Nr. 18. I. Bard Tuslag, don 2l. Jonunr 190. b. Johgne. ∆ „„ (General=Anzeiger.) Enttliches Bialt aller Behorden westell für die Orte Wattenscheld, Gelsenkirchen=Ueckendorf, Leithe, Gümmlgseld, Hordel. ssseesssseessessssssseessessssssessssssssesssoeee Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage und kostet inkl. Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig). Dis Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung“ erhalten bei tödlichen Unfällen Telegr=Adr.: Zeitung. Teleson Nr. 181. Druck und Verlag (Neueste Nachrichten.) dir Stabr und Amt Waltenischeibf „Höntrop, Eppendorf, Munscheld, Elberg, Freisenbruc 425 Mk. Unfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zellen Inserate gratis. S. Bestimmung#### Carl Busch, verantw. Redakteur B. Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto Köln 8566. keichstag. Berlin, 30. Jan. Am Bundesratstische zunächst nur Kommissare. Präsident Kaempf eröffnet die Sitzung 1,15 Uhr. Zunächst wird in namentlicher Abstimmung der Antrag der Polen, wonach die Zulassung der Enteignung polnischen Grundbsitzes für Zwecke der Ansiedelungskommission durch den Reichskanzler nicht den Anschauungen des Reichstages entspricht, mit 213 gegen 97 Stimmen bei 43 Stimmenthaltungen angenommen. Es folgt 2. Lesung des Gesetzentwurfes betr. Tollerleichterung bei der Fleischeinfuhr. Die Kommission beantragt unveränderte Annahme der Vorlage, dagegen beantragten Sozialdemokraten wie Freisinnige mehrfache Abänderungen; außerdem beantragten die Sozialdemokraten eine Resolution auf Aufhebung der Futtermittelzölle. Unter den sozialdemokratischen Anträgen befindet sich auch eine Resolution auf Zulassung der Einfuhr von frischem und gefrorenem Fleisch aller Art ohne anhängende innere Organe aus dem Ausland. Ueber diese Resolution wird morgen abgestimmt werden. Abg. Simon(Soz.): Die Vorlage der Regierung und der bisherigen Maßnahmen zur Ausfuhr des ausländischen Fleisches sind ein Tropfen auf einen heißen Stein. Wohl ist die Teuerung international, aber nirgends sind die Preise so hoch wie bei uns, und zwar infolge der falschen Zollgesetzgebung. Das Zentrum bietet stets seine Hand, wenn es gilt, dem Volke neue Lasten aufzuerlegen. Die Regierung geht dauernd mit den Agrariern gegen das Volk. Die Empörung wird immer größer, so daß die Regierung schließlich nicht mehr gegen sie ankämpfen kann. Präsident Kaempf ruft den Redner wegen des Ausdruckes:„die Regierung geht gegen das Volk“ und nachträglich wegen des Wortes„Zollwuchermehrheit" zur Ordnung. Abg. Herold: Im Gegensatz zum Abg. Simon werde ich mich streng an dem vorliegenden Thema halten. Meine Partei hält nach wie vor grundsätzlich an unserem Wirtschaftssystem fest. Wir wollen keine Veränderung des Zollsystems während der Dauer der Handelsverträge. Auch nach ihrem Ablauf werden wir im allgemeinen an den gleichen Grundsätzen festhalten. Das hält uns aber nicht ab, für den vorliegenden Gesetzentwurf zu stimmen, weil wir darin eine Durchbrechung des grundsätzlichen Zollstandpunktes nicht erblicken können. Es ist eine Ausnahmemaßregel gegenüber einem Notstande, d.r durch die Dürre veranlaßt wurde. Wir lehnen die Anträge der Linken ab; diese sollen wohl auch nur Reklame für die Antragsteller machen. Vizepräsident Dr. Paasche teilt mit, daß auch über den Antrag der fortschrittlichen Volkspartei auf Beseitigung der Futtermittelzölle namentlich abgestimmt werden soll. Abg. Böttger(natl.): Eine Durch= brechung des Zollsystems machen wir nicht mit und müssen daher die vorgelegten Anträge und Resolutionen ablehnen. Diese würden namentlich die kleinen und mittleren Bauern sehr schädigen. Es ist Tatsache, daß unser Außenhandel auf Grund unserer Zollschutzpolitik auf 30 Milliarden gestiegen ist und daß damit der Verdienst der Arbeiter eine erhebliche Steigerung erfahren hat. Wir müssen dafür sorgen, daß unsere Landwirtschaft immer mehr befähigt wird, den heimischen Fleischbedarf zu decken. Das geschieht am besten durch den Zollschutz. Abg. Arnstadt(deutschk.): Eine Fleischteuerung geben wir ohne weiteres zu, eine Fleischnot aber ist nicht vorhanden. Das zeitweise Wachsen der Maul= und Klauenseuche sollte uns doch inbezug auf die Einführung fremdländischen Fleisches zu denken geben. Von der Aufhebung der Futtermittelzölle habe die Landwirtschaft keinen Nutzen, nur der Zwischenhandel würde wieder den Profit in die Tasche stecken, wie bei der Suspension des Kartoffelzolles. Der freisinnige Antrag, der auch die ist direkt bauernfeindlich. Wir lehnen den freisinnigen und sozialdemokratischen Antrag ab. Abg. Fischbeck (F. Vp.): Der Entwurf ist ebenso dürftig aus der Kommission herausgekommen, wie er hineingekommen ist. Zölle für Jungvieh, Magervieh und Zuchtvieh aufheben will und somit weiter geht als der sozialdemokratische, Auch wir woilen der Landwirtschaft helfen, daß sie den Fleischbedarf decken kann. Unsere Zollpolitik ist lediglich eine Großgrundbesitzerpolitik. Um eine Kleingrundbesitzpolitik zu betreiben, um den Bauern zu helfen, müssen vor allem die Zölle auf Futtermittel aufgehoben, der Fideikomißbildung entgegengetreten und energische innere Koloniasation getrieben werden. Unter der Fleischteuerung leidet das Fleischgewerbe ebenso wie die übrige Bevölkerung. Mit unserem Antrage wollen wir dem Bundesrat die Befugnis geben, jederzeit alle Mittel zu ergreifen, die einer Fleischteuerung Einhalt gebieten können. Wir haben nicht Lust, jedesmal wieder über ein gleiches Gesetz zu beraten. Unterstaatssekretär Richter: Tatsache ist, daß wir unter dem gegenwärtigen Wirtschaftssystem in stetig steigender Zunahme des Wohlstandes leben. Der nationale Wohlstand, namentlich die Lebenshaltung, der minderbemittelten Volksschichten hat sich wesentlich gehoben. Der Regierung liegt natürlich daran, das billige Fleisch dahin zu bringen, wo es am besten wirken kann. Gefrorene Hammel werden auch schon aus Australien eingeführt. Die Fleischer bereiten aber dem Verkauf Widerstand; das Fleisch selbst wird aber gern gekauft. Die Aufhebung des§ 12 des Fleischschaugesetzes würde eine schwere Gefährdung der Volksgesundheit sein, aber auch eine schwere Benachteiligung der Produzenten. Neben sanitären Rücksichten kommen aber auch wirtschaftliche Fragen in Betracht. Die Schweinezucht Deutschlands übertrifft die Englands um mindestens das 4 fache. Sie ist bei uns die Viehzucht des kleinen Mannes. Würden wir sie nicht schützen, so würde das für Deutschland in kritischen und kriegerischen Zeiten zum Verhängnis werden. Nächste Sitzung Freitag. Preußischer Tanotag. Abgeordnetenhaus. Berlin, 30. Jan. Am Ministertische: Landwirtschaftsminister von Schorlemer. Zunächst beschließt das Haus, die Vernehmung des Abg. Kreth(k.) als Zeuge zu genehmigen. Es folgt die zweite Beratung des Etats der Forstverwaltung. Bei den Einnahmen führt Abg. Weißermel(k.) aus: Wir sind erfreut, daß die Forstverwaltung auch die innere Kolonisation fördert, indem durch Abforstung Raum für kleinere Ansiedelungen geschaffen wird. Ich halte die Wünsche der Förster nach Besserstellung für berechtigt.— Abg. Heine (natl.): Zur Versorgung der Bevölkerung mit Fleisch trägt die Jagd in nicht geringem Maße bei. Die zinsfreien Darlehen an Förster zur ersten wirtschaftlichen Einrichtung sind zu gering bemessen.— Abg. Spentzig(fk.): Die Dienstaufwendungen für Förster müssen erhöht werden.— Abg. Borchard(S.): Aus der Jagd könnten weit höhere Ergebnisse erzielt werden, wenn sie verpachtet und nicht den Oberförstern überlassen würde. Die Löhne der Forstarbeiter sind trotz der gewaltigen Ueberschüsse der Forstverwaltung, besonders im Westen, unzureichend.— Abg. Ehlers Vp. wünscht Reformen des Holzauktionsverfahrens.— Abg. KrauseWaldenburg(fk.) wünscht eine günstigere Gestaltung der Anstellungsverhältnisse der Forstassessoren.— Landwirtschaftsminister von Schorlemer: Die Anstellungsverhältnisse der Förster und Oberförster werden sich in Zukunft günstiger gestalten. Die Holzverkaufsbedingungen unterliegen gegenwärtig einer neuen Aufstellung; es sollen hierbei die Vertreter der großen Holzhändlerverbände zugezogen werden. Bei den Forstarbeitern handelt es sich größtenteils um Gelegenheitsarbeiter. Der Durchschnittslohn einschließlich der Frauen und Jugendlichen beträgt 2,83 M. Er ist also ziemlich so hoch als der der Bergarbeiter. Zudem haben die Forstarbeiter noch mancherlei Vorteile durch Ueberweisung von Holz, Streu usw.— Abg. v. Brandenstein(kons.): Die Erhaltung der Wälder in der Nähe von Großstädten ist eine Notwendigkeit, der Staat darf aber dabei kein Opfer im Interesse der Großstädte bringen. Die Wälder müssen in solchem Falle in das Eigentum der Stadt übergehen. Zur Verständigung mit Berlin wird wahrscheinlich die Wirksamkeit des Zweckverbandes führen. Bei der Preisbemessung darf die Leistungsfähigkeit der Käufer nicht außer Acht gelassen werden.— Abg. Ziethen(frk.): Die Erhaltung der Wälder ist im Interesse der Erhaltung der Gesundheit und damit im Interesse der Wehrkraft erforderlich. Einen angemessenen Preis wird ja Berlin bezahlen müssen. Ich fürchte aber, daß die Verhandlungen zwischen dem Zweckverband und dem Fiskus scheitern werden, wenn der Staat seine Forderungen nicht erheblich ermäßigt.— Abg. Cassel(F. V.): Auch der Staat hat ein Interesse an der Volksgesundheit. Die Preisbemessung muß dem Ertragswert entsprechen. Es darf dabei keineswegs der durch Brauchbarmachung für Bebauungszwecke in Frage kommende Wert zugrunde gelegt werden. Man darf nicht einen höheren Wert verlangen, weil Berlin sich wirtschaftlich gut entwickelt hat. Das würde ja eine Strafe für die günstige Entwickelung bedeuten.— Abg. Hirsch(Soz.): Man spricht davon, daß der Quadratmeter 2 4 kosten soll. Der ganze Preis würde demnach 178 Millionen A betragen, was entschieden zu hoch bemessen ist.— Abg. Rosenow(F. V.): Man sollte endlich einmal sagen, was die Wälder kosten sollen. Berlin bringt mit seinen Vororten mehr als ein Fünftel der gesamten Einkommensteuer auf, und deshalb glauben wir, daß wir etwas Rücksicht verdienen.— Landesforstmeister Wesener: Was in dieser Angelegenheit von der Regierung zu sagen ist, hat der Minister bereits in der Budgetkommission mitgeteilt. Ich will nur bemerken, daß die Verhandlungen mit dem Zweckverband wahrscheinlich zur allseitigen Befriedigung zum Abschluß gelangen werden.— Eine Reihe von Beamtenpetitionen wird hierauf der Budgetkommission überwiesen und die Weiterberatung auf heute abend 7½ Uhr vertagt. Abendsitzung. Am Ministertisch: Frhr. v. Schorlemer. Die Beratung des Etats der Forstverwaltung wird fortgesetzt. Nach längerer Debatte wird der Etat der Forstverwaltung angenommen. Es folgt der Etat der Seehandlung, der debattelos erledigt wird. Das Haus vertagt sich auf Freitag. Der erneute Balkankrieg. Kündigung des Waffenstillstandes. Was nach dem Vorbilde Bulgariens auch von den anderen Staaten des Balkanbundes zu erwarten war, ist nun eingetreten: Der Waffenstillstand ist von sämtlichen Verbündeten gekündigt worden gemäß folgender Meldung: Reschischnse cer ie ece der Türkei den Waffenstillstand gekündigt von gestern abend 7 Uhr ab. Paris, 31. Jan. Der hier aus London eingetroffene bulgarische Finanzminister Theodorow erklärte u. a.: Bulgarien werde die Forderung einer Kriegsentschädigung aufrechterhalten. Es habe 25000 Tote auf dem Schlachtfelde verloren und es werde dadurch allein ca. 30 Jahre lang 10 Millionen für Pensionen auszugeben haben. Bulgarien habe jetzt 550000 Mann auf den Schlachtfeldern. Die Türkei, welche Bulgarien dazu zwinge, diese Streitkräfte auf dem Kriegsfuß zu halten, möge auch die Kosten bezahlen. Im Prinzip seien die Balkanverbündeten bereit, einen Teil der türkischen Schuld zu übernehmen, aber sie könnten keine willkürliche Einschätzung zulassen. Die Balkanverbündeten könnten seiner Ansicht nach von den 3 Milliarden der türkischen öffentlichen Schuld 400 Millionen übernehmen. Die Antwort der Pforte an die Mächte wurde gestern vormittag vom Großwesir dem Botschafter Oesterreichs überreicht. Die Note ist sehr ausführlich; sie ist in einem gemäßigten Ton gehalten und füllt vier Bogenseiten. Ueber den Inhalt verlautet folgendes: Die Pforte besteht darauf, diejenigen Teile von Adrianopel zu behalten, in welchem die heiligen Orte der Mohammedaner liegen. Sie ist bereit, das rechte Ufer der Maritza abzutreten. Was die Inseln im Aegäischen Meere anbetrifft, so wünscht die Türkei aus strategischen Gesichtspunkten ihre Souveränität über diejenigen Inseln aufrecht zu erhalten, welche in der Nähe der Küste liegen; jedoch überläßt sie den Mächten die Bestimmung des Regimes, unter welches die Inseln gestellt werden sollen. Sie nimmt Kenntnis von der Zusage der Mächte, sie in der Entwickelung des Landes zu unterstützen. Zum Schluß kommt sie noch einmal auf die religiösen und historischen— Gründe zurück, welche die Türkei zwingen, den Teil von Adrianopel zu behalten, welcher die den Muselmanen heiligen Orte enthält. Jedoch erklärt sie sich bereit, die Befestigungen von Adrianopel zu schleifen. deuschland. Ungültiges Reichstagsmandat. Berlin, 31. Jan. Die Wahlprüfungskommission des Reichstages erklärte in ihrer gestrigen Sitzung die Wahl des Abg. Kölsch(ntl.) Baden 7, Öffenburg=Kehl, einstimmig für ungültig. Bei der Hauptwahl hatte Kölsch 8962, der Zentrumskandidat 11 615 und ein Sozialdemokrat 3705 aufgebracht; in der Stichwahl stimmten dann die Sozialdemokraten für Kölsch, der mit 12 712 gegen 12 704, also mit 8 Stimmen Majorität, siegte. Die Fleischentquete=Kommission. Berlin, 31. Jan. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: Die Fleischenquete=Kommission trat unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Delbrück zusammen. Auf der Tagesordnung der dritten Tagung steht die Fortführung der Sachverständigenvernehmung für das Versorgungsgebiet Berlin, und zwar soll die Frage des Fleischverkaufs seitens der Warenhäuser und Konsumanstalten und Kommunen sowie des Nachrichtenwesens und der Statistik zur Erörterung kommen. In letzterer Hinsicht soll insbesondere geprüft werden, ob sich durch eine zweckmäßigere Gestaltung des Nachrichtenwesens eine größere Gleichmäßigkeit der Preise herbeiführen läßt, und ferner, ob sich der Anschlag des Preises im Laden empfiehlt und welcher Einfluß auf die Preisbildung ihm zukommt. Die Verhandlungen, wozu 40 Sachverständige erschienen sind, werden vertraulich geführt. Auch die Bundesregierungen entsandten Vertreter. Kleine politische Nachrichten. Berlin, 31. Jan. Am 9. Februar wird der Kaiser der Säkular=Erinnerungsfeier der Berliner Universität beiwohnen, bei welcher der Historiker Dietrich Schäfer die Festrede halten wird. Für die 3. Juniwoche hat der Kaiser einen Besuch im ev. Kloster Locum zugesagt, das dann sein 750jähr. Bestehen feiert. Berlin, 31. Jan. An Stelle des Prinzen Oskar wird Prinz Eitel Friedrich zur Taufe des jüngsten Kindes des Thronfolgers von Rumänien nach Bukarest entsandt werden. Bamberg, 31. Jan. Papst Pius X. sandte dem schwererkrankten Prälaten Dr. Schaedler seinen Segen. England. Asquith und die Frauenrechtlerinnen. Dundee, 31. Jan. Während einer Feierlichkeit aus Anlaß der Ve rleihung des Ehrenbürgerrechts an den Premierminister Asquith kam es zu Tumulten. Asquith wurde, als er auf eine an ihn gerichtete Ansprache erwiderte, andauernd von Anhängerinnen des Frauenstimmrechts unterbrochen. Eine Frau, die Asquith einen Verräter nannte, wurde unter großem Lärm hinausbefördert. Als man dann fortfuhr, eine der Demonstrantinnen nach der anderen hinauszuweisen, packte die Frauen der Schreck. Sie ergriffen vor ihren Verfolgern die Flucht und wollten von einer Galerie 20 Fuß tief hinabspringen. Man hielt sie jedoch im letzten Augenblick noch zurück. Schließlich ließ der Tumult nach und Asquith konnte weitersprechen. Spanien. Die Beisetzung Morets. Madrid, 31. Jan. Hier hat gestern die Beisetzung der früheren Ministerpräsidenten Moret in Gegenwart eines Ver 1— K K treters des Königs stattgefunden. Ferner waren sämtliche Minister, eine Reihe von Parlamentariern, Delegationen und andere hervorragende Persönlichkeiten erschienen. Der König hatte sich vor der Trauerfeier am Sarge eingefunden. Dietusstsche Sonderalttion uon Stämttnopet derandie n gedrcts dreibunch Gerichtssaal. Dortmund, 30. Jan. Schwurgericht. Der Geschäftsführer der Molkerei Unna, Emil Drücke, war vom Unnaer Schöffengericht zu 100 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Die Molkerei Unna hatte wegen ihrer guten Butter starken Absatz, den sie besonders in den letzten milchknappen Jahren selbst nicht mehr decken konnte. Drücke ging infolgedessen dazu über, einen großen Teil der Butter aus Hamburg zu beziehen und mit dem Firmenstempel„Molkerei Unna, Feinste Tafelbutter" zu verkaufen. Das Gericht kam zur Einstellung des Verfahrens aus folgenden Erwägungen: Das Nahrungsmittelgesetz sei nicht anwendbar, weil dieses den bestrafe, der wissentlich oder fagrlässig verdorbene oder gesundheitschädliche Genußmittel in den Verkehr bringt oder feil hält. Daß die in Frage kommende Butter von solcher Beschaffenheit gewesen sei, stehe nicht fest, ebensowenig habe bewiesen werden können, daß die fremde Butter Veranlassung zur Klage gegeben habe. Eine Verurteilung hätte nur auf Grund des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb erfolgen können, weil hier ein Mittel zum Zwecke der Täuschung angewendet sei. Da es aber an einem dahinzielenden Strafantrag mangele, konnte keine Verurteilung erfolgen. Dortmund, 31. Jan. Die Strafkammer verurteilte den Kunstmaler Walter Eckstein von hier wegen Wechselfälschung und versuchten Betrug zu 4 Mon. Gef. Essen, 31. Jan.(Strafkammer.) Der 55jährige Zechenbote der Zeche Königsgrube, Anton Schmitz aus Röhlinghausen, war angeklagt, dem Konsumverwalter Henkel 400 M, dem Metzgermeister Limfers in Röhlinghausen 4000 bis 5000 A gestohlen zu haben. Der Verdacht, diese Diebstähle begangen zu haben, lenkte sich dadurch auf Schmitz, daß er im Sommer v. J. von Frau Limfers dabei betroffen wurde, daß er einmal vor der im Schreibtisch verschlossenen Geldkassette stand, ein andermal aber sich an dem Schloß des Schreibtisches zu schaffen machte. Limfers stellte Schmitz zur Rede und erreichte, daß ihm Schmitz 200 A gab und später ein Sparkassenbuch über 1200 M gegen das Versprechen anbot, über den Fall zu schweigen. Es kam jedoch zur Strafanzeige. Das Gericht nahm eine fortgesetzte Handlung an und verurteilte Schmitz wegen schweren Diebstahls, angesichts des groben Vertrauensbruchs, zu 9 Mon. Gef. Im Falle Henkel erfolgte Einstellung des Verfahrens, da es sich nach der Beweisaufnahme um einfache Diebstähle handelte, und die Strafverfolgung verjährt sei. Duisburg, 31. Jan. Wegen Bronzekettendiebstahls in der Nacht zum 23. Dez. von dem Erbbegräbnis der Familie Bischof hatten sich vor der Strafkammer der 33jährige Dachdecker Franz Jaquemard, der 28jährige Zimmermann Friedrich Hoppe, der 27jährige Maurer Adolf Wiegand und wegen Hehlerei und Anstiftung der 38jährige Schreiner Karl Robes zu verantworten. Jaquemard wurde zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt, Hoppe zu 1 Jahr, Wiegand zu 2 Jahren und Robes zu 8 Monaten Gef. Düsseldorf, 31. Jan. Um beim Weihnachtsurlaub eine bessere Figur zu machen, ließ sich der Füsilier August Wölke von der 6. Komp. des 39. Inf.=Regts. zu einem törichten Streich hinreißen. Er erbrach das Spind eines im Lazarett liegenden Kameraden und entwendete dessen eigene Uniform. Er schmückte sie noch mit einer Schützenschnur und fuhr dann nach Oberhausen zu seinen Angehörigen. Dieser törichte Streich brachte den W. unter der Anklage des schweren Diebstahls vor das Kriegsgericht. Das Gericht schenkte den Angaben des W., daß er den Anzug bei der nächsten Gelegenheit dem Bestohlenen wieder habe zurückgeben wollen und den Anzug nur für den Urlaub gebraucht habe, Glauben und sprach ihn frei. Köln, 30. Jan. Hausfriedensbruch. Eine Zimmervermieterin am Ring hatte von einem Abzah lungsgeschäft 2 Bilder gegen eine kleine Anzahlung und monatliche Abzahlung geDie Verkäuferin hatte sich das Eigentumsrecht bis nach erfolgter Zahlung und bei Nichtinnehaltung der Kaufsbedingungen die Rücknahme der Bilder zu jeder Tageszeit vorbehalten. Da dieser Fall eintrat, begab sich ein Angestellter der Firma am 12. Febr. 1912, abends 9 Uhr mit dem Arbeiter S. in die Wohnung der Käuferin. Diese wollte sie nicht hereinlassen, da sie schon im Bett lag, öffnete aber schließlich doch, und die beiden drangen dann gegen ihren Protest in das Zimmer ein und eigneten sich die Bilder an. Als sie daraufhin wegen Hausfriedensbruchs angeklagt wurden, machten sie geltend, daß sie nach dem Kaufvertrage berechtigt gewesen seien, das Zimmer zu betreten. Die Strafkammer erkannte dies aber nicht an und verurteilte beide zu 30 Mark Geldstrafe. Dieses Erkenntnis wurde in der Revisionsinstanz vor dem Oberlandesgericht bestätigt. In den Urteilsgründen wird ausgeführt, daß die Angekligten sich sagen mußten, die erwähnte Verkaufsbestimmung greife nur dann Platz, wenn die Firma ihre Ansprüche nicht auf gerichtlichem Wege geltend machen könne. Außerdem hätten sie keinesfalls Recht zum Betreten der Wohnung gehabt, da die 9. Stunde im Februar als Nachtzeit anzusehen sei. Leipzig, 31. Jan. Vor dem vereinigten 2. und 3. Strafsenat des Reichsgerichts fand gestern der Spionageprozeß gegen den Monteur Wilhelm Ewald aus Bockenheim bei Frankfurt statt. Ewald wohnte zuletzt in Boulogne sur Seine bei Paris. Er war früher bei Siemens und Halske beschäftigt. Er hatte dort mit der Einrichtung von Telegraphenund Telephonanlagen auf Kriegsschiffen zu tun. Er wird beschuldigt, die in der Anklageschrift näher bezeichneten Nachrichten in Wilhelmshaven, Kiel und London zur Kenntnis des englischen Nachrichtendienstes gebracht zu haben. Es handelt sich um ein Verbrechen gegen den§ 1 des Spionagegesetzes. Vor dem Gerichtshof erschienen 6 Zeugen und 3 Sachverständige. Die Oeffentlichkeit war ausgeschlossen. Im Spionageprozeß Ewald wurde der Angeklagte zu 7 J. Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Wie die Verhandlungen feststellten, hatte sich der Angeklagte von der englischen Admiralität als Spion anstellen lassen und ihr 7 Berichte und Zeichnungen über geheimzuhaltende Gegenstände ausgeliefert. Wetternachrichten. Wetter für Samstag: Unbeständig, zeitweise Regen, böig. Aus Stadt, Amt und Kreis. Wattenschei d, 31. Jan. * Se. Maj. der Kaiser und König haben bei dem am 8. d. M. geborenen 8. Sohne des Bergmanns Anton Skrzypinski in Röhlinghausen eine persönliche Patenstelle zu übernehmen und ein Gnadengeschenk von 60 Mk. aus Allerhöchster Schatulle zu bewilligen geruht. * Aus der gestrigen Schöffensitzung. Freigesprochen von der Anklage der Körperverletzung wurde der Bergmann Heinrich D. von hier.— Wegen Diebstahls von Emaillewaren zum Nachteil der vereinigten Emaillierwerke Gelsenkirchen in Höhe von 15 bis 20 Mark waren die jugendlichen Arbeiter Heinrich M., Max R., Georg Pf. und August O. von Günnigfeld angeklagt. Sie erhielten sämtlich einen Verweis.— Wegen Körperverletzung hatte sich der Bergmann Heinrich P. von Westenfeld zu verantworten. Der Angeklagte hatte in der Grube einem Mitarbeiter einen Stein an den Kopf geworfen, sodaß der Getroffene ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen mußte. Da der Angeklagte geständig und gereizt worden war, sam er mit einer Geldstrafe von 15 Mark davon.— Eine Geldstrafe von 15 Mk. erhielt der Metzger G. von Günnigfeld wegen fahrlässiger Körperverletzung. Die Hunde des Angeklagten hatten den Bergmann C. in Günnigfeld angefallen und gebissen.— Unter der Anklage des Hausfriedensbruchs, der Sachbeschädigung und der Körperverletzung stand der Bergmann S. von Leithe. Dem Angeklagten wurde mit Rücksicht auf seine Vorstrafen eine Geldstrafe von 50 Mk. zudik tiert; ferner hat er an den Verletzten eine Buße von 20 Mark zu zahlen.— Freisprechung erzielten von der Anklage des Diebstahls von Bauholz der Anstreicher B. und die Bergleute Christian S., Wilh. Sch. und Josef W. von hier.— Des groben Unfugs und der Sachbe schädigung schuldig gemacht haben sich die Bergleute Franz B., Wilh. St., Joh. W., Ernst L. und Wilhelm F. von Günnigfeld. Die Angeklagten hatten an einem Polterabend regen Anteil genommen, indem sie Flaschen, Kalkkübel und sonstige Sachen den Brautleuten vor die Türe warfen; auch sollen die Angeklagten mehrere Zäune beschädigt haben. Den groben Unfug geben die Angeklagten zu, von der Sachbeschädigung wollen sie jedoch nichts wissen. Das Urteil lautete wie folgt: B. 14 Mk. Geldstrafe, St. 12 Mk., W. 10 Mk., L. 3 und F. 10 Mark.— Aus dem Bochumer Zentralgefängnis vorgeführt wurde der Bergmann Andreas H. von Günnigfeld. Er verbüßt dortselbst eine Gefängnisstrafe von 18 Mon. Gestern hatte er sich vor dem hiesigen Strafrichter wieder wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung zu verantworten. Das Gericht erkannte auf 35 Mk. Geldstrafe. Wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung erhielten die Bergleute Wilh. K. von hier eine Geldstrafe von 5 Mk., Rudolf T. eine solche von 15 Mk.; außerdem hat T. an den Verletzten eine Buße von 20 Mark. zu zahlen.— 1 Sache wurde vertagt. * Zivilsitzung. Die Zivisitzung, welche heute vormittag am hiesigen Kgl. Amtsgericht stattfand, hatte sich mit 32 Sachen zu beschäftigen. Als Richter amtierte Amtsrichter Münker. * Jugendpflege. Zu dem Vortrage über Berufswahl u. Stellenvermittelung", den Direktor Heinen vom Volksverein M.=Gladbach gestern abend 6 Uhr im Kaisersaal(Koch) hielt, hatte sich eine große Anzahl an der Jugendpflege interessierter Herren aus Stadt und Amt Wattenscheid eingefunden. Ist doch auch gerade die Berufswahl eine Angelegenheit, die für das ganze fernere Leben eines jungen Menschen von der allergrößten Wichtigkeit ist. Aber leider, so führte der Redner etwa aus, lassen sich die meisten Eltern in dieser wichtigen Frage meistens nur von den Gesichtspunkten leiten: er soll recht bald verdienen und zum andern, wenn es geht, etwas Besseres werden. Und gerade vor diesem letzteren, vor dieser Klasse der sog. ungelernten Arbeiter konnte Redner nicht eindringlich genug warnen. Denn nicht nur, daß der ungelernte Arbeiter mit 19 Jahren schon seinen Höchstverdienst, erreicht und infolgedessen keine Zukunft, kein Lebensziel mehr hat, findet er in feinem Berufe auch keine innerliche Beriedigung und ist außerdem jeder wirtschaftlichen Krisis in hohem Maße unterworfen. Als erstrebenswertes Ziel bezeichnete es der Redner, wenn die Eltern sich in der Frage der Berufswahl mit der Schule und ihren Lehrern— und nicht zuletzt auch mit dem Schularzt— zu gemeinsamer Arbeit vereinigen würden. Aufgabe der Schule sei es dann, durch Fühlungnahme mit den Vorständen der Innungen und der Handwerks= bezw. Handelskammer die jungen Menschen geeigneten Lehrstellen zuzufüfren. Mit dem Hinweis darauf, daß solche Stellenvermittelungen sich z. B. in München, Straßburg, Frankfurt a. M. schon trefflich bewährt hätten, und mit dem Wunsche, daß auch hier in Wattenscheid eine derartige Einrichtung entstehen möge, schloß der Redner seine mit dem wohlverdienten Beifall ausgenommenen Ausführungen.— Die im Anschluß an den sehr belehrenden Vortrag einsetzende lebhafte Besprechung griff zunächst die vom Redner zuletzt geäußerte Anregungen wieder auf und zeitigte sodann das erfreuliche Ergebnis, daß 2 Herren aus der Versammlung damit beauftragt wurden, die notwendigen Vorarbeiten in die Wege zu leiten, damit eine die Stadt und das Amt Wattenscheid umfassende Stellenvermittelung geschaffen werden möge.— Gewählt wurde für die Stadt Wattenscheid Rektor Schröder, für den Bezirk des Amtes Wattenscheid Hauptlehrer DormannWestenfeld. * Theater in Wattenscheid. Von allen Tollheiten, die der Carneval bis nun ausbrütete, ist wohl die heute abend im Koch'schen Saale stattfindende Windhund=Aufführung die tollste. Damit erreicht der Karneval seinen Höhepunkt. Dem Humor, der Freude und ausgelassener Fröhlichkeit sind bei diesem lustigsten aller Stücke Tür und Tor geöffnet. Bei der 1. Windhund=Vorstellung in Wattenscheid nahm das Lachen kein Ende. Minutenlang mußte das Spiel der Darsteller unterbrochen werden, bis sich das Publikum wieder beruhigte. Man lachte Tränen und wenn das Totlachen nicht so gefährlich wäre, man hätte sich sicher totgelacht. Wer sich also noch einmal so recht nach Herzenslust austoben will, der sehe sich heute den Windhund an, wie er über die Bretter des Kaisersaales springt. Die Aufführung erfolgt bekanntlich durch das Bochumer Interimstheater unter der tüchtigen Leitung des Direktors Werner. * Kostümfest des Turnvereins D.=T. Prinz Karneval mit seinem Gefolge von Frohsinn und Humor hat in unsere sonst so nüchterne Stadt wieder seinen Einzug gehalten und schwingt bereits sein Szepter in der übermütigsten Laune. Das Kostümfest Turnvereins D. T., welches am morgigen Samstag im Kaisersaal(Koch) stattfindet und in jedem Jahre zu den glänzendsten karnevalistischen Veranstaltungen unserer Stadt gehört, wird der lustige Prinz dazu benutzen, um eine große Heerschau über seine Getreuen abzuhalten. Der Kaisersaal ist aufs prächtigste dekoriert und bietet somit einen würdigen Rahmen für das bunte und tolle Leben, welches sich morgen dortselbst enfalten wird. Ein schwerer Unfall, dem leider ein braver Knappe zum Opfer fiel, hat sich am Mittwoch im hiesigen Bergbau zugetragen. Der Hauer Joh. Weitmann von Günnigfeld, Parkstraße 26 wohnhaft, befand sich bei der Arbeit, als sich plötzlich das Hangende löste und den Unglücklichen unter sich begrub. Er erlitt einen Schädelbruch und mehrere andere Verletzungen und wurde in schwerverletztem Zustande zum Knappschaftskrankenhause in Ueckendorf gebracht, wo er gestern seinen Leiden erlegen ist. Der Verunglückte ist 43 Jahre alt und hinterläßt eine Frau mit 3 Kindern. * Aus dem Bezirksausschuß zu Arnsberg. Es klagte der Landwirt Kohlleppel, der Besitzer von„Haus Sevinghausen“ gegen den Bürgermeister zu Wattenschei d, weil er(K.) 291 Mark Umsatzsteuer zahlen sollte. K. behauptet, daß man ihn zu dieser Steuer von insgesamt 291 Mk. in 2 Gemeinden veranlagt habe; man wolle ihn also doppelt besteuern. Der Vorsitzende des Bezirksausschusses, bedeutete dem Kläger, daß er sich gegen die erste Veranlagung, die er von Sevinghausen erhalten hat, hätte wehren müssen,— dann gegen die Besteuerung in Wattenscheid nochmals. K. will das in Frage stehende Grundstück an der Ecke Süd= und Ottostraße, Flur 20 Parz. Nr. 125=32 in der Subhastation erworben haben. Ein Gutachter hatte den Wert des Grundstückes auf 17100 Mk. geschätzt. Damit war die Gemeinde Wattenscheid aber nicht zufrieden. Als Obergutachter wurde hierauf der Steuerinspektor Badenhausen hinzugezogen. Dieser schätzte den Wert des Grundstückes auf 29100 Mk. Das Obergutachten will K. nicht anerkennen. Er behauptet, daß er das Grundstück für einen bedeutend billigeren Preis gerne veräußern würde, wenn dieses nur möglich wäre. In Wattenscheid befänden sich viele Häuser in Zwangsversteigerung. Infolgedessen ruhten die übrigen Grundstücks An= und Verkäufe. Bürgermeister Wibberding bemerkte hierzu, daß ihm von außergewöhnlichen Subhastationen in Wattenscheid nichts bekannt sei. Die Vorbesitzer des von K. erworbenen Grundstücks hätten von diesem stets die Gemeindegrundsteuer nach einem Werte von 29100 Mk. bezahlt. Er bitte, die Klage abzuweisen. Der Bezirksausschuß entschied demgemäß. Die Urteilsbegründung wird den Parteien schriftlich zugestellt werden. * Ein abgewiesenes Konzessionsgesuch. Wegen Versagung der Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft klagte der Wirt Johann Vatter zu Ueckendorf gegen die Gemeinde= und Ortspoli= zeibehörde in Wattenschei d, woselbst V. sich das Haus Vorstadtstraße Nr. 50 für einen Wirtschaftsbetrieb ausersehen hatte. Der kollegialische Gemeindevorstand hatte aber seinen Antrag wegen Mangels an Bedürfnis abgewiesen. Auch der Bezirksausschuß hat schon einmal eine Berufung gegen dieses Urteil aus gleichen Gründen zurückgewiesen. Der Kläger führte zur Begründung seiner erneuten Berufung aus, daß er bisher in Ueckendorf am Bahnhof Gelsenkirchen=Wattenschei d eine Wirtschaft gehabt habe. Diese sei ihm durch die Eisenbahnverwaltungenteignet worden, wobei man ihn, zwecks Erlangung einer Neukonzession, an Wattenscheid hingewiesen habe. Die Entschädigung, die er damals von der Eisenbahn erhalten habe, genüge bei weitem nicht. Die Einwohnerzahl der Stadt Wattenscheid sei in den Jahren von 1907—1910 von 22.500 auf 28 500 gestiegen. In dieser Zeit sei keine Neukonzession bewilligt worden, wohl aber seien 2 alte Wirtschaften eingegangen. Bürgermeister Wibberding bestritt die angegebene Zunahme der * U böchtens um 300 Eim und eberseld eingetrossen. Sie halten im Krfelder Jof elne und erst aus dem Jahre 156h pieh 8 der Nähe des klägerischen Projekts rund 12 Wirtschaften. Das genüge für jegliches Bedürfnis.— Der Bezirksausschuß wies denn auch dieses Mal wieder die Berufung Vatters zurück. Eine Abmachung mit der Eisenbahnverwaltung gehe die Stadt nichts an. * Die Landwirtschaftskammer für die Provinz Westfalen beabsichtigt, am 14. März im Zuchtviehmarktsgebäude in Hamm einen Zuchtbullenmarkt für Niederungsvieh, ferner am 20.Mai einen Zuchtviehmarkt für rotes Höhenvieh verbunden mit Prämiierung in Kreuztal, Kreis Sieg abzuhalten.— Die 13. Hauptversammlung der der Landwi# schaftskammer für die Provinz Westfalen angeschlossenen Vereine findet am 12. Febr. in Bielefeld statt. * Nachdem der Wind bereits gestern nachmittag von Nord=Ost nach Süd=West gedreht hatte, stellte sich auch bald Regen ein, der die ganze Nacht anhielt und erst im Laufe des Morgens nachließ, aber wahrscheinlich noch einige Fortsetzungen haben wird. * Ein schwerer Junge. In der gestrigen Schöffensitzung am hiesigen Kgl. Amtsgericht hatte sich unternehmen. Aachen, 30. Jan. Der Kreistag beschloß, der Errichtung eines modernen Krankenhauses nach dem Pavillonsystem mit Abteilungen für Chirurgie, innere und Infektionskrankheiten und setzte eine Kommission zur weitern Vorbereitung des Planes ein. Nemscheid, 31. Jan.(Wilhelm, der 12. Junge.) Unter seascen Desicgescauen echen ene Seaie e sech. schaften und auf der Straße, die Köchinnen standen damit vor dem Küchenherd, die Hökerfrauen saßen damit vor ihren Ständen auf Straßen und Plätzen, und Bettelfrauen hatten die Krinoline auf ihren Bettelgängen an. Selbst bis in entferntesten Dörschen Ostpreußens war die Krit gedrungen. Der damalige preußische Kriegsmit bst bis in die inoline voriinister von verordnetenmehrheit hatte wiederum ein sozialdemokra tisches Mitglied in die Schuldeputation gewählt. Auch dieser Wahl hat, wie verschiedenen vorhergegangenen Wahlen anderer Sozialdemokraten in diese Deputation, die Regierung die Bestätigung versagt. Die Sozialdemokraten wollen nun in der nächsten Sitzung wiederum einen der ihrigen in die Schuldeputation wählen. Höhscheid, 31. Jan. In der gestrigen Stadtverordnetennieueste Telegramme der W. Ztg. Drahtlose Telegraphie in Oesterreich. Wien, 31. Jan. Offiziös: Die Tagesblätter haben über militärische Versuche mit drahtloser Telegraphie berichtet, die cht hatte sich Hoysyhriv, 91. Jun. Iul uxt bestrigen Stadtverordneten- zwischen Wien und südlichen Garnisonorten„stattgefunden der aus der Haft vorgeführte Händler Emil M. aus dem sitzung erklärte der Bürgermeister, daß er die Absicht habe, haben sollen. Bei diesen Versuchen soll die Verständigung benachbarten Hamme wegen eines im Zentralhof(Kesten) den Brandmeister des 1. Löschzuges, Wilh. Nägelkrämer, zum durch die Funkenstation auf der Grazer Jesuitenkirche gestört hierselbst verübten Schirmdiebstahls und wegen Polizeibeamten zu ernennen. Der Stadtverordnete Freund worden sein. Diese Behauptungen sind unrichtig, weil funGewerbevergehens zu verantworten. Er war nämlich erklärte hierauf, er müsse zu bedenken geben, daß im 1. kentelegraphische Versuche des Kriegsministeriums überhaupt nicht im Besitze eines Gewerbescheines. Der Angeklagte hat ein bewegtes Leben hinter sich, da er nicht weniger wie 17 mal, darunter mit Zuchthaus vorbestraft ist. Bei einer Schlägerei in Bochum erhielt er von einem Polizeibeamten einen Säbelhieb über die linke Hand und verlor diese dadurch. Trotzdem der Angeklagte gestern Trunkenheit vorschützte, erhielt er wegen Diebstahls 3 Wochen Gef. und wegen Gewerbevergehens 49 Mark Geldstrafe. * Höntrop, 31. Jan. Wie alljährlich, so feiert auch in diesem Jahre der Gänsereiterklub am Rosenmontag sein Gänsereiterfest, verbunden mit einem närrischen und echt historischen Festzug in althergebrachter Weise. Um unseren Lesern einen Begriff zu machen über das eigentliche Gänsereiten und dessen Ursprung, so sei hier kurz folgendes mitgeteilt: In den Jahren 1598—99 sowie auch im 30jährigen Kriege waren spanische Kriegsvölker im Bezirke Wattenscheid; diese übten dort zur Kurzweil das jetzige Reiterspiel, das Reiten nach der Gans. Dieses wurde damals weitergeführt von den Burschen der Bauerschaften Günnigfeld, Ueckendorf und Höntrop. Aber nur in Höntrop und Sevinghausen hat sich der alte Brauch erhalten. Da nun in den letzten Jahren der Besuch von Auswärts stets zugenommen hat, so ist auch in diesem Jahre wieder ein großer Andrang zu erwarten. Der Gänsereiterklub hat auch in diesem Jahre weder Kosten noch Mühen gescheut und alles aufgeboten, um jeden Besucher zufrieden zu stellen. Ganz beLöschzuge eine eigenartige Praxis zu bestehen scheine. 3 nicht stattgefunden haben. Das Kriegsministerium stand dieZeugen hätten ihm erklärt, daß die Wehr habe Häuser ab ser Angelegenheit fern und hat erst durch die Tagesblätter brennen lassen, die man hätte retten können. U. a. habe man von der Funkenstation in Graz erfahren. bei einem Brande im Hause des Brandmeisters Nägelkrämer Verhandlungen zwischen dem Vatikan und Serbien. das Haus ruhig abbrennen lassen, nachdem man einige wert= Rom, 31. Jan. Nach Depeschen aus Belgrad sollen Vervolle Sachen aus dem Hause herausgeholt hatte. Er nähme handlungen über ein Konkordat zwischen Serbien und dem an, daß die Feuerversicherung die geretteten Sachen nicht auch hl. Stuhl im Gange sein. Osservatore Romano schreibt in noch habe mitbezahlen müssen. Der Bürgermeister erklärte, einer redaktionellen Notiz dazu: Wir wissen nicht, daß Verdaß er angesichts dieser schweren Beschuldigungen den Punkt handlungen im Gange sind, auf die diese Meldung anspricht. wegen der Ernennung des Brandmeisters zum Polizeibeam Der Abbruch der Friedensverhandlungen. ten von der Tagesordnung zurückziehen und die Sache amt= London, 31. Jan. Die Balkandelegierten erklären, daß die Türkei auf dem Schlachtfelde die Friedenspräliminarien unterzeichnen müsse, ehe weitere Verhandlungen möglich seien. London, 31. Jan. Dem Vernehmen nach werden die Balkan=Verbündeten die türkischen Vorschläge rundweg ablehnen. Dr. Danew erklärte einem Berichterstatter: Der Vorschlag einer Teilung Adrianopels ist nicht neu. Schon vor einiger lich untersuchen werde. Schlebusch, 31. Jan. 4 Männer die in einem Automobil saßen, ergriffen ein 16jähriges Mädchen und nahmen es mit. Glücklicherweise platzte ein Gummireifen und während der Reparatur gelang es dem Mädchen, zu entfliehen. Das Aut: trug keine Nummer. Köln, 30. Jan. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurde die 3 tägige Lesung der einzelnen Haus= einer Teilung Adrianopels ist nicht neu. Schon vor einig hal.svoranschläge für 1913 begonnen. Zunächst wurden Zeit habe er von einer solchen Teilung gehört und diese da845a2 ais ealce Ss als Khaes)=eiechsch. Die Ve. Ale auisen Ascangea gung Hiden ud uicht in Betal samtsumme der Aufwendungen für die Armen=, Invali=davon. den=, Waisen= und Krankenpflege sind um 416 898 Mk.! Konstantinopel, 31. Jan. In diplomatischen Kreisen auf 4647 791 M. gestiegen. Bei der Beratung der findet man die Rote der Pforte versöhnlich und den Mächten jeden Besucher zufrieden zu stellen. Ganz be Voranschläge für die Allgemeine Verwaltung, die Mark gegenüber entgegenkommend. Aber man ist der Ansicht, daß sonders hat man den närrischen und historischen Wagen die 2 819 500 Zuschüsse erfordern, wies Stadtv. Rings nach= nach der Kündigung des Waffenstillstandes die Note sozusagen größte Aufmerksamkeit geschenkt, da gerade dies in den letzten drücklich auf die Notwendigkeit hin, das Kleinwohnungs= wirkungslos bleibe, da die Feindseligkeiten am Montag 7 Uhr Jahren die auswärtigen Besucher heranlockte und fesselte. Das wesen mehr wie bisher zu fördern, und begrüßte aus abends wieder beginnen sollen. Amtliche Kreise der Pforte Arrangement und die Ausführung liegt wieder in Händen diesem Grunde das Vorgehen des Oberbürgermeisters erklären, daß selbst nach Ablauf der Kündigungsfrist die Türdes bekannten Wagenbauers Schilling, der es wieder ver- Wallraf, der am Dienstag eine Ausschußsitzung einbe=kei keinen Angriff mache, sondern sich lediglich verteidigen standen hat, die richtigen Ideen zu finden. Der Zug tritt rufen hatte, um weitere kapitalkräftige Kreise für diese werde, wenn die Balkanverbündeten erstere angreifen sollmittags um 2 Uhr an der Endstelle der elektrischen Bahn an. Angelegenheit zu gewinnen. Einig war die Versamm=ten. Allerdings könnten sich in dieser Zeit noch sehr viele lung in dem Wunsche, eine Zentralauskunftsstelle im neuen Rathaus für die Bürger zu schaffen, um über alle Zweige der Verwaltung und ihre Befugnisse Aufklärung zu geben. Köln, 31. Jan. Gestern nacht wurde in einem Herrnmaßgeschäft an der Bismarckstraße eingebrochen. Die Beute der Diebe an Tuchwaren beziffert sich auf 15000 Ml. Köln, 31. Jan. Verhaftet wurde gestern ein alter Zuchthäusler, dem mehrere Einbrüche in Kirchen der Umgebung igswagen mit hoher Gans, auf dem von Köln zur Last gelegt werden. Auch glaubt man ihm den Schuß durch den Kopf beraubt aufgefunden. Baumann hatte der Ganseronig ryronet, 12. Die Gansereiter in ihrer Tracht. Täter entdeckt zu haben, der vor 3 Monaten mit 2 Komptizen###ch auf die Jago begeben und es ist möglich, daß er dabei dem * Günnigfeld, 31. Jan. Der Wirt R. von in die kath. Pfarrkirche in Solingen einbrach und für 3 bis Bahnkörper zunahe kam und von einem Posten der BahnPunkt 2,30 Uhr erfolgt der Abmarsch zum Festzug und Reitplatz(Spelbergs Busch), wo das Königsreiten stattfindet; darauf Fortsetzung des Festzuges. Der Festzug setzt sich wie folgt zusammen: 1. Fußtruppe„Neue Straßenverordnung", 2. Tambourkorps, 3. Musikwagen mit Pavillon, 4. Wagen„Prinz und Prinzessin Karneval“, 5. Wagen: „Funkenartillerie“, 6. Prunkwagen der„Nichtreiter“, 7. Wagen:„Eingemeindungsfrage“, 8.„Lieb Vaterland, magst ruhig sein“, 9.„Flugmaschine 1913“, 10. Wagen:„Knick-, Linksund Schiebetanz“, 11. Königswagen mit hoher Gans, auf dem der Gänsekönig chr Dinge ereignen, die einer Wiederaufnahme der Feindseligkeiten vorbeugen würden. Die Note wurde um 2½ Uhr nachmittags vom Minister des Aeußeren dem Doyen des diplomatischen Korps, Pallaviccini, überreicht. Sie war nur zurückgenommen worden, um noch einige Worte hinzuzufügen. Ermordung eines Deutschen. Saloniki, 31. Jan. Bei Gallikos wurde die Leiche des deutschen Ingenieurs Baumann von der Firma Dyckerhoff u. Wittmann, die in Frankfurt=Main domiliziert ist, mit einem schout ae Peseben und eas das hate hier hatte dem Bergmann August B. von Wattenscheid wegen Zechschulden den Lohn pfänden lassen. Am Lohntag kam nun August B. mit seinem Bruder D. und dem Bergmann Wilh. T. in das Lokal des oben genannten Wirtes. August B. frug den R., warum er ihm den Lohn habe pfänden lassen und fügte hinzu, er würde 4000 M Kirchengeräte raubte. Königswinter, 31. Jan. Die Kuppe des Petersberges im Siebengebirge und das aussichtsreiche Plateau werden mit Beginn der Reisezeit ein völlig verändertes Aussehen zeigen. Die alten Gebäude nebst den anstoßenden Waldungen sind angkauft worden, um ein Hotel ersten Ranges mit 500 wache erschossen wurde; doch kann auch ein Raubmord vorliegen. Dortmund, 31. Jan. Der Buchhalter einer hiesigen Großfirma flüchtete nach Unterschlagung von mehreren 1000 pfänden lassen und fügte hinzu, er würde sind angkauft worden, um ein Hotel ersten Ranges mit 500|Mark. Es wird vermutet, daß die Prüfung der von dem sein Geld schon wieder bekommen. Hierauf sprangen die! Betten zu errichten. Die Zahnradbahn wird bis zur Spitze Flüchtigen geführten Bücher noch weitere Veruntreuungen eranderen Begleiter auf und schlugen auf den Wirt R. ein. Bei dieser Gelegenheit wurden dem R. mehrere Sachen zertrümmert, außerdem fehlten nachher in der Kasse 2 50=Markscheine. Die Angeklagten bestritten zum Teil, keiner will das Geld genommen haben. Die Angeklagten wurden vom Amtsgericht Wattenscheid wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs, wie folgt verurteilt: D. zu einer Gefängnisstrafe von 15 Tagen. August B. zu einer solchen von 5 Wochen., Wilhelm T. zu einer solchen von 20 Tagen. * Gelsenkirchen, 31. Jan. Im hiesigen Gerichtsgefängnis hat sich eine verheiratete Polin mit Petroleum begossen und dann angezündet, wodurch sie einen qualvollen Tod erlitt. Weitere Lokalnachrichten siehe 2. Blatt. as Weskenchand. Dortmund, 31. Jan. Gestern besuchte der Hüttenarbeiter Gustav Till aus Westig seine hier von ihm getrennt lebende Ehefrau und ging mit ihr in den Anlagen des städtischen Krankenhauses spazieren. Im Laufe des Gesprächs forderte er seine Frau auf, zu ihm zurückzukehren. Als sie hierzu nicht bereit war, gab er 3 Schüsse auf sie ab, von denen sie einer lebensgefährlich traf. Der Täter wurde festgenommen Münster, 31. Jan. Die Stadtverordneten haben in ihrer letzten Sitzung dem Austausch und Ankauf von Grundstücken zur Abrundung des städtischen Geländes zwischen Warendorfer Straße, Sportplatz, Schiffahrter Damm und Dortmund=Ems=Kanal zugestimmt. Das Gelände soll zur Errichtung einer Straßenbahnwagenhalle und einer Kleinwohnungssiedlung für Straßenbahnangestellte benutzt werden. Recklinghausen, 31. Jan. Einen schrecklichen Tod hat das 3jährige Töchterchen des Bergmanns Schellhase gefunden. Das Mädchen stürzte in eine mit heißem Wasser gefüllte Badewanne. Pottrop, 31. Jan.(Neue Kolonie.) Der Kgl. Bergfiskus beabsichtigt, demnächst bei den Zweckelschächten eine zweite Kolonie, bestehend aus 120 Wohnhäusern mit 420 Wohnnungen zu errichten. Duisburg, 31. Jan. Gestern nachmittag ist der Getreidespeicher der Firma Rosenthal und Neumark abgebrannt. Der Schaden beläuft sich auf 850000 Jl. Die Ursache des Brandes ist noch nicht festgestellt. Krefeld. 30. Jan. Hier sind aus dem Eisenbahnministerium der Ministerialdirektor Hoff und andere hohe Beamte des Petersberges emporgeführt. Aus aller-Welt. Selbstmord eines Senators. Altona, 31. Jan. Der Senator Richard Schmidt, Mitinhaber der Norddeutschen Oelwerke Richard Schmidt u. Co., in Wilhelmsburg, jagte sich gestern früh 2 Kugeln in den Kopf und verletzte sich lebensgefährlich. Schmidt soll infolge geldlicher Schwierigkeiten den Selbstmord begangen haben. geben wird. Homburg v. d. H., 31. Jan. Der Kreistag beschloß, dem Kaiser anläßlich des Regierungsjubiläums 20000 Mark zur Förderung der Saalburgforschungen zur Verfügung zu stellen. Neustadt=Haardt, 31. Jan. In den Kellern der Firma L. Mayer wurden durch die Kellerkontrolle 300 000 Lit. Wein versiegelt. Genf, 31. Jan.. Das Schwurgericht verurteilte die mehrfach vorbestraften Italiener Pascal Fraternalli und Josef Marongiu, die in der Nacht zum 5. September 1912 in das Museum Ariana eingebrochen und dabei äußerst seltene Goldmünzen von 40000 M erbeuteten, zu je 7 Jahren Zuchthaus. Blutiger Familienzwist. Lüttich, 31. Jan. In Milmort verwundete der Hausbe, müsnzen von 40.000 A erheuteten, zu je 7 Jahr sitzer Antoine bei einem Familienzwist seinen erwachsenen Fast alle Goldmünzen sind später wiedererlangt. Sohn und erschoß sich. Harcelona, 31. Jan. Die Geschworenen sprachen gestern 3 Ausständige frei, die einen Polizeibeamten ermordet hatten. Vermischtes. Die Krinoline vor Die Einführung der Krinoline serin Eugenie von Frankreich zugeschrieben. fünfzig Jahren. ne wird gewöhnlich n. Diese der KaiDas Publikum nahm das Urteil mit lebhaftem Beifall auf. 3 Arbeiter überfahren. Berlin, 31. Jan. Gestern nachmittag 5 Uhr sind auf der Strecke Spandau=Berlin am Bahnhof Heerstraße 3 Rottenist aber durchaus unrichtig: denn lange ehe die Spanierin im Jahre 1853 auf den französischen Kaiserthron kam, zeigten sich die Modedamen überall in der Krinoline. Bereits Modebilder aus den vierziger Jahren zeigen uns die Krinoline. Höchstens ist es unrichtig, daß die Damenkleider von Paris ausgehend, und zunächst vielleicht von der französischen Kaiserin begünstigt, einen immer größeren Umfang erreichten. Uebrigens merkte die Kaiserin bald, daß sie die Krinoline nicht besonders vorteilhaft kleide, und eitel, wie sie war, dachte sie Diese Annahme Arbeiter, die einem Güterzuge ausweichen wollten, von einem Berliner Schnellzuge erfaßt und entsetzlich verstümmelt worden. 2 Kinder ertrunken. Breitenbach(Tirol), 31. Jan. Hier sind 2 Kinder beim Schlittschuhlaufen auf dem Inn eingebrochen und ertrunken. Massenhaussuchungen. Petersburg, 31. Jan. In den Putilowwerken fanden Massenhaussuchungen und 50 Verhaftungen unter den Arbeitern statt. 15000 Arbeiter dieser Werke wollen streiken. daran, eine andere Mode zu begünstigen. Eugenie legte die Sie verlangen die Entlassung eines Kontrolleurs, der angebKrinoline im Januar 1859 ab, um nie wieder einen derarti= lich einen Arbeiter tätlich angegriffen hat. Die Direktion gen Kleiderrock anzulegen. Zum Staunen des gesamten Hofes will dem Verlangen der Arbeiter nicht nachkommen und droht erschien Eugenie in dieser Zeit auf einem Hofball ohne Krino= mit der Entlassung sämtlicher Streikender, falls sie nicht morline. Das war damals eine Sensation ersten Ranges. Die Kunde wurde in alle Welt hinausgetragen, alle Zeitungen schrieben darüber, und selbst in den Berichten der in Paris be glaubigten Botschafter und Gesandten soll über diese wichtige Nachricht berichtet worden sein. Daß die französische Kaiserin durchaus nicht die Modeherrscherin war, als die sie oft angesehen worden ist, geht am besten daraus hervor, daß nun die Krinoline durchaus noch nicht verschwand. Im Gegenteil erreichte die Krinoline erst nach dem Jahre 1859, etwa zu Beginn des Jahres 1863, ihre weiteste Verbreitung. Mochte sich auch die Kaiserin Eugenie von der Krinoline emanzipiert haben, an anderen Höfen, beim Adel und Bürgertum, blieb diese Mode doch noch immer begünstigt. So trug z. B. die gen zur Arbeit erscheinen. 103 Mordtaten. Charkow=Don., 31. Jan. Ein Verbrecher, der überführt wurde, 103 Morde begangen zu haben, wurde vor das Kriegsgericht gestellt. Bestbewährte gesunda und magen:. darmkranke I Nahrung für: soete Ner h in der Enwrichung zuröchgebliebene lünder. — 8 1 Synagogen-Gemeinde Wattenscheid. Gottesdlenst. Freitag, den 31. Jan. er. abends 5 Uhr. Samstag, den 1. Febr. er. morgens 9 Uhr abends 6,10 Uhr Samstag, 1. Febr. er., vormittags 10 Uhr werde ich an Ort u. 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Febr. 1912, nachmittags 5 Uhr Grobes karnevallstisches Konzert mit Karneval-Ball. unter freundlicher Mitwirkung des ganzen humoristischen Clubs„Feisenfest“. Auch wird ein großer Bohnenkuchen mit 10 Preisen verteilt. Die Feier ist eine geschlossene. Einführungen gestattet. Närrische Abzeichen müssen gelöst werden. Hierzu werden die Mitglieder und Ehrenmitglieder freundlichst eingeladen. Der närrische Ausschuß. Ceranatmachung. Einstellung von Drei= u. Vierjährig=Freiwilligen für das III. Seebataillon in Tsingtan und das Marine=Detachement in Peking und Tientsien(China.) Einstellung: Oktober 1913, Ausreise nach Tsingtau: Januar oder Frühjahr 1914, Heimreise: Frühjahr 1916 bezw. 1917. Bedingungen: Mindestens 1,65 m groß, kräftig, gesunde Zähne, vor dem 1. Oktober 1889 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwicklung.) Das III. Bataillon besteht aus: 5 Kompagnien MarineInfanterie(davon ist die 5. Kompagnie beritten), 2 Maschinengewehrzügen, Marine=Feldbatterie(reitende Batterie,) 1 Marine=Pionierkompagnie. Die Vierjährig=Freiwilligen sind in erster Linie für die 5.(berittene) Kompagnie bestimmt. In den Standorten in Ostasien wird außer Löhnung und Verpflegung eine Ortszulage von täglich 0,50 Mark gewährt; die Vierjährig=Freiwilligen erhalten im vierten Dienstjahre eine Ortszulage von täglich 1,50 Mark. Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission ausgestellten Meldescheins zum freiwilligen Dienstantritt auf drei bezw. vier Jahre zu richten. Kommando des III. Stammseebataillons in Wilhelmshaven, vom 1. Februar 1913 ab in Cuxhaven. Thouter-un Waltohscheis Kaisersaal des Herrn Koch. Außergewöhnliches Gastspieldes Interims-Theaters, Bochum. Freitag, 31. Januar 1913 abends 8.15 Uhr: Auf allgemeinen lebhaften Wunsch zum 2. Male 50 K Wikanand! Freitag, 31. Jan., 7,30—10 Uhr: „Der Raub der Sabinerinnen.“ Schwank von Franz und Paul Schönthan. Sonnabend, 1. Febr., 6,30—11.15 Uhr:„Die Götterdämmerung.“ Dritter Tag aus dem Bühnenfestspiel„Der Ring des Niebelungen.“ Handlung von Richard Wagner. Sladllhealer Essen. Freitag, 31. Jan., 8—1045 Uhr: „Orpheus in der Unterwelt.“ Operette von Jacques Offenbach. Samstag, 1. Febr., 8—10,30 Uhr: „Der Hausfreund.“Schwank von Robert de Flers und G. A. de Caillavet. Sonntag, 2. Febr., 3,30—6,15 Uhr: „Orpheus in der Unterwelt.“ Operette von Jacques Offenbach. 8—10,30 Uhr: Zum e#sten Male: „Er und seine Schwester.“ Posse mit Gesang undTanz in 4 Bildern von Bernhard Buchbinder. Musik von Julius Einödshofer und Max Schmidt. Prima Masi- Kalbfleiseh per Pfund 1.— bis 1.20 Mk. Carl Salomon. Goldene Damenuhr von der Bochumerstraße bis Neustadtschule verloren. Wiederbringer erhält Belohnung. Abzugeben in der Expedition dieser Zeitung. 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Botenlohn monatlich 70 Pfg., vierteljährlich 2.10 Mk., im Postgebiet 2.20 Mk., wenn frei ins Haus 2.60 Mk. voraus zahlbar. Wöchentliche Gratis=Beilage:„Illustriertes Sonntagsblatt“(Sseitig). (Deueste in Stübr und Umt Wallenischei Sertnghauten, Westenfeld, Höntrop, Eppendorf, Munscheld, Eiberg, Freisenbruc#. geer oder deren Raum 15 Pfg., auswärts 60 Pfg. pro Zeile. Bestimmte Platz= und Termiszusagen ausgeschlossen. Skonto(Rabatt) nur bei Zahlung sofort uac Rechnung. A : 20 Pfg. 4 Erhalt der eeoccherberoerooggonene Ois Abonnenten der„Wattenscheider Zeitung" erhalten bei tödlichen Unfällen Ssien=Ahr: Jetung, Tächon Nr. 160. Prak und Priten 425 Mk. Unfallunterstützung und haben jeden Monat 3 Zeilen Inserate gratis. S. Bestimmungs#. Carl Busch, verantw. Redakteur B. Scholten, beide Wattenscheid. Postscheck=Kto. Köln 8566. Segen das Wohnungselend. Vor einer Reihe von Jahren veröffentlichte einmal die preußische Staatsregierung einen Entwurf zur Regelung der Wohnungsfrage, um zunächst zu erfahren, wie die öffentliche Meinung sich zu einem staatlichen Eingreifen in dies Gebiet und zu den gemachten Vorschlägen insbesondere stellt. Die Kritik fiel ungünstig aus, Grund= und Hausbesitzer wehrten sich gegen die ihnen zugedachten Beschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit, aber auch aus den Kreisen der Mieter wurden abfällige Stimmen laut; man erhob Bedenken wegen einer Erweiterung der polizeilichen Vollmachten und befürchtete auch, daß wenn alle die wohlgemeinten Vorschläge der Regierung ausgeführt wären, schließlich als fühlbarstes Ergebnis einer solchen Neuordnung eine neue Belastung des Mieters in Form einer Mietesteigerung herausschauen werde. Die Regierung gab, offenbar infolge der überwiegend absprechenden Kritik, dem Entwurf keine weitere gesetzgeberische Folge, sondern schob ihn in den Geheimschrank zu den andern dort aufbewahrten, halb oder ganz mißratenen Vorlagen zurück. Sie hatte inzwischen einen neuen Entwurf ausarbeiten lassen und diesen jetzt ebenfalls zur öffentlichen Kritik gestellt. Allem Anschein nach hat die neuliche Behandlung des Wohnungsproblems in der Budgetkommission des Reichstags und die Zusage einer reichgesetzlichen Regelung durch den Staatssekretär Delbrück, falls Preußen nicht selbständig vorgehe, die preußische Staatsregierung veranlaßt, aus ihrer Zurückhaltung hervorzutreten und den Beweis zu erbringen, daß sie in der Zwischenzeit auch auf diesem Gebiete nicht untätig gewesen ist. Aus der bemerkenswerten Aeußerung des Staatssekretärs hatte man hier und da auf einen Konflikt zwischen ihm und dem preußischen Staatsministerium, insbesondere dem Minister des Innern von Dallwitz geschlossen. In unterrichteten Kreisen hat man jedoch diese Deutung von vornherein verworfen. Es stellt sich denn jetzt auch tatsächlich heraus, daß von irgend einer Spannung in den Regierungskreisen wegen dieler Frage nicht gesprochen werden kann. Die preußische Staatsregierung hatte nur gezögert, mit dem neuen Entwurf hervorzutreten, weil er im Landtag unmittelbar vor Torschluß doch nicht mehr erledigt werden kann. Er wird erst im neuen Landtag vorgelegt werden. Mittlerweile haben alle interessierten Kreise Zeit zur Prüfung des„Entwurfs eines Wohnungsgesetzes". Der Entwurf befaßt sich zunächst mit dem Baugelände, das in ausgiebiger Zahl Erholungsplätze aufweisen muß, bringt dann baupolizeiliche Vorschriften und Bestimmungen über die Benutzung der Gebäude zum Wohnen und Schlafen und führt endlich eine ständige Wohnungsaufsicht ein. Für Gemeinden über 100 000 Einwohner muß ein besonderes Wohnungsamt errichtet werden. Für Gemeinden und Gutsbezirke über 10 000 Einwohner müssen Wohnungsordnungen(über Zahl, Größe, gesundheitliche Beschaffenheit, der Räume 2c.) durch die Polizei erlassen Rachbarskinder. Original=Roman von Irene v. Hellmuth. 11)(Nachdruck verboten). II. Es war am Abend des anderen Tages, Eva stand am Fenster und blickte träumerisch hinaus auf die menschenleere Gasse. Ein leichter Wind ließ das Licht der Laterne an dem gegenüberliegenden Hause hin= und herflackern. Am Brunnen standen ein paar Mägde mit den gefüllten Wassereimern und erzählten sich allerlei Neuigkeiten. Ihr Lachen und Plaudern drang bis hinein in die stille Stube. Eva fühlte sich bedrückt; wie ein Alp lag es ihr auf der Brust. Ob es die Krankheit der Mutter war, oder was sonst sie so nachhaltig verstimmte,— sie wußte es selbst nicht,— und doch hätte sie am liebsten geweint. Sie fühlte eine innere Unruhe und Unzufriedenheit. * Im Begriff, die hölzernen Läden vor die Fenster zu legen,— weil das immer lauter werdende Gelächter draußen am Brunnen ihr beinahe wehe tat,— hörte sie das Geräusch eines vorüberrollenden Wagens, der gleich darauf am Nachbarhause hiekt. Eva lächelte wehmütig. „Ach so,— Hilda fährt zum Balle“, flüsterten die blassen Mädchenlippen vor sich hin, während ein Zug von Bitterkeit über das jugendliche Antlitz huschte. Es dauerte nicht lange, so wurde nebenan die Haustür geöffnet, und Eva erblickte eine ganz in Weiß gekleidete Gestalt, deren Spitzen und Volants sich im Winde blähten. Im ungewissen Schein der Laterne blitzte etwas auf: Hilda trug Brillanten in dem hochfrisierten, blonden Haar, in den Ohren und am Arm. Sie schlüpfte rasch in den Wagen und eine Dienerin reichte ihr die weiße Federboa hinein, sowie Kaputze und Fächer. „Hilda, Kind,— erkälte Dich nur nicht, nimm den Mantel um“, schrillte die unangenehme Stimme Frau Sennebachs herüber. Admiral-Fr. Ingenohl Der anstelle des Admirals von Holtzendorff zum Chef der deutschen Hochseeflotte ernannte Vizeadmiral von Ingenohl steht seit 1874 im Dienst der deutschen Marine. Er wurde 1877 Leutnant z. S., 1882 Oberleutnant, 1889 Kapitänleutnant, 1896 Korvettenkapitän, 1901 Fregattenkapitän und 1 Jahr später Kapitän z. S. Ingenohl war der vorletzte Kommandant des 1896 untergegangenen„Iltis“. 1903 wurde er in den Admiralstab berufen. 1905 bis 1908 kommandierte er als Flügeladjutant des Kaisers die Yacht„Hohenzollern“. Er war der 1. bürgerliche Kommandant der kaiserlichen Yacht (geadelt wurde er 1909) und da er als Konteradmiral ein Schiff kommandierte, eine seltene Erscheinung in der deutschen Marine. 1908 wurde er als Admiral a la suite des Kaisers 2. Admiral des 1. Geschwaders. 1909 Führer des ostasiatischen Kreuzergeschwaders und 1910 Chef des 2. Geschwaders. werden. Die Wohnungsaufsichtsbeamten sind an gewisse Zeiten beim Betreten der Wohnungen gebunden, haben sie Ausstellungen zu machen, so sollen sie zunächst durch Rat, Belehrung oder Mahnung Abhilfe versuchen. Gelingt das nicht, so sollen sie das Erforderliche wegen Herbeiführung polizeilichen Einschreitens veranlassen. Man wird abwarten müssen, was die Begründung im einzelnen dazu sagen wird. Wie hat man sich das polizeiliche Einschreiten vorzustellen? Wer trägt die Kosten? Ein Wohnungsgesetz wird natürlich viele Unbequemlichkeiten mit sich bringen, obwohl eine Belästigung der Wohnungsinhaber, Vermieter und Mieter tunlichst vermieden werden soll, aber es ist doch nun einmal ein dringendes Bedürfnis, in das Wohnungselend der großen Städte hineinzuleuchten, und auf dessen Beseitigung Bedacht zu nehmen. Der Entwurf will die Herstellung kleiner, in gesundheitlicher, sittlicher und sozialer Beziehung einwandfreier Wohnungen möglichst fördern und zu dem Behufe die der Errichtung solcher kleiner und zugleich preiswerten Wohnungen entgegenstehenden Ursachen beseitigen Der daraufhin gerichteten privaten Bauunternehmung soll also freiere Bahn geschaffen werden. Der ungesunden Bodenspekulation, die hauptsächlich die Mietspreise verteuert, soll durch Bebauungspläne und Fluchtlinienfestsetzung entgegengewirkt werden. Von dem planmäßigen Einschreiten gegen die vorhandenen schlechten und überfüllten Wohnungen ist gewiß eine Anregung für Bauunternehmer zu erwarten, sich auf die Herstellung guter Kleinwohnungen zu verlegen, aber ob eine Verbilligung oder Aufrechterhaltung angemessener Preise die unbedingte Folge sein würde, will uns zweifelhaft erscheinen für die Gelände, die sich bereits in den Händen von Terraingesellschaften befinden. Der Entwurf verdient jedenfalls die wohlwollendste Prüfung. Kleine Erlebnisse in der Fremdenlegion. Mitgeteilt von Nobert Sroll, Iserlohn, jetzt Wattenscheid. (Fortsetzung.) Der entmenschte Krankenpfleger, der mich, wie gestern berichtet, zu ersticken versuchte, wurde nachher gemeldet. Ich habe aber nicht erfahren, in welcher Weise der Mann für diesen Mordversuch bestraft worden ist. Nachdem sich mein Zustand gebessert hatte, kam ich nach Arseil, einem kleinen Kurort, wo ich 3 Monate blieb. Der einzige Lichtblick während der ganzen Zeit als Fremdenlegionär. Natürlich taten dies die Franzosen nicht aus Liebe zu mir oder aus reiner Menschlichkeit, sondern im eigensten Interesse. Sie brauchten eben Mannschaften.— Nachher kam ich wieder zur Kompagnie zurück und mußte abermals mehrere Wochen eine Karawane begleiten. Danach gings wieder zurück zur Kompagnie, bei welcher ich mehrere Gefechte mitmachte. Mancher Freund von mir war dabei gefallen. So entwickelte sich eines abends gegen 11 Uhr ein heftiger Kampf mit den Arabern, der sich die ganze Nacht hindurch fortsetzte und bis zum anderen Tage gegen 3 Uhr nachmittags dauerte. Wir hatten hier einen Verlust von 800 Toten, worunter sich 85 Offiziere befanden und 385 Verwundeten zu verzeichnen. Diese Kämpfe hatten sich entwickelt von Jaffa bis nach Seiba. Nach diesen schweren Verlusten mußten wir Massengräber herstellen, in denen die Mutter Sennebach war ganz in rauschende Seide gekleidet und trug ein riesiges Bukett in der Hand, das sie Hilda übergab, und dann stieg sie, unterstützt von ihrem Gatten, ebenfalls in den Wagen. Da öffnete sich im gegenüberliegenden Hause die Tür, der Doktor, den Ueberrock leicht um die Schultern gehängt, so daß die weiße Kravatte sichtbar blieb, trat heraus. Eva hörte die etwas tiefe Fettstimme Sennebachs.„Kommen Sie, Doktor, Sie können mit uns fahren, es ist gerade noch ein Plätzchen für Sie im Wagen.“ Dann tönte lautes, übermütiges Lachen an das Ohr des einsamen Mädchens am Fenster. Eva hatte, ganz in Gedanken versunken, dagestanden und auch das Geräusch sich nähernder Schritte überhört. Deshalb fuhr sie jetzt erschrocken zurück, als plötzlich eine dunkle Gestalt dicht bei ihr stand. Und in dem Moment, wo der Wagen sich in Bewegung setzte, klang die erregte Stimme Hans manns an ihr Ohr: „Gehen Sie nicht auf den Ball, Fräulein?“ Ste gab keine Antwort, weil es ihr vorkam, als hätten sie aus dem nahe vorüberrollenden Gefährt ein paar Augen spötttsch lächelnd angeblickt und als hätte sich aus dem Wagenfenster der Kopf eines Mannes herausgebeugt, um die ihr zueilende, dunkke Gestalt bedenklich streng zu mustern. Ihr Herz pochte in mächtigen Schlägen und immer tönten die Worte die Doktor Linde so höhnisch gesprochen, in ihrem Innern wieder:„Sie sind mir durchaus keine Rechenschaft über Ihr Tun und Lassen schuldig, mein Fräulein!“—„Ob der Doktor den Ingenieur erkannte?“fragte sie sich heimlich. Eva wußte in diesem Augenblick kaum, was sie tet. Ohne Ueberlegung schlug sie dem jungen Manne das Fenster vor der Nase zu, stieß hastig den hölzernen Laden davor, und barg, leise schluchzend, das Gesicht in beide Hände. Dann saß sie lange Zeit unbeweglich. Angestrengt lauschte sie nach dem Nebenzimmer hin, ob die Mutter ihr heimliches Weinen nicht gehört. Es war still im kleinen Stübchen; seufzend nahm Eva die Handarbeit aus dem Korbe. Aber bald sanken die sonst so flinken Hände in den Schoß. Es wollte heute gar nicht vorwärts gehen. Eva starrte in die trübe brennende Lampe, die das Gemach nur notdürftig erhellte. Sie glaubte sich in den hellerleuchteten Ballsaal versetzt. Sie sah im Geiste die lachenden vor Lust und Freude glühenden Gesichter der jungen Mädchen, hörte verlockende Tanzweisen, sah eine weiße; spitzenüberrieselte Gestalt mit Diamanten in dem blonden Haar am Arm des Doktors durch den Saal gleiten, fah, wie der junge Mann den Arm um die Mädchengestalt legte, um mit ihr dahin zu schweben über das glatte Parkett. Die Tränen Evas begannen wieder reichlich zu fließen. Ach, solche Freuden hatte sie nie kennen gelernt, würde sie niemals kennen lernen.„Und warum gerade ich nicht?“ fragte sie sich.„Warum din ich ausgeschlossen, warum bin ich so arm?“„Und weiter sann und grübelte das einsame Mädchen. Die Gedanken ließen sich nicht bannen, eigensinnig kehrten ste immer wieder zu dem Balle zurück. Dort beugte sich vielleicht eben ein hübscher, junger Mann im Frack und weißer Halsbinde nieder, um feiner Tänzerin heimlich etwas ins Ohr zu flüstern—— Weiter dachte Eva nicht. Heftig sprang sie auf, se daß der Stuhl mit lautem Gepolter umsiel, stürmte in das Redenzimmer und sank wie erschöpft neben dem Bette der Mutter auf einen niedrigen Schemel. Die Kranke hatte sich erschrocken halb aufgerichtet und schaute auf das Mädchen, von dessen Lippen ein hörbarer Seufzer klang. „Aber Kind— was ist mit Dir?“ Du hast mich erschreckt durch Dein ungestümes Wesen; klagte eine Stimme. „Verzeih, Mutter,— ich dachte nur, Du könntest etwas nötig haben.“ (Fortsetzung folgt.) — Te- Errrcht Hintorrch. Hb. B. TrxcrononiAcFEFALR NILKCNLHAP Eine serbische Postkarte, weiche die durch den Krieg bervorger dene Oberhehung illustriert. Die Balkanstaaten, denen im Kampfe gegen die Türkei so wohlfeile Siege beschieden waren, haben zum Teil eine nationale Ueberhebung an den Tag gelegt, die dem unbefangenen Beobachter ein Lächeln entlockt. Besondere Leistungen auf diesem Gebiete haben ja, wie die letzten Wochen zeigten, die Serben an den Tag gelegt, denen ihre billigen Siege über wenige und dazu demoralisierte türktsche Truppenkörper zu Kopf gestiegen sind. Ihre Agitation unter den außerhalb Serbiens, hauptsächlich in Oesterreich wohnenden Serben arbeiter mit Hochdruck, und zum Teil mit Mitteln, die geradezu komisch anmuten. Hierzu gehört auch eine Serie politischer Postkarten, von welchen wir das Glanzstück heute veröffentlichen. Ein gigantisches Schlachtbild aus der Zeit Napoleons 1., mit der Gestalt des großen Schlachtenkaisers im Hintergrunde mußte dazu dienen, dem serbischen Stolze zu schmeicheln. Zu diesem Zwecke hat man den serbischen Kronprinzen hoch zu Roß im Vordergrund des Bildes angebracht, der auf diese Weise voll und ganz mit Napoleon in eine Parallele gebracht wird. Napoleon und der serbische Kronprinz als Feldherrn von gleicher Größe— wem käme nicht da ein Lächeln!? * Gefallenen beerdigt wurden. Daß dabei manch einer ins. Grab geworfen wurde, der noch nicht tot war, war gar nicht so selten. Nach einigen Tagen hatten sich die Arabertrupps wieder verstärkt und von neuem angefangen, gegen uns vorzugehen. Da wir zu sehr geschwächt waren, blieben wir einige Tage liegen, bis wir Verstärkungen erhielten, worauf wir unseren Marsch weiter fortsetzten. Auf der Station angelangt, befestigten wir diese so gut es ging, um uns gegen einen Angriff zu sichern. DieAraber, die wir zu Gefangenen gemacht hatten, wurden am Tage darauf der Reihe nach aufgestellt, worauf sie ihr Grab auswerfen mußten. Dann trat ein Dolmetscher an sie heran und frug sie, ob sie sich neutralisieren und als französische Untertanen erklären ließen. Darauf erwiderte ein alter Araber, daß er sich jetzt schon 15 mal in der Gefangenschaft der Franzosen befände; daß er aber, falls er noch einmal frei käme, doch wieder gegen sie kämpfen würde. So dächten auch seine Volksgenossen. Darauf wurden natürlich sämtliche Gefangene sofort erschossen. Bei den Befestigungsarbeiten, die wir auf unserer Station ausführten, wurde so mancher von uns hart bestraft. Infolge der übermäßigen Anstrengung warf nämlich manch einer Hacke und Schaufel hin und weigerte sich weiter zu arbeiten. Die niedrigste Strafe war aber 2 Jahre Festung. So kam es, daß mancher Deutsche sich dadurch ins Unglück stürzte. An einem Tage wurden einmal allein 4 Deutsche abgeführt. Fast kein Tag verging, wo nicht etwas ähnliches geschah. Eines Tages ließ sich mein bester Freund hinreißen auf einen Unteroffizier, mit dem er infolge Mißhandlung zusammengeraten war, mehrere Gewehrschüsse abzugeben, die aber fehlgingen, da sich der Unteroffizier zu Boden geworfen hatte. Mein Freund wurde nun überwältigt, gefesselt und dann auf der Erde, auf der er lag, derart mit Füßen getreten, daß er bis zur Unkenntlichkeit entstellt war. Er schrie vor Schmerzen um Hilfe, was ihm leider nichts nützte. Denn wenn es einer von uns gewagt hätte, ihm zu Hilfe zu kommen, wäre es ihm auch so ergangen. Nur ein Kamerad namens Potges, ein Deutscher, der von Heyingen war, konnte sich diese bestialische Mißhandlung nicht länger ansehen und rief dem Unteroffizier zu:„Schweinhund!“ Auch dieser Kamerad wurde gebunden, geschlagen und noch elender zugerichtet! In seiner großen Pein, die der Gemarterte zu leiden hatte, schwor er es dem Unteroffizier, daß er von ihm bei der nächsten Gelegenheit eine Kugel erhalten werde. Sollte er dazu nicht mehr imstande sein, dann würden es wohl seine Kameraden tun. Das ist später auch wirklich geschehen.— Für die beiden Mißhandelten aber wurde dann ein Loch gegraben, über welches eine Zeltbahn gespannt wurde. In diesem Loche, nehen welchem einige Wachtposten standen, lagen die Kameraden 11 Wochen, worauf sie vor das Kriegsgericht gestellt wurden. Zu diesem Zwecke mußten sie erst wochenlang marschieren, bis sie in Oran, dem Sitz des Kriegsgerichts ankamen. Hier erhielt dann der Eine 8 Jahre und der Andere 5 Jahre Festung. Also erst diese unmenschliche, entsetzliche Mißhandlung und dann noch eine so schwere Strafe! Wie uns anderen Deutschen zu Mute war, als beim nächsten Rapport diese Strafen bekannt gegeben wurden kann man sich wohl denken. Wie oft noch sprachen wir von ihnen, wenn wir abends untereinander waren und uns niemand belauschte! Aber was wollten wir machen? Wir mußten weiter arbeiten in der Sonnengiut um uns nicht ähnliche Strafe zuzuziehen. Mit vieler Mühe arbeiteten wir an der Mauer, die unsere Station umgeben sollte. Vor der Mauer wurden tiefe Gräben ausgeworfen und vor diesen ein Stachelzaun aufgestellt, um dadurch einen plötzlichen Ueberfall der Araber zu verhindern. Und doch geschah es, daß diese noch während unserer Arbeit einen Angriff gegen die Station ausführten, der allerdings zurückgeschlagen wurde. Wir legten dann auf die Mauer eine Schicht loser Steine, die von außen den Eindruck erwecken sollten, als wäre dies ein wirklich gemauerter Rand. Dadurch sollten die Feinde getäuscht, und bei einem evtl. Uebersteigen der Mauer von den lose liegenden Steinen in die Tiefe gerissen werden. Dieser Fall trat auch wirklich ein. Einst lag eine Kompagnie von uns draußen auf Vorposten, während mehrere Swadronen von der Station fortgeritten waren, um zu patrouillieren. Inzwischen hatten sich die Araber in einer Stärke von 40 000 Mann zu einer Kolonne vereinigt und sich plötzlich unserer Kavallerie entgegengeworfen, die schlennigst Kehrt machte und nach der Station zurückjagte und auf diesem Wege auch an der Vorpostenkompagine vorbeikam, die gerade mit dem Abkochen beschäftigt war. Natürlich ließ die Kompagnie sofort alles im Stich und. eilte ebenfalls nach der Station hinter die schützende Mauer. Wir, die wir an der Arbeit waren, amüsierten uns darüber im stillen, denn wir gönnten den Schrecken der Kompagnie durchaus! Schimpften doch die Herren Kommandierenden auf uns, daß die Arbeit so langsam vorangehe und die Mauern noch keine Tore hätten, um die gähnenden Oeffnungen zu versperren. So kamen die Araber bald hinterher und fingen an die Mauer zu erklettern. Da=nun auf der Mauer die schweren Steine lagen, fielen alle diejenigen, die den Rand der Mauer erfaßt hatten, in die Tiefe. Viele von ihnen wurden auch von uns, als sie über der Mauer sichtbar wurden, heruntergeschossen. Trotzdem ließen die Araber den Mut nicht sinken und erneuerten immer wieder ihren Angriff. So hielten sie unter großen Verlusten 11 Tage stand. Dann sahen sie aber ein, daß sie die Station doch nicht nehmen konnten und zogen sich zurück. Später schickte der Scheik der Araber einen Parlamentär mit einem Briefe an unseren General. Dieser Abgesandte wurde mit verbundenen Augen durch die Postenkette zum General geführt. In dem Schreiben wurde uns ein neuer Angriff angekündigt, den die Araber auch ausführten. Es entspann sich abermals ein blutiger Kampf. Während desselben lief ein französischer Legionär mitten durch den Lagerplatz auf die Mauer zu. Der Kapitän rief ihm zu, er solle sich nicht so offen den Kugeln preisgeben, der Mann aber erwiderte, für ihn sei noch keine Kugel gegossen. Kaum hatte er das gesagt, als er auch schon einen Schuß erhielt und tot zu Boden fiel. Nachdem wir den Arabern aufs neue schwere Verluste zugefügt, hatten, zogen sie sich zurück. Nach diesen Kämpfen gab es eine Anzahl Orden und Ehrenzeichen. Es kam aber zu verschiedenen Malen vor, daß mancher auf diese Weise ausgezeichnet wurde, ohne an den Gefechten teilgenommen zu haben, wie z. B. Schreiber und sonstige Abkommandierte. Andere aber, die sich während des Kampfes hatten etwas zuschulden kommen lassen, wurden der Arbeiterabteilung überwiesen. (Schluß folgt.) Aus Stadt, Amt und Kreis. Wattenscheid, 31. Jan. * An die Leser und Leserinnen der öffentlichen Büchereien. Eine Leserin schreibt uns: Gute Bücher sind Freunde! Wenn wir einen lieben Freund zu Gast in unseren Räumen haben, so sind wir darauf bedacht, ihm den Aufenthalt bei uns so angenehm wie möglich zu gestalten. In erster Linie sorgen wir dafür, daß der Freund ein gemütliches Zimmer mit sauberem Tisch und Stuhl vorfindet. Wir halten ihm die kleinen Kinder fern, deren Sauberkeit der Händchen naturgemäß nicht immer einwandfrei ist. Lieber Leser und liebe Leserin, so wie Du Deinen Gast aufnimmst und behandelst, so mußt Du auch Deine Bücher, die Du Dir zur Feierabend und Sonntaglektüre ausborgst, behandeln. Du bringst kostbare Schätze mit heim! Du erhältst durch die Bücher vornehmen Besuch, denn gute Bücher sind liebe und feine Gesellschafter. Das haben große Männer deutscher Kunst und Wissenschaft schon oft gesagt. In sauberem Gewande erhältst Du sie ausgeliefert. Aber, o weh, wie geht es Deinem stummen Gaste! Mit schmutzigen Händen faßt Du ihn an und legst ihn auf einen Tisch, auf dem Speisen stehen; gibst ihn Deinen lieben Kleinen zum Spielzeug; borgst ihn einer schmutzigen Nachbarin; wirfst ihn dann achtlos in die Fensterbank, dort läuft der Schwade am Fenster ab und tropft auf den armen Gast. Von dort befördert eins Deiner Lieben das kostbare Buch in irgend einen Winkel. Kommt dann der Sonntag, dann willst Du ein neues Buch haben. Erst mußt Du suchen, ob Dus überhaupt findest, dann trägst Du das so mißhandelte, fremde Gut in die Bücherei. Hier aber will man Dein zerfetztes Buch nicht nehmen, weil Du es so verdorben, Du aber behauptest möglicherweise noch, mit dreister Stirn, daß Du's in dem Zustand erhalten habest. Wirst grob und nun willst Du kein Buch mehr und beraubst Dich eines hohen Genusses, der Dir so gern gewährt war. Darum merke dir folgende Regeln: 1. Ehe Du liest: Säubere den Tisch, wasche Deine Hände, schlage das Buch in einen Schutzeinband ein; 2. wenn Du lieft: Mache keine Eselsohren, lecke den Finger beim Umwenden der Seiten nicht an; 9. wenn Du gelesen hast: Lege es in ein Fach oder einen Schrank, verborge es nie, gebe es nach Ablauf der Lesefrist zurück, denn es wartet gerade so wie Du ein anderer darauf. — Hofentlich finden diese berechtigten Mahnungen die verdiente Beachtung. * Nach der amtlichen Nachweisung über die vom 19. bis 25. Januar gemeldeten Fälle von übertragbaren Krankheiten kamen 125 Diphtherie=Erkrankungen zur Anzeige(21 in Dortmund=Stadt, 18 in Hörde=Land, 14 im Kreise Hattingen, 9 in Hagen=Stadt). An Lungen= und Kehlkopftuberkulose starben 58 Personen. Von 83 Scharlacherkrankungen kamen 12 auf Dortmund=Land, 11 auf Gelsenkirchen=Stadt, 8 auf Bochum=Stadt, 7 auf Gelsenkirchen=Land. * Eine englische Erbschwindelei sucht gegenwärtig in Deutschland ihre Opfer. Ein angeblicher Rechtsanwalt Dr. Paul Martin, 9 Coptic Street, London W. C., versendet an zahlreiche Leute in allen möglichen Orten seine säuberlich mit der Maschine geschriebenen Briefe des Inhalts, er sei zu der Mitteilung beauftragt, daß der Adressat an einer amerikanischen Erbschaft beteiligt sei. Bevor er nähere Mitteilungen macht über die Höhe des Erbes und den Namen des Erblassers, sollte der Adressat die beifolgenden Fragebogen beantworten und gleichzeitig 20 Mark für Vorspesen einsenden. Das Geld soll in Papierscheinen in eingeschriebenem Brief gesandt werden. Zweifellos werden alle um ihr Geld geschädigt sein und keinen Pfennig erhalten. * Die projektierten Postkrankenkassen für die Unterbeamten werden nun jedenfalls zum 1. April dieses Jahres ins Leben treten. Die Satzungen sind jetzt bekant gemacht worden; die Mehrzahl der Unterbeamten hat ihren Beitritt zur Kasse angemeldet. Für das kommende Etatsjahr sind für diese Kassen 670 000 M Beihülfe aus der Reichskasse angesetzt. Die untere Beamtenschaft begrüßt diese neue wichtige, soziale Einrichtung mit Freuden. Die Beiträge werden verschieden berechnet, je nachdem ohne oder mit Familie, unter oder über 2000 M Einkommen. Letztere Mitglieder sollen die Beiträge für die ärztlichen Bemühungen selbst entrichten, aber aus der Kasse eine Beihilfe erhalten. Da die Kassen jetzt erst in Betrieb kommen, soll den über 50 Jahre alten Unterbeamten fürs erste noch die Möglichkeit geboten werden, beizutreten. Hoffentlich werden die ärztlichen Vereinigungen an allen Orten die Satzungen genehmigen, damit den Mitgliedern recht viele Aerzte zur Verfügung stehen. Manche Familie hat unter langanhaltenden Krankheitsfällen auch materiell zu leiden gehabt, in gesunden Tagen werden aber die nicht zu hohen Kassenbeiträge gern gezahlt. Die Reichspostverwaltung selbst kann die bewilligte Beihülfe durch den Wegfall einer größeren Summe Unterstützungsbeiträge wieder wett machen. * Unsere Jugend und die Berufsfrage. Wieder ist die Zeit, wo in tausend deutschen Familien, richtiger in vielen zehntausend Köpfen und Herzen, das Problem gewälzt wird: Was soll der Junge werden? Und auch bei den herangewachsenen Töchtern ist's nicht so einfach, wie in alten patriarchalischen Zeiten, die kurzweg auf Häusliche wiesen und dann in eine Versorgung durch Heirat in Aussicht stellten. Viele weibliche Wesen kommen eben nie in den Ehehafen. Sollen sie sich bloß bei Verwandten herumdrücken? Ist's nicht viel befriedigender, wenn auch sie etwas Richtiges und Tüchtiges gelernt haben, und wenn sie einmal für alle Fälle auf eigenen Füßen stehen können? Eine gesunde, moderne Frauenbewegung hat ja an ihrem Teile solch vernünftige Erkenntnis gefördert. Freilich ist nun aber auch die Berufsfrage viel komplizierter geworden. Die Konkurrenz ist größer, und es gibt viele Berufe, die geradezu überfüllt sind. Und auch dort, wo die Frau dem Manne noch nicht ins Gehege kommt, kann von Zeit zu Zeit eine Fülle von Angebot vorliegen, so sehr, daß man's wohl begreift, wenn laut und öffentlich vor dem betreffenden Berufe gewarnt wird. Das ist gewiß richtig, daß hervorragende Begabung und ein entsprechendes sichtbares Können auch heute Schönes und Großes in Punkto Gold und soziale Stellung erreichen können. Aber häufig wird ein winziges Talentchen gleich viel zu hoch angeschlagen, und sehr oft ist's doch so, daß man von vornherein nur mit einer schlichten Dutzendkraft rechnen kann. Auch eine solche kann Nützliches schaffen, wenn sie nur auf solider Fleißgrundlage mit Ausdauer verbleibt, und wenn sie keine unnötigen Experimente auf Gebieten unternimmt, die eben anderen Köpfe u. Begabungen vorbehalten sind. Viele Jungen und Mädels müssen gleich nach dem Besuche der Volksschule ans Geldverdienen d enken. Wo es zu machen ist, daß erst noch ein bestimmtes Fach erlernt wird, vielleicht ein gutes Handwerk, da bedeutet es eine Kapitalsanlage, die recht hübsch Zinsen tragen kann. Da gerade das Handwerk erwähnt wurde, so mag auch wieder mal gegen das Vorurteil Verwahrung eingelegt werden, als sei die Handarbeit an und für sich etwas Minderwertiges. Ein intelligenter Mensch kann's mit seinem Handwerk weiter bringen, als mancher Studierte, der nur an ein Brotstudium dachte, und der dann vielleicht flügellahm irgendwo unterkroch, ohne Freude an der Sache. Ja, die freudige Begeisterung für den Beruf, dieser kerndeutsche Berufsidealismus, der auch den Berufsärger überwindet, und der gerade an den Berufsschwierigkeiten die Berufskraft und die Berufslust erprobt und steigert, diese große persönliche Hauptsache, möchte man unserer Jugend immer von neuem predigen und praktisch zeigen. Daß es Berufe mit nur angenehmen Seiten gäbe, ist eine Unmöglichkeit. Möchten junge Menschen lieber das erwägen, daß sie in und mit ihrem Berufsleben zu ordentlichen festen Charakteren werden! Die Berufsfrage ist nicht eine Bequemlichkeitsfrage, und man mag bei ihr an das Wort des alten Arndt denken:„Es stirbt sogleich, was hier nur ruhen will".... Weitere Lokalnachrichten siehe 1. Blatt. Illasken. Von Maria Carolus. (Schluß.) „War Ihnen die Besorgung denn so unangenehm?“ fragte er. „O— nein— das heißt— ich ärgerte mich natürlich nur über den taktlosen Verkäufer,“ stotterte sie. „Der Aermste, wenn er ahnte, womit er sich Ihre Ungnade zugezogen hat! Er schien anzunehmen, daß wir ganz gut zueinander passen— und hatte er nicht recht?“ fragte er, sich tiefer zu ihr herabbeugend. Natürlich machte er sich jetzt noch lustig— sie wagte nicht aufzusehen und schwieg in peinvoller Hilflosigkeit. „Ach da kommt ja meine Bahn!“ sagte sie endlich wie erlöst und reichte ihm die Rechte.— Sekundenlang sahen sie sich an. „Haben Sie vielen Dank, Fräulein Lena!“ sagte er leise und half ihr beim Einsteigen.— Sie wandte sich um und — grüßte mit der Hand zurück und sank dann wie abwesend auf einen Platz.— Es war alles wie ein schöner Traum. Es war an einem der Weihnachtsfeiertage. Die Familie Renius saß im Salon. Der Geheimrat war dabei, die Kerzen des Christbaumes anzuzünden. Seine Gattin saß in einem tiefen Sessel am Kamin und las. Lina probierte ihren neuen Hut vor dem Pfeilerspiegel auf, während Lena vor ihrem Gabentisch stand und sich die gebrannten Mandeln aus ihrem „Weihnachtsteller“ herausfischte. Da klingelte es.— „Ah— Besuch— das ist fein!“ rief Lena erfreut und eilte nach draußen. „Hermann's sind es!“ rief sie mit klingender Stimme vom Korridor. In Lisas Augen blitzte es auf. Frau Professor Hermann, gefolgt von Tochter und Sohn, trat ein. Man begrüßte sich herzlich.—— „Was für einen entzückenden Aufbau Sie haben!" bewunderte die Frau Professor eifrig. „Diese Kaffeedecke ist ja ganz reizend— wohl ein Werk der jungen Damen, wie?— Und dann der nette aparte Zigarenschrank"— „Von meinem Sohn aus Paris!“ sagte der Geheimrat stolz.—„Vielleicht kommt er zu Neujahr auf einige Tage.“ „So— das ist ja reizend— übrigens auch mein Sohn hat mich dieses Mal mit einem sehr geschmackvollen, aparten Geschenk überrascht— einer Flurampel— Sie müssen sie sich unbedingt bald ansehen, Frau Renius,“ plauderte die Dame. „Ich finde sie fast zu schade für den ewig dunklen Korridor und möchte sie lieber in den Erker vom Wohnzimmer hängen. Lena sah Hans Hermann fragend an. Er schien nichts von ihrem gemeinsamen Einkauf erzählt zu haben— sollte es ein Geheimnis zwischen ihnen bleiben? — Wollte er verhüten, daß man sie neckte?— Er gab ihren Blick heim lich und zärtlich zuück— es durch. flutete sie heiß. „Ihr bleibt doch zum Abendrot, nicht wahr Alice?“ fragte sie glücklich. „Aber gewiß— wenn Ihr uns behalten wollt?“ „Max kommt übrigens auch,“ bemerkte Lisa. „Ja, da können Sie mit ihm fachsimpeln!“ sagte Lena. „O— ich bezweifle, daß Ihr treuer Verehrer heute mit meiner Unterhaltung vorlieb nehmen würde,“ entgegnete er maltiös. Sie senkte wie schuldbewußt den Kopf. Es war stadtbekannt, daß Dr. Max Tewes, ihr Vetter, sie verehrte — und sie— ach, es tat ihr leid um ihn— aber sie konnte ihn nicht anders schätzen als einen guten Freund. Wann würde sie es fertig bringen, ihm das klipp und klar zu sagen! „Du hör mal, Lena, Ihr kommt doch auch zum Maskenball im Kasino, nicht?“ sagte Alice aufgeregt. „Es soll nämlich großartig werden. Bis jetzt sind schon über hundert Platzbestellungen eingegangen— ich weiß es von der Kochfrau. „Und was für eine Maske werden Sie wählen, gnädiges Fräulein!" wandte sich Hans Hermann an Lisa. „Haha— das möchten Sie wohl gerne wissen, wie? kicherte Lisa vergnügt. „Passen Sie jedenfalls nur gut auf——. Aber bei Ihrer Kurzsichtigkeit dürfte es Ihnen dennoch schwer fallen, mich herauszufinden.“ „Kurzsichtigkeit? Wieso?“ „Nun, ich ging gestern mittag dicht an Ihnen vorbei aber Sie starrten in die Luft, als wäre da wer weiß was Interessantes zu sehen“, schmollte sie. „Und ich trottete also sang=, klang= und grußlos=an Ihnen vorbei! Das ist in der Tat unverzeihlich von mir!“ sagte er rasch.„Wie kann ich das nur wieder gutmachen?" Er beugte sich vor und sah ihr in das erglühende Gese „O—“ stammelte sie,„es ist ja nicht so schlimm gemeint.— Ich bin nicht so empfindlich.“ Und zwischen halbgesenkten Lidern traf ihn ein verstohlen=zärtlicher Blick. * Der Maskenball war im vollen Gange. Durch den mit bunten Lampions und Blattpflanzen verschwenderisch geschmückten und in lauschige kleine Ecken eingeteilten Saal drängten sich die bunten Masken— lachend, schwatzend — ganz im Banne des melodiösen Walzers, nach dessen Takten sich Nixen und Ritter, Pierrots und Edeldamen — die schönsten wie die abenteuerlichsten Masken in buntem Durcheinander drehten. Ein schwarzer Domino stand neben einer Pierette. „Nun sieh aber zu, Hans, daß du die Renius=Leute bald findest— ich habe mir schon vergeblich die Augen nach ihnen ausgeschaut.“ „Laß mal schauen— wirklich? Das wäre aber jammerschade!“ mischte sich ein Troubadour ein und walzte, ohne viel Umstände zu machen, mit Alice davon. Der Bruder lächelte amüsiert und stellte sich an einem Pfeiler auf, um die tanzenden Paare genauer beobachten zu können.— Wo steckte Lena— Lena!— Da bemerkte er eine Geisha, die einen heruntergefallenen kleinen Pavierfächer in ihrem Haar zu befestigen suchte und abseits in die Nische neben ihm trat. Der Figur und Haltung nach konnte es Lena sein. Er näherte sich der schlanken Gestaat. „Guten Abend, Madame Butterfly— wirst du auch einen europäischen Walzer tanzen können?" fragte er vergnügt. Die kleine Geisha kicherte. „Mit dir— o ja, denn ich weiß, du tanzest gut“, sagte eine hohe verstellte Stimme. „Soso— woher weißt du denn das?" fragte er. Sie ergriff seine Hand und malte ein„H“ hinein. „Und du, Butterfly, bist auch durchschaut!“ sagte er lustig und malte in heimlichem Entzücken ein„L“ in ihre Handfläche. Sie hielt ihren Fächer vors Gesicht und lachte lautlos — und dann tanzten sie zusammen, schweigend, im wiegenden Rythmus. „Komm, kleine Butterfly, laß uns ein wenig plaudern,“ sagte Hans Hermann nach beendigtem Tanze ein wenig atemlos und führte seine Begleiterin in den nahegelegenen Wintergarten. Stumm ließen sie sich nieder.— Die Musik tönte gedämpft zu ihnen herüber. Im Wintergarten war es menschenleer.— „Gleich wird es 12 sein,— komm, nimm die Maske ab“, bat er. „Sie schüttelte den Kopf. „Noch nicht!“ flüsterte sie. „Auch dann nicht, wenn ich dich bitte?“ fragte er und drängte seinen Mund an ihr Ohr. „Ich will deinen Mund küssen, Buttersly"... Ein Seufzer antwortete ihm Butterfly neigte sich ihm entgegen. Er schloß die Augen— und küßte einen weichen, zitternden Mund. „Liebe, kleine Lena,“ dachte er#ind öffnete die Augen. Ein strahlend glückliches Augenpaar lachte ihm entgegen. „Du lieber Guter“ sagte Lisa—„schon immer habe ich dich lieb gehabt.“ In starrem, lähmendem Entsetzen starrte er auf sie nieder, als könne er das Geschehene nicht fassen. „Lisa“, stammelte er heiser. Sie lehnt sich an ihn. „Wollen wir jetzt zu den Eltern gehen?— Und Lena — ach, was wird sie sagen— ich glaube, sie mag dich auch gern.“ Da erscheint eine 2. Geisha in der Tür— machte ein paar Schritte vorwärts und verharrte wie gebannt vor den beiden.— Lena riß die Maske vom Gesicht. „Lisa— du?“ Es klang wie ein erstickter Schrei. Lisa sprang auf. „Ach, Hans, sag du ihr's— bitte— ich hab' solche Sehnsucht nach Mama— unten sitzen sie— gerade rechts gegenüber vom Eingang— Lena weiß ja. Ihr kommt bald nach, ja?“ Sie eilte davon. Lena und Hans standen sich gegenüber. Das Gesicht der anderen Geisha war tief erblaßt.“ Ich gratuliere, Herr Doktor“, brachte sie mühsam hervor. „O— du!" keuchte er. „Warum warst du nicht hier? Wie habe ich dich gesucht!“ Er packte sie am Handgelenk. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Das alles ging über ihre Kraft. „Du sollst— du mußt— es wissen!“ sagte er heiser, sie auf die Bank neben sich ziehend. „Ich habe deine Schwester für dich gehalten!" Sie machte eine jähe Bewegung. Ihre Lippen zitterten— bemühten sich, Worte zu finden— Sekunden vergingen in düsterem Schweigen. „Ach du, du, mein Liebling—“ sagte sie jetzt tonlos „Nein, Hans, du darfst sie nicht unglücklich machen— es kann ihr Tod sein— und du weißt, sie ist Mamas Liebling"... Er hielt in dumpfem Schmerz noch immer ihre Hand umspannt. „Laß mich los, Hans! Horch die Glocken läuten ein neues Jahr fängt an— und mit ihm die neue Pflicht.— Sie schwieg. Aus dem angrenzenden Saal ertönten vereinzelte Hochrufe—. Gläserklingen— und dann ein allgemeines Halloh.— Die Demaskierung hatte begonnen. „Sie— sie demaskieren sich", fuhr Lena langsam fort. „Wir aber, Hans, wir dürfen die Masken nicht fallen lassen— versprich mir das!" Wortlos neigte er sich und küßte ihre schmale blasse Hand. Dann schritt Lena erhobenen Hauptes zur Tür hinaus— dem wirren Spiele des Lebens entgegen.— Entsagung! — Ende.— Eröffnung des Schlacht- und ViehHofes in Gelsenkirchen. Der Betrieb des hiesigen neuen Schiacht- und Viehhofes wird am Montag, den 10. Pebruar ds. Is. eröffnet. Der Betrieb auf den bestehenden Schlachthöfen I und II wird zugleich eingestellt. Der Schlachtviehmarkt findet künftig an jedem Montag und Donnerstag von 8—12 Uhr vormittags statt. Der Oberbürgermeister. Dieberühmte Wahrsage-Deutung Nach langjährigen Reisen beurteile ich nach dem Schema Mlle. Lenormand von Paris, die Napoleon I., Kaiser Friedrich Wilhelm, Königin Josefine, Kaiser Alexander von Rußland vollständige Lebensschicksale und Zukunft sagte., Samstag, den 1. Februar letzter Tag. Sprechstunden von morgens 10 Uhr bis abends Uhr. Wattenscheld Woststr. Nr. 29 part. Restaurant Uintergarten. Ti,e.. ur, Palsrptan Gültig vom 1. Oktober 1912 ab. Das Thüringische Technikum Ilmenau, eine unter Staatsaufsicht stehende höhere technische Lehranstalt zur Ausbildung von Ingenieuren, verbunden mit einer mittleren Fachschule für Techniker und Werkmeister, hatte im vergangenen Jahre im Sommer= und Wintersemester zusammen eine Frequenz von 1180 Besuchern, die sich auf die verschiedenen Abteilungen: Elektrotechnik, Allgemeiner Maschinenbau, Eisenhochund Brückenbau, Werkzeugmaschinenbau, Automobilbau und Zentralheizungsfach, verteilten. Die mit dem Technikum in Verbindung stehenden Fabrikwerkstätten, die für die technologische Weiterbildung der Studierenden außerordentlich lehrreich sind, und in denen auch Praktikanten Aufnahme finden, haben im Sommer eine wesentliche Erweiterung erfahren durch Errichtung einer großen Montagehalle von 50 Meter Länge und eines neuen Verwaltungsgebäudes. Neuaufnahmen finden im April und Oktober statt. Zwangsversreigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Watten scheid belegenen, im Grundbuche von Wattenscheid Band 22 Blatt 352 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs. vermerkes auf den Namen der Ehefrau Bureaubeamter Johann Zimmermann, Elsbeth geborene Walter in Essen, Selmastraße 12, im gesetzlichen Güterstande des B. G. B. lebend, eingetragenen Grundstücke Flur 13 No. 75/1 groß 3,93 ar, bebauter Hofraum, Bochumerstraße No. 51, Nutzungswert 3480 Mk., Flur 13 No. 76/1 groß 1,56 ar, Acker, Bochumerstraße, 24/100 Taler Reinertrag am 29. März 1913, vormittags 10¼ Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle — Zimmer No. 2 versteigert werden. Der Versteigerungs termin ist am 14. Oktober 1912 in das Grundbuch eingetragen. Wattenscheid, den 28. Januar 1913. Königliches Amtsgericht. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Wattenscheid, Bochumerstraße No. 130 und 132 belegene, im Grundbuche von Wattenscheid Band 7 Artikel 57 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Wirts Jakob Nörig in Wattenscheid, eingetragene Grundstück Flur 14 No. 440/127 groß 21,46 ar, a) Wohn= und Geschäftshaus, Bochumerstraße No. 132 mit Hofraum und Hausgarten 1960 Mark Nutzungswert, b). Saal, Bochumerstraße No. 130, 710 Mark Nutzungswert, c) Stall 36 Mark Nutzungswert am 29. März 1913, vormittags 11 Uhr durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle— Zimmer No. 2 versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 31. Dezember 1912 in das Grundbuch eingetragen. Wattenscheid, den 28. Januar 1913. Königliches Amtsgericht. Von Gelsenk.=Wattenscheid nach Bochum=N. 4.55, 6.071, 6.27, 7.48, 10.07, 10.54 1232, 1.23, 2.00, 3.18, 5.11, 6.29, 7.14, 9.40, 11.48, 2.14*. Von Bochum=N. nach Gelsenk.= Wattenscheid. 3.54, 5.03, 6.27, 657, 8.24, 8.53*, 11.55, 1.04*, 1.55, 2.23, 3,13, 6.12, 7.53, 10.19, 11.09. Von Gelsenk-Wattenscheid über Kray=N. nach Essen=N. 4.07, 5.17, 6.42, 7.128, 8.36, 9.038, 12.07,1.148, 2.08, 2.36, 3.26, 6.26, 8.04, 10.30, 11.208. Von Essen=N. über Kray=N. nach Gelsenk.=Wattenscheid. 4.38, 7.81, 9.51, 12.17, 1.08, 3.03, 4.55, 5.418, 6.58, 9.25, 11.18, 1.59. Von Gelsenk.=Wattenscheid nach Krav=N. 4.07, 5.17, 6.42, 7.12, 8.36, 9.03, 12,07, 1.14, 2.08, 2.86, 8.26, 6.26, 8.04, 10.80, 11.20. Von Kray=N. nach Gelsenk.= Wattenscheid. 4.46, 6.00 f, 6.19, 7.41, 9.59, 10.47 12.25,1.16, 1.53, 3.11, 5.04.21 7.07, 9.83, 11.36, 2.07. Von Essen H.=B. über Kray=Nord nach Gelsenkirchen=Wattenscheid. 5.50f, 6.08, 10,87, 1.43, 6.10. Von Gelsenkirchen=Wattenscheid über Kray=Nord nach Essen H.=B. 7.12, 9.03, 1.14, 11.027, 11.20. Von Wattenscheid über Kray=S. nach Essen=H. 6.15, 7.01, 8.19, 9.38, 10.03, 12.16, 1.20, 1.52, 3.49, 4.44, 6.47,8.25, 9.13,9.56,11.39f, 11.50 f, 12.19, 1.84. Von Kray=S. nach Essen=H. 623, 7.09, 8.26, 9.46, 10.11, 12.24, 1.28, 2.11, 8.57, 4.52, 6.56, 8.33, 9.21, 10.04, 11.471, 11.581, 12.27, 1.42. Von Bochum=S. nach Langendreer. 5.44, 6.36, 6,46D, 6,53E, 7.38, 7.48, 8.20, 8.52, 9.05 E, 9.51, 10.41, 10.48E, 10.55, 12.05/12.58 E, 1.80, 1.35, 1.57E, 2.220, 2.40, 2.471, 2.52, 2.58 D, 4.09, 4.211, 4.800, 5.14, 5.18, 5.591, 6.10, 6.40E, 6.49, 7.06D, 7.84, 7.40, 8.10 E, 8.33, 8.54f, 9.01 E, 9.20, 9.59E, 10.08D, 10.26, 10.531, 11.10, 11.45, 12.02; 12.230, 12.39E, 12.46, 1.40 E?, 1.52. ? Verk. in der Nacht v. Sonntag zu Montag sow. v. 16./17., 27./28. Mai, 25./26, 26./27.Dez. 1912, 1./2.Jan., 24./25. März 1913. Von Gelsenkirchen nach Wanne. 5.18,6.16 R, 6.41, 7.81 E, 8.07/8.141, 8.22, 8.31 E, 8.47E, 8.520, 9.19, 10.24,10.80 E, 11.18, 11.20,11.32D, 11.300, 12.44, 12.59, 1.39K, 1.51, 2.08, 2.14E, 2.23D, 2.59, 3,25 E, 4.16 E, 4,54, 5.05, 5.170, 5.22 R, 5.37R, 6.02, 6.30, 6.360, 6.54, 7.04E, 7.41E,8.07, 8.13 E, 8.35, 8.40, 9.28E, 9.55f, 10.00f, 10.08, 10.80 f, 11.00, 11.09E, 11.13 R, 11.47, 12.15D, 12.44, 1.160, 1.29f, 2.13. Von Geslenkirchen über Kray.=N. nach Essen=H. 4.00, 5.18, 6,07, 6.48, 7.17, 8.06, 9.12E*, 9.27, 10.05, 10.46, 11.08, 11.48, 12.30, 1.17, 1.46%, 1.56 f, 2.15, 2.32f7, 3.10, 8.40, 4.06, 4.40, 5.08, 5.45,6.118, 6.310“ 6.45, 7.25, 8.22*, 8.29, 9.06, 9.24, 9.45, 10.08D*, 10.40, 11.51, 12.26. Von Kray=N. nach Gelsenkirchen. 5.00, 5.35, 6.25, 6.57/7.43, 8.07,9.06, 10.10, 11.07,12.30,1.29, 1.59 2.46, 808, 3. 20, 3.42, 4.40, 5.00, 5.26, 5.50,6.42,7.10,7.42,8.29,9.08, 9.42F, 10.02, 10.41, 10.53, 11.83, 12.00 f, 12.29. Von Essen=H. über Kray=S. nach Wattenscheid. 6.10, 7.23, 8.26, 10.15, 1.03, 2.26, 2.48, 3.44, 4.46, 5.45, 6.55, 8.05, 10.00, 10.274, 11.21, 1.09. Von Kray=S. nach Wattenscheid 6.18, 7.81, 8.34, 10.23, 1.11, 2.34, 3.331, 3.52, 4.54, 5.53, 7.03, 8.18, 10.08, 10.35f, 11.29, 1.16. Von Wattenscheid nach Bochum=S. 6.26, 7.39, 8/42, 10.81, 1.19, 2.42, 3.04 4.00, 5.02, 6.00, 7.12, 8.22 10.16, 10.431, 11.36. Von Bochum=S. nach Wattenscheid 6.06, 6.52, 8.10, 9.29, 9.54, 6.38, 1.11, 8.43, 1.40, 4 35 6.88, 8.16, 9.04, 9.47, 11.30 f, 11.411, 12,10. Von Höntrop nach Bochum=S. 5.84, 7.24, 8.12, 8.84, 9.42, 10.07, 10.87, 11.40, 1.22, 2.24, 2.40, 3.26, 4.12f, 5.04, 5.52f, 7.22, 8.47 1, 9.12, 9.24, 10.35, 11.01, 11.54f, 1.41, Von Bochum=S. nach Höntrop. 5.41, 6.13, 6.54, 7.55, 8.22, 9.26 10.52,11.56, 12.23, 1.40, 1.471,2.06 4.87, 5.53, 6,83, 7.16 f, 7.38 8.45f, 8.57, 10.24, 11.19, 1.48. Von Höntrop nach Steele=Nord. 5.48, 6.20, 7.02, 8.01, 8.80, 9.33, 10.59,12.08, 12.80, 1.47,1.531, 2.18, 4.44, 6.00, 6.40, 7.241, 7.45, 8.541, 9.05, 10.82, 11.26, 1.55. Von Steele=Nord nach Höntrop, 5.24, 7.14, 8.02, 8.24, 9.82, 9.57, 10.27, 11.80 1.12, 2.14, 2.80, 3.16, 4.031, 4.54, 5.421, 7.12, 8.381, 9.03,9.14,10.25, 10.51, 11.441, 1.31. Von Langendreer nach Bochum=S. 5.29, 6.01, 6.31, 7.13 E, 7.42,7.47, 7.54D, 8.54 E, 9.14, 9.43 10.03 E, 10.40, 11.25D, 11.55, 1 2.10, 12.49 D, 12.59, 1. 10E, 1.28f, 1.28 1.460, 1.54,1 2.43 E, 3.48E, 4.08 D/4.20, 4.24,4.46 E,5. 14f, 5.40, 6.11, 6.19E, 6.40 f, 7.26, 8.11E, 8.821, 8.43,8.51,9.31 E, 9.36, 10.12, 10.46, 10.530, 11.08, 11.19 f, 11.29f, 11.49E, 11.59, 12.30, 12.59E, 1.35. Von Wanne nach Gelsenkirchen. 5.20D, 5.50, 6.29, 6.55E, 7.30D, 7.57,/8.22 E,/8.50, 8.56, 9.03E, 9.31E, 9.57, 10.20 E, 10.34, 11.00, 11.24E, 11.81, 12.16, 12.48, 1.05 E, 1.191, 2.06, 2.14, 2.520, 2.57, 3.01, 3.28,3.54E,4.19E, 4.51, 5.34, 5.58E, 6.02, 6.15f, 6.27, 6.88, 6.51 E, 7.15, 7.820, 7.48, 8.120, 8.17, 8.38,9.120,9.16,9.37,/9.471, 10.00D, 10.80, 11.39, 11.54 E, 12.15, 1.23. Von Essen=H.= über Kray=N. nach Gelsenkirchen. 50, 5.25, 5.50 f8, 6.088, 6.14, 6.47, 7.22,7.57,8.32D*/8.55, 10.00,10.8375, 10.55,11.11%, 12.080“, 12.10, 1.19, 1.811“, 1.438, 1.50, 2.86, 2.56, 3.10, 3.81, 4.80, 4.47, ö.17, 6. 17D“, 6. 108, 6.81, 6.53, 7.82, 7.46“, 8.19, 8.58, 9.81f, 9.52, 10.30, 10.43, 11.23, 11.50f, 12.20. Von Kray=N. knach Essen=H. 4.21, 5.28, 6.18, 6.59, 7.21, 7.28, 8.17,9.10, 9.88, 10.16, 10.58, 11.19, 11.54,12.41, 1.21, 1.28, 2.08,f 2.26, 3.21, 3.51, 4.17, 4.51, 5.20, 5.56, 6.56, 7.36, 8.42, 9.17, 9.35, 9.56, 10.51, 11.27, 12.08, 12.36. Die mit t bezeichneten Züge fahren nur Sonntags; die mit halten nicht in Kray resp. Präsident. Die mit s fahren nur bis Kray=Nord bezw. nach Essen H.=B. E. Eilzüge ohne Preisaufschlag: Schnellzüge(fett) mit Preisaufschlag. Die mit R fahren durch nach Recklinghausen. — 1 PLrPrSPT ESSEN-RUIHR Freitag und Samstag Weine und EikÖrS Deutsche Schaumweine ganne Plaiche Chevalier de Rhin...... 2.60 Lorraine.. 3.00 Imperial 3.75 Kupferberg Gold.... 4.75 Henkell Trocken....... 4.75 Burgen Grün........ 4.75 Franzöf Schaumweine in Deutschland auf Flaichen gefüllt ganze Flasche E. Mercier& Co. 4.75 Colfé 4.75 Colfé* 5.00 Henry Eckel„Fleur de Sillery“ 5.00 Franzöf. Champagner genue Fleiche Heidlieck Monopol..... 11.25 C. H. Mumm 11.80 Erncst krroy& Co. 11.80 Pommery& Creno 11.88 Rheinweine genne Fleiche 1910er Hambacher..... 0.85 1911er Gaubickelsheimer. 0.95 1909er Niersteiner..... 1.05 1911er Oppenheimer.... 1.15 1909er Rüdesheimer.... 1.35 1910er Binger Mainzerweg. 1.70 1905er Hochheimer..... 1.90 1906er Liebfraumilch..... 2.40 1908er Rauenthaler Langenliück 2.65 Dunschextrakt Wurltwaren Frische Blut- u. Leberwurlt Heflische Leberwurst... Feine Leberwurßt Feine Leberwurst I. Hausmacher-Leberwurlt Kalbsleberwurßt lagdwurk Plockwurst Thüringer Knoblauchwurft Pfund 40 95. 75. 1.15 1.25 1.30 1.10 1.20 1.40 Schwedische Platten von Mi. 1.25 ½ Plasche Rum-Punich.. 1.75 Arrak-Punich 1.75 Kaifer-Dunich......... 1.75 Burgunder-Punsch.. 1.75 Feiner Punichextrakt ½ Flaiche ½ Flasche Moselweine gonne Fleiche 1911er Nittler........ 0.90 1911er Briedler... 1.05 1911er Zeltinger....... 1.20 1911er Graacher....... 1.35 1911er Caseler..... 1.65 1911er Piesporter Lay.... 1.80 1904er Caseler Pichter.... 2.40 1904er Erdener Busley... 2.85 1904er Aylar Kupp..... 3.35 Schwedischer Punsch ½ Fleiche ½ Flaiche Caloric-Punich von Grönfleet 2.65 1.40 Schwedisch. Glühwein 1.65 0.95 Locnac graue Ploiche Cognac Verschnitt“.... 1.75 Cognac Verschnitt“..... 2.15 Deutscher Cognac Verschnitt Literflasche... 2.90 Französ. Cognac Verschnitt Literflalche 3.40 Cognac V. O.: 3.85 Cognac V. S. O. 4.30 Bordeauxweine gange rleiche 1907er Montagne....... 0.90 1907er Agasac 0.95 1907er Montferrand..... 1.15 1907er Cyssac 1.25 1907er St. Christoly. 1.45 1907er Pomerol....... 1.75 1907er Chätcau Lafon Rochet 2.00 1905er Chäteau Pardaillan Blavé 2.15 1907er Leoville Barten.... 2.65 Leberiermer Kalte Küche Krabben in Gelce Aal in Gelec Anchovis in Gelee Hummer in Gelce Gänfekeulen in Gelce Gellügelliülze Sülzkotelettes Hausmacherfülze Weinfülze Roaltbeef, gebraten Kalbsbruß, gefillt.. Portion 20.4 " 25 " 25*" 30 „ 9% „ 25 „ 35 Pfund 1.00.4 „ 1.204 Perd 2.20. " 2.20.4 Heringssalat... Kartoffelsalat.. Ralienischer Salat Ruflische Eier, Gans, gebraten.. Duter, gefillt Ente, gebraten.. Hähnchen, gebraten Stück 2.— bis 1.00.4 Rehrücken, Sauce Cumberland Port. 1.25.4 Pfund 90. „ 70 " 1.10 halbe„ 30 Portion 80 „ 80 " 1.004 Kalbsfricandeau Kalbsbraten... Pfund 2.—.4 "" 1.804 Kagjiche due von Crosfe& Bleckwel, Ild., London. Topf Mixed Pichles von Cresse& Diackwell, Ild., London... Gias Piccalilly von Croife& Dioekwell, Lid., London...... Oias Pökelrinderbruß...... Pfund 2.—.4 Dundee Marmelade Liköre und Spirituolen Kakao, Vanille, Pomeranzen, Mokka, Pfefferminz oder Ingwer Likör.... Peiche 1.05 Maraschino 1.35 Cherry Brandy... 1.70 und 0.90 Kurfürlil. Magenbitter(Lachs) 2.50 Curaça brange blau-weißer Krug..... 2.65 Danziger Golchwalfer(Lachs) 2.75 Alpenkräuter von Guttentog 1.70 Pomcranzen, grün...... 1.90 Karthäufer, gelb und grün........ 3.10 und 1.70 Nordhäufer Korn..... 1.25 Thorner Lebenstropfen... 1.35 Halb und Halb........ 1.40 Lippstadter lagdkorn..... 1.50 Aalborger Aquavit...... 1.70 Regenlteiner Korn.... 1.75 Echter Stonsdorfer.....(2.10 Südweine gaune Plaiche Insel-Samos 0.85 Tarragona..... 0.85 Duro Portwein 1.30 Alter Duro Portwein..... 1.55 Feiner alter Duro Portwein 2.40 Madeira 1.45 Aller Madcira. 1.70 Feiner alter Madeira.... 2.20 Vermouth Cinzano...... 1.80 Fischkonferven Oele Brat- oder Bismarckheringe 0.48 Eilet-Heringe in div. Saucen 0.80 Delikateß-Heringe in div. Saucen..... 0.85 und 0.50 Heringe in Aspic....... 0.32 Rollmops in Wein- oder Remouladen-Sauce 0.45 Neunaugen, ca. 6 St. lnhalt 9.90 Anchovis und rullische Sardinen........ Olas 0.25 Anchovispalte in Tuben, ¼, ½ fube Sardellenbutter! 0.45 0.28 Lachs in Stücken... Pfund 0.95 Fruchtkörbe in jeder Preislage 11 1.70 1.70 von James Keiller& Sons, LId. Inhalt 1 Pid. engl. 80 2 Prtl. engt. Topi 80 1.40 Onions von Crolfe& Blackweil, Ltd., London....... Gas Gerkins von Crolfe& Blackwell, Lid., London....... Gas 1.300 1.30 Methna-Blutapfellinen, 12 suck 90 ud 70. Murcia-Blutapfellinen, 12 stic 90 md 654 Valencia-Apfellinen, 12 Suc 43. JS 25 Ananas Mut 754 Amcrikanische Apfel....... Phund 15 und 16.4 Tafclbinen Pfund 30.4 Jafcllcigen Phund 70 Dattehn Pfund 60 und 35.4 Phmd 105 und#0. Ohuns 98 und 30. * *