Erscheint täglich. Preis: durch die Boten M. 2, durch die Post M. 2,20 per Quartal, monatlich 67 Pfennig. Anzeigen: Petitzeile oder Raum 15 Pfg. Minimum 2 Zeilen. Reklamen 50 Pfg. Fernsprechanschluß Nr.1028. Mit der illustrierten Beilage Chefredakteur Dr. Ed. Hüsgen. Verantw. Redakteur: Ludw. Weber in Düsseldorf. Druck und Verlag des Düsseld. Volksblattes, Gesellschaft m. b. H. in Düsseldorf. Haupt=Expedition: Bastionsstraße 14. Filial=Expeditionen: Friedrichsplatz 6, Friedrichstr. 42, Hafenstr. 11, Kölnerstr. 299, Neußerstr. 50, Oststr. 76, Schadowstr. 35, Schützenstr. 1. Agenturen: Annoncen=Bureaus in allen größeren Städten. Nr. 216. Montaa, 15. Auaust 1894(Hippolytus). 28. Jahrg. A Die„farblose" Presse macht gegenwärtig den konservativen Blättern große Sorge anläßlich der Gründung von zwei neuen Preßorganen, die ihr Absatzgebiet vorzugsweise in protestantischkonservativen Kreisen suchen, leider aber auch katholische Gegenden mit der Anpreisung des neuen Zeitungsunternehmens nicht verschonen. Ein Wort zur Aufklärung und Warnung mag daher sehr am Platze sein. Der Bund der Landwirte will bekanntlich ein neues Blatt herausgeben, welches den Titel„Deutsche TagesZeitung" führen soll. Daß diese Gründung einem thatsächlichen Bedürfnisse entspreche, ist schwer nachzuweisen. Die Leiter des Bundes der Landwirte haben jetzt bereits ein eigenes Wochenblatt und eine eigene Korrespondenz des Bundes der Landwirte zur Verfügung, welche den gesinnungsverwandten Blättern ausreichenden Stoff zur Behandlung politischer und wirtschaftlicher Fragen im Sinne des Bundes der Landwirte bietet. Von der Kreuzztg. an hat sich die ganze konservative Presse willig in den Dienst des Bundes der Landwirte stellen lassen und denselben vertei digt, auch wenn die Korrespondenz des Bundes der Landwirte gelegentlich den Bogen allzu straff gespannt hatte. Aber die Leiter des Bundes der Landwirte scheinen das Bedürfnis zu empfinden, sich persönlich ein„Leiboraan" in der„Deutschen Tageszeitung" zu schaffen und dieses Organ mehr in mittelparteilich farblosen Sinne zu halten. Herr Dr. Rösicke, der zweite Vorsitzende des Bundes der Landwirte, ist ja bekanntlich politisch freikonservativ und ihm wird hauptsächlich die Idee der Gründung einer„Deutschen Tageszeitung" zugeschrieben. Nun sollte man meinen, dieses neue Tageblatt des Bundes der Landwirte wolle ausschließlich oder doch vorzugsweise die Interessen der Landwirtschaft vertreten, im übrigen aber den landwirtschaftsfreundlichen Blättern keine Konkurrenz machen. Letzteres wird öffentlich in der Korrespondenz des Bundes der Landwirte allerdings betont, in einem strengvertraulichen Schreiben aber, das an einen konservativen Berliner Bürgerverein gerichtet ist, wird erklärt, daß das neue Organ des Bundes der Landwirte„fest und zielbewußt"(!) für die Interessen des Mittelstandes eintreten wolle, da es bisher in Berlin an einem solchen Organ fehle. Da haben's die konservativen und antisemitischen Berliner Blätter! Sie haben freilich nicht zu befürchten, daß das Organ des Bundes der Landwirte ihnen in Berlin selbst einen nennenswerten Abbruch thun wird; wenn auch einige Großgrundbesitzer es vorziehen, von ihren Schulden in Berlin zu leben, so ist doch Berlin keine Ackerbürger=Stadt und die konservativantisemitischen Handwerkerkreise und kleinen Beamten werden schwerlich vom Bunde der Landwirte ihre politische Belehrung und die Vertretung ihrer Interessen annehmen wollen. Statt das mittelparteiliche Organ des Bundes der Landwirte zu lesen, werden sie bei ihren konservativen, antisemitischen oder farblosen Blättern verbleiben. In den Provinzen aber mag die„Deutsche Tageszeitung" mit ihrem Vorgeben,„fest und zielbewußt" die Interessen des Mittelstandes vertreten zu wollen, etwas mehr Erfolg haben, namentlich aber unter der Maske eines offiziellen Organs des Bundes der Landwirte auch politischen Bauernfang zugunsten der freikonservativen und nationalliberalen Partei treiben, in religiöser Beziehung aber auf einem protestantischen Standpunkt stehen. Für katholische Landwirte wird das zur Charakteristik des neuen Orgaus des Bundes der Landwirte genügen. 0 Tas verhängnisvolle Testament. 32 Nach dem Englischen von H. v. Remagen. „Ich hoffe, Miß Ayenel, daß Sie auf meinen Vorschlag eingehen werden," fuhr die junge Erbin fort. „Wenn Sie mich für alt und verständig genug halten, um die Stellung auszufüllen, so stelle ich mich Ihnen gern zur Verfügung," versetzte sie. Die Schatten verschwanden von dem holden Antlitz, und Miß Cameron lachte mit der Fröhlichkeit eines Kindes. „Ich schätzte Sie ungefähr in meinem Alter," sagte sie, „oder vielleicht sind Sie ein Jahr älter und jedenfalls sind Sie größer als ich. Angenommen, daß Sie, wie ich, zwanzig Jahre alt sind— so macht das zusammen vierzig— und das ist doch eine ganz ansehnliche Spanne Zeit, die schon reiche Erfahrungen voraussetzen läßt." „Ich bin aber nicht sonderlich in den geselligen Formen bewandert," bemerkte Margarita. „Ich bin es zur Genüge," erwiderte Adelaide lächelnd, „mein seliger Oheim und später Madame de Valmy haben reichlich das Ihrige gethan, um mich damit vertraut zu machen. Ich denke, unter uns gesagt, daß es uns wohl hoffentlich gelingen wird, die gesellschaftlichen Umgangsformen hinreichend zu beobachten." „Ich werde es meinerseits mit Freuden versuchen," erwiderte Margarita wiederum. Wenn Sie denn also bereit find," fuhr Miß Cameron fort,„so denke ich, betrachten wir die Sache als abgemacht Sie glauben nicht, Miß Ayenel, wie glücklich ich darüber bin und wie dankbar gegen Sie." „Die Dankbarkeit ist ganz auf meiner Seite," erwiderte Margarita steif. Sie kämpfte mit sich selbst, denn sie wollte sich nicht von den Reizen des jungen Mädchens fesseln lassen. „Das würden Sie nicht sagen, wenn Sie wüßten, wie sehnsüchtig ich Sie heute erwartet habe. Madame de Valmy verläßt mich zu Ende der nächsten Woche. Wann würde es Ihnen passen, zu mir überzusiedeln?" „Wann Sie es wünschen. Ich bin augenblicklich ganz „ ware mir ganz lieb, wenn Sie gleich an dem Tage, wo Madame de Valmy abreist, kämen, damit nicht erst eine einsame Zwischenzeit eintritt. Ich werde dann in dem Bestreben, Sie zu unterhalten, meine eigene Trauer am besten vergessen." „Ich werde mich ganz nach Ihren Wünschen richten," versicherte Margarita. Das Antlitz der jungen Erbin errötete plötzlich.„Eines, Miß Ayenel, vergaß ich noch zu erwähnen, welche Bedingungen Sie stellen. Fordern Sie, was Sie wollen, es wird mir ein Vergnügen sein, jedem Ihrer Wünsche in Bezug darauf zu willfahren." Benutzt Herr Dr. Rösicke mit seinen mittelparteilichen Gesinnungsgenossen in der Leitung des Bundes der Landwirte die Organisation dieses Bundes als geschäftliche Erleichterung zur Einführung seines Zeitungsunternehmens und für seine politischen Nebenzwecke, so macht der Herausgeber der rassen-antisemitischen„Täglichen Rundschau" auf der Grundlage des Antisemitismus mit der ganzen ihm zu Gebote stehenden Kapitalsmacht und mit allen Mitteln moderner Reklame Propaganda für ein anderes neues Zeitungsunternehmen, das als„Volksrundschau" ein Ableger der in Berlin erscheinenden„Täglichen Rundschau" sein soll. Letztere will von vorne und von hinten absolut „unparteiisch" sein, ist aber starkausgeprägt mittelparteilich-antisemitisch und in religiöser Beziehuug arheistisch, Herr Dr. Friedrich Lange, der Vater dieser „Volksrundschau" steht dem Christentum nicht nur gleichgültig, sondern geradezu feindlich gegenüber. Das konservative Stöckersche Organ„Das Volk" erinnert daran, daß Dr. Lange in der„Täglichen Rundschau" eine Artikelreihe veröffentlicht hat, welche„Reines Deutschtum“ überschrieben ist, und in welcher verlangt wird,„man müsse vom Christentum zum reinen Deutschtum, zur Deutschreligion übergehen". Das Christentum sei„altersschwach"; christliches Gebot widerspreche dem natürlichen Empfinden" des Volkes...„Deutsche Sittlichkeit und Lebensanschaung werden an der socialen Not erwachen und sich veredeln, nicht an Christi Bei spiel und Gebot". Diese Stichproben, die wir noch weiter ergänzen können, werden genügen, um den Geist der neuen„unparteiischen"„Volksrundschan" zu kennzeichnen; ein Blatt, das solche Anschauungen ins Volk tra gen will, kann doch auf Abonnement in christlich gesinnten Kreisen keinen Anspruch machen, kann namentlich in einem katholischen Hause keinen Eingang finden. Der geistige Leiter der„Volksrundschau" wird eben Dr. Lange sein, wenn auch der Busenfreund Ahlwardts, Herr v. Mosch, als verantwortlicher Redakteur dieses Blattes ebenso zeichnen wird, wie er bisher für den Ahlwardtschen „Bundschuh" die preßgesetzliche Verantwortung übernommen hat, ein Vertreter der Dühringschen atheistisch revolutionären Anschauungen. Und da nennt sich die„Volksrundschau“ noch„anpurterisch"! Und da bewirbt sich Dr. Friedrich Lange bei den evangelischen Geistlichen um Unterstützung seines neuen Unternehmens, und die Prediger werden als„Hochehrwürden" um Mitarbeit gegen ein„anständiges" Honorar gebeten, während Herr Dr. Lange sonst das„altersschwache Christentum" und„Christi Beispiel und Gebot" nichtachtend behandelt! Aber Herr Dr. Lange ist sehr vielseitig. Den antisemitischen Führern hat er sich zu unbedingter Wahlunterstützung verpflichtet, dem Bunde der Ritter des eisernen Kreuzes hat er versprochen, er wolle die Volksrundschan zu ihrem Vereinsorgan machen und sich vom extremen Antisemitismus zurückziehen. Vielleicht weiß der eine oder andere unserer Leser noch einen weiteren Beitrag zu liefern, denn Herr Dr. Lange ist sehr— vielseitig. Auch die geschäftliche Fundierung beider Blätter, der „Deutschen Tageszeitung" des Bundes der Landwirte wie der atheistisch-antisemitischen„Volksrundschau" giebt zu eigentümlichen Betrachtungen Anlaß. Bei der„Deutschen Tagesztg." ist es die eigenartige Beteiligung der Herren Telge=Rudloff, die sonst zum Bunde der Landwirte keinerlei Beziehungen haben, und von dem 300000 M. betragenden Gründungskapital der„Volksrundschau" ist dem Druckereibesitzer Hempel(bei dem auch die—„Freis. Ztg." gedruckt wird) ein Anteil von 150000 M. als Entgelt für seine geschäftliche Leitung übertragen, so daß ihm die Hälfte In einigen Minuten war denn auch die pekuniäre Frage, die für Margarita gerade die unwichtigste war, befriedigend gelöst. „Meine neue Gesellschafterin ist auffallend gleichgültig, in Bezug auf den Geldpunkt," dachte Adelaide lächelnd; „das ist immer das Zeichen eines edlen Charakters.“ Sie hatten sich mittlerweile beide erhoben und betrachteten sich nun gegenseitig mit forschenden Blicken, indem jede einigermaßen über die Schönheit der anderen erstannt war. Schließlich fragte Margarita: „Beabsichtigen Sie, sich noch lange in Cowes aufzuhalten, Miß Cameron?" Ihre Lippen erbleichten, während sie diese Frage, von deren Beantwortung für sie so viel abhing, that. „Nein," erwiderte sie.„Es wird nun endlich Zeit, daß ich nach Waltoncourt komme, und doch werde ich leider gezwungen sein, noch einen kurzen Aufenthalt in London zu nehmen, ehe ich dahin übersiedeln kann." „Nach Waltoncourt?" wiederholte Margarita. Ihr Herz zitterte bei dem Klange des wohlbekannten Namens. „Ja, das ist meine Heimat, wenigstens meine augenblialiche Heimat. Waltoncourt ist eine herrliche Besitzung— ich liebe es unendlich. Wenn Sie Sinn für das Schöne in Natur und Kunst haben, so werden Sie sich ganz sicher dort sehr glücklich fühlen." „Es ist mein Eigentum, denn es gehört meinem Gatten,“ dachte Margarita. Sie sagte kein Wort, richtete aber unwillkürlich ihre schlanke Gestalt zu ihrer vollen Höhe empor.„Es ist mein Eigentum; da Du aber meines Gatten Geld hast, so können Allan und ich nicht dort leben," grübelte sie weiter und dieser Gedanke ließ ihre Stimme und ihr Wesen so kalt erscheinen, daß Miß Cameron sie ganz erstaunt ansah. Und dann sagten sie sich bald darauf Lebewohl. Tag und Stunde für Margaritas Uebersiedelung wurden festgesetzt, und sie trennten sich mit herzlichen Wünschen und Worten. 26. Kapitel. Margarita verließ das Hotel mit einem Gemisch von frohen und bitteren Gefühlen. Der vielfach gewundene Pfad, den sie freiwillig betreten wollte, lag nun klar vor ihr. Jede Schwierigkeit war überwunden, jedes Hindernis weggeräumt. Aber sie fühlte einen Widerwillen dagegen, ein Verlangen, zu entfliehen und ihren Vorsatz unausgeführt zu lassen, und dann zürnte sie sich wiederum um dieser Regung willen. „Wie!" rief sie aus,„darf ich den Mut sinken tassen, weil dieses Weib ein schönes Antlitz, goldglänzendes Haar hat! Sie bewahrt gemeinschaftlich mit meinem Gatten das Geheimnis des Testamentes, das sie mir unbedingt hätten anvertrauen müssen." Sie bemühte sich absichtlich, ihr Herz gegen das junge des Gewinnes vorweg gesichert ist, ohne daß er einen Pfennig eigenen Kapitals riskiert hätte. Das sind die beiden neuen Zeitungs-Gründungen in Berlin. Nun mag jedermann sich darüber ein Urteil bilden. Deutsches Reich. Berlin, 11. Aug. Der Kaiser wird sich nach seiner Rückkehr nach Berlin in der Woche vom 18. bis 25. d. Mts. auf den Schießplatz Kummersdorf begeben, um daselbst Besichtigungen, speziell der Artillerie, vorzunehmen. Am 4. September wird der Kaiser mit der Kaiserin in Königsbera i. Pr. eintreffen und dort bis zum 6. September verweilen; die Festvorstellung im Theater hat der Kaiser nur der Bedingung genehmigt, daß die Kosten derselben nicht von der Provinz oder der Stadt, sondern von dem Publikum durch ein Eintrittsgeld gedeckt werden. * Der Reichskanzler Graf Caprivi wird am 26. August zum Kurgebrauch in Karlsbad eintreffen. *Der evangelische Bund hat in Bochum eine dreitägige Generalversammlung abgehalten, die 7. in seinem hetzereichen Dasein. Was hat er in den drei Tagen nun geleistet? Wir sehen uns die Berichte in der Presse an; die„kirchliche Korrespondenz" des Bundes hat selbst einen solchen Bericht geliefert und wird doch wohl keinen „Glanzpunkt" und kein bedeutendes Vorkommnis vergessen haben. Wir müssen sagen: wir würden uns bis auf den Grund der Seele schämen, wenn unsere Katholikenversammlung ein so klägliches Ergebnis aufwiesen und sich im Wesentlichen erschöpften in so stupiden Hetzereien gegen andere Konfessionen, verlogenen Friedensphrasen, hohlen Prahlereien und lächerlichen Heulmeiereien. Zahlreiche Reden, Ansprachen und Begrüßungen sind da in Bochum vom Stapel gelassen worden; aber es war überall das ewige Einerlei von„Roms Uebermut",„Roms Vordringen",„Roms Machtgelüste", vom„aufgedrungenen Kampfe" rc. Wie nur Leute mit gesundem Gehirn diese rednerische Wiederkäuerei aushalten können! Und was wohl die Bündler anfingen, wenn wir Katholiken nicht wären? Die ganze Generalversammlung wäre in 10 Minuten zu Ende, wenn wir nicht den Stoff zu Reden und Beschlüssen böten. Man giebt doch vor, nicht der Kampf gegen Rom sei die Hauptsache, sondern die Pflege der Einigkeit, die Ueberbrückung der Gegensätze, das Bekenntnis des Glaubens, die Stärkung der Protestanten„im Bekenntnis". Ist man denn im Protestantismus so bitter arm, daß man bei sich nicht Stoff genug für diese Dinge finden kann? Mit rein protestantischen Angelegenheiten befaßte sich nur eine, oder, wenn man will, drei Resolutionen. Die eine betrifft die kirchliche Gemeindeorganisation, die andere den Übertritt der Prinzessin Alix von Hessen zur russischen Orthodoxie. Früher hat der Bund bekanntlich ähnliche Resolutionen gegenüber der Kronprinzessin Sophie von Griechenland und dem Erbprinzen von Luxemburg gefaßt. Das ist sein gutes Recht, wenn es auch nichts nützt. Als rein protestantische Sache kann man denn noch die Resolution gelten lassen, welche zur Feier des Gustav=AdolfJubiläums auffordert. Wenn Deutsche nicht mehr vaterländisches Gefühl und gebildete Leute nicht mehr Geschichtskenntnis haben, daß sie den„Helden von Mitternacht" feiern, wir können es nicht ändern. Wir möchten aber einmal den Lärm sehen, wenn wir Katholiken einen fremden katholischen Fürsten feiern wollten, der so viel Elend über Deutschland gebracht hätte wie Gustav Adolf. Von den Reden befaßte sich, soviel wir sehen, nur eine mit einer rein protestantischen Angelegenheit, und das war die Mädchen, das sie thörichterweise als Nebenbuhlerin betrachtete, zu verhärten; sie sagte sich wiederholt, daß sie allein die Veranlassung zu ihrer schmerzlichen Trennung von Lord Rylestone sei, und dennoch war es ihr nicht möglich, sie zu hassen. Der Zauber des holden Antlitzes und der süßen Stimme hielt sie gefangen, und sie konnte sich seiner nicht erwehren. Die Zwischenzeit, bis sie zu Miß Cameron übersiedelte verging Margarita in wahrer Grabesruhe, sie hätte nachher kaum Rechenschaft geben können, wie sie sie eigentlich zugebracht. Sie hatte nur eine ganz dunkle Erinnerung von ganz einförmigen Tagen und Nächten, sie hatte gegessen, wenn andere aßen, war spazieren gegangen, hatte am Strande gesessen und beobachtet wie die Wellen sich am Ufer brachen, hatte menschliche Stimmen vernommen, die aus weiter Ferne an ihr Ohr schlugen, hatte Musik gehört, die für sie keine Melodie hatte, weil eine schwere Last ihr Gehirn zu bedrücken schien und das Denken ihr zur Qual geworden war. Sie erinnerte sich einzelner Tage, wo ihr die Sonne blutrot und die Erde bleigrau geworden war— und kein Lebensatem durch die Luft ging und der Nachtwind keine Kühlung brachte— sie hatte Nächte durchwacht, die für sie kein Stern erhellte, wo der Mond trübe und düster und das Leben eine ununterbrochene Qual schien. Aber sie hatte versucht, sich aufzuraffen. Hatte sie nicht ihren großen Lebenszweck erreicht, war ihr denn nicht der Wunsch erfüllt, an dem ihr ganzes Herz hing? In der Zwischenzeit schickte Lady Dayenant einmal nach ihr, war aber bei ihrem Erscheinen ganz erstaunt über das gedrückte Wesen des jungen Mädchens. Sie hatte erwartet, daß sie von freudigem Dankgefühl erfüllt sein würde, statt dessen war sie traurig und nachdenklich, wie Lady Dayenant sie nie zuvor gesehen hatte. „Gefällt Ihnen Miß Cameron nicht?" fragte Mylady. Es wäre ihr sehr lieb gewesen, die etwaigen Fehler der jungen Erbin bei dieser Gelegenheit zu erforschen. „Oo sie mir gefällt?" wiederholte Margarita halb im Traume. In ihrem aufgeregten Gemütszustande schien ihr diese Frage so unwichtig. „Ja," sagte Lady Dayenant etwas spitz," ich fragte, ob sie Ihnen gefällt. Verzeihen Sie, Miß Ayenel, aber es scheint mir heute, als hätten Sie Ihre Frische und Lebhaftigkeit gänzlich verloren. Sind Sie leidend gewesen?" „Ja, ich war sehr leidend." „O, das thut mir sehr leid.— Dann müssen Sie alles daran setzen, sich ganz zu erholen, ehe Sie zu Miß Cameron gehen, denn für eine Erzieherin oder Gesellschafterin ist nichts schlimmer als Kränklichkeit." Margaritas Wangen überflog eine stolze Röte, sie machte sich aber dennoch ans Werk. Hatte sie einmal aus selbstischen Beweggründen diese unabhängige Stellung angenomecht bündlerische des Predigers Scholz, der behufs„Ueberbrückung der Gegensätze" alle Glaubenssätze bei Seite stellen will bis auf den einen:„Ich glaube an Jesum Christum, den eingeborenen Sohn Gottes". Wie man sieht, wird von einem guten Bündler nicht einmal der Glaube an die Gottheit Christi gefordert, denn dieser ist bekanntlich bei protestantischen„Dogmatikern" noch lange nicht gleichbedeutend mit dem Glauben an den„eingeborenen Sohn Gottes". Was sonst geredet und gethatet wurde, kam, wie gesagt, auf unser Konto. Man faßte eine Resolution gegen die Wiederzulassung der Redemptoristen und gab eine lange und kräftige Antwort auf die päpstliche Encyklika über die Wiedervereinigung der Kirchen. Ohne Zweifel bildet man sich gewaltig viel ein auf derartige „mutige Zeugnisse". Worte, Worte, Worte! Zum Schluß gab es einen auferbaulichen Vortrag des Pfarrers Brecht aus Württemberg, der in bekannter Weise„nachwies", daß die protestantischen Völker den katholischen in allem„über" sind und darum auch der Protestantismus weit besser sein muß als der Katholizismus. Es mußte für die Versammlung sehr angenehm sein, solchen Trost mit nach Hause nehmen zu können, denn was man sonst gehört hatte über Lauheit und Kleinmut bei den Protestanten und von„römischer Gefahr", war trotz aller eingestreuten Kraft= und Siegesphrasen doch nicht allzu trostreich. Deutschland zählt 31 Millionen Protestanten. Von diesen gehören trotz siebenjähriger Hetzarbeit von Pastoren und Professoren noch nicht 100000 dem evangelischen Bunde an. Die staatlichen und kirchlichen Behörden halten sich der Bündelei gegenüber kühl zurück. In gläubigen protestantischen Kreisen steht man dem Bunde mit Abneigung gegenüber wegen seiner verschwommenen Haltung gegenüber den wichtigsten Glanbenswahrheiten. Und was für Geister spielen auf den Versammlungen die erste Geige! Thümmel und Beyschlag sind die gefeierten Helden. Alle hervorragenden politischen Persönlichkeiten glänzen durch Abwesenheit, wenn man nicht Herrn v. Plettenberg=Mehrum als politische Größe gelten lassen will. Die hohe Aristokratie, die bedeutendsten geistlichen Würdenträger fehlen; das Volk fehlt auch. Der Bund mag sich seines Aufschwunges rühmen; es ist doch nichts daran. Wenn man schon die Bildung einer Frauengruppe in Berlin der Erwähnung wert findet, dann imponieren uns die andern„Erfolge" erst recht nicht. In Berlin, wo man„protestantisch bis auf die Knochen" sein soll, ist die Zahl der männlichen Bundesgenossen lächerlich klein; wie„stark" mag da erst die„Frauengruppe" sein? Sie wird sich wohl auf ein paar Pastoren=Frauen und =Töchter beschränken. Graf Wintzingerode hatte den Mut, zu behaupten, die Bewegung der Altkatholiken sei mit Nichten im Rückgange. Das wird für die Altkatholiken erfreulich zu hören sein. Vielleicht sammelt der Herr Graf die von ihm entdeckten Altkatholiken im evangelischen Bunde und stellt sie dann den übrigen vor, damit diese doch auch etwas von ihrem Aufschwunge erfahren. * Neue„Retter" des Mittelstandes! Das in unserem Leitartikel schon besprochene neue antisemitische Zeitungsunternehmen, das am 1. September d. I. seine Thätigkeit beginnen soll, macht in zu hunderttausenden über ganz Deutschland verteilten Cirkularen eine gewaltige Reklame. Die Schriftstücke wimmeln, wie das bei Leuten ohne Halt und Fundament nicht anders möglich ist, von widerlichen Phrasen. Die„Volksrundschau" will dem bedrängten deutschen Mittelstand, der bis jetzt ohne Wehr und Schutz gewesen, zu Hülfe kommen. Lediglich „leidenschaftliche Liebe zu unserem Volkstum" veranlaßt die Unternehmer, ein billiges Blatt zu gründen, das ein„ehrlicher Anwalt für deutsches Volkstum und seine Kerntruppe, den men, so mußte sie nun auch geduldig die Unannehmlichkeiten, die sie mit sich brachte, ertragen. Sie versuchte sich aufzurütteln und mit der früheren Lebhaftigkeit auf die Unterhaltung mit Lady Dayenant einzugehen, sie konnte aber das Gefühl einer Last, die ihr auf das Gehirn drückte, und eine lange Reihe quälender Gedanken nicht los werden. Lady Dayenant sah, nachdem sie sich entfernt hatte, sehr besorgt aus. „Es ist nie ratsam, Leute dieses Standes besonders zu empfehlen," sagte sie sich,„sie lassen uns regelmäßig im Stich. Wenn Miß Cameron mit ihrer Gesellschafterin unzufrieden ist, wird sie mich dafür anklagen. Ich wollte, ich hätte sie nicht so gelobt. Eine Gesellschafterin muß frisch und munter sein, und Miß Ayenel ist keines von beiden." Die Einförmigkeit jener Tage wurde nur noch ein einziges Mal unterbrochen. Als Madame de Valmy nämlich von Miß Cameron erfuhr, daß sie Margarita wirklich engagiert hatte, sprach sie den lebhaften Wunsch aus, ihre Nachfolgerin kennen zu lernen. „Ich werde in diesem Falle entschieden schwerer zu befriedigen sein, als Du selbst, liebe Adelaide," sagte sie, „ich möchte mir am liebsten selbst ein Urteil über meine Nachfolgerin bilden," „Es läßt sich wirklich schwer sagen, wie sie ist," verversetzte Miß Cameron.„Worte genügen nicht, um sie zu beschreiben. Sie ist eine jener schönen südlichen Frauenerscheinungen, die Titian und Georgine mit Vorliebe malten. Ihr Antlitz erinnert an das sonnige Italien— es vereinen sich Feuer, Leidenschaft, Hingebung und Geistesschärfe darin. Ihre Stimme ist voll und sanft und erinnert mich— ja womit soll ich sie vergleichen?— am liebsten mit der Nachtigall!" „Die Schilderung ist äußerst poetisch, mein Herz, aber ich ziehe die einfache Prosa vor. Sonne, Leidenschaft und Nachtigall sind herrlich, wo sie hingehören, aber Du, die Du so erhaben in Deiner Auffassungsweise, so verschwenderisch freigebig bist, deren Hand und Herz stets offen sind — gerade Du bedarfst einer Gesellschafterin, bei der ruhige Vernunft und Ueberlegung vorwiegend sind." „Das hat sie beides," fügte Adelaide eilig hinzu,„Sie war zwei Jahre Erzieherin bei Lady Dayenant." „Das ist allerdings etwas anderes," räumte Madame ein.„Wenn sie außer den von Dir gepriesenen Eigenschaften noch andere Tugenden hat, so will ich mich eher zufrieden geben. Lady Dayenant ist eine höchst einsichtsvolle Dame. Wer ihr zugesagt, hat in diesem Falle auch meinen Beifall. Aber meine liebe Adelaide," fuhr Madame nach kurzem Nachdenken fort,„etwas begreife ich immer noch nicht recht." „Ich begreife vieles nicht recht." ver setzte Miß Cameron lächelnd,„und werde es nie begreifen“ eutschen Mittelstand" in ganz Deutschland sein soll; denn bis heute war— mit wenigen Ausnahmen— die Presse aller Parteien ein Geschäftsagent für die Ausbeutung durch die Mächtigen oder eine Hetzpeitsche in der Hand der Agitatoren." Da wollen denn die Herausgeber der„Volksrundschau“ aus reinster Menschenliebe und in rührendster Uneigennützigkeit eine billige Zeitung für ganz Deutschland herausgeben, die unserem deutschen Volke, besonders dem Mittelstande, Heil bringen soll. Natürlich ist das Unternehmen ganz unparteiisch, von keinen Parteirücksichten geleitet. Besonders werden die Lehrer, dann aber auch Angehörige aller Berufsklassen gebeten, sich für diese„neue, einzig wahre Zeitung" zu interessieren.— Die ganze Reklame ist so plump, das kaum zu befürchten steht, es werde irgend ein denkender Mensch auf den Köder anbeißen, insbesondere wird das katholische Volk wissen, welchen Empfang es dem papiernen Boten der neuen„Volksbeglücker" zu bereiten hat. * Einen wichtigen Beitrag zur Irrenrechtspflege bildet eine Entscheidung, die jüngst das Würzburger Landgericht gefällt hat. Ein dortiger Bezirksarzt hatte einen Handwerksmeister für gemeingefährlich wahnsinnig erklärt und seine Ueberführung in eine Irrenanstalt veranlaßt, ohne den Kranken gesehen zu haben. Einzig auf den Antrag der Ehefrau des angeblich an chronischem Alkoholismus Leidenden wurde der Mann um seine Freiheit gebracht. Auf die Klage des Geschädigten, der offenbar nicht die ihm zugefügte Behandlung verdient hat, ist der Gerichtshof nach dem„Rh. K." dem Antrage des Staatsanwalts beigetreten und hat dem Kläger Recht gegeben, den Arzt der Unterlassung einer ihm obliegenden Amtshandlung schuldig befunden. Der Staatsanwalt meinte, es handle sich um Sicherstellung der perönlichen Freiheit,„gegen eine allzu zärtliche Umarmung der Psychiatrie"; schließlich würde kein Mensch mehr sicher davor sein,„auf Grund einer gehässigen Denunziation von Familienangehörigen und eines oberflächlichen ärztlichen Gutachtens in eine Irrenanstalt gebracht zu werden." Diese Möglichkeit ist leider nicht bloß in Bayern zu befürchten; auch in anderen Bundesstaaten wäre die Schaffung von Bürgschaften gegen die Art, wie manche Psychiater ihre Thätigkeit ausüben, im öffentlichen Interesse durchaus zu wünschen. * Wie die„freie Forschung" auf den Universitäten von liberaler Seite verstanden wird, zeigt recht drastig die Nationalzeitung. Der Professor Herkner in Karlsruhe hat ein Werk „Die Arbeiterfrage“ veröffentlicht. Darin wird die Sozlalpolitik des Liberalismus vielfach scharf kritistert. Das wird nun dem„absonderlichen Gelehrten" von der Nationalzeitung gewaltig übel genommen. Sie widmet dem Buche einen langen Leitartikel, in dem sie zwar versichert, das Gut der Lehrfreiheit auch dann wahren zu wollen, wenn die vorgetragenen Lehren ihren Widerspruch herausforderten, aber doch auch erkennen läßt, daß Prof. Herkner eigentlich nicht das Recht habe, so, wie er gethan, zu schreiben; sie wirft ihm Undankbarkeit vor, da er doch von der liberalen badischen Regierung zum Professor gemacht worden sei. Herr Herkner hätte also demnach aus Dankbarkeit eine ganz andere Wissenschaft vortragen sollen, als sie sich seiner„freien Forschung“ ergeben hat.„Freie Forschung" ist also im Munde ihrer vorlauten Befürworte nichts weiter als eine Phrase. * Das Auswanderungsgesetz soll nach offiziöser Mitleilung den Reichstag in der nächsten Session in erster Reihe beschäftigen, da die Regierung die Erledigung dieses Gesetzes für dringend notwendig erachte. * Eine eigentümliche Warnung richtet die Allgemeine Fahrzeitung an die Berliner Droschkenkutscher. Die Kutscher werden aufgefordert, alle diejenigen Personen, welche nicht mit ihnen gefahren sind, sich trotzdem aber Fahrmarken für eine bestimmte Summe von ihnen ausbitten, entschieden abzuweisen. Es kommen nämlich täglich Angestellte aus größeren Geschäften, Banklers, ja selbst Ministerien 2c. zu den Droschkenkutschern, besonders denen von der zweiten Klasse, und biften sie um Fahrmarken. Diese Leute bekommen das Fahrgeld für eine Droschke dann ausbezahlt; sie haben aber nie eine Droschke benutzt, sondern haben die qu Strecke entweder per Pferdebahn oder Omnibus abgefahren, oder zu Fuß zurückgelegt. Die Chefs 2c. werden um das Fahrgeld betrogen und die Droschenkutscher haben das Nachsehen. Vermischtes. * Das Pariser Geschworenengericht hat von den ange klagten Anarchisten 21 freigesprochen und 3 verurteilt. Einer der letzteren hat seine Strafe bereits durch die Untersuchungshaft verbüßt. * Vom Kriege zwischen China und Japan liegen jetzt nach einer Ruhepause von mehreren Tagen wieder Nachrichten über neue kriegerische Ereignisse vor, welche wichtige Entscheidungen schon für die nächsten Tage erwarten lassen. Die Japaner sind nach den Erfolgen, welche sie zu Wasser und zu Land errungen haben, in kräftigster Weise wieder zum Angriff übergegangen. Zunächst haben sie ihre Truppenmacht auf der Halbinsel Korea verstärkt; es sollen japanische Truppen in Stärke von „Ich spreche aber im vollen Ernste, mein Kind. Warum hast Du Dir gerade ein so hervorragend schönes Mädchen gewählt? Es läßt sich gar nicht voraussagen, ob sie nicht bei einer Gelegenheit Deine gefährliche Nebenbuhlerin werden kann. Schönheit ist für eine Erzieherin und Gefellschafterin etwas durchaus Ungehöriges, darum war ich immer recht froh, daß sie mir nicht zu teil geworden war. Forts. folgt. Eine Elefantenjagd bei den Benong in Hinterindien. Ueber Elefantensagden ist schon viel geschrieben worden aber meines Wissens noch nichts über diejenigen der Benong Ich hielt mich, so schreibt Rosset im„Globus", in dem Benongdorfe Pumplä auf, wo ich ethnographische Sammlungen machte und viele kranke Venong ärztlich behandelte. Um diese Zeit kam gerade ein kambodschanischer Mandarin zur Elefantenjagd hier an. Ich bat ihn, mich an einer Jagd teilnehmen zu lassen. Obwohl die Eingeborenen protestierten, da die Gegenwart einen Weißen jeden Jagderfolg vereiteln würde, ließ sich der Kambodschaner schließlich doch durch einige Geschenke überreden, mir die Teilnahme an der Jagd zu gestatten. Man vereinigte zehn ältere, vollständig zahme Elefanten zu einem Trupp, sie wurden mit den nötigen Fanggerätschaften und mit Proviautkörben beladen und mit einem ausreichenden Personal bemannt; dann ritt die Gesellschaft vorwärts, einer elefantenreichen Gegend zu. Unsere Dickhäuter traben im Gänsemarsch, am Schluß auf dem prächtigsten der Tiere der Mandarin und ich. Die voraufgehenden Elefanten mußten uns den Weg bahnen, indem sie alles hindernde Geäst mit dem Rüssel abschlagen. Ueber Stock und Stein, über Hügel und Fluß, durch dick und dünn ritt die Kavalkade, womöglich stets dem Winde entgegen, bis sich eine frische, an neu abgebrochenen Zweigen und Kräntern erkennbare Elefantenfährte fand. Nun wurde Halt gemacht und abgesattelt, das Gepäck unter der Obhut des vorläufig überflüssigen Personals zurückgelassen und der Trupp jagdfertig gemacht. Den Elefanten blieb weiter nichts auf dem Leibe als ein fingerdickes Meerrohr, das ihnen um den Numpf gebunden war und den Rettern bei heftigen, unregelmäßigen Bewegungen des Tieres Halt gewähren sollte. Ich konnte nur mit Mühe dem Mandarin die Vergünstigung abringen, meine Elefantengewehre(Kaliber 4 und Kaliber 12) mitnehmen zu dürfen In Ochsenfell gewickelt, wurden sie an dem Leibe unseres Dickhänters festgeschnürt. I des Reitlier wurde mit zwei Mann besetzt, dem einen, der auf dessen Rücken sitzt oder steht, dem sogenannten Fangknecht, und dem anderen, der seinen Platz gleich hinter dem 12000 Mann in Fusan und 8000 Mann in Yuensan auf Korea gelandet sein, um sich um Söul zusammenzuziehen und den von Norden kommenden chinesischen Truppen entgegenzutreten. Bemerkenswert ist dabei, daß die Oppositionspartei im japanischen Parlament auf eigene Kosten die Verstärkungstruppen ausgerüstet hat und dieselben auf eigene Kosten unterhält, ein Beweis dafür, daß der von der japanischen Regierung in gewissem Sinne forcierte Krieg in ganz Japan sehr populär ist, wie dies auch wiederholt von japanischer Seite gemeldet worden ist. Haben die Japauer somit auf dem ursprünglichen Kriegsschauplatze auf Korea für eine kräftige Verteidigung der bisher errungenen Positionen sich eingerichtet, die bei einer günstigen strategischen Lage auch zu neuen entscheidenden Angriffen gegen die Chinesen führen kann, so sind sie auf chinesischem Boden selbst, beziehungsweise an der Küste von China zu einem angriffsweisen Vorstoß übergegangen, den man so schnell noch nicht erwartet hatte. Nach einer Meldung der Londoner„Central=News" aus Taku(China) versuchte die japanische Flotte, aus vier Kreuzern und kleineren Fahrzeugen bestehend, am Mittwoch durch einen Handstreich sich des Kriegshafens und des Arsenals von Wei=Hat=Wei zu bemächtigen. Die Chinesen hatten es bemerkt und verscheuchten das feindliche Geschwader durch kräftige Beschießung und Aussendung von Torpedobooten. Die chinesische Flotte war zwei Tage vorher nach anderen Häfen ausgelaufen. Die Japaner erneuerten den Angriff an der anderen Seite, wurden aber wiederum zurückgeschlagen. Darauf griffen die Japaner Port Arthur an, bombardierten dasselbe einige Zeit, zogen sich dann aber zurück. Am Samstag erfolgte ein Angriff der japanischen Flotte auf die chinesische Pei-Yang=Flotte; es war ein hartnäckiges Seegefecht im Gange, woran 21 große Kriegsschiffe und kleinere Fahrzeuge beteiligt waren. Ueber den Ausgang dieses Seegefechts liegen noch keine näheren Nachrichten vor. Der chinesische Kriegshafen Wei=Hai=Wei ist stark befestigt, er liegt an der Südküste der in den Hafen von Petschili führenden Straße von Petschili. Ihr schräg gegenüber an der Nordküste liegt der Hafen von Port Arthur. Die Japaner versuchen also, die Chinesen zur See unmöglich zu machen, und der Angriff auf die große chinesische Nordflotte— die Pei-Yang Flotte— zeigt, daß auch ein Angriff auf Tientsin und auf die Hauptstadt Peking geplant ist. Die chinesische Nordflotte besteht aus 13 Kriegsschiffen und einer großen Zahl von Transportfahrzeugen. Gelingt es den Japanern. diese zu schlagen, so kommen sie trotz der sehr primitiven Befestigungen von Taku in die Mündung des Peiho und Peking ist in größter Gefahr. Sehr leicht wird den Japanern die Einnahme des chinesischen Kriegshafens von Wei=Hai=Wei nicht sein, denn der britische Marineoffizier Lang, der früher Befehlshaber der chinesischen Marine war, nennt diesen Kriegshafen schlechtweg uneinnehmbar. Derselbe ist stark mit Kruppschen Kanonen ausgerüstet, ebenso wie die zahlreichen Forts an der koreanischen und russischen Grenze. Ist der als ein überraschender Handstreich sich darstellende erste Ansturm der Japaner nicht gelungen, so wird die Eroberung von WeiHai=Wei, wenn überhaupt, nur mit großen Opfern zu ermöglichen sein. Vom strategischen Standpunkte aus ist es sehr erklärlich, daß die Japauer jetzt zum entschiedenen Angriff übergehen und rasche Entscheidungen herbeizuführen suchen, bevor die Chinesen ihre ganze Truppenmacht aus dem ungeheuren Reiche mobil machen können. Die Chinesen aber haben in merkwürdigem Selbstvertrauen aller europäischer Ratgeber sich entraten. Die wenigen ausländischen Offiziere wurden nur beim Exerzieren und Schießen, sowie bei der Anlage von Häfen und Arsenalen verwandt, aber niemals gestattete man ihnen, ein Heer oder auch nur einen Teil davon zu befehligen. Bei der jetzigen Krisis in China ist der Oberbefehl an LiuMin=Tschuan übertragen worden, der kein Offizier ist. Was die Stellung der fremden Mächte zum Kriege zwischen China und Japan angeht, so liegt noch keine That vor, daß die bisher beobachtete Neutralität aller anderen Staaten nicht auch weiter beobachtet werden soll. In Rußland bezw. in der russischen Presse tritt freilich immer mehr Sympathie für Japan zu Tage, wenn auch die Meldung japanischer Zeitungen von einem Bündnisse zwischen Japan und Rußland wenig glaubwürdig erscheint. In England dagegen scheint die Regierung nicht übel Lust zu haben, Japan wegen der Vernichtung des unter englischer Flagge segelnden Transportschiffs„Kowshung" Schwierigkeiten zu bereiten, wenigstens diesen Zwischenfall für eine eventuelle spätere„Verwertung" unerledigt zu lassen. Von deutscher Seite sind inzwischen auch die Kreuzer„Condor" und„Sormoran" auf den asiatischen Kriegsschauplatz entsandt worden, so daß nach dem Eintreffen dieser beiden Schiffe sieben deutsche Kriegsschiffe zur Vertretung der deutschen Interessen in Ostasien stationiert sein werden. Hoffentlich wird sich ein Eingreifen Genick des Tieres hat, dem„Leitknecht". Der Fangknecht führt eine lange Bambusstange, die bis auf den Boden reicht und an deren unterem Ende eine aus Kokosfasern geflochtene Schlinge so befestigt ist, daß sie sich durch einen energischen Ruck lösen läßt. Sie ist an einen langen, aus Tierfellriemen geflochtenen Strick gebunden, den der Fangknecht ungefähr in der Mitte, der Leitknecht am Ende gepackt hält. Bisher hatte ich alle Vorgänge der Jagd mit gleichmütigem Interesse verfolgt; bei dem, was sich nun aber weiter abspielte, blieb mir keine Muße mehr, den gemächlich dreinblickenden Zuschauer zu spielen. Es galt setzt, alle Gedanken zusammen zu nehmen. Um die wilde Elefantenheerde möglichst rasch zu stellen, ging es nämlich jetzt fort in schnellstem, rasendem Tempo der Fährte nach. Alle Augenblicke kam ich in die Gefahr, von einem Baumast gefaßt und heruntergeschleudert oder von einem spitzen Bambus aufgespießt zu werden. Fang= und Leitknecht, wie auch der Mandarin wußten mit größter Geschmeidigkeit jedem drohenden Verderben aus dem Wege zu gehen. Oft sah ich den Leitknecht sich förmlich platt machen hinter dem Genick des Dickhäuters, den Fangknecht dagegen nach dem Schweif des Elesanten fassen und sich auf die Hinterläufe des Tieres stemmen, um nicht abgestreift zu werden. Schon sah ich mich mit gebrochenem Genick am Boden liegen liegen, da endlich erreichten wir unser Ziel. Ein freies Terrain that sich vor unseren Augen auf, wo sich wohl an die zwanzig wilde Elefanten, alte und junge, zusammengerottet hatten und in ihrem Unmut, überrascht worden zu sein, heftig trompeteten. Nun ging es ohne Zeitverlust in rasendem Karriere mitten in die Heerde hinein. Die Leitknechte hieben, um ihre Tiere zu äußerster Leistungsfähigkeit anzusvornen, mit eisernen Haken wie toll auf die Schädel der Elefanten ein, so daß den Dickhäutern das Blut über Augen und Ohren tropfte. Doch die mächtige Schädeldecke schien solche Mißhandlung zu vertragen und bereits gewohnt zu sein. Jetzt kam es darauf an, einen der jungen Elefanten der wilden Heerde von den alten zu trennen. Im muß hier bemerken, daß der wilde Elefant im Kampfe mit dem zahmen zwar nicht feige, aber äußerst vorsichtig und zurückhaltend ist, weil er die Ueberlegenheit seines von Menschenhand gelenkten Gegners wohl herausfühlt.) Bald war ein Muttertier mit einem Jungen abseits gedrängt worden; sofort machten mehrere unserer zahmen Elefanten einen Angriff auf sie und rasten zwischen den beiden hindurch. Die Mutter suchte sich durch Rüsselschäge zu wehren, denen die Mannschaft geschickt auszuweichen verstand. Endlich hatte man beide auseinander gebracht. Die auf dem Rücken ihrer Reittiere freistehenden Fangknechte trachteten ihre Schlingen mit dem Bambusstangen so über den Boden zu führen, daß sich der Fuß des ängstlich hin und herlaufenden Jungen darin finge. Das gelang auch einem der Fangknechte. Der rechte Hinterlauf des Dickhäuters saß, die derselben zum Schutze der deutschen, insbesondere der christlichen Missionen in China als unnötig erweisen. Die chinesische Regierung hat zwar einen Erlaß zum Schutze der Fremden veröffentlicht, aber für die christlichen Missionen in China bleibt deshalb die Situation noch immer gefahrdrohend genug. „Die Arbeiter=Korporationen im (Les corporations ouvrières en moyen-åge) lautet der Titel eines hochinteressanten Werkes, welches der rühmlichst bekannte Socialpolitiker und Lütticher Universitätsprofessor Gottfried Kurth soeben veröffentlicht hat. Ueberzeugt von der Notwendigkeit, die Arbeitskräfte zu reorganisieren und die Arbeiter wie ehemals in brüderlichen Vereinigungen zur Verteidigung ihrer Interessen zu gruppieren, hat Professor Kurth es sich zur Aufgabe gemacht, die alte Auffassung der mittelalterlichen Korporationen, die von vielen gar nicht, und von vielen nur schlecht verstanden wird, in weiteren Kreisen zu verbreiten. Er untersucht und erörtert zu diesem Zwecke der Reihe nach die allgemeine Idee des Korporationswesens, die Arbeiter=Hierarchie, das Arbeitsregime, und die verschiedenen Fragen, die für die Lage des Arbeiters von Wichtigkeit find. Dieses letzte Kapitel bietet ein ganz besonderes Interesse, und zwar dadurch, daß in demselben der unumstößliche Beweis geführt ist, daß die christliche Demokratie nicht erst auf das Erscheinen der großen Propheten des Socialismus gewartet hat, um alle die Reformen zu beantragen und zu verwirklichen, die von der Wahrnehmung der Existenzberechtigung und der Men schenwürde des Arbeiters gefordert werden. Der mittelalterliche Arbeitgeber hielt sich nicht für berechtigt, seine Arbeiter zu überbürden. Die Nachtarbeit war bei den meisten Gewerben strengstens verboten, und die Dauer der Tagesarbeit in der Regel derjenigen des Kalendertages angepaßt: im Winter 8 Stunden, im Sommer 16 Stunden. Von dieser letzteren Ziffer müssen aber 1½ Stunden für das Mittagessen und ½ Stunde für das Vesperbrot in Abzug gebracht werden. Am Samstag und an allen Vorabenden großer Kirchenfeste wurde außerdem des Nachmittags die Werkstatt geschlossen, und endlich trug man bei Bemessung der Arbeitszeit in reichlichstem Maße der Schwierigkeit der Arbeit Rechnung. Papst Leo XIII. sagt in seiner Encyklika über die Lage der Arbeiter, daß die Anzahl der Stunden eines Arbeitstages das Maß der Kräfte eines Arbeiters nicht übersteigen darf, und er fügt hinzu: „Der Arbeiter, welcher der Erde ihre geheimsten Schätze entreißt, den Stein, das Eisen und das Kupfer, hat eine Arbeit, deren Kürze ihn für die Mühe und Gefahr, sowie für den physischen Schaden, der daraus erfolgen kann, entschädigen muß". Diese Vorschrift des heiligen Vaters war im Mittelalter bereits verwirklicht. Die tägliche Arbeitszeit der Bergleute betrug in Deutschland 8 Stunden, und im Lütticher Lande nur 6 Stunden. Es ist das ein beachtenswertes Beispiel für das hohe Alter und für die Dauer der Vorschriften der Kirche, und zwar auf einem Gebiete, welches die wichtigsten Interessen der arbeitenden Klasse berührt. Lokales und Provinzielles. Düsseldorf, 13. August. * Auf nach Köln! Die Tage der 41. General=Versammlung der deutschen Katholiken(26. bis 30. August 1894) nahen heran. Es wird unseren Lesern willkommen sein, etwas näheres aus der Feststadt zu hören. Daß die diesjährige General=Versammlung an Umfang und Bedeutung ihren Vorgängerinnen sich würdig wird zur Selte stellen können, lassen die getroffenen Vorbereitungen mit Bestimmtheit erwarten. Für die Behandlung der zur Erörterung gelangenden Fragen sind die hervorragendsten Redner des katholischen Deutschland gewonnen, wobei auch auf die verschiedenen Landeste sachgemäße Rücksicht genommen wurde. Die Bedeutung der immer mehr in den Vordergrund tretenden socialpolitischen Fragen entspricht es, wenn die bevorstehende General=Versammlung mit ihnen sich besonders eingehend beschäftigen wird. Gerade hierfür wurde eine gründliche Vorbereitung dadurch geschaffen, daß das Lokalkomitee eine besondere socialpolitische Kommission einsetzte, welche der Versammlung ein wohlgesichtetes Material unterbreiten wird. Als eine neue wichtige Frage wird u. a. die auf unserer Seite bisher viel zu wenig beachtete fachgenossenschaftliche Organisation der christlichen Arbeiter zur umfassenden Erörterung gelangen, die hoffentlich zu Beschlüssen führt, welche diese brennende Frage einer gedeihlichen Lösung näher bringen. Köln, dessen Bürger ernste Arbeit mit heiterem Sinn und freundlicher Gastlichkeit zu verbinden wissen, hat als Feststadt von jeher sich eines besonders guten Rufes zu erfreuen gehabt; es wird jetzt, wo es die Ehre hat, die Gesinnungsgenossen aus allen Teilen Deutschlands bei sich zu empfangen, dieser Veranstaltung eine besonders würdige Stätte bereiten. Durch den Glanz geschichtlicher Erinnerungen und durch ausgezeichnete Denkmale christlicher Kunst, vor allem durch seinen Stange fiel und löste sich von dem Stricke, diesen packten mit vereinten Kräften die Fäuste des Fang= und Leitknechtes und zogen ihn straff an. Der junge Dickhäuter merkte die Gefahr und suchte zu fliehen. Während nun der größte Teil des Personals die wilde Heerde in Schach zu halten suchte, widmete der Rest seine Mühe der Dingfestmachung des Gefangenen. Eine tolle Hetzjagd begann. Voraus der Gefesselte, hinter ihm her raste der glückliche Fänger mit seinem Tiere, links und rechts andere Jagdgenossen. Der Gehetzte wurde so lange im Kreise herumgejagt, bis er ermüdet am Waldesrande zusammenbrach. Die Knechte umstellten ihn, saßen ab und krochen vorsichtig unter ihren Reittieren durch und fesselten die Läufe des Gestürzten mit den Tierfellstricken ihrer Fanggeräte an Baumstämme, daß er kein Glied rühren konnte. In dieser wenig angenehmen Situation wurde er mehrere Tage gelassen. Am ersten Tage mußte er vollständig fasten, am zweiten bekam er etwas Wasser zu saufen, am dritten wurde er mit einigen Bissen gefüttert und war dann schon so gefügig, daß er sich von den zahmen Dickhäutern leiten ließ, die ihn durch Liebkosungen zu trösten suchten. Am achten Tage seiner Gefangenschaft war er so weit gezähmt, daß man sich ihm ohne Gefahr nähern konnte. Nach der obigen Schilderung könnte es scheinen, als ob der hinterindische Elefant ein ziemlich harmloses Tier wäre. Dies ist aber absolut nicht der Fall, er kann sogar, wenn er durch Verwundung gereizt ist, dem Menschen, und namentlich einer Weißhaut gegenüber, recht gefährlich werden. Er unterscheidet sich hierin von seinem vorderindischen Verwandten, der nach dem ersten auf ihn abgefeuerten, nicht tödlich verwundenden Schusse sofort das Weite sucht, während der indochinesische Dickhäuter den vereinzelten Jäger direkt angreift. Zum Beleg hierfür will ich kurz das Abenteuer erzählen, das ich gleich nach Beendigung der oben beschriebenen Hetzagd erlebte. Ich wollte den Kambodschanern zeigen, was ein europäischer Jäger ist, und bat deshalb den Mandarin um Erlaubnis, mit meinem durch alle Gefahren glücklich hindurchgeretteten Gewehre, Kaliber 4(d. i. wie ein Mitraillensen=Kaliber), der wilden Elefantenherde, die sich inzwischen abgehetzt und müde in den Wald zurückgezogen hatte, nachzuschleichen und mein Jagdglück zu versuchen. Zögernd und erst, nachdem ich ihm wiederholt hatte versichern müssen, daß er für nichts verantwortlich sei, gab er seine Einwilligung Ich nahm Gewehr und Munition zur Hand, machte mich schußfertig und befahl meinem kambodschanischen Diener, mir in gewisser Entfernung mit meinem Reservegewehre, Doppelkugelläufer Kaliber 12, zu folgen. Da mich niemand begleiten wollte, selbst nicht gegen eine hohe Summe, als ein Diener, ging ich mit etwas klopfendem Herzen in den Wald. Hier kaum angekommen, sah ich fünf bis sechs Elefanten direkt vor mir stehen. Es waren wilde: das bewies die zolldicke graue Schmutzkruste, die ihren herrlichen Dom, ist Köln— nach einem Worte aus königlichem Munde— hoch bevorrechtet vor allen Städten Deutschlands. Auf engem Raume drängen sich hier die Denkmäler einer fast zweitausendjährigen Geschichte zusammen. Die rastlos schaffende Neuzeit hat pietätvoll das Alte geschont, und so finden wir neben den glänzenden Schöpfungen der modernen Großstadt überall mächtige Werke aus einer großen Vergangenheit. Ein vom Lokalkomitee herausgegebener reich und vornehm illustrierter Führer wird jeden Besucher der General=Versammlung in den Stand setzen, in zweckmäßigster Weise, so weit es die beschränkte Zeit zuläßt, das alte und noue Köln in seiner bedeutsamen Eigenart kennen zu lernen. Wenn es auch nicht flüchtige Zerstreuung ist, welche die Teilnehmer an der General=Versammlung nach der Hauptstadt der Rheinlande führt, so wird es ihnen doch nicht unwillkommen sein, wenn sie nach den erhebenden und begeisternden Eindrücken der Tagesversammlungen an rheinischem Frohsinn sich erfrischen und erfreuen können. Schon längst haben sich auf unseren General=Versammlungen namentlich die Festkommerse der katholischen Studenten=Korporationen volles Bürgerrecht erworben, und keiner möchte sie missen, der gern einmal liebe Erinnerungen auffrischt aus froher Jugendzeit. Das Programm sieht dann besonders vor ein Abendfest in den prächtigen parkartigen Anlagen des Volksgartens, eine Festversammlung mit Damen im neuen großen Saale der Bürger Gesellschaft, bei welcher der Kölner Humor in erster Linie zur Geltung kommen wird, sowie festliche Veranstaltungen des katholischen Volksvereins, der katholischen kaufmännischen Vereine, des katholischen Gesellenvereins, der Arbeitervereine usw., so daß jeder seinen Wünschen und Neigungen vollauf Rechnung tragen kann. Daß die rheinische Hauptstadt den Fremden von nah und fern als ein vielbegehrtes Reiseziel gilt, hat die WohnungsKommission des Lokal=Komitee's aus ihrer umfangreichen Inanspruchnahme schon längst erfahren müssen. Sie sieht sich bereits zu der Mitteilung an die auswärtigen Teilnehmer genötigt, daß die in gastfreundlicher Weise zur Verfügung gestellten unentgeltlichen Privatwohnungen größtenteils vergriffen sind. Bei Privaten sind überhaupt nur noch sehr wenige Logis(zu 2½—3½ M. incl. Frühstück) zu haben. Dagegen können in Hotels noch fortwährend Logis im Preise von 2½—5½ M. einschl. Frühstück für die Tage der GeneralVersammlung angewiesen werden. Jedenfalls werden die auswärtigen Besucher der Versammlung in ihrem eigenen Interesse handeln, wenn sie bis längstens 8 Tage vor Beginn der Versammlung in Köln sich anmelden(bei Schatzmeister Bank=Direktor Elkan, Rheinische Volksbank), da sonst die Wohnungs=Kømmission(Anmeldung bei Otto Loosen, Perlengraben 112) keine Verpflichtung zur Beschaffung von passenden Wohnungen übernehmen kann. * Personal=Nachrichten. Dr. Allert, Gerichtsassessor in Köln ist zum außerordentlichen Hülfsarbeiter bei der Staatsanwaltschaft zu Düsseldorf vom 1. Aug. cr. ab bis zur Wiederbesetzung der Stelle des Ersten Staatsanwalts ernannt. — Aktuar Kraemer ist der Staatsanwaltschaft ein Düsseldorf während der Gerichtsferien zur Aushülfe überwiesen.— Hülfsgerichtsdiener Strang bei der Staatsanwaltschaft zu Düsseldorf ist am 1. August cr. auf seinen Antrag entlassen und Militäranwärter Czepull vom gleichen Tage ab zum Hülfsgerichtsdiener bei derselben Staatsanwaltschaft ernannt worden. * Dem„Echo der Woche" zufolge soll das Kaiser Wilhelm=Denkmal nun doch auf dem Platz an der Elberfelder= und Alleestraße errichtet werden. Die von den Künstlern und den zugezogenen Architekten und Ingenleuren zu Gunsten dieses Platzes vorgebrachten Argumente, namentlich daß die bisherige Bearbeitung für denselben berechnet gewesen, haben im Baukomite den Sieg davon getragen, so daß auch die Mitglieder, die bisher gegen den Platz an der Alleestraße waren, ihren Widerspruch fallen ließen. Diefe Entscheidung wird bei vielen Bürgern ein bedenkliches Schütteln des Kopfes verursachen! * Dem Puddler Wilhelm Steinringer hier, Corneliusstraße 98, wurde am 15. Mai d. J. der siebente lebende Sohn geboren. Seine Majestät der Kaiser hat aus diesem Anlaß die Pathenschaft übernommen und gestattet, daß sein Name als Taufzeuge in die betreffenden Register eingetragen werden. * Am Dienstag den 14. August, abends 8 Uhr, findet in den beiden oberen Sälen des Zweibrücker Hofes eine Generalversammlung des Bürger=Vereins der Stadt Düsseldorf statt, für welche folgende zwei Punkte auf der Tagesordnung stehen: Annahme der Satzungen und Wahl eines definitiven Vorstandes. Siehe auch Inserat in der vorliegende Nummer. * Die General=Versammlung der vereinigten Konditoren des Regierungs=Bezirks Düsseldorf die am verflossenen Mittwoch in Duisburg in den Lokalitäten der Gesellschaft„Casino" stattfand, gestaltete sich zu einem schönen Familienfeste, indem an der Versammlung auch die Damen teilnehmen durften.— Nach Ankunft der Gäste begrüßte Herr Kaldenbach aus Duisburg die Kollegen und Kolleginnen in herzlicher Rede und übergab dann Herrn Schaab aus Düsseldorf den Vorsitz. Am Nachmittag rüstete man sich zur Fahrt per Extrazug mit der Dampfbahn nach dem Kaiserberg zur herrlich gelegenen Moning. Dortselbst war Verteilung der Preise durch Heren Kaldenbach an die Damen, die beim Preiskegeln sich ausgezeichnet hatten. Gegen 8 Uhr gings mit Musik zurück zur Stadt nach dem Restaurant„Zur Börse“, wo noch einige frohe Stunden die Gesellschaft gefesselt hielten. Leib bedeckte, während meine zahmen Elefanten schön blank gewaschen waren. In dieser kritischen Situation schaute ich mich nach meinem Diener um: er war verschwunden. Hatte er die Absicht, Verrat an mir zu üben. Hierüber nachzudenken, sollte mir keine Ruhe vergönnt sein. Denn schon stürzte ein ausgewachsener weiblicher Dickhäuter, dem ein Junges folgte, mit gehobenem Rüssel und mark= und beindurchdringendem Trompeten auf mich los. Ich hatte keine Zeit mehr, regelrecht anzulegen, und feuerte freihändig der Bestie in den geöffneten Rachen. Der gewaltige Rückstoß des fast einer kleinen Kanone ähnlichen Gewehres warf mich zu Boden. In demselben Augenblicke hörte ich, daß mein Diener aus dem Zwölfer zwei Schüsse abgab. Ich hatte mich rasch wieder erhoben, konnte aber von dem Elefanten infolge der starken Rauchentwickelung meines Vierers nichts sehen. Da fühlte ich plötzlich einen Gegenstand durch die Luft sausen und mein Gesicht streifen. Ich spürte noch, daß ich einige Meter weit fortgeschleudert wurde. Als ich wieder zu mir kam, vielleicht nach vier bis fünf Stunden, nachdem ich nach einem Zelte getragen wurde, standen die Kambodschauer und die Laosianer um mich herum; sie hatten mich schon tod geglaubt. Meine Kleidung war mit Blut befleckt; eine schmerzhafte Empfindung am Oberkiefer lehrte mich, daß mit meinem Gebisse etwas nicht in Ordnung warIch tastete mit den Fingern in den Mund, und merkte, daß mir mehrere Zähne fehlten. Der Elefant hatte sie mir mit seinem Rüssel eingeschlagen. Von dem Dickhäuter aber war jede Spur verschwunden. Drei Kugeln hatten ihm nichts anhaben können; ist ja eine tödliche Verwundung doch anch nur dann zu erhoffen, wenn das Geschoß durch die Schläfe oder durch das Auge ins Gehirn dringt. Da der Elefant ausgezeichnet wittert und hört, so gehört für den Europäer ein jahrelanges Studium dazu, ihm auf der Pürsche beizukommen, und meine 15jährigen Reisen in Indien und Afrika haben mir genügende Erfahrungen gegeben. Der geräuschlos im kambodschanischen Kostüme sich anschleichende Eingeborene wird trotz seiner unvollkommenen Waffen einen besseren Erfolg erzielen als der tropenreisende Europasohn mit den knarrenden Lederstiefeln, der klappernden Jagdtasche und dem blankgeputzten Hinterlader. Die wilden Benong erlegen die Elefanten mit vergiften Pfeilen, die zwar dem dicken Panzer des Tieres nichts anhaben können, wohl aber an dünnhäutigen Stellen, wie namentlich am Rüssel, ihm verderlich werden. Hier dringt die aus einem Kräuterextrakte bestehende Giftsubstanz ins Blut und wirks so heftig, daß der Getroffene nach spätestens 10 Minuten unter großen Schmerzen und plötzlichem Umhertoben verendet. Den Kadaver lassen die Eingeborenen einweilen liegen und verwesen, bis sein wertvollster Teil, die Stoßzähne, sich mit Leichtigkeit loslösen lassen. Dann modert die Elefantenleiche weiter. So enden die meisten Tiere in den Urwäldern Hinterindiens. * Zwischen Fixigkeit und Richtigkeit ist zuweilen ein Unterschied Brachten da die hiesigen farblosen kleiner Unterschied. Braceer de d Wericlreng Lachrecor a meister Helder zum Bürgermeister Meldung, daß Herr Birgermes d d von Benrath gewahlt sein neueg Amt antreten d ncödich ist, daß Herr Heider gewählt wird, falls er unter den Bewerbern sich befindet, indes findet die Präsentation(noch nicht die Wahl) erst in ca. 14 Tagen stat. 1I Am Samstag gerieten in der Herzogsstraße ein Stellmachergehülfe und ein Schreiner in Streit, wobei der Schreiner Ed. K. mit einem Eisen bewaffnet den Stellmacher P. esr In ein Haus an der Lindenstraße schlich am Samstag ein Dieb, öffnete ein Zimmer mit einem Nachschlüssel und stahl Schmucksachen im Werte von über über 100 Mark. 1I Bei einem Schreiner an der Klosterstraße mietete der angeblich indische Militäriuvalide Karl Goerz ein möbliertes Zimmer mit Pension. Als er eine bedeutende Summe schuldig geworden war, verübte er im Hause einen bedeutenden Diebstahl und verschwand dann.— In der Wallstraße mietete der angebliche Commis E. Quartier und als er 50 bis 60 Mark schuldig geworden war, machte er sich ab. Aus einem Zelt auf dem Kirmesplatze wurden mehrere Faß Bier gestohlen, die Diebe wurden erst jetzt entdeckt. Einer der Diebe hat ein gestohlenes Faß Bier billig an einen Italiener verkauft, wodurch die Sache der Polizei bekannt wurde. Eine Schwindlerin hat in der vorigen Woche in der Friedrichstadt erschiedene Familien betrogen und kleine Diebstähle verübt. Da sie bekannt ist, so wird ihre Bestrafung bald erfolgen. :[ An der Ecke der Nord= und Kaiserswertherstraße fand in der Nacht zum Sonntag eine arge Schlägerei statt, wobei ein Theodor B. einen Messerstich in den Rücken erhielt. Die Verletzung ist so bedeutend, daß er noch in der Nacht ins Marienhospital gebracht und vernommen werden mußte. Als mutmaßlicher Thäter wurde ein Stuckaturer aus der Oberstraße verhaftet, der die That jedoch leugnet. Nach seiner Angabe hat er nur mit dem Hausschlüssel geschlagen. :] Ein Wirt an der Rethelstraße wurde von Dieben besucht. Sie stahlen Geld, Schmucksachen und Kleider im Werte von 700 Mark. :I Letzte Nacht um 1 Uhr fiel der Arbeiter S, auf der Citadellstraße wohnend, vom Gangbrett des Kohlennachens der Düsseldorfer Dampfschiffarts=Gesellschaft in den Rhein und ertrank. ]:[ Ein Arbeiter von der Ritterstraße wurde gestern abend wegen Widerstandsleistung gegen einen Polizeisergeanten verhaftet. An der Notbrücke über den Stadtgraben stand gestern nachmittag ein Fechtbruder und hielt gute Ernte. Zuletzt wurde er gar gemütlich, hielt seine Mütze hin mit den Worten:„Meine Herren, die Lerche.“ J:[ In dem Hause des schwedischen Konsuls an der Reichsstraße richtete sich eine Einbrecherbande wohnlich ein, während der Konsul mit Familie auf Reisen war. Die Diebe stiegen vom Garten aus ein und hielten im Salon Zechgelage ab, der Weinkeller des Konsuls mußte herhalten. Die Bande hat in den Räumen übel gehauset, allein verhältnismäßig wenig gestohlen. Wahrscheinlich wollten sie nach und nach das Haus leer schleppen, doch wurde am Samstag ihre Anwesenheit in dem Hause entdeckt. * Neuß, 11. Aug. Bei dem gestern nachmittag über unsere Gegend gezogenen Gewitter schlug der Blitz, glücklicherweise ohne zu zünden, in das Haus des Ackerers Hoster in Heerdt, in dem das Bureau des dortigen Kommunalempfängers untergebracht ist. Am Kamin richtete der Blitz verschiedenen Schaden an, ein Ofen wurde sogar von der Wand geschleudert. Größeres Unheil wurde jedoch, da es sich um einen kalten Schlag handelte, nicht angerichtet. * Barmen, 11. Aug. Ein lustiger Beitrag zum Steuererfindungsfieber befand sich dieser Tage im Inseratenteil der„Barmer Zeitung": Auch ein Steuer=Vorschlag! Bei der Suche nach neuen Steuern erlaubt sich Einsender den Herren Stadtvätern eine Steuer in Vorschlag zu bringen, die jede Familie ohne Ausnahme treffen soll und gewiß eine nette Summe eintragen dürfte. Es ist dies eine Heirats= und Geburts=Steuer. Man erhebe bei einer Heirat 20 Mark, bei der Geburt eines Kindes 5 Mark. Zwillings= und Drillingskinder bleiben von der Steuer befreit. Kinderlose Familien zahlen im dritten Jahre der Ehe 150 Mark.— Es wird sich schließlich niemand darüber wundern, wenn irgend ein Steuererfindungsgenie auch noch eine Steuer auf das bei Vielen so sehr beliebte Mittaasschläschen in Vorschlag bringt und die zu entrichtende Steuerquote nach der Dauer dieser„Körperrestauration" bemessen haben will. * Köln, 11. Aug. Große Aufregung rief gestern das in Stadt verbreitete Gerücht hervor, es sei ein Mann an der Cholera gestorben. Es stellte sich heraus, daß ein 79 Jahre alter Mann, Franz Grey aus Nippes, nach übermäßigem Genusse von Gurkensalat und Bier an Brechdurchfall erkrankt und auf dem Transporte zum Augustahospital verschieden war. Die städtische Sanitätspolizei traf alle Vorsichtsmaßregeln, trotzdem nicht die geringsten Auzeichen vorliegen, daß es sich um einen Cholerafall handeln könnte. * Dortmund, 10. Aug. Ahlwardt zeichnet jetzt als verantwortlicher Redakteur der„Westfäl. Reform.“ * Bochum, 12. Aug. Heute wurde hier ein Verband katholischer Polen für Westfalen, Rheinland und die angrenzenden Provinzen mit dem Sitz in Bochum gegründet, der sich die Förderung der moralischen und materiellen Interessen der in den genannten Landesteilen wohnenden Polen zur Aufgabe macht. * Münster, 11. Aug. Als mutmaßliche Thäterin des bekannten Frauenmordes in Delstrup befindet sich eine Frau Schenk in Haft. Wie der„Westf. Merkur" mitteilt, hat dieselbe den Mord nunmehr eingestanden. Die Schenk ist, wie die ermordete Deiters eine übelbeleumdete Person. * Oberwesel, 11. Aug. Von hier wird der Deutschen Reichsztg. geschrieben: Gestern wurde durch die Schelle bekannt gegeben, daß jeder, welcher durch den Umzug der Burschenschaft Alemannia sich beleidigt fühle, dies auf dem Büraermeister=Amte zu Protokoll geben möge. Pflichtschuldigst bin ich auch dort erschienen und habe meine Wahrnehmungen rückhaltlos zu den Akten gegeben. Bei dieser Gelegenheit äußerte sich Herr Bürgermeister Doll, die ganze Angelegenheit sei ihm höchst unangenehm, denn er sei gewarnt gewesen und habe in Folge dessen die Erlaubnis unter der Bedingung erteilt, daß Vorgänge, wie sie 1889 bei derselben Gelegenheit vorgekommen seien, sich nicht wiederholten, was ihm auch von den Nachsuchenden versprochen worden sei. * Trier, 11. Aug. Wie bereits gemeldet, ist zum Landrat des Landkreises Trier, der 70000 Katholiken und nur 1100 Protestanten zählt, ein Prostant, der bisherige Landratsamtsverwalter v. Troschke ernannt worden. Als einen Akt der Parität hätte man von der Regierung erwarten dürfen, daß sie, da vom Kreistage außer einem protestantischen Bewerber noch fünf katholische Kandidaten, davon zwei mit derselben Stimmenzahl wie Herr v. Troschke, empfohlen worden waren, einem der Katholiken, worunter u. a. ein aktiver Landrat sich befand, und gegen die sonst absolut nichts vorlag, ernannt hätte. Anderseits kann dem Kreistage, dessen Mitglieder fast sämtlich katholisch sind, der Vorwurf nicht erspart bleiben, daß er, obwohl anerkannt tüchtige katholische Bewerber vorhanden waren, dem Protestaten ebenso viele Stimmen gab wie zwei katholischen Bewerbern Wenn Katholiken so wenig Selbstbewußtsein zeigen, dann braucht man sich nicht darüber zu wundern, daß es mit der„Parität" im Staate gar nicht oder nur langsam besser geht. Vermischtes. * Berlin, 11. Aug. Dem Drohbriefe vom 31. v. M., der bei der Buchhandlung von Mittler u. Sohn in der Kochstraße eingegangen war und den Plan ankündigte, das Gebäude in die Lust zu sprengen, ist inzwischen ein zweiter gefolgt. In dem zweiten Schreiben, das aus Berlin kommt, heißt es, daß die Urheber des ersten anarchistischen Drohbriefes wieder in Berlin eingetroffen seien und daß das Zerstörungswerk trotz aller Vorsichtsmaßregeln dennoch vor sich gehen werde. Das Haus wird polizeilich überwacht und die politische Polizei sucht eifrig nach dem Briefschreiber. Wir halten die ganze Sache nach wie vor für einen bloßen Unfug. * Berlin. 11. Aug. Gegen den Redakteur des„Vorwärts“ Poetzsch war, wie s. Z. gemeldet, das Zeugniszwangsverfahren eingeleitet worden, weil er sich geweigert hatte, den Einsender des vom„Vorwärts" veröffentlichten geheimen Erlasses des Niederbarnimer Landrats v. Waldow über die Ueberwachung von socialdemokratischen Rekruten zu nennen. Durch Beschluß des Amtsgerichts war gegen den Redakteur Poetzsch eine Geldstrafe von 50 M. oder eine Woche Haft festgesetzt worden. Auf Beschwerde beim Landgericht hat dieses den Beschluß des Amtsgerichts aufgehoben und in dem Erkenntnis anerkannt, daß der Versuch, den Redakteur Poetzsch zur Zeugntsablegung zu zwingen, gegen Artikel 8 der preußischen Verfassung verstößt. * Der Tenorin Herr Willy Birrenkoven vom Hamburger Stadttheater, der sich bei den Bühnenfestspielen in Bayrenth als„Parsifal" so glänzend eingeführt und auch seitens der gesamten Presse eine Fülle des höchsten Lobes geerntet hat, trat am Freitag dort erstmalig als„Lohengrin“ auf und errang auch mit dieser Leistung einen großartigen Erfolg. * Posen, 11. Aug. Nach amtlicher Meldung ist in der unmittelbar an der Grenze gelegenen Stadt Peysern Karbunkelseuche unter Rindvieh ausgebrochen. Nächst der Rinderpest ist diese Krankheit eine der gefährlichsten Seuchen. Das Landratsamt in Wreschen hat desha b den Uebertritt von Rindvieh, Schafen und Ziegen längs der Landesgrenze verboten und sind die entsprechenden Sperrmaßregeln angeordnet worden. *Ueber das chinesische Heerwesen giebt ein russischer Offizier folgende interessante Schilderung: Der Russe wohnle einer Truppenbesichtigung in Tutschoi, einer Stadt des südlichen China, bei. Die Abteilung bestand aus etwa 200 Soldaten, welche alle glatt rasiert und mit der blauen chinesischen Kurma(einer Art Pelz mit breitem rotem Besatz an den Rändern) bekleidet waren. Auf der Brust trug jeder ein weißes, mit Buchstaben versehenes rundes Zeichen. Die Hosen waren hellblau, von gewöhnlichem chinesischen Schnitt, d. h. nach unten sehr breit und kurz. Der Kopf war bei einigen mit Strohmützen bekleidet, bei dem größten Teile jedoch ohne Bedeckung; nur der Zopf war ringförmig auf dem Kopfe aufgesteckt. Die Füße waren ebenfalls ohne Bekleidung, aber mit breiten schwarzen Bändern umwickelt; wie man sagt, geschleht dies deshalb, damit das Blut nicht in die Fußsohlen dringt, und der Soldat für den Marsch beweglicher und ausdauernder wird. Die Abteilung war in einem Gliede aufgestellt und erwartete so den Inspizierenden. Ihre Bewaffnung war überaus komisch. Ein Teil war mit 3—4 Meter langen Bambusstangen, die mit breiten metallenen Spitzen versehen waren, ausgerüstet. Die übrigen zwei Drittel waren größtenteils mit Gewehren chinesischen Modells versehen, ein kleiner Teil trug aber auch Beile, Dreizacken und Dolche. Die Gewehre hatten keinerlei Kolben oder sonstige Schattierung; sie bestanden nur aus gleich langen und dicken Läufen mit Hähnen. Zum Schutz gegen Erhitzung beim Schießen waren sie mit Bändern von rotem Tuch umwickelt. Von irgend welcher Sicherheit im Treffen kann natürlich bei einer solchen Waffe, die man nicht an die Schulter setzen, sondern nur nach Gutdünken richten kann, keine Rede sein. Als der inspizlerende Mandarin, ein junger Mann über Mittelgröße, mit einer Brille, in Parademütze, aber ohne Waffe, eingetroffen und aus seinem Tragsessel gestiegen war, ging er sofort auf die Abteilung zu, welche vor ihm auf die Knie sank. Er hielt hierauf eine kurze, gedehnte Ansprache, worauf der Trupp schnell aufsprang und mit einem kurzen Laut antwortete. Hierauf begab sich der Mandarin in das Zelt, das man vor der Front aufgestellt hatte, und die Besichtigung begann. Von seinem Stuhle aus beobachtete der Mandarin alle Bewegungen der Soldaten, welche vor seinen Augen ausgeführt wurden, sprach aber nicht ein einziges Wort dabei. Von Zeit zu Zeit schlug er in einem Werke mit den Abbildungen der militärischen Evolutionen nach, welches vor ihm auf dem Tische lag. Zu beiden Seiten neben ihm saßen Gehilfen, welche gleichfalls schwiegen. Neben diesem Zelte stand eine kleine Ehrenwache, deren Bewaffnung aus Beilen, Dretzacken, Messern auf langen Stäben, Dolchen und Schilden bestand. Etwas links von dem Zelte des Inspizierenden befand sich ein Signalist, welcher hinter sich eine Reihe verschiedener Flaggen hatte, mit welchen die Signale für das Schießen und alle Bewegungen gegeben wurden, und zwar dienten fünffarbige Flaggen für alle Bewegungen und Evolutionen, die roten für die Eröffnung des Feuer, die blauen für abgeschlagene Angriffe, die weißen für das Gefecht. Während der ganzen Besichtigung wurde kein Kommando oder eine andere laute Anordnung gegeben, woraus man ersah, daß das ganze Exercitium nach einem vorher genau aufgestellten Programm erfolgte. Etwas links von dem Signalisten stand die Musik, welche aus drei Trompetern und einem Trommler bestand. Diese Musik begleitete jede einzelne Bewegung und schwieg erst nach deren Beendigung. Hinter der Mitte der Front stand noch ein zweiter Trommler, der außer der Trommel noch kupferne Becken bediente. Becken und Trommel dienten zur Abgabe ges Signals für das Schießen aus geschlossener Formation. Bei dem Gefechte rasselten beide unaufhörlich abwechselnd mit einem zweiten Paar solcher Instrumente. Sämtliche Bewegungen wurden in einem Gliede im Gänsemarsch ausgeführt. Nach deren Beendigung setzte sich der Mandarin in den Tragsessel und wurde fortgetragen, während die Soldaten in langer Reihe und in lebhaftem Gespräch avzogen. Es ist klar, daß eine so organisierte, bewaffnete und eingeübte Truppe, selbst in erheblicher Ueberzahl einer nach europäischer Art bewaffneten und einexercierten Armee, wie es die japanesische ist, nicht ernstlich widerstehen kann. Privatdepeschen des )(Wien, Montag, 13. Aug. Wie die„Sonn= und Montagsztg." meldet, verhaftete die Polizei die beiden Redakteure des Anarchisten=Organs„Zukunft", angeblich wegen aufreizender Artikel. — Pest, Montag, 13. August. Nach einer Blättermeldung wird demnächst eine Ansprache des Papstes an den katholischen Klerus Ungarns erscheinen, in welcher zwar Bedauern über die Einführung der Civilehe ausgesprochen wird, aber trotzdem von einer Auflehnung(?) gegen die staatliche Gewalt sehr dringend abgeraten wird. Brüssel, Montag, 13. Aug. Die hiesigen Blätter sprechen ihre Genugthuung über die endliche Beilegung der franko=kongolesischen Schwierigkeiten aus und beglückwünschen die Unterhändler, welche die Verständigung so rasch herbeigeführt. () Paris, Montag, 13. Aug. Die Hinrichtung Caserios soll wegen des bis zum 15. August dauernden Musikwettstreites in Lyon erst nach diesem Tage stattfinden. * Paris, Montag, 13. Aug. Zwölf deutsche und italienische Anarchisten, die in Algier verhaftet wurden, sind von dort über die Grenze gebracht worden.— Der Gerichtshof von Nancy hat in Gemäßheit des neuen Anarchisten=Gesetzes einen Deutschen(Elsaß=Lothringer), der den Mord Carnots gutgeheißen, zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. † London, Montag, 13. August. Der Führer der Arbeiterpartei, der Abgeordnete Keir Hardy, wird nächster Tage im Unterhause einen Antrag betreffend Verminderung der Civilliste der Königin einbringen und seinen Antrag damit begründen, daß die Königin die Bitte einer Witwe, deren Mann als Soldat in den Kolonien gefallen und die nun seit 15 Jahren um einen Penny per Tag arbeitet, abgelehnt hat. Neuß, 13. August.(Telegr.) Weizen, 1. Qual. kleiner, 14,50, 1. Qual. engl. Aussaat 14,00, 2. Qual. 13,50. Roggen 1. O. 12,20, 2. O. 11,20. Neuer Roggen, 1. O. 10,50, 2. Qual. 9,50. Hafer 14,50. Raps 1. Qnal. 20,00, 2. Qual. 19,00. Aveel(Rübsen) 00,00, Kartoffeln 4,00 per 100 Ko. Heu 35,—, Roggenstroh 17,00, Weizenstroh 00,00 per 500 Ko. Rüböl per 100 Ko. 46,00, Rüböl faßwelse 47,50, Preßkuchen, 1000 Ko. 92,00. Kleien per 50 Kilo. 4,00 Köln, 10. Aug. Weizen ohne Sack die 100 Kilo vorrätig hiesiger M. 13,50—14,00 B., fremder 14,00—16,00 B. Roggen ohne Sack die 100 Kilo vorrätig hiesiger M. 12,00—13,00 B., fremder 13,00—14,00 B. Hafer ohne Sack die 100 Kilo hiesiger M. 14,50 B., fremder 14,00—15,00 B. Landmarkt. Weizen M. 00,00, Roggen 10,60—11,00, Gerste 00,00, Hafer 13,75. Heu M. 5,20—6,20, Roggenstroh 4,00, Weizenstroh 3,40 die 100 Kilo. Zufuhr Roggen 55 Sack, Hafer 4 Sack. Düsseldorf, 10. Aug. Rheinst. 2,49+ 0,02. Wind SW Therm.+ 12. Barom. 27—10. Mannh., 12. Aug. 4,50+ 0,00 Mainz, 12. Aug. 1,66— 0,03 Bingen, 12. Aug. 2,18—0,01 Caub, 12. Aug. 2,43+ 0,02 Coblenz, 12. Aug. 2,53+ 0,03 Trier, 12. Aug. 0,24—0,01 Köln, 12. Aug. 2,58+ 0,03 Ruhrort, 12. Aug. 2,02— 0,04 Merkmale. 1. Die versiegelte Flasche. 2. der Name„Zacherl", Zu haben, wo ZacherlinPlakate ausgehängt sind. Bekanntmachung. Die Handels=Gesellschaft unter der Firma Herweg& Müller mit ihrem Sitz zu Düsseldorf und einer Zweigniederlassung in Gerresheim, ist heute unter Nr. 44 in das Gesellschafts=Register des hiesigen Amtsgerichts eingetragen worden. Als Gesellschafter sind eingetragen: 1. Josef Herweg, Kaufmann zu Neuß, vom 1. September 1894 ab in Düsseldorfwohnend, 2. Wilhelm Müller, Kaufmann in Neuß wohnend. Jeder der beiden Gesellschafter ist zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt. Die Letztere hat am 19. Juni 1894 begonnen. Gerresheim, den 9. August 1894. Königl. Amtsgericht I. Bekanntmachung. Wegen Kanalbauten werden die Schäfer= und die Arnoldstraße, von der Insel= bis zur Kaiserstraße, vom 13 d. M. ab bis auf weiteres für den Reit= und Fuhrverkehr gesperrt. Düsseldorf, den 9. August 1894. Die Polizei= Verwaltung. Der Oberbürgermeister. J. V.: gez. Beckers. Eintragungen in das Handelsregister. Eheverträge: Paul Heesen, Sattler u. Christine Klören, beide hier, völlige Gütertrennung. Wilh. Joh. Hinkens, Geschäftsreisender hier und Kath. Elisabeth Lebert zu Erbach, völlige Gütertrennung. Arthur Hugo Schleinitz und Klara Werner, beide hier, völlige Gütertrennung. Jean Wallenborn, Bäckermeister u. Wilhelmine Keulertz, beide hier, völlige Gütertrennung. 100—150 M. von einem Fabrikbeamten gegen 5fache Sicherheit zu leihen gesucht. Gefl. Offerten u. S. 99 an die Filial=Expedition Oststraße 76. 837 Frischmelke Kuh zu verkaufen. Peter Gries, Bockum bei Kaiserswerth. Stellensuchende jed. Berufs placiert schnell Renter's Bürean, Dresden, Ostra= Allee. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme, sowie die überaus großen Kranzspenden beim Tode unseres innigstgeliebten Gatten und Vaters sprechen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, besonders der Reserve=Schützen=Kompagnie des St. SebastianusSchützen=Vereins Derendorf unseren riefgefühlten Dank aus. Witwe Wilhelm Bersch nebst Tochter. Verdingung. Die Erd= und Versteinungsarbeiten bei Verlegung der Gleiseanlagen in der Grafenberger Chaussee zwischen Uhlandstraße und Eisenbahnstrecke Rath=Eller sollen im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden. Zeichnungen und Bedingungen liegen im Rathause, Stube 51, zur Einsicht aus und können letztere nebst Verdingungsanschlag gegen Erstattung von 1 Mark dort in Empfang genommen werden. Angebote, welche sich auf sämtliche Arbeiten zu erstrecken haben, sind verschlossen und mit der Aufschrift:„Angebot auf Arbeiten in der Grafenberger Chaussee“ bis zum 28. August dieses Jahres, vormittags 11 an das Oberbürgermeisteramt einzureichen, zu welchem Termine die Eröffnung derselben in Gegenwart etwa erschienener Anbieter auf oben genanntem Zimmer erfolgen wird. Zahlungsfrist 4 Wochen. Düsseldorf, den 10. August 1894. Der Oberbürgermeister. Civilstand der Oberbürgermeisterei Düsseldorf. Geborene. Den 8. Aug. Frdr. Wilh. Joh. Aug., S. d. Schneiders Gustav Richter, Flingerstr. Den 7. Maria, T. d. Fabrikarb. Paul Knoopen, Brunnenstr. Den 5. Martha Joh. Wilhelm. Ida, T. d. Reisenden Karl Müller, Fürstenwall. Frieda Joh. Emma, T. d. Drehers Hugo Thiemann, Winkelsfelderstr. Den 6. Agnes Wilhelm., T. d. Kfm. Wilh. Guthmann, Immermannstr. Den 8. Erich Karl Gust., S. d. Portiers Gust. Fats, Klosterstr. Den(9. Christine, T. d. Formers Ant. Stroinski, Grafenberger Chaussee. Maria Joseph. T. d. Pliest. Fr z Jöken, Charlottenstr. Anna Gertr., T. d. Metzg. Stefan Dick, Düsselthalerstr. Den 8. Johann Peter, S. d. Faßbinders Anton Buschhüter, Münsterstr. Gestorbene. Den 9. Aug. Aug. Fürhoff, 1 M., Bandelstr. Hrch. Faßbender, Kolonialwarenhdl., 55 I., Ehem., Hunsrücken. Kath. von der Heiden, geb. Zehnpfennig, o. G., 83 J., Wwe., Friedrichstr. Den 10. Antoinette Bellv, 1 I. 2 M., Bilker Allee. Den 9. Wilh. Stryzek, 3 T., Wehrhahn. Marg. Kivel, 2 M. Blücherstr. Christine Sandkaulen, 7 M. 15 T., Stockampstr. Therese Becker, 1 J. 2 M., Flurstr. Emilie Bolduan, 10 T., Kronprinzenstr. Karl Wesarg, 1 I., Derendorferstraße. Den 11. Aug. Hulda Häußner, 5 M. 15 T., Schloßstr.— Paul. Westemeier, 9 T., Hildenerstr. Den 10. Reinh. Bertzky, 7 M., Sedanstr. Karl Kamm, 1 M. 15 T., Stadtbrück. Gertrud Gauthier, 3 M. 15 T., Worringerstr. Den 11. Albert Weingaetz, 7 M. 15 T., Oberbilker Allee. Karl Streichhann, Schlosser, 22 I., l., Bergerstr. Den 10. Anna Gärtner, Fabrikarbeiterin, 17 I., l., Verbindungsstr. Eheversprechen. Schuhm. Mich. Rölle u. Emma Schunck, b. Kirn. Monteur Albert Stinn u. Elis. Kleinschmidt, e. Berlin, l. h. Dekorationsmaler Alex. 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Auftreten der ersten Tierbändiger und Tierbändigerinnen der Welt, darunter: Madame Nouma-Hawa aus dem Cirque d’hiver in Paris, Bucher und Smitt mit ihren 6 Löwen und Eisbären. In den Abend=Vorstellungen die größte Attraktion der Gegenwart: Miss Bears-Bob, die Serpentintänzerin. Der Serpentintanz im Löwenzwinger bei elektrischer und oxygener Beleuchtung in Gegenwart von 3 männlichen Löwen. Die Schlangengrotte mit Wunderfontaine, 100 Wasserstrahlen in 4 Farben spielend während der Produktion der Schlangenbeschwörerinnen. Täglich geöffuet von9 Uhr morgens. Abends 8½ Uhr Vorstellung. An Sonntagen nachmittags 4 Uhr, 6 Uhr und 8½ Uhr: Vorstellung mit Dressur und Fütterung der Raubtiere. 14 dressierte Löwen, Tiger, Eisbären, Elephanten, Zebras, Gnus, Zubn, Jack, Lamas, Panther, Leoparden, Jaguare, Wölfe, Hyänen usw. Während den Zwischenpausen Konzert der Hauskapelle. 1. Platz 1.20 M., 2. Platz 0.80 M., 3. Platz 0.40 M. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Seit dem Aufenthalt in Deutschland hatte die Menagerie bis jetzt die Ehre besucht zu werden: In Straßburg von Sr. Durchlaucht Fürst v. Hohenlohe, Prinz Ratibor, Kaiserlicher Statthalter von ElsaßLothringen, Sr. Königlichen Hoheit Prinz Leopold von Bayern, Inspekteur der 4. Armee Inspektion, in München von den Königlichen Hoheiten Prinz Alfous mit Suite und den Prinzen Georg, Konrad, Ferdinandu Albert, in Coblenz: Excellenz General=Oberst von Loë, in Bonn: von Sr. Durchlaucht Prinz Adolf zu Schaumburg=Lippe mit hoher Gemahlin, sowie von den Prinzessinnen Salm=Salm. 60000000000000000000 38 Gold- u. Silh y. 865 Heinr. Zeck, 0. 9 2 * 9 3 * 60 2 2 8 20 60 2 2 6 40 18 Grabenstr. 80# Grabenstr. 18. Anfertigung nach Muster oder Zeichnung. Reparaturen. Umänderungen. Ankaur und Umtausch von alten Juwelen, Gold 768 und Silber zum höchsten Wert. . 1) Absolute Reinheit an Geschmack u. Geruch, 2) Absolute Garantie für Appetitlichkeit, 3) Denkbar grösste Haltbarkeit u. 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Dampf-KornbranntweinBrennerei und Likör=Fabrik, 782 Berger Allee 10. der Deutschen Cognac-Compagnie Löwenwarter&Cie. (Commandit=Gesellschaft) Cölu am Uhein, empfiehlt z. Originalpreisen per Flasche Harke* M. 2.— ** 2.50 3.— 3,50 Diese vorzüglichen Cognacs ersetzen die teuren französ. Produkte vollständig und sind denselben ebenbürtig. J. Karp, Schadowstr. 21. Telephon Auschluß 125. *** **** Heinr. Brauer, Regen- und Sonnenschirmfabrik, Grabenstraße, gegenüber dem Alleeplatz. Größte Auswahl. Billigste Preise. Lokal=Fahrt zwischen Uerdingen, Kaiserswerth und Düsseldorf. Dampfschiff„Prinz Heinrich. An den Wochentagen Zu Berg: Von Uerdingen 6,15 1,05 6,05 „ Wittlaer 6,45 1,15 6,35 „ Kaiserswerth 7— 1,50 6,50 „ Langst 7,02 1,52 6,52 Mönchenwerth 7,22 2,12 7,12 In Düsseldorf 7,55 245 7,45 Zu Thal: Von Düsseldorf 11,30 3,— 8,— „ Mönchonwerth 11,15 3,15 8,15 „ Langst 12,— 3,30 8,30 „ Kaise.swerth 12.05 3,35 8,35 „ Wittlaer 12,15 3,45 8,45 In Uerdingen 12,35 4,05 9, 5 An Sonn= und Feierragen: Zu Berg: Von Uerdingen 8,05 1,05 6,05 „ Wittlaer 8,35 1,35 6,35 „Kaiserswerth 8,50 1 50 6,50 „ Langst 8,52 1, 2 6.52 Mönchenwerth 9,12 2,12 7,12 In Düsseldorf 9,45 2,45 7,45 Zu Thal: Von Düsseldorf 10,— 3,— 8— „ Mönchenwerth 10.15 3,15 8,15 „Langst 10,30 3,30 8,30 „Kaiserswerth 10,35 3,35 8,35 „Wittlaer 10,45 3,45 8,45 In Uerdingen 11,5 4,05 9,05 In Kaiserswerth u. Düsseldorf sind Gepäckträger. Störungen vorbehalten. Sonntags-Extrafahrten, gültig bis Ende August 1894. Kaiserswerth ab mittags 1 Uhr, nachmittags 4 und 6 Uhr, abends 9 Uhr nach Düsseldorf. Düsseldorf ab mittags 3 Uhr, nachmittags 5 und 7¼ Uhr, abends 10 Uhr nach Kaiserswerth, zu ermäßigten Preisen. serdinand Segermenn.