P Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e.V. Angemeiner krewbanzeiger Einschließlich Botenlohn für den Monat 1.80 Reichs— Einzelpreis 10 Reichspfennig.— Die Schwelmer Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Geschäftsstelle: Schwehm Nenstraße Nr. 6.— Celegr.=Anschrift: Zeitung Schwelm. Fernruf Nr. 2018.— Oostscheckkonto Hannover 76913.— Für unver langt gesandte Mannskripte wird keine Verbindlichkeit übernommen. Vetriebsstörungen oder Streiks rechtfertigen keinerlei Ersatzansprüche. sür den=Ennepe=Kahr ureis Tchibeier Radlauzeiger Mit den Beilagen: Auf roter Erde— Blätter für Unterhaltung— Modebericht— Auf heimischer Scholle. Anzeigenpreis: Im Anzeigenteil für 1 mm Höhe(96 mm breit) 8 Reichspfennig, außerhalb des Verbreitungsbezirkes 10 Reichspfennig; im Reklameteil(75 mm breit) 80 Reichspfennig. Bei Wiederholung Rabatt, der jedoch bei gerichtlicher Beitreibung und im Falle einer Ge chäftsaufsicht oder eines Ronkurses fortfällt. Die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Cagen oder Stellen wird nicht gewährleistet. Schluß der Anzeigenannahme: Vormittags 10 Uhr. Aummer 68 Erstes Blakt Montag, den 21. März 1932 Schrilt der Mächte in Kowno erfolgt Die Gesandten wurden einzeln beim litanischen Innenminister vorstellig * Kowno, 19. März. Die litanische Telegraphenagentur meldet, daß die Vertreter Großbritanniens, Frankreichs und Italiens heute nachmittag Verbalnoten ihrer Regierungen über die Einsetzung des Direktoriumz Simaitis dem litauischen Außenminister überreicht haben. Die Vertreter Großbritanniens, Frankreichs und Italiens haben einzeln beim litauischen Außenminister vorgesprochen und ihm die Verbalnoten über den Standpunkt ihrer Regierungen zu der Einsetzung des Direktoriums Simaitis im Memelgebiet überreicht. Die Noten behandeln außerdem die durch die Entsetzung Böttchers aufgeworfenen Rechtsfragen sowie die Möglichkeit einer Auflösung des Memelländischen Landtages. Der litauische Außenminister hat bei der Entgegennahme der Noten den lirauischen Standpunkt präzisiert. Er legte dar, daß das Direktorium Simaitis nach langwierigen Unterhandlungen konstituiert worden sei und daß man in Genf übereingekommen wäre, den Fall Böttcher nicht mit der Frage der Einsetzung des Direktoriums in Verbindung zu bringen. Er fügte hinzu, daß seiner Ansicht nach eine etwaige Auflösung des Memelländischen Landtages unter den gegenwärtigen Umständen in keiner Weise zu dem Ratsbeschluß oder den Vorschriften des Memel=Statuts in Widerspruch stehe. * „Die Art, wie die deutsche Regierung in der Memelfrage vorgegangen ist, leistet den Memelländern bessere Dienste als Ratschläge gewaltsamen Vorgehens. Damit würde unsern Deutschen in Memelland der allerschlechteste Dienst erwiesen werden. Wie richtig das Vorgehen der deutschen Regierung war, wird sich schon in den allernächsten Tagen erweisen.“ So sprach am Donnerstag der vergangenen Woche Ministerpräsident Braun im Preußischen Landtag. Schon einige Tage vorher war von einer in scharfem Tone gehaltenen Note der Vertragsmächte die Rede gewesen; da man aber nichts weiter davon vernahm, so war man auch wieder mißtrauisch geworden, und dies um so mehr, als der litauische Ministerpräsident Zaunius es nicht hatte unterlassen können, sich in einem recht spottlustigen Tone über diesen angeblichen Schritt der Mächte, von dem ihm nichts bekanntgeworden sei, zu äußern. Die nun überreichte Note hat der Ankündigung Brauns im Landtag recht gegeben, und es bleibt nun abzuwarten, welche Wirkung der „großmächtige“ Schritt auf das kleine ZauniusLändchen haben wird. Die Verordnung über den Osterburgfrieden * Berlin, 19. März. Die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des inneren Friedens vom 17. März ist im Reichsgesetzblatt vom 18. März veröffentlicht worden. Sie verbietet für die Zeit vom 20. März bis zum 3. April 1932 mittags 12 Uhr öffentliche politische Versammlungen sowie alle politischen Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel. Für die gleiche Zeit ist jede Art der öffentlichen Verbreitung von Plakaten. Flugblättern und Flugschriften politiichen Inhalts verboten. Oeffentliche poitische Versammungen sowie politische Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel, die nach Ablauf der Verbotsfrist stattfinden sollen, dürfen vom 1. April öffentlich angekündigt werden. Wer den Verboten zuwiderhandelt, wird, soweit nicht eine höhere Strafe in Betracht kommt, mit Gefängnis nicht unter drei Monaten, und außerdem auch mit Geldstrafe bestraft. Die Verordnung ergänzt ferner die Verordnung zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März 1931. So wird bestimmt, daß Plakate und Flugblätter politischen Inhalts mindestens 24 Stunden vor ihrer Verbreitung der zuständigen Polizeibehörde zur Kenntnisnahme vorzulegen sind. Verstöße gegen die Anordnung werden mit Gefängnis bis zu drei Monaten oder mit Geldstrafe bestraft. Reichsgaraulie für die Reedereien Zusammenlegung bei Hapag und Lloyd 10:3. 9 Berlin, 19. März. Wie wir erfahren, hat das Reichskabinett Vereinbarungen zugestimmt die zwischen den beteiligten Ressorts und den Reedereien getroffen woden sind. Danach übernimmt das Reich eine Kreditgarantie im Betrage von 77 Millionen, davon werden 7 Millionen den Trampreedern, der übrige Betrag wird für das Jahr 1932 den großen Reedereien zur Verfügung gestellt unter der Voraussetzung, daß die alten Kreditgeber und die Geschäftsführung der Reedereien gewisse Unterlagen schaffen, von denen die Uebernahme der tatsächlichen Garantie abhängig gemacht wird. Die alten Kreditgeber haben sich schon bereit erklärt, ihre Guthaben bis zm 28. Februar 1939 zu einem niedrigeren Zinssuß stehen zu lassen Wie am 10. Apen gewühn wito Erlaß des Reichsinnenministers— Wahlzeit wieder von 9 Uhr bis 18 Uhr * Berlin, 19. März. Der Reichsminister! des Innern hat durch Verordnung vom 14.11 März die Anordnungen für den zweiten Wahlgang! der Reichspräsidentenwahl getroffen. Mit Rücksich. darauf, daß in Preußen, Bayern, Württemberg und Anhalt am 24. April Landtagswahlen stattfinden, ist mit den Regierungen dieser Länder vereinbart worden, daß die Stimmlisten gemeinsam für die beiden Wahlen vom 30. März bis 3. April zur Einsicht durch die Wähler ausgelegt werden. In allen anderen Ländern beschränkt sich die Auslegung der Stimmlisten für die Reichspräsidentenwahl wie im Jahre 1925 auf zwei Tage, nämlich Samstag, 2., und Sonntag, 3. April, jedoch kann in diesem Falle die Gemeindebehörde die Auslegung schon früher beginnen lassen. Die Abstimmungszeit in den Sommermonaten April bis September wäre nach der Reichsstimmordnung 8 Uhr bis 17 Uhr. Um Mißverständnisse bei der Wählerschaft möglichst auszuschalten, hat der Reichsinnenminister angeordnet, daß beim zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl dieselbe Abstimmungszeit wie beim ersten Wahlgang gilt, also 9 Uhr bis 18 Uhr, eine Maßnahme, die auch bei der Reichspräsidentenwahl 1925 getrofsen worden war. Die Stimmzettel wie alle amtlichen Vordrucke werden, um Verwechslungen mit dem ersten Wahlgang zu vermeiden, auf hellgrünem Papier hergestellt. Im Anschluß an den Erlaß der Verordnung hat sich der Reichsinnenminister noch mit einem Rundschreiben an die Landesregierungen gewandt. Da die Frist für die Auslegung der Stimmlisten in die Hauptumzugszeit fällt sind besondere Vorkehrungen getroffen, damit die Umschreibung der Wähler in den Stimmlisten zu keinem Verlust des Stimmrechtes für die Wähler führt. Wähler, die nach Beendigung der Auslegung der Stimmlisten, aus ihrem bisherigen Stimmbezirk wegziehen, können noch nach Ablauf der Auslegung sich in der Stimmliste des Stimmbezirkes ihrer neuen Wohnung nachtragen lassen. Die Deutschnationalen für Wahlenthaltung am 10. April * Berlin, 19. März. Die deutschnationale Preffestelle veröffentlicht eine Erklärung, in der es heißt: „Unser Vorschlag, zugleich mit den großen Länderwahlen eine Neuwahl des Reichstages vorzunehmen und den zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl wegfallen zu lassen, ist von der Regierung nicht ausgenommen worden. Wir danken dem Kandidaten des schwarz=weiß=roten Kampfblockes, Oberstleutnant Duesterberg für seine rastlose, vom Pflichtgedanken getragene Arbeit. Ein Rückblick auf die Reichstagswahl nötigt uns zu folgenden Feststellungen: Sammlung der nationalen Front zum Kampfe gegen die schwarzrote Parteiherrschaft wan stets unser Ziel. Dem gab die Tagung von Harzburg den sichtbarsten Ausdruck. Allen Hemmungen und Widerständen zum Trotz bleibt diese Zielsetzung unverändert. Die Sehnsucht von Millionen Deutschen, die am 13. März ihre Stimme Hindenburg gaben, wan die Einheitsfront der nationalen Front. Eine ausgesprochene Parteikandidatur konnte dieser Sehnsucht nicht genügen. Viele sahen in ihr die Gefahren schwerer Erschütterungen. Da sie den nationalen Einheitskandidaten nicht sahen. wählten Millionen, die mit uns das herrschende System ablehnen, den greisen Feldmarschall. Der 13. März hat der Welt gezeigt, daß die Parteien und Kräfte, die das Kaisertum unterwühlt und gestürzt haben, in ihren eigenen Reihen keinen Mann mehr besitzen, den sie dem deutschen Volk als Führer zu bieten wagen. Unsere Gründe gegen die Wahl Hindenburgs bestehen fort Solange keine entscheidende Kursänderung im Reich und in Preußen erreicht ist, stehen wir gegen ihn. Seine Wahl aber ist durch die Zahlen des ersten Wahlganges bereits entschieden. Eine aktive Beteiligung der Deutschnationalen Volkspartei an der zweiten Reichspräsidentenwahl kommt nicht in Frage. Die Deutschnationale Volkspartei und ihre schwarz=weiß=roten Mitkämpfer bekennen sich erneut zu dem Ziele der Harzburger Front. Es gilt, Preußen zu erobern. Hier liegt jetzt der Hebel zum Sturze des Systems.“ Nationalsozialistische Führerlagung * München, 19. März. Wie die Preffestelle der Reichsleitung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei mitteilt, fand heute hier in Anwesenheit Adolf Hitlers eine Reichsführertagung statt, die sich mit der politischen Lage befaßte und auf der die Richtlinien für die bevorstehenden Wahlen im Reich und in den Ländern ausgegeben wurden. Nach einem Rückblick des Reichsorganisationsleiters Gregor Strasser auf den ersten Wahlgang bei der Reichspräsidentenwahl wurden die Anweisungen Hitlers für den neuen Propagandafeldzug und seine technische Durchführung bekanntgegeben. Hitler führte u. a. aus, daß niemand, der das innere Wesen der Partei kenne, auch nur eine Sekunde lang im Zweifel über die Fortführung des Kampfes sein könne. Alles könne die Partei ertragen, nur eines würde sie nicht aushalten: Stillstand oder Kampfaufgabe. Sie sei entschlossen, zu kämpfen bis zum letzten Atemzuge. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei glaube an den Sieg, weil ihr unbändiger Siegeswille, ihre absolute Zähigkeit und Beharrlichkeit ihn verbürgten. Es sei kein Zufall, daß er die beste und zuversichtlichste Stimmung, die er je in den 13 Jahren seiner Arbeit erlebt habe, gerade jetzt in diesen Tagen nach dem 13. März erlebe. Eatschließung der Vaterländischen Verbände * Berlin, 19. März. Heute wurde in einer Sitzung des Gesamtvorstandes der Vereinigten Vaterländischen Verbände folgende Entschließung gefaßt: „Der erste Wahlgang um den Reichspräsidenten hat bestätigt, daß Hindenburg der Kandidat des herrschenden Systems ist. Diesem System gilt unser Kampf Durch Ablehnung des durchaus gangbaren Vorschlages von Hugenberg durch die Gegner ist dem Volk ein zweiter Wahlgang aufgezwungen. Nachdem sich Hitler entschlossen hat, wieder zu kandidieren, ist es nur folgerichtig, ihn im Kampf gegen das System auch zu unterstützen. Hierdurch ist keine Bindung an eine Partei beabsichtigt. In dieser Stellungnahme werden wir bestärkt durch die Verfolgung der Nationalsozialisten und die Beschränkung der Wahlfreiheit durch den aufgezwungenen Burgfrieden, womit die gesamte Nationale Opposition getroffen werden soll. Von größter Bedeutung sind die bevorstehenden Landtagswahlen. Der volle Einsatz aller Kräfte ist hierfür nötig, um das herrschende System zu Fall zu bringen. Nur solche Parteien dürfen bei diesen Wahlen unterstützt werden, die bisher den Kampf gegen den Marxismus und seine Wegbereiter zielbewußt geführt haben.“ Aufruf des Christlich-Sozialen Volksdienstes * Berlin, 19. März. Die Reichsführung des Christlich=Sozialen Volksdienstes teilt mit:„Die ganze Volksdienstbewegung hat sich im ersten. Wahlgang mit größtem Nachdruck für die Wiederwahl Hindenburgs eingesetzt. Die Reichsführung dankt allen Gliederungen und Freunden für ihren selbstlosen Einsatz, den durch den schönen Erfolg am 13. März reich belohnt worden ist. Beim zweiten Wahlgang am 10. April darf keine falsche Sicherheit und Wahlmüdigkeit herrschen. Wir sind es Hindenburg schuldig, daß die im ersten Wahlgang leider nicht ganz erreichte absolute Mehrheit am 10. April überschritten wird. Hindenburg tut für uns mehr als seine Pflicht; wir wollen uns nicht von ihm beschämen lassen.“ Die Vorstände von Hapag und Lloyd sind übereingekommen ihren Gesellschaften eine Zusammenlegung des Aktienkapitals von 10:3 vorzuschlagen, so daß es sich bei jeder Gesellschaft auf 48 Millionen Mark beläuft. Die Auslandsschulden fallen unter die Bestimmungen des Stillhalteabkommens. Drei Monate Gefängnis wegen übermußigen Aufwändes .—„Berlin, 19. März. Das Schöffengericht Verlin=Mitte verurteilte heute den Inhaber einer Berliner Seidenfirma, Günter SchmidtLorenzen, wegen übermäßigen Aufwandes zu drei Monaten Gefängnis. Schmidt=Lorenzen hatte aus dem Vermögen der Firma, die im September 1929 ein Moratorium erhielt und dann im September 1931 in Konkurs ging, in den letzten vier Jahren 900000 RM. zu Privatzwecken entnommen. Bereits im Jahre 1926 hatte die Firma einen Hypothekenkredit von fünf Millionen RM. aufgenommen, um die Illiquidität des Geschäfts zu vermeiden. Zelungenerbei .—.“ Kiel, 19. März. Der Oberpräsident von Schleswig=Holstein hat die„Kieler Zeitung" auf fünf Tage verboten. Anlaß zu dem Verbot gaben die in der Nummer 78 der Zeitung erschienenen Artikel„Hitler erklärt“ und„Protest an den Reichsinnenminister“. 103. Jahrgang Politischer Osterfriede Von heute ab müssen wir 14 Tage lang auf das schon gewohnte Geräusch der Wahlmaschine verzichten. Zwar haben die Erfahrungen mit dem politischen Burgfrieden zur Weihnachtszeit den Beweis geliefert, daß durch solche äußerlichen Maßnahmen natürlich niemals eine innere Befriedigung des deutschen Volkes erreicht wird. Die Zahl der politischen Kapitalverbrechen war in der Weihnachtszeit mindestens ebenso groß, wie in anderen Zeiten. Es ist eigentlich ein böses Zeichen für die staatliche Autorität, wenn man schon fast erstaunt ist, daß an dem einen oder anderen Tage kein politischer Mord in den Zeitungen steht. Die offizielle Lesart will stets beweisen, daß die unsachliche Kampfesweise der radikalen Gruppen auf der Rechten und auf der Linken die alleinige Schuld an diesen Zuständen trägt. Dieses Schema ist bequem; denn es überhebt des Zwanges zum Nachdenken. Die theoretische und praktische Gleichsetzung des Rechtsradikalismus und des Linksradikalismus ist vielleicht die verhängnisvollste innenpolitische Sünde, die das heutige Systembegeht. Ganz abgesehen davon, daß es für jede andere Gruppe eine Beleidigung ist, in einem Atem mit einer Partei genannt zu werden, die eingestandenermaßen ihrepolitischen Befehle von den Machthabern im Kremlerhält, und die deshalb überhaupt nicht als deutsche Partei angesehen werden kann(wenigstens in ihrer Führung), ist es doch nun einmal eine unbestreitbare Tatsache, daß der Natioualsozialismus als erste nationale Massenpartei einen tiefgehenden [Einbruch in die marxistische Arbeiterschaft fertig bekommen hat. Man kann darüber streiten, ob diese Entwicklung zu Dauerergebnissen führen wird, oder ob wir in absehbarer Zeit vor einem Rückfluten stehen werden. Aber die Tatsache allein, daß der Nationalsozialismus bewußt für die Wiedererweckung des nationalen Widerstandswillens innerhalb der deutschen urveiterschaft wirbt, sollte diese Bewegung davor schützen, mit dem Linksradikalismus in einem Atemgenannt zu werden. Daß dies dennoch geschieht, ist ein Zeichen der politischen Instinktlosigkeit und trägt wie nichts anderes dazu bei, den innenpolitischen Kampf zu vergiften und die nationalsozialistischen Massen wirklich immer weiter zu radikalisieren. Es ist immer wieder eine amtliche Statistik über die Schuld an den blutigen Zusammenstößen der letzten Zeit gefordert worden. Es wäre wünschenswert, einmal zu erfahren, in wieviel Fällen die Herausforderung von den Angehörigen rechtsstehender Verbände ausgegangen ist. Im allgemeinen vermitteln sämtliche Berichte über solche Zusammenstöße den Eindruck, daß die Kommunisten in einer sehr geschickten Art provozieren. Das üble Thema Spitzelwesen spielt in diesem Zusammenhang selbstverständlich auch eine Rolle. Wir werden durch keine Notverordnung über den Burgfrieden an hohen Festtagen dahin gelangen, die wirklichen Ursachen dieses Uebels zu beseitigen. Wenn jedenfalls gewisse amtliche Stellen an der bequemen und echt demokratischen Auffassung festhalten. daß der„Radikalismus“ auf der Rechten und auf der Linken zu gleichen Teilen die Schuld an der Verwilderung unserer innenpolitischen Zustände trägt, wird es trotz aller rigorosen staatlichen Maßnahmen nicht anders werden, denn die Polizei kann natürlich nicht überall sein. Es ist vielmehr in diesen Zusammenstößen ein Beweis dafür zu ersehen, daß im deutschen Volke gänzlich unabhängig von den Kämpfen der parlamentarischen Cliquen eine machtpolitische Auseinandersetzung stattfindet, bei der es um die Frage geht, ob der nationale Wille, gleichgültig, in welcher vielleicht noch zu läuternden Form, oder der Geist des internationalen Marxismus das öffentliche Leben in Deutschlandbeherrschen soll. Diese Entscheldung ist sehr viel wesentlicher als irgendwelche personalpolitischen Bersuche innerhalb des Systems, durch die die„Eingliederung“ oder„Anpassung" der von unten aufsteigenden Kräfte an den heutigen Kurs erreicht werden soll. Entscheidend ist die Tatsache, daß der kämpferische Teil des deutschen Volkes den Glauben an die„Objektivi= tät“ der Staatsgewalt verloren hat, und daß dieser Glaube auch nicht durch eine Notverordnung über den politischen Osterfrieden wiederhergestellt werden kann. Einanderer Geist in der deutschen Innenpolitik, der sich bewußt auf die posittven und sehr brauchbaren Kräfte des nationalen Erneuerungswillens stützt, ist die Voraussetzung für eine wirkliche innete Befriedung, nicht auf formal demokratischer, sondern auf schöpferisch posttiver Aufbau= Grundlage. •) WIFA Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e.V. Severing über seine Polizeiaktion * Düsseldorf. 20. März. Ueber die Polizeiaktion in den letzten Tagen sagte Minister Severing in einer Kundgebung der sozialdemokratischen Partei wörtlich: „Man hat mir bei der Aktion der letzten Tage den Vorwurf gemacht, daß ich aus Wahlmache und Sensationsbedürfnis heraus Haussuchungen bei der NSDAP. angeordnet habe. Wer mich kennt, der weiß genau, daß von allen Sensationen mir die politische Sensation die widerlichste ist, weil sie auf Kosten des Volkes geht. Wenn ich trotzdem in den letzten Tagen über die Nationalsozialisten und ihre private Armee ein Bild der Oeffentlichkeit übermittelt habe, so habe ich damit nur meine polizeiliche Pflicht erfüllt. Ich kann nichts dafür, daß die Sturmabteilungen in der Nacht zum 13. auf den 14. März mobilisiert wurden. Ich konnte das nicht schon zu Weihnachten wissen. Wenn das zeitlich in die Nähe der Wahl rückt, dann sollten die Sturmabteilungen sich selbst amklagen. Zu den Erörterungen in der Presse kann ich folgendes sagen: Ich habe gar keinen Anlaß dazu, zu schwätzen. Für einen Polizeimeister ist es besser, er redet wenig, aber er handelt. Wenn ich heute auch keine langatmigen Erklärungen zu der Erklärung Goerings und Röhms über ihre Vorsprache beim Reichswehrminister abgeben will, so habe ich doch etwas dazu zu sagen. Ich sage das aber nicht durch Erklärungen, sondern auf andere Weise. Ich denke nicht daran, die Freiheit der nationalsozialistischen Parteigänger und die Pressefreiheit der Nationalsoziailisten einzuengen und ein zweiter Metternich zu sein. Aber ich denke daran, jetzt einen Wall zu errichten zur Wahrung der Staatsautorität und zur Bekämpfung derjenigen Bestrebungen in Deutschland, an Stelle des Gesetzes die Willkür zu errichten. Das müßte ein merkwürdiger Staat sein, der vor den Drohungen von Parteiführern oder einer Partei zurückweicht. Und wenn die Welt voll Teufel wäre, und wenn es noch so viele Nationalsozialisten in Deutschland gäbe, hier steht einer, der keine Furcht kennt. Und hinter mir stehen Tausende. Weimar im Zeichen Goethes * Weimar, 20. März. Seit Sonntag vormittag steht Weimar im Zeichen der Goethe=Gedenkseiern, die mit einer Aufführung von Goethes „Ur= Götz" durch das Staatliche Schauspielhaus Berlin ihren eigentlichen Anfang nehmen, nachdem in den Vortagen bereits eine Reihe kleinerer Feiern vorangingen, so die Uraufführung des Goethe=Films„Goethe lebt“ und ein Rezitationsabend von Ludwig Wüllner. Viel Beachtung fand auch die Uraufführung eines kleinen GoetheSingspiels„Claudine von Villabella“, zu dem Alfred Irmler eine neue vertiefende Opernmusik geschrieben hat. Weimar selbst ist ganz auf die Feiern eingestellt. Da die Leitung der Gedenkfeiern darum gebeten hat, von einer festlichen Beflaggung wegen des ernsten Sinnes der Gedenkfeiern abzusehen, ist zwar das äußere Straßenbild nicht besonders verändert, aber überall grüßen Goethebüsten und Bilder. In den Hotels ist jedes freie Bett belegt, da am Montag die 300 Reichsehrengäste und die Abgesandten des Auslandes erwartet werden. Am Sonntag vormittag wurde eine Ausstellung Weimarer Künstler eröffnet, die einen Ueberblick über die bildende Kunst Weimars zurück bis zur Jahrhundertwende gibt. Mißglückter Zersetzungsversuch in der Reichswehr Jütervog. 19. März. Mitglieder der Kommunistischen Partei haben sich an Reichswehrsoldaten der Artillerieschule heranzumachen versucht, um kommunistische Zellen in der hiesigen Garnison zu bilden. Die Soldaten sind jedoch nicht darauf eingegangen, sondern haben die Angelegenheit ihren Vorgesetzten gemeldet. Seit eintgen Tagen beschäftigt sich die politische Abteilung der Kriminalpolizei Berlin mit der Klärung der Vorgänge, die jetzt soweit fortgeschritten ist, daß zwei Festnahmen erfolgen konnten. Noch im Laufe des Samstags erwirkte Kriminalkommissar Geißler einen richterlichen Haftbefehl. Der Versuch der Kommunisten, die Garnison zu zersetzen, ist damit vereitelt. „Glück ab!“ „Graf Zeppelin“ gestartet Mit neun Fahrgästen nach Südamerika Friedrichshafen, 21. März. Bei recht günstiger Wetterlage ist das Luftschiff„Graf Zeppelin“ um 0.34 Uhr zu seiner ersten diesjährigen Brasilienfahrt mit neun Passagieren an Bord ausgestiegen. Dr. Eckener ist als Kommandant an Bord. Nachdem das Luftschiff am letzten Dienstag eine Werkstättenfahrt ausgeführt hat, hat es nun seine erste diesjährige Südamerikafahrt angetreten. Soweit es die Wetterlage gestattet, wird es die Route durch das Rhone=Tal=Mittelmeer=Gibral= tar. dann über die Kanarischen oder Kapverdischen Inseln einschlagen. Das Luftschiff wird am Dienstag, 22. März, 23.30 Uhr, in Pernambuco eintreffen. Für die Rückfahrt nach Friedrichshafen hat der amerikanische Millionär Leeds. der im Jahre 1929 an der großen Weltfahrt teilnahm, bereits gebucht. An Post werden mehrere Säcke befördert. Für Passagiere und Post hat das Condor=Syndikat einen Sonderanschlußdienst nach Bahia. Rio de Janeiro und Buenos Aires eingerichtet. Für die Reise nach Pernambuko sind 900 Kilogramm Lebensmittel und Getränke an Bord des Luftschiffes verstaut. Sportflugzeug abgestürze Düsseldorf. 21. März. Gestern abend, gegen 17,30 Uhr ereignete sich ein folgenschweres Flugzeugunglück. Ein von dem Piloten Knoesels gesteuertes Flugzeug des Düsseldorfer AeroKlubs stürzte beim Wenden in einer Kurve aus 15 Meter Höhe ab und wurde dabei vollständig zertrümmert. Der Pilot wurde lebensgefährlich verletzt, ebenso trug sein Begleiter Nußbaum schwere Verletzungen davon. Knoesels hatte erst vor kurzem sein Fliegerexamen an der Fliegerschule Rheinland absolviert. * Bitterfeld, 19. März. Der Ballon„Ernst Brandenburg“ ist heute vormittag 9.09 Uhr Die neue Steuersentung Die Bentaug der Viecsleder Bei der Reichsbiersteuer um 3 Am, bei der Gemeindebiersteuer um 40 Prozent— Inkraftsetzungstermin aber noch nicht bestimmt Spritsteuersenkung aufgeschoben- Realsteuersperre auch für 1932 * Berlin, 19. März. Der Reichspräsident hat eine Verordnung erlassen, die Bestimmungen über Biersteuerfenkung, Realsteuersperre und sonstige steuerliche wirtschafts= und zollpolitische Maßnahmen entkält. Der erste Teil der Verordnung bezieht sich auf die Senkung der Biersteuer, die in der Presse schon seit längerer Zeit erörtert worden ist. Die Aufteilung des zu senkenden Betrages zwischen Reichs= und Gemeindebiersteuer ist nunmehr in der Weise erfolgt daß eine Sentung der Reichsbiersteuer um 3 Mark vorgenommen worden ist, und zwar werden die bestehenden Steuersätze gleichmäßig um den Betrag von je 3 Mark gekürzt. Diese Kürzung bedeutet für den untersten Steuersatz eine Ermäßigung um 32 Prozent, für den höchsten Steuersatz eine solche um 25 Prozent. Mit der Steuersenkung ist zwangsläufig verbunden eine Ermäßigung des Steuersatzes für aus dem Ausland eingeführtes Bier von 12 Mark auf 9 Mark. Um Mißständen, die sich im Hausbrauwesen herausgestellt haben, abzuhelfen, sind noch Vorschriften ausgenommen, die die entgeltliche Abgabe von Hausbraubier verhindern sollen. Die Gemeindebiersteuer ist grundsätzlich um 40 Prozent gesenkt worden. Zur Entschädigung der Gemeinden, in denen die Viersteuer zu senken ist, stellt das Reich 28 Millionen Mark bereit. Hiervon erhalten die Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern 24 Millionen und die Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohner vier Millionen Mark. Was das Inkrafttreten der Biersteuersenkung anbelangt, so hat die Reichsregierung ursprünglich dafür den 20. März in Aussicht genommen. Dabei war aber ausdrücklich erklärte Voraussetzung, daß bis dahin zwischen dem Reichskommissar für Preisüberwachung und den beteiligten Kreisen(Brauereien und Gastwirte) eine Einigung über die Bierpreissenkung zustandegekommen war. Diese Einigung ist bisher nicht erztelt worden. Den Zeitpunkt des Inkrafttretens der Senkung zu bestimmen, ist vielmehr der Reichsminister der Finanzen ermächtigt worden. Die Senkung der Branntweinmonopolabgabe mußte noch ausgesetzt werden, um die Biersteuersenkung so schnell wie möglich den beteiligten Gewerben und dem Verbraucher zugute kommen zu lassen. Die durch Notverordnung vom 1. Dezember 1930 angeordnete Realsteuersperre gilt auch für 1932. Eine Erhöhung der geltenden Realsteuersätze ist ausgeschlossen. Lediglich für die Gemeinden, deren Steuersätze unter dem Landesdurchschnitt liegen, ist die Möglichkeit einer Erhöhung der Realsteuersätze vorgesehen. Im Interesse einer Belebung des Kraftverkehrs wird der Zuschlag zur Kraftfahrzeugsteuer für das Rechnungsjahr 1932 von 10 auf 5. v. H. ermäßigt. Auf dem Gebiete der Hauszinssteuer beseitigt die Verordnung jeden Zweifel darüber, daß die Eintragung der Ablösungshpothek nicht nur in Reichsmark, sondern auch in Goldmark zulässig ist. Das Urteil im Katzenellenbogea-Prozeß * Berlin, 19. März. Die dritte Strafkammer des Landgerichts 1 verurteilte den Angeklagten Katzenellenbogen wegen Bilanzverschleierung zu drei Monaten Gefängnis und 10000 M. Geldstrafe und den Angeklagten Penzlin zu 10000 Mark Geldstrafe. Von der Anklage der Untreue wurde Katzenellenbogen freigesprochen. Das Verfahren gegen Katzenellenbogen und Penzlin wegen Prospektbetruges wurde eingestellt. Die Angeklagten Sobernheim, Kuhlmey und Funke wurden freigesprochen. Die Gefängnisstrafe gegen Katzenellenbogen wird als durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt betrachtet. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus, daß das Gericht kein Untersuchungsausschuß sei für die Herausarbeitung einzelner Rechtsfragen. Nur was im Laufe der Verhandlungen Gegenstand eigener Wahrnehmung geworden sei, habe dem Urteil zugrunde gelegt werden können. Bezüglich des Prospektbetruges sei das Verfahren eingestellt worden, weil die Verjährungsfrist eingetreten sei. Auch von der Anklage der Untreue seien die Angeklagten freigesprochen worden. Dann werden in der Begründung ausführlich die der Anklage der Bilanzverschleierung zugrundeliegenden Stützungskäufe, der Nutria= und Nordhefekomplex besprochen. Eine Bilanz, sagte das Gericht, muß unter allen Umständen wahrheitsgemäß sein, auch wenn sie die Interessen der Gesellschaft beeinträchtigt. Die Angeklagten haben, um dem Status ihres Unternehmens den Schein großer Liquidität zu geben, es zugelassen, daß die Bilanz viele Millionenbeträge als Bankguthaben aufwies, während in Wirklichkeit nur einfache Forderungen in Frage kamen. Sie haben also das im Aktienrecht so bedeutungsvolle Prinzip der Bilanzwahrheit außer acht gelassen. Gradlinigkeit, Zuverlässigkeit und Offenheit waren kennzeichnend für den deutschen Kaufmann im In= und Auslande. Wenn es in letzter Zeit sich häufiger ereignen konnte, daß Kaufleute von Rang und Namen unter Außerachtlassung hochgeachteter Grundsätze gegen Recht und Gesetze verstießen, so muß hiergegen mit aller Schärfe des Gesetzes Front gemacht werden. Mildernde Umstände waren den Angeklagten deshalb zu versagen, aber es ist berücksichtigt worden, daß sie nicht vorbestraft sind. Raiffeisen-Prozeß beginnt Der gewandelte Lloyd George Der„Krammerhäusen der Keparationen Aufsehenerregendes Buch des englischen Politikers Angriffe gegen Amerika— Streichung der Reparationen widerspricht nicht den Verträgen London, 20. März. In seinem neuen Buch „Die Wahrheit über die Reparationen und Kriegsschulden" erklärt Lloyd George, der ja einer der Väter des Versailler Vertrages ist, da die völlige Streichung der Reparationen nicht im Widerspruch zum Versailler Vertrag stehen würde. Die entsprechenden Klauseln des Vertrages ließen ausdrücklich die Möglichkeit einer Herabsetzung bezw. Streichung der Reparationen bei Uebereinstimmung der beteiligten Regierungen offen. Die Reparationen und Kriegsschulden sowte die falsche Verteilung des Goldes und die hohen Zollmauern seien die Hauptursachen der gegenwärtigen Weltkrise. Lloyd George schildert u. a. auch seine Rolle bei den Reparationsverhandlungen in den Jahren 1919=21. Er betont, daß er die Schwierigkeiten, die sich der Leistung der damals festgesetzten Reparationszahlungen entgegensetzten. vorausgesehen habe, daß jedoch der Druck der öffentlichen Meinung seinerzeit keinen anderen Weg offen gelassen habe. Lloyd George beziffert den Gesamtbetrag der bis zum Inkrafttreten des HooverMoratoriums gezahlten Reparationen auf 1910 Millionen Pfund Sterling(nach altem Kurs über 38 Milliarden RM.), wobei er die Besatzungskosten und den Wert der abgetretenen Besitzungen errechnet. Er kommt zu dem Schluß, daß das Deutsche Reich nicht mehr bezahlen könne. Den einzigen Ausweg sieht Lloyd George in einer Aenderung der Haltung der Ver. Staaten. Er richtet in diesem Zusammenhang scharfe Angriffe gegen Amerika, das selbst bei einer Streichung der Kriegsschulden noch nicht annähernd so große Verluste durch den Kriea aufzuweisen haben würde wie etwa Frankreich und England. Wenn Amerika an seiner gegenwärtigen Politik festhalte und sich einer Herabsetzung der Kriegsschulden widersetze, so werde es allmählich seine Wirtschaft vollkommen zugrunde richten, indem es sich selbst seiner besten Kunden, nämlich der europäischen Staaten, beraube. Amerika halte die Schlüsselstellung zu seiner eigenen und zur Wohlfahrt der ganzen Welt. Lloyd Gorge empfiehlt, um Amerika entgegenzukommen, eine beträchtliche Herabsetzung der Rüstungen. Eine große Gelegenheit, so schreibt Lloyd George u. a., erwartet die Welt in Lausanne. Wollen die Staatsmänner sie ergreifen oder wollen sie fortfahren zu faseln? Weitere Beträge vom Deutschen Reich zu erhalten, so schließt Lloyd George, ist ausgeschlossen. Eine Vereinbarung, die künftigen Reparationszahlungen(mit Ausnahme der Dienste der Dawes= und Young=Anleihe) zu streichen, widerspricht nicht dem Grundsatz der Heiligkeit der Verträge. Es ist vielmehr die treueste Art, sie zu erfüllen. Frankreich, das sein Abrüstungsversprechen noch in keiner Weise erfüllt hat, steht es schlecht an. von der Heiligkeit der Verträge zu sprechen. Das Buch schließt mit einem Appell an alle verantwortlichen Staatsmänner. Maßnahmen zur Beseitigung des Trümmerhaufens der Reparationszahlungen unverzüglich und mit aller Energie zu ergreifen. Die letzten Tage des alten preußischen Landtags. Ein Blick in den fast leeren Sitzungssaal des Preußischen Landtages an einem der letzten Tage seiner Amtszeit zur zwzeiten wissenschaftlichen Höhenfahrt mit Führer Schütz(Bitterfeld) und Beobachter Sucksdorf(Berlin) aufgestiegen und gegen 4 Uhr in Feldberg(Tschechoslowakei) kurz vor der österreichischen Grenze gelandet. Er hat eine Höhe von 8500 m erreicht. * Berlin, 19. März. Die Bertram=Atlantik=Expedition hat die schwierigst Flugstrecke mit dem Wasserflugzeug über die Sy rische Wüste gut überwunden. Ein Sandsturn machte die Erreichung Bagdads am ersten Tagunmöglich, und zwang zu einer Zwischenlandunauf dem Euphrat. Am nächsten Tag ist die Expedition wohlbehalten in Bagdad eingetroffen. Uralzew wegen Kreditschwindels vor Gericht. * Berlin, 19. März. Heute, an dem Tage, au dem der Prozeß Katzenellenbogen zu Ende geht, begann eine ähnlich langwierige Verhandlung, deren Dauer auf einige Wochen berechnet wird. Das ist der Fall Michael Alexander Uralzew. Mitangeklagt ist Dr. Türk der Treuhänder der Raiffeisenbank, Berlin, die mit rund 75 Millionen Mark fallierte und an deren Zusammenbruch die beiden Beschuldigten wesentlichen Anteil haben solsen. Die Anklage wirft Uralzew Kreditschwindel im größten Ausmaße vor. Die Raiffeisenbank hat den von Uralzew in Anspruch genommenen Kredit von rund 7 Millionen Mark nur im Hinblick auf ein angekündigtes Russengeschäft stehen lassen; dann hat sie Uralzew neues Geld für die Aufrechterhaltung seines Betiebes„Orion“, der schon im Dresdener Prozeß wegen des ganz unbaufmänmischen Aufwandes für Büro und Angestellte eine Rolle gespielt hat, gegeben; endlich hat die Raiffeisenbank eine Geschäftsreise des Treuhänders Dr. Türk nach Paris finanziert und ihm 7000 Dollar überantwortet, um das Russengeschäft in Fluß zu bringen. Der Mittelsmann für das Russengeschäft sollte der Angeklagte der Pariser Handelsdelegation Rußlands, Stromberg, sein. Die Verteidigung machte geltend, daß Uralzem für die Kredite wertvolle Sicherheiten gegeben habe, die aus Juwelen, einer Banksicherheit und Lagerscheinen über wertvolle Chemikalien bestanden hätten. Uralzew, der nach der Revolution nach Berlin kam, lernte die Direktoren der Raiffeisenbank auf Gesellschaften kennen. Er lebte in größtem Luxus, hielt sich neben einer vornehmen Wohnung mehrere Luxusautomobile usw. Die Anklage wirft ihm vor, dieses Leben auf Kosten der Raiffeisenbank geführt zu haben. Daß die Verhandlung so spät nach dem Dresdener Prozeß beginnt, ist auf eine Erkrankung Uralzews zurückzuführen. Im Dresdener Uralzew=Prozeß, der im Juli 1931 stattgefunden hat, war Uralzew wegen gemeinschaftlichen Betruges, vollendeten und versuchten Betruges und schwerer Urkundenfälschung rechtskräftig zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Rechtsanwalt Türk hatte damals wegen versuchten Betruges und Untceue zehn Monate Gefängnis erhalten. Das Urteil gegen Türk ist aber noch nicht rechtskräftig, da Türk Berufung eingelegt hat. Ein bestechlicher Gefängnisdirektor Warschan, 19. März. Im Gefängnis der Stadt Zawiercie sind ungeheuerlicher Mißbräuche aufgedeckt worden. Der Gefängnisdirektor ließ Verbrechern ihre Gefängnisstrafe auf eigene Faust in eine„Geldstrafe" umwandeln, er steckte das Geld ein und stellte dafür den Verurteilten ein Zeugnis über die ordnungsmäßige Verbüßung der Strafe aus. Nun sitzt der großzügige Gefängnisdirektor selbst hinter Schloß und Riegel.— Oberschlesien hat Glück im Spiel Auch der Hauptgewinn der Winterhilfen=Lotterie fällt nach Oberschlesien * Berlin, 19. März. Nachdem erst kürzlich das große Los der Preußischen Klassenlotterie in Beuthen(Oberschlesien) herauskam, ist jetzt auch der Hauptgewinn der Winterhilfen=Lotterie nach Oberschlesien gefallen. Die glücklichen Gewinner leben in der Ortschaft Groß=Stanisch(Kreis Groß=Strehlitz) und sind ein Lehrer, Vater von 13 Kindern, und ein Schneider, dem es bisher sehr schlecht ging. Da der Gewinn 120000 Mark betrug, erhält jeder von ihnen nach allen Abzugen noch über 50000 Mark. Vier wirkt Blehunt 9„ Es macht unempfindlicher * gegen Erkaltung! P — Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e.V. sozeß mmer lagten diefe. 00 M. n 31 der ochen. Penzt. Die und Geals t bee der Interg einVermmung gelegt ruges e VerAnreigegrünnzverfe, der Eine mstänInterseklaghmens zugege als lichkeit bedeurheit Zuverd für lande. eignen en unte gergegen t werlagten woreicht. e eine Raiff#r8 Dr. Dollar luß zu issengeandelsvalzem segebe! 4 und bestanolution Raiffbte in rehmen 9. Die ten der e Verzeß berückzun Juli gen geversuchilschung s veritte dalutceue Das Moträtttor is der r Mißisdirekse auf deln, er Verurmäßige r großloß und viel Lotterte lich das in Beusuch der nach ewinner (Kreis ter von bisher 0 Mark AbzuBcc Wahlleiter des Wahlkreisverbandes Westsalen Der Oberpräsident der Provinz Westfalen hat für die am 24. April 1932 stattfindende Hauptwahl zum Preußischen Landtag den Bürgermeisterster Schlanstein in Münster zum Kreiswahlleiter für den Wahlkreis 17(Westfalen=Nord) und zum Verbandswahlleiter für den Wahlkreisverband Westfalen der aus den Wahlkreisen Westfalen=Nord und Westfalen=Süd besteht, ernannt. Sein Stellvertreter ist der Beigeordnete Dr. Fulda in Münster. Der neue Wanderplan des S. G. B. „Wohlauf, es ruft der Sonnenschein! Hinaus in Gottes freie Welt! Geht munter in das Land hinein Und wandert über Berg und Feld.“ Mit diesem Wahlspruch überreicht der Sauerländische Gebirgsverein Abt. Schwelm zu Beginn des neuen Wanderjahres seinen Mitgliedern den Wanderplan für 1932=33. Es ist gerade der rechte Zeitpunkt, einen Blick in diesen Wanderplan zu werfen, wenn die ersten warmen März=Sonnenstrahlen der schlasenden Natur den Erweckungsgruß senden. Wie alles, was da kreucht und fleucht und sproßt und Knospen treiben will, voll freudiger Zuversicht dem werdenden Frühling entgegensieht, so soll auch in der Brust der Menschenkinder neue Hoffnung keimen, trotz den Nöte und des schweren Druckes der Zeitverhältnisse, und Trost und Erholung sollen sie suchen und finden da draußen in der herrlichen Umgebung unserer Heimatstadt. Der S. G. V. hat es sich bei der Aufstellung des Wanderplanes vor allen Dingen angelegen sein lassen, die Wanderungen so zusammenzustellen, daß keine, oder, wo es unvermeidlich war, nur denkbar geringe Aufwendungen für Fahrten erforderlich sind. Bei Tageswanderungen wird, wie es von jeher beim S. G. V. Brauch war, durch RucksackVerpflegung auch allen Wanderern, die nicht oder wenig mit irdischen Gütern gesegnet sind, die Teilnahme ermöglicht. Beim Betrachten der vorgesehenen 22 Wanderungen fällt vor allem auf, daß mit ganz besonderer Liebe daran gedacht ist, solche Naturschönheiten zu erwandern, die etwas abseits der üblichen Wegestrecken liegen, wie z. B. der Wupper=Hangweg zwischen Tiefenbachtal und Felsentor bei Beyenburg, das Bismecketal bei Verneis usw. Doch es wäre Unrecht, einzelne Wanderungen besonders hervorzuheben, denn alle wanderfreudigen Mitglieder, Damen wie Herren, die sich als Führer zur Verfügung stellen, zeigen immer wieder, daß sie es verstehen, gerade ihrer Wanderung neue Reize abzugewinnen, so daß die dankbaren Teilnehmer stets mit großer Befriedigung heimkehren, aufs neue bereichert durch den Genuß einer gesunden Bewegung in frischer Luft und gestärkt in dem Bewußtsein, eine mit Naturschönheiten reich gesegnete Heimat zu besitzen. Der S. G. V. hofft, daß auch im neuen Wanderjahre die Mitglieder durch rege Anteilnahme an den tdealen Bestrebungen ihre Anhänglichkeit bekunden. Frisch auf! Havekost. § 370 R. St. G. B. mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft. Die Beschädigung, Verrückung und Entfernung der Marksteine und der etwa darüber befindlichen Holzgerüste fällt unter§ 304 R. St. G. B. und wird mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark oder mit Gefängnis bis zu 3 Jahren bestraft, außerdem trifft den Schuldigen die volle Ersatzpflicht des angerichteten Schadens. Die Orts= und Polizeibehörden sowie das Feld= und Forstschutzpersonal sind angewiesen, die Marksteine und deren Schutzflächen zu überwachen und etwaige Zuwiderhandlungen gegen die obigen Bestimmungen sofort zur Anzeige zu bringen. Die Herren Lehrer werden ersucht, die Schulkinder auf die Bedeutung der Martsteine und auf die Folgen einer Beschädigung derselben hinzuweisen. Tage der Ruhe und der Erholung vom Alltagsgetriebe mit seinen Sorgen und Mühen soll gerade in diesen Zeiten des erschwerten Wirtschaftskampfes mit allen seinen Auswirkungen auch auf das Familienleben das Osterfest bringen. Beschauliches und behagliches Beisammensein im häuslichen, im Verwandten= und Freundeskreise soll es bringen, soweit nicht mit dem Frühling erwachende Wanderlust die für kurze Frist ihren Arbeitsstätten entronnenen Berufstätigen hinigen hin= Rücklagen für Sorungfedermatratzen austreibt zu näheren oder ferneren Zielen ihrer nach Möglichkeit im kommenden Jahr angeschafft Sehnsucht. Wenn alle feiern und des Dienstes werden sollen. immer gleich gestellte Uhr ihre Strenge verloren hat, dann möchte auch die Hausfrau ausruhen und sich der Feiertagsruhe hingeben. Dazu gehört, daß die Hausfrau von ihren täglichen Pflichten in Wirtschaft und Küche befreit ist und nicht etwa noch durch die erhöhten Ansprüche hinsichtlich leiblicher Festgenüsse eine über das Alltagsmaß hinausgehende Belastung erfährt. Die Freude am Genießen muß sich für alle Familienmitglieder steigern, wenn die Hausfrau, Gattin und Mutter sich ebenfalls ohne vermeidliche Plage der Entspannung und Feiertagsruhe hingeben kann. Der Festtagskuchen darf nicht fehlen, aber das Backen möge der Gatte und Hausherr ihr ersparen. Die Beschaffung des Bedarfs an Kuchen, Torte, Eis und ähnlichen Erzeugnissen der Konditoreikunst soll um so eher beim Fachmann, dem Konditor, erfolgen, als der Aufwand dafür bei den gedrückten Preisen, ohne Sonderberechnung für stimmungsvolle Aufmachung, nicht hoch, ein Risiko durch Mißlingen ausgeschlossen und eine genaue Abpassung des wirklichen Bedarfs möglich ist. Ueberdies unterstützt man ein deutsches Handwerk und bereitet auch dadurch Osterfreude. Fürsorgetermine Dienstag, den 22. März 1932: Gevelsberg. Nathaus, 9 bis 12 Uhr: Sprechstunde der Tuberkulosefürsorgestelle. Schwelm, Kleinkinderschule, Südstr., 4 bis 6: Sprechstunde der Mütterberatungs= und Säng kingsfürsorgestelle. ißlinghausen. Schule Grüner Weg: 2—4: Sprechstunde der Tuberkulosefürsorgestelle. Mittwoch, den 23. März 1932: Schwelm. Kreisgesundheitsamt. Barmerstr. 9 bis 12 Uhr: Sprechstunde des Kreiskommunalarztes. Donnerstag, den 24. März 1932: Gevelsberg, Rathaus, 3 bis 5 Uhr: Sprechstunde der Mütterberatungs= und Säug Angsfürsorgestelle. Sorockhövel, Turnhalle, 2 bis 4 Uhr: Sprechstunde der Tuberkulosefürsorgestelle. Samstag, den 26. März 1932: 12. Schwelm, Kreisgesundheitsamt, Barmerstr. 9 bis 12 Uhr: Sprechstunde des Kreiskommunalarztes. 12 Schwelm, 21. März. * Die Inderziffer der Großhandelspreise vom 16. März. Die vom Statistischen Reichsamt für den 16. März berechnete Großhandelsindexziffer ist mit 100,0 gegenüber der Vorwoche nahezu unverändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 97,2(plus 0,2 v. H.), Kolonial= waren 889(minus 1,9 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 90,5(minus 0,2 v. H.) und industrielle Fertigwaren 120(minus 0,3 v. H.). :: Die trigonometrischen Punkte der Landesaufnahme bilden die Grundlage der allgemeinen Landesvermessung; ihre Erhaltung ist daher von besonderem öffentlichem Interesse. Zur Sicherung des den trigonometrischen Punkt kennzeichnenden Marksteins ist seitens des Staates eine kreisförmige Bodenfläche von 7 qm Flächeninhalt, deren Umsangslinie nach allen Richtungen hin 79 cm vom Mittelpunkt des Marksteins entfernt ist, erworben worden. Bei der Beackerung usw. des angrenzenden, im Eigentume des betreffenden Grundeigentümers befindlichen Bodens darf die Umfangslinie dieser kreisförmigen Bodenfläche vom Pfluge nicht berührt werden. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen werden nach des Ruhrgebiets und des Rheinlands, die es immer nach Milspe zieht, um von hier aus Wanderungen zu machen. Die Mitgliederbewegung der hiesigen Ortsgruppe hat einen gewissen Stillstand erreicht. Wenn auch die Anzahl der Wanderführer von 34 auf 35 gestiegen und statt 41 jetzt 42 Bleibeausweise ausgestellt wurden, so ist bei den über 20 Jahre alten Mitgliedern ein Rückgang von 90 auf 78 zu verzeichnen, was auf die Geldnot der Gegenwart zurückzuführen ist. Deshalb hat die hiesige Ortsgruppe am 18. ds. Mts. beschlossen, für die Erwerbslosen den Beitrag von 3 M. auf 2 M. zu ermäßigen. Eine weitere Senkung ist zunächst nicht möglich, da für jedes Mitglied 2 M. an den Gau abgeführt werden müssen. Allerdings hat die Versammlung den Geschäftsführer der Milsper Gruppe beauftragt, eine allgemeine Senkung der Beiträge auf der Gau=Jahreshauptversammlung zu beantragen.— Im kommenden Jahr soll die Werbearbeit etwas reger betrieben werden, die Schulentlassenen sollen durch Flugblätter noch einmal über Sinn und Zweck der Jugendherberge unterrichtet werden. Auch will die hiesige Ortsgruppe am Reichsopfertag(16. und 17. April) für den Jugendherbergsgedanken werben und eine Straßensammlung veranstalten, die schon für das ganze Reich genehmigt ist. Der Kassenbericht der Ortsgruppe schloß in Einnahme und Ausgabe mit 270 M. ab. 25 M. wurden zu der Anlage des elektrischen Lichtes im Tages= und Schlafraum beigesteuert, während die Gemeinde, als Besitzerin der Herberge, den Rest beglich. Außerdem wurden Rücklagen für Sprungfedermatratzen gemacht, die Pros. Morawitz nach Berlin berufen. Als Nachfolger des wegen Erreichung der Altersgrenze aus dem Dienst geschiedenen Klinikers Prof. His hat der bekannte Leipziger Interwist Pros. Paul Morawitz, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für innere Medigin, einen Ruf als Ordinarius an die Universität Berlin und als Leiter der Ersten Medizinischen Universitätsklinik an der Berliner Charité erhalten. Voerde, 21. März.. .:. Die diesjährigen Osterferien für die Volksschulen und die Rektoratschule der Gemeinde Voerde, sind vom 22. März bis 8. April 1932 festgesetzt. Letzter Schultag 22. März, erster Schultag 8. April. .:. Sängerjubilar. Auf eine 25jährige aktive Mitgliedschaft im hiesigen M. G. V.„Harmonie“ Altenvoerde, konnte der Sangesbruder und Vizedirigent Hugo Schwikardi zurückblicken. Aus diesem Anlaß ernannte ihn der Verein in dankbarer Anerkennung seiner dem Verein und dem deutschen Liede geleisteten Dienste unter Ueberreichung einer Ehrenurkunde und eines Ruhesessels zu seinem Ehrenmitgliede. Milspe, 21. März. Ihr 94. Lebensjahr vollendet unsere Mitbürgerin Frau Witwe Lisette Dörner, Voerderstraße 105. :=: Die Jugendherberge in unserem Ort erfreut sich bei der wandernden Jugend großer Beliebtheit. Für die Osterferien sind seit Wochen schon alle Betten belegt. Besonders ist es die Jugend Wetter, 19. März. * Auschlag auf einen Eilzug. Die Pressestelle der Reichsbahndirektion Wuppertal teilt mit: Gestern abend gegen 22 Uhr stieß die Lokomotive des Eilzuges 108 Emmerich=Hagen etwa 800 Meter vor dem Einfahrtsignal des Bahnhofes Wetter=Ruhr auf Schienenstücke. Es wurden auf einer Entfernung von 75 Meter vier Schienenstücke von je einem Meter Länge neben dem Gleis liegend aufgefunden. Die Lokomotive hatte die Schienenstücke zur Seite geschoben, ohne zu entgleisen. Sie wurde leicht beschädigt. Die Reisenden des Eilzuges wurden vom Bahnhof Wetter aus in einem nachfolgenden Personenzug nach Hagen weiterbefördert. Die Untersuchung ist eingeleitet. * Dortmund, 19. März.(Reichswehrübungen im Raume Menden= UnnaDortmund.) In der Zeit vom 21. bis 23. März finden Uebungen des 2. Bataiollns des Infanterieregiments 18, verstärkt durch eine Batterie des Artillerieregiments 6 und eine Kompagnie der Kraftfahrabteilung 6 aus Münster in der Gegend Menden=Unna=Dortmund statt. Die Truppen werden am 21. März von 8 Uhr ab in Menden ausgeladen. Daran anschließend findet eine Uebung zwischen Fröndenberg und Unna statt. Unterbringung in der Nacht vom 21. zum 22. März in Unna, Königsborn und Menden. Am 22. März übt die Truppe in der Gegend Unna=Aplerbeck, onschließend Unterbringung in Dortmund. Rücktransport der Truppe Mittwoch vormittag von Dortmund aus. * Dorsten, 19. März.(10000 Mark veruntreut.) Gelegentlich einer Revision wurden bei der Teppichfabrik Stevens u. Schürholz in HervestDorsten umfangreiche Unterschlagungen aufgedeckt, die sich auf rund 10000 Mark belaufen sollen. Für die Verfehlungen wird der Lohnbuchhalter S. verantwortlich gemacht, der bereits fristlos entlassen worden ist. S. war seit über 30 Jahren bei der Firma tätig und nahm auch im öffentlichen Leben eine führende Stellung ein. Der Lohnbuchhalter hat in der Hauptsache die Werkskrankenkasse geschädigt, indem er Krankenscheine entnahm, die in Wirklichkeit schon längst wieder gesund geschrieben worden waren. * Gelsenkirchen, 19. März.(Z wei Kinder im Schlafzimmer überfallen und verletzt.) In dem Hause Markenstraße 49 im Stadtteil Horst=Emscher hörten die Eheleute Haase am Freitag früh aus ihrem Kinderschlafzimmer ein lautes Stöhnen. Der Ehemann begabt sich sofort in das Schlafzimmer und traf hier einen unbekannten Mann an, der ihm einen Messerstich in die Brust versetzte, darauf in die Küche flüchtete und durch das Küchensenster entkam. Er hat im Schlafzimmer ein Paar alte Schuhe zurückgelassen Eines der beiden im Schlafzimmer befindlichen Kinder, ein neunjähriger Junge, hat elf Messerstiche in den Kopf, Hals und in die Schulter erhalten. Das zweite Kind, ein 13jähriger Knabe, wurde von dem betreffenden Mann am Halse gepackt und zeigte starke Würgemale. Glücklicherweise sind die Verletzungen der Kinder nicht lebensgefährlicher Natur. Die Verletzung des Haase war so schwer, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen sofort auf. * Gelsenkirchen, 20. März.(Schüsse auf der Landstraße.) Am gestrigen Tage wurden auf der Landgrafenstraße in Gelsenkirchen fünf Männer von drei Radfahrern überholt. Es kam zwischen beiden Gruppen zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf die Radfahrer vier Schüsse abgaben. Ein Former aus Gelsenkirchen erhielt einen tödlichen Bauchschuß, ein Arbeiter aus Gelsenkirchen einen lebensgefährlichen Kopfschuß. Am Tatort, den die Radfahrer in Richtung Huellermühle ohne Licht verließen, fand man zwei Patronenhülsen. * Wuppertal, 19. März.(Großer Laden brand in Wuppertal.— Vier Personen von Flammen eingeschlossen.) Heute morgen gegen 11 Uhr brach in der Drogerie Gesser auf der Berlinerstraße ein großer Ladenbrand aus. Beim Bedienen eines Kunden stieß ein Verkäufer eine 10 Liter fassende Benzinflasche um. Die Flasche zerbrach, und da der Ofen unmittelbar in der Nähe stand, war der Laden im Nu in Flammen gehüllt. Die sofort herbeigeeilte Feuerwehr konnet vier Personen, die sich in dem oberen Stockwerk befanden und von den Flammen eingeschlossen waren, in Sicherheit bringen. Der Schaden, der durch Versicherung gedeckt ist, dürfte in die Tausende gehen. * Düsseldorf, 19. März.(Lehrling stiehlt seinen Firma 7000 R M.) Wegen fortgesetzten Diebstahls wurde ein 18jähriger kaufmännischer Lehrling festgenommen. Der junge Mann hatte sich einen Nachschlüssel zu dem Geldschrank seiner Firma besorgt und seit etwa einem Jahre fortlaufend Geldbeträge aus dem Tresor entwendet. Nach den bisherigen Feststellungen beläuft sich die Summe des auf diese Weise gestohlenen Geldes auf etwa 7000 RM. Die Ermittlungen haben zur Wiederherbeischaffung eines kleinen Teiles des gestohlenen Geldes geführt. Den größten Teil hat der diebische Lehrling mit seinen Freunden verjubelt. * Köln, 19. März.(Tolle Flucht eines Polen aus der Fremdenlegion.) Als der Pariser Schnellzug Donnerstag abend auf dem Kölner Bahnhof einlief, kroch unter dem Gestänge ein Mann hervor der von oben bis unten mit Ruß und Oel beschmiert war, und der sich kaum noch auf den Beinen halten konnte vor Frost und Hunger. Es stellte sich heraus, daß es sich um einen Polen handelt, der aus der französischen Fremdenlegion geflüchtet war, und nun das nächste polnische Konsulat aufsuchen wollte. Der Mann verstand kein Wort deutsch, und es mußte erst ein polnischer Dolmetschen geholt werden, um über seine Personalien, seine Herkunft und sein Ziel etwas zu erfahren. Der Pole hat nach seiner Darstellung eine tolle Fahrt hinter sich. Er war seit drei Jahren in der Fremdenlegion und sollte jetzt eine Strafe verbüßen. Bei dieser Gelegenheit gelang es ihm, auszureißen. Er fuhr mit einem portugiesischen Dampser nach Marseille, trieb sich eine Zeitlang in diefer Stadt herum, fuhr dann blind nach Paris und weiter nach Köln. Es ist ein Rätsel, daß die Franzosen und Belgier den blinden Passagier nicht bei der sehr scharfen Durchsuchung des Zuges aufgestöbert haben. * Frankfurt a. M., 19. März.(Der„Bärenprozeß“ in zweiter Instanz.) Im Oktober 1929 besuchte eine Volksschulklasse den Zoo. Als ein zehnjähriger Schüler vor dem Bärenzwinger stand, schlug ein Braunbär mit der Tatze durch die Gitterstäbe und verletzte den Jungen am Arm, Kopf und Rücken. Dem Jungen mußte im Krankenhaus der linke Arm amputiert werden. Der Vater des Schülers strengte gegen die Stadt einen Schadenersatzprozeß an, und das Landgericht urteilte dahin, daß die Stadt verpflichtet sei, dem Kläger allen aus dem Unfall entstandenen Schaden zu drei Fünftel zu ersetzen. Die Kosten des Verfahrens habe zu neun Zehntel die Stadt zu tragen. Den Sohn treffe ein nicht unerhebliches Verschulden, aber die damals vorhandene Absperrung, die inzwischen verbessert worden ist, sei ungenügend gewesen. Die Stadt legte gegen das Urteil Berufung ein. Das Oberlandesgericht hat aber jetzt das Urteil erster Instanz bestätigt. Gefängnisrevolle in Rumänien * Bukarest, 19. März. Im Gefängnis von Tighina, wo eine größere Anzahl von kommunistischen Agenten aus Bessarabien gefangen gehalten wird, versuchten gestern die politischen Häftlinge zur Feier des Jahrestages der Pariser Kommune einen Demonstrationsaufstand zu inszenieren. Gie Gefängnisbehörden hatten rechtzeitig davon Kenntnis erhalten und wollten den Rädelsführer in ein anderes Gefängnis überführen. Als die Häftlinge dies erfuhren, kam es zu Tumultszenen. Die Gefängniswache sah sich schließlich genötigt, mehrere Schreckschüsse abzugeben. Trotzdem gelang es einigen Gefangenen, die Zellentüren aufzubrechen, viele ihrer Haftgenossen zu befreien und mit Steinen und allen möglichsten Gegenständen bewaffnet, einen Angriff auf die Gefängnisbeamten zu eröffnen. Die Gendarmerie konnte mit Mühe des Aufstandes Herr werden. Zwei Gefangenenwärter wurden schwer verletzt. Immer neue Bergstürze bei Cochem Der sinkende Berg bei Cochem an der Mosel, der bereits seit zwei Jahren die Bevölkerung beunruhigt, stürzt wöchentlich um etwa 15 Zentimeter in sich zusammen. Täglich lösen sich schwere Gesteinsmassen und stürzen den Abhang in die Tiefe. Unsere Aufnahme gibt einen Blick auf die herabgestürzten Gesteinsmassen am Fuße des Berges— im Hintergrund die Burg Cochem. MecM K So 7.) WIFA Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e.V. der Berbseutlichung under biefer Rubrit übernimmt bie Reballlen uus n Duantwortung im Sinne des Pretzgesetzes, während dem Publikmm gegenüder jode Berantwortung abgelehnt wird. Antwort an Dr. Schultz. In der Samstagausgabe der Schwelmer Zeitung beschäftigen Sie sich in einem Eingesandt mit den angeblichen Sensationsberichten des„Schwelmer Tageblatt". In diesem Eingesandt erwähnen Sie mehrfach meinen Namen. Ich unternehme deshalb den ungewöhnlichen Schritt, Ihnen nicht nur in meiner, sondern auch in der Zeitung zu antworten, in der Sie mich persönlich angreifen. Es entspricht nicht journalistischen Gepflogenheiten, einen Zeitungsbericht dadurch zu beantworten, daß man sich den mutmaßlichen Verfasser persönlich vorbindet. Nicht etwa um meine persönliche Verantwortung für den ersten„Sensationsbericht" zu verwischen, sondern um den Sachverhalt klarzulegen zunächst folgende Feststellungen: Der Bericht in der Montagsausgabe des„Schwelmer Tageblatt" stützt sich von A bis Z auf Angaben, die meinem Redakteur von zu diesen Mitteilungen befugten Beamten gemacht worden sind. Ueber die Hälfte des Berichtes ist, wie es auch am Montag von uns gesagt wurde, ein Auszug aus den amtlichen Feststellungen. Das müßte Ihnen beim Lesen des Berichtes eigentlich auch aufgefallen sein. Auch der andere Teil des Berichtes ist völlig auf amtliche Angaben aufgebaut. Sie wählen nun den einfacheren und ungefährlicheren Weg und greifen statt der Behörde mich, teilweise sogar persönlich an. Herr Dr. Schultz, das Ergebnis des 13. März hat mich nicht in Verwirrung gebracht, denn ich habe nicht geglaubt, daß über 18 Millionen Deutsche noch nicht von allen guten Geistern verlassen sind. Daß Ihre Partei heute die größte, oder besser gesagt die Partei mit den meisten Wählern ist, habe ich schon vor dem 13. März gewußt. Ich brauche die amtlichen Feststellungen über die Vorgänge in der Wahlnacht nicht nochmals anzuführen, ebensowenig wie ich mich mit Ihnen über Ihre unnichtige Darstellung des„Hitler=Putsches“ auseinandersetzen will. Aber Herr Dr. Schultz, Ihre Darstellung hat eine sehr wesentliche Lücke. Sie weisen zwar darauf hin, daß man bei einem in Ihder Praxis untergebrachten SA.=Mann einen Rahmen mit Pistolen=Munition und auf der Straße bei einem SA.=Mann einen Revolver mit Patronen gefunden habe, ganz schamhaft übergehen Sie aber die Tatsache, daß in dem sogenannten Sturmwagen allerlei gefährliche Mordwerkzeuge, wie Armeerevolver, Pistolen, Totschläger und Stichwaffen gefunden wurden. Und in diesem Sturmwagen saß nicht ein kleiner Parteigenosse von Ihnen, sondern ein Prominenter Ihrer hiesigen Parteigruppe, der Sturmbannführer Eckardt. In dem Bericht über die Gerichtsverhandlung, der von mir verfaßt wurde, ist ausdrücklich darauf hingewiesen worden, und ich habe gefragt, ob das der waffenlose legale Nationalsozialismus sei, zumal der Sturmbannführer erklärte, daß er auf der Fahrt die zuverläsfigsten Leute mitgenommen habe, von denen er der Ueberzeugung gewesen sei, daß sie keine Waffen mit sich führten. Wenn Sie hiervon in Ihrem Eingesandt nichts erwähnen und auf das Waffenverbot Hitlers verweisen, dann ist das eitel Spiegelfechterei und ein Beweis dafür, daß das Tragen von Waffen für einen kleinen Parteigenossen gefährlich werden kann, für die Prominenz aber keine Folgen hat, denn sonst hätten Sie diesen sehr wesentlichen Punkt nicht einfach unter den Tisch fallen lassen. Nun noch einige Bemerkungen zu Einzelheiten Ihres Eingesandts, die mich persönlich angehen. Sie schreiben an einer Stelle„es handelte sich ja nur um Nazis, die nach Herrn Buschmanns Aeußerung ja alle aufgehängt werden müßten". Herr Dr. Schultz, diese meine angebliche Aeußerung ist unwahr. Ich habe mich in den letzten Wochen des öfteren mit Anhängern Ihrer Bewegung auseinandergesetzt, es waren nicht die schlechtesten, es waren auch keine Demagogen und Besserwisser. Darum konnte man fair mit ihnen streiten, und zu Beleidigungen des Andersdenkenden hat sich niemand herabgelassen. Im Zusammenhang mit einer Meldung über einen Ueberfall von Reichsbannerleuten auf Nationalsozialisten fragen Sie mich„Herr Buschmann, wie steht es denn mit Ihrem Reichsbauner?“ Herr Dr. Schultz, ich bin nicht Mitglied des Reichsbanners, bin es nie gewesen und werde es nie werden. Ich bin der Ansicht, daß es einer der größten innerpolitischen Fehler der Nachkriegszeit war, daß den Staat die Wehrverbände aller Richtungen geduldet hat. Der Staat hätte sich und seinen Bürgern viel Unangenehmes erspart, wenn er mit aller Rücksichtslosigkeit frühzeitig durchgegrifsen hätte und der Soldatenspielerei der Wehrverbände ein Ende bereitet hätte. Und niemand würde es mehr begrüßen als ich, wenn bald der Tag käme, an dem neben den anderen Verbänden das Handball-Pokalspiele Fußball Gevelsberg 08— FC. Schwelm 3:4 Am Samstag spielte der Schwelmer FC. in Gevelsberg und holte sich beim Sport= und Spielverein 08 einen wohlverdienten Sieg. So eindeutig wie beim vorletzten Spiel in Gevelsberg siel der Sieg zwar nicht für die Klubmannschaft aus. Es ist aber zu berücksichtigen, daß Schwelm am letzten Samstag mit einer reichlich durch Ersatz geschwächten Mannschaft in Gevelsberg zur Stelle war. Es fehlten Werth. Frese, Balschau und Christ. Für Werth spielte Löhken, der seinen Posten durchaus zufriedenstellend versah. Einen weniger guten Tag hatte dagegen der linke Verteidiger Staat, der beste Mann des Sturmes war ohne Frage Henning, und mit Becker als Mittelläufer kam man auch nicht schlecht weg. Die Gevelsberger stellten eine äußerst flinke und kampfesfreudige Mannschaft, die aber im Sturm häufiger versagte. Bei Schwelm wurden allerdings auch im Sturme manche schöne Torgelegenheiten versiebt. Kurz nach Anspiel kam Gevelsberg schon zum Führungstreffer und zwar durch ein Selbsttor von Schwelms linker Verteidiger. Die Gäste ließen sich aber durch dieses Pech nicht beirren. Auf beiden Seiten kam das Tor häufiger in größte Gefahr. Henning holte den Ausgleich für seine Mannschaft. Gevelsberg legte nun mächtig los um wieder in Führung zu kommen. Ein auf Schwelms Tor abgegebener Schuß konnte von Lampmann nur schwach abgewehrt werden, Gevelsberg nahm die günstige Gelegenheit wahr und drückte den Ball ein. Die Freude sollte jedoch nicht lange dauern. Schwelm holte sich durch Hennina, der im vollen Lauf auf das Tor schoß, wieder den Gleichstand. Halbzeit 2:2 Nach dem Seitenwechsel wanderte der Ball wieder in äußerst schnellem Tempo von einem Tore zum andern. Im Eiser des Kampfes wurden aber sowohl von Gevelsberg als auch von Schwelm eine ganze Reihe von guten Torgelegenheiten verpaßt. Schwelm holte sich dann durch Ronsdorf, der nach innen gelaufen war, erstmalig die Führung(3:2) und durch eine gute Vorlage Ronsdorfs wurde Becker II die Gelegenheit geboten, den 4:2=Stand für Schwelm zu erzielen. Genelsberg kam dann sichtlich mehr auf, weil Schwelms Läuferreihe zu sehr in der Defensive kämpfte. Am Schlusse des fair ausgetragenen Kampfes hieß es dann: 4:3 für Schwelm. FC. Schwelm— Küllenhahn 1:1 Am gestrigen Sonntag zog die 1. Mannschaft des Schwelmer FC. abermals in den Kampf. Als Gegner trat diesmal Germania Küllenhahn in die Schranken. Bei der Schwelmer Elf bemerkte man das Fehlen der beiden Außenstürmer Frese und Ronsdorf und des Verteidigers Werth. Für letzteren wirkte Löhken mit. Henning spielte Mittelläufer, er bewährte sich auch hier ausgezeichnet. Schwach war gestern morgen der Schwelmer Sturm, der rechte Flügel kam für einen Erfolg kaum in Frage und die linke Seite hatte gegen die äußerst stabile und reichlich hart spielende gegnerische Verteidigung einen harten Stand. Bei Küllenhahn war die Verteidigung gut, Hartkopf spielte aber reichlich körperlich. Gut war auch die Arbeit des Links= und Rechtsaußen. Was die gesamte Mannschaft auszeichnete und sie zum gefährlichen Gegner machte, war die große Schnelligkeit und der unbeugsame Siegeswille. Die erste halbe Stunde brachte einen äußerst lebhaften Kampf. der die Schwelmer größtenteils in Front sah. In der 12. Minute holten sich die Gäste durch einen Strafstoß den Ausgleich. Dabei sollte es dann auch bleiben. Es wurde auf beiden Seiten reichlich planlos gespielt, wodurch der Kampf mehr und mehr an Interesse verlor und naturgemäß bei der guten Verteidigung auch die Toraussichten sehr niedrig gehängt wurden. Gegen Ende des Spieles schien Küllenhahn mit aller Macht den Sieg erzwingen zu wollen, mußte sich aber schließlich mit dem Unentschieden bescheiden. Reichsbauner und Hitlers Privatarmee aufgelöst würden. Sie sind der Ansicht, Herr Dr. Schultz, daß das „Schwelmer Tageblatt“ in seiner Sensationslust auf dem Niveau der sogenannten Asphaltpresse angelangt sei. Das hört sich merkwürdig an aus dem Mund eines Mannes, der einer Partei angehört, die in ihrer Presse tagtäglich Kübel voll Dreck über FC. Schwelm— Sp. u. Sp. Elberfeld 2:2 Die Handballer des Schwelmer FC. traten gestern nachmittag zum 2. Pokalspiele an, konnten aber wider Erwarten nur einen Punkt auf ihr Konto bringen. Ihr Gegner, der Sp. u. Sp. Elberfeld, zeigte eine bessere Form als man allgemein angenommen hatte. Was Schwelms Mannschaft wieder einmal fehlte, das war das planvolle Zusammenarbeiten. Im Sturm ist man zudem auch häufiger zu eigennützig und verdirbt dadurch manche schöne Erfolgsmöglichkeit. Dem Gesamtspielverlaufe nach hätte aus dem gestrigen Treffen Schwelm als Sieger hervorgehen müssen. Elberfeld ging kurz nach Spielbeginn durch einen Strafwurf in Führung. Bis zur Halbzeit blieb es dann bei diesem Ergebnis. Nach Wiederbeginn holte Franke durch Straswurf den Ausgleich. Die Gäste suchten ihre Niederlage zu verhindern. Sie deckten vorzüglich ihr Tor und waren auch im Angriff auf Schwelms Tor nicht müßig. Der Kampf schien schon unentschieden zu verlaufen, da holte Hoock das zweite Tor für seine Mannschaft. Zum Siege sollte es aber nicht langen, denn einige Sekunden später hieß es wieder 2:2. Schwelm raffte sich nun zu einem energischen Endspurt auf, konnte aber trotz erheblicher Ueberlegenheit den Siegestreffer nicht anbringen. Die Leitung des Unpartetischen aus Elberfeld hätte besser sein können. Handball V. T. 2B. zur rothen Erde 1— Tus. Halver 1 2:2(1:1) Zu ihrem letzten Treffen um die Gruppenmeisterschaft weilten die Schwelmer Turner in Halver, um gegen obigen Verein anzutreten. Das Spiel litt unter den schaurigen Platzverhältnissen, da von Tor zu Tor zirka 2 m Höhenunterschied bestand und der Boden noch dazu Weidegelände. Trotzdem die Schwelmer bergab spielten, konnten sie bis zur Pause nicht restlos gefallen, obwohl sie Gelegenheiten genug hatten, den Sieg durch einige Tore zu befestigen. Nach dem Seitenwechsel wurde Schwelm bedeutend besser und man merkte, daß Rote Erde gut eine Klasse besser war. Ihre Ueberlegenheit konnten sie aber nur durch ein Tor zum Ausdruck bringen, dem Halver eine Minute vor Spielschluß durch ein Mißverständnis der Schwelmer Hintermannschaft eins entgegensetzte. Der Schiedsrichter leitete korrekt. Fußball in Berg-Mark Fortuna Düsseldorf ausgeschaltet Das zweite Entscheidungsspiel um die Meisterschaft in Berg=Mark endete mit einer großen Ueberraschung, da sich der westdeutsche Meister Fortuna Düsseldorf von Schwarz=Weiß Barmen mit 2:0 schlagen ließ. Durch diese Niederlage sind die Düsseldorfer aus dem Wettbewerb ausgeschieden, die Entscheidung liegt nun zwischen Schwarz= Weiß Barmen und VfL. Benrath. die sich Östermontag im Düsseldorfer Rheinstadion gegenüberstehen. In Hilden konnte Schwarz=Weiß Düsseldorf sich durch einen knappen 1:0=Sieg über Spg. Langerfeld den Verbleib in der Sonderklasse sichern. Nunmehr müssen die Langerfelder noch gegen BC. 05 Düsseldorf antreten, sie haben also doch noch eine Chance, in der Sonderklasse zu bleiben. BV. Lüttringhausen den Tabellenletzten Viktoria Düsseldorf klar mit 6:1 schlagen und sich vor dem drohenden Abstieg retten. Hagen westdeutscher Handballmeister Die Entscheidung um die westdeutsche Handballmeisterschaft fiel in diesem Jahre unerwartet schnell zugunsten der wiederauferstandenen Südwestfalenmannschaft von Hagen 05, das in der städtischen Kampfbahn den VfB. Aachen mit 7:5 (3:2) niederzuringen vermochte. Nacht achtjähriger Unterbrechung ist es der Hagener Mannschaft gelungen, erneut den Titel eines westdeutschen Handballmeisters zurückzuerobern. Der vorausgesagte Favorit Aachen wird schwer zu kämpfen haben, um im weiteren Wettbewerb den zweiten oder dritten Platz zu erringen. diejenigen ergießt, die an die Segnungen des 3. Reiches nicht glauben wollen und sogar denen die nationale Gesinnung absprechen, mit denen sie einst in Harzburg das„System“ endgültig vernichten wollten. Zum Schluß noch eins. Sie würden sich, so schreiben Sie, nicht wundern, wenn ich am Tage nach der Preußenwahl erklären würde, innerlich sei ich schon längst Nationalsozialist gewesen. Genau so, wie meine Zeitung vor dem Kriege am 27. Januar auf den damaligen Kaiser stets eine Lobeshymne gesungen habe. Das erstere, Herr Dr. Schultz, ist eine Verdächtigung von Ihnen, denn Sie erklären öffentlich, daß Sie mich für fähig hallen, daß ich zum Gesinnungslumpen werden könnte. Ich könnte es bequemer haben, wenn ich nicht gegen die NSDAP. ankämpfen würde. Aber weil ich kein Gesinnungslump bin und meine eigene Ueberzeugung bis zum letzten vertrete, ohne nach rechts oder links zu schielen, deshalb kämpfe ich gegen Ihre Partei. Ich kämpfe gegen sie, weil ich mich als freier Mann nicht dem Diktat eines Einzelnen und dem Gesinnungsterror einer Parlei unterwersen will. Ich kämpfe gegen sie, weil ich der Ueberzeugung bin, daß die Uebernahme der Staatsgewalt durch Ihre Partei uns in den Abgrund reißen würde. In dem Kampf gegen Ihre Partei folge ich nur meinem Gewissen. Ich führe den Kampf mit sachlicher, aber ohne persönliche Schärfe, die Sie, Herr Dr. Schultz, in Ihrem Eingesandt glaubten anwenden zu müssen, denn sonst hätten Sie meine Gesinnung nicht verdächtigen dürfen. Und die Lobeshymne auf den letzten Kaiser habe ich ebensowenig angestimmt, wie Sie sie gelesen haben werden. Sie schließen Ihr Eingesandt mit der Losung: Alles für Deutschland! Das ist auch die Richtschnur meines Handelns. Nur bin ich der Meinung, daß dieser Kampf für Deutschland geführt werden muß mit weniger Lärm und mit weniger äußerem Schein und Hurra und Hussa, aber aufrichtig und ehrlich und ohne Phrasenschwall. Deshalb bin ich keen Nationalsozialist und werde es nie werden. R. Buschmann. Mit welchen üblen Methoden das Kommunistenblatt„Rotes Echo“ arbeitet, zeigt ein Artikel, den dieses Blatt vor der Wahl brachte. Darin war mein Vater, als Betriebsleiter der Firma Bornemann u. Kuhlmann beschuldigt, eine Arbeiterin ohne Grund, nur„weil sie einmal nicht grüßte", fristlos entlassen zu haben. Mein Vater wurde als Vertreter des 3. Reiches hingestellt. Daß Herr Ernst Thälmann persönlich seinen Namen unter diese Behauptung setzte, muß einem ja immerhin verwundern, denn meiner Ansicht nach, weiß Herr Thälmann gar nicht, wo Schwelm liegt. Ich möchte dem Schreiber im Roten Echo mitteilen, daß dem Mädchen ordnungsgemäß gekündigt war und sie 14 Tage noch bei der Firma gearbeitet hat. Herr Kottekamp, als Vater der Arbeiterin, kam zu meinem Vater und war entrüstet über die falsche Behauptung dieses Blattes und lies einen Anschlag für die Belegschaft anbringen, indem er der Wahrheit die Ehre gab. Wenn das„Rote Echo“ glaubt, durch solche Methoden Wahlpropaganda treiben zu können, dann irrt es sich, denn die meisten Menschen lieben die Wahrheit. Konrad Schüßler jun. Tlichristliches Heiligtum entdeckt Ausgrabungen am Ort der Speifung der Fünftausend. * Jerusalem, 10. März. In Tabgha, unweit von Tiberias, am Wege nach Capernaum, sind die Fundamente einer unter Kaiser Konstantin dem Großen errichteten Basilika ausgegraben worden. die an der Stelle errichtet war, wo der Heiland die Fünftausend speiste. Ein noch vorhandener Stein in der Mitte der Kirche, der wahrscheinlich unter dem Altar lag, soll Christus als Sitz gedient haben, als er das Wunder tat. Hinter diesem Stein fand man eine herrlich gezeichnete Mosaiktafel, auf der in lebhaften Farben, schwarz, rot und gelb, ein Korb, mehrere Brote und zwei Fische dargestellt sind. Im westlichen Teil der Kirche entdeckte man einen fünf Meter langen und sieben Meter breiten Mosaikfußboden, auf dem Störche und andere Bögel in ungemein lebendiger Darstellung zu sehen sind. Trotz der Nähe des Sees prangen die Farben dieses Kunstwerkes in unverblaßter Frische. Die Kirche liegt in der Wüste von Bethsaida, wo nach dem 9. Kapftel des Evangeliums Lukas die Fünftausend versammelt waren, um den Worten des Heilands zu lauschen. Wetterbericht der Wetterwarte Essen Meist stark wolkig, in den Morgenstunden stellenweise dunstig und neblig, später geringe Aufheiterung, Tagestemperaturen einige Grade über null, schwach windig. Verantwortlich für die Schriftleitung: Pau! Scherz, für den Anzeigenteil: Haus Scherz; Druck und Verlag von M. Scherz: sämtlich in Schwelm. Aouugsbersteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundbuch von Stadt Schwelm Band 3 Blatt Nr. 107 auf den Namen des Wirts Fritz Wilke in Schweim eingetragene Restaurant„Rheinischer Hof“, Barmerstraße 36 am 23. Mai 1932. 10 Uhr an der Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 15 versteigert werden. Die Besitzung besteht aus den Grundstücken Flur 2 Nr. 1600 145 und 3043 145 der Gemarkung Stadt Schwelm in einer Gesamtgröße von 17,01 a. Der Gebäudesteuernutzungswert deträgt 2800 M. Schwelm, den 3. März 1932 1690 Das Amtsgericht. Große und leistungstänige konzernkreie Karsurine-Fabtik mit erstklassigen Spezialmarken und Wertreklamesystem sucht für den hiesigen Bezirk zu möglichst baldigem Anteitt einen Herrn als SEKTKDTEA. Bewerber, die bei der maßgebenden Detaillisten=Kundschaft gut eingeführt sein müssen und zur regelmäßigen Bearbeitung des Kundenkreises in der Lage sind, belteben Angebote mit Angabe der bisherigen Tätigkeit sowie Referenzen einzusenden unter Ma 8181 durch Heiar. Eioler, Hamburg 3. Gas bringt der Rundfunk? Dienstag, 22. März 1.45—7,00 Leibesübungen. 7,00 Wettervorhersage und Zeitangabe. 115—8,000 Morgenkonzert. 9,30 Reichssendung: Goethes hundertster Todestag. Reichsgedächtnisfeier in der Weimarhalle. 10,30 Erste Meldungen, Zeitangabe und Wasserstandsmeldungen. 11,25 Goethes hundertster Todestag. Kranzniederlegung in der Fürstengruft Weimar. Sprecher: Josef Krahé. 12,30—14,00 Uebertragung von der Mirag, Leipzig: Feierliches Konzert des Leipziger Sinfonieorchesters, Dirigent: Generalmusikdirektor Dr. Georg Göhler. 14,05 Mittagskonzert, Leitung: Wolf. 1. Königsmarsch von Rich. Strauß. 2. Ouverture „Nachklänge von Ossian“ von Gade. 3. Melodien aus der Oper„Das Nachtlager in Granada“ v. Kreutzer. 4. Donau=Märchen, Walzer von Translateur. 5. Potpourri aus der Operette„Gasparone“ von Millöcker. 14,30 Funkwerbung mit Schallplatten. 15,30 Wirtschaftsmeldungen und Zeitangabe. 15,50—16,20 Kinderstunde. 16,30—17,00 Aus dem Leben der höheren Schule. 17,00—18,00 Vesperkonzert, Leitung: Eysoldt. 1. Ouverture„Fingalshöhle“ von Mendelssohn 2. Maurische Suite von Cassard. 3. Kaiser=Walzer von Joh. Strauß. 4. Szenen aus„Tiefland“ von d'Albert. 5. a) Menuett von Beethoven, b) Malerisches Ständchen von Graener. 6. Variationen über das Volkslied„'s kommt ein Voge! geflogen“ von Ochs. 18,00—16,15 Meister des Reiseberichts. 18.20—18,40 Für den Landwirt. 18.40-19,00 Französische Unterhaltung. 19,00—19,15 Wetterbericht, Zeitangabe, Wirtschafts. meldungen und Sportvorbericht. 19,15—19,25 Zehn Minuten Funknachrichten. 19.30—22,30 Reichssendung: Faust. Der Tragödie zweiter Teil von Goethe. Einrichtung und Regie: Ernst Hardt. Musik von Hans Ebert. Auschließend: Letzte Meldungen, Bericht über dar geistige Leben, Sportbericht. Faanshille. Empfehle Donverstag frisch eintreffend Prima Rheinsalm. Rheinhecht, Rheinzander, Karpfen, Steinbutt, Seezungen, Rotzungen, Holl. Cabliau, Scheilfisch, Schollen, Mastputen, Gänse, Brüss. Poularden, Junge Hahnen, Hohner, Rehrücken, Rehkeulen, fr. Waldmeister, Ananas, Pfirsiche. C. Windhöre! Berlöser! Herr mit Empfangs. kann 500.— RM u. mehr monatl. verd. Angeb. unt. L. O. 336 an Ala Hasenstein& Vogler Chemnitz erbet. n. Zwangsversteigerung Dienstag, den 22 März 1932; werde ich an Ort und Stelle, Sammelpunkt der Käufer 13 Uhr bei Wilke, Barmerstr., folgende Gegenstände gegen Meistgebot u. Barzahlung versteigern: 1 Zugspindeldrehbank, 1 Leitspindeldrehbank. Andree, Obergerichtsvollzieher. Jedem, der an 5868 Rheumakismus, Ischias oder Gicht leidet, teile ich gern kostenfrei mit, was meine Frau schnell und billig kurierte. 15 Pfg. Rückporto erbeten. H. Müller, Obersekretär a.D Dresden 202, Walpurgisstr. 9. IV Bücherbeiteagen stunden= und tageweise gewissenhaft und billig durch Fachmann. Schriftl. Ang u. 1676 bef. d. Geschst. ds. Ztg. Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e.V. Zweites Blatt Nummer 68 Tahfteei?.P•O G Montag, 21. März 1932 Die Bedeutung des Kupfers in Lebewesen und Nahrungsmitteln Es ist schon länger bekannt, daß in menschlichen Nahrungsmitteln normalerweise Kupferverbindungen vorkommen; allerdings zeigten neuer Forschungen, daß der Gehalt wesentlich geringe ist als man bisher annahm. Organe und Körperflüssigkeiten enthalten winzige Kupfermengen, deren physiologische Bedeutung noch unklar Wahrscheinlich spielt das Kupfer die Rolle eines Katalysators, d. h. es wirkt selber bei chemischen Umsetzungen mit, ohne sich dabei stofflich zu verändern; experimentell ist die Katalysatoreigenschaft des Kupfers hier aber noch keineswegs gestützt. Das Blut vieler niederer Tiere ist kupferhaltig, z. B. bei manchen Meerestieren. Das arterielle(sauerstoffreiche) Blut dieser Tiere ist entsprechend der höheren zweiwertigen Oxydations= stufe des Kupfers blau gefärbt, während das kohlensäurehaltige Venenblut hier entsprechend der Farbe einwertiger Kupferverbindungen farblos ist. Das Kupfer vertritt also hier chemisch das im Menschenblut und dem der meisten Wirbeltiere vorhandene Eisen. Aber auch bei Wirbeltiere kommt Kupfer normalerweise vor; z. B. enthalten die Flügeldecken eines Tropenvogels(Turaco) einen Farbstoff mit 5,9 Prozent Kupfer. Unter den Nahrungsmitteln enthält die Kuhmilch 0,5—0,6 Milligramm Kupfer im Liter von Natur aus. Für Schaf= und Ziegenmilch sowie zahlreiche andere Lebensmittel ergeben sich ähnliche Werte. Konserven, wie Bohnen, Erbsen und dergleichen werden mit gesetzlich festgelegten Mengen von Salzen„gekupfert", um die grüne Naturfarbe möglichst anfehnlich zu erhalten und gleichzeitig das Wachstum von Mikroorganismen zu unterdrücken. Dabei geht der grüne Farbstoff, das Chlorophyll, eine unlösliche chemische Verbindung mit dem Kupfer ein, das sogenannte phyllocyaninsaure Kupfer. Verschiedentlich sind gegen die künstliche Kupferung von Lebensmitteln Bedenken erhoben worden. Die Ansicht maßgebender Fachkreise geht aber dahin, daß innerhalb der gesetzlichen Grenzen gekupferte Konserven keinerlei Gesundheitsschädigungen veranlassen können. In diesem Zusammenhang sind jedoch unbedingt die neueren Forschungen über den auffallend hohen Kupfergehalt in den Lebern bei Leberschrumpfung(Lebereyrrhose) im Vergleich zu normalen Lebern u beachten. Die Analyse an Lebercyrrhose Verstorbener ergab pro Kilogramm Trockensubstanz 42 bis 384 Milligramm Kupfer (Durchschnitt 105 Milligramm), während normale Lebern durchschnittlich nur 25 Milligramm Kupser enthalten. Der Kupfergehalt bei Leberschrumpfung beträgt also etwa das Vierfache gegenüber der normalen Leber! Die untersuchten Organe stammten hauptsächlich aus Freiburg i. Br., also einer ausgesprochenen Weingegend. Im Weinvau werden aber bekanntlich zu Zwecken der Schädlingsbekämpfung(Pilzkrankheiten) verschieden Kupferverbindungen verwendet und dadurch ist ein gewisser Kupfergehalt des Weines bedingt. Daß Leberschrumpfungen mit der chronischen Zufuhr von Kupferverbindungen eng zusammenhängen, wird durch Beobachtungen an der koreanischen Bevölkerung vollauf bestätigt. Seit ältesten Zeiten verwenden nämlich die Koreaner zum Bereiten und Aufbewahren von Speisen Gefäße und Gerätschaften aus Messing(Kupfer=Zink= legierung). Da sich die Koreaner so auf die Dauer recht beträchtliche Mengen Kupfer einverleiben, kommt dort schon im 15. Lebensjahre Leberschrumpfung vor, bei uns dagegen ist dies normalerweise eine ausgesprochene Erkrankung des höheren Lebensalters. Tierversuche mit reicher Nahrung ergaben sehr ähnliche anatomische Leberveränderungen wie beim Menschen. Zu beachten ist noch, daß das über die Norm hohe Vorkommen von Kupferverbindungen in menschlichen Nahrungsmitteln Geruch und Geschmack beeinträchtigen kann; ferner wird das Vitamin C, gegen dessen Fehlen der Mensch besonders empfindlich ist, dadurch leicht zerstört. Auch Tiert können gegen relativ geringfügige Kupserzufuhren sehr empfindlich sein, wie das eine Beobachtung des berühmten Giftforschers Lewin beweist, der nach Fütterung von sauerer in einem Kupferkessel gekochter Milch 85 von 120 Ferkeln Der Hungermarsch gegen die Fordfabrik unternahmen etwa 3000 Arbeitslose einen Hungermarsch gegen die Vor einigen Togen. Zutotönigs Ford ben mit der Polizel. earborn. Es kam.„ Drei Tote und zahlreiche Schwerverletzte waren die Opfer. Dearborn. Es kam zu heftigen ZusammenstöWaffen in einer Talsperre Als vor wenigen Tagen die Talsperre bei Mauer unweit Hirschberg abgelassen wurde, entdeckte man mehrere Geschütze und Munitionswagen. Man nimmt an, daß es sich um Waffen aus der Zeit der Oberschlesienkämpfe handelt, denn die Geschütze haben schon sehr et b lange im Wasser gelegen. Das Rezept aus 12000 Giftblasen Der Bienenstachel befreit vom Rheumatismus Neue Untersuchungen eines alten Heilmittels Von Dr. L. Kramer. Es ist eine seit langem in weiten Volkskreisen bekannte Tatsache, daß der Rheumatismus durch das Bienengift beeinflußt wird. Auch Umfragen bei Bienenzüchtern haben die Richtigkeit dieser Beobachtung bestätigt. So stellte Furys fest, daß von 120 Imkern 31 an Rheumatismus litten. Durch die Bienenstiche wurden 18 völlig geheilt. 9 berichteten von weitgehender Besserung. Nur 2 konnten keine Veränderung ihres Befindens beobachten. Eine Zeitlang hat man sich diese Erfahrung dadurch zu Nutze gemacht, daß man den an Rheumatismus Leidenden mit natürlichen Bienenstichen behandelte. Diese reichlich seltsamen Kuren wurden besonders von Keiter mit großem Erfolge ausgeführt. Doch haftet diesem Verfahren neben manchen anderen Mängeln eine unvermeidliche Umständlichkeit an. Daher ist man dazu übergegangen, das Gift den Stacheln zu entnehmen, um es den Menschen einzuspritzen. Das Bienengift ist hinsichtlich seiner chemischen Natur und seiner arzneiwissenschaftlichen Wirkung vor allem durch Langer bekannt geworden. sammelte 12000 Stacheln samt Giftblasen in Alkohol, filtrierte sie ab, trocknete, pulverisierte sie und behandelte sie mit Alkohol, Aether, Wasser und Ammoniak, worauf er die wirksame Arznei in eiweißfreiem Zustande erhielt. Das solchermaßen hergestellte Bienengift hat gefährliche, berüchtigte Verwandte. Auf der einen Seite stehen die verschiedenartigen Sekrete der Schlangen, auf der anderen die zur Kantharidingruppe gehörigen Gifte, die von der Spanischen Fliege stammen und schon den arabischen Aerzten nicht unbekannt waren. Sie haben besonders seit dem 17. Jahrhundert eine recht vielseitige Verwendung gefunden, auf Pflastern un in Salben, dann auch in den weit und breit gefürchteten bezw. begehrten italienischen Elixieren, den Teufelsgetränken und Liebespastillen. Das Bienengift wird dem an Rheuma Leidenden so lange verabreicht, bis er es zur Unempfindlichkeit gebracht hat. Ebenso wie der Imker stets von leit gebracht hat. Ebenso wie der Imker Jahr zu Jahr von neuem seine Immunität gegen die Stiche seiner Pfleglinge erwerben muß, bis er allmählich dauernd immun geworden ist, so muß die Immunität auch beim Kranken aufgefrischt werden, wenn eine anhaltende Wirkung erzielt werden soll. In schweren Fällen von chronischem Gelenkrheumathismus sind demnach Tausende von Bienenstichen bis in das zweite Jahr hinein erforderlich. Die Chirurgische Universitätsklinik unter Geheimrat Bier in Berlin hat über die Behandlung von Rheumakranken mit Bienengift größere Versuchsreihen durchgeführt und dabei günstige Ergeonisse erzielt, wie Dr. Wilhelm Fehlow in der„Deutschen Medizinischen Wochenschrift" berichtet. Die beste Wirkung zeigte sich bei den an Ischias, Neuralgien und Myalgien Erkrankten, die geradezu als dankbares Gebiet für die Behandlung mit Bienengift bezeichnet werden. Schwerere akute Fälle erfordern allerdings andere Methoden, um den Leidenden schneller arbeitsfähig zu machen. Natürlich ist die Wirkung auf die verschiedenen Kranken je nach ihrer besonderen Reaktionsart verschieden. In der Reizkörpertherapie dürfte aber der Behandlung mit Bienengift der Vorzug zu geben sein, da sie die schonendste ist. Telephongespräch Bangkok-Dessau Marga von Etzdorf spricht mit Professor * Dessan, 19. März. Die Ostasienfliegerin Marga von Etzdorf sprach gestern von Bangkok aus, also aus einer Entfernung von über 10 000 Kilometern, mit Professor Dr. Junkers in Dessau, um ihm ihre glückliche Ankunft, die Begeisterung der Bevölkerung und die Bedeutung ihres Fluges für die deutsche Luftfahrt mitzuteilen. Professor Junkers erwiderte mit freundlichen Worten und betonte, daß die Verständigung der Völker untereinander heute mehr denn je nötig sei. Das Gespräch war sehr gut verständlich. UEA NAEUTEN Roman von Hermann Weick. Wie konnte ein Mensch so hassen!— Hassen über Jahre hinweg!.... Es klopfte an die Ture, sie erschreckte. Sie griff nach einem Halt. Wer kam?— Wer suchte Da vernahm sie die Stimme eines ihrer Mädchen, das eine Frage an sie richtete. Sie atmete befreit auf. Mit zitternder Stimme gab sie dem Mädchen Antwort. Sie öffnete die Türe nicht. Sie konnte jetzt keinen Menschen sehen! Ruhelos ging sie wieder durch das Zimmer. Ihre Gedanken jagten sich. Warum war sie eigentlich zu Karasin gegangen?— Sie hätte sich vorher sagen können, daß ihr Bemühen, ihn milder zu stimmen, vergeblich sein würde. Wer so haßte wie er, kannte keine Milde und keine Versöhnlichkeit. Jäh hielt Lisa in ihrem Gange ein. Auf keinen Fall hätte sie Karasin eingestehen dürfen, daß sie Dimitri erschossen hatte. Dadurch hatte sie sich ja völlig in seine Hand gegeben! Warum aber hatte sie sich zu ihrer Tat bekannt?— Wum: H6. K. 9. Lisa fuhr sich wie im Traume über die Augen die sie schmerzten. Ratlos, wie ein verirrtes Kind sah sie umher.„4s Warum hatte sie Karasin iyre Tai eingenanden?— zog es ihr abermals quälerisch durch den Wieder meinte sie Karasins Augen auf sich gerichtet zu sehen. Wieder fiel sie bei diesem Erinnern eine Schwäche an. Wurde sie hilflos, widerstandslos in seiner Gegenwart? Warum?— Warum?— Brinkmann ließ seiner Frau sagen, daß er ei nen Geschäftsfreund zum Abendessen mitbringen würde. Lisa, der davor gebangt hatte, den Abend allein mit ihrem Gatten verbringen zu müssen, war erleichtert. Wäre ihm ihre Erregung, die sie trotz übermenschlicher Willensanstrengung nich zu unterdrücken vermochte, nicht in der ersten halben Stunde schon aufgefallen? Als sie sich zur Abendmahlzeit ankleidete und in den Spiegel sah, wurde sie bestürzt. Das war sie, die blasse Frau mit den verstörten, verängsteten Zügen?— den tiefliegenden Augen? Ich habe mich sehr verändert!— dachte Lisa, während ein bitteres Lächeln über ihr Antlitz huschte. Im nächsten Augenblick bemächtigte sich ihrer eine Angst, daß Brinkmann diese Veränderung bemerken und sie nach deren Ursache fragen wurde. TEmintgigt M Hastig griff sie nach dem Schminrstift. Mit zitternder Hand legte sie etwas Rot auf die Wangen. Puder ließ die dunklen Ränder unter den Augen verschwinden. Immer und immer wieder betrachtete sich Lisa ängstlich im Spiegel. Ihr Aussehen hatte durch die Schminke etwas Starres, Lebloses erhalten. Sie versuchte zu lächeln; es wurde ein kaltes Grinsen. Lisa sah lange ihr Spiegelbild an. Sie schüttelte den Kopf.— Bin ich das wirklich?— dachte sie und fühlte einen namenlosen Schmerz. Sie raffte sich zusammen. Es war höchste Zeit. daß sie hinunterging, um den Gast zu empfangen. Brinkmann war bei Lisas Anblick betroffen. Etwas war in ihrem Aussehen, das ihm fremd erschien. Oder sollte er sich täuschen?— Der Gast, ein rheinischer Industrieller, enthob ihn seinen Grübeleien. Er war sogleich von Lisa entzückt und sagte ihr artige Schmeicheleien, für die sie mit gezwungenem Lächeln dankte. Kommerzienrat Mausfeld war ein samofer Gesellschafter. Trotz seiner grauen Haare war er von jugendlicher Lebendigkeit. Er erzählte von einer Frau, seinen Kindern und Enkeln, kam uuf das Leben in seiner Heimatstadt zu sprechen ind endete beim rheinischen Karneval, den er in begeisterten Tönen pries. Er hatte eine witzige, sorsche Art, zu sprechen, die Lisa unter anderen Umständen sehr ergötzt hätte. Heute aber klangen ie Worte ihres Gastes an ihrem Ohr vorbei. „Ihr Berliner habt ja keine Ahnung vom Karneval!“ sagte Mansfeld.„Sie sollten einmal zu uns kommen, gnädige Frau, da würden Sie ehen, was ein echter, rheinischer Karneval ist!“ Er hob Lisa das Glas entgegen. „Haben Sie nicht Lust, gnädige Frau, uns mit Ihrem Gatten einmal an Fastnacht zu besuchen?" Lisa, die mit ihren Gedanken fern gewesen var, fuhr zusammen. Sie mußte sich erst besinten, was Mansfeld sie gefragt hatte. Sie versuchte, zu lächeln. antwortete „Ja— ich hätte schon Lust dazu sie mechanisch. Mansfeld wandte sich an Brinkmann. „Sie haben es gehört, Herr Brinkmann! Ihre Gattin ist damit einverstanden! Sie haben also die Pflicht, mit ihr zum nächsten Karneval bei uns zu erscheinen!“ „An mir soll es nicht fehlen!“ erwiderte Brinkmann lachend. Es kam ihm aber nicht recht vom Herzen. Immer wieder betrachtete er bedrückt Lisa. Was war nur heute an ihr, das ihm so fremd erschien?— Etwas Krankhaftes war in ihrem Aussehen. Wie gehetzt wanderten ihre Augen umher; und wenn sie sprach, war eine Hast, eine fiebrige Erregung in ihren Worten. Er konnte seine Sorge nicht mehr länger unterdrücken. A Mlic „Du bist sehr bleich, Lisa,“ sagie er plotzlich zu ihr.„Fühlst du dich nicht wohl?“ Lisa schrak zusammen. Sie empfand sein Mitgefühl wie eine Züchtigung. „Doch—“ antwortete sie leise und dachte: Wird er noch so besorgt und gut zu mir sprechen, wenn ich ihm das Schwere gesagt habe? Er wird mich von sich stoßen— er wird mich verachten— und dann werde ich wieder im Nichts, in der Armut und Einsamkeit stehen— wie einst.— Sie mußte die Zähne zusammenbeißen, um ihre Verzweiflung nicht hinauszuschreien. In diesem Augenblick erkannte sie klar, daß sie niemals die Kraft haben würde, Brinkmann die schwere Schuld, die auf ihr lastete, zu bekennen. Was aber würde dann geschehen?— Sie hatte keinen klaren Gedanken mehr. Sie brachte es kaum mehr fertig, ruhig auf ihrem Stuhle zu sitzen, und sehnte das Ende der Mahlzeit herbei. Kommerzienrat Mansfeld, der, wenn er in Berlin weilte, gerne die neuesten Vergnügungen genoß, schlug vor, nachher noch eine Revue zu besuchen. Brinkmann wollte dem Gast gerne den Gefallen erweisen, und er bat Lisa, mitzugehen. Sie lehnte aber schroff ab, so daß Brinkmann etwas verstimmt wurde. Was lag daran?— Sie konnte doch jetzt nicht in einem Theater sitzen— derweilen verstrich die Zeit— und das Unheil kam immer näher herau. Sie mußte doch zu einem Entschluß kommen! Heute noch!— Durfte sie läuger warten, bis der Schlag, den Karasin gegen sie führen wollte, traf?— Die Herren waren gegangen. Lisa stand allein im Zimmer. Vom Gange hörte sie noch Mansfelds laute, vergnügte Stimme. Lisa machte ein paar Schritte der Tür zu, als wolle sie ihren Mann zurückrufen. Ein wahnsinniges Grauen vor dem Alleinsein hatte sie jäh überfallen. Sie fürchtete sich in dem großen Raume. Ihr war mit einem Male, als säße in jeder Ecke ein Feind, der auf sie lauere. War nicht auch ihr Mann ihr Feind?— Vielleicht würde er, wenn er später nach Hause kam, auf sie zutreten und ihr sagen: du hast einen Menschen getötet— ich habe es erfahren— ich kenne dich nicht mehr.— Ein wehes Stöhnen kam über Lisas Lippen. Sie hielt sich am Tische fest und sah mit wirren Augen umher. Ist das das Ende?— dachte sie jammernd— das Ende meines Glückes?— Wie eine Irre hastete sie durch die Räume, ruhelos, gejagt von der Furcht vor dem Kommenden. Ueberall sah sie drohende Gesichter— Sie wußte kaum, was sie tat, als sie einen kleinen Koffer aus ihrem Schrank holte und einige Kleidungsstücke hineintat. Sie hatte kein klares Ziel und keinen klaren Gedanken mehr. Nur von einer Idee war sie noch besessen: sie mußte fort!— Vielleicht, daß in der Ferne Karasin keine Macht mehr über sie besaß! Vielleicht, daß dann die Gespenster wichen, die hier mit ihrer unheimlichen Macht sie umgarnten! Im Mantel und Hut saß Lisa in ihrem Zimmer und wartete. Ihr Gesicht war wie aus Stein gemeißelt. Kein Zug rührte sich darin. Der Schmerz war in ihr verstummt. Es schien, als sei jedes Gefühl erstorben. Im Hause wurde es stille. Die Mädchen waren schlasen gegangen. Noch immer saß Lisa wie leblos da. „Nun ist es Zeit!“ sagte sie plötzlich laut und stand auf. Sie ging zur Tür und lauschte. Kein Laut war zu hören. Das Haus lag in tiefster Stille. (Fovsetzung folgt.) J.) WIFA Mikrotilmarchiv der deutschsprachigen Presse e.V. Nachdues biesen Brtiliel verbeten. Auf heimischer Ksnnnimniummmmmmemmmmmmmmn : Landwirtschaft, Tierzucbt, Obst- und Gartenbau.:-::-: Nachdruck bieser Artikel verbeten Unaufschiebbare Arbeiten im Obstgarten Nach den erforderlichen Arbeiten der Düngung und Bodenlockerung, die im Herbst vorzunehmen sind, ist es nun allerhöchste Zeit, sich mit der Schädlingsbekämpfung zu befassen und den Schnitt zu besorgen. Der Schnitt an unseren Obstbäumen ist nicht mechanisch auszuführen, denn bei jedem Obstbaum treten neue Gesichtspunkte hervor. Dem Obstzüchter ist nicht damit gedient, daß er einen möglichst großen Haufen Holz aus dem Obstgarten herausholt, oft ist es vielmehr angebracht, Säge und Schere in Ruhe zu lassen und den Baum erst einer eingehenden Beobachtung zu unterziehen. Sollten aber dem Baum die unbedingten Lebenselemente wie Licht und Luft fehlen, so scheue man sich aber auch nicht, einmal ins Fruchtholz zu schneiden. Die scheinbare augender Baumschule zum Verkauf angeboten, besitzen ein Kronengerüst von 4 bis 5 Tragästen und einen Leittrieb. Diese Aeste sind je nach Austrieb in den ersten Jahren nach der Pflanzung einzustutzen. Alsdann beginnt der Lichtungsausschnitt, der sowohl bei den Jungformen in Bezug auf das Nebenholz des Kronengebildes als auch ganz besonders bei älteren Bäumen auszuführen ist. Vor allem sind die vielen Vergabelungen unerwünscht, und man kann hier ruhig einmal einen Zweig der Gabelung, nämlich den für den Baum ungünstigeren entfernen. Das viele Herumschneiden und Herumputzen ist zu verwerfen. Es ist vorteilhafter, einmal einen großen, nicht in die Kronenbildung passenden Ast zu entfernen und dem Baum dadurch das notwendige Licht zu geben. Werden stärkere Aeste entfernt, so ist auf guten Astringschnitt Wert zulegen. Zu große Schnittflächen und stehenbleibende Stümpfe sind unbedingt zu vermeiden. Der stehenbleibende Stumpf bildet, wenn er eingetrocknet ist, die Brutstätte für Schädlinge und Krankheiten aller Art. Größere Schnittflächen sind mit dem Messer an den Wundrändern glatt zu schneiden, um die Kallusbildung zu fördern. Nach dem Glattschneiden sind die Wunden mit Baumwachs zu bestreichen. Die leider so verbreitete Unsitte, die Wasserschosse, die sich aus der Mitte des Baumes herausbilden, radikal auszuschneiden, ist der größte Unfug. Denn es ist immer zu bedenken, daß man gerade die Wasserschosse benutzen kann, um die kahlen Partien des Baumes wieder zu beleben. Entfernt man sämtliche Wassertriebe, so gehen dem Baume große Blattmassen und damit Assimilationsflächen verloren. Treten die Wasserschossen allzu stark auf, so ist natürlich ein sachgemäßes Auslichten notwendig. Der Fruchtholzschnitt am Spalier= und Formobst, setzt eine Kenntnis der Eigentümlichkeiten der verschiedenen Sorten voraus. Man sollte daher die Ausführung einem Fachmanne überlassen. Williams Christbirne z. B. verträgt fast keinen Fruchtholzschnitt, denn sie setzt nur an langen Trieben an. Zur Erzielung von Qualitätsfrüchten ist auch ein Beschneiden des Beerenobstes unbedingt nötig. Man schneidet alles über 4 bis 5 Jahre alte Holz unten am Stock heraus und sorgt stets für eine gleichmäßige Verteilung und Belichtung des ein=, zweiund dreijährigen Holzes. Nach dem Schnitt der Bäume sind Stamm und Aeste, soweit erreichbar, abzukratzen, um Moose, Flechten und alle an der Rinde sitzenden Eigelege der Schädlinge zu entfernen. An regen= und frostfreien Tagen ist die Winterspritzung der Obstbäume und Beerensträucher mis einer 10prozentigen Lösung von Obstba###karbolineum vorzunehmen. Um ein wirksames Vernichten aller tierischen und pflanzlichen Schädlinge im Obstbau zu gewährleisten, ist eine Schädlingsbekämpfnug in jedem Jahre erforderlich. Die Bäume mit Kalk zu bestreichen, ist keine Schädlugsbekämpfung. Der Kalk sollte dem Boder zugeführt werden, dort ist er dem Bauiae nützlicher. Die Stämme dagegen bestre’ man mit einer 30prozentigen Lösung vr Obstbaumkarbolineum. Kann das Karakulschaf bei uns gezüchtet werden? Doch ehe ich davon rede, will ich die Frage stellen: Wer kennt hierzulande Karakulschafe? Ich glaube, es werden sich nicht allzu viele melden. Doch wenn der Name Karakul nicht bekannt ist, so ist doch bei unseren Frauen und Mädchen ganz gewiß der Name„Persianerpelz“ ganz geläufig. Nun, Persianer ist nichts anderes als die Bezeichnung des Handels für das Pelzwerk, das von jungen Karakulschafen stammt. Der Name Karakul rührt her von dem Orte Kara Kul in der Bucharei in Zentralesten. Dort ist die Heimat dieser Tiere, und von hier aus haben sie sich allmählich über die ganze Erde verbreitet. Bekannt ist, daß in unserer ehemaligen Kolonie in SüdwestAfrika die Karakulzucht eine besondere Blüte erreicht hatte. Leipzig ist der Haupthandelsplatz für dieses Pelzwerk. Der Wert der Karakuls besteht darin, daß das Vließ der Lämmer einen wertvollen Pelz abgibt. Die Lämmer sind in den meisten Fällen tiefschwarz. Typisch ist, daß die einzelnen Wollhaare nicht glatt wie bei unseren Landschafen sind, sondern daß sie feste geschlossene Rollen bilden, die sich senkrecht oder wagerecht oder auch regellos über das ganze Fell verteilen. Je besser diese Rollen sind, desto wertvoller ist das Fell. Weiter zeigt das Lammfell einen tiefschwarzen Glanz. Je größer dieser Glanz, desto besser ist das Fell. Die Lämmchen müssen aber in den ersten Tagen ihres Lebens geschlachtet werden. Nach zehn bis zwölf Tagen öffnen sich nämlich die Rollen und werden locker und lose, so daß dadurch das Fell an Wert verliert. Eine weitere Merkwürdigkeit des Karakulschafes ist der mehrere Pfund schwere Fettschwanz. Es ist aber diese Erscheinung den Ernährungs= und Futterverhältnissen der asiatischen Steppen vorzüglich angepaßt. Im März, nach vorangegangener Regenzeit, grünt und blüht dort alles, und den Tieren. steht reichlich Futter zur Verfügung. Dann aber folgt im Sommer eine lange Trockenzeit. Das Steppengras vertrocknet. Mit der Nahrung für die Schafe ist es nun recht schlecht bestellt. Und nun wird der im Frühjahr im Fettschwanz aufgespeicherte Fettvorrat herangezogen und in den Stoffwechsel überführt. Kommt die Regenzeit wieder, so ist bald wieder Nahrung im Ueberfluß vorhanden, die Schafe speichern wieder Fettvorrat auf. Nun zu unserer Frage. Können auch hier bei uns Karakulschafe mit Nutzen gehalten und gezüchtet werden? Um die Jahrhundertwende wurden sie in Deutschland eingeführt. Den Männern, die sich darum bemühten, schwebte ein großes Ziel vor. Im nördlichen Teil der Provinz Hannover gibt es noch viele tausend Morgen Heide, die den Heidschnucken als Weide dienen und nur geringe Rente abwerfen. Diese weiten Heidestrecken wollte man anstatt mit Heidschnucken mit den ungleich wertvolleren Karakulschafen bevölkern. Doch das erwies sich als ein Fehlschlag. Mit so spärlichem Futter wie die Heidschnucken, die auch im Winter bei Schnee sich von Heidekraut ernähren müssen, kommen die Karakuls nicht aus. Aber überall da, wo unsere deutsche Landschaft gedeiht, kommen auch die Karakuls gut fort. Sie verlangen kein besonders gutes Futter, es müssen ihnen jedoch, wie unseren deutschen Landschafen, die nötigen Mengen zur Verfügung stehen. Ganz vorzüglich scheint sich das Karakul= schaf zu Kreuzungen mit Landschafen, besonders mit dem ostfriesischen Milchschaf, zu eignen. Dabei treffen wir auf die merkwürdige Eigenschaft der Karakuls, daß sie sich außerordentlich durchschlagend vererben. Paart man ein Milchschaf mit einem Karakulbock, so sind die Nachkommen eben immer Karakuls, selbst der charakteristische Fettschwanz fehlt nicht. So gibt es heute in Deutschland schon eine große Anzahl von Karakulherden, und ich bin daher der Meinung, daß sie auch hier bei uns gut gedeihen würden. Die Wolle der erwachsenen Karakulschafe ist ziemlich grob und wenig gekräuselt, dafür aber außerordentlich fest und stabil. Der Ertrag beträgt bei einmaliger Schur etwa acht Pfund. Das Fleisch der Karakuls ist dem des ostfriesischen Milchschafes gleich. Wieviel Samen muß ich kaufen? Es ist höchste Zeit, an Hand des wohldurchdachten Gartenplanes und der ins Haus fliegenden Samenkataloge die Samen bestellung zu machen. Diese Arbeit gehört geradezu zu den schwersten im Gartenbau. Sie muß zeitig erfolgen und mit Ueberlegung. ausgeführt werden. Der erste Kunde wird bekanntlich zuerst und am besten bedient. Später gibt es Reste und Sortenersatz. Wer also gut bedient sein will, schlafe nicht zu lange. Wo soll man Samen kaufen? Oft wird er ja in kleinen, mit prächtigen Bildern geschmückten Düten angeboten. Ich will nicht behaupten, daß solcher Samen schlecht sei, jedoch geht man besser, sich an eine erste Sa menfirma zu wenden, denn es hängt doch vom Sameneinkauf der ganze Erfolg der Gartenarbeit ab. Da ist es sicher nicht am Platze, auf ein möglichst billiges Angebot einzugehen. Gewiß, Sparsamkeit ist, wie überall, so auch beim Sameneinkauf dringend zu empfehlen. Aber man spare nicht am Preise des Saatgutes, sondern in der Verwendung desselben. Wer richtig säen will, muß wissen, wieviel Samenkörner auf ein Gramm entfallen. Dann kauft er nicht mehr als gr. braucht. Durchschnittlich kann man auf ein Gramm rechnen: Erbsen/4 Körner, Bohnen 2. Körner, Kürbis 6 Körner, Kohl 300 Körner, Lüben 25 Körner, Zwiebeln 250 Körner, Salat 1600 bis 1700 Körner, Radieschen 100 Körner, Gurken 50 Körner, Rote Beete 60 Körner, Schwarzwurzeln 100 Körner. Als Anhalt zur Berechnung des Samenbedarfs nach der Fläche diene folgende Uebersicht: Auf ein Quadratmeter rechnet man bei Erbsen 15 Gramm Samen, Bohnen 20 Gramm, Kohl 4 Gramm, Möhren 1½ Gramm, Radieschen 2 Gramm, Rote Beete 2 Gramm, Spinat 10 Gramm, Schwarzwurzeln 1 Gramm, Salat 2 Gramm, Porree 1 Gramm, Zwiebeln 2 Gramm. Immer kaufe man den Samen verwogen. Nur bei geringem Bedarf nehme man sogenannte Portionen, in denen aber der Samen meist viel zu teuer ist. Bunte Düten enthalten oft alten Samen, der natürlich recht minderwertig sein kann. Der Verlust bei der Aussaat durch Vögel und andere Schädlinge darf mit 20 Prozent in Rechnung gestellt werden. Vor Neuheiten, die oft so sehr angepriesen werden und meistens recht teuer sind, hüte man sich. Man lasse lieber andere die Versuche damit machen und die gar nicht seltenen Enttäuschungen und unnützen Geldausgaben tragen. Warum soll man immer selbst der Hereingefallene sein. Allerlei praktische Vorschläge 1. Jauche aus Bedürfnisanstalten soll möglichst schon im Winter in den Garten getragen werden. Ein Boden, der erst bei der Bestellung des Landes mit frischer Jauche gedüngt wird, erschwert nicht nur die auszuführende Arbeit, sondern begünstigt auch das Auftreten vieler Wurzelkrankheiten bei Gemüsepflanzen z. B. bei Kartoffeln auch den so sehr gefürchteten Kartoffelkrebs. Außerdem tritt auch in der frisch mit Jauche gedüngten Erde eine Menge Ungeziefer auf, das den Pflanzen gefährlich wird. Ferner ist es auch schädlich, in nassen Frühjahren schwere Böden noch mit Jauche zu tränken. Das Land wird dadurch hart, klumpig und unfruchtbar. 2. Ammoniak darf nicht mit Thomasmehl gemischt, auch nicht zu gleicher Zeit aufs Land gestreut werden. Durch den Mischungsprozeß wird der Düngewert des Aommoniaks ganz erheblich herabgesetzt, weil der Stickstoff des Ammoniaks in die Luft entweicht. Wohl läßt sich das Ammoniak mit Kainit und Kali mischen, häufig jedoch wird das schwefelsaure Ammoniak erst später und allein ausgestreut. Um eine bessere Streufähigkeit des Thomasmehles zu erzielen, kann es auch ohne Schaden zu leiden mit Kainit und Kali nicht nur gemischt werden, sondern das Thomasmehl kann auch in diesem Zustande längere Zeit lagern, nur müssen die Lagerungsräume trocken sein. 3. Gemahlener Staub= und Aetzkalk muß nach dem Ausstreuen aufs Land möglichst sofort untergeeggt oder untergehackt werden. Bleibt der Kalk auf der Oberfläche längere Zeit liegen, so verliert er wesentlich an Wert. Ferner darf der Kalk nicht auf Böden gegeben werden, die mit Stallmist oder Jauche frisch gedüngt wurden. Es treten dann Stickstoffverluste ein. Ich habe leider wahrgenommen, daß Gartenbesitzer im Herbst mehrere Zentner Stückkalk im Garten auf Haufen brachten, nur mit ganz wenig Erde zudeckten und dann den Kalk bis zum Frühling liegen ließen. Der Kalk war schmierig und daher minderwertig geworden. Trotz meiner Belehrung wurde diese Kalkschmiere aufs Land getragen und untergegraben. 4. Der richtige Gebrauch der Kunstdünger ist vielen Gartenbesitzern trotz aller Belehrungen noch immer nicht so bekannt wie es unbedingt erforderlich ist. Die Pflanzen benötigen in der Hauptsache drei Hauptnährstoffe — Phosphorsäure, Kali und Stickstoff. Dünge ich z. B. nur mit phosphorsäurehaltigem Thomasmehl oder nur mit Kali, so ist diese Düngung einseitig. Zur Volldüngung des Gartenbodens nehme ich für die hiesigen Bodenverhältnisse im März zwei Pfund Kali, drei Pfund Thomasmehl auf die Quadratrute (eine Quadratrute etwa 14 am). Kurz vor der Bestellung streue ich dann noch ein Pfund Ammoniak pro Quadratrute aus.— Bei Strauch= und Stangenbohnen ist das Ausstreuen des Ammoniaks vor der Saat unbedingt erforderlich. Wird das Ammoniak für diese Pflanzenart erst nach dem Aufgehen gegeben, so treten häufig starke Verbrennungs=, erscheinungen auf. Dicke Bohnen dünge ich mit Ammoniak kurz vor dem Aufgehen. 5. Stalldünger darf nicht zu tief untergebracht werden, damit er nicht vertorft und dadurch einen großen Teil seines Düngewertes verliert. Etwa 8—10 em unter der Erdoberfläche ist die richtige Tiefe. Beim Graben sorge man für eine gleichmäßige Verteilung des Düngers. Er darf z. B. nicht klumpenweise zu liegen kommen. Für ein gleichmäßiges Ausstreuen des Kunstdüngers ist ebenfalls Sorge zu tragen. Dem Anfänger empfehle ich, den Kunstdünger, besonders den Ammontak, mit trockener Asche zu vermischen. Er läßt sich dann viel leichter gleichmäßig ausstreuen. Es ist selbstverständlich, daß auch Jauche gut verteilt werden muß, um ein gleichmäßiges Wachsen der Pflanzen zu ermöglichen. Die Landwirte haben an ihren Jauchefässern Jaucheverteiler angebracht. Es gibt auch solche Verteiler für gewöhnliche Gießkannen. Man hüte sich, das Land mit Jauche zu überdüngen, es gibt dann viel Kraut und wenig Früchte. 6. Noch etwas über den Wert des Stallund Kunstdüngers im Gartenbau. Für den Gartenbau muß der Grundsatz bestehen bleiben: Stalldünger muß als Hauptdünger. Kunstdünger nur als Ergänzungsdünger angewandt werden, denn der Stalldünger hat die gute Eigenschaft, die drei Hauptnährstoffe der Pflanzen zu enthalten. Außerdem aber lokkert er den Boden und fördert ungemein die Arbeit der Bodenbakterien, die für alle Pflanzen von größtem Werte sind. Zum Nachdenken Es wird im Frühling viele neue Kleingärtner geben. Ihnen allen wir das Folgende nützen können. Der Kleingarten soll all das erzeugen, was das Haus gebraucht, nicht aber größere Posten von einzelnen Erzeugnissen. Der Kleingarten ist kein Acker, sondern ein Stück Heimat und ein Teil unserer Wohnung. Er muß deshalb schön und stets in Ordnung sein. Der Kleingarten soll Nutzen bringen, muß also gut gedüngt und richtig gepflegt werden. Er kann nichts geben, wenn er nichts empfängt, und der Gartenbesitzer kann aus ihm nichts empfangen, wenn er ihm vorher nichts gibt. Der Komposthaufen ist die Sparbüchse, Kunstdünger ist das arbeitende Kapital. Ohne Wasser kein Pflanzenwuchs. Pflege deine Geräte! Wie der Herr, so das Gescherr! Verrostete und wackelige Geräte arbeiten schlecht. Gartengeräte sind nicht zur Zierde, sondern zur Arbeit da. Gebrauche sie fleißig! Mache die Einteilung deines Gartens so einfach wie möglich, aber zweckmäßig. Verteile die Pflanzen nach Raum und Düngerbedarf, nach Licht und Schatten. Treibe vernünftige Fruchterfolge. Beachte das Höhenwachstum der einzelnen Gewächse. Pflanze und säe niemals zu dicht. Ueberlege, welchen Raum die fertige Pflanze gebraucht. Man kann sich nicht reich säen, doch nur reich ernten. Dichte Kulturen sind daher immer nur Verschwendung. Vernichte recht frühzeitig die Mitesser im Garten, die Unkräuter, ehe sie wachsen oder in Samen gehen. Achte bei der Schädlingsvertilgung auf die nützlichen Insekten, die bei der Bekämpfung helfen. Der Kleingarten darf kein Obstwald sein. Trenne womöglich Obst vom Gemüse, verwende Kernobst in ihm nur in den Zwergformen. Daneben viel Steinobst und Beerenobst. Baue nur Sorten, die sich in deinem Gebiet gut bewährt haben. Probiere auch einmal etwas Neues, doch mache den Kleingarten nicht zum Versuchsgarten. Baue nicht zu viel auf deine Kenntnisse und deine Geschicklichkeit. Beachte den Rat anderer und halte dich an deine gute Fachzeitung. Wenn möglich, schließe dich einem Gartenbauverein an. Rat und hilfe W. in M. Wie kann ich aus Hühnerdünger Guano machen? Antwort: Hühnerdünger ist Guano. Da gibt es also nichts weiter herzustellen. Guano ist nur das spanische Wort für Vogeldünger. Vielleicht haben Sie bei Ihrer Frage daran gedacht, den Hühnerdünger in streubare, appetitliche Form zu bringen. Das kann man am besten durch Vermischen mit Torfmull. Streuen Sie immer Torfmull unter die Sitzstangen und kratzen Sie mit einem geeigneten Instrument(Harke) jeden Morgen den Dünger mit dem Torfmull zusammen und bringen Sie alles auf einen Haufen, so haben Sie bald eine größere Menge feinsten Düngers zusammen. Er sieht aus wie Schnupftabak, kann natürlich aber nicht als solcher gebraucht werden. Aber im Garten können Sie wahre Wunder damit verrichten. Th. G. in W. Kann ich eine ältere Weißdornhecke mit Aussicht auf Erfolg noch versetzen? Antwort: Ich habe schon mehrmals gesehen, wie ältere Weißdornhecken versetzt wurden. Der Erfolg war immer ein guter. Sie müssen die Umpflanzung jetzt sobald wie eben möglich vornehmen. Am besten geschieht das Versetzen in größeren Blöcken, jedesmal bleiben etwa zwei Meter Hecke zusammen. Die Wurzeln werden freigelegt und durchschnitten. Zwei Mann können dann einen zwei Meter breiten Streifen ausheben und an den neuen Ort bringen. Bei auhaltender Trockenheit muß durchdringend gegossen werden.