der Armee geleistet haben. Ich hoffe, daß Ihre reiche Diensterfahrung, welche Sie im Krieg und Frieden gesammelt haben, auch auf dem wichtigen Posten des Armeeinspekteurs noch lange der Armee zu gute kommen wird. Kiel, 4. Juli. Wilhelm R. Kriegszustand auf dem Balkan. Bulgarischer Angriff auf Saloniki? Sofia, 5. Juli. Hier zirkulieren Gerüchte über große Kämpfe bei Veles und Küprülü sowie über ein energisches erfolgreiches Vorgehen der Bulgaren gegen Saloniki.— Nach einer anderen Meldung hat der Oberkommandierende der bulgarischen Armee in Serres, General Iwanoff, Befehl erhalten, das von den Griechen besetzte Saloniki anzugreifen. Serbische Niederlage? Sofia, 5. Juli. Die serbische Armee erlitt auf dem Ovcepolje eine vernichtende Niederlage. Die Bulgaren traten bereits den Vormarsch gegen Kumanowo sowie gegen die serbische Grenze an. Die Erregung gegen König Ferdinand. Sofia, 5. Juli. Hier herrscht große Erregung infolge des vom Zaren Ferdinand erlassenen Befehls, die Feindseligkeiten einzustellen. Die Bevölkerung bedroht und verhöhnt den König und die Regierung. Ein ehemaliger Minister und Parteiführer äußerte sich gestern abend wie folgt: Sagen Sie dem König, daß ich ihm an den Kopf gehen werde, wenn er sich dem Willen der Nation widersetzt. Jubel in Serbien. Belgrad, 5. Juli. Unter ungeheurem Jubel der Bevölkerung in Belgrad werden soeben Einzelheiten über die Einnahme von Retka=Buwka durch die serbischen Truppen veröffentlicht. Alle Befestigungen sind mit aufgepflanztem Bajonett genommen worden. Sollte es den Serben gelingen, Retka=Buwka zu halten, die eine Festung von der Wichtigkeit des Tarabosch ist, dann befinde sich die Armee des Generals Radko Dimitrieff in einer schwierigen Lage. Die bulgarische Armee sei jetzt in zwei Teile gespalten, von denen sich der eine in Bulgarien, der andere isoliert in Mazedonien befindet. Der Schlüssel zu Mazedonien befindet sich in den Händen der Serben.— Die Stellung der Bulgaren bei Rajcevobrda, nördlich von Kotschana, die mit 100 Geschützen besetzt war, ist von den serbischen Truppen eingenommen und dadurch die Schlacht gewonnen worden. Die Bulgaren fliehen in der Richtung nach Kotschana. Die Eroberung von Kilkitsch. Athen, 5. Juli. Das große Hauptquartier telegraphiert an den Ministerpräsidenten: Nach lebhaftem 3tägigem Kampfe eroberten wir Kilkitsch. Wir verfolgen den Feind und halten Fühlung mit ihm. Der Geist der Truppen ist vorzüglich. Einfall der Serben in bulgarisches Gebiet. An 2 Stellen kann der feindliche Einmarsch in die Umgebung der bukgarischen Hauptstadt Sofia erfolgen, die wie ein Dreieck westlich von Serbien, südlich von Mazedonien begrenzt wird: bei Zaridrod an der westlichen Grenze nach Serbien und bei Köstendil an der Südgrenze. Von beiden Grenzorten ist Sofia nur um 70—90 Kilometer entfernt, nach beiden führen Eisenbahnen! Im Süden ist jetzt bereits der Einbruch der Serben in Bulgarien erfolgt. Der Draht meldet: Sofia, 5. Juli. Die Nachricht von einem Einfall serbischer Truppen in bulgarisches Territorium im Departement Köstendil bestätigt sich. Die Regierungen befehlen die Einstellung der Feindseligkeiten? Sofia, 5. Juli. Man meldet, daß die Bulgaren und Serben auf die Vorstellungen Rußlands hin geantwortet hätten, daß sie Befehl gegeben hätten, die Feindseligkeiten einzustellen. Es bleibt nunmehr abzuwarten, ob die Regierungen noch Macht über das Militär haben. Griechischer Sieg. 2 Athen, 5. Juli. Ministerpräsident Venizelos verlas gestern in der Kammer das Telegramm aus dem Hauptquartier über die siegreiche Schlacht von Kilkitsch. Die Griechen eroberten 60 bulgarische Kanonen. Die Begeisterung der Deputierten war unbeschreiblich. Alles klatschte Beifall und rief: Es lebe der König! Es lebe die Armee! Es lebe die Nation! Es lebe Venizelos! Die Serben zurückgeschlagen. T Sofia, 5. Juli. Nachdem serbische Truppen die Posten an der bulgarischen Grenze bei Patarica angegriffen und 10 Km. ins Innere des Departements Köstendil eingedrungen waren, unternahmen gestern früh 2 bulgarische Bataillone einen Angriff gegen die 3 serbischen Bataillone, welche bis dahin vorgedrungen waren, schlugen sie völlig in die Flucht und verfolgten sie bis Kisseliea nördlich von Egri Palanka. Sodann nahmen die Bulgaren die Höhe, bei Kisselica, wobei 5 Offiztere und 200 Soldaten gefangen genommen wurden. Außerdem wurden 3 Schnellfeuerfeldgeschütze, ein Gebirgsgeschütz, 3 Maschinengewehre sowie eine Menge Munition, Tornister und Zelte erbeutet. Bulgarischer Sieg., T Sofia. Es wird ein großer bulgarischer Sieg am Owtsche Polje und ein Rückzug der Serben auf Uesküb und Kumanovo gemeldet. Die vorgestrige Schlacht am Owtsche Polje wü ttete durch 11 Stunden fort auf einer 10 Km. langen Front. Die Schlacht entschied nach 9 stündigem Kampfe das Eintreffen einer starken bulgarischen Kolonne von Norden, welche die Serben auf dem linken Flügel angriff und Umgehung drohte, sodaß die serbische Armee den Rückzug auf; Uesküb antreten mußte. Auf serbischer Seite kämpften auch Montenegriner mit.— Die erste serbische Drinadivision, die am südlichen Flügel der serbischen Hauptarmee bei Köprülü stand, wurde unter schweren Verlusten gegen Uesküb zurückgeworfen. Damit ist die Umgehung der serbischen Hauptarmee vollzogen. Die Haltung der Türkei. T Konstantinopel, 5. Juli. In Besprechung der durch die Balkankrise geschaffenen Lage betont der Tanin, daß sich die Türkei in keinem definitiven Frieden mit den Balkanstaaten befinde u. in dem gegenwärtigen Krieg gegen den gefährlichsten Gegner Partei nehmen müßte, der unter allen Umständen Bulgarien sei. * T Belgrad, 5. 7. Gestern abend 7 Uhr trafen 144 Mann bulgarische Gefangene, darunter ein Oberstleutnant, 17 Offiziere und 2 Militärärzte hier ein. Die Ueberführung derselben in die Festungskasernen erfolgte ohne Zwischenfall. T Athen, 5. Juli. Ein bulgarisches Regiment mit dem Obersten und anderen Offizieren wurde bei Pangeon gefangen genommen. Das Generalquartier des Königs hat an das Ministerium des Aeußeren eine eingehende Beschreibung des Gefechtes von Nigrita ger ichtet, in der es heißt, daß Nigrita einen entsetzlichen Anblick geboten habe. Stadt und Tal seien von verstümmelten Bulgaren bedeckt. Bei der Annäherung der rasch vorrückenden griechischen Truppen seien 150 bulgarische Soldaten außerhalbs Nigritas gefangen genommen worden, die Brände gelegt hätten. Zahlreiche Leichen von Bulgaren und eine Menge Waffen und Munition bedecken die Gegend von auf eine halbe Stunde im Umkreis. Bei Lygovahi, das die Griechen besetzten, sei ein bulgarisches Bataillon gefangen genommen worden. Die Bulgaren hätten sich auf der ganzen Linie zurückgezogen. Deutschland Aus dem Bundesrat. Berlin, 5. Juli. In der gestrigen Sitzung des Bundesrats wurde auch dem vom Reichstage angenommenen Antrage über die Erhöhung der Gehälter der mittleren und unteren Postbeamten die Zustimmung erteilt. Diese Sitzung des Bundesrats war die letzte vor den Sommerferien, erst im Herbst tritt er wieder zusammen. Bis dahin sind demnach auch die Entscheidungen über die Aenderung des Militärstrafgesetzbuches, die braunschweigische Thronfolge, die Jesuitenfrage und der Antrag der elsaß=lothringischen Regierung wegen der Ausnahmegesetze vertagt worden. Die Kriegsdenkmünzen. Berlin, 5. Juli. Der Kaiser hat bestimmt, daß diejenigen Kriegsdenkmünzen, die satzungsgemäß den Hinterbliebenen belassen werden sollen, sowie das Eiserne Kreuz und sämtliche vor dem Feinde erworbenen Ordens= und Ehrenzeichen auf Wunsch der Beteiligten bei den Kirchspielen aufbewahrt werden. Vom Kaiser. Hamburg, 5. Juli. Dienstag morgen 10 Uhr wird der Kaiser, der von Kiel kommt, in Brunnsbüttel von GeneralDirektor Ballin empfangen werden und mit ihm zusammen zum Imperator bei Kuxhaven fahren. Der Imperator wird um 12 Uhr mit der kaiserlichen Standarte eine Fahrt antreten, die bis über Helgoland hinausgeht und sich bis zum Abend ausdehnt. Mittwoch vormittag 10 Uhr wird der Kaiser das Schiff wieder verlassen und nach Brunnsbüttel zurückkehren. Der Patriotismus der Auslandsdeutschen. Valparaiso, 4. Juli. An den Reichskanzler ist von hier folgendes Telegramm abgesandt worden:„Zu der großen politischen Tat der Wehrmachtstärkung, die uns Auslandsdeutsche mit Stolz und Freude erfüllt, beglückwünschen wir unsern Reichskanzler und den patriotischen Reichstag. Namens sämtlicher deutschen Vereine Valparaisos: Die Deutsche Zeitung. Darauf ist folgende Antwort eingetroffen:„Den deutschen Vereinen Valparaisos freundlichen Dank für die dem Reichstage und mir gezollte Anerkennung. Die Auslandsdeutschen dürfen dem Geiste vertrauen, der in unserem Volke lebt. Reichskanzler v. Bethmann Hollweg. Oesterreich. Der Herzog von Cumberland beim Kaiser Franz Joseph. Wien, 5. Juli. Der Herzog von Cumberland und Prinz Ernst August Herzog zu Braunschweig und Lüneburg sind gestern mittag im Automobil aus Gmunden in Bad Kehl eingetroffen und haben dem Kaiser Franz Joseph einen längeren Besuch abgestattet, worauf sie nachcmunden zurückkehrten Belgien. Die Großherzogin von Luxemburg in Brüssel. Brüssel, 5. Juli. Die Großherzogin von Lu xemburg ist gestern nachmittag zum Besuch des belgischen Hofes hier eingetroffen. Der König empfing den hohen Gast auf dem Luxemburger Bahnhof und geleitete ihn zum Palast, wo Königin Elisabeth die Großßherzogin, ihre Verwandte, herzlich begrüßte. Viele Luxemburger begrüßten ihre Herrscherin auf der Fahrt zum Stadtschloß. Abends um 7 Uhr fand ein Prunkmahl statt. Frankreich. Die Einstellung der Zwanzigjährigen. Paris, 5. Juli. In der Heereskommission sprechen heute Barthou und Etienne für den Abänderungsantrag ReinachMontebello, wonach die Rekruteneinstellung mit 20 Jahren erfolgen soll. Wie man erfährt, stellt der höhere Rat zur öffentlichen Gesundheit dieser Herabsetzung des Einstellungsalters nichts entgegen, vorausgesetzt, daß eine strenge Auswahl stattfindet, die alle jungen Leute zurückstellt, die den körperlichen Anforderungen nicht genügen. Der Rat wird empfehlen, die Einstellung nicht Januar. sondern Februar stattfinden zu lassen. Prügelstrafe für Mädchenhändler. London, 5. Juli. Bei den gestrigen Beratungen des internationalen Kongresses zur Unterdrückung des Mädchenhandels empfahl Arthur Lee, der konservative Abgeordnete von Hampshire, den nichtenglischen Kongreßteilnehmern, für die Prügelstrafe für Mädchenhändler einzutreten. Bekanntlich wurden durch den Criminal Law Amendment Act in England die Prügelstrafe für Mädchenhändler und Zuhälter eingeführt, und Arthur Lee schiebt diesem Umstand die Tatsache zu, daß die fremden Mädchenhändler fast ganz aus England verschwanden. Italien. Rom, 5. Juli. Die Nachricht, das Pinienwäldchen, bekannt unter dem Namen Pineta Sacchetti, bisher Eigentum des Fürsten Carlo Torlonia, am Monte Mario, sollte kürzlich von der Verwaltung des Heiligen Stuhles käuflich erworben worden sein, wird offiziell dementiert. Aus dem Vatikan. T Rom, 5. Juli. Der preußische Gesandte beim Heiligen Stuhl, Baron von Mühlberg, fuhr gestern morgen zum Vatikan, um dem Papst Pius 10. das Dankschreiben des Kaisers für die ihm anläßlich seines Regierungsjubiläums dargebrachten Glückwünsche zu überreichen und dem Kardinalstaatssekrtär Merry del Val eine Abschrift davon einzuhändigen. Tumulte in der französischen Kammer. Paris, 5. Juli. Die Kammer setzte die Besprechung der Interpellation über die Zwischenfälle in den Kasernen im Mai fort. Der Sozialist Sixte Quenin verband damit einen heftigen Angriff gegen den Kriegsminister, dem er vorwarf, im Jahre 1870 keinen Kriegsdienst getan zu haben und Vorkämpfer für die Kolonial= politik zu sein, die so viel Menschen und Geld verschlinge. Er erhob ferner den Vorwurf, in den Kolonien seien große Konzessionen erteilt worden, von denen der Kriegsminister Etienne direkte Vorteile gehabt habe.(Lebhafter Widerspruch bei der Linken und dem Zentrum). Als Kammerpräsident Deschannel den Redner hindern wollte, eine Schrift zu verlesen, in der von Etienne die Rede ist, trat der Kriegsminister für die Verlesung dieser Broschüre ein, welche davon spricht, daß Etienne im Jahre 1898 der Verwaltung einer Kongo=Gesellschaft angehört haber Etienne erklärte, während 3 Jahren habe er seine ganze Kraft und seine ganze Intelligenz Kolonialfragen gewidmet. Er gab zu, 3 Monate hindurch Leiter einer Kolonialgesellschaft gewesen zu sein, aber niemals habe er an einem Grundstücksverkauf geschäftlich teilgenommen.(Lebhafter Beifall der Linken und im Zentrum.) Als Sixte Quenin seine Angriffe fortsetzte, erklärte Etienne: Wenn Sie die Politik auf das persönliche Gebiet hinüberspielen, werden wir auf ihre Streiche antworten und weitergehen.(Lebhaf„er Beifall auf denselben Bänken; die äußeren Linken springen auf und schreien Etienne Beschimpfungen entgegen; das Zentrum antwortet, indem es auf die Pultdeckel schlägt.) Ministerpräsident Barthou blieb in dem Tumulte ruhig und sagte: Ich bin überrascht, daß heute zum 1. Male einem Minister persönliche Vorwürfe gemacht wurden. Ich wiederhole: Bei Ihnen wechselt Strenge und Nachsicht miteinander!— Jaures beschuldigte in seiner Petition die Regierung, im Lande eine Lage geschaffen zu haben, die ebenso bedenklich sei, wie die 1898. Ein Deputierter schrie Jaures zu: Daran sind nur Sie schuld!(Lärm auf der äußersten Linken.) Die Deputierten rufen einander Beschimpfungen zu.) Jaures fortfahrend, warf der Regierung vor, sie habe die öffentliche Meinung vergewaltigen wollen und sie habe in den Kasernen Stimmung für die 3jährige Dienstzeit gemacht. Daraufhin las der Kriegsminister eines seiner Rundschreiben vor, in denen nur den Offizieren empfohlen wird, soweit es die Disziplin gestatte, den Soldaten näher zu treten, um so schlimme Zwischenfälle in Zukunft zu vermeiden. Jaures fragte, was denn der Tagesbefehl des Obersten des 46. Infanterieregiments zu bedeuten habe, in dem die Soldaten aufgefordert worden seien, gegenüber der Haltung Deutschlands die Notwendigkeit der 3= jährigen Dienstzeit anzuerkennen. Der Kriegsminister antwortete, die Untersuchung sei eingeleitet. Stäblitag. Paderborn, 5. Juli. Zu Ehren des Westfälischen Städtetages und gleichzeitig aus Anlaß der hier stattfindenden Gewerbe=Ausstellung hat die alte Paderstadt ihr Festkleid angezogen. Die Verhandlungen des Westfälischen Städtetages wurden gestern Nachmittag im Sitzungssaale des baulich bemerkenswerten alten Rathauses vom 1. Vorsitzenden Oberbürgermeister Dr. Jungeblodt=Münster mit herzlichen Begrüßungsworten an die Stadtvertreter und an die anwesenden Gäste eingeleitet. Zum Geschäftsbericht wurde bekanntgegeben, daß nach dem Beitritt von Borken dem Westfälischen Städtetag 80 Städte mit 286 Stimmen angehören. Die auf der vorjährigen Tagung in Witten zum Vortrage des Oberbürgermeisters Cuno=Hagen angenommene Entschließung zur Frage der Mädchenschulreform ist dem Kultusminister überreicht worden. Die Sache ist noch in der Schwebe. Den Arbeiten des gestrigen Nachmittags gab der Haupttttel„Vorschläge und Anregungen zur Aenderung des Kommunalabgabengesetzes“. Ziel und Richtung. Die Behandlung des Themas geschah in 3 Vorträgen. Einleitend sprach Bürgermeister Wesemann=Bocholt über Beiträge und Gebühren. Er verlangte im Gegensatz zum Regierungsentwurf aus grundsätzlichen und logischen Erwägungen heraus, daß neben der vorgesehenen degressiven Bemessung der Beiträge und Gebühren den Gemeinden auch die Progression zugebilligt werde. Stadtrat Stumpf=Bochum behandelte das Kapitel der d.rekten Steuern. Er wies darauf hin, daß sich die meisten Wünsche der Gemeinden bei einer Aenderung des Kommunalabgabengesetzes auf die Vorschriften über die indirekten und direkten Steuern richten. Neben einer größeren Bewegungsfreiheit in der Erhebung von indirek— ten Steuern müsse vor allem die völlige Rückübertragung der Grundwertzuwachssteuer an die Gemeinden verlangt werden. Bei den direkten Steuern sei Front zu machen gegen jede Einschränkung der Grundsteuer nach dem gemeinen Wert und es sei neben der Gewerbesteuer eine besondere Berufssteuer für Rechtsanwälte, Aerzte u. dergleichen zu verlangen. Das Beamtenprivileg müsse ganz aufgehoben und die Gleichstellung aller Wohnsitzgemeinden beseitigt werden. Andere Forderungen beziehen sich auf die Beseitigung der Auslegung des Oberverwaltungsgerichts über die Nachbesteuerung. Oberbürgermeister Platzmann=Paderborn besprach den§ 53 des Vorentwurfs einer Novelle zum Kommunalabgabengesetz, der die Bildung von Ausgleichsverbänden zur gemeinsamen Aufbringung eines Teiles der Volksschullasten vorsieht. Der Redner meinte, daß nicht der Ausgleichsverband, sondern nur die Eingemeindung die Mängel der zersplitterten Organisation beseitigen könne. Die Städtte hätten sich darüber zu beschweren, daß namentlich der preußische Landtag einer der Eingemeindung gegenüber ablehnende Haltung einnimmt. Man fürchtet, daß durch die Eingemeindung Großstädte entständen u. glaubt durch die Ablehnung diese Entstehung verhindern zu können. In Wahrheit liege es jedoch so, daß die einheitlichen Wirtschaftsgebiete Großstädte sind, die durch die Zersplitterung der Verwaltung falsch organisiert sind. Erst die Eingemeindung schaffe die Möglichkeit einheitlicher, weitausschauender Verwaltung. Indem der§ 63a nur eine Halbheit schaffe, berge er ebenso wie das Zweckverbandsgesetz die Gefahr, den steuerlich belasteten Vororten das Interesse an der Eingemeindung zu nehmen und dadurch die Entwicklung des ganzen einheitlichen Wirtschaftsgebietes zu schädtgen. Einen allgemeinen Ausgleich der Kommunallasten, wie er neuerdings in der Oeffentlichkeit gefordert wird, lehnte der Vortragende entschieden ab, weil derselbe das Gefühl der finanziellen Selbstverantwortung, die Grundlage des Rechts und der Selbstverwaltung zerstören und die Wirtschaftlichkeit der Kommunalverwaltung überhaupt gefährden würde, Er trat für einen Ausgleich der Volksschnllasten ohne Beschränkung der kommunalen Selbstverwaltung ein, widersprach aber der Ausgleichung durch diskretionäre Zuschüsse. Den§ 53 a des Vorentwurfes müßten die Städte einstimmig ablehnen, weil er den gewollten Ausgleich nicht biete. Im Anschluß an die Vorträge, wies Oberbürgermeister Cuno=Hagen darauf hin, daß die Hausbesitzer in den Städten das lebhafteste Interesse hätten, sich nicht an der Agitation gegen die Grundsteuer vom gemeinen Wert zu beteiligen. Eine Erhebung in Hagen habe ergeben, daß diese Steuer bei Mietshäusern mit zahlreichen Mietern gegenüber der geplanten Anders=Besteuerung eine Entlastung bis zu 60 Prozent biete. Eine weitere Besprechung der Vorträge wurde nicht beliebt. Heute werden die Verhandlungen fortgesetzt. Gerichtssaal. Düsseldorf, 4. Juli. Bei der Ausbesserung einer Wasserspülung im Hauptpostamte am 11. August 1912 ergab sich, daß das Abflußrohr durch zahlreiche hineingepreßte Briefe aus außereuropäischen Ländern, von den die Marken abgekrennt worden, verstopft war. Der Verdacht lenkte sich auf den Postboten Heinr ich Lenzen, und durch eine Haussuchung wurde festgestellt. daß sich L. im Besitze von über 2000 Briefmarken, darunter sehr wertvollen, befand. Wegen Vergehens im Amte sollte er sich vor der Strafkammer verantworten. Es kam jedoch zur Vertagung des Termins, da auf Antrag des Verteidigers zunächst ein ärztliches Gutachten über den Geisteszustand des Angeklagten eingeholt werden soll. " Agchen, 5. Juni. Vom Schwurgericht sind am 28. Juni der 52 Jahre alte Bergmann Albert Puhl aus Duisburg und der 23jährige Klempner Paul Kienbaum aus Alsdorf wegen Straßenraubes zu 6 J. Zuchth. bezw. 15 Mon. Gef. verurteilt. Sie haben fristzeitig Revision ans Reichsgericht angemeldet. " Quisburg, 4. Juli. Der erst 19jährige Bergmann undreas Bauer aus Oberhausen hatte sich gestern wegen Raubversuches vor dem Schwurgericht zu verantworten. Am 30. Mai fiel er den 33jährigen Monteur Johann Kaldenbach, der 100 M im Besitz hatte, auf der Styrumer Heide an, schlug ihn durch Faustschläge zu Boden, durchsuchte ihm die Taschen und flüchtete. Das Urteil lautete auf 2 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust. Koblenz, 4. Juli. Das Schwurgericht verhandelte gegen einen Monteur von hier, der angeklagt war, versucht zu haben, sein 5 Monate altes uneheliches Kind vorsätzlich zu töten. Zu dem Zwecke hatte er Lysol in die Milch geschüttet, die Flasche aber sofort aus dem Munde des Kindes genommen, als es heftig zu schreien anfing. Die Tat war ihm inzwischen leid geworden. Er wurde freigesprochen. Bochum, 5. Juli. In der gegenwärtigen Schwurgerichtsperiode wird noch in folgenden Sachen verhandelt werden: am 8. Juli gegen den Schmied Konrad Haas aus Bochum wegen Sittlichkeitsverbrechens und Straßenraubes, am 9. Juli gegen den Bierhändler Thomas Bartkowiak aus Erkenschwick wegen Meineides., am 10. Juli gegen den Arbeiter Theodor Heinen aus Herne und den Steinträger Fritz Hegenberg aus Röhlinghausen wegen Straßenraubs und am 11. und 12. Juli gegen den Bergmann Albert Farny aus Bochum=Hamme wegen Mordes. Bochum, 5. Juli. Das Schwurgericht verurteilte den Korbmacher August Frauenheim aus Hagen wegen Urkundenfälschung unter Einbeziehung einer bereits erkannten 6monatigen Gefängnisstrafe zu 9 Mon. Gefängnis. Der Angeklagte hatte im März v. J. in ein zu Gunsten seiner Familie gesperrtes Sparkassenbuch einen Inkurssetzungsvermerk eingetragen, eine Unterschrift gejälscht, ein falsches Siegel beigedrückt und nun versucht, bei der Sparkasse Geld zu erheben. Münster, 4. Juli. Wegen Totschlags hatten sich gestern die 28= bezw. 26jährigen Arbeiter Wilhelm Eiserich und Fritz Bäcker, zu verantworten, die zu Bekkum am 1. Juni dieses Jahres abends gegen 11 Uhr mit Beil, Kartoffelhacke und Knüttel bewaffnet über eine Gesellschaft von 7 Personen herfielen, wobei verschiedene der Angegriffenen Verletzungen erlitten u. der 55jährige Arbeiter Tacke erschlagen wurde. Das Gericht erkannte für Eiserich auf 3 J. 6 Mon. Gef., für Bäcker auf 5 J. Gef. Wilhelmshaven, 5. Juli. Das Kriegsgericht sprach gestern den Kapitänleutnant Sieß und den Obermaschinisten Berendt, die angeklagt waren, die Strandung des neuen Torpedoboots V 3 bei Misdroy am 12: April verschuldet zu haben, frei. * Würzburg, 5 Juli Die Strafkammer verurteilte den Bäcker Martin Pfeuffer wegen großer Unsauberkeiten bei Herstellung von Backwaren und bei der Fabrikation von Apfelkraut zu 300 M Geldstrafe und 14 Tagen Gefängnis. Zur Herstellung von Kösetuchen verwendete er mit Würmern durchsetzten Käse, zu Torten und Kuchen verdorbene Eier, Gebäck, das verdorben und verschimmelt war, wurde zerrieben und neu verwendet. Aus Westdeutschland. Düsseldorf, 5. Juli. Der Regierungspräsident hat angeordnet, daß hier neue Zwangsinnungen errichtet werden, und zwar vom 1. Juli ab die Zwangs=Innung für das Maler=, Anstreicher=, Glaser=, Tapeziererund Lackierergewerbe=für die Gemeinden Vohwinkel, Haan, Mettmann, Wülfrath und die Landbürgermeisterei Gruiten mit dem Sitz in Vohwinkel, für das Zimmerhandwerk im Stadt= und Landkreise Neuß, für das Gewerbe der Bäcker und Kondttoren der Gemeinde Kronenberg mit dem Sitz in Kronenberg und für das Tischlerhandwerk der Gemeinden Mettmann und Wülfrath mit dem Sitze in Wülfrath, letztere vom 1. August ds. Irs. ab. Der Regierungspräsident hat seine Anordnungen über eine Zwangsinnung für das Baugewerbe in Haan, sowie eine Zwangsinnung für das Tischler==Gewerbe in der Stadt Lennep zurückgezogen, sodaß diese beiden Zwangsinnungen mit dem 1. Juli d. J. zu bestehen aufgehört haben. Essen, 5. Juli. Die Stadtverordneten bewilligten 25000 Mark zur Beschaffung von 200 Milligramm Mesothorium für die Behandlung von Krebskranken in den hiesigen Krankenanstalten. Erforderlich für den Ankauf des genannten Quantums sind 40000 M. 15 000 Mark sind bereits durch private Mildtätigkeit aufgebracht worden. Barmen, 5. Juli. In der Wertherstraße geriet ein Radfahrer aus Elberfeld, als er einem ihm entgegenkommenden Automobil ausweichen wollte, unter einen Straßenbahnwagen und wurde sofort getötet.— Eine Kontoristin eines hiesigen Engrosgeschäftes wurde von einem schweren Wagen in einer Toreinfahrt gegen die Wand gequetscht. Sie erlitt so schwere Verletzungen, daß sie kurz nach ihrer Einlieferung in das Krankenhaus starb. Remscheid, 5. Juli. Die 25jährige Gattin des hies. Brauereibesitzers C. W. Kipper jun. wurde von einem Lastautomobil überfahren. Die schweren Räder zermalmten der Frau beide Beine. Solingen, 5. Juli. In der gestrigen Sitzung beschlossen die Stadtverordneten den Ankauf des„Bad Schöntal“ zu Vorspel. Der Kaufpreis beträgt 29 500 J. Durch diesen Erwerb wird die Verbindung zwischen Vorspel und der Blumenstraße und die Fortsetzung des Promenadenweges bis zum Heidbergtal ermöglicht. Ohligs, 5. Juli. Das Automobil der Gebrüder Pluemacher aus Ohligs ist bei Höhscheid gegen einen Baum gefahren und wurde vollständig zertrümmert. Einer der 4 Insassen, der Kaufmann Werner von der Schulenburg, wurde sofort getötet. Die anderen blieben unverletzt. Köln, 5. Juli. Um den Gasbezug zu erleichtern, da noch 7300 Häuser noch ohne Gasanschluß sind, wurde in der gestrigen Stadtverordnetensitzung vorgeschlagen, für Leucht-, Heizund Kochgas dieselben Rabattsätze wie für das Gas zu industriellen Zwecken zu gewähren; die Rabattsätze sollen auf die Einheitspreise von 13 L bezw. 10 und 8§ berechnet werden, je nach Verbrauch. Die Satzung und Wahlordnung für die allgemeine Ortskrankenkasse, die auf Grund der Reichsversicherungsordnung eingerichtet wird, fand einstimmige Annahme. 4 städtische Grundstücke wurden zu Bauzwecken für 160000 A verkauft. Ueber die geplante Zurücksetzung des Blankenheimer Hofs am Neumarkt=Eingang, der Jahrzehnte als Offizierskasino gedient hat, soll der Regierungspräsident um beschleunigte Entscheidung ersucht werden. Köln, 5. Juli. Der kürzlich festgenommene maskierte Einbrecher hat bereits das Geständnis abgelegt, den Ueberfall auf den Rendanten der Spar= und Darlehnskasse in Neunkirchen verübt zu haben. Auch gibt der Verhaftete, ein früherer Metzgergeselle zu, an einer Anzahl weiterer Einbrüche der letzten Zeit beteiligt gewesen zu sein. Den räuberischen Ueberfall auf den Pfarrer in Niederpleiß begangen zu haben, bestreitet er jedoch. Aachen, 4. Juli. Auf dem Hüttenwerk Rote Erde geriet der Kranführer Conrads aus Brand, als er von einem elektrischen Kranen auf den anderen treten wollte, zwischen die beiden Kranen, dan in demselben Augenblicke der eine Kran anzog. Der Mann wurdevollständig zerrissen. Koblenz, 41 Juli. Gestern mittag wurde im Elektrizitätswerk ein älterer Maschinist tot, aber aufrecht stehend aufgefunden. Die Hand lag an einer Starkstromleitung von 5000 Volt, die er offenbar unvorsichtigerweise berührt hatte. Adenau, 5. Juli. Der Kreistag hat beschlossen, auf sein Vorschlagsrecht für die Wiederbesetzung des erledigten Landratsamts zu verzichten und den Wunsch auszusprechen, daß der seit dem 1. November 1912 mit der vorläufigen Verwaltung des Landratsamtes beauftragte Regierungsassessor Dr. Schellen zum Landrat ernannt werde. Maria Laach, 5. Juli. Der neugewählte Abt P. Ildesons wird am Montag durch den Bischof Dr. Korum von Trier zum Abt geweiht werden. An der Feier werden 11 Prälaten und Aebte teilnehmen. Saarbrücken, 5. Juli. Die Stadtverordneten beschlossen, die Arbeiten zu der neuen Bismarck=Brücke der. Firma Dyckerhoff u. Widmann in Bibrich für 432 632 Mark zu übertragen und für den Bau der Brücke 480 000 Mark zur Verfügung zu stellen. Der Entwurf der Fa. hatte bei dem Wettbewerb den 1. Preis erhalten. Die Arbeiten sollen alsbald begonnen werden. Kassel, 5. Juli. Das 14. Husarenregiment feiert heute hier sein 100jähriges Bestehen. Es sind 7000 ehemalige Angehörige des Regiments zur Feier eingetroffen. Auch nehmen teil der Großherzog von SachsenWeimar, Herzog Paul von Mecklenburg=Schwerin und Prinz Albert von Schleswig=Holstein=Sonderburg=Glücksburg. Als Vertreter des Regimentschefs, des Königs von Dänemark, ist der Oberst Kaufmann aus Kopenhagen erschienen. Die Stadt hat dem Regiment 2500 M. überwiesen mit der Bestimmung, die Summe für bedürftige Mannschaften und Unteroffiziere zu Unterstützungszwecken zu verwenden. Osnabrück, 4. Juli. Zu den Massenerkrankungen beim Infanterie=Regiment Nr. 78 zu Osnabrück teilt das Sanitätsamt des 10. Armeekorps folgendes mit:„Die Paratyphuserkrankungen in Osnabrück sind im Abnehmen begriffen. In den letzten Tagen sind keine neuen Erkrankungen zu verzeichnen. Beim 2. Bataillon befindet sich kein Kranker, beim 1. Bataillon waren gestern noch 57 Mann in ärztlicher Behandlung. Auch diese sind nur ganz leicht krank. Hinsichtlich der Erkrankungsursache hält das Sanitätsamt nach wie vor an der Vermutung fest, daß die Erkrankungen durch den Paratyphusbazillus hervorgerufen sind." Aus aller Welt. Berlin, 5 Juli. Eine Unterschlagung u. schwere Urkundenfälschung, durch die 60 000 Mark veruntreut wurden, konnte bei der Reichsbank aufgedeckt werden. Im Giroverkehr sollten durch die Reichsbank 60 000 M. nach Leipzig an eine dortige Versicherung überwiesen werden. Durch Unterschiebung eines falschen Ueberweisungs=Formulars erfolgte jedoch die Ueberweisung der Summe nach Stettin. Dort ist der Betrag bis auf einen geringen Rest abgehoben worden. Der Tat verdächtig ist ein im Berliner Girokontor der Reichsbank angestellter Aushilfsbeamter, der auch in Haft genonmen wurde. Der Verhaftete bestreitet jede Schuld. Beuthen, 5. Juli. Auf der Heinitzgrube wurden 5 Bergleute verschüttet. Einer von ihnen konnte bisher als Leiche geborgen werden. Zusammenstoß in der Luft. T Johannesthal, 5. Juli. Gestern abend 7,45 Uhr stießen auf dem Flugfelde 2 Flugmaschinen in 20 Meter Höhe zusammen. Es war ein A. F. G.=Doppeldecker, der von dem Flieger Helscher, und ein Luftfahrdoppeldecker, der von dem Hauptmann Friedel gesteuert wurde. Beide erlitten starke Quetschungen der Wirbelsäule. Beide Flieger erhielten sofort ärztliche Hilfe durch den auf dem Flugplatz ständig anwesenden Stabsarzt Dr. Koschel. Beide Apparate wurden total zertrümmert. Die Flieger wurden nach dem Kreiskrankenhause Britz geschafft. T Johannisthal, 5. Juli. Der bei dem gestrigen Flugzeugzusammenstoß verletzte Flieger Helscher ist kurz nach der Einlieferung im Krankenhaus an Härzschwäche gestorben. Einsturz einer Arbeitsbühne. Worbis, 5. Juli. Auf dem im Abteufen begriffenen Schacht Craja kippte die Arbeitsbühne um; ein Teil der darauf beschäftigten Leute stürzte ab. 2 Leute wurden getötet und drei leicht verletzt. Fürst Bülow auf Norderney. Norderney, 5. Juli. Fürst und Fürstin Bülow sind von Schloß Lichtenwalde bei Chemnitz kommend auf dem Regierungsdampfer gestern hier eingetroffen und haben ihre Villa am Weststrande für die Dauer der Saison bezogen. Bürgermeister Dr. Uhde begrüßte das fürstliche Paar am Hafen. Der Fürst und die Fürstin waren in ausgezeichneter Laune und sprachen ihre Freude aus, wieder für längere Zeit auf Norderney verweilen zu können. Der angerriffene Reichstagsabgeordnete. T Straßburg, 5. Juli Der Reichstagsabgeordnete Emmel, der die ausständigen Bauarbeiter am Nordbahnhof in Mülhausen besuchen wollte, wurde von einem Firmenleiter vom Platz verwiesen, obwohl er sich als Gemeinderatsmitglied auf städtischem Grund und Boden befand. Als Emmel sich weigerte, wurde er auf Anweisung eines Kommissars von Gendarmen und Schutzleuten mit Gewalt entfernt. Er hat Beschwerde beim Bürgermeister eingelegt. Ein Attentäter. T Karlsruhe, 5. Juli. Der Attentäter Jung, der am Mannheimer Rennsonntag den Großherzog von Baden angriff, wurde in die Irrenabteilung der Heidelberger Universitätsklinik gebracht. Den Freund erschossen. Bern, 5. Juli. Am 19. Febr. d. I. kehrke das Ehepaar Cerisier in Bern mit einem Freunde Delacourt vom Theater nach Hause. Als sie über die Kornhausbrücke gingen, fiel ein Schuß und Cerisier stürzte, tödlich getroffen, zu Boden. Delacourt lief davon, um, wie er angab, den angeblichen Täter zu verfolgen. Am anderen Tage fand man am Tatort eine Browningpistole, die sich als Eigentum Delacourts herausstellte. Weiter ergab sich, daß Delacourt in Beziehungen zu Frau Cerisier stand, und kurz darauf stellte die franz. Bahngesellschaft Münster=Grenchen in Bern, bei der Delacourt Chefbuchhalter war, fest, daß er Fälschungen von 168 000 Fr. begangen hatte. Nun steht Delacourt unter der Anklage, seinen Freund Cerisier ermordet zu haben; Frau Cerisier ist wegen Begünstigung des Verbrechens angeklagt. Frau Cerisier und Delacourt stammen aus Paris. In Bern mieteten sie eine Wohnung, Delacourt bezahlte sie, auch die Einrichtung und den kostspieligen Haushalt. Mit Frau Cerisier trat Delacourt in Beziehungen, die anscheinend dem Ehemann bekannt waren. Die Mittel zu dem verschwenderischen Leben gaben die Scheckfälschungen, die er bald bei der Bahn beging. Cerisier war für 40 000 Franken versichert, die Ehe war kinderlos.— Delacourt gestand gestern, daß er seinen Freund, den Franzosen Cerisier, erschossen habe. Doppelmord und Selbstmord. Graz, 5. Juli. Der Dragoner=Unteroffizier Hans Dengscherz erschoß gestern in Pettau seine Geliebte, die 17jährige Gastwirtstochter Olga Prauz, deren Mutter und sich selbst, weil dieEltern des Mädchens gegen das Liebesverhältnis waren. Warschau, 5. Juli. Der Sohn des Rittergutsbesitzers Kleminkowsky in Lublin erschoß ein Dienstmädchen und den Kutscher seiner Eltern und verübte dann Selbstmord. Der Grund der Tat ist unbekannt. Ein furchtbarer Hotelbrand.— 150 Menschen tot. Petersburg, 5. Juli. In der vergangenen. Nacht brach in Simbirock in einem ganz aus Holz erbauten Hotel ein Brand aus. Das Gebäude war in wenigen Minuten vollständig eingeäschert. Da in Simbirock Messe abgehalten wurde, war das Hotel sehr stark besetzt. Es sollen 154 Personen bei lebendigem Leibe verbrannt sein. Unruhen in Südafrika. T Johannesburg, 5. Juli. Nachm. kam es zu neuen Unruhen, in deren Verlauf ein Dragonerleutnant verwundet wurde. Ein Polizeikommissar und 4 Schutzleute wurden verwundet. Die Ausständigen gewannen das Personal der Straßenbahnen für sich. Damit ist der Straßenbahnverkehr eingestellt. Die Menge, an deren Spitze Frauen mit roten Fahnen marschierten, zog nach dem städtischen Eelektrizitätswerk, vertrieb das Personal und schnitt den Strom ab. Eine Gruppe begab sich hierauf zur Stadt, die in Dunkelheit gehüllt war. Später wurde die Beleuchtung wieder hergestellt. Die Streikenden bleiben Herren der Zugange zum Bahnhof von Braamfontein. Der Eisenbahnverkehr nach dem Süden ist vollständig unterbrochen, doch bleiben auf dem Zentralbahnhof die Lokomotivführer bei ihren Maschinen und weigern sich, den Streikenden sich anzuschließen. — Die Geschäftsräume der Zeitung Star stehen in Flammen. Die Volksmenge drang gegen die Bureaus der großen Grubengesellschaften vor. Die Polizeimannschaften gaben Feuer, worauf die Menge sich zurückzog. — Gegen Mitternacht steckte die Menge ein 2. großes Gebäude in Brand. Schutzleute wurden mit Steinen beworfen. Die Beamten gaben darauf Schüsse ab. Zu Hilfe gerufene Truppen gingen gegen die Menge vor und zerstreuten sie. Um Mitternach hörte man in verschiedenen Teilen der Stadt noch immer ununterbrochen Gewehrfeuer. Bis dahin waren 30 Leute ins Krankenhaus eingeliefert worden. — Gestern abend drang eine Volksmenge auf dem Areal der Eisenbahn vor und hat die Parkstation in Brand gesteckt. Die Truppen vermochten die Menge nicht im Zaum zu ha MMMAAEMMTA E u GamwwaraAü Gili milihlizse Pashihgn. Essen(Ruhr) S5MlEE EE S53RE EEE M lbun Aauih Mhon: E eonr Mishne Mlhn Wien in ben Mihnus: Mbon. Mhan Der große Sanoi-Ausverkauf Bonnmn a n m n n m n n n m m m n m n n mnzn n m ng nma anm mmn nnmnmnmmnmnenmnn amnmnn mngnmnnnmnm gg beginnt Montag, den 7. Juli, vormitlags 8 Uhr. Der Ausverkauf umfaßt: 1. alle diejenigen Sommerwaren, die der vorgerückten Sailon wegen unter allen Unländen geräumt werden sollen, 2. große Warenposten, die als Gelegenheitskäufe oder als Reltpartien eigens für dielen Verkauf reierviert worden und, 3. eine große Anzahl fäglicher Gebrauchsartikel, die als eine besondere Gelegenheit zu Extrapreilen wahrend des Sailon-Ausverkaufs verkauft werden. Eine Erweiterung erfährt dieler SAISON-AUSVERKAUF dadurch, daß: HINADN M D MAAAAAMMRMMGMAMMMGNAMGMRMMGMMRAMMGREMEANMAMMMMMAMAADAAMAMMAZ Mons Sämtliche Waschkleider Sämtliche Voile- und Batilt-Blufen Sämfliche weiße Voile- und Batilt-Blusen Sämtliche Walch-Kolfümröcke, Popeline-jacken u.-Mäntel Sämtliche Kinderkleidchen Sämtliche Sonnenschirme Sämtliche Herren- und Knaben-Strohhüfe Sämfliche Kinder-Hüte und-Mützen Sämtliche Sommer-Schuhwaren Sämtliche Sommer-Spielwaren loweit alle diese Waren nicht bereits im Preise Scharf herabgesetzt lind, mit einem Extra-Rabatt von 10% GiAMM MMMMAMMMMAAAM SAMRMMMARA MN ANARAE AmRGAN —. abgegeben werden. Die streng reelle Durchführung des Ausverkaufs biefer Gewahr für wirklich vorieihaffe Einkaufe. Beachten Sie die Schaufenster-Auslagen. — — 2 Süioe 20 uslil ustilh niih aunsial sui 20 uisch nn unch uisch unih lil unli ulilh asch ui uh usich untih unih unsi ulch wahil h un unh lilh nunih l un nei 10 Nr. 153. (2. Blatt.) Samstag, den 5. Juli 1913. 45. Jahrgang! AVrenscherder=Zer (Geuena“, Auzeigen gegründet 1868 (General=Anzeiger.) Amtliches Blatt aller Behörden Weeenk sche Kerich erte. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet# inkl. Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig). onsernenenerennnnem Loooorsenerenensrnnenensnenennennn (Neueste Nachrichten.) in Stadt und Amt Wattenscheid, Sevinghausen, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheid, Eiberg, Freisenbruch u. a. gesages : Anzeigen pro Nonpareillezeile oder deren Raum 15 Pfg., auswärts : 20 Pfg., Reklamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Termin: zusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach i Erhalt der Rechnung. Die Akannenten Lur. Gm.. er„ e sie Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung" erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Mk. Anfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungen. Telegr.=Adr.: Zeitung. Telefon 181. Rotationsdruck und Verlag Carl Busch, verantw. Redakteur Bernhard Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln 8566. Brindejoncs Europaflug. Mit zäher Energie und einer bewundernswerten Ausdauer hat der Flieger Brindejonc am Mittwoch die letzte Etappe seines großen europäischen Rundflugs beendet. Nachmittags 4.20 Uhr ist er wieder in seiner Heimat angelangt, die er am 11. Juni auf dem Lustwege verlassen hatte. Inzwischen hat er auf seiner Maschine, einem kleinen Morane=Saulier=Eindecker mit Gnome=Motor, ein gutes Stück Europa durchflogen und eine Leistung vollbracht, die auch den kühlsten Zweifler zur Bewunderung zwingen muß. Man darf wohl sagen, daß dieser Flug die 1. große Zuverlässigkeits=Leistung war, die von einem und demselben Flieger mit einer und derselben Flugmaschine vollbrachtworden ist. Eigentlich muß man 2 Zuverlässigkeitspreise zuerkennen: den einen der Maschine, den 2. ihrem Lenker. Denn man hat nicht gehört, daß der leicht gezimmerte Apparat, den Brindejonc auf der welten Reise benützte, auch nur ein einziges Mal versagt hätte, obgleich der Franzose Sturm und Wetter nicht gescheut hat. Die Ausdauer u. die Energie, mit der Brindejonc seinem Ziel zustrebte, um es zu erreichen, stempeln seinen europäischen Rundflug zu einer aviatischen Tat allererster Ordnung. In Kürze wiederholen wir die einzelnen Etappen des FlieAm 11. Juni, am Tage, an dem die Sachsen nach Wien flog, verließ Brindejonc Paris, um, wie er sich vorgenommen hatte, an einem Tage nach Berlin und, wenn möglich, noch weiter zu fliegen. Das Wetter war schlecht, und als der Franzose, nach einer Zwischen=Landung in Wanne, Johannisthal erreicht hatte, herrschte ein solcher Sturm, daß niemand glaubte, die Maschine werde heil zur Erde kommen. Mit dem Wind im Rükken hatte Brindejonc auf der Etappe Wanne=Berlin eine Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 200 Kilometern erreicht, und die ganze Strecke Paris=Berlin— etwa 910 Kilometer Luftlinie— in 5 Stunden durchmessen. Trotz der ungeheuren Anstrengung, die der Sturmflug mit sich brachte, gönnte sich Brindejonc nur einige Stunden Ruhe. Kurz nach 12 Uhr war er in Johannisthal gelandet, um 3,30 Uhr saß er bereits wieder auf seiner Maschine— er startete bei Sturmwind— u. kurz nach 7 Uhr landete er in Warschau, nachdem er unterwegs Posen überflogen hatte. Da Warschau etwa 520 Kilometer von Berlin entfernt liegt, so beträgt die Distanz, die Brindejonc an jenem Tage zurücklegte, nahezu 1500 Kilometer, die größte Entfernung, die ein Flieger bisher an einem Tage überwunden hat. In Warschau machte der Franzose Rast. Am 16. Juni flog er über Wilna und Dwinsk nach Petersburg, das am 17. Juni erreicht wurde. Die Gesamtstrecke Warfchau=Petersburg beträgt nahezu 1000 Kilometer. Von Petersbu#g flog der Aviatirer die esthländische Küste entlang nach dem 320 Kilometer entfernten Reval und von dort überkreuzte er die Ostsee und erreichte Stockholm, das etwa 370 Kilometer weit von Reval ist. Die letzten Etappen der gewaltigen Luftreise waren Stockholm=Kopenhagen (etwa 330 Kilometer), Kopenhagen=Hamburg(290 Kilometer), Hamburg=Haag(430 Kclometer) und Haag=Paris(rund 400 Kilometer). Brindejonc hat also, wenn man die Umwege mit einrechnet, die unvermeidlich waren, da er ohne Beobachter flog und sich selbst orientieren mußte, auf seinem gewaltigen Flug etwa 5000 Kilometer absolviert! Deutscher Aerztetag. Elberfeld, 4. Juli. Zu dem deutschen Aerztetag, dessen Verhandlungen gestern hier begannen, sind über 450 Aerzte erschienen. Die 13. Hauptversammlung des Leipziger Aerzteverbandes wurde vom Vorsitzenden Hartmann=Leipzig eröffnet, der mitteilte, daß der Verband jetzt 25 000 Mitglieder zählt. Die preußische Regierung sei in ihrer ärztefeindlichen Haltung nicht allein geblieben. Wie aber auch das Reichsgericht über die Rechtsfähigkeit der Aerztevereine entscheiden möge, die ärztliche Organisation sei fertig und für die Durchfühzung der Reichsversicherungsordnung vorbereitet. Die Frage der Kassenärzte sei eine Machtfrage. Die Anwendung des§ 370 der Reichsversicherungsordnung könne den Aerzten recht sein. Die Regierung solle aber mit seiner Anwendung warten. Die Aerzte seien zum Frieden bereit, aber ihre grundsätzlichen Forderungen würden sie nicht aufgeben. San.=Rat Dr. Mugdan führte zu der Tätigkeit der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte aus, es hätte sich im Laufe des 1. Jahres gezeigt, daß die Gutachten der behandelnden Aerzte beim vorbeugenden Heilverfahren nicht mehr auszuschalten u. durch die von beamteten Aerzten zu ersetzen seien. Der Redner beantragte, daß die Verträge der bisherigen Vertrauensärzte schnellstens gekündigt werden sollten. Daß die Vertrauensarztstellen später nur mit Zustimmung der ärztlichen Lokalorganisation anzunehmen sei. Dieser Antrag wurde angenommen. In der Frage der freien Arztwahl für die Eisenbahnkasse wurde von Dr. Magen ausgeführt, daß keine Tatsache vorliege, daß irgendwo die Betriebssitherheit des Bahnbetriebs gelitten habe, Deutschland32900 Arzte oder Sauf je 10O0O Einue England: 28000###e aber Zs aufje 10000 Einne Rußlang: 21200 Arzte edler Zauf je 100MD Eim Erankreich: 49800 Arzte od. S1 auf 10000 Einw. Italien: 18 240 Arzte 90. S auf 100o0 Eing. Desterr-Unn: Mus aft upont. Shrr. Schweiz 1820 Arzte all. 5. auf 10p0 Gh Aerzte in den Großstaaten im Verhältnis zur Einwohnerzahl des Landes. Einen lehrreichen Ueberblick über die Ausdehnung des Aerztewesens in den wichtigsten Ländern Europas gibt unsere heutige Statistik. Dieselbe zeigt in entsprechenden Größenverhältnissen die Zahl der Aerzte im Verhältnis zur Einwohnerzahl des betreffenden Landes. In der Gesamtzahl der Aerzte steht Deutschland mit nahezu 33000 an der Spitze: hier entfallen auf je 10 000 Einwohner 5 Aerzte. Prozentual günstiger liegen die Verhältnisse in England, wo mehr als 7 Aerzte auf die gleiche Einwohnerzahl entfallen. Verhältnismäßig ungünstig steht Oesterreich da, woselbst nur 2,5 auf 10 000 entfallen. Es wird aber hierin mit einer Zahl von 2 Aerzten aus 10 000 Einwohner noch von Rußland unterboten. wo freie Arztwahl führt sei. bei der Eisenbahn bereits eingeund Kreis. * Wattenscheid, 5. Juli 1913. 5. Juli 1813. * Nicht ganz so eifrig wie Rußland und Preußen war Oesterreich in seinen Kriegsvorbereitungen, da hier ein seit 1809 eingeführtes Sparsystem die notwendigen Ergänzungen fast bis zur Unmöglichkeit erschwerte. Da man nur die allernotwendigsten Mannschaften unter den Waffen gehalten hatte, waren jetzt kurz vor der Kriegserklärung fast zwei Drittel des Heeres Rekruten, die kaum eine dreimonatige Dienstzeit hinter sich hatten. Da es auch an der genügenden Zahl unterer Offiziere gefehlt hatte, war die Ausbildung der Truppen noch in den ersten Anfängen. Ihre Bewaffnung war ausreichend, die Bekleidung dagegen sehr schlecht; vor allem fehlten Mäntel und Schuhe, sodaß später in der Schlacht bei Dresden, der eine lange Regenperiode vorausgegangen war, tausende von Gefangenen barfuß vor dem schadenfrohen Napoleon vorbeigeführt wurden.— Die 30000 Mann, die unter Schwarzenberg den Feldzug von 1812 mitgemacht hatten, waren allerdings in hohem Grade militärisch tüchtig.— Die Kavallerie und Artillerie war durchweg gut und in der Ausbildung auf ziemlicher Höhe. Als vierte Macht richtete sich gegen Napoleon Schweden, dessen Truppen nur zum Teil national=schwedisch waren, größtenteils aber aus den deutschen Gebieten Vorpommerns und Rügens sich rekrutierten. Neben diesen vier Hauptmächten trat in die Reihe der Verbündeten noch das mecklenburgische Kontingent und einige von England besoldete Formationen. Evangelische Vereinsnachrichten. * Sonntag nachm. 4 Uhr: Jungfrauenverein im Gemeindehaus.— Sonntag nachm. 4 Uhr: Gemischter Chor im Gemeindehaus.— Mittwoch nachm. 2 Uhr: Diakonissen=Hilfsverein im Gemeindehaus.— Mittwoch nachm. 3 Uhr: Arbeitsstunde des älteren Frauenvereins im Pfarrhause an der Hochstraße.— Donnerstag abd. 7,30 Uhr: Frauen= u. JungfrauenMissionsverein.— Donnerstag abend 7 Uhr: Vorbereitung zum Kindergottesdienst.— Mittwoch nachm. 3 Uhr: Frauenverein zu Westenfeld im Gemeindehause am Bahnhof.— Jünglings= und Männerverein zu Wattenscheid. Sonntag mittag 1 Uhr: Posaunenchor. Sonntg. nchm. 5 Uhr: Judendabteilung. Sonntg. nchm. 6,30 Uhr: Versammlg. Vortragsabend. Mittwoch abend 7,30 Uhr Bibelstunde.— Enthaltsamkeitsverein vom blauen Kreuz: Sonntag nachm. Uhr: Versameilung im Vereinslokal Centrum. Samstag abend ½8 Uhr: Gebetsversammlung im Gemeindehause.— Zweigverein der ev. Gesellschaft: Sonntag nachm. 3 Uhr: Bibelstunde im Vereinshaus(Hochstr.) zu Wattenscheid.— Sonntag nachm. 5 Uhr: Bibelstunde im Vereinshaus zu Günnigfeld.— Evgl. Gebetsverein, Wasserstraße 19: Sonntag nachm. 2 Uhr Bibelstunde. Donnerstag abend 6 Uhr: Bibelstunde.— Bibelstunden Donnerstag abend 7 Uhr in der Kleinkinderschule Centrum, Pastor Kuhlmann. Mittwoch Uhr im Gemetndehause Pastor Engelbabend 7,30 Uhr im Gemeinvenause, Ppustog Eggetoert.— Juzendbund für entschiedenes Christentum für Mädchen: Jeden sonntag, nachm. 6 Uhr: Gesangstunde für den gemischten Chor. Jeden Donnerstag abend 7,30 Uhr: Bibelbesprechstunde. Jeden Samstag abend 7 Uhr: Gebetstunde Günnigfeld, Vereinshaus, Marktstraße 18. Jeden Sonntag nachm. 3,30 Uhr: Gesangstunde für den gemischten Chor. Jeden Sonntag nachmittag 5 Uhr: Bibelstunde. Jeden Freitag abend 6 Uhr: Gebetstunde. Kath. Vereins=Nachrichten. * Marian. Jungfrauenkongregation: Sonntag, nach der Andacht Gesangstunde; 5 Uhr Spielstunde, bei gutem Wetter Spaziergang.— Gesellenverein: Sonntag 8,30 Uhr.— St. Antonius=Knappen= und Arbeiterverein: Sonntag 6. Juli, nachmittags 5 Uhr monatliche Versammlung im Vereinslokale. 4 Uhr Vorstands= und Vertrauensmännersitzung.— Kath. Kreuzbündnis: Am Sonntag, 6. Juli, nachmittags 5 Uhr Versammlung im Schwesternhause. Um 4 Uhr Vorstandssitzung. — Kath. Frauen= und Männnerfürsorgeverein: Dienstag 6 Uhr im Kolpinghause Generalversammlung.— Marianische Sodalität: Sonntag nachmittag nach der Andacht, 3,30 Uhr, findet im Vereinshause die Monatsversammlung für beide Abteilungen statt. Nach der Versammlung wird bei gutem Wetter ein Ausflug zu einer nahen Wiese veranstaltet.— In diesem Monat soll auch der Hauptausflug des Vereins stattfinden, und zwar zum„Löttringhauser Wald“, Löttringhausen=Kirchhörde. Sonntag, 6. Juli, morgens nach der 9 UhrMesse und nachmittags in der Versammlung liegt eine Liste zum Einzeichnen auf. Auch werden Sonntag nachmittag in der Versammlung weitere Mitteilungen bekannt gegeben.— Vinzenzverein: Dienstag abend 8 Uhr: St. Gertrudis=, St. Joseph= und St. Nikolaus=Konferenz.— Kirchbauverein Leithe: Sonntag, 6. Juli, nachmittags 6 Uhr wichtige Versammlung bei Kampmann, zwecks Besprechung der Feier der Grundsteinlegung der kath. Kirche am 13. Juli.— St. Josephkirche: Elisabeth:Verein: Nach der Andacht Versammlung.— Jungfrauenkongregation: Um 5 Uhr Versammlung im Saale der Vikarie. Der Tag des Ausflugs wird bestimmt.— Jünglingssodalität: 3,30 Uhr kurze Versammlung beim Wirt Walter mit wichtigen Besprechungen; danach bei günstiger Witterung Fußtour und Spiele.— Herz=Jesu=Filialgemeinde Sevinghausen: Jünglingssodalität: Nach der Andacht Versammlung— Jungfrauenkongregation: Mittwoch nachmittags von 3 bis 5 Uhr ist imner hauswirtschaftlicher Fortbildungs. kursus. Regen, Regen, nichts als Regen. * Was erst fehlte, ist nun geradezu im Ueberfluß vorhanden; die erst so erwünschte Feuchtigkeit artet in eine Nässe aus, durch die zunächst die Heuernte in Frage gestellt wird. SA F W Ke M Oe S — Aber nicht nur da sreife Gras hat sich gelegr und fängt am Boden bereits zu faulen an, auch alles Getreide wird bei längerem Anhalten des Regenwetters leiden. Zwar ist die jetzige Kühle dem Wachstum der Körner gewiß zuträglich, da das Reifen hinausgeschoben wird. Von ganz besonderem Belang ware aber trockenes Wetter für die Kartoffeln, denn leider ist zu befürchten, daß die Stauden bei andauernder Nässe Schimmel ansetzen, mit dem die Kartoffelkrankheit zu beginnen pflegt. Vorläufig dürfte in dieser Beziehung ja noch nichts verdorben sein, da die Sonnenstrahlen erfahrungsgemäß auch schon entstandener Kartoffelkrankheit entgegenwirken, aber es wäre selbstverständlich gut, wenn es nicht erst zum Ansetzen der Schimmelpilze käme. Mit einem Worte, es ist nun genug des Regens, und da man nicht annehmen kann, daß die Novemberwitterung diesmal schon im Juli beginnen soll, so mag es für jetzt lang genug Herbst gewesen sein. Der vielgepriesene Sommer, von dem man seit Wochen sehr wenig gemerkt hat, möchte sich also gütigst einstellen, wir warten alle auf ihn. Ansteckende Krankheiten. * Nach der Nachweisung über die vom 22. bis 28. Juni im Regierungsbezirk Arnsberg amtlich gemeldeten Fälle von übertragbaren Krankheiten ereigneten sich 105 Diphtherieerkrankungen(18 in Dortmund Stadt, 16 in HördeStadt, 13 in Dortmund=Land, 10 in Hörde=Land, 5 in Gelsenkirchen=Stadt, in den übrigen Orten weniger). An Lungenund Kehlkopftuberkulose starben 77 Personen, davon im Landkreis Dortmund 19, im Kreise Siegen 8 und in der Stadt Bochum 7. Von 150 Scharlacherkrankungen(8 Todesfälle) kamen 20 Auf Dortmund=Land, 18 auf Gelsenkirchen=Stadt, 15 auf Dortmund=Stadt, 13 auf Bochum=Land. Im Kreise Schwelm kamen 4 Erkrankungen an Unterleibstyphus zur Anzeige. Märkisches Leherer=Gesangfest. * Das 64. märkische Lehrer=Gesangfest soll zu Soest in althergebrachter Weise am 9. und 10. Juli gefeiert werden. Ins Leben gerufen wurde die Vereinigung vor 65 Jahren von dem ehemaligen Seminarlehrer Musikdirektor Engelhardt von Soest, dessen späterer Nachfolger, der feinsinnige Musikdirektor A. Knabe, seit einer langen Reihe von Jahren Dirigent ist. Da die Regierung den für das Fest bisher bewilligten freien Tag nicht länger gewähren will und Musikdirektor Knabe wegen zunehmenden Alters seinen Dirigentenstab niederzulegen beabsichtigt, ist vorgeschlagen worden, in Zukunft keine weiteren Feste zu feiern. Früher— Jetzt. * Das Reichsgericht hat in dem bekannten Urteil vom 17. Oktober 1911, durch das es versuchte, den Ausverkaufsbegriff festzulegen, auch dahin entschieden, daß in einer Preisgegenüberstellung:„früher— jetzt“ unter Umständen ein Ausverkauf im Sinne des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb zu erblicken sei. Wie der Verband Deutscher Warenund Kaufhäuser, E. V. hierzu schreibt, trifft dies nicht bei den eigentlichen Sonderangeboten zu. Bei den nicht unter die Ausverkäufe fallenden Ausnahmeangeboten muß eine Preisherabsetzung vorher stattgefunden haben, ebenfalls auch bei den sogenannten billigen Tagen. Eine Preisgegenüberstellung dient in diesem Falle nur dazu, das Publikum auf die günstige Einkaufsgelegenheit aufmerksam zu machen, keineswegs will sie besagen, daß der angekündigte Vorrat unter allen Umständen schleunigst ausverkauft bezw. geräumt werden solle. Bei Saison= und Inventurausverkäufen ist eine solche Gegenüberstellung nur natürlich und üblich. Preisherabsetzungen sind ebenfalls zu jeder Zeit des Jahres erlaubt. Die Bezeichnung„früher— jetzt“ weist nur dann auf einen Ausverkauf hin, wenn aus der sonstigen Ankündigung hervorgeht, daß es sich um die vollständige und schleunige Räumung eines bestimmten Warenvorrates handelt, der nicht wieder beschafft werden soll. Burgaren### Serden Rumänen LZZrREERER 0 50 100 200 Wohtelar ecten Mtometer P IN.h, U ny *** s ee K8 u V. Bukaresr cc I. Armee fuirstschulr 5 Div.u. Lanost. SULbARTeR ar cet ES O Abiv. Salonik. JeresTouoo 1905 170 6eKLEIN·ASTEN augenblickliche militärische Lage auf dem Balkan. Die Auffassung, daß es zwischen Rumänien und Bulgarien zu einer blutigen Auseinandersetzung nicht kommen wird, wird in politischen und militärischen Kreisen immer stärker, und auch die Mobilmachung der gesamten Armee hat an dieser Auffassung nichts geändert. Man glaubt, daß die rumänische Armee sofort die an die Dobrutscha grenzenden bulgarischen Bezirke bis zur Linie Turtukaj—Bartschik besetzen wird, ohne Widerstand zu finden, und daß dann Rumänien die Resultate des Balkankrieges abwarten wird. Nach Mitteilungen militärischer Fachleute wird der Aufmarsch der Rumänen mindestens 14 Tage in Anspruch nehmen. Bis zu diesem Zeitpunkte wird voraussichtlich die Entscheidung in dem Kriege zwischen den ehemaligen Balkanverbündeten auf dem Kampfplatze schon gefallen sein. Die entscheidenden Kämpfe sind in den allernächsten Tagen zu erwarten, da die Armeem sich kampfbereit gegenüberstehen. Die rumänische Armee würde selbst bei der größten Beschleunigung wahrscheinlich nicht mehr entscheidend eingreifen können. Daher erscheint die Annahme durchaus begründet, daß die Mobilisierung der Armee nur den Zweck habe, die Besetzung des gesamten Landstriches durchzuführen. Was im Falle eines Sieges Bulgariens geschehen würde, steht freilich dahin, da immerhin mit der Möglichkeit zu rechnen wäre, daß Rumänien Bulgarien einenso weiten Vorrang nicht gewinnen lassen würde. Mit ungleich größerer Besorgnis verfolgt man namentlich bei den österreichischen Diplomaten die militärischen Vorbereitungen der Türkei, die darauf hinweisen, daß man sich in Konstantinopel aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Hoffnung trägt, aus den Bruderstreitigkeiten eine Erleichterung der Friedensbedingungen herauszuschlagen. Die Truppenverschiffungen über den Bosporus nach Europa dauern an. Die Armee in der Tschataldschalinie wird fortdauernd verstärkt, und nach und nach wird Kriegsmaterial in die Front befördert. Sauerland=Sonderzug. * Wir machen darauf aufmerksam, daß am Sonntag, 6. Juli, wieder ein Sauerland=Sonderzug mit 40 Proz. Fahrpreis=Ermäßigung verkehrt mit Abfahrt um 6,09 Uhr vorm. ab Gelsenkirchen=H.=B., und Ankunft um 10,39 Uhr abends an Gelsenkirchen=Hauptbahnhof. Der Huldigungsgruß der Abstinenten. * Das aus Anlaß der Regierungsjubiläums=Feier von den in Werl versammelten Abstinenten an den Kaiser abgesandte Telegramm hatte folgenden Wortlaut:„8000 kath. Abstinenten, zur Feier des Regierungsjubiläums Eurer Majestät in Werl versammelt, entbieten ehrfurchtsvollen Gruß und versprechen, durch den Kampf gegen den Alkohol im Sinne Eurer Majestät am Wohl des deutschen Volkes und Vaterlandes mitzuarbeiten. Darauf traf in Werl die Antwort ein: „Kiel, Hohenzollern. Seine Majestät der Kaiser und König lassen den zur Feier allerhöchst Ihres Regierungsjubiläums dort versammelten katholischen Abstinenten für den Huldigungsgruß danken. Der geheime Kabinettsrat: von Valentini“ Für Eisenbahner. * Betreffs Verwendung von Arbeitern im Beamtendienst der Eisenbahn hat der Eisenbahnminister verfügt: Nach den Personalvorschriften sind die Arbeiter tunlichst in der Reihenfolge ihres Dienstalters zur Ausbildung im Beamtendienst heranzuziehen, und es ist dafür Sorge zu tragen, daß auch bei der Heranziehung zum ständigen Hilfsbeamten dienst unbillige Verzögerungen möglichst vermieden werden. Wenn es wegen der wechselnden Anforderungen des Verkehrs und der dadurch bedingten Schwankungen des Personalbedarfs oder aus sonstigen Gründen erforderlich wird, Hilfsbeamten zeitweilig Auf der Wattenscheider Kirmes. Kirmes! Das Wort atmet ungebundene Fröhlichkeit und heiteres Genießen; es läßt die Herzen der Jugend höher schlagen und zaubert den Erwachsenen buntschillernde Bilder aus vergangenen Tagen vor Augen. Die Jahrmärkte, früher der Mittelpunkt der im ganzen Jahr mit Sehnsucht erwarteten Volksbelustigung, haben im Industriegebiet bei der immer stärker werdenden Bevölkerungsmischung die frühere Eigenart als lokale und charakteristische Volksfeste verloren und sind oft ausgeartet, sodaß die Mehrzahl der Städte und Gemeinden des engeren Bezirks sie nach und nach verschwinden ließ. Darunter gehört auch Wattenscheid, das vor ca. 15 Jahren die seit Jahrhunderten bestehende Kirmes aus den oben bezeichneten, gewiß stichhaltigen Gründen, aufhob, nicht ohne Widerstand, der sich namentlich in den alteingesessenen Kreisen der Bürgerschaft bemerkbar machte. Die Wattenscheider Kirmes war nämlich nicht nur weit und breit als eine der größten bekannt, sondern hatte auch eine lokalhistorische Bedeutung, indem sie in gewisser Hinsicht mit der Geschichte unserer Stadt eng verwachsen war. Zur Gertrudiskirmes am Namenstage der Schutzpatronin unserer Stadt z. B. pflegten alle auswarts wohnenden Verwandten der hiesigen Bürger nach hier zu kommen und Familientage abzuhalten. Daß es dann hoch herging in der Stadt, ist wohl selbstverständlich und aus der letzten Zeit der vergangenen„Kirmesaera" wohl noch in bester Erinnerung. Der alte Markt, der Kaiserplatz und selbst die Straßen waren von einer großen Zahl von Buden aller Art besetzt und dazwischen wogten ungezählte Menschenmassen in der obligaten fröhlichen Kirmesstimmung. Die Kirmes gehört, wie gesagt, der Vergangenheit an, und damit ist auch ein Stück Volkstümlichkeit verschwunden. Eine neue, wenn auch nur verkleinerte„Auflage“ erlebt die Kirmes von Zeit zu Zeit bei größeren Festlichkeiten, so auch wieder am verflossenen Sonntag aus Anlaß des Kriegerverbandsfestes. Trotz des ungünstigen Wetters ergab sich alles, Jung und Alt, dem„Kirmeszauber" und genoß mit vollen Zügen die verschiedenen, oft recht eigenartigen Vergnügen. Es bietet einen Reiz ganz besonderer Art, als stiller Beobachter über den Kirmesplatz zu wandern und das bunte, geräuschvolle Treiben auf sich wirken zu lassen. Was wird dort dem staunenden, hochverehrten Publikum nicht alles geboten? Hier giebt es Leckeres für den Magen, dort Spielsachen aller Art für kleine und große Kinder,„wilde" Menschen und Tiere produzieren sich, Karussells entführen die Menschen in die Lüfte oder schwingen sie in schwindelnden Kreisen, Verlosungen lassen diejenigen, die kein„Glück in der Liebe“ haben, ein anderes, prosaischeres Glück versuchen, Wahrsagerinnen enthüllen die Zukunft, Panoramen bringen in großer Aufmachung das„Neueste vom Tage“, Irrgärten veranlassen unbändige Heiterkeit.——— Ja,„wer kennt die Völker, nennt die Namen“, die Wattenscheid mit Attraktionen beglückten, die natürlich einzig dastehen auf dem ganzen Kontinente und etwas darüber hinaus.„Das muß man gesehen haben“, so tönt es unter Trompetenstößen uns entgegen, „Immer herein, meine Herrschaften, hier sind die größten Raritäten des Jahrhunderts“, dröhnt es von der anderen Seite und die Ausrufe„Jedes Los gewinnt“ suchen die übrigen Konkurrenten in dem„harmonischen Konzert" noch zu uberbieten, das in den vielen Musikinstrumenten und in dem lauten Rufen und Jauchzen der Besucher„liebliche“ Ergänzung findet.„In sowas müssen sie hineingetreten sein, sowas muß man beigewohnt haben!,—— Dies sei in wenigen Worten über den Gesamteindruck der Wattenscheider Kirmes gesagt und sodann nachstehend versucht, einige besonders drastische Szenen in Momentbildern festzuhalten. Alles fliegt. Das„Fliegen“ ist modern und gehört zum guten Ton, weil eben die Menschheit immer höher hinaus will, Grund genug für die praktischen Kirmesleute, dem Zuge der Zeit zu folgen und Männlein und Weiblein Gelegenheit zu geben, zu„fliegen". Die früheren harmlosen Karussells wurden „modernisiert" und tragen jetzt freischwebende„Zeppeline“, „Parseval“ etc. Dann geht die Fahrt los. Immer schneller dreht sich das„Dings“, die Ballone heben sich in schräger Richtung und jauchzend genießen die Insassen den neuen Reiz dieser„Luftfahrt“. Hier bleibt man noch in bescheidener Höhe, anders jedoch, wenn man sich dazu„aufschwingt“, das Luftkarussell zu besteigen. Hier ist dann Gelegenheit geboten, sich„auf Schwindel“ zu trainieren. Auch die Kinderwelt ist natürlich nicht„zurückgeblieben“ und kauft meistens nicht mehr die bekannten runden Ballone, sondern einen Zeppelin. „So'n Zeppelin!“, schreit ein kleiner Knirps, und streckt verlangend seine Hände danach aus.„So'n Zeppelin ist ungefähr wie eine aufgeblasene Wurst, auf der eine gelbe Zigarre, die ein Luftschiff darstellen soll, abgebildet ist. Selbstverständlich erhält der Junge den Zeppelin. Plötzlich heult der Sprößling los: Er hat eine Zuckerstange in die eine und den Ballon in die andere Hand nehmen wollen, und bei diesem Manöver hat der„Zeppeline“ die Flucht ergriffen. In kühnem, eleganten Bogen fliegt er vorwärts, gerät beinahe in das Luftkarussell, scheuert sich an den Türmchen der alten ev. Kirche, macht dann noch eine tiefe Verbeugung und entschwindet dann den Blicken.—— Beim billigen Jakob. „Was drängt das Volk“, so kann man mit Schiller ausrufen beim Anblick eines dichten Menschenknäuels, in dessen Mitte ein mächtiger Marktschirm sein farbiges Dach erhebt. Und dahinter ein ewig gestikulierendes und schreiendes Wesen, dessen Arme und Beine nur so„herumfliegen". Jetzt haben wir uns durchgequetscht und horchen: Hier ein Schirm! tentiert in allen Staaten! 20 goldene Medaillen! Unverwüstlich! Hält die stärksten Stürme aus, selbst die fürchterlichsten Ehegewitter! Heute nur 20 Mk.! Und weil ich Euch Freude machen will, 10! So sprudelt es mit erstaunlicher Zungenfertigkeit heraus und schließlich wird der preisgekrönte und sturmerprobte Schirm zu 2,50 Mk. reißend abgesetzt. So geht es weiter mit den verschiedensten Sachen wie: Kämme, eigens für die heutigen„lausigen“ Zeiten fabriziert, Bürsten, deren Haare durch eine probate Erfindung immer wieder neuwachsen etc. etc. Wir sind allmählich„platt“ geworden vor Erstaunen und durch das Gedränge und wenden uns nur zu den Bankelsängern. Vor einer mit grausig=schönen Bildern beklebten Bühne quitscht und heult eine Drehorgel, und in diese liebliche Melodei mischen sich die Stimmen eines bejahrten Ehepaares: „Daß mich die Männer bezw. die Weiber so gerne haben“. Das Reportoir ist unerschöpflich; hier einige Glanznummern: „Die Liebeslaube",„Die Liebe kriegt den Menschen um“ „Puppchen, du bist mein Augenstern“, und sodann Dramen, deren„klassische Schönheit" durch die„individuelle Wiedergabe“ besonders hervortritt. „Wasser muß er haben!“ Dies ist das Neueste und angeblich echt amerikanisch. Da alles„Amerikanische“ bekanntlich zieht, so gab's hier stets ein zahlreiches Publikum. Auf einem Brett über einem Wassertümpel saß ein Mensch, scheinbar in bester Laune eine Zigarre rauchend. Für 10 Pfg. konnte man mit einem Ball nach einer Scheibe werfen. Wurde diese getroffen, so wich der Sitz und der„Wassermann“ stürzte unter dem Gelächter der Umstehenden in das nasse Element. Triefend klettert er empor und nimmt seinen Platz wieder ein. Das Spiel beginnt von neuem.— Auch ein Vergnügen.—— In der Hexenschaukel. Alle Spuk= und Hexengeschichten besitzen bekanntlich eine große Anziehungskraft, eine Tatsache, welche sich die„Hexenschaukel" zunutze macht. Vor der geschlossenen Bude tänzelt ein möglichst schauerlich ala Hexe aufgeputztes Persönchen und „zieht" das Publikum herein. Auch wir machen„natürlich mit“, und nehmen in der Bude auf der Schaukel Platz. Dann gehts unter großem Hallo los. Die Schaukel setzt sich in Bewegung, immer höher und höher, bis sich schließlich alles vor den entsetzten Augen dreht. Man glaubt, alle Augenblicke auf dem Kopf zu stehen. Dies ist jedoch nur Täuschung, da sich nicht die Schaukel, sondern das Zimmer um seine eigene Achse dreht. Die Täuschung ist jedoch vollkommen, und es giebt während und nach der Fahrt viele blasse Gesichter, denen man die„Seekrankheit“ ansieht. ars und Gie“. „Er“ und„Sie“! Ueberall treffen sie sich, in der Schaukel, auf dem Karussell, in jeder Budenreihe.„Er“ braucht nur über den Markt zu gehen und trifft„sie“. Einige verständnisvolle Blicke, dann schlagen sie die Augen nieder— gehts weiter— Schrecklich, diese rücksichtslosen Menschen! „Schrecklich, diese rücksichtslosen Menschen!“ keift Frau Schulze und mit mächtigem Schwupp springt ein Druckknopf von ihrem Kleide.„Es ist doch was schreckliches, solches Gedränge,“ schreit sie entrüstet und ergreift von neuem die „Offensive“. Sie stemmt kräftig mit den Ellbogen vorwärts und knufft und pufft sich ehrlich durch die Menge.„Nun gucke doch einmal,“ sagt sie zu ihrer Tochter und zeigt auf eine junge Frau, die geht jetzt schon zum 10. Male hier auf und ab. Was die wohl im Sinne hat? Und schon macht Frau Schulze kehrt, folgt der„verdächtigen Person" und läuft— zum 23. Male durch dieselbe Reihe. So hat sich ganz Wattenscheid auch auf dieser Kirmes amüsiert, 3 Tage lang bis zur vollen Erschöpfung der Kräfte und= des Poxtemonnaies... 8 wieder aus dem Beamtendienst zurückzuziehen, so kommen hierfür diejenigen Hilfsbeamten in Betracht, die auf den beteiligten Dienststellen zuletzt in den Beamtendienst übernomdnen sind. Soweit angängig, sind in solchen Fällen geeignete Personalverschiebungen vorzunehmen, um die Zurückziehung älterer Hilfsbeamten zu vermeiden. Vom Bezirksausschuß Arnsberg. * Der Bezirksausschuß in Arnsberg hält vom 21. Juli bis 1. September d. J. Ferien. Während dieser Zeit werden Termine zur mündlichen Verhandlung nur in schleunigen Sachen abgehalten. Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen bleiben die Ferien ohne Einfluß.— Zum Vorsitzenden der für den Regierungsbezirk Arnsberg gebildeten EinkommensteuerBerufungskommission ist der Oberregierungsrat Dr. Jacobi in Arnsberg ernannt worden. Brieftaubensport. * Die Brieftaubenliebhaber=Reisevereinigung des Rheinisch=Westfälischen Industriebezirks veranstaltete einen gemeinsamen Wettflug ab Küstrin(530 Kilometer Luftlinie). Der Auflaß erfolgte morgens 4,45 Uhr bei klarem Wetter und Ostwind; am Heimatort klar, später bewölkt und gewitterdrohend, Nordwind. Beteiligt waren 11 Vereine mit einem Einsatz von 2296 Mark. Ankunft der ersten Taube 12,54 Uhr (Besitzer: Vogel in Haßlinghausen), der letzten 3,26 Uhr. Vom Flugplatz Gelsenkirchen. * Im Monat Juni konnte auf dem Flugplatz an 21 Tagen geflogen werden. Die Gesamtflugzeit beträgt 32 Std. 50 Min., wovon allein auf den Piloten Schröter(Kondor) über 16 Std. Flugdauer entfallen. Die übrige Flugzeit verteilt sich auf die Flieger Suwelack, Mürau, Beck, Schlatter, Große und Heiter. Auf Kondor=Eindecker wurde im ganzen eine Flugzeit von zirka 25 Stdn. erreicht. Am 3. Juni leistete Mürau einen Stundenflug, am 17. Juni einen 2=Stundenflug, wofür ihm seitens der National=Flugspende 2000 A zufallen. Heiter erwarb sich am 12. Juni das Fühererzeugnis auf GradeEin decker. Aus dem Westenfelder Gemeinderat.“ * Westenfeld, 5. Juli. Die Gemeindevertretung hat in ihrer letzten Sitzung unter dem Vorsitze des Amtmanns Emisch folgendes verhandelt: Das Pachtverhältnis mit dem Pächter des Gemeindegasthauses, Wirt Fr. Neuhaus, wurde auf unbestimmte Zeit verlängert. Für die Kastellanstelle in der neuen Jugendhalle wählte Vertretung den Bergmann Ernst Arnold aus Westenfeld. Die Höntroperstraße soll kanalisiert werden. Die notwendige Umpflasterung eines Teiles der Hauptstraße vor den Schulen wurde genehmigt. Ferner fanden noch einige Armensachen ihre Erledigung. Im Streit erstochen. * Wanne, 4. Juli. Der Volontär Pohl aus Gelsenkirchen, der hier bei seinen Verwandten weilte, wurde bei einem Streit Sonntagnacht derart verletzt, daß er starb. Die gerichtliche Obduktion wird heute vorgenommen. (Weitere Lokalnachrichten siehe 1. Blatt.) In der Hundtagskälte. Jetzt gilt es Wochenrückschau halten; Wo fang ich an, wo mach ich Schluß, Das Durcheinander zu gestalten, Das ich in Reime bringen muß! Das Wetter ist gar naß und kühle, Wie jedermann zu jedem stöhnt, Da ist kein Hauch von Sommerschwüle, Das ist man eben nicht gewöhnt. Sie wollen niemand recht gefallen, Die Tage, die der Hitze frei, Den Lehrern nicht, den Schülern allen, Sogibtes nicht mehr hitzefrei. Man hüllt sich frostig in die Joppe, Wenn man sich auf die Straße wagt, Den Strohhut zugig auf dem Koppe, Man heizt die Stuben, sei's geklagt. Die Dickebohnen Läuse haben, Und leider wird nicht viel daraus, Die doch mit Speck so lieblich laben, Und die man kocht in jedem Haus. Das dauert nicht nur den Westfalen, Der diese Speise sich erfand, Sie zählt zu seinen Idealen Der Fremde auch in Stadt und Land.— Verzogen ist die Künstlerwolke, Die uns vergnügt zur Fahnenweih', Die Spaß gemacht drei Tag' dem Volke, Mit Leib und Seele war's dabei, Verschwunden sind die Künstlerbuden, Die uns so heiter hier gemacht, Wo Polen, Hessen, Christen, Juden Die Kunst genossen mit Bedacht. Verschwunden ist das Zelt, das graue, Wo schmetterte Fanfarenklang, Wo trotz der Massen arg Gestaue Die Jugend hurtig Beinchen schwang. Verklungen sind die Feierreden, Wie üblich sie auf jedem Fest, Die sehr genußreich sind für jeden, Nur nicht für den, der los sie läßt. Die Exzellenz von Harbou brachte Das Hoch auf unsern Kaiser aus, Der Hauptmann Kampmann dann gedachte Der hohen Gäste hier im Haus. Der Landrat weiht die neue Fahne Mit kern'gen Worten schwungvoll ein. Er spricht von böser Menschen Wahne Und preist den Artill'rieverein. Und Wellen nimmt dann für die Krieger Die junge Fahne in Besitz. O, mög das Banner stets der Sieger Im Sturme sein und Wetterblitz. Verschwunden ist der Festeszauber, Parade auf dem Kaiserplatz, Die sich besonders machte sauber, Ging wie geölt und ohne Hatz. Verschossen ist das Pulver alles, Verpulvert ist gar manche Mark, Darob bei manchem großer Dalles, Nun gilt es knausern, leben karg. Macht nix, es war doch schön gewesen, Das Fest, das Stände überbrückt, Drum soll der Festausschuß hier lesen: Das Fest, es war durchaus geglückt. Freund Emil und auch ich, wir Nach lustigkeckem Versekampf Ber19h, Posie Fersegngesamr et. Nicht dröhm ber Aosse eeug#mpf. Nun darf ich wieder sanft mich rekeln, Des Friedens Sonne lacht gar schön, Doch sollte einer an mich ekeln, So fahr' ich zwischen wie der Föhn. Damit will ich die Reihe schließen, Denn einmal muß geschlossen sein, Wenn mir wie Oel die Reime fließen, Dann stellich stets das Dichten ein. Villa Kuckucksheim, den 5. Juli 1913. Gottlieb. Hunderte von blühenden Kindern sterben in jedem Sommer an Brechdurchfällen. Hiergegen bietet die bewährte „Kufeke“ Kindernahrung, in Milch gereicht, den besten Schutz. „Kufeke“ erhöht die Verdaulichkeit der Milch,verhütet die Darmgärungen und macht durch seinen reichen Gehalt an Nährstoffen den gesamten Organismus, besonders auch den Magen und den Darm, widerstandsfähiger gegen Krankheitskeime. Dicke Bohnen(Puffbohnen). Für 6 Personen. Zubereitungszeit 1½ Stunde. Schöne zarte Bohnen werden von den grüngelben Köpfen befreit, in kochendem Salzwasser, ohne vorher gewaschen zu werden, schnell, doch völlig weich gekocht, auf einen Seiher geschüttet, kochendes Wasser darüber gegossen und fest zugedeckt. Unterdessen brät man 90 Gr. feinwürflig geschnittenen Speck aus, gibt noch 20 Gr. Butter zu, dämpft darin soviel Mehl, als das Fett aufnimmt, löscht mit Fleischbrühe ab, gibt 1 Eßl. gehackte Petersilie sowie etwas Bohnenkraut hinzu, kocht die Sauce gut durch, gibt dann die Bohnen hinein und läßt sie noch gut darin durchkochen. Vor dem Anrichten fügt man noch 10 Tropfen Maggi's Würze und eine Tasse sauren Rahm(Sahne) bei. Heberolle der Zweiganstalt der Rheinisch=Westfälischen Baugewerks=Berufsgenossenschaft. Der Auszug aus der Heberolle der Zweiganstalt der Rheinisch=Westfälischen Baugewerks=Berufsgenossenschaft für den Bezirk des Amtes Wattenscheid liegt vom 6. ds. Mts. ab 2 Wochen im Amtshause, Zimmer Nr. 7, zur Einsicht der Zahlungspflichtigen offen. In einer weiteren Frist von 2 Wochen kann der Zahlungspflichtige, unbeschadet der Verpflichtung zur vorläufigen Zahlung, gegen die Prämienberechnung bei dem Genossenschaftsvorstande oder einem anderen zuständigen Organe der Genossenschaft Einspruch erheben. Wattenscheid, den 3. Juli 1913. Der Amtmann: Emisch. 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Juli 1913(Achter Sonntag nach Pfingsten). St. Gertrudis=Propsteipfarre. 6 Uhr: hl. Messe. Monatliche Kommunion der ChristlichSozialen und Männer. 7 Uhr: hl. Messe. Gemeinschaftliche (hl. Kommunion der Kommunionkinder von Westenfeld und Leithe. 8 Uhr: hl. Messe mit Predigt. 9 Uhr: hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 11½ Uhr: hl. Messe mit Predigt. 12½ Uhr: Taufe. 2½ Uhr: Rosenkranz=Bruderschaft mit Prozession. 4 Uhr: Polenandacht mit Predigt. 7½ Uhr: Männerverein mit Vortrag. „ Hl. Messen an Werktagen: 6 Uhr, ½7 Uhr, 7¼ Uhr und 8 Uhr. St. Joseph-Filialgemeinde Wattenscheid. 6¼ Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. ½7 Uhr: erste hl. Messe; gemeinschaftl. hl. Kommunion der Mädchen der Mittelklassen, der Jungfrauen und des Kirchbauvereins. 7½ Uhr: Kindermesse. 8½ Uhr: Feier der Erstkommunion der Schüler des Gymnasiums. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 11,45 Uhr: Taufe. Herz Jesu=Filialgemeinde Sevinghausen 6 und ½7 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion 7¼ Uhr: stille hl. Messe mit gemeinschaftl. hl. Kommunion des Paramentenvereins. ½10 Uhr: Hochamt mit Predigt. ½6 Uhr: Christenlehre mit Andacht. Herz Mariä=Pfarrkirche in Günnigfeld. 6½ Uhr: stille hl. Messe. 8 Uhr: Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2½ Uhr: Unterricht und Marienandacht.— Gemeinsame hl. Kommunion ist Sonntag für die zweiten und dritten Mädchenklassen der Marien=, Josephs= und Südfeldmarkschule, für die Mitglieder des Rosenkranz= und Elisabethvereins und die Jungfrauensodalität. Pfarrkirche in Höntrop. 6½ Uhr: stille hl. Messe mit gemeinschaftlicher hl. Kommunion des Müttervereins. 7,45 Uhr: Frühmesse mit Predigt. 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. 2½ Uhr: Rosenkranzandacht und Segen. 5 Uhr: Andacht mit Predigt für den Frauenund Mütterverein. St. Josefs=Pfarrkirche in Gelsenkirchen=Ueckendorf. 6—7 Uhr: Beichte. 6 Uhr: hl. Messe. 6,50 Uhr: Spendung der hl. Kommunion— aber nicht an Männer. 7 Uhr: Frühamt ohne Predigt. Nach der Wandlung hl. Kommunion der Männer, gemeinschaftliche hl. Kommunion des Eucharistischen Männvereins St. Georg und des Arbeitervereins St. Josef. ½9 Uhr: hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr: Hochamt und Predigt. ½12 Uhr: Spätmesse mit Predigt. ½2 Uhr: Taufe. 2 Uhr: Segensandacht für die Schulkinder. 3 Uhr: feierliche Andacht mit Segen. Hotel-Restaurant Kaiserhof M Spezial-Ausschank Dortmunder Union-Brauerei— Helles— SMünchener Art— Pilsener Art. Nach Renovierung der unteren Räumlichkeiten findet die fung mieilles Lokales heute Samstag Abend 6 Uhr statt. Diners. Soupers. Reichhaltige Speisekarte. Um regen Zuspruch bittet Robert Gregor. Deutscher K- V. Kaiser Wilhelm Wattenscheid. Vereinslokal Georg Koch. Sonntag, den 6. d. Mts., nachmittags 5 Uhr findet die monalliche versammlung statt. Der Vorstand. Eröffne am heutigen Tage im Hause meines Vaters, Ecke Hauptund Alleestraße eine Verkaufsstelle von Leppler’s 0 G) Neues Dellkateß-() Joüderkraufs empfichlt O#8HI. Husmann. Kameradschaftl. Kriegerbund Wattenscheid. (Vereinslokal Th. Ahlmann.) Sonntag, 6. Juli er., nachmittags 5 Uhr General-Versammlung Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Um pünktliches und vollzähliges Erscheinen bittet Der Vorstand. Kriegerbund Wattenscheid. Vereinslokal Rörig Sonntag, den 6. Juli er, nachmittags 4 Uhr Versammlung. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Kohaftorel und Backerel A und bitte höflichst, mein Unternehmen unterstützen zu wollen. Wilhelmstraße 10 mit Garten O sist per 1. Oktober anderweitig zu vermieten. s. Ecke, 6. m. b. H. WIntergarten (Eduard Voortmann.) Donnerstag, den 10. Juli 1913 in meinen Gartenanlagen 2. und letztes großes Hilitär-Konzert ausgeführt vom Trompeter-Korps des Schleswig-Holsteinischen Ulanen-Regiments Nr. 15 aus Saarburg i. Lothr., unter persönlicher Leitung des Musikmeisters Herrn R. Wollin. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Nach dem Konzert Tanzkränzehen.= Es ladet freundlichst ein Eduard Voortmann. 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Bestimmte Platz= und Terminzusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach Erhalt der Rechnung. soorese Die Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung“ erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Mk. Unfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungen Telegr.=Adr.: Zeitung. Telefon 181. Rotationsdruck und Verlag Carl Busch, verantw. Redakteur Bernhard Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln 8566.. Die Kieler Begegnung und das Gleichgewicht auf dem Balkan. Wir haben bereits vor einigen Tagen in unserem Artikel zur Begrüßung des italienischen Besuches in Kiel ausgeführt, daß diese Zusammenkunft im Gegensatze zu der Anwesenheit des Zaren und des Königs Georg zur Hochzeit der Tochter des Kaisers einen ausgesprochen volitischen Charakter trage. Diese Auffassung wird durch den Begrüßungs=Artikel der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" vollauf bestätigt. Der Artikel ist nicht nur in einem außerordentlich herzlichen Tone gehalten u. von einem nicht unerheblichem Umfange, sondern er betont auch in seiner 2. Hälfte mit allem Nachdruck die politische Bedeutung der Zusammenkunft der beiden Herrscher und ihrer leitenden Staatsmänner. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bringt den Besuch in Zusammenhang mit den Ereignissen auf der Balkanhalbinsel. Sie erinnert daran, daß Deutschland das Zusammengeh.n Italiens und Oesterreichs in der albanesischen Frage nach Kräften gefördert habe, sie zweifelt nicht daran daß die beiden Monarchen und ihre in Kiel anwesenden Minister der Auswärtigen Angelegenhetten den gegenwärtigen Stand. der Dinge auf dem Balkan mit Ernst erörtern werden, umsomehr, als die Balkanfrage wieder einmal in ein sehr kritisches Stadium getreten ist, und sie hofft schließlich, daß das Einvernehmen des Dreibundes über die Fragen des nahen Orients den Großmächten die Aufgabe der Schlichtung der zahlreichen Schwierigkeiten erleichtern werde. Hier ist mancherlei zwischen den Zeilen zu lesen: vor allem dies, daß der Dreibund nicht daran denkt, die schließliche Regulierung der Balkanfragen dem Dreiverbande zu überlassen, sondern vielmehr tätig an der Lösung dieser Fragen teilnehmen will. Als vor bald 2 Jahrzehnten die kretische Frage anhob, da konnte der damalige Staatssekretär u. spätere Reichskanzler Bülow mit philosophischer Gelassenheit davon sprechen, daß Deutschland die Flöte auf den Tisch gelegt habe und bei dem Konzert nicht mehr mitmache; dieser Passivität schloß sich bekanntlich auch Oesterreich an. Hier konnten auch Deutschland und die habsburgische Monarchie mit dem guten alten König Menelaus in der Offenbachschen Operette sagen„Was soll ich denn in Kreta?“. Bei den gegenwärtigen Balkanfragen aber ist es ganz etwas anderes. Hier handelt es sich um Dinge, an denen Deutschland wirtschaftspolitisch stark interessiert ist, während die beiden anderen Mächte des Dreibundes obendrein noch ein erhebliches politisches Interesse daran haben. Hier muß also der Dreibund darauf bedacht sein, seine Interessen zu wahren. Dieses Interesse geht vor allen Dingen dahin, daß, nachdem die europäische Herrschaft der Türkei ein fast! völliges Ende gefunden hat, nunmehr unter den sich in die Balkanhalbinsel teilenden Staaten ein gewissesGleichgewicht der Kräfte obwaltet. Ein die Halbinsel beherrschendes K Groß=Bulgarien wäre ebenso unerträglich wie ein GroßSerbien oder Groß-Griechenland. Denn eine neue Großmacht, die sich auf dem Balkan etwa bilden würde, könnte das Gleichmaß der Kräfte der beiden großen enropäischen Gruppierungen unerfreulich verschieben und dadurch den Weltfrieden ernsthaft gefährden. Diese Aufsassung vertritt auch ein angesehenes tialienisches Organ, die„Vita“. Dieses Blatt sagt gelegentlich der Monarchenbegegnung in Kiel:„Die deutsch=italienisch=österreichiiche Politik im Orient hat ein Ziel: die Erhaltung des gegenwärtigen Gleichgewichts im Adriatischen Meere u. im Mittelmeere. Dieses Gleichgewicht würde aber eben gestört werden, wenn eine neue ansehnliche MittelmeerMacht entstünde. In diesem Sinne dürften sich die Kieler Erörterungen bewegen. Unzweifelhaft wird eine vollkommene Uebereinstimmung der Auffassungen und Ziele festgestellt werden können und so wird der Dreibund in erheblichem Maße mitbestimmend wirken bei der Gestaltung der Balkandinge, die sich jetzt noch in einem choatischen Zustande befinden, Kongreß der christlichen Bergarbeiter Denschiande Der in einer Broschüre von 287 Druckseiten erschienene Bericht des Hauptvorstandes des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter Deutschlands enthält in seinen ersten Abschnitten Mitteilungen und Betrachtungen über die allgemeine Wirtschaftslage, die Produktion, Ein= und Ausfuhr, über Gesetzgebung und Verwaltung im deutschen Reich und in den bergbautreibenden Bundesstaaten, über Unternehmungen und Unternehmerverbände, über die Beamtenorganisation und über die Lage der Arbeiter im Bergbau. Ein besonders großer Raum ist dem Kapitel„Unsere Organisation“ gewidmet, in welchem neben den üblichen Berichten über Mitgliederbewegung, Verwaltung, Kassenwesen, Presse, Bildungswesen, Rechtsschutz und Bestrebungen zur Verbesserung der Lage der Arbeiter in besonderen Abschnitten auch die in den letzten Jahren vielerörterten gewerkschaftlichen Streitfragen behandelt werden. Daß dabei die Stellung des christlichen Gewerkvereins zu den Ruhrbergarbeiterstreiks sehr ausführlich behandelt wird, entspricht der Bedeutung der Sache. Der Gewerkvereinsvorstand gibt dabei einen geschichtlichen Rückblick auf die Entwickelung und den Verlauf des letzten großen Bergarbeiterausstandes im Ruhrrevier, wobei er scharf gegen den alten Bergarbeiterverband polemisiert und den Vorwurf wiederholt, daß dieser den Streik von 1912 angezettelt habe nicht aus rein gewerkschaftlichen Gründen, sondern in der Absicht, den christlichen Gewerkverein totzustreiken. Anschließend daran wird über die Schwierigkeiten geklagt, die sich in der Berichtszeit der Agitationstätigkeit entgegenstellten.„Deutlicher noch wie früher zeigte sich, daß ein Hochhalten der Organisation und deren weitere Ausbreitung nur noch möglich ist, wenn allenthalben das Vertrauensmännersystem gut ausgebaut ist und gute Vertrauensmänner gewonnen wurden. Die Folgen des Streiks im Ruhrgebiet und der darnach einsetzenden Mutlosigkeit machten sich am schlimmsten in solchen. Zahlstellen bemerkbar, wo das Vertrauensmännersystem nicht tadellos arbeitete.“ Eingehend befaßt sich der Bericht auch mit der Stellung der kath. Kirchenbehörden werkschaftsbewegung.„Die Gegner der christlichen Gewerkschaften versuchten mit großem Eifer und allen Mitteln eine Stellungnahme der Kurie in Rom gegen die interkonfessionellen Gewerkschaften zu erzielen. Ihre Arbeit war nicht ganz ohne Erfolg. Es gelang ihnen, eine Stellungnahme zur Arbeiterfrage in Deutschland von Rom zu erzielen, die als eine scharfe Verurteilung der christlichen Gewerkschaften gedeutet werden konnte. Die Antwort wurde auf dem christlichen Gewerkschaftskongreß in Dresden gegeben. Dort wurde einstimmig erklärt, die christlichen Gewerkschaften würden bleiben, was sie bisher waren.“ Das Verhältnis des Gewerkvereins zu den konfessionellen Knappen= und Arbeitervereinen hat sich nach dem Bericht gegen früher im allgemeinen nicht geändert. Die kath. Knappen= und Arbeitervereine stehen, soweit sie im Kartellverband organisiert sind, dem Gewerkverein freundlich und fördernd gegenüber. Der Verband Sitz (Fachabteiler) bekämpft ihn ebenso wie in früheren Jahren. In einzelnen kathol. Arbeitervereinen, mehr noch in den ev. Arbeitervereinen wird die Haltung gegenüber dem Gewerkverein durch die Rücksicht nahme auf die gelben Werkvereine beeinflußt. Das Verhältnis des Gewerkvereins zu den anderen Bergarbeiterorganisationen bezeichnet der Vorstand kurzweg als sehr schlecht. Er weist dabei mit besonderem Nachdruck auf die feindselige Haltung hin, die den alten Verband vom Gewerkverein scheidet. Von der polnischen Berufsvereinigung wurde der Gewerkverein ebenfalls scharf bekämpft.„In den letzten Monaten scheint den Führern der Berufsvereinigung allerdings auch klar geworden zu sein, daß sie sich purch das stete Zusammengehen mit dem sozialdemokratischen Verbande nur selbst das Grab schaufeln. Augenblicklich stehen sich der sozialdemokratische Verband und die Polnische Berufsvereinigung scharf feindlich gegenüber. Wenn die Leitung des letzteren die Sachlage in der Arbeiterbewegung erkennt, wird sie in Zukunft ein freundschaftlicheres Verhältnis zum Gewerkverein suchen müssen.“ Nachdem noch das Verhältnis zu den kleineren Vergarbeiterorganisationen gestreift worden ist, beschäftigt sich der Bericht mit den Gelben, von denen auch in Zukunft ein scharfer Gegensatz den Gewerkverein trennen werde. Die Mitgliederzahl des Gewerkvereins ist in den beiden letzten Jahren, über die der Bericht sich erstreckt, nicht unerheblich gesunken; sie betrug im Jahre 1908: 74 814, stieg dann in den folgenden drei Jahren auf 81 734, 82.855 und 84 321 und ging im Jahre 1912 auf 77·967 zurück. Der Vorstand führt diese ungünstige Entwickelung auf die äußeren Schwierigkeiten in den letzten Jahren zurück,(Ruhrstreik, Vorkommnisse bei der Reichstagswahl im Saarrevier). Das Vermögen des Gewerkvereins ist von 1 905 146,94 Mark im Jahre 1910 und von 2101 222,20 Mark im Jahre 1911 auf Mark 2297887,49 am Schlusse des Jahres 1912 gestiegen, obschon im letztgenannten Jahre eine Mindereinnahme an Mitgliederbeiträgen von 160000 Mark zu verzeichnen war, wovon auf das Saargebiet allein 120000 Mark entfielen. Spieler Moderner Kulturroman von Hans Hyan. 22:(Nachdruck verboten.) „Sie machen mich fast neugierig!... aber“, sie lachte leise, daß es wie eine feine Glocke klang,„Sie sagen das mit einem so ernsten Gesicht, Herr von Sandrat, da muß man sich ja beinah fürchten!“ Und dabei streckte sie, scheinbar ganz absichtslos, ihre linke Hand, an der große Brillanten funkelten, ein wenig aus. Und Sandrat, dessen Blut so unruhig wallte, sah plötzlich nur noch diese weiße, schlangenhafte Hand, und, von einem brenenden Durst nach Liebe ergriffen, riß er sie fast an seine Lippen...#. v6, gi. 5chl. „Mein Herr..“ es klang gar nicht böse,„Sie hatten mir ja etwas so Wichtiges zu erzählen!...“ Da wachte er auf aus seinem Taumel.„Ja, ja, es wird falsch gespielt bei Ihnen, gnädige Fraut“ Fast geschrien hatte er die Worte. * Sie erhob sich langsam. In ihr ganzes Wesen kam eine Kälte, eine Unnahbarkeit, die ihm weh tat. Aber die Empörung in seiner Seele war doch zu groß, er sagte: „Es tut mir unendlich leid, meine Gnädige, daß ich Ihnen diese peinliche Eröffnung machen mußte, aber es war meine Pflicht! Ich konnte nicht anders. Sie, gnädige Frau, werden das begreifen!...“ „Und Sie glauben nicht, daß Sie sich irren können?“ Der Ton ihrer Stimme hatte alle Weichheit, jeden Schmelz eingebüßt. Eintönig, kalt und fast schmerzlich Lhnten die Worte in seinem exaltierten Herzen wieder... Er sah sie an, als müsse er sie für den Frevel, den man bei ihr beging, um Verzeihung bitten, dann sagte er: „Nein, nein, ein Versehen ist, da gar nicht möglich!... Ich habe deutlich gesehen, wie Herr Miquel di Baranco sich von seinem Nachbar von Wunderlich eine Karte zustecken ließ und sie unter den Couvon brachte! ihre entsetzliche den Sennor seit Jahren und ich kann es mir nicht denken, daß dieser Kavalier, der einer der ältesten Familien seines Landes angehört, einer solchen Infamie fähig ist!“ „Gnädige Frau, ich habe es gesehen!“ erwiderte von Sandrat noch immer mit Festigkeit, obgleich unter dem betäubenden Einfluß dieser Schönheit seine Energie zu taumeln ansing. „Sd tun Sie es mir zuliebe und beobachten Sie später noch einmal, noch genauer... übrigens...“ Das girrende Lachen scholl wieder durch den Raum,„ich habe auch schon manchmal ein bißchen gemogelt!.. Es tat ihm wohl, auch über ihren Scherz lachen zu können. Er hing an ihren Lippen, und sein Zorn, seine Entrüstung, die ihn vorher hatten gar nicht zur Befinnung kommen lassen, waren so verraucht, daß er sich dessen fast vor sich selber schämte. Er wollte sich erheben. Sie aber drückte ihn mit ihren beiden Händen, die sie leicht auf seine Schultern legte, sanft wieder in den Sessel und sagte leise:„Nein, nein, mein Freund! Noch sind Sie nicht in der Verfassung, wieder mit hinüber zu kommen!" Damit wehte sie hinaus, verfolgt von seinen trunkenen Augen, und ließ ihn zurück, wie einen, der nach bösen Träumen zur holdesten Wirklichkeit erwacht ist. 14. Kapitel. Als die Marquise wieder in den Spielsaal krat, ging sie unhörbaren Schrittes zu dem Spanier hin, der jetzt selbst pointierte, und legte ein kleines Kuvert vor ihn hin auf die Platte. „Das hat Ihr Diener eben für Sie abgegeben, Sennor!“ sagte sie auf französisch. Der Spanier übersah flüchtig das Tableau(die aufgelegten Karten), dann nahm er das Kuvert und öffnete es mit einer tiefen Neigung des Kopfes und einem Senken seiner schweren Augenlider gegen die Marquise. Er las, ohne daß eine Muskel in seinem bleichen Gesicht sich rührte, den Inhalt:„Er hat gesehen, wie von Wunderlich Ihnen die Karte reichte, und wohl auch, wie Sie die Volte schlugen. Vorläufig hab' ich ihn mir vorgenommen. Das übrige ist Ihre Sachel Hoffentlich sind Sie seiner sicher!...“ Der Spanier machte eine leise, wie zustimmende Be, wegung mit dem Kopf und steckte dann das Kartonblatt zusammengeknifft in seine Westentasche. Das tat er mit der Linken, mit der Rechten nahm er schon wieder Karten.? „Die Hälfte, wenn Sie wollen, Herr Baron!“, sacte er zu Klaus Muchow, der gerade die Bank hatte. „Es sind fünftausend im Pot,“ erwiderte der Rittergutsbesitzer, der bereits mehrere tausend Mark verloren. hatte und sich nach einer Bemerkung, die seine Schwägerin Klothilde heute abend zu ihm über das Spiel gemacht Hate, etwas mnsicher uhte.4 8244 „Bon... ich halte!“ Der Spanier legte die Spielmarken ein. „Ich gehe mit“, sagte in diesem Augenblick Minderstedt, der heute abend wie rasend und mit andauerndem Glück pointierte. Dabei blickte er überlegen dem Rauch seiner Zigarette nach. Denn wozu sollte er jetzt noch dem Bankier auf die Hände sehen?!... Hätte etwa Klaus von Muchow, Reichsbaron und Besitzer eines Güterkomplexes, der so groß wie ein kleines Fürstentum war— hätte der etwa auch betrügen sollen?!... Achl der Leutnant von Korthals war. ein Schwachkopf! Oder er, der selbst nicht spielte und vom Spiel nichts verstand, er sah überall Falschspieler und Gauner, aus reiner Angst, man könnte seinem Bruder ein paar Kröten abnehmen!... Sollte doch nicht spielen, so'n kleiner Leutnant, wenn er's nicht dazu hatte!... Heißt ihn ja keiner, fortwährend die Karten in die Hand zu nehmen!... Nein, wahrhaftig, es war ein schweres Unrecht, wenn man in diesem wirklich distinquierten Kreise solche unanständigen Gedanken hegtel... (ortsetzung folgt.) — 1— Um wieviel vorteilhalter ist dagegen das Waschen mit dem millionenlach erprobten selbsttätigen Waschmittel Persil! Wie einfach und pral-tisch gestaltet sich damit das Waschen. Nur einmaliges etwa PIGRLISEL halbstündiges Kochen und die Wäsche ist im Nu müholos vollkommen rein, blendend weiss wie auf dem Rasen Küffere. gebleicht. 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