1842 N 330. Dienstag den 29. Inland. Berlin, vom 19. Nov. Wie es mit dem Bau der vom Staate bestimmten Eisenbahnen wird, ist Gegenstand höherer Berathung. Be= sonders schwierig dürfte es seyn, die nöthigen Millionen für die Bahnen in Preußen, Pommern und Posen zu beschaffen. Die Seehandlung scheint auch dießmal dazu ersehen, die indirekte Mithülfe des Staates bei dieser wichtigen Angelegenheit zu vertreten; denn man sagt allgemein, daß der Chef derselben, der Minister Rother, sich mit dem Finanzplan beschäftige, die Seehandlung die Beschaffung der Kapitalien übernehmen und die Aktien dafür kreiren werde. Bei dem Vertrauen, welches dieses Institut genießt, den großen Geldmitteln, über welche es gebietet, und seiner besonderen Stellung zum Staate und zur Industrie dürfte sich auch nur allein in dieser Weise die Hoffnung des Gelingens ergeben.— Die Gegner des Entwurfs des Ehescheidungsgesetzes haben eine neue Verstärkung ihrer Ansicht durch ein bekannt gewordenes Schreiben des Kriegsministers v. Voyen an den Chef des Gesetzgebungs=Ministeriums erhalten, in welchem Hr. v. Boyen sich mit Nachdruck gegen ein solches Gesetz erklärt und dessen beklagenswerthe Folgen ausführt, in so weit dieselben das Heer betreffen. Es ist darin besonders auch darauf Rücksicht genommen, welche Wirkungen entehrende Strafen auf den Ehebruch in einer Armee haben müssen, deren höchstes Gesetz die Ehre ist.(Schw. M.) — Am 22. d. ist der Dichter Herwegh Sr. Maj. dem Könige durch den Geh. Rath v. Schönlein vorgestellt worden. Man spricht viel von dem freundlichen Empfang, der dem Dichter soll zu Theil geworden seyn.(Magd. Z.) Berlin, vom 25. Nov. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht, dem Bergrichter, Ober=Landesgerichts=Assessor Schneider zu Essen den Charakter als Berggerichtsrath zu verleihen. — Den neuesten hier eingetroffenen Nachrichten zufolge, hatte Se. K. Hoh. Prinz Adalbert die Absicht, von Rio Janeiro aus in einem englischen Kriegsdampfboote gegen Mitte Oktober sich über Pernambuco nach Para zu begeben, von wo Sie gegen Mitte Dezember in Bahia einzutreffen gedachten. Hier wird die sardinische Fregatte den Prinzen wieder aufnehmen und dann die Rückreise nach Lissabon antreten. Die Zeit bis zum 15. Okt. sollte zu kleinen Ausflügen in die Umgegend der Hauptstadt benutzt werden. Das diplomatische Korps, sowie die angesehensten Fremden und Inländer, hatten die Ehre, Sr. K. Hoheit gleich in den ersten Tagen Ihres hiesigen Aufenthaltes aufzuwarten. — Der Notar Eduard Jakob Zell zu Köln ist zum Notar für den Friedensgerichts=Bezirk Trier, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Trier, und der Notar Wilhelm Claisen zu Mettmann zum Notar für den Friedensgerichts=Bezirk Köln, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Köln, vom 1. Januar k. J. ab bestellt worden. — Dem Kaufmann Ulmann in Berlin sind unter dem 22. November 1842 zwei Einführungs=Patente„auf eine durch Zeichnung und Beschreibung erläuterte in ihrer ganzen. Zusammensetzung für neu und eigenthümlich erachtete Vorrichtung zum Gießen und Abgleichen der Lichte" und„auf eine mechanische Vorrichtung zum Fertigen gestrickter Waaren in der durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesenen Zusammensetzung," auf vier Jahre, von jenem Tage an gerechnet und für den Umfang der Monarchie, ertheilt worden. — Die dem Kupferstecher und Lithographen G. W. Lehmann in Berlin unterm 3. Mai ertheilten Einführungs=Patente„auf eine Maschine zur Fabrikation von Papier ohne Ende in der durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesenen Zusammensetzung, ohne die Benutzung bekannter hierbei in Anwendung gebrachter Theile zu beschränken," ingleichen„auf einen mit dieser Papier=Maschine in Verbindung gebrachten Trocknen=Apparat in der durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesenen Zusammensetzung," und„auf eine Nagelschneide=Maschine in der durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesenen Zusammensetzung" sind, da die Ausführung in der bestimmten Frist nicht nachgewiesen, aufgehoben worden. — Düsseld.=Elberf. Eisenbahnactien 57 Br. Prioritäts=Aktien 94½ G. Rheinische„ 81 Br. 80 G. PrioritätsAktien 97. Br. Königsbera, vom 19. Nov. Die Angelegenheit des Oberlehrers Witt ist nunmehr der Entscheidung näher gerückt worden und zwar in einer Weise, die man am allerwenigsten vermuthen konnte. Man hat die gerichtliche Form des Kriminalprozesses zur Untersuchung seiner Sache gewählt. Diese hat hierdurch für Herrn Witt die günstigste Wendung genommen, da er nun aller Willkür entzogen ist, und sich der Gewißheit zu erfreuen hat, nur nach Recht und Gesetz beurtheilt zu werden. Man ist zu dem Glauben geneigt, daß der Befehl zur gerichtlichen Untersuchung unmittelbar aus dem Kabinet ergangen ist, und erkennt hierin gern jene hohe Weisheit, welche schon bei so vielen Gelegenheiten Licht und Ordnung in verdunkelte und verworrene Verhältnisse zu bringen wußte.(L. A. Z.) Posen, vom 21. November. Wenn nicht zu läugnen ist, daß die bisher oft gehörte Klage über zu geringe Theilnahme unserer Mitbürger an den öffentlichen Angelegenheiten der Stadt begründet gewesen, so gewährte der gestrige Tag eine um so erfreulichere Erscheinung, als er uns eine unverkennbare Manifestation des erwachten Bürgersinns und des lebendig gewordenen Interesses an unserm Kommunalwesen darbot. Mehr denn hundert Bürger unserer Stadt hatten sich vereinigt, um unserm allgemein verehrten, von seiner wichtigen Mission zu den ständischen Ausschüssen in Berlin so eben zurückgekehrten Oberbürgermeister, Herrn Geheimen Regierungsrath Naumann, der sich durch seine rastlosen und freisinnigen Strebungen für das Heil des Landes und insbesondere unserer Vaterstadt die allgemeinste Popularität erworben, durch ein Festmahl einen öffentlichen Beweis ihres Vertrauens und ihrer Anhänglichkeit zu geben. Eine beträchtliche Anzahl vertrauter Freunde des Gefeierten hatte sich den Bürgern angeschlossen und versammelte sich mit diesen gestern Mittag in dem schönen Saale des Bazar, wo der Oberbürgermeister bei seinem Eintritte mit lauten Acclamationen begrüßt wurde. Während des Mahles, das die freimüthigste Heiterkeit belebte, erhob sich derselbe und brachte unter Trompetenschall und dem lauten Jubel aller Anwesenden einen Toast auf Se. Maj. unsern allgeliebten König aus. Nach ihm begrüßte Bürgermeister Guderian Namens der Versammlung den Ober=Bürgermeister, der von einer Mission zurückgekehrt war, zu welcher ihn das Vertrauen der übrigen Mitvertreter städtischer Interessen berufen hatte. Er wies in gedrängtem Vortrage auf die Wichtigkeit dieser Mission hin, und sprach die Hoffnung aus, daß die von Sr. Maj. dem Könige zusammenberufenen ständischen Ausschüsse einen neuen Fortschritt in der Entwicke= lung freierer Volksvertretung begründen werden. Hiernächst deutete er auf das große Interesse hin, mit welchem sich der Ober=Bürgermeister der ständischen Angelegenheit seither hingegeben, und sprach den Dank der Versammlung für dessen bisherige Wirksamkeit aus. Mit donnerndem Jubel stimmten alle Anwesenden in das dreimalige Hoch! ein, das dem Gefeierten gebracht wurde. Später erhob sich, als Repräsentant der polnischen Bürger unserer Stadt, Dr. Matecki, und hieit in polnischer Sprache einen längern Vortrag über die wahre Bedeutung des Bürgerthums und der Bürgerfreiheit unter der segensreicher Regierung Sr. Majestät des Königs, wobei er die Ueberzeugung aussprach, daß ein festes, inniges Band alle ächten Bürger umschlinge, welcher Nationalität und Religion sie auch immer angehören mögen. Auf ähnliche Weise würdigte Polizeirath Bauer in einer deutschen Rede die Stellung des Bürgers in gegenwärtiger Zeit. Unbeschreiblicher Jubel und die lautesten Acclamationen folgten diesen beiden Reden und bekundeten aufs Deutlichste, daß die Redner aus den Herzen der Anwesenden gesprochen. Crefeld, vom 25. Nov. Der Stadtrath hat folgende Petition über Kommunal=Verfassung an den König gerichtet: Aller Durchlauchtigster Großmächtigster König, Allergnädigster König und Herr! Ew. Königl. Majestät nahen wir uns in tiefster Ehrfurcht, auch unsererseits Wünsche für die Fortbildung der Kommunalverfassung allerunterthänigst auszusprechen, welche sich mit denen in unserer Provinz vielseitig lautgewordenen begegnen. Nicht Mangel an Vertrauen, daß nicht auch ohne unsere Bitte die desfallsigen Verheißungen Ew. Königl. Majestät bald in Erfüllung gehen werden, sondern die alleinige Rücksicht hat uns geleitet, daß das, was uns Allen frommt und was die Gesammtheit wünscht, aus den Bitten der Einzelnen um so leichter und sicherer erkannt werden mag. Wir verkennen es nicht, daß die bestehende Gemeindeverfassung Vorzüge besitzt, die nicht unwesentlich dazu beigetragen, alle Bewohner unserer Provinz mit einem einigen, festen Bande zu umschlingen, ohne dem Einzelnen in seiner freien Bewegung eine hemmende Fessel anzulegen. Nicht minder erblicken wir in der bisherigen Ordnung des Gemeindehaushaltes und der einfachen wenig kostspieligen Form der Verwaltung, deren Ausübung in einer Hand concentrirt ist, solche Elemente der jetzt bestehenden Kommunal=Verfassung, welche auf die allgemeine Wohlfahrt der Gemeinden den günstigsten Einfluß ausüben mußten. Allein deßungeachtet bleiben uns bei aller Anerkennung jener Vortheile Wünsche übrig, deren Erfüllung wir von der Gnade Ew. Königl. Majestät zuversichtlich hoffen. Während eine strenge Bevormundung der Gemeinde=Verfassung die zu einem freudigen Wirken erforderliche Selbstständigkeit benimmt, wird durch den Mangel einer berechtigten Einwirkung auf das Gemeindewesen die Gesammtheit der Bürgerschaft auf ein fast nur leidendes Verhalten hingewiesen, wodurch bei der Ausschließung der Oeffentlichkeit nothwendig der Gemeinsinn und die aufopfernde Thätigkeit für das Gesammtwohl unausgebildet und ohne Anregung bleiben, und Kräfte und Mittel verloren gehen, die eben so sehr das Glück einzelner Korporationen, als des gesammten Staats wesentlich zu fördern und zu festigen im Stande seyn würden. Ew. Königl. Majestät haben Allerhöchstselbst von uns in einem feierlichen Augenblicke das Gelübde genommen und empfangen, zu helfen und beizustehen, die Kräfte und Eigenschaften des Vaterlandes immer reicher und schöner zu entfalten. Wir sind bereit, mit aller Liebe und Treue, mit aller Wahrheit und Aufrichtigkeit, was wir gelobt, zu halten, und wagen es in dieser Gesinnung, Ew. Königl. Majestät ehrfurchtsvoll zu bitten, uns zur gedeihlichen Entwickelung des Gemeinsinns und zur kräftigen Förderung des Gemeindewohls eine alle Gemeinden der Rheinprovinz umfassende, die Vorzüge der bisherigen Verfassung in sich schließende Kommunal=Ordnung; das Recht der eigenen Wahl der Gemeindevertreter unter Normen, die das Gesammtwohl vor dem Mißbrauche des Wahlrechts schützen, Veröffentlichung der Verhandlungen und Selbstständigkeit der Verwaltung, so weit sie mit der unentbehrlichen Oberaufsicht der Regierung vereinbar ist, Allerhuldreichst zu gewähren. In unverbrüchlicher Treue und mit dem festen Vertrauen auf die Weisheit und Gnade Ew. Majestät ersterben wir Crefeld den 18. November 1842. Ew. Königl. Majestät allerunterthänigste Bürgermeister, Beigeordnete, Stadtrath und Bürgerschaft. Jülich, vom 25. Nov. Der in der Aachn. Zeit. kürzlich mitgetheilte Artikel über den Schäfer in Niederempt hat viel Aufsehen erregt und zu den verschiedensten Deutungen Anlaß gegeben. Für's Erste ist die Erzählung von dem Buche nach den sichersten Mittheilungen als eine Erfindung zu betrachten, indem man zu Niederempt von diesem Buche gar nichts weiß und auch der Schäfer ein solches nach seinen eigenen Aeußerungen nicht besitzt. Was aber die vorgekommenen Heilungen betrifft, so ist das Publikum gar sehr vor Leichtgläubigkeit zu warnen, indem hier, in der Nahr, noch kein Fall bekannt und bewiesen ist. Daß unter den Tausenden von Leidenden, die zu dem Schäfer hinströmen, auch viele seyn werden, denen die mit Erwartung der Genesung verbundene Selbstanstrengung, woran es vielleicht früher fehlte, Erleichterung verschafft, läßt sich leicht denken und wirklich sind auch die Fälle, die einen Anschein des Auffallenden an sich tragen, solche, bei denen die Erregung des Gemüthes einen wesentlichen Einfluß auf ein augenblickliches Besserbefinden hat. Bei Lichte besehen, stellen sich die Aussehen erregenden Erzählungen als unbegründet dar; Beobachtungen im Kreise Bergheim, worin Niederempt liegt, und im Kreise Jülich, haben noch gar keine vorgekommene Heilung ermittelt und wenn es wahr gewesen, daß z. B. Einzelne auf dringende Aufforderung des Schäfers ihre Krücken bei Seite gelegt haben, so ist es auch wahr, daß sie dieselben später wieder haben ergreifen müssen. Dem Publikum ist daher sehr anzurathen, sich vor Beförderung des Hinziehens nach Niederempt in Acht zu nehmen und die Leidenden nicht so blindlings dem üblen Einflusse der Witterung auszusetzen, der sie noch kränker und dabei getäuscht zurückkehren macht.(Der Aach. Zeg. von einem geachteten katholischen Geistlichen eingesandt.) Oestreich. Von der Donau, vom 19. November. Die serbische Angelegenheit beschäftigt das Wiener Kabinet in hohem Grade und es ist ein energisches Auftreten desselben zu erwarten, obgleich Fürst Metternich in diesem Augenblick wenig diplomatische Personen empfängt, und sogar dadurch das Gerücht entstanden ist, er befinde sich nicht wohl, wahrscheinlich höchstens etwas verstimmt.(M. Z.) ankreich. Marts, vom 19. Nov. Heute am Namenstag der Königin Isabella fand bei der Königin Christine der übliche Empfang der hier residirenden vornehmen spanischen Welt statt. So einfach sonst diese Feierlichkeit seit dem Aufenthalt der Ex=Regentin in unsrer Mitte begangen zu werden pflegt, so glänzend war sie heute. Die Ex=Regentin erschien in vollem königl. Ornat, das Diadem auf dem Haupte und die Großkreuze sämmtlicher spanischer Orden tragend. Die besondere Veranlassung war die Taufe des neugebornen Sohnes des gewesenen Kriegsministers General Narvaez. Von den Mitgliedern des diplomatischen Körpers bemerkte man den Botschafter von Neapel und den Gesandten des Kaisers von Brasilien. Letzterer hat vor wenigen Tagen der Ex=Regentin ein eigenhändiges Schreiben des Kaisers Don Pedro überreicht, worin der junge Monarch seine demnächst mit der Schwester des Königs von Neapel und Nichte der Königin Marie Christine zu vollziehende Vermählung anzeigt.— Die Nachricht über den Ausbruch neuer Unruhen in Barcelona hat hier großen Eindruck gemacht. Das Kabinet glaubt darin den Keim eines geheimen Komplotts zwischen dem Infanten Don Francisco de Paula und der radikalen Partei in Spanien wahrzunehmen, da der älteste Sohn des Infanten sich auf der Liste der Kandidaten für die Deputation von Barcelona befindet.(A. 3) maris. vom 25. Nov. Der Minister des Innern hat an alle Präfekten der Departemente, in welchen sich spanische Flüchtlinge befinden, den Befehl zugeschickt, ihnen keine Pässe nach der spanischen Gränze auszustellen. Außerdem haben die Behörden an der spanischen Gränze die Ordre erhalten, alle spanischen Reisenden, selbst die, welche nicht als Flüchtlinge gelten, genau zu beobachten. In der spanischen Gesandtschaft herrscht fortwährend große Agitation. Man scheint jedoch überzeugt zu seyn, daß es Espartero gelingen werde, die Insurrektion zu unterdrücken, wenn er sein Ministerium ändert und ein solches einsetzt, welches den Engländern keine Konzessionen macht, wenn er ferner Zurbano entsetzt und überhaupt mehr Milde, als Strenge entwickelt. Die meisten Fraktionen von Barcelona haben noch kein bestimmtes Ziel und die Agenten des Don Francieco de Paula wagen es nicht, diesen Prinzen als das Haupt der Insurrektion und als Regenten vorzuschieben, aus Furcht ihn der spanischen Regierung gegenüber zu kompromittiren, ohne daß er von den Fraktionen als ihr Chef angenommen würde.— Hier verbreitet sich wieder das Gerücht, daß die Minister unter sich uneinig seyen. Teste und Cunin=Gridaine sollen mit ihren Kollegen äußer aller Konnexion stehen und der Admiral Duperre mit Hrn. Guizot sehr gespannt seyn, so daß eine Ministerialveränderung schon vor der Kammereröffnung eintreten dürfte. — Telegraphische Depesche.— Algier, 20. Nov. Der Generalgouverneur an den Herrn Kriegsminister. Der Herzog von Aumale ist gestern Abend hier angekommen. Er begibt sich morgen nach Blida, um Theil an der Expedition gegen die Bergstämme von Uan=Seris zu nehmen. Großbrittanien London, vom 24. Nov. Das englische Gouvernement macht in seinem offiziellen Journal, in der„Gazette de Londres" den Friedensschluß mit China bekannt. — In Manchester hat eine zahlreiche Versammlung von Kaufleuten stattgefunden, in welcher erklärt worden, die Hauptschuld an dem Elende des Volkes trügen die Korngesetze und man müsse daher auf jede Weise auf deren Abschaffung hinarbeiten. — Gestern sind bei der Regierung die offiziellen Depeschen aus Indien eingetroffen, unter andern die des General Pollok an den General Guy, worin er anzeigt, daß mit Ausnahme des Kapitän Bygrave alle englischen Gefangenen wohlbehalten in seinem Lager eingetroffen sind. Unter ihnen befand sich die heroische Gattin des General Sale. Spanien. Bei den jetzigen Vorgängen in Barcelona dürfte nachstehendes Schreiben aus Madrid vom 12. Nov. in der Preuß. Staatsz. von wichtigem Interesse seyn: „Sir Rob. Peel hat der brittischen Nation feierlichst erklärt, ein Handelsvertrag mit Spanien sey im Werk, und die von Herrn Marliani den Cortes gegebenen Aufklärungen haben, trotz des spröden Leugnens des Ministers Gonzalez, dargethan, daß man sich hier damit beschäftigte, die Grundlagen zu einem solchen Vertrage zu entwerfen. Jetzt wird aufs neue allgemein behauptet, diese Angelegenheit sey wieder aufgenommen worden und weit vorgeschritten. Bisher haben sich alle spanischen Ministerien, das Mendizabalsche ausgenommen, geweigert, sich durch traktatenmäßige Begünstigung irgend einer Macht in Beziehung auf specielle Zugeständnisse im Tarife die Hände zu binden und andere auf begünstigtstem Fuße stehende Mächte zu Reclamationen zu veranlassen. Es scheint der Regentschaft Esparteros vorbehalten zu seyn, ein solches Verhältniß dem Lande zu bereiten und die entgegenstehenden Schwierigkeiten mit fester Willenskraft aus dem Wege zu räumen. Diese Schwierigkeiten scheinen von drei verschiedenen Seiten her kommen zu können: 1) Die Catalonier könnten Widerstand leisten. Diesen zu beseitigen ist Zurbano beauftragt, und jedenfalls wird, sobald der Traktat einmal in Kraft steht, die begünstigte Macht ihr Recht zu finden wissen. Auch soll ja ein Theil des in Aussicht gestellten EingangsZolles dazu bestimmt seyn, die Fabrikanten Cataloniens zu entschädigen. 2) Die Cortes könnten ihre Zustimmung verweigern. Allem Anschein nach werden sie gleich nach ihrem Zusammentreten aufgelöst werden, und die Blätter des Ministeriums behaupten sehr bestimmt, der Regierung stände das Recht zu, einen dringenden Handelsver trag auch ohne Genehmigung der Cortes abzuschließen, da diese ja späterhin einwilligen müßten. Dies würde zwar, behaupten Andere, ein Eingriff in die Verfassung seyn— aber nicht der erste. 3) Der Widerspruch Frankreichs, und dieser Punkt dürfte der wichtigste seyn. Wer nur einigermaßen mit den hiesigen Verhältnissen bekannt ist, weiß, daß diese Macht den Abschluß eines solchen Handelsvertrages zwischen England und Spanien, wie die öffentlichen Blätter ihn bezeichnen, um jeden Preis zu verhindern bemüht war und seyn wird. Eine allgemeine Freigebung der Einfuhr fremder Baumwollenwaaren würde schon die Interessen Frankreichs verletzen, indem die Engländer ihre Fabrikate im Durchschnitt um 25 pCt. wohlfeiler liefern können, als die Franzosen. Eine ausschließliche traktatenmäßige Begünstigung Englands würde aber den französischen Schleichhandel ganz vernichten und, falls die Bedingungen des Traktats wirklich von der Art sind, wie die öffentlichen Blätter sie angeben, Spanien in die strengste politische Abhängigkeit von England versetzen. Denn wenn sich die englische Regierung dafür verpflichtet, daß die spanische alle Bedingungen, deren sie sich gegen die Unternehmer des Anleihens unterzieht, genau erfülle und den mehr oder weniger begründeten Zumuthungen dritter Mächte den erforderlichen Widerstand entgegensetze, so ist sie natürlich zu einer beständigen Einmischung in die inneren Verhältnisse Spaniens berechtigt, und zu einer Hülfeleistung gegen Bedrängnisse von Seiten dritter Mächte verbunden. Frankreich hat aber sehr gewichtige Mittel in Händen, um dem Regenten Spaniens dergleichen Bedrängnisse zuzufügen, und eben dieser Umstand zwingt ihn, eine Armee zu unterhalten, welche den größten Theil des erwarteten Anleihens verschlingen wird, oder sich auflösen muß. Es ist wohl zu bezweifeln, daß die englische Regierung eine in ihren Folgen so schwer zu berechnende Verantwortlichkeit auf sich nehmen, oder das Parlament seine Ermächtigung dazu ertheilen werde. Der Regent Spaniens bedarf allerdings, als unerläßliche Grundlage seiner Stabilität, Geld, und nichts als Geld. Seiner Einwilligung ist man also gewiß. Es ist aber bekannt, daß der Mendizabalsche seiner Zeit der englischen Regierung vorgelegte Handels=Vertrag gerade an dem Umstande scheiterte, daß darin verlangt wurde, jene solle die Garantie eines an Spanien zu machenden Anleihens von 900 Millionen Realen übernehmen. Lord Palmerston erklärte, die englische Regierung kaufe keinen Handels=Traktat für Geld. Wird Sir Robert Peel es wollen?" — Das Journal des Debats vom 25. Nov. hat wieder Details aus Barcelona: Man schätzt die Streitkräfte des Volks auf mehr als 20,000 bewaffnete Mann, sowohl von der Nationalgarde als aus der Umgegend. Die Sturmglocke, welche 24 Stunden nacheinander in allen Kirchen der Stadt am Tage des Gefechts läutete, hat aus weiter Ferne alle Leute, welche eine Flinte hatten, herbeigerufen. Man organisirt kompagnienweise diese zahlreichen Hülfstruppen und vertheilt Rationen unter sie. Korps oder Detaschements der Linienarmee sind in der Stadt geblieben und ergreifen Partei für den Auf stand, so wie eine große Anzahl Soldaten und Offiziere, welche ihren Regimentern nicht folgen wollten. Die Erhaltung des Fort Montjuich durch die königl. Truppen ist von der höchsten Bedeutung. Dieses Fort, im Rufe der Uneinnehmbarkeit, oder daß es wenigstens eine dreimonatliche Belagerung erforderen, beherrscht die Stadt und den Hafen, von denen es nichtsdestoweniger in Distanz einer halben Kanonenschußweite ganz und gar isolirt ist. Sollte es dem Aufstande gelingen sich seiner zu bemächtigen, so würde Espartero viel Zeit und alle Formalitäten einer regelmäßigen Belagerung nöthig haben, um Barcelona, welches einer der befestigtesten Plätze Europas ist, wieder zu erlangen. Diese Bedeutung Montjuichs wird von den Barcelonesen, welche mit Verdruß seine Kanonen auf ihre Köpfe gerichtet sehen, wohl begriffen. So haben sie einen Versuch gemacht, um es von der Feldseite zu blokiren, um seine Garnison wegen Mangels an Lebensmitteln zur Kapitulation zu zwingen, denn das Fort ist für eine Belagerung nicht verproviaatirt. General Van Halen, welcher mit seinen Truppen zwei Stunden von Barcelona kantonirt, und die Nothwendigkeit fühlt, um jeden Preis seine Verbindungen mit dem Fort Montjuich zu erhalten, hat sogleich einige Bataillone marschiren lassen, um den Ausfall zurückzuschlagen und das Fort hat die Stadt zu beschießen begonnen, wie es den Tag vorher gethan hatte. Die Junta hat die Intervention der Konsuln Frankreichs und Englands reklamirt. Die Konsuln begaben sich anfangs nach dem Fort Montjuich, der Gouverneur antwortete ihnen, sie müßten sich direkt an den General=Kapitän wenden. Van Halen antwortete, er wollte keine Feindschaft gegen die Stadt ausüben, vorausgesetzt, daß keine Bewegung nach Außen geschähe, um seine Communication mit dem Fort abzuschneiden. Man glaubte zu Barcelona nicht, daß der Aufstand in seinen Mauern unthätig bleiben wollte. Man sprach von der Bildung von vier Corps(ein jedes von mehreren Bataillonen), dazu bestimmt, das Feld zu behaupten und Montjuich zu blokiren, indem man Van Halen im Zaum halte, wenn man könne. In dem Falle der Aufstand das Innere der Provinz ergriffe, würde der Generalkapitän, welcher nicht mehr als 6000 Mann bei der Hand hat, sehr kompromittirt und gezwungen, sich bis zur Brücke von Molins=del=Rey, einem Stapelplatz Barcelonas, auf der Straße von Lerida nach Saragossa, zurückzuziehen. Die provisorische Junta hat einen permanenten Charakter und den Titel:„Centraljunta der Regierung für ganz Katalonien" angenommen. Sie meldet in einer Proklamation, daß der Ruf ihrer Mitbürger ihr die Verpflichtung auflegt, alle Gewalten anzunehmen. In diesen gebieterischen Umständen gibt sie eine Erklärung der Principien, die ihr zur Basis dienen werden. Diese Erklärung ist ausnehmend vag und obscur. Durch die großen Worte: Freiheit, Nationalität, Ruhm und Heroismus kann man nicht entdecken, nach welcher besonderen Form politischer Institutionen die Chefs der katalonischen Bewegung streben. Das Madrider Kabinet wird offenbar als schwach und verwünschenswerth, ohne die geringste Ausnahmsphrase zu Gunsten Esparteros, behandelt. Uebrigens athmet die Proklamation einen Ton ziemlich bemerklicher Mäßigung. Keine heftige Gegenbeschuldigungen gegen die andern politischen Meinungen, kein Aufruf an die Volksleidenschaften und an die Rache. Die Briefe aus Barcelona sagen, daß Rede davon ist, Espartero abgesetzt und die Zusammenberufung allgemeiner Kortes zu erklären, welche die Mission haben sollten, eine neue Constitution zu machen und eine aus drei Mitgliedern zusammengesetzte Regentschaft zu installiren. Nationalgardisten der Seevorstadt von Barcelonnette, am Hafen, hatten den Brigadier Chacon, Madame Zavala und die Söhne van Halens in dem Augenblicke verhaftet, wo sie aus der Stadt kamen, um auf den„Meleagre" zu flüchten. Man wollte vor Allem die Familie des Generalkapitäns als Geißel zurückhalten, aber auf Reklamation des französischen Konsuls wurden alle diese Personen bald freigelassen und sind dermalen unter dem Schutze der franz. Flagge. Portugal. Der Mornina=Post schreibt man aus Lissabon: Alles befindet sich in der prekärsten Lage. Die Garde des Pallastes ist verstärkt und seit einer Woche sind die Regimenter der Garnison konsignirt. Die Minister sind uneinig; denn Royalisten, Septembristen, Chartisten, Miguelisten, die Männer der Partei der Königin arbeiten im Dunkel; nie war die Intrigue thätiger und das Land wird durch nachtheilige Anleihen erdrückt. Italien. Neapel, vom 11. Novbr. Seit Menschengedenken erinnert man sich keiner so schlechten Witterung, als wir seit Monaten beinahe ununterbrochen haben; der Regen nimmt kein Ende, Stürme folgen auf Stürme, dichte Nebel belagern die Luft, die bei dem vorherrschenden Sciroccowind mit afrikanischer Hitze geschwängert ist, während der Vesuv zu Anfang dieser Woche zwei Tage lang dicht mit Schnee bedeckt war. Wetterkundige haben prophezeit, diese Witterung werde sieben Monate so anhalten und diese Voraussagung hat sich nun zur Hälfte bereits als wahr bewährt, denn mit dem Monat August fing die Unbeständigkeit der Witterung an, die sich über ganz Italien verbreitet zu haben scheint.(A. Z.) Belgien. Ein königl. Erlaß vom 23. Nov. bewilligt die von der diesjährigen Ausstellungs-Kommission gemachten Vorschläge. Die goldene Medaille ist zuerkannt unter andern: dem Hrn. Achenbach, Maler zu Düsseldorf; die silberne Medaille u. a. Hrn. J. Becker, Maler in Frankfurt a. M.; C. Leutze, Maler zu Düsseldorf; C. Hassenpflug, Maler zu Halberstadt. Dänemark. Kopenhagen, vom 21. Nov. Es ist heute folgender Parolebefehl erschienen:„Da das jetzt gültige Dienstreglement nicht länger den Forderungen der Zeit entspricht und eben so wenig zu der Organisation paßt, die Wir Unserer Armee gegeben haben, so befehlen Wir hiermit die Niedersetzung einer Kommission, wetche einen Entwurf zu einem für alle Waffengattungen in Unserer Armee berechneten und geltenden Dienstreglement ausarbeiten und zur allerhöchsten Resolution vorlegen soll." Deutschland. Stuttgart, vom 25. Nov. Der heutige„Schwäb. Merkur" enthält eine, von einer sehr großen Zahl öffentlicher würtembergischer Rechtsanwälte unterzeichnete Erklärung zu Gunsten der Oeffentlichkeit und Mündlichkeit des Strafverfahrens. In sieben Punkten erachten sie die Oeffentlichkeit und Mündlichkeit in Strafsachen in einem Rechtsstreit für unerlässig, und zählen die Gründe hierzu überzeugend auf. München, vom 22. November. Dürfen wir gut unterrichteten Stimmen glauben, so können wir nächstens Bedeutsames mittheilen (so meldet die Aschaffenburger Zeitung.) Hamburg, vom 24. Nov. Das Treibeis hat sich diese Nacht bedeutend vermehrt und 1½ Zoll Dicke erreicht; die Dampfschiffahrt von und nach Harburg ist unterbrochen und die Fahrt mit Ewern nicht ohne Gefahr.— Die Dampfschiffe„Transit" und„Le Nord" sind diesen Vormittag glücklich durchs Eis gekommen,„Paris" aber ist wieder umgekehrt und liegt hier im Hafen. Serbien. Von der türkischen Gränze, vom 14. Nov. Der an hiesiger Gränze angeblich wegen Regulirung des Saveflusses, sicher aber wegen mehr politischer Zwecke mit einer dauernden Mission beauftragt gewesene k. k. Generalmajor v. Hauer hat Semlin verlassen, um nach Wien zurückzukehren. Er scheint sich durch die Haltung, welche er bei den letzten Vorfällen in Serbien beobachtete, indem er für die neuen Machthaber in diesem Lande eine auffallende Sympathie zeigte, die Unzufriedenheit seiner Regierung zugezogen zu haben. Fürst Michael wird ehestens in Semlin zurückerwartet, um mit dem am 20. daselbst eintreffenden kaiserl. russ. General Lieven zu konferiren. Türkei. Das„Journal de Smyrne" vom 9. Nov. bestätigt endlich die Nachricht von dem Aufstand der Bewohner des Libanon, gibt sich aber die Mühe, denselben als bedeutungslos darzustellen, der bald von der Pforte ohne Schwierigkeit werde unterdrückt werden. Rheinhöhe am 28. d. Mittags: 10 Fuß 8 Zoll. Anzeigen. Bekanntmachung. Mit Bezugnahme auf die Allerhöchste KabinetsOrdre vom 7. Februar 1835, Gesetzsammlung desselben Jahres Stück Nr. 3, werden hierdurch alle Gast=, Speise= und Schenkwirthe aufgefordert, die polizeilichen Erlaubnißscheine zum Betriebe jener Gewerbe bei der hiesigen Stelle bis zum 15. künftigen Monates persönlich vorzulegen, damit dieselben für das künftige Jahr nach Befinden verlängert werden können. Diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht nachkommen, haben zu gewärtigen, daß die durch den§. 8. der vorbezogenen Kabinets=Ordre bestimmte Strafe von 5 bis 20 Thlr. gegen sie erkannt werde. Düsseldorf den 21. November 1842. Der Oberbürgermeister v. Fuchsius. Der Verkauf im Leihhause zu Neuß aus den Monaten August und September 1841 findet Statt Freitag den 2. Dezember l. J., Morgens 9 Uhr. In der Herold'schen Buchhandlung in Hamburg sind jetzt folgende praktische Schulbücher erschienen: Leitfaden bei dem Unterricht in der Elementar=Geometrie. Besonders zum Gebrauch in Schulen für Lehrer und Schüler, bearbeitet von J. E. F. Rosenberg. Dritte verbesserte Auflage. geh. ¼ Thlr. Zu diesem Leitfaden wird zum Gebrauch für Lehrer eine den Text erläuternde Figurentafel erscheinen. Diese dritte Auflage ist die erste, die in den Buchhandel kommt; dieser Leitfaden wird sich hoffentlich an andern Orten derselben Anerkennung erfreuen, die er hier allseitig gefunden, wofür das schnelle Aufräumen der beiden ersten Auflagen am sichersten spricht. Der Verfasser ist durch langjäyrigen Unterricht mit seinem Stoff und dem faßlichen Vortrage desselben so vertraut, daß er am besten befähigt war, mit Erfolg einen neuen Weg einzuschlagen. Aufgaben zu Waaren= und Wechselberechnungen in den bedeutendsten Handelsplätzen der alten und neuen Welt. Ein Hülfsmittel für Lehrer und zum Privatgebrauch. Zweite umgearbeitete Auflage. geh. 10 Sgr. Die erste Auflage war nur für Hamburg bestimmt, und vergriff sich in kurzer Zeit. Bei Bearbeitung dieser zweiten Auflage beabsichtigte der Verfasser, für ganz Deutschland ein brauchbares Hülfsmittel zu liefern, um die Schüler im Schnellrechnen zu üben, und sie zugleich mit den neuesten Usanzen im Waaren= und Wechselgeschäfte aller bedeutenden Handelsplätze bekannt zu machen. Der praktische Lehrer wird sich bald überzeugen, daß der Verfasser seine Absicht vollständig erreicht hat. (Bei J. E. Schaub in Düsseldorf zu haben.) Bei Robert Binder in Leipzig ist erschienen und in Düsseldorf in der Bötticher'schen Buchhandlung zu haben: Dr. M. Luthers Leben und Wirken im Lichte unserer Ein Denkbuch für die ganze Christenheit, von E. T. Jäckel. Zweite Stereotypauflage. I. Band mit Luthers Bild in Stahlstich. Elegant gebunden 24 Ngr. Der blühende, zeitgeistige Text des talentvollen Verfassers hat diesem Werke unter allen gebildeten vorurtheilsfreien Leserklassen die allgemeinste Anerkennung erworben.— Diese zweite Auflage erscheint geziert mit Luthers und Melanchthons Portraits in Stahlstich in drei Bänden, und ist bis Ende dieses Jahres in den Händen der Besteller Todes=Anzeige. Unsern Freunden und Bekannten widmen hiermit die traurige Mittheilung, daß unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, Johanne Ernestine Rebeka Middendorff, geborne Schmidt, gestern Abend ein Viertel vor zehn Uhr, in ihrem 72. Lebensjahre, in Folge einer Brustkrankheit, ergeben in den Willen des Allmächtigen, sanft entschlummerte. Um stille Theilnahme bitten Düsseldorf den 27. Novbr. 1842. Die hinterbliebenen Kinder, Schwiegerkinder und Enkel. In der Nacht vom 20. auf den 21. d. M. ist vom Rheinufer zu Urdenbach ein Eichenstamm, 8 Fuß lang und 2 Fuß dick, fortgetrieben. Derjenige, welcher über den Verbleib dieses Stammes genugende Auskunft geben kann, wird unter Zusicherung einer angemessenen Belohnung ersucht, die desfallsige Anzeige beim Holzhändler J. P. Strohn in Urdenbach zu macher Fuder, Znläste und zwei Öhmfässer zu verkaufen Neustadt im Siebengebirge. Eine reichhaltige Auswahl von und Jugend= welche sich zu Nikolaus- und WeihnachtsGeschenken eignen, empfiehlt zu geneigter Abnahme die Stahl'sche Buch= und Kunsthandlung in Důsseldorf. Ein sub 1. November a. c. von den Herren Geb. Klaumann in Schönheitsmühle bei Ratingen an meine Ordre, ausgestellte bei mir zahlbare und von mir in blanco indossirte Promesse de Th. 500 pr. Ert. p. 1. Februar k. J. zahlbar, ist heute auf dem Wege von der Kasernenstraße nach dem Steinwege verloren gegangen; es wird vor deren Ankauf gewarnt und gleichzeitig dem Finder, der solche mir zurückbringt, eine angemessene Belohnung zugesichert. Düsseldorf, den 27. November 1842. Abr. Scheuer. Institut von Hof=Optikus Sr. Königl. Hoh. des Prinzen Friederich von Preußen und Sr. laucht des regierenden Herzogs von Braunschweig, Mittelstraße Nr. 1085. Ich erlaube mir mein ganz neu assortirtes optisches Lager in geneigte Erinnerung zu bringen mit dem Zusatze, daß dasselbe das Neueste und Vollkommenste in diesem Fache in großer Mannigfaltigkeit enthält. Außer verschiedenen Sorten von Mikroscopen in vereinfachter Construction mache ich auf eine reichhaltige Auswahl von Fernröhren aufmerksam, worunter das vorzüglichste von Münchener und engl. Fabrikation, so wie auf die bekannten Cylinder=Loupen in neuer und bequemer Fassung; alle Arten von Theaterperspektiven und Lorgnetten in den elegantesten Formen, mit vorzüglichen Gläsern; besonders aber empfehle ich mein vollständiges Lager von Conservations=Brillen jeder Art, mit feinen Crystallgläsern, so wie mit achten Bergerystallen für jede Sehkraft und in jeder beliebigen Fassung. Die Auswahl der Gläser wird mit der größten Aufmerksamkeit, und, wo es gewünscht wird, nach einem Stampfer'schen Optometer oder Augenmesser bewerkstelligt. I. Kriegsmann. Kölner Hof zu Düren. Unterzeichneter beehrt sich hiermit die ergebene Anzeige zu machen, daß er mit dem 20. November dieses Jahres die bis dahin von Herrn Esser geführte Gastwirthschaft zum hierselbst für seine Rechnung fortführen wird. Durch ganz neue Einrichtung seines Gasthofes, so wie durch reelle und prompte Bedienung, hofft derselbe sich das Zutrauen und den Besuch des reisenden Publikums zu erwerben. Zur Bequemlichkeit der Herren Reisenden wird bei Ankunft eines jeden Convois ein Wagen am Stationshofe bereit stehen, welcher dieselben kostenfrei nach seinem Gasthofe fahren wird. Düren, den 8. November 1842 Jakob Decker. Weiße Schmierseife in Stangen per Pfund 3 Sgr. bei Peter van Els. So eben angekommen: frische große Antwerpner Muscheln, große suße Schelfische und haderwicker süße Vollbückinge bei Jos. Spinrath, am Markt Heute erhielt frische süße Schelfische, haderwicker Vollbückinge und Antwerpner Muscheln zu einem billigen Preis W. J. Willems, Rheinstraße. Heute erhielt ich frischen süßen Kabliau, scheveninger Schelfische, haderwicker Vollbückinge und englische Speckbückinge besonders gut zum Rohessen. Joh. Heinrichs, Rheinstraße. Frische Schelfische und sußen Kabliau erhielt zu billigem Preise H. J. Schönen, Hundsrücken. Es werden gesucht ein Küchenmädchen mit guten Zeugnissen versehen, das eine bürgerliche Küche versteht und häusliche Arbeit mit zu verrichten hat; dann ein drittes Mädchen, das gut nähen, stopfen und bügeln kann, beide evangel. Religion. Zu erfragen im Kölnischen Ho Hohestraße Nr. 905 sind mehrere möblirte Zimmer und Stallung für 4 Pferde zu vermiethen und am 1. Dezember zu beziehen. In der Expedition dieses Blattes, Grabenstraße Nr. 794, ist so eben erschienen und zu haben: Neuer für das Jahr 1843. Vierunddreißigster Jahrgang. 8. Geheftet 7 Sgr. 8 Pf. Inhalt; Kalender der Christen und Judenmit Schreibpapier durchschossen; Feste in den katho, lischen Kirchen zu Düsseldorf; Erzählungen; die Genealogie des Königl. Preuß. Hauses, so wie der übrigen Fürsten von Europa; das Verzeichniß der Beamten der hiesigen königl. Regierung und der von dieser abhängigen Verwaltungen im hiengen Regierungsbezirk, die Beamten der Landgerichte zu Düsseldorf, Elberfeld und Cleve 2c. 2c.; das Verzeichniß sämmtlicher in Westphalen und den Rheinprovinzen, so wie in den angränzenden Ländern im Jahre 1843 stattfindenden Jahrmärkte, und das rektifizirte Verzeichniß der von hier abgehenden und hier ankommenden Posten, nebst den Preissätzen der Schnell= und Personenposten Gutes Braumalz, auch Hafer im Malter und Scheffel, gute Koch=Erbsen bei Joseph Pesch, Hundsrücken Nr. 603. Das in Duisburg sub Nr. 110 auf einer der gelegensten Straßen belegene, ganz neuerbaute 3stöckige Wohnhaus, ist aus freier Hand unter vortheilhaften Bedingungen zu verkaufen, und kann der Verkäufer in Duisburg in dem sub Nr. 309 gelegenen Hause erfragt werden Ein Hühnerhund, groß und schwer gebaut, weiß und braun gefleckt, mit einer langen nicht abgeschlagenen Ruthe, mit Namen„Apoll", ist entlaufen vom Hofe des Hauses Nr. 297½ in der Kastanienallee am Eisenbahnplatz. Um Zurückgabe wird gebeten. Wer einen jungen Windhund oder eine junge Dögge zu verkaufen hat, melde sich in d. Exp. d. 3. Ein sehr guter dauerhafter Flügel von 6 Oktav, steht zu verkaufen bei Carl Ruez, Kaiserstraße nahe beim Luftballon. Wer gute, frischgemolkene Milch von Düsselthal haben will, wolle seine Adresse bei Herrn Conditor Ascherfeld abgeben. (793] Eine gebrauchte Mostertsmühle wird zu kaufen gesucht; von wem, sagt die Exp. d. Bl. (797) Ein hiesiges Handlungshaus sucht einen Lehrling von honnetter Familie, der die nöthigen Vorkenntnisse besitzen muß. Das Nähere bei der Expedition d. 3. 1798) Eine zweite Magd, welche mit guten Zeugnissen versehen, gut Nähen und Bügeln versteht und gleich eintreten kann, wird zu Neuß in Dienst gesucht. Von wem, sagt die Expedition d. 3. (802) Ein unverheiratheter militärfreier junger Mann sucht eine Stelle als Hausknecht. Derselbe kann Lichtmeß eintreten. Näheres in der Expedition d. 3. [761) Eine große helle Schmiede=Werkstätte nebst Wohnung, vorzüglich für eine Wagenfabrik geeignet, wozu auch noch mehrere Theile und Lagerraum gegeben werden können, steht billig zu vermiethen. Die Expedition d. 3. sagt das Nähere Mühlenstraße Nr, 288 ist der erste Stock sowie 3 Zimmer nach der Nordseite nebst Alkoven möblirt ganz oder getheilt zu vermiethen. Auch kann Kost dazu gegeben werden Es stehen bei mir 2 möblirte Zimmer zu vermiethen und gleich zu beziehen. A. Hamakers, Sattlermeisters. Schwanenmarkt Nr. 948 ist der erste Stock zu vermiethen und gleich zu beziehen. concess. Theater zu Düsseldorf Abonnement suspendu. Dienstag den 29. November: Zum Besten der Frau Derossi, Wittwe des verstorbenen Schauspieldirektors, Zum Erstenmale: Lucrecia Borgia. Große Oper in drei Anfzügen nach dem Italienischen des Felix Romain. Musik von Gaetano Donizetti. tpreise auf dem Markte zu Düsseldorf am 25. November 1842. Weizen pr. berl. Scheffel. 2 16— Wintergerste„ 1 24— Erbsen„ 2 14— Es waren zu Markt gebracht: 80 Scheffel Weizen, 700 Scheffel Wintergerste, 60 Scheffel Erbsen. (Hiebei Blätter für Scherz u. Ernst N 95.) Redakteur: L. Stahl Druck und Verlag der Stahl'schen Buchdruckerei Grabenstraße Nr. D. 794.