Erscheint täglich. Preis: durch die Boten M. 2, durch die Post M. 2,20 per Quartal, monatlich 67 Pfennig. Anzeigen: Petitzelle oder Raum 15 Pfg. Minimum 2 Zeilen. Reklamen 50 Pfg. Fernsprechanschluß Nr.1028. 49 Chefredakteur Dr. Mit der illustrierten Beilage„Susseldorfer Sonntagsblatt“. d. Hüsgen. Verantw. Redakteur: Ludw. Weber in Düsseldorf. Druck und Verlag des Düsseld. Volksblattes, Gesellschaft m. b. H. in Düsseldorf. Haupt=Expeditiont Bastionsstraße 14. Filial=Expeditionen: Schadowstraße 35, Friedrichstr. 42, Hafenstr. 11, Neußerstr 50, Schützenstr. 1, Kölnerstr. 299. Agenturen: Annoncen=Bureaus in allen größeren Städten. Nr. 104. Donnerstag, 18. April 1895(Apollonius). 29. Jahrg. Die Umsturz=Diplomatie. Welche Stellung nimmt die Regierung zu den Beschlüssen der Umsturz=Kommission ein? Wer diese Frage beantworten will, muß die Vorfrage erledigen, welche Zeitungs artitel wirklich offiziös und welche nur scheinbar offiziös sind. Das ist gar nicht so leicht zu sagen; denn bei der gegenwärtigen kritischen Lage wird die Stimmungsmacherei äußerst kunstvoll mit allen möglichen Listen und Pfiffen betrieben. So spielt sich u. a. ein viel besprochener Artikel des„Hamb. Corr." als offiziös auf und enthält doch offenbaren Unsinn, z. B. in den Ausführungen über die angebliche dout des-Politik des Centrums, wo die Fortführung der kaiserlichen Socialreform als eine Bezahlung des Centrums hingestellt wird. Aber wegen dieses Unsinns darf man nicht gleich den offiziösen Charakter des Artikels bestreiten. Vielleicht hatte die phantastische Abhandlung über Handelsgeschäfte den Zweck, im Zusammenhang mit der Umsturzvorlage den Glauben zu verbreiten, daß der Bundesrat die Aufhebung des Jesuitengesetzes nicht beschließen werde. So etwas wirkt auf die Jesuitenfeinde sehr beruhigend und bringt sie der Regierung näher. Wenn diese Stimme offiziös ist, so geht sie offenbar von einem„Kartellminister" aus, der die Mittelparteiler veranlassen möchte, nicht gleich in scharfe Opposition abzuschwenken, sondern mit Hülfe von oben durch schlaues Entgegenkommen die Konservativen vom Centrum wieder abspenstig zu machen und letzteres um die Frucht seiner Kommissionsarbeit zu bringen. Ein anderes Blatt, das auch gern als öffiziös respektiert sein möchte, nämlich die„Nordd. Allg. Ztg.", sagt anscheinend das Gegenteil von den Auslassungen des Hamburger Blattes; aber auf dem anderen Wege steuert es demselben Ziele zu, nämlich die Verschlechterung des Entwurfes gerade in den Punkten, worauf das Centrum den meisten Wert legt. Die Redaktion der„Nordd.", die gar zu gern wieder die wahrhafte Anerkennung als offiziöses Organ haben möchte, kann sich diese Ergüsse über die Stellung der Regierung zu den Umsturz=Paragraphen sehr wohl aus ihren eigenen Fingern gesogen haben; es ist aber auch möglich, daß irgend eine Einblaserei stattgefunden hat. Obschon der Ursprung dieses„Versuchsballons" also zweifelhaft bleibt, ist es doch nicht uninteressant, die„Vermutungen" über die Abänderungs=Forderungen der Regierung zu betrachten. Zunächst soll in dem§ 111a, der die Vergehen aufzählt, deren Anpreisung oder Rechtfertigung künftig unter Strafe fallen soll, auch der§ 113 aufgenommen werden, d. h. soll strafbar gemacht werden, wenn Jemand den gewaltsamen Widerstand gegen einen Beamten als Gewissenspflicht hinstellt. Zur Berufung wird uns gesagt, daß für Katholiken ein gewaltsamer Widerstand ja überhaupt nicht in Frage kommen könne; auch nicht gegen Maigesetze 2c., da die katholische Lehre höchstens „passiven" Widerstand erlaube. Ja, wenn wir nur sicher wären, daß das Gericht die Grenze aktiver und passiver Widersetzlichkeit immer genau so zieht, wie die Kirche und das katholische Gewissen! Also in den§ 111a soll etwas hineingebracht werden, was dem Centrum gefährlich ist. Der weitere Vorschlag geht dann dahin, aus diesem selben Paragraphen zwei Punkte herauszubringen, die dem Centrum besonders am Herzen liegen; nämlich das Verbot der Anpreisung von Ehebruch und von Gotteslästerung und Religionsbeschimpfung. Die Gründe sind sehr fadenscheinig. Das Strafgesetzbuch verfolgt allerdings aus praktischen Erwägungen, die nahe liegen, nicht unbedingt jeden Ehebruch; aber das ändert nichts an der grundsätzlichen Verwerflichkeit und Schädlichkeit jedes Ehebruches, und darum ist die Anpreisung oder Rechtfertigung des Ehebruches immer ein Frevel an einer fundamentalen Einrichtung. Will man Ehe und Familie, Sitte und Ordnung überhaupt schützen, so muß dieser Punkt in§ 111a bleiben. Ebenso die Anpreisung der Vergehen gegen§ 166. Es ist eine tendenziöse Unrichtigkeit, wenn die„Nordd." sagt, daß die Anpreisung einer Gotteslästerung stets als eine Gotteslästerung selbst verfolgt werden könne; mit etwas Raffinement läßt sich sehr wohl eine skandalöse An reizung machen, ohne daß der§ 166 selbst anwendbar wird. Schließlich gesteht dann anch die„Nordd." offen ein, daß sie die Verbesserungen des§ 166 überhaupt beseitigen möchte; der„Schutz der Religion" soll wieder im Absatz 2 des§ 130 gesucht werden, gemäß dem unzulänglichen und bedenklichen Regierungsentwurf Also des langen„offiziösen" Geredes kurzer Sinn ist: dem Centrum muß alles entzogen werden, was es in dieser Session erstrebt und angebahnt hat; das Jesuisengesetz soll bestehen bleiben und aus der Umsturzvorlage die Centrumsperlen herausgebrochen werden. Ob die Regierung glaubt, daß sie das erreichen könne, wissen wir nicht. Aber„Freunde" der Regierung arbeiten wenigstens auf dieses Ziel hin. Glücklicherweise hat das Centrum sich in der Umsturzvorlage eine ganz vorzügliche Stellung geschaffen, so daß es ohne jeden Schaden und jede Gefahr sagen kann: Entweder ein gutes Gesetz oder gar keins! Die verschmitzten taktischen Künste und diplomatischen Schiebungen, die jetzt in Gang kommen, werden uns nichts anhaben können. Deutsches Reich. Berlin, 17. April. Der Kaiser hat unter dem 30. März d. J. neue Bestimmungen über die Beschwerdeführung der Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten des Heeres genehmigt und unter gleichzeitiger Bezugnahme auf die Allerhöchste Ordre vom 14. Juni 1894 bestimmt, daß die Vorschriften über den Dienstweg und die Behandlung von Beschwerden der Militärpersonen vom 6. März 1873, soweit sie die Armee betreffen, nunmehr völlig außer Kraft treten. * Das Befinden der Kaiserin hat sich erheblich gebessert; doch hütet dieselbe vorläufig noch das Zimmer. * Der bisherige Gouverneur von Östafrika, Freiherr von Schele ist zum Flügeladjutanten des Kaisers ernannt worden. * Im„Militärwochenblatt" wird ausgeführt, daß die neuen Gewehre mit sehr kleinem(5mm) Kaliber nicht die Vorteile gewähren, die vielfach von ihnen erwartet werden, so daß also, bis die Nachteile des kleinen Kalibers(schnelle Abnutzung usw.) nicht beseitigt sind, von einer Aenderung unserer Bewaffnung keine Rede sein könne. Um so besser für die Steuerzahler! Möchten doch die Nachteile des kleinen Kalibers von der Technik niemals beseitigt werden! * Am Mittwoch nachmittag hat sich im Auswärtigen Amt ein Komitee für den Bau der DeutschOstafrikanischen Centralbahn gebildet. * Eine„Antisemitische Volkspartei" haben am Dienstag in Leipzig 19 Vertreter der antisemitischen Vereine, darunter Dr. Böckel und Ahlwardt, begründet.— In Berlin hat sich an demselben Tage die„Teutoburger Partei" in eine„Deutsche Mittelstandspartei“ umgewandelt.— Wenn es mit dem Namen nur schon gethan wäre! * Die Verstärkung des deutschen Kreuzergeschwaders in den ostasiatischen Gewässern ist angeordnet worden, bevor die deutsche Regierung von dem Abschluß der Friedensverhandlungen von Schimonoseki Kenntnis erhalten hat. Diese Maßregel wird, wie die„Post" hört, auch nicht rückgängig gemacht werden, falls die chinesisch-japanischen Friedenspräliminarien thatsächlich ratifiziert werden sollten; sie ist in erster Linie dadurch veranlaßt, daß die Wahrung der deutschen Interessen in Ostasien, namentlich des Handels, bei den zu erwartenden großen Veränderungen der dortigen Verhältnisse den eventuellen Schutz einer starken deutschen Flotte beansprucht. S. M. Schiffe„Kaiser" und„Prinzeß Wilhelm“ werden, um an ihren Bestimmungsort zu gelangen, bei einigermaßen forcierter Fahrt die Zeit von ungefähr zwei Monaten brauchen. * Das Centrum und die Umsturzvorlage. Die „N. A. Z." beschäftigt sich mit dem auch von uns erwähnten Artikel des„Hamb. Korr." über das Centrum und die innere Lage. Sie führt aus, daß die Frage, wie sich die Regierung zu den Beschlüssen der Umsturzkommission, bei denen das Centrum auch einige besondere Parteiwünsche durchgesetzt habe, stellen werde, noch gar nicht behandelt worden sei. Es liege keine Kundgebung vor, wonach die Regierung bereit wäre, sämtliche Beschlüsse der Kommission anzunehmen. Durch den Widerspruch, den die Beschlüsse gefunden hätten, sei die Lage verschärft worden, während doch der Regierung an dem friedlichen Zusammen wirken der in Betracht kommenden Parteien liegen müsse. Mit diesen thatsächlichen Feststellungen entfalle auch der Untergrund für einen Teil des vom„Hamb. Korr.“ auf gestellten Rechenexempels auf dem Gebiet der#do ut des Politik. Das Centrum habe gegen eine solche Politik wiederholt Einspruch erhoben, und für die Bereitwilligkeit der Regierung zu einer solchen Politik fehle es an Beweisen." Daß die Förderung der Socialpolitik als Konzession an das Centrum aufgefaßt werde, sei neu, da doch diese Politik auf die kräftige Anregung des Kaisers zurückzuführen sei. Von dem„Axiom" der„Unvereinbarkeit der Tendenzen des Jesuitenordens mit der deutschen Politik des Kaiserhauses" sagt die„Norddeutsche" gar nichts. * Politische Erwägungen, so wird aus dem Reichsmarineamt geschrieben, haben zu dem Entschluß geführt, das deutsche Kreuzergeschwader in Östasien unverzüglich bedeutend zu verstärken. Ausersehen ist für diese Verstärkung das Panzerschiff 2. Klasse „Kaiser" und der Kreuzer 2. Klasse„Prinzeß Wilheim". Die Begründung dieser Maßregel läßt erkennen, daß die bedeutende Stärkung, welche Japans Macht durch den soeben mit China abgeschlossenen Präliminarfrieden erfährt, von der deutschen Regierung, wie zweifellos von allen europäischen Mächten, als eine ernste Gefährdung der europäischen Interessen aufgefaßt wird. Es ist deshalb zweifelhaft, ob die Japaner wirklich in den Vollgenuß der Früchte ihres Sieges gelangen werden. Streitigkeiten mit den europäischen Mächten, insbesondere mit Rußland, scheinen den Japanern nahe bevorzustehen. * Der Abgeordnete Frhr. v. Huene veröffentlicht eine Erklärung, die sich gegen Auslassungen der„Kons. Korr.“ über die Verhandlungen des Staatsrats richtet. Er kann wegen der den Mitgliedern des Staatsrats auferlegten Zurückhaltung keine eingehenden Mitteilungen über die Verhandlungen machen, bezeichnet aber die Angaben der„Kons. Korr.“ als ungenau und betont, daß die Denkschrift lediglich eine objektive Darstellung der Verhältnisse enthalte. Inzwischen hat der„Reichsanz." in Bestätigung der Behauptung des Frhrn. v. Huene nähere Mitteilungen gemacht. Frhr. v. Huene versichert, er könne es mit Pflicht und Gewissen nicht vereinigen, wenn er seinen Berufsgenossen gegenüber von der Möglichkeit eines Mittels zur Abhilfe der Notlage der Landwirtschaft, wie es der An trag Kanitz sein wolle, sprechen würde, nachdem er die Unausführbarkeit desselben erkannt habe. Alle Reden in Versammlungen brächten den Antrag hinsichtlich seiner Verwirklichung um keinen Schritt weiter, wohl aber könne die fortgesetzte Agitation dazu führen, die Auffindung und die energische Durchführung von sonstigen zur Besserung beitragenden Maßnahmen seitens der Grundbesitzer zu hemmen, und die wohlwollende Mitwirkung der Regierung lahmzulegen. Bei den Agitatoren des Bundes der Landwirte freilich diese Mahnung auf Beachtung nicht rechnen können. * Der preußische Landwirtschaftsminister hat Vertreter der Landschaften der östlichen Provinzen zu einer in Berlin stattfindenden Beratung über die Verbesserung des Kreditwesens eingeladen. Ausland. * Der japanisch-chiuesische Krieg ist thatsächlich endigt, wie von mehreren Seiten bestätigt wird. Nach einer Reutermeldung aus Tientsin vom 16. d. wurde Lihungtschang durch eine kaiserliche Kundmachung ermächtigt, den Frieden gemäß dem von Japan gestellten Ultimatum zu unterzeichnen. Darin ist enthalten die Zahlung einer Kriegsentschädigung von 200 Millionen Taels, die Abtretung der Halbinsel Liao=Tung bis zum 40. Grad nördlicher Breite und der Insel Formosa, ferner die Eröffnung von fünf neuen Häfen, einschließlich Peking, sowie die Bestimmung, daß die Linkin Abgaben 2 Prozent nicht übersteigen sollen. Außerdem wird den Japanern die Berechtigung zugestanden, Baumwollfabriken und andere Industriezweige in China zu begründen. Ein zweiter kaiserlicher Erlaß gewährt dem Vizekönig von Kanton Urlaub wegen Krankheit und weist ihn an, sich nach seiner Heimatprovinz zurückzubegeben. Wie die Times aus Peking erfährt, war die Entscheidung über das Uebereinkommen mit Japan Lihungtschang überlassen worden. Der Hof hatte nur Gesichtspunkte allgemeinen Charakters gegeben, durch die Liungtschang nicht gebunden gewesen wäre. In England wirkt besonders der angebliche Abschluß eines Schutz= und Trutzbündnisses zwischen Japan und China verblüffend, weil man die instinktive Besorgnis hegt, die ostasiatischen Märkte für Englands Industrie zu verlieren. Die„Times" tröstet sich daher mit dem Gedanken, Japan habe guten Grund, seiner Energie nicht allzu sehr die Zügel schießen lassen. Der„Stand." betont, der Friedensvertrag unterliege der Zustimmung der übrigen Staa ten, die Beziehungen mit Asien haben. Wenn ein Land wie Rußland im Augenblicke seines Triumphes über die Türkei sich genötigt fand, den Vertragsentwurf, den es an den Thoren Stambuls diktiert hatte, dem europäischen Areopag zu unterbreiten, könne Japan kaum erwarten, freie Hand in der Behandlung seines niedergeworfenen Gegners zu erlangen. Die neutralen Mächte könnten nicht passive Zuschauer des Aufbaues eines neuen Systems bleiben, wodurch sie benachteiligt werden dürften. Rußland, Frankreich und Großbritannien könnten auf ihr Interesse an der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts — Entlarvt. Roman von Emil Droonberg. 10 Selbst der Atem stockte— man hätte ein Blatt fallen hören können in dem alten Turme, der in diesem Augenblicke der Gesellschaft des Marquis Agliardi Aufenthalt und Schutz gewährte. Horch!— ein Pfeifen— entfernt aber deutlich! Eine Minute, lang und bang, dann wiederholte sich der Tön näher, es konnte kein Zweifel mehr sein. Am anderen Rande des Waldes— von den Felsenschluchten her— regten sich dunkle Gestalten im Dämmerschein des Mondes. „Sie sind da!" sagte der Marquis zu seinen Freunden. Sie sollen einen warmen Empfang finden! Wenn es dem jungen Deutschen gelingt, Osole zu erreichen, sind wir gerettet, im anderen Falle wollen wir wenigstens unser Leben so teuer als möglich verkaufen." Immer mehr der finsteren Schatten tauchten, Gespenstern gleich, zwischen den Felsen und Bäumen auf und sammelten sich zu einem Haufen. Der Mondstrahl blitzte auf ihren Waffen. Jetzt sah man den Haufen näher kommen, vorsichtig und e nach dem Hause, in welchem sie ihre Opfer sorglos Schon konnte man die einzelnen Männer erkennen, wie sie lauschend näher schlichen und um das Thor des Hofes sich sammelten. Es waren lauter kräftige, wilde Gestalten, bis an die Zähne bewaffnet. Nun sah man einen der Banditen von dem Haufen sich trennen, um die Hofmauer nach der Hinterseite des Hauses schleichen, wo sich das Pförtchen befand, durch welches Bender ins Freie gelangt war, und hier hörte man ihn das verabredete Zeichen, einen Rabenschrei, geben. Dreimal wiederholte er sich, ungeduldiger und lauter— aber die Pforte blieb verschlossen. Nichts regte sich im Turm, auch das leise Klopfen an der Thür blieb unbeachtet. Verblüfft und zweifelnd schlich der Bandit zurück und berichtete den Erfolg seinen Gefährten. Man bemerkte deutlich, wie der Haufe sich um seinen Anführer sammelte und eine eifrige Beratung stattfand. An der hohen Gestalt, den wilden Geberden und dem Tuch, in welchem er oen linken Arm trug, konnte der Marquis verräterischen Führer wieder erkennen. . Marquis winkte seinen Gefährten, sich bereit zu „Warten Sie alle," sagte er leise,„bis ich oben das Signal zum Feuern gebe. Die Salve muß allgemein sein." Die Banditen schienen mit ihrer Beratung jetzt zu Ende gekommen und der Führer trat an das Thor. Die Büchsen und Flinten innen legten sich vorsichtig in die Oeffnungen der Fenster. Lauter und lauter klopfte der Bandit und donnerte endlich mit Macht an das Hofthor. Zwanzig Fäuste halfen. „Cospetto!" fluchte der Führer,—„wo steckt der Kerl, daß er nicht öffnet! Die Brut ist ausgeflogen, oder der Schuft von Wirt hat uns verraten. Ueber die Mauer— Kameraden— schlagt— die Thür ein, damit wir sehen, was geschehen ist!“ Die Büchsenkolben donnerten gegen das Thor. Ueber die Hofmauer hoben sich dunkle Gestalten. Zweimal legte der Marquis die Büchse an die Wange, und jedesmal setzte er sie wieder ab— so furchtbar und gefährlich die Lage war— er konnte es noch nicht über sich gewinnen, auf einen Menschen zu schießen. Jetzt sprang einer der Räuber von der Mauer in den Hof— fünf andere saßen bereits auf derselben. Jetzt wäre es ein Verbrechen gegen das eigene Leben gewesen, hätte der Marquis noch länger zögern wollen, und laut und deutlich, auch im unteren Raume hörbar, erscholl das Kommandowort: „Feuer!" Sechs Gewehre sprühten ihre Kugeln auf die Banditen — der in den Hofraum gedrungene stürzte zusammen, eine Kugel hatte seine Stirn durchbohrt. Ein anderer warf die Arme in die Luft und fiel tot von der Mauer nach außen. Zwei waren verwundet und sprangen mit ihren Gefährten eilig herunter, sich in den Schutz der Wand zu flüchten. Ein wildes Geschrei der Banditen antwortete dieser ersten glücklichen Salve der Bedrohten. Francesco Minghetti, der Führer, stieß die wildesten Flüche aus und ermunterte seine Leute zum Angriff. Flintenkugeln krachten darauf gegen das Gemäuer des Turmes und in die Verrammelung der Fenster und machten die Posten gefährlich genug. Da sie aber nur aufs Geratewohl gefeuert wurden, verfehlten sie ihr Ziel. Mehrere der Banditen stürzten jetzt um die Mauer nach der Hinterseite des Turmes, um den Versuch zu machen, das kleine Pförtchen zu erbrechen. Aber die Riegel und Querbalken spotteten aller Anstrengung und die Schüsse der Belagerten aus den oberen Fenstern trieben sie zurück. Es entspann sich nun ein regelmäßiges Feuern, bei welchem sich die Banditen so viel als möglich zu decken suchten, obschon sie natürlich weit gefährdeter blieben als ihre Gegner im Schutze des Turmes. Wo ein Schuß aus einem der Fenster blitzte, schlugen im Nu die Kugeln der Banditen ein, und zwei Begleiter des Marquis, darunter sein Freund Valetta, waren durch Schüsse bereits, glücklicherweise nur leicht, verwundet worden. Francesco Minghetti hatte hinter dem Thore Deckung gesucht und war bisher allen Kugeln entgangen. Seine Wut über die Vereitelung des Unternehmens steigerte sich mit jedem Schuß; aber bei alledem vergaß er nicht, seinen Leuten die nötige Vorsicht anzuempfehlen und ihr Feuer zu leiten. Während einige Banditen von vorn das Schießen unterhielten, zeigte plötzlich der Hülferuf der im Parterre postierten Verteidiger, daß dieselben eine neue Art des Angriffes gewählt. Der Marquis, seine zwei Gefährten, welche sich mit ihm im oberen Stock befanden, dort zurücklassend, stürzte nach unten, wo er zu seinem Entsetzen bemerkte, daß die Räuber bereits Faust an Faust mit den Seinen am Fenster kämpften. Einer auf des anderen Schulter, versuchten sie, den Eingang zu erzwingen, mit dem Kolben ihrer Büchsen die Verbarrikadierungen zertrümmernd, mit langen Dolchen und Messern hineinstoßend in die Oeffnungen oder Pistolenschüsse mit den Bedrängten wechselnd. Diese wehrten sich wie Löwen; die Pistolenschüsse knallten, der dichte Pulverdampf erhöhte noch die Dunkelheit im Innern, in der man kämpfte und die Banditen zurückzudrängen versuchte, die, durch den Tod und die Verwundung einiger Kameraden zu maßloser, leidenschaftlicher Wut entflammt, heranstürmten. „Hier nimm dies, Schurke!“ rief der Marquis eben, indem er durch einen kräftigen Kolbenstoß einen der Räuber, der bereits auf dem Fensterbrett kniete, hinabstürzte, als ein röchelnder Ton durch den Lärm des Kampfes an sein Ohr drang. Er sprang von der Oeffnung fort, die er verteidigt, und nach der Stelle, woher der Laut kam— ein furchtbarer Anblick machte hier sein Blut erstarren. Der Strahl des Mondes fiel silberglänzend durch das offene Fenster, dessen Barrikaden niedergestoßen und eingerissen waren. Am Boden in Todeszuckungen lag der Marquis Valetta, von Blut überströmt aus einer breiten, klaffenden Wunde quer durch den Hals. Ein Bandit stand bereits in dem Gemache nach dem Fenster gebückt und war eben bemüht, einem seiner Kameraden herein zu helfen. Als er den Schreckensruf des Marquis hörte, drehte er sich um, stürzte sich auf ihn und stieß mit dem Dolche nach seiner Brust. Agliardi fühlte einen scharfen, schneidenden Schmerz an der linken Seite, aber auch zugleich, daß er nicht gefährlich verwundet sei, denn die Klinge war zwischen Brust und Arm hindurch geglitten und hatte ihn nur leicht gestreift. Mit aller Kraft stieß er den Banditen von sich und sprang zurück. In demselben Augenblicke hatte er auch seine Büchse, die er noch immer in der Hand hielt, an die Wange gerissen, und der Schuß krachte fast unmittelbar dem Räuber in das Gesicht, der mit zerschmettertem Kopfe auf sein Opfer niederstürzte. Ein wuchtiger Schlag mit dem Kolben traf die am Fenster sich festklammernde Hand des zweiten Banditen— daß dieser seinen Halt fahren ließ und hinunterstürzte. Dann warf sich Agliardi, unbekümmert um die Gefahr, neben dem sterbenden Freunde auf die Kniee und versuchte, ihm beizustehen und das strömende Blut zu stillen. „Valetta!" rief er,„kommen Sie zu sich! Sie dürfen nicht sterben— um meinetwillen, denn nur aus Freundschaft für mich erleiden Sie jetzt den Tod!" Aber seine Bemühungen waren vergeblich und die Wunde zu gräßlich, als daß menschliche Macht imstande gewesen wäre, das entfliehende Leben zurückzuhalten. Mit jedem Röcheln des Sterbenden quollen Ströme von Blut aus der durchschnittenen Kehle— einige krampfhafte Zuckungen liefen noch durch den Körper, dann hatte das Herz eines edlen Mannes den letzten Schlag gethan. In den Schmerzensruf Agliardis mischte sich der Siegesruf seiner Gefährten— die Banditen waren zurückgeworfen und flohen, heulend vor Wut, ihre Verwundeten mit sich schleppend, nach dem Rande des Waldes zurück. Tief ergriffen bemerkten jetzt auch die Uebrigen den Tod ihres Gefährten, aber es war ja nicht Zeit, dem Schmerze Raum zu geben. „Das war ein heißer Kampf," rief Agliardi seinen tapferen Begleitern zu. „Aber wir haben gesiegt." „Noch nicht. Die Räuber haben uns nur eine kurze Galgenfrist gewährt, und ich fürchte, wir sind verloren, wenn nicht baldigst Hülfe von Osole kommt." „Und wenn den Deutschen nun auf dem Wege dahin ein Unfall ereilt— und wir hier vergebens auf Entsatz warten?" „Dann bleibt uns nichts übrig, als wie ein Mann zu sterben,“ erwiderte der Marquis tonlos, denn er dachte an seine Gattin und Tochter.„Jetzt wollen wir aber thun, was an uns ist, und die Hoffnung noch nicht verlieren. Signor Bender kann den Weg in der Dunkelheit verfehlt haben oder durch irgend welche Umstände aufgehalten worden sein; die Hülfe wird gewiß noch eintreffen, wenn auch verspätet. Wir müssen uns deshalb hier zu halten suchen, so lange das möglich ist, und da gilt es zunächst, die zerstörten Verteidigungsmittel wieder herzustellen." (Forts. folgt.) in Ostasien nicht verzichten.„Daily Graphic" protestiert gegen die Japanisierung Chinas. Diese würde das Totengeläute des Europäers in Östasien, das Verderben der westlichen Industrie bedeuten.„Daily News" glaubt, ein Trutz= und Schutzbündnis würde unter den neuen Verhältnissen viel vorteilhafter für China als für Japan sein, so daß man kaum glauben könne, daß Japan es vorgeschlagen habe. 4. General-Versammlung des Katholischen Lehrer-Verbandes, Provinz Rheinland. Crefeld, 15. April. Bei herrlichem Wetter und unter Teilnahme aus allen Teilen der Provinz wurde die erste Delegierten=Versammlung um 11 Uhr in dem katholischen Vereinshause „Erholung" durch den Vorsitzenden, Herrn Quadflieg, eröffnet. Dieselbe befaßte sich hauptsächlich mit der Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten, einer Darlegung des Fest=Programms, Prüfung der Legitimationen der Delegierten, Wahl der Geschäftskommission, Sichtung des Behandlungsstoffes für die Delegierten=Versammlung und die Sondersitzungen am Nachmittag. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Die Wichtigkeit der nun folgenden Wahl der Delegierten für die Generalversammlung in Paderborn begründete Herr Quadflieg damit, daß in diesem Jahre besonders wichtige Vorlagen zur Beratung ständen und daß zum erstenmal sämtliche Provinzen Preußens und ferner das Königreich Bayern, Sachsen und Großherzogtum Hessen dort vertreten sein werden. Es wurden vier Delegierte für diese Versammlung gewählt. Die Wahl des Vorortes wurde auf Mittwoch vertagt. Der Rechnungsabschluß ergab einen Kassenbestand von 278 Mark. Der Verwaltungsbericht lieferte ein erfreuliches Bild der Entwicklung des Provinzialvereins. Der Bezirk Düsseldorf hat die meisten Mitglieder zugeführt, trotzdem die Verhältnisse in diesem Bezirk nicht besonders günstig lagen. Die Zahl der Ortsvereine ist von 35 auf 49 und dementsprechend auch die Anzahl der Mitglieder gestiegen. Letztere betrug insgesamt am 1. Januar d. J. 1389 Mitglieder; dazu kommen aber seit diesem Datum noch zahlreiche Neuanmeldungen. In sämtlichen Ortsvereinen wie im Gesamtverein war die Thätigkeit eine sehr rege und erfolgreiche. Begrüßungen liesen u. a. ein von den hochwürdigsten Herren Bischöfen von Trier und Münster, den Herren Abgg. Dr. Karl Bachem und Cahensly, dem bayerischen katholischen Lehrerverein, dem katholischen Lehrerverein der Provinz Posen, vom Vorstand des katholischen Lehrervereins der Pfalz. Die Haupt=Delegiertenversammlung beginnt um 3 Uhr. Der Vorsitzende, Herr Quadflieg, wies zunächst auf die erfreulichen Worte des Herrn Kultusministers vom 26. Februar d. J. über die Berechtigung der katholischen Lehrervereine hin und schlug vor, demselben folgende Begrüßung zu senden:„Die in Crefeld tagende vierte GeneralVersammlung des katholischen Lehrer=Verbandes der Provinz Rheinland entbietet Ew. Excellenz ehrfurchtsvollen Gruß mit der Versicherung aufrichtigster Ergebenheit in dankbarer Anerkennung des öffentlich ausgesprochenen Wohlwollens.“ Die Versammlung stimmte dem Vorschlage begeistert zu. Ebenso ungeteilten Befall fanden die Begrüßungen an den Herrn Oberpräsidenten, den Herrn Regierungspräsidenten von Düsseldorf, der eine Deputation sehr wohlwollend aufgenommen, an seine Eminenz, den hochwürdigsten Herrn Kardinal=Erzbischof Krementz, ferner an verschiedene Bruder=Vereine. Recht interessant gestaltete sich das nunmehr entrollte Bild über die Entwickelung des Vereins in den einzelnen Kreisen, sowie über den Absatz des Jahrbuches in den drei verflossenen Vereinsjahren. Den ersten Punkt der Tagesordnung bildete die Beratung des Antrages betr. Aenderungen in den Vereins=Satzungen. Derselbe wurde nach eingehender Erörterung zur endgültigen Redaktion einer besonderen Kommission übergeben. Herr Reinhold(Düsseldorf) berichtete über die Unterstützungs= und Sammel=Kasse. Die Statuten, welche bereits am 9. Juni 1894 eingereicht wurden, sind noch immer nicht genehmigt. Der Bericht gab kein günstiges Bild. Die Samm lung für die Kasse hat erst 267,47 Mark ergeben. Möge der Verein in dieser Hinsicht recht bald ähnliche Erfolge aufweisen können, wie der Westfälische Provinzial=Berein, der bereits mehr als 20,000 Mark zur Verfügung hat. Der Vertreter für Mülheim(Ruhr) konnte bereits die erfreuliche Mitteilung machen, daß sein Verein in den letzten Tagen weitere 270 Mark für den guten Zweck gesammelt habe. Herr Schlieper(Düsseldorf) teilte die Ergebnisse der Beratungen seines Vereins über das dem Verband durch dessen Vorsitzenden, Herrn Rektor Brück, empfohlene Studium der Apologie des Christentums mit. Die Begründung des Antrages fand begeisterten Anklang. Der Redner erörterte die Frage: was der einzelne Lehrer, ferner was der Verband als solcher in dieser Beziehung zu thun habe, und stellte dann den Antrag: „Die Delegierten=Versammlung wolle beschließen, bei der diesjährigen Verbands-Versammlung in Paderborn folgenden Antrag zu stellen: In Erwägung, daß die heutigen Zeitströmungen hinsichtlich des christlichen Glaubens die größten Gefahren in sich bergen für den Lehrer für die Kinder, für das Volk, erkennt der Katholische Lehrer=Verband in der Apologie des Christentums, soweit sie in den Rahmen seines Programms fällt, eine besondere Aufgabe und überweist dieAus Kunst und Leben. „* Stadttheater. Düsseldorf, 17. April. Gastspiel von Elconore Duse. Den Italienern rühmt man die besondere Gabe nach, ihre Ausdrucksweise durch ein lebhaftes Geberdenspiel zu veranschaulichen; für Eleonore Duse trifft dies in einem Maße zu, das sie außerhalb der bekannten Größen der Bühnenwelt stellt und ihr einen gesonderten Platz unter den lebenden Künstlern sichert. Ihre Darstellung ist von einer überzeugenden Naturwahrheit, aber weitab von jenem Naturalismus, der irgend einen charakteristischen Zug der Wirklichkeit ablauscht und in dem Zuschauer die Vorstellung von etwas Bekanntem hervorruft; ihre Darstellung erfaßt das innerste Wesen der Persönlichkeit mit jener künstlerisch abgeklärten Anmut, wie wir sie bei den alten Griechen bewundern: mit einem Wort, sie repräsentiert absolute Naturwahrheit in der poetischen Verklärung, wie sie dem Gebilde des Dichters gerecht wird. Ihre Margherita Gauthier ist nicht das leichtfertige Geschöpf, das eine französische Darstellerin daraus zu machen versucht sein könnte, sondern genau die Person, die Dumas gebraucht, um seine Tendenzdichtung zum gewollten Ziele zu führen. Denn bekanntlich legen die französischen Dramatiker irgend eine sociale oder sittliche Idee ihrem Stücke zu grunde, bauen auf dieser ihre Scenen organisch auf und drapieren alle Flguren genau so, daß sie zur Lösung der Aufgabe mittelbar oder unmittelbar beitragen. Man mag die Idee gut oder schlecht finden— das eine muß man zugeben, daß die Lösung des Problems mit Geist gesucht und mit Geschick gefunden und durchgeführt wird. Daran muß man festhalten, wenn man die Künstlerin verstehen und würdigen will. Eine wahre Liebe verklärt auch das gefallene Weib— das ist die These, die in der Cameliendame aufgestellt wird und bewiesen werden soll: gewiß ein seltsames und geschmackloses Thema, aber die Art, wie der Dichter es durchführt, ist darum nicht minder geistreich, und die Kunst der Darstellerin nicht weniger bewunderswürdig, wenn man auch das Bedauern nicht zu unterdrücken vermag, so viel Gestaltungskraft an einen solchen Gegenstand aufgewendet— um nicht zu sagen verschwendet zu sehen. Die Margherita der Duse ist nicht das leichtfertige Geschöpf der Halbwelt— letztere tritt nur in der Staffage und in leicht abgetönten Farben des Bildes hervor, das die Künstlerin entwirft. Dadurch nimmt sie unser volles Interesse in Anspruch und erregt unser innigstes Mitleid.„Ich lebte durch die Liebe und ich sterbe daran", das ist der Grundzug der Darstellung, und wie die vorher strahlende Flamme erlischt, wenn ihr die lebenspendende Nahrung entzogen wird, so stirbt Marguerite langsam dahin, nachdem sie aus Liebe zum Geliebten der Liebe entsagt hat. Darum mußte Margueritas Tod uns so mächtig ergreifen und erschüttern, weil er die Lösung eines mit einfachen Mitteln gezeichneten, aber konsequent und in zartester Decenz durchgeführten Seelenkonfliktes erschien. Wir haben eine bedentende Künstlerin gesehen, die um einer selbe den Provinzial=Vereinen zur dauernden Bearbeitung. Für den Fall der Annahme dieses Antrages ernennt der Provinzial=Verein Rheinland eine Kommission, welche diese Aufgabe eingehend zu beraten, zu spezifizieren und den Zweigvereinen Einzelaufgaben zu Bearbeitung zu überweisen hat." Die Westdeutsche Lehrer=Zeitung"(Bachem, Köln) wurde als Publikations=Organ gewählt, daneben aber die die weitere Unterstützung der andern bewährten katholischen Fachblätter warm empfohlen. Damit schloß die Sitzung. Der zweite Tag der General=Versammlung wurde eingeleitet durch ein feierliches Pontifical=Amt in der St. Dionysiuskirche, celebriert von dem hochw. Herrn Weihbischof Dr. Schmitz(Köln) und verherrlicht durch den gediegenen Vortrag einer Preismesse von Edgar Tinel. Die öffentliche General=Versammlung eröffnete der Vorsitzende, Herr Quadflieg, gegen 10¼ Uhr mit dem Gruß: Gelobt sei Jesus Christus. Herr Hauptlehrer Breuer begrüßte die Versammlung im Namen des Vereinsvorstandes und gab der Freude über die Anwesenheit von Vertretern der Behörden Ausdruck. Herr Oberbürgermeister Küper(Crefeld) dankte für den freundlichen Gruß. Eine Versammlung des Standes, dem wir unsere Kinder anvertrauen, das Beste, was wir haben, unsere Hoffnung für die Zukunft, hat ein Interesse, das weit über die Mauern der Stadt hinausreicht. Für uns Crefelder kommt dazu ja ein besonderes Interesse. Deshalb heiße ich Sie herzlich willkommen. Mögen Sie die Stunden, welche Sie in unserer Stadt erleben, in freundlichem Andenken bewahren. Möge Ihre Versammlung reichen Segen bringen für die Jugend und die Gesellschaft. Nachträglich begrüßte der Vorsitzende den inzwischen eingetroffenen Schulinspektor Herrn Dr. Ruland. Begrüßungsschreiben und Telegramme waren u. a. eingegangen von dem Herrn Oberpräsidenten Nasse, den hochwürdigsten Herren Bischöfen Dr. Felix Korum(Trier) und Dr. Fischer(Köln). Herr Lehrer Lohrmann(Crefeld) hielt einen mit lebhafter Freude aufgenommenen Vortrag über„Dus Crucifix in der Schule", dem folgende Leitsätze zu Grunde lagen: Großen Lobes wert für den Lehrer ist die gewissenhafte, treue Pflichterfüllung. Uns darin allseitig zu stärken, ist das Crucifix in der Schule besonders geeignet. Wie das Kreuz und das Crucifix eine Zierde und ein Schmuck überall im kirchlichen und bürgerlichen Leben ist, so ist das Crucifix das teuerste Kleinod in unserer Volksschule. Denn es weist uns hin auf den göttlichen Heiland, den höchsten Lehrer, unser erhabenes Vorbiid. Der göttliche Heiland ist unser höchstes Vorbild in der Gesinnung und Lehrweise, und zwar in seinem Eifer für sein Amt, in seinem Gebetsgeist, in seiner Neigung und Absicht, indem er besonders das eine Notwendige im Auge hatte, zu echter Vaterlandsliebe erzog und die beste Lehrweise anwendete.(Seine herrlichen Gleichnisse.) Weiter stellte der Redner den göttlichen Heiland als das Vorbild des Lehrers in seinem Beispiele dar und schloß mit dem Gedanken: Constantin gewann den Sieg im Zeichen des h. Kreuzes über seinen starken Gegner Maxentius. Auch wir werden mit dem göttlichen Heiland siegen, wenn wir ihm un verbrüchlich treu bleiben. Zu der Versammlung erschienen auch Herr Weihbischof Dr. Schmitz und Herr Domkapitular Velten. Ersterer hielt eine begeisterte Anrede, die ungefähr folgenden Wortlaut hat: „Einer ist Euer Lehrer, Jesus Christus". Sie haben, meine lieben Lehrer, sich hier versammelt, um durch Gebet und durch das hl. Opfer den Segen Gottes über Ihre Beratungen herabzuflehen. So ist es recht. Wenn der Landmann ausgeht, seinen Samen auszustreuen, so erhebt er sein Herz, um den Segen Gottes über die ausgestreute Saat zu erflehen. Denn„nicht der ist etwas, der da pflanzt und begießt, sondern der, welcher das Gedeihen giebt". Gilt dieses schon von dem gewöhnlichen Samenkorn, dann gewiß von dem kostbarsten Samen, den Lehrer ausstreuen in die Herzen der Kinder. Um das Kind vereinigen sich alle Interessen der Gegenwart. Es beugt sich über das Kind die hl. Kirche, welche es in der hl. Taufe zum Kinde Gottes geweiht; es beugt sich über das Kind der Vater mit seinem wachsamen Auge, die Mutter mit ihrem liebenden Herzen; es beugen sich über das Kind die hl. Engel Gottes, die seinen Fuß be wahren, damit es denselben nicht an einem Stein verletze; es beugt sich über das Kind Jesus Christus selbst, der unter allen Geschöpfen keines so geliebt hat, wie das Kind. Nur zwei hat Christus der Herr gesegnet, die Apostel und die Kinder. Alle Liebe des Kindes kommt von Christus, dem Herrn. Vor Christus hat die Welt wohl das Kind des Fürsten und des Gebildeten geliebt, aber das Kind des Volkes und des Arbeiters fand keine Liebe. Erst Christus hat die Liebe zum Kinde des Volkes in die Welt gebracht. Wollen Sie darum Liebe zu Ihren Kindern bewahren, dann stellen Sie sich in den Dienst Christi. Christo dienen, heißt der Wahrheit dienen und die Kinder in der Wahrheit erziehen, Christo dienen, heißt Tugend echt und wahr in die Herzen einsenken. Im Dienste Christi stehen, heißt das Kind erziehen für ihn, das ihm allein gehört, der für das Kind sein Blut dahingegeben hat. Sagen wir darum oft mit der hl. Theresia:„O Herr, ich denke nicht an mich, sondern an Dich und Deine Ehre." Vom seligen Bischof Wittmann von Regensburg heißt es:„Er sah Christus, liebte Christum, diente Christo." Möchten wir dieses auch von uns sagen können: Ich sehe Christum, liebe Christum und diene Christo in den Kindern, die mir in meine Hand gegeben sind. Wir alle haben zwar eine mühsame und schwere Arbeit zu verrichten. naturalistischen Nuance willen im letzten Akte sogar den hektischen Husten imitierte. Die Duse hat solche Effekte nicht nötig; sie benutzt nicht einmal die Mittel deklamatorischer Farbengebung, die der Dichter freigebig bietet. Es sehlen ihr selbst die Vorzüge, die sonst auf der Bühne ihres Sieges sicher sind: die Frische knospender Iugend, der bestrickende Zauber eines volltönenden Organes— aber alles das vergißt man, sobald sie in Aktion tritt, denn sie verfügt über Mittel, wie sie kaum einer anderen Künstlerin zu Gebote stehen, sie hat Nerven, die ihr unter allen Umständen gehorchen, ein Mienenspiel, das jeden Ausdruck, jede Seelenregung wiederzugeben im stande ist. Selbst im höchsten Affekt hebt sie die Stimme kaum, im Gegenteil, das Organ klingt rauh, wie gebrochen, als ob die Halsnerven den Dienst versagten, und die erbleichenden Züge, die Lippen, die Augen vor allem reden in so eindringlicher Sprache, daß es der begleitenden Worte nicht bedarf, um den augenblicklichen seelischen Zustand zum faßbarsten ergreifendsten Ausdrucke zu bringen. Und selbst die Hände reden mit; alle Empfindungen hingebender Zärtlichkeit, gekränkten Ehrgefühles, verzweifelnder Entsagung werden in diesem nervösen Spiel der Hände dem Zuschauer vermittelt. Diese künstlerische Eigenart, die sich mit der tiefsten geistigen Durchdringung der dichterischen Idee verbindet, erzeugt in uns die Vorstellung, daß wir nicht eine Reproduktion vor uns sehen, sondern das Original, das dem Dichter vorgeschwebt hat, und das ist der höchste Triumph der darstellenden Kunst. Mochte darum gestern die Künstlerin in fremdem und der überwiegenden Mehrzahl der Zuschauer unverständlichem Idiom reden— man verstand sie dennoch in jeder Situation, das bewies der stürmische Beifall, den jede Szene hervorrief. Geradezu erschütternd wirkte die Sterbescene, deren Nuancen sich kaum eingehend würdigen lassen. ZZunächst sei des kleinen aber charakteristischen scenischen Arrangements gedacht, das an die Vorschriften des Dichters sich nicht kehrte, aber mit feinstem Geschmack und innigstem Verständnis der Entwickelung des Charakters angepaßt erschien. Sehnsucht und Hoffnung halten das enteilende Leben nur noch mühsam zurück; endlich erscheint der Geliebte, und vom Sonnenglanze vollen reinen Glückes umflutet flammt die Lebenskraft des dem Tode verfallenen Mädchens noch einmal mächtig empor, um dann in langsamen Zuckungen zu verlöschen. Mit dem Namen Armandos auf den Lippen stirbt Margherita; Armando! tönt es in schmerz= und angstdurchzucktem Glücke hauchend zu uns herüber— der Tod hat sein Opfer, das die Liebe ihm vergebens abzuringen bemüht war. Man merkt den Unterschied zwischen Dichtung und Darstellung, aber man darf kühn behaupten, daß die feinere Empfindung und die Konsequenz bei der Künstlerin sich findet. Der letzte Akt ist ein Meisterstück, das allein den Besuch des Theaters lohnt. Von ihrem italienischen Ensemble wurde die Künstlerin durch flottes Zusammenspiel wirksam unterstützt; in besonders hervorragender Weise gab Herr de Sanctis den Armando, doch auch er mußte zurücktreten vor dem Interesse, das Eleonore Duse an sich fesselte. Von dem Säemann im Evangelium heißt es: Einiges Samenkorn fiel auf den Weg, einiges auf einen Felsen, anderes unter die Dornen. Geht es nicht auch so dem Lehrer? Giebt es nicht Familien, in denen das Kind erzogen wird zur Auflehnung gegen jegliche Autorität? Wahrlich, ein schweres Joch ist der Lehrerstand— man sagt, ich möchte verzweifeln. Die heidnische Welt kannte keine Volkslehrer, wohl Philosophen. Das Kind des Volkes mit all seinem Elend, seinen geistigen Schwächen hat das Heidentum nicht verstanden. Erst von Christus haben wir gelernt, Mitleid zu haben mit dem Elend und die geistigen Schwächen desselben in Geduld, unüberwindbarer Geduld und christlicher Geduld zu ertragen. Die Knechte des Hausvaters traten zu ihm und sagten:„Hast Du nicht guten Samen auf Deinen Acker gesäet? Woher das Unkraut? Willst Du, daß wir es ausreißen?" Das war menschlich gedacht. Dieselbe Frage stellen wir auch oft: Woher das Unkraut der Undankbarkeit, des Hochmutes, das Unkraut der Sünde und des Lasters? Das hat der Feind gethan, sagt der Herr. Und er ruft uns zu: Ertraget das Unkraut bis zum Ende der Welt. Lasset es in Geduld wachsen bis zum großen Erntetage. Dann wird der Herr euch reichlich lohnen. Suchen wir vor allem im Gebete Kraft und Stärke. Die Geduld lernen wir nirgendwo anders als im Gebete. Seien wir Männer des Gebetes! Von dem berühmten Maler Finsole wird erzählt, daß er betend malte und malend betete. Auch wir müssen betend lehren und lehrend beten. Unsere hl. Kirche hat die Vorschrift gegeben, daß beim Zubereiten der hl. Hostien unaufhörlich gebetet werde. Sie bilden die Herzen der Kinder, die da, ähnlich wie die hl. Hostien, aufnehmen Jesus Christus. Bilden Sie diese Herzen, indem Sie erziehend beten und betend erziehen. Nimm das Kind und erziehe es für mich, rust Euch Christus zu, erziehe es für mich, und wenn Du es für mich erzogen, werde ich Dein überaus großer Lohn sein in Ewigkeit. Nach einer weiteren herzlichen Begrüßung durch den Delegierten Sr. Eminenz, Herrn Domkapitular Lic. Velten, hielt Herr Lehrer Nießen(Ober=Mettmann) einen Vortrag über das Thema:„Zur Geschichte der Pädagogik nach christlichen Grundsätzen unter besonderer Berücksichtigung der katholischen Pädagogen." Der Redner führte aus, daß leider viele der bisherigen, selbst umfangreichern Darstellungen der Geschichte des Erziehungs= und Unterrichtswesens zu einseitig seien; die katholischen Pädagogen seien zu wenig berücksichtigt. Pflicht unserer Zeit sei es, die Schätze der katholischen pädagogischen Klassiker zu heben, zu verwertenf und zur verdienten Anerkennung zu führen. Das Endziel der Bestrebungen müsse auf die einheitliche Zusammenfügung des pädagogischen Stoffes, auf die Bearbeitung einer umfassenden„Geschichte der Pädagogik nach christlichen Grundsätzen" gerichtet sein. Diese soll indeß nicht einseitig die Verdienste nur katholischer Pädagogen hervorheben, sondern auch den Lebensgang und die Grundsätze anderer, insbesondere christlicher Pädagogen berücksichtigen, und die Verdienste moderner Pädagogen achten, aber auch die Mängel und Gefahren ihrer Systeme aufdecken.„In der Wertschätzung christlicher Pädagogen und im Kampfe gegen eine glaubenslose Pädagogik reichen wir den nichtkatholischen, aber gläubigen Lehrern gern die Bruderhand.“ und Provinzielles. Düsseldorf, 18. April * Am nächsten Sonntag, den 21. April veranstaltet die Gesang=Abteilung des Vereins christlicher Arbeiter und Handwerker im Saale des St. Paulnehauses eine musikalisch=theatralische Abendunterhaltung. Das sehr reichhaltige Programm für diesen Abend weist eine ganze Anzahl neuer Nummern auf, von denen heute nur das Lustspiel der„Hofdichter“ als ein durchaus originelles, die Heiterkeit erregendes Stück hervorgehoben werden soll. Wer sich einen vergnügten Abend verschaffen will, versehe sich rechtzeitig mit einer Karte, die im St. Paulushause zu haben sind. Der Anfang ist auf 6 Uhr festgesetzt. * Gestern mittag gegen 1 Uhr entstand durch unaufgeklärte Ursache in dem Lagerraume der Firma L. W. Cretschmar Feuer. Die schnell gerufene Feuerwehr rückte mit 2 Wagen zur Brandstätte. Strohwische und Fässer mit Schmieröl wareu in Brand geraten, das Oel floß reichlich zur Erde. Der Brand hätte eine ungeheure Ausdehnung gewinnen können, wenn das Feuer nicht rechtzeitig entdeckt worden wäre; denn in dem Lagerraume waren noch mehrere hundert Fässer mit Petroleum ausgespeichert. Um 2 Uhr konnte die Feuerwehr wieder ins Depot zurückfahren. * Im Besitze zweier als Ladendiebinnen bekannter Mädchen wurden folgende, vermutlich gestohlene Gegenstände vorgefunden: 6½ Meter modefarbigen Damenkleiderstoff, Crépe armure genannt, und ein Paar Damenzugstiefelchen, ganz neu, mit halbhohen Absätzen, vorne aufgelegten durchlochten Spitzen, Nr. 395, welche auf den Sohlen den Stempel tragen:„Einigkeit macht stark, Deutsche Schuhfabrik Erfurt.“ Die Sachen können im Bureau der Kriminal=Abteilung im Polizei=Amt am Markt, Zimmer 76, besichtigt werden. * Gestern wagte sich am Quai in der Dammstraße, wo der besseren Verladung halber das Geländer weggenommen war, ein Mann zu weit über die Böschung vor, fiel in ein dort befindliches Schiff und brach ein Bein. Ein Unteroffizier des Husaren=Regiments kam vorgestern abend um ½10 Uhr aus der Stadt heim in die Kaserne, und gestern morgen 4 Uhr ging er wieder fort. Seitdem ist er nicht wiedergekommen. An seinem zurückgelassenen Säbel wurden Blutspuren gefunden, und man vermutet, daß er am Dienstag abend mit jemandem Streit gehabt und diesen verletzt hat. Es ist darüber jedoch noch nichts ermittelt. :[ Einem Arbeiter wurde in voriger Woche auf der Baustelle die Taschenuhr gestohlen. Am Montag war er bei einem Uhrmacher, um sich eine neue zu kaufen, und fand zu seinem Erstaunen die gestohlene Uhr dort zur Reparatur. Der Dieb, ein Mitarbeiter des Bestohlenen, wurde ermittelt. :[ Ein Kaufmannslehrling hatte einem Freunde, der bei den Jägern diente, eine Postkarte geschrieben und Witze über die„Mutter der Compagnie“ gemacht, auch das Wort„Unteroffizier" zu einer unpassenden Form verarbeitet. Die Karte kam dem Bataillons=Kommandeur zu Gesicht, und da es bei den Jägern keine Unteroffiziere giebt, sondern Oberjäger, so bezog der Kommandeur das mißgestaltete Wort auf die Offiziere und stellte gegen den Lehrling Strafantrag wegen Beleidigung des Offiziercorps. Gestern verhandelte das Schöffengericht gegen denselben und sprach ihn frei. Die Sache wurde aufgefaßt als ein unüberlegter Scherz des jungen Menschen ohne beleidigende Absicht. Am Montag nachmittag spazierte ein Arbeiter mit seiner Frau den Rhein entlang, kam auch an einem Lager Burschen vorbei, die dort dem Branntwein zusprachen und Harmonika spielten. Sie belästigten den Mann und seine Frau, und als der Mann sie zurückwies, fielen sie über ihn her und mißhandelten ihn. Die Burschen wurden dieserhalb angezeigt. )l Sitzung des Schöffengerichts vom 17. April. Am 15. März waren die Katharina O. und die Margareta M. in der Ulanenkaserne. Die O. benutzte die Gelegenheit und stahl einem Unteroffizier die Uhr aus der Tasche. Dieses Diebstahls war sie heute angeklagt, leugnete jedach und schob die Schuld auf die M.; gab aber zu, daß diese die Uhr versetzt und sie beide den Erlös geteilt hätten. Das Schöffengericht verurteilte sie nach dem Antrage des Herrn Amtsanwalts zu einem Monate Gefängnis.— Maschinist Julius M. war angeklagt, seine Frau nicht unterstützt, sie vielmehr mißhandelt zu haben. Die Frau verweigerte heute ihr Zeugnis. Ein Polizeiwachtmeister als Zeuge sagte aus, der Mann habe polizeiliche Hülfe in Anspruch genommen, weil ihn die Frau nicht habe in die Wohnung lassen wollen. Ferner wurde erwiesen, daß M. seiner Frau Geld angeboten, sie aber dasselbe ausgeschlagen hatte. Es erfolgte deshalb seine Freisprechung.— Johann C., Tagelöhner hier, war ebenfalls angeklagt, seine Frau nicht unterstützt zu haben. Auch er wurde freigesprochen. * Neuß, 17. April. Im Anschluß an die Schlußfeier in der städtischen Kravatten=Nähschule fand eine Sitzung des Kuratoriums der Schule und der KravattenFabrikanten statt, in welcher folgende Erklärung beraten und von den Fabrikanten angenommen wurde: „Die unterzeichneten Kravatten=Fabrikanten in Neuß verpflichten sich, gegen Zahlung einer Konventionalstrafe von Einhundert Mark vom 1. Oktober 1895 ab keine Arbeiterin in Beschäftigung zu nehmen, welche nicht im Besitze eines Reifezeugnisses der hiesigen städtischen Kravatten=Nähschule ist. Arbeiterinnen, welche vor dem 1. Oktober 1895 selbständig als Kravattennäherin thätig waren, dürfen auch fernerhin, ohne das erwähnte Zeugnis, Beschäftigung erhalten. Die Kravattenfabriken sind jedenfalls verpflichtet, den Nachweis der selbständigen Thätigkeit bei der hiesigen Ortskrankenkasse zu erfragen. Die Feststellung der Konventionalstrafe steht unter Ausschluß weiterer Beschwerde dem Kuratorium der städtischen Kravattennähschule zu. Neuß, den 15. April 1895. Folgen die Unterschriften." Ferner wurde beschlossen, den entlassenen Schülerinnen auf Wunsch die für die Kravattennäherin zweckmäßigste und beste Maschine anzuschaffen und Selbstkostenpreis auf Abschlagzahlungen zu überlassen. Die Abschlagzahlung beträgt wöchentlich mindestens 1 Mark. * Aplerbeck,(Kreis Hörde), 16. April. Auf Zeche„Freier Vogel und Unverhofft“ wurde der Lehrhauer Junghold durch hereinbrechende Kohlenmassen erschlagen. Auf der Aplerbecker Hütte wurde dem Arbeiter Derckmann von der Kurbel des Hebekrans der Schädel zertrümmert. * Dortmund, 16. April. Eine neue KohlensaureQuelle ist in Herste bei Driburg in Westfalen entdeckt und angebohrt worden. Auf einer ca. 200 Schritt umfassenden Moorfläche war die Gasentwicklung eine so heftige, daß eine Anzahl größerer und kleinerer Wassertümpel auf derselben beständig in wallender Bewegung waren. An dieser Stelle wurde das Bohrloch angesetzt, dem bereits bei 7 Meter Tiefe ein so heftiger Gasstrom entquoll, daß die Arbeiter, die so lange ohne besondere Schutzmaßregeln thätig gewesen waren, ohnmächtig wurden. Unter immer zunehmender Gasausströmung, die bald von einem weithin hörbaren Pfeifen begleitet war, erreichte man 133 Meter Tiefe, als plötzlich eine heftige Explosion erfolgte. Bohrschwamm, Sand, Steine und Wasser wurden 20 Meter emporgeschleudert, so daß man in einer Tiefe von 147 Meter das Weiterbohren einstellen mußte. Man hat es mit einer Quelle chemisch reiner Kohlensäure zu thun. Das„Rheinische KohlensäureSyndikat", welches die Quelle erbohrt hat, will das Gas zur Darstellung flüssiger Kohlensäure benutzen. * Dortmund, 17. April. Unsere Eisen=Industrie scheint die Krisis zum Teil überwunden zu haben; mit dem Beginn der Sommermonate nimmt nämlich dieser Erwerbszweig einen erfreulichen Aufschwung. Das Eisen= und Stahlwerk Hösch, welches bekanntlich vor einiger Zeit genötigt war, statt der Doppelschicht die einfache Tagesschicht einzuführen, wird den vollen Doppelbetrieb in allen Abteilungen wieder aufnehmen. Falls die Arbeiter(solche werden fortwährend angenommen) schon im Laufe dieser Woche zusammen sind, wird bereits am nächsten Montag mit dem Doppelbetriebe wieder begonnen werden. Diese erfreuliche Thatsache rührt daher, daß es dem Werke gelungen ist, auf dem Eisenmarkte vorteilhafte Käufe und Abschlüsse zu machen. Auch von den übrigen Werken, wie z. B. der„Union" und den Werken in der Umgegend, sind ähnliche günstige Nachrichten zu melden. Vorstehendes wird gewiß mit Freuden begrüßt werden. * Hagen, 17. April. In die hehre Feier des Österfestes tönte als ein schriller Mißton die Kunde von einem doppelten, furchtbaren Verbrechen, welches gestern abend hier verübt worden ist. Der Fabrikarbeiter F., verheiratet und Vater von zwei Kindern, machte am Nachmittage des zweiten Östertages mit seinem Schwager, dem Fabrikarbeiter R. einen Spaziergang in den Wald. Wie es gelegentlich solcher Anlässe oft der Fall ist, fehlte auch hier die Schnapsflasche nicht. Am Abend kehrten beide zusammen zurück. R. war stark betrunken, während F. seiner Sinne noch mächtig war. Beide kehrten in einem Wirtshause ein. Als sich nun R. auf einem Nebenwege begiebt, folgt ihm F. und schneidet ihm buchstäblich den Hals durch. R. rafft noch seine letzte Kraft zusammen und läuft in die Wirtschaftsräume, wo er tot zusammenbricht. Da fällt in der Nähe ein Schuß, und kurz darauf bringt einer der Gäste die Kunde:„F. hat sich eine Kugel durch den Kopf gejagt!" * Siegburg, 16. April. Am Karsamstag ist ein hiesiger Reutner, der in Krautscheid auf die Schnepfenjagd gegangen war, auf dem Jagdterrain tot aufgefunden worden. Man vermutet, daß, als der Jäger über einen Graben sprang, das Gewehr sich entladen hat. Der Schuß hatte ihm laut der„D. Rchsztg.“ den Kopf zerschmettert. * Metz, 16. April. Ein hiesiger Milltär=Auditeur, ber bei den Soldaten wegen seiner außerordentlichen Strenge den Spitznamen der„Blutrichter“ hatte, ist seit Dienstag avend spurlos verschwunden. In der Stadt sind ganz unglaubliche Gerüchte über dieses Verschwinden in Umlauf. Der Bursche des Verschwundenen ist verhaftet und die Militär=Behörde entfaltet eine fieberhafte Thätigkeit, um den Verschwunden aufzufinden und Licht in die Angelegenheit zu bringen. Vermischtes. * Der Bau einer Eisenbahn auf die Jungfrau ist bekanntlich seitens den schweizerischen Bundesrates dem Ingenieur Guyer=Zeller in Zürich genehmigt worden. Gegen den Bau trugen die Behörden fast noch mehr sanitarische als technische Bedenken. Sein Gesuch um die Konzession einer Eisenbahn von der kleinen Scheidegg über Eiger und Mönch auf den Gipfel der Jungfrau begleitete daher Guver=Zeller mit fünf Gutachten. Es befaßten sich namentlich die Gutachten der Professoren Regnard=Paris und Kronecker=Bern mit der gesundheitlichen Seite des Unternehmens. Professor Kronecker gelangte zu folgenden Sätzen: Gesunde Menschen können eine passive Beförderung bis auf 4000 Meter ohne objektive Schäden an ihrer Gesundheit und ohne subjektive Beschwerden ertragen. Es sollte aber allen bergungewohnten Passagieren abgeraten werden, länger als 2 bis 3 Stunden auf der Gipfelstation zu verweilen. Den Bauarbeitern und Bahnbeamten sollte vor Begiun ihrer Thätigkeit Gelegenheit gegeben werden, ihre Bergfähigkeit zu erproben, eventuell sich zu akklimatisieren. Ferner sollte ein Arzt angestellt werden, welcher die Reisenden auf deren Wunsch und Kosten untersuche und denjenigen, bei welchen er bedenkliche Affektionen des Herzens und der Luftwege wahrnehme, von der Fahrt abraten. Hierdurch würde die Bahnverwaltung von aller Verantwortlichkeit frei sein und sie würde zugleich zeigen, daß sie auf das Wohl der ihr anvertrauten Passagiere möglichst bedacht ist. Am 26. Dezember 1894 hat, wie bekannt, die Bundesversammlung die Konzession zum Bau einer Eifenbahn von der kleinen Scheidegg über Eiger und Mönch auf die Jungfrau dem Herrn GuyeiZeller zu Händen einer zu bildenden Aktiengesellschaft erteilt. In Artikel 8 wurde folgender Vorbehalt gemacht:„Der Bundesrat wird die Genehmigung der Detailpläne für diejenigen Strecken, welche höher als die Station Eiger((twa 3200 Meter über dem Meer) liegen, erst dann erteilen, wenn nachgewiesen sein wird, daß der Bau und Betrieb der Bahn in Bezug auf Leben und Gesundheit der Menschen keine ausnahmsweisen Gefahren nach sich ziehen werde." Die Detailpläne hat Guyer=Zeller dem Bundesrate bis jetzt nicht eingereicht, dagegen ersuchte er den Bundesrat, er möchte den erwähnten Vorbehalt fallen lassen. Die Sache gelangte noch nicht vor den Bundesrat, dieser scheint indessen geneigt zu sein, dem Konzessionär eine allgemeine, beruhigende, jedoch nicht vorbehaltlose Erklärung abzugeben. In Guyer=Zeller nahestehenden Kreisen wird behauptet, das Finanzsyndikat für die Jungfraubahn sei perfekt. Die vollständige Fianzierung und der Baubeginn sei nur gehemmt worden durch die zwischen Guyer und dem Bundesrat schwebenden Auseinandersetzungen. In Bundesratskreisen dagegen hört man die Meinung äußern, GuyerZeller habe Mühe, das Projekt zu finanzieren; er suche nun den Schein zu erwecken, der Vorbehalt in der Konzession und der Bundesrat seien daran Schuld, daß die Sache nicht vorwärts gehe. Die verschiedenen Bergbahnen im Berner Oberland wären froh, wenn die Jungfraubahn bald in Angriff genommen würde, da sie davon ein Steigen ihrer Aktien erwarten. * Vom Harze, 16. April. Während im Vor= und Unterharze der Schnee verschwunden ist, muß im Oberharze die Post stellenweise noch auf Schlitten befördert werden. Seit einigen Tagen ist die Personenpost Clausthal=Andreasberg wieder aufgenommen worden; da der Schnee auf dieser Strecke stellenweise noch bis 1 Meter hoch liegt, stellenweise eber verschwunden ist, so wird die Post mit großer Mühe auf verstellbaren Schlitten und auf Rädern befördert. :Anlwerven, 18. April.(T.) Gestern abend entlud sich über Antwerpen ein furchtbares Gewitter, welches großen Schaden anrichtete. Das Rubens=Denkmal wurde vom Blitze getroffen und erheblich beschädigt, einige Marmortafeln wurden zersplittert. Im Hafen wurden vier Personen von durchgehenden Pferden verwundet; zwei davon starben bald darauf im Spital. * Laibach, 17. April. Am ärgsten ist durch das Erdbeben der Stadtteil am linken Laibachufer mitgenommen; jedes Haus weist größere Beschädigungen auf. Sehr stark litten Landestheater, Sparkasse, Postgebäude, Casino und Museum. Soweit bisher bekannt, wurden eine achtzehnjährige Magd und ein Ehepaar, das eine Wirtschaft betreibt, sofort getötet, von den Schwerverletzten sind zwei ihren Verwundungen erlegen. Schwer verletzt wurde auch die Gattin des Landeshauptmanns Detela. Aus dem Spital, das 300 Kranke beherbergte, wurden 100 sofort entlassen, 200 in Zelten untergebracht. Die Garnison, 2000 Mann stark, lagert ebenfalls unter Zelteu. Die Polizei ließ noch Sonntag nachts eine größere Anzahl bedenklicher Personen festnehmen, um Diebstähle hintanzuhalten; thatsächlich erfolgte auch bisher keine Diebstahlsanzeige. Ueber 1000 Personen verließen die Stadt. Die Papierfabrik Leykam= Josefsthalz wurde gehördlich gesperrt Die Hoffnung, daß die Erdstöße nachlassen würden, hat sich nicht erfüllt. Die ganze Nacht und heute vormittag wurden fortgesetzt Erdschwankungen wahrgenommen, wodurchsdie Angst der Bevölkerung neue Nahrung erhält. Die Schäden an den Häusern werden immer größer; weitere Gebäude sind bereits eingestürzt. * Brüssel, 17. April. Im südlichen Belgien ist ein vier Sekunden dauerndes Erdbeben beobachtet worden. Die Stadt Nimy, nördlich von Mons, ist besonders heimgesucht worden. Die Kirche und mehrere Häuser sind beschädigt. Der Bevölkerung demächtigte sich großer Schrecken; es ist jedoch niemand verletzt. * Madrid, 17. April. Heute wurde vom Bischof ein feierlicher Gottesdienst zum Gedächtnis der bei dem Untergang der„Reina Regente" Umgekommenen abgehalten. Demselben wohnten die Königin, die Infantinnen, das diplomatische Corps, die Minister, die Generalität, sowie zahlreiche Senatoren und Deputierte bei. * Mailand, 17. April. Während der Artillerie=Schiepversuche bei Genua löste sich heute vormittag beim Abfeuern eines schweren Geschützes der Verschluß. Zwei Artilleristen wurden lebensgefährlich, mehrere andere leicht ver* Ein seltsames Ehrenbürgerrecht. Eine Pfälzerin hat, nach den„H. N.“, an Bismarck ein Glückwunschschreiben gerichtet, in welchem es heißt:„An dem Tage, wo ganz Deutschland ihn zum Ehrenbürgerrecht bittel, habe ich es gewagt, Se. Durchlaucht zum Ehrenbürger meines Herzens zu ernennen." Sollte die erfahren haben, daß der Fürst Wittwer ist? Möglich wär's. Privatdepeschen des Düsseld. K Berlin, Donnerstag, 18. April. Der Kaiser entsandte gestern seinen Generaladjutanten von Hahnke an das Krankenbett des Herrn von Kotze, dessen Befinden so gute Fortschritte macht, daß er früher als ursprünglich angenommen wurde, etwa in drei Wochen, aus dem Krankenhause wird entlassen werden können. Die Teilnahme der Hof= und aristokratischen Kreise ist noch sehr lebhaft; selbst aus auswärtigen Höfen sind zahlreiche Anfragen an Herrn v. Kotze gelangt. — Hiesigen Blättern wird aus Stuttgart gemeldet, daß dem Vernehmen nach die württembergische Regierung entschlossen ist, im Bundesrate gegen die Umsturzvorlage zu stimmen. X Antwerpen, Donnerstag, 18. April. In Börsenkreisen ist die Erregung über das plötzliche Steigen der Petroleumpreise unbeschreiblich. Man schreibt dieses plötzliche Steigen der Preise der Habgier des Monopol=Syndikats zu, welches über das Petroleum vollständig verfügt. †† Rom, Donnerstag, 18. April. Das Strafverfahren gegen die der Bestechung verdächtigen Geschworenen aus dem Banca Romana=Prozeß wurde wegen mangelnder Beweise eingestellt. — In vatikanischen Kreisen legt man der Ankunft der beiden russischen Priester Sabler und Tolstoi, welch letzterer eifrig für die Verelulgung der orientalischen Kirche mit der römischen eingetreten ist, große Wichtigkeit bei. (:) Newyork, Donnerstag, 18. April. Der Marschall Martinez Campos ist gestern in Buba eingetroffen und wurde von einer begeisterten Menge empfangen; der Marschall forderte sofort die Insurgenten auf, ihm Delegierte zu senden, damit er mit ihnen über die Lage beraten könne. Die Rebellenführer haben jedoch diesen Vorschlag abgelehnt. Neuß, 18. April.(Telegr.) Weizen, neuer kleiner, Winter 14,30, Weizen neuer engl. Aussaat 13,30, 2. Qual. 12,50. Roggen, 1. Qual. 11,20, 2. Qual. 10,20. Buchweizen per 100 Ko. 1. Qual. 14,00, 2. Qual. 13,00. Hafer, 1. Qual. 11,00, 2. Qual. 00,00. Raps, 1. Qual. 19,75, 2. Qnal. 18,7 Aveel(Rübsen) 00,00 26,—. Roggenstroh Rüböl per 100 Ko. 46, 1000 Ko. 78,00, Kleien per 50 Kilo. 4,20 Köln, 17. April. Weizen ohne Sack die 100 Kilo vorrätig hiesiger M. 13,00—13,50 B., fremder 13,00—15,00 B. Roggen ohne Sack die 100 Kilo vorrätig hiefiger 11,00—11,50 B., fremder 12,50—13,50 B. Hafer ohne Sack die 100 Kilo hiesiger M. 11,50—12,25 B., fremder 13,00—14,00 B. Köln, 4. April.(Telegr.) Kleiner Viehmarkt. Zugetrieben: 930 Schweine, verkauft 1. Qual. zu M. 47—49, 2. Qual. M. 45—46, 3. Qual. M. 42—44 die 50 Kilo Schlachtgewicht. Geschäft flau; Ueberstand. Düsseldorf, 18. April. Rheinst. 3,18— 0,10. Wind S Therm.+ 11. Barom. 27-11. Mannh., 17. April 4,39— 0,15 Mainz, 17. April. 2,00— 0,07 Bingen, 17. April. 2,42— 0,06 Caub, 17. April. 2,82— 0,07 Coblenz, 17.April. 3,00— 0,07 Trier, 17. April. 0,91— 0,12 Köln, 17. April. 3,29— 0,08 Ruhrort, 17. April. 2 96— 0,10 Sa Erstes Special=Geschäft für ni- Kandl-Anschluss, Hausentwässerung. tats ff. Referenzen.— Billigste Preise. haus. Jos. Schwärmer, Kasernenstraße 25. I Es hat Gott in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute nacht gegen ½3 Uhr unsern lieben Sohn, Bruder, Neffen und Vetter, den wohlachtbaren Jüngling Heinrich Dubbel, in die Ewigkeit abzurufen. Er starb infolge einer ihm von ruchloser Hand meuchlings und anlasslos beigebrachten Verwundung nach zweitägigem Schmerzenslager, gestärkt durch den Empfang der hl. Sakramente, sanft und gottergeben, in noch nicht vollendetem 28. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten Die tiefgebeugten Hinterbliebenen. Düsseldorf, Aachen, Herbesthal und Schwerte, den 15. April 1895. Die Beerdigung findet statt am Freitag, den 19. d. M., nachmittags 3 Uhr, vom Marien-Hospital aus; die Exequien an demselben Tage, morgens 7¼ Uhr, in der Marien-Hospitalkirche. Das gestiftete Jahrgedächtnis für die verstorbene Frau Gertrud geb. Bergmann, findet Freitag, den 19. April, morgens ½10 Uhr, in der St. Andreaskirche statt. In unser Gesellschafts=Register wurde unter Nr. 1267, woselbst eingetragen steht die offene Handels=Gesellschaft in Firma„Emil Funcke“ hier mit Zweigniederlassungen in Hamburg und Charlottenburg, heute folgendes vermerkt: In Frankfurt a. M. ist/ eine Zweigniederlassung errichtet. Düsseldorf, den 10. April 1895. Königl. Amtsgericht. Bekanntmachung. In dem diesjährigen Zurückstellungs=Verfahren(Klassifikation) für die Mannschaften der Reserve, der Land= und Seewehr sind die Anträge der nachbenannten Personen als begründet anerkannt und berücksichtigt worden: 1. Wirt Leopold Konen, 2. Fabrikant Karl Herhahn, 3. Schreinermeister Hrch. Fuchs u. 4. Ackerer Hubert Karl Querling. Düsseldorf, den 10. April 1895. Der Civil=Vorsitzende des Aushebungs=Bezirks Düsseldorf Stadt. I. B.: Greve. Stellenvermittelung des Augustinus-Vereins zur Pflege der kath. Presse. Angebote(bei Stellenbewerbungen keine Originalzeugnisse, für letztere keinerlei Garantie) mit der angeg. Nr. und den entspr. Freimarken zur Weiterbeförderung an den Gen.Sekr. des Aug.- Vereins Jordan, Crefeld. Für jede spätere Anfrage Rückporto erforderlich. Nr. 229. Tägl. Centramsblatt nebst Druckerei zu verkaufen für 12 000M. Kleine Anzahlung. Nr.221 Tägl. Zeitung (Centrum) und damit verb. Buchhandlung steht zu verkaufen. Geringe Anzahlung. Verdingung. Die Arbeiten für die Neu= und Umpflasterungen in hiesiger Stadt sollen in 3 Lose geteilt, öffentlich vergeben werden. Es umfaßt: Los I 4384 cbm Erd= und 7525 gm Pflasterarbeiten, „ II 3174„„„ 7508„ „III 2010„„„ 7356„ nebst den zugehörigen Bettungs= und Steinhauerarbeiten. Verschlossene Angebote für sämtliche Arbeiten auf alle oder einzelne Lose mit der Aufschrift:„Angebot auf Neuund Umpflasterungen", werden bis Samstag; den 27. April 1895, vormittags 11 Uhr, entgegengenommen, zu welcher Zeit dieselben im Rathause, Stube Nr. 51, in Gegenwart etwa erschienener Anbieter geöffnet werden. Kostenanschläge und Bedingungen liegen ebendaselbst zur Einsichtnahme aus. Auch können Letztere gegen Einzahlung von 1,50 Mark in Empfang genommen oder gegen Einsendung von 1,70 Mark postfrei bezogen werden. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Düsseldorf den 13. April 1895. 793 Der Oberbürgermeister. Zwei ordentliche katholische Fuhrknechte gesucht. 791 Oberbilk, Stoffelerstraße 72. Bekanntmachung. Der Plan über die Herstellung einer elektrischen Kleinbahn vom Bahnhofe Düsseldorf=Grafenberg nach Rath auf dem früheren Bahnkörper der sogenannten unteren Ruhrthalbahn liegt in Gemäßheit des Gesetzes über Kleinbahnen u. Privatanschlußbahnen vom 28. Juli 1892, vom 20. April cr., bis einschließlich den 3. Mai cr., innerhalb der gewöhnlichen Bureaustunden auf dem Rathause, Stube Nr. 28, zu Jedermanns Einsicht offen. Während dieser Zeit kann jeder Beteiligte im Umfange seines Interesses Einwendungen gegen den Plan erheben, welche bei dem Oberbürgermeisteramte schriftlich einzureichen od. zu Protokoll zu geben sind. Düsseldorf, den 17. April 1895. Der Oberbürgermeister. J. V.: Dr. Wülffing. Ein verheirateter Commis wünscht abends schriftliche Arbeiten sofort gesucht. 801 Fsen a. d. Rihr, Sitermannun 13 Ein Lehrling, Kondtori Joseph Miersorf, 797 Grafenbergerstraße 15. Sarmonium. 2 Spiel 9 Reg., 5 Oktaven, neu, Umständeh. f. n. 225 M. Näh. bei H.Richartz, Commern. Tüchtiger Fuhrknecht gegen hohen Lohn gesucht. 766 Bäckerstraße 4. Braves katholisches welches alle Hausarbeit versteht, 1. Mai gesucht. Off. unter W. K. 119 an die Exped. d. Bl. 788 lchtg Mädchen Hausarb gesucht. Grafenbergerstraße 1a. Eine kath. Person gesetzten Alters, in der besseren u. bürgerlichen Küche, sowie allen Zweigen des Haushalts gründlich erfahren, sucht Stelle als Haushälterin zu Juni oder nach Uebereinkunft in kath. Haushalt. Gefl. Oss. u. A. W. 116 an die Geschäftsstelle d. Bl. 753 tgsMädchen vom Lande für alle Hausarbeit gesucht. 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Auf Verlangen können die Schülerinnen im Kloster zu Mittag speisen und die Zeit bis zum Beginn des Nachmittags=Unterrichtes unter Aufsicht der Schwestern dort zubringen. 764 Die Aufnahme=Prüfung findet Mittwoch, den 24. April, von 10 Uhr morgens an statt. Die Ursulinen. Feuerversicherungs-Gesellschaft„Rheinland“ in Neuß a. Rhein. 592 Grundkapital 9 000 000 Mark. Als Agenten empfehlen sich: Aug. Abels, Halenstr. 11.—Ednard Kuorz, Grafenberg. Joh. Bongartz, Franklinstr.29, H. Ganser, Hundsrückenstr. 5, 8 nt. Harte, Fürstenwall 123,= L. Laufkoetter, Leopoldstr. 43, Nich. Mühe, Elisabethstr. 29,2 Jcan Wilken, Parkstr. 47, Wilh. van Doornick, Hamm 121. Th. Drösser, Oberbilk, Kölnerstr. 343 J. Ch. Birkenhauer, Ellerstr.182 Peter Steves, Kaiserswerth. Peter Post, Angermund. Heinrich Stock, Gerresheim. Joseph Neuß, Eller. C. Kuchenberg, Benrath. Gust. Holland, Ratingen. Hrch. Kirschbaum, Erkrath. Wilh. Igelsforst, Hilden, I. H. Gormann, Hösel. 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Kruesch. „Silbernes Bächlein“, Chor a capella von. A. Isemann. Lied für Tenor aus„Der Postillon von Lonjumeau“ von.. A. Adam. „Zigeunerleben“, Chor mit Orchester von. Rob. Schumann. Finale aus„Maritana“ von.... A. Wallace. Kassapreis à Person 75 Pfg. Karten im Vorverkauf zu ermässigten Preisen zu haben bei den Herren Riedrich, Friedrichstädtische Buchhandlung, Bayrhoffer Nachf.(A. Bock) und Musikalienhandlung Metzger. 789 Der Vorstand. Einladung zur General=Versammlung des Bergischen Vereins für Gemeinwohl. Dieselbe findet im Anschluß an die Konferenzen der Centralstelle Arbeiter=Wohlfahrts=Einrichtungen am Montag, den 22. April 1895, abends 7½ Uhr, im Rittersaal der Städtischen Tonhalle in Düsseldorf statt. 1. Bericht des Vorsitzenden über das abgelaufene Geschäftsjahr. 2. Rechnungsablage. 3. Ergänzungswahl zum Vorstande. Barmen=Elberfeld, im April 1895. Der Central=Vorstand des Bergischen Vereins für Gemeinwohl. I. Dr. Ed. G. Wittenstein. 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Teleph. 1072, Fortsetzung des Verkaufes der Mobilar=Gegenstände aus dem Nachlasse Sr. Excellenz des Generals der Infanterie z. D. Herrn Gustav Freiherrn von Buddenbrock heute Donnerstag, den 18. April 1895, vormittags 9 Uhr und nachmittags 3 Uhr beginnend, in dem Hause Leopoldstraße Nr. 7 zu Düsseldorf. Insbesondere kommen nachmittags Porzellan= und Glassachen, sowle verschledene Betten mit Zubehör Versteigerung. Coninx, Notar. Glattes Besteck. Fäden-Besteck. Barguette-Besteok. August Ressing) Fabrikation u. Lager von Juwelen, Gold- u. Silberwaren, DÜSSELDORF, 21 Schwanenmarkt, Schwanenmarkt 21, empfiehlt seine prima versilberten Tafel- und Dessert- Bestecke mit Alpacca- und Ia. Neusilber-Unterlage. Die Bestecke mit Ia. Neusilber-Unterlage sind vorrätig mit 20, 40, 60 und 80 Gramm Silberauflage. 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Dampfer An Wochentagen: „Agger“ und *11,— 3,— 11,15 3,15 11,30 3,30 11,45 3,45 12,— 4,— 12,20 4,20 12,40 4,40 1,15 5,15 1,30 5,30 1,40 5,40 1,50 5,50 7.— 7,15 730 7,45 8,— 8,20 8,40 9,15 9,30 9,40 9.50 2,— 6,— 10,— 5,— 2,20 5,10 2,30 5,20 2,40 5,30 2,50 5,45 3,— 6,05 3,15 6,20 3,30 6,30 3,40 6,40 3,50 6,50 4,— 7,— 4,15 7,10 4,30 7,— 7,10 7,20 7,30 7,45 8,— 8,15 8,25 8,35 8,45 9.— 9,15 Ab Düsseldort Heerdt Hamm Grimlinghausen Volmerswerth Uedesheim Stürzelberg „ Benrath „ Zons " Baumberg „ Monheim An Dormagen Ab Dormagen „ Monheim „ Baumberg „ Zons " Benrath „ Stürzelberg „ Uedesheim " Volmerswerth „ Grimlinghausen „ Hamm „ Heerdt An „ieg. An Sonn- und Feiertagen 10,— 3,— 3,30 8,— 10,15 3,15 3,45 10,30 3,30 4,— 10,45 3,45 4,15 11—— 4,— 4,30 9,— 11,15 4,20 4,50 9,20 11,40 4,40 5,10 9,40 12,15 5,15 5,45 10,15 12,30 5,30 6,— 10,30 12,40— 6,10 10,40 12,50— 6,20 10,50 1,—— 6,30 10,— 7,— 1,10— 7,— 7,10 1,20— 7,10 7,20 1,30— 7,20 7,30 1,40 6,— 7,30 7,45 1,50 6,15 7,45 8,— 2,05 6,30 8,— 8,15 2,15 6,45 8,15 8,20 2,20 6,55 8,25 8,30 2,30 7,05 8,35 8,40 2,40 7,15 8,45 8,50 2,50 7,30 9,— 9,— 3,05 7,45 9,15 Düsseldorf Für die im Fahrplan mit* versehenen Fahrten werden Marktbillets zu ermässigten Preisen ausgegeben. An Bord der Dampfer befindet sich Restauration. Anlegestelle in Düsseldorf: Rheinquai, oberhalb Damm- und Bäckerstrassen-Ecke. Die Fahrkarten müssen vor Betreten der Dampfer bei den auf jeder Station befindlichen Fahrkarten-Ausgaben gelöst werden. Cretschmar& Cie., 684 Dampfschiffahrts-Gesellschaft m. b. H.