Sochumer dereisstart. Ne 39. Sonnabend den 25. September 1847. Bekanntmachungen. In Folge höheren Auftrages mache ich die Fuhrwerksbesitzer und Gewerbtreibenden darauf aufmerksam: daß die seitherige, als ausnahmsweise Begünstigung stattgehabte, Auslegung des§. 6 der Verordnung vom 17. März 1839, den Verkehr auf den Kunststraßen betreffend, auf die Allerhöchste Kabinetsordre vom 12. April 1840 keine Anwendung findet, und daß bei schmalfelgigtem Fuhrwerk, den gesetzlichen Bestimmungen gemäß, die Ladung an sich „bei 2 rädrigem Fuhrwerk 10 Centner, bei 4rädrigem Fuhrwerk 20 Centner“. unter keinen Umständen überschreiten darf. Die geschärfte Handhabung der Verordnungen vom 17. März 1839 und vom 12. April 1840, den Verkehr auf den Kunststraßen betreffend, wird hiernach mit dem 1. Januar 1848 eintreten. Bochum, den 21. September 1847. Der Wegebaumeister Oppert. Eingetretener Hindernisse wegen wird das Jahresfest des Kreisenthaltsamkeitsvereins nicht am Sonntag den 26. September c., sondern erst am Sonntag den 10. October, Nachmittags 3 Uhr, im Hause des Herrn Wirths Velten zu Bochum gefeiert werden. Bochum, den 20. September 1847. Der Vorstand. Die gewöhnlichen jährlichen Feuer=Societäts=Beiträge(Feuer=Gelder) für das Jahr 1847 von der Stadt Bochum und von den Aemtern Wattenscheid, Witten und Herne müssen in folgenden Terminen, als: für die Stadt Bochum am 14. October c., Donnerstags, den Empfang Wattenscheid„ 7. „„ Gelsenkirchen= 8. die Stadt Witten" A. den Empfang Langendreer r 5. „„ Herne K 9. Eickel 12. * Freitags * Montags * Dienstags a Samstags Dienstags zu Wattenscheid, * Gelsenkirchen, * Witten, r Langendreer, * Herne, Eickel, *.„ Eickel 12.„ Dienstags gleichzeitig mit den Steuern, unter Vorlegung der in Händen habenden Quittungs=Bucher und Zettel über Nachtrags=Zahlungen von den Erhöhungen, bei Vermeidung der gesetzlichen Zwangsmittel, entrichtet werden...„.. J6. 836 u eumahfen u Damit den Beitragspflichtigen reine unverschuldeten Beitreibungs=nonen erwachsen, werden die betreffenden Herren Gemeinde=Vorsteher dringend ersucht: gleich nach Empfang dieses— insofern es noch nicht geschehen sein möchte, die vorbemerkten Zahlungs=Termine durch Herumsagen in ihren Gemeinden einem jeden Contribuenten bekannt zu machen; indem nur auf diese Art und Weise solches am sichersten bewerkstelligt werden kann. Für das Amt Bochum wird nähere Bekanntmachung vorbehalten, weil das desfallsige Heberegister noch nicht festgestellt ist. Bochum, den 22. September 1847. Königliche Steuer=Kasse. Schmitz. — 402 Auch ich! in Erwiederung auf„Ich gebe nach!“*) Ja, ja! Du sprichst, wie ich's gern sehe; Auch ich verachte Zank und Streit; Doch, daß ich's ehrlich Dir gestehe, Dein Phlegma treibt mir's doch zu weit. Nicht mag der Ruhe ich mich fügen, So lang noch lärmt der frohe Tag; Doch wenn mich Wein und Schlaf besiegen, Dann sprech' auch ich: Ich gebe nach! Daß zweimal zwei just vier betragen, Dies will auch mich bedünken fast; Nur mocht' es Manchem mißbehagen, Wenn„kühn“ Du es behauptet hast. Warum jedoch alsbald erliegen, Wenn rüst'ge Gegner stehen Wach'? Mitunter fehlt's an Kraft zum Siegen, Dann freilich geb’ auch ich gern nach. Nichts hilft's, den Leuten vordociren, Was sie nicht wollen recht versteh'n; Man wird sich d’rum nicht sehr geniren; Am Narrenseil gar Manche geh'n: Wer der Charybdis sich entwunden, Dem droht die Scylla Weh und Ach! Doch, wer Xantippen sich verbunden, Dem rath' auch ich als Freund: Gieb nach! Oft sind es nichts als Kleinigkeiten, Um die man hadert, lärmt und zankt: Herr Hinz darf fahren, stattlich reiten, D’weil Job auf schwachen Füßen wankt. D'rob kann sich Job leichtlich erhitzen, Ihn letzt zum Glück ein kühler Bach, Indeß Herr Hinz bei Wein muß schwitzen. Der Weise giebt hier billig nach. Item es schmält Frau X. gewaltig Auf Madam 3., die gern sich putzt; Gelt, spricht sie, ach! nicht minder faltig Wird ihr Gesicht, wie sie's auch stutzt. Schon recht, erwiedert Frau von Nadeln, Doch, liebes Kind, gemach! gemach! Frau 3. ist reich, wer mag sie tadeln?— Bei solchem Streit giebt man gern nach. Doch, wenn mit wüthiger Gebehrde Sich um ein Nichts der Haufen rauft, Dann, Freund, erlaß mir die Beschwerde, Dorthin zu schau'n, wo's tobt und schnauft. Du läufst davon? Nein ruhig warten! Die Flucht begünstigt nicht der Tag. Warum auch flieh'n? Auf solchen Fahrten Trifft man uns nicht: Wir geben nach. Vor Zank und leidigen Prozessen Bewahre uns ein guter Geist! Nie, schwör' es mir, Dich zu vermessen, Des Nächsten Gut und Ehre dreist Zu schmälern, dann hat's gute Wege, Und Frieden schirmt auch unser Dach. Käm' man uns dennoch in's Gehege, Glaubst Du, wir geben ruhig nach? *) Siehe die vorige Nummer dieses Blattes. Napoleons Vorkehrungen gegen die Theuerung 1811 in Frankreich. Wenn man in jetziger Zeit, nach kaum überstundener Noth, vielleicht nicht ohne Grund von einer wieder herannahenden Theuerung hört, so dürfte die Erinnerung an Frankreich frommen, welches im Jahre 1810 von einem großen Mißwachs heimgesucht worden, welcher 1811 wiederkehren zu wollen schien. Je mehr die Stellung des Kaisers zum Norden seine Abreise nöthig machte, desto mehr lag ihm auch daran, diese Quelle der Unzufriedenheit im Volke zu unterdrücken. Es wurde häufig im Conseil berathschlagt, und er führte dann selbst den Vorsitz.„Das ist eine ernste Sache, meine Herren!“ sagte er bei einer solchen Berathschlagung,„Sie Alle wissen, von welcher Wichtigkeit es für die Ruhe Frankreichs und besonders für die Ruhe von Paris ist, daß das Brod gesichert sei. Ich habe zehn Emeuten gesehen, die nicht stattgefunden haben würden, hätte das Volk zu essen gehabt. Wir müssen uns ernsthaft mit dieser Angelegenheit beschäftigen. Bedenken Sie, daß Verlegenheit stattfindet, wenn die Ernte mittelmäßig ist und selbst bei einer guten Ernte befindet man sich zuweilen in Verlegenheit.“ Besonders aber gerieth er eines Tages in Zorn, als Herr von Montalivet, welchem aufgetragen war, darüber genaue Nachforschungen anzustellen, seinen Rapport mit den Worten endigte:„Ew. Majestät darf sich beruhigen. Das Brod wird theuer sein, aber nicht fehlen.“ „Was soll das heißen!“ rief Napoleon mit donnernder Stimme,„was meinen Sie mit diesen Worten? Das Broo wird theuer sein, aber nicht fehlen? Womit meinen Sie, daß wir uns seit zwei Monaten beschäftigen? Mit den Reichen? Wahrhaftig! Mit ihnen beschäftige ich mich wohl! Was geht es mich an, ob sie Brod haben, oder nicht. Ich weiß, daß man es für Geld bekommen wird, wie man es dafür erhalten hat, und wie man in der Welt Alles für Geld bekommt. Mein Wille ist, daß das Volk Brod habe, daß es viel habe und gut und billig; daß der Handwerker seine Familie mit seinem Vervienst ernähren könne!“ „Wenn ich fern von Frankreich din,“ schloß er,„so vergessen Sie nicht, mein Herr, daß die erste Sorge der Macht, welche ich zurücklasse, darin besteht, die öffentliche Ruhe und Wohlfahrt beständig zu sichern, und daß die Lebensmittel die Haupttriebfeder dieser Ruhe nicht weniger für das Volk sind!“ Die Geistesthätigkeit, welche er nun selbst deshalb im Winter von 1811 bis 1812 entwickelte, glich der in so vielen anderen Fällen bewiesenen. Zunächst kam es auf die Vorräthe 403 für die Bevölkerung von Paris an. Außerordentliche Summen wurden angewiesen, den Preis des Brodes mit dem Arbeitslohne in Verhältniß zu bringen, und zu dem Zwecke die nöthigen Einkäufe zu besorgen, die denn ohne Rücksicht auf die Zukunft zu einem Maximum abgelassen wurden. Die Bewohner der ganzen Umgegend fanden daher in der Hauptstadt das Brod wohlfeiler als in ihren Dörfern. Rumfordsche Oefen wurden errichtet, das Mittagsmahl der Armen zu liefern, große Bauten unternommen, ihnen Arbeit zu schaffen. Kanäle, Schleusen, Brücken beschäftigten Tausende von Arbeitern. Der Künstler fand Arbeit in den Palästen und Museen der Regierung, die mit doppelter Sorgfalt geschmückt wurden, und so verging der Winter, obschon im Ganzen düster und einförmig genug, ein trauriger Bote dessen, was von nun an für Frankreich folgen sollte. Miscellen. N. N., den 20. September 1847. Mit Harren und Hoffen hat's Mancher getroffen, sagt ein bekanntes Sprüchwort. Einsender dieses hoffte von Tag zu Tag die Ankündigung der ersten Probefahrt des Herrn Funke in Crange zu lesen. Er sah schon im Geiste die vielen Veränderungen, welche durch diese wichtige Erfindung mußten hervorgebracht werden. Ja, eine ganz neue Ordnung der Dinge gestaltete sich vor dem Geiste desselben. Das simple Crange, bloß durch seinen Pferdemarkt in etwa berühmt, erhob sich zur ersten Weltstadt und wer sie nie sah, wurde mit vornehmer Herablassung angeblickt. Dort hörte man die Sprachen aller bedeutenden Nationen. Jeden Morgen waren die Neuigkeiten der ersten Hauptstädte Europa's, ja, der alten und neuen Welt auf dem an Größe nie gesehenen Stapelplatze Crange's zu erfahren. Stündlich erhob sich dort unter der Direc= tion des Herrn Funke ein von demselben mit Leben begabter Adler, um Personen, Güter 2c. mit einer nie gekannten Schnelligkeit an den Ort ihrer Bestimmung zu bringen. Es herrschte dort ein Leben, wie noch keins gesehen. Und welch ein bedeutender Vortheil für den Handel! Die Waaren konnten nicht allein schneller, sondern auch um ein Bedeutendes billiger geliefert werden. Man brauchte sie nicht mehr zu verzollen, und in der Luft eine Defraudationslinie anzulegen, fiel dem Staate niemals ein. Und weit entfernt, daß der Staat dem Herrn Funke das Handwerk zu legen suchte, war derselbe vielmehr sehr dankbar und ehrte ihn als das größte in seinem Schoße erzeugte Genie. Herr Funke hinwiederum ließ es auch an keinem Gegendanke fehlen. Er versprach in Kriegszeiten mit einem Geschwader über dem streitenden Heere zu schweben und, wenn es Noth an den Mann ginge, die Truppen aufzunehmen und in Sicherheit zu bringen, oder, seine Schiffe so einzurichten, daß von ihnen aus dem Feinde blaue Bohnen könnten ins Gesicht geworfen werden.— Herr Funke erschien gekrönt und mit einer Glorie umgeben, wie nie ein Mensch zuvor. Minister buhlten um seine Gunst, Denkmäler wurden ihm zu Ehren errichtet und in jeder Zeitungsspalte sprach man von dem Helden des Jahrhunderts und der Weltgeschichte. O du glückliches, dreimal glückliches Crange! Zolle deinem Mitbewohner Ehre und Achtung, umstricke ihn mit tausend Netzen, kette ihn immer fester an dich, damit er nicht mit Ehestem durch die Luft davon gehe und du das Nachsehen habest! So schwärmte Einsender öfters und gewiß, er war es nicht alleine. Nach den pomphaften Ankündigungen in mehreren Zeitungen, einem Schock Lokalblätter war man auch dazu berechtigt. Aber es wird auch wol nur bei dem Schwärmen bleiben. Die Wirklichkeit werden wir nicht erleben, denn wer nichts von sich hören und sehen läßt, ist Herr Funke. Nachdem er sein Schäfchen geschoren, sein Luftschiff nämlich für Geld hat am Cranger Kirmeßtage besehen lassen, schließt er dasselbe ein und denkt: so hat man euch zum beßten, ihr Narren. Aber Herr Funke, frage ich, ist das Recht, können Sie es jemals verantworten dem Publikum und einem hohen Adel eine Nase und zwar eine recht lange gedreht zu haben?— Sie sollen, wie ich höre, bei der Regierung ein Patent beantragt haben, sollen aber den Kern, den nervus rerum der ganzen Mechanik, um die Regierung nicht klug zu machen, für Sich behalten haben. Ich möchte eher einen andern Grund des Zurückhaltens glauben, den ich aber, aus Rücksicht gegen Sie, jetzt nicht nennen will. Nach Aussagen von Sachkennern soll in ihrem ganzen Machwerk nicht einmal das allereinfachste A B C der Mechanik zu finden sein, und was Sie am Tage der Schaustellung von Preßluft, Schwungkraft rc. gefaselt haben, soll nur blauer Dunst sein. Sie sollen mit einem so construirten Schiffe nicht im Stande sein, Sich einmal Einen Fuß zu erheben, viel weniger 600 Fuß in horizontaler Richtung, wie der Westphälische Merkur verheißt, steigen können. Der Werth Ihrer Erfindung, Ihres Luftschiffes soll überhaupt nicht in dem Werthe selbst bestehen, sondern nur in der Meinung, die Sie von beiden haben.— Ueberhaupt, Herr Funke, glaube ich nicht, daß Sie durch diese Erfindung zu einiger Berühmtheit gelangen werden. Geben Sie daher das Projekt auf und begnügen Sie Sich mit dem Ruhme, dem Publikum und einem hohen Adel eine recht lange Nase gedreht zu haben. Sie haben Sich durch diese That allein schon die Unsterblichkeit gescherr. Zur Zeit des Julius Cäsar und Augustus lebte in Sicilien ein Mann, mit Namen Diodor, welcher aus verschiedenen Schriften zerstreute Nachrichten über die Begebenheiten einzelner Völker und Zeiten sammelte. Wir wollen aus ihm Einiges hervorheben, welches über die Entstehung mancher Gebräuche, sowie über das frühe Vorhandensein angeblich neuer Entdeckungen, Licht verbreitet. So berichtet er: Man erzählt von den Aegyptern, sie haben ehemals wegen der Unordnung, die in ihrem Lager herrschte, viele Schlachten gegen die Nachbarn verloren, und darum beschlossen, ein Abzeichen bei ihren Schaaren einzuführen. So haben sie darauf Bilder von Thieren gemacht und sie auf Spieße gesteckt, welche die Befehlshaber tragen mußten, und an diesem Merkmale habe jeder erkannt, zu welcher Abtheilung er gehöre. Dies ist die Entstehung der Feldzeichen und nachherigen Fahnen beim Militair.— Dionysos trug wegen der Kopfschmerzen, welche aus dem unmäßigen Genusse des Weines entstehen, eine Binde um den Kopf. Diese Kopfbinde war die Veranlassung, daß nachher bei den Königen das Diadem eingeführt wurde. Weiter erzählt er: 404 In den Goldbergwerken an den Gränzen zwischen Aegypten und dem benachbarten Aethiopien müssen die schweren Verbrecher arbeiten (wie gegenwärtig in Sibirien). In den Stollen trugen sie Leuchten, die ihnen an die Stirn fest gebunden wurden, damit sie beim Hinabund Hinaufsteigen die Hände frei hatten. Diese Leuchten haben sich bis auf unsere Zeiten in den Grubenlichtern erhalten.— Von der Isis berichten die Aegypter, sie sei die Erfinderin vieler Heilmittel, und es sei, nachdem sie die Unsterblichkeit erlangt hatte, ihre größte Freude, die Menschen gesund zu machen, und den Bittenden gebe sie Heilmittel an im Traume, und die ihren Rath befolgten, würden unverhofft gesund. Sind das nicht Somnambule unserer Zeit?— In Aegypten wird der Habicht darum verehrt, weil er Scorpionen, Hornschlangen und andere giftige Thiere, deren Biß den Menschen gefährlich ist, tödte. Dies glaubte in neuerer Verdings= Anzeige. Zum Verdinge der Arbeit incl. Material= lieferung wegen Verbreitung einer Wegestrecke zwischen Altenbochum und. Wiemelhausen, veranschlagt vom Herrn Kreiswerkmeister Heimeshoff zu 16 Thlr. 28 Sgr., ist Termin auf den 27. dieses Monats, Vormittags 11 Uhr, hier anberaumt, wozu Unternehmungslustige eingeladen werden. Der Kostenanschlag liegt zur Einsicht offen. Bochum, den 20. September 1847. Der Amtmann v. Schell. Bekanntmachung. Im Auctions=Locale bei der Frau Wittwe Arnold Fiege hierselbst sollen am 29. d. Mis., Vormittags 10 Uhr, einige Hausmobilien gegen gleich baare Zahlung öffentlich verkauft werden. Bochum, den 18. September 1847. Der gerichtliche Auctions=Commissar Parpat. Waaren=Verkauf in Bochum. Ein ganzes Lager von Ellen= Waaren, Tüchern und Kitteln 2c. soll gegen gleich baare Zahlung öffentlich verkauft werden. Termin hierzu steht im hiesigen Auctions= Locale bei der Frau Wittwe A. Fiege am Mittwoch den 29. d. M., des Vormittags um 9 Uhr anfangend, an, wo sich Kauflustige einfinden wollen. Bochum, den 23. September 1847. Der gerichtliche Auctions=Commissar Parpat. Zeit erst der Professor Lenz entdeckt zu haben, welcher Habichte auf die im Thüringer Walde sich häufig vorfindende giftige Kreuzotter losgehen und sie tödten sah.— Die Hyperboreer behaupten, auf dem Monde gewisse bergähnliche Erhöhungen wahrzunehmen. Was für scharfe Augen müssen diese Menschen gehabt haben, das zu erkennen, was uns erst mit Hülfe großer Ferngläser gelungen ist.— In Indien bildeten die zweite Kaste die Landbebauer, sie waren vom Kriegsdienste und anderen Frohnarbeiten frei, um sich ganz dem Feldbaue widmen zu können. Kein feindlicher Soldat würde einem Landmanne, den er auf dem Felde anträfe, etwas zu Leide thun. Man ließ diese Leute, weil man sie für die Wohlthäter der Menschheit ansah, durchaus ungekränkt und sie standen in Ansehen und hoher Achtung. Wie ganz anders ist es in unseren Zeiten! Welchen Plackereien ist gegenwärtig der Landmann ausgesetzt! Verkauf zu Königsteele und Bochum. Es soll der Nachlaß der zu Königsteele verlebten Wittwe Blecken wie folgt gegen Credit öffentlich verkauft werden: 1) am Donnerstage den 7. October c. zu Königsteele in dem Hause des Bergmanns Friedrich Dittmar die Mobilien, als: Schränke, Tische Stühle, 2 Oefen, 2 Kochmaschinen, 2 Sopha's, 1 Sekretair, 1 Kommode, einige Spiegel und Bettstellen, so wie sämmtliche Küchen= und Kellergeräthe, Vorzellan, Glas, Kupfer, Zinn und ein Vorrath von Fleisch 2c., 2) am nächstfolgenden Tage den 8. October im Auctions=Locale bei der Frau Wittwe Arn. Fiege in Bochum: die noch zu diesem nämlichen Nachlasse gehörigen sämmtlichen Kleidungsstücke, Wäsche, Leinwand, Betten und Gardinen: Alles von bedeutender Anzahl und Güte. Zahlungsfähige Kauflustige werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß der Verkauf an diesen beiden Tagen des Morgens um 9 Uhr beginnt. Bochum, den 23. September 1847. Der gerichtliche Auctions=Commissar Parpat. Kartoffeln=Verkauf. Am nächsten Montag den 27. dieses, Nachmittags 3 Uhr, werde ich auf'm Mannsberge ein Stück Kartoffeln meistbietend in Abtheilungen verkaufen und lade hierzu Kaufliebhaber ein. Bochum, den 23. September 1847. H. Schulte= Oestrich. 405 Bekanntmachung. Die Anfuhr von Bruchsteinen zur Unterhaltung einiger Straßenstrecken im Wegebaukreise Bochum soll für die Jahre 1848, 1849 und 1850 im Auftrage Königlicher Hochlöblicher Regierung zu Arnsberg an den Wenigstfordernden öffentlich verdungen werden. Die Gruben und Strecken sind: I. zu der Elberfeld=Dorstener Straße. a. aus der Grube Horatherkopf für die Strecke von Horath bis Horatherkopf oder von N 0,71+ 16 bis 0,90, b.„ c Mettberg für die Strecke von Horatherkopf bis Herzkamp„* J6 0,90 bis 1,08, c. a a Lehnerhöchst für die Strecke vorl Herzkamp bis Brucherbache NS 1.08 bis 1,31, d. e n Schieferstein für die Strecke vom Brucherbach bis Leveloh„* J6 1,31 bis 1,83, e. a„ Iduna für die Strecke vom Freudenberg bis Nosthausen* R6 4,84 bis 5,10, f. a„ g Idung für die Strecke von Nosthausen bis Holsterhausen G J6 5,10 bis 5,33+ 12. II. zu der Essen=Brünninghauser Straße. a. aus der Grube Iduna für die Strecke von Höntrop bis Engelsburg oder von N6 1,63 bis 1,94, b.= den Gruben Hacksberg und Schilkssiepen für die Strecke von Altenbochum bis Leithe oder von 6 2,48 bis 2,56, c. r denselben Gruben für die Strecke von Leithe bis Laer oder von Ué 2,56 bis 2,80, d. desgl. für die Strecke Laer bis Zeche Urbanus oder von JS 2,80 bis 3,06, e.„„. Zeche Urbanus bis Crengeldanz oder von J6 3,06 bis 3,33+ 15. III. für die Crengeldanz=Castroper Straße. a. aus den Gruben Hacksberg und Schilkssiepen für die Strecke von Hüggenberg bis Lütgendortmund oder von J6 0,00 bis 0,75, b.= denselben Gruben für die Strecke von Lütgendortmund bis Castrop oder von N6. 0,75 bis 1,38+ 3. Hierzu habe ich einen Termin am Freitag den S. October d. J., Vormittags 10 Uhr, bei dem Gastwirthe Herrn Velten genannt Wolff hier in Bochum angesetzt. Qualificirte Unternehmer werden hierzu eingeladen mit dem Bemerken, daß diejenigen, welche dem Unterzeichneten nicht als cautionsfähig bekannt sind, sich durch Zeugniß ihrer Ortsobrigkeit als solche ausweisen müssen. Bochum, den 16. September 1847. Der Wegebaumeister# Oppert. Die den Erben Blankenhaus hierselbst zugehörigen Immobilien: 1) das in hiesiger Stadt auf dem Graben sub I 138 des Catasters gelegene Wohnhaus, 2) das am Düsenberge gelegene Ackerland, 1 Morgen 40 Ruthen groß, sollen auf sechs nach einanderfolgende Jahre meistbietend vermiethet resp. verpachtet werden. : Ebenso soll mit der Vermiethung der, in dem auf dem Graben sub A6 411 des Catasters belegenen Wohnhause der genannten Erben befindlichen, mit dem 1. November d. J. miethlos werdenden und aus zwei Stuben nebst Kellerraum bestehenden Wohnung, welche bisher von dem Schuster Niemann bewohnt worden, auf ein Jahr an den Meistbietenden verfahren werden. Hierzu ist ein Termin auf den 29. dieses Monats, Nachmittags 3 Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle angesetzt, zu welchem Mieth= resp. Pachtlustige hiermit eingeladen werden. Bochum, den 23. September 1847. Vermöge gerichtlichen Auftrages Löns, Büreau=Gehülfe. Am Mittwoch den 29. dieses Monats, des Nachmittags um 4 Uhr, werde ich einige Scheffelse sehr gut gerathener Kartoffeln, welche bei der Wiedume gelegen, nummerweise öffentlich gegen Credit verkaufen lassen. Bochum, den 23. September 1847. Kabeisemann. 406 Bekanntmachung. Die Lieferung oder alternative bloße Anfuhr von circa 10,000 Scheffeln Bochumer Steinkohlen für das Jahr 1848 für die hiesigen Königlichen Garnison=Anstalten soll am Montag den A. October d. J., Vormittags 10 Uhr, im Büreau der unterzeichneten Verwaltung, woselbst die desfallsigen Bedingungen täglich in den Vormittagsstunden eingesehen werden können, öffentlich an den cautionsfähigen Mindestfordernden verdungen werden. Münster, am 13. September 1847. Königliche Garnison= Verwaltung. Kartoffeln:Verkauf zu Haus Mallinkrodt. Am 29. September 1847, Nachmittags 3 Uhr, wird hierselbst ein Verkauf von 50 Sechszige guter Kartoffeln in Abtheilungen, gegen Meistgebot und auf Credit, an Ort und Stelle abgehalten werden. Zahlungsfähige Kauflustige wollen sich in Gedern(an der Witten=Wetter'schen Actien= straße) versammeln bei Brinkmann. Haus Mallinkrodt, den 14. September 1847. Der Rentmeister G. Buschmann. Gras=Verkauf und Hude=Verpachtung. In den zum Rittergute Dorneburg bei Eickel gehörenden Wiesen soll am Dienstag den 28. dieses Monats das aufstehende Grasgewächs nummerweise verkauft und die Hude verpachtet werden. Kauf= und Pachtlustige wollen sich Nachmittags 2 Uhr an der Dorneburger Mühle versammeln. Querenburg, den 22. September 1847. * Der Rentmeister G. Buschmann. Meine Besitzungen im Gerichtsbezirk Bochum: a) das vormals Kemper'sche Wohnhaus nebst Zubehör in Castrop, b) die Joseph Dinkloh'sche Colonie in Eppendorf gelegen, c) das Franz Schulte Ladbeck'sche Wohnhaus in Bochum sind täglich aus freier Hand von mir zu kaufen. Essen, den 8. September 1847. Theodor Sprenger junior. Zu vermiethen eine freundliche geräumige separirte Wohnung, welche durch das Verziehen des Herrn Hoffer schon Anfangs October kann bezogen werden. Auch werden einige Gartenparcellen mit diesem Herbst pachtlos. Wittwe Scharpenseel. Holz=Verkauf. Donnerstag den 30. d. M., Morgens 10 Uhr anfangend, werde ich in der zum Friedrichs Hofe zu Eiberg gehörigen Holzung Eibergerberg 100 Nummern ausgezeichnet langes Eichenholz gegen Credit verkaufen. Bochum, den 22. September 1847. Der Auctions=Commissar Weischer. Der Erbgesessene Herr Meßmann will auf seinem Niederheitmanns=Hofe zu Weitmar am Mittwoch den 29. September, Nachmittags 3 Uhr anfangend, 2 Scheffelse sehr guter Kartoffeln in Nummern, ferner 100 Stücke schwerer Leinwand, als: Flechsen, Kleinwerchen und Werchen, im Meistgebot gegen Credit durch mich verkaufen lassen. Bochum, den 23. September 1847. Der Auctions=Commissar Siepmann. Am Samstag den 2. October, Nachmittags 3 Uhr, werde ich für den Seidenweber Büscher auf Helmichs Kotten zu Stiepeler Hard 100 Kölnische Ruthen Kartoffeln in Nummern gegen Credit verkaufen. Bochum, den 23. September 1847. Der Auctions=Commissar Siepmann. Wir beabsichtigen, das uns gemeinschaftlich zugehörige Ackerland, der Schmechtingskamp genannt, circa 5 Scheffelse kölnisch groß, in der Nähe von Bochum, an beiden Seiten an der nach Recklinghausen führenden Chaussee belegen, und sonach zu Gärten und Bauplätzen sehr geeignet, theilungshalber meistbietend zu verkaufen, und haben hierzu einen Termin auf Mittwoch den 29. dieses Monats, Nachmittags 4 Uhr, in der Behausung der Wittwe Kaltheuner angesetzt, wozu zahlungsfähige Kauflustige hiermit eingeladen werden. Bochum, den 15. September 1847. Die Erben Velten senior. Am 27. dieses Monats, Vormittags 9 Uhr anfangend, werde ich in meiner Behausung die mir überflüssig gewordenen Gegenstände, als: ein Ladengestell nebst Wagen und Gewichten und verschiedenen Waaren, 2 Oefen, wobei ein ganz neuer Säulenosen nebst Zubehör, 1 Küchenschrank, mehrere eichene Tische, einige Dutzend Stühle, 2 Bettstellen, eine Hausuhr und sonstige Gegenstände, gegen Credit zum Verkaufe aussetzen. Bochum, den 23. September 1847. W. Velten. 407 Warnung. Das Bahnen und resp. die Benutzung eines Fußpfades über unsere Ländereien, durch das sogenannte Amtscheid auf Westenfeld zu, können wir von jetzt an nicht ferner gestatten. Dawiderhandelnde haben die gerichtliche Einklagung zu erwarten. „ Pestenfeld und Stalleicken, den 9. SeptemJ. Grimberg. ohne gt. Baumann. Heinr. Stockfisch. Heinr. Schulte. Danksagung. Am 25. September vorigen Jahres hat der Wundarzt Herr Franke zu Bochum meinem Sohne Friedrich den linken Oberarm, in Folge eines bosartigen lebensgefährlichen Krebsschadens, woran derselbe seit 3½ Jahren gelitten, amputirt, welches mit unbegreiflicher Gewandtheit und Schnelligkeit von Statten ging. Ich glaubte damals nicht, daß derselbe diesen Tag würde erlebt haben, indem jenes Uebel bereits zu tiefe Wurzeln in dem geschwächten Körper zurückgelassen hatte, so daß es gar leicht die Auszehrung zur Folge haben konnte. Mit freudigem Danke bekenne ich es daher hiermit öffentlich, daß Herr Franke unermüdet durch die zweckmäßigsten innern und äußern Medicamente es so weit gebracht hat, daß alle ferneren ängstlichen Besorgnisse so wohl für das Leben meines Kindes, als auch für seine vollständige Gesundheit verschwunden sind. Langendreerholz, den 21. September 1847. Franz Hollweg. Das Erinnerungs=Fest der Stiftung des Gesellen=Vereins soll am Sonnabend den 2. October dieses Jahres, Abends 7 Uhr, durch einen Ball auf der Herberge gefeiert werden, wozu alle eingeschriebenen Gesellen freien Zutritt haben. Diejenigen, welche sich noch nicht haben einschreiben lassen, sind von der Theilnahme an diesem Balle ausgeschlossen. Die verehrlichen Meister und Fabrik=Besitzer dieser Stadt werden freundlichst eingeladen, an dieser Festlichkeit Theil zu nehmen. Bochum, den 23. September 1847. Der Vorstand des Handwerks=Gesellen=Vereins. Rall hein.. 28: dieses Monats ist Junggesellen. Weitmar, den 16. September 1847. Bei der Veränderung unseres Wohnorts von hier nach Essen empfehlen wir uns dem freundlichen Andenken aller unserer Verwandten, Freunde und Bekannten bestens. Bochum, den 23. September 1847. v. Untzer, Landrath a. D. v. Untzer, geb. Grolmann. Am Sonntag den 26. September, Abends 6 Uhr, gesellige Zusammenkunft der Mäßigkeitsfreunde bei Wittwe Dahm. In meinem neu erbauten Hause ist eine schöne geräumige WohStiä nung nebst Keller und Stallung, welche am 1. October c. bezogen werden kann, zu vermiethen; desgleichen beabsichtige ich mein seither bewohntes Haus auf der Schüttebahn hierselbst, welches sich in einem guten baulichen Zustande befindet, geräumige Keller und in der Küche eine stets wasserreiche Pumpe hat, unter sehr angenehmen Zahlungsbedingungen zu verkaufen, oder auch auf längere Jahre zu vermiethen. Bochum, den 10. September 1847. H. Hüttemann. Die rühmlichst bekannten kölnischen Brust=Caramellen Franz von welche nach der Composition des Königlichen Geheimen Hofrathes und Professors Herrn Dr. Harlelz in Bonn aus den vorzüglichsten heilsamen und auflösenden Kräutern und Wurzeln bereitet und in folgenden Fällen unbedingt zu empfehlen sind: 1) gegen trockenen Reiz= und Krampfhusten, 2)„, Heiserkeit in den ersten Zeiten der Catarrhe, 3) gegen Halswehe und dem sogenannten Fallen des Zäpfchens, 4) selbst bei leichtern Erscheinungen von Bluthusten bei Catarrhen, sind wieder frisch zu haben bei in Bochun. Am Mittwoch den 22. September ist auf dem Wege von der Maarbrücke nach Hamme ein Säckchen mit Gerste gefunden. Der Eigenthümer desselben kann den Namen des Finders in der Expedition d. Bl. erfragen. 408 Bekanntmachung. Am Mittwoch den 29. September, Morgens 11 Uhr, soll auf dem hiesigen Rathhause die Fourage für die hiesige Gensd'armerie pro 1848 offentlich verdungen werden, wozu wir Lieferungslustige einladen. Bochum, den 23. September 1847. Der Magistrat. Bekanntmachung. Die Lieferung der Fourage für durchmarschirende Cavallerie pro 1848 soll verdungen werden und es ist hierzu Termin auf Mittwoch den 29. September, Morgens 11 Uhr, auf dem hiesigen Rathhause anberaumt. Bochum, den 23. September 1847. Der Magistrat. Bekanntmachung. Die Arrestaten= und Militairfuhren pro 1848 sollen verdungen werden und es steht hierzu Termin auf Mittwoch den 29. September, Morgens 11 Uhr, im hiesigen Rathhause an. Bochum, den 23. September 1847. Der Magistrat. Anzeige. Die Tabacke aus der rühmlichst bekannten Fabrik von Arn. Friedr. Carstanjen Arn. Sohn in Duisburg verkaufe ich bei Abnahme von 10 ap; und mehr zu Fabrikpreisen, ebenso die Chocoladen der ersten Dampf=Maschinen=Chocoladen=Fabrik von J. F in Potsdam— Hoflieferant Sr. Maj. des Königs— und gebe bei größeren Partien noch Rabatt. Gleichzeitig empfehle ich: abgelagerte feine Cabannas=, Havannah= und Portorico=Cigarren, Varinas= und Portorico=Taback in Rollen, Crefelder und englische Sayette, Patent=, Merino=, Strick= und Näh=Baumwolle, StearinTafel= und Wagen=Lichter, so wie inmarinirte Häringe. H. Schumacher=Meesmann in Bochum. Am Sonntag den 3. October soll an der Wieschermühle eine schöne Repertir=Uhr ausgeschossen werden. Schießliebhaber werden hierzu eingeladen. Nachdem ich in den besten Werkstätten des In= und Auslandes mich ausgebildet, habe ich mich hierselbst als Möbelschreiner niedergelassen. Indem ich mich einem verehrten Publicum zu allen in dieses Fach einschlagenden Arbeiten bestens empfehle und prompte und reelle Bedienung verspreche, bitte ich, mich mit geneigten Aufträgen zu beehren. Meine Wohnung ist bei Christian Hackert auf der kleinen Beckstraße. Bochum, den 23. September 1847. Moritz Löns. Geld=Course. Elberfeld, am 20. September 1847. Neuethaler... 1 Thlr. 16 Sgr. 9 Pf. 5 Fr. Stücke... 1„ 10„—„ Napd'or.... 5„ 13„ 6„ Preuß. Frd'or.. 5„ 20„—„ Ausl. Pistolen.. 5„ 18„—„ Holl. fl. 10 St. 5„ 21„—„ Gedruckt und herausgegeben von dem verantwortlichen Redacteur W. Stumpf.