Gochumer Kreisblatt. Ne 32. Sonnabend den 10. August Bekanntmachungen. Um die herrlichen, ächter Markaner würdigen Gesinnungen der Liebe, Anhänglichkeit und Ergebenheit gegen Se. Majestät den König, die sich in Folge des schrecklichen Mordversuchs auf Allerhöchstdenselben überall im hiesigen Kreise kund gegeben haben, zur Kenntniß Sr. Majestät zu bringen, haben die hiesigen Kreisstände am 5. d. Mts. die nachfolgende Adresse an Allerhöchstdenselben abgehen lassen. Bochum, den 7. August 1844. Der Landrath Gr. v. d. Recke=Volmerstein. Allerdurchlauchtigster Großmächtigster König! Allergnädigster König und Die Gefühle der treuesten Liebe und der innigsten Anhänglichkeit und Ergebenheit drängen Euer Majestät treue Kreisstände des Kreises Bochum, sich dem Allerhöchsten Throne mit ihren Empfindungen über das gräuelhafte Attentat zu nahen. Wir sind Markaner, treue Markaner, die freudig bereit sind, mit ihren Leibern ihren theuern König zu decken und mit Gut und Blut und Leben Euer Majestät zu beschützen; wie es aber hat erdacht werden können, die Mordwaffe gegen das Herz zu richten, welches nur zu unserm Wohle schlägt, sie gegen den Gesalbten des Herrn, den König von Gottes Gnaden uns geschenkt, zu erheben, einen solchen höllischen Frevel wissen wir nicht zu fassen! Ein Schrei des Entsetzens und des Abscheues und der Entrüstung durchfuhr daher alle Theile unseres Kreises bei der Nachricht von dem entsetzlichen Attentate, ein Schmerz war allgemein über die Kränkung, die Euer Majestät in Allerhöchstihren heiligsten Gefühlen, in dem Vertrauen zu Allerhöchstihrem Volke erlitten, ein inniges Bedauern, daß nun das schöne, beispiellos bisher bestandene vertrauensvolle Verhältniß zwischen Euer Majestät und uns aufgelös't sein könne, bemächtigte sich Aller Herzen, und eine tiefe Trauer über den Verlust Preußens Stolz und Ruhms, daß seine Könige ihren besten Schutz an ihrem Volke hätten, beugte Alle nieder; aber auch ein Jubelruf über die gnadenvolle wunderbare Errettung Euer Majestät und Ihrer Majestät unserer theuern Königin erscholl durch alle Fluren unseres Landestheils und freudige Dankgebete stiegen zu dem Allwaltenden empor, der Euer Majestät Brust mit Seiner schirmenden Hand deckte! Ueberall rief man nach Anstellung von öffentlichen Dankgebeten, überall versammelte man sich zu Freudenfesten. 294 Fluch und Tod schwur man herab auf den scheußlichen, jeder Gnade unwürdigen Vollbringer dieses gräulichen Verbrechens an der Majestät und an der Nation, aber von Dank und Freude strömten alle Herzen über.—— Die Dankfeste sind gehalten;— die Kirchen waren wie an den höchsten Feiertagen gefüllt; die Freudenfeste sind gefeiert— und Jubelrufe und Jubelgegesänge ertönten überall.—— Und nun bitten wir Euer Majestät von Herzen, das alte Vertrauen fortwalten zu lassen. Wir stehen noch in der alten angestammten Treue, nur noch begeisterter von dem Glücke, einen König zu haben, der nach einem so gräßlichen Mordversuche noch festhält an dem Glauben an seinem Volke, der nicht hinter den Schildern seiner Garden seine Sicherheit sucht, sondern dem Sein Gott Seine feste Burg ist und Sein Volk Sein Schutz bleiben soll und der die erhabenen, rührenden, bis in's Innerste des Herzens dringenden Worte gesprochen: „unbesorgt lege Ich noch Mein Haupt in den Schooß jedes einzelnen Meiner Unterthanen.“ Getröstet und erhoben fühlen wir den Werth dieser Worte, aber auch, daß sie in der erhöhten Liebe, die Alle belebt, sich rechtfertigen. Das Band zwischen Euer Majestät und uns ist nicht zerrissen, nur inniger geknüpft; die stille Liebe ist zu einem Enthusiasmus gesteigert und Jeder möchte ein Wächter Euer Majestät sein; und die alte Treue zu bewahren und die Treuesten der Treuen zu sein, bleibt der Stolz der Markaner. Gott erhalte und schütze ferner Euer Majestät zum Glücke und Segen Euer Majestät getreuen Unterthanen, Gott erhalte und schütze ferner unsere vielgeliebte Landesmutter zu Euer Majestät und zu unserm Glücke!! In tiefster Ehrfurcht ersterben wir als Euer Majestät Allerunterthänigste treugehorsamste Kreisstände des Kreises Bochum. Bochum, im Regierungsbezirke Arnsberg, den 5. August 1844. Gr. v. d. Recke=Volmerstein, Landrath. Gr. Droste=Resselrode. v. Berswordt=Wallrabe. v. Syberg. v. Schell. Schragmüller. v. d. Leithen. v. Forell. Greve. Zahn. Pickert. Kämper. Hollweg. Köllermann. Kalthoff. Koop. Die durch die angeordneten Commissionen am 25. vorigen Monats hier, und am 3. dieses Monats in Lippstadt abgehaltenen Prüfungen der Hufbeschlags=Lehrlinge haben folgende erfreuliche Resultate ergeben: Durch 9 Meister wurden 48 von ihnen ausgebildete Lehrlinge gestellt, und zwar für den Bezirk Münster von 3 Meistern 30, für den Bezirk Lippstadt von 6 Meistern 18 Lehrlinge. Es sind zuerkannt worden: a) Meisterprämien zu 30 Thaler. Für Ausbildung der meisten und geschicktesten Lehrlinge: 295 1) dem Thierarzt und Kurschmied im 11. Husaren=Regimente Mertens hier, 2) dem Schmiedemeister B. Stentrup hier, und 3) dem Kurschmied im 6. Ulanen=Regimente J. Thiemann aus Neuhaus; b) Lehrlings=Prämien zu 15 Thaler und das Fähigkeits=Zeugniß zur Ausübung des Hufbeschlages; 1) dem Schmiedegesellen Heinrich Döbbing aus Telgte, 2)„„. Franz Bünte aus Recklinghausen, 3): Husar im 11. Regimente Wilhelm Dieckmann aus Coesfeld, 4): Schmiedesellen Bernhard Schlüter aus Senden, 5): Artilleristen in der 7. Brigade, Anton Anthe aus Züschen, Kreis Brilon, 6)= Husar im 11. Regimente Hermann Hennecke aus Essentho, Kreis Büren, 7): Ulan im 6. Regimente Kaspar Rinschen aus Fürstenberg, Kreis Büren, 8)„„„„„ Ferd. Hermes aus Warstein, Kreis Arnsberg, 9)„=: Karl Höcker aus Dahle, Kreis Hagen; c) Lehrlings=Prämien von 8 bis 10 Thaler, und das Fähigkeits=Zeugniß zur Ausübung des Hufbeschlages: 10) dem Schmiedegesellen Conrad Schildmacher aus Warendorf, 11)„: Anton Kalthoff aus Beckum, 12)„. Bernhard Kuhlmann aus Füchtorf, 13)„: Heinrich Bußmöller aus Albersloe, 14). Franz Schwenken aus Borken, 15); Husar im 11. Regimente Friedrich Landwehr aus Halle, 16): Artilleristen in der 7. Brigade Gerhard Rütten aus Goch, bei Cleve, 17): Ulan im 6. Regimente Anton Deipenbruck aus Senden. Auch den übrigen, zur Förderung dieser Angelegenheit wirksam gewesenen Meistern, namentlich dem Schmiedemeister Schumacher hier, und dem Kurschmied Pepping in Lippstadt gebührt die Anerkennung ihres zu guten Erwartungen in Vervollkommnung des Beschlages berechtigenden Eifers nicht minder, als den noch nicht 16 Jahre alten Gesellen Theodor Schumacher und Bernhard Bölke von hier, welche in Betracht ihres Alters recht befriedigende Leistungen und einen lobenswerthen Eifer, sich zu tüchtigen Hufschmieden auszubilden, darthaten, eine öffentliche Belohnung. Münster, den 14. Juli 1844. Der Ober=Präsident. Das unterzeichnete Fest=Comité sieht sich veranlaßt, zur Belebung und Verschönerung des in diesem Herbste bei Gelegenheit des Preispflügens und der Vertheilung der landwirthschaftlichen Prämien hier statt findenden landwirthschaftlichen Festes auch die Mitwirkung unserer vaterländischen Liederdichter in Anspruch zu nehmen, und es ist zu dem Ende bestimmt, daß 1) für das beste Lied in hochdeutscher Mundart, so wie 2) für das beste Lied in niederdeutscher märkischer Mundart für jedes eine silberne Medaille als Prämie zuerkannt werden soll. Die Lieder müssen einen auf die Landwirthschaft bezüglichen und dem Feste entsprechenden Gegenstand behandeln, und außer durch ihren poetischen Werth auch durch eine gefällige volksthümliche Melodie sich auszeichnen. Dieselben sind mit einer verschlossenen Adresse, die den Namen des Verfassers enthält und mit demselben Motto, wie das Lied des betreffenden Verfassers zu bezeichnen ist,— bis zum 1. October c. bei uns einzureichen und werden alsdann einem unparteiischen Preisrichteramt vorgelegt werden.— Die beiden prämirten Lieder werden in das Festprogramm mit aufgenommen, und die Verfasser selbst auf dem Feste mit den ausgesetztru Preisen gekrönt. Bochum, am 3. August 1844. Das Fest=Comité des landwirthschaftlichen Vereins des Kreises Bochum. Greve. Schmitz. Kämper. Kämper. Schragmüller. Am 24. Juli d. J. ist auf dem hiesigen Wochenmarkte der Frau Wittwe Cornelius zu Wiemelhausen ½ Scheffel Roggen in einem weißgrauen mit blauen Stoppen versehenen Sacke gestohlen worden. Warnend vor dem Ankauf, fordern wir Jeden auf, die ihm bekannten, zur Ausmittelung der Thäter und Herbeischaffung des gestohlenen Gegenstandes dienenden Thatumstände uns oder der nächsten Polizeibehörde anzuzeigen. Bochum, den 5. August 1844. Königliches Land= und Stadtgericht. Landwirthschaftlicher Verein. Engelsburg, den 19. Juli 1844. Die heutige General=Versammlung des landwirthschaftlichen und Gewerbe=Vereins wurde mit der in der letzten Versammlung beschlossenen Thierschau eröffnet. Es wurden vorgeführt: 1 Stute, dem Stratmannn zu Wiemelhausen, 2„= Meeßmann zu Riemke, 1„= Schmidt zu Sodingen, 1.= e Trösken zu Hiltrop, 1„ Fellermann zu Ueckendorf, 1.= Meeßmann zu Laer, 1 Füllen, dem Kalthoff zu Langendreer, 1.= Lindemann zu Ueckendorf, 1 Kuh, dem Assessor v. Essellen zu Bochum, 1„= Crämer zu Altenbochum, 2.= Rehlinghaus zu Bochum, 2: Strunk zu Gelsenkirchen, 4„ e Schragmüller zu Dahlhausen, 2„ Grimberg zu Stalleicken, 2 Rinder, dem Schragmüller zu Dahlhaufen, 1 Stier, dem Trösken zu Hiltrop, 1„* Bergmann zu Freisenbruch, 1„= Helff zu Sevinghausen, 1„ Schragmüller zu Dahlhausen, 1..: Vieting zu Hamme, 2 Schweine, d. Wiesmann zu Hafkenscheid, 2„= Lenners zu Querenburg, 1„ Nierhoff zu Altenbochum, 1„ Meeßmann zu Laer, 1.= Schmidt zu Sodingen, 1„= von Oven zu Bruch, 2„e Grimberg zu Stalleiken gehörig. Da einige Mitglieder der aus den Herren v. d. Leithen, Meeßmann, Kalthoff, Trösken, v. Oven, Schulte Bockbolt und Herbert bestehenden Commission bei der Thierschau interessirt waren, so wurden zur Ergänzung der austretenden Mitglieder die Herren Strunk und Wulff als stellvertretende Schiedsrichter ernannt. Für die beste Stute wurde die dem Meeßmann zu Riemke zugehörige, braun mit Schnippe, und für die zweitbeste, die dem Fellermann zu Ueckendorf zugehörige, braune ohne Abzeichen, anerkannt. Für das beste Füllen wurde das dem Lindemann im Lohofe zugehörige, schwarz, ohne Abzeichen, und für das zweitbeste das dem Kalthoff zu Langendreer zugehörige, braun, ohne Abzeichen, anerkannt. Für die beste Kuh wurde die dem Grimberg zu Stalleiken zugehörige, roth=bunt mit Blesse, und für die zweitbeste die dem Strunk 297 zu Gelsenkirchen zugehörige, roth=bunt, so wie für das beste Rind das dem Schragmüller zu Dahlhausen zugehörige anerkannt. Für den besten Stier wurde der dem Bergmann zu Freisenbruch zugehörige, roth=bunt mit Blesse, und für den zweitbesten der dem Helff zu Freisenbruch zugehörige, fahl=bunt mit Blesse, und endlich für das beste Mutterschwein, das dem Lenners zu Querenburg zugehörige, schwarz=bunt, und das dem Meesmann zu Laer zugehörige, roth=bunt, für das zweitbeßte anerkannt. Die Besitzer der für die als beste anerkannten Viehstücke erhalten eine Prämie von 5 Thirn., und diejenigen der für die als zweitbesten anerkannten 3 Thlr. und diejenigen Dienstboten, welche die als„beste“, anerkanten Thiere verpflegt resp. vorgeführt haben, eine Prämie von 1 Thlr. und die Wärter des zweitbesten Stücks eine Prämie von 15 Sgr. Der Herr 2c. Schragmüller zu Dahlhausen hatte als Seltenheit ein 9 Wochen altes Kalb vorführen lassen, welches wegen seiner Schwere die allgemeine Bewunderung der Vereinsmitglieder erregte. Man beschloß, der Wärterin dieses Kalbes eine Prämie von 1 Thlr. zu bewilligen. Nach der Abhaltung der Thierschau wurde, so viel es noch die übrige Zeit erlaubte, zur Berathung verschiedener Gegenstände übergegangen. Nachdem von dem Director des Vereins das Protokoll der letzten General Versamm lung vorgelesen war, wurde das in der Sitzung vom 15. April c. beschlossene Probepflügen zur nähern Discussion gezogen. Dieses Probepflügen hatte bei dem heutigen Termine nicht vorgenommen werden können, da ein geeignetes Grundstück nicht zu erhalten war. Durch das Anerbieten des Vereinsmitgliedes Herrn Velten Wolff, ein gelegenes passendes Grundstück zur Disposition des Vereins zu stellen, waren die in dieser Beziehung sich der Ausführung entgegengestellten Schwierigkeiten beseitigt. Der Vorschlag, dieses Probepflügen nunmehr im October vorzunehmen, wurde angenommen und noch bestimmt, daß der Knecht, welcher sich des Pflügens unterziehen wolle, sich Pferde und Pflug mitbringe, um dann das Pflügen zu Saat vorzunehmen. Hierbei wurde noch bemerkt, daß die Mitglieder des Vereins, welche Knechte zum Probepflügen stellen wollen, dieses dem Vereinsdirector zuvor anzuzeigen haben. Von mehreren Seiten wurde bemerkt, daß es zur Förderung des Vereins selbst wesentlich beitragen würde, wenn nur Knechte der Vereinsmitglieder zum Probepflügen zugelassen würden. Der Vorschlag fand allgemein Billigung und wurde außerdem noch von der Versammlung beschlossen, daß künftighin auch nur Prämien an diejenigen Besitzer der Viehstücke ausgetheilt werden sollten, welche Mitglieder des Vereins sind. In Betreff der an das lang und treu gediente Gesinde zu ertheilenden Prämien besteht schon ähnlicher Beschluß. Ebenso würde es auch zur Förderung des Vereins beitragen, wenn die Thierschau mit größerer Festlichkeit begangen. Mit Freuden wurde dieser Vorschlag entgegengenommen. Wenn nun auch bei der heutigen Thierschau eine größere Menge Viehstücke, wie in den vorigen Jahren vorgeführt war, so steht doch zu besorgen, daß durch den obigen Beschluß, Nichtmitglieder des Vereins von der Thierschau auszuschließen, diese selbst nicht mehr so gut ausfallen würde. Es wurde deshalb beschlossen, daß jedes Mitglied, welches Vieh besitze, auf welches Prämien gestellt seien verpflichtet sein solle, wenigstens ein Stück vorführen zu müssen, widrigenfalls in eine an die Vereinskasse zu zahlende Strafe von 1 Thlr. verfolle. Mehrere Mitglieder führten wiederholend über die schlechte Circulation der Vereins=Zeitschriften Beschwerde. Zur Abhülfe derselben machte ein Vereinsmitglied den Vorschlag, daß Jeder ein Verzeichniß führe, in welches er das Datum des Empfanges und des Abgangs der ihm zukommenden Zeitschrift eintrage und dieses Verzeichniß in der jedesmaligen Versammlung zur Einsicht mitbringe oder in die Versammlung etwa an den Herrn Bibliothekar Kämper schicke, woraus sich dann ergäbe, wer sich der unregelmäßigen Circulation schuldig gemacht habe— Die Versammlung nahm den Vorschlag mit dem Beschlusse an, daß derjenige, welcher die Mitbringung resp. Einsendung des Verzeichnisses verabsäume, in eine Strafe von 5 Thlr. verfalle. Das Vereinsmitglied Herr v. d. Leyen theilte unter andern von ihm angestellten Versuchen mit, daß er in diesem Jahre ein Kleestück gegypst, jedoch keinen günstigen Erfolg davon bemerkt habe. Man glaubte, daß die Schuld hiervon der anhaltenden Dürre zugeschrieben werden müsse. Hierbei kam die Dün 298 gung der Ländereien mit Mergel zur Sprache, wobei bemerkt wurde, daß wenn einmal gemergelt würde, dieses zu verschiedenen Zeiten fortgesetzt werden müßte. Mehrere Vereinsmitglieder machten sich erbötig, die weitern Erfahrungen über das Düngen der Ländereien mit Kalk, Mergel 2c. seiner Zeit weiter mitzutheilen. Der Lieut. Schragmüller machte auf die Gewinnung der Federn von den Enten aufmer'e sam und bemerkte, daß er kürzlich 16 habe abfedern lassen und 38 Loth Federn gewonnen habe, deren Güte der der Eiderdaunen an die Seite gestellt werden könnte. Ueberhaupt sei die von der Ente zu gewinnende Feder der von der Gans bei weitem vorzuziehen und deshalb die Entenzucht zu befördern. Der Rendani von Banchet machte noch folgende Mittheilung: Wie bekannt, komme es häufig, daß man aus der Milch mehr Butter erzielen könne. Um dieses zu bewirken, werden die gereinigten Gefäße, ehe die Milch hineingethan wird, mit Buttermilch ausgespült und darauf dann die Milch gegossen. Hierbei bemerkte der Herr Velten, daß, um eine größere Masse Sahne zu erhalten, man unter die Milch ein wenig Buttermilch mischen müsse. Der Vereinsdirector verlas einen Aufsatz über die Zucht der Kälber, welcher zu den Verhandlungen übergeben wurde. Die Motion, bei der nächsten Versammlung im October die Prämie für die best resp. zweitbest befundenen Viehstücke, für das lang und treu gediente Gesinde, fur die besten Pflüger auszuzahlen und hiermit eine Festlichkeit zu verbinden, wurde einstimmig angenommen. Diese Festlichkeit anzuordnen, wurde einer aus den Herren Bürgermeister Greve, Amtmann Kämper zu Wattenscheid, Lieutenant Schragmüller, Rendant von Banchet, Rendant Schmitz und Lehrer Kämper gewählten Commission überlassen. Zur Aufnahme hatten sich gemeldet die Herren: Hauptmann Schragmüller zu Dahlhausen, Verwalter Rodewald zu Overdyck, Kaufmann Eduard Wiesmann zu Hattingen, Vorsteher Kreutzenbeck zu Altendorf, welche einstimmig als Vereinsmitglieder aufgenommen wurden. Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben. Die Flucht des Prinzen Balthasar. (Schluß.) „Wir rückten endlich in friedlichere Länder und ich kam mit dem muselmännischen Kosakenregimente nach der Stadt der Polenkönige, über welche jetzt der Czaar herrscht. Ich vin Junkerofficier und commandire einen Zug von 30 Pferden, bald wäre ich Rottmeister geworden und hätte dann zwei solcher Züge commandirt, da beschlossen es die Lenker unseres Schicksals anders; als im vorigen Jahre, im Monat, da die Blätter gelb werden und fallen, auf der Mokotuwer Heide unweit Warschau ein Manöver gehalten wurde, versammelte ich meine 25 Mann mit ihren 5 Unterofficieren, um sie zu dem Regimente zu führen. Einer der Leute war krank, es war zu spät, dieses zu melden, ich zog daher nur mit 29 Mann dem Orte des Manövers zu. „Schon neigte sich der Tag, als meinem nächsten Vorgesetzten, dem Rottmeister Prüdün Beg, einem Muselmann, der Mangel in meinem Zuge auffiel, er ritt an mich heran und frug:„„Warum hast Du nur 29 Mann bei Dir?""—„„Der dreißigste ist krank.“"— „„Warum hast Du das nicht heute früh gemeldet?“—„„Dazu war nicht mehr Zeit, ich erfuhr es selbst erst beim Ausmarsch!“"—„„Er wird wohl zu viel Schweinefleisch gefressen haben, er ist auch ein Katholik wie Du? nicht wahr? Eure Religion ist eine Hundereligion!““ — Mit diesen Worten, die an mich gerichtet waren, berührte er meine Brust mit seiner verkehrten Hand, ein Zeichen der Verachtung, welches ich nicht zu ertragen vermochte; mein Blut schäumte auf, ich riß meinen Sarras aus der Scheide, und zu schlecht für meine gute Klinge, wollte ich ihn nicht durch einen ritterlichen Tod ehren, sondern ihn wie ein Schwein erschlagen, ich versetzte ihm zwei Hiebe mit dem Säbelgefäß, daß er sogleich vom Pferde stürzte, und dann jagte ich die Klinge durch die Brust seines Rosses, so daß es auf der Stelle verendete.“ „Die Reiter, welche Zeugen von der Beleidigung und von meiner Rache dafür waren, hatten keine Lust, sich mir zu nähern, auch wäre das, da ich einmal im Zorne war, einem Jeden sehr schlecht bekommen. Ich winkte meinem Halbbruder, der in meinem Zuge stand, und meinem getreuen Diener, mir zu folgen, und alsbald ging es davon, der preußischen 900 Gränze zu doch verfehlte ich den Weg, und statt über Plock zu gehen, ging ich über Plonsk und Sochoczin, erst hier meines Irrthums inne werdend und mich nach Sierpe wendend.“ „Rastlos war ich die Nacht hindurch geritten, es haben uns die Kosaken, zweimal wechselnd, verfolgt, zuletzt hatten sie ihre Ordre an ein Piket von muselmännischen Tscherkessen abgegeben und diese waren auf unsrer Spur und erreichten uns in den frühesten Morgenstunden unsern des letztgenannten-Ortes, noch bevor die Morgendämmerung anbrach; schon waren wir nahe an neun Stunden ununterbrochen geritten, meines Rosses Hufe streiften bereits längere Linien auf dem thauigen Grase ab, da rief ich ihm zu:„„„Sakul! Sohn des Ala Petscha und der leichtfüßigen Karamuidan, welche mein Vater selbst in Arabien kaufte, mache Deinem Stammbaume keine Schande.— und mit frischem Muthe schüttelte das edle Thier die Müdigkeit der durchflogenen Nacht von sich, leichter als je hoben sich seine Glieder und es berührte kaum des Grases Spitzen.“ „Die Tscherkessen hatten uns den Weg abgewonnen, frisch waren die Rosse, ein bedeutender Bogen, den wir machten war von ihnen abgeschnitten; sieben Unterofficiere und ein Officier kamen uns nahe genug, um mich anzureden: Einer derselben rief, ich sollte mich ergeben oder er würde schießen.“ „„Schieß zu!““ erwiederte ich,„aber triff gut, sonst hast Du zum letztenmal ein Gewehr geladen.““—„Das Gefecht begann, während wir stets im vollen Carriere blieben. Mein edles Thier bedarf keines Zügels, ich lenke es mit dem Munde, halte also beide Hände frei. Im Augenblick, da der Tscherkesse schoß, warf ich mich unter das Pferd und der Rauch seiner Pistole war noch nicht erkaltet, da stürzte er schon, von meiner Kugel durchbohrt, zu Boden. Im Fliehen lud ich das Gewehr wieder, mein Halbbruder, mein Diener schoß, Mancher wurde getroffen, doch leider auch meine beiden Begleiter, welche todt auf dem Platze blieben und ihr Gepäck und ihre Pferde den Verfolgern zur Beute ließen.“ „Noch waren Viere, die mir nachsetzten und oft dicht an mich heran kamen, doch nach beiden Seiten hielt ich meine Pistolen, schlug bald auf diesen, bald auf jenen an und hinderte sie solchergestalt, mir zuvorzukommen und meinem Pferde die freie Bahn zu verlegen; sie schossen noch immer aus geringer Entfernung, fünf Kugeln gingen dicht an mir vorbei, doch die sechste traf mich in den rechten Schenkel und ich fühlte mein Blut langsam herabrieseln.“ „Nach und nach ermüdeten meine Verfolger und ließen ab, nur der Officier blieb mein treuer Begleiter, bis unsern Rypin ein sumpfiger kleiner Fluß mich seinen Nachstellungen entzog; mein edles arabisches Roß setzte leichten Flugs hinüber, sein Pferd plumpte in den Morast hinein, und während er vergeblich sich abarbeitete, um herauszukommen, flog mein Sakul auf die preußische Gränze zu.“ „Ich hielt einen Reiter, anscheinend einen Wirthschaftsaufseher, an, um ihn nach der Entfernung und nach dem Wege zu fragen, es war noch anderthalb Meilen bis zum preußischen Adler; ich erhielt einen Führer, der mit den Wegen wohl Bescheid wußte. Der Bauer lief eine Zeitlang neben mir her, doch da es unmöglich war, daß er mit meinem Rosse gleichen Schritt hielt und es mir um Eile zu thun war, hieß ich ihn sich auf die Kruppe meines Pferdes setzen; der Bursche fürchtete sich vor mir, der ich geschwärzt von Pulver, geröthet vom eignen Blute war, und wollte nicht, ich hielt ihm jedoch mein Pistol vor den Kopf und so setzte er sich denn auf und es ging besser; in einer halben Stunde sah ich schon die Kosaken, welche jeden Weg besetzt hielten, vor mir auf und abreiten, ich suchte sie zu umgehen, doch sie bemerkten mich und jagten mir mit eingelegten Lanzen nach. Auch hier war ein Bach oder sumpfiger Graben mein Rettungshafen: Sakul, von einem dreißig Meilen langen Ritte noch nicht erschöpft, setzte trotz seiner doppelten Last leicht über den Graben, und während die Kosaken auf und ab ritten, um einen Steg oder einen Uebergangspunkt zu finden, erreichte ich das preußische Städtchen Strasburg.“ „Die Tscherkessen hatten sich wieder gesammelt, waren in Civilkleidern nach Straßburg gekommen und hatten, da sie mich nicht mehr fangen konnten, die Absicht, mich zu ermorden, sie trugen verborgene Waffen. Ein Gensd'arm entdeckte dies und gab dem Landrath, bei welchem ich mich gemeldet, Nachricht davon, weshalb dieser mich in sein Cabinet verschloß, bis die Tscherkessen unter militairischer Begleitung aus der Stadt transportirt waren. Noch nicht zufrieden, erschien am folgenden Tage ein tscherkessischer Officier und reclamirte mich als einen 300 Verbrecher, welcher der Kriegscasse 20,000 Rubel entwendet habe.“ „Die Angabe war zu lächerlich, um nicht gleich als Lüge erkonnt zu werden, Niemand kann 20,000 Rubel Silber, d. h. 600 Pfund, auf einem Pferde fortschaffen; ich schrieb jedoch an den Fürsten Paskewitsch, welcher mir sofort das Zeugniß zukommen ließ, daß überhaupt keine Casse beraubt, und daß ich nur als Deserteur verfolgt sei, daß auch Pferd und Waf fen nicht kaiserlich, sondern mir zugehörig. Der verdammte Prüdün Beg, welcher nicht todigeschlagen, sondern nur betäubt gewesen, ist von dem Fürsten nach dem Kaukasus zurückgeschickt. „Ich blieb nun in der Nähe der Gränze; während des Winters war eine Reise größerer Art nicht zu machen, jetzt aber denke ich über England nach Amerika zu gehen und hoffe, daß die Russen, wenn sie schon die Hälfte zweier Welttheile inne haben, mich doch im dritten unangetastet lassen werden.“ Ich rieth ihm, sein treffliches Roß zu verkaufen, da es ihm auf einer Seereise große Beschwerde machen würde, und äußerte, daß ich glaube, er habe dasselbe deshalb hier auf dem Exercierplatze in all' seiner Herrlichkeit gezeigt. Er nahm einen Blumenstrauß aus einer auf dem Tische stehenden Vase und sagte: „Welcher Gärtner wird seine Blumen abschneiden und in einen finstern Schrank verschließen, damit sie dort verwelken? er zeigt sie Jeder= mann, damit ein Jeder ihre Schönheit empfinde, sich on ihrem Dufte erquicke, und ihre Freude ist sein schönster Lohn; ich auch zeige mein Pferd und freue mich, daß es Euch gefällt, aber verkaufen werde ich meinen Lebensretter nicht, auch nicht, wenn sie mir zehnmol tausend Thaler auf den Tisch legten, wie sie mir schon einmal tausend Thaler boten, auch nicht, wenn sie mir so viel Gold hinschütten wollten, bis ich selber riefe: Halt! es ist genug:— Mein Lebensretter ist mir nicht feil!“ Proclama. Der über das Vermögen des Kohlenhändlers Friedrich Wolff zu Dahlhausen eröffnete Concurs hat durch Vergleich seine Endschaft erreicht, was mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird, daß der verfügte offene Arrest, desgleichen der zur Liquidation der Forderungen auf den 5. September cur. anberaumte Termin aufgehoben ist.— Hattingen, den 5 August 1844. Königliches Land= und Stadtgericht. Schulz. Bremer. Nothwendiger Verkauf. Land= und Stadtgericht Bochum. I. Nachstehende den Erben der Demoiselle Louise Westhoff hieselbst zustehenden Realberechtigungen an der Selheuers Brinksitzerstelle hieselbst, welche bestehen: 1) in einem jährlichen Kanon von 20 Thlr. 25 Sgr., 2) in einer Prästation von 4& Butter, 3) in einer Prästation von 2 Hennen und 2 jungen Hahnen, 4) in Entrichtung von 3 Franken oder nach der Wahl des Verpflichteten in Leistung von 4 Handdiensten, 5) in einem bei jeder Besitzveränderung zu entrichtenden Gewinngeld von 25 Thlr. derl. Court., im Ganzen abgeschätzt zu 592 Thlr. 27 Sgr. 6 Pf., II. die Realberechtigungen der erwähnten Erbinteressenten an dem Ortmanns Kotten zu Barendorf, bestehend: 1) in einer jährlichen Rente von 12 Thlr. 9 Sgr. 4 Pf., 2) in einer Prästation von 6 Hühnern, 3) in einem bei jedem Besitzwechsel zu entrichtenden Gewinngeld von 38 Thlr. 13 Sgr. 4 Pf., im Ganzen veranschlagt zu 361 Thlr. 18 Sgr. 4 Pf., sollen am 21. October d. J., Morgens 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Der Hypothekenschein über die ad I. erwähnten Realprästationen liegt im Büreau III. zur Einsicht offen. Zugleich werden alle unbekannten Realprätendenten aufgeboten, sich bei Vermeidung der Präklusion spatestens im Lizitationstermine zu melden. (Hierzu eine Beilage.) * zu M 32 des hiesigen Kreisblattes. Bochum, den 10. August 1844. Nothwendiger Verkauf. Land= und Stadtgericht Bochum. Der auf dem Grundstück Flur l. Nr. 49 der Steuergemeinde Munscheid angelegte, ungefähr 20 Minuten von der Chaussée von Bochum nach Hattingen enkfernt belegene Weitzsche Steinbruch soll mit dem erwähnten Grundstücke theilungshalber zur nothwendigen Subhastation gezogen werden. Derselbe enthält ein Sandsteinflötz, dessen Material sich nicht allein zu Mauerwerk, sondern größtentheils auch zu Steinhauerarbeiten vorzüglich eignet. Der Werth des Steinbruches ist auf 7788¾ Thaler veranschlagt worden. Der Licitationstermin ist auf den 24. September dieses Jahrs Morgens 11 Uhr an der hiesigen Gerichtsstelle anberaumt. Die Taxationsverhandlung liegt in unserm Büreau III. zur Einsicht vor. Zugleich werden alle unbekannten Realprätendenten aufgefordert, ihre Ansprüche spätestens im Licitationstermine bei Vermeidung der Präklusion anzumelden. Bekanntmachung. Die dritte Repartition der zum Neubau der Schule zu Vormholz erforderlichen Kosten, nach dem frühern Repartitionsfuße aufgestellt, liegt vom 12. dieses Monats ab an auf 8 Tage zur Einsicht, der Betheiligten hier auf dem Rathhause offen. Diejenigen, welche dagegen Einwendungen zu machen haben, müssen solches in der angegebenen Frist thun; weil auf später eingehende im Verwaltungswege keine Rücksicht genommen wird. Blankenstein, den 7. August 1844. Der Amtmann Pickert. Ein in hiesiger Stadt an der Chausseestraße belegenes Wohnhaus von 30 Fuß Länge, 30 Fuß Breite und 12 Fuß Höhe, mit einem Anbau, welcher 13 Fuß lang, 14 Fuß breit und 9 Fuß hoch, von Fachwerk gebaut und mit Pfannen gedeckt, soll am Mittwoch den 14. d. M., Morgens 11 Uhr, in der Behausung des Gastwirths Schmitz hier öffentlich zum Abbruche verkauft werden. Kauflustige wollen sich dazu einfinden. Recklinghausen, am 6. August 1844. Der Justiz=Commissar und Notar von Steldern. Mühlen= Verpachtung. Am Samstag den 17. August laufenden Jahrs, Morgens 10 Uhr, soll die am 1. Mai 1845 pachtlos werdende Mühle beim Gute Hasselt, nicht weit von Westerholt, am Wege von letzterem Orte nach Dorsten gelegen, nebst zwei Morgen Ackerland und einer Kuhweide offentlich im Meistgebote auf 12 mit 6 aufkündbaren Jahren verpachtet werden. Die Mühle ist vor einigen Jahren neu gebaut, und hat, wegen ihrer guten Lage, viel zu mahlen. Pachtlustige wollen sich am oben genannten Tage an der Mühle zu Hasselt einfinden. Dorsten, den 30. Juli 1844. Der Herzoglich Arenberg'sche Domainen=Rentmeister Billmann. Am Sonntag den 28. Juli dieses Jahrs ist auf dem Wege von der Eppendorfer Heide durch das Blomerfeld, längs dem Schenkwirth Kestermann zu dem Schenkwirth Diedrich Kleine bis nach dem Colon Bisping seinem Hofe eine goldene Brustnadel verloren worden. Der redliche Finder wird ersucht, dieselbe an die Expedition dieses Blattes zurück zu geben. 302 Mit Bezug auf§. 11 des Gesellschaftsstatutes haben wir beschlossen, aus dem Ertrag der Chaussee von Witten nach Wetter für die Zeit des ersten Halbjahres nach der Eröffnung(1. December 1843 bis 1. Juni cur.) eine halbjährige Dividende von 1 Prozent des Betrages der gezeichneten Actien auszahlen zu lassen. Die Herren Actionaire, mit Ausnahme der beiden, welche den vollen Betrag ihrer Actien noch nicht berichtigt haben, werden daher ersucht, die vorgedachten Beträge bei dem Wegegeldempfänger Grafenstein zu Witten zu erheben. Witten, den 24. Juli 1844. Der Vorstand der Actiengesellschaft für den Chausseebau von Witten nach Wetter. Vincke. Gr. v.= d. Recke=Volmerstein. Springorum. O. Kamp. A. W. Buchholz. Am Dienstag den 13. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, werde ich in Bruchhausen durch's Meistgebot gegen Credit verkaufen: ungefähr 3 Morgen Landes mit schwerem Hafer an der Emscher, 2 Morgen Landes mit Gerste an der Emscher, 7 Morgen Landes mit Buchweizen und einige Parzellen Gras. Das Ausgebot wird in kleinen Abtheilungen slatthaben. Recklinghausen, den 3. August 1844. Werne. Gras=Verkauf. Am Dienstage den 13. dieses Monats, Nachmittags 2 Uhr, soll das Gras in der Ruthenwiese im Alstedderbruch, unweit Schulte in der Langfort, nummerweise meistbietend verkauft werden. Entfernten Kauflustigen dient hierbei zur Nachricht, daß sich die Wege zu dieser Wiese im guten Stande befinden. Haus Gisenberg, den 3. August 1844. Der Rentmeister Galland. Frucht=Verkauf. Am Dienstage den 13. August, Morgens 9 Uhr, soll auf Schembergs Ländereien in Oestrich eine bedeutende Quantität Sommer= frucht, bestehend in Hafer und Gerste, gegen Credit verkauft werden. Kauflustige wollen sich auf Schembergs Hofe versammeln. Haus Gisenberg, den 3. August 1844. Der Rentmeister Galland. Haferfrucht= und Gras=Verkauf. Frau Wittwe Adam Spennemann gnt. Schulte zu Witten will 10 Scheffelse wohl gerathene Haferfrucht auf ihren Ländereien— Bredde, Westerfeld und Wittensches Bruch genannt und das ergiebige Grasgewächs in ihren Wiesen— Wennenbecke und an der Krone genannt, am Dienstage den 13. dieses Monats, Nachmittags pracile 3 Uhr, mit Bewilligung eines angemessenen Credits öffentlich verkaufen lassen. Kauflustige wollen sich im Hause der Frau Verkäuferin gefälligst vorab einfinden. Querenburg, den 6. August 1844. Der Auctions=Commissar G. Buschmann. Haus= und Garten=Verkauf. Der Theodor Hennigfeld und dessen Sohn Wilhelm Hennigfeld sind willens, das ihnen zugehörige, auf der Beckstraße hierselbst sub Nr. 356 belegene Wohnhaus, so wie einen Garten in der Nähe der Bergstraße und 2 Vöde=Antheile freiwillig meistbietend zu verkaufen und steht hierzu Termin auf den 17. dieses Monats(August), Nachmittags 4 Uhr, an der Behausung des Herrn Cabeisemann hierselbst an, wozu ich zahlungsfähige Kauflustige ergebenst einlade. Bochum, den 1. August 1844. Der Auctions=Commissar H. Kaltheuner. Ich werde die Krautfabrikation, wie bei Lebzeit meines Mannes, jetzt fortsetzen, weshalb ich um geneigten Zuspruch bitte. Wittwe M. Hackert in Bochum. 303 Verkauf zu Bochum. Gegen gleich baare Zahlung sollen am Mittwoch den 11. künftigen Monats, Vormittags 11 Uhr: 1 Beit, mehrere Hausmobilien, 1 Pferdekarré, 1 Pferd, 10 Kühe, 4 Rinder und 8 Schweine im Auctions=Lokale bei der Frau Wittwe Arnold Fiege öffentlich verkauft werden. Bochum, den 6. August 1844. Der gerichtliche Auctions=Commissar Frucht=Verkauf zu Höntrop und Eppendorf. Am Montage den 12. dieses Monats, des Nachmittags, sollen: 1) um 3 Uhr bei Ruhland zu Höntrop und 2) bei Wiesmann genannt Stenner zu Eppendorf deren Feldfrüchte zu ½, bestehend in Roggen, Hafer und Kartoffeln, gegen gleich baare Zahlung öffentlich verkauft werden, wozu sich Kauflustige an Ort und Stelle einfinden wollen. Bochum, den 8. August 1844. Der gerichtliche Auctions=Commissar Parpat. Der Herr Dr. Mettegang zu Berlin ist willens, sein Ackerstück in der Fahrendelle, Flur VIII. Nr. 120 der Mutterrolle, zur Größe von 1 Morgen 67 Ruthen 50 Fuß, im Meistgebot verkaufen zu lassen. Hierzu steht ein Termin am Dienstag den 13. d. M., Nachmittags 4 Uhr, an der Behausung der Frau Wittwe Dahm hierselbst an. Lusthabende wollen sich gefälligst einfinden. Bochum, den 2. August 1844. Der Auctions=Commissar Weischer. Bekanntmachung. Am 14. August, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wolfs Wiese, welche bei Eickel und Nosthausen, so wie nahe am Gahlenschen Kohlenwege gelegen ist circa 30 Scheffelse Gras freiwillig gegen Credit verkauft werden. Kauflustige wollen sich gef. zur bestimmten Zeit einfinden. Bochum, den 5. August 1844. Der Auctions=Commissar H. Kaltheuner. Mobilien:, Land= und Frucht=Verkauf. Folgende mir entbehrlich gewordene Gegenstände bin ich willens gegen Credit öffentlich zu verkaufen, nämlich: 1) am Sonnabend den 17. dieses Monats, des Nachmittags 4 Uhr, an meiner Behausung: 1 vierspännigen Wagen mit 4 Zoll breiten Rädern, eine dreispännige Karre, ebenfalls mit 4 Zoll breiten Rädern, so wie verschiedene Pferdegeschirre und mehrere schwere Bandund Zugketten 2c. und 2) am Donnerstag den 24. dieses Monats, des Nachmittags 3 Uhr: das mir zugehörige, in der Baukauer Mark gelegene Grundstück, circa 4 Morgen groß, nebst der darauf stehenden Haferfrucht. Zahlungsfähige Kauflustige lade ich hierdurch ergebenst ein, sich zu den bestimmten Terminen an meiner Behausung und auf dem Grundstücke in der Baukauer Mark einzufinden. Weitmar, den 8. August 1844. Friedrich Lomberg. Der Bergmann Wilhelm Kestermann zu Wiemelhausen will mehrere ihm überflüssig gewordene Gegenstände, als: eine Kuh, einen Glasschrank, Tische, Stühle, eine Hechselbank, eine Hausuhr, ein Scheffelse mit Kartoffeln, Gerstenfrüchte und Dünger, am Dienstage den 13. August, Nachmittags 4 Uhr, verkaufen lassen. Käufer wollen sich in seiner Wohnung in dem Hause des Herrn Östermann gefälligst einfinden. Bochum, den 6. August 1844. Der Auctions=Commissar Siepmann. Der Bergmann Georg Portmann will seinen sogenannten Dertmanns=Kotten in Stiepel, bestehend in einem sehr guten Wohnhause, Baumhofe, Garten und Ackerland, 10 Scheffelse groß, nebst aufstehender Roggenfrucht am Samstage den 17. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, an Ort und Stelle freiwillig für das Meistgebot verkaufen lassen. Bochum, den 8. August 1844. Der Auctions=Commissar Siepmann. 304— Bekanntmachung. Mein hinter dem Garten des Gastwirths Herrn Velten genannt Wolff liegendes, zu Gärten geeignetes circa 6 Morgen großes Ackerland will ich Donnerstag den 18. dieses Monats, Nachmittags 4 Uhr, in der Wohnung des Wirths Herrn Hasselkuß in Abtheilungen von 20, 30, 40, 50 2c. Ruthen zur Verpachtung auf mehrere Jahre aussetzen, wozu zahlungsfähige Pächter eingeladen werden. Bochum, den 8. August 1844. Der Rendant Cremer. Anzeige. Am Sonntag den 11. Augult wird das vierte Sommer=Conzert an der Engelsburg stattfinden, wozu die Herren Abonnenten eingeladen werden. Einheimische, welche sich nicht abonnirt haben, können nicht zugelassen werden; Fremde zahlen 10 Sgr. Entrée und sind die Damen frei.— Der Anfang beginnt präcise um 3 Uhr Nachmittags mit Militair=Musik und dauert dann der Ball von 6 bis 11 Uhr. Bochum, den 2. August 1844. Das Märkische Berghautboisten=Corps. Gras=Verkauf. Am 15. August d. J., Vormittags 10 Uhr, werde ich in meinen Wiesen 50 Scheffelse sehr gutes Grasgewächs abtheilungsweise gegen ausgedehnten Credit öffentlich meistbietend verkaufen. Kauflustige wollen sich zur gedachten Zeit auf meinem Hofe versammeln. Bickern, den 31. Juli 1844. Johann Wilhelm. Haus=Verkauf. Unterzeichneter ist willens, ein ihm überflüssig gewordenes altes Wohnhaus von starkem gesunden Eichenholz, an welchem die Pföste 16 Fuß lang, 9 Balken von 40 Fuß lang und 1 Fuß dick, 12 Gebund gerade geschnittene Sparren von 32 Fuß lang 2c., zum Abbruch zu verkaufen. Hierzu steht in loco ein Termin auf Samstag den 17. dieses Monats, Nachmittags 2 Uhr an, wozu Kauflustige eingeladen werden. Behringhausen bei Castrop, den 17. August 1844.— Koopshof. Ich bin willens von meinem auf dem Hellwege belegenen Hause eine aus 3 in der zweiten Etage befindlichen Zimmern nebst Keller und Stallung bestehende Wohnung an eine stille Familie zu vermiethen. Dieselbe kann am 1. November d. J. bezogen werden. Bochum, den 8. August 1844. Bergmann von Oepen. So eben erhielt ich direct aus Holland ganz frische Häringe, Traubenrosinen und frische Feigen. Witten. Leopold de Leuw. Am Donnerstag den 15. August, als am Tage der hiesigen Kirchmeß, werde ich in meinem Zelte Harmonie und Ball veranstalten, wozu ich Freunde und Gönner ergebenst einlade.— Weitmar, den 7. August 1844. Kestermann. Frische holländische Häringe per Stück 1 Sgr. 10 Pf. sind zu haben bei Carl Ein Jüngling, welcher das Schmiedehandwerk erlernen will, findet gleich eine Stelle. Wo? sagt die Expedition dieses Blatts. Des schlechten Wetters wegen wird erst am Sonntag den 11. d. M. die bewußte schöne Tafeluhr ausgeschossen. Schießliebhabern dieses zur Nachricht. Wirth Anholt zu Marmelshagen. Hattingen, am 6. Weizen... 2 Thlr. Roggen... 1„ Gerste.. 1„ Hafer.... 1„ Erbsen... 1„ Buchweizen. 1 Weizen Roggen Gerste Hafer Weizen Roggen Bochum, am 7. .. 2 Thlr ..!„ 1„ .. 1„ Witten, am 8. .. 2 Thlr. .. 1„ August 1844. 15 Sgr. 25„ 15„ 5„ 28„ 28„ August 1844. 14 Sgr. 22„ 16„ 3„ August 1844. 9 Sgr. 24 Gedruckt und verlegt von W. Stumpf.