Montag, den 9. Juni. Beilage dieser Beachten Sie die GrMMerSsOo. Wattenscheid, Oststr. 2-4. Nr. 129. (1. Blatt.) Samstag, den 7. Juni 1913. 45. Arteilsche....#. 9 * gerünke 1869. ume P. Kusktm (General=Anzeiger.) wpeziell für die Orte Wattenscheid, Gelsenkirchen=Ueckendorf, Leithe, Günmigfeld, Hordel, Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet inkl. Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet: 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche“: Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt"(Sseitig).: (Neueste Nachrichten.) in Stadt und Amt Wattenscheid, Hevinghausen, Wesienfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheid, Eiberg, Freisenbruch u. a. Anzeigen pro Nonpareillezeile oder deren Raum 15 Pfg., auswärts! 20 Pfg., Reklamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Termin= F; zusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach i: Erhalt der Rechnung. Die Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung" erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Mk. Unfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungen. Telegr.=Adr.: Zeitung. Telefon 181. Rotationsdruck und Verlag Carl Busch, verantw. Redakteur Bernhard Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln 8566. Wetteraussichten. Wetter für Sonntag. Veränderlich, wenn Regen, gering, kühl. Stadt Ant und Krit. * Wattenscheid, 7. Juni 1913. Jubelfest der Sodalität. * Das 60jährige Jubelfest der Marianischen Jünglingssodalität(Propsteikirche), welches am morgigen Sonntag und Montag hierselbst in der Kronenburg stattfindet, dürfte sich zu einer imposanten Feier gestalten, da sich zahlreiche Vereine daran beteiligen werden. Wir haben das überaus reichhaltige Programm bereits in allen Einzelheiten veröffentlicht und wiederholen nachstehend noch einmal die Hauptpunkte. Sonntag, 8. Juni, 9 Uhr: Ehrung der Mitbegründer der Sodalität. 10 Uhr: Feierliches Levitenamt mit Festpredigt in der Propsteikirche. 12,30 Uhr Gemeinsames Mittagsmahl der Fahnendeputationen und Ehrenmitglieder; 2,30 Uhr: Festandacht mit Predigt in der Propsteikirche, 3,30 Uhr: Antreten zum Festzuge(Alter Markt), 4 Uhr: Festzug, 6 Uhr: Festversammlung in der Kronenburg(Sonnenschein); Montag, 9. Juni, vorm. 9 Uhr: Feierliches Requiem für die verstorbenen Mitglieder; nachmittags 5 Uhr: Familien=Feier in der Kronenburg durch Konzert, Gesang, turnerische Aufführungen und Theater. Der Festzug bewegt sich durch folgende Straßen: Alter Markt, Nord-, Vorstadt=, Hüller=, Freiheit=, Vöde=, Quer=, Hoch=, Wasser-, Chaussee=, Ost=, Südstraße und zurück, Weststraße zum Festlokal. Nachstehend sei sodann die in der gestrigen Rummer begonnene Abhandlung über die Geschichte der Sodalität zu Ende geführt: zu Ende geführt: Neben der Jubelfeier bot die 25jährige Wirksamkeit des verstorbenen Vikars Hansknecht als Präses des Vereins Anlaß, ein größeres Fest zu feiern. Und wahrlich, wer unter seiner Leitung gestanden und groß geworden, kann ermessen, wie berechtigt ein solches Fest war. Dies bewies auch die allgemeine Teilnahme nicht allein der Sodalen, sondern der Bürger und Freunde; sogar aus weiter Ferne kamen sie herbei, dem Jubilar Glück zu wünschen. Es darf hier wohl auch bemerkt werden, daß das Fest nicht den Abschluß seiner Präseslaufbahn bildete, sondern daß er noch 11 Jahre lang, also insgesamt 36 Jahre, ein ganzes Menschenalter, dem Verein vorstand. Wie sehr er der Jugend zugetan war, erhellt daraus, daß er trotz des hohen Alkers, trotz schweren Krankenlagers und trotz Sturm und Wetter, sich nicht abhalten ließ, regelmäßig die Versammlungen zu besuchen und zu leiten, und daß er sich die Herzen der Jugend erobert, ersieht man am besten aus den Worten, mit welchen die Sodalität den Namen ihres Präses in den Annalen des Vereins festgelegt. Unter anderen heißt es dort: Durch seine erbaulichen Ansprachen und Lehren hat er sich die Liebe und Hochachtung aller Sodalen erworben, welche in ihm ihren Vater und Führer sahen. Trotz seines hohen Alters leitete er mit bewunderungswürdiger Strebsamkeit den Verein. Den Mitgliedern war er in jeder Lage ein weiser Ratgeber und liebevoller Vater. Er war Prüses vom 6. Januar 1867 bis 19. März 1902. Wie manches Samenkorn er gesäet, wie manches junge Herz er zum wahren Ziele geführt, vermag nur der zu beurteilen, der ihn an seinem Namenstage(19. März 1902) zu sich in die Ewigkeit berief. Ferner sei auch der Männer mit Dankbarkeit gedacht, deren Namen mit der Geschichte des Vereins enge verknüpft sind, besonders des er##ten Gönners und Gründers, des Pfarnen von Anfang bis zum Jahre 1861 den 8. Dezember), dann des hochw. Kaplans König(1863—1864), ferner des hochw. Pfarrers Menke, der in Abwesenheit des einen oder anderen Präses jedesmal die Leitung übernahm, so von 1862—63, dann wieder von 1864 bis 6. Januar 1867, wo Vikar Hansknecht sein Amt antrat. Welch große Bedeutung die Sodalität für die kath. Pfarre gewonnen hatte, bewies besonders auch die goldene Jubelfeier, welche am 24. und 25. Mai 1903 unter großer Beteiligung der Bürgerschaft und vieler auswärtiger Vereine stattfand. Man hatte die Freude, zu Beginn des Festes folgende 5 noch lebende Gründer durch Ueberreichung von goldenen Sträußchen auszuzeichnen: Hundacker, Imenkamp, Kaiser, Kämper und Luthe. Um 10 Uhr war feierliches Levitenhochamt und um 2,30 Uhr Andacht, in der die neue, prachtvolle Fahne geweiht wurde. Die weltliche Feier wurde durch einen imposanten Festzug eingeleitet, der eine zahlreich besuchte Festversammlung folgte, in der herrliche Ansprachen, u. a. vom Domkapitular, Propstdechant Hausmann gehalten wurden. Die folgende Zeit war unter der ausgezeichneten Leitung der Vikars Köster eine Periode steten Wachstums und erfolg. reicher Vereinsarbeit. Vor einigen Jahren wurden die Sodalitäten des großen Dekanates Wattenscheid zu gemeinsamer Arbeit zu einem Verbande zusamengeschlossen, an deren Spitze Vikar Köster als Vorsitzender steht. Sodann sei noch kurz die Frage beantwortet, was will die Sodalität und was bietet sie?. Die religiös=sittliche Arbeit des Vereins ist vornehmlich zu messen an der gemeinschaftlichen hl. Kommunion, welche stets eine zahlreiche Beteiligung aufzuweisen hat. An den Marienfesten, sowie an den Aufnahmetagen werden besondere Vereinsandachten in der Kirche abochalten. In jedem Jahre veranstaltet ein großer Teil der 1 Sodalen eine Pilgerfahrt na ch Neviges=Hardenberg und Kevelaer. Gegen den Mißbrauch geistiger Getränke hat sich im Anschlusse an das hier schon bestehende Kreuzbündnis in der Sodalität eine Vereinigung kathol. Jünglings=Abstinenten gebildet, deren Beitritt ein freiwilliger ist. Der Verein gliedert sich in eine jüngere und in eine ältere Abteilung. Einmal im Monat findet für jede dieser Abteilungen eine Versammlung statt. Die jährlich stattfindende Generalversammlung (Januar) wird im Vereinshause für beide Abteilungen zusammen abgehalten. Zur gemeinsamen Arbeit und Befestigung der im Dekanate Wattenscheid bestehenden 11 Jünglingsvereine finden alljährlich 22 Bezirkskonferenzen, an welcher sich der Vorstand des Vereins, sowie gewählte Delegierte beteiligen, unter dem Vorsitz des Bezirkspräsiden statt. In jeder Versammlung werden kleinere und größere Vorträge gehalten. Der Verein hat ferner die kath. Jugendzeitschrift „Die Wacht“ eingeführt, welche 2mal im Monat erscheint. Des Ferneren hat der Verein eine größere Bücher= und Zeitschriften=Sammlung, welche an jedem Sonntage, nachmittags, im Vereinshause den Mitgliedern zum Lesen aufgelegt wird. Auch arbeitet die Sodalität für ihre Mitglieder mit dem hiesigen Borromäus=Verein an der Verbreitung guter Lektüre. Die Spielerabteilung des Vereins führt ca. 30 der neuesten Geduld=, Gesellschafts= und Unterhaltungsspiele, welche jeden Sonntag, nachmittags bis 7 Uhr— ausgenommen ist der 3. Sonntag eines jeden Monats — für die Mitglieder im Vereinshause ausgelegt werden. Die Sodalität führt eine eigene Vereins= Sparkasse. Der Gesamt=Einlagebestand beläuft sich zur Zeit auf ca. 6000 Mk. Zur Förderung körperlicher Gesundheit unternimmt der Verein in jedem Jahre kleinere und größere Fußtouren und sonstige Ausflüge. Die Wanderabteilung hat sich zur Aufgabe gemacht, größere Fußtouren zu unternehmen. Der frohen Geselligkeit und Unterhaltung dienen außer den Monatsversammlungen die Vereinsfeste, wie Familienabende, Theateraufführungen usw., die meist bei Gelegenheit des Stiftungs= oder Patronatstages, der Weihnachts feier, sowie der Fastnachtstage abgehalten werden. Ferner besteht im Vereine seit ca. 4 Jahren eine Turnabteilung. Außer der Turnabteilung haben sich in der Sodalität besondere Abteilungen gebildet, die es sich zur Aufgabe machen, für die gute Sache im Jünglingsverein zu arbeiten und so die zu treffenden Feste verschönern zu helfen. Es sind deren 6 mit der Turn=Abteilung, und zwar eine Gesang=, Theater=, Musik=, Zither= und Geigen=Abteilung. Jedes Mitglied kann, falls es sich für eine der genannten Abteilungen eignet, derselben beitreten. Selbstverständlich erfordern diese Abteilungen in jedem Jahre größere Kosten(Unterhaltungskosten), welche von den Beiträgen der Mitglieder allein nicht gedeckt werden können. Zu diesem Zwecke unterstützen zurzeit mit namhaften Beiträgen Ehrenmitglieder den Verein.—Die Bedeutung der Sodalität für die Jugend spiegelt sich auch wieder in der großen Mitgliederzahl, welche betrug 1909 299, 1910 387 und jetzt 550. Die Zahl der Ehrenmitglieder beziffert sich auf 260. Der Vorstand besteht zur Zeit aus folgenden Mitgliedern: Ferdinand Fulland Präfekt, Stiepeldey und Koll Assistenten, H. Ullrich Schriftführer, Th. Ullrich Kassierer, Buschmann, Dellbrügge und Bieleck als Beisitzer. Ferner sind noch 22 Bezirksvorsteher und Abteilungsvorsteher für den Verein tätig. Die Einnahmen betrugen im verflossenen Jahre J 2485, die Ausgaben+ 2456. So ist in kurzen Zügen gezeigt, in welch' segensreicher Weise die Sodalität tätig war und dadurch praktische Arbeit auf dem Gebiete der Jugendpflege geleistet hat. Von den Gründern der Sodalität leben nur noch 2, der Invalide Joh. Kämper, Bochumerstraße 42 und Schreinermeister Theodor Ossendoth, Grabenstraße 9, die gewiß mit Stolz auf ihr schönes Werk schauen und auf dem Fest noch besonders ausgezeichnet werden sollen. An dem morgigen Festzuge werden folgende Sodalitäten teilnehmen: Wattenscheid Propstei, Wattenscheid St. Josef, Eickel, Eickel=Holsterhausen, Hordel, Wanne=Süd, WanneNord, Wanne=Laurenziuspfarre, Höntrop, Gelsenkirchen=Georgspfarre, Gelsenkirchen=Propsteipfarre, GelsenkirchenSchalke, Gelsenkirchen=Bulmke, Gelsenkirchen=Heßler, Gelsenkirchen=Bismarck, Gelsenkirchen=Rotthausen, GelsenkirchenHüllen, Horst=Eiberg, Linden, Dahlhausen, Unter=Dahlhausen, Steele, Kray, Hoerde, Bochum, Herne, ferner der hiesige Gesellenverein, der hiesige Knappenverein und Arbeiterverein. Das Programm der Feier ist ein sehr reichhaltiges, da u. a. sämtliche Abteilungen des Vereins mitwirken, so die Musikabteilung(Dirigent Grießmann), die Theater=Abteilung(Leiter Präfekt Fulland), die Gesangabteilung(Dirigent Hauptlehrer Dormann), die Turn=Abteilung(Leiter Rektor Schauerte) usw. Zum Regierungsjubiläum. * Der hochw. Bischof Dr. Schulte von Paderborn erläßt im neuesten amtlichen Kirchenblatt folgende Verordnung: Aus Anlaß des 25jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers und Königs ordne ich, einem Wunsche Höchstdesselben entsprechend, hierdurch an, daß am Sonntag, den 15. Juni d. I., im Anschluß an die Predigt auf die Bedeutung des Tages aufmerksam gemacht und eine besondere Fürbitte für Se. Majestät abgehalten werde. Am 16. d. J. soll in allen Pfarrir chen der Dibzese, in der Stadt Paderborn im hohen Dome und in den Städten, wo mehrere Pfarrkirchen sind, wenigstens in der Hauptkirche ein feierliches Hochamt mit Te Deum und dem Allgemeinen Kirchengebete: „Allmächtiger, ewiger Gott“ stattfinden. Evangel. Vereinsnachrichten. * Sonntag nachm. 3,30 Uhr: Jungfrauenverein im Gemeindehaus.— Mittwoch nachm. 2 Uhr: Diakonissen=Hilfsverein im Gemeindehaus.— Mittwoch nachm. 3 Uhr: Arbeitsstunde des älteren Frauenvereins im Pfarrhause an der Hochstraße.— Sonntag nachm. 4 Uhr Gem. Chor im Gemeindehause.— Donnerstag abend 7,30 Uhr: Frauen= und Jungfrauen=Missionsverein.— Donnerstag abend 7 Uhr: Vorbereitung zum Kindergottesdienst.— Mittwoch nachm. 2,13 Bahnhof Höntrop, Ausflug des Westenf. Frauenvereins. — Jünglings= und Männerverein zu Wattenscheid. Sonntag vorm. 9 Uhr: Posaunenchor. Sonntag vorm. ½12 Uhr: Gesangabteilung. Sonntag nachm. 5 Uhr: Jugendabteilung. Sonntag nachm. 7 Uhr Generalversammlung. Mittwoch abd. Bibelstunde.— Enthaltsamkeitsverein vom blauen Kreuz: Sonntag nachm. 5 Uhr: Versammlung im Vereinslokal Centrum. Samstag abend ½8 Uhr: Gebetsversammlung im Gemeindehaus.— Zweigverein der ev. Gesellschaft Sonntag nachm. 3 Uhr: Bibelstunde im Vereinshaus(Hochstr.) zu Wattenscheid.— Sonntag nachmittag 5 Uhr: Bibelstunde im Vereinshaus zu Günnigfeld.— Evgl. Gebetsverein, Wasserstraße 19: Donnerstag abend 6 Uhr Bibelstunde.— Bibelstunden Donnerstag abend 7 Uhr in der Kleinkinderschule Centrum, Pastor Kuhlmann. Mittwoch abend 7,30 Uhr im Gemeindehause, Pastor Engelbert. Jugendbund für entschiedenes Christentum für Mädchen: Jeden Sonntag, nachm. 6 Uhr: Gesangstunde für den gemischten Chor. Jeden Donnerstag abend 7,30 Uhr Uhr Bibelbesprechstunde. Jeden Samstag abend 7 Uhr Gebetstunde Günnigfeld, Vereinshaus, Marktstraße 18. Jeden Sonntag nachm. 3,30 Uhr: Gesangstunde für den gemischten Chor. Jeden Sonntag nachm. 5 Uhr: Bibelstunde. Jeden Freitag abend 6 Uhr: Gebetstunde. Katholische Vereinsnachrichten. * Marianische Jungfrauenkongregation: Nach der Andacht Gesang, 5 Uhr: Spielstunde.— Mittwoch, 11. Juni, findet der Sommerausflug nach Wanne(zur„Flora") statt. Der Zug fährt 2,08 Uhr von Gelsenkirchen ab. Alle, welche teilnehmen wollen, müssen sich bei den Vorstandsmitgliedern melden, damit man die Zahl der Teilnehmer angeben kann. Bis Dienstag, 10. Juni, mittags, Schluß der Anmeldung.— Gesellenverein: Sonntag abend 8,30 Uhr.— Vinzenzverein: Dienstag abend 8 Uhr: St. Gertrudis=, St. Joseph- und St. Nikolauskonferenz.— St. Antonius=Knappen= und Arbeiterverein: Sonntag, 8. v. M., morgens 11½ Uhr, Vorstandsund Vertrauensmännersitzung im Vereinslokale. 2,30 Uhr treten die Mitglieder, welche den Festzug in Günnigfeld mitmachen wollen, im Vereinslokal an, 2,45 Uhr Abmarsch. Um 3 Uhr versammeln sich die übrigen Mitglieder ebenfalls im Vereinslokale zur Teilnahme am Festzuge der Sodalität.— St. Josef Filiale. Elisabeth=Verein: Gleich nach der Andacht Versammlung.— Kirchbauverein: Nach dem Hochamte Versammlung.— Arbeiterverein und Jünglingssodalität: Die Mitglieder versammeln sich punkt 1,30 beim Wirt Walter; von da geht's in geschlossenem Zuge zur Jubelfeier der Sodalität an der Propsteikirche. Wattenscheider Haus= und Grundbesitzertag. * Wir verweisen wiederholt auf den am morgigen Sonntag hier in Wattenscheid stattfindenden rhein.westf. Hausbsitzertag. Um 1 Uhr ist bei Gg. Koch das Festessen, um 3 Uhr die große, öffentliche Generalversammlung im Saale des Restaurateurs Th. Ahlmann. Nachdem es dem Vorstand des Wattenscheider Haus= und Grundbesitzervereins nur mit Mühe gelungen ist, die bedeutsame Tagung für unsere Stadt zu sichern, ist es Ehrenpflicht aller Mitglieder der Haus= und Grundbesitzervereine in Stadt und Amt Wattenscheid, an der Veranstaltung teilzunehmen u. die auswärtigen Gäste begrüßen zu helfen. Verleger Schulte=Essen wird über das für den hiesigen Bezirk so einschneidende Bergschädenrecht sprechen, Synditus Heinkele=Gelsenkirchen über das neu geplante preußische Wohnungsgesetz und seine Beziehungen zu den Bauordnungen. Beigeordneter Kampmann wird die Stadt Wattenscheid auf dem Kongreß vertreten. Vom Turn=Verein D. T. * Im Restaurant Koch fand gestern abend unter Leitung des Lehrers Gold eine Versammlung des Turn=Vereins D.T. statt, welche einen angeregten Verlauf nahm und Zeugnis ablegte von der intensiven und erfolgreichen Vereinsarbeit. Nach Aufnahme von 5 neuen Mitgliedern erstattete der Vorsitzende Bericht über die Vereinsveranstaltungen im verflossenen Monat. Als Hauptpunkt stand auf der Tagesordnung die Beteiligung des Vereins an dem deutschen Turnfest in Leipzig 12.—17. Juli Nach eingehender Aussprache wurde beschlossen, zum Turnfest nach Leipzig 3 Delegierte, und zwar den Turnwart Gottlieb und die beiden Turner Korte und Mette mit Fahne zu entsenden. Die beiden letzteren werden an den Wettkämpfen in Leipzig teilnehmen, sodaß jetzt zum ersten Male auch Wattenscheid beim großen deutschen Turnfeste mit Wetturnern vertreten sein wird. Außer den 3 Genannten werden noch weitere 8 Mitglieder nach Leipzig fahren und dort den Wattenscheider Verein würdig in dem an 100000 Turner zählenden Festzug vertreten.— An der hiesigen allgemeinen Volksfeier aus Anlaß des Regierungszubiläums des Kaisers am Montag 16. d. Mts. wird der Verein geschlossen teilnehmen und nach dem Fackelzug gemeinsam mit anderen Vereinen eine Feier im Kaisersaal veranstalten. Die Fackeln für die jüngeren Mitglieder zahlt der Verein ganz, für die älteren teilweise.— Für das am 28. d. Mts. stattfindende große Kriegerverbandsfest wird der Verein eine Turnerriege stellen. Ferner entsendet der Verein Turner zum Bezirksfest, welches am 6. Juli stattfindet. Nach Erledigung einiger weiterer interner Angelegenheiten wurde die Versammlung geschlossen. Christlich=sozialer Arbeiterverein. * Sonntag, 8. Juni, erfolgt morgens 9 Uhr Abmarsch der ersten Fahnendeputation(alte Fahne) nach Günnigfeld zur Teilnahme an dem Feierlichen Levitenamt um 10 Uhr für den St. Josef=Arbeiterverein daselbst. Die zweite Fahnendeputation(neue Fahne) nimmt um 10 Uhr an dem feierlichen Levitenamt der Jünglingssodalität in der hiesigen Propsteikirche teil. Nachmittags 2,30 ist Abmarsch derjenigen Mitglieder, welche an dem Festzuge in Günnigfeld teilnehmen wollen, um 3 Uhr versammeln sich die übrigen Mitglieder im Vereinslokale zur Teilnahme am Festzuge der Sodalität. Die Mitglieder wollen möglichst vollzählig erscheinen, und zwar in Mütze und Abzeichen. Krieger u. Landwehr=Verein. * Aus Anlaß der Jubelfeier der Marian. Jünglings=Sodalität findet die morgige Monatsversammlung nicht im Restaurant Sonnenschein, sondern in den oberen Räumen des Restaurants Küpper statt. Sauerl. Gebirgsverein. * Die Mitglieder des S. G. V. seien nochmals auf die morgen stattfindende kombinierte Wanderung aufmerksam gemacht. Die Teilnehmer an der Tagestour versammeln sich vormittags 7,30 Uhr am Beckmannschen Hofe auf der Südstraße, um von dort aus über Sevinghausen, Stalleiken, Dahlhausen, Isenberg nach Nierenhof zu wandern, während die Teilnehmer an der Halbtagstour erst mittags mit dem Zuge 1,47 von Höntrop über Steele nach Nierenhof fahren, wo sie gegen 3Uhr mit den Teilnehmern an der Tagestour zusammentreffen. Dann erfolgt die gemeinschaftliche Wanderung von Nierenhof über Schulenburg=Hattingen. Die Jubiläumsspende für ev. Missionen. * Das hiesige Ortskomitee für die Jubiläums=Spende für ev. Missionen teilt mit, daß in der evangel. Pfarre Wattenscheid rund 2000 M. eingegangen sind. Es dankt allen Gebern herzlichst für die namhaften Spenden. Einheitlicher Zinsfuß für Spareinlagen. * Der Regierungspräsident zu Arnsberg beabsichtigt, gewisse Gruppen von Sparkassen des Industriebezirks zu veranlassen, für Spareinlagen einen einheitlichen Zinsfuß zu gewähren und die Zinstreibereien einiger Sparkassen zu erschweren. Er hat zu diesem Zwecke eine Vereinigung der Sparkassen in die Wege geleitet, der sich bereits 62 Kassen angeschlossen haben, darunter auch die Sparkassen von Stadt und Amt Wattenschei d. 11 Sparkassen stehen noch fern. Künftig sollen die Kassen, die eine Erhöhung des Spareinlagezinsfußes einführen wollen, sich zunächst an die Vereinigung wenden, die vermittelnd wirken soll. Auch soll die eventl. beabsichtigte Erhöhung des Zinsfußes künftig nicht sofort, sondern erst nach 3 Monaten eintreten. Zählung der Schweine.„V Egen Scme * Die am 2. Juni stattgesundene Zahlung der Schwelne hatte in der Stadt Wattenschei dfolgendes Ergebnis: Im Ganzen waren 1390 Gehöfte vorhanden, davon 709 mit Schweinen. Die Zahl der Schweine betrug 2165, davon 709 auf dem Viehmarkt. Im Amte Wattenscheid wurden insgesamt 3921 Schweine gezählt, davon in Eppendorf 822, in Günnigfeld 891, in Höntrop 860, in Leithe 274, in Munscheid 48, in Sevinghausen 282, in Westenfeld 744. Zwangsversteigerung aufgehoben. * Am Kg.. Amtsgericht dahier sollte heute morgen eine Zwangsversteigerung stattfinden. Es handelte sich um die dem Kaufmann Anton Lammerich zu Steele gehörende Besitzung in Sevinghausen, Weststr. 8, kleines Haus nebst Hof und Stallung im Tax=Werte von 734 MA. Es kam nicht zur Versteigerung, weil der Gläubiger inzwischen seinen Antrag zurückgenommen hatte. Zur anonymen Briefaffäre in Gäunigferd. * Der Wirt Alvert Eichler in Gelsenkirchen, Schalkerstraße 43 ersucht mit Bezug auf die in unserem Blatt Nr. 126, Blatt 1, vom 4. Juni 1913 enthaltene Lokalnachricht über die Privatklage Hellermann gegen Eichler um Aufnahme der folgenden Notiz: Es ist nicht festgestellt, daß Frau Eichler die Briefschreiberin gewesen ist. Ein Zeugenbeweis hierüber ist nicht im geringsten erbracht. Das Gericht hat auf Grund der Gutachten der Schriftsachverständigen angenommen und„tatsächlich festgestellt", daß Frau Eichler die Briefe geschrieben habe. Es liegt also lediglich ein Gutachterbeweis vor, der gesetzestechnisch ohne andere Grundlagen zu einer Verurteilung nicht ausreichend war.— DieseAnsicht teilt der Vertreter meiner Frau, RechtsanwaltBeckmann, der Obiges abgefaßt hat. Ich setze eine Belohnung von 100 Mark für denjenigen aus, der einen Beweis oder mir erfolgreichen Anhalt dafür gibt, wer die beleidigenden Briefe geschrieben hat. Wattenscheid und die Schuldenlast westfälischer Gemeinden. * Die Verschuldung der westfälischen Gemeinden hat auch in dem am 61. März 1912 abgelaufenen Rechnungsjahre erhebliche Fortschritte gemacht. Die Schuldenlast, das ist die Summe langfristiger Schulden, stieg in sämtl. Städten der Provinz bis zu dem genannten Tage genüber dem Vorjahre von 363 374 190 Mark auf 387 426 109 Mark. Auf den Kopf der städtischen Bevölkerung macht das 204,62 gegen 196,61 im Vorjahre. Für die westfälischen Landgemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern stieg die Schuldenlast von 31 026 790 M. auf 33 769 045 Mark, oder auf den Kopf der Bevölkerung von 60,46 auf 60,89 M. Es würde nun verfehlt sein, aus diesem Wachsen der Verschuldung ohne weiteres auf eine ungünstige Lage der Gemeinden überhaupt zu schließen. Man wird vielmehr in jedem einzelnen Falle zu prüfen haben, aus welchen Gründen die Verschuldung eingetreten ist. Dort, wo die Verschuldung z. B. für produktive Anlagen eingegangen ist, darf man auf keinen Fall eine hochscheinende Schuldenlast an sich schon als verwerflich betrachten. Das wäre z. B. bei Gaswerken, Wasserwerken, Elektrizitätswerken, Markthallen, Schlachthöfen, Straßenbahnen, Badeanstalten usw. ohne Gegenüberstellung des städtischen Vermögens ungerecht. Andererseits gibt es eine Reihe von Anlagen, für die, weil sie im engeren Sinne des Wertes unproduktiv sind— z. B. Schulen— möglichst die Schuldenwirtschaft gemieden werden sollte. Von besonderem Interesse ist es, die Schulden in den einzelnen Gemeinden der Provinz zu betrachten. Gestiegen ist hiernach vom 31. März 1911 bis 31. März 1912 die auf den Kopf der Bevölkerung entfallende Schuldenlast in Dortmund von 412,91 auf 414,55 M., Gelsenkirchen 147,53 auf 177,75, in Hagen von 207,33 auf 224,01 Mk., in Bielefeld von 272,89 auf 285,68, Buer von 84,38 auf 124,36 M., Herne von 127,00 auf 137,62, Recklinghausen von 188,67 auf 208,09 M., Hamm von 234.08 auf 240,45 M., Hörde von 88,52 auf 144,10 M., in Lüdenscheid von 141,24 auf 143,86 M., in Castrop von 60,93 auf 74,67 M., in Lippstadt von 136,14 auf 140,46 M., in Hattingen von 84,65 auf 158,40 M., in Gladbeck von 55,17 auf 58,29 M. und in Bottrop von 53,57 auf 54.24 M. Gefallen ist die städtische Schuldenlast auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet, in Bochum von 194,22 auf 183,23 M., in Münster von 244,97 M. auf 242.02 M., in Witten von 267,04 M. auf 256,77 M., in Iserlohn von 244,03 auf 239,47 M., in Paderborn von 97,12 auf 95,55 M., in Siegen von 292,12 auf 287,62 M., in Wattenscheid von 73,86 auf 70,15 Mark, in Minden von 328,11 auf 314,27 M., in Soest von 154,13 auf 147,54 M., in Hohenlimburg von 125,88 auf 120,84 M., in Langendreer von 106,21 auf 1105,69 Mark und in Schwerte von 101,75 auf 94,69 Mark. In diesen Zahlen sind nur die langfristigen Schulden enthalten. Könnte man sie durch Gegenüberstellung des Gemeindevermögens ergänzen, so würde sich ein wesentlich vollkommeneres Bild ergeben. Hoffentlich wird diese Lücke der Statistik recht bald ausgefüllt. Die Stadt Wattenscheid steht bezüglich der Schuldenlast unter den westfälischen Gemeinden mit am günstigsten; allerdings wird in Kürze eine Anleihe bis zu 600 000 aufgenommen, die jedoch hauptsächlich für werbende Anlagen bestimmt ist. Im Eisenbahnzug mit Regenschirm. * Ein hiesiger Bürger, der am Vonnerstag nachmittag mit der Eisenbahn von einer Geschäftstour nach Elberfeld zu. rückkehrte, teilt uns mit, daß während eines Gewitters die Reisenden gezwungen waren, ihre Schirme aufzuspannen, um sich vor den durch die Bedachung fließenden Wassermassen zu schützen. Ballonfahrt. * Ballon„Gladbeck“ wird in den nächsten Tagen von Paris aus eine Fahrt unternehmen, weshalb man ihn heute dorthin transportiert. Heute nachmittag steigt der Ballon„Gelsenkirchen" von Rheinelbe aus zu einer Fahrt auf. Lauben=Wettflug. * Die Brieftauben=Liebhaber=Reisevereinigung von Wattenscheid, Gelsenkirchen und Umgegend veranstaltete einen Wettflug mit jungen Tauben ab Gardelegen. Be1 1 Einsatz von 12 000 Mark. Die 1. Tiere erreichten 1025 Meter Fluggeschwindigkeit pro Minute. Stenographisches. * Der Stenographenverein Stolze=Schrey eröffnet mit dem morgigen Sonntag wieder einen Anfänger=Kursus für Volksschüler in der Hohenzollernschule. Näheres ist in der Annonce in heutiger Nummer ersichtlich.(Siehe auch 2. Blatt.) Hülfsgerichtsvollzieher Möller vor den Geschworenen. * Mitte Dezember v. J. erregte das Verschwinden des Hülfsgerichtsvollziehers Robert Möller von hier allgemeines Aufsehen, besonders auch deshalb, weil sich der Beamte eines guten Ansehens zu erfreuen hatte. Er hatte sich zu einer Versammlung der Reichs= und Staatsbeamten nach Bochum begeben und war nicht zurückgekehrt. Man glaubte zunächst an einen Unfall oder an einen Selbstmord, weil er vorher Selbstmordgedanken geäußert hatte. Möller hat den südwestafrikanischen Feldzug mitgemacht, sich in mehreren Gefechten ausgezeichnet und dort mehrere Jahre schwere Strapazen zu bestehen gehabt. Seit seiner Rückkehr aus Afrika litt er an einer fieberhaften Krankheit, und es lag deshalb die Annahme nahe, daß eine Geistesstörung die Ursache des Verschwindens sei. Nach einigen Wochen stellte man jedoch fest, daß seine dienstlichen Angelegenheiten, die zuerst in tadelloser Ordnung schienen, nicht einwandfrei waren. Eine genaue Untersuchung führte zu dem Ergebnis, daß Möller eine Reihe von Betragen in der Gesamthöhe von ca. 400 Averuntreut und diese Unterschlagungen durch falsche Buchungen zu verdecken gesucht hatte. Die Polizei fahndete lange Zeit nach dem Verschwundenen, bis Mitte Januar hier die Nachricht einging, daß Möller in Holland in einem Wäldchen bei Harlem mit einer schweren Schußwunde am Kopfe aufgefunden worden sei. Er hatte einen Selbstmordversuch gemacht und wurde schwerverletzt dort ins Krankenhaus gebracht. Nach seiner Genesung wurde er von Holland ausgeliefert und ins Bochumer Gerichtsgefängnis überführt. Heute hat er sich wegen der Veruntreuungen vor dem Schwurgericht in Bochum zu verantworten. Kleine lokale Nachrichten. * Die Freiwillige Feuerwehr hat heute abend 8,30 Uhr im Restaurant Hrch. Langensiepen, Hüllerstraße, eine General=Versammlung. Vorher findet eine Vorstandssitzung statt. * Der Kameradschaftl. Verein 16. Armee=Korps tritt morgen nachmittag 1,30 Uhr im Vereinslokal an zur Teilnahme an dem Fahnenweihfest des Brudervereins in Eickel. Die monatliche Versammlung findet am Sonntag, 15. Juni statt, womit ein Preisschießen im Vereinslokal verbunden ist. S. J. * Der Verein der Pioniere und Verkehrstruppen veranstaltet morgen nachm. 3 Uhr auf dem Verbandsschießstande ein Preisschießen. * Der Artillerie=Verein tritt morgen nachmittag 1Uhr im Vereinslokal an zwecks Teilnahme an der Fahnenweihe des Artillerievereins Linden=Dahlbausen. * Generalversammlung haben morgen der Garde=Verein 6 Uhr im Restaurant Hrch. Voortmann, der Marine=Verein 5 Uhr im Restaurant Löbbert(Monats=Versammlg.). Der Allg. Bergm.=Unterst.=Verein hat 4 Uhr im Restaurant Pütz, Weststraße Generalversammlung. * Das Centralkino hat zu morgen wieder ein interessantes und inhaltsreiches Programm aufgestellt. Besonders erwähnt seien die Dramen„Irrwege des Glückes“ in 2 Akten, „Die Schlinge“, sehr spannendes Drama aus dem wilden Westen,„Bajazzo“, Pariser Sittendrama in 2 Akten. Auch das Apollo-Theater hat für die nächsten Tage ein hervorragendes Programm aufgestellt. Von den vielen Dramen, Humoresken etc. verdienen besonders erwähnt zu werden „Das Warenhausmädchen“, großes Drama in 3 Abteilungen, „Die Tigerkrallen“, großes Liebesdrama und„Das Fischermädchen von Ballydavid“, Irl. Fischerdrama. * Festgenommen und dem hiesigen Gerichtsgefängnis zugeführt wurde hierselbst der Bergmann P., welcher von der Staatsanwaltschaft Dortmund wegen Bedrohung und Hausfriedensbruches gesucht wurde. Westfälischer Städtetag. * Der 35. ordentliche Westfälische Städtetag, auf dem auch die Stadt Wattenscheid vertreten sein wird, findet in Paderborn am Freitag, 4. und Samstag, 5. Juli statt. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: Freitag, 4. Juli, nachmittags 3,30 Uhr. 1. Geschäftsbericht, 2. Rechnungslegung, 3. Vorschläge und Anregungen bezüglich Abänderungen für das Kommunal= abgabengesetz, a) Beiträge und Gebühren(Berichterstatter: Bürgermeister Wesemann=Bocholt), b. Direkte Steuern (Berichterstatter: Stadtrat Stumpf=Bochum), e. Volksschullasten=Ausgleichungsfonds(Berichterstatter: Oberbürgermeister Platzmann=Paderborn). Sonnabend, 5. Juli, vormittags 11 Uhr. 1. Der Entwurf eines Wohnungsgesetzes. a) Wohnungsaufsicht, Wohnungspflege, Wohnungspolizei.(Berichterstatter: Bürgermeister Dr. Köttgen=Dortmund), b) Die Baupolizei im Wohnungswesen.(Berichterstatter: Beigeordneter Dr. Pries=Bielefeld), e) Die geplanten Aenderungen des Fluchtliniengesetzes mit Ausnahme des§ 12.(Berichterstatter: Oberbürgermeister Dr. Büren=Herne), d) Die geplante Aenderung des§ 12 des Fluchtliniengesetzes. Berichterstatter: Bürgermeister von Wedelstaedt=Gelsenkirchen. 2. Vorstandswahl. 3. Wahl des Ortes für den nächstjährigen Städtetag. 4. Verschiedenes. Betriebssicherheit im Bergbau. ung gen S 84 * Das Vorgehen der Zechenverwallung von„Svrh= ringen“ bei Gerthe, sämtliche Bergarbeiter ihrer Schächte in der Untersuchung der Grubenwetter auf Schlagwetter und Stickluft zu unterweisen, hat den Gewerkverein christlicher Bergarbeiter veranlaßt, die Arbeiterausschüsse auf den Zechen anzugehen, der Frage der Erhöhung der Betriebssicherheit auf den Gruben durch systematische Belehrung der Grubenarbeiter ihre besondere Aufmerksamkeit zu widmen und entsprechende Anträge an die Zechenverwaltungen zu stellen, damit auf allen Zechen die Einrichtung der Zeche Lothringen nachgeahmt würde. Eine Unterrichtung der Bergleute über die verheerenden Wirkungen der Kohlenstaub= u. Schlagwettergefahren und deren Verhütung sei um so notwendiger, weil die rapide Entwickelung des Ruhrbergbaues zur Einstellung größerer fremder Arbeitermassen, denen die Gefahren der Grube unbekannt seien, führe. Jubiläumsfeier in Leithe. * Leithe, 7. Juni. Am Sonntag nachmittag 4 Uhr findet im Saale des Restaurateurs Kampmann eine Versammlung der Bürgerschaft statt, in welcher die Kommission über die Vorarbeiten für die Jubiläumsfeier anläßlich des Regierungsjubilaums unseres Kaisers Bericht erstatten wird. Jubelfest in Günnigfeld. * Günnigfeld, 7. Juni. An dem 25jährigen Jubelfeste des St. Josephs=Arbeiter=Vereins werden sich zahlreiche auswärtige kath. Vereine beteiligen. Der Verein besitzt in seinen Reihen noch 14 Gründer, und zwar: Franz Schütte, Johann Mulatsch, Anton Gosen, Ernst Dommel, Johann Schmitt, Josef Held, Anton Täuber, Wilhelm Mohrmann, Bernhard Steinkamp, Heinrich Feuler, Heinrich Scherf, Nobert Siepmann, Peter Meurer und Christoph Nürnberg. Diese werden morgen vormittag 9 Uhr durch Ueberreichung von Silbersträußchen dekoriert. Ferner ist folgendes Programm aufgestellt: Morgens 10 Uhr: Levitenamt mit Festpredigt, nachmittags 2 Uhr: Abholen der geladenen Vereine, nachm. 3,30 Uhr: Aufstellung zum Festzuge, nach dem Festzug: Ansprachen, Konzert, Gesang und turnerische Aufführungen im Saale Darenrecht. Montag, den 9. Juni: Morgens 8,30 Uhr: Seelenamt für die verstorbenen Mitglieder und Ehrenmitglieder des Vereins, nachmittags von 4 Uhr ab im Vereinslokal: Konzert, turnerische Aufführungen, Theater mit nachfolgendem Ball. Verschiedenes aus Günnigfeld. * Günnigfeld, 7. Juni. Am 30. Mai hat sich der Bergmann Karl Prossek von seiner Wohnung entfernt und ist seitdem nicht zurückgekehrt. Man befürchtet, daß ihm ein Unglück zugestoßen ist. Der Verschwundene, welcher Hausbesitzer ist, ist 42 Jahre alt und verheiratet.— Der Bürger=Schützen= Verein hält Sonntag, 8. d. M. seine monatliche Versammlung im Vereinslokal Riesmeier ab. Wegen Wichtigkeit der Tagesordnung und wegen freier photographischer Aufnahme werden die Mitglieder gebeten, pünktlich um 3 Uhr und in Mütze zu erscheinen. Sturz aus dem Fenster. * Gelsenkirchen, 7. Juni. Gestern morgen ist in der Bismarckstraße 190 ein Knabe von 5 Jahren, der Sohn des Rangierers Peter Heidtke, aus einem Fenster des 3. Stockwerks auf die Straße gestürzt. Er erlitt derartig schwere innere Verletzungen, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Weitere Lokalnachrichten siehe 2. Blatt. Auf zur Uechendorter obst- und Fischhalle, 44. Wir verkaufen solange der Vorrat reicht Holländer Kopfsalat Dicke Köpfe, 5 Stück 10 Pfg., Riesenschlangengurken Stück 15, 18 und 20 Pfg., Frische Kartoffeln 5 Psd. 45 Pfg., Rheinische Erdbeeren, dicke Früchte, Pfd 50 Pfg., Rheinische Kirschen Pfd. 45 Pfg., Unreife Stachelbeeren Pfd. 20 Pfg. Kameradschaftlicher Verein „16. Armeekorps“ für Wattenscheid u. Umgegend Vereinslokal: Drenhaus, Nordstr Sonntag, den 8. Juni er., nachmittags 1.30 Uhr Antreten zur Teilnahme an dem Fahnenweihfest des 16. ArmeeKorps in Eickel. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. N.B. Die monatliche Versammlung findet am Sonntag. den 15. Juni statt. Von 3 Uhr ab Preis. schießen im Vereinslokal. Wattenscheld. Vereinslokal: H. Voortmann (ägerhot.) Sonntag nachm. 6 Uhr außerordentliche Marine-Verein Ar Waltenscheid a. Umgegend. Sonntag, den 8. Juni 1913, nachmittags 5 Uhr im Vereinslokal Löbbert, Bochumerstraße Versammlung. Wegen Wichtigkeit der Tagesordnung, welche in der Versammlung bekannt gegeben wird, werden die Kameraden um pünktliches und zahlreiches Erscheinen gebeten. Der Vorstand. Vereinigung ehemallger APilkloriston von Wattenscheid u. Umgegend. Sonntag, den 8. Juni cr., nachm. 1 Uhr Antreten zum Abmarsch zwecks Teilnahme an der Fahnenweihe des Artillerie-Vereins in Linden-Dahlhausen Vorm. 9 Uhr: Antreten der Fahnendeputation. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. AnstreicherGehilfen sucht Burghardt, Parkstr. 4. Wegen Verheiratung meines jetzigen, suche ein in allen Hausarbeiten erfahrenes Mädch Frau J. en. P.#„. Spiero, Aveststraße 53. Tüchtiges, praheres Mädchen auf sofort gesucht. Beitenseid Hahnhosster. 50. St. Gertrudis=Propsteipfarre. Sonntag, den 8. Juni 1913(Vierter Sonntag nach Pfingsten). 6 Uhr: hl. Messe. Generalkommunion des Müttervereins. 7 Uhr: hl. Messe. Gemeinschaftliche hl. Kommunion der Kommunionkinder der Johannesschule. 8 Uhr: hl. Messe mit Predigt. 9 Uhr: hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr: Levitenamt mit Predigt. 11½ Uhr hl. Messe mit Predigt. 12½ Uhr: Taufe. 2½ Uhr: Feierliche Sodalitäts=Festandacht mit Predigt.— Die Andacht u. der Vortrag des Mütervereins fällt heute aus. St. Joseph=Filialgemeinde Wattenscheid. 6,45 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 7 Uhr: erste hl. Messe; gemeinschaftliche hl. Kommunion der Knaben der Oberklasse und von Westenfeld. 8½ Uhr: Kindermesse. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 11,45 Uhr: Taufe. 2½ Uhr: Aundoht gr g###stese Herz Jesu=Fillalgemelnde Sebinghäusen. 6 und ½7 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 7¼ Uhr: stille hl. Messe und gemeinschaftliche hl. Kommunion der Jungfrauenkongregation. ½10 Uhr: Hochamt mit Predigt. ½3 Uhr: Herz=Jesu=Andacht. Herz Mariä=Pfarrkirche in Günnigfeld. 6½ Uhr: stille hl. Messe. 8 Uhr: Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr: Levitenamt mit Predigt. 2½ Uhr: Dankandacht.— Montag, den 9. Juni, ½9 Uhr: Seelenamt für die verstorbenen Mitglieder des St. Josef=Arbeitervereins. Pfarrkirche in Höntrop. 6½ Uhr: stille hl. Messe mit gemeinsch. hl. Kommunion der Jünglingssodalität und der Knaben. 7,45 Uhr: Frühmesse mit Predigt. 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. 2½ Uhr: Chri“ stenlehre mit Andacht und Segen. St. Josefs=Pfarrkirche in Gelsenkirchen=Ueckendorf. 6—7 Uhr: Beichte. 6 Uhr: hl. Messe. 6,50 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion— aber nicht an Schulmädchen. 7 Uhr: Frühmesse mit Predigt. Nach dem orate fratres gemeinschaftliche hl. Kommunion der Schulmädchen. ½9 Uhr: hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr: Hochamt und Predigt. ½12 Uhr: Spätmesse mit Predigt. Nachm. ½2 Uhr: Taufe. ½3 Uhr: Christenlehre u. Andacht. 6 Uhr: Herz=Jesu=Andacht. Sonntag, den 8. Juni. Friedenskirche. Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienst, Pastor Engelbert. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienst, Pastor Geck. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst, Pastor Bonne. Nachm. 3 Uhr: Taufstunde. Pastor Bonne. Alte Kirche. Vorm. 9. Uhr Masurischer Gottesdienst, G. H. Lux. Kapelle zu Höntrop. Vorm. ½10 Uhr: Hauptgottesdienst, Pastor Kuhlmann. Nachm. 2 Uhr Kindergottesdienst. Krankenhaus. Vorm. 10. Uhr: Hausgottesdienst, Pastor Engelbert. Gemeindehaus. Sonntag nachm. 2½ Uhr: Gottesdienst für Holländer, Günnigfeld. 9,30 Uhr Gottesdienst. 11 Uhr Kindergottesdienst. Ueckendorf. 8 Uhr P. Sewing. 10 Uhr P. Hußmann. 10,15 Uhr Gottesdienst im Krankenhaus, P. Sewing. 2 Uhr Jugendgottesdienst, P. Hußmann. 2,45 Uhr Kirchentaufen. 4 Uhr masur, Gottesdienst, P. Schmidt. Amtswoche: P. Sewing. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Wegen der großen Wichtigkeit der Tagesordnung wird um vollzähliges Erscheinen gebeten. Der Vorstand. Oststr. 13. Wattenscheid. Oststr. 13. Lichtspielhaus ersten Ranges. Angenehmer Familien-Aufenthalt.:-: Bequeme elegante Sitzgelegenheiten, gutventiliertes, kühles Theater, eigenes Theater-Orchester. PKOGKAMMA von Samstag, 7. bis Montag. 9. Juni: Apollo-Wochenschau. Aktuelle Aufnahmen der neuesten Ereignisse. Der Cloun, der Türke und Bajadere. Große Komödie. Sas Wareinlausinauchen. Großes soz. Drama in 3 Abteilungen. Ein Kunstfilm von ergreifender Schönheit. Spieldauer ca. 1 Stunde. Lehmann schlägt den Rekord. Große Komödie. Garantiert reines Ger stenmen ist zu haben franko Haus&à Sack 140 Pfd. für 12 Mk, bei H. Terbrack Wasser-Mühle, Westenfeld. Die Tigerkrarr Großes Liebesdrama des aus indien zurückgekehrten John Lorring. Das Fischermädchen von Ballydavid. Großes irrländisches Pischerdrama, Ort der Handlung die Küste von irrland und Englande Hauptstadt London. I. Etage 4 freundliche, große Zimmer und Vorratskammer zu Oktob. preisw. z. verm. Westenfeld, Bahnhofstr. 3. Extra-Einlagen. Junger Lehrer sucht möbliertes Zimmer per 1. Juli möglichst Hoch= oder Kaiserstraße. Offert. u. P. B. 3318 erbeten an die Expedition dieser Zeitung. Voranzeige! Ab Dienstag. d. 10. bis Freitag. d. 13. Juni Ch Drama mn 5 Abtellungen. Die gewaltigste Filmechöpfung aller Zeiten. Viehbestandsnachweisungen. Die Verzeichnisse des am 2. Juni d. J. ermittelten abgabepflichtigen Viehbestandes in den Gemeinden Eppendof, Günnigfeld, Höntrop, Leithe, Munscheid, Sevinghausen und Westenfeld liegen vom 10. ds. Monats ab 14 Tage lang zur Einsicht der Beteiligten bei den Herren Gemeinde=Vorstehern offen. Anträge auf Berichtigung der Verzeichnisse sind binnen 10 Tagen nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den Herren Gemeinde=Vorstehern anzubringen. Wattenscheid, den 6. Juni 1913. Der Amtmann: I. V.: Der Beigeordnete: Fröhling. Schtrur-Aino! Restaurant Anlon Bien, Hochstr. 7.8 Relesies und beiebiesies Theater am Pltrs. Sonntag, den 8. Juni 1913: U. a.: Irrwege des Glückes. Ein sehr spannendes Drama aus dem Leben einer Verlassenen in 2 Akten. Bajazzo. Ein sehr spannendes Pariser Sittendrama in 2 Akten. 9 Sonntag, den 15. Juni 1913: o vollständig neues Programm! 0 Angenehmer Familien-Aufenthalt. freiwilligen Auftrage werde ich am Dienstag, den 10. Juni, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn G. Koch, folgende Sachen: 1 Herd mit kupf. Kessel, 1 Anrichte, 1 Lehnbank, großen Tisch, 3 Stühle, 1 Regulator, 1 Spiegel, 1 Schrank, 1 Nachtkonsole, 1 Kleiderschrank, 1 Fleischbottig, und verschiedene Emaillesachen meistbietend gegen Barzahlung verkaufen. 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Zahlung der Beiträge. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Bespr. Fackelzug. 4. Austlug. 5. Verschiedenes. Um zahlreiches Erecheinen bittet Der Vorstand. Solider Mann erhält Feuerversich.-Agentur Bewerbung nach Dortmund. Postschließfach Nr. 100. Nur mit Rückporto. Halblagsmüschen vormittags sofort gesucht. Frau Breitenbach, Wilhelmstraße 11. Tansonische fh. nachrittags gesucht. Hetur. Lobbert, Nordstr. 40. Tuch= u. Maßgeschäft. Umständehalber Kücheneikrichtung billig zu verkaufen. . 27, Hinterhaus. Am Montag, den 2. Juni von Hauptstraße bis Kirchstr. Portemonnaie mit Inhalt verloren. Wiederbringer erhält Belohnung. Abzug. bei Carl Meierevert. Günnigfeld, Kirchstraße 0. Achomene Technikum Bingen Baschinenbau, Elektretechalk, Autorchiben, Dröcherben.) Krieger- und Landwehr-Verein Wattenscheid. Aus Anlaß der Jubelfeier der Jünglings-Sodalität findet die monatliche Versammlung am Sonntag den 8. Juni. nachmittags 5 Uhr nicht in unserem Vereinslokal Ludger Sonnenschein(Kronenburg), sondern in den oberen Räumen des Restaurant Wilhelm Küpper statt. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand. Verein der Pioniere und Verkehrstruppen von wattenscheld und Umgegend. Vereinslokal: Central-Hof. Sonntag, den 8. Juni cr., nachmittags 3 Uhr Preisschießen Um zahlreiches Erecheinen bittet Der Vorstand, Eltern die ihre noch die Schule besuchenden Kinder im nächsten Jahre auf einem Büro unterbringen wollen, tuen gut daran, dieselben schon jetzt in der Kurzschrift ausbilden zu lassen. Ein neuer Anfänger=Kursus für Volksschüler nach der vereinfachten deutschen Stenographie Stolze=Schrey beginnt am Sonntag, den 8. Juni, vormittags 8,45 Uhr in der Hohenzollernschule. Bei genügender Beteiligung beträgt das Honorar Mk. 5. Stenographen=Verein Stolze=Schren. (Vereinslokal Hagedorn.) — 5 Nr. 129. (2. Blatt.) Samstag, den 7. Juni 1913. 45. Jahrgang. (General=Anzeiger.) Amtliches Blatt aller Behörden wpeziell für die Orte Wattenscheid, Gelsenkrchen=Ueckendorf, Leithe, Günnigfeld, Hordel, Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet; inkl. Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche: Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig).: gegrünbet 1988 (Neueste Nachrichten.) osseenn Gevinghausen, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheid, Eiberg, Freisenbruch u. a. Hrssioen,po Ronparellegeile oder deren Raum 15 Pfo, auswäts 20 Pfg., Rerlamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Termin=: zusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach z: Erhalt der Rechnung. 427 eosessoseeronbeneneroneermenen Die Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung“ erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Mk. Unfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungen. Telegr.=Adr.: Zeitung. Telefon 181. Rotationsdruck und Verlag Carl Busch, verantw. Redakteur Bernhard Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln 8566. Stadt, Amt und Kreis. * Wattenscheid, 7. Juni 1913. Gauturnfest. * Zu dem von Sonnabend bis Montag in Wanne stattfindenden Gauturnfest des Emscher=Ruhr-Turngaues sind den Zwölf= und Siebenkampf gegen 150 Meldungen von ausTurnen von 29 Musterriegen und durch Vorführung von Musterspielen im Schlag= und Faustball. Alles in allem wird das 5. Gauturnfest den Beweis erbringen, daß die deutsche Turnerschaft im Industriegebiet immer mehr an Boden gewinnt. Militärische Uebung. * Zu einer 14tägigen Uebung beim Infanterieregiment Nr. 46 wurden eine größere Anzahl Reservisten unter Begleitung eines Transportkommandos von Gelsenkirchen aus nach Posen überführt. Bei dieser Gelegenheit weisen wir darauf hin, daß die Uebungsleute für die Dauer der Uebung steuerfrei sind und die zurückbleibenden Angehörigen— Frau und Kinder— die sie bisher ernährt haben, Anspruch auf Zahlung einer Angehörigenunterstützung bei dem hiesigen Bürgermeisteramt erheben können. Hochachtungsvoll! * Vor längerer Zeit war in der Kölnischen Zeitung auf das nachahmenswerte Beispiel eines westfälischen Industriewerkes hingewiesen, das seit Jahren die Begrüßungsformeln unter den Geschäftsbriefen als überflüssiges Beiwerk fortläßt. Die gegebene Anregung, es in weitern Kreisen ebenso zu machen, ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Die Nordwestliche Gruppe des Vereins deutscher Eisen= und Stahlindustrieller(Sitz Düsseldorf) hat sich in ihrer jüngsten Sitzung damit beschäftigt und einen entsprechenden Antrag an den Verein deutscher Eisen= und Stahlindustrieller in Berlin gerichtet. Dieser hat nunmehr in seiner Sitzung vom 28. Mai ds. Is. beschlossen, sämtlichen Mitgliedern die Anordnung in ihrem gesamten Geschäftsbereich zu empfehlen, daß vom 1. Oktober ds. J. ab im kaufmännischen und technischen Briefwechsel sämtliche Begrüßungsformeln gemieden und auch andere überflüssige Redensarten aufgegeben werden. Wie wir hören, wird auch der Zentralvorstand deutscher Industrieller gebeten werden, den übrigen in ihm vereinten Industrieen die gleiche Anregung zu gegeben. Stenographie. * Kürzlich fand unter Anwesenheit des Rektors Harde in der Hohenzollernschule die Abschlußprüfung der vom Stenographenverein„Stolze=Schrey“ unterrichteten Volksschüler statt, welcher sich 7 Schüler unterzogen. Es wurde nach unbekanntem Text in den Abteilungen 30 bis 80 Silben in der Minute geschrieben, sodaß das Resultat als ein sehr günstiges zu bezeichnen ist. In den Abteilungen bis 50 Silben wurden von sämtlichen Schülern gute Arbeiten abgegeben, inder Abteilung 60 Silben von 6 Schülern, in 70 Silben von 3 und in 80 von 1. Alle Schüler vermochten sodann ihre Niederschrift ohne Stocken sofort wiederzulesen. Die in der höchsten Abteilung abgegebene Arbeit wurde von einem eben erst 12 Jahre alten Schüler ohne Fehler in sauberer Schrift angefertigt. Rektor Harde äußerte sich am Schluß der Prüfung sehr befriedigt über die Leistungen und ermunterte die Teilnehmer zu weiterer fleißiger Arbeit.— Ein neuer Kursus beginnt am Sonntag, 8. ds. M. Schwere Jungen. * Im Frühjahr waren aus der Pokorny'schen und Hähner'schen Ziegelei am hiesigen rheinischen Bahnhof den Arbeitern während der Arbeit Kleidungsstücke und Taschenuhren, ferner dem Bergmann Schlifkowitz zu Leithe 8 Hühner aus dem Hühnerstall gestohlen. Als Täter wurden der Bergmann Fritz Serafin aus Leithe und der Metzger Alb. Baldschuß von Gelsenkirchen ermittelt, die gestern vor der 3. Strafkammer in Essen standen. Ersterer wurde mit 2 J. 6 Mon., letzterer mit 4 J. Zuchthaus und 5 J. Ehrverlust nebst Polizeiaufsicht bestraft. Flugplatz Wanne=Herten. * Am Sonntag finden anläßlich des 25jährigen Regierungsjubiläums auf dem Flugplatze große Flugwettbewerbe, u. a. des Abends Illumination und Feuerwerk statt. Wattenscheid beim Jubiläumsflug. * Das Königliche Kriegsministerium hat für die besten Leistungen der Verbandsvereine bei dem am Sonntag, 8. Juni, aus Anlaß des Regierungsjubiläums des Kaisers von BerlinGrunewald stattfindenden Brieftauben=Wettfliegens 1 goldene, 3 silberne und 6 bronzene Staatsmedaillen bewilligt. Auch die Reisevereinigung Wattenscheid wird sich an diesem Huldigungswettflug beteiligen. Die Tauben werden voraussichtlich beim Erscheinen des Kaisers mittags gegen 12,30 Uhr aufgelassen werden. Bei ungünstigem Wetter und heftigem Gegenwinde werden die Tauben von Rheinland und Westfalen, welche über 300 Kilometer zu fliegen haben, erst Montag früh freigegeben werden. Jubiläumsfeier in Westenfeld. * Westenfeld, 7. Juni. Heute und morgen werden die vereinigten hiesigen Vereine aus Anlaß des Regierungsjubiläums unseres Kaisers eine große patrioQuittung. Dem Verlage der Wattenscheider Zeitung, Herrn Carl Busch, bescheinige ich, die Wwe. des am 31. Mai 1913 auf der Zeche„Hibernia“ durch Unfall zu Toge gekommenen Bergmanns Carl Lafond, Vorstadtstraße 47, daß mir heute 425,— Mark (vierhundertfünfundzwanzig Mark) in bar ausgezahlt wurden, weil mein Mann Abonnent der„Wattenscheider Zeitung" und Nutznießer der von der„Wattenscheider Zeitung“ eingerichteten Unfallvergünstigung war. Wattenscheid, den 6. Juni 1913. Wwe. Carl Lafond, geb. Helene Blommel, Aerztliches Zeugnis. Ich bescheinige, daß der Hauer Carl Lafond infolge eines Unglücksfalles am 31. Mai 1913 gestorben ist. Gelsenkirchen, 31. Mai 1913. Dr. med. C. Grüttner. Bescheinigung. Wir bescheinigen hiermit, daß der Hauer Carl Lafond, geboren am 7. 8. 1870, am 31. Mai 1913 hier tödlich verunglückte.„ Gelsenkirchen, den 31. Mai 1913. Zeche Hibernia. Der Betriebsführer: A. Knohl. Wie unsere Leser aus obiger Quittung ersehen, haben wir wiederum auf Grund unserer Unfallvergünstigung der Frau Witwe Lafond von Westenfeld, die ihren Gatten als Opfer seines Berufes im Betriebe der Zeche„Hibernia“ verloren hatte, eine Unterstützung ausgezahlt. Der Beitritt zu unserer Unfallversicherung steht jedem Abonnenten kostenlos zu. Es ist nur nötig die Abgabe der hierzu erPfg.(Siehe Bestimmungen.) stimmungen sind allerdings auch unter allen Umständen zu unserer Kontrolle innezuhalten. Wattenscheid, 7. Juni 1913. Verlag der„Wattenscheider Zeitung". tische Kundgebung veranstalten. Eingeleitet wird die Feier heute abend durch einen Fackelzug, wozu sich die Teilnehmer um 8,30 Uhr beim Restaurant Streier versammeln. Das weitere Programm ist folgendes: Ansprache und Gesangvorträge am Denkmal und Zug durch die Gemeinde, etwa 10 Uhr Feuerwerk beim Restaurant Schmidt, Fortsetzung des Fackelzuges und anschließend gemeinsamer Commers im gleichen Lokale. Sonntag 7 Uhr abends: Feier im Schmidtschen Saale durch Konzert, Gesangvorträge, Aufführungen, Ansprache und Tanz. Die Festreden werden halten Bauunternehmer Schalke am Denkmal und Amtmann Emisch am morgigen Sonntag. Die Bürger Westenfelds werden gebeten, heute und morgen zu flaggen. Neues aus Höntrop. * Höntrop, 7. Juni. Die hiesige Zahlstelle des Gewerkvereins christl. Bergarbeiter hält am Sonntag, 8. Juni, vormittags 11 Uhr im Restaurant Weyers seine Mitgliederversammlung ab. Da wichtige Punkte auf der Tagesordnung stehen, u. a. Referat eines auswärtigen Redners, erwartet der Vorstand, daß sich die Mitglieder zahlreich beteiligen. Auch wird die Bibliothek den Mitgliedern zum unentgeltlichen Gebrauch empfohlen.— Am Sonntag abend 7 Uhr findet im Restaurant W. Stahlschmidt die monatliche Versammlung des Wanderklubs„Frisch=Auf“ statt. In dieser soll auch über die nächste Wandertour beraten werden. (Weitere Lokalnachrichten siehe 1. Blatt.) Herrn Emilius zur Besänftigung Lieber Amadéus, ja. Dieses Mal muß ich gestehen, Als der Feldmarschall war da, Ist ein Lapsus mir geschehen. Richt ein Gruß dem hohen Gast Aus des Gottliebs schneller Feder, Der doch sonst nichts leicht verpaßt, Immer wacker zieht vom Leder! Hier hast Du das Festgedicht, für diesmal Dein Geläster, Ziemt des Gastes wegen nicht, Zähme Deine Zunge, Bester! Was versprochen ich zur Zeit, Dir einernstes Lied zu fingen, Bin zu halten ich bereit— Mußt die Wünsche noch bezwingen. Nächste Woche ganz bestimmt Sollst Du's in dem Leibblatt lesen, Ach, dann ist Dein Licht verglimmt, Leider, und Du bist gewesen. zur Haeselerfeier. Was stell'n sich die Gendarmen auf? Was läuft das Volk so wild zu Hauf? Der alte Markt ist proppenvoll, Und alles drängt und schiebt wie toll. Erwartungsvoll harrt groß und klein, Das macht Graf Haeseler allein, Wie eine Mauer steht das Volk, Am Himmel lauert Wolk' an Wolk. Besonders stolz ist ob des Tags, — Die Trommel klingt besondren Schlags— Herr Grimm mit seinen Sechszehnern, Es leuchtet ihm ein neuer Stern. Ein jedes Haus ist bunt beflaggt, Und alles hat sich fein gemacht, In jedem Fenster steh'n 10 Mann, Man will„Ihn“ seh'n, so gut man's kann. Die Krieger schreiten fest im Tritt, Die stolzen Fahnen in der Mitt', Mit Spiel und Klang, mit Tsching und Bumm, Und Leben kommt in's Publikum. Man stellt sich auf in Reih und Glied, Wie auch der Himmel sich umzieht, Die Offiziere sind zur Stell', Wer wollte fehlen beim Appell? Der Landrat—(leider in Zivil)— Und andrer Gäste sind's gar viel, Der Kommandeur mit Küpper stolz Erscheint in Uniform voll Golds. Der Regen strömt, es ist kein Spaß, Und macht uns alle pudelnaß, Tropft trostlos von des Hutes Rand, Doch hält ein jeder wacker Stand. Das Auto tönt, jetzt ist er da! Die Jungen schreien all' hurra! Der Graf schnallt sich den Degen um, Recht herzlich grüßt das Publikum. Der Bürgermeister Wibberding, Zuerst den hohen Gast empfing, Entbot ihm froh den Gruß der Stadt, Was wirklich uns erfreuet hat. Der Hauptmann Kampmann nimmt das P rt Und reißt die Hörer alle fort, Ja, was dem Gaste er gesagt, Hat allen Bürgern recht behagt. Da steht der greise Feldmarschall, Mit Augen hell noch wie Kristall, Begeistert klingt der Jubelruf Ihm zu, der Deutschland Ehren schuf. Er dankt,— noch klingt die Stimme klar,— Daß es ihm ein Vergnügen war, Zu uns zu kommen, wo bislang Recht herzlich immer der Empfang. Bringt aus das Kaiserhoch voll Schwung, Und alles mit Begeisterung Stimmt ein in diesen Jubellaut, Der echten Deutschen so vertraut. Run schreitet er die Front entlang, Begrüßt die Krieger sonder Zwang, Mit aller Ruhe geht er rund, Indes es regnet eine Stund. Er drückt gar manchem treu die Hand, Der Anerkennung Unterpfand, Voll Achtung blickt ihn jeder an, Ihn, der des Volkes ganzer Mann. Parademarsch! Es fliegt das Bein, Der Graf sieht in die Front hinein, Die Alten schreiten tapfer mit, Das ganze Leben fest im Tritt. Dem Grafen sehr gefallen hat Der Scheibenstand in unserer Stadt, Und gern bekennt's der hohe Ihm unser Kriegervolk gefällt. Bei Kampmann dann ein Abendschmaus. Der Graß er führt die Frau vom Haus Zur Festtagstafel hin galant, Das Mahl war einfach, nicht pikant. Dann ferner noch bei Gonnenschein Fand sich der greise Feldherr ein, Man sang urkräftig, als er schied, Auf Wunsch ihm das Westfalenlied.— Das ist das Lied vom hohen Gast, Der bei uns hielt ein Weilchen Rast, Wir denken seiner immerdar, Sein Hiersein doch ein Fest uns war. Noch etwas auf der Lippe brennt, Ich schlage vor, daß künftig nennt Man eine Straße ihmzu Dank— Graf Haeseler Straße— welcher Klang! Billa Kuckucksheim, den 6. Juni 1913. Gottlieb. — Karte der Ergebnisse der preußischen Landtagswahlen. Die endgültige Gestaltung des Wehrbeitrages in der Kommission. Berlin, 7. Juni. Die Budgetkommission des Reichstages setzte gestern die Beratung über den Wehrbeitrag fort und faßte nach längerer Erörterung folgende Beschlüsse: Die Besteuerung des Vermögens wird nach den bisherigen Beschlüssen der Budgetkommission nach den folgenden Gesichtspunkten geregelt werden: 1. Vermögen bis zu 10000 A bleiben steuerfrei. 2. Bei Vermögen über 10000 A beträgt die Steuer: von den ersten 50000 A 0,15%, von den nächsten angefangenen oder vollen 50000 A 0,35%, von 100000 M 0,5%, von 300000 M 0,7%, von 500000 M 0,85%, von 1000000 M 1,1%, von 3000000 M 1,3%, von 5000 000 M 1,4%, von höheren Beträgen 1,5%. 3. Vermögen von 10000 Mark werden nur bei einem gleichzeitigen Einkommen von mindestens 5000 A und Vermögen von 30 000 bis 50 000 M nur bei einem gleichzeitigen Einkommen von mindestens 3000 A b esteuert. 4. Für die Veranlagung des Wehrbeitrages wird das Vermögen der Ehegatten zusammengerechnet. 5. Hat der Beitragspflichtige kein Vermögen oder nur ein Vermögen von nicht mehr als 200 000 M, so ermäßigt sich der Wehrbeitrag für den dritten und jeden weiteren Sohn, welcher seine gesetzliche Dienstpflicht abgeleistet hat oder 1914 bis 1916 noch ableistet, um je zehn v. H. des Betrages. Die Besteuerung des Einkommens wird den folgenden Bestimmungen unterliegen: 1. Beträgt das Einkommen weniger als 5000 M, so wird das Einkommen nur dann besteuert, wenn es dem beitragspflichtigen Vermögen hinzuzurechnen ist. 2. Von dem festgestellten Einkommen wird ein Beitrag abgezogen, der einer Verzinsung von 5% des abgabepflichtigen Vermögens entspricht. 3. Die fingierte Kapitalisierung des Einkommens erfolgt in der Weise, daß Einkommen bis 50000 A mit ihrem sechsfachen, von 50 000 bis 100 000 A mit ihrem achtfachem, von 100 000 bis 200000 A mit ihrem zehnfachen, über 200 000 A mit ihrem 12fachen Betrage in Ansatz gebracht werden. Die so gewonnene Summe wird dann für die Steuer dem ebenso hohen Vermögen gleichgerechnet. Um ein Beispiel zu geben: Jemand hat 6000 M Einkommen. Dieses Einkommen mit 6 multipliziert ergibt ein zu erfassendes Kapital von 36000 M. Hiervon gehen ab 5% für nicht eingenommene Zinsen(da das Kapital in Wirklichkeit nicht existiert) d. h. 1800 M. Es verbleiben somit zu versteuern 34 200 A, von dem 0,15%(der niedrigste Satz) d. h. 51,30 A erhoben werden. Eine offiziöse deutsche Auslassung über deutsch=franz. Kriegsstärkeverhältnisse. Der französische Abgeordnete Le Herisse hatte als Berichterstatter in der Pariser Kammersitzung am 2. Juni seinen Ausführungen Berechnungen zu Grunde gelegt, wonach bei dem Ausbruch eines Krieges zwischen Deutschland und Frankreich zwischen Rhein und Vogesen 200.000 Deutsche und 100000 Franzosen einander gegenüberstehen würden. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ wendet sich in folgenden Ausführungen gegen diese übertriebene Behauptung:„Als französische Grenztruppen, die auch ausdrücklich als Troupe de couverture bezeichnet würden, wären anzusehen das 6., 7. und 20. Armeekorps, die 2., 4. und 8. Kavalleriedivision, 9 FestungsInfanterie=Regimenter und die Fußartillerie der Genietruppen der Grenzfestungen, die bei ihrem höheren Friedensetat 126000 Mann zählen. Wenn Le Herisse sie nur auf 100000 berechnet, so lasse er wahrscheinlich die Festungstruppen einschließlich der Infanterie außer Betracht, was nur berechtigt wäre, wenn er die für einen überraschenden Angriff sofort verfügbaren Truppen berechnen wollte. Zur Abwehr seien die Festungstruppen ebenso geeignet, wie die Feldtruppen. Als deutsche Grenztruppen seien zu betrachten das 15., 16. und 21. Armeekorps und die 29. Division vom 14. Korps, bei Friedensstärke einschließlich der ihnen angegliederten nichtpreußischen Truppen, etwa 90000 Mann. Von einer reichlichen Verdoppelung dieser Truppen durch die Heeresvorlage auf die von Le Herisse berechneten 200000 Mann könne keine Rede sein. Nähme man also noch die 16. preußische Division und von der dritten bayerischen die nicht bereits mitgerechneten Truppen hinzu, so erhielte man als deutsche Grenztruppen rund 110000 Mann, die durch das neue Gesetz im Januar 1914 auf 121000 Mann und im Januar 1915 auf 132.000 Mann vermehrt würden. Demnach würden unsere Grenztruppen erst im Januar 1914 so stark sein, wie die französischen jetzt schon sind. Nach Durchführung unserer Vorlage würden sie nur um 6000 Mann stärker sein, als die französische. Wo bleiben dann Le Herisses brutale Tatsachen unserer erdrückenden Ueberlegenheit. Hier zeigt sich, daß die Verstärkung der französischen Rüstungen in keiner Weise durch die unsrige herausgefordert sei. Behielten die Franzosen, wie es schon feststehe, den dritten Jahrgang bei den Fahnen, so hätten sie schätzungsweise künftig noch etwa 30000 ausgebildete Leute mehr, also 156000 Mann Grenztrupppen, und würden demnach im Januar 1914 um etwa 35 000 und im Januar 1915 immer noch 24000 Mann stärker sein, als die deutschen Grenztruppen. In der Zeit der Rekrutenausbildung würden sie noch günstiger stehen, weil sie innerhalb der Effektivstärke zwei volle kriegstüchtige Jahrgänge besäßen, Deutschland nur einen. Deutschland. Das Kaiserpaar auf der Grunewaldrennbahn. Berlin, 7. Juni. Um 3½ Uhr trafen gestern auf der Rennbahn Grunewald im Automobil der Kaiser und die Kaiserin mit dem Prinzen Oskar ein. Das Kaiserpaar wurde von dem Vorstand des Berliner Rennvereins empfangen. Der Kaiser sah zunächst das Prinz von Preußen=Erinnerungsrennen. Es siegte Leutnant Graf von Bethusy=Huc auf Leutnant von Hansemanns Courvoisier=Napoleon. Es folgte das große Armee=Jagdrennen über 5000 Meter. Erster wurde Leutnant Graf Strachwitz(2. Garde=Ulanenregiment) auf Rittmeister Graf Strachwitz'„South“, zweiter Rittmeister v. Bachmayr auf seinem„Heiotocho“, dritter Leutnant Krüger auf Rittmeister Keysers„Jago". Der Kaiser beglückwünschte die Sieger, und die Kaiserin händigte ihnen die Ehrenpreise aus. Der erste Preis bestand in einem goldenen Pokal. Die Majestäten verfolgten sodann das Rennen um den silbernen Schild des Kaisers, welchen Fürst Hohenlohe=Oehringens „Laudanum“ gewann. Um 5 Uhr verließ das Kaiserpaar unter den Hochrufen des Publikums die Rennbahn. — Der Kaiser machte gestern nachmittag dem Reichskanzler einen längeren Besuch. Kleine politische Nachrichten. Berlin, 7. Juni. Wie verlautet, hat der Reichskanzler einigen Abgeordneten den festen Entschluß ausgesprochen, eine Reichsvermögenssteuer in irgend welcher Form unter keinen Umständen vorzuschlagen. Berlin, 7. Juni. Die Frage, ob und in welcher Form der Reichstag anläßlich des Regierungsjubiläums des Kaisers eine Kundgebung veranstalten wird, wird erst in nächster Woche entschieden werden. Eine besondere Festsitzung wird 16. Juni voraussichtlich nicht stattfinden, sondern es wird Die Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhause, die nunmehr bis auf eine, im Wahlkreise Berlin 12 stattfindende Stichwahl erledigt sind, haben keine besonders bedeutenden Veränderungen in der Zusammensetzung des größten Landtages Deutschlands erbracht. Eine kleine Kräfteverschiebung zu Gunsten der Linken war das Resultat des hartnackigen Wahlkampfes. Die Konservativen verloren 5 und die Freikonservativen 7 Mandate. Die Nationalliberalen gewannen 9 Mandate, während das Zentrum seine Mandatsziffer zu behaupten vermochte. Die Fortschrittliche Volkspartei gewann 3 und die Sozialdemokraten 4 Mandate. Die beiden letztgenannten Parteien haben noch den letzten Wahlgang in Berlin 12 auszufechten. In unserer Wahlstatistik geben wir in interessanter Uebersicht ein Stück Fraktionsgeschichte des Abgeordnetenhauses seit dem Jahre 1866. Ein Blick auf dieselbe zeigt, welchem Wandel die Parteien in Preußens Zweiter Kammer in den letzten 47 Jahren unterworfen waren. Bei den Parteien der Rechten zweigte sich von der Fraktion der Konservativen Ende 1872 die neue konservative Fraktion an. Beide Fraktionen verschmolzen mit dem Beginn der 14. Legislatur=Periode zur Fraktion der konservativen Partei. Die Freie konservative Vereinigung(seit 1867=68 Freikonservative Parwohl am 14. Juni in irgend einer Form der denkwürdigen Tatsache gedacht werden. Tagung der deutschen Landwirtschaftsgenossenschaft. T Straßburg, 7. Juni. Die diesjährige von über 1100 Mitgiledern besuchte 70. Hauptversammlung der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft wurde gestern nachmittag 5 Uhr in Gegenwart von zahlreichen Ehrengästen durch den Statthalter, Grafen von Wedel, dem derzeitigen Präsidenten der Gesellschaft mit herzlichen Begrüßungsworten eröffnet. Er dankte insbesondere dem Prinzen Joachim von Preußen für sein Erscheinen und gedachte dann des 25jährigen Regierungsiubiläums des Kaisers mit dem Ausdruck herzlicher Dankbarkeit für die Segnungen des Friedens, in dem er u. a. ausführte: Wir dürfen uns ihrer freuen und sie genießen, und das um so mehr, weil das deutsche Volk in achtunggebietender Rüstung dasteht, und daß der deutsche Landwirt, der verstärkte Rückenwirbel unserer Armee, im Falle der Gefahr auf des Kaisers Ruf freudig den Flug mit dem Schwert vertauscht, um mit Gut und Blut einzutreten für des Reiches Sicherheit und Ehre. Das Gelöbnis unwandelbarer Treue bis in den Tod für Kaiser und Reich fand begeisterten Widerhall in einem dreimaligen Hoch der Versammlung, worauf an den Kaiser ein Huldigungstelegramm abgeschickt wurde. Belgien. Brüssel, 7. Juni. Der König besuchte gestern nachm. die deutsche Abteilung in der Weltausstellung in Gent. Geführt von dem Präsidenten des deutschen Komitees, Prof. H. Becker aus Frankfurt a. M., besichtigte er sämtliche Sektionen, namentlich die Abteilung für Kunstgewerbe eingehend und äußerte seine Befriedigung über das Gesehene und erklärte, demnächst mit seiner Gemahlin wiederzukommen. Frankreich. Ein Mißerfolg Barthous. Paris, 7. Juni. In der gestrigen Sitzung der Kammer forderte der Abg. Painleve Erklärungen über die Zurückziehung der Strafverfügung gegen den Direktor der städt. Polizei, Touny. Der Minister des Innern Klotz erklärte, er habe Touny in gutem Glauben bestraft, habe sich aber nach einer neuen Untersuchung davon überzeugt, daß er sich in einem Irrtum befunden habe. Der Ministerpräsident Barthou bestätigte die Erklärungen des Ministers Klotz und meinte, er sehe nicht die Notwendigkeit ein, die Anfrage zu einer Interpellation umzugestalten. Trotzdem beschloß die Kammer mit tei) wurde nach den Wahlen vom 3. Juli 1866 gebildet; ihre Mitglieder hatten vorher zum Teil der Fraktion der Konservativen angehört. Bei den anderen Parteien interessiert besonders der Werdegang der Nationalliberalen. Die Neue Fraktion der nationalen Partei(seit 1867=68 Nationalliberale Fraktion), wurde 1866 von bisherigen Mitgliedern der Deutschen Fortschrittspartei und des Linken Zentrums, denen sich später weitere Mitglieder dieser Fraktionen anschlossen, gegründet. Von der Nationalliberalen Fraktion zweigte sich im August 1880 die Liberale Vereinigung ab. Die Deutsche Fortschrittspartei vereinigte sich 1884 mit der Liberalen Vereinigung zur Deutschen freisinnigen Partei. Die Deutsche freisinnige Partei trennte sich im Mai 1893 in die Freisinnige Volkspartei und die Freisinnige. Beide Fraktionen vereinigten sich 1909 wieder zur Fortschrittlichen Volkspartei. Das Zentrum zählte 1866=67 15 Mitglieder. In der 10. Legislaturperiode sind sie unter den Abgeordneten„bei keiner Fraktion“ enthalten; während sie von der 11. Legislaturperiode ab den Namen„Zentrum(Verfassungspartei)“ führen. Die Polen zählten 1866 nach 21 Abgeordneten; jetzt 12. Die erst 1908 auf den Plan tretenden Sozialdemokraten sind jetzt auf 10 Köpfe angewachsen. 267:257 Stimmen diese Umgestaltung.— Jaures brachte seinen Gesetzentwurf gegen die Regierungsvorlage über die 3jährige Dienstzeit ein. Jaures beantragt: 1. Vom 1. Oktober 1914 angefangen, dauert die aktive Tatigkeit nur 18 Mon.; 2. die jungen Leute von 17—21 Jahren sind bei Einberufung der Militarbehörde verpflichtet, jeden Monat eine eintägige militärische Uebung abzuleisten; 3. die Reserven werden außer der durch das Gesetz von 1905 bestimmten Dienstübung jedes Vierteljahr zu zweitägigen militärischen Uebungen einberufen; 4. vom Oktober 1916 angefangen, dauert die aktive Dienstzeit ein Jahr, und vom Okt. 1918 angefangen 6 Mon. Klage gegen einen Erzbischof abgewiesen. Paris, 7. Juni. Infolge eines vom Erzbischof von Lyon, Coullie, erlassenen Hirtenbriefes, durch welchen den Katholiken das Lesen verschiedener republikanischer Blätter seiner Diözese verboten wurde, strengte die Tribune von St. Etienne, gegen den Erzbischof eine Klage auf Zahlung eines Schadenersatzes von 50000 Franken an. Das Zivilgericht von St. Etienne wies die Klage ab. In der Begründung des Urteils wird u. a. bemerkt, die Tribune habe nicht den Beweis dafür erbracht, daß sie durch den Hirtenbrief eine Verringerung ihrer Auflage oder sonst irgendwelche Schädigung erfahren habe. Französische Flottenparade. T Paris, 7. Juni. Präsident Poincare ist gestern abend in Begleitung des Kriegsministers und des Marineministers nach Toulon abgereist, um dem Schluß der Flottenmanöver und der Flottenparade beizuwohnen. Spanien. Aus der spanischen Kammer. T Madrid, 7. Juni. In der gestrigen Kammersigzung erwiderte Graf Romanones auf die Ausführungen Azcarates und erklärte u. a. Wenn die Mitglieder der Regierung mit uns enger zusammenarbeiten wollen, könnte unser ganzes Programm verwirklicht werden. Eine Annäherung der Republikaner an die Monarchie verdient die wärmste Anerkennung der Liberalen, und fern davon, den Republikanern den geringsten Widerstand entgegenzusetzen, öffneten wir ihnen vielmehr die Arme. Romanones schloß mit einer Aufforderung insbesondere an die republikanisch=reformistische Gruppe, zur Monarchie überzugehen. Unsere Arme, so schloß Romanones, ich wiederhole es, sind Ihnen geöffnet, und die Regierung wartet auf Sie.(Beifall bei den Libe####len.) 1 * Italien. T Rom, 7. Juni. Ein Gesetz zum Schutze der Tiere wurde gestern in der Kammer angenommen. Das Gesetz verleiht den Tierschutzvereinen die Rechte juristischer Personen. Die Vivisektion soll nur den Universitätsprofessoren gestattet werden. Bei hoher Strafe verbietet das Tierschutzgesetz, daß Singvögel durch Ausstechen der Augen geblendet werden, um als Lockvögel zu dienen. Als ein Abg. die Ansicht aussprach, daß Polizei und Gend armerie sich wohl wenig um das Gesetz kümmern würden erklärte der Ministerpräsident, daß die Regierung die Ausführung der neuen Bestimmungen streng überwachen werde. Rußland. Moskau, 7. Juni. Die Zarenfamilie ist gestern nachmittag unter dem Jubel der Bevölkerung hier eingetroffen. Die Stadt ist festlich geschmückt. Amerika. Washington, 7. Juni. Staatssekretär Bryan teilt mit, daß das deutsche Reich, Argentinien und Bolivia dem Weltfriedensplan der Vereinigten Staaten soweit beigetreten seien, daß sie um Uebersendung eines Probeentwurfs des vorgeschlagenen Vertrages ersuchten. Vom Balkan. T Cetinje, 7. Juni. Bei dem vom griechischen Gesandten anläßlich des Geburtstages des Königs Konstantin gegebenen Empfang brachte der montenegrinische Minister des Aeußeren einen Trinkspruch auf die Erhaltung des unerläßlichen Bündnisses aus. Der bulgarische Geschäftsträger erwiderte, es wäre in der Tat verbrecherisch, wenn man das Bündnis nicht aufrecht erhalte. T London, 7. Juni. Während der gestrigen Versammlung der Friedensdelegierten im St. James=Palast hielt die Liga für die Freihei der Frau vor dem Palast eine Versammlung ab. Es wurden Reden gehalten, wobei eine der Rednerinnen vom Publikum dreimal von ihrem Platze heruntergeholt wurde. 3 Frauen wurden verhaftet. Die Frauenversammlung protestierte gegen die Regierung, die glaube, den Frieden im Auslande herstellen zu können, während sie den Frieden im Inlande nicht aufrechterhalten könne. T London, 7. Juni. Die gestrige Konferenz der Friedensdelegierten dauerte 3½ Stunden. Die griechischen Delegierten wohnten der Sitzung bei, obwohl sie noch nicht die Zusicherungen, die sie von der Türkei verlangen, erhalten hatten. Ihre Anwesenheit wird als gutes Vorzeichen angesehen. In der Sitzung wurde lange über das Protokoll verhandelt und es wurden verschiedene Vorschläge gemacht, die einige Delegierte veranlaßt haben, an ihre Regierungen zu berichten. Die nächste Sitzung wird heute nachmittag 5 Uhr stattfinden. Gerichtssaal. Düsseldorf, 7. Juni. Gelegentlich einer Kontroll= versammlung auf dem Bezirkskommando in Solingen hatte sich der Reservist Karl Schäfer der Achtungsverletzung gegen Vorgesetzte und der Gehorsamsverweigerung vor versammelter Mannschaft schuldig gemacht. In der heutigen Verhandlung des Kriegsgerichts in Düsseldorf gegen ihn trat als Zeuge ein Bäckergeselle auf, der gleichfalls zu der Kontrollversammlung geladen war und auf den zunächst der Verdacht, sich ungehörig benommen zu haben, gefallen war. Er hatte dann Sch. als den Täter bezeichnet. Die Folge war, daß der Geselle von Schäfer und anderen Burschen gehörig verprügelt und daß weiterhin über das Geschäft seines Arbeitgebers, eines Bäckermeisters, der Boykott verhängt wurde. Wie der Geselle bekundete, sei er, um weitere Schädigungen des Meisters zu verhüten, freiwillig aus dem Geschäfte ausgetreten und heute noch brotlos. Sch. wurde zu 4 Mon. Gef. verurteilt. Duisburg, 7. Juni. Der Kaufmann Wilh. v. Velsen und der Marmorschleifer Karl Albrecht hatten in 12 Fällen hiesige Kaufleute durch Vorzeigen gefälschter Rechnungen und Bestellscheine und durch fingierte telephonische Bestellungen erheblich geschädigt, in 1 Falle hatten sie das Vinzenzhospital um über 500 Mark beschwindelt. Velsen, der als unzurechnungsfähig erklärt ist, hat das Geld auf Rennplätzen verspielt. Das Gericht sprach Velsen wegen Geisteskrankheit frei und verurteilte Albrecht zu 1½ Jahren Gefängnis. Duisburg, 7. Juni. Der Revisor Gerhardt Born aus Mülheim=Ruhr wurde am 11. Januar 1913 von dem Bürogehilfen Ernst Reedz um 2000 M. betrogen. Die Strafkammer verurteilte Reedz zu 9 Monaten Gefängnis. Bonn, 7. Juni. Strafkammer. Wegen Betrugs wurde der Kaufmann Emanuel Faber aus Königswinter zu 8 Mon. Gesängnis verurteilt unter gleichzeitiger Verhaftung. Er hatte dem Rittmeister Quaserowski ein Pferd für 1300 M abgekauft und ihn wegen der Zahlung auf einen Zeitpunkt vertröstet, an dem er erhebliche Hypothekengelder ausgezahlt erhalte. Da Faber aber tags darauf das Pferd für 700 A weiterverkaufte, lag für den Rittmeister die Annahme einer betrügerischen Absicht nahe. Das Gericht sah denn auch in dem Verhalten des Angeklagten die Merkchmale eines Betruges. * Bochum, 7. Juni. Vor dem Schwurgericht standen gestern die Bergleute Johann Pawlik, Wilhelm Borgstedt und Johann Kalodzny, sowie der Kanonier Josef Halujka, z. Zt. beim Feldartillerieregiment Nr. 34 in Montigny wegen Notzucht. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Auf Grund des Ergebnisses der Beweisaufnahme verneinten die Geschworenen die Schuldfragen. Das Urteil lautete auf Freisprechung. Bochum, 7. Juni. Eine teuflisches Verbrechen hat gestern vor dem Schwurgericht seine Sühne gefunden. Vor dem Gericht hatten sich die Ehefrau Bergmann Franz Preuß aus Suderwich wegen Mordversuchs, begangen an dem eigenen Ehemanne, und der erst 22 J. alte Bergmann Johann Neissen aus Horneburg wegen Anstiftung und Beihilfe zu diesem Verbrechen zu verantworten. Die Angeklagten, die zusammen unerlaubten Verkehr pflegten, hatten im Dezember den ruchlosen Plan gefaßt, den ihnen im Wege stehenden ahnungslosen Ehemann Preuß durch Verabreichung von Gift aus der Welt zu schaffen. Neissen erbot sich, Kleesalz zu kaufen, das dann am 5. Dezember 1912 von der Frau Preuß in die Schnapsflasche des Ehemannes geschüttet wurde. Da die erwartete Wirkung ausblieb, vergiftete Frau Preuß einige Zeit später den Kaffee, den sie ihremMann vorsetzte. Diesmal schöpfte der Mann Verdacht und er erstattete Anzeige bei der Polizei, die das saubere Paar hinter Schloß und Riegel setzte. Das Urteil lautete gegen Frau Preuß auf 4 Jahre, gegen den Angeklagten Neissen auf 3 Jahre Zuchthaus. Dortmund, 7. Juni. Das Schwurgericht verurteilte gestern die Bergleute Fritz Reinecke und Peter Sinnwoll von hier wegen Straßenraubs zu 1 Jahr Gef. Sje hatten einem Arbeitsgenossen 2 Mark gewalsam abgenommen,„„„. 5 M 8. Straßourg, 7. Juni. Das Verfählen wegen der Indiskretionen in der Angelegenheit der elsaßlothringischen Ausnahmegesetze hat festgestellt, daß die Veröffentlichungen durch einen Unterbeamten der Straßburger Regierung in den Pariser„Matin“ gelangten. Der Zusammenbruch der Niederdeutschen Ban vor Gericht. Dortmund, 7. Juni. Im Ohm=Prozeß wurden gestern die Vernehmungen zur Poetter=A.=G. fortgesetzt. Als Zeuge wurde RechtsanwaltWinkelmann vernommen, der bekundete, daß beim Konkurse erwiesenermaßen 1319 922 Mark gemeldet gewesen seien. Hi.rvon wurden von ihm 879 201 M. anerkannt. Die Berliner Handelsgesellschaft befand sich unter den Gläubigern mit fast 500 000 M. Wäre die Forderung der Berliner Handelsgesellschaft nicht gewesen, so hätten sich Aktiva und Passiva die Wage gehalten. Beim Verkauf der Patente, der mit knapper Mühe und Not erfolgte, wurden 7419 Mark erzielt. Der Zeuge erklärte, daß die Forderung der Berliner Handelsgesellschaft mit Erfolg anzufechten gewesen wäre. Der Gläubigerausschuß habe ihn gehindert, einen Prozeß deshalb zu führen. Weiter wurde als Zeuge vernommen der Kaufmann Poetter, von dem seinerzeit die Niederdeutsche Bank das Unternehmen übernahm. Er bekundete, daß er sein Geschäft auf Grund seiner Patente gegründet habe, die einen Wert von 650 000 Mark gehabt hätten. Einige Sachverständige, welche die Patente taxiert hatten, betonten, daß sie stets nach bestem Gewissen die Taxierungen vorgenommen hätten.— Die Verhandlungen werden Montag fortgesetzt. Köln, 7. Juni. Die Stadtverordneten beschäftigten sich mit der Ausschreibung eines Wettbewerbes zur Erlangung von Entwürfen für die Anlagen und die Gebäude des neuen Friedhofs. Die Verhandlungen drehten sich ausschließlich um Errichtung eines Krematoriums(Vermächtnis des verstorbenen Oberlandesgerichtsrats Rothschild), die schließlich mit den Stimmen des Zentrums gegen die Stimmen der lib. Fraktion und des Oberbürgermeisters in namentlicher Abstimmung mit 26 gegen 13 Stimmen abgelehnt wurde. Dies wird die Folge haben, daß die Stadt die ErbschaftRothschild in Höhe von 7—800 000 Mark wahrscheinlich wieder herausgeben muß. Die Stiftung soll nach dem Wortlaut des Testaments zur Bekämpfung von Krankheiten, besonders Lungenkrankheiten in Köln verwendet werden, doch war daran die Bedingung geknüpft, daß ein Teil der Stiftung(100 000 Mark) für den Bau eines Krematoriums verwendet werde. Schon in der Sitzung vom 21. März 1907 haben die Stadtverordneten dieErbschaft mit Dank angenommen und die Erfüllung der Bedingungen beschlossen. Da die Stadt jetzt die Erfüllung der Bedingungen ablehnt, fällt die Erbschaft dem Testament zufolge dem hiesigen israelitischen Asyl zu. T Köln, 7. Juni. Die Stadtverordneten bewilligten für die Durchführung der deutschen Werkbundausstellung Köln 1914 einen Beitrag von 1 338000 M. Kreuznach, 6. Juni. In der Nahe ertrank der 29jährige Rektor des hiesigen Franziskastiftes, P. W. Gries, früher Kaplan in Trier. Solingen, 7. Juni. Der Streik bei der Metallgießerei Rautenbach ist vom Metallarbeiterverband nach Zwöchentlicher Dauer bedingungslos aufgehoben worden. Elberfeld, 7. Juni. Durch letztwillige Verfügung hat der Pastor Dalton der hiesigen veformierten Gemeinde die Hälfte seines Vermögens, 100 000 Mark vermacht. Die Zinsen sollen zum weiteren Ausbau des Kandidatenstifts der Gemeinde und der bereits im Besitz der Gemeinde befindlichen Daltonschen Bibliothek sowie für andere Zwecke der Gemeinde dienen. Quisburg, 7. Juni. Die Rechnung der Verwaltung der Duisburg=Ruhrorter Häfen für das Geschäftsjahr 1912 schließt in Einnahme mit 6,11 Millionen A. Es ist ein Mehr von 1 Million A gegenüber dem Vorjahre zu verzeichnen. Kettwig v.d. Brücke, 7. Juni. Ueber die Bluttat wird ausführlicher gemeldet: Der pensionierte Gendarmeriewachtmeister Reimüller versuchte die Rentnerin Frohmen in ihrer Wohnung zu erdrosseln. Als die Frau kein Lebenszeichen mehr von sich gab, eilte Reimüller nach Hause und versuchte, in der Meinung, einen Mord begangen zu haben, Selbstmord durch Erschießen. Die Angegriffene kam alsbald wieder zu sich und konnte sich selbst von der Schlinge befreien. Es scheint sich um einen Racheakt zu handeln. Reimüller unterhielt mit der Tochter der Frau Frohmen ein Liebesverhältnis, das diese nicht mehr dulden wollte. Vorbeck, 7. Juni. Auf der hiesigen Zinkhütte haben 80 Arbeiter wegen Lohnstreitigkeiten die Arbeit niedergelegt. Dortmund, 7. Juni. Auf dem Südwestfriedhofe wurde an einem Pfahl die 50 Jahre alte Ehefrau Grothe, Hohestr. 93, erhängt aufgefunden. Schwelm, 7. Juni. Ein Diebstahl von seltener Frechheit wurde hier auf dem Rheinischen Bahnhof verübt. Der Fuhrmann Walter Brücher aus Barmen bestellte einen Althändler aus Elberfeld mit Pferd u.Wagen an den Bahnhof, verschaffte sich Eingang in das Gebäude und holte 356 kg Bronzedraht im Werte von 870 Mark heraus. Mit dieser Beute fuhren sie davon. Sie wurden aber von der Polizei in Langerfeld abgefaßt, als sie den Draht bei einer Althändlerin verkaufen wollten. Brücher wurde verhaftet. Der Althändler, der sich das Fuhrwerk geliehen hatte, entkam durch die Flucht. Iserlohn, 7. Juni. Die Stadtverordneten bewilligten für die Schulfestlichkeit aus Anlaß des Regierungs=Jubiläums 1200 A. Für die Veranstaltung einer Volksfeier sind bereits 3200 A den Vereinen bewilligt worden. Siegen, 7. Juni. Jetzt hat man mit den Vermessungsarbeiten für den Bahnbau Rothenmühle=Wildbergerhütte beerener, Zu einer direkten Eisenbahnverbindung Hoshertaße el, nur noch die 4 Kilometer lange Strecke von Nothemühle bis Kreuzthal. Dorsten, 7. Juni. Das Eisenbahnprojekt Dorsten=Dinslaken=Mörs, das schon seit Jahren Gegenstand der Erörterung auch im Abgeordnetenhaus gewesen ist, soll nunmehr erneut betrieben werden. In einer Besprechung der Vertreter der interessierten Gemeinden wurde beschlossen, mit Eingaben vorstellig zu werden. Dülmen, 7. Juni. Anläßlich seines 25jährigen Bestehens veranstaltet der Männergesangverein„Sängerbund". Dülmen am 7., 8. und 9. Juni einen Gesangwettstreit in größerem Umfange. Realinghausen, 7. Juni. Seit 19. März war die 18jährige Elisabeth Sallmann vermißt. Das Mädchen ist vorgestern hier als Leiche aus der Emscher gezogest worden. Es ist noch nicht festgestellt, ob es durch ein Unglück, durch ein Verbrechen oder durch Selbstmord ums Leben gekommen ist. T Mannheim, 7. Juni. In der Maschinenfabrik von Vögele hatten von 1000 Arbeitern die Hälfte, trotz Abratens des Arbeiterausschusses, die Arbeit niedergelegt, weil die Fabrikleitung wegen wiederholter Raufereien und Unregelmäßigkeiten den Verkauf von Flaschenbier innerhalb des Fabrikterrains verboten hat. Die Fabrik mußte geschlossen werden. Heute soll der Betrieb in vollem Umfange wieder aufgenommen werden. Die Arbeiter, welche nicht zur Arbeit zurückkehren, werden als kontraktbrüchig entlassen. Aus aller Welt. Kiel, 7. Juni. Der Kriegsschiffname„Markgraf“ ist in der deutschen Marine nicht neu. Unter dem Großen Kurfürsten gab es eine Fregatte Markgraf von Brandenburg. Sie war spanischen Ursprungs. Der brandenburgische Admiral Cornelius Claes van Beveren erbeutete 1681 im englischen Kanal das spanische Schiff, das den Namen Carolus Secundus führte, und brachte es glücklich nach Pillau. Es war eine der ersten erfolgreichen Waffentaten Brandenburgs zur See. Der mit 28 Kanonen bestückte Markgraf von Brandenburg beteiligte sich mit fünf anderen brandenburgischen Schiffen am 30. September 1681 unter Claes van Beveren an dem Gefecht bei St. Vincent gegen ein zwölf Schiffe zählendes Geschwader. Die Brandenburger wichen nach 2stündigem Kampf der Uebermacht und erreichten ohne Schiffsverlust den Hafen von Lagos. Stettin, 7. Juni. Zu tumultartigen Auftritten kam es gestern abend in Frauendorf infolge des Totschlags eines Arbeiters. In der Zichorienfabrik von Weis wird seit 2 Wochen gestreikt. Als gestern abend der Arbeiter Brandenburg die Fabrik verließ, um sich nach seiner Wohnung zu begeben, wurde er von dem Arbeiter Kühl mit den Worten beschimpft: „Du Lump arbeitest noch!“ und darauf tätlich angegriffen. Brandenburg zog ein Messer und stach es dem Kühl in den Leib. Kühl starb an den Verletzungen kurz nachher. Nach der Tat flüchtete der Täter in die Fabrik zurück und wurde von einer großen Menge verfolgt. Diese begehrte Einlaß in die Fabrik und forderte die Herausgabe des Täters, wurde aber von einer Gendarmeriewache, die dort wegen des Ausstandes untergebracht war, in Schach gehalten. Schließlich aber lockte das Gerücht von dem Totschlag 500 bis 600 Menschen herbei, die das Fabrikgebäude umlagerten und eine immer drohendere Haltung annahmen. Landrat Peters eilte auf den Tatplatz und rief telephonisch Stettiner Schutzmannschaft zur Hilfeleistung herbei, da die Menge immer bedrohlicher wurde, die Fensterscheiben der Fabrik einwarf, das Tor aus den Angeln hob und die Fabrik stürmen wollte. Landrat Peters gab nach Eintreffen der Stettiner Schutzmannschaft Befehl, blank zu ziehen, um die Massen zu zerstreuen. Dabei kam es zu wüsten Auftritten, in deren Verlauf auch 8—10 Schüsse fielen. 1 Schuß traf einen Schutzmann in den Arm. Schließlich gelang es aber doch, die aufgeregte Menge auseinanderzutreiben und die Ordnung wieder herzustellen. Um 11 Uhr nachts herrschte Ruhe auf dem Tatplatz, doch blieb noch ein stärkeres Polizeiaufgebot bei der Fabrik zurück. Brandenburg wurde nach dem Polizeipräsidium gebracht und dem Untersuchungsrichter zugeführt. Aus der Menge ließen sich mehrere die Wunden verbinden, die sie durch Säbelhiebe der Schutzleute erhielten. Breslau, 6. Juni. In der gestrigen Sitzung der Deutschen Kolonialgesellschaft gab der Vorsitzende die Wiederwahl des Vorstandes bekannt. Aus der Tagesordnung ist hervorzuheben: Der Antrag der Abteilung München, den Reichskanzler und das Reichskolonialamt zu bitten, für Regulierungsarbeiten am Rufidjifluß bis zum See 100000 A als erste Rate einzustellen wurde einstimmig angenommen. Ein Antrag der Abteilung Harburg betont die Notwendigkeit, die deutsche Arbeiterschaft mehr als bisher über die Bedeutung und den Wert der kolonialen Bestrebungen aufzuklären und bittet, die erforderlichen Mittel zu bewilligen. Der Antrag wurde nach lebhafter Debatte angenommen. Mit einem Dank an die Abteilung Breslau für die vorbereitenden Arbeiten schloß der Präsident die Tagung. Paris, 7. Juni. Gegen die Baronin Vaughan, die Geliebte des verstorbenen Königs Leopold von Belgien, wurde ein Erpressungsversuch unternommen. Ein früherer Krastwagenlenker der Baronin erschien in Be gleitung eines jungen Mannes. Beide erklärten, daß sie unter dem Titel„Liebesabenteuer der BaroninVaughan“ ein Buch geschrieben hätten, für dessen Veröffentlichung ihnen 30 000 Franken geboten worden seien. Gegen eine Entschädigung von 60 000 Franken, die ihnen die Baronin zahlen sollte, wollten sie von der Veröffentlichung absehen. Die Baronin bat die Erpresser, amDonnerstag mit dem Buch wieder zu kommen. Sie erschienen auch und erneuerten ihre Forderung. Darauf wurden sie von 2 Sicherheitsbeamten festgenommen und abgeführt. Das Buch konnte nicht beschlagnahmt werden, da die Beiden nur den Titel geschrieben hatten. Lille, 6. Juni. Gestern war in einem Schacht der Zeche von Ferfay eine Schicht eben hinabbefördert worden, als aus dem Schacht Hülferufe ertönten. Mehrere Bergleute stiegen eilig hinab und fanden die Leiche des Oberhauers Finet und eines Hauers vor. 2 verwundete Bergleute lagen neben ihnen. Die beiden letzteren wurden verhaftet, da sie nach der Aussage eines Bergmanns den Oberhauer Finet überfallen hätten, der nach verzweifelter Gegenwehr, wobei er einen der Angreifer tötete, seinen Verletzungen erlegen sei. Die beiden Verhafteten leugnen. Juwelendiebstahl auf der Londoner Nordbahn. London, 5. Juni. Mit großer Verwegenheit wurde gestern auf der Kings Croß Station der großen Nordbahn ein Diebstahl ausgeführt, wobei den Dieben ein Kistchen mit Juwelen im Werte von 70000 Mark in die Hände fiel. Die Holzkiste, die eine Mustersammlung Juwelen für einen Reisenden enthielt, wurde abends vor der Abreise im Paketamt des Bahnhofs deponiert. Kurz darauf kam ein Messengerboy mit einer Karte der Firma Freemann und verlangte, daß die Kiste aus dem Paketraum zum Handgepäckraum hinübergeschafft werde, damit sie gleich zur Hand sei, wenn danach gefragt würde. Dies wurde, da es nichts Ungewöhnliches ist, sofort ausgeführt. Der Boy bekam eine Bescheinigung für den Transport ausgehändigt. Mit dieser erschien gestern früh in Droschkenkutscher und verlangte die Herausgave des Koffers, die ohne weiteres bewilligt wurde. Später kam Freemann selbst, zeigte den ursprünglichen Schein des Paketamtes vor und erfuhr zu seinem Schrecken, daß die Kiste bereits von einer unbekannten Person abgeholt worden sei. Großfeuer. a London, 7. Juni. Die Feuersbrunst, die gestern früh im Gebäude der Leihbibliothek von Mudies wütete, hat 30 000 Bände, unter ihnen viele unersetzliche Bücher, zerstört. Das Feuer brach 1 Uhr nachts aus und griff schnell um sich. In den benachbarten Mietskasernen spielten sich Schreckensszenen ab. Die Bewohner stürzten in Nachtgewändern auf die Straße. Die Feuerwehr konnte des Brandes nur mit Mühe Herr werden. Mehrere Feuerwehrleute wurden verletzt. 1 grossen Vorteile die Ihnen unsere Spezial-Geschäfte beim Einkauf von Herren-, Jünglings und KnabenKleidung bieten, werden Sie am besten durch persönliche Ueberzeugung herausfinden. Gewährleistet sind dieselben 1. 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Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig). Leoceosseoeeoenen osssssossessssssssessersese (Neueste Nachrichten.) in Stadt und Amt Wattenscheid, Gevinghausen, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheid, Eiberg, Freisenbruch u. a. Anzeigen pro Nonpareillezeile oder deren Raum 15 Pfg., auswärts 20 Pfg., Reklamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Termin: zusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach: Erhalt der Rechnung. Die Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung" erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Mk. Anfalkunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungen. „Telegr.=Adr.: Zeitung. Teleson 181. Rotationsdruck und Verlag Carl Busch, verantw. Redakteur Bernhard Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln 8566. Oberst Redl, der König der Verräter. Im„V. T.“ schreibt der bekannte Militär=Schriftsteller Major Morath: Mit dem schmucklosen Sarg, der sang= und klanglos der Erde überliefert wurde, ist des österreichischen Generalstabsobersten Redls Tat nicht stumm gemacht. Es ist ja begreiflich, daß man Schleier darüber ziehen möchte, tiefe undurchdringliche Schleier über den beispiellosen Verrat des Vaterlandes, der Heeresehre und der Bundestreue. Aber zur Privatangelegenheit konnte den unerhörten Vorgang nicht einmal die Selbstmordkommission machen, deren Wink befolgt wurde. Die große Untreue geht die zwei Völker an, die sich Waffentreue versprachen. Und sie bringt alle die feinen Fäden zum Schweigen, die zwischen den Mächtegruppen des Kontinents gesponnen worden sind, um kriegerischen Angriff und seine Abwehr bis ins kleinste vorzubereiten. Wie's dazu kam? Nur ein Mensch hat gefehlt, hat gesündigt in Lüsten und Wäton. Abar aa mar ain Wann des allarhöchsten Darund Noren. Aber es war ein Mann des allerht Verlerhöchsten trauens, der um Judaslohn seines Volkes Sicherheit verschacherte. Das ist das Ungeheure. Als vor nicht langer Zeit der Hofrichterprozeß einen Einblick in die Auswüchse wüster Streberei und maßlosen militärischen Ehrgeizes gewährte, tröstete man sich, daß es sich nur um eines einzelnen Menschen Verfehlungen handle. Wir möchten auch jetzt zu dem Schlusse kommen, daß es nur diesen einen Mann gab, der zum König aller Vaterlandsverräter wurde. Wir teilen mit dem Heer der Donaumonarchie Bedauern, Hoffnung und Entrüstung. Wenn nicht alle Nachrichten trügen, ist von dem verbrecherischen Offizier auch Deutschlands Vertrauen gemißbraucht worden. Wenn wir aber eine Genugtuung erbitten, so geht sie nicht über das Maß dessen hinaus, was hoffentlich auch unsere Kriegsverwaltung zu beabsichtigen verspricht, noch wachsamer, noch vorsichter zu werden in der Wahl der Charaktere, denen viel gegeben wird, von denen man aber auch viel fordern muß. Ein Netz von Spionen überzieht die Lande. Daran hindern nicht Monarchenbegegnungen und Bruderkuß auf beide Wangen.„Während sich die obersten Kriegsherrn die Uniformen ihrer vornehmsten Regimenter huldvoll verleihen, schleichen sich die im Solde der ihrer Heeresverwaltungen wühlenden Verführer an brüchige Naturen heran, ohne Scheu vor dem „Ehrenkleid", das vor den Thronen immer am höchsten gilt. Was sie diesmal ergatterten, war nicht wenig. Es ist ganz zergeblich, dies zu leugnen. Die Kenntnis der Aufmarsch= pläne eines oder mehrerer Korps, die Entwürfe der Eisenbahntransporte, die Kriegspläne und Stärkeberechnungen garantieren ja noch keine gewonnene Schlacht, aber sie enthalten für Kundige alles, was im Bereich eines Heeres oder eines Teilheeres wert ist, geheim gehalten zu werden. Solcher Fang ist immer das Ziel der Spionage. Wie weit deutsche Operationspläne dem rollenden Rubel zum Opfer fielen, wird wohl nie in der Oeffentlichkeit bekannt werden. Daß der Generalstabschef des Nachbarkorps eines verbündeten Staates, auch nach der in Berlin festgestellten Kooperation der Heere, in Ahnungslosigkeit über Mittel, Zwecke und Ziele gehalten sei— das sind kühne Dementierkünste, die den Zweck verfehlen. Genug, daß der ehrwürdige Monarch Oesterreich= Ungarns zu einer umfassenden Reform des Geheimdienstes im Generalstab Befehle gab. In die vergangenen Tage leuchtet Redls Entlarvung wie ein Blitzstrahl hinein. Als im letzten Herbst die ersten Nachrichten von den russischen Probemobilmachungen über die Grenze drangen, wurden sie in Abrede gestellt. Und noch im Winter wurde offiziös geleugnet, daß es sich um mehr handle, als um periodisch wiederkehrende Maßnahme der russischen Heeresverwaltung, das Funktionieren des schwerfälligen Mobilmachungsapparates zu prüfen. Und was war die Wahrheit? Die bis an die Zähne bewaffneten Spieler belauerten jeden Schachzug des Gegners. Rührte sich die vorbereitende Strategie Wiens, so trat in Petersburg sofort die Gegenwirkung ein. Denn der Feind Oesterreichs saß im eigenen Lager. Wahrlich, die Spannung kann nicht schärfer sein, wenn zwei mobilisierte Heere, Hand an der Waffe, an den Grenzen auf den ersten Schuß warten. Ob der deutsche Generalstab diese schwere Friedensgefahr kannte? Vermutlich. Dann ist seine Ruhe anzuerkennen, die sich zu Einberufungen und Truppenzusammenziehungen nicht bewegen ließ. Es liegt darin das Bewußtsein der überlegenen Kraft und der zuverlässigen Bereitschaft. Den in allen Listen erfahrenen Generalstabsobersten lockte Gegenlist ins Garn. Und dem Entlarvten drückten Kameraden die Selbstmordwaffe in die Hand? Oder wollte man dem irdischen Richter den Verräter entziehen, um des Heeres Ehre zu schonen? Schwerlich ist dem Staate mit diesem Eingriff gedient. Noch für den Ausgestoßenen heischte die Armee eine Ausnahmestellung. Ein der Not der Stunde entsprossener Rat. Die Offizierkorps werden ihn billigen, die Völker nicht. Ein origineller Trick. Die beginnende Reisezeit haben findige PariserGauner dazu benutzt, um sich als Billetthändler auf Bahnhöfen zu etablieren. Es kommt immer vor, daß Reisende erst im letzten Augenblick hastig in den Bahnhof stürmen und den Billettschalter von einer Menschenmenge belagert finden. So erging es auch einem Pariser, der nach Nouen wollte. Da tritt ein freundlicher Hern hinzu. Er hat gerade ein Billett nach Rouen gelöst, kann aber nicht reisen, seine Frau sei nicht gekommen, er ist gerne bereit, das Billett abzutreten; allerdings: 1. Klasse. Der eilige Reisende ist sehr dankbar, zahlt„ stürmt auf den Bahnsteig und erreicht noch gerade ein Kupee. Dann kommt der Kontrolleur. Der Reisende zeigt sein Billett. Fragend sieht ihn der Beamte an: „Und ihr eigenes Billett?“„Wie so mein eigenes?“ „Nun, Sie wollen doch nicht auf dieses Billett reisen?" „Aber selbstverständlich, warum nicht?“„Nun, das ist doch ein Hundebillett... Humor des Auslandes.* Tutter:„Ein mächtig hübsches Kind, Ihr Baby, Bender, aber was ist es, ein Junge oder ein Mädel?“ — Bender:„Können Sie das nicht sehen, daß es ein Mädel ist?“— Tutter:„Nein. Woran in aller Welt erkennen Sie das?“— Bender:„Können Sie das nicht sehen? Sie streckt ja die Hand aus, um ihrer Mutter den Hut gerade zu setzen!" Die beste Eründung: Kc DOFEN Ligaretten We Urkraft der Liebe. Roman von Karl Engelbardt. 44.(Nachdruck verboten.) Wenn Karlas Liebe—— gar nicht—— so aussichtslos wäre? Wenn er sie wiederliebte? Maja grübelte und fand bald genug Anhaltspunkte für ihre Vermutung. Die beiden verzehrten sich in schmerzvoll entsagender Liebe! Und sie allein hinderte sie. Sie allein war im Wege. Karla würde ihn sicher glücklicher machen als sie es vermocht. Das sah man jetzt schon in ihrem Verkehr. Egoismus war es von ihr, schnöder Egoismus, wenn sie sich noch an Hoffnungen klammerte, die sich nie erfüllen würden. Sie liebte ihn doch. Durfte sie ihn da unglücklich machen? Ihr eignes Interesse mußte zurücktreten, wo für sie nichts mehr zu erwarten war, wo es sich um das Glück anderer handelte. Anderer, die ihrem Herzen nahe standen. Und allmählich wachte in ihr eine neue Liebe auf. Eine eeine, edle Flamme.„ Die Liebe der Entsagung. Sie wollte verzichten, ihr eigenes Glück hingeben, um andere glücklich zu machen. So sehr es auch schmerzte. Denn das blutende Herz zuckte und wollte sich nicht fügen. Ja, sie würde sie glücklich machen, gleichviel wie. Sobald sie Gewißheit hatte. Sobald sie wußte, daß beide sich liebten. Aber wie es erfahren? Erich direkt fragen? Dagegen sträubte sich etwas in ihr. So sann sie und sann. Und bei dem angestrengten Denken überraschte sie der Schlaf. Bleischwer. Als sie am nächsten Tag erwachte und ihr alles ins Gedächtnis zurückkam, was sie in der Nacht beschlossen, da lehnte sich noch einmal ihr eigenes Glücksverlangen dagegen auf. Sie vermochte noch nicht der Entscheidung ins Auge zu sehen. In Unsicherheit, ohne desinitiven Entschluß schwankte de biund ber. Der Morgen verstrich trostlos. Auf allen Gemütern lastete der Druck. Vergebens erwartete man Karla. Aber das war ja eigentlich vorauszusehen gewesen. Am Spätnachmittage kam sie aber doch. Mit abgespanntem Gesichtsausdrucke und dunklen Schatten unter den Augen. Maja und Erich begrüßten Sie herzlich. Walter ruhig und höflich; aber man fühlte, daß etwas in der Luft lag. Als man im Zimmer war, begann Karla: „Ich werde nicht lange bleiben. Ich bin nur rasch herausgekommen, um Abschied zu nehmen.“ „Was?— Du gehst fort?“ rief Maja. „Sie reisen?“ fragte auch Erich rasch. Und aus seinem Ton glaubte Maja das Erschrecken herauszuhören. „Ja, ich muß fort. Ich habe heute einen Brief aus Berlin bekommen, der mich dringend dorthin ruft." „Sofort?“ fragte Erich. „Ja, sofort. Ich werde morgen früh abreisen.“ Maja atmete kurz und hastig. Und es fuhr ihr durch den Sinn: vielleicht ist es dein Glück, wenn Karla abreist. Aber sie schalt sich wegen des häßlichen Verdachtes. Niemand hatte den Mut, Karla zum Bleiben zu überreden. Man wußte, es würde doch nichts helfen. Und es war gut so. Nach dem Vorgefallenen war der frohe, harmlose Verkehr doch dahin. Sie sagte, daß sie in kurzem nach Schweden zurückkehren würde. Und man unterhielt sich über ihre und Erichs nordische Heimat. Walter sprach kein Wort. Nur einmal fragte er gänzlich unvermittelt, als sei er mit seinen Gedanken der Unterhaltung nicht gefolgt: „Vertreibe ich Sie, Fräulein Fannemor? Gerade heraus.“ „Nein, Herr Doktor Lichten. Es ist besser so.“ Maja hörte nur:„Es ist besser so.“ Und deutete es nach ihrem Sinne. Sonst wurde mit keinem Wort auf das Vergangene angespielt. Nach einiger Zeit sagte Karla zu Erich: „Kann ich das Bild noch einmal sehen, bevor ich reise?" „Aber selbstverständlich. Sofort. Kommen Sie!“" Walter blieb zurück. Maja wollte ihn nicht allein sitzen lassen und ging gleichfalls nicht hinauf. Karla und Erich traten in das Atelier. Er entfernte die Hülle von dem Bilde. Sie stand lange davor und betrachtete es, ohne ein Wort zu sprechen. Dann wandte sie sich. „Es wird Ihrer würdig.“ Er antwortete nicht darauf, sondern fragte: „Gehen Sie wirklich, Karla?"6 „Ja. Versuchen Sie mich nicht zu halten. Ich muß.“ Einen Augenblick Stillschweigen. Dann fuhr sie fort: „Ich bin eigentlich froh, daß ich noch einige Minuten mit Ihnen allein bin.“ Er sah sie überrascht an.„So?“--„Ja. Ich möchte nicht von hier fort, obne eine Gewißheit mitgenommen zu haben. Wie stehen Sie mit Maja?“ „Wie immer.“ „Also haben Sie immer noch keine Selbsteinkehr gehalten?“ „Selbsteinkehr oft genug.“ Sie schüttelte den Kopf. „Jetzt gehen auch Sie,“ sagte er.„Und ich werde Sie sehr vermissen.“ „Ja, suchen Sie doch in der Liebe Ihrer Frau Genüge.“ „Ach weiß der Kuckuck, was daran Schuld ist. Wahrhaftig, ich möchte sie glücklich machen. Ich möchte es selbst werden. Und dennoch komme ich über diese Kühle nicht hinweg, die mich sogar ihre Liebe mit nüchternen Augen sehen läßt. Und, wissen Sie, Liebe muß mit flammenden Augen geschaut werden. Dann erblickt man ihren Glanz, und fühlt ihr Feuer. Mich aber hat eben all das, was hinter mir liegt durchkältet. Ich vermag, noch nicht wieder mit jener Kraft zu lieben, die ein Entbehren nicht einmal in Gedanken erträgt, nicht mit jener glutvollen Sehnsucht, die die Liebe immer wieder doppelt aufflammen läßt. Ich kann nicht—— ich kann 2cht——— (Fortsetzung folgt.) Die bevorstehende Fahrtroute Die wiederholt angekündigte Fahrt desGrafen Zeppelin nach Wien als Huldigungsfahrt für Kaiser Franz Joseph wird nunmehr endgültig zwischen dem 9. und 15. Juni stattfinden. Graf Zeppelin wird mit dem Luftschiff„Sachsen" um Mitternacht aufsteigen, am Nachmittag auf dem Flugfeld in Aspern ankommen, 24 Stunden in Wien bleiben und dann nach Berlin fahren, wo des Zeppelinkreuzers„Sachsen“. er sich gleichfalls einen Tag aufhalten will, um dann zur Station des Ballons„Sachsen" nach Leipzig zurückzukehren. Hier wird auch die Taufe des neuen Zeppelinkreuzers durch den König von Sachsen erfolgen. In unserer heutigen Karte geben wir eine Uebersicht der Fahrtroute, welche Graf Zeppelin einzuschlagen beabsichtigt. Die Rassenfrage in Amerika. Die Vereinigten Staaten von Amerika stehen vor einem überaus schwierigen und verwickelten Rassenproblem. Man kann sagen, daß dieses Problem neben der Trustfrage geradezu das Hauptproblem der inneren Politik der Vereinigten Staaten bildet. Die amerikanische Nation ist als Nation noch jung, sie ist nicht viel älter als anderthalb Jahrhunderte. Ein nationaler Typus bildet sich langsam; er bedarf, um Einheitlichkeit und Geschlossenheit zu erlangen, eine ruhige und selbstsichere Entwikkelung. Es ist den Vereinigten Staaten zweifellos gelungen, einen solchen selbständigen amerikanischen Typus zu erzeugen. Aber dieser Typus hat sich noch nicht voll ständig durchgesetzt, er hat nicht das ganze Volk durchdrungen. Es sind die Einwohner früherer Zeiten, die ihn gebildet haben, Engländer, Iren, Deutsche; unter ihnen gab es manches Vermittelnde, was ihre Verschmelzung ermöglichte und eine große Rolle hat bei dieser Entwickelung die Gedankenwelt der Reformation gespielt. Und doch ist auch diese Verschmelzung, wie bekannt, noch nicht völlig gelungen. Die ältesten Einwanderer und ihre Nachkommen freilich sind nur Amerikaner; sie bilden den Grundstock der einigen Nation, aber sie sind im Verhältnis zu der großen Masse der Nachgewanderten gering an Zahl. Seit jener Zeit nun ist Europa in ein Zeitalter gesteigerter nationaler Empfindung eingetreten. Die aus jenem neuen Zeite#lter Nachgewanderten hängen intensiver an dem nationalen Leben der Heimat, sie werden wohl Amerikaner, bleiben aber in einem Teil ihres Empfindens Engländer, Iren, Deutsche usw. Daher stehen sich in den heutigen Vereinigten Staaten Deutsch=Amerikaner, Irish=Amerikaner undAngleamerikaner als doch irgend noch gesonderte Gruppen gegenüber. Sie sind alle gute Amerikaner, aber nicht nur Amerikaner. Roosevelt hat sich in seinen verschiedenen Schriften und Reden immer sehr heftig gegen diese Gruppenbildung gewandt und gefordert, daß der amerikanische Bürger in allem nur noch Amerikaner sein soll. Das ist indes noch nicht der Fall und wenn z. B. zwischen der englischen und der deutschen Presse in Europa eine Fehde ausbricht, so setzt sich diese in der Presse der Vereinigten Staaten mit gleicher, ja oft mit gesteigerter Heftigkeit fort. Diese Frage bildet nun für die nationale Einheit der Vereinigten Staaten keine Gefahr. Etwas anderes ist es mit der Entwickelung, welche die Einwanderung in den letzten Jahrzehnten genommen hat. Die Einwanderung aus den germanischen Ländern ist sehr zurückgegangen, dafür aber die Einwanderung aus den romanischen und slawischen Ländern ungemein gewachsen. Das Gros der heutigen Einwanderer rukrutiert sich aus Italienern, Russen, Slowenen, Spaniern und Ungarn. Es ist natürlich, daß diese einwandernden Massen in keinem geistigen Zusammenhange mit den ursprünglichen geistigen Grundlagen des Amerikanismus stehen. Sie bilden fremde Bestandteile. Ihre zunehmendeGefahr gefährdet den amerikanischen Typus, der sich zu begonnen hat, aber noch nicht durchgebildet ist. In den Vereinigten Staaten wird diese Gefahr als eine schwere Sorge empfunden. Wie jüngst gemeldet wurde, hat man die Einwanderungsbestimmungen weiter erheblich verschärft, und zwar in einer Weise, die gerade die Slaven und Italiener treffen soll. Es wird nämlich verlangt, daß die Einwanderer schreiben können. Diese Bestimmung wird aber wohl schwerlich genügen. lich wird man noch zu anderen Maßregeln schreiten müssen. Man hat allerlei vorgeschlagen, um die Einwanderung aus den germanischen Staaten zu heben, aber damit wird man wohl auch nicht auskommen, denn von Irland und Skandinavien abgesehen, haben die germanischen Länder zur Zeit nichts abzugeben. Die Frage wird für die Vereinigten Staaten immer wichtiger, die Gefahr immer drohender werden. Aus aller Welt. Elberfeld, 6. Juni. Von der Strafkammer ist am februar der Gerichtsdiener Robert Kleuser wegen Begünng und Betrugs zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt sen. Außer ihm sind verurteilt worden der Bürodiener ust Isaak wegen Unterschlagung und seine Ehefrau wegen ünstigung. Isaak war seit Mai 1912 bei einer Eisenerei in Mettmann angestellt. Er sollte am 17. Sept. 1912 Wertbrief wit 11 300 Franken Inhalt zur Post schaffen. Er öffnete den Brief, nahm das Geld heraus, ersetzte es durch Papierschnitzel und verschloß den Brief wieder. Die Geldscheine übeggab erseiner Frau, die sie versteckte. lohnung von 500 M für den aus, der ihr das Geld wieder verschaffe. Der Angeklagte Kleuser, der den Angeklagten J. im Gefängnis zu bewachen hatte, setzte sich nun mit der Frau I. in Verbindung. Er gelangte auch in Besitz des unterschlagenen Geldes und brachte es der geschädigten Firma, die ihm die ausgelobten 500 Mk. gab. Aber sie gab ihm auch noch weitere 50 M, da er behauptete, er habe, um in den Besitz des Geldes zu gelangen, Reisen machen müssen. Diese 50## hat er sich nach den Feststellungen des Gerichts durch Betrug verschafft, denn er habe die Unkosten, die erwirklich gehabt haben mag, nicht zum Zwecke der Wiedererlangung des Geldes gehabt, vielmehr sei es seine Absicht gewesen, der Frau I. den Besitz des Geldes zu sichern. Gegen seine Verurteilung hatte nur Kl. Revision eingelegt. Er behauptete, er habe nicht wegen Begünstigung verurteilt werden können. Das Reichsgericht verwarf jedoch heute die Revision als unbegründet. Köln, 5. Juni. Aus der Kölner Handelskammer. Der Detaillisten=Verband von Rheinland und Westfalen hat die Handelskammer gebeten, zum Zwecke der Bekämpfung des heimlichen Warenhandels dafür einzutreten, daß alle Privatpersonen, die sich mit dem Vertrieb von Waren befassen, denselben Abgaben und den gleichen gesetzlichen Vorschriften unterliegen sollen wie die ordnungsmäßig angemeldeten Gewerbebetriebe. Die Handelskammer hat die Berechtigung dieses Verlanges schon früher anerkannt; sie beauftragte ihren Handelsausschuß, die Angelegenheit weiter zu prüfen und geeignete Abhilfmaßnahmen in Vorschlag zu bringen.— Eisenbahn= fragen. Die Kammer nahm Kenntnis von einem Bahnprojekt wegen Fortführung der Bahnlinie Euskirchen— Münstereifel nach Mülheim in der Eifel. In Verfolg einer Umfrage des Deutschen Handelstages bejahte die Kammer das Bedürfnis nach Einführung von sogen. Schlafstellenwagen 3. Klasse in der Art, wie sie im Auslande, besonders in Schweden und Norwegen schon üblich sind, für einzelne lebhaft befahrene Strecken(bei einem Fahrpreisaufschlag von 3 M.) und hält einen dahingehenden Versuch auf der Strecke Köln=Berlin für erwünscht. Die von der Handelskammer in Vorschlag gebrachte Verbesserung der Nachtverbindung Berlin Köln durch Verlegung der Abfahrt eines der D=Züge 6 und 10(ab Berlin 9,34 und 9,26 abends) auf 11 Uhr abends konnte nach Mitteilungen der Eisenbahndirektion am 1. Mai 1913 noch nicht durchgeführt werden. Leider wird dem Antrage auch zum 1. Oktober nicht entsprochen werden können, da der Fahrplan am 1. Mai für die Dauer eines Jahres festgestellt wird, während zum 1. Ollbr. nur dringende kleinere Aenderungen vorgenommen werden können. Bremen, 6. Juni. Ein bemerkenswertes Ereignis vollzog sich im Betriebe des Norddeutschen Lloyd. Mit dem größten und schönsten Schiffe dieser Gesellschaft, dem Doppelschraubendampfer George Washington, trat der 10 000 000. Passagier, den der Nordd. Lloyd seit seinem Bestehen über den Ozean befördert, die Reise nach New=York an. Ein früherer Offizier unter Mordverdacht verhaftet. Triest, 5. Juni. Eine mysteriöse Mordaffäre beschäftigt hier die Polizei. Gestern wurde der Oberleutnant a. D. Joseph Klaric aus Graz unter dem Verdacht verhaftet, seine liebte auf der Seereise von Newyork nach Triest vergiftet haben. Er hatte seine Geliebte, die Sängerin Eleonore die aus guter Familie stammte, in München kennen gelernt. Auf Drängen Klaries begab sie sich im Nov. 1912 mit ihm auf Reisen nach Japan und Amerika. Auf der Rückreise erkrankte plötzlich Eleonore F., die bald Mutter geworden wäre, auf hoher See und starb bald darauf. Als Todesursache stellte der Arzt Bersten der Herzschlagader fest. Die Leiche wurde ins Meer versenkt. Der rasche, schnelle Tod des jungen Mädchens gab unter den Schiffspassagieren zu dem Gerücht Anlaß, daß Eleonore F. keines natürlichen Todes gestorben sei. Auch der Bruder der Toten, ein angesehener Kaufmann in München, schöpfte Verdacht, als er die Todesnachricht erhielt, und reiste nach Triest. Es hatten sich inzwischen Anhaltspunkte ergeben, die zur Verhaftung des ehemaligen Offiziers führten. Bei einer Durchsuchung seiner Effekten wurde ein anonymer Brief an Eleonore F. gefunden, in dem diese vor Klarie gewarnt wird, der sie vergiften wolle. Einsichtsvolle Sitern tragen den Porderungen der modernen Hygiene Rechnung undveranlassen ihre Kinder frühzeitläst zu einer rationellen Pllege der Haare. In der Hebung der natürlichen Punktionen des Haares durch togeimtezigeNeschungen mittels „hamsees mls schwarsen Hopf“. besitzen wir das gezig# Krättigung Das be nen ml. dem schwarzen Kopft macht d. verlange beim Einkaut ausdrücklich „Sbampoon mit dem echwarzen Hepf“ mit der nebenstehenden Schutzmarke und lehne Nachahmungen des Original-Pabrikates kategorisch ab.(Pak. 20 Pl., 7 Pak. M. 1.20), auch mit Rl-, Teer- oder Kamillen- Zusatz(Paket 25 PI., 7 Pak. M. 1.50) in allen Apotheken, Seuntemurke. Drog. u. Pariümerie-Geschäften erhältlich. Hans SchwarzKopf G. m.b. H., Berlin N 37.— etwas Gutes zu essen mit, wenn man größere Spaziergänge und Touren macht — warum nicht stets auch Fays ächte Sodener Mineral=Pastillen? Die gehören faktisch zu jeder Ausrüstung. 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Ansprache und Gesangvorträge am Denkmal und Zug durch die Gemeinde, etwa 10 Uhr Feuerwerk beim Restaurant Schmidt, Fortsetzung des Fackelzuges und anschließend gemeinsamer Commers im gleichen Lokale. Sonntag7 Uhr abends: Feier im Schmidt’schen Saale durch Conzert, Gesangvorträge, Aufführungen, Ansprache und Tanz. Der Festausschuß. Die Bürger der Gemeinde Westenfeld eind freundlichst eingeladen, und werden gebeten, zu flaggen. 9 Wintergarten (Eduard Voortmann.) Donnerstag, den 12. Juni 1913 in meinen Gartenanlagen KOSSES Militär-Kenzert ausgeführt von der Kapelle des InfanterieRegiments Vogel von Falkenstein(7. Westf.) Nr. 56 aus Wesel, unter persönlicher Leitung des Musikmeisters Herrn Rolk. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Nach dem Konzert =Tanzkränzehen.= Es ladet freundlichst ein: Eduard Voortmann. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert in meinen geräumigen Lokalitäten statt. Eintrittskarten im Vorverkauf 40 Pf. an der Kasse 50 Pf. 9 i Wlihe! 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