Erscheint täglich. Preis: burch die Boten M. 2, durch die Post M. 2,20 per Quartal, monatlich 67 Pfennig. Anzeigen: Petitzeile oder Raum 15 Pfg. Minimum 2 Zeilen. Reklamen 50 Pfg. Fernsprechanschluß Nr. 1020. Mit der illustrierten Beilage„Düsseldorfer Sonntagsbkatt“. Chefredakteur Dr. Ed. Hüsgen. Verantw. Redakteur: Ludw. Weber in Düsseldorf. Druck und Verlag des Düsseld. Volksblattes, Gesellschaft m. b. H. in Düsseldorf. Nr. 299. Sonntag, 4. November 1894(Karl Borromäus). Haupt=Expedition: Bastionsstraße 14. Filial=Expedicionens Friedrichsplatz 6, Friedrichstr. 42, Hafenstr. 14, Kölnerstr. 299, Neußerstr. 60, Oststr. 76, Schadowstr. 88, Schützenstr. 1. Agenturen: Annoncen=Bureaus in allen großeren Städten. 28. Jahrg. 7 Der neue Zar. Millionen von geängsteten, bedrückten, verfolgten Einwohnern des Russenreiches werden jetzt den heißen Wunsch haben, daß der Thronwechsel auch ein Systemwechsel sein moge. Pobedonoszew, der fanatische Prokurator des h. Synods, war der böse Geist Alexanders III., der vom Gängelbande seines Erziehers bis zu seinem Tode nicht loskommen konnte. Pobedonoszew hielt den verstorbenen Zaren in der„altrussischen" Politik der rücksichtslosen Unterdrückung der konfessionellen und nationalen Minderheiten und des ungemilderten Selbstherrschertums fest. Nach dem natürlichen Lauf der Dinge ist der Einfluß dieses Mannes vorläufig gebrochen; der neue Herr fängt mit neuen Vertrauensmännern an. Es frägt sich nur, ob die moskowitischen Vorkämpfer der cäsaropapistischen Tyrannei sich den Einfluß auf den Zaren nicht wieder erobern werden. Es ist für den russischen Kaiser, der sich„Selbstherrsche:" nennt, ganz besonders schwer, seine Selbständigkeit zu behaupten. Die Partei des Knutenregiments in Rußland hat einen sehr guten Bundesgenossen am Nihilismus. Als der Vater des verstorbenen Kaisers, Alexander II., gerade entschlossen war, eine neue Epoche freiheitlicher Entwicklung zu begründen, zerschmetterten ihn die Nihilisten, und die Folge dieser That war der Rückfall in die alte despotische Wirtschaft. Aus der Antritts=Proklamation des neuen Zaren läßt sich noch keine Abweichung von dem väterlichen System erkennen; aber wir glauben gern den Meldungen, daß Nikolaus II. nach Bildung und Charakter den„westlichen“ Vorstellungen von Rechtsstaat und Selbstverwaltung viel näher steht, als sein Vater. Doch wenn er einen Versuch nach dieser Richtung hin macht, so bleibt immer die Gefahr, daß die Nihilisten wieder eine Schandthat unternehmen und daran sich wieder der Drang nach der herkömmlichen Zwangspolitik knüpft. Die Moskowiter werden im Ausbeuten von Attentaten gewiß nicht hinter unseren Mittelparteilern zurückstehen. Letztere haben es ja fertig gebracht, an die Ermordung eines Staatsoberhauptes in Frankreich eine gewaltige reaktionäre Hetze zu knüpfen, obschon in Deutschland selbst nichts Erschreckendes passiert war. Unsern Mittelparteilern kommt es dabei nicht auf die Ausrottung der Socialdemokratie an, sondern auf die Neubegründung ihrer eigenen Herrschaft. Die Moskowiter würden auch die Nihilisten nicht ausrotten, selbst wenn sie es könnten; als Treiber auf der politischen Jagd sind die Umstürzler trefflich zu verwerten. Es ist auch gar nicht unnatürlich, wenn echte, altrussische Glieder der korrupten Beamtenschaft mit den nihilistischen Verschwörern unter einer Decke stecken. Darum darf man auch noch längst nicht hoffen, daß der Zar, der eine milde, gerechte und freiheitliche Politik einschlägt, von den Gewaltthaten der Umstürzler verschont bleibt. Es kommt darauf an, ob er trotz solcher Zwischenfälle und deren Ausbeutung standhaft und ausdauernd in dem erwählten Kurse beharrt. Er muß hart werden und bleiben gegen die, welche ihn zur Härte drängen wollen, die guten Wirkungen werden sich zwar langsam, aber sicher zeigen. Alexander III. war eine schwache Natur, trotz seiner hünenhaften Erscheinung. Nur in einem Punkte hat er fest und zähe seinen eigenen Willen durchgesetzt, nämlich in der Vermeidung des Krieges. Er war in seiner Friedenspolitik„tapfer aus Furcht". Seine Angst vor einer kriegerischen Verwicklung war größer, als alle anderen Einflüsse, und diese Angst war auch nicht bloß in seinen Nerven, sondern auch in gesunden Erwägungen begründet. Daß Rußland ein thönerner Koloß ist, hat der Zar gewiß ebenso gut erkannt, als wir Zuschauer von draußen. Die Wehrkraft Rußlands zu stärken, war sein unablässiges Streben; aber trotz der großen Armee war Rußland noch nicht fähig, den Krieg mit einer civilisierten Großmacht auszuhalten. Der neue Zar wird über die Schwäche des Kolosses sich auch wohl nicht täuschen oder täuschen lassen; dazu hat er zu viel von den andersartigen Zuständen in den Kulturstaaten gesehen. Alexander III. hat trotz der Verbrüderungs=Komödie von Kronstadt und Toulon russische Politik getrieben, d. h. sich ausschließlich von den Interessen seines Reiches und seiner Dynastie leiten lassen. Ein französisches Blatt hat den Mut, es einzugestehen, daß Frankreich nichts weiter gewesen ist und sein wird, als eine Figur auf dem russischen Schachbrett. Für Nikolaus II. liegt wirklich keine Veranlassung vor, französischer zu sein, als sein Vater. Sollten sich jetzt die Kriegsschwärmer in Rußland etwas stärker regen, so brauchen wir noch nicht einmal die angeblich friedlichen und deutsch-freundlichen Neigungen des neuen Zaren in Rechnung zu stellen, sondern können uns auf den Zwang zum Frieden verlassen, der jetzt stärker als je in der gesamten äußeren und inneren Lage der Staaten sich geltend macht. Eine erhöhte Beruhigung gewährt es immerhin, daß die Handelsverträge Rußlands mit Deutschland und Oester reich noch vor dem Thronwechsel fertig geworden sind. Ebenso wird die Hoffnung auf eine bessere innere Politik in Rußland unterstützt durch die freundlicheren Beziehungen, die der hl. Stuhl mit der russischen Regierung angeknüpft hat. Diese Politik Leos XIII. ist in den liberalen Blättern vielfach falsch beurteilt worden; man wollte dahinter eine kurzsichtige Parteinahme gegen den Dreibund erblicken. Die Katholiken in Rußland werden sich in diesem Augenblick besonders bewußt sein, daß der hl. Vater mit weitsichtiger Klugheit ihrer Erlösung vorgearbeitet hat, als er durch das Entgegenkommen gegen Rußland die Spannung zu mildern, die Vorwände zur Feindseligkeit zu beseitigen und so einem gerechten und friedliebenden Herrscher den neuen Kurs zu erleichtern suchte. Deutsches Berlin, 2. Nov. Der Kaiser hat aus Anlaß des Ablebens des Kaisers Alexander von Rußland die morgige Hubertusjagd absagen lassen. Heute Vormittag 10 Uhr fuhr er nach Berlin und begab sich nach der rus sischen Botschaft zur Kondolenz. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe und der Staatssekretär und Staatsminister Frhr. v. Marschall begaben sich noch gestern abend nach Eingang der Trauerkunde in die russische Botschaft, um ihre Teilnahme zu bekunden.— Der königliche Hof hat von heute ab auf vier Wochen Trauer angelegt.— In den königlichen Theatern fanden heute keine Vorstellungen statt. Auf dem Neuen Palais wehte die Kaiserstandarte auf Halbmast. Auch die königlichen und prinzlichen Palais, die Gebäude der Ministerien, Reichsämter, der auswärtigen Botschaften und Gesandtschaften, die Kasernen usw. hatten Trauerflaggen gehißt.— In der russischen Botschaft fand um 2 Uhr Trauergottesdienst statt, dem zahlreiche Würdenträger, Botschafter und Gesandten beiwohnten.— In Vertretung des Kaisers wird Prinz Heinrich zu den Beisetzungsfeierlichkeiten nach Petersburg reisen. Er wird sich wahrscheinlich an Bord der Yacht„Hohenzollern" von Kiel aus dorthin begeben.— Mit dem Telegramm, welches dem deutschen Hofe den Tod des Zaren meldete, sandte Kaiser Nikolaus II. gleichzeitig eine Depesche an Kaiser Wilhelm. Der Kaiser erhielt übrigens schon gestern abend in Stettin bei dem Festmahle im Offizierkasino die Todesnachricht. Er erhob sich alsbald und sagte nach dem Berichte der Kreuzztg.: „Wie damals bei der letzten Heerschau Meines Großvaters dem Corps es nicht mehr vergönnt war, unter Führung des damaligen Statthalters von Pommern, Meines verstorbenen Vaters, unter den Augen Meines Großvaters eine Revue zu erleben, wie damals die Schatten des Todes auf dem Haupte meines Vaters und dem ganzen Jahre lagen, so kommt soeben die Nachricht von einem weittragenden, schweren Ereignis zu unseren Öhren: Seine Majestät der Zar ist soeben gestorben. Nikolaus II. hat den Thron seiner Väter bestiegen, wohl einer der schwersten Erbschaften, die ein Fürst antreten kann. Wir, die wir hier versammelt sind und soeben einen Rückblick auf unsere Traditionen geworfen haben, denken auch der Beziehungen, die uns in alter Zeit in Waffenbrüderschaft und aufs neue mit dem russischen Kaiserhaus verbunden haben. Wir vereinigen unsere Gefühle für den neuen zum Thron gekommenen Kaiser mit dem Wunsche, daß ihm der Himmel Kraft verleihe zu dem schweren Amt, das er soeben übernommen hat. Der Kaiser Nikolaus II., er lebe! Hurrah!" Bei dem Hurrah stimmte die Regimentsmusik die russische Nationalhymne an. Der„Reichsanz." bemerkt zu der Todesnachricht: „Wie schon die Nachrichten über die schwere Krankheit, an der Seine Majestät litt, überall das aufrichtigste Mitgefühl erweckt hatten, so wird auch jetzt weit über die Grenzen des russischen Reichs hinaus in der ganzen gesitteten Welt der Heimgang dieses im rüstigsten Mannesalter stehenden Herrschers, dessen ganzes Streben auf das Glück seines Volkes gerichtet war, und der sich in so hohem Maße als Schirmer des Friedens gezeigt hatte, aufs schmerzlichste beklagt. Insbesondere ist dadurch unser Kaiserliches Haus in tiefe Trauer versetzt worden." * Der Reichsanz. wendet sich heute gegen nicht weniger als sechs Mitteilungen von Zeitungen über militärische Angelegenheiten. Zunächst behandelt er die schon ziemlich alte Geschichte über den jüdischen Bäckermeister, der Offizier beim Garde=Schützenbataillon gewesen und von einer Ehrenkompagnie der Gardeschützen mit Bataillonsmusik feierlich zum Grabe geleitet worden sei. An dieser Geschichte sei auch nicht ein wahres Wort, was übrigens die Blätter längst gesagt haben. Für völlig erfunden wird weiter die Nachricht der Volksztg. vom 9. Oktober erklärte, daß beim 4. Feldartillerieregiment in Magdeburg ein Negerjüngling als Einjährigfreiwilliger eingetreten sei. Von der Zeitungsmeldung sodann, daß zur 25. Wiederkehr des Sedantages sämtliche noch lebenden Teilnehmer am Feldzuge 1870 und 71 Erinnerungsmedaillen erhalten sollten, wüßten diese mit der Bearbeitung dieser Angelegenheiten betrauten Stellen nichts. Ganz und gar erlogen sei die Meldung des„Wiesbad. Tagebl.", wonach beim 4. Bataillon des 80. Regiments am letzten Mannövertage mehrere Reservisten eine Meuterei begangen hätten. Ebenso beruht auf Erfindung die Mitteilung des Nordd. Volksbl.", daß der Erbgroßherzog von Oldenburg einen Wachtmeister des 19. Dragonerregiments zum Gemeinen degradiert habe, weil er im Mannöver einen Soldaten 2 Stunden lang in einem mit Wasser gefüllten Graben habe stehen lassen. Die Köln. Ztg. hatte nach dem Hamb. Korr. aus Elbing gemeldet, daß in der dortigen Garnison Cholera festgestellt sei und die Militärverwaltung sofort die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen habe. Elbing hat gar keine Garnison.„Diese Auswahl, die sich unschwer noch erweitern ließe", meint der Reichsanz.,„dürfte zur Genüge darthun, mit welcher Vorsicht Mitteilungen dieser Art aufzunehmen seien." * Ueber die jüngste Krisis bringen die„B. P. N.“ eine Mitteilung, in der bestätigt wird, daß Graf Eulenburg Vorschläge gemacht hatte,„deren Verwirklichung in geordneten Bahnen des Verfassungsstaates kaum zu erwarten war und welche schon deshalb die Zustimmung des Staatsministeriums nicht finden konnten". Also der Exministerpräsident wollte wirklich den Staatsstreich. Weiter führt das offiziöse Organ aus, daß es sich bei den Ereignissen vom 26. Oktober nicht um einen plötzlichen Umschlag der Stimmung, sondern um das Endergebnis langer sorgfältiger Erwägungen gehandelt habe. Es ist ohne Zweifel richtig, daß der äußere Anlaß der Entlassung des Reichskanzlers nicht mit der eigentlichen Ursache gleich ist; indessen kann auch niemand bestreiten, daß die Entschließungen in der letzten Woche recht schwankend und plötzlich gewesen sind. Nach den Bismarckschen„Berl. N. N.“ hat der Kaiser beim Besuch in der Keichskanzlei vor der Abreise nach Liebenberg dem Grafen Caprivi wörtlich gesagt: „Bitten Sie sich ein Zeichen meines Vertrauens aus!" * Wie ein Berichterstatter der Kreuzzeitung meldet, ist Graf Clemens v. Schönborn=Wiesentheid, Rittmeister im Garde=Kürassier=Regiment, zum Adjutanten des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe, mit dem er in verwandtschaftlichen Beziehungen steht, ernannt worden. Der älteste Bruder des Grafen, welcher Chef der ehemals reichsunmittelbaren Linie sowie erbliches Reichsratsmitglied der Krone Bayern ist und auch Grundbesitz in Nassau hat, war mit der im Jahre 1882 verstorbenen Prinzessin Stephanie zu Hohenlohe=Schillingsfürst, zweiten Tochter des jetzigen Reichskanzlers vermählt. Ein anderer Bruder des Grafen Schönborn war mehrere Jahre bayerischer Centrumsabgeordneter im Reichstage, ließ sich aber nach Auflösung des Reichstages 1893 nicht mehr als Kandidat aufstellen. * Die Gerüchte von einem beabsichtigten Rücktritt des Justizministers v. Schellina werden der„N. A. Z.“ von unterrichteter Seite als unvegründet bezeichnet.— Ueber den Rücktritt des Ministers v. Heyden enthält der„Reichsanzeiger" heute noch nichts. * Altenburg, 31. Okt. Sehr pessimistisch über die Lage des Protestantismus urteilt unfere Landeszeitung in einem Leitartikel über das Resormationsfest. Dumpfe Gleichgültigkeit„ja finsterer Haß stelle sich der Kirche gegenüber, ein Zug nach nuten, wie nie vorher, erweise sich mächtig. Selbstsucht und Materialismus spreize sich. Der Schluß lautet:„Nein, unsere Reformationsfeste sind jetzt keine Freuden=, sondern Buß=Tage. Sie melden von einer großen Vergangenheit und einer kleinen Gegenwart". Es ist doch merkwürdig, daß am Ende des Jahrhunderts in allen protestantischen Landen die Ueberzeugung um sich greift, die „evangelische Kirche“ stehe vor der Auflösung und habe ihre geistige Macht verloren. Ausland. * Aus Bern wird von gestern gemeldet: Graf Caprivi, der im Hotel Bellevue übernachtet hatte, verließ heute vor mittag 11 Uhr mit dem Genfer Zuge bei prächtigstem Novemberwetter unsere Stadt. Da die Morgenblätter Caprivis Abreise angekündigt hatten, fanden sich viele Neugierige auf dem Berner Bahnhofe ein, auf dessen Perron Graf Caprivi eine Weile spazieren ging. Dr. Busch, der deutsche Gesandte in Bern, besuchte am Donnerstag abend den Grafen Caprivi im Hotel. In Genf hat Graf Caprivi für einige Tage im Hotel Metropole Zimmer bestellt. * Kaiser Nikolaus II. von Rußland hat seine Thronbesteigung seinem Volke durch nachstehendes Manifest kundgethan: Wir thuen kund allen treuen Unterthanen: Gott hat auf unerforschlichen Wegen gewollt, dem kostbaren Leben Unseres heißgeliebten Kaiserlichen Vaters ein Ziel zu setzen. Sein schweres Leiden wich nicht der ärztlichen Kunst, noch dem wohlthätigen Klima der Krim, und so starb er in Livadia am 20. Oktober, umgeben von seiner Familie in den Armen der Kaiserin und in den Unsrigen. Unser Schmerz ist in Worten unausdrückbar, aber ihn versteht jedes russische Herz, und Wir glauben, daß an keinem Orte des weiten russischen Reiches nicht heiße Thränen fließen werden um den vorzeitig abberufenen Kaiser, der von seinem Lande schied, das er mit der ganzen Kraft seiner russischen Seele liebte, und auf dessen Wohlergehen er alle seine Gedanken richtete, weder Gesundheit noch Leben schonend. Aber auch weit hinaus über Rußlands Grenzen wird man nicht aufhören, das Gedächtnis des Zaren zu ehren, der die unerschütterliche Wahrheit und den neuesten Kriegsoperationen der Japaner. Nachdem die japanische Armee den Jalufluß unter siegreichen Gefechten überschritten und zu Lande in die Mandschurei eingedrungen, während die japanische Flotte, ein starkes Landungscorps transportierend, den chinesischen Kriegshafen Port Arthur zum Angriffsobjekt gewählt hat, sind die kurze Zeit in Stillstand geratenen Operationen in entscheidender Weise wieder in Fluß gekommen und ihr Fortgang zieht die Blicke der gesammten politischen Welt auf sich. In nachfolgendem Artikel nebst Kartenskizze, welch letztere ein genaues Bild des in Frage kommenden Kriegsschauplatzes giebt, wird eine übersichtliche Darstellung der Situation gegeben. Nach einer längeren Pause erst ist der weitere Vormarsch der japanischen Landarmee, welche in mehreren siegreichen Schlachten die Chinesen aus Korea nach Norden hinausgedrängt hatte, erfolgt; am 23. Oktober haben die Japaner den Grenzfluß Jalu überschritten und damit den Boden s betreten. Nach den eingegangenen Berichten hat alsbald nach dem Uebergang über den Jalu eine Schlacht stattgefunden, in welcher die Chinesen aus ihren Stellungen geworfen und nach dem Meere zu gedrängt wurden. Der Uebergang über den an seiner Mündung breiten und von großen Inselbildungen geteilten Jalufluß ist eine hervorragende militärische Leistung. Derselbe hat nur dadurch bewerkstelligt, werden können, daß ein beträchtlicher Teil der japanischen Armee eine nach rechts ausholende, in weitem Bogen angelegte Flankenbewegung ausführte, dabei den Jalu in angemessener Entfernung von der chinesischen Aufstellung überschritt und nun die chinesische Armee in deren linker Flanke angriff. Die Bewegung der Japaner auf unserem beistehenden Kartenbilde oben rechts durch eine starke Strichlinie verdeutlicht. Dem anscheinend ihnen wiederum überraschend gekommenen Flantenangriffe waren die Chinesen nicht gewachsen, sie geworfen undinsum Teil befestigten Stellungen herausBrror des der. sudwestlicher Richtung, auf dem rechten Ufer des Jalu stromabwärts nach Antju, dem Merre zu uch langt, eine Bewegung, durch die sie dem Anscheine Straße Dies würde einen großen Erfolg der japanischen Taktik voeurende n on Hauptschwierigkeiten für ein weiteres der die 2 r Japane. China beginnen beim Passieren raße nach Mukden überschreitenden sogenannten Die Operation gegen Port Arthur. Kart. Inst. Beseke, Berlin W.50674 chinesischen Mauer, die hier als ehemals stark befestigter Palisadenwall ein bedeutendes Hindernis bildet. Während so für die japanische Landarmee im Norden der Vormarsch in die chinesischen Nordprovinzen siegreich begonnen, zeigen die mit Hilfe der Flotte unternommenen Operationen ein ähnliches Bild. Bekanntlich hatte die in den Seetreffen in der Bucht von Korea engagiert gewesene japanische Kriegsflotte sich eine Operationsbasis auf der Insel Haiyantao geschaffen. Eine zweite Flottenabteilung war von Japan(Hirosima) ausgelaufen und zwar mit einer bedeutenden, einigen Angaben nach 30,000 Mann mit sich führenden Transportflotte. Letztere nun ist mittlerweile: unterstützt von der von Haiyantao ausgelaufenen, dicht an den Elliot=Inseln vorbeigefahrenen japanischen Flottenabteilung in nächster Nähe des chinesischen Kriegshafens Port Arthur auf der Halbinsel Kwangtung gelandet und hat hier, in der Bucht von Talienwan(siehe die Nebenkarte unten rechts in der Zeichnung) Posten gefaßt. Port Arthur, der die Straße von Petchili nördlich flankierende chinesische Kriegshafen, ist von chinesischen Schiffen nahezu entblößt, so daß die Situation hier für die Chinesen ebenfalls kritisch ist. Die chinesische Flotte soll sich bei Chefoo am Südrande der Straße von Petchili befinden und ein Seegefecht in dem in unserm Kartenbilde dargestellten Meeresgebiete unmittelbar zu erwarten fein. * Aus Lublinitz(Oberschlesien) wird folgende lustige Sekundärbahngeschichte mitgeteilt: Die neue Linie von Y. nach Z. ist im Betrieb und der Sekundärbahnzug durchbraust schleichend Felder und Forsten.... Haltestelle X! Der Zug bleibt stehen. Der Zugführer entsteigt ihm, um die dienstlichen Angelegenheiten mit dem Haltestellenvorsteher abzuwickeln. Aufgeliefertes Stückgut: 26 Sack Kartoffeln, welche schön aufgestapelt dem Bahnsteig das Aussehen des Verkehrs verleihen. Das Zugpersonal, das außer dem Lokomotivführer und dem Heizer nur aus besagtem Zugführer bestehi, zweigert sich entschieden, die Kartosseln einzuladen, und der Haltestellervorsteher(einziges Bahnhofspersonal) lehnt ein gleiches Ansinnen ebenfalls ab. In demselben Augenblicke(Sekundärbahn=Augenblick gleich etwa 15 Minuten) erscheinen auf der Bildfläche einige mit Rucksack und Schauseln ausgerüstete Bauern des nahen Dörfchens, denen man es ausieht, daß sie die„neue Einrichtung", welche sie als eigenes für sie hergestellt betrachten, benutzen wollen. Die Mäuler der Bauern, welche bereits die kurze Tabakspfeife entlassen haben und zum Vortrag ihres Anliegens geöffnet sind, bleiben offen stehen, als der Zugführer sie scharf ins Auge faßt und ihnen vernehmlich Folgendes erklärt:„Ja, Ihr könnt mitfahren, aber wir müssen erst die 26 Sack Kartoffeln einladen, eher gehts nicht weiter!" Die Thür des Packwageus ist bereits geöffnet und der aus gestreckte Arm des Zugführers giebt ein nnzweideutiges Zeichen Die biederen Bauern wagen unter dem Blick des Zugführers. kein Wort der Erwiderung, und mit 26maligem„Ruck" wird die Verladung besorgt. Wieder ein Augenblick(siehe oben) und der Sekundärbahnzug schleicht sausend dahin, bergend die den Schweiß von der Stirne wischenden Bauern, den sich vergnügt die Hände reibenden Zugführer und 26 Sack Kartoffeln. Leider erzählt die Geschichte nicht, wie die Bauern sich für die geleisteten Dienste bezahlen ließen. * Berliner Schusterjunge.„Mester, draußen steh“ ein Mann, der Ihnen jerne hundert Thaler jibt, wenn Sie ihm'mal en bisken Jehör schenken!"—„Na, sag' ihm, er soll'reinkommen."—„Ja, Mester, der Mann is taub!" * Eigenartige Höflichkeit.„Fräulein, entschuldigen Sie, daß ich Ihnen den Rücken zuwende— aber dort sitzt ein so hübsches Mädchen!" Frieden verkörperte, der kein einziges Mal unter seiner Regierung gebrochen ward. Allein es geschehe der Wille des Allerhöchsten! Uns stärke Unser unerschütterliche Glaube an die Weisheit der Vorsehung; Uns tröste das Bewußtsein, daß Unser Schmerz der Schmerz des ganzen geliebten Volkes ist. Und dieses wird nicht vergessen, daß die Kraft und die Stärke des heiligen Rußlands liegen in seinem Einssein mit Uns und in der unbegrenzten Ergebenheit gegen Uns. Wir aber gedenken in dieser schmerzlichen, aber feierlichen Stunde der Besteigung des Thrones des russischen Reiches und des von diesem unabtrennbaren Zarentums Polen und Großfürstentums Finland des Vermächtnisses Unseres verewigten Vaters und geloben, von diesem Vermächtnis durchdrungen, heilig vor dem Angesicht des Allerhöchsten, als einziges Ziel zu haben das friedliche Wohlergehen und den Ruhm Unseres teueren Rußlands und die Förderung des Glückes aller treuen Unterthanen. Möge der Allmächtige, welcher Uns zu dem hohen Berufe ausersehen, Uns Hilfe gewähren. Indem wir heiße Gebete zum Throne des Allerhöchsten Herrschers für die reine Seele des Verewigten senden, befehlen Wir Unseren Unterthanen, den Treueid zu leisten Uns und Unserem Thronfolger, dem Großfürsten Georg Alexandrowitsch, der auch den Titel des Thronfolgers und Cäsarewitsch führen wird, bis es Gott gefallen wird, Unsere bevorstehende Vermählung mit Prinzessin Alix von HessenDarmstadt mit der Geburt eines Sohnes zu segnen. Gegeben Livadia, den 20. Oktober(a. St.) 1894. Nikolai. — Die russische Hoftrauer wird voraussichtlich drei Monate dauern. Die Vermählung des neuen Kaisers dürfte, da das orthodoxe Kirchengesetz für die vom 26. November bis zum 18. Januar dauernde Weihnachtsfastenzeit das Heiraten verbietet, alsbald nach der Beisetzung des Kaisers Alexander, jedenfalls noch vor dem 26. November, erfolgen. Die Beisetzung der Leiche des Kaisers erfolgt im Dom auf der Peter=Paulsfestung, der nicht mehr zu Gottesdiensten benutzt wird, sondern nur noch als Begräbnisstätte der Zaren dient. * Vom ostastatischen Kriegsschauplatze kommt die seit einigen Tagen erwartete Nachricht, daß die Japaner den wichtigen chinesischen Hafen Port Arthur gestern eingenommen haben.— Der Hafen an der Talien=Bai, wo die zweite japanische Armee gelandet ist, liegt nur vier Tagemärsche von Kintschu entfernt, das von den Chinesen besetzt ist. Es wird deshalb angenommen, daß es hier zu einem Zusammenstoß kommen wird, und noch etwas früher wird ein Gefecht bei Feng=huang, zwischen Wiju und Mukden, erwartet. Lokales und Provinzielles. Düsseldorf, 3. November. * Centralarbeitsnachweisestelle. Während jetzt in einer Reihe unserer Nachbarstädte wie Köln, Elberfeld, Barmen 2c. unter zum Teil erheblichen Kosten(in Köln mehr als 10000 Mark für das erste Jahr) die Einrichtung eines öffentlichenunentgeltlichen Arbeitsnachweises geplant wird, verdankt Düsseldorf schon seit 3 Jahren eln solches nur für die Wohlfahrt unserer arbeitenden Klassen errichtetes Institut der Thatkraft hiesiger gemeinnütziger Kreise. Mit Hülfe freiwilliger Kapitalzeichnungen wurde hier 1892 das Grundstück Oberstraße 12 erworben und auf demselben die Centralarbeitsnachweisestelle zugleich mit Herberge und Kosthaus eröffnet. Nach dem Muster anderer Büreaus wurden für den Geschäftsverkehr einfache Formulare eingeführt, der Telephonanschluß hergestellt und fungierte zuerst ein, jetzt zwei Beamte zur Erledigung der Nachfragen. Allen Wünschen und Bedürfnissen kommt man nach Möglichkeit entgegen und es ist auch von Anfang an gelungen, jährlich etwa 7 bis 800 arbeitsuchende Personen aller Gewerbe und Beschäftigungszweige in dauernde Stellen unterzubringen. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß mit Leichtigkeit die Wirksamkeit unsrer Centralarbeitsnachweisestelle ausgedehnt und die Stellenvermittlungsresultate noch außerordentlich gesteigert werden könnten, wenn nur die Arbeitgeber regelmäßig ihren Bedarf an Arbeitskräften derselben in Auftrag geben wollten. Die Centralarbeitsnachweisestelle würde dadurch noch mehr im Stande sein, jedem Arbeitsuchenden eine zuverlässige Uebersicht über alle vorhandenen Arbeitsgelegenheiten zu geben und könnte so alles das leisten, was unsere Nachbarstädte unter dem Aufwand großer Mittel jetzt neu ins Leben rusen wollen. * Kunstnotiz. Bei Eduard Schulte sind mehrere sehr interessante neue Bilder zur Ausstellung gekommen, von Andreas Achenbach zwei Marinen, sodann drei Motive aus dem Orient von Angust Le Gras in Amsterdam,„Karawane in der Wüste," „In der Moschee zu Gardaia, Stadt in der Sahara" und „Straße in Algier", zwei Genrebilder von Eduard Grützner in München,„Bruder Kellermeister" und„In der Klosterblbliothek", ein Strandbild von L. von Littrow„Fischerboote bei Abbazzia", ein Motlv aus der Hofkirche in Weimar", von A. Böhm in Weimar, eine Marine von A. Halle, zwei Porträts von L. Schäfer und Stillleben von A. von Haber in Dresden(zwei historische Harnische aus dem königl. Museum in Dresden), B. Schulz=Briesen und Abdrücke von Weech in Karlsruhe. Von besonderem Interesse ist auch die Ausstellung eines älteren Bildes von Eduard Bendemann,† „Wegführung der Juden in die babylonische Gefangenschaft". Die reichhaltige Sammlung von Oelbildern, Studien und Zeichnungen des Orientmalers Max Rabes in Berlin, Haus Tichy's(Wien) großes Gemälde„Pieta", Leopold Braun's „Aus dem deutschen Reichstage im Winter 1892“ und John Bacon's(London) Genrebild„Die junge Witwe" sind ebenfalls noch ausgestellt. Am Sonntag ist die Ausstellung bei elektrischer Beleuchtung bis 7 Uhr geöffnet. * Aus dem Bureau des Stadttheaters. Am Montag, den 5. Nov. beginnt Herr Felix Schweighofer ein Gastspiel am Stadttheater. Die Reihenfolge des Gastspiels ist folgende: Montag, 5. Nov.„8'Nullerl"; Mittwoch, 7. Nov. „Scheu vor dem Minister",„Wiener Hetzen",„Vereinsschwester"; Donnerstag, 8. Nov., zum ersten Male„Walzerkönig"; Samstag, 10. Nov.,„Othellos Erfolg", zum ersten Male„Die Dragoner". Worte der Empfehlung braucht man bei diesem Künstler nicht hinzuzufügen. Der Billetwerkauf hat bereits an der Kasse des Stadttheaters begonnen. * Die Düsseldorfer Karnevals=Gesellschaft, welche im vorigen Jahre mit großem Erfolge ins Leben trat, wird auch in dem diesjährigen Feldzuge gegen den Griesgram wieder auf dem Plaue erscheinen. Die Mitgliederliste weist schon eine stattliche Anzahl von Freunden des guten Humors und gesunden Witzes auf und mit Rücksicht darauf hat der Verein zu den diesjährigen Sitzungen die herrlichen Räume des„Zweibrücker Hofes" auserkoren. Das Lokal, über 1000 Personen fassend, wird auf das Prächtigste dekoriert und in großartiger elektrischer Beleuchtung unter Benutzung bunter Glühlichte einen feenhaften Anblick gewähren. Das Programm der Gesellschaft ist ein reichhaltiges, sind doch in diesem Jahre acht Gala=Damen=Sitzungen, worunter ein großes„Redner=Tournier" um wertvolle Preise, ein Maskenfest mit Kirmes=Klimbim und ein großer Maskenball geplant. Die Hauptaufgabe der„Düsseldorfer KarnevalsGesellschaft“ besteht darin, dem„Allgemeinen Verein der Karnevalsfreunde“ eine thatkräftige Stütze zur Veranstaltung eines schönen Rosenmontagszuges zu sein, wie ihm das im vorigen Jahre so gut gelungen, sowie dem Publikum auch Sonntags eine Gelegenheit zu bieten, sich die Grillen vertreiben zu lassen. Durch die günstige Zeit(Sonntag Nachmittag 4 Uhr), wo die Sitzungen stattfinden, wird der Gesellschaft gewiß auch ein großer Teil von Auswärtigen zugeführt werden, da der offizielle Teil der Sitzungen um 8 Uhr erledigt ist und sich somit noch Fahrgelegenheit nach allen Richtungen bietet. Speziell wird diese Einrichtung von denen mit Freuden begrüßt, die bisher regelmäßig Sonntag Nachmittags nach Köln fuhren, um dort den Sitzungen beizuwohnen. Die närrische„Kavallerie der Düsseldorfer Karnevals=Gesellschaft", die im vorigjährigen Rosenmontagszuge allgemein gefiel, wird in diesem Jahre sich in ganz besonders glänzendem Aufzuge zeigen. Der Preis der Mitgliedskarten ist für sämtliche Sitzungen und Maskenball auf 6 Mark festgesetzt wofür jedes Mitglied das Recht hat, eine Dame einzuführen, sowie Mütze und Liederbuch gratis erhält. Listen zum Einzeichnen liegen vom 11. November ab im Sitzungssaale„Zweibrücker Hof“ bei Herrn Endergat sowie in den noch näher bekannt zu gebenden Lokalen offen. Auch sind schon Anmeldungen zur Mitgliedschaft im„Hotel Britannia“ bei Herrn Küpper und den Vorstansmitgliedern zu machen. : Gestern Nacht wurden aus zwei Neubauten an der Aders= und Charlottenstraße das elektrische Läutewerk und die Elemente gestohlen. Die Josephine B. besuchte vor einiger Zeit eine Freundin an der Kaiser=Wilhelmstraße und sah, daß man den Schlüssel zur Wohnung unter der Fußmatte vor der Thüre verwahrte. Sie benutzte später die Gelegenheit, ging in die Wohnung und stahl ein Kleid. Sie zog es auch gleich am nächsten Sonntage an, wurde damit gesehen und gestein verhaftet. )( In einer Wirtschaft an der Bergerstraße gerieten am Donnerstag Abend drei Bergleute aus Essen mit einigen Husaren wegen zweier Mädchen in Wortwechsel, der später auf der Straße fortgesetzt wurde. Vor dem Bergerthor kam es zu Thätlichkeiten, ein Bergmann zog seinen Revolver, schoß einem Husaren in den Kopf, einem zweiten in den Hals und einem andern Bergmann in die Brust. Dieser erhielt auch noch von einem Husaren zwei Säbelhiebe auf den Kopf. Die Bergleute verfolgten die Husaren bis an die Neußerstraße und warfen mit Steinen nach ihnen, bis ein Polizeibeamter herbeikam und den Schützen verhaftete. Bei ihm fand man eine Schachtel Patronen und im Gürtel einen scharfen Dolch, den Revolver hatte er schon von sich geworfen. Aus einer Wirtschaft wurde am Donnerstag Abend ein Sammelkistchen gestohlen. Man fand dasselbe aufgebrochen und seines Inhaltes beraubt auf dem Hofe wieder. ( Ein junger Kommis, der am 1. November bei einem Großkaufmanne in Stellung trat, scheint die Veränderung zu lieben, denn schon gestern ist er wieder verschwunden. Er hat aber auch 530 Mark mitgenommen, womit er einen Wechsel des Prinzipals bezahlen sollte. :( Der Rhein ist seit gestern 31 Centimeter gefallen, der Pegel zeigte heute morgen 4,51 M. Die Düssel war in den letzten Tagen auch reichlich mit Wasser versehen, in der Gegend von Düsselthal waren die Wiesen überschwemmt. :I Im Polizeigewahrsam brachten letzte nacht nur 5 Personen zu, dabei einige Betrunkene. * Mettmann, 2. Nov. Gestern wurde hierselbst auf dem Wege von der Hasseler Schule zur Stadt ein Fräulein von e e wbersaulen. Ein auf dem Felde beschäftigter Arbeiter eilte ihr zu Hülfe, worauf der Bursche die Flucht ergriff und zur Stadt lief, das Fräulein ging zu einem ihr verwandten Wirte. Nicht lange nachher erschien in derselben Wirtschaft ein Mann, in welchem das Mädchen sofort den Uebelthäter erkannte. Der Wirt schickte zum Gensdarmen doch ehe dieser kam, hatte der Strolch Lunte gerochen und sich entfernt. Doch gelang es dem Gensdarmen ihn unweit der Wirtschaft auf der Landstraße abzufangen und ihn an den Ort zu führen, wo solche Leute auf ihren Lohn harren. * Elberfeld, 2. Nov. Auf dem Hofe ihres elterlichen Hauses erschossen sich gestern abend die Gebrüder Max und Felix Korten. Als Mordwaffe diente beiden ein und derselbe Revolver, aus dem sich zuerst Max eine Kugel in das Herz schoß. Felix entriß ihm dann die Waffe und jagte sich eine tödtliche Kugel in die rechte Schläfe. Die unglücklichen Brüder betrieben zusammen ein elektrotechnisches Geschäft und sollen die That aus geschäftlichem Verdruß begangen haben. Max Korten ist erst 23 Jahre alt und unverheiratet. Feux Korten jählt 28 Jahre, ist verheiratet und Vater eines 2jährigen Kindes. * Bonn, 2. Nov. Heute mittag wurden die beiden Prinzen Friedrich Heinrich und Joachim Albrecht an der Universität feierlich immatrikuliert. Der Gouverneur der Prinzen, der Rektor der Universität und der Senat waren zugegen. Der Rektor übergab nach der üblichen Ansprache den Prinzen den akademischen Bürgerbrief. Das Universitätsgebäude war aus Anlaß dieser Feier beflaggt. *Mainz, 30. Okt. Der vor einiger Zeit wegen Versuchs des Landesverrats verhaftete Schiffsagent v. Toussaint, welcher bald darauf außer Verfolgung gesetzt wurde, ist nunmehr von neuem in Untersuchung gezogen worden. Derselbe hat sich aber gerichtlichen Verfolgung vorerst dadurch entzogen, daß er seinen Wohnsitz in Holland genommen hat. Wie verlautet, stützt sich die Anklage darauf, daß v. Toussaint, welcher das französische Staatsbürgerrecht besitzt, einen frühern hiesigen Schutzmann beauftragt haben soll, ihm zu unbekannten Zwecken die Pläne der Festung Mainz zu besorgen. )( Die Konferenz der orientalischen Kirchen in Wie bekannt, hat Se. Heiligkeit Papst Leo XIII. eine Konferenz der orientalischen Patriarchen nach Rom berufen behufs Beratung und Auffindung der Mittel und Wege, ihre noch widerstrebenden Glaubensgenossen zur römischkatholischen Kirche zurückzuführen. Es handelt sich lediglich um die Frage der Anerkennung der römischen Suprematie. Im Orient giebt es 5 Patriarchen, welche sämtlich vom h. Vater zur Teilnahme an der Konferenz eingeladen waren. Aber nur 2 konnten der Einladung Folge leisten; es sind dies die Patriarchen Cyrillus Benhan=Benni von Antiochien(für die Syrier) und Gregorius Joussi von Antiochien(für die Melchiten). Das chaldäische Patriarchat ist augenblicklich unbesetzt, da der letzte Patriarch Abdonian gestorben ist und sein Nachfolger erst in diesem Monat gewählt werden wird. Der maronitische Patriarch Hagg konnte wegen seines hohen Alters an eine Reise nach Rom nicht denken. Der einflußreichste von allen, der armenische Patriarch Azarian, auf dessen Teilnahme der h. Vater das größte Gewicht legte, hatte sein bestimmtes Erscheinen Sr. Heiligkeit gemeldet, aber— im letzten Augenblick gab er seine Reise infolge wichtiger Gründe auf. Doch diese wichtigen Gründe sind bald zu finden. Offenbar hat die Pforte auf Drängen mehrerer europäischer Mächte seine Teilnahme an dem Kongreß nicht gewünscht. England ist es besonders, welches durch die geplante Vereinigung, falls sie zustande käme, eine Gefährdung seiner religiösen Freiheit im Orient befürchtet. Oesterreich ist gleichfalls einer Veränderung des Statusquo im Orient abgeneigt und Rußland endlich, weil es gleich England für den„orthodoxen" Glauben seiner Unterthanen besorgt ist. Hauptsächlich befürchten alle drei Mächte für den Fall einer Wiedervereinigung der orientalischen Kirchen, daß Frankreichs Einfluß im Orient zu mächtig werden möchte. Da auch der hl. Vater den Kardinal Langénieux von Rheims, welcher den hl. Stuhl als apostolischer Legat vor einigen Jahren bei einem Kongreß in Jerusalem vertreten hatte, zur Teilnahme an dem jetzigen eingeladen hatte, so wurde auch im Vatikan der Versuch gemacht, den Ausschluß desselben von den Sitzungen zu erwirken. Aber der hl. Vater verharrte fest auf seinem Entschluß, und Langénieux erschien auch in Rom, wo er den Verhandlungen beiwohnt. Von anderen hohen Würdenträgern sind zu dem Kongreß berufen die Kardinäle Rampolla, Ledochowski, Vanutelli, Galimberti und Veccia, letzterer als Sekretär der Propaganda für den Orient. Bisher haben drei Sitzungen stattgefunden, die vierte ist auf den 5. November festgesetzt. Kunst und Leben. o-o Stadttheater. Düsseldorf, 2. November. Die heutige Besetzung der Partien in der Martha war eine ganz vorzügliche. Zu Fräulein Stolzenbera und Herrn Szirovatka in Vervollständigung des Qartetts Fräulein Reinl und Herr Fenten, da kann es im trefflichen Ensemble nur schönen Wohllaut geben. Das Dolce kam denn eu Ganzen wohl zu seinem Recht. Die innigen Töne, lo besonders bei der Wiederholung der Arie„Ach so fromm“ Herrn Spirovatka gut zur Verfügung, an Kraft wird den Setreffenden Stellen immer noch etwas weniger konnen und von nicht motivierten Ritenutos weud. rauch i achen dürfen. Fräulein Stolzenberg ist in dieser Hinsicht ja die beste Partnerin. Den Plumkett hatte Herr Fenten von vornherein um mehrere Striche jovialer aufgefaßt, als es sonst wohl geschieht, und führte diese abweichende Ansicht mit aller Konsequenz durch. Fräulein Reinl ging in Liebenswürdigkeit völlig auf und bequemte sich der Meinung ihres Partners in ihrer künstlerischen Beherrschung jeden Stoffes völlig an. Die gesanglichen Darbietungen gewährten viel Genuß. Auch äußerlich nach der dekorativen Seite ist viel geschehen, das ganze recht traulich zu gestalten. Man wird sich an ihm voraussichtlich noch oft erfrenen. Privatdepeschen des Düsseld. Volksblattes. A Berlin, Samstag, 3. Nov. Dem Vernehmen nach hat der Kaiser gestern den Zaren Nikolaus II. zum Chef des Kaiser Alexander=Garde=Grenadier=Regiments ernannt. — Zur inneren Lage teilt ein Provinzialblatt mit, der Kaiser werde in einer besondere Kundgebung das Volk auf den Ernst der Lage aufmerksam machen, und im Sinne der Königsberger Rede zur Mitarbeit auffordern. F Brüssel, Samstag, 3. Nov. Nachdem ein Versuch der Genter Katholiken, welche die Partei Woeste mit den Anhängern Daens aussöhnen wollte, von der Partei Woestes abgelehnt worden ist, haben die Christlich Socialen gegen die Anhänger Woestes einen erbitterten Kampf begonnen. A Rom, Samstag, 3. Nov. Der„Observ. Romano" meldet, daß der Papst von der Nachricht vom Tode des Zaren aufs tiefste ergriffen worden ist. Er hat den Kardinal Galimberti beauftragt, dem russischen Gesandten sein Beileid auszudrücken. * Berlin, 31. Okt. Anläßlich der Uebersiedlung des Grafen Caprivi sind, wie die B. N. N. berichten, fast alle bedeutenden Möbeltrausportgeschäfte Berlins arg mystificiert worden. Das Möbeltransportgeschäft von Meyer in der Dorotheenstraße erhielt eine Postkarte des Inhalts, das Geschäft möge am Freitag um 6 Uhr zwei gepolsterte Möbelwagen zum Reichskanzlerpalals senden, um Möbel, Koffer usw. zum Lager zu nehmen. Unterzeichnet war die Karte mit Ebm., was auf den Adjutanten des bisherigen Reichskanzlers schließen ließ. Als die Firma zur festgesetzten Stunde mit den Wagen auffuhr, fand sich nach und nach eine große Anzahl von Möbelwagen von andern Firmen ein, die die gleiche Aufforderung erhalten hatten. Die Karten wurden von den Dienern eingefordert und dem Major Ebmeyer übergeben, der die Polizei benachrichtigte, um die Ermittlung des Urhebers herbeizuführen. * Das Heilserum gegen Diphtheritis wird, wie die „Münch. med. Wochenschrift" mitteilt, sin dem unter Leitung Sir Joseph Listers stehenden„British Institute of preventive Medicine" selbstständig hergestellt und zum Selbstkostenpreise (Dosis 50 bis 70 Pfennige gegen 5 bis 10 Mark in Deutschland) abgegeben. * Aus Hessen, 1. Nov. Der Großherzog von Hessen hat im dritten Jahresviertel 1894 für 61 Stiftungen und Vermächtnisse im Gesamtbetrage von 330 683 M. die landesherrliche Bestätigung erteilt. Es erhielten katholische Kirchen und Anstalten 40 Gaben im Betrage von 222330 M., evangelische Kirchen 9 Beträge im Werte von 92580 M., israelitische Kultusanstalten sieben Schenkungen mit 4828 M. und politische Gemeinden fünf Stiftungen mit 10894 M. Bischof Haffner von Mainz schenkte 190 120 M. an die bischöfliche Dotation zu gunsten des Seminarsonds, die ihm selbst testamentarisch zugefallen waren. *Ein französischer Offizier als Hochverräter. In Paris macht gegenwärtig die Verhaftung des zum Generalstabe kommandierten Hauptmann Alfred Dreyfus vom 14. Artillerie=Regiment das größte Aufsehen. Die 13. Ziehung der 4. Klasse 191. Kgl. Preuß. Lotterie. Nur die Gewinne über 210 Mk. sind den betreffenden Nummern un Klammern beigefügt.(Ohne Gewähr.) 2. November 1894, vormittags. 19 122 32 84 238 302 90 544(500) 691 814 1156 224 65 363 537 653 700 7 78 22947 3300 32(300) 72 418 23 42 546 47 607 57 777 87 965 96 4129 60 229 323 430 32 62 503 68 605 741 842 11500) 920 5058 86 170 302 8 55 75 404 17(1500) 27 97 521 6016 61 105 22 60 260 445 750 803 33 35(3000) 7010 222 350 475 520 708 90 995 8033 60 101 294 315 586 655 729 88 94 830 910 9297 458 601 28 88 859 61 10012 34 88 431 529 709 809 11070 110 34 273 386 414 61 64 537 643 716 46 866 951 12049 279 362(300) 584 606 95 754 79 824 928 13187 93 367 514 759 824 956 14204 342 527 795 951 11500) 92 15092 168 73 314 535 87 646 757 16360 15000) 589 765 832 931 17028 52 137 214 50 370 458 579 891 18495 793 919 87 19028 100 24 53 296 304 26 38 601 7 12 741 811 57 75 1500) 930 55 79 20050 66 189 611 19 84 838 21139 78(3000) 273 373 422 40 566 687 740 22123 24 82 205 474 660 850 80 956 233077 275 358 76 533 728 864 24069 212 320 521 82 634 25112 27 279 302 14 526 644 81 945 26059 203 16 96 352 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51 860 1300) 970 77 11500) 52154 64 11500) 77 287 459 695 887 53171 97 292 440 631 960 54104 34(3000) 80 224 370 455 55004 110 204 313 48 409 40(300 96 770 91 886 939 59 56066 151 257(5000) 307 420 748 57030 34 188 89 91 209 311 50 421 521 42 43 55 82 813 40 58179 249 445 513 93 754 852 76 92 59006 170 356 591 737 61 836 89 916 65 60057 415 42 634 37 959 61081 95 253 67 81 309 413 634 780 820 97 917 80 99 62095 229 50 85 576 731 34(500) 908 63146 509 50 60 61 63 790 871 11500) 971 64046 176 545 51 616 753 852 1500) 86 904 65160 87 339 50 81 432 560 636 767(1500) 92 66113 87 845 921 25 62 86 67310 694 733 84 908 68150 1300) 67 322 696 732 91 811 41 923 69066 227 55 354 409 520 48 81 625 91 736 39 818 904 47 84 70116 656 947 71373 523 660 98 776 820 937 88 72595 626 832 34 922 73027 176 355 62 450 74 82 690 95 856 74073 130 246 83 302 443 625 854 994 75001 256 598 759 94 826 981 76026 271 329 83 881 94 997 1500 77019 128 263(500 422 60 508 54 69 83 651 79(1500) 96 814 88 962 78213 18 48 307 511 623 79003 95 377 87 459 60 596 668 834 11500 901 80099 197 268 377 707 10 81095 281 399 474 561 613 741 845 55 82150 369 614 713 34 989 83201 3 51 94(500) 330 32 482 543 774 84350(1500) 406 518 80 611 70 864 93 941 48 85011(500) 268 376 615 39 713 835 934 97 86024 83 163 204 29 370 416 73 584 607 724 923 87045 88 91 97 199 205 24 480 604 729 819 981 86 88301 8 40 525 46 701 861 89 965 89050 173 345 466 555 600 41 1500) 65 712 38 832 86 911 83(300 90025 38(1500 46 86 99 222 67 95 848 91017 62 294 597 602 (300) 721 70 71(3000) 908 29 91 92103 49 94(300) 559 95 601 23 39 73 717 88 902 12 49 93040 109 266 1300) 74 475 524 81 618 60 839 66 94030(1500 71 11500) 74 146 57 229 49 577 644 754 98-95246 61 80 538 48 51 784 862 71 96137 644 902 30(3000) 99(1500) 97126 86 91 243 55 600 705 6 89 932 98009 34 95 334 55 426 66 690 703 952(500) 80 99027 147 321 436(300) 48 523 45 52 636 855 61 925 100096 156 218 301 643 790 811 101023 41 189 341 423 512 86 681 798 943 102151 77 202 345 516 731 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130018 85 501 18 70 678 727 804 15 86 970 131225 404 570 615 20 97 868 912 132003 142 54 235 520 65 809 133004 73 77 143 63 200 479 505 768 929 65 98 134059 112 39 353 417 95 703 70 82 857 1500) 906 86 1 35038 47 49 223(300) 305 585 93 754 136001 74 137 281 303 433(3000) 597 743 830 928 137285 438 826 93 929 93 138076 127 90 225 36 43 46 316 555 88 630 82 811 51 955 139041 111 437(1500) 512 35 632(1500) 84 722 83 969 140039 109 29 230 331 455 78 538 83 635 77 84 757 86 141018 (10000) 110 260 385 529 855 70 1300) 142264 65 470 568 1500) 86 603 723 50 952 86 143487 524 725 948 70 144288 1500) 428 560 91 652 145029 111 12 245 60 600 780 86 934 146012 38 95 11500) 149 74 213 662 82 804 46 147283 304 439 65 91 725 34 36 903 148037 62 97 176 583 615 812 904 149194 372 81 403 59 706 150014 67 159 75 87 248 550 659 92 98 789 985 151139 401 804 52 60 984 152143 87 413 25 893 961 153057 350 93 489 501 24 27 637 704 154029 59 172 82 251 408 10 35 600 19 804 949 155147 83 214 314 87 410 59 506 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Ziehung der 4. Klasse 191. Kgl. Preuß. Lotterie. Nur die Gewinne über 210 Mk. sind den betreffenden Nummern in Klammern teigefügt.(Ohne Gewähr.) 2. November 1894, nachmittags. 116 219 337 13000) 45 56 597 697 744(300) 940 69 1089 509 29 85 88 1500) 706 24 82 822 979 2101 302 5(3000) 441 634 781 1500) 827 917 3204 537 96 947 88 4317 454 543 99 695 5115 283 946 6075 109 62 255 89 333 78 685 810 953 58 7158 277 444 63 562 670 876(1500) 903 47 8221 53 13000) 635 720 45 62 897 9058 115 255 71 602 73 727 40 3000) 97 922 10101 88 299 319 50 603 60 860 936 11000 1300) 23 234 91 373 470 548 610 12116 1300) 69(10000) 385 430 511 15 39 600 65 825 68 927 33 13167 264 320 703 811 14121 29 236 425 576 604 758 840 44 59 61 84 11500 15182 87 276 367 790 929 16130 71 297 412 631 92 806 917 17003 6 139(500) 228 76 396 499 728 871 94 917 88 18160 344 465 505 65 726 901 80 19274 329 604 82 711 75 79 20060 62 226 59 364 88(3000) 423 595 705 46 86 802 65 81 961 21089 257 1500) 60 453 549 22188 224 35 450 668 740 809 909 42 89 94 23167 225 483 558 60 720 23 50 82 24021 66 97 138 41(1500 228 325 13000 519 53 896 922 68 25047 206 426 13000) 38 780 818 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936 203009 258 530 671 704 91 970 204046 187 98 349 970 205042 168 73 347 463 69 72 78 582 688 767 852 901 16 206085 148 205 29 66(3000) 566 85 94 647 883 986(300) 93 207002 12 200 432 70 821(3000) 25 956 208308 404 21 712 62 94 859 965 209121 68 205 37 418 517 210143 11500 324 57 569 620 834 56 83 917 211014 59 140 61 3000) 308 544 834 986 212006 37 162 76 458 608 779 945 74 93(300) 213052(300) 54 77 362(300) 545 752 852 71 1500) 975 214026 102 4 65 73 407 904 23 215011 130 264 384 545 1500) 668 832 45 57 216063 13000) 302 479 769 839 918(1500) 56(300) 217121 446 521 64 653 799 891 1500) 963 218355 63 565 81 625 51 729(300) 837 906 62 13000 219138 356 67 81431 38 582(500) 608 220018 49 110 499(300) 729 32 804 9 91 221103 79 406 36 728 222043 60 483 531 66 67 78 842 909 21 54 223001 139 249 57 83 344 551 882 224165 315 438 98 655 61 717 225236 68 408 80 555 Verhaftung fand bereits am 15. Oktober statt, ist aber jetzt trotz aller Bemühungen der Regierung, sie geheim zu halten, bekannt geworden. Einige Blätter erklären, Dreyfus habe unter anderm das Ausland über die Personen der frangone anen e e e berschostene Thren gefunden und selen sahlehlich zr der Offiziere in das Ausland gesandt worden, deren Na men man dem Hauptmann Dreyfus verheimlicht habe, und diese letzteren hätten dann ihre Aufträge zur Zufriedenheit Grnel, 35 Joh. olt, lammt aus pral. hausen, wo seine Brüder eine Fabrik besitzen, und ist seit fünf Jahren mit der Tochter lers verheirgtet, die ihm eine erhebliche Mitgift in die Ehe brachte. In die allgemeine Entrüstung über den Verbrecher mischt sich die Befürchtung, daß die Geheimuisse, die er verraten, schwerwiegender Art sein könnten. Während die amtlichen Kreise diese Befürchtung zu zerstreuen suchen, weiß man, daß Dreyfus bis vor kurzem dem ersten Burean des Großen Generalstabes zugeteilt war, das sich mit den wichtigsten Zweigen der nationalen Verteidigung, mit der Organisation der Armee, den Dislokations= und Mobilmachungsplänen zu beschäftigen hat. Auch darüber, an welche Macht Dreyfus die Geheimnisse verkauft hat, herrscht Ungewißheit. Ebenso gehen die Ansichten über das Verfahren auseinander, mit dem man dem Hochverräter auf die Spur gekommen ist. Eine andere, nicht viel wahrscheinlicher klingende Erklärung der Entdeckung behauptet, eine wegen Spionage im Gefängnis sitzende gewisse Marie Forest habe erklärt, ein italienischer Spion habe in einem Pariser Café Zusammenkünfte mit einem französischen Offizier, diese Aussage habe sich bestätigt und der Öffizier sei Dreyfus gewesen. Da das Militärstrafgesetz das Verbrechen des Verrats nur für den Kriegsfall vorsieht, so ist man sich über die Bestrafung des Hauptmanns Dreyfuß nicht recht klar. Nach dem Spionagegesetz könnte er nur zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt werden. Es giebt jedoch zwei Präcedenzfälle, wo man auf das bürgerliche Strafgesetzbuch zurückgegriffen hat. Artikel 76 des Strafgesetzbuchs aber sieht für Leute, die Unterhandlungen mit dem Auslande anknüpfen, um Feindseligkeiten gegen Frankreich oder den Krieg zu veranlassen, die Todestrafe selbst dann vor, wenn diese Unterhandlungen nicht den bezeichneten Erfolg hatten. Ebenso bestraft Artikel 80 mit dem Tode jeden, der das„Geheimnis einer Unterhandlung oder einer Expedition", von denen er kraft seines Amtes Kenntnis hat, an das Ausland verrät. Düsseldorf, 3. Novbr. Brotpreis der Bäcker=Innung. Das 8pfündige Schwarzbrot kostet 64 Pfg. *Düsseldorf, 3. Nov. Amtlicher Marktbericht. Zu den Viehmärkten im Schlachthofe waren angetrieben in der Woche vom 29. Okt. bis 2. Nov: Schafe Schweine 1 262 2 147 38 2 41 411 Großvieh wenig zugetrieben kostete 60—70 M., Kälber ansangs der Woche 65, 70 und 75 M., am Freitag 80 M. und darüber, Schafe 58-66 M., Schweine 57—61 M., ausgeschlachtete holländische Schweine 50—54 M. per 50 Kilo gramm Schlachtgewicht. Der Feiertag in dieser Woche hatte Einfluß auf die Preise und Zufuhr zum Markte. Neuß, 3. Nov.(Telegr.) Weizen, neuer kleiner, Winter 12,70, Weizen neuer engl. Aussaat 11,70, 2. Qnal. 10,90. Neuer Roggen, 1. Q. 10,80, 2. Qual. 9,80. Buchweizen per 100 Ko. 1. O. 14, 2. O. 13. Hafer 10,50—11,50. Raps 1. Qual. 19,75, 2. Qual. 18,75. Aveel(Rübsen, 00,00, Kartoffeln 6,00 per 100 Ko. Heu 30,—, Roggen) stroh 16,00, Weizenstroh 00,00 per 500 Ko. Rüböl per 100 Ko. 45,00, Rüböl faßweise 46,50, Preßkuchen, 1000 Ko. 86,00. Kleien per 50 Kilo. 4,00 Köln, 2. Nov. Wetzen ohne Sack die 100 Kilo vorrätig hiesiger M. 12,00—13,00 B., fremder 13,00—15,00 B. Roggen ohne Sack die 100 Kilo vorrätig hiesiger M. 11,00—12,00 B., fremder 12,50—13,50 B. Hafer ohne Sack die 100 Kilo hiesiger M. 12,50—13,50 B., fremder 13,00—14,00 B. Landmarkt. Weizen M. 00,00, Roggen 00,00 Gerste 00,00, Hafer 11,75. Zufuhr: 00 Sack Weizen, 00 Sack Roggen, 00 Sack Gerste, 12 Sack Hafer. Heu M. 5,50—6,50, Roggenstroh 3,50, Weizenstroh 3,00 die 100 Kilo. alseldorf, 3. Nov. Rheinst. 4,51— 0,31. Wind S Therm.+ 10. Barom. 28—1. Mannh., 2. Nov. 4,73— 0,20 Coblenz, 2. Nov. 4,15— 0,12 Mainz, 2. Nov. 2,58— 0,15 Trier, 2. Nov. 1,62— 0,36 Bingen, 2. Nov. 2,98— 0,17 Köln, 2. Nov. 4,89— 0,19 Caub, 2. Nov. 3,54— 0,22 Ruhrort, 2. Nov. 4,94+ 0,06 Dominikanerkirche. Verein der christl. Mütter. Fest: Allerheiligen. Montag, den 5. November, nachm. 5 Uhr: Vortrag. Dienstag, den 6. November, morg. 8 Uhr Vereins-Messe. Kath. Gesellen- Verein, Sonntag, den 4. November 1894, abends 9 Uhr: VORTRAG. Bäckergesellen-Abteilg. Vereins=Versammlung Donnerstags abends 7 Uhr. Kath. Lehrlings-Verein. Sonntag, den 4. November 1894, abends 6¼ Uhr: Vereins-Versammlung. Verein u. Sonntag, den 4. November 1894, nachmittags 5 Uhr: Versammlung im St. Paulus-Hause mit Vortrag und Empfang der Beiträge für die Sterbelade. Mittwoch, den 7. Nov., 8½ Uhr: Vorstands=Sitzung. Der Präses. Verein (Maxpfarre), Mit dem 4. November beginnt das neue Vereinsjahr und wird um fleißige Benutzung der Bibliothek, welche durch viele neue Bände bereichert worden ist, ersucht. Die schon länger ausstehenden Bücher wolle man gefl. baldigst im Bibliothek=Zimmer, Schulstraße 11, Sonntags von 10—12 Uhr, abgeben. 504 Eintragungen in das Handelsregister. Ehevertrag: Leo Behren, Metzgermeister und Christine Hoper, beide hier, völlige Gütertrennung. Laden-Lokal mit Wohnung für Kolonial-, Material= und Farbwarenhandlung geeignet, per Anfang Januar gesucht. Angebote mit näheren Angaben unter A. 925 an die Expedition dieses Blattes. Drei Zimmer zweite Etage an anständige kleine Familie zu vermieten. Klosterstraße 3. Das gestiftete Jahrgedächtnis für den verstorbenen Herrn Karl Höltgen findet Montag, den 5. Nov., morgens ½10 Uhr, in der St. Andreaskirche statt. Das Jahrgedächtnis für die verstorbene Frau Wilhelm Kels, Agnes, geb. Richarz, findet Montag, 5. November, um 8½ Uhr, in der Pfarrlirche zur allerheiligsten Dreifaltigkeit in Derendorf statt. Feinsten, reinen, hellen Schleuderhonig von H. Piel, Düsseldorf- Mörsenbroich, in Gläsern m.nachstehend. Etikette u gebleuderho, podenetg rn 6 empf. zu extra billigen Preisen die bekannten Verkaufsstellen. Siehe Anzeige auf der 1. Seite der Schreibmappe dieser Zeitung pro 1894. 563 In Ausführung des Ergänzungsund Einkommensteuergesetzes vom 14. Juli 1893 bezw. 24. Juni 1891 werden diejenigen Steuerpflichtigen der hiesigen Bürgermeisterei, welche den Abzug ihrer Kapitalschulden und den Kapitalwert der Renten 2c. 2c. von ihrem Vermögen bezw. ihre Schuldzinsen, Lasten, Beiträge zur Krankenkasse und Lebensversicherungs=Prämien, letztere bis zur Höhe von 600 M. von ihrem Einkommen beanspruchen, hierdurch ersucht, den Nachweis ihrer Schulden und Renten und die Verpflichtung zur Entrichtung der Zinsen 2c. 2c. durch Vorlegung der Beläge(Schuldurkunden, Zins=, Beitrags=, Prämienquittungen, Policen usw. bis zum 15. November cr. mit Namen und Wohnort des Gläubigers, Datum der Schuld- Urkunde und Prozentsatz der Verzinsung mir nachzuweisen. Hiervon sind auch diejenigen Steuerpflichtigen nichtbefreit, welche in früheren Jahren diesbezüglichen Nachwels erbracht haben. Angermund, den 25. Okt. 1894. Der Bürgermeister: Baasel. für Herren, Stanley-Mäntel für Herren, Schlafröcke für Herren in grosser Auswahl von M. 12.— an, Knaben-Paletots, Knaben- Pelerinen-Mäntel, Knaben-Anzüge in den besten Stoffen und neuesten Façons kommen zu enorm billigen Preisen in den Ausverkauf. (Inh.: S. Selo), Ecke Breitestr. 2. Jeder Herr, der einen eleganten, bequemen und sehr haltbaren Stiefel kaufen will, wird gebeten, unseren beliebten Stiefel Nr. 103 zu versuchen. Wir führen denselben mit englischen Absätzen, aufgesteppter Kappe, mit la. Wichslederbesatz, unter Garantie der Haltbarkeit. Das Paar kostet nur M. 8,50. E. Juppen Nachf., Elberfelderstraße 8. Regeneraliv-Gasheizöfen aus den anerkannt leistungsfähigsten Fabriken. 6 9 8 zu den billigsten Preisen Christoph Pohlen.on. 3 Duisburgerstr.42. Telephon Nr. 335. 42. 335. Ob arm, ob reich, Jeder erhält Kredit! Unmöglich kann ein anderes Geschäft solch' außergewöhnliche Vorteile bieten, als das größte und bedeutendste Waren-Kredit-Geschäft von S. 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Maximilian Alfred, S. d. Kfm. Max Thomas, Hohenzollernstr. Den 26(Joh. Paul Karl, S. d. Ulanen=Sergeanten Wilh. Hashoff, Kirchfeldstr. Den 28. Kaspar Jos. Michael S. d. Fabrikarb. Jos. Küppers, Stoffeln. Den 29. Ferd. Anton, S. d. Drehers Anton Schmitter, Corneliusstr. Den 26. Franziska Maria Elis., T. d. Schneiders Frdr. Erley, Kasernenstr. Den 29. Auguste Karol., T. d. Anstreichers Jul. Scherff, Ellerstr. Maria Joseph., T. d. Tagel. Joh. Zander, Neußerstr. Den 26. Karl Eduard, S. d. Schlossers Ang. Peters, Thalstr. Den 24. Okt. Franz Karl Hub., S. d. Milchhdl. Jos. Müncks, Ehrenstr. Den 27. Peter, S. d. Tagel. Peter Beyer, Weiherstr. Den 28. Thekla Joseph., T. d. Fabrikarb. Robert Przesdzienk, Ulmenstr. Den 27. Gertr. Marg. Luise, T. d. Kfm. Math. Schnocks, Mendelssohnstr. Den 28. Christ., S. d. Fabrikarb. Pet. Laschette, Thalstr. Anna Luise, T. d. Schrein. Franz Gocke, Ankerstr. Elise Hubert., T. d. Fabrikarb. Jos. Fix, Ackerstr. Den 22. Karl Theod., T. d. Bautechn. Philipp Muhl, Ahnfeldstr. Den 24. Karl Hrch. Theod. Rochus, S. d. Telegraphisten Karl Perpeet, Ehrenstr. Den 28. Gertr. Friederike, T. d. Buchdr. Alb. Hoffmann, Ackerstr. Den 27. Jos., S. d. Fabrikarb. Karl Alt, Ankerstr. Den 28. Herm., S. d. Platzmstr. Wilh. Lausberg, Bruchstr. Wilh., S. d. Fabrikarb. Peter Damm, Flurstr. Gestorbene. Den 31. Okt.: Kurt Bückmann, 8 M. 15 T., Florastr. Hel. Engelmann, 1 J. 10 M., Gerresheimerstr. Theod. Müller, 6 M., Dreieckstr. Den 30. Michael Zehle, 3 M., Bilkerstr. Fiedr. Frech, 1 J. 2 M., Bruchstr. Den 31. Louise Hugo, geb. Bennefeld, o. G., 63 I., Wwe., Himmelgeisterstr. Den 30. Phil. Loos, 1 I. 3 M., Lindenstr. Städt. Tonhalle. Sonntag, den 4. November 1894: Nachmittags-Konzert des Städt. Orchesters unter Leitung des Kapellmeisters Herrn R. Zerbe. PROGRAMM: 1. Franz Schubert: MilitärMarsch D-dur. 2. J. Amtsberg: Ouverture über Fr. Schubert's „Erlkönig". 3. Joh. Strauß: Cagliostro, Walzer. 4. E. Bach: „Nachruf an C. Maria von Weber", Phantasie. 5. H. Millart:„Le reve d’amour“, Phantasiestück für Cornet à Piston(Pistonsolo: Herr Herm. Pietsch).— Pause.— 6. M. Balfe: Ouverture zur Oper „Die Zigeunerin". 7.a) E. Gillet: Entr’acte, Gavotte, b) O. Langey: Mexikanisches Ständchen. 8.„Sang an Aegir", Dichtung und Komposition von Sr. Majestät dem deutschen Kaiser Wilhelm II. Anfang 3½ Uhr. Eintrittspreis 60 Pfg. nkarten à 4 M. und Jahresbonnements an der Kasse. Eine wirklich großartige Auswahl in Kinderkleidern, Tauf= u. Erstlingssachen bietet die Firma Jos. Bill, Bergerstraße 2, u. empfiehlt es sich für Jeden, seinen Bedarf bei gen. Firma zu decken Ackerland, cirka 7 Morgen, an der Kaiserswertherstraße neben Laag's Fabrik, ist umständehalber pachtlos geworden. Bisher wurde dort mit Erfolg Gemüsezucht betrieben. Ferner eine Parzelle von cirka 1¼ Morgen an der Winkelsfelderstraße zu verpachten. Beides Martini d. I. anzutreten. 425 Näheres Marschallstraße 7. Für jeden Tisch! Für jede Küche! Bekanntmachung 147 Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, dass die Ziehung der durch den Allerhöchsten Erlass Sr. Majestät des Kaisers vom 16. September 1891 genehmigten Neunten und letzten Veseler Geld-Lotterie, 2888 Gewinne= 342 300 Mark zur Vollendung der Willibrordi-Kirche wie festgesetzt am Freitag, den 9. Novbr. 1894 in Wesel, im Saale der Vereinigung, unwiderruflich stattfindet. Die Ziehung ist öffentlich und beginnt 8 Uhr morgens. Wesel. den 9. Oktober 1894. Die Willibrordi-Kirchenbau-Kommission. Besserer. Boland. Thomas. Mit Bezugnahme auf obige Bekanntmachung empfiehlt und versendet Original- Lose à 3 Mark das General-Debit Karl Heintze, Berlin W.,(otel Roja) Telegramm-Adresse:„Lotteriebank Berlin“. Reichsbank-Giro-Konto. Auswärtigen empfehle ich die Bestellung auf Lose auf den Absehnitt der Postanweisung deutlich aufzuschreiben und jeder Bestellung 30 Pfg. für Porto und Gewinnliste beizufügen. Jedes Los trägt den Deutschen Reichsstempel. Der Versand der Lose erfolgt auf Wunsch auch unter Nachnahme. (paal 1 I 1 2 4 8 10 20 40 300 500 1000 1000 à 90000 40000 10000 7300 5000 3000 2000 1000 500 300 100 50 40 30 90000 40000 10000 7300 10000 12000 16000 10000 10000 12000 30000 25000 40000 30000 KappusAm Freitag, den 9. November, nachmittags 3 Uhr, läßt der Unterzeichnete beim Wirt nton Kersting zu Stoffeln: mehrere Tausend weiße und rote Kappus und Pferde- und FohlenMarkt zu Neuß am Montag, den 12.Nov.1894 Standgeld wird nicht erhoben. Savoyen, 526 öffentlich meistbletend gegen Zahlung bei der Abnahme verkaufen. Alexander Taßbender. Bekanntmachung. Die für den Zeitraum vom 1. April 1894 bis 31. März 1895 aufgestellte Verteilungsliste über Jagdpachtgelder, welche auf im hiesigen Stadtkreise gelegene Grundstücke enthalten, liegt 14 Tage vom 3. November d. J. ab auf dem Rathause, Stube 7 zur Einsicht offen und sind Anträge auf Berichtigung derselben innerhaib der gleichen Frist, also spätestens am 16. November cr. bei dem Unterzeichneten anzubringen. Die zur Empfangnahme der Jagdpachtgelder berechtigten Eigentümer werden hiermit ersucht, unter Vorlage der betreffenden Grundsteuerzettel die ihnen pro 1894/95 zustehenden Anteile bei der Stadtkasse vom 17. November ds. ab gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Düsseldorf, den 30. Okt. 1894. Der Oberbürgermeister. J. V.: Beckers. Nach§ 9 des Einkommensteuergesetzes vom 24. Juni 1891 können von dem Gesamteinkommen der Steuerpflichtigen in Abzug gebracht werden: 1. Die zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung des Einkommens verwendeten Ausgaben, einschließlich auch der unter den Kommunal= Abgabeu begriffenen Deichlasten. 2. Die von dem Steuerpflichtigen zu zahlenden Schuldenzinsen. 3. Die auf besonderen Rechtstiteln beruhenden dauernden Lasten. 4. Die von dem Grundeigentum, dem Bergbau und dem Gewerbebetriebe zu entrichtenden direkten Staatssteuern, sowie solche indirekte Abgaben, welche zu den Geschäftsunkosten zu rechnen sind. 5. Die regelmäßigen jährlichen Absetzungen für Abnutzung von Gebäuden, Maschinen, Betriebsgerätschaften usw. soweit solche nicht bereits unter den Betriebsausgaben verrechnet sind. 6. Die von den Steuerpflichtigen gesetz= oder vertragsmäßig zu entrichtenden Beiträge zu Kranken, Unfall=, Alters= u. Invalidenver sicherungs=, Witwen=, Waisen= u. Pensions Kassen. 7. Versicherungsprämien, welche fürVersicherung des Steuerpflichtigen auf den Todes= oder Lebensfall gezahlt werden, soweit dieselben den Betrag von jährlich 600 M. nicht übersteigen. Zum Zwecke der Berücksichtigung bei der Einkommensteuer=Veranlagung bezw. der Aufnahme in die diesbezügliche Einkommensteuer liste pro 1895/96 werden die Steuer pflichtigen hiermit aufgefordert, die Absetzung der vorbezeichneten Ab züge von dem Gesamteinkommen unter Vorlegung der bezüglichen Beweismittel bis zum 10.November cr. einschließlich während d. Bureaustunden auf hiesigem Rathause zu beantragen. Bezüglich der Renten u. dauernden Lasten sind die Empfänger nach Namen, Stand und Wohnort anzugeben und muß bezüglich der Versicherungsprämien die Nummer der Police bezeichnet werden. Hilden, den 24. Oktober 1894. Der Bürgermeister: Wachtel. atholischer SchuhmacherLehrling gesucht. 528 Schweitzer, Herzogsstraße 31. Ovale Fournaise, sehr gut erhalten, zu verkaufen Klosterstraße 3. Endgültig am Freitag, den 9. November cr. Ziehung der 90000 M. Weseler Geldlotterie. 342300 M. 90000, 40 000, 10000, 7300, 2 mal 5000, Gelogewinnr: 4 mal 3000, 8 mal 2000, ec. 2c Anhalter Lotterieeper 8o 1 M. 1 Lose 10 M. Hauptgewinn M. 25000, 10 000, 5000, 5 à 1000, 10 à 500 2c. in barem Gelde. Lotterie der Kinderheilstätte Meiningen. Piedo 1 1 8. 10 M. Hauptgew. M. 50 000, 10000, 5000, 3000, 2000, 3 à 1 000, 10 à 500, 10 à 300, 15 à 200 2c. Ulmer, Regensburger u. Schneidemühler Tose n 1173 400 Mr. Lose empfehlen: Franke& Cie., Düsseldorf, Königs=Allee 26, Telephon 498. Listen der Hamburger Roten Kreuz=Lotterie sind eingetroffen. Unserm allverehrten und stets liebenswürdigen Stammwirten, Herrn Glückzum die herzlichsten und Segenswünsche Namenstage! Gewidmet von der 3. Grenadter-Compagnie des St. Seb.-Schützen-Vereins zu Oberbilk. St. Sebastianuschützen-Verein, Bilk. Unserm allverehrten Major und stellvertretenden Oberst, Herrn Hubert Steines die besten Glückwünsche zu seinem Namenstage! Der Vorstand. donnerndes Lebehoch! unserm verehrten Meisterpaar, Herrn Karl Ebert und Frau Karoline Ebert, Bilker Allee 169, zum frohen Namenstage! Zu dem Namensfeste, teures Meisterpaar Bringen wir den besten Herzenswunsch Euch dar, Mög Euch immer lächeln freundlich das Geschick: Gesundheit, langes Leben und ungetrübtes Glück! Gewidmet von ihren Gesellen und Lehrlingen. 62 Baustellen Donnerstag, den 8. November 1894, abends 7 Uhr, im Kaisersaale der Städtischen Tonhalle: II. Konzert, unter Leitung des Städtischen Musik-Direktors Herrn Julius Buths. Requien für Soll, Chor und Orchester von Guiseppe VerdlSoli: Frau Sofie Röhr-Brajnin(Mannheim) Sopran. Frau Moran-Olden, Hofopernsängerin(München) Mezzosopran. Herr Henrik Westberg(Köln) Tenor. Herr Wilhelm Fenten(Düsseldorf) Eintrittskarten nummeriert à 4 M., nicht nummeriert à 3 M., sowie Abonnements für alle 8 Konzerte nummeriert à 20 M., nicht nummeriert à M. 13,50 in den Musikalienhandlungen der Herren A. Modes. Alleestrasse 44(Eingang Grabenstrasse), W. Bayrhoffer Nachfolger A. Boca, Bazarstrasse, und A. Metzger, Schadowstrasse 72. Nummerierte Sitze nur bei Herrn A. Modes, wo auch der Saal-Plan aufliegt. Neu hinzutretende Abonnenten können die auf das erste Konzert lautende Karte auch für das zweite benutzen; eine spätere Verwendung ist nicht zulässig. Kassapreis nummeriert 5 M., nicht nummeriert 4 M. Die Generalprobe findet statt am Mittwoch, den 7. Nov. cr., abends 7 Uhr. Eintrittskarten à M. 1,50 an der Kasse. 530 verschiedener Größe an der 498 Kölner-, Worringer-, Acker- u. Gerresheimerstr. zu verkaufen. Kaufpreis kann zu 4% verzinslich stehen bleiben. Baukapital wird nicht gegeben. Nähere Auskunft Albertstraße 3, Piedboeuf'scher Grundbesitz. In der Expedition dieses Blattes Bastionsstraße 14, ist zu haben: Gebet für die Bekehrung Sr. Heiligkeit Papst Leo XIII. hat für die Verrichtung dieses Gebetes Ablässe verliehen. In kleinem Format, hübsch ausgestattet, zum Einlegen in's Gebetbuch, 10 Stück 15 Pfg., 25 Stück 30 Pfg., 50 Stück 50 Pfg., 100 Stück 80 Pfg. „Verein Bavaria“ feiert heute Sonntag, den 4. November cr., abende 7 Uhr, im Saale des St. Paulushauses, Louisenstr. 33, sein 8. Stiftungs-Fest unter gefl. Mitwirkung des Düsseldorfer bestehend in Instrumental-, Zither-Konzert, TheaterAufführung nd Geschlossenem Fest-Ball. Karten sind zu haben im Vereins=Lokal, bei den Mitgliedern u. beim Oekonomen des St. Paulushauses. Der Vorstand. Kragen, Manschetten, Vorhemden. Aniversal en gros& en detail. Für Wiederverkäufer billigste Bezugspuelle. Bolkerst.5. Chr. Bertram, Hofl., Schadowst.37. unwiderruflich d. 9. Nov. 94. Letute WeselerGeldotterie Hauptgewinn 90000 M.) nA Orig.-Lose 1/ 3 M., Porto u. Liste 30 Pig. versenden Julius Goldberg& Cie, Haupt-Agent, Köln a. Rh. Sie machen bestimmt einen grossen Fehler, sobald Sie nicht Ihren Bedarf in Verren= und Knaben=Kleidern in der goldonen 57, Schadowstr. 57, decken.— Wir verkaufen nur reell verarbeitete, mit besten Zuthaten versehene Kleider. Frack- u. Gesellschafts-Anzüge werden verliehen. Streng feste Preise Konlante Bedienung. straße 57. straße 5. von Eduard Schulte, Alleestrasse 42. Neu ausgestellt: Zwei Marinen von Andreas Achenbach.„Wegführung der Juden in die babylonische Gefangenschaft von Eduard Bendemann. Motiv aus der Hofkirche in Weimar von A. Böhm in Weimar. Zwei Genrebilder von Eduard Grützner in München. Zwei Stillleben(historische Harnische) von A. v. Haber in Dresden. Marine von A. Halle.— „Karawane in der Wüste, ,Moschee in Gardaia“ und ,Motiv aus Algier“ von A. Le Gras in Amsterdam. „Fischerboote bei Abbazzia“ von L. von Littrow. Zwei Porträts von L. Schäfer. Stillleben von B. Schulz-Briesen. Blumenstück v. Ulrike von Weech in Karlsruhe. Ferner noch ausgestellt: Eine Sammlung von Oelgemälden, Studien und Aquarellen von Max Rabes in Berlin. „Aus dem deutschen Reichstage im Winter 1892“ von Leopold Braun in Berlin.„Die junge Witwe“ von John H. Bacon in London.„Pieta“ von Hans Tychl in Wien. Ermässigter Abonnementspreis bis 1. April 1895 à Person 3 M., bezw. 2 M. Auswärtige à 2 M. Entree für Nichtabonnenten 50 Pfg. Sonntag ist die Ausstellung bei elektrischer Beleuchtung bis 7 Uhr abends geöffnet. Feinste Gebirgs=Tafelschnecken, auch Riesen=Tafelschnecken mit Koch Rezepten liefert billigst 557 H. Blum, Versand=Geschäft in Eichstädt, Bayern. Pretsl. frk. Treber abzugeben. 542 Branerei Krämerstraße 8. Kölnerstraße 13 zu vermieten: 6 Zimmer 1. Etage ganz oder geteilt. Näheres 178 Börnestraße 1. 1. 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Nov. 1894, nachmittags 3½ Uhr: Konzert. Eintritt 50 Pfg., Kinder 25 Pfg. Floragarten. Sonntag, den 4. Nov. 1894, nachmittags ¼4 Uhr: Militär-Konzert. Ein dreifach donnerndes Lebehoch!!! unserem verehrten Kassierer, Herrn Karl Querling zu seinem heutigen Namenstage! Karolus soll leben, Soll auch was zum Besten gebenSei's Schinken oder Wurst Und ein Fäßchen für den Durst. Totterie- Club, von Ratingen. Wurst-Picknick und PreisBillardspielen in Itter Sonntag, den 4. Nov. 1894, wozu freundlichst einladet Franz Hoch. Frau Engels, Pfandversetzerin, 546 Altestadt 14, 1. Etage. Heirats-Gesuch! Junger selbständiger Bäcker und Konditor, kath., 25 Jahre alt, gebildet u. sehrsolide, mit flottem Geschäft u. eigenes Haus in der Stadt, sucht die Bekanntschaft einer anständigen, häuslich gesinnten Person zu machen, behufs baldiger Verheiratung. Vermögen erwünscht. Solche, welche gesonnen sind, auf dieses ernstgemeinte Gesuch einzugehen, werden gebeten, ihre Adresse mit Angabe ihrer Verhältnisse vertrauensvoll an die Exp. d. Bl. unt. B. K. 924 zn senden. Verschwiegenheit Ehrensache. 552