Erscheinen Mittwoch und Sonnabend. Preis vierteljährlich 9 Sgr. Anzeigen per Petitzeile 1 Sgr. Briefe werden franco erbeten. 99. Hattingen, Mittwoch den 18. Dezember 1830 Einindung Jum Abonnement. Das nun bald abgelaufene letzte Quartal dieses Jahres veranlaßt uns zu der freundlichen Bitte an das geehrte Publikum, auch im kommenden Jahre den„Märkischen Blättern“ Ihre Theilnahme zu bewahren. Für die uns in diesem Jahre gewordene größere Abonnentenzahl glauben wir nicht besser unsern Dank aussprechen zu können, als wenn wir die Spalten unsers Blattes(ohne Preiserhöhung) vergrößern, womit an vorliegender Nro bereits der Anfang gemacht ist. Außerdem wird es unsere unausgesetzte Mühe sein, aus allen Gebieten das Schönste und Nützlichste, von dem Neuen das Neueste unsern geehrten Lesern vorzuführen.„ Den bisherigen Abonnenten werden wir die Märkischen Blätter, ohne weitere Bestellung ferner zusenden Neue Bestellungen beliebe man bald zu machen. Der Preis des Blattes ist wie früher vierteljährlich 9 Sgr. durch die Post bezogen 11½ Sgr. Inserate, welche nach allen Seiten eine große Verbreitung finden, werden die gespaltene Zeile mit 1 Sar berechnet. Die Redaction. 411-Cheater. Deutschland. Karlsruhe, 10. Dezbr. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer wurde ohne Diskussion folgender Gesetzentwurf einstimmig angenommen: Art. 1. Diejenigen Unteroffiziere und Soldaten der Königlichen preußischen und anderen Bundestruppen, welche im Jahre 1949 bei der Niederkämpfung des Aufstandes im Großherzogthum durch Verwundung in Gefechten verstümmelt, oder ohne ein Glied zu verlieren, gänzlich erwerbsunfähig(ganz Invalide ersten Grades) geworden sind, erhalten lebenslänglich einen Unterstützungsbeitrag zu den von ihren Regierungen bewilligten Pensionen. Art. 2. Der Unterstützungsbeitrag wird für diejenigen Unteroffiziere und Soldaten=welche ein Glied(einen Fuß oder einen Arm) verloren haben, auf jährliche einhundert Gulden, und für diejenigen, welche, ohne ein Glied zu verlieren, durch Verwundung gänzlich erwerbeunfähig geworden sind, auf jährlich 50 Gulden bestimmt. Art. 3. Sämmtliche Unterstutzungsbeiträge beginnen mit dem 1. Jannar 1851 und werden auf den Grund der von den betreffenden Regierungen aufgestellten und bereits vorliegenden Listen ausbezahlt. Art. 4. Unser Kriegsministerium ist mit dem Vollzuge heauftragt. Die Kammer hätte trotz der traurigen Finanzlage des Landes gern höhere Unterstützungsbeiträge bewilligt, allein die Regierungs=Commissaire hatten der Commission die Aufklärung ertheilt, daß es sich nur um eine Zulage zu den Unterstützungen handle, welche die betreffenden Unteroffiziere und Soldaten der betreffenden Bundesstaaten schon aus der Staaskasse des eigenen Landes erhalten.(Conß..) Von der Riederelbe, 12. Dee. Der Chef des schleswig-holsteinischen Finanzdepartements, Herr Francke, erwähnte in diesen Tagen in der Landesversammlung, daß SchleswigHolstein seit dem Beginn seiner Erhebung(März 1848) also in nicht ganz 3 Jahren, 52 Millionen Mark aufgebracht habe, die 5 Mill. in Umlauf befindlichen Kassenscheine ungerechnet. Und diese ungeheuren Geldopfer, die übrigens für den Reichthum der Herzogthümer und zumal Holsteins ein um so günstigeres Zeugniß geben, da das Herzogthum Schleswig den ganzen Aprilmonat 1848 nichts, unter dem Regiment der Landesverwaltung vom August 1849 bis zum Juli 1850 nur bald zur größeren dald zur kleineren Hälfte eiwas beitrug und seit der Schlacht bei Idstedt, wieder sast gar nichts beigetragen hat, — diese ungehirren Geldopfer wären umsonst gebracht, das Blut von mehreren Tausenden schleswig=holsteinischen und anderen deutschen Jünglingen und Männern umsonst geflossen, andere Tausende umsonst zu Krüppeln, Hunderte von Eltern kinderlos, Tausende von Kindern Waisen geworden, Viele ihrer Stützen, Ernährer und Versorger umsonst beraubt, wenn Schleswig=Holstein wieder den Dänen überliefert werden sollte, wies es die europäischen und unter ihnen auch die beiden deutschen Großmächte beabüchtigen. Aber haben Preußen und Oesterreich auch nur schon daran gedacht, wem das eben so kostbare als wichtige Material der schleswig=holsteinischen Armee, ein Material, das selbst für ein doppelt so großes Heer ausreichen würde, zufallen soll, wenn olstein„pacificirt“ worden wäre? Soll vielleicht den Dänen auch dieses, ebeuso wie das Land, zuerkannt werden? Und wird nicht, im Falle die Pacification durchgeführt wäre, der Streit, ob Rendsburg zu Holstein oder zu Schleswig gehört, auf diplomatischem Wege wieder entbrennen? Gewiß würde Dänemark die Festung Rendsburg eben so ungern in österr.= preuß., als in schleswig=holsteinischen Händen sehen. Darum sprechen wir es wiederholt aus, daß ein friedlicher Austrag des Streites, zumal durch eine sogenante Pacification, auf Erecutionswege, noch sehr weit entfernt ist. In dieser Ansicht werden wir besonders dadurch bestärkt, daß unsere früher geäußerte Meinung über das Motiv des Wechsels im Oberkommando der schlesw.=holst. Armee(Willisens Zandern und v. d. Horsts Geneigtheit zur Ergreifung der Offensive) durch sehr gut unterrichtete Männer vollkommen bestätigt wird.(Ws.=.) Kassel, 11. Dec. Der Kurfürst wird, dem Vernehmen nach, vorläusig nicht hierher zurückkehren, vielmehr den Sitz der Regierung nach Fulda verlegen. Das Hauptquartier der sich zurückziehenden preußischen Truppen kommt bis auf Weiteres nach Hofgeismar zu liegen, und und das Commando des 7. Armee=Corps ist in Folge des Rücktritts des Generals von der Gröben dem General von Tiezen übertragen,„#(-.) Frankfurt, 13. Der. Die Mittelstaaten finden ihren Fortbestand dergestalt durch den Inhalt der ihnen bekannt gewordenen geheimen Stipulationen von Olmütz gefährdet, daß ein förmliches Schutz= und Trutzbündniß unter ihnen aufgerichtet wird, mit welchem sie den Dresdener Conferrnzen vollende vereitelnd entgegen zu Streten gedenken. Sie werden den Bundestag unter allen Umständen conserviren und jede Einstellung seiner Thätigkeit verweigern, selbst nachdem Oesterreich, erklärt haben soll, daß die Verhandlungen in Dresden bis spätestens zum Ablauf des Januar geschlossen sein müßten. Das Mißtrauen gegen Oesterreich ist im Eschenheimergassen=Club auf's Höchste gestiegen, wozu auch der Umstand beiträgt, daß jetzt verlautet, die haierische Garnison solle in Gemäßheit der geheimen Uebereinkunft zwischen Preußen und Oesterreich gänzlich aus Frankfurt zuückgezogen werden. So viel leuchtet hier den Bestunterrichteten ein, daß eine neue Phase der allgemeinen Verwirrung begonnen hat, für die wahrscheinlich alle Resultate von Olmütz nicht mehr mitzählen dürften.(K..) Dresden, 11. Dec. Die große Revue(über 17,000 Mann) ist heute Mittags, von dem herrlichsten Wetter begünstigt, abgehalten worden.— Von den„freien Conferenzen, hört man noch wenig, obwohl die Mitte des December näher rückt, doch werden wenigstens die ersten Vorbereitungen gemacht. Die Diptomaten Oestreichs, Preußens und der übrigen deutschen Staaten werden nämlich in dem vormaligen Brühl'schen, jetzt nach der Beilage 1 zum§ 20 der Verfassungs=Urkunde dem Königlichen Haus=Fideikomms zugehörigen Palais ihre Sitzungen halten, und es sind daher dem Vernehmen nach bereits die nöthigen Einrichtungen angeordnet.(D. A..) Oesterreich. Wien, 10. Dec. Auf Besehl Sr. Majestät und in Folge einer mit der Königlichen preußischen Regierung getroffenen Vereinbarung wird die Armee reducirt. Demnach werden die Landwehr und die 4. Bataillone auf ihren früheren Stand gesetzt. Die 2. Grenzbataillons werden den Rückmarsch in die Heimat antreten. Die Rekrutirung wird jedoch fortgesetzt, da dieselbe ohnedies im nächfolgenden Frühjahre stattzufinden hätte. (Bresl..) Wien, 10. Dec. Unser Cabinet läßt mit Argusangen überall nach Sendlingen der demokratischen Propaganda spähen und vergißt es andererseits, einer Art Missionäre auf die Fiuger zu sehen, die, wenn nicht mehr, so doch wenigstens ebenso gefährlich dem spezifisch=östreichischen Interene sind. Nach Mittheilungen, die uns aus guter Quelle zukommen, wird Ungarn fortwährend von russischen Agenten durchstrichen, die im Volke „Sympathien für den Czaren zu wecken suchen. Wirklich soll es auch jetzt bereits so weit gekommen sein, daß der magyarische Bauer vielsach davon spricht, der Czar lasse ihnen sasen, er wolle ihnen ihre Verfassung wieder zurückgeben, wenn e unter seine Regierung kämen, und wolle diese so treulich bewahren, wie jene der Liep= und Kurländer, die von ihren Rechten und Freiheiten nichts verloren hätten, seitdem sie unter moskowitischen Seepter gekommen. Diese liev= und kurländische Verfassung wird dann dein Zuhörer ausgemalt mit alten ihren natürlich der magyarischen auf das Genaueste ähnelnden Satzungen und sodann der Schluß daraus gezogen.(=.) — Am legitimistlschen Hoflager in Frohsdorf soll eine erregte freudige Stimmung herrschen. Man hofft dort nämlich suichts Geringeres, als daß das über Deutschland lagernde Gewitter, ras sich nicht verziehen werde, nach einer ganz anderen Seite, und zwar gegen Frankreich und zu Gunsten Heinrich IV. sich entladen werbe. Als gewissenhafter Berichterstatter will ich dies, auf Grund von Aeußerungen, die im Beurbonenerik zu Frohsdorf gefallen sind, nicht unerwähnt lassen.(Ruhr=.) Wien, 11. Dee. Die Reducirung der östreichischen Armee ist„jetzt augeordnet und bereits theilwer ausgeführt,(Ruhr=.) München, 10. Dee. Die Zeitungen zagen,„der Landtag werde auf den 3. Jauuar 1851 einberufen werden. Wer die Verhöttnisse genauer kenut, zweifelt daran schon deshalb, weil dis Fahln die Dresdener Conferenzen sicherlich nicht„beendigt sind. Hier in den bedingenden Regionen ist 4s fester Eutschluß erst mit peren„vollendeten Thasachen“, den Landtag zu gm„Nitz#ume## geg mmmch u# 8..) #.######üchen, 10.##er Ausmarsch einen Reserpe=Patterir und eungs Feld. Laborntoriums, der heute und wergen hätte stättfinden sollen, wurde emngestellt und dürfte ganz unterbleiben, da eine theilweise Reduzirung dei ganzen Armee in naher Aussicht steht.(Ruhr=.) Frantreich. Straßburg, 11. Dee. Das Provisorium, in welchem sich die politischen Angelegenheiten Deutschlands und Frankreichs befinden, ist ein Waffenstillstand, der wenig Vertrauen für die Zukuuft einstößt. Wir bernehmen von allen Seiten friedliche Versicherungen, und dennoch will Niemand an ein Besserwerden glauben. Frankreich hat sich als parteilos gegenüber den deutschen Wirren erklärt und begleitet diese Behauptung mit einer Verstärkung seiner Militairmacht; Deutschland hat schen längst die Erklärung abgegeben, es werde sich nicht in die Augelegenheiten der franzönschen Republik mischen, und dennoch sind die Augen der deutichen Diplomatie mit Mißtrauen auf uns gerichtet, und der Gedanke an einen möglichen heiligen Krieg gegen die Wiege der Revolutionen ist nicht aus den Kabinetten geschwunden. Wir nähern uns mehr und mehr der verhängmißvollen Schluß=Epoche des Marrast'schen Verfassungslebens. Diesseits wie jenseis des Rheines sind die Armeen gerüstet, die Gemüther aufgeregt, die Diplomatie in Rathlosigkeit versunken, die Presse unzufrieden und das Vertrauen der Handelswelt gelähmt. Werden die Dresdener Conferenzen das Räthsel der Sphinr gtücklich lösen? Frankreich will nicht daran glauben. Unsere Gränz=Besatzungen erhalten einen beträchtlichen Zuwachs. Mehrere Regimenter treffen in den nächsten Tagen bei uns eln, und das Kontingent der 40,000 Mann tritt übermorgen seinen Marsch au. Das französische Kabinet behauptet, freilich, es würde bei uns kein besonderes Beobachtungs=Korps gebildet; allein was sind die verstärkten Gränz=Garnisonen Anderes, als ein beobachtender Truppenkörper, welcher auf das lauscht was in Deutschland beschlossen wird? Seitdem sich Preußen mit Oesterreich vorläufig verständigt hat, gewinnt bei uns die Ansicht die Oberhand, daß den Verfassungen in Deutschland ein Kampf bevorsteht, der mit Hälfe der Bayonette zu Ungunsten der ersteren ausfallen dürfte. Man befürchtet die Aufstellung absolunstischer Geundsätze, die am Ende auch gegen das demokratische Ausland zu Felde gehen werden. Darum auch die stets sich mehrende Besorgniß, daß das Ende all der unerquinlichen Zustände kein anderes sein werde als ein großer Continental Krieg. Daß man in Paris an die Möglichkeit eines solchen glaubt, unterliegt keinem Zweifel. Man ist dort auf alle Eventualitäten gefaßt und trifft daher auch im Heere alle vorbereiteten Anstalten für ein derartiges Vorkommnß. Gestalten sich in Deutschland die Verhältnisse zu einem wirklichen und nicht scheinbaren Fricden, so daß dort die Entwaffnung auf eine Weise erfolgt welche keine Kriegsbesorgnisse mehr zuläßt, dunn wird nach Aeußerungen wehlunterrichteter Personen auch im französischen Heere eine Reducton von 100,000 Mann erfolgen. Für eine solche Maßregel sind in diesem Augenblicke wenig Aussichten vorhanden. Ds ist vielmehr gewiß, daß, salls sich die politischen Zustände Europa's nicht bald bessern, ein neues Contingegt von 80,000 Mann unter die Fahnen gerüfen wird.(K..) Gemischtes. Das„Jutelligenzblatt für Litthauen“, enthält Folgendes. als „Eingesandt": Schmalgniken, 22. Nov. Vor einigen Wochen arschien im Comptoir eines hiesigen Handlungshauses ein Mann von enwva 30 Jahren und dat um eine kleine Unterstützung zur Reise nach Ragnit. Sein Auftreten war höchst bescheiden und einnebmend, seine Kleidung dagegen iu einem jämmerlichen Zustande.— Auf Befragen woher er komme, erzählte er häufig vou Thränen unterbrochen, die das tiefste Gesühl hervorzurufen schienen, Folgendes:„Memn Name ist Endruscheit, ich bin aus Naguit zu Hause, selbst in die Schule gegangen und von Herrn Pfarren, Jordan coufirmrt. Vor 43 Jahren war ich Matrose bei dem Schiffer Johann„Urban,„Wir hatten eine Ladung Weizen an Herrn August Bluhm in Memel abgeliefert und Fugen donn wieder, Nlach Rußlaud um ddort auf's Neut befrachtet zu werden. Ven da kehrte nich jedoch nicht wieder zurück, der Schiffer Urbau verkaufte mich in Kowno, wie ich später ersuhr; gegen 800 Silberrubel, um in Stelle des militairpflichtigen Grafen Ronnecker dem russischen Heere als Soldat einverleibt zu werden. Ich hatte einen schwächlichen Körper und war noch sehr jung. Dieses wurde russischerseits berücksichtigt und statt mich gleich unter die Soldaten zu stecken schickte man mich nach der Arzneischule zu Dorpat. Dort war ich vier Jahre und lernte in dieser Zeit russisch und polnisch schreiben und sprechen, nächstdem die Wundarzneikunde. Nach Verlauf dieser 4 Jahre wurde ich zum Regimente nach Wilna als Unterchirurgus geschickt und von da ging ich mit diesem Regiment nach Moskau. Ueber schlechte Behandlung konnte ich zwar nicht klagen, doch das geringe Gehalt von zwei einen halben Silberrubel jährlich deckte nicht meine Ausgaben und ich führte in dieser Beziehung ein elendes Leben. Dazu gesellte sich die Sehnsucht nach der Heimath und der Gedanke, daß ich Sclave sei; ich vermochte es daher nicht mehr, länger auszuhalten und — entfloh. Glücklich langte ich nach unsäglichen Gefahren und Entbehrungen aller Art bis zu einem Dorfe dicht bei Tauroggen an, hier aber wurde ich von Bauern ausgegriffen und nach Georgenburg gebracht.: Sechs Monat lag ich da in Klötzen. Herr Assessor Wilkin(jetzt Director in Tauroggen) führte meine Angelegenyeit, aber trotz aller meiner Betheuerungen, daß ich ein Preuße sei, daß man mich verkauft, mich gewaltsam meiner Freiheit beraubt habe,— wurde ich zu 500 Spießruthen verurtheilt und nach Wilna geschickt. Innerhalb eines Jahres erhielt ich dort jene 500 Hiebe. Nach den ersten 150 kam ich kam ich ins Lazareth, war nach 3 Monaten wieder hergestellt und erhielt dann 200, worauf ich wieder ins Lazareth gebracht werden mußte, denn mein schwacher Körper hiett nicht mehr aus. Der Rest von 150 Hieben wurde mir nach abermaliger Heilung des. bis auf die Haut zerfleischten Rückens gegeben. Auch hiernach wieder hergestellt, ging ich zu meinem Regimente nach Moskau ab. Von dort marschirten wir nach Tobolsk, blieben dort au paar Jahre und marschirten dann nach der persischen Grenze, wo wir in Orenburg zu stehen kamen. Hier war es worich zum zweiten Male den Enischluß faßte, zu entlaufen und ihn auch ausführte, leider aber bei Moskau wieder eingefangen wurde. Mir wurde jetzt eine Strafe von 1000 Spießruthen mit einem Male zu empfangen zuerkannt. Niemals würde ich eine solche Zahl von Hieben ertragen haben und man hätte zuletzt gewiß schon auf meinen todten Körper geschlagen, wenn nicht ein glücklicher Umstand mich von jenem qualvollen Tode gerettet haben würde. Der Major, der beim Vollziehen der Erecution zugegin, feln sollte, war nämlich ein Deutscher und ein menschenfreundlicher Mann. Sämmtliche Hiebe fielen daher nicht auf meinen Rücken gerade herauf, sendern gleiteten vielmehr an demselben immer herab und weungleich ich trotz dieser Nachsicht und Menschlichkeit, doch in Folge der vielen Hiebe blutend und zerfleischt, nach dem Lazarcth kanis#so war doch mein Leben gerettet. Nach meiner Herstellung war mein Regiment nach Jasi, in der Moldau gegangen und diesem zufolge kam ich auch dorthin. Im vergangenen Jahre machte ich den Felozug gegen die Ungarn mit und wurde in der Schlacht am Rothen=Paß verwundet. Wir waren dert von den Ungarn umzingelt, die Kugeln fielen hageldicht auf ans, und als der Oberarzt, an dessen Seite ich war, kodt niedersank, warf ich mich auf ein Pferd und rettete mich so aus dem mörderischen Kugelregen, wobei ich aber zu gleicher Zeiz brei Kugeln in die linke Wade erhielt. (Es waren kit seiner Wade tiefe Schuß= und Schnittwunden sichtbar.) Nach Beendigung des Krieges zogen wix nordwärts und ich kam nach Kowno zu stehen. Vor 2 Tagen schickte man mich nach Slobodda, einem Dorf am diesseitigen(rechten) Memelufer belegen, um Fuhren zur Fortschaffung der Kranken zu besorgen. Von hier entfloh ich zum dritten Mal und gelangte glücklich zur Szweutie„leinem Flüßchen, welches die„Grenze zwischen Preußen und Rußlayd öbildst und dei Schmalankeu in die Memel ausmündet.) Hier aber wäre ich beinahe wieder eingefangen worden, denn als ich die Anböhe erstieg, die zu jenem Flüßchen hinabführt, fand ich unten zwei russische Gränzwächter sitzen. Schnell kehrte ich nach dem Walde zurück un lag hier einon halben Tag und eine Nacht. Des andern Morz gens, noch ehe der Tag angebrochen war, erhob ich mich und versuchte auf's Neue hinüberzukommen. Ich gelangte bis zun Flüßchen und sprang in dasselbe hinein; da aber verließen mich meine Kräfte, denn das Gefühl nach jahrelangen Leiden und Drangsalen wieder den Boden meines geliebten Vaterlandes zu betreten übermannte mich und ich sank im Flüßchen halb besinnungslos nieder. Zwet preußische Bauernkinder die beim Viehhüten mich wahrscheinlich gesehen, kamen aber wie rettende Engel und zogen mich heraus. Bald erholte ich mich und mit preußischen Gränzbeamten, die von der Patrouille heimkehrten, langte ich glücklich hier an.“ Dies ist seine eigene Erzählung, dier ungeschmückt wiedergegeben und die gewiß jeder, der ein warmes Gefühl für die Leiden seiner Nebenmenschen im Busen trägt, mit Interesse und inniger Theilnahme lesen wird, die darum auch verdient der Offfentlichkeit übergeben und weiter verbreitet zu werden. (Lenneper Kreisblatt.) Neueste Nachrichten. Berlin, den 14. Dee. Die Einladungsschreiben zu den dresdener Conferenzen, gemeinschaftlich von Preußen und Oester= reich ausgehend sind heute abgegangen. Die beiden Regierungen haben demnach auf den wie wir vernehmen, zu Frankfurt, von dem sogen. Bundestag eingelegten Protest keine Rücksicht genommen, die Conferenzen sollen am 23. d. M. beginnen; folglich können schon zwei Tage darauf bei Gelegenheit des Weihnachtssestes die ersten Ferien anheben, worin der frühere Bundestag vorzugsweise stark war.(Elberf..) Breslau, den 11. Dec. Gestern traten sämmtliche hier in Garnison liegende Truppenkörper zusammen, um die Vorlesung der„Kriegs=Artike!“ anzuhören. Einem Theile der oberschlesischen Regimenter wurden dieselben in polnischer Sprache vorgetragen. Die Commandirenden der einzelnen Corps erklärten, daß nunmehr die volle Geltung der Kriegsgesetze für das preusische Heer eingetreten sei. Vom heutigen Tage ab beziehen die Mannschaften bereits die gesetzliche Kriegszulage. Br. Z. Rendsburg, 13. Dec. Gestern gelang es einem Unteroffizier der Unsrigen, als Bauer verkleidet, einen in der Gegend von Cropp als Vorposten stehenden dänischen Husaren so plötzlich auf den Leib zu rücken, daß dieser nicht Zeit bekam sich zu besinnen, sondern sich dem ihm ein Pistel vorhaltenden Unteroffizier als Gefangener ergeben mußte. Nebst 2 dänischen Ueberläufern ward er gestern Nachmittag hier eingebracht.— In den nächsten Tagen sind bei unserer Armee dem Vernehmen nach gegen 100 Offizierernennungen zu erwarten, und zwar aus den untern Chargen."(Elb..4 Frankfurt, 14. Dec. Für Herrn von Manteuffel hat sich die neue Verdrießlichkeit zugetragen, daß Generallieutenant v. Peucker bei näherer Prüfung des ihm fur Kurhessen ertheilten Commissoriums auf höhere Rücksichten stößt, die ihm eine Annahme solcher Anfträge unmöglich machen. Herr von Peucker hat die rablehnende Erklärung bereits nach Berlin abgesandt, weßhalb denn. Feldmarschall=Lieutenant Graf Leiningen heate Morgens allein nach Kassel abgereisst ist. Die Natur des Commissoriums; wir glauben daher annehmen zu dürsen, daß sich kein einziger preußischer Staatsdiener, der selbst einen Verfassungs=Eid geleistet, herbeilassen wird im Manteuffel=Hassenpflug'schen Sinne, gegen die kurhessischen Landesrechte Gewalt zu üben. 1217274 Frankfurt, 14. Dec. Ueber den Termin der Abreise des Kurfürsten nach Kassel ist noch nichts Bestimmtes bekannt, doch sollen die Garde, das Jäger=Bataillon und das Regiment „Kurfürst Husaren“ alsbald nach Kassel aufbrechen. Das in und um Hanau eingerückte, hierher bestimmte Iösterr. Jägerbataillon soll eine achttägige Rast daselbst nehmen. Zusammentreffend mit den Schlägen, die hier gegen die Demokratie ber gounen haben, lassen zumlaufende Herüchte bald Garibaldi(mit bedeutenden Wechseln!) dald Mazzini in unserer Stadt verweilen!—..(Deutsche Z1g.) vereiteli destag seiner haben zum A trauen Höchste verlaut men i aus 8 Bestun wirrn# von Bekanntmachungen. Man stigt, hört rückt, Die schen jetzt dem Sitz 1618 Wie und wo man für 8 Thlr. Preußisch Courant in Besitz einer baaren Summe von ungefähr 200.000 Chlr. gelangen kann, darüber ertheilt das unterzeichnete Commissions=Büreau unentgeldlich nähere Auskunft. Das Büreau wird auf desfallsige, bis spätestens den 31. Januar 1851 bei ihm eingehende frankirte Aufragen prompte Antwoit ertheilen, und erklärt hiermit ausdrücklich, daß, außer dem daran zu wendenden geringen Porto von Seiten des Anfragenden, für die vom Commissions=Büreau zu ertheileude nähere Auskunft Niemand irgend etwas zu entrichten hat. Lübeck, im Dezember 1850. Commissions- Bureau, Petri=Kirchhof Nro. 308 in Lübeck. Agenten Gesuch. Für ein Rentirendes Geschäft, daß in Städten, so wie auf dem Lande und zwar mit dem besten Erfolge betrieben werden kann, werden Geschäftsleute welche gegen gute Provision thätig sein wollen gesucht. Offerten unter A. B. Post reslante franco Hörde. Das Geschäft kann schon mit diesem Jahre seinen Ausang nehmen, und wird deßhalb um sofortige Anmeildung gebeten.(299.) Gesellschaft=Eintracht dem zweiten Weihnachtstage den 26. Dec. c. Anfang 6 Uhr Abends. Die Pirection. Das Laub= und Holzholen in meinem Busche wird hierdurch strenge untersagt. Den städtischen Förster A. Schorndorf habe ich mit der Aussicht über denselben beauftragt und werden die Frevler unnachsichtlich zur Anzeige gebracht werden. Heinrich Lembeck. Glaspapier in verschiedenen Nummern zu billigen Preisen empfiehlt E. Hundt in Hattingen. Unterzeichneter empfiehlt seine zeichhaltige Auswahl feiner und ordinairer Conditoreiwaaren; ferner Wein, Punsch, Arac, Cognac, Rum, sämmtliche Sorten feine Liquöre als Fanilge, Anisette, Cürassau, Pfeffermünz, Kirsch u. s. w. mehrere Sorten Chokolade aus reinen Cacao Bohnen bereitet. Ferner sind wieder angekommen; frische Sardellen weiße und grüne Schweizerkäse, Kanter und holländische Käse, Zitronen, oberländische Rüsse, Aepfel, Pflaumen, Kastanien, vorzüglich gute Koch=Erdsen und weiße Bohnen, Honig und Syenp bester Qualität. Eberhard Friedhof am Mastk Verkauf. Am Freitag den 20. Dec. c. sollen Morgens von 10 Uhr ab in meiner Wohnung an der oberen Weilstraße meine Mobilicn, Haus= und Küchengeräthe, als Sekretair, Sopha, Schrank, Stühle, Tische, Kochmaschine 2e., fast Alles neu und wohl erhalten meistbietend gegen baare Zahlung verkauft werden. L. Brockhaus, Hattingen, den 16. Der. Caudidat. Ball=Anzeige. Am 26. d. M. des 2. Christages ist beim Unterzeichneten Eutree 7½ Sgr. Damei frei. Schute Bonsfeld. Mein in den couranten Artikeln wohl assortirtes Mannfaktur-Lager und CommissionsLager in Vielefelder Leinen empfehle zur geneigten Abnahme bestens. 4ed(Füiheng Rud. Sahlhof. Sststag. Kepostrast ttaadkt von Go. Kochar f. 5a) Mittelsatz der Marktpreise. Hattingen den 17. Dezember 1850. 12 Sgr. 2„ 18„ Weizen per Verl. Scheffel Roggen Gerste Hafer Erbsen„ 2 Buchweizen„ Brod= Tare. 12 Pfund Schwarzbro. 24 Loih Weisbrod# Bir10 Pr. Der Magistrat. Mäuecien Fusk ud dalagt inr d. ful d Halggr.