Nr. 79. (1. Blatt.) Montag, den 7. April 1913. 45. Jahrgang. gegründet 1868„„„„„— (General=Anzeiger.) Amtliches Blatt aller Behörden weziell für die Orte Wattenscheid, Gelsenkirchen=Ueckendorf, Leithe, Günnigfeld, Hordel, : Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet# : inkl. Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet; : 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche: : Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig). Sessssssssssssssssemssssesssesssemssenssssessssesssensssmssesssnsstessnsmssesssn Die Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung" erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Mk. Anfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungen. Telegr.=Adr.: Zeitung. Telefon 181. Rotationsdruck und Verlag Carl Busch, verantw. Redakteur Bernhard Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln.: 8566. (Neueste Nachrichten.) in Stadt und Amt Wattenscheid, Gevinghausen, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheid, Eiberg, Freisenbruch u. a. Anzoigen pro Nonpareillezeile oder deren Raum 15 Pfg., auswärts 20 esen 10 Pfg., Reklamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Terminzusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach ! Erhalt der Rechnung. Preußentag der Nationalliberalen. Hannover, 7. April. Eine große öffentliche Volksversammlung leitete Samstag den nationalliberalen Vertretertag ein. Mit außerordentlichem Beifall wurde Bassermann begrüßt, als er das Wort zu seiner Rede über die Reichspolitik ergriff. Er leitete seinen Vortrag mit einer Schilderung der Wehrvorlagen und der Stellung seiner Partei dazu ein. U. a. führte er aus: Eine mächtige Regung gehe durch das deutsche Volk. Den Zeitläuften entsprechend, sei das deutsche Bürgertum an den politischen Verhältnissen wieder stark interessiert. Im Vordergrund des Interesses ständen naturgemäß die Wehrvorlagen, die in diesen Tagen von der nationalliberalen Fraktion eingehend geprüft werden. Daher empfehle es sich, jetzt auf Einzelheiten nicht einzugehen. So viel aber müsse gesagt werden, daß in der Deckungsvorlage manche Forderungen der sozialen ausgleichenden Gerechtigkeit nicht erfüllt seien, und der Reichstag werde gerade in dieser Richtung der Vorlage eine bessere Gestaltung geben müssen. Die nationalliberale Fraktion habe sich auf den Standpunkt des Zentralvorstandes gestellt, nach wie vor für eine Besitzsteuer, eine Vermögenssteuer oder eine Erbschaftssteuer einzutreten. Nachdem Bassermann die inneren und äußeren politischen Verhältnissen eingehend erörtert hatte, begründete er die Notwendigkeit der Wehrvorlage. Abgeordneter Schifser sprach dann über die preußische Landespolitik, wobei er der Beziehungen zwischen dem Reiche und Preußen gedachte. Ohne Preußen hätte das Reich nicht gegründet werden können. und ohne Preußens Geist wäre es auch niemals zustande gekommen. Preußen und das Reich seien eins. Andererseits aber müßten die Grenzlinien zwischen den beiden Staaten gezogen und gewahrt werden. Namentlich gehe es nicht an, daß der Reichstag alles, was preußische Angelegenheit ist, vor sein Forum ziehe. Die Polen= und Dänenfrage seien dagegen wieder deutsche Fragen, die an sich in den Reichstag gehörten, und die nur aus äußeren Gründen den preußischen Staatsorganismus berührten. Ebenso sei die Wahlrechtsreform geradezu eine Lebensfrage für das Reich(Beifall und Händeklatschen). Das werde auch die Signatur des kommenden Wahlkampfes sein. Unter einem alten und veralteten, innerlich morschen und tatsächlich längst aufgegebenen Wahlrecht gehe es in die Schlacht. Gegen 12¼ Uhr nachts ging dann die Versammlung zu Ende. Die Vertreterversammlung. Sonntagvormittag 10 Uhr begann im großen Saale des Tivoli die Verteterversammlung der nationalliberalen Partei, zu der aus allen Provinzen Preußens zahlreiche Delegierte und viele Reichs= und Landtagsabgeordnete erschienen waren. Landtagsabgeordneter Dr. Friedberg begrüßte im Namen des Zentralvorstandes die Versammlung mit dem Wunsche, daß die Arbeit zum Segen der Partei und des Vaterlandes gereichen möge. Zum Vorsitzenden wurde dann Dr. Krause, Vizepräsident des preußischen Abgeordnetenhauses, zu Vizepräsidenten Senator Fink und Dr. Campe bestellt. Dr. Krause brachte ein Hoch auf den Kaiser aus und sprach den Wunsch aus, daß der Parteitag im Geiste Rudolf Benningsens geführt würde. Senator Fink sprach im Namen der Landesorganisation der Provinz seinen Glückwunsch aus und erinnerte an den Delegiertentag, der vor 10 Jahren in Hannover stattgefunden habe. Er gedachte in Dankbarkeit der Männer, die damals im Vordergrunde standen und nannte die Namen Dr. Hamacher, Hackenberg, Satler und Wallbrecht. Er erwähnte dan den Gegensatz der Partei zu den Welfen. Auch den Nationlliberalen sei es nicht immer leicht gewesen, sich mit der Gestaltung der Verhältnisse abzufinden, aber immer habe man sich auf den Boden Bennigsens gestellt, der gesagt habe, ein Rückwärts gebe es nicht. Hocherfreut sei die Partei namentlich in Hannover über die Verlobung im Kaiserhause. Wenn bis jetzt auch politische Folgen nicht eingetreten seien, so hoffe man, daß der Tag kommen werde, an dem der alte Kampf, der dem deutschen Volke so schwere Wunden geschlagen habe, in Hannover beigelegt werde. Mit einem herzlichen Willkomm an die Delegierten schloß Senator Fink seine Rede. Sodann berichtete Abg. Friedberg über das Parteiprogramm und über den Wohlaufruf in dem es u. a. heißt. Der 16. Mai ruft die Wähler Preußens wieder zusammen, damit sie über die Zusammensetzung der Volksvertretung während der nächsten 5 Jahre entscheiden. Als wir das letzte Mal im Jahre 1908 zur Wahl schritten, da hofften wir zuversichtlich, daß die nächsten Wahlen unter einem neuen und gerechteren Wahlre cht vollzogen würden. Die ntaionalliberale Partei hat alles getan, was in ihren Kräften stand, dies Ziel zu erreichen. Alle Bemühungen sind aber an dem Widerstand der jeder Reform abgeneigten konservativen Partei gescheitert, die von ihr eine Verminderung ihres künstlich geschaffenen politischen Uebergewichts fürchtet. Wir hoffen auf das Allerbestimmteste, daß die Regierung die Wahlreform als eine der ersten Aufgaben der kommenden Legislaturperiode betrachtet. Wir bekämpfen mit allen Mitteln die Sozialdemokratie, die darauf ausgeht, die sittliche und wirtschaftliche Ordnung umzustürzen und an ihrer Stelle eine rücksichtslose Klassenherrschaft zu setzen. Die nationalliberale Partei huldigt einem stetigen und maßvollen Fortschrit auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens, wie es die Entwicklung der staatlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Verhältnisse im Anschluß an das gerichtliche Uebereinkomemn erfordern. So fordern wir eine zielbewußte und raschere Fortsetzung der schon vor Jahren begonnenen ReSchon wieder konnte von dem unterzeichneten Verlag der „Wattenscheider Zeitung“ eine Unfallunterstützung in Höhe von 425 Mark ausgezahlt werden und zwar an die Erben des Bergmanns Friedrich Nicolai von hier, Günnigfelderstraße 40, welcher an den Folgen eines auf Zeche„Holland“ erlittenen Unfalles gestorben ist. Der Entschlafene war seit Jahren Abonnent der„Wattenscheider Zeitung" und Nutznießer der von uns kostenlos eingerichteten Unfallvergünstigung. Folgende Bescheinigungen seien hiermit veröffentlicht als Bekundung darüber, daß unser Verlag den Hinterbliebenen gegenüber seinen Verpflichtungen aus der Versicherung prompt nachgekommen ist. Bescheinigung. Es wird hiermit bescheinigt, daß der Zimmerhauer Friedrich Nicolai, geboren am 20. 4. 1851, am 29. März 1913 einen Betriebsunfall erlitten hat, an dessen Folgen er am gleichen Tage verschieden ist. Wattenscheid, den 1. April 1913. Betriebsverwaltung der Zeche„Holland“ Schacht 3-4, Otto, Betriebsführer. Aerztliches Zeugnis. Zum Ausweise bei der Pattenscheider Zeitung bescheinige ich, daß der Bergmann Friedrich Nicolai, Günnigfelderstr. 40, an den Folgen eines Betriebsunfalles(Oberarmbruch rechts u. Harnröhrenzerreißung) am 29. März 1913 gestorben ist. Dr. R. Bonnin. Quittung. Dem Verlage der„Wattenscheider Zeitung“, Herrn Carl Busch, zu Wattenscheid, bescheinigen wir, die Erben des infolge Unfalles zu Tode gekommenen Bergmannes Friedrich Nicolai zu Wattenscheid, Günnigfelderstraße 40, daß uns heute M 425,00(Vierhundertfünfundzwanzig Mark) in bar ausgezahlt wurden, weil Friedrich Nicolai Abonnent der„Wattenscheider Zeitung" und Nutznießer der von der„Wa.. Theider Zeitung" eingerichteten Unfallvergünstigung war. Wattenscheid, den 4. April 1913. Im Auftrage der Erben. Frau Rudolf Schäfer, Gertrud geb. Nicolai; Friedrich Nicolai, Ehefrau Franz Harras, Vernardine geb Nicolai; Ehefrau Heinrich Hoffmann, Maria geb. Nieolai. Der Beitritt zu unserer Unfallversicherung steht jedem Abonnenten kostenlos zu. Es genügt die Abgabe der hierzu erforderlichen Erklärung, worüber eine Bescheinigung erteilt wird, und die regelmäßige Zahlung des geringen Monatsabonnements von 70 Pfg.(Siehe Bestimmungen.) Wattenscheid, den 4. April 1913. Verlag der Wattenscheider Zeitung. Gegründet 1868. form der inneren Verwaltung im Sinne einer Vereinfachung und einer besseren Anpassung an das wirtschaftliche Leben. Auch der Finanzpolitik stellt die moderne Entwicklung neue Aufgaben. Der glänzende wirtschaftliche Aufschwung, dessen wir uns seit einigen Jahren erfreuen, hat nicht nur die Fehlbeträge aus dem Staatshaushalt verschwinden lassen, sondern wir sind auch in der Lage gewesen, in dem von der nationalliberalen Partei längst geforderten Ausgleichsfonds mehrere hundert Millionen anzusammeln, die für schlechtere Zeiten aufgespart werden sollen. Von dem Grundsatze ausgehend, daß die Steuerkraft des Volkes in ruhigen Zeiten geschont werden muß, fordert die nationalliberale Partei angesichts der günstigen finanziellen Verhältnisse den Wegfall der Steuerzuschläge, die im Jahre 1909 unter einer so ungünstigen Finanzlage beschlossen worden sind. Weiter fordern wir eine Verbesserung des Veranlagungsverfahrens. Der Aufruf wird genehmigt. Werteraussichten. Wetter für Dienstag: Bieheriges Wetter, kühl, windig. Amt und Kreis. Wattenscheid, 7. April. Zur Landtagswahl. * Der Minister des Innern hat auf Antrag der Stadtverwaltung Wattenscheid angeordnet, daß bei der bevorstehenden Landtagswahl die Abstimmung bei der Wahl der Wahlmänner in der Stadtgemeinde Wattenscheid in der Form der Fristwahl, d. h. innerhalb einer nach Anfangs= und Endtermin festzusetzenden Abstimmungszeit vorzunehmen ist. Bisher wurden hier die Wahlmänner in Form der Terminswahl, d. h. Abstimmung in einer gemeinschaftlichen Versammlung der Urwähler zu bestimmter Stunde, gewählt. Bismarckfeier in Westenfeld. * Das Gedächtnis an den ersten Kanzler des deutschen Reiches, Otto von Bismarck und an seine Großtaten zu pflegen und immer wieder zu erneuern, ist für jeden echten Deutschen Pflicht und Herzensbedürfnis, zumal in unserer Zeit, wo das durch den eisernen Kanzler zusammengeschweißte deutsche Reich wieder von Feinden und Neidern umgeben und bedroht ist. Die auf Anregung des nationalen Vereins in Westenfeld arrangierte und gestern abend im Schmidtschen Saale stattgefundene Bismarckfeier fand deshalb in allen Kreisen lebhaften Anklang und hatte sich demgemäß eines zahlreichen Besuches zu erfreuen. Auch eine stattliche Anzahl von Damen war der Einladung gefolgt. Ohne Unterschied des Standes und der Konfession hatten sich alle zusammengfunden; u. a. waren erschienen: Amtmann Emisch, Postdirektor Hauptmann a. D. Grahl=Wattenscheid, Bergwerksdirektor Schmitz von Zeche Fröhliche Morgensonne, Rechtsanwalt von Eicken, Dr. Barbrock, Gemeindevorsteher Beckmann=Westenfeld u. a. Die Feier, welche von dem Vorsitzenden des nationalen Vereins Fahrhauer Haverkamp geleitet wurde, begann mit mehreren Konzert=Darbietungen, worauf Fräulein Göbel von Westenfeld einen Prolog:„Wir Deutsche fürchten Gott“, verfaßt von Singerhoff=Bochum in ansprechender Weise zum Vortag brachte. Inzwischen hatte man mit dem Pfefferpotthaft=Essen begonnen, das delikat zubereitet war und allen trefflich mundete. Die Begrüßung der Erschienenen erfolgte durch Amtmann Emisch, der zunächst des großen Befreiungswerkes vor 100 Jahren gedachte, das von Bismarck durch die Einigung Deutschlands gekrönt worden. Der Redner gedachte mit markigen Worten des vor 100 Jahren bewiesenen Opfermutes, der uns jetzt auch wieder in Verbindung mit echt Bismarckschem Geiste erfüllen müsse, um das große Werk des ersten Kanzlers zu erhalten und zu verteidigen. Die Rede schloß mit einem brausend ausgenommenen Kaiserhoch, das mit der Kaiserhymne ausklang. Nunmehr betrat der Beamtengesangverein der Zeche Fröhliche Morgensonne die Bühne, um unter Leitung seines Dirigenten Lehrers Henrich aus Sevinghausen das dem Programm angepaßte Lied„Gruß an das Vaterland" zum Vortrag zu bringen. Der starke und gutbesetzte Chor bewies eine gute Schulung, die sich besonders auch bei der folgend. Darbietung, dem feierlichen niederländischen Dankgebet zeigte. Die prachtvolle Wiedergabe dieses packenden Chores erzielte ebenso wie das erste Lied rauschenden Beifall. Rechtsanwalt von EickenWattenscheid hatte die Festrede übernommen und zeichnete im Verlaufe seiner meisterhaften Ausführungen ein wuchtiges Bild von der gewaltigen, überragenden Größe Bismarcks. Der Redner schilderte die zerfahrenen politischen Verhältnisse und namentlich die traurigen Zustände in Preußen bis zum Jahre 1862, als Bismarck zum Leiter der preußischen Staatsgeschäfte berufen wurde. Mit scharfem Blick erkannte er die Mißstände und ging nunmehr mit zielbewußter Energie an die Lösung der sich gestellten Aufgabe: Preußen groß und zum Führer von allen deutschen Staaten zu machen. Die diplomatische Meisterschaft Bismarcks zeigte sich besonders bei der Heeresorganisation und der Lösung der dänischen Frage, welche die Kriege 1864 und 1866 zur Folge hatte und Preußen unabhängig von Oesterreich machte und es an die Spitze der deutschen Staaten stellte. Diese erfolgreiche Bismarcksche Politik ermöglichte die großen Erfolge von 1870=71 und die Errichtung des deutschen Reiches. Die Rede, welche mit einem 3fachen Hoch auf das Vaterland schloß, fand stürmischen Beifall und brausend klang es durch denSaal:„Deutschland, Deutschland über alles.“ Auch der Gesangverein trug der allgemeinen Stimmung Rechnung mit dem wuchtigen Liede:„Wir Deutschen fürchten Gott“. Auch der weitere Verlauf des Abends war ein recht schöner. Gute Konzertvorträge wechselten mit hübschen Liederdarbietungen, gemeinsamen Gesängen und humoristischen Vorträgen des Schreinermeisters Stork. So nahm der Abend einen für alle Teile gleich angenehmen und befriedigenden Verlauf, auf den die Veranstalter mit Recht stolz sein dürfen. Christl. Gewerkschaftskartell. * Am Sonntag fand im Kolpinghause hierselbst die erste Generalversamlung des Bezirkskartells der christl. Gewerkschaften Bochum=Wattenscheid=Gelsenkirchen statt. Nach Eröffnung durch den Vorsitzenden Schug=Gelsenkirchen, erstattete Kartellsekretär Nick den Kassen= und Geschäftsbericht. Demselben entnehmen wir folgendes: Die Einnahmen betrugen in der Zeit vom 1. Okt. bis 31. Dez. v. J. 2225,44 Mk., die Ausgaben 1244,93 Mk., sodaß am 31. Dez. 1912 ein Kassenbestand von 980,93 Mk. vorhanden war. Weiter wird uns berichtet: Der Geschäftsbericht zeugt von der emsigen Tätigkeit, welche im Kartell entfaltet wurde. An sozialen Wahlen wurden in der Berichtszeit 11 getätigt, welche mit Ausnahme der Gewerbegerichtswahl in Bochum alle zu Gunsten der christlichen Gewerkschaften durchgeführt wurden. Im Bereich des Bezirkskartells sind in den sozialen Institutionen insge— 1— 8 * K samt 1042 Krankenkassen=, Vorstands= und Ausschußmitglieder, 32 Gewerbegerichtsbeisitzer, 19 Beisitzer an den Versicherungsämtern 8 an den Obersicherungs= und zwei Mitglieder in dem Ausschuß der Landesversicherungs=Anstalt tätig. An Neugründungen bezue. Errichtung von neuen Zahlstellen wurden 4 im Bezirk vorgenommen. Zur Bildung und Schulung der Mitglieder wurden in der Berichtszeit 3 Unterrichtskurse und 4 Volksunterhaltungsabende, sowie auf 3 Stellen im Bezirk sozialstudentische Unterrichtskurse abgehalten, die alle sehr gut besucht waren, ein Zeichen, daß bei den Mitgliedern das Streben nach Weiterbildung in hohem Maße vorhanden ist. Mit den Konfessionellen Vereinen wurde auch, wie stets, ein gutes Verhältnis unterhalten. Die gegenseitige Unterstützung brachte für beide Organisationen bei mancher Gelegenheiten nennenswerte Erfolge. Den Glanzpunkt der Tagung bildete das Referat des Gewertschaftssekretärs SchikBochum, über„Die gewerkschaftlichen Strömungen der letzten Zeit. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten fand die so anregende erste Generalversammlung gegen 7 Uhr mit einem Hoch auf die christl. Gewerkschaften ihr Ende. Eichstelle in Wattenscheid. * Wie der Bürgermeister Wibberding in der heutigen Rummer bekanntgibt, findet der 1. Eichtag in Wattenscheid am 14. April statt. Da im Eichwesen durchgreifende Aenderungen zu verzeichnen sind, sei die Bekanntmachung der Beachtung aller Gewerbetreiben empfohlen. 7. April 1813. * Friedrich Wilhelm richtet einen Ausrn„an die Bewohner der ehemaligen durch den Frieden von Tilsit abgetretenen preußischen Provinzen.“ Nicht mein freier Wille oder eure Schuld riß euch, meine vormals so geliebten und getreuen Untertanen, von meinem Vaterherzen. Die Macht des Verhängnisses führte den Frieden von Tilsit herbei, der uns gewaltsam trennte. Aber selbst dieser, sowie alle später mit Frankreich geschlossenen Verträge wurden von unseren Feinden gebrochen. Sie selbst haben durch ihre Treulosigkeit uns unserer lästigen Verbindung mit ihnen entledigt und Gott hat durch die Siege unserer mächtigen Bundesgenossen die Freiheit Deutschlands vorbereitet. Auch ihr se von dem Augenblicke an, da mein treues Volk für mich, für sich selbst und für euch die Waffen ergreist, nicht mehr an den erzwungenen Eid gebunden, der euch an eure neuen Herrscher knüpfte. An euch richte ich also die nämlichen Worte, die ich über die Veranlassung und den Zweck des Krieges zu meinem geliebten Volke sprach. Ergreift das Schwert, bilde eure Landwehr und euren Landsturm nach dem Beis eurer hochherzigen Brüder, die ich mit gerechtem Stolze meine Untertanen nenne.“ In ganz Preuten und in der Mark verfehlte dieser Aufruf seine Wirkung nicht Kathol. Fürsorgeverein. * Dienstag, 8. April, nachmittags 6 Uhr findet eine kombinierte Versammlung des Frauen= und Mannerfürsorgevereins im Kolpinghause statt. Professor Westkamp Landtagskandidat. * Die Zentrumspartei des Wahlkreisos Bechum hat an Stelle des bisherigen Landtagsabg. Bartscher, dem ein sicherer Wahlkreis vorbehalten werden soll, den Professor Weskamp aus Dorsten als Kandidaten für die Landtagswahi aufgestellt. Kandidat der Nationalli beralen für den Wahlkreis Bochum Herne ist bekanntlich Bergwerks=Direktor Bergassessor Althoff=Watten= scheid von Zeche Centrum. Dr. Weskamp war, wie noch erinnerlich, bei der letzten Reichstagswahl Kandidat der Zentrumspartei für unseren Wahlkreis. Unterhaltungsabend der Gruben= und Fabrikbeamten. * Der deutsche Gruben= und Fabrikbeamten=Verband (Zweigverein Wattenscheid), welcher in letzten Zeit wiederholt mit geselligen Veranstattungen an die Oeffentlichkeit getreten ist, hatte für gestern wiederum im Kaisersaal(Koch) einen Unterhaltungsavend arrangiert. Welch' großen Anklang diese Veranstaltungen finden, bewies der überaus zahlreiche Besuch, der so stark war, daß der große Saal bis auf den letzten Platz b.setzt war. Der Vorsitzende des hiesigen Zweigverenns, Schichtmeister König, hieß alle Erschienenen herzlich willkommen, besonders die beiden Mitglieder des Bun desvorstandes Adler und Römer, worauf der letztere das Wort ergriff. Er erinnerte an die glorreiche Zeit vor 100 Jahren und an den wirtschaftlichen Ausschwung Deutschiands, um dann den Wert der Organisation zu schildern und die Anwesenden zu bitten, im eigenen Interesse den Verband der Gruben= und Hültenbeamten zu unterstützen. Im Mittelpunkte des Interesses stand der Lichtbildervortrag des Marineschriftstellers Jakobs=Mülheim über unsere Marine. In zahlreichen, scharfen Bildern zeigte er die Kriegshafen, die großen Schlachtschiffe; Kreuzer und Torpedoboo##e, sowie deren Einrichtung und Ausrüftung, ferner die Schiffe im Gefecht, sowie das Leben und Treiben unserer blauen Jungen an Bord. Besonderen Wert erhielten die Vorführungen durch die eingehenden und interessanten Erläuterungen des Redners. Der Vortrag erntete rauschenden Beifall. Das Programm brachte weiter schöne Konzertvorträge, ausgeführt von der Tresselschen Kapelle aus Essen, gemeinsame Lieder und zum Schlusse ein Tanzkränzchen, das die Anwesenden noch mehrere Stunden in angeregter Stimmung beisammenhielt. Gesellenprüfung. * Donnerstag nachmittag fand im Restaurant Schlenkhoff die Gesellenprüfung des Schuhmacherlehrlings Wilhelm Sigulla statt. Als Prüfungsmeister fungierten die Schuhmachermeister Zengerling und Krug. Den Vorsitz führte Obermeister Blambeck. Lehrmeister ist Schuhmachermeister Treus. Der Prüfling bestand mit dem Prädikat: Sehr gut. Krieger=Verein Kaiser Wilhelm. * Der Krieger=Verein„Kaiser Wilhelm“ halle gestern im Restaurant Georg Koch seine monatliche Versammlung, die vom 1. Vorsitzenden Kickert eröffnet und geleitet wurde. Nach Verlesung des Protokolls der letzten Versammlung und Zahlung der Beiträge beschloß die Versammlung, die Beiträge zum Landeskriegerverband von 38 auf 68 Pfennig zu erhöhen. Zu dem am 21. Juli in Bielefeld stattfindenden Delegiertentag wurden der 2. Schriftführer Peter Fuchs und Peter Paulus als Delegierte gewählt. Aufgenommen wurde ein neues Mitglied. Gründungsfest der Harmonie. * Der gestrige Tag war in der Geschichte der israelitischen Kultusgemeinde ein bedeutsamer. War er doch ausersehen zu dem offiziellen Gründungsfest des jüdischen Jugendvereins Harmonie Wattenscheid. Das Fest nahm im großen Saale des Restaurants Th. Ahlmann bei außerordentlich gutem Besuch den schönsten Verlauf, ein Beweis, daß die zahlreiche jüdische Jugend sich aller Sympathien erfreut und daß die Leitung des jungen Vereins in besten Händen liegt. Auch wir bringen ihm unsere Wünsche dar und bedauern nur, den ausführlichen Festbericht wegen Raummangels bis morgen zurückstellen zu müssen. Dilettanten=Verein„Frohsinn“. * Der Dilettanten=Verein„Frohsinn"(Vereinslokal Restaurant Karl Hagedorn, Vors. Stiller,) veranstaltete gestern abend in der Kronenburg(Ludger Sonnenschein) einen großen Theaterabend. Zur Aufführung gelangte die Posse„Die beiden Reichenmüller“ von Anton Anno. Das Stück wurde vor einigen Wochen mit großem Erfolg bereits von dem Verein im Saale des Restaurateurs W. Recke aufgeführt. Auch gestern abend bot der Verein dem zahlreich erschienenen Publikum durch seine bekannt guten Leistungen einen genußreichen Abend. Das Stück wurde in bester Weise zur Vorführung gebracht. Es lagen besonders die Hauptrollen in guten Händen. Reicher wohlverdienter Beifall belohnte die Spieler nach jedem Akt für ihre ausgezeichneten Leistungen. Fußball=Wettspiel. Am gestrigen Sonntage standen sich die 1. Mannschaften des Ballspielvereins und der„Union"=Ueckendorf auf dem Sportplotz an der Lohrhaidestr. im letzten Meisterschafts=Wettspiele der B=Klasse gegenüber. Das Spiel endete mit 4:0 zu Gunsten der„Union"=Ueckendorf. Obduktion. * Die in einem Abort an der Wasserstraße aufgefundene Leiche eines neugeborenen Kindes wurde am Samstag nachmittag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft im hiesigen kath. Krankenhause obduziert. Die von dem Kreisarzt Dr. Schneider vorgenommene Obduktion hatte dem Vernehmen nach das Ergebnis, daß das Kind nach der Geburt gelebt hat. Ob die Aussage der in Haft befindlichen Mutter, daß ein Unfall vorliegt, zutreffend ist, bleibt noch festzustellen. Ballonfahrt. * Gestern vsrmittag 9,30 Uhr fand auf dem Hofe der Feuerwache„Rheinelbe“ eine Zusammenkunft der Führeranwärter des Vereins für Luftfahrt im Industriegebiet statt, wobei der Fahrtenwort, Apotheker Leimkugel, das Fectigmachen eines von einer Fahrt zurückgesand.en Bal lons praltisch vorführte. Es hatien sich zirka 40 Her ren eingefunden. Im Anschluß hieran wurden die be den Ballone„Essen" und„Leichlingen“ gefüllt und star teten beide zu gleicher Zeit um 12,15 Uhr. Während i Ballon„Leichlingen“ ein Herr zwecks Ablegung des Führer=Examens seine Alleinfahrt machle, nahmen im Bal lon„Essen“ 4 Herren Platz. Letzterer hielt sich mehr in den unteren Luftschichten, während Ballon„Leichlingen“ gleich beim Ausstieg eine enorme Höhe erreichte. Bei ruhigem Westwinde flagen beide ungefähr bis kurz vor Bochum, von wo Ballon„Leichlingen“ die Strecke genau wieder bis Rheinelbe zurücklegte. Von Wattenscheid war er dann ängere Zeit sehr gur zu sehen. Wahrscheinlich wurde er durch die Sonnenstrahlen nach und nach immer hoher gezogen, bis er enolich in den sich bilden den Wolken verschwand. Ballon„Essen“ sank nach dem Aufstieg dermaßen, daß die Bewohner des Aschenbruchs schon glaubten, er wolle landen, er kam jedoch wieder hoch und blieb ungefähr ¼ Stunden auf ein und derselben Stelle stehen, um danech seinen Kurs nach Süden zu nehmen. Ballon„Leichlingen“ landete um 2,30 Uhr sehr glatt bei Werne und Ballon„Essen“ am Spätnachmittag bei Hetterscheid bei Heiligenhaus. Ein jugendlicher Dieb. * Ein 13—14 Jahre alter Bursche entriß auf der Oststraße einem Kinde 5 Mark und entfloh damit in der Richtung nach Gelsenkirchen. Leider ist der vielversprechende Bursche entkommen. Verhaftungen. * Der Bergmann G. wurde festgenommen, da er sich in unsittlicher Absicht in eine Wohnung geschlichen haben sollte. — Ferner verhaftete die Polizei einen Bettler und führte ihn dem hiesigen Kgl. Amtsgericht vor. Kleine lokale Nachrichten. Samstag hatten wir den ganzen Tag einen heftigen Wind, der sich erst gegen Abend legte. Gestern war die Witterung erträglich. Der warme Sonnenschein wurde fleißig zu Spaziergängen in Gottes schöner Natur benutzt. Die letzte Nacht brachte geringen Regen. Verschiedene Nachrichten aus Höntrop. * Höntrop, 7. April. In der letzten Sitzung des evgl. Frauenvereins wurde beschlossen, einen Samariterkursus zu veranstalten. Uebungsstunden finden nachmittags 3.30 Uhr, Montags und Donnerstags statt. Während des Donnerstags fällt die Flickstunde aus.— Der Konfirmandenunterricht nimmt Dienstag, 8. ds. Mts. mittags 2 Uhr wieder seinen Anfang.— Unter allgemein großer Teilnahme der ganzen Bürgerschaft von Höntrop und Umgegend fand gestern die Beerdigung des auf so tragische Weise ums Leben gekommenen früheren Bäckergesellen Gottfried Reinhardt von hier statt. Um 3 Uhr bewegte sich der stattliche Zug vom elterlichen Hause, Schulstraße 88, zum evgl. Friedhofe in Westenfeld. Pfarrer Geck von hier vollzog die Grablegung und hielt eine zu Herzen gehende Ansprache. Den so schwergeprüften Eltern gebührt allgemeine Teilnahme. Krieger= und Landwehr=Verein Sevinghausen. y Sevinghausen, 7. April. Sehr zahlreich hatten sich gestern Nachmittag im Restaurant Thomas die Mitglieder des Krieger= und Landwehr=Vereins Sevinghausen zu der diesmonatlichen Versammlung eingefunden. Sie wurde durch den Vorsitzenden, Rechnungsführer Tegtmeier mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser eröffnet. Nach Zahlung der Beiträge gelangten wiederum 5 neue Mitglieder zur Aufnahme, sodaß der Verein bald die Zahl 100 erreicht hat. Der Erhöhung der Bundesund Verbandsbeiträge von 38 Pfg. auf 68 Pfg wie vom Kreisverbandsvorstande vorgeschlagen, wurde debattenlos einstimmig zugestimmt. Nachdem der Vorsitzende sodann Bericht über den am 9. März stattgefundenen Theaterabend, der auch einen guten finanziellen Erfolg gezeitigt hat, erstattet hatte, wurde beschlossen, die Feier des 25 jährigen Regierungsjubiläums unseres Kaisers am 27. Juli festlich zu begehen, und zwar durch einen Fackelzug am Abend vorher, sowie durch Festzug Konzert, Theater und Ball. Zu dem Delegiertentage am 21. Juni in Bielefeld soll ein Mitglied des Vereins entsandt werden.— An dem Feste des Kriegerverbandes Wattenscheid, womit zugleich die Fahnenweihe der Artillerie=Vereinigung verbunden ist, wird der Verein am 29. Juni teilnehmen. Hiermit war die Tagesordnung erschopft und man ging zum gemütlichen Teil über, Ueberfall auf ein Auto.— Straßenraub. Freisenbruch, 7. April. In der Nähe der Wirtschaft Renzel von hier wurde von unbekannten Personen ein Automobil angehalten. Ein Raufbold verletzte den Chauffeur an der Hand. Die Täter sind noch nicht ermittelt. Hoffentlich werden sie dem Arm der Gerechtigkeit nicht entgehen.— Wie unvorsichtig manche Hausfrauen handeln, zeigt nachstehendes Vorkommnis. Die an der Bochumerstraße wohnhafte Wwe. C. hatte eine Pfanne, gefüllt mit Oel und Speck, auf das Feuer gesetzt. Als sie die Pfanne wieder abnehmen wollte, schlug ein kleines Flämmchen direkt in die Pfanne. Im selben Augenblick stand die Stube in hellen Flammen. Die Frau nahm alsdann ein nasses Tuch und warf es in den Herd des Feuers. Eine dichte Rauchwolke erfüllte im Ru das sinlliner, ein lauter Knall, der das Haus erschütterte und das Klirren der Fensterscheiben, welche zetzt in tausend Stücken auf der Straße lagen, waren das Werk von einigen Sekunden. Dieser Vorfall zeigt, daß Vorsicht bei ähnlichen Anlässen am Platze ist. Jahrhundertfeier in Günnigfeld. * Günnigfeld, 7. April. Zur Beratung einer gemeinsamen Jahrhundertfeier in unserer Gemeinde hatten sich die Vorstände von 17 Vereinen im Parkrestaurant zusammengefunden zu einer Beratung, welche von Betriebsführer Schulz, dem Vorsitzenden des hiesigen Kriegervereins geleitet wurde. Nach längerer Ansprache wurde beschlossen, die Feier am Samstag, den 28. Juni zu veranstalten. Es soll zunächst ein großer Fackelzug stattfinden, worauf dann die Teilnehmer sich in den Darenrechtschen Saal begeben, wo die Feier durch Ansprache und Konzert fortgesetzt wird. 25 Jahre kath. Arbeiter Verein Günnigfeld. * Günnigfeld, 7. April. Der Sankt Josef=Arbeiterverein kann am 8. Juni auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Es werden umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um das Fest würdig begehen zu können. Unnatürliche Mutter. * Kray, 7. April. Fistgenommen wurde die Ehefrau des Bergmanns F., weil sie ihr drei Monaie altes Kind hilflos liegen gelassen hatte, sodaß es am nächsten Morgen tot aufgefunden wurde. Furchtbarer Selbstmordversuch. * Gelsenkirchen, 7. April. Eheliche Zwistigkeiten trieben die Ehefrau Ignaz Solobodowski, Heide' straße 32, zu einem entsetzlichen Selbstmordversuch. Die Bedauernswerte übergoß sich in ihrer Wohnung mit Petroleum und steckte ihre Kleider in Brand. Glücklicher weise konnten die Flammen noch erstickt werden, immerhin sind die Verbrennungen der Lebensmüden an Armen, Brust und Kopf sehr bedenklich. Neues Werk in Aeckendorf. * Gelsenkirchen, 7. April. Die Firma Markmann & Moll G. m. b. H. beabsichtigt auf dem Grundstück bei der Ziegelei Bockemühl an der Wattenscheider Grenze zu Ueckendorf 2 Fallwerke mit Windhäusern zu errichten. Die Beschreibungen, Zeichnungen und Pläne liegen auf dem Stadtausschußbureau, Zimmer 32 zur Einsicht aus. Zur Erörterung etwaiger Einwendungen wird Termin vor dem zum Kommissar des Stadtausschusses ernannten Regierungsassessor Dr. Gaertner auf Dienstag, 22. April d. J., 11 Uhr, Ahstraße Nr. 22a Zimmer 12 anberaumt. Die Vergrößerung des Werkes ist freudig zu begrüßen. Sie ist derart, daß 60 neue Arbeiter eingestellt werden. Der Gesamtbetrieb steht unter Leitung seines Besitzers, des Kaufmanns Herm. Hütter. Direktor Buddeberg tot aufgefunden. * Gelsenkirchen, 6. April. Gestern abend wurde der stellvertretende Direktor der Gelsenkirchener Bergwerks=Aktien=Gesellschaft, W. Buddeberg, in Wanne in einem Zuge tot aufgefunden. Er ist anscheinend infolge Schlaganfalls gestorben. Der Verschiedene war auf der Rückkehr von einer Dienstreise aus Kamen. Er ist 64 Jahre alt geworden und war Leiter der Materialienabteilung von Rheinelbe. Das Werk widmet dem Verblichenen, der zu der Entwickelung des großen Unternehmens in hervorragender Weise beigetragen hat, einen warm empfundenen Nachruf. K 13 Vermischtes. Der moderne Damenkragen. Die Mode, die„im Kleinen groß ist“, legt m't klu gem Verständnis ihrer Wirkung auf Nüancen besonderen Wert; denn eine scheinbar unauffällige Einzelheit verleiht der Toilette erst die charakteristische Note. So beschäftigt sie sich denn im Frühling besonders mit dem Kragen, denn durch ihn lassen sich die reizendsten Effekte erzielen, zumal, wenn die verbergende Pelzgarnitur verschwindet und ein leises Dekolletee sich wieder hervorwagt. Die diesjährige Mode hat mit dem hohen Kragen völlig gebrochen; sie läßt den Hals frei heroortreten, und zeichnet seine zarlen Konturen mit anmutigen Linien nach. In unzähligen reizenden Formen erschei nen die neuen Kragen, als Matrosenkragen, als leicht umgelegte Spitzenkragen, als Kragen, die in einen runden oder einen spitzen Ausschnitt auslausen. Auf Sp zenblusen erscheinen sie in Stickerei, Guipüre oder Spitze; für die gewöhnlichen Blusen und Kleider aber sind sie häufig aus möglichst starken Stoffen mit Stickereien in rumänischer oder bulgarischer Art gemacht und bieten mit ihren kräftigen Akzenten und ihrem derben Stoffe einen amüsanten Gegensatz zu dem reichen Material des Kleides. Eine Neuheit, die sehr gut steht, ist der hinten hochgehende Kragen, der den Nacken vorn ganz frei läßt. Andere Kragen haben weit nach vorn herabfaltende Enden und werden durch eine Samtschleife abgeschlosen. Die niedrigen, duftig losen Spitzenkragen eignen sich besonders für junge Mädchen, während die breiteren, sesten Tuchkragen dem Kopfe ein ruhigeres Relief verleihen. Lebertran und Tuberkulose. Lebertran galt zu allen Zeiten als ein Heilmittel gegen Skrophulose. Trotz seines unangenehmen Geruches und Geschmackes behält er immer seinen hervorragenden Platz in dem Arzneischatz des Arztes, und auch die moderne Heilmittelindustrie war nicht imstande, ihn zu verdrängen. Und doch ist bis auf den heutigen Tag noch niemandem gelungen, seine Wirkung genauer zu kennzeichnen. Es ist naheliegend, anzunehmen, daß dem Le bertran keine geheimnisvollen Wirkungen zukommen, sondern daß er lediglich ein Fett dorstellt, dessen Vorzüge einmal in seiner Heilwirkung, und dann in seiner leichten Aufnahmefähigkeit beruhen. Veranlassung, Fett zu verwenden, liegt bei der Tuberkulose vor. Den Aerzten war es schon lange bekannt, daß die Tuberkulose bei Kindern, welche vorwiegend von Stärkemehl=Prüparaten leben, viel ungünstiger verläust, als bei solchen, deren Nahrung eiweiß= und fettreich ist. Diese Erfahrung führte dann zu der einseitigen Anschauung, als ob Brot und Kartofsein den skrophulösen Kindern üverhaupt sch. d lich sei. Von allen Nahrungsbestandteilen ist das Fett das teuerste. Wo die Not zur Sparsamklit zwingt, tritt das Fett in der Nahrung zurück und wird durch Startepräparate ersetzt. In den ärmeren Schichten ist daher die Ernährung tuberkulöser Kinder unzweckmäßig. Man kann den Fehler korrigieren, indem man die Kohlehydrate einschränkt und die Nahrung durch eine Zugabe von Lebertran auf einen richtigen Fettgehalt bringt. So glaubt Prof. Czerny die guten Heilerfolge mit Lebextran erklären zu können, doch darf man nicht zu viel Lebertran geben, weil sonst die Kinder leicht Ausschläge bekommen. Doch vertragen manche Kinder bis 80 Gramm den Tag. Der älteste Liebesbrief der Welt. Einen Lievesorief, der auf die Tage des Patriarchen Abraham zurückgeht, veröffentlicht eine englische Zeitschrift als den ältesten Liebesbrief der Welt. Er ist ein Stück aus einer ganzen Reihe von Auszeichnungen und Dokumenten, die sein rzeit bei den Ausgrabungen unweit der babylonischen Stadt Sippas gesunden wurden. In der Entzifferung lautet das Schreiben:„Mit Diesem mache ich Bibia bekannt, was folgt: was mich angeht, Gimil Marduk, so mögen die Götter Samas und Mardu in meinem Namen Dir ein langes Leben schenken. Mit Diesem sende ich Kunde, um von Deinem Wohlergehen zu vernehmen; sende mir Botschaft, daß es Dir wohlergeht. Ich bin in Babylon und habe Dich nich gesehen, was mich sehr traurig macht. Sende mir Kunde, wie es Dir ergeht, auf daß ich mich freuen möge; Bedingungen über die von der Wattenscheider Zeitung gewährten Abonnenten=Vergünstigungen. A. Anfall-Vergünstigung Der Verlag der„Wartenscheider Zeitung", Firma Carl Busch zu Wattenscheid, Hüllerstraße 7, gewührt den Hintervliebenen von Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung“ unter den nachstehenden Bedingungen. kostenfrei eine Un fall=Vergünstigung in Höhe von 425 Mk. S 1. Wann soll ein Unfall zu dieser Begünstigung berechtigen? Wenn eine in Ausübuug des Berufes erlittene, unfreiwillige, plötzlich eintretende Körpervelietzung, vo auch immer und gleichviel ob über oder unter Tage erlitten, als die unmittelbare und ausschließliche Ursache des sofort oder innerhalb 30 Tagen nach dem Ereignisse eintretenden Todes bezeugt wird.— Nicht anspruchsberechtigt sind Unglücksfälle jeglicher Art, die außerhalb der Berufstätigkeit hereinbrechen, Todesfälle, herbeigefugrt durch Mobilmachung und Krieg, Anruhen oder Aufruht hinterlistigen Ueberfall und Schlägerei, durch nicht berusemäßige Schaustellungen; weiterhin Tod infolge Vergiftung Ertrinken, Schlag=, Kramps= und epileptische Anfälle, in olge Bruchleiden, Ersrleren uund Sonnenstich, ferner Tod infolge Ansteckung, innerer Erkrankung u. zu deren Heilung notwendiger, mit einem Berufsunfalle nicht im zusammenhange stehender Operationen. Ein Anspruch ist ausgeschlossen: a. wenn der Unfall in offenbarer Trinkenheit erlitten, durch eine ungehörige Handlung, durch grobe Jahr lässigkeit, durch Nichtachtung der für Leben und Gesundheit bestehenden gesetzlichen und polizeilichen Sicherheitsvorschriften selbst verschuldet ist, d. wenn ein anderer, dem die Schuld an dem Unglsicke beizumessen ist, wegen dieser Schuld Unterstützung an die Hinterbliebenen zu zahlen verpfsichtet ist S 2. Welche Bedingungen zu erfüllen sind. Als Abonnent der Zeitung gilt nur diejenige Perion bezw. das Glied einer Familie, auf dessen Namen die komme im Monat des Arachsamma. Meinethalben mögest Du ewig leben.“ Die höchste Brücke der Welt. In New=Jerzey hätt man augenblicklich Beratungen über den Bau einer Brücke ab, die die größte Hängebrücke der ganzen Welt werden dürfte. Sie soll NewJersey mit New=York verbinden und wird ungefähr 16 Millionen Mark kosten. Sie wird etwa 2800m lang und 70m breit sein und ungefähr 60m über dem HudsonFluß schweben. Die Stahltürme, von denen aus die Kabel gespannt werden, werden 200 Fuß hoch sein, also beinahe so hoch wie die höchsten Wolkenkratzer NewYorks. Die Hauptspannung der Brücke wird ungefähr 900m lang werden. Die neue Brücke soll ein Wunder der modernsten Technik und Ingenieurkunst werden. Zwei Fahrbahnen für Untergrundbahnen, zwei für oberirdische Bahnen und vier für Straßenbahnwagen, zwei 12m breite Wege für Fuhrwerke und zwei 27m breite Fußgängerwege sind im Bauprogramm eingeschlossen. Die neue Brücke wird höher stehen als irgendeine Brücke der Welt und wird an Länge nur von zwei Brücken, der Manhattan=Brücke über den East=River bei New=York, die 3300m lang ist, und der Tay-Brücke in Schottland, die 3600m lang ist, übertroffen werden. Das Land an beiden Ufern des Hudsons an der Stelle, die für den Bau ausersehen ist, liegt hoch, so daß die Zufahrten zur Brücke nur kurz zu sein brauchen. Vom lustigen John Bull. „Warum haben Sie benn die Dame eben so„geschnitten"? Als wir ihr gestern begegneten, begrüßten Sie sie doch so außerordentlich herzlich?“„Ach, das ist meine Schneiderin, und heute früh habe ich ihr ihre Rechnung bezahlt!“— Ein Glück.„Ich höre, Ihr Sohn hat sich in der Schule das Bein gebrochen?"„Ja, es ist wirklich ein Glück.“„Ein Glück?“„Gewiß doch. Er kommt sicher nicht wieder aus dem Krankenhaus ehe die Fußballsaison vorbei ist.“— Ihre Sorge. Die Szene spielt in einer Villa zur Frühstückszeit. Katain Smith liest in der Zeitung die neuesten Nachrichten über die Kriegsangst. „Hal“ sagt er mit grimmiger Freude,„ich rieche Pulver in der Luft! Jetzt werden wir Freiwilligen doch mal ernste Arbeit zu tun bekommen.“ Frau Smith in höchstem Entsetzen:„Oh, Charles, hältst du es nicht für besser..“ Katain Smith:„Was? Ich! Den Abschied nehmen?! Niemals!“ Frau Smith:„Ach, nicht doch, Lieber, den Abschied brauchst du nicht zu nehmen, aber du solltest nachsehen, ob die Lebensversicherung in Ordnung ist....“ Staats-Erbgesetz. Der Regierungsenwue über das Erbrecht des Staa tes begelstert„Caliban“ im„Tag“ zu folgendem Poem: „Es war ein König in Thule, Gar treu bis an sein Grav, (Man sieht schon: alte Schule!), Der kratzte endlich ab. Und als er kam zu sterben, Zählt' er die Städte des Staats, Gönnt alles seinem Erben (Verwandtschaft vierten Grads!) Wohl freut sich solcher Treue Der Erbe beim Becher Weins, Da traf sein Blick das neue Reichserbgesetz,§ 1. Der Erbe fiel vom Stuhle, Er japste nicht noch mal. Das ganze Königreich Thule Kam an den deutschen Fiskal. Aus dem Leben eines großen Philosophen. Herkert Spencer, der beruhmie englische Philosoph, hat in seinem Leben erfahren müssen, daß selbst die bedeutendsten philosophischen Werke nicht imstande sind, ihren Urheber auch nur kümmerlich zu ernähren; bei seinen ersten großen Werken mußte er selbst die Druckkosten bezahlen, und das Erscheinen dieser Bücher hat ihm nicht nur keine Einnahmen gebracht, sondern gegen 24·000 Mark gekostet, die er aus seiner Tasche bezahlen mußte. Bezugsquittung lautet. Wer sich für seine Hintervliebenen den Genuß der Unfallvergünstigung sichern will, hat 1. den von der Geschäftsstelle zu fordernden Annieldezettel genau auszufüllen, mit der eigenhändigen Unterschrift zu versehen und der Geschaftsstelle zuzustellen, worauf seitens des Verlags die Eintragung in die Nutznießer=Liste und die Zusendung des Nutz= nieß=Scheines erfolgt, der im Besitze des AAbonnen. ten bleiben und bei Anmeldung des Unfalles vorgelegt werden muß. 2. die fällige Bezugsquittung, auch ohne etwa rrwariete Aufforderung im voraus, spätestens aber is zum 15. des Monats einzulösen und die eweils letzte aufzubewahren, 3. sich bei einem nicht sogleich tödlichen Unsalle sofort in Behandlung eines Arztes zu begeben und deisen Anordnungen zu befolgen. Wer d'ese Bedingungen nicht erfüllt, hat keinen Anspruch auf Zahlung des Unfallgeldes. S 3. Wie hoch beläuft sich das Unfallgeld? Das unsallgeld wiro für die Hinterb##ebenen des Verunglückten auf den Betrag von 425 Mk. festgesetzt Wenn aber von ein und demselben Unglücksereignisse mehr als 3 begünstigte Abonnenten betroffen werden, so wird als Höchstbetrag die Summe von 1000 Mk. ausgezahlt und gleichmäßig unter die Berechtigten verteilt. S 4. Wann und wie der Unfall anzumelden ist. Jeder Unfaul, fur den Anspruch erhoben wird, isi von dem Beschädigten bez v. dem Rechtsnachfolger des tödlich Verungludten spätestens innerhalb 3 Tagen, von dem Zeitpunkte erlangter Kenntnis ab gerechnet, dem Verlage anzuzeigen, wohin neben dem Nutznieß=Scheine und der letzten Bezugsquittung auch weitere auf den Unfall bezügliche Auskünfte und Belege, welche etwa für erforder lich erachtet werden, spätestens innerhalb 8 Tagen einzureichen sind. Jnsbesondere ist der Nachweis zu fuhren, daß der Verunglückte, bis zum Augenblicke des Ereignis ses gerechnet, seit mindestens einem vollen Monat un unterbrochen Bezieher der„Walrenscheider Zeitung“ wai und auch die letztfällige Bezugsquittung rechtzeitig einge löst hat. Nicht ohne Grund wurde der dittere Witz gemacht: „Wenn man hundert Personen vor die Wahl stellt, entweder einen Löffel Rizinusöl zu nehmen oder ein Kapitel von Spencers„Prinzipien“ zu lesen, so werden sich 99 für das Rizinusöl entscheiden.“ Im Jahre 1865, so wird in einem italienischen Blatte ausgeführt, waren die mit der Veröffentlichung seiner Schriften verknüpften Unkosten so angewachsen, daß Spencer den Entschluü faßte, die weitere Veröffentlichung seiner Schriften einzustellen. Zu jener Zeit überraschte ihn ein Geschenk einer Gruppe amerikanischer Verehrer, die dem großen Philosophen eine prachtvolle goldene Uhr mit eingravierter Widmung überreichen ließen und dies Geschenk außerdem noch mit einer Barsumme von 30 000 Mark begleiteten. Der Denker nahm die Uhr an, lehnte aber das Geld ab. Aber die Amerikaner ließen sich nicht abweisen, sie deponierten die Summe auf den Namen Spencer bei einer Bank, und schließlich entschloß sich der Philosoph doch zur Annahme dieses Geschenkes, er verwendete das Geld für die Veröffentlichung seiner weiteren Werke. Dabei war dieser philosophische Denker keineswegs einer jener Stubengelehrten, die sich der Laie unter einem Philosophen vorstellt; er war ein Anhänger körperlicher Uebungen und Anstrengungen, hatte sein Leben streng geordnet und pflegte stets in bestimmten Zwischenräumen die geistige Arbeit durch körperliche Uebungen zu un erbrechen. Er ruderte gern, war ein begeisterter Angler, und auch die Freuden des Billardspiels genoß er gerne. Ehe er sich nach Brigthon ans Meer zurückzog, pflegte er alljährlich einige Monate in Schottland zu verbringen; in London war er stets ein Fremder, und manche Züge seines Wesens näherten ihn sogar der Stellung eines Sonderlings. Gegen alle öffentliche Ehrungen hatte er eine unüberwindliche Abneigung. Er wies die Pairswürde zurück; als nach dem Tode Emersons die Pariser Akademie ihn zum Korrepondenten erwählen wollte, lehnte er wiederum ab; und als der deutsche Kaiser die Absicht hegte, den groten englischen Philosophen mit dem pour le merite=Orden auszuzeichnen, wiederholte sich dasselbe. Wie Kant aß er stets allein und konnte es nicht vertragen, wenn er während der Mahlzeit gestört und angesprochen wurde. Der Bürokrat tut seine Pflicht... Die größte Verehrung von allen Heiligen genoß von jeher der— Heilige Bürokratius und dies sogar in den alleraufgeklärtesten und freiheitlichsten Staaten. So erzählt eine Pariser Zeitung eine charakteristische kleine Anekdote aus der Zeit der Revolution, als noch die„graue Eminenz“. Rane Bürgermeister war, derselbe Ranc, dessen Denkmal kürzlich mit großem Pomp feierlichst enthüllt wurde. Es war an einem Abend in der Rue Drouot in Paris; die Menge tobte; sie wollte wissen, wie eine Schlacht ausgegangen sei und kaum vermochte ein Kordon der Nationalgarde die Wütenden im Zaume zu halten. Auf der Straße befand sich auch Ranc. Er ging sittsam seines Weges; doch als er an den Kordon kam, wollte man ihn nicht passieren lassen. „Ohne die Erlaubnis des Bürgermeisters—— unmöglich!!“ „Aber das bin ich ja selber!!“ „Möglich gab der Offizier achselzuckend zur Antwort, „aber Unterschrift ist Unterschrift: haben Sie einen Passierschein von Herrn Ranc?“ Da zog der Bürgermeister sein Notizbuch aus der Tasche, riß ein Blatt heraus, schrieb darauf:„Lassen Sie mich durch! Ranc, Bürgermeister.“ und anstandslos konnte er seinen Weg fortsetzen. Die dicke Dame. Klara:„Herr Kassel versuchte, mir seinen Arm um die Taille zu legen.“— Emma:„Konnte er ihn nicht herumbekommen?“ Auch der hartnäckigste Husten hält den erprobten Wybert-Tableiten nicht stand, so steht in einem der zahlreichen Zeugnisse über dieses ausgezeichnete Mittel zu lesen. Wer irgend zu Erkältung neigt, viel zu sprechen hat, seinen Hals schonen muß, läßt sie nie ausgehen und nimmt sie regelmäß g, wobei er immer von neuem ihre erkrischende und wohltuende Wirkung verspürt. Die Schachtel kostet in allen Apotheken und Drogerien 1 Mark. Niederlage in Wattenscheid: Germania-Apotheke, Hochstr. 54, Drogerie C. Berghaus, Ostsir 22. Wann und an wen wird gezahlt. Die Auszuylung des Unfallgeldes erfolgt sogleich nach Anerkenntnis des Anspruchs bei der Kasse des Geschäftes an den nächsten Erbberechtigten. Wenn eine Frau und auch Kinder nicht vorhanden sind, erfolgt die Auszahlung an die Eltern, und schließlich an die Geschwister des Verunglückten, jedoch nur in dem Falle, daß er zur Zeit des Unfalls der Ernährer der Eltern, bezw. der Geschwister war. Der Nachweis, daß ein Anrecht vorliegt, iegt dem Ansprucherhebenden ob; wer 8 Tage nach dem Todesfall seinen Anspruch nicht angemeldet hat, geht desselben verlustig.— Falls unter den Hinterbliebenen Streit hinsichtlich des Anrechtes entsteht, soll die Entscheidung unter Auss hluß des Rechtsweges durch einen von dem Verlage der„Wattenscheider Zeitung" zu bestimmenden hiesigen Rechtsanwalt erfolgen. Die Kosten dieser Entscheidung trägt der unterliegende Teil; sollten sie nicht beizutretben sein, werden sie von dem Verlage vorgelegt und von dem Unsallgelde in Abzug gebracht. Für den Fall, daß das Anrecht auf das Unfallgeld vom Verlage abgelehnt und der Anspruch Erhebende im Rechte zu sein glaubt, soll zum Zwecke einer chleunigeund bitligen Erledigung ein aus 2 Juristen bestehendes Schiedsgericht entscheiden, zu dem der Verlag und der Anspruch Erhebende je ein Mitglied zu bestimmen haben. Können diese beiden sich nicht einigen, so wählen sie einen Obmann und entscheiden mit diesem nach Stimmenmehrheit. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen; die Kosten fallen der unterliegenden Partei zur Last. § 6. Sofern Ergänzungen oder Aenderungen dieser Bestimmungen vorgenommen werden, wozu der Verlag be#echtigt ist, treten diese in Kraft mit Beginn des Monats, der auf den Tag der Veröffentlichung in der„Wattenscheider Zeitung“ folgt. B. Anzeigen-Vergünstigung.(A.-B.) Vom 1. Oktober 1909 ab haben alle Abonnenten der „Wattens heider Zeitung" bei kleineren Anzeigen(Wohnungsgestichen und Vermietungen, Arbeitsmarkt) auf ein Inserat 3 Zeilen kostenfrei, wenn bei Aufgabe die Quittung für den laufenden Monat eingereicht wird. Wattenscheid, den 30. Dezember 1911. der„Wattenscheider Zeitung“ Carl Busch. K das neuzeitliche Volksgetränk 1r In tiefer Trauer geben wir Kenntnis von dem gestern Abend ganz unerwartet in Folge Schlaganfalles erfogten Ableben des Herrn Direktor WIllteln Bädderu8 Der Verblichene gehörte seit 1874 der Verwaltung und seit 1894 dem Vorstand unserer Gesellschaft an. Mit unermüdlichem Fleiss und aufopfernder Hingabe hat er seine ganze Arbeitskraft unserm Unternehmen gewidmet und zu dessen Entwickelung für seinen Teil beigetragen. Wir werden dem Dahingeschiedenen ein dauerndes ehrendes Andenken Rheinelbe-Gelsenkirchen, den 6. April 1913. der Der gwerns Mition deschschafe Die diesjährige Frühjahrssperrzeit für Tauben ist auf die Zeit vom 1. April bis 1. Juni festgesetzt worden. Gelsenkirchen, 31. März 1913 Königl. Landrat. I. V. gez. Stobbe, Reg.=Ass. Wattenscheid, 4. April 1913. Bürgermeister. Wibberding. Täglich frischen Welbkalx auf Lager. Lehmkuhl& Vorchard. Gelsenkirchen. Gefunden wurde in der Gemeinde Günnigfeld ein Fahrrad. Eigentumsansprüche sind im hiesig. Amtshause, Zimmer Nr. 1, geltend zu machen. Wattenscheid, 4. April 1913. Der Amtmann: Emisch. Gelegenheitskäufe in Schreib., Rechen= u. Copier maschinen billig. Miete. Teilzahlung G. Mönnigfeld. Bochum FPTgmontiu- RocksBruteier zu verkaufen. Bochumerstraße 164. Billig. Billig. Zuckersüße Valensia Apfelsinen 10 Stück 22, 30, u. 45 Pfennig. Apfel 2 Pid 25 Pig.— Bananen Piund 80 Pig. Blumenkohl, schwere weiße Köpfe, 15, 20 u. 25 Pig. Ueckendorfer Obst- und Fischhalle. Hochstraße 44. für Wattenscheid(Weststr. u. alter Markt), für Gelsenkirchen Osterfeldstraße u. Höntrop(Kirche) sofort gesucht. H. Büthe, Vorstadtstraße. Ksssssssee Eichnebenstelle zu Wattenscheid. Mit dem 1. April dieses Jahres ist die hiesige Königliche Eichnebenstelle eingerichtet und dem Verkehr übergeben. Der erste Eichtag findet statt am 14. April 1913. Die Gewerbetreibenden, Kaufleute, Konsumvereine, Landwirte, welche regelmäßig Produkte ihrer landwirtschaftlichen Tätigkeit nach Maß oder Gewicht absetzen, Großhandlungen und Fabrikbetriebe, welche beim Einoder Verkauf die Ergebnisse von Wägungen oder Messungen einer Preisbestimmung zu Grunde legen, oder welche solche Ergebnisse für die Lohnberechnung der Arbeiter als maßgebend betrachten, haben hiermit Gelezenheit, ihre Meß= und Wiegegeräte, soweit sie zur sichstelle transportabel sind zur Nacheichung zu stellen. Im Hinblick auf die im nächsten Jahre stattfindende allgemeine periodische Nacheichung der Meß= und Wiegegeräte des kleingewerblichen Verkehrs dürfte es sich jedoch empfehlen, das die Gewerbetreibenden zu den Eichtagen in der Eichnebenstelle nur diejenigen Gegenstände einliefern, welche eine unkenntliche, nicht lesbare Eichstempelung aufweisen, oder welche schon äußerlich Zweifel in die Richtigkeit der Meß und Wiegeergebnisse als berechtigt erscheinen lassen, welche also bei einer rein polizeilichen Revision zu Beanstandungen Veranlassung bieten würden. Wattenscheid, den 5. April 1913. Der Bürgermeister Wibberding. Wir verkaufen morgen Dienstag aus frisch eintreffenden Zufuhren Ueckendorfer Obst- und Fischhalle, Hochstraße 44. Einige Parzellen Gartenland (am kath.Krankenhause gelegen) sind noch zu verpachten von N.& M. Köttgen,Hüllerstr. 1. Schöne rottannene Bohneustangen und Erbsreiser werden billig abgegeben. w. Nachtgal, am alten Markt. 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Es ist Yotal falscn, AUUVERAAUT wenn Sie denken, der findet nicht wegen Umzug statt. — Wer Schuhe haben muß, Wer Geld sparen muß, Wer billig kaufen muß, Der muß zu mir kommen, Sie finden unbedingt etwas passendes. Der muß zu Hochstraße 77. Aug. ChmielewSki kommen. Wattenscheid. Hochstraße 77. 1 gegründet 1868 4„—„—— (Gonon=I Auze! be8tuutut 4000(Nass efte Wechnichten) (Neueste Nachrichten.) in Stadt und Amt Wattenscheid, bevinghausen, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheid, Eiberg, Freisenbruch u. a. : Anzeigen pro Nonpareillezeile oder deren Raum 15 Pfg., auswärts i# : 20 Pfg., Reklamen 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Termin=; ; zusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort nach: : Erhalt der Rechnung.: 5036318800806800000000080000000000008000000000r000000000000000m 00000000 Die Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung" erhalten bei tödlichen Unfällen 425 Mk. Anfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungen Telegr.=Adr.: Zeitung. Telefon 181. Rotationsdruck und Verlag Carl Busch, verantw. Redakteur Vernhard Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln.: 8566. (General=Anzeiger.) Amtliches Blatt aller Behörden wpeziell für die Orte Wattenscheid, Gelsenkirchen=Ueckendorf, Leithe, Günnigfeld, Hordel, : Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet; : inkl. Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet; : 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche: : Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig).: Lauseusemeumnenseunsenermereneeunmatnatanemuntun Frankreich u. die Flottendemonstration Die französische Regierung hat sich lange gedreht und gewunden; sie wollte sich nicht gern an der Flottendemonstration gegen Montenegro beteiligen, offenbar mit Rücksicht auf Rußland, das zwar der Zugehörigkeit Skutaris zu Albanien zugestimmt hat, aber doch mit Rücksicht auf die Panslavisten und wohl auch auf den Anhang, den Montenegro am russischen Hofe hat, es vermeiden will, Farbe zu bekennen. Diese ablehnende Haltung gegen eine Beteiligung an der Flottendemonstration hat Frankreich auch nicht aufgegeben, als England sich anschickte, gemeinsam mit Oesterreich vorzugehen. Anders wurde die Sache erst, als die Nachricht kam, daß auch Deutschland und Italien teilnehmen würden,— nun wollte man anscheinend England nicht in der Gesellschaft des Dreibundes allein lassen. Derartige Motive sind überaus charakteristisch für die französische Politik. Sie hat von jeher das Bestreben gehabt, auf der einen Seite den Dreibund als in sich zerfallen, auf der anderen Seite die Tripleentente als geschlossene Phalanx hinzustellen. Man darf nicht vergessen, daß die französischen Kabinette für Zwecke der inneren Politik fortwährend Erfolge auf dem Gebiete der auswärtigen Politik oder den Schein solcher Erfolge benötigen. Die Art, wie der französische Entschluß, sich nunmehr doch zu beteiligen, mitgeteilt wird, ist außerordentlich charakteristisch. Die„Agence Havas“ veröffentlicht folgende Note: Nachdem die russische Regierung mitgeteilt, daß sie Frankreich und England an der Flottendemonstration beteiligt zu sehen wünsche, hat die Regierung der Republik beschlossen, an dieser feierlichen Betätigung des Willens Europas teilzunehmen. DerKommandant desEdgard Quinet, der nach Korfu entsandt worden war, hat infolgedessen Befehl erhalten, sich mit den Kommandanten der engl. Schiffe ins Einvernehmen zu setzen, um sich gemeinsam mit ihnen nach Antivari zu begeben.“ Also: die russische Regierung hat nicht etwa ein Mandat erteilt, was die französische Presse erhofft und die französische Regierung offenbar am liebsten gesehen hätte. Sie hat lediglich mitgeteilt, daß sie eine Beteiligung Frankreichs und Englands wünsche. Aber auch das ist doch wenigstens etwas. Abgeschwächt wird diese Mitteilung freilich, daß die französische Regierung im nächsten Satze die Flottendemonstration als eine feierliche Betätigung des Willens Europas charakterisiert. Eine feierliche Betätigung ist herzlich wenig, so eine Art Parade, eine offizielle Spazierfahrt. Hoffentlich gibt Nikita nach, damit nicht der feierliche Charakter dieser Spazierfahrt durch Kanonen unterstrichen werden muß, sonst würde die französische Regierung vielleicht entdecken, daß in diesem Falle der Kanonendonner dem Wesen der Feierlichkeit widerspricht. Auch der dritte Satz dieser Veröffentlichung ist nicht ohne Interesse. Der französische Kreuzer soll sich den englischen Schiffen anschließen. Frankreich legt wert darauf, die ententecordiale zu unterstreichen. Darin kommt das Motiv zur Geltung, das wohl zu dem französischen Entschluß der Beteiligung am meisten beigetragen: die englischen Schiffe sollen ja nicht zusammen mit dem Dreibunde demonstrieren. Wir können unserem Nachbarn das Vergnügen gönnen. Die gewisse Aengstlichkeit sowohl Rußland als dem Anscheine einer englischen Frontveränderung gegenüber zeigt Der Weg zur Höhe Ein Lebensbild von Frau Sutro=Schücking. 151.(Nachdruck verboten.) Sie war zu erschüttert, um sprechen zu können. Lange Minuten mögen für uns vergangen sein im heiligen Austausch überwältigender Empfindungen— bis Eugen sich jubelnd zwischen uns drängte. Glücklich, wie nur Kinder sein können, rief er mit stolzem Übermut: „Sagte ich dir nicht, liebe Mama, daß ich sicher den Papa finden würde? Und sieh, ich habe ihn dir selbst gebracht!" Sein glückliches Lachen und fröhliches Geplauder gaben uns endlich das geistige Gleichgewicht wieder. Meine erste Frage, die sich gewaltsam über meine Lippen drängte, lautete:„Aber wie ist es, Ottilie, mein Lieb, daß du mich nicht erkanntest?!“—„Ich sah dich nicht, Georg!“— „Du sahest mich nicht?“ entgegnete ich erstaunt,„und doch haftete dein Auge auf meinen Zügen! Die innere Bewegung muß deinen Blick umschleiert haben— oder bin ich gar so sehr verändert?“ Sie seufzte tief auf, erwiderte jedoch kein Wort. „Sag mir doch die Wahrheit, Lieb!“ lachte ich heiter, ihr Zögern einfach auf Rechnung ihres Zartgefühls setzend, das meine Eitelkeit schonen wollte. Allein es hatte einen anderen Grund.— Schonen wollte sie zwar, aber ein edleres Gefühl. Auf mein Drängen sprach sie noch einmal, diesesmal leiser wie zuvor:„Ich sah dich wirklich nicht, mein Freund!" „Aber, Kind— wie kam denn das eigentlich?“ Mit bebender Stimme fuhr sie langsam fort, nachdem ein tiefer Schauer sie durchrieselt hatte: „Und ich sehe dich auch jetzt nicht!“ Und doch lag jetzt ihr Auge auf mir. Aber still, glanzlos, leer— das Licht in ihm erloschen, ruhte es in dem von tiefster Erschütterung durchbebten Antlitz,— ein dunkler, unbewegter See im sturmgepeitschten Walde— unberührt vom Blitzstrahl oder Mitternachtsschwarz. VrgessertSie nicht, die Wattenscheider Zeitung zu abonnieren. Sie werden dann über alle aktuellen Ereignisse unterrichtet sein. Hauptvorzug der Wattenscheider Zeitung: Unerreicht interessanter, lokaler Tell. die Schwäche der französischen Politik, welche seit jeher so grodes Gewicht auf den Schein gelegt hat. Vermischtes. Memoiren über das Drama von Meyerling. Das geheimnisvolle Dunkel, das heute noch immer über dem Tode des Kronprinzen Rudolf von Oesterreich und der Gräfin Vetsera liegt, soll jetzt durch ein Buch gelichtet werden, das von einer an der Tragödie beteiligten Persönlichkeit herausgegeben wird. Die Gattin des Kammersängers Otto Brucks, die geschiedene Gräfin Marie Larisch v. Mönninch, eine Tochter des Herzogs Ludwig von Bayern und der Freifrau v. Wallersee geb. Mendel, die Nichte der ermordeten Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, hat ihre Memoiren geschrieben, in denen sie das Geheimnis von Meyerling enthüllt. Die Memoiren werden bei dem Londoner Verleger Eveleigh Nash unter dem Titel„Meine Vergangenheit“ erscheinen. Im Kapitel 9 schreibt die Verfasserin unter anderem: „Hiele Bersionen des Dramas von Meberling wurden verEin furchtbarer Schrecken packte mich an. Ich begriff jetzt endlich, warum sie mich nicht erkannt; aber mir war, als müsse sie es erst deutlich, ausführlich in Worte kleiden, ehe ich die grausige Wahrheit akzeptieren könne. Und ich sagte mit angsterfüllter Stimme: „Deine Augen sind wohl schwach, mein armes Kind? Doch Mut! Mit der Heilkraft der Wissenschaft und der Liebe will ich sie dir bald wieder herstellen.“ Und ich küßte sie innig dabei auf die beiden umflorten Sterne. Sie erwiderte kein Wort, sondern lächelte nur sehr schmerzlich. Eugen aber, dem Kinde, dem nichts entging, gefiel diese meine Versicherung, und indem er vertrauensvoll zu mir aufblickte, rief er:„Siehst du, Papa, das habe ich der Mama auch immer versprochen, wenn sie weinte und so mutlos war, daß du sie dennoch heilen würdest, sobald wir in Amerika seien, wenn auch die dummen Arzte in Deutschland sagen, sie sei unheilbar erblindet!“ *** * „Unheilbar erblindet?" unterbrach auffahrend in der Erregung tiefsten Mitgefühls Dr. Warren den Erzähler hier und setzte dann fast ungeduldig hinzu:„Der Junge sagte doch nicht die Wahrheit, Doktor?“ „Eugen log niemals!“ erwiderte dieser düster,„und auch in diesem Falle hatte er leider recht.“ Dann schwieg er, in dumpfes Brüten versunken, für längere Zeit. „Armer Mann!“ murmelte Warren unwillkürlich, „bei Gott, das war härter wie alles andere!“ Und dann ergab auch er sich längere Zeit einem stillen Nachdenken über die unerforschliche Inkonsequenz des Schicksals gegen die Menschen. Endlich weckte ihn Zernowitz daraus plötzlich wieder auf, indem er fortfuhr: „Das Kind, mit einer Frühreife und Beobachtungsschärfe ausgestattet, die oft erschreckend war, schilberte mir später, was seine Mutter gelitten hatte. Unermüdlich in der Verfertigung feiner Handarbeiten, öffentlicht. Verschiedene Leute versicherten, sie allein würden die Wahrheit kennen. Sogenannte Augenzeugen gaben ihre Auffassung der Affäre, und ein ganzes Lügengewebe wurde um mich gewoben im Zusammenhang mit dem Tode meines Vetters, des Kronprinzen Rudolf und der Gräfin Vetsera. Bisher wies ich die gegen mich verbreiteten Verleumdungen als meiner unwürdig, nicht zurück. Aber da mein ältester Sohn in einem der Lügenbücher meinen angeblichen Anteil an dem Drama las, und da das Leben meiner Töchter dadurch verbittert wurde, so will ich nach vierundzwanzigjährigem Schweigen sprechen und der Welt die Wahrheit erzählen über das, was sich vor und nach der Tragödie von Meyerling ereignete.“(Kronprinz Rudolf, Erzherzog von Oesterreich, geb. 21. Aug. 1858 in Wien als einziger Sohn des Kaisers Franz Josef und der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, vermählte sich am 10. Mai 1881 mit der Prinzessin Stephanie von Belgien, Tochter des Königs Leopold 2. von Belgien. Aus dieser Ehe entsproß als einziges Kind die Erzherzogin Elisabeth, geb. am 2. Sept. 1883. Erzherzog Rudolf verstarb plötzlich am 30. Januar 1889 auf seinem Jagdschlößchen Meyerling bei österr. Baden auf tragische, bisher nicht ganz aufgeklärte Weise. Die Broschüre seiner Cousine, der Gräfin Larisch, soll nun Aufklärung über diese sensationelle Tragödie bringen. D. Red.) Der erste Zylinderhut. Nach Londoner Zeitungen i stder 29. März der Hundertjahrestag der Einführung des Zylinderhutes gewesen. Eigentlich soll er aber schon viel früher aufgekommen sein; es wird insbesondere an einem Gemälde von Antonello von Messina erinnert, das einen Kutscher darstellt, auf dessen Haupt sich eine Art Esse erhebt. Schriftliche sdarüber ist aus jener Zeit aber nicht vorhanden. Nach vorliegenden Urkunden wurde der erste richtige Zylinderhut in Europa und zwar in London am 15. Januar 1797 getragen. Ein Hutmacher namens Hetherington unternahm das Wagnis und wurde dafür arretiert. Beld war der Mann von einer johlenden und heulenden Menge umringt, wodurch die Polizei zum Einschreiten veranlaßt wurde. Auf der Polizeistation wurde folgendes Protokoll über den Vorfall aufgenommen:„Hetherington hatte auf dem Kopfe einen Bau so hoch und so glänzender Art, daß er ängstlichen Leuten Furcht einflößte. Der Anblick war so ungewöhnlich, daß mehrere Frauen in Ohnmacht fielen; Kinder heulten; Hunde bellten. In dem Gedränge wurde ein junger Mann umgerissen und ihm der Arm gebrochen.“ Es nützte dem erfinderischen Hutmacher nichts, daß er sich auf die englische Verfassung berief, wonach jeder Bürger des freien England eine Kopfbedeckung nach eigenem Geschmack tragen kann. Es wurde ihm bei Strafe von 1000 Mark untersagt, wieder so auf die Straße zu gehen.— Die Times, die damals viel wichtiger als Sprachrohr der öffentlichen Meinung war als jetzt, tadelte diese Verfügung und meinte, sie sei ein Irrtum.— Sie und der Hutmacher sollten recht behalten; es dauerte zwar noch bis zum Jahre 1813, ehe die„Esse“ sich wirklich einbürgerte, aber dieses geschah doch, ein Beweis dafür, wie lange Zeit mitunter hingehen muß, ehe selbst Dinge die später zu großem Erfolge gelangen, durchdringen. Gegenwärtig ist die Mode dem Zgäinderhute beranntuch nicht befonders günsig. die ihr den Lebensunterhalt verschaffen mußten, fingen endlich die nie sehr starken Augen schwächer und schwächer zu werden an, und als sie sich dieser Tatsache nicht mehr verschließen konnte, als der Verdienst kleiner und kleiner wurde und von mir nur trostlose Nachrichten einliefen, da vollendeten Tränen der Mutlosigkeit und der Angst für die Zukunft schnell die gänzliche Zerstörung. Die Mittel, die sie und meine Schwester noch aufzufinden vermochten, waren für die Zuziehung berühmter Arzte in der Behandlung aufgegangen, solange noch Hoffnung auf teilweise Herstellung vorhanden. Als endlich das Schwerste kam und sie zu hoffen aufhören mußte, da brach der jahrelange Ertragungsmut zusammen. Nichts, als der Wunsch, zu mir zu kommen, belebte noch ihre Seele, und was sie so standhaft bis dahin ertragen, die Trennung von mir— sie wollte und konnte sie nicht länger aushalten. Ihre Opferfähigkeit hatte ausgereicht in Entbehrung, Not und Drangsal—— für Krankheit und Dunkel, die ihr alles genommen, hatte sie keine mehr vorgefunden. Darum war sie gekommen, ohne meinen Ruf abzuwarten, wohl wissend, daß ich selbst jetzt schreckenlos die Barriere zwischen uns vernichtet haben würde. Und rücksichtsvoll noch im tiefsten Weh, kam sie schnell, ehe ich von fremden Lippen die neue Heimsuchung erfahren konnte. O, wie ich mich vor ihr im Staube beugte, als ich das alles erfuhr, wie ich sie hochhielt in ihrem Märtyrertum! So hat nie ein Fanatiker vor seinem Heiligenbild gekniet— so hat kein Künstler sein Ideal, kein Dichter seine Muse hochverehrt, wie ich das arme Weib, dem Sorge die Jugend, dem Entsagung die Schönheit genommen und dessen Opfermut ihrer Lonten Gold zu Silbersäden verwandelt hatte! (Fortsetzung folgt.) 8— Relwstag. Berlin, 5. April. Am Tische des Bundesrats: Kühne. Einige Rechnungssachen werden erledigt. Sodann wird die 2. Lesung des Etats bei dem Etat für den Reichstag fortgesetzt. Ein Antrag Bassermann(natl.) fordert eine Abänderurng des Diätengesetzes dahin, daß den Abgeordneten freie Fahrt während der Dauer der Legislaturperiode gewährt wird.. Bisher galt die freie Fahrt nur für die Dauer der Session. Ein weiterer Antrag Bassermann fordert einen Gesetzentwurf, durch den die Wahlprüfungen einer gerichtlichen Behörde überwiesen werden.— Abg. Bassermann (natl.) begründet kurz seine Anträge. Die freie Fahrt während der Legislaturperiode sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Den Vorwurf der Benutzung der Freifahrkarten zu agitatorischen Zwecken soll man wirklich nicht mehr erheben. Abg. Stücklen(Soz.): Es wäre ein Armutszeugnis, wenn der Reichstag ein Recht, welches er hat, über die Gültigkeit der Mandate seiner Mitglieder selbst zu entscheiden, preisgeben würde. Schon im Jahre 1911 war man dem Gedanken seiner gerichtlichen Wahlprüfung sehr nahe. Wir Sozialdemokraten haben gewiß mit dem jetzigen Verfahren schlechte Erfahrungen gemacht, und doch lehnen wir ab, das Recht des Reichstages an eine gerichtliche Behörde abzutreten.— Abg. Dr. van Calker(natl.): Wir würden mit der Annahme der Resolution auf ein dem Reichstag zustehendes Recht verzichten. Wir haben allen Grund, unsere Rechte nicht zu mindern, sondern zu mehren und zu erhalten. Die Gründe, die uns zu der Resolution nicht eine ablehnende Stellung einnehmen lassen, sind die: Jetzt wird die Entscheidung über die Gültigkeit der Wahlen häufig nicht in der Kommission, sondern im Plenum verschleppt, oft bis zum Schluß der L gislaturperiode, und der Wähler hat Anspruch auf eine rech zeitige Entscheidung. Wenn nun die Wahlprüfungskommis sion einen Beschluß faßt und die Mitglieder ihn durch ihre terschrift decken,— daß das Plenum geeignet ist, seinerseits zu entscheiden, ob die Entscheidung der Kommission richtig ist, das verneine ich. Diese Frage wird im Parlament als eine Frage der Mehrheit entschieden, es ist eine Machtentscheidung. Alles in allem: das gerichtliche Urteil kommt ernstlich in Frage, aber welches Gericht?. Bis zur Errichtung eines Reichsverwaltungsgerichts halten wir zweckmäßig das Reichsgericht zur Entscheidungsinstanz über die Wahlprüfungen zu wählen.—Abg. Dove(Vp.): Namens meiner Freunde beantrage ich, die Resolution über die Freifahrkarten anzunehmen, dagegen die über die Wahlprüfungen der Geschäftsordnungskommission zu überweisen.— Abg. Spahn(Ztr.): Dem Antrag auf erweiterte Freifahrscheine kann das Zentrum zustimmen. Bei dem Antrag über die Wahlprüfungen ist doch wohl zu beachten, daß die Entscheidung nicht in der Kommission, sondern im Plenum getroffen wird. Der große Gesichtspunkt der Wahl ist doch die Sicherung der Wahlfreiheit und des Wahlgeheimnisses. Den Mißbrauch abzuschaffen, ist Sache des Reichstags. Durchihn nur ist es möglich, gewisse Verstöße als verwerflich zu bezeichnen und auszuschalten. Das Recht sollten wir nicht aus den Händen geben. Es handelt sich um eine rechtliche Frage. Bei den Entscheidungen des Reichstages ist von einer Machtfrage gar nicht die Rede. Das Verwaltungsgericht lehnen wir ab. — Abg. Dr. Arendt(Reichsp.): Dem Antrag bezüglich der Freifahrscheine stimmen wir zu. Er liegt auch im Interesse der verbündeten Regierungen und des Landes. Auch dem Wahlprüfungsantrag kann ich zustimmen. Die Wahlen müssen so schnell und unparteiisch wie möglich geprüft werden. Bisher wurden die Prüfungen durchaus parteilich behandelt. Abg. Neumann=Hofer(Vpt.): In dieser Legislaturperiode ist es mit der Wahlprüfungskommission besser geworden. Das ist dem Präsidenten zu danken, der dafür gesorgt hat, daß die Wahlprüfungsberichte möglichst bald an das Plenum gelangen.— Abg. Fischer=Berlin(Soz.): Wir Sozialdemokraten können unsere Rechte nicht preisgeben zugunsten einer Körperschaft, die kein Verständnis für unsere Weltanschauung hat. Solange wir nicht als politisch gleichberechtigt betrachtet werden, können wir die Entscheidung über unser Mandat nicht irgendwelchem Gericht überantworten.— Abg. Bernstein(Soz.): In England ist bei den liberalen Parteien die Unzufriedenheit über die Entscheidungen der Richter in Wahlprüfungen sehr groß.— Abg. van Calker (natl.): Der Reichstag soll nicht ausgeschaltet werden. Die Fragen können auch im Reichstage noch besprochen werden. So ist es auch in Elsaß=Lothringen.— Abg. Bernstein (Soz.): Wenn der Reichstag die Prüfung der Wahlen aus der Hand gibt, so begeht er Selbstmord.— Der Antrag Bassermann über die Wahlprüfungen geht an die Geschäftsordnungskommission. Der Antrag auf Freifahrkarten wird angenommen. Es folgt die Beratung des Kapitels des Etats des Reichsschatzamts, das die Veteranenbeihilfe betrifft. Es werden für diesen Zweck insgesamt 31 Millionen ausgeworfen. Schatzsekretär Kühn: Hier vor dem Plenum wiederhole ich ausdrücklich wie in der Budgetkommission, daß es in der Absicht der Regierung liegt, einen Gesetzentwurf, der die Bezüge der Kriegsteilnehmer in der Richtung der ausgesprochenen Wünsche neu regelt, dem Reichstage vorzulegen. Einen ganz bestimmten Termin kann ich noch nicht angeben. Aus dem gleichen Grunde möchte ich mir auch für heute versagen, nähere Mitteilungen über den Inhalt der gewünschten Gesetzesvorlage zu machen.— Prinz zu SchoenaichCarolath(natl.): Wir sind dem Staatssekretär sehr dankbar, daß er seine Erklärung aus der Budgetkommission hier wiederholt hat. Die Wünsche der Veteranen sind ja von allen Parteien des Hauses unterstützt worden und niemand hat sich bei der einstimmig gefaßten Resolution auf Besserstellung der Veteranen ausgeschlossen. Alle Parteien waren daher von der Erklärung in der Budgetkommission befriedigt. Hoffentlich wird bei Verabschiedung der Wehrvorlage diesem Wunsche Rechnung getragen. Im Auftrage meiner Freunde erkläre ich, daß wir unter allen Umständen darauf dringen, daß mit ihr zugleich auch eine Vorlage verbunden wird, die eine Besserstellung der Veteranen bezweckt. Wir müssen die Gelegenheit benutzen, um ihnen gerecht zu werden. Eine Erhöhung bis zu 150 Mark, das waren 7 bis 8 Millionen, werden wir bei unferem mehrfachen Milliardenetat wohl aufbringen können. Niemand wird dem widersprechen, daß die Veteranen heute absolut nicht mehr in der Lage sind, zu verdienen. Der Jüngste von ihnen dürfte etwa 62 Jahre alt sein, der Durchschnitt 66 bis 67 Jahre. In den vierzig Friedensjahren haben die meisten hart arbeiten müssen und kaum Gelegenheit gehabt, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Umsomehr ist eine Fürsorge nötig.— Abg. Schöpflein(Soz.): Es ist bedauerlich, daß man die Regierung immer wieder an ihre Pflicht gegenüber den Veteranen erinnern muß. halten steht im auffälligen Gegensatze zu den bombastischen Jubiläumsfeierlichkeiten dieses Jahres.— Reichsschatzsekretär Kühn: Jeder Fall einer unbefriedigenden Behandlung von Veteranen wird von uns geprüft. Wo es möglich ist, suchen wir Abhilfe zu schaffen. Auf Wunsch stellen wir Abgeordneten, die sich dafür interessieren, unser Aktenmaterial zur Verfügung. Ich habe heute nur vor dem Plenum das festlegen wollen, was ich gestern in der Kommission erklärt habe. Wenn ich heute gesagt habe, die Neuregelung solle sich in der Richtung der ausgesprochenen Wünsche bewegen, so ergibt sich wohl ohne weiteres, daß sie sich in der Richtung einer Erhöhung bewegt.(Zustimmung.) Abg. Baumann(Zentr.): Nur dürftige Veteranen dürfen die Beihilfe beanspruchen. Die Aufbesserung der Veteranenbezüge ist ein dringendes Bedürfnis.— Ein Vertagungsantrag wird angenommen. Montag erste Lesung der Wehr= und Deckungsvorlagen. Preußischer Abgeorduetenhaus. Berlin, 5. April. Am Ministertische: Kuliusminister von Trott zu Solz. Die Beratung des Kuituserats wird beim Kapitel„Universitäten“ fortgesetzt. Abg. Funck(Vp.): Die finanzielle Sicherheit für die Errichtung einer Universität in Franksurt=Main ist in aus reichndem Maße gegeben. Die Berührung der Stuo en mit finanziellen Kreisen in Großstädten halte ich nicht für schädlich, wie behauptet worden ist, sondern im Gegenteil für vorteilhaft. Wir hofsen, daß die S#ad. Frankfurt auch ohne finanzielle Beihilfe des Staates das loize Werk zur Durchführung und zum Gebeihen brin en werde. Abg. Heine(nil.): Der Gründung der Inelsität Frantzurt stehen wir freundlich gegenüber. ist rie Besorgnis nicht von der Hand zu weisen aß die kieineren Unlversitäten darunter zu leiden hab. verden. Eine andere Gesahr für diele besteht darin, da raunsichtlich in nicht langer Zeit auch in Hamburg ei iversität errichtet werden wiro. Abg. Graf Moltte t.) gibt der Befürch ung Ausoruck, oaß durch die For erung einer Universttät in Hamvurg die Un versität i b. nachleiligt werden könnte. Abg. Dr. v. Sa bigny(Zir.): Das Frauenstudium nimmt von Jah 1 Jahr zu. Man sollte daher auf die Frauen auei der Behandlung des wissenschaftlichen Stoffes Rü ht nehmen. Dr. Liebknechts Reoe wird die Empfin ungen aller Mitglieder des Hauses aufs schwerste veretzt haben. In keinem anderen Parlamente dürfte ei iedner sich so etwas herausnehmen. Er würde son von der Tribüne verschwinden. Herr Hofmann, es i ein undankbares Geschäft, sich auf dem Gebiete des Brül ens mit Ihnen zu messen! Erzieherische Maßnahmen den Sozialdemokra en gegenüber haben wir längst auf zegeben. Abg. Dr. Wagner=Breslau(freikons.): Wir können natürlich das Ausland von unseren Universitäten nicht absperren, aber an den technischen Hoch schulen muß unsere bisherige Ossenherzigkeit doch einer größeren Vorsicht weichen. Die Herren sehen uns unsre Künste ab und wir verlieren Exportgebiele. Minisie v. Trott zu Solz: Die Vorredner waren sehr genau informiert. Es sieht beinahe aus, als ob sie be sonders beeinflußt waren. Die Herren Prof.ssoren können des größten Wohlwollens versichert sein. Die Frank furter Universität ist finanziell durchaus gesichert. Die Hamburger Universität wird einen ganz spezifisch Ha burger Charakter tragen. Wir können Hamburg dazu nur beglückwünschen und fürchten keine Konkurrenz für preußische Anstalten. Die Kaiser=Wilhelm=Gesellschaft entwickelt sich sehr gut. Abg. Schmedding(Zentr.): Der Abg. Liebknecht hat u. a. auch die Universität zu Münster angegrifsen. Das erklärt sich daraus, daß für die Soziald.mokratie in Münster die Trauben zu hoch hängen. In dieser strengkatholischen Stadt hat die Sozialdemokratie überhaupt keinen Einfluß. Der Redner spricht dann ausführlich über den wünschenswerten Ausbau der Universität Münster. Unterstaatssekretär Michaelis: Wenn wir die Universität Münster durch die Schaffung einer medizinischen Fakultät ausbauen sollen, so muß die Provinz zuzahlen. Wir bemühen uns, einen geeigneten Mitielweg zu finden. Abg. v. Gescher(t.): Ein großer Teil des Vermögens dir alten Universijät Münster ist vor 100 Jahren nach Bonn abgeflossen, um die dortige Universität auszubauen. Wir wollen dagegen nichts sagen, da es sich um nationale Ziele han delte. Aber es ist in anbetracht dessen gerechtfertigt, wenn wir jetzt für Münster auch etwas vom Staate verlangen. Minister v. Trott zu Solz: Die Provinz Westfalen sowie die Stadt Münster müssen und sind auch bereit, einen angemessenen Beitrag zu zahlen. Unklar ist nur, was unter dem Begriff„angemessen“ in diesem Fal. zu verstehen ist. Wir werden uns aber einigen. Es is übrigens unzutreffend, daß der Fonds der alten Mün sterer Universität nach Bonn gegangen sei. Wir werden in den nächsten Etat voraussichtlich schon die erste Rate für den vollen Ausbau von Münster einstellen können. Abg. Frhr. Schenk zu Schweinsberg(kons.): Der Prosessor Jülicher in Marburg hat eine Broschüre geschrieben„Die Entmündigung der preußischen theologischen Fakultät". Das Selbstbestimmungsrecht der Fakultäten soll nicht so weit gehen, daß eine einzige Richtung zur Alleinherrschaft kommt. Die Fakultäten sind nicht um ihrer selbst willen da, sondern um Seelsorger heranzuziehen, wie die Kirche sie braucht. Abg. Dr. Pochnicke(Volksp.): Die Fakultäten sollen nicht nur geeignete Seelsorger heranziehen, sondern sie sollen wissenschaftliche Forschung treiben. In Königsberg brauch.n wir eine Kinderklinik zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit. Ueberhaupt sollte für den Osten etwas gelan werden. Es wandern schon zuviel Studenten nach dem Westen ab. Ein Regierungskommissär ver spricht, daß in den nächsten Etat eine Subvention für die Kinderklinik eingestellt wird. Abg. Dr. Liebtnecht (Soz.): Ich habe Münster niemals pharisäerhaft geschmäht, sondern nur gesagt, daß die sittlichen Zustände dort nicht besser sind als anderswo. Was ich über den Geist in der Studentenschaft gesagt habe, halte ich aufrecht. Die Zentrumsangriffe auf mich erklären sich daraus, daß das Zentrum Parvenü des Patriotismus ist Abg. Dr. Bell hat freilich eine patriotische Kinderkomödie aufgeführt.(Vizepräsident Dr. Porsch rügt diese Wendung.) Möge uns Abg. Dr. Bell öfter solche Vor stellungen geben. Die deutschen Studenten haben jedenfalls auf dem Wartburgfest von 1897 auf den Gang der Dinge des Jahres 1813 als auf Volksbetrug zurückgeblickt. Abg. Dr. Mugdan Volksp.: Niemand will die Ausländer völlig von den deutschen Universitäten fernhalten. Aber der HallescheKlinikerstreik ging auf rein sachliche Beweggründe zurück. Seine eigentliche Ursache ist wohl aber die Tatsache, daß der medizinische Un er richt in der bisherigen Art nicht weiter erteilt werden kann. Der Mediziner wird in den Großstädten mehr lernen können. Deshalb können Universitäten wie Münster und Frankfurt nicht schnell gerug ausgebaut werden. Das praktische Jahr muß g genwärtig darunter leiden, daß auf den Medizinpraktikanten keine Verantwortung last:. Abg. Strosser(kons.): Abg. Liebknecht hat sich vergeblich bemüht, seine gestrigen Bemerkungen abzuschwächen. Die Bevorzugung der ausländischen Studenten ist in der Tat ein Mißstand auf den deutschen Universitäten, auch auf denen in der Schweiz. Ein Schlußantrag wird angenommen. Das Kapitel Universitäten wird bewilligt. Darauf wird der Kultusetat ausgesetzt, um zunächst einige kleine Vorlagen zu behandeln. Eine Vorlage über Errichtung neuer Amtsgerichte wird in erster und zweiter Lesung angenommen. Es folgt die 1. Lesung des Entwurfs über die Verpflichtung zum Besuche ländlicher Fortbildungsschulen. Abg. v. Gescher(kons.): Wir werden mit der Zeit zu einem allgemeinen Fortbildungsschulgesetz kommen. Die Fortbildungsschule muß auf religiös=christlicher Grundlage aufgebaut sein. Abg. Dr. Dittrich(Zentrum): Wir verstehen den Widerstand gegen den obligatorischen Religionsunterricht nicht. Abg. Dr. Schroeder=Kassel (natlib.): Kommissionsberatung ist überflüssig. Wir wiverstreben der Einführung des obligatorischen Religionsunterrichts ganz entschieden. Das Haus vertagt sich auf Montag. Flottenaufgebot in der Wien, 7. April. Gestern hiellen die Kommanoanten der in den montenegrinischen Gewässern versammelten Kriegsschifse unter dem Vorsitz des englischen Vizeadmirals Cecil Burney eine Beralung ab, auf Grund veren an die monlenegrinische Regierung die telegraphiche Aufforderung gerichtet wurde, den einstimmigen Bechluß der Großmachle zu respektieren und unverzüglich niwort zu erleilen. Das Telegramm lautet: Ich habe die Ehre, Sie zu venachrichtigen, daß die in ernationale Flotte vor Antivari in den monienegrmnischen Gewässern nkert. Die Flotte ist erschienen, um gegen die Weigeung Montenegros, die Wünsche der Großmächte zu erllen, zu protestieren. Ich mochte die Aufmeeksamkeit Lurer Exzellenz auf die Anwesenheit der internationalen Flotte lenken, welche nicht nur vezeugt, daß die=Großmächte einig sind, sondern daß sie auch wünschen, da hre Entscheidungen unverzüglich angenommen werden. Ich bitte Sie, mir sofort mitzutellen, daß Ihre Regierung bereit ist, die Wünsche der Großmächte zu erfüllen. Montenegro lehnt ab. Cetinje, uprn Der Ministerpräsident antwortete dem englischen Admiral, er bedauere tief eine internationale Flotte in den Gewässern von Montenegro zu dem Zwecke versammelt zu sehen, eine Pression auf Montenegro auszuüben, damit es dem Verlangen der Großmächte, bezüglich der Belagerung von Skulari und der Einsteliung der F.indsetigkeiten seitens Montenegros im Territorium des zukünstigen Albaniens nachkomme. Montenegro habe seinen Stanopunkt bereits in der an die Vertreter der Mächte gerichteten Mitteilung vom 2. April zum Ausdruck gebracht. Infolgedessen wiederhole es diesen dem Admiral gegenüber und füge hinzu, daß trotz der Pression, die die Anweienheit der Flotte in sich schließe, Montenegro von seiner, den Ersordernissen des zwischen den Verbündeten und der Türkei bestehenden Kriegszustandes, wie auch dem seitens der Mächte bei Ausbruch der Feindseligkeiten proklamierten Neutralitätsprinzip entsprechenden Haltung nicht abgehen könne. Dieses Prinzip sei durch die Anwesenheit der internationalen Flotte in den Gewässern von Montenegro zumNachteil Montenegros verletzt. Die Antwort der Balkanstaaten. Sofia, 6. April. Die bulgarische Regierung übermittelte den Vertretern der Mächte die Antwort auf deren Mitteilung vom 22. März, betreffend die Friedensbedingungen. Die den Vertretern der Mächte überreichte Antwortnote hat folgenden Wortlaut: Die Verbündeten sprechen den Mächten für ihre Bemühungen, den Friedensschluß herbeizuführen, ihren Dank aus und nehmen in dem aufrichtigen Wunsche, ihre Aufgabe zu erleichtern, die von den Mächten vorgeschlagenen Bedingungen mit folgendem Vorbehalt an: 1. Gelegentlich der endgültigen Festsetzung der Grenze von Thrazien wird die in den von den Mächten formulierten Bedingungen angegebene Linie als Grundlage und nicht als endgültige Grenzlinie angenommen. 2. Die Aegäischen Inseln werden von der Türkei an die Verbündeten abgetreten. 3. Die Verbündeten meinen, daß sie die in Aussicht genommene Grenze Albaniens im voraus kennen lernen müßten und hoffen, daß diese mit jenen Grenzlinien übereinstimme, die sie in der Richtung vorgeschlagen haben. 4. Die Forderung nach Kriegsentschädigung soll im Prinzip angenommen und die Aufgabe, ihre Höhe zu bestimmen, der Kommission überlassen werden, die sich mit den finanziellen Fragen beschäftigt und in der die Alliierten vertreten sein werden. Die Alliierten stimmen zu, daß die Kriegsoperationen von dem Augenblicke aufhören, wo die oben angeführten Bedingungen im günstigen Sinne aufgenommen und zur Annahme gelangt werden. Der Beginn der Flottendemonstration. Antivari, 6. April. Gestern früh 5 Uhr erschienen, aus südlicher Richtung kommend, ein englischer und ein französischer Panzer und nahmen vor Antivari Aufstellung. Um 9 Uhr setzten sich die„Breslau" und 4 österreichische Panzer der nördlichen Demonstrationsflotte in Bewegung gegen den Hafen von Antivari. Die„Breslau“ fuhr in den Hafen ein, wo sie noch weilt. Um 10 Uhr näherten sich auch die beiden italienischen Panzer und die übrigen Schiffe. 2 österreichische Torpedoboote wurden vor Spizza verankert. Die Blockade und die Frage von Skutari. London, 7. April. Die Botschaftervereinigung hat beschlossen, daß das Blockadegeschwader möglichst bald eine sogenannte Efsektiv=Blockade zu beginnen habe. Die Blockade soll sich zunächst auf reine Sperrmaßregeln beschränken. Damit ist gesagt, daß eine Ausschiffung von Truppen oder der Beginn militärischer Operationen gegen die montenegrinische Küste zunächst nicht auf dem Programm steht. Die Befehlshaber der Schiffe würden, wenn sie andere als reine Sperrmaßregeln ins Auge fassen müßten, vorher erst neue Weisungen einzuholen haben. Was nun die Frage von Skutari betrifft, und die Haltung Rußlands, so ist doch von nicht zu unterschätzendem Gewicht die Aeußerung Sasonows zu den Führern der Reichsduma, Montenegro würde Skutari nicht erhalten. Auch daraus ist zu entnehmen, was übrigens in diplomatischen Kreisen auch bisher nicht bezweifelt wurde, daß Rußland bei seinem gegebenen Wort bleiben, das heißt, den von ihm selbst mitgefaßten Beschluß Europas, wonach Skutari albanisch werden soll, auch ausführen helfen wird. Deutschland. Das Kaiserpaar in Homburg. Homburg v. d. H., 7. April. Der gesamte Hof hat gestern an dem Gottesdienst in der Erlöserkirche teilgenommen. Der Kaiser machte später einen Spaziergang. Die 8 Kaiserin stattete der Königin Wilhelmina der Niederlande einen Gegenbesuch in Hohemark ab. Die Kaiserin war hierbei begleitet von dem Prinzen Adalbert und der Prinzessin Viktoria Luise. Homburg v. d. H., 6. April. Der Kaiser unternahm gestern einen Spazierritt über die Saalburg und verweilte längere Zeit im Kastell. Er besichtigte dort u. a. 4 neue Büsten römischer Kaiser, die Stiftung eines Gönners der Saalburg, welche Nachbildungen von Originalen sind, die sich in Museen von Rom befinden. Prinz Adalbert traf gestern hier ein und nahm im königlichen Schlosse Wohnung. Zur Frühstückstafel beim Kaiserpaar waren geladen Königin Wilhelmina und Prinz Heinrich der Niederlande mit Gefolge. T Frankfurt a. M., 7. April. Prinz Ernst August, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg traf gestern abend um 10,9 Uhr mit dem Mailänder D=Zug auf dem hiesigen Hauptbahnhofe ein. Zum Empfange hatte sich Prinz Adalbert von Preußen auf dem Bahnsteig eingefunden. Die beiden Prinzen begaben sich, vom Publikum herzlich begrüßt, zu dem bereitstehenden Automobil und fuhren nach Homburg v. d. H., wo sie um 10,50 Uhr eintrafen. Traub als Landtagswahlkandidat. T Charlottenburg, 7. April. Der Wahlverein der Fortschrittlichen Voluspartei für den Wahlkreis Teltow=Beeskow=Storkow=Charlottenburg stellte in seiner gestrigen Generalversammlung einstimmig den Pfarrer Traub als Kandidaten für die bevorstehende Landtagswahl auf. erant Regelung der Luftsch'ffahrt in Frankrei., Paris, 7. April. Der Ministerrat beschloß dem Par lament sofort nach seinem Wiederzusammenritt den Eserz entwurf betr. die Regelung der Luftschiffahrt vorzulegen. Aus dem Vatikan. Rom, 5. A il. Kardinal Katschthaler, Erzbischof von Salzburg, ist ge###rn hier eingetroffen und im Animahospiz abgestiegen. Auch langte gestern Bischof Dr. Joseph Damian Schmitt von Fulda hier an; er ist im Germanicum abgestiegen. Die Gesamtverluste der Italieller im italienisch=türkischen Kriege. Rom, 7. April. Nachdem gestern die letzte Liste der im italienisch=türkischen Kriege gefallenen Italiener veröffentlicht worden ist, beziffert sich der Gesamtverlust auf italienischer Seite auf 92 Offiziere und 1391 Mann. Die Einigung im rumänisch=bulgarischen Grenzstreit? Petersburg, 7. April. Es verlautet, daß zwischen Oesterreich und Rußland eine Einigung getroffen wurde, wonach Silistria an Rumänien fallen solle, und daß die Mächte sich in diesem Sinne ausgesprochen haben. Die Dreibundmächte sind während der ganzen Kampagne geschlossen für die Forderungen Rumäniens eingetreten. Russisches Unterseeboot gesunken. TLibau(russ. Kriegshafen),7. April. In der Nacht zum Sonntag um Mitternacht sank das Unterseeboot„Minoga". Es blieb ungefähr 1½ Stunden unter Wasser, konnte dann aber gehoben und in den Hasen gebracht werden. Die Mannschaft blieb unversehrt. Die Ursache des Unfalles ist noch nicht autgertiart. Die Freilassung des Zeppelin. Die Franzosen und das Zeppelingeheimnis. Paris, 7. April. Die Zeitungen fahren fort, die Zeppelinaffäre durchaus korrekt zu behandeln, und heben auch die korrekte und wohlwollende Haltung der deutschen Presse hervor, die den französischen Behörden und Militärs volle Anerkennung für ihr Verhalten zuteil werden lasse. Es wird behauptet, das Luftschiff sei von zahlreichen Sachverständigen, von Behörden, O ffizieren und Reportern eingehend besichtigt worden. Die Zeilungen wimmeln von genauen Schilderungen. Die Meinung dei Sachkundigen geht dahin, daß durch die Besichtigung kaum wesentlich Neues zutage gefördert worden sei, da fast alle Konstruktionsteile bereits aus den in der deutschen Presse veröffentlichten Schilderungen bekannt waren. Die vorzügliche Konstruktion und die saubere Durcharbeitung der Einzelheiten wird gelobt, der Gesamtentwurf aber als höchst gebrechlich bezeichnet, wie die Erfahrungen gezeigt hätten. Die glatte Regelung des schenfalles wird vielfach auf die persönliche Einwirkung Poincares zurückgeführt. Der Dank Deutschlands. Paris, 7. April. Der französische Gesandte in Berlin, Cambon, hat dem Minister des Auswärtigen telegraphisch den Dank der deutschen Regierung übermittelt, die diese der Republik für das Entgegenkommen, mit dem die in Luneville gelandeten deutschen Luftschiffer ausgenommen wurden und für die bereitwillige Hilfeleistung zur Rückfahrt des Luftkreuzers ausspricht. Gleichzeitig hat der Minister des Auswärtigen Pichon von dem hiesigen kaiserlichen Botschafter v. Schoen gestern ein herzliches Dankschreiben erhalten. Gerichtssaal. Köln, 7. April. Vor der Strafkammer hatte sich heute der Artist und Agent Willy Sturm aus Hamburg zu verantworten, der aus der von Kniep und Hochgeschurz gestohlenen Kaiserkette 2 Brillanten aus der Fassung herausgebrochen und verkauft hatte. Er erhielt Mon. Gef.— Der Gefangen.nausseher Wilhelm Beuer, der zwischen dem inhaftierten Obsthändler Josef Schrö der und seinem Bruder vermitte'te und Zeugenaussage: überbrachte, wurde zu 1 Jahr Gef. verurteilt. Schr erhieft 6 Mon. Gef. Essen, 7. April. Schwurgericht. Angeklagt wegen Körperverletzung mit Todeserfolg war der 19jährige Bergm. Herm. Dolge aus Buer. Am Sonntag, 24. Nov., mittags wurde in der Wohnung des Bergmanns Michael Durda in Erle ein Zechgelage abgehalten, wobei es zu Streitigkeiten kam. Der Bergmann Zubat versetzte hierbei dem Angeklagten Dolge einen Schlag ins Gesicht, worauf dieser einen Revolver zog und auf Zubak feuerte. Die Kugel traf die Brust und verletzte die Lunge. An der Verletzung ist Z. am 5. Dez. gestorben. Die Geschworenen erkannten, daß Notwehr vorliege, und bewilligten mildernde.####s Urteil lautete auf 1 J. 6 Monate Gefängnis. Dresden, 4. Aprel. Die geschiedene Kantorsfrau Frühling aus Bremen wurde wegen Hochstapeleien von 180 000 Mark zu 4 Jahren Gef. verurteilt. Leipzig, 5. April. Das Reichsgericht hat die Revision des Technikers Kerl Stahl, der vom Schwurgericht Berlin 3 am 15. Februar wigen Ermordung seiner Geliebten, des Dienstmädchens Rosenberg, zum Tode verurteilt war, verworfen. Westdeutschland. Köln, 7. April. Geheimrat Heidemann hat als Haupterben eine ihm befreundete Familie eingesetzt, bei der er seine 1. kaufmännische Tätigkeit seinerzeit begonnen hat. Von den 1½ Millionen Mark hinterlassenen Vermächtnissen ensallen u. a. 200 000 Mark auf die Stadt Köln für Armenzwecke und zu anderen Bestimmungen, 50 000 Mark auf die Handels=Hochschule, 50 000 M. auf den Kölner Museumsverein, 50000 Mark auf den Kunstjewerbeverein, 30 000 Mark auf die Ferienkolonien, 25000 Mark aus die Pfarrkirche St. Jakcb, 12 000M. auf das Marienhospital, ferner großerer Summen auf alle Wohltätigkeitsanstalten, Kinderhorte usw. der Stadt Köln, außerdem hat er ihm nahestehende Personen mit Legaten bedacht. Köln, 7. April. Die Ausstellung der Brück.nentwürze wird im neuen Stadthause an der Gürzenichstraße (5. Obergeschoß) von heute bis einschließlich Sonntag, den 13. April ds. Is., werktags während der Dienst stunden, am Sonntag von 10 bis 1 Uhr vormitlags, öfsentlich ausgestellt.— Dem bisherigen Direktor der Oberrealschule und des Reform=Gymnasiums Dr. Otto Dickmann ist anläßlich seines Uebertrities in den Ruhestand am 1.April 1913 der Charaiter als Geh. Regierungsrat verliehen worden. Köln, 6. Aprit. Der Umbau des alten Gesellenhospitlums„Kolpinghaus“ an der Bleiten Straße ist jetzt so weit geviehen, daß die Einweihung des stelzen R.udaues im Juli durch den Erzvischof Feuix im Juli vollzogen werben soll. Zu einer Besichtlgung halte der Vorstand des ka.y. Ge,ellenhospilums zu Koin Ver treter der staallichen und städtischen Korperschaften an Samslag mittag eingeladen. Generatpras#s, Migr. Schweitzer, konnte eine groge Anzahl Gaste, die der ein abung gesoigt waren, u. a. der Gouterneur der ge#ung Eczellenz von Westernhagen, Regletungs, r.stsenten Dr. Steinmerter, Oberburgermeister Waltraf, 10. zelpräsidenten v. Weegmann und zahlreiche Vectreler der Stadtveroronetenkollegiums und anderer stäottscher Ker verschaften begrüßen. In einer kurzen Ansprache wies er hin auf die Beseutung der kath. Gesellenvereine, ihr. Bestrebungen und ihre Organisalion, die den wandernIn G. e.. ei.e„ en geren sollen, Gefahren, die namentlich aus dem Herbergs= und Schlafstättenwesen erwachsen. Diesen Gejahren zu steuern, mache sich der Gesellenverein zur Ausgabe, der in Teutschand ungefähr 400 Gesellenhospitien unterhalte, deren Vor.eile 100 000 Handwerksgesellen zugule kommen. Wah rend in dem alten Hospiz, in seinen 3 Häusern nur 510 Gesellen schlasen konnten, wird der Neubau Platz für 750 Handwerksgesellen schaffen. Wiesdorf, 6. April. In Leverkusen wurde die Leiche des selt 3 Wochen vermißten Kneches Gawlia aus dem Rheine gelandet. G. hat sich aus Schwermut das Leben genommen. Bonn, 7. April. Der Handlanger Heinr. Münch, der unter dem Veroacht verhaftet war, den Faorlkarbeiter Josef Knieps aus Overdrees ermordet und beraubt zu haben, wurde wieder auf freien Fuß gesetzt, da sich der Verdacht nicht bestätigte. Eupen 6. April. Der Kreistag beschloß aus Anlaß des Regierungsjubiläums des Kaisers 50 000 Mark zur B.kämpfung der Lungentuberkulose und der Säugtingssterblichkeit in den Etat einzustellen. Koblenz, 7. April. Das 50jahrige Jubiläum seines Bestehens feiert vom 8.—10, April das Kloster und das Mädchenp nsicnat der Salesianerinnen in der Vorstadt Moselweiß. Düren, 6. April. Am Bahnhof in Langerwehe wollte gestern nachmittag eir Schachtmerster einem Gülerzuge ausweichen, als der Birliner Schnellzug herankam, der den Schachlmeister erfaßte und tötete. Der Verunglückte stammt aus Jüngersdorf und ist Vater von 8 Kindern. Düsseldorf, 6. April. Zum ärztlichen Direktor der städtischen Krankenanstalten ist der Generaloberarzt Dr. med. Wilhelm Classen, Divisionsarzt der 30. Diviion und Chefarzt des Garnisonlazaretts 1 in Straßburg verasen. Direktor Classen ist am 28.Juni 1861 zuMainz geboren. 1885 wurde er Assistenzarzt, 5 Jahre später Stabsarzt, 1899 Ob.rstabsarzt und 1907 Generaloberarzt und Divisionsarzt. Elberfeld, 7. April. Die Freischvergiftung hat auch hier ein Opfer gefordert. Nach dem Genuß von Pferdefleisch erkrankte ein Italieuer so schwer, daß er im Kranienhause gestorben ist. Barmen, 7. April. Der 18. christlich=soziale Kongreß ist gestern in Gegenwart von 6000 Personen nit einem Gottesdienst eröffnet worden.„ T Krefeld, 7. April. Gestern früh 7 Uhr verschaffte sich ein irrsinniger, 30 Jahre alter Mann, der Handlungsgehilfe Mones, Eingang in die Hauptpfarrkirche„zum Dyonysius“, wo er plötzlich mit einem Stock auf zahlreiche Beter einhieb. Der nur mit einem Hemd und Unterhose bekleidete Irre verletzte hierbei 4 Frauen erheblich. In wilder Hast drängten die Besucher des Gotteshauses zu den Ausgängen, wo ein furchtbares Gedränge entstand und 18 Personen schwer zu Schaden kamen, im ganzen wurden 30 bis 40 Personen verletzt, darunter eine Frau lebensgefährlich. Erst Mann schaften der Feuerwehr konnten den Irrsinnigen überwältigen. Murheim(Ruhr), 7. April. 5 jugendliche Ar beiter spannten gestern abend über die Duisburger Straße einen Telephondraht, gegen den das Automovil einer Duisburger Firma fuhr. Das Automobil fuhr jedoch langsam, so daß ein Unglück vermieden wurde. Die Tä er sind ermittelt. Essen, 5. April. Auf dem Rangierhahnhof wurde der Arbeiter August Grampit von einem abrollenden Wagen überfahren. Der Verletzte starb baid nach sei ner Aufnahme im Huyssenstift. Bochum, 7. April. Im Spielzimmer des Hansa Cafes wurden etwa 20 Perlonen beim verbotenen Glücks spiel überrascht. Die Namen der Beleitigten wurden festsestelit; ein erheblicher Geldbetrag wurde beschlagnahmt. Hattingen, 7. April. Die VertrauensmännerVersammfung der Zentrumspartei des Landtagswailkte ses Witten=Hattingen beschloß, sich an der Lanotagswahl zu beteiligen. Bisher yatte die Partei bei den Landtagswahlen Wahlenthaltung geübt. Zum Kandidaten des Zentrums wurde Oberlehrer Klausenberg=Königsteele ernannt. Dortmund, 6. April. Bankier Ohm ist von Werl zum hiesigen Gerichtsgefängnis übergeführt. Es sind ihm 2 Zellen zur Versügung gestellt und zur Vorvereitung aus den Hauptprozeß mancherlei Vergünstigungen gewährt werd.n. Münster, 7. Aprti. Erzbischof Feiix von Hartmann war am Dienstag, von Gaesdonck kommend, 3 Stunden beim Dechanten Sprenger in Cleve zum Besuche seiner alten Studienstr unde. Gestern war der Erzbischof im Gnadenort Kevelaer. Von da aus tritt er die Reile nachM ünster an. Am Dienstag verläßt er Münster und begibt sich über Essen nach Köln, wo tags darauf die feierliche Inthronisation stattfindet. Haltern, 7. April. Eine ganze Nacht hindurch l. bte ein in Lavesum wohnender Landwirt in Todesangst. Der Mann ging nachmittags in das hinter Labesum belegene„Veen", um Heide zu ichneiden. Als er bis zum Abend noch nicht zurückgekehrt war, wurde er von s.inen besorgten Angehörigen bis in die Nacht hinein gesucht. Sie fanden ihn aber in der Nacht nicht. Am anderen Morgen erst wurde der Vermißte gefunden; er steckte fast bis an den Hals im Moor. T Marburg, 7. April. Die sogenannte dicke Eiche bei Treisbach in Oberhessen, das Ziel vieler tausende von Wanderlustigen ist böswillig zerstört worden. Der Baum war nach dem Urteil von Sachverständigen 2000 Jahre alt und wahrscheinlich eine der stärksten Eichen in ganz Deutschland. Es ist am Stamme des Baumes Feuer angelegt, sodaß jetzt nur noch ein kurzer Stumpf von ihm übrig geblieben ist. Die Eiche hatte einen Umfang von 14 Metern. Frankfurt, 7. April. Bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Offenbach überfuhr ein Lokalbahnzug 2 elene Kinder, ein Mädchen im Alter von 4 und ein Knaben im Alter von 8 Jahren, die beide auf der * r'se getötet wurden. T Neustadt=Hardt, 7. April. Der 26 Jahre alte Zementierer Otto Chrismann, der als Feuerwehrhornist bei 26 Bränden mit erstaunlicher Promptheit das Signal geblasen hat, bei dem letzten Brande sogar ehe der Brand gemeldet war, ist unter dem Verdacht der Brandstiftung verhaftet worden. Es scheint, daß er aus krankhafter Sucht nach dem Alarmblasen und aus Freude am Brandgetümmel zum Verbrecher geworden ist. Aus aller Welt. Raubmord. Potsdam, 6. April. In ihrer Wohnung wurde gestern nachmittag ein 56jähriges Fräulein als Leiche aufgefunden. Der Toten war von der Zuggardinenschnur eine Schlinge um den Hals gelegt, das Ende der Schnur war an einem Fuße des Klaviers befestigt. Verdächtige Begleitumstände lassen die Annahme gerechtfertigt erscheinen, daß Raubmord vorliegt. Ein Althändler wurde vorläufig in Haft genommen, bis weitere nach Berlin führende Spuren aufgeklärt sind. Unterschlagungen und Selbstmord eines Rechtsanwalts. Hamburg, 7. April. Nach Unterschlagungen von Mk. 700 000 hat sich der Rechtsanwalt Dr. Siegfried Lehmann erschossen. Aus hinterlassenen Briefen geht hervor, daß Lehmann sich an den ihm anvertrauten Geldern vergriffen hat. Er lebte sehr luxuriös und war namentlich in Sportkreisen eine sehr bekannte Persönlichkeit. Lehmann hinterläßt Frau und 3 Kinder ohne Vermögen. Familientragödie in Thüringen. Walterhausen, 7. April. Gestern früh verletzte der Fabrikarbeiter Sachse zuerst seine Frau durch einen Revolverschuß lebensgefährlich, tötete dann 3 seiner Kinder durch Revolverschüsse und entleibte sich schließlich selbst. Ein 10jähr. Sohn hatte sich unter dem Bett versteckt und blieb am Leben. Als Grund der Tat wird Untreue der Frau angenommen. Ein gefährlicher Einbrecher. München, 7. April. In einer Wohnung der Georgenstraße erschien ein unbekannter Mann, der sich dem Dienstmädchen gegenüber als Telephonarbeiter ausgab. Er schnitt das Hörrohr ab, schlug das Dienstmädchen nieder, knebelte es, stahl einen großen Geldbetrag und entfloh. Großfeuer. Salzburg, 7. April. In Nußdorf bei Oberndorf an der Salzach brach in dem Gasthause von Brand Feuer aus, dessen Ausbreitung vom Winde begünstigt wurde. Die Flammen ergriffen die Kirche. Der Kirchturm stürzte ein, die Kirche brannte aus und ist gleichfalls dem Einsturz nahe. Bisher wurden 21 Häuser eingeäschert. Aus Sa lzburg wurde militärische Hilfe herbeigerufen. Arbeiter durech eine Lawine verschüttet. Zürich, 7. April. Bei Bauarbeiten an der Furkabahn oberhalb von Gletsch wurde eine Arbeiterkolonne von einer Lawine verschüttet, wobei 2 Arbeiter getötet und 14 verletzt wurden. Flucht und Selbstmord des Banditen Lacombe. Paris, 7. April. Der gefährliche Bandit Lacombe, der 3 Verbrechen auf dem Gewissen hat, hat gestern nach einem äußerst kühnen aber mißglückten Fluchtversuch Selbstmord begangen. Bei dem gestrigen Frühspaziergang gelang es ihm, mit verblüffender Gewandtheit an einem 4 Meter hohen Eisengitter emporzuklimmen. Von dort schwang er sich von einer Mauer auf das Dach des Gefängnisses, als die Wächter seine Flucht entdeckten. Diese suchten vergeblich, ihn zum Wiederherabsteigen zu bewegen. Als man sich zu seiner Verfolgung anschickte, warf er mit Ziegelsteinen. Inzwischen wurde die Feuerwehr herbeigerufen, die, um des Banditen lebendig habhaft zu werden, überall Matratzen auslegte. Infolge der drohenden Haltung des Flüchtlings verlegte man sich aufs Verhandeln, wobei er erklärte, sich nur in Anwesenheit seines Verteidigers und Richters zu ergeben. Aber auch die Herbeiholung der beiden Herren hatte nicht den gewünschten Erfolg, denn als sich der Flüchtling verloren sah, stürzte er sich plötzlich aus einer Höhe von 8 Meter kopfüber herab und war so fort tot. Familientragödie. London, 7. April. In Cambridge hat sich eine erschütternde Familientragödie abgespielt. Dort tötete der Hauptmann Scheele, ein ehemaliger ungarischer Offizier, seine beiden Kinder und sich selbst durch Revolverschüsse. Der Hauptmann war vor einem Jahre mit seiner Familie nach Cambridge gekommen, um sich als Lehrer der deutschen Sprache uetablieren, hatte aber wenig Erfolg. Als im Februar seine Frau mit ihrem neugeborenen Kinde starb, wurde er schwermütig. Verbrecherische Franenrechtlerinnen. London, 7. April. In Kelso in Schottland wurden 2 Frauenrechtlerinnen in dem Augenblick verhaftet, wo sie die größte Tribüne des Rennplatzes in Brand stecken wollten. Sie hatten bereits mit Petroleum getränkte Papierstücke angezündet. Schiffsunglück. TSt. Franzisko, 7. April. Der deutsche Viermaster „Mimi“ aus Hamburg kenterte im Hafen von Astoria(Oregon), als er von einem Riff abgeschleppt wurde. Die Besatzung einschließlich des Kapitäns Westphal, 30 Mann, ist ertrunken. Cortn zwischen Gelsenkirchen und Wattenscheid. Ringsum gute Arbeitsgelegenheit Zechen Rheinelbe, Holland Morgensonne, Zentrum und Boni sazius. Schule im Ort, Kirche in Aussicht, billige gesunde fun 1en und Bauland zu haben. Verein Leithe. Zuerfragen bei Wirt Kampmann in Leithe. Miehrer: 9 mit uno ohne Stau und Gartenland auf sofort oder später zu vermieten. Ww Ferd. Henkel, Chausseestraße 6. Erdentliches Mädchen für alle Hausarbeiten gesucht. Frau Grimm, Hammerstr. 28 Ein ordentliches zum 1. Mai gesucht. Hochstr. 4. Properes dand, Dienstmäuchen von 17—18 Jahren per 15. dss. Mts. oder 1. Mai gesucht. Zu erfragen Südstraße 39. Lehrmäuchen sofort gesucht. Herm. von Heesen, Oststraße 9. Bekanntmachung. (Errichtung einer Zwangsinnung für das Schlosserhandwerk). Es ist der Antrag gestellt worden, für den Bezirk des Stadt= und Landkreises Gelsenkirchen eine Zwangsinnung für das Schlosserhandwerk zu errichten. Der Unterzeichnete ist von dem Herrn Regierungs=Präsidenten zum Kommissar zur Ermittelung der Mehrheit der beteiligten Handwerker gemäß§ 100 der Reichsgewerbeordnung ernannt. Aeußerungen für oder gegen die Errichtung der gedachten Zwangsinnung sind schriftlich bis zum 12. April dieses Jahres oder mündlich in der Zeit vom 5. bis 12. April bei mir abzugeben. Die Abgabe der mündlichen Aeußerung kann während des angegebenen Zeitraumes werktäglich von 3—6 Uhr nachmittags in dem Verwaltungsgebäude Neumarkt No. 1, Zimmer 14 erfolgen. Ich fordere hierdurch alle Handwerker, welche in dem oben bezeichneten Bezirke das Schlosserhandwerk betreiben, zur Abgabe ihrer Aeußerung mit dem Bemerken auf, nur solche Erklärungen, welche erkennen lassen, ob der Erklärende der Errichtung einer Zwangsinnung zustimmt oder nicht, gültig sind und daß nach Ablauf des obigen Zeitpunktes eingehende Aeußerungen unberücksichtigt bleiben. Die Abgabe einer Aeußerung ist auch für diejenigen Handwerker erforderlich, welche den Antrag auf Errichtung einer Zwangsinnung gestellt haben. Gelsenkirchen, den 29. März 1913. Der Kommissar des Herrn Reglerungs-Präsidenten: Oberbürgermeiner: I. V.: Antoni. Vorstehende Bekanntmachung wird hiermit veröffentlicht. Wattenscheid, den 4. April 1913. Der Bürgermeister. Wibberding. Ziehung 9. Aprü 1913 Loburger beld-Lose 3.30 : Hauptgewinn Mark dar NOsbes Berliner Lose à M. 1.11 Lose M. 10.— 6039 Gewinne Mark 10do Naturschutzlose 5O Pfg. 6 Lose M. 3.—, 11 Lose M. 5.— LSCos 11 Naturschut: 11 Lose sortiert mit Porto und Listen M. 14.—, sonst Porto und Liste je 30 Plg. extra versender Glückskollekte August Rolef Münster i. W. Gegr. 1874. Schon wieder mal sielen vor wenigen Tagen 2 Hauptgewiane la meine Glückskollekte. Kratze juckend. Ausschlag beseitigt unter Garantie Krätzeseife Marke„Malakos“, ges. gesch. Geruchlos. Kur ohne Berufsstörung, ganz unschädlich. Paket 1.50. 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Sämtliches Rindvieh, das aus Bayern, mit Auswenn es mit der Eisenbahn oder zu Schiff eingeführt wird, nahme der Pfalz, in den hiesigen Bezirk eingeführt wird, ist, bei der Entladung, wenn es auf dem Landweg eingeführt wird, bei der Einfuhr an der Stelle, wo das Vieh zuerst aufgestellt wird, einer amtstierärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Der Besitzer oder Führer des Viehtransportes hat von dem Eintreffen des untersuchungspflichtigen Viehes dem Kreistierarzte Anzeige zu erstatten und daef das Vieh nicht eher von der Entladestelle oder von dem bestimmten Untersuchungsort— Aufstellungsort, Stall— entfernen, bis die Untersuchung stattgefunden hat. 2. Rindvieh, das aus dem unter Nr. 1 erwähnten Landesteile eingeführt wird, ist am Bestimmungsort in abgesonderten Stallräumen unterzubringen und für die Dauer von 8 Tagen der polizeilichen Beobachtung zu unterwerfen. Ist eine Unterbringung des Viehs in gesonderten Stallräumen nicht möglich, so ist die polizeiliche Beobachtung auf das gesamte, in den Ställen untergebrachte Klauenvieh auszudehnen. 3. Ein Wechsel des Standortes des unter polizeiliche Beobachtung gestellten Viehs ist verboten. Weitere Verkehrsund Nutzungsbeschränkungen sind nicht erforderlich. Die Ausfuhr des Viehs zur Abschlachtung ist während der Beobachtungsfrist unter den für die Ausfuhr von Vieh aus Beobachtungsgebieten geltenden Bedingungen mit polizeilicher Genehmigung gestattet. 4. Nach Ablauf der achttägigen Frist ist das der Beobachtung unterliegende Vieh amtstierärztlich zu untersuchen. Wenn die Untersuchung die Unverdächtigkeit der Tiere ergibt, ist die Beobachtung aufzuheben. 5. Für das aus dem oben genannten Landesteile zum Zwecke, sofortiger Abschlachtung in öffentliche Schlächthäuser Feingefühtte oder auf Schlachtviehmärkte aufgetriebene Rindvieh greifen die Vorschriften über die abgesonderte Aufstellung und die polizeiliche Beobachtung(vergl. Nr. 2) nicht Platz. Das auf Schlachtviehmärkte aufgetriebene Rindvieh dar jedoch von den Schlachtviehmärkten nur zur Schlachtung oder zum Auftrieb auf andere Schlachtviehmärkte abgetrieben werden. 6. Die Kosten der amtstierärztlichen Verrichtungen resel sich nach§S 24 und 25 des Preutzischen Ausführungsge. 7. Diese Anordnung tritt mit ihrer Veröffentlichung im hiesigen Regierungsamtsblatte in Kraft; ihre Aufhebung erfolgt, sobald die zurzeit bestehende Senchengefahr beseitigt ist. Zuwiderhandlungen werden, sofern nach den strafgesetz. lichen Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist, nach §§ 74 und 76 des Reichsviehseuchengesetzes vom 26. Juni setzes zum Viehseuchengesetze vom 25. Juli 1911(G.=S. S. 1909 bestraft. Arnsberg, den 9. März 1913. Der Regierungspräsident. J. V.: Gisevius. SchutaMarkes Geroistelher Sprader Von Aerzten und Autoritäten empfohlen. Um Verwechelungen mit ähnlich klingenden Namen vorzubeugen, achte man darauf, daß jedes Etikett des echten „Gerolsteiner Sprudel“ die obige Schutzmarke, den krägt „Roten Stern“ Hauptniederlage für Günnigield und Umgebung: Franz Hoffmann, Blerverloger, Günnigfeld, Hauptstraße 73. Das ganze Canl geben wir trotz der prima Waren und den stets billigen Preisen uoppene vons u. Rabattinarken dies macht zusammen bis zu 20% Rabatt was von keiner Konkurrenz geboten wird. R. Vohher8 Spezinigeschaft, 6. M. b. A. — Ca. 60 Verkaufstellen.— Tägicher Umsatz in Margarine fast 1 Eisenbahnwaggonladung. Gemeindebücherei Die Gemeindebücherei Leithe ist vom 1. April d. Is. aus dem bisherigen Gemeindegasthause nach dem Gemeindehause Gelsenkirchenerstraße Nr. 26 verlegt worden. Wattenscheid, den 2. April 1913. Der Amtmann: gez. Emisch. 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Lustspiel von Dora Enter und Hans Gaus. Dienstag, 8. April, 6½—11¼ Uhr: Vierte Vorstellung im II. Ribelungen=Zyklus. Die Götterdämmerung. Dritter Tag aus dem Bühnenfestspiel „Der Ring des Ribelungen". Handlung von Richard Wagner. Siegfried— Herr Kammersänger Hensel als Gast. Mittwoch, 9. April, 7½—10¼ Uhr: Der gute Ruf. Schauspiel von Herm.Sudermann. Donnerstag, 10. April 7½—10 Uhr: Der Liebeskrug. Ein musikalisches Lustspiel. Freitag, 11. April, 7½—10,45 Uhr: Ueber unsere Kraft. II. Teil. Schauspiel von Björnstierne Björnson. Sonnabend, 12. April, 3½ bis 6½ Uhr: Die Ribelungen. Ein deutsches Trauerspiel v. Friedrich Hebbel. I. Abt.: „Der gehörnte Siegfried". Vorspiel in 1 Aufzug. II. Abteilung:„SiegfriedsTod“. Trauerspiel in 5 Aufzügen. 8—10½ Uhr: Der Waffenschmied. Komische Oper von Albert Lortzing. Sonntag, 13. April, 3½—6 Uhr: Zum 17. Male: So'n Windhund. Schwank von Curt Kraatz u. Arthur Hoffmann. 7½—10 Uhr: Der Troubadour. Oper mit Ballet von G. Verdi. Manrico: Herr Ziegler als Gast. Staditbheater Essen Montag, 7. April, abds. 8 Uhr: Israel, v. Henry Bernstein. Dienstag, 8. April, abends 7 Uhr: Siegfried, von Richard Wagner. Mittwoch, 9. April, abends 8 Uhr: Die Journalisten, Lustspiel von Gustav Freytag. Donnerstag, 10. April, abends 8 Uhr: Hans Sonnenstößers Höllenfahrt. Ein heiteres Traumspiel von Paul Apel. Freitag, 11. April, abends 8 Uhr: Zapfenstreich. Drama von Franz Adam Beyerlein. Samstag, 12. April, abends 7½ Uhr: Carmen. Oper von Georges Bizet.(Zu dieser Vorstellung sind alle Eintrittskarten bereits vergeb.) Sonntag, 13. April, nachm. 3½ Uhr: Der Freischütz. Romantische Oper von C. M. von Weber.— Abends 8 Uhr: Der Zigeunerbaron. Operette von Johann Strauß. Zahle hohe Preise für: Lumpen, Alteisen, Knochen, Metall=& Gummiabfälle, Papier, sowie sämtliche Felle. Bei Bestellungen genügt eine Postarte, um die Sachen abzuholen M. Diamant, Hochstraße 42, I. Etage. Wohnung von 3 Zimmern per 1. Mai zu vermieten. 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