Die Memmatsune.. 9— O ROMNGIDOFTO ium Nadlänzeiger für tasirop-Räufer uld Umgebung K Neue Folge der HelmatbIätter für Castrop= Rauxel und Umgebung senns Ehronik des Kirchspieis Eastrop (Fortsetzung aus Nr. 42) Schulen 1822 In der Commune Börnig befindet sich eine Bauerschaftsschule, die sehr baufällig ist. Der Plan zu einem neuen Schul= und Wohnhaus ist von dem Herrn Landesbaumeister Pistor angesertiget, und der Bau wird wirklich bald zu Stande kommen. „In den Jahren 1824 und 1825 ist der Neubau der Schule zu Börnig zu Stande gekommen. Im Jahre 1826 ist dieses Schul= und Wohnhaus nech immer besser in den Stand gesetzt worden. Im Jahre 1829 wurde die Westseite des Schulhauses mit Brettern bekleidet, um das Durchschlagen des Regens zu verhindern Im Jahre 1830 wurde das Schulhaus gedeckt, weil das frühere Einschmieren des Daches mit Kalk den Balken Boden vor Regen nicht sicherte. Der Kunstgärtner Herr Junkermann war im Jahre 1836 von der Königlichen Regierung zu Arnsberg beauftragt, in hiesiger Gegend die bei den Schulgemeinen befindlichen Baumschulen in Augenchein zu nehmen und sich darüber zu äußern. In Betreff der Börniger Baumschule bemerkt er: „Die Baumschule ist in sehr regelmäßiger und kunstgerechter Haltung, jählt Bestände jeder Größe in unverbesserlicher Qualität.“ Der Lehrer Lampmann erhielt eine Prämie von sunf Thalern. Die Schulgemeinde Börnig hat für den Lehrer einen Garten angekauft, wodurch dem Lehrer Gelegenheit gegeben ist, die in einem beschränkten Kaume, den er noch für sich mit benutzen mußte, angelegte Baumschule, eine größere Ausdehnung zu zeben Nachdem die Zahl der schulpflichtigen Kinder des hiesigen Schulbezirks über 300 angewachsen, war die Anstellung eines dritten Lehrers nöthig. Es wurde das untere Schulzimmer in zwei Theile getheilt, und dem Wunsche der Kirchengemeinde, daß bei der Vacanz der Vicarie sto Anno in der Pfarrtirche hier und bei der Größe der Gemeinde, wofür nur zwei Geistlichen vorhanden, die dritte Lehrertelle einem Geistlichen übertragen werde der zugleich Verweser der Vicarie und nebst den Revenden derselben aus der Schulgelder=Kasse, dann einen Zuichuß aus der Kirchengemeinde für kirchliche Aus#ülfe erhalten sollte, von der hohen Landes und geistlichen Behörde nachgegeben. Die Gemeinde verpflichtet sich auf 10 Jahre zu inen jährlichen Beitrage von 50 Rthl., welcher nach #%#lassensteuer aufgebracht wird. Das Hochwürdige bischöfliche Generalvicariat ##ndte den ltten Mai 1838 den Curat=Geistlichen herrn Böhmer aus Paderborn, derselbe erhielt die #rste Klasse der Schüler und trat sein Amt mit dem #en Semester an. Die Einrichtung des 3ten Lehrzimmers und die Feschaffung der nöthigen Subsektion kostete der Gemeinde. Nach einer Verfügung der Königlichen Regierung u Arnsberg vom 16ten Januar 1833 sind die kathoichen Eingesessenen zu Pönpinghausen dem Schul##irke zu Börnig einnerleibt worden. Im Jahre 1841 sind an der Schule zu Börnig #inige kleine Reparaturen vorgenommen. Kirchenwesen 1822 Schon lange wünschten die Eingesessenen von den Parreyen Castrop, daß auf dem Katholischen Kirchoie die Leichen nach der Reihenfolge begraben bürden, dies ist endlich zu Stande gekommen, nachem die Steine, wodurch die Grubenberechtigten Ehre Gruben bezeichnet hatten, weggeschafft und von Einigen zum Pflaster auf den Haupteingängen her#egeben waren, wurde der Kirchhof gehörig planiert, Die ausgesteckten Alleen und Haupteingänge mit Einden und Pappeln besetzt und sofort zweckmäßig #erschönert. Dadurch hat der Kirchhof Raum genug Für die Leichenbeerdigung gewonnen. 1823 Der Kirchhof bei der katholischen Kirche hier, ###icher für die christlichen Consessionen allgemein ###r und worauf jeder ältere Eingesessene seine Frabstätte hatte, wurden im Jahre 1821 planirt Und nach der Reihe darauf begraben, wie Seite 18 Nr. 19 bereits gesagt ist. Mit dem Anwachsen der Gemeinden fand es sich. #s derselbe zur Aufnahme aller Leichen nicht mehr usreichte. Die Verwaltungsbehörde trug nach nem medicinisch polizeilichen Gutachten auf Verlegung desselben außerhalb des Orts an. Die Oberehörden nehmen die Sache auf. Die katholische Bemeinde war mit der Verlegung einverstanden ###d es wurde ein passendes Grundstück vor dem rte westlich auf dem sogenannten Wiedehagen von n Landwirthen Rütershoff und Goosmann zu bercastrop zur Anlegung eines neuen Todtenhoses #auirirt. Vor etwa 40 Jahren wurden die Beerdigungen er Leichen in den Kirchen verboten, und bei der elegenheit wurden auch die hiesigen Gemeinden #ugefordert, den hiesigen Kirchhof außer dem Orte ## verlegen. Der damalige Pastor der katholischen Feneinde v. Kerchenbrock kam dagegen ein und beauptete unterm 11ten Novbr. 1798, daß die Verkegung des Todtenhofes außerhalb Castrop wegen er schlechten Wege garnicht thunlich sei. Weiterhin war er wohl darauf bedacht, in VerEinigung mit der lutherischen und reformierten Pemeinde eine gemeinschaftliche Begräbnisstätte zu beauiriren. Die lutherische Gemeinde lehnt dies b. und beschaffte sich einen kleinen Fleck bei der ##herischen Pastorat zum Todtenhofe: die reforierte Gemeinde bediente sich indessen ferner des allgemeinen Kirchhofes. Auch die Leichen der armen Eingesessenen in der lutherischen Gemeinde wurden noch immer fort auf dem gemeindlichen Friedhose beerdigt. Seitens der katholischen Gemeinde war man damit ganz einverstanden, daß nun der neue Todtenhof für alle christlichen Confessionen, wie vorher, bleiben sollte Die evangelischen Gemeinden, ungeachtet daß der vorhin bemerkte Fleck der Lage wegen einestheils zum keinem Todtenhof sich eignete, anderentheils für die Gemeinde über kurz zu beschränkt sein wird, traten dem Vorschlage nicht bei und so wurde der Todtenhof für die kathelische Gemeinde in einer Größe von 2 Morgen 3 Ruthen und 41 Fuß angelegt, im Jahre 1838 bereits mit einer lebendigen Hecke umgeben, im Frühjahr 1839 mit Pappeln rundum bepilanzt, auf der Südseite ein steinernes Kreuz von 3 Meter Höhe 1 Fuß Stärke errichtet, dann der Eingang nördlich mit einem Fahrthor und an jeder Seite desselben mit kleinen Thoren. wozu die Pfeiler aus gehauenen Steinplatten bestehen, versehen und die Fläche gehörig planirt. Am 11ten August 1839 fand die Beerdigung der ersten Leiche, nämlich der Ehefrau Anna Cath. Rumsmühle geborenen Kleinhubert aus Frohlinde darauf statt, wo denn jetzt bis zur feierlichen Einweihung jedes Grab insbesondere nach katholischem Ritus eingeweihet wurde. Die feierliche Einweihung nahm Schreiber dieses als Landdechant des Decanats Dortmund von dem hochwürdigen bischöflichen Generalvicariats zu Paderborn damit beauftragt am R0ten December 1839 unter Assistenz von 6 benachbarten Geistlichen vor, wobei die ganze Gemeinde versammelt war Nach abgehaltenem feierlichen Hochamte verfügte sich die Geistlichkeit, die Ortsbeamten, der Kirchenvorstand, die Repräsentanten und die ganze Gemeinde unter Absingung passender Lieder in Prozession von der Kirche zum Todtenhose, wonach bei beendigtem Einweihungs=Ritus Schreiber dieses über den Tert Johannes,.28 eine Rede hielte und darin die beiden Punkte entwickelte, daß die nun vor allem Prosangebrauche abgesonderte Begräbnisstätte a) ein Friedhof. b) ein Gottesacker sei. Danach wurde unter Gesang der Rückgang anaetreten und die Feier in der Kirche mit dem Te Deum beschlossen. Nach der Feier wurde bei den Gastwirthe Busch ein kleines Mittagsmahl gehalten, woran die Geistlichen, die Ortsbeamten, der Kirchenvorstand und die Repräsentanten der Gemeinde theilnahmen. Die Einmohner in Castrov hatten sich alle Mühe gegeben, die Straßen und Wege von der Kirche zum neuen Todtenhofe wie auch die Straße zum Buschen Hause mit Ehrenbogen pp zu schmücken. Die Anlage kostet der Gemeinde 750 Thl., die auf Grund= und Klassensteuer repartirt und aufgebracht wird. Im Jahre 18/1 kam der Hochwürdigste Weihbischof Richard Dammers auf seiner Firmungsreise am 8ten August nach Castrop. um am Aten desselben das Sacrament der hl. Firmung auszuspenden. Die Herren Bürgermeister Biggeleben. Beigeordneter Greve und der Verwaltungs=Sekretär Tacke waren bis zum Wirthe Hovemann jetzt Vennemann an der Chaussee dem Herrn Bischofe entgegen gefahren, wo auch die beiden Herren Kirchenvorsteher Haale von Böpinahausen und Tönnis zu Velwig den Hochwürdigsten Herrn zu Pferde abholten. Von Ansang der Pfarrgemeinde bei Bernsmann auf der Chaussee von Castrop nach Witten waren Ehrenbogen an Ehrenbogen bis Castrop und so in Castrop selbst errichtet. Die Geistlichkeit mit der Gemeinde ging dem Herrn Bischof im Scheiten entgegen, um hochdenselben in Procession zur Kirche zu führen, worin er eine passende Collecte von Kirchenpatron dem hl. Märtyrer und Bischof Lambertus absang und den bischöflichen Segen ertheilte. Es wurden an dem Abende(.) und am folgenden Tage(.) August wiederholt die Böller gelöset. Am Abend brachten mehrere Eingesessene in Castrop dem Hochwürdigsten Herrn einen Fackelzug mit einem angemessenen Gesange an der Pastorath, wo der Prälat übernachtete. Am 9ten kamen die benachbarten Geistlichen mit ihren Firmlingen nach Castrop, und begleiteten Hochdenselben zur Kirche, wo auch nebst den Firmenden die Gemeinde in Prozession hin und wieder zurückkehrte. Obgleich die Witterung sehr ungünstig war, so äußerte doch der Herr Bischof mit besonderer Heiterkeit seine größte Zufriedenheit, da er die ungemeine Anstrengung wahrnahm, womit man ihn verehrte. Nach der Austheilung der hl. Firmung speisete Hochderselbe auf der Pastorath zu Mittag, wozu die Geistlichkeit, mehrere angesehene Personen und die Kirchenvorsteher eingeladen waren. Der Herr Bischof war sehr froh und heiter, und fuhr unter dem Geläute der Glocken das ununterbrochen fortgesetzt war, des nachmittags nach Bochum. Wirthe Im Jahre 1830 fing der Schmidt Böhmer zu Börnig an, Branntwein und Bier zu verkaufen. Auf der Merklinder Landwehr an dem Kreuzwege von Castrop nach Witten und von Mengede nach Bochum wohnte schon im Jahre 1820 der Bauer und Schenkwirth Johann Heinr. Schilling. Weil derselbe wegen Schulden sein Haus verpachten müßte, so übernahm Hermann Hovemann gebürtig aus der Pfarrey Mengede das Haus, ist Schenkwirth, Bierbrauer, bei welchem auch über Nacht Fuhrleute logieren können. Nicht weit davon wohnt ein Schmidt Lesmöllmann, der auch seit Jahren eine Schnappsschenkwirthschaft hat. Bluhme in der Gerterheide am Ende der Pfarrei Castrop am Wege nach Bochum ist schon seit langen Jahren als Schenkwirth bekannt. Am Wege von Castrop nach Henrichenburg hat der Joseph Arnold Rippe eine Schenkwirthschaft angelegt. Der Gast= und Schenkwirth Hovemann zu Merklinde hat ein massives Haus gebaut, worin er das Geschäft sortsetzt. Auch der Schmidt Heinrich Schilling hat in seinem Hause eine Gast= und Schenkwirthschaft errichtet Industrie und merkwürdige handlungen 1822 Einer Königlich hochlöblichen Regierung zufolge sollte den Lehrern ein angemessenes Stück Land zu seinen Industrie=Garten angewiesen werden, der vorzüglich zur Obstbaumzucht dienen sollte, um den Schülern Anweisung im Pfropsen, Reguliren, Okkuliren, zu geben. So gern der Kirchen= und Schulvorstand in Castrop zu dieser guten Sache helfen wollte, so war vor der Hand kein Grundstück auszumitteln. Der hiesige Lehrer Heinemann hat vorläufig von seinem Küsterlande dazu einen Platz von 40 Quadrat Ruthen genommen, gehörig einfriedigen lassen. darin einige große Obstbäume gepflanzt und 1700 Kerne gelegt. 1831 Gegen Kurpfuscherei, besonders gegen die Kurpfuschersamilie Hundstein?), nahm man damals von Castrop aus Stellung. Es heißt in einem Eingesandt wörtlich: Berühmte Volksärzie unserer Zeit und Gegend Unter dieser Rubrik liest man in einem benachbarten Volksblatt folgenden Aussatz, welchen wir nicht unwerth halten, unseren Lesern hier mitzuteilen: Der Oheim des so berühmten Wunderarztes etc. Hundstein in Datteln stand schon in dieser Eigenschaft auf einer hohen Stufe. In einem noch höheren Grade der Heilungskunst lebte dessen Bruder, welcher 30 Jahre ungemein glücklich in seinen Kuren wirkte und sich so der Nachwelt unvergeßlich gemacht hat. Es verdient ebensalls der Bewunderung, wie der jetzige Schuster, Sohn des vorerwähnten Hundstein. so kraftvoll in die Fußtapfen seines Vaters tritt. Wenn letzterer sich durch frühere Kuren schon berühmt gemacht hat so soll derselbe sich jetzt durch Heilung zweier Patienten. 1. des Schusters Brüggemann gen. Rölle in Castrop und 2 des Landwirths Wortmann aus Rauxel in Castrop unsterblich gemacht haben; nur schade, daß der Lebensfaden dieser letzteren abgeschnitten und sie ihrem Helfer nicht ein Dankopfer bringen können. Wie gesagt, mehr erwähnter Wundarzt wirkt sicher und schnell, wie sich aus diesen und mehr Geschichten ergibt, welche des Erkundigens werth sind. und verdient doch bestens empfohlen zu werden. Ja. die Kuren des Hundstein in Datteln wirken schnell, machen jeden Rückfall in einer anderen Krankheit unmöglich— seine Arzneien lindern alle Schmerzen und— führen zur Ruhe. Möchte doch eine weise Regierung dieses Uebel in seinem Keime ersticken! #n. Einsender ist möglicherweise Dr. med. Jansen, Castrop. Gemäß einem Publikandum soll am 31. Mai Haus Callenberg verpachtet werden. 1832 Am 29. Juli zeigt der Provisor Sohn an, daß er in Abwesenheit des Apothekers Lemmer dessen Castroper Offizin übernommen habe. Unter dem gleichen Datum empfiehlt der Castroper Bürgermeister Biggeleben den Vorsteher der Lemmerschen Apotheke dem Publikum, da derselbe schon mehrere Apotheken rühmlichts verwaltet habe, zugleich bemerkt er, daß sich die Apotheke nach der letzten Revision in einem sehr guten Zustande befinde. Okt. Bekanntmachung, daß für die neu erbaute katholische Schule beim Gastwirt Busch ein Lehrstuhl und 36 Pulttische, veranschlagt auf 145 Reichstaler, verdungen werden sollen. 23. Okt. Der Castroper Auktionavor Greve setzt das in Castrop be'egene Gut:) des Freiherrn von Syberg in Bayreuth zur Verpachtung aus. 1833 2. März 1833 wird eine neue masstve Brücke mit hölzernem Steg über den Mühlenbach am Westtor zu Castrop, veranschlagt auf 195 Reichst., ausgeschrieben. Am 12. April soll bei Busch Goldschmieding, dem Hauptmann Karl Adolf von Schell zu Rechen gehörig.— gutes Wohnhaus, 2 Nebengebäude, 6 Köttereien, etwa 311 Scheffelse kölnisch.s Maß an Gärten, Acker, Wiesen, Weiden und Heez für 19.000 Taler verkauft werden. „Am 28. Aug. soll der zu Gysenberg gehörige Schultenhof in Habinghorst verpachtet werden. 3. Sept. Bekanntmachung des Castroper Bürgermeisters Biggeleben, daß die Reparatur des vom Blitze beschädigten Kirchturms zu Bodelschwinah— veranschlagt auf 147 Reichst, 11 Silbergr. 2 Pf.— beim Wirt Narath zu Bodelschwingh vergeben werden soll. Bekanntmachung, daß vom 31. Okt. ab für den Gebrauch der Straße Castrop— Henrichenburg das bis dahin beim Wirt Busch erhobene Wegegeld in Wegfall kommt, das Pflastergeld jedoch nach dem bisherigen Tarif weitergezahlt werden muß. 1834 Laut Bekanntmachung von Berlin d. 27. Juni 1834 wird die zwischen Bochum und Castrop bisher am Dienstag und Freitag verkehrende Botenpost auf Mittwoch und Sonnabend verlegt. 1836 Am 11. Juni soll der Löckmannshof in Oestrich bei Busch in Erbpacht gegeben oder verkauft werden. 1837 Am 19. Jan. will der Gutsbesitzer Klönne in Goldschmieding seine 5 Minuten von der Stadt Castrop neu erbaute Windmühle, 1 Mühlgang, nebst Graupenmühle mit Wohnung, Gemüse= und Obstgarten öffentlich meistbietend beim Gastwirt Frombach verpachten. Am 15. Juni soll das Castroper Gut des Herrn v. Syberg in Bayreuth auf 5 Jahre verpachtet werden. 1838 Am 30. Juni und 1. Juli in Ickern Schützenfest. Am 20., 21., 22. Juli Schützenfest in Castrop. 1839 Am 30. Juni und 1. Juli in Ickern Schützenfest. 1840 Das Castroper Schützenfest wird wegen des Absterbens des Königs auf die Tage des 26. bis 28. Juni verlegt. e] Am 4. bis 6. Juli in Ickern Schützenfest. )] Das Deininghauser Schützenfest wird infolge der Landestrauer auf den 21. und 22. Juli verlegt. Das Castroper Gut des Herrn v. Syberg in Bayreuth nebst der Kornmühle soll am 17. Juli neu verpachtet werden. 1841 Der Gutsbesitzer Fr. Klönne will das allodiale Rittergut, dessen gerichtliche Taxe 33.500 Tir beträgt, am 6. Mai verkaufen: 136 Morgen Acker, 15 Morgen Gärten, 45 Morgen Wiesen und Weiden, 47 Morgen Holzungen, 14 Köttereien, eine ausgezeichnete Privat= und eine ausgedehnte Koppeljagd. gute Gebäude, die seit 8 Jahren errichtet sind. In der Nacht vom 15./16. Juni brannte vermutlich infolge Brandstiftung die zum Gute Ickern gehörende Sägemühle ab. Fortsetzung folgt. Die Bauernschaftsschule in Ickern Pfa#rei i. R. Albrecht Stenger hat eine„Mengeder Kirchspielchronik“ geschrieben, die kürzlich im Jahrbuch für Westsälische Kirchengeschichte ausgenommen wurde und jetzt auch als Sonderabdruck erchienen ist. Dieses in allgemein verständlicher Sprache geschriebene Heftchen berührt wiederholt die drei Gemeinden Ickern, Deininghausen und Dingen, von denen die beiden letzteren noch heute zum Mengeder Kirchspiel gehören. Wir entnehmen mit gütiger Erlaubnis des um die Heimatgeschichte hochverdienten Verfassers folgenden Abschnitt aus seinem 39 Seiten zählenden Hefte: Die Bauernschaftsschule in Ickern. Im Jahre 1695 ist sie gestiftet. Damals lebte dort, wie berichtet wird, ein frommer, kluger und tätiger Mann, Johannan der Heide(Heidbauer). dieser, gab teils aus eigenen Mitteln vieles her, teils sammelte er Beiträge von anderen zur Erbauung des dortigen Schulhauses und zur Stiftung eines Schulfonds. Die Eingesessenen gaben auch die Gemeinheitsgrundstücke her. Nach der Stiftungsurkunde sollte die Schule eine gemeine Schule in der Bauernschaft sein. Als das erste Schulhaus da wo jetzt Siggers Haus steht, nach hundert Jahren einzustürzen drehte, befahl die Freifrau von Bodelschwingh=Velmede als Besitzerin des Hauses Ickern um 1790 ihrer Tochter, der Freifrau von Syberg zum Busch, für die Schule zu sorgen. Diese gab 100 Thaler und das nötige Holz, so daß das alte Schulhaus wieder hergestellt wurde. Nach 1821 ist dann das neue Schulhaus auf dem an der Henrichenburger Straße gelegenen und der Gemeinde bei der Teilung zugefallene Platz von 10 Morgen im Rumpsholz für 1500 Taler errichtet, welches bis 1907 der Gemeinde als Schule gedient hat. Als Lehrer werden in Ickern genannt Lesteffanon von 1695 an. Joh. Rötger Wunnenberg 1700—1749, dessen Sohn Wessel Diedrich von 1749 bis 1797, Dohle bis 180]. Dieckmann bis 1808, Habrink, Dohl Wissing, Watermann bis 1869. Kümmerlich war das Lehrergehalt. Wunnenberg, ein tüchtiger Lehrer in Ickern, mußte um Gehaltsverbesserung schreien,„denn er habe sieben lebendige Kinder und sehe dem achten entgegen.“ Sein Nachfolger Dohl, von einem Bauer um eine Karre Dünger verklagt und verurteilt, war unpfändbar. war bis zur Einführung der staatlichen Schulpflicht sehr mangelhaft. In Ickern besuchten von 34 Kindern nur 14 die Schule. Vom„Utdag“ an, dem 1. Mai, da der Hirt das Vieh austrieb, ruhte fast die ganze Schularbeit. Erst nach den Freiheitskriegen wurde hier das Schulwesen so treu gepflegt, daß der bekannte Schulmann Harnisch nach einer Visitationsreise berichten konnte:„Ich habe das Schulwesen kennen gelernt von der Oder bis zum Rhein, aber am besten fand ich es in der Grafschaft Mark.“ Auch in Deininghausen gab es im 18. Jhd. eine Art von Bauernschaftsschule. Hier wirkte Börnke, der auf Flörs Backhaus die Kinder von Deininghausen unterrichtete. Der arme Schulmeist: war gezwungen, um nicht zu verhungern, mit Essabei den Eingesessenen umzugehen(Reihentisch).